140 Gb 771 Univ- Bibl. Giessen phi Allgemeines Israelitisches Gesangbuch für Gotteshäuser und Schulen. Hamburg. In Commission bei Perthes und Besser. 1833.( 5593.) Allgemeines Israelitisches Gefangbuch. eingeführt in dem Neuen Israelitischen Tempel zu Hamburg. Hamburg. In Commission bei Perthes und Besser. 1833.( 5593.) Gb 771 4407 O Gedruckt bei Kayser& Frånkel in Hamburg. Vorbericht. In dem Neuen Israelitischen Tempel zu Hamburg, der feit 1818 unter göttlichem Schutze besteht, bilden Gesänge in deutscher Sprache einen wesentlichen Theil des Gottesdienstes. Die Macht der Tonkunst zur Erweckung der Undacht hat sich auch hier bewährt. Dabei sind die von dem Herrn D. E. Kley 1818 und 1821 herausgegebenen ,, Religiöse Lieder und Gesänge für Israeliten" benutzt worden. Das Gedeihen der Tempelanstalt steigerte jedoch die Anforderungen an ein Gesangbuch immer höher. Dies machte zwar die Einführung einer neuen Sammlung religiöser Lieder um so schwieriger, aber zugleich auch um so nothwendiger. Im Herbste 1826 faßte die Direction des Tempelvereins den Beschluß, ein neues, möglichst vollständiges Gesangbuch anfertigen zu lassen, und dasselbe als Tempelgesangbuch förmlich einzuführen. Sie wählte zu dieſem Behufe eine Commission, und beauftragte sie, sich mit der Redaction und Herausgabe eines solchen Buches zu befassen, das aber der Eigenthümlichkeit des Tempels entsprechend - keine bloße Compilation sein dürfte. - Die Mitglieder der Commission, die Schwierigkeit der Aufgabe wohl einsehend, beschäftigten sich sofort mit der Lösung derselben. Sie fühlten sich dabei von dem hohen VI Interesse des Gegenstandes belebt, und fanden- in Folge öffentlicher und privater Aufforderung- bei vielen höchst achtbaren Dichtern, denen sie hier nur herzlich danken können, deren Namen aber an einem andern Orte genannt werden sollen, eine sehr erfreuliche Bereitwilligkeit, das Unternehmen zu unterstützen. Es ist dadurch möglich geworden, eine Sammlung von mehr als vier hundert Liedern zu veranstalten, von welchen beinahe drei hundert und funfzig völlig neu sind. Die Grundsätze, nach denen die Commission bei ihrer Arbeit verfuhr, und von welchen sie die geeigneten ihren Mitarbeitern zur Zeit mittheilte, waren folgende: 1. Alle deutschen Lieder, welche bei dem neuen Israelitischen Cultus bisher gebraucht wurden, sind zur Aufnahme zulässig. 2. Die biblischen Psalmen sind auch in den vorhandenen deutschen Uebersetzungen und Bearbeitungen zu benußen, da sie ursprünglich zu den heiligen Schriften der Israeliten gehören. 3. Die neuen Lieder, welche für das Gesangbuch bestimmt sind, dürfen vor der Erscheinung desselben im Drucke von den Verfassern nicht anderweitig benutt werden*). 4. Die Commission behält sich vor, über die Aufnahme der eingegangenen Lieder nicht bloß nach der poetischen Würdigkeit derselben, sondern auch nach der besondern *) Zwei der Herren Mitarbeiter haben jedoch seitdem einige von ihren Beiträgen in besondern Sammlungen abdrucken lassen. Vermuthlich hat die durch Umstände etwas verzögerte Erscheinung des Buches sie dazu veranlaßt. VII Stellung des Instituts zu entscheiden, und Aenderungen mit einzelnen Ausdrücken vornehmen zu dürfen, wo es sie nöthig důnkt, um ein sonst brauchbares Lied nicht auszuschließen. 5. Als Normalerfordernisse der aufzunehmenden Lieder find folgende zu beobachten: A. In Beziehung des Inhalts: Das Lied soll reine Religiofitât athmen, und darf dem mosaischprophetischen Geiste nicht widersprechen. Dem Inhalte soll jedesmal ein Hauptgedanke zum Grunde liegen. Die specielle Beziehung auf Gott darf nicht fehlen. Die Sprache des Herzens sei vorherrschend, mit Ausschluß der trockenen Reflerion und der haltlosen Empfindelei. Das Lied sei möglichst verständlich und ansprechend. B. In Betreff der Form: Die Sprache sei edel und würdig, mit Vermeidung alles Gesuchten und Schwankenden. Rhythmus und Sylbenmaaß seien einfach und ungekünstelt. Die Verfification sei der Urt, daß sie die kirchliche Gesangweise nicht behindere. Auch Hymnen, Elegien und Cantaten finden Aufnahme, wenn sie den vorstehenden Unforderungen entsprechen. So weit es ausführbar war, sind diese Normen bei der Entscheidung über die Aufnahme der Lieder überall beachtet worden. Indeß liegt es schon in der Mannigfaltigkeit des Stoffes, daß diese Grundsätze in manchen Fällen nur annährungsweise befolgt werden konnten. Demnach besteht das Gesangbuch aus drei Klassen von Liedern: VIII - I. Von den bei dem Israelitischen Gottesdienste bereits benutten Gesängen sind in Allem 40 aufgenommen worden, und zwar aus der Liedersammlung des Herrn D. Kley mit dessen Zustimmung- die Nummern 26, 38, 59, 80, 125, 155, 183, 233, 234, 237, 252, 265, 274, 289, 290, 294, 297, 304, 324, 325, 329, 332, 335, 341, 343, 369 und 413 unseres Gesangbuches; aus der von Herrn D. J. Heinemann herausgegebenen( ,, Religiöse Gesänge für Israeliten, Kassel 1816") die Nummern 22, 31, 32, 44, 57, 109, 115, 357, 372, 385 und 393, und aus der Johlson'schen( Frankfurt a. M. 1829) die Sabbath- und Festlieder 339 und 361. II. Die Zahl der aufgenommenen åltern Psalmenbearbeitungen beträgt 32; es sind in unserm Buche die Nummern 18, 30, 36, 37, 40, 42, 43, 46, 56, 58, 64, 65, 68, 76, 91, 126, 131, 168, 199, 249, 271, 282, 284, 285, 295, 297, 303, 305, 306, 308, 314 und 390. III. Die übrigen 345 Gesänge sind neu. So möge denn dieses Buch recht viel zur Förderung wahrer Religiosität in unserer Gemeinde und außerhalb derselben beitragen! Möge es überall eine Quelle des Trostes und der Erhebung werden; möge es jedem ein Buch des Lebens sein und bleiben! Hamburg, im Monat Jjar, A. M. 5593. D. M. Fraenkel, D. G. Salomon, D. J. Wohlwill, Mitglieder der Commission zur Redaction und Herausgabe des neuen Gesangbuches. I nh. a I t. Erste Abtheilung. Von Gott und seinen Eigenschaften. I. Dasein Gottes II. Eigenschaften Gottes: a. Geistigkeit b. Einheit... c. Unveränderlichkeit und Ewigkeit d. Allgegenwart. e. Allwiffenheit und Allweisheit f. Ullmacht und Schöpferkraft. g. Gerechtigkeit und Heiligkeit h. Liebe( Allgüte, Gnade, Barmherzigkeit und Treue).... III. Vorsehung: ..... . a. Im Allgemeinen. b. In Beziehung auf den einzelnen Menschen c. In Beziehung auf Israel... Nummer 1-3 4-6 7-10 11-15 16-17 18-22 23-32 33-43 .. 44-54 55-59 60-71 72-77 Zweite Abtheilung. Der Mensch und seine Bestimmung. I. Seine Würde.... II. Ein Ebenbild Gottes III. Seine Vorzüge vor andern Geschöpfen IV. Seine Bestimmung zur Tugend und Vollkommenheit: a. Fortgang zum Bessern.. 93-100 b. Ewigkeit des Geistes( Unsterblichkeit) 101-113 78-82 83-85 86-92 Dritte Abtheilung. Verbindung zwischen Gott und Menschen. X A. Religion im Allgemeinen( Offenbarung, heilige Schrift, Gesetz) - B. Pflichtenlehre. I. Pflichten in Beziehung auf Gott: .... a. Streben nach Erkenntniß Gottes b. Dankbarkeit gegen Gott... e. Ehrfurcht und Anbetung d. Liebe und Gehorsam. e. Vertrauen f. Hoffnung. g. Ergebung h. Wandel in Gottes Wegen .... .. .... 2. Besondere: und geistiges Wohlsein).... c. Selbstbildung( Streben nach Erreichung unserer Bestimmung)... d. Weiser Gebrauch des Lebens und seiner Güter... II. Pflichten in Beziehung auf uns selbst: a. Selbstkenntniß( Selbstprüfung)... 201-209 ...... b. Selbsterhaltung( Sorge für leibliches ... ..... .... .... e. Vorbereitung zur Ewigkeit,( Andenken an den Tod).. a. Gegen Eltern und Lehrer ..... III. Pflichten in Beziehung auf den Nächsten. 1. Allgemeine: a. Liebe( Nachsicht, Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit). Nummer 114-126 127-130 131-138 139-148 149-154 155-170 171-179 180-196 197-200 ... 223-228 210-215 216-222 239-245 b. Wohlthätigkeit. 246-247 c. Gerechtigkeit( Nedlichkeit und Treue) 248-254 255-256 229-238 - XI b. Im ehelichen Leben c. Gegen Vaterland und Obrigkeit, Vorgesetzte, Wohlthäter und Greise. 260-263 C. Besondere Mittel zur Gottseligkeit: I. Gottesverehrung II. Andacht.... III. IV. Bitten( um Frieden, Regen, Abwendung allgemeiner Noth).. V. Bußlieder. VI Morgenlieder VII. Abendlieder... VIII. Sabbathlieder. IX. Die Jahreszeiten. Festlieder: X. Lob, Dank, Sieges- und Frie denslieder c. Wochenfest. d. Neujahr .... a. Festesfeier im Allgemeinen b. Pesach e. Versöhnungstag f. Hütten und Schlußfest. .... ......... & Purim. h. Zerstörung Jerusalems.... i. Tempelweihe.... Nummer 257-259 XL Confirmationslieder... XII. 3um Gedächtniß der Hingeschiedenen 264-274 275-280 281-288 289-202 303-313 314-325 326-336 337-343 344-354 355-356 357-365 366-371 372-384 385-393 394-398 399-400 401-403 404-406 407-413 414-417 falm 1 Nr. 8 9. = : = 3 = 3 = = = I 2 2 C 3 : I C S 3 3 Psalmenbearbeitungen. 15 16 19 23 25 26 27 32 33 36 37 39 42 46 51 57 62 67 71 73 75 84 85 86 1 : : 3 3 : 1 = C * : : 2 I 3 201 Psalm 90 Nr. 91 92$ 97 S : 100= 101 = 103 82, 91 36 219,249,250 181 30,119 60, 63, 65 296,390 303,392 64 41,135 40 225 117 158 : 268 C 66 308,309,312 37,314 42 283 167 67,161,202 175 271 284 297 = 107 111 113 116 119 121 : 122 123 124: 127= : : : # 2 = A : Z : 128 129 130 131 139 2 143 3 145 146 147 C 148 B 3 # 11 +* # : 13 56 131 43 145 257 46, 53, 54 48 76 141 285 126 68,162 270 402 74 61,259 199,258 306,313 190 18, 20 305 58, 136,349 168 Hayley 282 >>>>>>> N@ SW-<<< X Erste Abtheilung. Von Gott und seinen Eigenschaften. I. Dasein Gottes. 1. Eigene Melodie. 1. Es lebt ein Gott! Sein großes Walten Find' ich in jeder Kreatur; Wo er nur immer Haus gehalten, Da find' ich seines Segens Spur, Und auch die Weltgeschichte spricht: Es ist ein Gott und ein Gericht! 2. Es lebt ein Gott! Ob Völker toben, Und Länder zittern,- zweifle nicht! Nur eines Wink's bedarf's von oben, Sie stürzen auf ihr Angesicht. Er spricht des Meeres Ungestům Wird stille auf ein Wort von ihm. 1 3. Es lebt ein Gott! Ob Stürme drauen Dem Pilger auf des Lebens Pfad,- Sein Wetter kommt, nur zu erfreuen, Und unter Stürmen reift die Saat. Drum zieh' ich in der Zukunft Land Stets wohlgemuth an Gottes Hand. 1 2 4. Es lebt ein Gott! Was diese Lehre Der heil'gen Offenbarung sprach, Das hallt zu seines Namens Ehre Im Spruche des Gewissens nach. Auch das Gesetz im Busen hier Ist heil'ge Offenbarung mir. - 5. Es lebt ein Gott! Der Hoffnung Palmen Weh'n Ruhe mir von seinen Höh'n; Ich seh' in junger Saaten Halmen Die Ernte schon im Felde steh'n. Was ist des Gottesleugners Spott, Wo Alles ruft: Es ist ein Gott! 6. Es lebt ein Gott! Noch einst im Scheiden Ist der Allliebende mir nah', Den ich in tausend Lebensfreuden, Und auch in meinen Leiden sah. Im Tode blüht das Leben mir; Du lebst, mein Gott, ich leb' in dir! 2. Eigene Melodie. 1. Wir seh'n ihn nicht, Den Unerschaffenen, den Einen, Durch den die Blumen blüh'n, die Sterne scheinen. Doch tont aus seinem ew'gen Licht Dem Menschen, den er liebend schuf, Entgegen seines Wortes Ruf: " Ich bin der Herr, dein Gott!" 2. Wir können ihn In seinem Wirken nicht ergründen, Noch das Geheimniß seines Wesens finden. Dem schwachen Sterblichen erschien Der hohen Kunde helle Spur Durch Gottes eigne Stimme nur: " Ich bin der Herr dein Gott!" 3 3. D wüßten wir Nicht durch ihn selbst sein ew'ges Leben- Welch eine tiefe Nacht wurd' uns umschweben! Der arme Mensch! Wie ging' ihm hier In dem Gewirr der Welt das Licht Des Schöpfers auf, ertont' es nicht: " Ich bin der Herr dein Gott!" 4. Heil uns, daß er Sich selbst zu uns herabgelassen! Nun kann des Menschen Blick sein Licht umfassen Auch in der Schöpfung hoch und hehr! Sie ist ihm nur ein Wiederhall Von jenem inhaltschweren Schall: " Ich bin der Herr dein Gott!" 5. Wenn in der Brust Die ernste Pflicht den Menschen mahnet, Wenn in sich selbst ein Höheres er ahnet, Das ihn ergreift in Weh' und Lust,- So weiß er nun mit Zuversicht, Daß auch zu ihm die Stimme spricht: Ich bin der Herr dein Gott!" 6. Dimmer sei Uns dieser hohe Zuruf theuer! Er schwebe vor uns, wie ein leitend Feuer, In unfres Lebens Wüstenei. Wir werden, wenn am Ziel wir steh'n, Dann ganz das Wort bestätigt seh'n: Ich bin der Herr dein Gott!" 3. Eigene Melodie. 1. Wenn mein Verstand zu klügeln wagt, Von Wahn bethöret zweifelnd fragt: " It's wahr? lebt er auch wirklich droben, Den brünstig unsre Psalmen loben?" 1* Dann spricht das Herz: Schau' himmelwärts! Die Sonnen glüh'n, Planeten zieh'n, Und jeder Stern Preist Gott, den Herrn, In Tagespracht, Im Glanz der Nacht. O Menschensohn! Vernimm den Ton. Es rufet laut: Vernehmet, schau't Den Gott der Welt Um Himmelszelt!" 201 2. Wenn sich der Geist voll Hochmuth hebt, Und den nicht sieht, der ihn umschwebt, Und fragt: Ob, der das All erbauet, Von seiner Höh' auf Erden schauet? Dann spricht das Herz: Blick niederwärts! Das Frühlingsland Im Brautgewand; Die Sommerpracht, Die freundlich lacht; Der Traubenberg, Des Herbstes Werk; Die Fluren weiß Von Schnee und Eis Sie rufen laut: O Menschen, schaut! Der droben thront, Auf Erden wohnt." 3. It's immer noch dem Geist nicht klar, Ob Gott, der ist, sein wird und war, Auf uns, des Staubes Kinder, sehe, Vertraut mit ihrem Wohl und Wehe ,: - 8 sall S -— - 5- ,, Das Inn're spricht: mill zweifle nicht! d mimarlar Gott wohnt in die man mit Im Busen hier Ist sein Gericht. Der Bösewicht Wird hart bedroht, Von Angst und Todi 1 and 8 Doch Seelenheil ndal Wird dem zu Theil, Der Tugend liebt, Sie pflegt und übt. Der droben thront end Im Herzen wohnt!" a. We bir sjutt 2010/ Conad 10 II. Eigenschaften Gottes. Geistigkeit. Dis die 4. Eigene Melodie is nisbi 1. Gott ist ein Geift, in ihm ist lauter Leben; Das reinste Licht ist kein Gewand für ihn. Er ist und wirkt geheim, so weit Gedanken schweben, So weit die hohen Sonnen glüh'n. 2. Aus seines Wesens ew'ger Fülle fließend Die Lebensströme, wie ein Ocean. sić, dril Die grenzenlose Welt, sie kann ihn nicht umschließen, Kein Raum ist, der ihn fassen kann. Postoso 3. Verborgen ist sein wunderbares Walten, so Kein Endlicher erkundet seine Spur; d Er ist, wo Saamen sproßt, wo Keime fich entfalten, Die große Seele der Natur. 4. Der Einzige, allwirkend, ohne Schranke, Der Alles ordnet, Alles lenkt und hålt, mihi 6 Der über Ullem thront, der ewige Gedanke Im Unermeßlichen der Welt. - 5. Er führt im sichern Wechsel auf die Sphåren, Er bindet Alles mit des Willens Kraft; Selbst wenn in wildem Kampf die Elemente gåhren, Folgt Ruhe wieder, die er schafft. 6. Das ist sein Geist, der frei und selig webend Durch alle Adern seiner Schöpfung dringt, Die Urkraft alles Seins, die in sich selber lebend Durch Ewigkeiten sich verjüngt. 7. D Herr, vor dem ich tief anbetend stehe, Wer bin ich, daß du huldreich mein gedenkst? Daß du auch mir Vernunft und Ahnung deiner Nähe, Und Geist und Leben mir auch schenkst? 8. Daß höheres Gefühl in mir sich reget, Und daß, dem trågen Staub nicht unterthan, Sich eine freie Welt in meiner Brust beweget, Daß ich dich ewig lieben kann? 9. So hast du mir ein göttlich Loos beschieden; So sei mein Geist auch einzig dir geweiht! Er suche nur in dir sein Heil und seinen Frieden, Jeßt und in aller Ewigkeit. 5. Eigene Melodie. 1. Gott, dich faffet kein Gedanke, Und die Sprache nennt dich nicht; Unbegreiflich, sonder Schranke Thronest du verhüllt im Licht. № Dorthin kann kein Auge dringen, Schaut der Blick auch himmelwärts; Doch der Geist kann auf sich schwingen, Fühlen kann dich jedes Herz. 2. Deiner Hånde Wunderwerke Zeichnen, Gott! mit deine Spur; Deine Weisheit, deine Stärke Find' ich, Herr, in der Natur. Dort in jenem Sternenheere, In der Sonne Glanz und Pracht; Dich verkünden Erd' und Meere, Von dir pred'gen Tag und Nacht. 3. O, wie kann den Geist der Geister Fassen je ein schwaches Bild? Ihn, des Weltalls großen Meister, Der das ganze All erfüllt, Ihn wird nie der Sinn erreichen. Selbst der Sonnen Schön' und Pracht, Wollt ihr sie mit Gott vergleichen, Sind sie nichts denn finstre Nacht. 4. Seraphim in höh'rer Sphäre Fassen Gottes Wesen nicht, Und der Engel lichte Chöre Hüllen ein das Angesicht; Beten an vor seinem Throne, Preisen seine Majestät. O zu diesem sel'gen Lohne Hat der Herr auch uns erhöht! 5. Ohne Bild und Bildeszeichen, Preis' ich Gottes Herrlichkeit. Kann mein Geist ihn nie erreichen, Sei ihm stets mein Herz geweiht. Fromme Unschuld im Gemüthe Hebet mich zu Gott empor; Einstens rühm' ich seine Güte In der höhern Geister Chor. 6. Melodie: Gott, Dich faffet kein Gedanke. 1. Unsichtbar uns Menschenkindern Hüllt dich, Gott, kein Körper ein, Und dem Blick von schwachen Sündern Ist dein Wesen, Herr, zu rein. In des Glaubens Lichte lesen Wir dein Dasein, und es preis't Dich, den Urquell aller Wesen, Unser dir verwandter Geist. 2. Geist der Geister! ein Gedanke, Den der Mensch kaum denken kann, In der Endlichkeiten Schranke Beten Menschen wir dich an. Wenn den Leib oft schweres Leiden Und die Macht der Zeit verletzt, Bleibst du, Gott, uns Quell der Freuden, Keinem Wechsel ausgesetzt. 3. Laß uns aber auch die Würde, Mensch und Geist zu sein, versteh'n! Unter unfres Leibes Bürde Laß den Geist nicht untergeh'n! In dem Kampfe mit den Sinnen, Mit der Sünde Trug und List, Laß uns, Gott, den Sieg gewinnen, Der des Geistes würdig ist. 4. Laß den Abstand uns erwägen, Der uns, Höchster, von dir trennt. Daß wir fromm dich fürchten mögen, Wenn die Lippe dich bekennt. Laß ihn uns zur Demuth stimmen, Demuth ist des Glaubens Frucht ,Wenn der Geist empor zu klimmen Und sich dir zu nähern sucht. b. Einheit. 7. Eigene Melodie. 1. Du, Einziger, den kein Gedanke mißt, Der ewig ist und war, du Geist der Geister, 9 Anbetungswürdiger, nur du, du bist Der Schöpfung Herr und aller Welten Meister! Was auch mein Geist nur immer Großes denkt, Unendlich größer ist, der Alles lenkt.i 2. Ein einz'ger Plan durch alle Schöpfung geht;. Wir können ihn in Millionen Wesen Im Bau der Welt, so wie er vor uns steht, Und auch in unserm eignen Schicksal lesen. Bon allen Seiten tönet uns der Ruf: Nur ein Gott ist, der Alles, Alles schuf! 3. Nur einen Gott seh' ich im Weltenall, Der Wesen Kette wird von ihm regieret; Sein ist die Erde, sein der Sonnenball, So weit der Blick, so weit der Geist mich führet. Ein Ganzes schau' ich ewig jung und neu, Und Alles zeuget, daß nur ein Gott sei. 4. Nur einem Gott, nur einem beugt das Knie! So rufet die Vernunft in's Menschenleben, Mit unsres Gottes Lehr' in Harmonie. Nur einem, einem sollst du dich ergeben! Dies sei und bleibe deines Glaubens Zier, Dein Stolz und deine Hoffnung für und für. 5. So sei Anbetung dir und Preis gebracht, Die deiner hohen Majestät gebühren! Nie wollen wir, o Gott und Herr der Macht, In unserm Herzen fremde Götter führen. Du, Gott der Våter, sollst uns Gott allein, Und noch im Tode unsre Zuflucht sein! 8. Eigene Melodie. 1. Ein Gott ist und keiner mehr! 500 2 Ihn bekennet Israel. Aller Welten großes Heer Floß aus einen Lebensquell! 10 Einen Schöpfer hat das All: 1 Dieser dunkle Erdenball, Und die lichte Sonnenflur Einen Gott hat die Natur! - 3. Ein Gott ist und keiner mehr! Ihn verehret Israel. Er schuf Himmel, Erd' und Meer; Keine fremde Götter wähl'! Ihm Anbetung, ihm allein, Ihm sollst du dein Leben weih'n! Ihm allein gehört die Zeit, Ihm gehört die Ewigkeit. 3. Gott, dich seh' ich überall, Wohin auch das Auge schaut; Von den Höhen, aus dem Thal Tönet mir der heil'ge Laut: Eines Gottes mächt'ge Handmis Hat die Himmel ausgespannt, Schuf den Seraph und den Wurm, Frühlingshauch und Winterssturm. 1 ade 4. Einen Schöpfer haben wir! Ihn allein, ihn bet' ich an. Ber's# 13 Einen Vater für und für, S Einen giebt's, der helfen kann. Was das Leben mir auch beut, en He Süße Wonne, herbes Leid- Alles kommt auf sein Geheiß, Kommt von ihm, der Alles weiß. 5. Gott, so geb' ich ganz mich hin Deiner Leitung, deinem Rath, Liebe dich mit Herz und Sinn. Lenke du nur meinen Pfad! Sende Freude, sende Noth, In dem Leben, in dem Tod Dich nur, aller Wesen Quell! Dich verehret Israel. -11 9. Melodie: Es lebt ein Gott. 1. Gott, ew'ger Schöpfer aller Weſen, Die deine Macht und Güt' erhält Du hast den Menschen auserlesen, Zu schauen dich in deiner Welt; Ich hör und seh' dich überall, In den Geschöpfen sonder Zahl. 3. Nur du allein bist Gott zu nennen, Bist Urquell aller Schöpfungskraft; Dich nur allein kann ich erkennen Als den, der heut' noch Alles schafft. Der Himmel und der Erden Pracht, Sie zeugt von deiner Gottesmacht. 3. Du få'test Sonne, Mond und Sterne In den unendlich weiten Raum; Für dich giebt's keine Näh' und Ferne, Der tiefste Denker faßt dich kaum. Doch trägt der Glaube mich zu dir: Du liebst den Menschen für und für. 4. Du bist nur Einer, Schöpfer, Retter, Ein Vater, ein Beseliger. Der Wahn nur ehret viele Götter, Erkennet Dich nicht, Einziger! Der fasset deine Einheit nicht, Dem nie gestrahlt der Wahrheit Licht. 5. Dein Wort hat uns das Licht gegeben; Ich glaub' an dich, mein Gott, mein Heil! Durch dich besteht mein irdisch Leben, Durch dich allein mein Himmelstheil. Dich ehr' ich, Ew'ger Zebaoth, Du bist und bleibest, Herr, mein Gott! 10. Eigene Melodie. 1. Wer ist dir gleich, du Herr der Welt, Wer darf wie du gepriesen werden? ― 12 - Was ist dir gleich am Himmelszelt, Was gleichet, Höchster, dir auf Erden? Du bist allein der wahre Gott, Bist einig, Ew'ger Zebaoth! 2. Erhebt die Blicke himmelan! Wer schuf hier Myriaden Sphären? Wer zeichnet allen ihre Bahn, Und führet sie in vollen Chören? Du bist es, ein'ger, einz'ger Gott! Du, Ewiger, Herr Zebaoth! 3. Wer schuf den Menschen Engeln gleich, Und merkt auf alle seine Wege? Wer heiligte der Tugend Reich, Und will, daß treu der Mensch es pflege? Du, Ein'ger, bist's, der Alles giebt; Du bist es, der auch strafend liebt. 4. Du führest an der Liebe Band Die Menschen Alle, deine Kinder; Sie Alle segnet deine Hand, Erbarmst dich reuevoller Sünder. Der Blödsinn ist's, der dich verkennt; Heil dem, der dich den Ein'gen nennt! 5. So wollen freudig wir, o Gott, Dich als den Einigen bekennen! Nicht achten arger Menschen Spott, Wenn wir dich tåglich einig nennen. Laß leben uns in deinem Geist, Der allen Menschen Heil verheißt. 6. Wie du der Ein'ge ewig bist, So laß auch Einheit uns verbinden! Wenn jeder einig mit dir ist, Dann wird die Zwietracht hier verschwinden. Bei dir ist Frieden, ein'ger Gott! Bei dir ist Heil, Herr Zebaoth! - 13 c. Unveränderlichkeit und Ewigkeit. 11. Eigene Melodie. 1. Allgúť'ger Gott! durch den wir Alles haben, Du, der Gedanken und des Strebens Ziel: Du thronest über Raum und Zeit erhaben, Und dieses Lebens wechselvolles Spiel. 2. Du alterst nie. Mag Alles auch verwesen, Der Mensch verblüh'n und Welten untergeh'n: Du bist das einzig unerschaffne Wesen, Wirst durch dich selbst unwandelbar besteh'n. 3. Dieselbe Huld, die in der Vorzeit Tagen Die Welt beglückt, dieselbe Batertreu', Sie hat auch uns bis diesen Tag getragen; Sie stralt auch uns mit jedem Morgen neu. 4. O süßer Trost! du wirst uns nimmer laffen, Du bist uns immer liebend, rettend nah; Selbst wenn im Uebermuth wir dein vergaßen, Ist dein Erbarmen für den Sünder da. 5. Unwandelbar, wie deine Batergute, Sei unsres Herzens lautes Dankgefühl! Zu dienen dir mit liebendem Gemüthe Sei unsres Lebens schönstes, höchstes Ziel. 12. Eigene Melodie. 1. Laß Jahre flieh'n, Geschlechter schwinden Der Herr ist Gott durch alle Zeit! Und alle, die ihn suchen, finden Ihn, wie von Unbeginn, auch heut. Er, groß und gut und wunderbar, Bleibt ewig, was er ewig war. Chor: Gott war, Gott ist, wird ewig Herrscher sein. 14 2. Gott war eh' noch die Berge waren, Eh' sich ergoß das weite Meer; Gott ist, seit aller Sonnen Schaaren Am Himmel wandeln hoch einher. Er bleibt, wenn Erd' und Welt zerfleußt, Der Sterne glänzend Zelt zerreißt. Chor: Gott war, 2c. 3. Eh' noch entstanden Thal und Fluren, Regierte Gott und keiner mehr; Und seit der Erdball Kreaturen Trågt und ernährt, regieret er. Er bleibet fest und wanket nicht, Wenn einst des Weltbau's Kette bricht. Chor: Gott war, xc. 4. Ich werde sein, der ich sein werde!" So grüßt' er einst, Haus Jacob's, dich. Ihn fassen Himmel nicht und Erde, Er selber nur erkennet sich. Des Lebens Gott, der Macht, des Lichts, Er herrscht, und sonder ihn ist nichts. Chor: Gott war, xc. 13.( Nach Psalm 90.) Eigene Melodie. 1. Unendlicher, der ist und war, Du, unsre Zuflucht immerdar, Beherrscher aller Zeiten! Eh' Berge wurden, Meer und Strom, Und Sterne an des Himmels Dom, Warst du schon Ewigkeiten. Quell des Lichtes! Dir entronnen Sind die Sonnen, Licht und Leben Deinen Schöpfungen zu geben. 15 2. In deiner Hand steht unsre Zeit; Wir sterben, wenn dein Ruf gebeut: Sinkt in den Staub darnieder!" Ein Tag sind vor dir tausend Jahr', Wie eine Nacht, die gestern war; Sie floh und kehrt nicht wieder! Du, Herr, bleibest! Wir entstehen Und vergehen; S Auf dein Werde Werden wir und werden Erde! 3. Der Morgen führt den Tag hervor, Und fröhlich keimt das Gras empor; Der Abend sieht es måhen. Es hebt die Blume stolz das Haupt, Und sinkt entblättert und entlaubt, Um nimmer zu erstehen. Bild des Lebens! Gleich der Sage G Sind die Tagebung ming Bald vergessen, Die der Herr uns zugemessen. 4. Der Pilger sieht im Erdenthal Des Frühlings Blüthe siebzigmal, Und selten achtzig Sonnen. Nah steh'n hienieden Wieg' und Grab, Und Viele sinken schon hinab, Die kaum den Lauf begonnen. Herr des Todes! Unsere Stunden Schnell entschwunden Lehr' uns zählen, Daß wir dich zum Führer wählen! 96-9 5. Um deinen Thron ist ew'ges Licht. D, neig' auf uns dein Angesicht, 0 16 Und schenk' uns deine Gnade. Erfülle stets in Freud' und Schmerz, Mit deiner Klarheit unser Herz, Und leit' uns ebne Pfade! Deiner Weisheit Huld und Stärke, Ew'ge Werke, Laß' uns schauen, Daß wir fest auf dich vertrauen! - - 6. Sei freundlich uns zu jeder Frist, Nah', wenn uns Hülfe nöthig ist; Gieb Wollen und Vollbringen! Dein ist das Reich, dein ist die Kraft, Du bist's, der alles Gute schafft; Laß es auch uns gelingen! Höchster Herrscher! Hilf uns streben, Dir zu leben, Dir zu sterben; Deinen Himmel laß uns erben! 14. Eigene Melodie. 1. Es ist, es ist ein ew'ger Gott! So tont's durch Flur und Felder; Es rauscht durch Laub und Wälder; Es glänzt im heitern Morgenroth: Er war, er ist, wird ewig sein, Gebt ihm die Ehre, ihm allein! 2. Unendlich ist des Schöpfers Macht! Ihr, seine Weltenheere, Ihr, Himmel, Erd' und Meere, In eurer Herrlichkeit und Pracht, Seid Zeugen seiner ew'gen Kraft, Die alles, alles weife schafft. $ 63 du skiet onts 17 3. Er ist und wirkt, wohin du schaust! Nicht kannst du ihm entfliehen, Dich nirgend ihm entziehen. Heil dir, der du auf ihn vertraust! Wohin du ziehst, Gott ist dir nah, Gott, den kein menschlich Auge sah. 4. Sein Geist regiert die ganze Welt! Es reift zur Frucht die Blüthe, Es keimt durch seine Güte -- Das Körnlein, das zur Erde fällt, Und Leben sproßt im kleinsten Raum, Im Tropfen Thau, am Blüthenbaum. 5. Erhaben ist des Ew'gen Thron; Doch seine Ullmacht sendet Dem, der zu ihm sich wendet, Den frommen Muth, des Glaubens Lohn; Die Liebe, die zum Herzen spricht, In Leidensnacht der Hoffnung Licht. - 6. Er gab uns Liebe und Verstand, Daß wir ihn Vater nennen, Ihn dankbar froh erkennen; Ihn, dessen hohe Meisterhand Im kleinsten Raume der Natur So sichtbar zeichnet seine Spur. 1. 7. Plagt Wahn und Weh die Menschen auch, In diesem Pilgerleben,- Zu Gott laßt uns den Blick erheben! Die Erde schwinde wie ein Hauch; Doch droben wird dereinst gestillt, Was unser Herz mit Sehnsucht füllt. 15. Eigene Melodie. Ewig, Ewig, Che Sonnen kreis'ten, 2. 3. 5. 6. 7. - 18 Ehe Erden rollten, Warest du, Mächt'ger Geist! Welten blühten, 11 Da du Werde" riefest. Rufest du: Vergehet! In den Staub Sinken sie. Und vom Staube Ich, ein Weibgeborner, Ich, ein Erdentstammter, Wag' den Flug Auf zu dir? Ew'ger, Ew'ger, Ich den Höchsten preisen, Den Gewalt'gen rühmen, - Huld'gen dir? Singen dir? Seele, Seele, Bebst du, daß er zůrne? Deiner Ohnmacht spotte? Spotten er? Zürnen Gott? - Vater, Vater Nein, du zürnest nimmer; Du bist lauter Liebe, Warest es! Wirst es sein! Liebe, Liebe Horet unser Stammeln, Und des Kindes Lallen Wohlgefällt Vater, dir! 19 neni) Machet groß den Menschen, Trågt mich zu den Engeln. Gott voll Huld, Segne mich! 8. Deine Liebe d. Allgegenwart. 16. Eigene Melodie. 1. Du, den kein Auge fiehet, Den kein Verstand ermißt Der allem, was geschiehet, Allgegenwärtig ist; Der aller Himmel Kreise Umfaßt mit treuem Arm: Herr, zu deinem Preise Ist alle Welt zu arm. 2. Des Meeres stolze Wogen, Der Erde Wolkenhöh'n, Der weite Himmelsbogen, Un dem die Sterne geh'n; Das Licht, das mich umwebet, Die Luft, die mich umweht, Der Hauch, der mich belebet, Rühmt deine Majestät. 3. Und was sich geistig reget Im Innern meiner Brust, Was fanft mein Herz beweget Mit namenloser Lust, A Und jede Kraft des Strebens, Und jeder Wunsch in mir: Das ruht, du Quell des Lebens, Das alles ruht in dir! 2. - 1. 20 - 4. Und wenn ich denk' und wähle, Entflammt von heil'ger Pflicht, Durchstrahlet meine Seele Ein Licht von deinem Licht. Und wo Genuß und Segen In vollen Strömen quillt, Da bist du mir zugegen, Da leuchtet mir dein Bild. 5. Doch wenn in tiefer Stille, Wo alles ruht und schweigt, Aus meines Herzens Fülle Gebet zum Himmel steigt; Wenn meine Seele höher Auf Andachtsflügeln schwebt: Da fühl ich dich mir näher, Von deinem Geist belebt. 6. Drum will ich zu dir beten Mit Danken und mit Fleh'n; In Freuden und in Nöthen Will ich auf dich nur seh'n. Du willst Gebet erhören, Willst heilen jeden Schmerz; Doch würdig dich verehren Kann nur ein reines Herz. 17. Gigene Melodie. Sott! Heil'ger Ton in Wonn' und Lust, Fromme Sehnsucht in der Brust! In der Freude, wie im Schmerz Füllest du das Menschenherz Gott Lächelt mild im Sonnenlicht, Das aus dunkeln Wolken bricht; 3. 4. 5. 6. 8. 9. 21 Redet ernst in stiller Nacht, in Durch des Sternenheeres Pracht. - - Gott Glänzet in der Flamme Gluth, Regt sich in des Meeres Fluth, Y Waltet über Raum und Zeit In der Unermeßlichkeit. Gott! Nicht mehr schweift mein Geist umher; Fraget nicht: Wohin? Woher? Gottes Hauch beseelt die Welt, Alle Nächte sind erhellt! Gott! Deine hohe Schöpferhand Schlingt des Weltalls festes Band, Knüpft der Sonnen lichten Bund, Hålt im Schwung das Erdenrund. Sott In dem Geist der Engel thront, In der Brust der Menschen wohnt; Er schuf Erd' und Himmelsflur, Ist der Pulsschlag der Natur. Gott Scheidet nicht, was Groß und Klein; Alles, Alles ist ja sein! Alles wird durch ihn gekrönt, Dem sein Schöpferruf ertönt. Gott, Gott, du bist der hellste Ton Für den frommen Erdensohn. Gott, dich preis't der Engel Mund; Schweigend thut der Wurm dich kund. Gott! Gott, dich betet Alles an, e. 22 Selig, wer dich lieben kann! 40 Menschen, liebt ihn nah und fern! Liebe sei der Dienst des Herrn! — Allwissenheit und Weisheit. 18.( Pfalm 139.) Eigene Melodie. 1. Herr, du erforschest mich, Dir bin ich unverborgen; Du kennst mein ganzes Thun Und alle meine Sorgen; Was meine Seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der Gedanke noch In meiner Seel' entstand. 2. Auf meiner Zunge ist Kein Wort, das du nicht wissest; Du schaffest, was ich thu', Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich; Wie groß ist dein Verstand, Wie wunderbar für mich! 8. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Mich deinem Uug' entziehen? Führ' ich zum Himmel auf, So bist du, Höchster, da; Führ' ich zur Tief' hinab, Auch dort bist du mir nah! 4. Und nåhm' ich, schnell zu flieh'n, Der Morgenrothe Flügel, Und flöge über Meer, 23 Und über Thal und Hügel: So faffest du mich doch Mit deiner starken Hand, Die Himmel, Erd' und Meer, Die jeden Raum umspannt. 5. Und sprach' ich: Finsterniß, O komm, mich zu bedecken! So wurd' in Nächten mich Dein heilig Auge schrecken. Denn auch die Finsterniß Ist vor dir helles Licht; Die Nacht glänzt, wie der Tag Vor deinem Ungesicht. 6. Im Mutterleibe schon War ich von dir umgeben; Von dir gebildet, Gott, Von dir geführt ins Leben! Ich dank' dir, daß du mich So wunderbar gemacht, Und meiner, eh' ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du zähltest mein Gebein, Du zähltest meine Tage; Bestimmtest, eh' ich war, Mein Glück und meine Plage.. Was ich gedenk' und will, Das, o mein Schöpfer, war Vor meiner Bildung schon Dir alles offenbar! 8. Wie köstlich sind sie doch Des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, Sind ohne Maaß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein Schöpfer, seh'n; 24 — Dir folgen und dein Lob, So gut ich kann, erhöh'n. 9. Erforsche mich, mein Gott! Und prüfe, wie ich's meine, Ob ich unsträflich sei, Ob heilig ich nur scheine. Sieh', ob auf bösen Weg Mein Fuß geirret hat, Und leite mich, o Herr, Auf ebnen sichern Pfad! 19. Eigene Melodie. 1. Ich zage nicht; du, Gott, bist nah, Dem Preis und Dank gebühret; Oft, wenn ich trostlos um mich sah, Hast du mich treu geführet. Von Jugend an warst du mit mir, Mit froher Seele dank' ich dir! 2. Du hast mit milder Vaterhand Viel Gutes mir gespendet, Und in das finst're Thränenland Mir Rettung oft gesendet; Ja, selbst durch Leiden führtest du, Allmächtiger, mir Segen zu. 3. Du kennst des Menschen schwaches Herz, Du weißt, wie oft ich fehle; Siehst meiner Reue herben Schmerz, Den Kummer meiner Seele. Dein Geist, der alles Gute schafft, Schenkt mir zur Bes'rung Muth und Kraft. 4. Allgegenwärtig bist du mir, Wenn ich im Dunklen wandle; Du siehst die leiseste Begier, Nach der ich Schwacher handle. 25 Auch nachtlich Dunkel deckt mich nicht; Vor dir ist Finsterniß wie Licht. 5. Du trocknest mild die Zähren ab, Die deine Kinder weinen; Du läsfest ihnen bis an's Grab Die Hoffnungssonne scheinen; Erleichterst ihren letzten Streit, Durch Vorgefühl der Seligkeit. 6. Wenn sich mein Geist zum Ew'gen schwingt, In frommer Undachtsstille, Und froher Dank das Herz durchdringt Bei deines Segens Fülle: Dann laß, wie du, mich thätig sein, Uuch arme Brüder zu erfreu'n. 7. Laß, wie vor deinem Angesicht, Mich redlich denken, handeln; Treu übend jede Menschenpflicht Die Bahn der Tugend wandeln. Dann find' ich noch am Grabe Ruh; Mein treuer Vater, Gott, bist du. 20.( Nach Pf. 139.) Mel. Herr, du erforscheſt mich. 1. Herr err, du erforschest mich, Du kennest keine Schranke; Vor dir ist jedes Wort Und jeglicher Gedanke. Ich sei auch, wo ich seiUm mich, o Herr, bist du! Dein Auge ruht auf mir, Und siehet, was ich thu'. 2. Du weichest nie von mir, Wohin ich mich auch wende; Dein Arm ist überall, Dein Wirken sonder Ende. 2 26 Wohin flieh' ich vor dir, Bor deinem Ungesicht? Und wo verberg' ich mich Dem göttlichen Gericht? 3. Führ' ich gen Himmel auf, So bist du dort zu finden; Führ' ich zur Tief hinab, Auch da werd' ich dich finden; Trug' mich das Morgenroth Zum fernsten Meeresstrand, Auch dort umfasset noch Mich deiner Allmacht Hand. 4. Spräch' ich zur Finsterniß: Birg' mich in deine Wellen!" So würde auch die Nacht Sich um mich her erhellen. Denn vor dir ist die Nacht, Wie helles Tageslicht; Und keine Finsterniß Umhüllt dein Angesicht. 5. Ullgegenwärtiger! Laß mich dies wohl ermessen; Laß deine heil'ge Näh' Nie meinen Geist vergessen! Und naht auf meinem Pfad Mir die Versuchung sich, Dann laß auf dich mich schau'n, So sieg' ich, Herv, durch dich. 6. Da ich gebildet ward, Und noch mich selbst nicht kannte, Da niemand noch mich sah Und meinen Namen nannte, Schon da traf mich dein Blick; Du dachtest liebend mein, Schriebst meinen Namen schon In's Buch des Lebens ein. Giessen 1. 27 7. Allwissender! du blickst - In meines Herzens Tiefen. O, welcher Trost für mich! Wird deine Hand mich prüfen, So bist doch du mir nah; Du siehest meinen Schmerz Von dir kommt Hülf' und TrostUnd Ruh erfüllt mein Herz. 8. Erforsche du mich, Gott, Erfahre, wie ich's meine; Und fehl ich leite mich; Gieb Trost mir, wenn ich weine. Laß stets auf dich mich seh'n, Thun, was dein Wort gebeut. So find ich wahres Heil, Jeßt und in Ewigkeit. 21. Eigene Melodie, Es fehnet sich, o Gott, nach dir Mein Herz mit bangen Schlägen, Und du, das weiß ich, kommest mir Mit deiner Huld entgegen. 2. 3war kann in deiner Herrlichkeit Ich hier dich noch nicht schauen; Doch du belohnst schon in der Zeit Mein gläubiges Vertrauen. 3. Ich seh' dich liebend, wie du bist, In deines Wortes Spiegel, Und meines Herzens Friede ist Mir deines Beifalls Siegel. 4. Ich seh' nach jeder guten That Dich freundlich mir begegnen, Und oft auch mit des Schicksals Rath Dich kommen, mich zu segnen. 2* 28 5. Ich seh' dich in der Einsamkeit, Wo ich mit Inbrunst flehe, Und fühl' in meiner Heiterkeit Den Segen deiner Nähe. 6. Ich seh' in allen Edeln dich, Die auf zum Himmel streben, Und deine Größe spiegelt sich In ihrem Thatenleben. 7. Ich seh' auf Mutterarmen dich In deiner Himmelsmilde; Denn deine Liebe malet sich Schon in des Säuglings Bilde. 8. Dich seh' ich, wenn in Staub gebückt, Ich reuig vor dir weine, Wo deine Gnade mich erquickt Mit lichtem Sonnenscheine. 9. Dich seh' ich, wenn du mich erfreust, In schönen Lebenszeiten, Und tröstend tritt vor meinen Geist Dein Bild in meinen Leiden. 10. Dich seh' ich, wenn durch diese Welt Ich Pilger bin gegangen; Denn du, wenn meine Hütte fällt, Stillst gånzlich mein Verlangen. 11. Du, den, bis meine Stunde schlug, Ich liebend durch mein Leben Und treu in meinem Herzen trug, Bist ewig mir gegeben. 22. Eigene Melodie. 1. Wir loben dich, Beherrscher aller Welt Und singen dir von Herzen heil'ge Lieder; Erhabner, der du thronst im Sternenzelt, Voll Demuth werfen wir uns vor dir nieder, - - 29 2. Gerührt betreten wir dein Heiligthum, Um deinen großen Namen zu verehren; Verkünden deinen hocherhabnen Ruhm, Du wollest, Vater, unsre Stimme hören! 3. Wer gleichet dir, o Gott, an Herrlichkeit? Wer gleichet dir an Weisheit, Macht und Ehre? Der Himmel ist dein Thron und Licht dein Kleid, Dir dienen die unzähl'gen Sternenheere.. - 4. Und Sonn' und Mond, die deine Macht erschuf, Die dich, den Vater aller Welten, preisen, Gehorchen ehrerbietig deinem Ruf, Und weichen nicht von ihren lichten Kreisen. 5. Von deinem Ruhm erschallt das Himmelreich; Dir singt der Engel Heer in heil'gen Chören. Herr, wer ist in aller Welt dir gleich? So tont es droben in den Himmelssphären. 6. Doch auch zur Erde schaut dein Vaterblick Voll Liebe, voll Barmherzigkeit und Milde; Du schenktest Allen Leben, Freud' und Glück, Und Heil und Segen deinem Ebenbilde. 7. Drum wollen wir auch Preis und Lobgefang Dir, Allerhöchster, voll von Ehrfurcht bringen; Nimm wohlgefällig an den wärmsten Dank, Den wir gerührten Herzens vor dir fingen. 8. schůße gnådig uns mit milder Hand, Laß immerdar uns deine Güte schauen! Gern wollen wir bis an des Grabes Rand Auf dich, o Bater, hoffen und vertrauen. f. Allmacht und Schöpferkraft. 23. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 2. Welten, Ew'ger, mußten werden, Da dein mächt'ger Ruf erscholl; 30 - Froh bewegten sich die Erden, Und der Ocean entquoll. Sonnen waren ausgesået Un dem lichten Himmelszelt Herr, so wie dein Odem wehet, Jauchzt dir eine neue Welt! 2. Gott! es waltete dein Wille Und der Sterne mildes Licht Strahlte rein in sel'ger Fülle, Und der Erden Angesicht Lächelte der Blumenkränze, Die ihr Haupt so hold geschmückt. Herr, es blühen tausend Lenze, Wo dein Auge freundlich blickt! 1 3. Welten gründen und erhalten, - Herr, kann nur dein Machtgebot; Fehlet, Gott, dein göttlich Walten Millionenfacher Tod Müßte die Natur verheeren, Herrschen auf dem Erdenball; Nacht in allen Sonnenheeren, Seelenloos das Weltenall! 4. Deine Hand schrieb die Gesetze Auf der Schöpfung Tafel hin. Weltall, riefst du, nie verletze Des Gebotes heil'gen Sinn! Alles lauschet diesem Tone, Keines ist der Lehre taub, Von dem Engel an dem Throne Bis zum Wurm im Erdenstaub. 5. Du nur trågst des Erdballs Säule, Knüpfest der Gestirne Band; Du nur drohst dem Meere: Weile! Ueberfluthe nicht das Land! - Du nur zeigst dem Sturm, dem Blize Ihre streng gemeß'ne Bahn; 31 Du nur bist des Weltalls Stüke- Ohne dich ist alles Wahn. 6. Allgewaltiger, ich hebe Herz und Hand zu dir empor! Du bewahrst mich, daß ich lebe, Und in der Geschöpfe Chor Meines Daseins mich erfreue. Deinem Urm will ich vertrau'n; Und mit jedem Tag auf's Neue Laß mich deine Größe schau'n! 24. Eigene Melodie. 1. Die Himmel rühmen Gottes Ehre; Die Erde zeugt von seiner Pracht; Der Schöpfung zahlenloose Heere, Verkünden seine große Macht. Wer fühlen und bewundern kann, Der beter thn voll Ehrfurcht an. 2. Was Gott beschließt, das muß geschehen; Was er gebeut, das stehet da; Und wie er's ordnet, muß es gehen In allen Räumen fern und nah; Und was er will und was er schafft, Ist wunderbar, wie seine Kraft. 3. Sein Machtwort hat die Welt gegründet, Durch ihn ist, was zuvor nicht war; Er hat die Sonne angezündet, Und läßt sie leuchten wunderbarz Und lenkt in ew'ger Harmonie Der Wandelsterne Bahn um sie. 4. Und spricht er nur ein leises Werde Steh'n alle Kräfte für ihn auf, Und fröhlich grünt und sproßt die Erde, Und Zeiten geh'n in stetem Laufs 1. 32 Der Boden trieft von Fruchtbarkeit, Und Alles jubelt und gedeiht. 5. Und überall ist reicher Segen, Und Lebenswonne um uns her; Und Millionen Wesen regen In Lüften sich, in Land und Meer. Doch der dies alles hat gemacht, Der hat des Menschen auch gedacht. 6. Auch uns hast du hervorgerufen, Herr und Schöpfer aller Welt, Und gleich den Engeln auf die Stufen Erhabnern Lebens uns gestellt. Dein Bild selbst hast du uns gewährt; So hoch sind wir von dir geehrt! 7. Und immer hältst du deine Rechte Erbarmungsvoll auch über mir; Und zög' ich auch durch tiefe Nächte, Nie wär' ich ohne Schuß von dir. Durch Felsen selbst brichst du die Bahn, Daß ich im Frieden wandeln kann. 8. Auf dich will ich mich stets verlassen, Auch wenn das größte Unglück droht; Will gläubig deine Hände faffen, Bei jedem Loos, in Noth und Tod. Was kann mir schaden, hab' ich dich? Allmächtiger, du rettest mich! 25. Eigene Melodie. Groß ist der Herr! und alle seine Werke Sind Zeugen seiner unerschöpften Kraft. Nichts waret ihr, bis seines Wortes Stärke Euch, tausend Welten, in das Dasein rief. 2. Er sprach ihr wurdet und geht eure Bahnen In ungemess'nen Räumen leuchtend fort; - 33 Und was nur unser Geist vermag zu ahnen, Das schaffet des Allmächt'gen Hand aus Nichts. - 3. Nicht warst du, Sonne, Glanz von seinen Lichte, Das seinen heil'gen Herrscherthron umströmt; Der Nebel brach vor deinem Angesichte Als flammend du des Ew'gen Wink entstiegst. 4. Nun wandelt ihr in unerreichten Fernen, Gesandt, geschirmet von der Schöpfung Herrn. Verehre, Herz, in jenen lichten Sternen In jedem Strahlenkreise seine Kraft! 5. Was sind sie doch, die Mächtigen der Erde, Vor ihm, der in den ungeseh'nen Raum Die Welten sået, deß allmächt'ges ,, Werde" Von Ewigkeit durch Erd' und Himmel dringt? 6. Du, Erdensohn, der du mit stolzen Blicken Nur alles hier nach deinem Golde wägst: Was ist dein eitler Stolz, der nicht beglücken Nur blenden kann, weil ihm die Weisheit fehlt! 7. Was ist des Menschen Kraft vor ihm, deß Wehen Die hohe Ceder wie die Lilie bricht? Der Erdenstaub kann nur in Staub vergehen, Und alles fällt, was Menschenhand erbaut. 8. Groß ist der Herr! und alle seine Werke Sind Zeugen seiner unerschöpften Kraft; Drum will ich rühmen, preisen seine Stärke, Die mich erschuf und lebend noch erhält. 26. Eigene Melodie. 1. Groß ist der Herr! der Welten All Ist seiner Gottheit Heiligthum; Ihn preisen Wesen ohne Zahl, Verkünden seines Namens Ruhm. Vom Aufgang bis zum Niedergang, So weit der Strahl der Sonne drang, 34 Die Ceder, wie das nied're Moos, Erzählen laut: der Herr ist groß! - 2. Der Herr ist groß und gnadenreich, Sein Werk mit jedem Morgen neu; Voll Lieb' und Segen ist sein Reich, Sein Pfad ist Güte, Huld und Treu'. Es lag die Welt, in Nacht verhüllt, Die Creatur von Schlaf erfüllt, Wie in des finstern Grabes Schooß; Du schüßtest, Gott! denn du bist groß. 3. Wie groß, o Herr! ist deine Macht! Der Sonne zeichnest du den Lauf; Sie kommt, sie kommt in ihrer Pracht, Und alle Wesen leben auf; Und jedes wirket thätig fort An dem ihm angewief'nen Ort, Nach deinem heil'gen Willen bloß, Und preiset dich: der Herr ist groß! 4. Wie groß, o Herr! thust du an mir, Der ich nur Staub und Asche bin; Mich schufst du als der Schöpfung Zier, Gabst mir für ihre Freuden Sinn. Daß meine Seele dich erkennt, Dich, heil'ges Wesen, Vater nennt: Dies ist mein himmlisch Erb' und Loos, Du gabst es mir! du bist so groß! 5. Du bist so groß! dein heilig Wort Gabst du zum Führer deinem Kind; Es leitet mich zum Ziele fort, Wo neues Leben mir beginnt. Dorthin, mein Geist! blick' unverwandt, Im Himmel ist dein Vaterland; Hienieden bist du Fremdling bloß, Dort schau'st du ihn! Er ist so groß! 35 27. Eigene Melodie. Fi 1. insterniß umhüllte noch die Erde, In den Räumen herrschte grause Nacht: Da erscholl, o Gott, dein mächtig Werdel Und zum Lichte war das All erwacht. - 2. Prachtvoll wölbte sich der Himmelsbogen Er vernahm, o Herr, dein Schöpferwort; In ihm spiegeln sich die Wasserwogen, Harren wanken nicht von ihrem Ort. 3. Doch, o Einiger, vor deinem Drohen Eilten sie in tiefen Meeresgrund; Deinem Rufe lauschten sie und flohen Schöner trat hervor das Erdenrund. 4. Saaten sprießten auf den Fluren, Und die Erde schmückt ein Brautgewand; Ueberall des Segens reichste Spuren Zeugen, Gott, von deiner Vaterhand. 5. Heil'ge unsichtbare Bande webte - 6. Leben regte sich in Oceanen, Gottes Hand in der Gestirne Chor; Freudig Sonne neben Sonne schwebte Gottes Geist hält sie im Schwung empor. Liebe rief es aus der Fluth hervor Durch die Lüfte fuchte seine Bahnen Der Geflügel leicht beschwingter Chor. - 7. Auch die Erde füllte sich mit Wesen Wunderbar gestaltet, Herr, von dir! Doch nur Einen hast du auserlesen, Mehr verwandt dem Engel, denn dem Thier. 8. Gott, dein herrlichstes Geschöpf hienieden Ist der Mensch, in deinem Ebenbild; Ihm ist Geist von deinem Geist beschieden, Deine Liebe seinen Busen füllt. 36 9. Daß der Geist ihn leite durch das Leben, Daß er siege über Nacht und Wahn; Daß er aufwärts richte all sein Streben, Keiner Sünde jemals unterthan. ONE 10. Darum hast du uns dem Staub' enthoben, Uns ernannt zu deiner Schöpfung Zier. Ewig, ewig wollen wir dich loben, Deinem Dienst' uns weihen für und für. - 28. Eigene Melodie. 1. Wer faffet dich in deinen Höhen, In deinen Tiefen, Schöpfer der Natur! Dein Wirken kann das Auge sehen, Und dem Gedanken leuchtet deine Spur. Doch welche Sprache könnte dich erreichen, Und welches Bild dir gleichen? 3. Du wolltest 2. Du bist die Allmacht; denn dein Wille Trat, Leben schaffend, in den öden Raum. Da regte jauchzend sich die Stille, Und es begann des Daseins heit'rer Traum. Wer zählt die Himmelssonnen und die Erden, Die dein Gebot hieß werden? - und mit frohem Leben Empfand sich selbst der Mensch in dir; Er konnte denkend sich erheben, Die Welt stand in ihm da, und er in ihr. Du wolltest- und zahllose Geisterheere Bevölkerten die Leere. 4. Du bist die Weisheit. Deine Werke Sind tief erwogen, wunderbar durchdacht; Das Schwache ruht im Schooß der Stärke, Im ernsten Einklang wandeln Licht und Nacht. Kein Stäubchen fliegt, das nicht den Bau der Zeiten Muß dienend mit bereiten. 37 5. Du bist die Liebe. Herrlich schmückte Dein Vaterherz mit Schönheit aus die Welt. Du gabst dem Geist, was ihn entzückte, Dem Wurm, was seinen Sinnen wohlgefällt. Der Farben Pracht, der Töne mildes Wehen Ließ deine Hand entstehen. - 6. In deinem Reiche selig leben; Du Quell der Liebe, soll ein jeglich Herz; Und die Vollkommenheit erstreben, Wer dein Gesetz vollbringt in Lust und Schmerz. Mit ew'gen Banden, die dein Hauch durchdrungen, Hältst du die Welt umschlungen. 7. Wer kann dich fassen? Wer dich nennen? Unendlicher, du bist das höchste Gut! Dein Nam' ist Gott, und wir erkennen In dir den Vater, der uns Gures thut. Getrost! zu näher'm Schau'n wirst du uns leiten Im Licht der Ewigkeiten. 1. 29. Eigene Melodie. Erhab'ner, dessen Allmachtruf Den Himmel und die Welten schuf, Mit regem Leben füllet! Du schreibst den Sonnen ihre Bahn, Hast die Natur uns aufgethan, Uns dich in ihr enthüllet. 2. Das Firmament, von deiner Hand So unermeßlich ausgespannt In Fernen sonder Gleichen; Der ungezählten Sterne Heer, Der Sonne strahlend Feuermeer, Sind deiner Größe Zeichen. 3. Was in des Meeres Abgrund lebt, Auf Schwingen in die Luft sich hebt, Auf Erden sich erfreut: 38 Das Alles wird von dir ernährt, Empfängt, was Vaterhuld gewährt, Wird stets von dir erneuet. - 4. Den Wechsel der Vergånglichkeit Seh'n wir in jeder Jahreszeit Seh'n wechseln Tod und Leben. Der ewig vor den Zeiten war, Er waltet nun und immerdar, Der uns sein Wort gegeben. 5. Erhalt uns, Herr, dein heilig Wort, So sind wir glücklich hier und dort, Wo ew'ger Friede wohnet. Wir preisen dich, der Welten Gott! Sei gnädig uns, Herr Zebaoth, Der in dem Himmel thronet! 30.( pf. 19, 2-7.) Mel. Es lebt ein Gott. 1. Der Himmel Ruf erzählt und ehret Die Größe Gottes, seine Pracht; Die ausgespannte Feste lehret Die Werke, die sein Urm gemacht; Und aller Welten Harmonie Verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern Gleich Bächen ihre Rede fort, Und eine Nacht erzählt der andern Laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; Doch wer hört ihre Stimme nicht? 3. Die Ordnung kunsterfüllter Kreise. Verherrlicht Gott durch jedes Land, Und macht, damit der Mensch ihn preise, Sein Lob der fernsten Welt bekannt, Und Aller wunderbarer Lauf Erhebt das Herz zu Gott hinauf. 39 4. Sein Finger zeichnete der Sonne Hoch an dem Himmel ir Gezelt; Sie geht heraus mit neuer Wonne Mit Siegerpracht, und gleich dem Held, Der früh zum nahen Streit erwacht, Freut sie sich und besiegt die Nacht. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, Bis in den fernen West ihr Lauf; Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen, Sie gehet Allen segnend auf; Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, Beseelt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Vernimm, o Herr, aus unserm Munde Das fromme Lied, das wir die weihn, Und laß in froher Andachtstunde Dir unser Herz geheiligt sein! Du bist mit uns nach deinem Wort, Du, unser Helfer, unser Hort. 1. 31. Eigene Melodie. Auf, o Seele, auf, erhebe dich Zu des Weltalls hocherhabnem Meister! Jedes fromme Herz ergieße sich Dankend ihm, dem Geiste aller Geister. 2. In bewundern, ist der Seele Lust; Ihn zu schau'n im großen Weltgebäude, Füllt mit Liebe jede fromme Brust, Hebt das Herz in nie geahnter Freude. 3. Herrlich, weise, wundervoll gebaut Sind des Allerhöchsten Händewerke; Durch die ganze Schöpfung ruft es laut: Sein ist Herrlichkeit und Macht und Stärke. 4. Er erkor den Himmel sich zum Thron, Gab die Erde seinen Kindern allen, 40 Als von jener heil'gen Region Er sein mächtig Werde ließ erschallen. 5. O wie schön, wie unaussprechlich groß Sind des ew'gen Schöpfers Werk' auf Erden! Doch dem Menschen fiel das schönste Loos: Gott ließ ihn in seinem Bilde werden. 6. Lobet Gott, verehrt ihn, alle Welt! Preiset ihn ob seiner Treu' und Gnade! Danket ihm, deß Huld uns stets erhält, Und uns schüßet auf dem Lebenspfade! 32. Eigene Melodie. 1. Hallelujah! so finget Gott dem Herrn, Verehret, rühmet ihn in Ewigkeit! O lobet ihn, ihr Völker nah und fern, Und singet seine Ehr' und Herrlichkeit. 2. Ein Tag dem andern kündet seinen Ruhm, Von seiner Allmacht zeugt das Firmament; Ihn preist das Sternenzelt, sein Heiligthum; Ihn preist der Mensch, der seine Wunder kennt. 3. Wer kann des Höchsten Wunder überschau'n? Wer kann erzählen seine Schöpferkraft? Darf wohl der Sterbliche dahin sich trau'n, Wo selbst des Engels lichter Blick erschlafft? 4. Wenn ich die Wunder Gottes alle seh', Wenn ich den Himmel schau' in seiner Pracht, So ruf' ich staunend auf zu jener Höh': Was ist der Mensch, daß seiner Gott gedacht! 5. Doch gütig ist der Herr und voller Gnad', Er liebt und nåhret seiner Hånde Werk, Und leitet Alles fort auf sichrem Pfad, Und auch das Kleinste ist sein Augenmerk. 41 6. Hallelujah! so singet Gott dem Herrn, Verehret, rühmet ihn in Ewigkeit! O lobet ihn, ihr Völker nah und fern, Und singet seine Ehr' und Herrlichkeit! g. Gerechtigkeit und Heiligkeit. 33. Eigene Melodie. 1. Gott ist gerecht! Drum zittert, Nationen, Und bebt und fündigt nicht! Hort's, Fürsten auf den Thronen: Gott hålt ein streng Gericht! Der Unschuld Schirm und Wehr- Ihn schreckt kein drohend Heer. 2. Gott ist gerecht! Drum jauchzet, Nationen! Ist Recht eu'r Schild und Schwert; Ihr werdet sicher wohnen, Weil Gott dem Frevel wehrt. Er ist der Völker Schuß, Beut frechem Feinde Trup. 2. Gott ist gerecht! Vernehmt es, Menschenkinder! Und flieht verruchte That! Dem übermüth'gen Sünder Erwächst aus eigner Saat Der Sünde bittrer Lohn; Sie würgt den eignen Sohn. 4. Gott ist gerecht! Frohlocket, ihr Gerechten! Gott ist der Frommen Theil, Und selbst in Unglücksnachten Erblüht ihr ewig Heil. 42 Wer sich der Tugend weiht, Siegt ob dem Erdenleid. 5. Gott ist gerecht! Du hörst im eignen Herzen Des Richters heil'gen Ruf, Horst ihn in Freud' und Schmerzen. Der dich so weislich schuf, Gab dir den Sinn für Pflicht, O Mensch, entweih' ihn nicht! 6. Gott ist gerecht! In allen seinen Welten Uebt er ein streng Gericht; Er wird mir dort vergelten Wenn hier der Lohn gebricht. Des Rechtes Wage hält Gott auch in jener Welt! 34. Eigene Melodie. 1. Unser Gott ist allgerecht, Liebet nur die Tugend. Meide drum das Böse stets Schon in früher Jugend; Weiche nie vom Pfad der Pflicht, Fürchte Gottes Strafgericht! 2. Unser Gott ist allgerecht. Könige auf Thronen Sind nicht lieber ihm, als die, So in Hütten wohnen. Nicht das Anseh'n der PersonNur die That bestimmt den Lohn. 3. Unser Gott ist allgerecht. Laß dich's nicht betrüben, Wenn es denen wohlergeht, Die das Böse üben. 43 Reue, Schmerz und bittre Pein Müssen doch ihr Antheil sein. 4. Unser Gott ist allgerecht, Hört der Unschuld Klagen; Låßt nach trüber Leidensnacht Freiheitslicht ihr tagen. Dort an seinem Richterthron Wird der Tugend reicher Lohn. 5. Unser Gott ist allgerecht. Was dir hier auf Erden Dunkel scheinet, wird dir dort Einst enthüllet werden. Dort im großen Vaterhaus Gleicht sich Alles, Alles aus. 35. Eigene Melodie. 1. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen, Stets deine Wege freudig geh'n, Sich hier schon jenes Glücks erfreuen Dereinst vor dir verklårt zu steh'n ,Ermuthigt unter Schmerz und Leiden Des Pilgers leicht verzagtes Herz; Es heiligt seine stillen Freuden Erleichtert ihm der Erde Schmerz. 2. Berkannte Tugend, die hienieden Im Stillen oft verlassen weint, Die kronst du dann mit sel'gem Frieden, Wenn nun dein großer Tag erscheint. Sie wird, wenn Eitelkeiten schwinden, In Nichts zerfällt der Erde Tand, Bei dir, Gott, Anerkennung finden, Gesegnet sein von deiner Hand. 3. Nicht Menschenmacht, noch Ehrenstellen Siehst du dann, Allgerechter, an! - Du wirst nach dem das Urtheil fällen, Was hier der Mensch gedacht, gethan. Der Nermste, der sich eifrig mühte, Gott, deiner Gnade werth zu sein, Den wird dann deine Vatergüte Mit Himmlsseligkeit erfreu'n. 4. Des Lasterhaften böses Leben Strafst du schon in der Pilgerzeit; Er denkt mit Todesfurcht und Beben An Weltgericht und Ewigkeit. Dein Richterspruch wird den erschrecken, Der frevelnd dein Gebot entehrt; Nur Scham und Reu' wird den bedecken, Der sich zu dir nicht hat bekehrt. 5. Gerechter Gott! in Demuth falle Ich vor dir nieder, hör' mein Fleh'n! Laß mich, so lang ich hier noch walle, Die Wege wahrer Tugend geh'n. Du bist ja groß an Huld und Gnade, Nimmst gütig dich des Sünders an, Der umkehrt von dem Sündenpfade, Und fester wallt der Tugend Bahn. 6. Laß deinen Geist mein Herz regieren, Zu flieh'n die Lüste dieser Welt; Laß ihn mich zu der Weisheit führen, Nur das zu thun, was dir gefällt. Dann werd' ich ohne Furcht und Beben Bei dir einst im Gericht besteh'n; Und du wirst, endet hier mein Leben, Mich zu des Himmels Glück erhöh'n. 36. 1. Gott! meine ganze Seele - .( Pf. 9.) Eigene Melodie. Macht deinen Ruhm bekannt; Dir dank' ich und erzähle Die Wunder deiner Hand. - 45 Mein Herz ist froh! Ich finge: Herr, meine Lust bist du! Dir, dem ich Lieder bringe, Dir, Höchster, jauchz' ich zu! 2. Du sißest auf dem Throne Als Richter aller Welt, Der jeglichem zum Lohne Das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, Dann rächst du ihren Spott; Du schiltst und sie vergehen Vor deinem Zorn, o Gott! 3. Der Herr hat zum Gerichte oia cię Sich seinen Thron erhöht; Vor seinem Angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder, zittert! Bereuet euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; Der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet,( b) m Was ungerecht ist, nicht; Er wägt die Welt und übeti an Parteilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, Wie sein Geses gebeut. Und jedes Land bezeuget Des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels den Armen, Ein Fels in jeder Noth; Sie trau'n auf sein Erbarmen, Wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, Sind ihm bekannt und werth. Du, Gott, versäumest keinen, Der deinen Schuß begehrt! 46 6. Ihr, Söhne 3ions, preiset, Verkündigt in der Welt, Wie groß sich Gott beweiset, Der, was er zusagt, hålt! Er denkt daran und fraget Nach des Gerechten Blut; Er hört ihn, wenn er klaget, Und stillt der Wetter Wuth. - - 7. Herr, sei mir gnädig! Schaue Voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue, Du rettest selbst vom Tod. Nach überwund'nen Leiden Geh' ich in's Heiligthum; Und über dich voll Freuden, Erheb' ich deinen Ruhm! 37.( Pf. 57.) Eigene Melodie. Sei stille, Herz, wenn dich die Bösen hassen, 1. Wenn sich der Feind dir frech entgegen stellt! Vertrau' auf Gott, er wird dich nicht verlassen, Wenn ihm dein Thun nur wohlgefällt. 2. Beneide nicht den glücklichen Verbrecher; Sein Glück ist Täuschung nur, ein leerer Traum. Es waltet noch ein Richter und ein Rächer, Und bald zerfließt sein Glück wie Schaum. 3. Auf Gott vertrau' in allen deinen Wegen, Wenn dich auch dunkle Nacht umgiebt! Er wendet selbst das Böse dir zum Segen, Er ist dein Vater, der dich liebt! 4. Erzurne nicht, wenn dich mit gift'gen Pfeilen Verwundet bitterer Verleumdung Hohn; Du würdest nur die Schuld der Bösen theilen, Und wer die Schuld theilt, theilt den Lohn! 47 5. Gott ist's, der deines Lebens Tage zählte Verkürzen kann des Frevlers Arm sie nicht; Wenn dir nur Unschuld nicht im Unglück fehlte, Erhebe froh dein Angesicht! - 6. schau' zurück in deine frühste Jugend! Verlassen sahst du den Gerechten nie. Seufzt auch zuweilen die gedrückte Tugend, Gott tröstet und erhebet sie. 7. Dort schaut der Ungerechte stolz hernieder, In voller Pracht steht er, ein starker Baum- Ihn trifft ein Sturm und stürzt ihn schmetternd nieder, Man findet seine Ståtte kaum. - 8. Drum stille, Herz, vertrau' im ganzen Leben Des Vaters ewig weiser Leitung dich! Vergieb dem Nächsten, so wird dir' vergeben, Und richte nicht,- du richtest dich! 38. Eigene Melodie. 1. Heilig! heilig! Gott der Welten! Heilig du, dein Name heilig! Herrlich, groß in deinen Werken Alles ruft dir mit Entzücken: 2. Fallet nieder, Staubgeborne! Gottes Majestät erscheinet; Myriaden Sonnen flammen Schweiget, staunet, betet mit an: 3. Heil'ger! Richter in den Höhen! Wer kann rein vor dir bestehen? Was nur Odem hat, vergehet Du bist ewig, Unerschaffner! 4. Singt dem Herrscher, Erdbewohner! Singet Preis ihm, Creaturen! In des Himmels Heiligthume Thront er ewig, herrscht er heilig. Hallelujah! - - Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! 48 39. Eigene Melodie. 1. Gott, du Heil'ger! deiner Ehre Voll das ganze Weltall ist; Deine Macht in höchster Sphäre Selbst der Engel keiner mißt. Staunend fall' ich auf die Kniee ,. Wenn ich dich zu fassen glühe, Den ich auf der Erdenbahn Lieben nur, nicht fassen kann. - 2. Weit, so weit die Sinne reichen, Hoch, so hoch der Geist sich hebt, Glänzen deines Namens Zeichen, Ist das All von dir belebt. Erden schweben, Sonnen flammen; Wer hält dieses All zusammen? Dessen Weisheit es verband, Gott, mit seiner mächt'gen Hand! 3. Auch die Erd' und ihre Fülle Hat sein Ausspruch festgestellt, Und es schuf sein heil'ger Wille Uns zu Bürgern dieser Welt, Daß wir seine Wege merken, Und uns zu dem Guten stårken, Und in dieser Prüfungszeit Reifen für die Seligkeit. 4. Herr! du hast mit deiner Gnade Mich so liebevoll bedacht, Schon auf niederm Erdenpfade Hast du würdig mich gemacht; Hast Geseße mir gegeben, Die mir Geist und Herz erheben, Die so lauter sind und rein, Und mich lehren, Mensch zu sein. 49 5. Dein Gebot, o Herzergründer! Welch ein hoher, hoher Sinn! Werdet heilig, meine Kinder! Weil auch ich, eu'r Gott, es bin." Welcher Ernst und welche Milde Ein'gen sich in diesem Bilde! Wer es tief in's Herz sich prägt, Wird von Sünden nie bewegt. 6. O, so lenke du die Herzen, MUS Herr, mit deines Wortes Licht, Daß wir nicht das Heil verscherzen, a Das uns deine Huld verspricht! IQ G Frei sind wir von allen Mängeln, Gleichen deinen heil'gen Engeln, So du uns den rechten Geist Deiner Heiligkeit verleihst. 40.( Nach Pf. 37.) Mel. Herr, du erforschest mich. 1. Oft blüht der Frevler auf, und Gottes Fromme leiden. O möchten sie doch nie des Sünders Glück beneiden! Wie lang' es währt, währt's doch nur einen Augenblick; Wie leicht verwelkend Gras verwelkt solch eitles Glück. CHIVA 2. Seid stille vor dem Herrn! Laßt alle Seufzer schweigen! Gott kommt verborgen her, sich herrlich euch zu zeigen. Ozürnet nicht auf den, dem seine Bosheit glückt! Denn selbst durch sie wird er in's eigne Nes verstrickt. 3. Durch Gottes streng Gericht wird schnell er umgekehret. Wer trokig durch sein Glück, sich wider Gott empöret, Er troßt dem Untergang; wird, eh' er's wähnt, vergeh'n, Wie leichter Rauch verfliegt. Die Frommen werden's seh'n. 4. Ja, mancher Frevler stieg,( wer ist, der's nie gesehen?) Er wuchs empor, und stand, als würd' er nie vergehen, Mit seinem Schatten füllt er einen weiten Raum, Tief eingewurzelt, fest, grün, wie ein Lorbeerbaum. 3 - 50 5. Man ging vor ihm vorbei, und siehe! der Verruchte, Der Stolze war nicht mehr. Man sah sich um und suchte, Wo seine Stätte war, allein man fand sie nicht; Denn mächtig ist und schnell des Heiligen Gericht. 6. Ihr, die ihr Gott verehrt, vertraut nur seiner Güte! Er wachet über euch; das Unglück braus' und wüthe Hofft! Eure Tugend strahlt, der hohen Sonne gleich, Einst alle Wolken durch; erst aber prüft er euch. 7. Der Richter naht sich einst in Macht und Huld gekleidet; Dann bebt, wer Unrecht thut; dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn!- Gefahr und Elend flieh'n. Der Herr ist Gott und hilft. Ihr Frommen, hofft auf ihn! 41.( Nach pr. 36, 6-11.) Eigene Melodie. Pf. 1. Herr, deine Gnad' und Liebe gehen So weit des Weltalls Grånze reicht; ou Join candlat sa Hoch in des Himmels ew'gen Höhen Steht deine Treu', die nimmer weicht. Wie Urgebirge stark und groß Ist deine Güte wandellos; Ein tiefer Abgrund dein Gericht, Und Mensch und Thier verläß'st du nicht. ²6 2. Wie köstlich, Gott, ist deine Gnade! Durch sie erschufst du diese Welt; Sie zeichnet jeden deiner Pfade; Sie ist es, die auch uns erhält. Die Menschen können sicher nun Im Schatten deiner Flügel ruh'n; Es nährt sie deines Mahls Genuß, Es trånkt sie deiner Freuden Fluß. 3. Bei dir, o Gott, ist Quell des Lebens, In deinem Lichte schau'n wir Licht; Wir seh'n ein höh'res Ziel des Strebens Und zittern vor dem Tode nicht.ne - 51 Denn deine Gnad' und Gütigkeit Schüßt, die dich fürchten, alle Zeit, Und dein Gericht auf heil'gem Thron Gibt jeder That gerechten Lohn. 99 42.( Pf. 62.) Mel. Dich Weltenrichter kindlich scheuen. 1. Mein leidend Herz hålt dennoch stille, Und hofft und baut getrost auf Gott. Was ihm gefällt, ist auch mein Wille; Gott hilft mir, und mein Heil ist Gott! Und scheint es gleich, daß ich vergehe: Er bleibt mir Heil und Zuversicht! Er ist mein Fels und meine Höhe; Gewiß, gewiß, ich wanke nicht! 2. O sehet! Meine Feinde stießen Mich gern von meinem Glück herab; Seht, wie sie meinen Fall beschließen, Von Lügen lassen sie nicht ab. Zwar ihre Lippen wünschen Segen; Doch ist ihr Inn'res Fluch und Spott. Auf, Seele! harre Gott entgegen, Und deine Hoffnung sei dein Gott! 3. Er ist allein mein Fels, mein Netter Und meine Burg! Ich wanke nicht! Auch ist in ihm, dem Gott der Götter, Mein Heil und meine Zuversicht. Er bleibt die Ehre meiner Ehre, Mein starker Fels, mein bestes Theil. Und wüthen meiner Feinde Heere, Gott ist mein Hort! Gott ist mein Heil! 4. Hofft, Menschen, stets auf ihn, und bittet Den wahren Helfer; er hilft gern! Ihm überlasset euch und schüttet Eu'r sorgend Herz aus vor dem Herrn! 3* 52 Die Niedrigen, die Hohen schmiegen m Sich vor dem Gotte des Gerichts Und wågt sie seine Wage, wiegend on Sie alle weniger, als Nichts. 5. Sucht nicht eu'r Heil in Frevelthaten, In Unterdrückungskünsten nicht! Laßt warnen euch und weislich rathen, Ergebet euch dem Eitlen nicht! Höhnt nicht das Recht, nicht die Gesetze; Gedenkt, daß Gott es ahnden kann; Und häufen Schäße sich auf Schätze, So hånget nie das Herz daran. 6. Mir ist ein Wort des Herrn erschollen, Daß er allein die Stärke sei; Und zweimal ist es mir erschollen, e Daß Gott allein die Stärke fei! Und bei dir, Herr, ist reicher Segen Für Fromme, und die Gut' ist dein; Und Aller Werke wirst du wägen, Gerecht wird die Vergeltung sein! 222 di mort 43. f. 97.) Eigene Melodie. 1. Gott herrscht! Erfreuet euch, d MOTHE Ihr Länder! Jauchzt zugleich, nista i 15& Ihr Inseln aller Meere, sisme dell Frohlocket seiner Ehreibu Seht, dunkle Wolken zieh'nn he inte Misld 19 Sich furchtbar her um ihn! Der Thron, den er sich weiht, abe Steht fest auf Billigkeit Gerecht ist sein Gericht! hire dall i 100 Mod A todonyats@ məz dago) 103 2. Es wallt ein Flammenmeer Und drohet vor ihm her, Schnell die, die sich empören, In Asche zu verkehren, 53 Von seiner Blige Glanz am and the dis Geblendet, bebet ganz Der Erdkreis. Es zerrinnt, Wie Wachs im Feuer rinnt, Vor Gott der Berge Last. and 2nd dan the od menop squit 3. Die ihr den Höchsten liebt, Haßt, was sein Herz betrübt, Seid alles Argen Feinde! rond de Denn Gott nimmt seine Freundef all dif In seiner Allmacht Hut; Vor aller Frevler Wuth So sehr sie ihnen droht, Vor aller Furcht und Noth Schützt sie sein starker Arm. G 306 spu 4. Seht, welch ein holdes Licht 192 mdG 12 k 40 sed 1:05 erabilis Aus dunklen Wolken bricht! Seht, Freud' und Jubel scheinen Den Frommen und den Reinen! Gerechte, freuet euch! Im Herrn erfreuet euch! id Und seiner Heiligkeit Sei stets nur Lob geweiht; Verherrlicht ewig sie! h. Liebe( Allgüte, Gnade, Barmherzigkeit, Treue). 44. Eigene Melodie. 0 CAR 1. Der du, o Gott, durch deinen Schöpferhauch Unzähl'gen Wesen Lebenskraft verleihest, Und mit der Sinne fröhlichem Gebrauch Sie gnadenvoll und väterlich erfreuest: Dir dankt mit kindlicher Ergebenheit, Was Odem hat, was sich des Daseins freut. 2. Von deiner Güt' und Vaterhuld erquickt, Erwachen jeden Morgen Millionen, 54 Und von des Lebens Hochgenuß entzückt, Erhebet dich in allen Erdenzonen, Mit Preis und Dank und Herzensinnigkeit, Was Odem hat, was sich des Daseins freut. 3. Der kleinste Wurm, der sich im Staube regt, fich im Die Ungeheuer, die im Waffer leben, Bezeugen deine Liebe, die sie pflegt, Und ihnen süße Lebenslust gegeben; he Und Alles lobt dich mit Inbrünstigkeit, Was Odem hat, was sich des Daseins freut. GMAX © 4. Und Aller Augen schau'n mit Zuversicht Auf deine Baterhuld, die Alles nähret. Allmächtiger, wer lebt, und preis't dich nicht! Dir, dessen Treu' und Güte immer währet, Dir singet im Gefühl der Dankbarkeit, Was Odem hat, was sich des Daseins freut. 5. Beglück', o Herr, mit deiner Milde Geist, Die deiner harren und auf dich vertrauen! Laß jedes Herz, das dich, o Vater, preis't, Die Größe deiner Lieb' und Gnade schauen! Und ewig leite mit Barmherzigkeit, da Was Odem hat, was sich des Daseins freut. 45. Eigene Melodie. 1. Gott, du haft mit tausend Gaben Unsern Leib und Geist geschmückt! Alles, was den Leib kann laben, 110 Alles, was den Geist entzückt, dign Legtest du in die Natur; ni tim ta Ueberall find' ich die Spursta s Deiner väterlichen Güte, Stets erfreulich dem Gemüthe. 2. Ueberall verbreitet Wonne, 300 TONG HO Wärme, Licht und Lebenskraft decr 55 Unerschöpflich deine Sonne, Welche Alles neu erschafft. Reine Luft erfrischt das Blut, Stårket und belebt den Muth; Aus den Wolken quillt der Regen, Alles Leben anzuregen. 3. Schon von Anbeginn der Zeiten Sä'te deine Baterhand Keime aller Herrlichkeiten In der Erde fruchtbar Land. Menschen sollen glücklich sein, Sollen deiner Huld sich freu'n, Sie, die du aus allen Wesen Zu der Schöpfung Bier erlesen. 4. Segen schenkest du den Bäumen, Daß sie Labung uns verleih'n; Auf der Felder weiten Räumen Låffest du die Saat gedeih'n. Und der Erde Fruchtbarkeit Sättigt, nähret und erfreut, Daß wir deine Güte schauen, Deiner Vaterhuld vertrauen. 5. Daß ich deiner stets gedenke, Gabst du Einsicht mir, Verstand, Sinn für Schönheit zum Geschenke, Schufest Engeln mich verwandt; Schufft mich väterlich und mild, Nanntest mich dein Ebenbild, Daß den Weg zum Heil ich finde, Und das Heil der Brüder gründe. 6. Wer kann preisen deine Güte, Vater der Barmherzigkeit! Wir empfinden im Gemüthe Deiner Huld Unendlichkeit. 10 56 Selbst in Noth und Mißgeschick Hütet uns dein Vaterblick; Führet uns des Himmels Pfade, Zu der Fülle deiner Gnade. 46.( Nach Pf. 103.) Eigene Melodie. 1. Sauchzt unserm Gott mit freudigem Gemüthe, Er ist barmherzig und von großer Güte; Er sorgt, daß uns im Schuße seiner Gnade Kein Unfall schade. 2. Er handelt nicht an uns nach unsern Sünden, Läßt nicht die schweren Strafen uns empfinden, Die wir durch Mißbrauch der empfang'nen Gaben Verdienet haben. 3. So hoch und weit, wie seine Himmel reichen, So groß sind seiner Macht und Gnade Zeichen Bei denen, die in heil'ger Furcht ihn lieben, Und Gutes üben. 4. So ferne, wie der Abend steht vom Morgen, Nimmt er hinweg der Seele Angst und Sorgen, Und schenket, nach der Sünde bittern Schmerzen, Trost unserm Herzen. 5. Wie sich erbarmt ein Vater seiner Kinder, So gern erbarmt der Herr sich aller Sünder, Wenn sie auf seine Gnadenstimme hören, Und sich bekehren. 6. Er schlägt und heilt; verwundet, läßt genesen; Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; Und das Geschöpf, genommen von der Erden, Muß Erde werden. 7. Wie Gras verwelkt, so müssen wir vergehen, Wie Blumen, wenn die Stürme drüber wehen, Und unsre Ståtte wird nach wenig Stunden Nicht mehr gefunden. 57 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bewähret Sich Gottes Huld an jedem, der ihn ehret. O leite du auch mich auf ebnem Pfade, Du Gott der Gnade! 9. So werd' ich deinen Frieden hier genießen, Mein Leben wird in Hoffnung froh verfließen, Und dort werd' ich mit deiner Engel Chören Dich ewig ehren. 47. Eigene Melodie. 1. Unfres Gottes Freundlichkeit Werde uns beschieden! Ueberall in unsrer Näh Wohnet dann der Frieden. Freundlich wie der Himmel schaut Nieder auf die Erden, Mild, wie Frühlings- Sonnenstrahl, Laß, o Gott, uns werden! 2. Unfres Gottes Freundlichkeit Ruhet auf den Fluren; Was nur Theil am Leben hat, Trågt auch ihre Spuren. Dort die grünbekränzte Höh Und der Strom daneben, Wie das kornbedeckte Feld, Athmen höh'res Leben. 3. Unfres Gottes Freundlichkeit Spiegelt sich in Sternen, Die dem Dulderblick ein Trost Sind aus dunklen Fernen. Irren kann der schwache Mensch Von dem rechten Pfade; Doch ihn leitet bald zurück Gott durch seine Gnade. - 58 4. Unsres Gottes Freundlichkeit Werde uns beschieden! Ueberall in unsrer Näh' Wohnet dann der Frieden. Freundlich wie der Himmel schaut Nieder auf die Erden Mild, wie Frühlings- Sonnenstrahl, Laß, o Gott, uns werden. 1 48.( Pf. 107.) Eigene Melodie. 1. Dank ihm! Wie freundlich ist der Herr, Und seine Güte währet In Ewigkeit; stets rettet er Aus Noth, wer sein begehret: Vom Mittag bis zur Mitternacht, Ihr Völker, preiset seine Macht, Verkündigt seine Güte! 2. Die durch des Lebens Wüste zieh'n, In Nöthen zu ihm schreten; Verlaffen hoffen sie auf ihn: Der Herr wird sie erfreuen! Wen er vom öden Dornenpfad 3um frohen Ziel geleitet hat, Der preise seine Güte. glad nit IN C 3. Wer in des Todes Schatten sißt, In Fesseln seiner Sünden; Wem auch kein Strahl der Rettung blist, Wird Gnade bei ihm finden. Ihr, deren Fesseln er zerbrach, Die Nacht erhellt zum heitern Tag: O danket seiner Güte! 4. Die auf dem Krankenlager sich In Schmerzen hůlflos winden, Nach Troste seufzen- Herr! auf dich All ihre Hoffnung gründen:- 59 Du hilfst, o Helfer in der Noth! Und ihr, Erlös'te von dem Tod, Frohlocket seiner Güte! 5. Wenn uns Gefahr und Noth umstürmt Auf unsern Lebenswegen; Wenn sich des Schicksals Woge thurmt, Die Elemente regen: Du, großer Gott, nur du allein Wirst unser Trost und Retter sein. Vertrauet seiner Güte! 6. Ihr Frommen, freut euch seiner Huld, Des Schußes eurer Tage; Er trågt die Seinen mit Geduld, Erläfset Schuld und Plage. Erkennt, wie freundlich ist der Herr; Uns alle, alle leitet er Erkennet seine Güte! 49. Eigene Melodie. 1. Du, Allvater, dessen Milde Jeden Raum der Weltgefilde, Wie das Licht der Sonnen, füllt! Zu dir steigt aus allen Sphären Opferduft, der von Altåren Dankerfüllter Herzen quillt. 2. Menschenvater, der mit Milde Durch den Raum der Weltgefilde Auch auf unsre Erde blickt O, in wessen Herzen glühte Nicht Empfindung deiner Güte, Welche alle Welt beglückt! 3. Wer kann in den Strahlenblicken Deiner Sonne sich erquicken Ohne aufzuschau'n zu ihr? 60 Wer kann so viel Huld genießen, Und wird nicht empor gerissen, Urquell alles Heils, zu dir? - 4. Mild ist sanfter Lüfte Weben, Wenn sie Wohlgerüche heben, So die Frühlingsflur verstreut; Milder ist als Blumendüfte, Als das Weh'n der Frühlingslüfte, Deine Huld und Gütigkeit! 5. Dich, o Gott voll ew'ger Liebe, Preis't der Volldrang froher Triebe, Der des Menschen Busen schwellt; Dich, den Herrlichen, verkündet Sie, die du aus Huld gegründet, Diese unsre schöne Welt. 6. Freude gabst du allen Wesen; Was zum Dasein ward erlesen, Fühlet auch des Daseins Glück. Alle soll dein Wohlthun laben; Jedes nimmt von deinen Gaben, Keines giebt dir je zurück. 7. Reicher strömten deine Güter Auf den Menschen, den Gebieter Alles Irdischen, herab: Hohe Geistesfähigkeiten, Edler Thaten Seligkeiten, Aussicht über Tod und Grab. 8. Selbst auf den Verächter senket Wohlthat sich; dein Regen trånket, Deine Sonn' erwärmt sein Feld. Auch sein Freudenbächlein fließet, Wenn er auch des Quells vergiffet, Der es nåhrt und unterhält. 9. Wenn, nach langer Kreisung Flügen, Erd' und Sonn' in Trümmern liegen, 61 Von der Macht der Zeit besiegt: Wird dein Strom wie heute fließen, Neue Wellen sich ergießen, Ewig, ewig unversiegt. 10. Jauchzt mit freudigem Gemüthe! Nicht auf dieses Lebens Blüthe 1. Schränkt des Schöpfes Huld mich ein. Nein! erlischt die spåt'ste Sonne, Werd' ich noch der Himmelswonne Seligfroher Zeuge sein. O 11. der Huld nie auszudenken! O der Höh'! Ermüdet senken - Engel ihren kühnsten Flug. Ist denn dieses Herzens Wallen, Dieses Streben, Dank zu lallen, Hier im Staube nicht genug? 50. Eigene Melodie. Anbetend nbetend schau'n wir zu dir auf, Gott, aller Welt Regierer! Nur kurz ist unser Lebenslauf; Doch Preis dir, unserm Führer! Ob auch der Jugend Schmuck verblüht Nicht lang der Jugend Feuer glüht Nie wanket deine Gnade! 2. Auf deine Gnade trau'n wir fest, Wenn unsre Tage fliehen, Und manche Freud' uns bald verläßt, Wie Wolken weiter ziehen. Du warst der Våter Schirm und Schild, Und bist uns våterlich und mild, Und liebst und segnest ewig. 3. Noch immer schmückst du deine Welt; Wir seh'n die Frücht' und Halme 62 - Gereift im goldnen Wehrenfeld, Und singen froh dir Psalme. Und wie du mild den Leib ernährst, O Herr des Lichtes, so gewährst Du Lehr' und Heil der Seele. 4. Vom Staube schau'n wir himmelan. Mag einst der Leib zerstäuben! Gen Himmel geht des Geistes Bahn, Des Geistes Schäße bleiben. Hoffnung, wonnevoll und schön, Wir werden ewiglich besteh'n, Denn deine Gnad' ist ewig. 51. Eigene Melodie. 1. Nein, o Bater! nicht betrüben Wolltest du den Erdensohn; Also steht es eingeschrieben, Hell, an deinem ew'gen Thron. 2. Heil soll aus dem Elend werden!" Gott, so lautet dein Gebot, Und du thust es kund auf Erden: Seligkeit entstammt der Noth! 3. Aus der Nächte schwarzer Hülle Bricht das Sonnenlicht hervor, Und aus grauser Todesstille Jauchzt der Wesen reger Chor. 4. Uus dem Winter keimen Lenze, Ihm entsprießt die Blumenflur; Er bereitet Blüthenkränze Der erwachenden Natur. 5. Selbst des Krieges grauses Wüthen So der Menschheit Wunden schlägt, Treibt des Friedens zarte Blüthen, Die sein Donner aufgeregt. 63 6. So auch blüht Gesundheitsfülle Aus des Kranken Lagerstatt; Frisch gedeiht des Geistes Hülle, Die der Schmerz gestählet hat. 7. Und so wird der Grabeshügel Nur des Menschen Wiege sein; Denn die Seele schwingt die Flügel, Geht zum Vater fröhlich ein. 8. Ja, Gott ruft zu neuem Leben Alle, die den Tod geschaut; Gott will aus dem Staub erheben Jeden, der auf ihn getraut. 52. Eigene Melodie. 1. Groß ist der Herr, wenn er in Ungewittern, Im Donner seine Stimm' erhebt, Und um ihn her die Himmel zittern, Und unter ihm die Erde bebt. 2. Mild ist der Herr, wenn in des Morgens Strahle Sein Glanz vor uns vorüber geht, Und wenn die junge Flur im Thale Sein sanfter Lebenshauch umweht. 3. Groß ist der der Herr! Sein Wink gebeut dem Meere; Er ist's, der seine Wogen bricht; Sein starker Urm bewegt die Sphäre, Und ihre Aren brechen nicht. 4. Mild ist der Herr, wenn in der Blüthenhülle Der Frühling unser Herz entzückt, Und in des Abends Sternenfülle Sein Auge segnend niederblickt. 5. Der Herr ist groß! Er herrscht in ew'gen Höhen, Und alle Himmel sind sein Thron. Der Herr ist mild! Der Unschuld Flehen Vernimmt sein Ohr: Er ist ihr Lohn. 64 53.( f. 103.) Eigene Melodie. 1. Auf, und jauchze meine Seele, Gott hat Großes dir gethan! Gott führt dich aus Schuld und Fehle Auf der Tugend Sonnenbahn. Gott baut deine Wohlfahrt auf, Gott krönt deinen Lebenslauf. 2. Süßer Wonne reiche Fülle Für das lechzende Gemüth Spendet Gottes heil'ger Wille, Und die Erde dir erblüht, D Und dein Leben sich verjüngt, Gleich dem Adler neu beschwingt. 3. Gott, mit liebevollem Herzen Nimmst du dich der Unschuld an; Heilst des armen Dulders Schmerzen, Wo der Mensch nicht heilen kann; Uhndest jede freche That, Und zerstörst die Frevelfaat. 4. Schon im grauen Alterthume Wurde deine Größ' erkannt; Der erzählt von deinem Ruhme, Den du deinen Knecht genannt. Und es predigt Israel: Gott ist aller Gnaden Quell. 5. Unaussprechlich, sonder Gränzen, Gott, ist deine Vatertreu'! Sonnen hören auf zu glänzen, Deine Lieb' ist ewig neu: Gleich dem Born, der ewig fließt, Gleich dem Baum, der ewig sprießt. 6. Ja, Allgut'ger! selbst den Sünder Hålt dein Vaterarm noch fest; 65 Strafe flieht die reu'gen Kinder, Wie der Morgen flieht den West. Sind wir ja Gebild' aus Staub, Welken hin wie fallend Laub.and BE 7. Uch, wie Gras ist Menschenleben, Schnell verwelkt der Blüthenkranz! Kaum daß zarte Lüfte beben Deckt das Grab den eitlen Glanz, G Und mit seiner Herrlichkeit Sinkt dahin der Sohn der Zeit. ndC @. 8. Dennoch, dennoch, meine Seele, Schau' zu deinem Gott emper! Seine Treue rühm', erzähle; Denn aus offnem Himmelsthor Liebevoll der Vater spricht, Seine Stimme täuscht dich nicht. 4 9. Ewig Gottes Gnade waltet Ueber dem, der ihn verehrt; Nimmer Gottes Treu' erkaltet, Ewig seine Liebe währt, Reiche Frucht die Unschuld trågt Für die Enkel, treu gepflegt. 10. Sel'ge Wonnen sind bereitet, Harren dein an Gottes Thron; Hat die Tugend dich geleitet: Blühet dir der Tugend Lohn. In dem großen Himmelreich Wirst du, Mensch! den Engeln gleich. 11. Auf, und jauchze, meine Seele! Gottes Engeln wirst du gleich. Herz, erhebe dich, erzähle, Daß in Gottes sel'gem Reich, Wo des Seraphs Lied ertönt, Gott dein Leben ewig krönt! 66 - 54.( Pf. 103.) Eigene Melodie. 1. Auf! schwinge, meine Seele, Zu deinem Gott dich himmelan! Lobsing' ihm und erzähle, Was seine Huld an dir gethan! Verkünde seine Treue, Mit frohem Dankgefühl; Dem Hocherhabnen weihe Dein frommes Saitenspiel! Ihn kindlich zu erheben, Sei deine erste Pflicht! Dem Herrn gehört dein Leben- Vergiß es, Seele, nicht! 2. Der Herr vergiebt die Sünden, Denn groß ist seine Lieb' und Huld; Läßt dich Errettung finden, Und tilget alle deine Schuld. Er will nicht dein Verderben, Schenkt dir zur Beff'rung Zeit; Der Sünder soll nicht sterben: Ihm wird Barmherzigkeit. Gott ist's, durch dessen Gnade Dich neue Kraft durchdringt, Die auf der Tugend Pfade Dich, Adlern gleich, verjüngt. 3. Muß auch der Fromme leiden Der Herr, sein Gott, verläßt ihn nicht; Er kronet ihn mit Freuden; Gerechtigkeit ist sein Gericht. Er selbst hat seine Rechte Der Vorwelt kund gethan, Und die ihm treuen Knechte Führt er auf ebner Bahn. Er will dem Gnade schenken, Der irrend von ihm wich; 67 Nicht seiner Schuld gedenken, Und zürnt nicht ewiglich. 4. Hoch wie er ausgebreitet Des Himmels unermeßnes Zelt, Schirmt seine Hand und leitet Den Frommen, der ihm wohlgefällt. Fern wie des Aufgangs Sterne Vom Niedergange steh'n, Scheucht Gott in weite Ferne Die Straf' und das Vergeh'n. Wer sich ihm ganz ergeben Und achtet sein Gebot, HUE Den wird sein Schuß umschweben, Wenn ihm ein Unfall droht. 5. Wie Våter mit Erbarmen Auf ihre zarten Kinder schau'n, Trägt Gott auf treuen Armen Die Herzen, die sich ihm vertrau'n. Er kennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub; Ein Gras auf dürrer Fläche Und bald des Todes Raub; So wie die Blum' im Thale Den Thau des Morgens trinkt, Und schon im Abendstrahle Entblättert, welkt und sinkt. 6. Nur Gottes Huld und Güte Steht fest und bleibt sich ewig gleich, Das große Weltgebiete Ist seiner Allmacht weites Reich. Er wird auch ferner walten, Wie unser Gott er war; Wird gnädig uns erhalten Und segnen immerdar. Des Höchsten Huld und Gnade, Der sich die Våter freu'n, 68 Wird auf der Prüfung Pfade Auch mit den Enkeln fein.nl 7. Anbetung, Preis und Ehrer chatt Sei ihm, dem Gott der Huld und Macht! Lobsingt ihm, Engelchore! S Ihm jauchze freudig Tag und Nacht! Erhebt ihn, seine Werke, III. Verkündet seinen Ruhm! Preis't ihn, den Gott der Stärke, In seinem Heiligthum! Der Herr ist Gott! Ihn wähle 3um Heil die fernste Zeit! the dolf Lob' ihn auch, meine Seele, in Jetzt und in Ewigkeit! Borsehung. a. Im Allgemeinen. 55. Eigene Melodie. 1. Gott schläft und schlummert nicht! Gott wachet spåt und früh; Gott wohnt im reinsten Licht, Sein Auge schließt sich nie. Gott trågt den Erdenball; Gott schüßt das Weltenall! 2. Gott schläft und schlummert nicht! Beständig wacht sein Blick; Gott weiß, was uns gebricht, Gebietet dem Geschick. Die Huld, die Sonnen lenkt, Des Staubes auch gedenkt. 3. Gott schläft und schlummert nicht! Dem Unrecht wehrt sein Arm, 69 Tyrannenmacht zerbricht, Es flieht der Frevler Schwarm; mut Vor Gottes heil'gem Blick Weicht Bosheit scheu zurück. UN 4. Gott schläft und schlummert nicht! Wenn Unglück uns bedroht: peide#C Sein schüßend Angesichts in Errettet aus der der Noth.d did ne Er, der dem Sturm gebeut, esd( id 40 Verscheuchet trübe Zeit. 5. Gott schläft und schlummert nicht! si Wenn jener Engel winkt, id go Der mich zum hellen Licht In's Land der Wahrheit bringt Gott ist mir Burg und Hort, Gott bleibt mir hier und dort. und d2 noch low dni 1966 56.( f. 91.) Eigene Melodie. 1. Wer unterm Schirm des Höchsten ruht, Den mag kein Feind bezwingen, us d Der kann in seiner Allmacht Huto 13 Mit frohem Muthe singen: Gott schüßet mich, ich zage nicht, Der Herr ist meine Zuversicht, Mein Gott, auf den ich traue! 2. O Mensch, wenn ihm dein Herz sich weiht, Mit Gott wird dir es glücken. Wohl dir! Gott ist's, der dich befreit Von des Verfolgers Stricken, Weil sich dein Herz auf Gott verläßt, Errettet er dich von der Peste Weit würgendem Verderben. 10 3. Dich wird der Schirm des Herrn umfah'n, Dich wird sein Fittig decken; 70 Und unter seinem Schuhe kann Kein Unfall dich erschrecken. Er kann nicht trügen, er erfüllt, Was er verheißt; dein Helm, dein Schild Ist deines Gottes Treue. 4. Du wirst voll Muth und Zuversicht Das Graun der Nacht besiegen; Ja, dich verwunden Pfeile nicht, a Die dich des Tags umfliegen, Die Seuche, die in Nacht sich birgt, bi? Und die am hellen Mittag würgt, Vermag dich nicht zu tödten. 5. Ob durch den gifterfüllten Hauch Schon tausend dir zur Linken, Und ob durch ihn zehntausend auch G Zu deiner Rechten sinken: Du stehst durch Gott; bald wirst du seh'n, Wie Gott an denen, die ihn schmäh'n, Der Sürde Frevel räche. 6. Der Herr ist deine Zuversicht Und Zuflucht in Gefahren; com me Er hålt getreu, was er verspricht, Sein Urm wird dich bewahren. Kein Unfall überwältigt dich, nac Und keine Plage nahet sich im na Je deiner sichern Hütte. nike 7. Der Herr wird seiner Engel Schaar Auch über dich gebieten, ? Daß sie vor Unfall und Gefahrld idolze Dich überall behüten. Kein Stein verwundet deinen Fuß, Du gleitest nicht; sein Engel muß Dich auf den Händen tragen. 8. Ja, Löwen trittst du unter dich( 23 Auf deinen sichern Pfaden; - 71 MARCON Zertretne Nattern krummen sich Und können dir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; Du aber trittst ihn in den Staub, anak be Trittst auf den Kopf der Drachen. nhil 9. Er, spricht dein Gott, begehret mein, Drum will ich ihn bewahren, Er dient mir, ich will mit ihm sein In drohenden Gefahren. 2010) Er ruft mich an, mich, seinen Gott; Ich bin bei ihm in seiner Noth, ber Um ihn daraus zu retten.gun dall 10. Ihn, weil er mir vertrauet hat, blight is Will ich zu Ehren heben; Ich bin sein Gott, ich mach' ihn satt G Mit Gnad' und langem Leben. Ich zeig' ihm, daß ich helfen kann; og s Dann betet er mich dankbar an, Und preiset meine Hülfe. 19 150 14 57.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. Des Weltalls Herr! Du hast regiert, Eh' noch geschaffen war ein Wesen; Durch deinen Wink ward Alles dann vollführt, Gehuldigt dir, als Herrscher du erkannt. Und wird auch Alles, Alles einst vergehen, Du thronest, Ehrfurchtbarer, dann allein. fo Du warst, du bist, wirst ewig sein, In deiner Majestät, in deinem Lichtgewand. Du bist der Einzige nichts ist dir gleich; Kein Zweiter ist, der dir zur Seite stände: Du, sonder Anfang, sonder Ende. Dein ist die Macht, dein ist das Reich; Du bist mein Gott, du bist Erlöser mir, Lebend'ger, macht'ger Fels, in Noth und Wehe. - - 72 Du bist mein Hort, mein Schußpanier, Des Heiles Kelch, sobald ich zu dir flehe. In deine Hand ich meinen Geist befehle, Ich mag nun schlafen mag nun wachenMein Leib, o Herr, ist dein, wie meine Seele. Mit mir ist Gott nichts kann mich fürchten machen! Mit mir ist Gott! Mit mir ist Gott! - - 58.( Pf. 145.) Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 1. Ich will, mein Gott, du König! dir lobsingen, Und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben, F Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihm Ehre geben? Wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, Wie groß er ist, begreifen und empfinden? Wer Gott ergründen? 3. Von unsern Båtern wurdest du erhoben, su bilaga onli Dich werden unsrer Kinder Kinder loben, Und deine Macht besingen, deiner Stärke Preisvolle Werke. hig sind 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie hehr und prächtig! Wie groß in deinen Werken, Herr, wie mächtig! Dieß preif' ich, daß dein Nam' erhoben werde Der ganzen Erde! 5. Daß deiner Werke Ruhm umher erschalle, Die Welt von deinen Thaten wiederhalle, Und deine Wahrheit, deine Huld besinge, d Und Preis dir bringe. and id 6. Der Herr ist mild, ist reich an Huld und Gnade, Verdammt den Sünder nicht auf irrem Pfade; Erbarmt sich seiner Werke, hat an Allen Sein Wohlgefallen. 73 7. Hochheil'ger! alle beine Werke sollen Dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen Aus allen ihren Kräften sich bestreben, Dich zu erheben. - 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche; Daß keine Macht, Allgüt'ger! deiner gleiche, Verkünden sie, damit sie auf der Erde Bewundert werde. 9. Dein Walten, Gott! ist herrlich. Ewig währen Dein Reich und deine Macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller Völker Zungen Dein Lob gesungen. 10. Der Ew'ge stüßet Alle, welche fallen; Der Gnåd'ge hilft den Unterdrückten allen, Und sendet Allen Heil, die zu ihm schauen, Und ihm vertrauen. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, Daß deine Hand sie våterlich erquicke. Du giebst auch einem jeden seine Speise, Daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen Was lebt, thust deine Hand auf und giebst Allen, Was sie bedürfen. Keiner sucht vergebens Dich, Quell des Lebens! 13. Auf allen Wegen Gottes strahlet Gnade; Untadelhaft sind alle seine Pfade; Ind was er thut gereicht zu seinem Preise, Ist gut und weise. 14. Der Herr ist nah und hört der Frommen Flehen, Wenn leidend sie, doch hoffend auf ihn sehen. Er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, Von ihm begehren. 74 15. Der Herr behütet Alle, die ihn lieben; Die aber, die Gewalt und Frevel üben, Trifft seine Strafe, daß fie inne werden: Gott herrsch' auf Erden. --- 16. Gott, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde hoch erhoben! Was lebet, müsse, Herr! zu allen Zeiten Dein Lob verbreiten! 59. Eigene Melodie. 1. Wir schau'n zu dir, unnennbar Wesen! Du winkst- und eine Welt entsteht; Du wirst sein, wie du bist gewesen, Des Weltalls höchste Majestät. Dein Reich bestehet für und für; Herr, unser Gott! wir schau'n zu dir! 2. Wir schau'n zu dir, o Gott der Gnade! Du öffnest deine milde Hand, Und Segen schmücket alle Pfade, Und Liebe füllt das ganze Land. Du hilfft dem Menschen, hilfft dem Thier, Allliebender! wir schau'n zu dir! 3. Wir schau'n zu dir in Himmelshöhen! Du thronst so hoch und blickst so weit; Wann auch und wo wir zu dir flehen, Bist du zu helfen stets bereit. Wir rufen dich in Wahrheit hier Erhör' uns Gott! wir schau'n zu dir! 4. Wir schau'n zu dir! du bist zu finden, Wenn selbst wir gegen dich gefehlt; Erbarmensvoll vergiebst du Sünden, Wenn unsre Herzen Neue quält. Du strafest uns nicht nach Gebühr, Nach Güte nur- wir schau'n zu dir! 75 b. In Beziehung auf den einzelnen Menschen. 60.( Nach Pf. 28.) Eigene Melodie. 1. Sa, Gottes Huld wird für mich sorgen, Mir Speise reichen und Gewand; Er öffnet ja mit jedem Morgen Die volle, milde Vaterhand; Giebt Millionen Wesen, Den Guten und den Bösen, Und keiner je vergessen wird. Auch mir bleibt Gott ein treuer Hirt. 2. Und nåhret er den Leib vom Staube Wie sollt' er meinen Himmelstheil Dem Untergange weih'n, dem Raube, Nicht fördern meiner Seele Heil? Nein, auch für mein Gemüthe Sorgt, Vater, deine Güte; Du schenkest Hochgenuß dem Geist, Dem du dein göttlich Licht verleihst. 3. Doch soll der Geist, der in mir lebet, Empor sich schwingt zu deinen Höh'n, Nach Recht und Wahrheit kräftig strebet, Soll er den Tod, Verwesung sehn? Zerfall, o Leib in Trümmer! Die Seele zaget nimmer. Ich schau' dem Tod in's Angesicht: Gott ist in finstrer Nacht mein Licht. 4. Unsterblichkeit ist mir beschieden! O dieser Glaube ist mein Stab. Gru Mein harret dort ein sel'ger Frieden; 3ur Himmelspforte wird das Grab. Vergehet, Erdenwonnen! Verlöscht, des Nethers Sonnen! Gott ist mein Freudenmahl, mein Theil; Im Vaterhaus blüht ewig Heil. 76 61.( p. 127.) Eigene Melodie. 1. Willst du, o Gott, das Haus nicht bau'n, Wir mühen uns vergebens. Dir muß, o Herr, die Stadt vertrau'n; Dir, Schirmer unfres Lebens! Was frommet sonst der Wächter Hut? Was frommet sonst der Streiter Muth? 2. So mancher quält sich spåt und früh, Versagt sich Ruh' und Schlummer; Erringt das karge Brot mit Müh', Die Seele voller Kummer. Was frommen Kummer ihm und Leid, Ist Gott zu spenden nicht bereit? 3. Den Frommen, Herr, von dir geliebt, Besel'gen deine Gaben; Im Schlafe deine Treu' ihm giebt, Den Leib, den Geist zu laben; Dein Engel wird ihm zugesandt; Ihn nähret deine Vaterhand. - 20 4. Und wahrlich, Herr, noch süßern Preis Hast du für ihn beschieden; Shm blühet gleich dem grünen Reis Des Hauses stiller Frieden; Ihm jauchzt die Tochter, ihm der Sohn In jedem Kinde Tugendlohn. furt 5. Auch uns gieb, Vater, solch ein Loos, Die wir auf dich vertrauen; Geborgen in des Glückes Schooß Laß deine Gnad' uns schauen. Uns leucht', o Gott, dein Angesicht, Bleib' unser Schirm, verlaß uns nicht! - - 62. Eigene Melodie. 1. Wenn die Nacht im Strahlenſchleier Auf die Müden Ihren Frieden Liebevoll hernieder senkt, Bet' ich an in stiller Feier Den Berather, Der, als Vater, Das Geschick der Menschen lenkt. 2. In des Kindes Frühlingsjahren Zart gewoben Ist schon oben Ausersehen, was ihm nüßt. War unzähligen Gefahren Hier sein Leben HingegebenHat sein Engel es beschüßt. 3. Wenn des Jünglings Kräfte blühen: Wird er Hörer du delt Weiser Lehrer, Lernt im Beispiel Muth und That; Wie er eitle Luft zu fliehen, Und das Klare, Rechte, Wahre Sonder Scheu zu üben hat. 4. In gereifter Jahre Frieden Gottes Willen Zu erfüllen, Wird des Mannes reine Lust. Er genießt, was ihm beschieden; Duldet Leiden Nach den Freuden; Denn geståhlt ist ihm die Brust. 78 5. Im Bewußtsein edler Mühen Gut und weise Leben Greife Selig in Erinn'rung fort; Wenn die letten Kräfte fliehen, Ist ihr Streben, Fromm ergeben Auszuruh'n im Friedensport. 6. Mich auch hat, mit dir im Bunde, nel Deine Gnade Auf dem Pfade Meines Schicksals treu gepflegt. Laß mich bis zur Todesstunde Dir vertrauen, 1. Auf dich bauen, Der den Bau der Welten trågt. 63.( f. 23.) Eigene Melodie. Der Herr ist unser Hirt, Und wir sind seine Heerde; Zur Weide gab er uns Die wundervolle Erde. Und dürstet wo ein Herz: Er weis't es an die Quelle; Es findet Labung dort Un Gott geweihter Stelle. Durch Todesnacht und Graun Wir unerschrocken gehen; Sein Scepter schüßet uns- Wer darf ihm widerstehen? Sein Arm verschafft uns Sieg, Bereitet Freudenfeste; Sein Schuß verläßt uns nie; Er schaffet stets das Beste. 1. 3. 79 So folgen Freud' und Lust Uns nach auf allen Wegen; Es wächst, wohin wir schaun, Des Himmels reicher Segen. Er schmückt das Leben uns, Zu seines Namens Ruhme, Bis einst wir ewig ruhn In seinem Heiligthume. madon 64.( Pf. 33.) Eigene Melodie. Freu reut euch des Herrn! Laßt eure Jubel schallen 1 Der Herr ist gut, er nimmt mit Wohlgefallen Die Opfer eures Dankes an. Treu ist sein Wort und all sein Thun ist Treue! Was er versprach, das hält er stets auf's Neue, Und seine Huld ermüdet nicht. 2. Sein Wort erschuf der Welten große Heere; Es sammelten die Fluten sich zum Meere, Er wies dem Strom die Grånzen an. Denn was er spricht, geschieht; sein mächtig Wollen Schafft und vernichtet; seine Donner rollen, Und seine Blige dienen ihm. 3. Sein Geist ist nahe, wenn die Fürsten denken, Der Völker Glück nach seinem Rath zu lenken; Sein Rath besteht in Ewigkeit. Heil, Heil dem Volk, das Gott, den Herrn, erkennet, Dem Volk, das er zum Eigenthum ernennet; Sein Schuß gewährt ihm Sicherheit. 4. Er sieht vom Thron auf seine Menschenkinder, Auf ihre Thaten, in das Herz der Sünder, Und leitet sie durch seine Macht. Der König sieget nicht durch seine Stärke; Macht hilft nicht zum Gelingen großer Werke; Gott ist's, der das Gedeihen schafft. 80 5. Sein Auge wacht, wenn seine Frommen hoffen; Er hilft, hat sie ein Ungemach betroffen, Errettet sie aus Angst und Noth. Herr, unser Gott! Dein harren wir im Glauben; Nichts soll den Trost, die Hoffnung nichts uns rauben: Mit uns ist Gott! Mit uns ist Gott! 65.( pf. 23.) Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 1. Dir, Herr, mein Gott! dir hab' ich mich ergeben z Du bist mein Hirt, mein Führer durch das Leben.. Mir mangelt's, wenn ich dich im Herzen habe, Un keiner Gabe. 2. Du führest mich, werd' ich dir nur vertrauen, Un deiner Hand durch blumenreiche Auen; Erquickest mich in mittagsheißer Schwüle Un Baches Kühle. 3. Reichst mir den Stab, wenn meine Kraft ermattet; Und wenn die Nacht den Lebenspfad umschattet, Zeigst du mir tröstend in der weiten Ferne Der Hoffnung Sterne. 4. Und führt mein Weg in's dunkle Thal der Leiden, Bin ich getrost! Nichts wird von dir mich scheiden. Mit dir dring' ich durch Nacht und Todesgrauen tn 3um sel'gen Schauen. 66.( pf. 27.) Eigene Melodie. 1. Gott ist mein Heil, Gott ist mein Licht Auf dunkeln Lebenswegen; Drum fürcht' ich Menschendrohung nicht, Kühn tret' ich ihr entgegen. Und nahte meiner Hütte sich Ein Heer von Kriegesschaaren Mein Muth bleibt unerschütterlich; Gott schützt mich in Gefahren. 81- - 2. Nur den, der Gott vor Augen hat, Wird Seligkeit belohnen; Drum Eins ich stets vom Herrn erbat, In seinem Haus zu wohnen. Ihm wollt im frohen Dankgefühl Ich weih'n mein ganzes Leben, Und durch Gesang und Saitenspiel Ihn feierlich erheben. 3. Mein Herz vernahm dein tröstend Wort: Kommt, suchet meine Nähe!" So such' ich nun dich fort und fort Erhöre, was ich flehe! O, wende nicht dein Untlig ab, Laß deine Hand mich fassen! Du warst mein Heil, du bleibst mein Stab, Wenn alle mich verlassen. 4. So leite mich auf rechte Bahn, Der Tugend sich're Pfade; Mein Herz schaut betend himmelan Und hofft auf deine Gnade. Dem Frommen winkt ein schön'res Land In höhern, sel'gen Uuen; Dort wird mein Geist dann unverwandt Einst deine Größe schauen. 67.( Pf. 73.) Eigene Melodie. 1. Dennoch bleib' ich stets bei dir! Was mir in der Welt begegnet, Alles ist ja Segen mir, Wenn mich deine Liebe segnet. Froh geh' ich an ihrer Hand In der Zukunft dunkles Land. 2. Fragt die Welt: ,, Wo ist dein Gott? Wo der Lohn der frommen Treue?" 82 So vernicht' ich ihren Spött Und gelobe dir auf's Neue: Wie es mir auch gehe hier,- Dennoch bleib' ich stets bei dir! 3. Trübt mich auch der Frevler Glück, Will mein eignes Herz verzagen, Möcht' in manchem Augenblick Ich, gleich wie die Spotter, fragen, Dann geh' ich zu deinem Ruhm Forschend in das Heiligthum. 4. Eine Stimme ruft mir zu: Mensch, lern' auf das Ende merken! SAY So wirst du zu deiner Ruh' Finden Gott in seinen Werken! Bei der Leiden Ungestüm Bleibe dennoch stets bei ihm! 5. Schweigend kehr' ich dann zurück, Lasse deine Vorsicht walten. Gabst du auch nicht immer Glück, Gut hast du stets Haus gehalten. Ich gehorche dem Gebot, Geh' getrost in alle Noth. 6. Reines Herzens will ich geh'n Im Geleite deiner Gnade, Reines Wesen, dich zu seh'n, Denn du führst des Himmels Pfade. Welcher Sturm auch draue mir Dennoch bleib' ich stets bei dir! 7. Dennoch bleib' ich stets bei dir! Was mir in der Welt begegnet, Alles dient zum Segen mir, Wenn mich deine Vorsicht fegnet, Freudig geh' an ihrer Hand Ich in's beff're Vaterland. 1. 83 68.( f. 121.) Eigene Melodie. Mein Auge fieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, Die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt Schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich! Denn Gottes Rechte schůzet dich; Durch seine treue Vaterhand Wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit; Sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf eb'ner Bahn, Und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit Mir bis zu jener Ewigkeit. 69. Mel. Heilig, heilig, Gott der Welten. 1. Groß ist Gott, der Weltenlenker, Hüllet Nacht auch seine Wege. Staubgeborne faffen ihn nicht Betet an des Vaters Weisheit! Hallelujah! - 2. Hülflos war des Lebens Morgen, Von Gefahren rings umbrohet. Wessen Liebe wachte für uns, War auch Menschenhülfe ferne? Hallelujah! 84 3. Sonnen lenket Gottes Rathschluß, Läßt in Nächten selbst sie leuchten; Und der Mensch im Erdenthale Lebet, weil ein Gott ihn liebet. Hallelujah! — - 4. Aber auch in Unglücksnächten Wollen wir ihm fest vertrauen. Seine Weisheit lenkt das Weltall Uns auch wird Erlösung nahen! Hallelujah! 5. Stårke, Vater, unsre Herzen, Daß sie deinem Dienst sich weihen! Sende Freuden, sende Leiden Segen spendest du uns immer! Hallelujah! 1 70. Eigene Melodie. 1. Der du die Sonn' und Sterne så'test In's weite blaue Himmelsfeld, Und über deine Erd' erhöh'test Des schönern Lebens lichte Welt: Gott, unser Vater, Herr und Hort! Wir glauben deinem heil'gen Wort! 2. Du hast es liebend nicht verschwiegen, Du hast es uns zur ew'gen Lust, Wie dort in hellen Flammenzügen, Geschrieben in die stille Brust; Und jedes Herz, das fromm es trug, Hast du geweiht zum heil'gen Buch. 3. Dlaß uns immer darin lesen, Wie lieb sein Kind der Vater hat! Wie du so freundlich mild gewesen Jedwedem, der vertrauend naht; Wie so gerecht du Alles wägst Und doch in Lieb' uns Alle trågst! 85 4. Und will die Welt uns auch erdrücken Durch ihre Noth, ihr Leid und Weh, Laß glaubig in uns selbst uns blicken, Wie zu der Sternensaaten Höh'! Dort in der höhern bessern Welt Hast du die Ernte uns bestellt. - 1. So --71. Mel. Auf und fauchze zc. Sorgen orgen flieht! Ein Vater waltet In der herrlichen Natur. Jeder Keim, der sich entfaltet, Zeigt dir dieses Vaters Spur. Jede Blum' in ihrer Pracht Ist ein Werk, von ihm vollbracht. 2. Lauter frohes Leben reget Weit und breit sich um mich her, Und von Freude wird beweget Luft und Land und Wald und Meer. Auch der Wurm im Staube spricht: Mich vergaß mein Schöpfer nicht. 3. Und mir fehlte nur die Freude? Mir nur die Zufriedenheit? Nein, auch wenn ich wein' und leide, Fühl' ich hohe Seligkeit, Die mir der Gedanke schenkt, Daß mein Vater meiner denkt. - 4. Floh'n nicht viele meiner Tage Leicht und ungetrübt dahin? Wich nicht auch schon manche Plage, Seit ich hier auf Erden bin? Besser als ich es gedacht Hat er's stets mit mir gemacht. 5, Und ich sollte ihm nicht trauen, Der so väterlich mich führt? 86 Nicht auf ihn die Zukunft bauen, Der bisher so gut regiert? War nicht seine Vatertreu' Mir an jedem Morgen neu? 6. So wird für den andern Morgen, Der mir noch auf Erden graut, Gnadenreich mein Vater sorgen, Der die Zukunft überschaut. Ich, ich bin von gestern her, Und bin morgen schon nicht mehr. 7. Und er hat mich auserkoren Zu des Himmels Seligkeit; Für ein bess'res Sein geboren Wandle ich durch diese Zeit. Und wo Himmelsfreuden blüh'n Sollten nicht die Sorgen flieh'n?- - 8. Ich will denn vor Allem trachten Nach dem Reich der Ewigkeit, Und die Tugend höher achten, Als das größte Glück der Zeit. Froher winkt mir ew'ges Heil, Nehm' ich mein bescheiden Theil. 9. Segen ist die kleine Habe, Ihr Gewinn: Zufriedenheit. Selia bin ich noch am Grabe, Weil mein Dasein mich nicht reu't. C. Noch ruf' ich in Grabes Nacht: Sorgen flieht! Ein Vater wacht! In Beziehung auf Israel. 72. Mel. Anbetend schau'n wir zu dir auf. 1. Du hast schon zu der Båter Zeit So herrlich Haus gehalten; 87 Drum laß ich dich in Freud' und Leid, Gott meiner Våter, walten. Auch mir wirst du ein Vater sein, Und auch die Meinen noch erfreu'n, Wenn ich von ihnen scheide. 2. Du hast von meiner Kindheit an Mich wunderbar geleitet; Und selbst auf mancher rauhen Bahn Mir Segen nur bereitet. Ging ich getreu der Tugend Pfad, So kam mir stets dein heil'ger Rath Mit neuem Heil entgegen. 3. Du hast mir Eltern einst verlieh'n, Die mich von Herzen liebten, Und um ihr Kind dir zu erzieh'n, Mich früh im Guten übten. Erbaute mich ihr frommes Thun, So muß auf mir ihr Segen ruh'n; Dann bin ich ja der Deine. 4. Und einem Volk, das dich verehrt, Zu seinem Gott erwählet, Die Kindheit, schon von dir belehrt, Hast du mich zugezählet. Dein Licht, den Vätern zugesandt, Und Lieb' und Treu' in jedem Land, Das ist mein Theil und Erbe. 5. Das sei auch meiner Kinder Theil, Noch spåter Enkel Erbe! Seh' ich im Geist der Nachwelt Heil, So sing' ich, wenn ich sterbe: -Du warst, o Gott, ein Vater mir, Ich blicke freudig auf zu dir, Du wirst's den Meinen bleiben. - 88 -- 73. Eigene Melodie. 1. Sich', es schläft und schlummert nicht, Israels Behüter! Mensch, vertrau' dich ihm nur an, Dich und deine Güter. Ist dir wenig zugemessen, Glaub' dich nicht von Gott vergessen, Sorge nicht! Der dich rief in's Erdenleben, Wird, was du bedarfst, dir geben, Thue du nur deine Pflicht,- Unser Hüter schlummert nicht. 2. Sich', es schläft und schlummert nicht Gottes ew'ge Güte! Darum zweifle nimmer d'ran, Daß er dich behüte. Droh'n dir Stürme, droh'n Gefahren, Kannst du Hülfe nicht gewahren: Bittre nicht! Dem die Stürme dienen müssen, Er wird dich zu halten wissen, Wenn herein das Wetter bricht Unser Hüter schlummert nicht. - 3. Sieh', es schläft und schlummert nicht Gottes Macht und Stärke! Jeden Tag verkünden dies Tausend Wunderwerke. Du auch kommst aus seinen Hånden, Kannst ohn' ihn nicht sein, nicht enden Sage nicht! Der da schuf die schöne Erde, Wacht, daß sie erhalten werde; Fels und Wurm und Blume spricht: Unser Hüter schlummert nicht. 89 4. Sieh', es schläft und schlummert nicht Gottes treue Liebe! - - Nur zu unserm eignen Wohl Sendet er das Trübe. Was dir immer widerfähret, Seine Liebe hat's gewähret, Klage nicht! Der da ist die Macht der Mächte, Wandelt deine düstern Nächte In das hellste Mittagslicht Unser Hüter schlummert nicht. 5. Sieh', es schläft und schlummert nicht Gottes Vatertreue! Jeden Morgen zeigt er dir Seine Huld auf's Neue. Selbst wenn Freuden er verneinet, Ist es väterlich gemeinet, Zweifle nicht! Auch in Leiden, auch in Schmerzen Ruhst du Gott am Vaterherzen, Und er weiß, was dir gebricht Unser Hüter schlummert nicht. 1 6. Sieh', es schläft und schlummert nicht Gottes ew'ge Gnade! Liebreich ruft er dich zurück Von dem Sündenpfade. Mensch, bist du verirrt in Sünden, Eile, dich zu Gott zu finden! Baudre nicht! Falle reuig vor ihm nieder, Seine Gnad' erhebt dich wieder; Hoff' auf ihn mit Zuversicht: Unser Hüter schlummert nicht. 74.( f. 124.) Eigene Melodie 1. Wäre Gott uns nicht geblieben, Da von Frevelmuth getrieben Menschen Arges wollten üben: 2. Lebend hätten uns verschlungen, Die von Wuth und Haß durchdrungen Unfres Stammes Kraft bezwungen. 3. Wilde Wasserströme flossen 90 Ueber unsres Bund's Genossen; Jacobs Blut ward hingegossen. 4. Dank sei Gott, der unser Leben Nicht der Feinde blut'gem Streben, Nicht dem Morde preisgegeben. 5. Herr! wir sind nun aufgerichtet, Gleich dem Vöglein, das sich flüchtet, Wenn der Sturm das Nek zernichtet. 6. Hülf' in Noth und in Beschwerden Kann allein von Gott uns werden, Der den Himmel schuf und Erden. 1. 2. 3. 75.( f. 129.) Eigene Melodie. Sie haben mich gedrånget, Gedrängt von Jugend auf; In hartes Joch gezwänget, Gehemmt den Lebenslauf. Gepflügt auf wundem Rücken Mit wilden Grimmes Wuth; Mich quälen mich erdrücken War ihrer Wünsche Gluth. - Doch du, o Gott, zerhiebest, Der Bosheit starkes Seil! 4. 6. 91 Von Zion, das du liebest, Glitt ab ihr gift'ger Pfeil. - - Und wer der Unschuld spottet Wird schnell wie Gras vergeh'n, Bertilgt und ausgerottet- Wird keinen Frühling seh'n. Drum laßt bei Gott uns bleiben, Bei unserm höchsten Gut; Laßt Gottes Werk uns treiben Mit unsres Herzens Blut. - 0 mina Es muß die Wahrheit siegen! Und schwinden muß der Wahn! Sie kann sie darf nicht trügen Des Glaubens lichte Bahn. 76.( Pf. 111.) Eigene Melodie. 1. Ich will mit Danken vor dich treten, Verkünden will ich deines Namens Ruhm; Will mit den Frommen zu dir beten Im dir geweihten stillen Heiligthum; Erzählen will ich, was von Jugend an Aus Vaterhuld du auch an mir gethan. 2. Unendlich groß sind deine Werke! Wer sie betrachtet, wird durch sie entzückt. Der Himmel zeugt von deiner Stärke Die Erde prangt von deiner Hand geschmückt. Wie hoch und tief der Blick des Forschers drang,- Er findet Ordnung und Zusammenhang. 3. Das Reich, das du dir aufgerichtet, Ist Gnade, Weisheit und Gerechtigkeit; Der Wunderbau wird nie vernichtet, Ein Denkmal ist er für die fernste Zeit. Was irdisch ist, muß sinken und vergeh'n Der Allmacht Werke bleiben ewig steh'n. 92 4. Mit Vatertreu' seh'n wir dich walten, Und deine Kinder schau'n getrost auf dich; Du willst sie segnen und erhalten, Und deines Bundes freu'n sie ewig sich. Du bist dem Volk, das stets dir theuer war, Auch heute noch durch Thaten offenbar. 5. Dein Wort ist uns in's Herz geschrieben, Laß es uns immer werth und heilig sein! Du wirst nicht müde, uns zu lieben, Und was du zufügst, kann dich nie gereu'n. Erretten willst du uns aus jeder Noth; Denn wir sind dein im Leben und im Tod. 6. Preis und Anbetung dir von Allen! Der Weisheit Anfang ist die Furcht vor dir. Wer sich bestrebt, dir zu gefallen, Den schmückst mit wahrer Ehre du schon hier, Und droben einst vor deinem Richterthron Erwartet ihn bewährter Treue Lohn. 77.( Pf. 147.) Eigene Melodie. 1. Last unserm Gott uns fingen, Ihm Preis und Loblied bringen, Er schüßet Israel! Er heilt gebrochne Herzen, Und lindert ihre Schmerzen Aus seiner Liebe Quell. 2. Er, der die Sterne zählet, Er hat auch uns erwählet Zu seinem Heiligthum. Allmächtig ist sein Schalten, Und seiner Liebe Walten Unendlich, wie sein Ruhm. 3. Er hört in Himmelshöhen Der Unterdrückten Flehen, Und richtet sie empor. 93 Die Frevler stürzt er nieder; Doch öffnet Reue wieder Der Gnade Himmelsthor. 5. 5. - 4. Gott schenkt Gedeih'n und Segen, Er sendet milden Regen, Und lieblich grünt die Flur; Er speis't die jungen Raben, Und seiner Liebe Gaben Bezeichnen seine Spur. Des Menschen Des Menschen kühnste Werke, Des Mannes Kraft und Stärke Erfreu'n den Höchsten nicht. Er liebet die vor allen, Die feine Wege wallen, Im reinen Tugendlicht. 6. Er läßt uns sicher wohnen, Lenkt Königen auf Thronen Das Herz für unser Heil. Er leitet mit Erbarmen Den Reichen, wie den Armen, An seiner Liebe Seil. bok 7. Auf daß wir glücklich werden, i Hat er sein Wort auf Erden Gesandt aus Himmelshöh'n. iste Und ist das Leben trübe, Dann leuchtet Gottes Liebe; nufe Sie wird uns sanft umweh'n. 8. Gott gab Gesetz und Rechte, Zeigt Israels Geschlechte Sich mild und freundlich nah. Laßt uns den Herrn erheben, In Liedern und im Leben; Singt ihm: Hallelujah! C Zweite Abtheilung. Der Mensch und seine Bestimmung. I. Seine Würde 78. Eigene Melodie. 1. Su dir, der über Sternen thronet, Doch auch des Wurms in Staube denkt; Der unter reinen Geistern wohnet, Doch auch dem Sünder Gnade schenkt: Zu dir erheb' ich meine Seele, 9620 Mein Gott! deß Huld ich gern erzähle. 2. Du schmücktest mich mit hoher Würde, Verliehest mir dein Ebenbild. Nun trag' ich willig jede Bürde, Sei noch so rauh das Erdgefild. Ich kämpf'- und sieg' ich nicht hienieden- Du hast mir dort den Lohn beschieden. 3. Der Einsicht Quell hast du erschlossen, Gabst mir von deinem Geiste Geift; Dein Licht hat milde sich ergoffen, Das mir den Weg des Lebens weis't. Zu dir führt mich ein redlich Denken; Durch Weisheit willst du Heil mir schenken. Fortune - 4. Du settest, Gott, des Lebens Krone Dem Menschen schon hienieden auf; Du zeigtest dich dem Erdensohne Nun hat ein Ziel sein Erdenlauf. Ein Vater ist's, der Welten lenket, Und liebevoll der Seinen denket. 5. Zu dir erheb' ich meine Seele, Und bete dich in Ehrfurcht an. Wenn ich in finstrer Nacht auch fehle Du bist ein Licht auf meiner Bahn. Zu dir darf ich im Dunkel schauen, Auf deine Hilfe darf ich trauen. 6. Begeistre mich durch deine Wahrheit Und zeig' mir, Gott, den rechten Steg; Laß leuchten mir des Heiles Klarheit, Auf daß ich schaue deinen Weg. Nur Wahrheit sei mein ganzes Leben; Ihr will ich ungetheilt mich geben. 7. Durchglühe mich mit deiner Liebe, EERD Und laß mich wandeln stets vor dir; Sie låutre meines Herzens Triebe, Und sei ein Quell des Lebens mir. Nur sie schafft deinen Vatersegen Sie leite mich auf allen Wegen! 8. Erhebe mich durch deine Gnade, Denn schwach ist deines Kindes Herz; Erhalte mich auf deinem Pfade Im höchsten Glück, im tiefsten Schmerz. Nur deine Huld kann mich erheben, Wenn wankend wird mein höh'res Streben. 9. O lehr' mich, treu der Würde leben, Die deine Vaterhuld mir gab! Nach deinem Beifall laß mich streben, Und Heil verbreiten bis an's Grab! Du willst nicht Opfer, willst nur Liebe Dir weih' ich, Gott, all' meine Triebe! 96 79. Mel. Gott dich faffet zc. 1. Gott, in deinem Heiligthume Wird mein Herz so frei und weit! Hier zu deines Namens Ruhme Möcht' ich singen allezeit; Hier empfind' ich deine Nähe, Machtig wirkt sie auf mich ein; Wenn vor dir, mein Gott, ich stehe, Glaub' ich, mehr als Mensch zu sein. 2. Hier muß ich es auch erkennen, Welche Würde du mir giebst: Daß ich dich darf Vater nennen, Glauben darf, daß du mich liebst; Daß ich ohne banges Zagen, Wenn mein Herz bedroht sich sieht, Mich vor deinen Thron darf wagen, Wie das Kind zum Vater flieht. 3. Aus dem wilden Erdgetümmel Eil' ich hier zu dir zurück; Offen schau' ich deinen Himmel, Offen deinen Vaterblick; Fühle mich wie neugeboren, Ganz von Erdenfesseln frei. Du, mein Gott, hast mich erkoren, Daß ich dein auf ewig sei. 4. Wie könnt' ich dich würdig loben? Zur Begeistrung reißt's mich hin, Daß du mich so hoch erhoben, Der ich Staub und Asche bin; Daß du mir, dem schwachen Kinde, So viel Huld und Liebe schenkst. Was bin ich, der Sohn der Sünde, Daß du meiner nur gedenkst! 97 5. daß ich ihn nie verkenne Diesen hohen, hohen Rang! Daß ich nie von dir mich trenne, Dein nur sei mein Lebenlang! Ja, ich will nach Höh'rem streben, Durch ein Leben, treu und rein; Durch ein dir geweihtes Leben Will ich deiner würdig sein. 80. Mel. Gott, dich faffet kein Gebanke. 1. Durch die Welt und ihre Heere Schallet der erhab'ne Ruf; Jauchzend singen Engelchöre: Einig ist er, der uns schuf! Ja, den Geist in seinem Wirken Und die Erd' in ihrer Pracht, Alles schuf nur eine Weisheit, Alles trågt nur eine Macht. 2. Uller Sphären Räume füllet Unfres Gottes großes Werk; Alles ist ihm unverhüllet, Seiner Liebe Augenmerk. Sein Geset bleibt unverändert, Und derselbe große Plan Lehrt den Wurm ein Blatt bewohnen, Zeichnet des Kometen Bahn. 3. In der Erde schönen Garten Hat den Menschen er gestellt; Dieses Edens treu zu warten, Rief er ihn in diese Welt. Licht und Segen zu verbreiten Hier auf seiner Lebensbahn, Gottes Größe zu erkennen, Und den Engeln sich zu nah'n. 5 98 4. Treu im menschlichen Gemüthe Spiegelt sich des Schöpfers Bild; Gottes Liebe, Gottes Güte Strahlt im Menschen- Untlik mild. Heil dem Manne, welchem nimmer Dieser Himmelsglanz entweicht; Bis er einst in höh'ren Sphären Seines Lebens Ziel erreicht. 81. Eigene Melodie. 1. Gott, wer ist dir zu vergleichen? Wer zählt in deinen weiten Reichen Die Schaaren, die sich deiner freu'n? Sonnen über Sonnen geben Zahllosen Welten Glanz und Leben; Die alle schufft du, du allein! Wer nennt ihr mächtig Heer? Sind nicht der Welten mehr Als des Sandes? Rings um mich her, Mein Gott und Herr, Ist alles deiner Wunder voll! 2. Und in diesem Heiligthume, In diesem Tempel, deinem Ruhme Von deiner Hand so hoch erbaut, Darf ich vor dein Antlit treten, Zu dir mit allen Wesen beten, Auf die dein segnend Auge schaut. Den unbegränzten Raum Erfüllet nur dein Saum. Dich, o Schöpfer, der du ihn wölbst, Dich faffen selbst, Gott, aller Himmel Himmel nicht. 3. Wer bin ich, ich Staub der Erde, Daß ich von dir gewürdigt werde, Dich anzuschau'n und deine Pracht? 99 Diesen milden Glanz des Lichtes, Den Schatten deines Angesichtes, Erschuf für mich auch deine Macht. Auch mir verherrlicht er Aus tausend Himmeln her Deine Größe. Ach, wer bin ich, Daß du auch mich Mit ihrem Anschau'n, Gott, beglückst! --4. Schauernd jauchz' ich, rühm' und singe; Bis über alle Himmel dringe Zu Gott mein Jubel, mein Gesang! Höher, als die Himmel gehen, Und höher, als die Sternenhöhen, Geht seine Gnade, geh' mein Dank! Barmherzig schaut er Auf alle Wesen her, Die ihn fürchten. Er sorgt für sie, Und läßt sie nie Zu ihm umsonst nach Hülfe flehn. 5. Hab' ich's nicht von ihm vernommen? Ist nicht zu mir ein Wort gekommen, Das ew'ge Gnade mir verspricht? Fallen können Berg' und Hügel; Doch fest steht meines Bundes Siegel: Von euch weicht meine Gnade nicht.“ So sprach zu uns sein Mund; Mit uns schloß er den Bund Seines Friedens. Dankt, betet an! betet an Ihn, der zu Menschen uns erhob! 82.( Nach Pf.8.) Eigene Melodie. 1. Wie groß, o Gott, wie wunderbar Erscheint der Mensch, dein Ebenbild! 5* 100 Wie nah gestellt der Engel Schaar Von deinem Geist sein Geist erfüllt. Wie hast du ihn erhöht, Geschmückt mit Majestät! Hast ihn zum Herrscher selbst ernannt, Gabst ihm das Scepter in die Hand. 2. Der Säugling schon, das zarte Kind, Trågt an sich deiner Weisheit Spur; Sein Lallen und sein Lächeln sind, Oheil'ger Schöpfer der Natur! Ein schöner Preisgesang, Melodisch- süßer Dank Dem Gott, der hoch im Himmel thront, Und doch bei seinen Menschen wohnt. 3. Entfaltet sich des Menschen Kraft Fortschreitend auf der Lebensbahn, Daß Großes er im Großen schafft, Wird Land und Meer ihm unterthan. Dann jauchzt er laut empor, Blickt auf zum Sternenchor: Gott liebt mich mehr, denn Mond und Stern; Ich nenne Vater ihren Herrn! 4. Ich bin von seinem Geist beseelt! Sie wallen blindlings ihre Bahn; Berufen hat er mich, erwählt, Frei aufzuschauen, himmelan. Und selbst der Sterne Licht Triumph! es fehlt mir nicht! Wenn alle Sonnen einst vergeh'n Mein Geist wird ewiglich besteh'n. 101 Ebenbild Gottes. II. Ein 83. Mel. Es lebt ein Gott 2c. 1. Wohl mir, daß mich in seinem Bilde Geschaffen hat der Herr der Welt, Und daß mich seine Vatermilde, Den Engeln wenig nachgestellt. Wohl mir, daß mich sein Hauch belebt, Daß mich sein Geist zu sich erhebt! 2. Der Odem Gottes hieß mich leben, Der Odem Gottes lebt in mir; Zum Himmel soll ich mich erheben, Und ewig wandeln, Gott! vor dir. Triumph, ich höre Gottes Ruf; Der Herr ist mein, der mich erschuf! 3. Drum soll ich geh'n in Gottes Wegen, Der Ew'ge soll mein Vorbild fein; Ich soll im Herzen Liebe hegen, Soll Menschen, wo ich kann, erfreu'n; Soll zeigen, daß mich Gott erfüllt, Daß er mich schuf in seinem Bild. 4. Drum soll ich auch nach Weisheit streben, Denn Gott ist aller Weisheit Quell; Zum Lichte soll ich mich erheben, Mir leuchtet Gottes Wahrheit hell. So werd' ich meines Schöpfers werth, Dem meine Seele angehört. 5. Gerechtigkeit nur soll mich leiten, Das Böse sei mir ewig fern; Ich will im Guten vorwärts schreiten, Die Hülfe kommt von Gott dem Herrn. Er, der mit Kräften mich begabt, Er ist's, der meine Seele labt. 6. Groß hat sich mir der Herr bewiesen, Daß er mich schuf in seinem Bild; 102 — Und ewig sei er drob gepriesen, Daß dieses mir sein Wort enthüllt. O wår' ich seiner Güte werth, O lebt' ich, wie sein Wort mich lehrt! 84. mel. Es fehnet sich, o Gott, nach dir. 1. welche Wonne, Mensch zu sein, Herr, Gott, in deinem Bilde! Und hoher Gaben sich zu freu'n, Durch deine Vatermilde! 2. Du hast mit deinem ew'gen Licht Des Menschen Geist umstrahlet; Der Geist in seiner Rede spricht, In jeder That sich malet. 3. Des Geistes heller Sonnenblick Dringt in die fernste Ferne; Es hält den Forscher nichts zurück, Er mißt die Bahn der Sterne. 4. Er waltet frei in Wort und That, Gebeut, ein Herr auf Erden; Sein ist die ausgestreute Saat, Wie auch die Ernten werden. 5. Gott legt uns Segen vor und Fluch; Doch nie will er uns quålen. Sei selber dir des Schicksals Buch! Du selbst sollst für dich wählen!" 6. Nun wähl' ich Leben oder Tod, Bis ich von dannen scheide; Doch Lebensglück und Lebensnoth, Gar bald vergeh'n sie beide! 7. Ich aber, Gottes Ebenbild, Ich werde nie vergehen; Ich bin von Gottes Geist erfüllt Ich muß Vollendung sehen! 4 103 -- 8. Dem Erdenstaub' entstamm' ich nicht, Er ist nur meine Hülle; Den Staub belebt ein himmlisch Licht, Der Seligkeiten Fülle. 9. welche Wonne, Mensch zu sein, Herr, Gott, in deinem Bilde! Ich darf mich hoher Gaben freu'n, Durch meines Gottes Milde. 85. Mel. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir. 1. Du schufft in deinem Ebenbild, O Gott! des Staubes Sohn; Haft ihn mit deinem Geist' erfüllt, Er schaut zu deinem Thron. 2. 3um Herrscher auf dem Erdenrund Hast du ihn selbst geweiht; Er lebt mit Geistern in dem Bund, Sein Loos ist Ewigkeit. 3. Der Wahrheit heil'ge Sonnenbahn Soll er hienieden geh'n; Soll sich schon hier den Engeln nah'n Auf lichter Tugend Höh'n. 4. Beseele mich, o Gott! mit Muth Auf diesem steilen Pfad; Ich ringe nach dem höchsten Gut Und fleh' um deinen Rath. 5. Auf Erden ist mein Wirkungskreis; Doch rufst du mich von hier Der Tugend wird der Tugend Preis: Ich bleibe ja bei dir! - 104 III. Seine Vorzüge vor andern Geschöpfen. 86. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Mächtig scholl, o Gott! dein Werde, Als in Nacht das All noch schlief- Und in's Dasein trat die Erde, Da die Liebe liebend rief. Millionen von Gestalten Grüßte bald dein Vaterblick, Und dein Herz, das All umfassend, Freute sich der Wesen Glück. 2. Doch von Millionen Wesen Blickte keines zu dir auf; ww Keines konnt' in Sternen lesen: Einer lenkt den Erdenlauf!" Sonn' und Mond und tausend Welten Kreifeten in goldner Pracht; Keines sah die Welten glänzen, Keines den, der sie gemacht. 3. Nochmals rief, o Gott! dein Werde, In der Liebe holdem Ton: Da erstand dem Schooß der Erde Der Natur geliebter Sohn. Und der Wesen reiche Kette Hatte nun den schönsten Ring, Und die Schöpfung eine Zierde, Die von Gott die Weih' empfing. 4. Aufwärts schaue! Süße Kunde, Daß wir nicht des Staubes sind Tont' es aus des Vaters Munde, Und zum Himmel blickt das Kind; Ahnet den verborgnen Meister In dem großen Meisterwerk; Ahnet Gott im Himmel droben Gott ist nun sein Augenmerk. 0 105 5. O die heiligste der Wonnen! Mensch, erkenne dein Geschick! Mehr bist du denn alle Sonnen; Ueber Sonnen reicht dein Blick! Meinen Schöpfer kann ich ahnen, Schauen in das Himmelszelt; Meine Seele kann ihn finden In den Räumen dieser Welt. N 87. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Zwiefach geh'n die Lebenspfade Durch das dunkle Erdenrund; Dieser führt zur Himmelsgnade, Jener in den Höllengrund. Hin zu Gott führt mich der eine, Und der andre führt zurück. Wohin lenk' ich meine Schritte? Wohin richt' ich meinen Blick? 2. ,, Denke! wähle!" rief der Vater, Faffe meine treue Hand." Und so hast du, mein Berather, In die Fremde mich gesandt. Inn'rem Triebe folgt die Schöpfung, Bis zum Engel an dem Thron; Ich bin Kind im Vaterhause, Bin der Freiheit freier Sohn. - 3. Wohl kann ich das Recht ergreifen, Kann den Weg, der zu dir weis't, Wandeln ohne abzuschweifen: Freier Wille lenkt den Geist. Mag die Sünde blendend glänzen, Locken mich im süßen Ton; Fester Wille ist die Waffe Für der Freiheit freien Sohn. 1. - 106 4. Selbst wenn mir im Busen lodert Heiße Gluth der Leidenschaft; - Selbst wenn Gott mein Liebstes fodert Herr, du gabst mir Stark und Kraft, Auch den Flammen zu gebieten, Auch das Liebste dir zu weih'n. Nichts den Geist, den freien, zwinget; Nimmer darf ich Sclave sein. 5. Gott, sei du nur mein Begleiter! Kühn dringt dann mein Geist empor; Auf der Tugend hoher Leiter Zeigt sich mir des Himmels Thor. Nie kann dann der Schein mich blenden, Nie der falsche Geist der Zeit; Und ein göttlich freies Leben Bahnt den Weg zur Ewigkeit. 88. Mel. Herr, du erforschest mich. Mein Herz verdammt mich nicht, wenn Gottes Weg ich wandle, Und fromm nicht scheine nur, auch fromm im Leben handle; Selbst wenn ich irre ging und bang das Herz mir schlug, Weil seine Vaterhuld es mir entgegen trug. 2. Verdammt mein Herz mich nicht, so mag die Welt mich richten, Und meine Tugend schmäh'n und ihren Ruhm vernichten; Ich faff' mich in Geduld, und blicke himmelwarts- Und es besänftigt sich bald des Gekrånkten Schmerz. 3. Verdammt mein Herz mich nicht, so will ich in den Tagen, Wo große Noth mich drångt: Gott, warum das?" nicht fragen. 11 Sie ist kein Zorngericht, ist Vatergüte nur; Der Stürme Segen strahlt im Gold der Wehrenflur. 107 4. Verdammt mein Herz mich nicht, wie will ich freudig sterben! Geziemt der Unmuth wohl des nahen Himmels Erben? Und mischt die Bangigkeit sich in den Todesschmerz, So weiß ich: der mich ruft, ruft mich an's Vaterherz. 5. Mein Herz verdammt mich nicht! Gott in deiner Gnade Fand diesen Frieden ich auf meinem Lebenspfade. Der mich von Ewigkeit als Vater hat geliebt, Schenkt einen Frieden mir, den alle Welt nicht giebt. - - 89. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Sott, ich weile wonnetrunken Hier vor deinem Ungesicht; In mir glüht ein Himmelsfunken, Der Erkenntniß göttlich Licht. Darum trågt's mich in die Höhe O, der Geist zum Geiste zieht! Gott, ich ahne dich und jauchze, Schauer füllen mein Gemüth. 2. Und der Gottesfunken bahnet Sich noch einen kühnern Pfad; Was der Blick nur dunkel ahnet, Reift dem Geist zur lichten Saat. Kühnen Flugs schwingt sich die Seele Hoch und immer höher auf; Will dich denken, Gott, erkennen, Ungehemmt in ihrem Lauf. 3. Denken will ich dich, erkennen, Schauen dich, o Gott, im Geist; Dich, den keine Namen nennen, Keine Sprache würdig preis't; Mit des Herzens heil'gen Flammen Glüh'n für dich, mein Gott und Herr, Will dir immer näher kommen, Besser werden, heiliger. - 108 - 4. O die seligste der Wonnen! Denken, finden dich, o Herr! In dem Stäubchen, in den Sonnen Dich erkennen, Ewiger! O daß diese lichte Quelle Fließe jedem Menschenkind, Und daß wir verstehen lernen, Daß wir deines Geistes sind! 90. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Groß, o Herr! ist deine Güte, Wer verkündet deinen Ruhm! Owie dürftet mein Gemüthe, Gott, nach deinem Heiligthum! Mehr denn Våter ihre Kinder, Liebt uns, Gott, dein Vaterherz! Darum zieht's den Geist nach oben, Und der Blick schaut himmelwärts. 2. Doch wofür zuerst dich preisen, - Großer Schöpfer der Natur? Zeigt sich ja in allen Kreisen, Deiner Gnade heil'ge Spur! Ew'ger Vater, daß ich meinen Inn'gen Dank dir stammeln kann, Für Gefühle Worte habe: Dank, o Gott, nimm dafür an! 3. O der Sprache Wunderlaute! Sie kennt keine Creatur, Die der Herr aus Staub erbaute; Edle Gottgebilde nur, Denen Licht aus Himmelshöhen In der ew'gen Seele fließt, Offenbaren in dem Worte, Was der Busen in sich schließt. 109 4. Was die Geister Hohes denken, Was sich reget im Gefühl, Mag's der Erdenstaub beschränken, Sei der Himmel selbst das Ziel Worte können es verkünden, Festgehalten von dem Ton. Wer begreifet, Gott, dies Wunder, Offenbart am Erdensohn? - --5. Was mit Menschenheil verbunden, Gränzend an die Geisterwelt; Was die finstern Lebensstunden Sanft erheitert und erhellt, Treuer Liebe Himmelswonnen, Und der Freundschaft Hochgewinn Nur der Sprache süße Klånge Zieh'n das Herz zum Herzen hin. 6. Könnt' ich dir so freudig singen, Steigen, Gott, zu dir empor, Könnt' ich aufwärts jetzt mich schwingen, Stimmen in der Engel Chor, Wäre nicht der Töne Leiter Auf die Erde festgestellt? Sie nur trågt mich in die Höhe, Bringt mich nah' dem Herrn der Welt. 7. Darum will ich nimmer schweigen, Preisen soll dich, Gott, mein Mund! Dir soll unsre Lippe zeugen, Deine Wunder thu' sie kund; Und so lang' der Geist noch sinnet, Und so lang' das Herz noch glüht, Rühm' ich deine Vatertreue, Jauchzt dir, Gott! mein heilig Lied. Chor. - 110 91.( p. 8.) Eigene Melodie. Herr, unser Gott, wie groß bist du, Wie herrlich ist dein Name! - Dich preis't der Himmel jauchzend Chor, Aus allen Landen steigt dir Lob empor! 1. Der Säugling an der Mutterbrust Ist deine Freud' und Lust; Der holden Unschuld frommes Lallen Dein Wohlgefallen. Du hast dein Bild ihm aufgeprägt, Ihm Lebensgeist in's Herz gelegt. Der Kindlein Blick und Mund Macht deine Güte kund. Chor. Herr, unser Gott u. s. w. 2. Ich blicke deine Himmel an, Den Mond in seiner Bahn, Die Sterne, deines Fingers Werke, Du Gott der Stärke, Wie groß bist du! wie ist so groß Der Weltenstrom, der dir entfloß! Der Mensch wie schwach und klein! Und du gedenkest sein! - Chor. Herr, unser Gott u. s. w. 3. Du hast zu Kraft und Majestát Der Erde Sohn erhöht; Hast ihn, obwohl aus Staub geboren, Dir auserkoren. Gekrönt mit Herrlichkeit und Ruhm Steht er in deinem Heiligthum, Ein Herrscher groß und hehr, Ihm huldigt Land und Meer. Chor. Herr, unser Gott u. f. w. 111 92.( Nach Pf. 8.) Eigene Melodie. 1. Herr, unser Gott, wie herrlich ist, Wie groß dein Nam' in allen Landen! Der Ruf, daß du allmächtig bist, Wird in der ganzen Welt verstanden. Dich macht der Erde schönes weites Rund, Dich der erhab'ne Bau des Himmels kund. - 2. Der Säugling schon verherrlicht dich, Es zeugt von dir sein zartes Lallen. Bei seinen Lauten schämen sich dy Vor dir, die von dir abgefallen.anne Du båndigst durch sein Lächeln sanft und mild Selbst Herzen, die der Rachsucht Wuth erfüllt. 3. Ich schau' in stiller Nacht empor: Es steh'n am weiten Himmelsbogen Des Mondes Licht, der Sterne Chor In großen Bildern aufgezogen; Und hinter ihnen schwebt die hohe Hand, Auf deren Wink einst diese Pracht entstand. 4. Was ist der Mensch, der Erdensohn, Daß du, o Gott, noch sein gedenkest, Und liebevoll von deinem Thron Ihn ansiehst, und sein Leben lenkest?- Durch deine Vaterhuld, der Gottheit nah', Steht einzig er in hehrer Würde da. 5. Du machtest ihn im Erdenthal Zum Herrscher über deine Werke; Die Thiere, groß an Kraft und Zahl, Erliegen vor des Menschen Stärke. Ihm ist das Feld, die Luft, der Ocean, Die ganze Thierwelt ist ihm unterthan. 6. Ihm huldigt das Gewild der Flur, Ihm in den Lüften das Geflügel; Sein Blick erschaut der Fische Spur, 112 Der Abgrund auch folgt seinem Zügel. Er bahnt sich Wege durch das weite Meer, Und überall auf Erden herrschet er. 7. Herr, unser Gott, wie herrlich ist, Wie groß dein Nam' in allen Landen! Der Ruf, daß du allmächtig bist, Wird in der ganzen Welt verstanden. Er hallt auf Erden, auf der wilden See, Und tönt hernieder aus der Himmelshöh'. IV. Seine Bestimmung zur Tugend und Vollkommenheit. dinsd a. Fortgang zum Bessern. 93. Eigene Melodie. 1. Mensch, erhebe dich zum Schöpfer droben, Der so väterlich sein Kind bedacht; Der dem niedern Staube dich enthoben, Reinen Geistern ähnlich dich gemacht! Ja, zum Liebling hat dich Gott geweiht, Dich zum Erben der Unsterblichkeit! 2. Bild bist du, o Mensch, in Gottes Bilde, Geist von seinem Geiste wirkst du hier; Auserkoren von des Schöpfers Milde, Wurdest du der Schöpfung höchste Zier. Aufwärts schwinget sich der Menschengeist, Bis er würdig seinen Schöpfer preis't. 3. Er erspåhet auch die tiefsten Tiefen, Bis er kühn des Zweifels Nacht durchbricht; Und die Kräfte, so verborgen schliefen, Seinem Forscherblick entgeh'n sie nicht. Er strebt unermüdet, ringt und schafft, Ihn durchströmet seines Schöpfers Kraft. - --113 4. Gott, von deinem unerforschten Wesen Sucht der Menschengeist die heil'ge Spur; Kann den Bildner, kann den Meister lesen In dem großen Buche der Natur Fleht an deinem heil'gen Altar, Deine Liebe wird ihm offenbar. 5. Freiheit hast du, Gott, dem Geist gegeben! Freiheit ist des Geistes lichter Strahl; Dieser Weg führt hin zum ew'gen Leben; Jener führet in das Schattenthal. Selber zeuch, o Mensch, das Erdenloos Glück und Elend ruh'n in deinem Schooß! 6. Was nur athmet, folget blinden Trieben Gott, auf welcher Höhe steht dein Kind! Sonder Zwang soll ich die Tugend üben, Frevel meiden, weil sie Frevel sind. Nein, o Gott, mich zwinget nichts zur That; Mir gehört die Ernte, wie die Saat! 7. Herr, mein Gott, du hast mir viel gegeben; Hast so Großes für dein Kind gethan. Darum will ich immer aufwärts streben, 94. Eigene Melodie. 1. Zeitenlenker, Menschenvater, Nimmer weichen von der Tugend Bahn; Nie vergessen, daß dein heil'ger Ruf Mich in deinem Ebenbild' erschuf. Der du hoch im Himmel thronest, Wie auf niedrer Erde hier! Auch in meinem Herzen wohnest Du, mein Tröster, mein Berather! Gläubig schau' ich auf auf zu dir. - 2. Deine stets erneute Liebe, - Deiner Gnade Segensquellen 114 S Müssen, Höchster, meine Brust Stets zum heißen Danke schwellen! Und es jauchzen alle Triebe Dir mit Rührung und mit Lust! 3. Ueber Zeit und Raum erhaben Waltest du, Herr, Gott der Ehre, In der Engel lichtem Chor; Und in unsrer Erdensphäre Kronst du uns mit deinen Gaben, Ziehst den Staub zu dir empor. 4. Lehr' mich fühlen meine Würde, Meinen Menschenadel kennen, Daß ich mich durch deine Huld Darf nach deinem Namen nennen! Sei auch schwer des Lebens Bürde, Mich entweihe keine Schuld. 5. Für die Fülle deiner Gnade Willst du nur von uns verlangen, Daß wir halten dein Gebot; Daß wir kindlich an dir hangen, Wandeln auf der Tugend Pfade, In der Freud' und in der Noth. 6. Und ich könnte dein vergessen, Könnt im schnöden Uebermuthe, Mich der niedern Sünde weih'n! Nein, ich lieb' und will das Gute! Herr, deß Huld nie zu ermessen, Ewig, ewig bleib' ich dein! 7. Stårke du mich in dem Glauben Un das Ew'ge, Gute, Wahre! Leite mich an deiner Hand Durch das Leben bis zur Bahre! Dich kann mir der Tod nicht rauben: Droben ist mein Vaterland! - -- 115 - 95. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. 1. Was hilft es mir, daß ich der Erbe Von Gottes heil'ger Lehre bin, Wenn ich mein Heil mir selbst verderbe Durch irdischen, verkehrten Sinn? Was frommt es, Gottes Wort zu kennen, Das mir so großen Lohn verspricht, Wenn Leidenschaften in mir brennen, Die mich entfernen von der Pflicht? 2. Kann ich, von Ehrsucht angetrieben, Den Schöpfer ehren, wie ich soll? Und kann ich meinen Nächsten lieben, Bin ich von Eigenliebe voll? Dien' ich der Habsucht und dem Neide, Kann ich dann Gottes Diener sein? Und ist die Erde meine Freude, Wird mich der Himmel dann erfreu'n? 3. daß mein reger Geist es merke, Wozu er hier auf Erden weilt! Wozu ihm Wille, Licht und Stärke Vom Gott des Lebens sind ertheilt! Den Sieg im Kampfe zu erringen, Dem höh'ren Leben sich zu weih'n; Die wilden Triebe zu bezwingen, Und seines Gottes werth zu sein. 4. Mein Ruhm sei es, mein Stolz auf Erden, Dem Dienste Gottes mich zu weih'n; Ein Werkzeug seiner Huld zu werden, Soll Richtschnur meines Lebens sein. Und meine Liebe will ich lenken Auf meiner Mitgeschöpfe Kreis; Will nimmer meinen Nächsten kränken, Will wirken meinem Gott zum Preis. — 116 5. Nach heil'gen Werken will ich streben; Vermeiden allen falschen Schein; Die höchste Zier in meinem Leben Soll immerdar die Tugend sein; Will mich gesellen zu den Frommen, Mich halten stets auf ihrer Bahn. Und wird auch Alles mir genommen Die Frömmigkeit führt himmelan. 6. So ist der Höchste meine Wonne, Sein Bundeswort ist meine Zier; Die Nacht wird mir zur Mittagssonne, Das Licht der Tugend leuchtet mir. Ich walle fröhlich bis zum Grabe, Mit freiem Sinn und festem Schritt; Der Erde bleibe meine Habe Nur meine Tugend nehm' ich mit! Beständigkeit Sei ihm geweiht 96. Eigene Melodie. 1. Preis', Israel, preif' hoch den Herrn, Durch dessen Kraft wir leben! Er ist mit uns und hilft uns gern; Laßt ihn uns froh erheben! Im Heiligungsgeschäfte; Er schenkt uns neue Kräfte. - 20 Gefahr und Müh', Verleit' uns nie, 2. Mit festem Schritt dem Guten treu, Laßt uns zum Himmel wandeln; Von Menschenfurcht und Habsucht frei. Stets redlich denken, handeln. Von Pflicht und Recht zu weichen, Gott, laß uns dies erreichen! R 111 3. Ist dann der Lebensweg auch steil, Hinauf zum Ziel zu dringen, Trifft uns auch der Verleumdung Pfeil- Wir werden's doch erringen! Denn Seelenruh' Strömt Muth uns zu; Auf unserm Tugendpfade Erhält uns Gottes Gnade. 4. Der Fromme stehet felfenfest 1. In Nacht und grausem Wetter, Und wenn ihn Alles hier verläßt, Bleibst du ihm, Vater, Retter. Nicht Schmerz, nicht Noth, Auch nicht der Tod Raubt ihm im Kampf hienieden Des reinen Herzens Frieden. 5. Drum lasset uns von Eifer glüh'n, Dem Guten nachzustreben; Nicht scheu'n der Tugend ernste Müh'n, Ihr weih'n das ganze Leben. Dann leuchtet schön Auf Gottes Höh'n Uns einst nach Gram und Sorgen Des bessern Lebens Morgen. 97. Eigene Melodie. Da as Erdenrund mit seiner Pracht, Die Welt mit ihren Schäßen Hat Gottes Huld hervorgebracht, Den Menschen zu ergößen. Kein Jammerthal ist der Planet, Wo liebend, Gott, dein Odem weht! 2. Gar freundlich schaut dein Vaterblick Auf deine Welten nieder; 118 Du freust dich deiner Kinder Glück, Und ihrer Jubellieder. — Sie steigen auf zu deinem Thron Du hörst den heil'gen Wonneton. 3. Ja, Freud' ist deiner Schöpfung Ziel, Hast uns geweiht dem Segen; Drum gabst du Geist uns und Gefühl, Den Lebensbaum zu pflegen. Wir fliehen Kummer, Pein und Schmerz, Nach Freude dürstet unser Herz. 4. Und doch giebt es der Leiden viel Auf diesem Erdenrunde! SHULE So manches Herz, des Unglücks Spiel, Verblutet an der Wunde, Die ihm das Leben zugefügt: Es leidet - - ringet- und erliegt. 5. Doch dich nicht, o mein gut'ger Gott! Doch dich nicht trifft die Klage. Der Menschheit thrånenreiche Noth Und seufzerschwere Plage Entsprießen oft aus eigner Schuld Wir selbst verscherzen deine Huld. 6. Die Sünde bleibt des Unheils Quell, Die Mutter aller Qualen. Das Sonnenlicht sei noch so hell, Nie kann's zur Erde strahlen, Wird seine Majestät und Pracht Verhüllt von finst'rer Wolkennacht. 7. Gott will an seiner Vaterhand Zur Seligkeit uns leiten; Will uns bis an des Grabes Rand Auch irdisch Glück bereiten, Wenn wir der Sünde Dienst verschmäh'n, Und nur den Pfad der Tugend geh'n. - - 119 - 8. Drum pflanz', o Gott, in unsre Brust Den frommen Sinn der Tugend; Aus diesem Urquell reiner Lust Dem Greise wie der Jugend Erquicke täglich Geist und Herz Dann trägt die Freud' uns himmelwärts. 98. Eigene Melodie. 1. Wo auf der Andacht kühnsten Schwingen Der Geist, das Herz zu Gott sich hebt; Wo Heil'ge deinem Namen singen, Dein Psalm auf ihren Lippen schwebt: Da ist, o Gott, dein Reich auf Erden: Ich fühl mich besser, sel'ger werden. 2. Wo Gottes auserkorne Seher Dein Wort verkünden klar und rein, Daß sich, dem Quell der Wahrheit näher, Das Wesen sondert von dem Schein: Da fühl' ich mich der Erd' enthoben; Die Wahrheit trågt den Geist nach oben. 3. Wo in das reine Herz der Jugend Gestreuet wird die heil'ge Saat, Auf daß sie glühe für die Tugend Und reife jeder Edelthat: Da wird dein Reich, o Gott! gegründet; Mein Auge da den Himmel findet. 4. Verweil ich in der Edlen Mitte, Gal Wo bei der Weisheit Liebe thront; Belehrt mich ihre fromme Sitte, Wie man der Lieben liebreich schont: Dann daucht der Mensch mir größer, höher; Ich fühle mich dem Himmel näher. 120 5. So führe mich auf diesen Stufen, O Vater, näher zu dir hin! Und wirst du einst mich zu dir rufen Gebricht's mir nicht an Himmelsfinn: Du hast den Himmel dem beschieden, Der himmlisch denkt und wirkt hienieden. 99. Eigene Melodie. 1. Dein heilig Wort, o Gott, wird endlich siegen! Die Nacht wird weichen hellem Sonnenlicht; Die Sünde wird der Tugend unterliegen; Was du verheißen, Vater, trügt uns nicht. ,, Es werden aufwärts deine Kinder streben, Und jeglich Volk für Gott und Wahrheit leben." 2. Und mögen sich der Sünde Nebel thürmen, Wir fürchten nicht des Irrsinns schwarze Nacht. Du, Heil'ger! wirst dein Heiligthum beschirmen, Zerstören blinden Wahnes Herrschermacht; Wirst alle Gögen stürzen vom Altare, Und triumphiren wird das Ewig- Wahre. 3. Uns allesammt hast du, o Gott, berufen, 3u ringen nach dem hocherhab'nen Ziel. Erklimmen sollen wir die heil'gen Stufen, Und nie vergessen in dem Weltgewühl: Der gut'ge Vater in den lichten Höhen Will seine Kinder einst vollendet sehen. 4. Es giebt für uns kein bleibend Gut auf Erden; Sammt unserm Reichthum sinken wir in's Grab! Drum wollen wir an Tugend reicher werden, Sie bleibt dem Erdenpilger Schuß und Stab. Laß uns, o Gott, nach solchen Schäßen ringen, Die wir einst mit in unsre Heimath bringen! 44 121 100. Met. Sie haben mich gedränget. 1. Woher sind wir gekommen? Vom Himmel stammen wir! Der Erde einst entnommen, Geh'n, Vater, wir zu dir. 2. Wozu sind wir auf Erden? Der Tugend uns zu weih'n, Des Himmels werth zu werden. O schönes Erdensein! 3. Wohin geht unser Leben? Hoch über Raum und Zeit Schwingt fühn sich unser Streben Hinauf zur Ewigkeit. 4. Gott, der von Himmelshöhen Zur Erde uns gefandt: Laß würdig einst uns gehen In's beff're Vaterland! b. Ewigkeit des Geistes( Unsterblichkeit). 101. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. In der Seele tiefstem Grunde Reget sich ein Gottesgeist; Mir verkündet's jede Stunde, Daß um ihn das Leben kreis't. Ulles Denken, alles Wirken Wird von diesem Geist belebt; Gränzenlos und sonder Schranken, Wenn er vorwärts, aufwärts strebt. 2. So nur können Wesen walten, Die sich ew'gen Daseins freu'n. Schwinden können die Gestalten Ewig muß die Seele sein. - 122 Unaufhaltsam dringt sie weiter, Wenn der Tod die Form zerbricht; Fessellos in höh'ren Räumen Trinket sie das ew'ge Licht. - 3. Seele, meine Seele, schwinge Dankend dich zu Gott empor! Auf dem großen Weltenringe Noch kein Stäubchen sich verlor. Umgestaltung- nie Vernichtung Ist Gesek in der Natur; Geister können nicht vergehen, Nie verliert sich ihre Spur. 4. Ja, mein Gott! für Ewigkeiten Schuf uns deine Baterhand; Unser warten Seligkeiten Dort in jenem Heimathland. Menschenleben, hier begonnen, Sieget dort ob Raum und Zeit. Unser Lebensfaden reichet, Gott, in die Unendlichkeit. 102. Mel. Gott, du Heil'ger, deine Ehre. 1. Raschen Lauf's verfließt auf Erden Unser Sein im Strom der Zeit; Wir entsteh'n, wir sind und werden Weggerückt zur Ewigkeit. Jeder Tag weht von dem Baume Unsers Lebens Blüthen ab, Und nach einem kurzen Traume Sinken wir dahin in's Grab. 2. Eins nur bleibt uns unsre Thaten, Reines Sinns in Gott gethan; Sie sind ausgestreute Saaten, Reifend einst auf höher'm Plan. - 123 Und von ihrem Kranz umgeben, Fliegt, wenn unsre Hülle fällt, Aus dem niedern, dumpfen Leben Unser Geist zur höhern Welt. 3. Dort erglånzt der Menschheit Blüthe Ewig schön und ewig neu; Dort, in ihrer reinen Güte, Von der Sünden Unhauch frei. Heiter stets und fröhlich wallen Die Unsterblichen zum Lohn Ihrer Thaten in den Hallen Gottes, näher seinem Thron. 4. Hier muß oft die Tugend kämpfen Mit dem Sturm der Leidenschaft Und des Lebens Lasten dåmpfen Tausendfach des Herzens Kraft; Doch nach diesem Kampf hienieden, Nach des Erdenlebens Schmerz, Findet dort den ew'gen Frieden, Dort die höchste Lust das Herz. 5. Gott, wir wandeln hier im Thale Der Beschränkung und der Zeit, Glücklich doch im hellen Strahle Deiner Huld und Freundlichkeit. Fröhlich durch den Blick nach oben, Fröhlich auf der Bahn der Pflicht; Hoffend, besser dich zu loben Einst in deines Thrones Licht. 6. Hilf uns, da wir hier noch wallen, Stets dich fürchten, Gutes thun; Thun nach deinem Wohlgefallen, Um in Frieden einst zu ruh'n. Tauschen uns mit ihrem Scheine Nimmer Sinnenlust und Wahn! Nein, o Gott! dein Geist, der reine, Führ' uns stets auf ebner Bahn. 6* 124 103. Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Wir fliehen nicht, verschmähen nicht die Freude Um Leben, ob auch oft das Herz sich sehnt Nach Gottes Nähe, wenn im trüben Leide Lang' und vergeblich schon das Auge thrånt. Wir schau'n dann über uns den Himmel offen, Wir ahnen selig eine beff're Welt; Zur lautern Wahrheit wird das gläub'ge Hoffen, Wenn reiner Freude Strahl in's Leben fällt. 2. Entzücket uns die Erd' im milden Lichte, Entzücket uns die schön verjüngte Flur; Erfreu'n wir uns der Blüthen und der Früchte, Die unerschöpflich spendet die Natur: Dann, dann erhebt zum lichten Glanz der Sterne Das Vorgefühl des Himmes unsern Blick; Er schweift hinaus in unermeßne Ferne Und sehnt sich nach des künft'gen Schauens Glück. 3. Wenn wir geliebt im Kreis der Lieben weilen, Das Auge froh auf theuren Wesen ruht, Die treulich Schmerz und Wonne mit uns theilen, Zu neuer That entflammend unsern Muth: Dann, dann fühlt mächtig sich das Herz gehoben, Und weiter wird des Daseins enger Raum; Die Liebe hofft und glaubet, daß dort oben Der neue Liebesbund sei mehr als leerer Traum. 4. Und freu'n wir uns in einsam stillen Stunden, Daß Menschenhand viel Gutes auch gebaut; Sind wir beglückt, daß wir uns treu erfunden In dem Berufe, den uns Gott vertraut: Dann ahnen wir, daß Recht und Wahrheit siege, Und sehen schon des Sieges Palme weh'n; Und ob auch manche Erdenfrucht uns g'nüge, Strebt doch der Geist nach der Vollendung Höh'n. 125 5. Ja, Wahrheit wird das Ahnen und das Hoffen, Wenn reiner Freude Strahl in's Leben fällt; Wir seh'n dann über uns den Himmel offen, Und harren freudig einer bessern Welt. Was du, Allvater, uns in's Herz geschrieben, Dem trauen wir und wanken ewig nicht. So wollen wir denn glauben, dulden, lieben, Vor dir uns freu'n, bis unser Auge bricht. —- - 104. Eigene Melodie. 1. Ach, des Lebens Blüthen fallen, Wenn der letzte Engel ruft; Dumpfe Trauertöne hallen Um die stille, kühle Gruft. 2. Weh'! Es ist dahin geschwunden Meines Herzens Wonn' und Lust! Wer gießt Balfam in die Wunden? O, wer heilt die kranke Brust? 3. Aufwärts richt' ich meine Blicke, Schau' zu meinem Gott empor; Auch im herbsten Mißgeschicke Lauschet seinem Trost mein Ohr. 4. ,, Weine nicht um deine Todten; Deine Lieben sind auch mein; Und der sanfte Friedensboten Weihet sie dem bessern Sein. 5. Zittre nicht vor leeren Namen, - Vor Verwesung, Tod und Grab; Denn die dieser Erd' entkamen, Streiften das Gewand nur ab." 6. So ruft Gott mir in's Gemüthe Gottes Stimme täuscht mich nicht. Der Verwesung folgt die Blüthe, Und dem Dunkel folgt das Licht. - 126 - 105. Eigene Melodie. 1. Nein, mein Gott, mir grauet nicht, Bangt nicht vor dem Tod. Ob verlischt das Sonnenlicht Strahlend Abendroth Kündigt neue Sonnen an, Neuer Morgen glänzt heran. 2. Du hast zur Unsterblichkeit Mich berufen, Gott! Schufft mich für die Ewigkeit, Weihst mich nicht dem Tod; Pflanztest in des Menschen Brust Unerschöpfte Lebenslust. 3. Welten denkt der Geist in mir, Denket, Vater, dich! Lebt hienieden schon mit dir, Schmachtet, sehnet sich Nach dem ew'gen Vaterland Also schuf mich deine Hand! 4. Ewig zieht es mich hinauf, Trågt mich in die Höh'; Ungefesselt ist mein Lauf. Wo ich sinnend steh', Will der Geist stets höher steh'n Dennoch sollt' er untergeh'n? 5. Nein, o Seele, bange nicht, Fürchte nicht den Tod; Nie verdunkelt sich dein Licht. Ew'ger, dein Gebot Rufet: Seele, wandre aus, Gehe hin in's Baterhaus! - 1. 2. 3. 127 106. Eigene Melodie. Erdennacht Ist bald durchwacht, Und ein lichter Morgen Strahlt uns mild herauf. Blick zu Gott hinauf: 8 Dort bist du geborgen! Erdentraum Umfångt uns kaum Und die Täuschung fliehet. Dort, wo Wahrheitslicht Durch die Nebel bricht, Wahres Glück uns blühet. Erdenleid Und Erdenfreud' Sind von kurzer Dauer, In der Ewigkeit Nur ist Seligkeit, Schwinden Schmerz und Trauer. Erdensein Ist leerer Schein; Doch ein ew'ges Leben Wirst du, höchster Gott! Einst nach Schmerz und Noth Meiner Seele geben. 107. Eigene Melodie. 1. Nach dem Leben, reich an Qualen, Wird ein schöner Morgen strahlen In der höhern, bessern Welt. Alle Schmerzen, alle Leiden Wandeln dort sich um in Freuden, Wenn des Geistes Hülle fällt. DES OP 128 2. Wer so manches theure Leben Muß dem Himmel wiedergeben, Wird in jenen lichten Höh'n, Wo die Geister sich erkennen, Um nie wieder sich zu trennen, Seine Lieben wiederseh'n. - 3. Freundschaft und der Liebe Flammen, Die aus bessern Welten stammen, Können nimmermehr vergeh'n. Ueber Grab und Erdenleben Werden sie sich kühn erheben, Werden ewig sie besteh'n! 4. Wenn wir in des Körpers Banden Oft das Hih're nicht verstanden, Uns so manches dunkel war: Dort in jenen lichten Sphären, Wo die Seelen sich verklären, Wird uns Alles hell und klar. 5. Dort wird gläubiges Vertrauen Ihn in seiner Größe schauen, Der im reinsten Lichte thront.. Schwing' dich auf zu jenen Fernen, O mein Geist! wo über Sternen Dir ein lieber Vater wohnt. 108. Mel. Es lebt ein Gott zc. 1. Unsterblichkeit, du Hochgedanken! Gedanken an die Ewigkeit, An ew'ge Wonne sonder Schranken, Erhaben über Raum und Zeit: Wer hat dich mir in's Herz gesenkt? Der Gott, der alle Welten lenkt. 2. Du Ahnung einer Himmelsleiter, Die bis zum ew'gen Gotte reicht, 129 Die meinen Geist trågt immer weiter 3u ihm empor, dem Niemand gleicht: Wer hat dich mir in's Herz gesenkt? Der Gott, der alle Welten lenkt. - 3. Du Glauben an den Bund des Lebens, Geknüpft von meines Gottes Hand, Daß keine Seele ward vergebens, Dem Bunde keine je entschwand: Wer hat dich mir in's Herz gesenkt? Der Gott, der alle Weltn lenkt. 4. Du Zuversicht zum Preis des Guten, Zu einer Tugend ew'gen Werth; Daß mit der Liebe Flammengluthen Der Gute stets den Guten ehrt: Wer hat dich mir in's Herz gesenkt? Der Gott, der alle Welten lenkt. 5. Ja, Gott, du Herr der Ewigkeiten, Der Tugend und der Liebe Quell! Du willst den Geist zu dir geleiten, Drum strahlt in mir dein Licht so hell. Was meine Seele Großes denkt, Du hast mir's tief in's Herz gesenkt. 109. Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Hochheiliger, dich loben alle Zungen! Dich rühmt, was dieses Erdenrund bewohnt! Auch unser Lied sei freudig dir gesungen, Dir, der im allerreinsten Lichte thront. 2. Du schufft, o Gott, zum Preise deiner Werke Den Menschen, deinem heil'gen Bilde gleich, Verliehst ihm Freiheit, und zur Tugend Stärke, Und Glauben an ein höh'res, sel'ges Reich. 130 3. Hier stehen wir vor deinen Vaterblicken, Und Dank entsteigt aus Herzenstiefen dir; Wir fühlen es mit himmlischem Entzücken: Unsterblich, gut'ger Schöpfer! leben wir. - CH 4. O, laß uns, guter Vater, nie vergessen: Der Erdenbahn folgt eine höh're Welt, Wo jedem dann sein Lohn wird zugemessen, Gerechtigkeit die strenge Wage hält. 5. Das geb' uns Muth, stets tugendhaft zu handeln, Das schrecke Jeden von der Bosheit ab, Daß wir in reiner Unschuld vor dir wandeln, Bis unsern Leib umschließt das stille Grab. 6. Und schlägt für uns des Lebens lette Stunde, Erscheint die lange důstre Todesnacht;- Dann geh', wie heute noch, aus unserm Munde Der Ausspruch: Es ist alles gut gemacht! 110. Met. Wer unterm Schirm des Höchsten ruht. Nicht 1. Cicht bloß die Erde bringt dir Dank, Allmächt'ger! Preis und Ehre; Es jubeln ihren Lobgesang Dir alle Himmelsheere! Die sternenvollen Himmelshöh'n, Die Welten, die wir dåmmern seh'n, Sie rühmen deine Liebe. 2. Nicht bloß die Erde faßt die Zahl Der Geister, die dich kennen; Durchglüht von deinem Lebensstrahl, Dich Gott und Vater nennen. deiner Engel dienend Heer Ist zahllos, wie der Sand am Meer; Du, Gott, nur kennst sie alle!, 3. Vom unermeß'nen Weltenraum Ist rings die Erd' umgränzet, 131 Ein Funken nur am Sternenfaum, Der, Lichtquell, dich umglånzet. Wer faffet die Unendlichkeit? d Wir ahnen nur in Dunkelheit Der Schöpfung ew'ges Wunder. 4. Der Geister Leben floß aus dir, Dem Urquell der Gedanken. Von die entsprungen sind auch wir, Gefügt in ird'sche Schranken. Und wenn einst dieser Leib zerfällt, So kehrt der Geist zur Geisterwelt, Wie Licht zum Lichte kehret. 5. Dann werden wir den Sel'gen nah'n, Die schon auf Erden lebten, Und treu und heilig uns voran Nach ihrem Ziele strebten. Dann mischt sich froher unser Dank In aller Engel Lobgefang, Der ewig Gott erschallet. 111. Eigene Melodie. 1. Lebensquelle! Lebensspender! Freude athmen alle Wesen; Alle, alle sind sie nahe Deinem Herzen. e 2. Deinem Herzen, Vater droben!!! Sind sie theuer; du umfassest Sie mit Liebe, und sie jauchzen Deinem Rufe. 3. Deinem Rufe folgen einstens Deine Kinder zu dem Mahle, Das der Vater in der Heimath Ju Allen weihet. 132 4. Allen weihet! Thoren wähnen: Du verdammest, die im Irrthum Nicht dem Führer treulich folgen, Dich verkennen - 6. Deine Liebe - 5. Dich verkennen? Nein, du Güt'ger! Kranken Kindern schenkst du Gnade, Deffnest Schwachen das Verständniß Deiner Liebe. - - 0, sie leitet Sanft die Blinden, bis sie lernen Deine Wege, und dich schauen, Unerforschter! 7. Unerforschter! nicht verzag' ich Ob dem Rufe. Hier ist Damm'rung Blaffer Monde- dort am Throne Glühen Sonnen. 8. Sonnen glühen meinem Auge, Für das Lichtmeer ausgebildet. Darum rufe, rufe Vater! Zu dir eil ich. 9. Zu dir eil' ich! Mit dem Seraph, Mit dem Cherub, dir zu dienen, Dir zu leben, dein zu bleiben, Ewig, ewig! 112. Eigene Melodie. 1. Nicht sterben werd' ich, nein, ich werde leben, Und Gottes Thaten, Gottes Ruhm erheben! Des Menschen Seele ist ein Gotteslicht; Sie schwingt sich auf von niedern Erdenzonen, Bis zu des Himmels höchsten Regionen- Und dieser hohe Flug genügt ihr nicht; Im Lichte selbst sucht sie nach hellerm Licht. Nein, sterben werd' ich nicht, ich werde leben, Um zu des Lichtes Urquell hinzustreben! 133 2. Von Wundern Gottes bin ich rings umgeben, Nicht faff' ich sie in diesem Erdenleben; Mein Geist ist hier gefesselt, ist nicht frei. Doch, daß im Werk den Meister ich erkenne, Und ihn, den Einigen, den Heil'gen nenne: Dies sagt mir, daß ich mehr, als Erde sei, Daß ich entfesselt werd' und wieder frei. Nein, sterben werd' ich nicht, ich werde leben, In Gottes Nähe höher mich zu heben. 3. Es sind der Pflichten viele mir gegeben, Sie reichen weiter als dies Pilgerleben; Auf Gottes Nähe zeigt ihr heil'ger Sinn. Mich hat, so klein und schwach ich auch geboren, Die Allmacht selbst zu ihrem Dienst erkoren; O dieser Dienst, er sagt mir, wer ich bin, Und füllt mit Stolz den hocherfreuten Sinn. Nicht sterben werd' ich, nein, ich werde leben, Um ganz dem Dienst des Herrn mich hinzugeben. 4. Auch Schmerzen sind und Leiden mir gegeben, Sie machen tüchtig mich zum höhern Leben. Wohl züchtiget als Vater mich der Herr, Doch låßt er mich vom Tode nicht erbeuten; Die Leiden sollen mich zum Himmel leiten, Mich besser machen, frommer, würdiger. O Dank für deine Züchtigungen, Herr! Ich sterbe nicht, nein, nein, ich werde leben, Und deine Gnade wird mich ganz umgeben. 5. Mag Nacht hienieden mich und Grab umgeben; Der Ew'ge ist mein Licht, er ist mein Leben! Warum, o meine Seele, so gebeugt? Was seufzest du in mir, o meine Seele! Vertrau' auf Gott, daß er für dich erwähle Nur das, was dir zum wahren Heil gereicht. Oharre sein, der sich so gnädig zeigt! Du wirst nicht sterben, du wirst ewig leben, Und einst geläutert Gottes Thron umschweben. - 134 Ice 6. Ich preise dich, o Gott, mit freud'gem Beben! Ich liebe dich, Gott, meine Kraft, mein Leben! Denn deine Gnade wirkt so groß in mir. Hienieden führst du mich durch deine Lehren, Und nimmst mich droben auf zu hohen Ehren; Schenkst diesen frohen Glauben mir schon hier. Wie groß, o Herr, ist deine Gnab' in mir! Ich sterbe nicht, nein, nein, ich werde leben, Und ewig, ewig deinen Ruhm erheben! 113. Eigene Melodie. 1. Triumph, Triumph, ich werde ſein, iste Ich werde nie, o nie vergehen! 40 Ich bin, o Gott, und bleibe dein, Entstammt aus Himmelshöhen. Der Leib nur sinkt in Nacht und Gruft Den Geist der Himmel zu sich ruft. 2. O dieser Glaube tauscht mich nicht: Nie endet Menschenleben. Warum denn will nach hellerm Licht Des Menschen Fürwiß streben, Will unverhüllt das Jenseits schau'n, Will nur dem Sinn, dem Sinn nur trau'n? 3. Was einstens Gott zum sel'gen Lohn Den Geistern hat beschieden, Ergründet nie des Staubes Sohn, So lang' er wallt hienieden. Nur wenn die letzte Schranke fällt, Zeigt sich im Licht die höh're Welt. 4. Ob ich auf diesem, jenem Stern Nach meinem Tode wohne; Ob nah' der Erde, oder fern Ich weil' an Gottes Throne! Und wer am Baterherzen ruht, Dem blüht das höchste Lebensgut. - 135 5. Genug, mir wird erhöh'te Kraft, Ein hell'res Licht mir werden; Dort schweiget jede Leidenschaft, Das Erbtheil dieser Erden. Die Tugend glänzt im reinsten Licht Vor meines Gottes Angesicht. @ 6. Dort werd' ich aus der Wahrheit Quell Die durft'ge Seel' erquicken; Verborgenes dann klar und hell Enthüllt seh'n meinen Blicken, Wenn dort der Vater zu mir spricht: Es werde und es bleibe Licht!" 11 7. Drum jauchze, jauchze Geist und Herz! foud Ich leb' mit Gott im Bunde! Und endet hier den Erdenschmerz Die letzte, finstre Stunde: An meines Gottes lichtem Thron Blüht mir der Tugend sel'ger Lohn. R >>>>>>> 3-03-<<< CE Dritte Abtheilung. Verbindung zwischen Gott und Menschen. A. Religion im Allgemeinen. ( Offenbarung, heilige Schrift, Gesek.) 114. Eigene Melodie. 1. Ruhig sein, wenn draußen Stürme wüthen, Wenn des Schicksals Welle tobend braus't; Heiter sein, wenn sich der Himmel schwärzet, Und die Nacht des Unglücks uns umgraus't: Lehrt den Erdensohn Nur Religion. 2. Unermüdlich wirken im Berufe, Jeder Pflicht uns willig unterzieh'n; Stets des großen Zieles zu gedenken, Und der Sünde Lockung gern entflieh'n: Lehrt den Erdensohn Nur Religion. 3. Treu und rein im Glauben zu beharren, Festzuhalten an der Våter Gott, Wenn des Glückes Sonnenschein uns blendet, Wenn das Leben prüft durch Schmerz und Noth: Lehrt den Erdensohn Nur Religion. 137 4. Froh in Gott am Morgen zu erwachen, und mit heiterm, gläubigem Vertrau'n Ruhig uns am Abend niederlegen, Heitern Sinnes in die Zukunft schau'n: Lehrt den Erdensohn Nur Religion. 5. Glücklich leben, selig einst zu sterben, Hoffend auf ein schön'res Himmelsland, Wo sich alles liebend wiederfindet, Was sich liebend einst auf Erden fand: Lehrt den Erdensohn Nur Religion. 6. Höchster Gott, der uns dies Gut gegeben, Dir ertönt des Dankes Wonnelaut! Religion hat deine Huld gesendet, Und auf sie das Heil der Welt gebaut. Sie ist Ziel und Lohn Für den Erdensohn. 7. Laß ihr Licht das Dasein mir erhellen, Mich geleiten auf des Lebens Fahrt! Laß durch sie die Seligkeit mich finden, Die du deinen Frommen aufbewahrt. Hin zu deinem Thron Führt Religion. G 115. Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Religion, vom Ew'gen uns gegeben, Ein Kleinod, mehr als alle Schäße werth! Sie führt den Menschen froh durch's Erdenleben, Wenn er auf ihre sanfte Stimme hört. 2. Sie lehrt uns, Gott als unsern Vater lieben, Verklärt die Tugend, heiliget die Pflicht; Sie lehrt das Schwerste willig, freudig üben, So oft des Höchsten Wille zu uns spricht. 138 3. Sich ehren, doch sich nimmer überschäßen, Dies lehrt den Menschen die Religion. Sie duldet nicht die Bruderpflicht verletzen; Sie schüßt die Hütte, wie den Königsthron. - 4. Und ist sie fern, so schwinden alle Rechte, Es gilt nicht Schwur, es gilt nicht Treue mehr. Die Menschen werden ihrer Sünde Knechte, Der Tugend Stimme findet kein Gehör. dod 5. Doch wo sie wohnt, veredeln sich die Freuden, Und reiner fließt des Lebens Quell dahin. Der Duldende trågt leichter seine Leiden; Durchy sie erheitert sich der trübe Sinn. 6. Und schlägt für uns des Lebens letzte Stunde, Führt uns der Tod in ein verhülltes Land: Dann tönet Wiederseh'n aus ihrem Munde; Im Scheiden reicht sie uns die Mutterhand. 116. Eigene Melodie. 1. Wohl ist sie schön, die Welt! Schön ist das Sternenzelt, Schön ist die Blumenflur. O schön ist die Natur In jeglicher Gestalt, Von Sonnenglanz umwallt! Doch ist sie starr und todt, Denk' ich sie sonder Gott. - 301 302 X mog nota 16 DA Was sie Was sie belebt- Der Glauben ist's Religion Verklärt das All zu Gottes Thron. 2. Frisch grünt das Leben mir, Und glühet für und für In Pracht und Goldesglanz, Im schlichten Blüthenkranz, 139 Bleibt eine Seele mein Im Sturm und Sonnenschein. Doch ist die Liebe todt, Gebricht dem Bunde Gott. Nur Gott ihn weiht Für Ewigkeit. Der Glauben nur Religion Stimmt süß und rein den Liebeston. - -- 3. Groß ist der Tugend Werth: Den Menschen sie verklärt, Der ihrer Allgewalt Und ihrer Lichtgestalt Das Knie in Demuth beugt, 02 Das Herz in Liebe neigt. Doch Tugend ohne Gott Bewährt sich nicht in Noth. In Gott nur lebt, In Gott nur strebt Sie aufwärts zu dem Himmelsthron; Die Tugend wird Religion. 4. Geläutert wird das Herz In Trübsal und in Schmerz; Das Leid macht sanft und weich, Un Mild' und Güte reich; Lehrt Menschen menschlich sein, Und sich der Brüder freu'n. Doch fehlt im Schmerze Gott Erniedrigt uns die Noth; Denn trübe Nacht, Wie Sonnenpracht, Nehm' ich vom Vater dann zum Lohn, Begleitet mich Religion. 5. Groß ist des Menschen Kraft, Und was sein Geist erschafft. In Fernen dringt sein Blick, Schaut vorwärts, schaut zurück, 140 Mist Sonnen, Welten aus, Die Meere sind sein Haus. Doch fehlt dem Geiste Gott Statt Leben schafft er Tod; Er höhnt die Pflicht, Ihm fehlt das Licht. Beglücken kann der Erdensohn Mit Gott nur und Religion. - -- 1. Gottes heilige Gesetze 117. Eigene Melodie. - Ehre jeder Erdensohn, Und der größte aller Schäße Bleib' ihm stets Religion. 2. Sie ist's, die das ewig Gute Schäßen und erkennen lehrt; Die, zur Uebung, mit dem Muthe Auch zugleich die Kraft gewährt. 3. Sie, die Himmlische, erweitert Für das Edle unsre Brust; Heiligt jede Regung, låutert Und erhöhet jede Lust. 4. Wer, erfüllt mit ihrer Liebe, Sie zur Führerinn sich wählt, Fühlt, wie alle edlen Triebe Sie zu hoher That beseelt. 5. Ja, des Himmels Bildniß spiegelt Sich im Herzen, wo sie wohnt, Und der Geist, von ihr beflügelt, Strebt zur Höhe, wo sie thront. 6. Mensch, von ihr belehrt, geleitet, Wirst du da stets sicher geh'n, Wo, wer sie verschmähet, gleitet, Selbst Vermeß'ne muthlos steh'n. 141 7. Großer Seelen Zierde, Wahrheit, Wird als Freundinn dir sich weih'n; Eine Leiterin voll Klarheit, Dir im Gang durch's Leben sein. www 8. Ihr wird Weisheit sich verbinden, Die des Lebens Werth erhöht, Wählen, handeln lehrt aus Gründen, Und des Schmeichlers Stimme schmäht. 9. So gestärkt, treu fortzuschreiten Auf des Wirkens Bahn bemüht, Wirst du Heil um dich verbreiten, Bis das kurze Leben flieht. 10. Du wirst, Frieden im Gewissen, Ruh' im Herzen, voll und rein, Jede edle Luft genießen; Wirst geehrt, gesegnet sein. 11. Fliehen mag dann Schönheit, Jugend, Alles Irdische vergeh'n- Bleiben uns nur Gott und Tugend, Werden ewig wir besteh'n. 118. Eigene Melodie. 1. Wie frevelt, der da klagt: Gott ließ mich unbelehrt; Es ist mir nicht gesagt, Was er von mir begehrt. Wer soll mir Kunde geben, Wie ich soll wirken, leben?" 2. Gewiß, wer also spricht, Verkennet dich, o Gott! Und mit dem Himmelslicht Treibt ruchlos er nur Spott. Denn deines Wortes Segen Blüht uns auf vielen Wegen. 142 3. Laut predigt die Natur, Was dir, o Gott, gefällt; Sie zeigt uns deine Spur, Du Meister dieser Welt! Und jede jede Blüthe Verkündet deine Güte. FING - 4. Und Güte heischest du Von jedem Menschenkind Schaust wohlgefällig zu, Wenn, gut und fromm gesinnt, Der Mensch nach deinem Bilde Nur übet Treu' und Milde. 5. Und blick' ich in die Höh' Da ruft mir jeder Stern: Gott wohnet in der Näh', Gott thronet in der Fern'. Von Sonne strahlt zu Sonne Die Lieb' und ihre Wonne. - 6. Und lausch' ich auf mein Herz Auch in dem Herzen spricht's: Die Tugend ist kein Scherz, Ist kein erdichtet Nichts. Im Innern steht's geschrieben: Ich soll das Gute lieben". 7. Veracht' ich diesen Ruf, Wenn Sünde mich bethört: Dann wird, was Gott erschuf, Von meiner Hand zerstört; Sie raubet mir den Frieden, Der Tugend nur beschieden. 8. Vernehmbar sprichst du, Gott! In deiner Menschheit Buch: Es folgt dem Laster Tod, Der Sünde grauser Fluch; Doch jedem frommen Streben Ein segenreiches Leben. 143 9. So hör' ich dreifach dich. Die Stimmen rufen laut, Und dreimal selig ich, Dem du dein Wort vertraut. Was nicht dem Süd, dem Norden Mein Untheil ist's geworden. 10. O mir ward dein Gebot Uus treuer Vaterhand; Es schirmt in Nacht und Tod, Ist mir ein heilig Band, Das mich mit dir verbindet, Mir ewig Heil verkündet. 119.( nach Pf. 19.) Eigene Melodie. 1. Von Himmelshöh'n ertönt ein Ruf, Von inhaltreichem Sinn;' Zum Preis des Herrn, der uns erschuf, Reißt er uns mächtig hin. Des Firmamentes Wunderpracht Verkündet Gottes große Macht, Und Sonne, Mond und Sterne Lobsingen nah' und ferne. 2. Von einem Tag zum andern fließt Die reiche Lehre fort, Und von der Nacht zur Nacht ergießt Gleich Strömen sich ihr Wort, Aus Lauten, wie der Mensch sie spricht, Besteht zwar diese Sprache nicht; Doch aller Welten Kreise Verstehen ihre Weise. 3. Wer sieht des Himmels Sternenplan, Der Sphären Wundergang, Wer sieht dies große Schauspiel an, Ohn' Undacht, ohne Dank? - 144 - Woher der Glanz? woher die Pracht? Sie hat das Wort hervorgebracht Des Mächtigen dort oben, Den Engelchöre loben. 4. Der lichtumhüllten Sonne zeigt Sein Finger Kreis und Lauf, Und neu mit jedem Morgen steigt Um Horizont sie auf. So wandelt sie mit Glanz geschmückt Erwärmt, erleuchtet und entzückt, Weckt uns zu frohem Streben, 3u neuem, kråft'gem Leben. eit TK 5. Sie schwebet in gemeß'ner Zeit Hinan die Himmelsbahn, Verbreitet Licht und Fruchtbarkeit Nach Gottes weisem Plan. Wohin ihr Strahlenauge blickt, Wird alles jung und froh beglückt, Fühlt dankbar ihren Segen, Und freut sich ihr entgegen. 6. Doch noch ein schön'rer Sonnenschein Strahlt uns aus Himmelshöh'n; Des Geistes Auge kann allein Die höh're Sonne seh'n. Heil dem, der ungetrübt sie sieht, Und jeden dunkeln Schatten flieht; Ihn labet Himmelsspeise, Er wird beglückt und weise. 7. Des Ew'gen Lehre, fehlerfrei, Erquicket Geist und Herz; Des Ew'gen Zeugniß, wahr und treu, Führt Menschen himmelwärts; Des Herrn Gebote, grad und schlicht, Erheitern Herz und Angesicht, Und seine Lichtbefehle Erhellen Uug' und Seele. 145 8. Die Ehrfurcht Gottes, rein und klar, Besteht für ew'ge Zeit; Das Urtheil Gottes, ewig wahr, Ist nur Gerechtigkeit. Herr, deine Worte sind so hold! Sie wiegt nicht auf das feinste Gold. Wem sie im Herzen wohnen, Den willst du reich belohnen. 9. Doch ach, mein Gott! des Menschen Sinn Ist schwach, vergißt sich oft. Vergieb, wo ich unwissend bin, Mir, der auf dich nur hofft! Auch Hochmuth laß mir ferne sein, Auf daß ich fehlerfrei und rein Mich der Vollendung näh're, Und ganz dir angehöre. 10. O möge dir gefällig sein sidols Der Ton aus meinem Mund', Und was dir die Gedanken weih'n Aus tiefstem Herzensgrund! Erlöser! Vater! Schöpfer! Hort! Sei du mit meines Mundes Wort; Es möge nur erschallen Zu deinem Wohlgefallen! 120. mel. Es lebt ein Gott 2c. 1. Auf Sinal's Höh'n entspringt die Quelle, Die weit hinaus die Fluthen gießt, Und darin Wasser immer helle Und immer Segen bringend fließt. Wer sich an dieser Quelle labt, Der wird erquickt und kraftbegabt. 2. Auf Sinai blüht ein Baum des Lebens Die Ueste streckend weit und breit; very Es müht die Sprache sich vergebens, Zu rühmen seine Herrlichkeit. 146 — 3. Auf Sinai glånzet eine Sonne, Die Licht verbreitet überall; Der Herzen Lust, der Seelen Wonne, Erwecket dieser Himmelsstrahl. Und wem ihr Licht das Aug' erhellt, Mit dessen Heil ist's wohl bestellt. 1. Wohl dem, der seine Scheuer häuft Mit Frucht, auf diesem Baum gereift. 4. Die Lehre, die uns Gott gegeben, Sie ist die Quelle, sie die Frucht; Sie ist die Sonne, sie giebt Leben Dem, der das wahre Leben sucht. 2. 3. 121.( Nach 2. Mof. 20, 2-17.) Eigene Melodie. Es ist ein Gott! 2007 6 Wer ihre Vorschrift kennt und übt, Der wird von Gott und Welt geliebt. Fallt nieder, Menschenkinder, Vor unsres Gottes Majestát! Du, Weltenüberwinder, Und der um dürft'ge Gaben fleht! Der Sclave, wie der Freiheit Sohn, Hat gleichen Rang an Gottes Thron. Es ist ein Gott! Sein ewig fester Wille Erschuf das große Weltenall. Des Himmels lichte Fülle Und unsern dunkeln Erdenballed duff Beseelt und trägt der eine Geist, da Den Wurm und Mensch und Seraph preis't. Es ist ein Gott! dig Und Gottes großen Namen Entheil'ge nie, o nie der Mund. 4. 5. 6. di 147 Des Unheils gift'ger Saamen, Entkeimet schnell dem Erdenrund, Wo Gottes Name frech entweiht, Verleget wird in Wort und Eid. 8. Cate Der Ew'ge selber zu dir spricht. In diesem heil'gen Bunde bed Die Liebe Himmelskrånze flicht; Es ist ein Gott! Die heil'ge Sabbathstille Zieh' dich zu jener Höh' empor, Und Himmelswonn' erfülle Dein Herz in frommer Undacht Chor. Wenn dann der Geist zu Gott sich hebt, Der Gott entstammte göttlich lebt. Es ist ein Gott! Uus treuer Eltern Munde Und wo die Lieb' im Herzen thront, Ein dauernd Heil im Hause wohnt. G CADE Es ist ein Gott! In seinem Ebenbilde Will Gott verherrlicht sein, Und ächte Brudermilde GHE Soll Mensch dem Menschen weih'n, Und weder Blick, noch Wort und That Streu' unter Menschen Unheilsfaat. Es ist ein Gott! Nichts seinem Blick entschwindet; Gott schaut und lies't in deiner Brust. Sein reines Auge findet Des Sünders tief verborg'ne Luft; Drum ist es, Mensch, dein größter Ruhm, Hat Gott dein Herz zum Heiligthum. Es ist ein Gott! O Dank für diese Lehren, Der Menschheit Ruhm und Stolz und Zier! g* 9. 148 Aus hohen Himmelssphären Hast du, o Gott, zur Erde hier Dein inhaltreiches Wort gesandt, Das Erd' und Himmel eng verband. - Es ist ein Gott! Fallt nieder, Erdensöhne, Vor eures Gottes Majestät, Und Lobgesang ertöne Im Heiligthume früh und spåt. Uns leuchte, Gott, dein reinstes Licht, Uns leuchte, Gott, dein Angesicht! 122.( Die zehn Aussprüche.) Eigene Melodie. 1. Ich bin der Herr dein Gott, der deiner dachte, Da schweres Sclavenjoch dich hart gedrückt; Der mit des Vaters Treue für dich wachte, Als dich kein Auge freundlich angeblickt. Chor. Noch heute steht der Herr, mein Gott, mir bei, Und seine Liebe bleibt beständig neu. 2. Laß dich zum Gößendienste nicht bethören, Nur Gott den Ein'gen, Einzigen bet' an; Doch nur im Geiste sollst du Gott verehren, Da ihn kein Bild, kein Sinn ihn fassen kann. Chor. Das Bild ist Staub, ein nichtig, eitles Spiel; Drum ehr' ich Gott im Geist' und im Gefühl. 3. Du sollst den Namen Gottes nicht entweihen! Wahr sei das Wort und heilig dir der Eid. Des Himmels Strafe trifft den Ungetreuen, Der frech verhöhnet Gottes Heiligkeit. Chor. So oft mein Mund den Namen Gottes nennt, So oft mein Herz des Ew'gen Macht erkennt. 149 4. Dem Sabbathtage weihe fromme Feier! So lautet deines Gottes heil'ger Ruf; Gieb Zeugniß, daß dein Seelenheil dir theuer, Daß Gott für höh're Welten dich erschuf. THIS - - Chor. Der Sabbath öffnet uns das Himmelsthor; 300 StaDie Undacht trägt den Geist zu Gott empor. 5. Du sollst den Vater und die Mutter ehren!# 301 Für Kindesherz ein inhaltreiches Wort. O lebe ganz der Eltern frommen Lehren! Dann lebst du noch in deinen Enkeln fort.im Chor. Aus treuer Eltern Mund Gott selber spricht; Der Stimme folgen, sei mir heil'ge Pflicht. 6. Du sollst nicht morden deines Nächsten Leben; In seinem Bild' will Gott geehret sein. Des Weltalls feste Säulen wanken, beben, Wo Mörder deines Gottes Erd' entweih'n. Chor. Des Menschen Leben ist ein hohes Gut; Drum rächt der Herr der Unschuld reines Blut. 7. Du sollst der Ehe heil'gen Bund nicht brechen, Verlegen nie der Treue fromme Pflicht. Entweihte Liebe wird sich ewig råchen; Drum lauter sei die Liebe, gleich dem Licht. UC Chor. Gott hat der Ehe süßes, heil'ges Band Auf Edens Flur geknüpft mit eigner Hand. 8. Du sollst nicht stehlen! Deiner Brüder Schäße- O daß sie niemals reizen deinen Sinn! Dich müsse nie der schnöden Habsucht Göte Verlocken zu unredlichem Gewinn. Chor. Gerecht und redlich, Gottes würdig sein- Nur so kann ich des Lebens mich erfreu'n. 150 9. Du sollst, o Mensch! kein falsches Zeugniß geben; Die Wahrheit rede stets das Herz, der Mund. Die Lüge mordet schon im Keim das Leben; Auf Wahrheit ruht der Menschheit fester Bund. - Chor. Treuloser Mund bestehet nie vor Gott; 0003 Den Lügner trifft der Lüge Schmach und Spott. 10. Du sollst nach fremdem Gute nicht gelüften; Die Habgier wurzle nicht in deiner Brust. - Mag sich der Thor mit eitlen Schäßen brüsten,- Genügsamkeit sei dir die höchste Luft. G. Chor. Es bleibe heilig uns bis an den Tod, u 1009 Was einst auf Sinai der Herr gebot. 123.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. 1. Lobsinget Gott und laßt uns ihn erheben! ole Sein ist die Macht, die Herrlichkeit; a 2009 Er lebt, er wirkt, er schafft der Welten Leben, Erhaben über Raum und Zeit. 2. Lobsinget Gott! Nur er allein regieret, Und nichts kommt seiner Einheit gleich. Nur Einer ist's, der alle Welten führet Im großen weiten Schöpfungsreich. for lad 9 3. Lobsinget Gott! Ihn kann kein Raum beschränken, Ihm gleicht kein Körper und kein Bild; Kein Geist vermag den Heiligen zu denken; 8 Sein Wesen ist vor uns verhüllt. 0 4. Lobsinget Gott! Er war seit ew'gen Zeiten Schon vor der Schöpfung Anbeginn, Und über Zeit und über Ewigkeiten Reicht seines Lebens Dauer hin. 151 5. Lobsinget Gott! Er ist der Schöpfung König; Sie zeugt von seiner Majestät, - Und was nur ist, das ist ihm unterthänigs Ihm tönet Danklied und Gebet. 19 6. Lobsinget Gott! Von seines Geistes Fülle Theilt er den Auserwählten mit; Durch sie wird uns gelehrt sein heil'ger Wille; Ihr Licht erleuchtet unsern Schritt. 7. Lobsinget Gott! Den größten der Propheten Ließ er in Israel entsteh'n; Den Einz'gen, der so nah' hinzugetreten, Um Gottes Majestät zu seh'n. 8. Lobsinget Gott, der uns die wahre Lehre Durch Moseh, den Getreuen, lehrt; Su unserm Heil, zu seines Namens Ehre Des Himmels Licht schon hier gewährt. 9. Lobsinget Gott! Es wandeln keine Zeiten Die Lehre, die er einmal gab; Sein Wort, unwandelbar für Ewigkeiten, Hangt, wie er selbst, von Zeit nicht ab. mad T 10. Lobfinget Gott! Auch die geheimsten Falten Des Herzens sind ihm offenbar, Und ehe noch die Dinge sich gestalten, Nimmt er schon ihre Folgen wahr. 11. Lobsinget Gott, der jeden Frommen lohnet, Und die Verheißung ihm erfüllt; 21 Als Weltenrichter hocherhaben thronet, sial Und schnöde Frevelthat vergilt. 12. Lobsinget Gott, der uns Erlösung schicket Zur rechten Zeit, nach weisem Rath; Erlöset wird, wer kindlich auf ihn blicket, Auf ihn nur sein Vertrauen hat. - 152 13. Lobfinget Gott, der mit allmächt'ger Liebe Die Todten ruft zur Seligkeit; Lobsinget ihm aus innerm Herzenstriebe, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 124. Eigene Melodie. 1. Sch glaub' an Gott, den Schöpfer aller Wesen, Der aus dem Nichts das Weltenall erschuf. Kein Weiser kann dies Råthsel jemals lösen; Gott hat's vollbracht mit einem einz'gen Ruf. Es ist ein Gott! verkünden Sonnenheere; Es ist ein Gott! verkünden Land und Meere; Er ist! so rufet jede Creatur. Und ich bin sein Geschöpf! so rufet die Natur. 2. Nur ein Gott hat dem All das Sein gegeben! Mein Gott und Herr ist Einer, Einer nur; Nur Einer rief der Wesen Heer in's Leben; Nur Einer schuf den Wurm, die Sternenflur. Dem Einen nur auf allen meinen Wegen Schlägt kindlich- treu und warm mein Herz entgegen; Ihm hång' ich an, er sende Glück und Noth, Sein bin ich in dem Leben, in dem Tod. 3. Nicht unter Form und Bild darf ich ihn denken, Den Weltengeist, der ewig war und ist. Und magst du dich in Erdentiefen senken, Gen Himmel steigen, den kein Raum ermißt- Laß nimmer dich, o Israel! bethören, Den Herrn der Welt im Bilde zu verehren.nl Kein Menschenauge kann ihn jemals schauen, ene Ihn ahnt der Geist, das Herz kann ihm vertrauen. 4. Nicht tausend Welten bilden Gottes Hülle, Noch eh' die Sonnen glänzten, war der Herr! Er trng in sich des Weltalls reichste Fülle; Drum ist sein Name: Ein'ger, Ewiger. 153 Sein mächt'ger Wille rief das All in's Leben; Wenn er gebeut, so zittern Welten, beben. AÐ Der Vater droben braucht der Kinder nicht; Sie brauchen sein, gedeih'n in seinem Licht! 5. Gott trågt das All an seinem Vaterherzen; e Sein Wille lebt und waltet in der Welt. Er kennet unsre Wonnen, unsre Schmerzen, Und sonder ihn kein Haar zur Erde fällt. 19 Heil mir, ich darf mich an den Vater wenden, se Darf mein Gebet zu seinem Throne senden. So schwinge dich zu ihm empor, mein Geist! Zu ihm allein, den Mensch und Engel preis't. 6. Gott zog schon in der grauen Vorwelt Zeiten Den Menschen gnådiglich zu sich empor; Der Weisheit Lehre früh schon zu verbreiten, Erschloß er ihm der Wahrheit Himmelsthor. Auf Männer, groß an Herz und Geistesgaben, Gab seinen Geist der Herr, der hocherhaben Im Himmel thront, und doch zur Erde schaut, Den Frommen seinen Willen anvertraut. 7. Doch was kein Blick geschaut, kein Ohr vers nommen, Sah Moseh, er, der göttlichste Prophets Denn unter allen Sehern, allen Frommen, Sah er den Herrn in höchster Majestät. Und Gott hat seinen Weg ihm anvertrauet; In Gott hatt' er der Liebe Quell geschauet. Drum, eingeweiht in Gottes Heiligthum, Ist Moseh der Propheten Kron' und Ruhm.G ST 8. Der Wahrheit Lehre hat uns Gott gegeben, Durch Moseh, seinen ewig treuen Knecht; Das Licht der Geister und der Seelen Lebener( 2 Für Jacobs Stamm und Israels Geschlecht. buk 154 Heil uns, wir kennen Gottes heil'gen Willen, h Glückselig, wenn wir sein Geseß erfüllen.*** Wir wandeln dann des Lebens lichte Bahn, C Geschüßet gegen Irrsinn, Nacht und Wahn. si - 9. Gott ist kein Mensch, der jemals Reu' empfindet, Drum bleibt sein Wort ein ewig reiner Quell; Und Welten sind auf sein Geset gegründet, den Es leuchtet, eine Sonne, klar und hell. del ling Mag immerhin, was menschlich ist, vergehen; Das Göttliche wird ewiglich bestehen. 3. 3 Drum hab' an Gottes Lehr' ich meine Lusts Sie giebt dem Herzen Wonn' und Ruh' der Brust. 10. Bor Gott im hellsten Sonnenlichte liegen, Die Zeiten und Geschlechter all' enthüllt; Drum kann sein Auge nimmer, nimmer trügen, Und was sein Auge schauet, wird erfüllt. Nur Gott kann ewige Gefeße geben. Denn Gott nur kennt der Menschen Sinn und Streben; Ihm leuchtet gleich dem Mittag, Mitternacht; Ihm ist die letzte Zukunft schon vollbracht.. 11. Du lebst und waltest in den Himmelshöhen, ** Ein treuer Gott, der richtet und vergilt; Dein Blick kann in des Herzens Tiefen sehen, Und prüfen, was die dunkle Nacht verhüllt. Der Sünde Fluch, der Tugend folget Frieden, Du willst es, Herr, im Jenseits, wie hienieden Du ziehest jede That vor dein Gericht, alo dall Du lohnst dem Frommen, wie dem Bösewicht. 12. Der Herr ist Richter über Millionen, e Will sie erretten aus der Drånger Hand. Auf Erden soll Vernunft und Freiheit wohnen, Um Welten schlingen sich der Liebe Band ( b Ich will auf meines Gottes Wort vertrauen: en Auch Israel soll einst Erlösung schauen. dom sung ---1. 155 - Des Ew'gen Name wird dann Eins nur fein; Der Bruder wird des Bruders sich erfreu'n. ni mm2 13. Ich sterbe nicht! Mein Loos ist ew'ges Leben! Es wird die Seele nie des Todes Raub. Mein Geist wird höher stets und höher streben, Fållt nimmer der Verwesung heim, dem Staub. Ofel'ge Wonne! Gottes Lieb' und Gnade Sie leuchten mir auf diesem dunklen Pfade; Und wenn dereinst mein Uug' im Tode bricht, Dann tönt auf's Neu' der Ruf: Es werde Licht! 125. Eigene Melodie. 20 Selig, wen dein Wort erquicket, Gott, wer dein Geset bewahrt! Selig, wen dein Licht erleuchtet Auf des Lebens dunkler Fahrt! Andern und sich selbst zum Segen Wallt er freudig seinen Lauf, Und den Müden Nimmt dein Frieden Einst zu neuer Stärkung auf. EC 2017 2. In der Wüste dieser Erde Schwindet, ach! so oft die Spur z Tausend Wege geh'n zum Tode, Tugend führt zum Leben nur. " 0" Weh' dem Wandrer, der verlassen, Zweifelnd steht am Scheideweg; Doch in Klarheit Zeigt die Wahrheit Deines Worts den sichern Weg. 3. Zwischen Klippen und Gefahren - Zieht der Weg sich eng und schmal; Und es wanken leicht die Schritte, Auch dem Besten droht der Fall. 156 Lebt ihm dein Gebot im Herzen, g Fallen kann er, sinken nicht; Denn in Reue Schwingt auf's Neue Er sich höher auf zum Licht. - - 4. Von des Reichthums gold'nem Schimmer, Auf des Glückes stolzer Höh', Ward schon manches Aug' geblendet, Fand schon manches Herz sein Weh. Go Wohl ihm, den dein Licht begleitet, Herz und Augé bleibt ihm hell. Deine Gaben, Die ihn laben, Sind ihm ew'gen Heiles Quell. 5. Dreimal glücklich, wer in Leiden, Herr, sich hålt an dein Gebot; Wenn die Stürme wüthend toben, Wenn an's Leben dringt die Noth. Berge wanken, Hügel weichen, Die dir folgen, zagen nicht; Deine Gnade Hüllt die Pfade, Die sie zieh'n, in heitres Licht. 6. Dank dir, Vater in den Höhen! Daß ich dein Gefeß erkannt; In dem Worte deiner Lehre Gabst du mir der Liebe Pfand. Heilig will ich sie bewahren, Wie des Auges reinen Stern; Nicht in Freuden, Nicht in Leiden Steh' sie meinem Herzen fern. 7. Kraft und Trost soll fie mir reichen, Wenn ich schwach und trostlos bin, Und im Streite der Gedanken Retten mir den fremmen Sinn. 157 Meinem Glauben sei sie Leuchte, Meinem Wandel fester Stab, Mich zu leiten Durch der Zeiten Wechsel, bis an's stille Grab. - 8. Wen ich dann mich niederlege, Wenn der letzte Schlaf mich ruft, Soll sie leuchtend mir vorangeh'n, Mich bewachen in der Gruft. Bis dein Morgen froh mich wecket, Einzugeh'n zur Herrlichkeit; mol2 Meinem Leben Zeugniß geben Wird sie dann in Ewigkeit. 500 200 ied melk Jim 9. Der du uns dein Wort gegeben, Lehr' uns auch, es recht versteh'n; Unserm Herzen schenke Frieden, le piridese Unserm Geiste Kraft zum Seh'n.t n Schaue segnend auf uns nieder, of Führ' uns zu des Heiles Quell.pl#C Deine Treue, ring Gott, erneue Unser Leben rein und hell. 126.( Nach Pf. 119.) Eigene Melodie. 1. Heil denen, welche mit Aufrichtigkeit Die Wege des Gesetzes Gottes gehen! Heil denen, die sein Zeugniß jederzeit Bewahren und von Herzen auf ihn sehen! Ihr Wandel bleibt von allem Unrecht frei, Den Pfaden ihres Gottes stets getreu. 2. Herr, du befiehlst, daß wir aus aller Kraft Das thun, was dein Gebot uns vorgeschrieben. O möcht' ich doch in meiner Pilgerschaft Mich immerdar in deiner Sagung üben! 158 Dann wird dein Wort mein einig Augmerk sein So bleibt mein Leben stets von Schande rein. 3. Dann dankt mein ganzes Herz aufrichtig dir, Wenn du mich selbst wirst deine Rechte lehren. Ich folge deiner Vorschrift. Sei mit mir, Verlaß mich nicht; ich will sie nicht entehren. Wie bleibet eines Jünglings Wandel rein? Wenn er sich hålt nach deinem Wort allein. 4. Ich rühme Alles, was dein weiser Mund, Von deinen heil'gen Rechten uns gelehret; Und mich erfreuet mehr dein Gnadenbund, Als alle Schätze, die die Welt verehret. Von deiner Lehre redet mein Gespräch; Mein Auge schauet nur auf deinen Weg. 5. Herr, als ein Fremdling wall' ich nur allhier;. Verbirg mir nicht den Inhalt deiner Lehre! Das Herz verschmachtet fast vor Durst in mir, Weil ich ohn' Unterlaß dein Recht begehre. Du schiltst die Stolzen, strafest sie, o Gott! Sie übertreten frevelnd dein Gebot. 6. Herr, deinem Zeugniß hang' ich treulich an; Laß mein Vertrauen nie zu Schanden werden! Erfreu' mein Herz! Und deiner Vorschrift Bahn Lauf' ich mit Lust, so lang' ich leb' auf Erden. Sei selbst mein Lehrer! deinen Unterricht Verlaß ich dann bis an mein Ende nicht. i 1 7. Herr, unterweise mich, und dein Gebot ponede Will ich mit Sorgfalt und von Herzen üben. Auf des Gesetzes Steigen führ' mich, Gott! 2010 Sie sind mir werth, sie will ich ewig lieben. Du lenkst die Geister; neige meinen Sinn Zu deinem Wort, und nie zum Geize hin! 8. Ich schäme mich, Herr, deiner Lehre nies Auch vor Gewalt'gen will ich sie bekennen; 159 Und deine Sagungen, wie lieb' ich sie Sie will ich stets mein bestes Kleinod nennen; dati Und Hand und Mund und Sprach' und Wandel zeigt, Wie sehr mein Herz zu deinem Recht sich neigt. 9. Getröstet wurd' ich, wenn ich dein Gericht Vom Unbeginn der Welten überdachte; Und wie bestürzt war meine Seele nicht, Wenn dein Gesetz der Frevler Schwarni verlachte! Herr, deine Sagungen sind stets mein Lied, Wohin mich meine Pilgerschaft auch zieht. 10. Mein Herz gedenket dein in stiller Nacht, 19 Und sinnet, deiner Vorschrift nachzuwandeln. Das ist's, worauf ich stets mit Ernst gedacht, So wie es dein Befehl verlangt, zu handeln. Es sprach mein Geist: Das soll mein Erbe sein, Daß ich, Herr, deiner Lehre folg' allein! miso and 11. Herr, die Welt ist deiner Güte voll; Komm, mich in deinem Wort zu unterweisen! Du segnest deinen Knecht und thust ihm wohl, Wie deine Zusag' huldreich ihm verheißen. Gieb mir Geschmack am Guten, Weisheit, Licht; Denn, Herr, ich glaube deinem Unterricht. 12. Uch, daß die Frommen, die dein Wort versteh'n, Die Edlen sich mit mir verbinden möchten! Sei rein mein Herz, den Weg des Herrn zu geh'n, So wird mich Schmach und So wird mich Schmach und Schande nicht anfechten. Es schmachtet, Herr, mein sehnsuchtsvoller Geist, Und hofft das Heil, das mir dein Wort verheißt. 13. Durch deine große Huld erquicke mich; So will ich nie von deiner Lehre weichen. O Herr, dein Wort bestehet ewiglich; Das werden deine Himmel ewig zeugen. Und deine Wahrheit ändert sich auch nie; Du schufft die Erde, fest bestehet fie. 160 14. Und Alles, was du schufst, bleibt immerfort Gril Nach deiner Ordnung steh'n und muß dir dienen. Vergangen wår' ich långst, wenn nicht dein Wort Mir als ein Licht hätt' in der Nacht geschienen. Dein Recht soll nie von mir vergessen sein, Es flößet mir Erquickung, Leben ein. Tume e 15. Wie süß sind deine Reden meinem Mund, F Der Süßigkeit des Honigs vorzuziehen! Mein Herz schöpft Klugheit, Gott, aus deinem Bund; Haßt allen falschen Weg und will ihn fliehen.e Dein Wort ist mir die Leuchte, recht zu geh'n; Es ist mein Licht, den besten Weg zu seh'n. 16. Des Herrn Gerechtigkeit bleibt ewiglich. en Nie kann die Wahrheit seiner Lehre trügen. Viel Angst und manche Leiden quälten mich; Doch sein Befehl blieb immer mein Vergnügen. Dein göttlich Recht und Zeugniß bleibet steh'n; Herr, lehr' es mich, so werd' ich Leben seh'n. mo Tomat NC B. Pflichtenlehre. I. Pflichten in Beziehung auf Gott. a. Streben nach Erkenntniß Gottes. 127. Eigene Melodie. onl 1. In stiller Andacht beugen wir Allheiliger, uns jetzt vor dir, Dein theures Wort zu hören! Laß unsre Herzen fromm und rein, Laß unfre Sinne willig sein sled drif Für deine weisen Lehren! A C. 21 161 2. Gieb deinem Diener frohen Muth, Zu reden frei, was wahr und gut; Uns aber Kraft zu handeln, Daß wir die kurze Spanne Zeit Im Streben nach Vollkommenheit Vor deinen Augen wandeln. TO THE 128.( Nach Jer. 9, 22. 23.) Eigene Melodie. -- 1. Rühme dich, o Weiser, Deiner Weisheit nicht! Gleich dem Schilfe schwanken Menschliche Gedanken; Nur der Höchste wohnt im Licht. Uller Weisheit hellster Stern Ist die Ehrfurcht vor dem Herrn. 2. Rühme dich, o Starker, Deiner Stårke nicht! Ach, wie bald verschwindet, Was auf Staub sich gründet; Tugend nur giebt Zuversicht. Zwinge deine Leidenschaft, So nur zeigst du wahre Kraft. 3. Rühme dich, o Reicher, Deines Reichthums nicht! Kann dir Ruhm gewähren, Kann ein Glück dich ehren, Das wie schwaches Rohr zerbricht? Frohes Herz bei Unschuldsinn- Das ist bleibender Gewinn. 4. Innige Erkenntniß Gottes unsers Herrn, Wie er mächtig schaltet, Wie er liebreich waltet, Stets beglückend, nimmer fern, Diese führt zum wahren Ruhm: Sie sei unser Eigenthum! 1 162 5. Dir, o Gott, gefället Tugend nur allein. - - Gieb uns, dir zur Ehre, Weisheit, die uns lehre Ganz dir wohlgefällig sein; Reichthum, den dein Wort uns schafft, Und zu deinem Dienste Kraft! 129. Eigene Melodie. 1. Ich weiß es, daß du ewig bist, Gott, den kein Menschengeist ermißt; Daß keine Hülle dich umschließt, Und Ewigkeit dein Wesen ist. An deine Vorsicht glaubt mein Herz, Dich bet' ich an in Freud' und Schmerz. 2. Ich liebe, Höchster! dein Gebot, Das Moseh uns als Erbtheil bot, Das die Propheten bis zum Tod Bewährt in Prüfung, Glück und Noth. Dein Wort erhellt den Pfad der Pflicht; Und nie erlischt der Vorsicht Licht. 3. Ich hoffe, Herr, auf eine Zeit, Wo Alles deinem Dienst sich weiht. Ich hoffe auf Unsterblichkeit, Auf Frieden in der Ewigkeit, Wenn sich mein Geist zu dir erhebt, Und mich dein Ruf dann neu belebt. 4. Gott, wenn mein gläubiges Gemüth Dich sucht, in deine Nähe flieht, Mein Herz für deine Lehre glüht, Mein Auge hoffend aufwärts sieht: So starte meinen frommen Sinn, Und leite mich zum Ziele hin! 1. 163 130. Eigene Melodie. Mit Gott, den Erd' und Himmel preis't, Bereit ich meinen Geist, - - me# 5025 Das Wort der Wahrheit anzuhören. S Wohl mir, wenn es zu Herzen dringt, si Und gute Früchte bringt, Die sich zu meinem Heit bewähren; Wenn ich nach diesen Lehren handle, Und fromm und redlich wandle Mit Gott. 2. Mit Gott und seinem Unterricht and swim 43 Entzündet sich ein Licht, k Das meine Nächte mir erhellet.43 Drum, meine Seele, merke drauf!@@ side Stell' deinen Lebenslauf, Bio dall કાલે phimit Gott. મ 3. Mit Gott im Herzen fühl ich Kraft, Die stärkste Leidenschaft Zu unterdrücken, zu bezwingen. Reißt mich die Lust der Erde fort, 10. So lehret mich sein Wort, S Siegreich zu kämpfen und zu ringen. So ich dies Wort im Herzen trage, in Beschließ' ich meine Tage Mit Gott. GE Wie deinem Gott er wohlgefället. Sein Wort belehrt mich, wo ich fehle, 20 Drum freut sich meine Seele W? b. Dankbarkeit gegen Gott. 131.( p. 92.) Mel. Allgüt'ger Gott, durch den wir zc. Aspro Wie 1, Sie herrlich ist's, dem Ew'gen Dank zu bringen, 3u preisen seines heil'gen Namens Macht; Am Morgen seiner Gnade Lob zu singen, Und seine Huld zu preisen in der Nacht. 164 2. Mit Harf' und Psalter sei dein Ruhm erneuet, Herr, der noch täglich neue Wunder schafft; Durch deine Wunder sind wir hocherfreuet, Entzückt vom Walten deiner Schöpferkraft. - - 3. Wie herrlich ist's, dein großes Werk zu nennen, Wie unergründlich deiner Welten Plan! Ein Thor nur könnte jemals dies verkennen, Und meistern deiner Vorsicht ew'ge Bahn. to Mark 4. Du, Herr, verläsfest nie des Rechtes Freunde, Erhebest himmelan ihr wachsend Haupt; Giebst ihnen Sieg, vernichtest ihre Feinde Es stürzt das Laster, das sich sicher 5. Wie Eeder Libanons erwächst die Tugend, Wie Palmenwipfel strebt ihr Haupt empor; Im Hause Gottes grünet ihre Jugend, Ihr Lauf beginnt an seines Tempels Thor. aste glaubt. 6. Im Alter stehen sie noch voller Blüthe, Mit starken Säften troßen sie der Zeit, Und zeugen laut von des Allmächt'gen Güte, Von unsres Gottes Allgerechtigkeit. 132. Mel. Es lebt ein Gott 2c. 3537 1. Wenn in des Lebens finstern Nächten Der Hoffnung lehtes Bild entweicht; Wenn Dornen unsern Pfad durchflechten, Kein Ausweg rings umher sich zeigt: Dann mildert sanft der Seele Qual Des Gottvertrauens Lebensstrahl. 2. Von trüben Sorgen eng umfangen, Hob ich den Blick, o Gott, zu dirz Was ich nicht wagte zu verlangen, Allgütiger, das gabst du mir. Darum erfüllet meine Brust Des tiefgefühlten Dankes Lust. S 165 3. Seit jenem fel'gen Augenblicke, al orans Vergeff' ich deine Hülfe nie; Stets kehrt mein Aug' zu dir zurücke Aus Lebens Lust, aus Lebens Müh'. Der güt'ge Vater in der Höh' Sorgt, daß ich nimmer untergeh'. H 4. Kann eine Mutter je vergessen 1. Des Kindes, das im Schooß sie trug? Denkt sie nicht immer liebend dessen, Deß erster Puls an ihrem schlug? Und könnt es sein, vergåße sie Du, Herr, vergissest meiner nie! onde fim 133. Eigene Melodie. Du Du bist der Welten König, Herr! Und alles ist dir unterthan; Wir huld'gen dir, Allmächtiger, Für Großes, so du uns gethan! Hallelujah! 2. Die Welt in ihrer Prachtgestalt Spent ut Ist deines Winkes Werk allein; Dein Geist, o Gott, der sie durchwallt, Belebt die Wesen, groß und klein. Hallelujah! 3. Dem Erdensohn verliehst du Geist, Der Ausfluß deines Geistes ist; Der, Herr, ihn dich erkennen heißt, Der du so hoch erhaben bist. Hallelujah! 4. Du räumtest hohe Macht ihm ein, Ihm ward des Lebens Hochgenuß; 3 Er sollte Herr der Erde sein, NO. Ihm strömt des Segens Ueberfluß. Hallelujah! 5. Des Daseins Glück wir danken's dir; Der Geist, o Herr, ist dein Geschenk; Durch deine Liebe leben wir, Deß sind wir ewig eingedenk. Hallelujah! - 166 6. Ja, alles Gute kommt von dir, Gesundheit, Freude, Seligkeit; Nimm, Ew'ger, unsern Dank dafür, Sei hochgepriesen allezeit! -- Hallelujah! 134. mel. Es lebt ein Gott z. 1. Sott, deine väterliche Güte, Die jeden Morgen sich erneut, Erfüllt mein Eindliches Gemüthe Mit treuer Lieb' und Dankbarkeit. Du denkest mein mit Vaterhuld, Und trågst mich Schwachen mit Geduld. 2. Wie viele Wunder deiner Gnade Schließt, Gott, nicht schon mein Dasein ein! Dein Licht erglänzet meinem Pfade, is Mit Liebe, Vater, denkst du mein. Triumph! ich bin dein Ebenbild, uni si Bin Geist, von deinem Geist erfüllt. doim 3. Noch eh' ich war, erschufst du Seelen, 3u bahnen meinen Lebenspfad; Sie lehrten mich die Tugend wählen, FanSie streuten aus die ew'ge Saat. Durch sie erzog mich deine Hand Zu einem bessern Vaterland. DRAGES 4. Wie auch Gefahren mich umschwebten, daj Stets rettete mich deine Macht; Wenn Menschen zagend für mich bebten, Hat deine Treue mich bewacht. Du sorgst für mich mit weiser Wahl, dopuk Du giebst mir Freuden ohne Zahl. 5. Unendlich ist die Gnadenfülle, din no Die mich vereinigt, Gott, mit dir; Dein Licht durchdrang die Erdenhülle, de Und strahlete als Wahrheit mir. I - 1. 167 - Sie ward des Lebens bester Theil; * Sie führt zu dir, zum ew'gen Heil. 6. Wie soll ich dir den Dank erweisen, Der meine ganze Seele füllt? dit Herr, deine Güte will ich preisen, So lang' der Born des Lebens quillt. Er fließe lauter dir und rein, Das soll mein Dank, mein Loblied sein. 135.( Nach Pf. 36, 6-11.) Eigene Melodie. 10 Ind D dankt dem Herrn, der mild und freundlich ist, Und dessen Huld und Güte ewig währet! Ja, Herr, daß du ein milder Vater bist, Das hat uns jeder Tag noch treu bewähret. aspi 2. Glüht über uns nicht deiner Sonne Pracht? Kehrt sie nicht segnend jeden Morgen wieder? Erhellen Mond und Sterne nicht die Nacht? Drum dankt dem Herrn und singt ihm Jubellieder! Span 3. Du nährst voll Huld den Menschen, wie den Wurm; Giebst allem, was da lebet, Trank und Speise; Regierst im Sonnenscheine, wie im Sturm, Als treuer Vater liebevoll und weise. 4. Was bring' ich dir zum Danke, Herr der Welt? Ach, könnt' ich dir ein würdig Loblied singen! Ein reines, frommes Herz dir wohlgefällt, O könnten Alle solch' ein Herz dir bringen! 5. Wir wollen's. Du wirst gnädig mit uns sein, Daß wir vollbringen, was wir dir geloben. Dann singen einst wir in der Engel Reih'n, Des Dankes Psalm an deinem Throne droben! 168 136.( Nach Pf. 145.) Mel. Du, den kein Auge fiehet. 1. Zu dir das Herz erhoben Und voll von stillem Dank, Will, Höchster, ich dich loben Im lauten Preisgesang! Es rühmt noch Kindeskind Einst deine Macht und Stärke, Und deiner Hände Werke, Die unaussprechlich sind. 2. Du bist voll Güt' und Liebe, Voll Gnade, voll Geduld; Und ob kein Glück uns bliebe, Bleibt doch uns deine Huld. Uns führt auf sich'rer Bahn Dein gnädiges Erbarmen, Du nimmst mit Vaterarmen, Dich aller Wesen an. in 29715 dirua 102, esllad 4. Mit Hülf' und Trost erquicken 2. 3. Auch ihr, der Frommen Chöre, Bringt ihm, dem Höchsten, Dank! ou s Rühmt seines Namens Ehre, din C& Im frommen Lobgesang. Er waltet über Raum und Zeit, Sein Reich muß stets bestehen Und nimmermehr vergehen Kann seine Herrlichkeit. Zu ihm, dem Vater, blicken Die Wesen himmelwärts; Und er erhört ihr Flehen, ÎdzìO la an. Will er das Menschenherz. st 1Q .1 Erquickt sie täglich wieder, Gießt Segen auf sie nieder, 43 Mehr, als sie selbst verstehen. S 169 5. Gerecht sind seine Pfade, Und heilig, was er thut; Voll ew'ger Huld und Gnade, Die nimmer, nimmer ruht, Strahlt, Herr! dein Angesicht. Du linderst gern die Schmerzen Der dir ergeb'nen Herzen; Nur Frevler hörst du nicht. 6. Drum, Herr! zu dir erhoben, Und voll von stillem Dank, Will ich dich freudig loben Im lautern Preisgesang. Es rühme Kindeskind Noch deine Macht und Stärke Und deiner Hände Werke, Die unaussprechlich sind. 137. Mel. Gott, du heil'ger, deine Ehre. 1. Welche Worte soll ich wählen, Herr, zu preisen deine Huld? Welche Zahlen, um zu zählen Meines Dankes große Schuld? Welches Bild kann je erreichen Deiner Liebe Wunderzeichen? All mein Leben finge dir, Gott, Allgüt'ger, Dank dafür! 2. Als im Dunkel noch verborgen, Ich zu werden erst begann, Wachte schon dein treues Sorgen, Nahmst du schon dich meiner an. Mein Entstehen war dein Wille, Kam aus deiner Gnadenfülle. All mein Leben singe dir, Gott, mein Schöpfer, Dank dafür! 8 - 170 GELE 3. Gleich dem nackten, schwachen Wurme Trat ich in dies Pilgerland; Doch im Wetter und im Sturme Hielt mich deine Vaterhand. Deine Liebe, die nie endet, Hat so Vieles mir gespendet. All mein Leben singe dir, Gott, mein Vater, Dank dafür! 4. Du hast Haus und Kleid bescheret, Mir verliehen Muth und Kraft, Und mich hat so treu genähret Deine Hand, die Wunder schafft. Was ich bin und was ich habe, Kommt von dir, ist deine Gabe. All mein Leben singe dir, Gott, Erhalter, Dank dafür! 5. Meiner Kindheit Jahre zierten Viele Gaben, Herr, von dir; Du gabst Eltern, die mich führten, Gabst getreue Lehrer mir, Die mich früh schon angetrieben, Dich zu fürchten und zu lieben. All mein Leben singe dir, Gott, mein Führer, Dank dafür! 6. Wend' ich ab vom Erdenpfade Meine Blicke himmelwärts Herr, wie groß ist deine Gnade! Sie durchglühet ganz mein Herz! Die Vernunft, dich, Gott, zu denken, Konntest du mir Größ'res schenken? All mein Leben singe dir, Gott des Lichtes, Dank dafür! 7. Daß ich in der Schöpfung merke Deines Schrittes Segensspur, Deine Weisheit, deine Stärke In der wirkenden Natur, 171 Das ist Licht von deinem Lichte! Strahl von deinem Angesichte! All mein Leben finge dir, Gott, Allheil'ger, Dank dafür! - 8. Herr, ich weiß es, und ich fühle, Wie so huldreich du regierst; Wie du mich zu sel'gem Ziele Durch den Erdenwandel führst. Aus dem Nichts bin ich berufen Zu des Heiles höchsten Stufen! All mein Leben singe dir, Gott der Liebe, Dank dafür! 9. Gott der Liebe! welche Zahlen Zählen meines Dankes Schuld? Welche Farbenpracht kann målen Deine Gnade, deine Huld? Möge jetzt dir wohlgefallen Meiner Lippen schwaches Lallen; Einst singt meine Seele dir Jubellieder für und für! 138. Eigene Melodie. Chor: Danket dem Herrn! ( Gott.) 1. Gemeinde: Wir danken dem Herrn, denn ſeiner Güte 2. ist voll die Erde, und seine Gnade währet ewiglich. Wir danken dem Herrn, der sich dem Auge der Menschenkinder in seinen Werken frühe schon gezeigt. 3. Wir danken dem Herrn, der in den Höhen so heilig thronet, und schaut zur Erde, blickt auf niedern Staub. 4. Wir danken dem Herrn, der wie ein Vater die Kinder liebet, mit Huld und Treue Alle stüßt und trägt. 5. Wir danken dem Herrn, dem Wunderthäter, der jeden Morgen die Huld erneuet, so er uns verhieß. 8* - - 172 ( Der Mensch.) 6. Wir danken dem Herrn, daß er den Menschen, den Sohn der Erde, nach seinem Bilde wunderbar erschuf. 7. Wir danken dem Herrn, der unserm Geiste die Kraft verliehen, den Pfad zu wallen, der zum Himmel führt. Wir danken dem Herrn, der ew'ges Leben in unsre Seelen mit Vatertreue huldreich eingepflanzt. 8. ( Göttliche Offenbarung.) 9. Wir danken dem Herrn, der unsrer Tugend den Weg gebahnet, der weise Lehren uns geoffenbart. 10. Wir danken dem Herrn, denn seine Lehre erfreut die Herzen, erquickt die Seele, gründet ew'ges Heil. 11. Wir danken dem Herrn! Wenn Berge weichen, und Hügel wanken, nie wird des Ew'gen heilig Wort vergeh'n. ( Sabbathfe.ier.) 12. Wir danken dem Herrn! Die Sabbathfeier, die Gott geboten, soll seines Bundes ew'ges Zeichen sein. 13. Wir danken dem Herrn! Zu höhern Welten will Gott uns leiten, drum gab die Feier er zu unserm Heil. 14. Wir danken dem Herrn! An diesem Tage soll auch der Sclave, befreit vom Joche, froh zum Himmel schau'n. 15. Wir danken dem Herrn! Wir alle beugen vor ihm die Kniee, bekennen freudig: Gott nur ist der Herr! ( Pesach.) 16. Wir danken dem Herrn! Die Unschuld sieget, die Bosheit stürzet, der Frevel schwindet; Richter ist der Herr! 17. Wir danken dem Herrn, der Unschuld Retter, der in Mizraim die Sclavenbande wunderbar gelös't. 18. Wir danken dem Herrn, der aus den Händen der frechen Bosheit sein Volk gerettet, seinem Dienst geweiht. 19. Wir danken dem Herrn! Durch Meereswogen hat er die Båter in grauer Vorzeit wunderbar geführt. 173 ( Wochenfe st.) 20. Wir danken dem Herrn! Auf Horebs Höhen ward uns die Lehre, ein Licht dem Auge, Wonne für das Herz. - 21. Wir danken dem Herrn! Was er den Våtern schon früh gelehret, soll ihren Kindern immer heilig sein. Wir danken dem Herrn für die Verheißung, daß seine Lehre einst alle Völker ewiglich beglückt. ( Neujahr.) 23. Wir danken dem Herrn! Wenn Zeiten fliehen, Geschlechter schwinden, sein Name bleibet, dauert für und für. 24. Wir danken dem Herrn! Der Zeiten Wechsel ermahnt den Menschen, wie gar vergånglich Menschenleben sei. 25. Wir danken dem Herrn! Die Jahresfeier, sie mahnt uns alle, nach dem zu ringen, was zum Heile dient. ( Versöhnungstag.) 26. Wir danken dem Herrn! Zur Buße ladet Gott seine Kinder; er denkt in Gnade, daß sie Staub nur sind. 27. Wir danken dem Herrn! Von Himmelshöhen schaut er zur Erde; er prüft die Herzen, dringt in's Inn're ein. 28. Wir danken dem Herrn! Des Staubes Kinder soll diese Feier zum Vater leiten, der so gern verzeiht. 29. Wir danken dem Herrn! Der Tag der Buße soll Menschenherzen zur Lieb' entflammen; Liebe führt zum Herrn. ( Hütten- und Erntefest.) 30. Wir danken dem Herrn! Von seinen Höhen schickt er den Segen, bedenkt die Erde, reicht uns Speis' und Trank. 31. Wir danken dem Herrn! Die Augen Aller, sie schau'n zum Ew'gen; der Allversorger öffnet seine Hand. 32. Wir danken dem Herrn! In öden Wüsten dacht' er der Våter, gab ihnen Speise, aus dem Felsen Trank. 33. Wir danken dem Herrn! In reicher Fülle vergilt die Erde des Fleißes Saaten, Gott, auf dein Geheiß! 174 ( Purim.) 34. Wir danken dem Herrn! Sein Auge wachet, es schließt sich nimmer; er lenkt die Welten, lenkt das Menschenherz. 35. Wir danken dem Herrn! Er stürzt die Frevler von stolzen Höhen; die freche Bosheit gråbt sich selbst das Grab. - 36. Wir danken dem Herrn! Er schirmt die Frommen; er schüßt die Unschuld; in dunklen Nächten strahlet ihr sein Licht. ( Tempelweihe.) 37. Wir danken dem Herrn! Wenn finstre Mächte, wenn Wahn und Irrthum das Haupt erheben, ruft er: Werde Licht! 38. Wir danken dem Herrn! Er sendet Boten mit Kraft gegürtet; er låst das Heil'ge feiern neuen Sieg. 39. Wir danken dem Herrn, daß weise Herrscher das Scepter führen, die fromm beschüßen Tempel und Altar. 40. Wir danken dem Herrn, der diese Stätte für uns bereitet, in diesem Hause wie zu Zion thront. 41. Wir danken dem Herrn, der uns erhalten sammt unsern Kindern, daß wir erleben dieses Tages Licht. 42. Wir danken dem Herrn, der seine Gnade in reicher Fülle auf diesem Hause huldvoll ruhen läßt. ( Einsegnung der Jugend.) 43. Wir danken dem Herrn, der unsrer Jugend durch weise Lehre so liebreich zeiget, was zum Heile dient. 44. Wir danken dem Herrn, denn diese Feier führt unsre Kinder zum ew'gen Leben, führt zum Bund mit Gott. 45. Wir danken dem Herrn! Was wir geloben an dieser Ståtte, soll ewig theuer unserm Herzen sein. 46. Wir danken dem Herrn! Die heil'ge Stunde, die uns geweihet zum frommen Leben, schweb' uns ewig vor. 175 ( Frühlin g.) 47. Wir danken dem Herrn, der seine Schöpfung mit Lieb' erneuet; er schmückt die Erde, leiht ihr Glanz und Pracht. - 48. Wir danken dem Herrn, der unsre Erde aus starrem Froste zu neuem Leben, neuer Blüthe ruft. 49. Wir danken dem Herrn! Aus Winterschlummer ersteh'n die Fluren, und frohe Psalmen singet die Natur. ( Som me r.) 50. Wir danken dem Herrn! Des Baumes Blüthe, die goldne Aehre, sie prangen lieblich, Menschen zu erfreu'n. 51. Wir danken dem Herrn! Wohin das Auge, der Blick nur schauet, des Sommers Fülle preiset unsern Gott. 52. Wir danken dem Herrn, der zum Gedeihen die Saaten fördert, so wir im Lenze thätig ausgestreut. ( Serb st.) 53. Wir danken dem Herrn, der treu erfüllet, was er verheißen; er gab den Regen, gab ihn in der Zeit. 54. Wir danken dem Herrn! Die volle Scheuer, der Ernte Reichthum, es rufet Alles: Gütig ist der Herr! 55. Wir danken dem Herrn, der uns ermahnet durch Herbstesstimmen, daß wir verblühen, welken gleich dem Laub. ( Winter.) 56. Wir danken dem Herrn! Wenn auch erkalten der Sonne Strahlen, des Ew'gen Liebe bleibt uns immer nah. 57. Wir danken dem Herrn! Im Schooß der Erde schüßt er die Saaten, denn über unsre Fluren wacht sein Blick. ( Ungewitter und Gefahren.) 58. Wir danken dem Herrn! Nach finstern Nächten erglänzt die Sonne; nach Noth und Trübsal sendet Gott uns Heil. 176 59. Wir danken dem Herrn! Er trocknet Thránen, er stillet Seufzer; aus Thrånensaaten blühen Wonnen auf. 60. Wir danken dem Herrn! Aus seinem Munde ein Wort der Liebe- und Noth und Kummer wandeln sich in Heil. FOR- inge 61. Wir danken dem Herrn! Er wehrt dem Mangel, er stillt die Sorgen; auf ihn vertrauen, thut dem Herzen wohl. Wir danken dem Herrn! Gefahren drohten, uns zu verschlingen; doch dem Verderben hat der Herr gewehrt. 62. 63. Wir danken dem Herrn! Auch in den Leiden zeigt sich der Vater, der schlägt und heilet, seine Kinder liebt. ( Siegesfeier.) 64. Wir danken dem Herrn! Sein Wort gebietet und Schwerter ruhen; er wehrt dem Kriege in der Menschenwelt. 65, Wir danken dem Herrn! Sein heil'ger Wille beseligt Völker; er sendet Frieden aus den Himmelshöh'n. - 66. Wir danken dem Herrn! Der Herr der Heere war unsre Feste; er half uns streiten, sein nur ist der Sieg. - ( Gedächtnißfeier der Todten.) 67. Wir danken dem Herrn! Der Staub der Erde zur Erde kehret; der Geist im Menschen schauet nie den Tod. - 68. Wir danken dem Herrn! Die Welt vergehet sammt ihren Wonnen; doch nur die Tugend währet Ewigkeit. 69. Wir danken dem Herrn! Die wir beweinen, sie sind ge borgen; die Pilger weilen in der Heimath Land. 70. Wir danken dem Herrn! Gott hat gegeben, Gott bat sein Name werde ewiglich gelobt! genommen, 177 c. Ehrfurcht und Anbetung. 139. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Gott ist's, den ich mir erwähle, Meines Lebens höchstes Gut! Jauchze, jauchze, meine Seele, Flamme, flamme Herzensgluth! Der die Welten alle schuf, Horet auch des Kindes Ruf. 2. Soll ich in der Sterne Zelten, In dem Buche der Natur, Suchen ihn, den Herrn der Welten, Suchen seiner Allmacht Spur? Lebt er doch in meiner Brust. O, der süßen Himmelslust! 3. Ich bin selbst von seinem Wesen Ein verwandtes Wesen Bin zu seinem Dienst erlesen, ich; Ihm zu dienen ewiglich. Deß erfreuet sich mein Geist, Wenn er seinen Schöpfer preis't. - 4. Ja, dich preisen, Unnennbarer, Und mich deiner Liebe freu'n, Welche Seligkeit kann wahrer, Welche Lust vollkomm'ner sein! Hallelujah! Weltenall! Lob' den Herrn im Jubelschall! 5. Erdengüter, ihr mich fahen, - Der ich meinen Gott erkannt? Erdensorgen, ihr mir nahen, Den da schirmt des Höchsten Hand? Nichts auf Erden ficht mich an, Weil ich beten, beten kann! - 178 1 6. Brauset, Stürme, wüthet, Fluthen! Elemente, tobet nur! Schlagt zusammen, Flammengluthen, Mich schreckt nichts in der Natur! Höher ist mein Rang gestellt: Ich bin Glied der Geisterwelt. 7. Wenn sich mir dies Leben schließet, Deffnet sich das Himmelreich. Himmelswonne, sei gegrüßet! O dann werd' ich Engeln gleich! Dann empfange meinen Geist, Gott, der du mein Ende weißt. 140. mel. Es lebt ein Gott zc. 1. So oft ich deiner, Herr! gedenke, Belebe mich ein frommer Sinn, Und dein erhab'ner Name lenke Das Herz zur tiefsten Ehrfurcht hin. Der kennet deine Größe nicht, Der nicht vor dir voll Ehrfurcht spricht. 2. Laß mich den frechen Spötter fliehen, Der sich erkühnet sonder Scheu Das Heiligste herabzuziehen, Daß es des Spottes Nahrung sei; Voll Grauen wende sich mein Blick Von solcher Uebelthat zurück. 3. O wer mit frevelhaftem Muthe Das Große, Heilige verschmåht; Wo das Gefühl für jedes Gute In frechem Spotte untergeht: In dessen Busen übet frei Das Laster seine Tyrannei. 179 4. Kann der der Menschheit Bestes wollen, Erkennen åchten Menschenwerth? Kann der dem Bruder Liebe zollen, Der dich, o Vater, nicht verehrt? Wer dich verschmähet, höhnt die Pflicht, Und achtet Eid und Treue nicht. - 5. Wenn ich in Ehrfurcht dein gedenke, In Unschau'n deiner Größe mich, OHöchster! glaubensvoll versenke Mein Geist und Herz erweitert sich, Und fühlt entzückt die Seligkeit Des Frommen, der sich deiner freut. 6. möchte doch auf gleiche Weise Sich jeder deinem Dienste weih'n; Die ganze Welt zu deinem Preise Ein Tempel deiner Ehre sein! O Gott, erhalte dies Gefühl Mir rein bis an das Lebensziel. - 7. Wenn mich die Furcht vor Gott beseelet, So herrscht die Sünde nicht in mir. Wie auch dein Rath mein Schicksal wählet, Ich folge, Herr, und traue dir. Auch noch im Tode denkst du mein; Auch noch im Tode bleib' ich dein. 141.( pf. 113.) Eigene Melodie. 1. S Gott, wir singen deiner Ehre, Wie groß ist deine Herrlichkeit! Dich preisen aller Welten Heere Von nun an bis in Ewigkeit. 2. Dich preisen, Gott, die Nationen Vom Aufgang bis zum Niedergang; In allen Sprachen, allen Zonen Ertönt dir heil'ger Hochgesang. 180 3. Die Erdbewohner sind dein eigen, Verkünden deines Namens Ruhm; Die Himmel, deiner Größe Zeugen, Sind deines Sites Heiligthum. 1 - 4. Du thronst so hoch und schaust hernieder Mit liebevollem Vaterblick; Du hebest den Gefall'nen wieder, Und Elend wandelst du in Glück. 5. Der Bettler bleibt dir nicht verborgen, In dem ein frommes Herz sich regt; Du rettest ihn von Schmach und Sorgen, Stellst dem ihn gleich, der Kronen trågt. 6. Wenn kinderlos die Gattinn zaget, Zu dir erhebt den nassen Blick Du kennst den Schmerz, der aus ihr klaget, Verleihst ihr süßes Mutterglück. 7. Drum preisen wir dich, Gott der Ehren! Sind dir zu huld'gen stets bereit. Gelobt sei Gott in heil'gen Chören Von nun an bis in Ewigkeit. 0 142. Eigene Melodie. 1. Das Ull, o Schöpfer, ist dein Pfalm, Und tausend Sonnenmeere Und tausend Sternenheere Verkünden deine Majestát; Ihr Lichtglanz, Herr, ist dir Gebet. 2. Es fingt voll Ehrfurcht deinen Psalm, Was in dem All sich reget, Von deiner Huld gepfleget, Und rufet laut dem Erdensohn: Sink nieder, Mensch, an Gottes Thron! - 181 3. Ich lausch, o Ew'ger, diesem Pfalm, Und sinke vor dir nieder Steigt auf, ihr heil'gen Lieder, Stimmt ein in Gottes Engelchor, Tragt mich zu ihm, zu ihm empor! 4. Wie? singen soll ich deinen Psalm? Ich Staub soll Gott erheben? Ach, meine Lippen beben! Ich Nichts soll rühmen meinen Herrn, Deß Ruhm erschallet nah und fern? 5. Verstummen, Seele, ist dein Psalm, Und Gott im Herzen tragen. Und will das Herz es wagen Der Ehrfurcht Zung' und Wort zu leih'n: So sei es lauter, fleckenrein. 6. Ein Herz voll Unschuld ist dein Pfalm! Das für die Tugend glühet, Für Menschenglück sich mühet; Das selbst dem Feinde nah verwandt Sich fühlt, durch heil'ger Liebe Band. 7. Der Menschheit Rettung ist dein Pfalm! Ihr schnell zu Hülfe eilen, Sie von den Wunden heilen, Die blut'ger Glaubenshaß ihr schlug, Der Segen wandelt, ach, in Fluch. 8. Olehre, Gott, mich diesen Psalm Im reinsten Tone fingen Auf frommer Andacht Schwingen! So preif' ich deine Majestät; Mein Leben wird dann zum Gebet. 143. Eigene Melodie. 1. Betet an, ihr Menschenkinder, Betet an den Gott der Güte! 182 Gott begnadigt selbst den Sünder, Bessert Reue sein Gemüthe. Gott erquicket uns mit Liebe, Lenket jeden unsrer Schritte; Gott beseelt des Herzens Triebe, Schenkt Erhörung unsrer Bitte. 2. Betet an, ihr Armen, Reichen! Ihr seid alle Gottes Kinder. Fehlen Schäße, Glückes Zeichen, Gott liebt euch darum nicht minder. Uns ist Allen zugemessen, Was des Daseins Glück gewähret; Keiner, Keiner ist vergessen, Jedem ist sein Theil bescheret. - 3. Betet an, ihr Starken, Schwachen! Was ihr habt, hat Gott verliehen. Stärke soll für Ohnmacht wachen, Soll der Noth sich nicht entziehen. Beider Loos ist abgewogen, Bruder soll den Bruder halten; Ist dem Einen Kraft entzogen, Soll der Undre sie entfalten. 4, Betet an, Gesunde, Kranke! Eu'r Geschick hat Gott gegeben. Wohlfein fordert auf zum Danke, Und der Schmerz erhöht das Leben. Tiefer fühlt des Lebens Freuden, Wer der Trůbsal Druck erlitten; Bald in Wonne, bald in Leiden, Wird das Erdenglück erstritten. 5. Betet an, ihr Wittwen, Waisen! Wähnt euch nicht von Gott verlassen; Schirm der Jugend, Stab den Greifen, Wird Gott eure Rechte fassen. 183 Trocknet eures Kummers Zähren, Trost wird Gott der Herr verleihen; Wird mit Vatertreu' euch nähren, Spenden Segen und Gedeihen. 6. Betet an, ihr Creaturen! Wo ihr euren Blick hinwendet, Findet ihr des Ew'gen Spuren, Dessen Liebe niemals endet. Seine Macht umfasset Welten, Seine Weisheit leitet sie. Harret aus, Gott wird's vergelten Betet an, verzaget nie! 144. Mel. Es lebt ein Gott 2c. 1. Zu dir empor will ich mich schwingen, Den überall mein Aug' erblickt; Von deiner Größe will ich singen, Die meinen Geist dem Staub' entrückt; Will rühmen, wie dein Schöpferruf So viele Wunderwerke schuf. 2. In allen, allen deinen Wesen, Die unserm Auge sichtbar sind, Kann deine Größe deutlich lesen, O Gott! ein jeglich Menschenkind. Und sind sie noch so klein dem Sinn Es waltet, Herr! dein Geist darin. 3. Wohin soll ich die Blicke wenden, Bewundernd deine Schöpferhand? Beginnen wo wo soll ich enden, Wo findet Ruhe der Verstand? Wohin das Auge spähend schaut Die Sprache findet keinen Laut. - 184 4. Die Himmel deine Allmacht preisen, Wo Millionen Sterne glüh'n, Die sich auf dein Geheiß umkreisen, In ewig frischem Glanze zieh'n. Des Lichtes Quelle strömet dort; Du schufft es durch dein mächtig Wort. 5. Und hebt der Blick sich in die Lüfte, Welch' Leben werd' ich hier gewahr! Ich schau' auf Berge, dring' in Klüfte Ein Wunderwirken stellt sich dar! Und Alles ruft in freud'gem Ton: Bet' an, o Mensch, an Gottes Thron! 6. Senkt sich mein Blick in Meeresgründe Wie dort sich alles froh bewegt! Der Abgrund ruft: O Mensch, verkünde, Daß eine Hand uns Alle pflegt. Uns All' umfaßt ein Vaterherz, Schau' aufwärts, oder niederwärts. 7. Doch, Herr, wie mag der Staub wohl nennen, Was dir gereicht zum Lob und Preis? In Demuth will ich es bekennen, Daß keiner dich zu rühmen weiß. Wir können staunen, fallen nur; Dein Psalm, o Gott! ist die Natur. - 145.( f. 100.) Eigene Melodie. 1. Heil'ger Jubelruf erschalle! Gott, dem Einz'gen jauchzet Alle! Alle, seinem Dienst geweiht, Dienet ihm mit Freudigkeit. 2. Mit Frohlocken laßt uns wallen Zu des heil'gen Tempels Hallen, Tief verehren dessen Macht, Der das All hervorgebracht. 185 - 3. Uns auch ward dies schöne Leben Von des Schöpfers Huld gegeben, Und wir sind sein Eigenthum: Das ist unsres Lebens Ruhm! 4. Wie ein treuer Hirt die Heerde Führt er das Geschlecht der Erde; Uns hat er sein Volk genannt, Als die Våter ihn erkannt. 5. Drum betretet seine Pforten Stets mit frommen Dankesworten, Und es thue jeder Mund Unfres Gottes Gnade kund. 6. Seine Liebe sonder Schranken Wird in Ewigkeit nicht wanken, Und sein treuer Vaterblick Wacht ob spåter Enkel Glück. 146. Mel. Du schufft in deinem Ebenbild. 1. Auf! singt in heil'gem Jubelchor Ein neues Lied dem Herrn! Erhebt den Geist zu ihm empor, Rühmt ihn von nah und fern! 2. Dich lobt, o Herr! das Weltenall, Dein Psalm ist die Natur; Die Schöpfung ist ein Wiederhall Von deiner Größe nur. 3. Mit jedem Morgen, ewig neu, Ertint dein schaffend Wort; Dein Pfad ist Liebe, Gût' und Treu', Du bist der Welten Hort. 4. Herr! bei der Orgel Feierklang, In deinem Heiligthum, Vernimm auch unsern Lobgesang Zu deines Namens Ruhm! 186 5. Du hast so Großes uns gethan, Wir preisen dich darob; Doch kündet schwach dies Lied nur an Dein unermeßlich Lob. A - 6. Nicht kann dich unser Dank erhöh'n, Du thronst im reinsten Licht; Doch unsres Herzens frommes Fleh'n, O Gott! verschmähst du nicht. 7. Dich würdig ehren möchten wir; Drum sei uns liebend nah! Und Lied und Leben werde dir Nur ein Hallelujah! 147. Mel. Gott, wer ist dir zu vergleichen. 1. Laffet uns mit frohen Klängen, Mit tiefgefühlten Lobgesängen, Aussprechen unsres Gottes Ruhm! In der Schöpfung großem Ringe Sind von und in ihm alle Dinge; Das Weltall ist sein Eigenthum. Gerufen sind auch wir In's Dasein, Gott, von dir, Herr des Lebens! Auch uns erfreut - Im Thal der Zeit, O Vater, deine Freundlichkeit. 2. Herr, wir sinken vor dir nieder! Zwar du bedarfst nicht unsrer Lieder, Wie hoch sich unser Geist auch schwingt; Doch in deinen ew'gen Höhen Willst du das Opfer nicht verschmähen, Das kindlich dir die Undacht bringt. Es reg' in unsrer Brust, Sich Sehnsucht stets und Luft, Dir zu dienen! 187 - Schon die Natur Zeigt uns die Spur: Zu fürchten dich sei Weisheit nur. - 3. Und aus deiner Offenbarung Schöpft freudig eine stårk're Nahrung Noch unser Geist und unser Herz. Heil entströmt aus hoher Ahnung, Giebt uns dein Wort die ernste Mahnung, Zu dienen dir in Lust und Schmerz. Dazu verleih' uns Kraft Auf unsrer Pilgerschaft,- Herr und Vater! Die Zeit hinab Bis an's Grab Leit' uns, o Gott, dein Hirtenstab! 4. In der Freude gieb uns Demuth; Gieb Fassung uns, wenn bittre Wehmuth In unsers Herzens Tiefe dringt. Hilf uns, dann auch fest zu stehen, Wenn die Versuchung, kaum gesehen, Rings um uns ihre Neße schlingt. Im Unglück, wie im Glück, Sei dir stets unser Blick Zugewendet; Geheiligt hier, Gelangen wir Dann einst, o Vater, dort zu dir! 148.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. 1. Anbetungswürd'ger Gott und Hort! Dich preise jeder Mund; Des Dankes tiefgefühltes Wort Thu' deinen Namen kund. 188 Was sich der Erde Herrlichkeit, Was seines Daseins sich erfreut, Was Odem hat und Leben, Muß deinen Ruhm erheben. - -- 2. Von Ewigkeit zu Ewigkeit Regieret deine Macht; In Trübsal, Noth, Gefahr und Leid Hast du uns stets bewacht. Errettung, Hülfe finden wir, OKönig, nirgend außer dir! Nur du kannst mit Gedeihen, Mit Segen uns erfreuen. 3. Der frühsten, wie der spåtsten Zeit, Zeigt deine Allmacht sich; Die Schöpfung, die sich deiner freut, Regierst du våterlich. Kein Lobeswort, wie hoch es rühmt, Spricht aus den Dank, der dir geziemt; Dich preiset nicht die Menge Der Dank- und Lobgesänge. 4. Dein Auge, Hüter Israels! Kennt Schlaf und Schlummer nicht; Du bist der Schwachen Burg und Fels, Der Kranken Trost und Licht. Wir danken nie nach Würden dir, Allgütiger, und könnten wir Zu Himmelshöh'n uns schwingen, Mit Engeln dir zu singen. 5. Von Knechtschaft machtest du uns frei Einst in Aegyptens Land; In jeder Noth standst du uns bei Mit milder Vaterhand. Auch ferner schenkst du deine Huld, Vergiltst uns nicht nach unsrer Schuld; Stets wird die Liebe walten, Die uns bisher erhalten. 189 6. Drum, Herr, was an und in uns ist, Sei dir zum Dank geweiht! All unsre Kraft, zu jeder Frist, Sei deinem Dienst bereit! Herr, dich bekennet jeder Mund Dir huldiget der Erde Rund; Und aller Welten Kreise Sind voll von deinem Preise. 7. Wer ist, wie du, an Hülfe reich, Wenn Unschuld ist bedroht? Wer ist dir an Erbarmen gleich, Wer hilft, wie du, in Noth? O Heil'ger! Großer! Mächtiger! Der Erde und des Himmels Herr! Wir fingen deine Güte Mit freudigem Gemüthe. 8. Dein Thron bestehet für und für, Erhab'ner, Heil'ger, du! Das Lied des Redlichen tönt dir, Dir jauchzt der Fromme zu. Auch unser brünstig frommes Fleh'n Erhör', o Vater in den Höh'n! Du findest Wohlgefallen Un deiner Kinder Lallen. d. eie be. 149. Eigene Melodie. 1. Kindlich, Gott! liebt dich mein Herz, Schlägt dir hoch entgegen. Schaut mein Auge himmelwärts, Sieht es deinen Segen; Denn daß dort der Vater wohnt, Ruft die Sonne, ruft der Mond. 190 2. Kindlich, Gott! liebt dich mein Herz, Glühet dir entgegen. Gieb mir Freude, gieb mir Schmerz Beide schaffen Segen. - Auch dem Schmerz entquillet Lust, Vater, heilest du die Brust. 3. Kindlich lieb' ich dich, mein Gott! Weiche von dir nimmer; Dürftigkeit und Pein und Noth Nach des Glückes Schimmer, Trag' ich still und mit Geduld: Sie auch sendet deine Huld. 4. Kindlich lieb' ich dich, mein Gott! Lasse von dir nimmer. Ruft mich auch der frühe Tod Bleib' ich bei dir immer. Bin ich auch der Erd' entrückt Leb' ich droben hochentzückt. - 5. Ja, dich lieb' ich kindlich- treu, Weihe dir mein Leben. Gott, so groß ein Gut auch sei, Kann ich's dir nur geben: Leg' ich's gern auf den Altar Bring' mich selbst zum Opfer dar. 150. Mel. Heil'ger Jubelruf erschalle. 1. Vater! ruft's in meinem Herzen Bei der Erdenwallfahrt Schmerzen; Vater! Vater! ruft mein Geist, Selig, wer als Kind dich preis't! 2. Was ist in der Schöpfung Gründen Schreckliches für mich zu finden? Alle Schrecken der Natur, Sind nur Wohlthat, Segen nur. - 191 - 3. Bei des Schicksals Ungewittern, Wie sie auch den Muth erschüttern, Fasse bald ich Zuversicht; Gott verläßt sein Kind doch nicht. 4. Und selbst bei des Todes Grauen Heißt mein Kindesherz ihm trauen. Wer ist väterlich gesinnt, Und verstößt sein liebend Kind? 5. Zwar noch strauchle ich und gleite, Falle wohl auch in dem Streite; Doch ich fürchte kein Gericht, Denn mein Herz verdammt mich nicht. 6. Wenn des rechten Weg's ich fehle, O so ruft's in meiner Seele: Vater! wie vom Himmel her, Und ich zage dann nicht mehr. 7. Himmel ist nun jede Ståtte, Wo ich zu dem Vater bete; Und das stille Kämmerlein, Wo mit ihm ich bin allein. 8. Da, von aller Welt geschieden, Fühl ich einen Seelenfrieden, Wie die Welt nicht hat und giebt; Weil das Kind den Vater liebt. 9. So, so will ich einst erblassen! Herr! du wirst mich nicht verlassen, Wenn der Pilger an der Gruft Nochmals: Vater! Bater! ruft. 151. mel. dankt dem Herrn 2c. 1. Was ist das Köstlichste der ganzen Welt, Was hålt uns aufrecht im Gewand von Staube, Was ist's, das hier schon Engeln uns gesellt? Es ist des Geistes Herrlichstes der Glaube! - - 192 2. Wodurch sind wir dem Schöpfer selbst verwandt? Wie nennen wir den göttlichsten der Triebe? Was ist der Zukunft Freuden sichres Pfand? Es ist des Herzens Seligkeit die Liebe! 3. Was mahnt in Leiden sanft uns zur Geduld? Wodurch seh'n wir schon hier den Himmel offen? Was ist des ew'gen Vaters höchste Huld? Es ist der Seele reinste Labung Hoffen! 1. 4. So laß uns, Gott, in unsern Lebenskranz Gern diese Lebensblumen winden! Auf daß in ihrem niegetrübten Glanz Hienieden schon ein Paradies wir finden. - 152. Eigene Melodie. Liebe Gott mit ganzem Herzen, Wolle nur, was göttlich ist; Wenn du gottergeben bist, Dann aus Freuden, wie aus Schmerzen Wahres Heil nur für dich sprießt. 2. Liebe Gott mit ganzer Seele, Denke sein zu jeder Zeit; Hast du ihm dich ganz geweiht Was dir dann auch immer fehle, Ist sein Trost für dich bereit. 3. Und mit deinen Kräften allen Wirke stets für Gott, den Herrn; Thu' des Guten viel und gern. Wirst du Gottes Wege wallen, Bist vom Ziele du nicht fern. 4. Deinem Willen nachzustreben, Vater der Barmherzigkeit! Dich zu fürchten alle Zeit, Diesem Zweck sei unser Leben, Diesem Dienste ganz geweiht! 193 153. Eigene Melodie. 1. Ewiger, dein Psalm ist die Natur. Sie verkündet deine Größ' und Macht; Von dir zeuget jedes Wesens Spur; Deinen Ruhm erzählt der Tag, die Nacht: Schauet unsers Gottes Herrlichkeit, Der die Schöpfung immerdar erneut! 2. Kein Gedanke fasset dich, o Herr! Auch der reichsten Sprache fehlt das Wort, Das dich ganz bezeichnet, Ewiger! Dich umgrånzet keine Zeit, kein Ort. Gott! nur ahnen kann dich das Gemüth, Wo das Auge deine Wunder sieht. 3. Selbst des Denkers hellster Sonnenblick Dringet nimmer in dein Wesen ein; Auch der kühnste Forscher bebt zurück, Herr! er schaut nur deines Glanzes Schein. Ewig bleibst du seinem Geist verhüllt; Nie wird seiner Seele Durst gestillt. 4. Nein, das Kind erforscht den Vater nicht! Doch den Vater lieben kann das Kind; Lauschen, merken, wenn der Vater spricht, Seinem Willen leben, kindlich treu gesinnt. Wo noch Zweifel heget der Verstand, Hat ein liebend Herz dich längst erkannt. 5. Kann nur staunen der, der hoch sich schwang- Selig, Vater, daß ich staunen darf! Ist nur schwaches Lallen unser Dank Selig, Vater, daß ich lallen darf! - Wer dich lieben kann, getreu und warm, Ist im Vaterhause niemals arm. 6. Liebe gründet, Herr, das Himmelreich; Liebe führt uns zu des Lichtes Höh'n; 9 194 Liebe stellt uns jenen Geistern gleich, Die an Gottes ew'gem Throne steh'n. Darum stimmet in den heil'gen Ruf: Preis dir, Vater, der zur Lieb' uns schuf! - 154. Eigene Melodie. 1. Was kommt der Güte unsers Schöpfers gleich, Und wie kann sie der Mensch vergelten? Was geb' ich Urmer wohl dem Herrn der Welten, Der doch so überschwenglich reich, Der so allmächtig ist und groß? Sein ist die Welt und was sie füllet, Und was das dunkle Meer verhüllet, Und was sich birgt im Erdenschooß; Sein ist der Creaturen Leben. Was hab' ich ihm zu geben? 2. Gehorsam ist- der Herr der Welten spricht's Genehmer ihm als Opfergabe. Es liegt in mir, was ich zu geben habe, Besit' ich außer mir auch nichts; Der Geist ist frei, der Wille mein! So will ich denn mit ganzer Seele Gehorsam thun des Herrn Befehle, Mich ganz für seine Dienste weih'n; Er ist mein Heil, mein Licht, mein Leben: Ich will mich selbst ihm geben! e. Vertrauen. 155. Mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Herr! err! nur dir allein vertrauen, Ist der Seele reinste Luft; Schuldlos in die Zukunft schauen, Schwellt mit Wonne hoch die Brust. - 195 2. Deine Güte, deine Milde Sind bewährt von Anbeginn; Und der Mensch in deinem Bilde Athmet sie im reinsten Sinn. -- 3. Alle Wesen und Gestalten Leitet nur ein Liebesband, Und dem Auge klar entfalten Sie des großen Meisters Hand. 4. Selbst was lastig uns erscheinet, Unsern Wünschen widerspricht, Ist mit Gutem stets geeinet Nur die Sinne faffen's nicht. 5. Alles findet sein Gedeihen Auf dem schönen Erdenrund; Dank kann nur der Mensch dir weihen, Preisen dich mit Herz und Mund. 6. Staunen, Herr, und dich verehren Kann der schwache Mensch allein; Treulich folgen deinen Lehren, Und sich deinem Dienste weih'n. 156. Eigene Melodie 1. Wenn hart das Leid mich drängt, Der Bruder rauh mich kränkt, Und alles mich verläßt Ich stehe dennoch fest! Gott, du regierst dort oben, Und båndigst Feindes Toben. 2. Ich blicke himmelwärts, Werf' mich an Vaters Herz Und fleh: O güt'ger Gott, Sieh' deines Kindes Noth! Zerbrich der Trübsal Ketten, Und eile, mich zu retten! 196 3. Du reichst mir dann die Hand, Und von des Abgrunds Rand Ziehst du dein Kind zurück. Drum richtet sich mein Blick Auf dich, o Vater droben: Du stillest Feindes Toben. - 157. Mel. Es lebt ein Gott 2c. 1. Dir, Herr und Gott, will ich vertrauen, Der du der Wesen Urquell bist, Will fest auf deine Gnade bauen, Die grånzenlos und ewig ist. Das All umschlingt der Liebe Band; Uns leitet deine Baterhand. 2. So viele Myriaden Wesen Trågst du mit liebender Geduld; Zum Elend hast du keins erlesen, Es freut sich alles deiner Huld. Sollt' ich, o Gott, dein Kind, allein Der Vaterhuld beraubet sein? 3. Ich darf auf deine Gnade hoffen, Die sich mit jedem Tag' erneut; Uns Allen steht dein Himmel offen. So in der Freude, so im Leid Bereitest du dem Kinde Heil, Und führst es an der Liebe Seil. 4. Schon oft hast du mir Trost gewähret, Vernahmst mein brünstiges Gebet; Gabst mehr, o Gott! als ich begehret, Wenn kindlich ich zu dir gefleht. Ich nah' auch jest mit Zuversicht: Gewiß, mein Gott verschmåht mich nicht! - 197 - 158.( Nach Pf. 46.) Mel. Es sehnet sich, o Gott, nach dir. 1. Gott Bebaoth ist unser Schuß, Ist unser Trost und Retter; Wir bieten Elementen Truß, Dem unheilschweren Wetter. 2. Seid furchtlos, wenn der Erdball wankt, Wenn Stürme drauen, toben; Wenn unser Nachen bebend schwankt, Wir blicken dann nach oben. 3. Ein ruhig Bächlein scheint das Meer Dem Auge, das ihn schauet; Es findet Schuß und Schirm und Wehr ,. Wenn es auf Gott vertrauet. 4. Und mögen Berge untergeh'n, Der Erde Säulen zittern Wir trau'n dem Herrn, wir bleiben steh'n, Sind stark in Ungewittern. 5. Und wenn der Krieg auf Erden würgt, Und Nationen beben, Uns hast du deinen Schuß verbürgt, Wir sterben nicht wir leben. - 6. Drum gehen wir mit dir, o Gott! Der bessern Zeit entgegen; Die Feinde weihest du dem Spott, Und uns erhålt dein Segen. 159. Mel. In stiller Undacht bringen wir. 1. Es füllt die Sehnsucht meiner Brust Nicht Sinnenrausch, nicht Erdenluft; Der Rausch zerrinnt, die Lust vergeht, Des Herzens Sehnen fortbesteht. Was nur den Sinnen angehört, Das ist im Keime schon zerstört. 198 2. Was oft als Lebensglück erscheint, So lang' das Glück es mir verneint: Was gilt es mir, ist es erfüllt? Des Herzens Trieb bleibt ungestillt. Es sucht mein Geist ein bleibend Gut, Das nicht auf Erdentand beruht. 3. Was Freude bringt, bringt oft auch Pein, Drum kann es wahres Gut nicht sein. Was ich erstrebet und geschafft, Erschöpft nicht meines Lebens Kraft; Drum such' ich mir ein höh'res Ziel, Fern von der Erden eitlem Spiel. 4. Wo find' ich, was mir Frieden bringt, Mich hålt, wenn mir der Muth entsinkt? Was keinem Wandel unterliegt, Und über alle Zweifel fiegt? Der Frieden kommt von Gott dem Herrn; Ergieb dich ihm, er hilft dir gern! 5. Wer nur auf Gott, den Heil'gen, schaut, Und nicht auf eignen Důnkel baut: Dem flieht die Nacht, der Zweifel weicht, Er hat den Friedensport erreicht. Beut mir die Welt nur Zwist und Leid, In Gott find' ich Zufriedenheit. 6. In Gott find' ich der Liebe Quell, Die macht des Lebens Pfad mir hell, Und läßt mich frohe Tage schau'n. Der ew'gen Liebe will ich trau'n; Ihr sei mein Loos anheim gestellt, In dieser und in jener Welt. 7. In Gott find' ich der Wahrheit Born, In Gott der hehren Tugend Sporn. Ist Alles wider mich vereint Gott ist allein des Guten Freund! - 199 So lange steht die Hoffnung fest, So lange Gott mich nicht verläßt. 8. Gott füllt allein mein ganzes Herz; Drum, Seele, blicke himmelwärts! Was endlich ist, befriedigt nicht. Drum will ich, bis mein Auge bricht, Gott ehren als mein höchstes Gut, Auf dem mein wahres Heil beruht. 160. Mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Vater! Alles, was wir haben, e Dasein, Wonne, Licht und Kraft, Sind nur deiner Liebe Gaben, Die so gern uns Freude schafft. 2. Wer kann deine Huld ermessen? Wer dir danken nach Gebühr? Laß mich, Höchster, nie vergessen: Alles, Alles kommt von dir! bio dunD 3. Wird mir Glück und Segen spenden Deine milde Vaterhand: Möge nie mein Herz verblendens Erdenlust und Erdentand. 4. Daß mich Dünkel nie beseele, Ich in schnödem Uebermuth Nie der Tugend Pfad verfehle, Die mich führt zum höchsten Gut. 5. Dir nur werde Preis und Ehre, Dir ertöne Lobgefang! Dir, den kindlich ich verehre, 3oll' ich meines Herzens Dank. 6. Wenn ich stets zur Zeit der Freuden, Dich gesucht und dich verehrt: Bleibt mir auch in Noth und Leiden Deine Huld nicht unbewährt. 7. Nie zu Schanden können werden, Die auf deine Hülfe bau'n; Drum 200 - wie auch mein Loos auf Erden Dir nur will ich fest vertrau'n. 310 161.( nach Pf. 73, 25-28.) Eigene Melodie. 1. Gott, wenn ich dich nur habe, Wenn du mein Theil nur bist, Wenn bis zum kühlen Grabe Mein Herz dich nicht vergißt: Dann weiß ich nichts von Schmerz und Leide; Mir glüht die Brust von Wonn' und Freude. 2. Gott, wenn ich dich nur habe, Erscheint die Welt mir Tand; Bin reich am Wanderstabe In diesem Pilgerland; Mag selbst die Glücklichsten nicht neiden; Du schenkst mir höh're, sel'ge Freuden. ro 2011.890DC 3. Gott, wenn ich dich nur habe, Dann schreckt mich keine Nacht; Des Glaubens hohe Gabe mis Beut mir der Sterne Pracht: Der alle diese Welten lenket ndo Un mich, an mich, sein Kind, auch denket. 1. 4. Gott, wenn ich dich nur habe, Verschmachte Leib und Herz: Ich trohe kühn dem Grabe. sid. Der Tod ist sonder Schmerz Für den, der kindlich dich verehret; i Er stirbet nicht er wird verklåret. Anneme banim bo - 162,( Nach Pf. 121.) Eigene Melodie. Aufwärts de amilan tblG Lufwärts richt' ich meinen Blick Zu dem Vater in der Höhe; n 201 Niemals kehr' ich leer zurück, Stiller wird des Herzens Wehe. Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. 2. Mein Beschüßer schlummert nicht; Er bewahret meine Tritte, Er wohnt stets im hellsten Licht, Schirmet Jacobs fromme Hütte. Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. 3. Vater droben! schüße mich, Nimm mich unter deinen Schatten! Dich zum Schuß, zum Führer dich Werd' ich nimmermehr ermatten. Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. 4. Sinket schwüle Mittagsgluth Sengend auf das Haupt mir nieder, Drauen Nächte Todeswuth Dennoch sing' ich Jubellieder! Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. - 5. Fürchtet der wohl Unglücksnacht, Dem es hell im Innern taget? Nein, bei schwerer Leiden Macht Bleibt das Herz stets unverzaget. Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. 6. Vom Getüůmmel dieser Welt Führt mich Gottes Hand zurück, Führt mich in des Friedens Zelt; O dort blüht des Frommen Glück. Gott will liebend mein gedenken, Will mir Trost und Hülfe schenken. 1. 202 163. Eigene Melodie. Wenn Denn der Sorge Last dich drückt, Kummer dir am Leben nagt; Wenn dein Aug' durch Thránen blickt, Und in dir die Seele zagt: Fasse in der Prüfung Muth! Der sie sendet, meint es gut. 2. Wenn du keinen Ausgang siehst, Keine Hoffnung sich erfüllt, Du vergebens dich bemühst Und dein Pfad in Nacht sich hüllt: Der mit Dunkel dich umgab, Bleibt dein Führer und dein Stab! 3. Wenn die Welt dich von sich stößt, Hier der Freund zum Feinde wird, Dort der Liebe Band sich lös't, Und dein Fuß nun einsam irrt: Schaue freudig himmelwärts! Der es schuf, versteht dein Herz. 4. Wenn die letzte Kraft vergeht, Schauer dein Gebein durchdringt, Grabesodem dich umweht, Tod in dir und Leben ringt: Der zum Dasein dich erkor, Hebt dich über's Grab empor! 164. Mel. Dennoch bleib' ich stets bei dir. st mein Lebensschiff bedroht, Wankt es in dem Sturm und bebet- Dennoch fürcht' ich keinen Tod! Gott in seiner Gnade lebet, Der es untergeh'n nicht läßt: Dies Vertrauen hålt es fest. 1. - 2. Dieser Unker Gottvertrau'n Låßt uns nie zu Schanden werden; Wird zum Fels, auf den wir bau'n, In dem Drangsal dieser Erden; Ist des Herzens Zuversicht, Weicht in Todesnöthen nicht. lordad 203 - 3. Gottvertrau'n! ob Alles auch Uns verlasse und verschmähe, Stärkt uns doch sein Lebenshauch, Stüßet uns doch seine Nähe. Alles ist uns reich geschenkt, Ist dies uns in's Herz gesenkt. 4. Wie mag Menschenwerk verleih'n Festes, dauerndes Bestehen? birt Was die Hand geweckt allein, Kann auch mit der Hand vergehen; Aber Gottes heilig Wort Labt und kräftigt ewig fort. shin 5. Und so hat er uns gezeigt Einen fichern Ruhehafen, Wo der Sturm des Lebens schweigt, Wo die wilden Wogen schlafen; Gläubig sollt ihr auf ihn schau'n In dem åchten Gottvertrau'n. 42 te 165, Mel. dankt dem Herrn 2c. 1. Wild rauscht der Sturm, der Donner rollend kracht, Es zuckt der Blitz wie Flammen durch die Nacht, Der Wald erbebt, die Eiche stürzt und bricht Ich baue fest auf Gott und zage nicht! 2. Ich bau' auf Gott, der seine Donner rollt, Weil es uns frommt, nicht weil er zurnt und grollt; Den Liebe nur, nicht Grimm und Haß bewegt, Der seine Hand nur segnend auf uns legt. 204 - 3. Ich bau' auf Gott, ob schweres Leid mich drångt, Ob Krankheit mir den Busen drückt und engt, Des Mangels Pein mir trübe Zukunft zeigt, Der Sorge Hauch die Wange mir verbleicht. 4. Ich bau' auf Gott, der meiner nicht vergißt, Allgütig, weis' und unerforschlich ist, Das Schicksal lenkt auf Wegen, wunderbar, Doch herrlich es hinaus führt immerdar. 5. Ob uns der Krieg mit Elend, Angst und Tod, Ob Flamm' und Schwert mein wehrlos Haupt bedroht: Ich bau' auf Gott; wenn er nicht will, zertritt Im Staube nicht den Wurm des Wandrers Schritt. 6. Ob rathlos mich, von Schrecken rings umgraut In tiefer Nacht kein menschlich Auge schaut: Ich bau' auf Gott, sein Aug' ist Licht und Tag, Und schirmend folgt es meinen Spuren nach. pionsphal das juny 7. Ob auch mein Haus der grause Tod umkreis't, Mein Liebstes mir vom bangen Herzen reißt: Ich preise Gott, wenn auch das Auge schwimmt, Gelobt sei er, der's gab und wieder nimmt. 8. Ob mich die Welt verachtet, schmäht und krånkt, Weil am Geseß mein frommer Glaube hångt: Ich suche Gott, der meine Brust erschließt, Und in mein Herz des Trostes Balsam gießt. 9. Und ob es auch in schwacher Stunde zagt, Weil Schmach und Haß an seinem Innern nagt:) Ich bau' auf Gott, im Glauben stark und fest, Daß mich sein Urm im Kampfe nicht verläßt.) 10. Und wenn mir einst die ernste Stunde schlägt, Die mich in's Reich der sel'gen Geister trågt: Ele Ich bin getrost; vor seines Vaters Blick i Bebt angstvoll nicht des Kindes Herz zurück. 205 11. Ich zage nicht, wenn Nacht danieder sinkt, Das ew'ge Licht durch ihre Zweifel dringt, Bekümmert mein enttäuschtes Auge schaut, Daß Wahn es war, worauf ich hier gebaut. 12. Ich zage nicht, denn fern ist Grimm und Zorn Von dir, mein Gott, der Liebe Quell und Born! Auch irrend darf ich ohne Zittern nah'n; Du richtest nur die Lüge, nicht den Wahn. 166. Mel. Herr, du erforscheft mich. Sei Pei still, mein Geist, in Gott, Dem Schöpfer deines Lebens! Vertrauend hoff' auf ihn, Du hoffest nicht vergebens! Mit Weisheit waltet er Und unbegränzter Macht Und Güte, überall Auf Wohlthun nur bedacht. 1. Chumb 2. Sollt' er, der Gütigste, is Dein Bestes dir nicht gönnen? Sollt' er, der Mächtigste, Es nicht erwirken können? Der Weiseste es nicht( s monioms mot UZ ud me Verstehen? gewiß! O Drum Kleinmuth weiche fern Und bange Kümmerniß! 3. Was jetzt dir dunkel scheint, L sh? S C Wird sich einst hell gestalten. dlm C Harr' nur der Zeit, die Gott ist nề Allein sich vorbehalten! Bewahre dein Vertrau'n, Wenn manches dich verwirrt. Gott sieht untrüglich klar, Wo Menschenklugheit irrt. HOR 206 4. Ja, Gott, wer dir vertraut 2 41 In seinem ganzen Leben, Dem wirst du allezeit -- Das, was ihm nüket, geben. Und wenn sein Pfad sich gleich In Dunkel oft verliert, them Bist du es doch, der ihn 3um besten Ausgang führt. et de St id moll ni outf 167.( Nach Pf. 71.) Mel. Dich, Weltenrichter zc. 1. Auf dich, Allmächtiger, vertrauen, In Glück und Leid, in Freud' und Noth, Zu dir noch hoffend aufzuschauen, Wenn Zweifelsucht das Herz bedroht: Erhebt den Muth im Kampf mit Leiden, Stärkt Geist und Herz mit Zuversicht. Wenn sorgsam wir das Böse meiden, Verläsfest du uns Schwache nicht. 2. Kein Unglück soll mich zaghaft machen, Ich kenne, höchste Weisheit, dich; Die Thoren mögen meiner lachen, Ich weiß, du Treuer schüßest mich. Von meinen ersten Lebensstunden Nahmst du dich liebend meiner an; Ich hab' dich immer treu befunden, Auch auf der rauhen Lebensbahn. 3. Warum sollt' ich nun muthlos zagen, Da mich dein Urm so liebevoll In meiner Schwachheit hat getragen, Und stets geforget für mein Wohl? Kann ich, Gott, deinen Rath verstehen, Wie du mich leitest und regierst? Muß nicht dein Wille nur geschehen, Herr, wie du auch mich trågst und führst? 207 4. Du nåhrest ja die jungen Raben, Wenn sie um Speise zu dir schrei'n, Und solltest Brot für den nicht haben, Den du erkorst, dein Kind zu sein? --- Drum soll kein Leid, kein Schmerz mich schrecken, Ich trau' auf dich und auf dein Wort; Du bleibst, mag Nacht mich ganz bedecken, Mein Licht, mein Schild, mein starker Hort! 168.( Nach Pf. 146.) Mel. Du, der die Sonn' und Sterne 2c. 1. Es werde Gott von uns erhoben! Wohlauf! wohlauf, den Herrn zu loben! Sei, meine Seele, Preis und Dank! Stets müsfest du den Herrn erheben. 00 Mein ganzes ihm geweihtes Leben, Sei seines Namens Lobgefang! 2. D, nicht auf Macht, die uns nicht schüßet, Selbst wenn sie auf dem Throne fiket, Laßt bauen unsre Zuversicht! S Sind doch die Mächtigsten vergånglich! Ist ihre Größ' auch überschwänglich Sie flieht dahin- du siehst sie nicht! 3. Ein Mensch wird bald dahin gerissen, 19 Bald wieder Staub. Wie schnell verfließen Die Tage, die der Herr ihm gab! Wer sieht die Ernte seiner Saaten? Der Mensch beschließet große Thaten; Doch sie verschlingt mit ihm das Grab. 4. Beglückt ist, wer auf Gott nur schauet, Und Jacobs Hort allein vertrauet, Der seiner Frommen nie vergißt. Bei ihm ist Heil. Sein mächtig Werde Erschuf die Himmel und die Erde, Das Meer und was darinnen ist. 208 5. Was kann uns Trost und Hoffnung rauben? Der Herr hält ewig Treu' und Glauben, Nimmt väterlich sich unsrer an. Die, so Gewalt und Unrecht leiden, Beschüßt und sättigt er mit Freuden, Die ihnen nichts verbittern kann. 6. Der Hungrige, von ihm gespeiſet, Frohlockt ihm; der Gefang'ne preiset Gott, der vom Kerker ihn befreit. Er öffnet das Gesicht den Blinden, Daß sie des Lichtes Glück empfinden, Und seiner Schöpfung Herrlichkeit. 7. Der Fromme, der ihn fürchtet, schmachtet Im Staub, oft elend und verachtet: Gott sieht's, und hebet ihn empor! Der Herr ist gnädig seinen Knechten, Er liebt und ziehet den Gerechten Aus seiner Dunkelheit hervor. TONI 8. Er hilft dem Fremdling, unterstüßet Die Wittwen, und versorgt und schüßet Die Waisen, die verlassen sind. Er haßt die Sünder. Er, ihr Rächer, Kehrt um die Wege der Verbrecher, Von denen keiner ihm entrinnt. 9. Der Herr ist ewig König! Singe Dem Herrn, o Zion! Ehr' ihn! Bringe Dem, der dein Gott ist, Preis und Dank! Er wird es ewig sein! Erhebet, Erhebt den König! Weil ihr lebet, Frohlock' ihm euer Lobgesang! 169. Mel. Es lebt ein Gott uc. 1. Ich trau' auf dich. Ein Fels im Meere Ist, Gott, dein Wort! Mit Zuversicht 209 Umfaff' ich des Gesebes Lehre Als göttlich Wort, und zweifle nicht. Du, Schöpfer, liebst als Vater mich; Das weiß dein Kind und traut auf dich. - 2. Ich trau' auf dich! In weiten Fernen Mag das verheiß'ne Glück mir blüh'n. Ich blicke zu der Hoffnung Sternen, Die an des Glaubens Himmel glüh'n. Fest hålt an deinem Worte sich Das treue Kind und traut auf dich. 3. Ich trau auf dich! Schon früh geleitet Hat mich die treue Vaterhand, Und mir von fern das Heil bereitet, Das ich in meinem Glauben fand. O wie beglückt der Glaube mich! Das frohe Kind vertraut auf dich. 4. Ich trau' auf dich! Das Beste hoffen Darf, wer dich liebt, nach deinem Wort. So steht auch mir der Himmel offen, Und du beglückst mich hier und dort. Es deutet diesen Spruch auf sich Dein liebend Kind und traut auf dich. 5. Ich trau' auf dich! Hast du hienieden Schon meiner väterlich gedacht, Welch selig Loos ist mir beschieden, Bin ich zur Ewigkeit erwacht! Noch sterbend freu' ich deiner mich; Dein hoffend Kind vertraut auf dich. SURGE 170. Mel. Gott, wir singen deine Ehre. 1. Was ist es, das des Menschen Leben Erhält, erhebet und beglückt? Was stårket ihn im edlen Streben, Wenn schwer des Lebens Bürde drückt? 210 2. Was ist es, das ihn hålt im Leiden Und ihn erhebet in der Noth? Was tröstet ihn beim letzten Scheiden, Versüßt, erheitert selbst den Tod? - D host 02 S 3. Es ist das felge Gottvertrauen! Es lebt in jedes Frommen Brust; Es lehrt uns auf den Höchsten bauen; Es wandelt unsern Schmerz in Lust. 4. Wo Gottvertrau'n im Herzen wohnet, Da wohnt und thronet Gott allein; Da ist die Tugend schon belohnet, a Ist Seligkeit kein bloßer Schein. 5. Gott ist allmächtig! Tod und Leben, Und Glück und Leid hålt seine Hand. Ich darf nicht vor Gefahren beben, Nicht fürchten Schicksals Unbestand. 6. Gott will und schafft ja nur das Beste. Vertrau' ihm nur, er will dein Heil!! Ja, Gott, du bist mir Burg und Feste! Ein schönes Loos ward mir zu Theil. 7. Drum wirk' ich treu und schaffe Gutes, Genieße froh, was Gott beschert; Stets ist mein Herz voll festen Muthes, Denn Gottes Güte ewig währt. 8. Du, Ew'ger, der du hoch erhaben, Ullliebend alle Welten lenkst, 02 9. Ich traue dir und bin geborgen! Du giebst auch mir von deinen Gaben, Heil, Heil mir, daß du mein gedenkst. Ich ruh' getrost in dunkler Nacht, Erwache froh am frühen Morgen, Weil Gott, mein Hüter, ewig wacht. 211 10. Bin ich von Freud' und Glück umgeben, Ich blicke dankbar zu dir auf; Bevor ich war, sahst du mein Leben, Bestimmtest meinen Erdenlauf. - - 11. Wenn mich der Feinde Schaar umringet, Wenn Unheil hier und dort mir droht: Zu dir sich meine Seele schwinget Geschwunden ist die Erdennoth. 12. Was mich auch trifft, es ist dein Wille; Ich bete deine Fügung an. Mir ziemt Ergebung, ziemet Stille; Was du thust, das ist wohlgethan. f. Hoffnung. 171. Eigene Melodie. 1. Ich schau' nach jener Höhe, Da thront der ew'ge Gott; Er hört mich, wenn ich flehe, Hilft mir aus jeder Noth. Er hålt mich, wenn ich wanke, Ist nah' mir in Gefahr; Der leiseste Gedanke Ist vor ihm hell und klar. 2. Er ist mein Hort, mein Hüter, Er schläft und schlummert nicht; Des Weltenalls Gebieter, Der Wahrheit reinstes Licht. In deiner Flügel Schatten, O Bater, berg' ich mich; Mein Geist kann nicht ermatten, Er hofft ja nur nuf dich. 3. Du, Herr, beschirmst den Frommen, Der ganz vertrauet dir; 212 Sein Gehen und sein Kommen Ist Segen für und für. und 2 Drum sei getrost, o Seele, Mir kann kein Uebel nah'n, Wenn ich die Tugend wähle Auf meiner Lebensbahn. - 172. Mel. Heil'ger Jubelruf erschalle. 1. Wenn mich meine Brüder haffen, Vater, Mutter mich verlassen- Spricht mich frei das eigne Herz: Fröhlich blick' ich himmelwärts. 2. Rufe zu dem Vater droben: Mögen draußen Stürme toben, Tobt es mir im Innern nicht, O dann glänzt mir, Gott, dein Licht! 3. Ach, von allen treuen Herzen, Ringend mit der Trennung Schmerzen, Ward der Fromme einst verbannt Aus der Liebe Heimathland*). 4. Doch in heiligem Entzücken Ließest du sein Aug' erblicken Eine Leiter aufwärts steh'n, Engel auf und niedergeh'n. 5. Seinem gläubig frommen Hoffen Zeigtest du den Himmel offen, Riefest ihm im Vaterton: ,, Dein gedenk' ich, Erdensohn!" 6. Mir auch öffnest du den Himmel, Drånget mich das Erdgetümmel; Zeigest mir, wie deine Hand Hält der Wesen mächtig Band. *) 1. Mof. 27, 10-17. 213 7. Lehrst mich kindlich dir vertrauen, Deiner Huld entgegen schauen, Die des Urmen nie vergißt, Kummer ihm und Leid versüßt. - 8. Darum, wenn mich Menschen hassen, Und die Brüder mich verlassen- Spricht mich frei das eigne Herz: Blick ich fröhlich himmelwärts. 173. Eigene Melodie. 1. Sch hoff' auf dich mit kindlicher Geduld, Mir kann des Glaubens Stab nicht brechen; Denn unbegrånzt ist, Vater, deine Huld, Du håltst dem Kinde dein Versprechen: Du wollest gnädig niederschauen Auf die, so deiner Hülfe trauen. 2. Wenn schwarz Gewölke sich am Himmel thürmt, Vertraut mein Herz auf deine Gnade; Wenn Fluthen drohen, wenn es tobt und stürmt- Ich geh' getrost die dunkeln Pfade. Dein Auge, Vater, schaut und wacht; Ich zttt're nicht in Sturmes Nacht. 3. Mein Unker ruht in festem Felsengrund: Ich finde Schuß an deinem Herzen! Du denkst, o Gott, an deiner Liebe Bund, Und sendest Balsam meinen Schmerzen. Wenn mild auf mich dein Auge blickt, Dann schweigt der Kummer, der mich drückt. 4. Drum bin ich unverzagt und voller Muth: Gott wird mir seine Hülfe senden; Dann war das Leid mir heilsam, gut, Half meiner Seele Heil vollenden. Drum trau' und hoff' ich mit Geduld, Denn auch im Schmerz spricht Vaterhuld. 214 174. Eigene Melodie. 1. Glaubig blickt der fromme Sinn Auf der Zeiten Fortgang hin, Schauet, Trauet, Daß auf unsres Gottes Erde Nacht in Tag sich wandeln werde. - 2. Nicht getäuscht wird frommer Sinn! Holde Trösterinn Hoffnung Sendet, Spendet Unfres Gottes reiche Gaben; Herzen, Geister will fie laben. 200 3. In dem Aufruhr, in dem Streit Mit dem Ungemach der Zeit, Wehet, Stehet Hoffnung freundlich uns zur Seite, Beut uns schirmendes Geleite. 4. Wenn der Krankheit herbe Pein Trübt des Lebens Sonnenschein, Heilet, Weilet Hoffnung in des Kranken Nähe Stillt des Urmen Schmerz und Wehe. 5. Reißt der Tod von unsrer Brust Unfres Lebens süße Lust- Stillet, Füllet Sie das Herz mit fel'gem Glauben: Seelen kann der Tod nicht rauben." 215 6. Naht uns selbst der rasche Tod, Bleichet schnell das Morgenroth- Wonnen, Sonnen - - Zeigt das Jenseits unserm Blicke; Vorwärts zieh'n wir, nicht zurücke. 7. Darum, Gott, richt' unsern Sinn Auf der Zukunft Hochgewinn. Vater! Vater! In der Hoffnung sanftem Tone Redest du zum Erdensohne. G 8. Deiner Liebe Unterpfand, Ward zur Erde sie gesandt. Du nur, Du nur, Der du Himmel schufft und Erden, Ließest uns dies Kleinod werden! 175.( Nach Pf. 75, 25-28.) Mel. Es lebt ein Gott. 1. Ach, wenn ich dich, mein Gott, nur habe, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht! Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht! Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust: Nur Freud' an dir füllt meine Brust. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, Ich hoffe doch getrost auf dich. Nicht will ich Schmerz und Plagen achten, Dein tröstet meine Seele sich. Und stund' auch Alles wider mich Hab' ich, Allmächtiger, doch dich. 216 3. Dich haben, Gott! heißt Alles haben, a Was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben, Nimm dich nur meiner gnädig an. Dann sprech' ich: Du bist, Herr, mein Theil, Und meines Herzens Trost und Heil! 176. Mel. Dennoch bleib' ich stets bei dir. 1. Harre, Herz, nur in Geduld, Hat dich dunkle Nacht umgeben; Drückt dich nicht die eigne Schuld, Darfst du freudig dich erheben. Gottes Weg ist Recht und Licht; Harre, Herz, und zage nicht! 2. Traue, Herz, der starken Hand, Die der Sonne Strahl entzündet; Die geknüpft der Sterne Band, Und der Erde Bau gegründet. Wer getrost dem Herrn vertraut, Hat auf einen Fels gebaut. 3. Glaube, Herz, sein Vatersinn A Kann dich nicht im Ernst betrüben! b Auch dein Leiden ist Gewinn, nd Prüfend will er dich nur üben. Glaub' an Gott und Ewigteit Siegt in jedem Kampf der Zeit. og mic 4. Hoffe, Herz, mit Zuversicht! our the S Bald erreicht dein Schiff den Hafen, Wo des Schicksals Woge bricht, Und die wilden Stürme schlafen.jos Gottes Stimme ruft dir zu: Hoffe, Herz, dort ist die Ruh'! Ng 217 177.( Nach Pf. 42, 12.) Eigene Melodie. 1. Seele, was betrübst du dich? Lebet denn kein Gott im Himmel, te Der die Unschuld schüßen kann? Der im irren Weltgetümmel Leitet deine Lebensbahn? ich saisit? Hat auch Unglück dich betroffen: Steh'n doch Vateraugen offen! Seele, was betrübst du dich? 2. Warum ist dir, ach, so bang? Bange Furcht quålt nur den Sünder, Der die Schuld im Innern trågt; Stets doch bleibet Ueberwinder, Dem ein Herz im Busen schlägt, d Das auf seinen Gott vertrauet, Unerschüttert auf ihn bauet.100 Warum ist dir denn so bang? 3. Harre nur auf deinen Gott! Könntest du zu Schanden werden, Hoffst du ganz und fest auf ihn? MIC Er, der Sonnen schafft und Erden, Läßt aus Trümmern Segen blüh'n; m Drum laß nur den Vater walten, Ihn, der immer Wort gehalten: mo Harre nur auf deinen Gott! bande mollig maligen inde 4. Danken wirst du ihm noch einst. Freudig wirst du es bekennen: 17 Gott hat wohl an mir gethan! Alles, was wir Uebel nennen, Bildete zum Heil die Bahn. Du allein, Gott, kennst das Rechte; Selbst für finstre Mitternachte Danken werd' ich dir noch einst! 10 218 5. Meine Hülf' ist Gott, mein Heil! Also werd' ich triumphiren: Meine Hülf' ist Gott, mein Heil! Herrlich wußt' er's auszuführen: Meine Hülf' ist Gott, mein Heil! Schmerzen wandelt er in Wonnen; Er gebeut- es leuchten Sonnen, 10 Meine Hülf' ist Gott, mein Heil! this ma 178. Eigene Melodie. Scold ud ardigind and adiged Himmelwärts Heb' das Herz: 1. Seele, was betrübst du dich! Was Fühlst t dit ſo bang' in mir! Fühlst du nicht des Vaters Nähe, sp Der uns all' im Herzen trägt? Lebt kein Gott dir in der Höhe, bed Shi Der da liebet, wenn er schlägt? Aufwärts schau'! Gott vertrau'! To Seele, was betrübst du dich betale 70 75 vo SE Jede Thräne, die da fällt; Zählt der Lenker seiner Welt. 10 19033 ONU 3 2. Seele, was betrübst du dich! 9330 einnot ud foce 10 10 aun 1969 Was ist dir so bang' in mir! nt mus@ Kann der eitle Tand hieniedenenỒ 1402 Füllen eines Menschen Brust? a supe Schaffen deinem Herzen Frieden Erdengut und Erdenlust? Flücht'ger Staub! Welkend Laub! Seele, was betrübst du dich! is und & n bril dy iiouT our ind 3:10) Heil nur blüht mudnice Im Gemüthiin, is Nicht verdient das flüchtige Glück dhe Einen trüben, nassen Blick. nsluce 219 3. Seele, was betrübst du dich! Was ist dir so bang' in mir! Hat dich Alles denn verlassen? Stehest du denn ganz allein? Kannst du nichts mit Lieb' umfassen, Nennst du nichts auf Erden dein? Gott bleibt dir Für und für. Seele, Seele, zage nicht! G Fest und treu d Gott dich weih' - Seine Treue niemals trügt, Seine Liebe nie versiegt. 4. Seele, was betrübst du dich! Was ist dir so bang' in mir! Riß der Tod dir von dem Herzen Heißgeliebte Wesen ab? Sahest du sie unter Schmerzen Sinken in das finstre Grab! Angst und Noth Bannt der Tod. Seele, sei getroft im Herrn! Weine nicht! Denn im Licht Wandelt die verkårte Schaar, Selig, selig immerdar. 5. Seele, was betrübst du dich! Was ist dir so bang' in mir! Ewig leben deine Todten, Und aus dunkler Grabesnacht Haben deines Gottes Bote Zu der Heimath sie gebracht. Ist der Geist Je verwais't? Seele, sei nur stark im Herrn! Jauchz' ihm Dank! Nicht gar lang' 10* 220 Und dein Hoffen wird gekrönt, m Dein wird, was dein Herz ersehnt. - 6. Seele, was betrübst du dich! and find Indus Kannst du zittern vor dem Tod!#mo Frei wirst du der Erdenbande, Frei von Trůbsal, Schmerz und Pein, Wirst im ew'gen Vaterlande Mit den Sel'gen selig sein, Nicht dem Staub Mehr zum Raub. Seele, Seele, preise Gott! S Seine Treu' 1. Bleibet neu. Dank ihm für den Pilgerstab, Dank ihm auch für Tod und Grab! 7. Gott, wir schau'n zu dir empor, Danken unter Thränen dir: Hochgepriesen sei dein Namen Wenn du nimmst und wenn du giebst! Dann auch streust du Heiles Saamen, Wenn du unser Herz betrübst. Nicht- zum Spott Schuf uns Gott! Seele, du bist Gottes Bild; Fromm und rein Bleibst du sein. Und wenn heut' das Auge bricht: Gott bleibt unsre Zuversicht. 179. Eigene Melodie. Mag auch die Zeit Der Dunkelheit Mit allem Grau'n verhüllter Tage schrecken; 2. 3. 5. 221 Einst durchbricht Gottes Licht 51 Die verhängnisvolle Nacht, Ueber die sein Auge wacht. Uns immer war Er wunderbar, Der seine Welt mit Wunderthaten füllet. Lasset dann Uns fortan Auf die Rettungswunder schau'n, Die er that, und ihm vertrau'n! Getrost mein Geist! Jest ROUG Der Herr verheißt, Dein Gott zu sein, der Gott gebeugter Seelen. Unverhofft Zeigt er oft Dem Verzagten offenbar, Daß Zerstörung - 158 Schöpfung war. So schaff' er dann!- Wir schau'n hinan, Wo nie und nie der Thron des Rechtes wanket. Troß dem Schmerz, Glaub', o Herz: Aus den Trümmern, die vergeh'n, Wird das Bess're aufersteh'n! Das Beff're kommt; Was Seelen frommt, Nur das allein, darf sich das Beff're nennen. Aus dem Staub Grunt das Laub Für des Dulders Kranz hervor. Heb', o Mensch, dein Haupt empor! -- 222 Ergebung. 180. Eigene Melodie. 1. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Nie will ich muthlos zagen; n Auf dunkler und auf lichter Bahn Wird er mich sicher tragen. will ne 2. Der mich erschuf, der mich erhält, Will Gutes nur mir senden; Er wird mein Loos auf dieser Welt Zu meinem Heile wenden. 3. Drum wall' ich muthig meine Bahn, Erhellt durch Gottvertrauen. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Auf ihn nur will ich bauen. 4. Erlischt mir auch der Freude Licht, Folgt Nacht dem hellen Tage: G Mein Herz vertraut und murret nicht; Es schweige jede Klage. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Ist mir sein Weg verborgen, sie aut Ich forsche nicht, ich bete an; Einst strahlt der Wahrheit Morgen. 6. Fällt von des Lebens Kranz mir ab Der theuren Blüthen eine, Ich preise den, der sie mir gab Und ob das Herz auch weine. - enik 7. Das Auge schauet himmelan: hiallo and sufe Gott gab Gott hat genommen! Was Gott thut, das ist wohlgethan, Kann nur zum Heil mir frommen. 8. Selbst auf des Lebens lettem Gang Gangha Durch dunkle Todeshallen, 223 Wird meiner Seele einst nicht bang, Zum Vater hinzuwallen. 9. Und wird dereinst mein Ende nah'n, Ruft Gott mich ab vom Leben, Gott! was du thust, ist wohlgethan; Dir will ich mich ergeben! 181.( p. 16.) Mel. Sie haben mich gedränget. babu um agnite to nas Houma 1. Gott! wolle mich bewahren; Ich suche Schuß bei dir! In Leiden und Gefahren un Sei du Erlöser mir! # 8 2. Du bist mein Trost im Leben, Bist meine Seligkeit; Dir will ich mich ergeben. In aller Ewigkeit. 3. Dir ewig zu gehören, in im Win 02 Deß Vaterhuld so groß, ma i Dich, Höchster, zu verehren: Dies ist mein lieblich Loos. 4. Wenn in des Kummers Nächten maine me 1e Die Thräne zu dir spricht: Stehst du mir treu zur Rechten, e Und wanken kann ich nicht. 5. Mag auch mein Ende kommen, Dein harr' ich mit Vertrau'n; Du läsfest deine Frommen Verwesung nimmer schau'n. 6. Wird auch der Leib einst Erde, Wenn mich dein Wille ruft; Es dringt dein mächtig ,, Werde!" Auch in die stille Gruft.- 224 7. Der du belebst die Hülle, sbym dzie & Sei hoch gebenedeit! Bei dir ist Freudenfülle, Bei dir ist Seligkeit de 182. Eigene Melodie. 1. Was Gott verhängt, das ist mir gut, Denn Gott verhångt nur Gutes; Ihm, der mir täglich Wunder thut, Vertrau' ich frohen Muthes. de Stark ist seine Hand, Sicher ist mein Stand, Fest ist mein Vertrau'n; Zu Gott nur will ich schau'n, Und seiner Vaterliebe, Nicht wie der Mensch es denkt Mit seinen schwachen Sinnen. In 2. Was Gott gefällt, gefällt auch mir, Ich will mich nie beklagen; plan 10 Er ist mein Hort, mein Schußpanier, Mein Sieg in bösen Tagen. we Was von ihm mir kommt, Meinem Heile frommt; Seine Weisheit lenkt # 0 Blieb ich doch bis jetzt Immer unverlegt, Was mir auch gedroht; S 3. Wie Gott es macht, so ist mir's recht, Stets soll mein Herz ihm danken; Mein Glaube bleibt stets ungeschwächt, Und låsset mich nicht wanken. Gott half aus aller Noth, Er wird auch ferner helfen. al 225 4. Wie Gott mich führt, ich bin bereit, Ich folg' und will nicht weichen; Des Heiles Ziel, wår's noch so weit Ich werd' es einst erreichen. Seiner Wahrheit Licht Giebt mir Zuversicht. Ist der Weg auch rauh, Wenn ich zu Gott nur schau', So kann ich nimmer wanken. - 5. Was Gott gebeut, sei mir das Ziel; Dies Ziel will ich erstreben. Er hat ein heiliges Gefühl Für's Gute mir gegeben. Was sein Wort mich lehrt, Giebt mir immer Werth, Schafft mein wahres Heil, Und ist mein bester Theil In diesem Erdenleben. 6. Wenn Gott mich ruft, so folg' ich gern Dem väterlichen Rufe; Mich winkt ein heller Morgenstern Auf eine höh're Stufe. Nichts hat diese Welt, Was zurück mich hålt; Trennet mich der Tod Doch nicht von meinem Gott, Ihm wall' ich froh entgegen. 183. Mel. Was Gott verhängt, das ist mir gut. 1. Der Herr ist meine Zuversicht, Mein Hort, auf den ich traue; Er ist mein Hort, er ist mein Licht, Zu ihm getrost ich schaue. 226 Nicht kann Unglücksnacht An mir üben Macht. Wer, wie unser Gott, Errettet aus der Noth? Er ist der Welten König! 2. Verborgen zwar und dunkel find Dem Menschen Gottes Wege; Vertrauen nur führt, Gott, dein Kind, Wohin es gehen möge. Muthig wall' ich fort, Gott ist aller Ort! Seel', erheb' den Blick! Befiehl ihm dein Geschick! Er wird es schon vollführen. 3. Es hat dein Gott dir offenbart, Wie du nach Recht sollst handeln; Wer treulich sein Geseß bewahrt, Wird stets im Lichte wandeln. Gottes Lehr' ist hell, Frischer Lebensquell! Geh' und übe sie; Gewiß, du strauchelft nie, Denn Gottes Wort ist Wahrheit. 184. Gigene Melodie. 1. Das Leben bietet Last und Leid, Zu dulden und zu tragen; Ich bleibe meinem Gott geweiht, Will nimmer, nimmer zagen. Die Sonn' aus dunkler Wolke bricht Gewiß, mein Gott verläßt mich nicht! Wolke bricht-81 2. Wenn gift'ge Zunge Lügen spricht Und meine Unschuld höhnet- Stets heilig bleibe mir die Pflicht; Ein Gott die Tugend krönet. 227 So sehr der Bosheit Schlange sticht Gewiß, mein Gott verläßt mich nicht! 3. Ach, fliehet mich mein schönstes Glück, Nimmt Gott mir meine Lieben Wohl füllt mit Thränen sich mein Blick; Doch Gott kann nicht betrüben! Die Lieben wallen jest im Licht- Gewiß, mein Gott verläßt mich nicht! 4. Und nahet sich mir selbst der Tod Mit allen seinen Schauern Gott hilft mir auch aus dieser Noth! Ich will nicht zaghaft trauern; Ich rufe voller Zuversicht: Gewiß, mein Gott verläßt mich nicht! 5. So bleibst du, Vater! immer mein In allen meinen Tagen; So bleib' ich, Ew'ger, immer dein In allen Lebenslagen. Nur Gott bleibt meine Zuversicht: Gewiß, mein Gott verläßt mich nicht! 185. Met. Dennoch bleib' ich stets bei dir. 1. Fremd bin ich in dieser Welt, Unbekannt am Pilgerstabe; Mit dem Sinn, der Gott gefällt, Wall' ich hin zu meinem Grabe. Unbekannt und doch gekannt Sieh' ich in der Heimath Land. 2. Der Beschwerden trag' ich viel' In der Fremde, wo ich walle; Uber an dem Ruheziel, Da vergesse ich sie alle. Froh an Gottes Baterhand Wall' ich in das Vaterland. Insig wa DC 228 3. Schöne Freuden sprießen hier Mitten auf der Wallfahrt Pfade, Und es öffneten sich mir Alle Brunnen seiner Gnade. Auch an frommer Freunde Hand Zieh' ich hin in's beff're Land. - 4. Und wenn mich die Welt verkennt, Ruhig trag' ich meine Bürde, Die mein Herz Verfolgung nennt Denn ich fühle meine Würde. Auch von aller Welt verkannt, Zieh' ich froh in's Vaterland. De 5. Fremd sei ich in dieser Welt, Unbekannt am Pilgerstabe! Mit dem Sinn, der Gott gefällt, Wall' ich fort zu meinem Grabe. Meinem Gotte wohlbekannt, Zieh' ich heim in's Vaterland. 19 to m men adivid not f 186. Eigene Melodie. Pla 1. Auch selbst in meinen Unglückstagen Schau' ich zu dir, o Gott und Vater, auf, Und denke, wie du liebend mich getragen, Wie du mir Freude gabst, wie du mein 3agen In Muth verkehrtest bei des Schicksals Lauf. 2. Ich denke dein, wenn auch das Leben Mit seinen Schatten meinen Blick umhüllt; Ich denke dein, wie oft du mir gegeben Der Sonne Licht, wie oft ihr Strahl mit Beben Und Wonne mir das stille Herz erfüllt! 3. Und ob auch meine Lieben geh'n Zu dir, mein Gott, der All' uns einst vereint: In ihnen konnt' ich deine Liebe sehen Und so gesegnet deinen Rath verstehen, Der dunkel zwar, doch gütig stets erscheint. 229 4. Und sollt' auch Alles mir entschwinden, Was noch mein Herz an dieser Erde hålt: Dich, dich, o Herr, kann doch kein Wechsel binden; Dich, ew'ge Liebe, kann mein Glaube finden; Du bleibst mir, wenn mein irdisch Haus zerfällt. 1. 187. Eigene Melodie Ermatte nicht, o Herz! Bekämpfe deinen Schmerz, Und sieh', er geht vorüber! Der Tugend Pfad ist steil; Doch führt zum ew'gen Heil Er endlich dich hinüber. 2. Der Erde Gram vergeht; Des Himmels Wort besteht, Es wird auch dich erheben. Vergiß das herbe Leid! Bald wird die schön're Zeit Dir Seelenfrieden geben. 3. Nur Unschuld stärkt den Muth; co Un ihrem Herzen ruht Der Schmerz mit sanfter Klage; Gar bald entflieht die Nacht, Ein holder Morgen lacht Und wird zum hellen Tage. minn ict 4. Gieb, Gott, zum Dulden Kraft; Was inner'n Frieden schafft, d Gieb meiner Seele immer! Du selber sei mein Theil, Du, Gott, mein ew'ges Heil, Ich lasse von dir nimmer! ning GE - 10 230 - 188. Eigene Melodie. 1. Der du deiner Kinder Flehen, Vater, Gott, so gern erhörst; Der du selbst mich beten lehrst: Du wirst wohl mein Herz verstehen. Ich vermag es kaum zu lallen, Was die Brust so froh erfüllt; Meine Klagen sind gestillt, Freudenthränen mir entfallen. 2. O du Vater aller Güte! Du mein Gott! Allliebender! Hallelujah! Du, mein Herr din bed Stimmest heilig mein Gemůthe. Wie vermag ich, dich zu preisen, Wie's mein dürstend Herz begehrt? Der das Gute mich gelehrt, Wird zum Lob mich unterweisen. 3. Ach, ich hab' mit Leid gerungen, die Und dies Aug' war thrånenschwer, Und mein Herz war freudenleer; Da hab' ich dem Herrn gesungen In den Busen kam der Frieden, Freud' in's Auge mir zurück. Drum am Himmel weilt mein Blick Ist es dunkel gleich hienieden.ne 103 - L 4. Was will dich denn hier betrüben, Was beweinst du, zagend Herz? Auf, bezähme deinen Schmerz Sieh', dein Vaterland ist drüben! Mag das Weltall selbst erzittern, G Selbst wenn Erd' und Himmel bricht, Auf, mein Herz, und zage nicht! Auf, hier darf dich nichts erschüttern! 090 29 di 231 5. Ist auch oft der Himmel trübe, Wird die Last dir oft zu schwer: ' dann weine nicht so sehr, Denk an deines Vaters Liebe. Es entgleitet Well' auf Welle, In das Meer der Ewigkeit- So verrinnet auch dein Leid; Drum blick' glaubig auf in's Helle. 6. Wie vermag ich dich zu nennen, Ein'ger, Ew'ger, Vater, Gott? Wie vermag ich bis zum Tod Würdig, Herr, dich zu erkennen? Blick auf unser Dasein nieder, Der du breitest aus die Nacht; Der du schufst der Sonne Pracht, Merkest auch auf meine Lieder. 7. Herr, vernimm mein kindlich Lallen, Schirme mich in deiner Hut! Gieb dem Herzen Kraft und Muth, Nicht der Sünde zu verfallen. Dir, Herr, den ich ewig liebe, Sei geweiht mein Lobgesang; Dein sei Preis und Ehr' und Dank, Dein die Tugend, die ich übe. 1. 2. 189. Eigene Melodie. Was du sendest, Wie du's wendest, Gott, du gründest unser Glück! Was das Leben Uns mag geben Zu dir schauet unser Blick. - Wenn vom Pfade Deiner Gnade Vater, ich gewichen bin, 3. - 232 Und du rufest Den du schufest, Gott, zu deinem Richtstuhl hin; 1. Strafft am Kinde Hart die Sünde, Sendest Kummer ihm und Noth: Auf dich trauet, Zu dir schauet Gott, der dein auch bleibt im Tod. 190.( pf. 131.) Eigene Melodie. 1. Nie soll mein Herz, o Gott, sich blähen, Und stolz nicht schau' mein Aug' umher; Der Fuß erklimme keine Höhen, Die zu erklimmen ihm zu schwer. 2. Nein, meine Seele gleich' an Stille Dem Säugling an der Mutter Brust; Ihn leitet nur der Mutter Wille, Und ihre Wonn' ist seine Lust. 3. So Israel, an Gott gelehnet, Giebt ganz sich seinem Gotte hin; Fühlt so sein Leben erst gekrönet, Fühlt so des Lebens Hochgewinn. 4. Ich will nicht ringen, will nicht streben Mein ganzes Herz sei dir geweiht; Dem Kinde wird der Vater geben Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 191. Eigene Melodie. Sott ist mein Licht! Nach Wahrheit schmachtet meine Seele; Nur in der Wahrheit find' ich Ruh'. 2. 3. 4. 5. 233 Wer leitet mich, daß ich nicht fehle? Ich wende mich dem Urquell zu: Gott ist mein Licht! - Gott ist mein Heil! Mein Herz sucht sehnend hier nach Frieden; Nach Glück und Frieden ringt die Kraft. Wo find' ich Seelenruh' hienieden? Ich schau' zu ihm, der Welten schafft: Gott ist mein Heil! Gott ist mein Licht! bin di Wenn mich des Zweifels Stürm' umtoben, Wenn mich des Irrthums Nacht umhüllt: Blick ich getroft zum Vater droben, Der mich mit seinem Geist erfüllt Gott ist mein Licht! Gott ist mein Heil! Durch ihn allein blüh'n Lebensfreuden, Von ihm kommt all mein Erdenglück; Doch drücken mich auch schwere Leiden Entsagend spricht mein nasser Blick: Gott ist mein Heil! Gott ist mein Licht! Frohlocke dankend, meine Seele! now dintg Der Sonnen schuf, ist auch dein Licht. Mag alles bleiben, was ich wähle, Mag Alles flieh'n ich zage nicht; Gott ist mein Heil! 192. Mel. Preis' Israel, preif' hoch den Herrn. 1. Was zag' ich? Gott regiert die Welt! Er ist's, dem ich vertraue. Er bleibt, wenn Alles wankt und fällt, Der Fels, auf den ich baue. 234 Sein Vaterherzand bim te Wågt Freud' und Schmerz. Er thront in hei'ger Höhe: Sein Wille nur geschehe. in - — 2. Er schließt des Tages Pforten auf is Und führt der Sterne Heeresne tak Den Stromen zeigt er ihren Lauf, Sein Wink gebeut dem Meere. Er führt auch mich So väterlich, Wo ich nicht Wege fehe: 0 sed chim Sein Wille nur geschehe! tha them ĐẢO LINH CHI C 3. Ein Tag sind vor ihm tausend Jahr, Er herrscht seit Ewigkeiten. Vor seinem Blick liegt hell und klar Die dunkle Nacht der Zeiten. di bu Er, groß von Rath Und stark von That Kennt, was ich nicht verstehe, ol Sein Wille nur geschehe! him mbind doc 37750 10 4. Mein Leben ist ein Augenblick, Von ihm mir zugemessen. Zum Staube kehrt der Staub zurück, Bald von der Welt vergessen.d obsoldou? thi Mich ruft der Todos 1 Auf sein Gebot old collo pofte In meines Gottes Nähe: poffe Sein Wille nur geschehe! 0 193. Eigene Melodie. L 1. Gott, Urquell aller Güte, po as Gott, Urquell aller Macht! Du schaust in mein Gemüthe, hid 13 Siehst in des Herzens Nacht; 235 Kennst, was die Brust beweget, Was sich im Innern reget. -- 2. Doch kann der Mund nicht schweigen, Und Worte sucht das Herz; 100 Das Knie will dir sich neigen, 8 Der Geist schaut himmelwärts. Das Kind fleht zu dem Vater, Dem Helfer, dem Berather. 3. O laß mein Werk gedeihen, Gieb mir mein täglich Brot! Willst du mir Huld verleihen, Bewahre mich vor Noth! vor Noth! Laß an der Erde Gaben mich su Den Erdensohn sich laben! 4. Doch Armuth wolle senden, Gewährt die Urmuth Heil; Aus deinen Vaterhånden Ist Alles lieblich Theil. Nur Kraft verleih' zum Tragen, Timo Zu dulden, zu entsagen. Ji pas wh #G a 203 amid 19 5. Laß Großes mich vollbringen id 12 In meiner Brüder Kreis; Laß all mein Thun gelingen, Vollbracht zu deinem Preis! Laß nimmer untergehen Was meine Hände såen! 6. Doch hast du es beschloffen: Bleib' unbemerkt und still!" 7. Nicht in der Jahre Mitte Laß mich von dannen geh'n! TUNG Ich sage unverdrossen: DE ,, Nur so, wie Gott es will!" sal onll Ich bleib' in meinen Schranken; Will dir auch dafür danken. 236 Gewähre mir die Bitte, O Gnåd'ger in den Höh'n! Den Meinen möcht' ich leben, Für ihre Wohlfahrt streben! 8. Doch rufst du morgen, heute- Mein Gott! ich bin bereit; Zieh' aus dem Erdenstreite Zur Himmels- Seligkeit. Du wirst mit allen Meinen Dort oben mich vereinen. 194. Eigene Melodie. 1. Nicht immer kann den Sturm beschwören Des Menschen schwache Willensmacht; Kein Retter will die Bitte hören, Erlösen aus des Unglücks Nacht. Von deinen Friedenspalmen allen Siehst du die theuren Blätter fallen. 2. Doch ist nicht aller Trost verschwunden, Es bietet Trost das eigne Herz; Ist dies mit seinem Gott verbunden, Und strebt es immer himmelwärts: So darfst im Sturme du nicht beben, Denn dein ist ja des Himmels Leben. 3. Tritt dann hinaus in die Gefilde, Sieh', wie dein Gott die Erde schmückt! Es muß an diesem hehren Bilde Dein Herz sich fühlen hochbeglückt. Ach, überall ist Gottes Liebe, ot Und läutert, lichtet alles Trübe. 4. Such' Tröstung in dem Lebensbuche; Dem Frommen geht es endlich gut! Nein, unter einem ew'gen Fluche Der Kinder Gottes Keines ruht. 237 Dein Gott ist's, der die Wege leitet; So wird dir endlich Heil bereitet. 5. Und will sich noch dein Blick nicht heitern, So schwinge zum Gebet dich auf; Das wird das Herz dir froh erweitern, Geebnet wird dein Lebenslauf; Du fühlst der ew'gen Liebe Segen, So muß des Herzens Sturm sich legen. 6. Auch währt ja dieses Erdenwallen Nur einen kurzen, kurzen Tag. Siehst du der Palme Blåtter fallen, O Mensch, dann sei dein Glaube wach: Es folgt der Erdennacht ein Morgen,- Dann, sehnend Herz, bist du geborgen. 7. Drum, wird der Seel' um Frieden bange: Gott tröstet mich mit seinem Wort, Und aus des Lebens hartem Drange Schau' ich den sichern Friedensport. Mich wird des Vaters Auge hüten; Ihn preif' ich auch, wenn Stürme wüthen. 195. Eigene Melodie. 1. Nur Gott im Himmel ist mein Trost, Auf ihn allein geht all mein Hoffen; Ist dunkel auch mein Weg verhüllt, Ist auch mit Dornen er gefüllt: Der Weg zu Gott ist hell und offen. Wenn Kummer mich danieder beuget Und jeder Trosteslaut mir schweiget Ein Blick zu meinem Gott hinauf, Der richtet meine Seele auf. 2. Nur Gott im Himmel ist mein Trost, Von ihm laß ich mich willig lenken; Wohin mir Gott zu geh'n befiehlt, 238 Ich weiß, daß es zum Guten zielt, d Ich folge, will mich nie bedenken. Und ist die Absicht mir verborgen, So wälz' auf Gott ich meine Sorgen; Mich leitet seine Vaterhand, Und was mir frommt, ist ihm bekannt. - 3. Nur Gott im Himmel ist mein Trost, Was könnte mir die Erde geben? Gemessen ist mir meine Zeit, Ich bin zur Heimkehr stets bereit; Ein Traum enteilt das Erdenleben. Erlang' ich Schäße auch und Ehren, Und was die Sinne nur begehren So hält mich der Gedanke wach: Sie folgen mir in's Grab nicht nach. 4. Nur Gott im Himmel ist mein Trost, Wenn Sorgen mich und Mangel drücken. Nicht leb' ich für die Erd' allein, Sie ist für meinen Geist zu klein; Drum will ich auf zum Himmel blicken. Und ist die Erde mir verloren, Ich bin für Höheres geboren! Hier endet bald mein Lebenslauf, Dann nimmt mich Gott zu Ehren auf. 1. Der Aller 196. Eigene Melodie. er Herr ist mein! Wenn freundlich mir die Sonne lacht, Mein Tagewerk gelinget: Gott, ruf' ich, du hast es vollbracht, Mein Herz von dir nur singet. suit Der Mensch schafft keinen Sonnenschein; Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! - 239 2. Der Herr ist mein! Erlischt des Tages Glanz und Licht, Und grause Stürme toben, Dann sprech' ich: Herz, verzage nicht, Empor den Blick nach oben! Gleich schwindet dann der Seele Pein: Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! 3. Der Herr ist mein! — 4. Der Herr ist mein! mid Wenn frech das Laster sich erhebt Troß aller Tugend Segen: Ein heil'ger Muth mich dann Ich tret' der Sünd' entgegen, Zerstörend ihren Zauberschein, Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! 2008 d er 904 belebt, DICE Und ich von dannen gehe, Aufwärts der Tod die Seele 12. Wenn selbst das Laster auf dem Thron In Purpurglanz sich schmücket; Ich fürchte nicht des Staubes Sohn, Deß Haupt die Krone drücket; q= Und nenn' er tausend Heere sein:) Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! 5. Der Herr ist mein! Cosmies maste als Und wenn der Bruder mich vergißt, Mir seine Hand versaget, Mein Herz die Lieb' an ihm vermißt, Die mit dem Dulder klaget: Darf ich des Vaters doch mich freu'n! Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! un 307 190oor mig! 6. Der Herr ist meinbi dob) spilind si Und wenn die letzte Stunde schlägt, NAS CHC trágt Zum Vater in der Höhe: Ich gehe zu der Heimath ein Der Herr, mein Gott, der Herr ist mein! 1. 2. 3. 4. 240 h. Wandel in Gottes Wegen. 197. Eigene Melodie.f u dir, den alle Wesen loben, O Gott, erheben wir das Herz! Du hast uns hoch zu dir erhoben, Zogst von der Erd' uns himmelwärts. In deinem Bilde hast du uns geschaffen, Daß wir uns kühn dem Erdenstaub' entraffen. duite sp Du leuchtest uns auf allen Wegen, In deinem Lichte seh'n wir Licht. Dein Wort gewährt uns Trost und Segen; Wir schau'n auf dich und wanken nicht. O selig, wer vor dir hienieden wandelt, Nach deinem heil'gen Willen stets nur handelt! llen fiets Du bist, o Gott, die reinste Liebe; Du pflanztest Lieb' in unsre Brust. Sie lautre denn all' unsre Triebe!!! Durch sie beglücken, sei uns Lust. Wenn reine Lieb' und Huld uns nur beseelen Dann wird das wahre Heil uns nimmer fehlen. Gerechtigkeit sind deine Pfade, Auf Recht gebaut hast du die Welt; Doch schenkst du Sündern deine Gnade, Die auch den Schwachen gern erhält. Die folgen wollen wir mit Lieb' und Tugend; Dir heilige schon früh sich unsre Jugend. up and t Seid heilig," tônt's zu allen Zeiten, Wie ich, eu'r Schöpfer, heilig bin!" Dies Wort soll uns hienieden leiten, Es führ' uns, Heil'ger, zu dir hin. Du bist des ew'gen Lebens ew'ge Sonne- Vor dir zu wandeln sei uns höchste Wonne! 241 - 198. Mel. Das Erdenrund mit seiner Pracht. 1. Nie will ich, Gott, so thöricht sein, Will nie dem Wahne leben, Es sei der Mensch alsdann schon dein, Gefällig dir sein Streben, So er von Gott und Glauben spricht, Doch frevelt wider Recht und Pflicht. 2. Dein heilig Wort hat uns gelehrt, Was Frömmigkeit bedeute; Was uns in deinen Augen Werth, Und sel'gen Lohn bereite: Ein Herz, das für die Brüder schlägt, Und frommen Glauben in sich trägt. 3. Was hilft's mit liebeleerer Brust Von seinem Glauben reden? Der Fromme kennt nur eine Lust: Ein lieblich blühend Eden Bereitet seines Herzens Kraft, Und Edles seine Hand erschafft. 4. Auf Erden hat uns Gott gestellt, Auf daß wir sie verschönen; Dies ist's, was, Vater, dir gefällt, Dies soll das Leben krönen. Wer seine Brüder treulich liebt, Nur der den rechten Glauben übt. 5. Ich weiß es wohl, ein fromm Gefühl Genügt oft dem Gemüthe; Doch bleibt Gefühl nur frommes Spiel So gleicht es flücht'ger Blüthe, Der weder Thau noch Regen fließt, Der keine Lebensfrucht entsprießt. 6. Reich' ich dem Hungrigen mein Brot, Löf' ich der Unschuld Ketten; 11 242 - Heil' ich der Menschheit Schmerz und Noth Und eile, sie zu retten: Dann steh' ich fest in dieser Welt, Und weil' einst, Gott, in deinem Zelt. 199.( p. 128.) Mel. Sie haben mich gedränget. 1. Wohl dem, der Gott verehret, Auf seinen Wegen geht! Zu dessen Hause kehret Der Segen früh und spät. 2. Nährt dich der Fleiß der Hände Bei immer heiterm Muth: Wohl dir bis an dein Ende, Wohl dir, du hast es gut! 3. Dein Weib ist gleich den Reben, Die frisch das Haus umzieh'n; Und deinen Tisch umgeben Die jungen Zweig' und blüh'n. 4. O sieh'! so wird gesegnet, Wer Gott verehrt und liebt; Ob ihm auch Leid begegnet, Doch bleibt er unbetrübt. 5. Aus Zion sieht er kommen Das Glück der höhern Welt, Und Alles muß ihm frommen, Weil er zu Gott sich hält. 6. Und kommt er einst zum Sterben: Lebt sein Gedächtniß fort, Und Enkel werden erben Den Segen hier und dort. - 243 an 200. Eigene Melodie 1. Vater, wir suchen dich! Lächeln Sonnen unserm Leben; Und ob Stürme sich erheben, Wetter drauen fürchterlich: Vater, wir finden dich! 2. Vater, wir finden dich! Wenn des Frühlings Lüfte wehen, Wenn in Schnee gehüllt die Höhen Lenz und Winter rühmen dich Bater, wir ehren dich! 3. Vater, wir ehren dich! Führst du mich durch Blumenauen, Oder durch Gewittergrauen: Deine Gnade zeiget sich Bater, du segnest mich! 4. Vater, du segnest mich! - Bringt das Leben tausend Freuden; Ist es reich an Schmerz und Leiden Jubelnd, seufzend preif' ich dich: Vater, wir lieben dich! 5. Vater, wir lieben dich! Wenn du deinen Engel sendest, Meinen Lauf auf Erden endest, Deiner Huld befehl' ich mich: Bater, wir schauen dich! 11* 244 II. Pflichten in Beziehung auf uns selbst. a. Selbstkenntniß( Selbstprüfung). 201.( nach Pf. 1.) Eigene Melodie. 1. Wohl dem, der des Frevlers Rath Sorgsam sich entziehet! Wohl ihm, der der Sünder Pfad Ohne Säumen fliehet! 1 Höhnt ihr Spott Pflicht und Gott Er wird sich entfernen, Gottes Wort erlernen. V 2. Wie die hohe Palme grünt An des Bachs Gestaden, Blüht, wer treu dem Höchsten dient, Reich mit Frucht beladen. Glück und Heil Sind sein Theil; Mitten unter Stürmen Wird ihn Gott beschirmen. 3. So gedeiht der Frevler nicht, Der den Herrn verachtet, Nie nach höh'rer Weisheit Licht Und dem Himmel trachtet. Wer er sei Er ist Spreu, Den der Wind verwehet, ut Und sein Weg vergehet. 4. Darum gieb, o Herr, mir Kraft, Deine Bahn zu wandeln, Daß ich stets gewissenhaft Möge vor dir handeln. Laß mich dein Ewig sein! Glücklich hier auf Erden, Selig dort zu werden! - 245 - 202.( Nach Pf. 73.) Eigene Melodie. 1. Heil euch allen, eble Seelen, Die ihr das Gute treu und standhaft übt! Nie kann es euch an Troste fehlen, Die ihr den Herrn mit voller Inbrunst liebt. Denn nie verzagt, wer reines Herzens ist, Wer nie, was ihm der Herr gebeut, vergißt. 2. Doch wehe dem, der dich verschmähet, Herr, deinen Rath und dein gerecht Gebot; Der fündigend Verderben sået, Und es vergißt, was dein Gericht ihm droht! Kein Sünder bleibt vor deinem Ungesicht; Bald trifft ihn schwer dein schreckliches Gericht. 3. Drum bleib' ich dein in Glück und Leiden, Denn du hältst mich an deiner rechten Hand; Nichts, Höchster! soll von dir mich scheiden, Ich will dir treu sein bis zum Grabesrand. Du leitest mich nach deinem weisen Plan, Und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. 4. Hab' ich nur dich, was kann mir fehlen? Kommt dir ein Gut der Erde gleich? Du kronst mit Seligkeit die Seelen, Die sich dir weih'n, in deinem ew'gen Reich. Wo ist ein Gott, ein Weltenherr wie du? Heil mir, wenn ich in deiner Liebe ruh'! 5. Heil mir, wenn meine Seele trachtet Nach dem, was mir dein heilig Wort gebeut! Ob Leib und Seele mir verschmachtet, Und auf mich kommt der Erde herbstes Leid So bist, Erhab'ner! du doch allezeit Des frommen Herzens Trost und Seligkeit. 6. So soll denn nichts von dir mich scheiden; Ich fühle ganz das Glück, dein Kind zu sein, 246 Auf dich zu schau'n in Glück und Leiden, Und aller deiner Werke mich zu freu'n. Gerecht ist stets und segensreich dein Thun; Heil Allen, die in deinen Armen ruh'n! 203. Met. Heilig, heilig, Gott der Welten. 1. Heilig bist du, Gott der Ehren, Alles zeugt von deinem Ruhme! Dieser Ruf aus Himmelssphären Tint auch hier im Heiligthume: 2. Reine Herzen laßt uns weihen Unserm Gott und Vater droben! Fromme Saaten laßt uns streuen, Heilig nur den Heil'gen loben! 3. Lasset Unschuld bei uns wohnen, Traget nie der Sünde Ketten; In den Hütten, auf den Thronen Laßt der Seele Heil uns retten! 4. Immer aufwårts laßt uns streben, Ringen nach der Tugend Höhe So nur heil'gen wir das Leben, Weilen stets in Gottes Nähe. 5. Ruft uns dann die letzte Stunde, Lösen sich der Erde Bande- Mit der Geisterschaar im Bunde ,. Ruft der Geist im Heimathlande: 204. Eigene Melodie. 1. Herr, err, an deine Worte Halt' ich mich allein. Was mir deine Lehren Väterlich verwehren, Soll mir ewig ferne sein; Sie nur schaffen Seelenruh', Sie sind heilig, Herr, wie du. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! 247 2. Aller Stolz soll ferne, Ferne von mir sein! - In der Wesen Kette Ist ja meine Stätte, Ach, so winzig nur und klein, Und so kurz mein Weilen hier! Demuth nur geziemet mir. 3. Uller Haß soll ferne, Ferne von mir sein! - Ziemt ja Lieb' und Milde Gottes Ebenbilde; Dürft' ich dieses Bild entweih'n? Gott liebt jede Creatur, Darum üb' ich Liebe nur. 4. Aller Neid soll ferne, Ferne von mir sein! Alles, was ich habe, Ist des Vaters Gabe, Was mir nüßt, weiß er allein; Mein sei wenig oder viel, Ich gelange doch an's Ziel. 5. Aller Trug soll ferne, Ferne von mir sein! Für der Wahrheit Sache Gab mir Gott die Sprache; Nüßt' ich sie zu falschem Schein, Dann erwies' ich meinem Gott, Statt des Dankes, Hohn und Spott. 6. Was dir, Herr! mißfället, Soll mir ferne sein. Jeden Tag verhafter Werde mir das Laster; Jede Sünde will ich scheu'n! So gelob' ich's; schenke du Güt'ger Vater, Kraft dazu! - 248 205. Eigene Melodie. 1. Was rennst du durch des Lebens Pfade So sorglos und vermessen hin, Und merkest nicht, wie die Gestade Der Zeit so schnell vorüber flieh'n? O nimm der drohenden Gefahr Mit Ernst und weiser Vorsicht wahr! 2. Von Eigenlieb' und Stolz geblendet, Gehst du die unheilvolle Bahn; Du kennst dich nicht! Ach, traurig endet Des Allzusichern blinder Wahn! Drum scheue du die heil'ge Pflicht Der strengen Herzensprüfung nicht. 3. Sprich bei dir selbst: Was ist mein Leben? Wie nützt' ich die vergönnte Zeit? Wem war mein Denken und mein Streben, Mein Wollen und mein Thun geweiht? Hab' ich verständig auch bedacht, Was weiser mich und selig macht? 4. Hab' ich auf Gottes Wort geachtet? War sein Geseß auch mein Gewinn? Hab' ich beharrlich stets getrachtet, Zu dienen ihm mit frommen Sinn? In Freud' und Leid auf ihn gebaut, Und ohne Wandel ihm vertraut? 5. War seine Gnade mein Verlangen, Und seine Ehre mein Bemüh'n? Nahm ich, was ich von ihm empfangen, Mit Dank und mit Ergebung hin? War seine Liebe meine Lust, Und schlug ihm kindlich meine Brust? 6. Und achtet' ich des Menschen Würde, Und nährt' ich sorgsam meinen Geist? 249 Und herrscht' ich über die Begierde, Die leicht in Schand' und Elend reißt? Bekämpft' ich stets mit Ernst und Kraft, Die Stürme wilder Leidenschaft? mag- e —— 7. Folgt' ich dem warnenden Gewissen, Wenn seine Regung ich empfand? War ich mit Lust zu thun beflissen, Was ich als recht und gut erkannt? Erhob auch andachtsvoll mein Herz Vom Tand der Welt sich himmelwärts? 8. Und hab' ich, wenn die Brüder litten, Mit Trost und Hülfe sie erfreut? War ich gerührt bei ihren Bitten, Und stets zu ihrem Dienst bereit? Und scheut' ich bei dem Ruf der Pflicht Auch selbst ein schweres Opfer nicht? 9. Die Gaben, so mir Gott beschieden, Hab' ich mit Armen sie getheilt? Hab' ich erquickt den Lebensmůden? Des kranken Dulders Schmerz geheilt? Konnt' ich auch selbst dem Feind' verzeih'n, Von Zorn und Rachbegierde rein? 10. Wie, oder war mein ganzes Streben Ein leeres Spiel der Eitelkeit? Sucht' ich nur einzig mir zu leben, Mit stolzer Selbstgenügsamkeit? Hab' ich nur mich allein geliebt? Nie mich in strenger Pflicht geübt? 11. Herr, mein Gott, was soll ich sagen? Wie kann ich, ach, vor dir besteh'n? Un meine Brust nur kann ich schlagen, Mit Reu' und Demuth zu dir fleh'n: Barmherziger, o gehe nicht Mit Staubgebor'nen in's Gericht. 250 12. Ich armer Mensch! Wie Nebel schwinden Jest meine Tugenden vor mir. Weh' mir, ich bin ein Kind der Sünden, Und fleh' um Gnade, Gott, zu dir! Mit meiner Kraft ist nichts gethan; O führe mich auf rechter Bahn! - -- 206. Eigene Melodie. 1. Klaget nicht die ew'ge Güte, Klaget nicht den Schöpfer an, Seht ihr welken in der Blüthe Hier den Jüngling, dort den Mann. Gottes Wege sind gerade; Wir, wir suchen krumme Pfade, Weichen oft vom Guten ab, Eilen, rennen in das Grab. 2. Klaget nicht die ew'ge Liebe, Klaget nicht die Allmacht an, Wenn der Mensch die wilden Triebe Seiner Brust nicht bånd'gen kann. Laffet selbst Gericht uns halten, Lautern unfres Herzens Falten, Hüten unsre Lebenskraft, Eh' die Sünde sie erschlafft. 3. Gott grub unsres Heiles Lehren Tief in unsre Herzen ein; Und wir sollten sie verkehren, Unsre eignen Mörder sein? Sollten selbst uns Unheil stiften Und des Lebens Quell vergiften? Durch die eigne schwere Schuld Höhnen Gottes ew'ge Huld? - 4. Fürchtet ihr des Abgrunds Tiefen Und den selbstgeschaff'nen Tod? 251 Laßt uns unsern Wandel prüfen, Eh' der Untergang uns droht. Lehr' uns unsre Tage zählen, Lehr' uns, Gott! das Gute wählen, Unsres Daseins Werth versteh'n, Lind in deinen Wegen geh'n. CANDID 207. Eigene Melodie. 1. Darf, Gott! der Mensch es wagen, Mit frechem Tadel dir zu nah'n? Darf Lipp' und Herz wohl fragen: Warum uns auf der Pilgerbahn, In Schmerzen und Gebrechen So viele Dornen stechen? 2. Uus eignem Herzen sprießet Die Saat, so wir gestreut; Aus inn'rer Quelle fließet Die Wonne, wie das Leid. Du willst nicht unsre Plage Uns selber trifft die Klage. 3. Wenn Angst und Schmerz uns quälen, Gebricht uns Kleid und Brot- Darf sich's der Mensch verhehlen? Oft schuf er selbst die Noth! Der Trägheit hingegeben, Gedeiht kein glücklich Leben. 4. Und wenn auf Krankenbetten Der Mensch schon früh vergeht, Durch keine Kunst zu retten, Der Tod die Blüthe måht: Der hat sich selbst zerstöret, Der früh den Kelch geleeret. 5. Er konnte Maaß nicht halten Bei freudigem Genuß; 252 Oft fehlte kluges Walten Bei seinem Ueberfluß. - - Wer schwelgt und praßt in Sünden; Der muß Verderben finden. 6. Drum, Gott, will ich mein Leben, So oft der Schmerz mich trifft, 3u lautern mich bestreben Von schnöder Sünde Gift. Das Leben blüht, gedeiht, Wird's dir, o Gott! geweiht. 208. Eigene Melodie. 1. Nicht der schwache Erdenſohn Kann und darf mein Vorbild sein; Zu der Tugend heil'gem Thron Leuchtet nie des Lichtes Schein. Nein, du gut'ger Vater droben! Besser hast du mich bedacht, Hast dem Staube mich enthoben Und dem Himmel nah gebracht. 2. Gott nur foll mein Vorbild sein, Den das ganze Weltall preis't; Nur auf Gott, auf Gott allein Richte stets sich Herz und Geist. Gott, du Vater aller Geister, Du nur bist des Lebens Licht! Gott, des Weltalls großer Meister, Du nur strahlst dem Angesicht! 3. Lieb' ist deine höchste Lust, Liebe schuf, erhält das All. So soll in der Menschenbrust, So soll auf dem Erdenball - 253 Nur die reinste Liebe wohnen; Sie soll Brüder hoch beglücken, Soll in Hütten, auf den Thronen Jeglich Menschenherz erquicken. 4. Milde schaut dein Vaterblick Nieder auf das Erdenrund. Dem auch blühet Freud' und Glück, Der verhöhnet deinen Bund; Ihm auch leuchtet deine Sonne; Ihm auch spendet deine Hand; Ihm auch fließet reiche Wonne; Er auch ist dein Kind genannt. 5. So der Mensch in deinem Bild Gründe fest der Liebe Reich; Von Barmherzigkeit erfüllt Sei das Herz ihm groß und reich; Trage stets der Brüder Schwächen, Uebe Sanftmuth und Geduld; Wolle niemals Unbill rächen, Und verzeih' des Schuldners Schuld. 6. Zeig' ihm, wie die Tugendbahn Hell erglång' im Sonnenschein, Wie der Sünde finst'rer Wahn Nach sich ziehe Schmerz und Pein; Wandle so in Gottes Wegen, Der den Sünder an sein Herz Führet durch den Erdensegen, Und ihn lenket himmelwärts. 7. Gottes Wege allesammt Sind gerecht und wahr, Und der Mensch, der Höh' entstammt, Nah verwandt der Engelschaar, Soll das Rechte stets nur üben, Fliehen jeden Trug und Wahn; - 254 Soll die Wahrheit innig lieben, Wandeln seines Gottes Bahn. - 8. Treue bleibe sein Gewand; Recht sei seine schönste Zier; Unschuld schüße seine Hand, Wirke redlich für und für. Sonnen müssen eher wanken In des Himmels fester Bahn, Eh' der Mensch, selbst in Gedanken, Hege Falschheit, Trug und Wahn. 9. Heilig bist du, Ewiger! Ruft am Thron der Engel Chor; Heilig bist du, Weltenherr! Ruft der Mensch zu dir empor. Gott, du liebest nur die Tugend, Hasfest jede Frevelthat, Rufft dem Alter, rufft der Jugend: Wandle stets des Heiles Pfad!" 10. Heilig sei der Menschensohn, Heiligkeit sein Ruhm. Tugend sei ihm Tugendlohn, Und sein Herz ein Heiligthum. Frei von jedem bösen Triebe, Nie befleckt von schnöder Lust, Fülle stets die reinste Liebe Fülle Gott die Menschenbrust. 11. So nur laß mein Wandel sein, Gott! von deinem Geist erfüllt, Daß ich einstens fromm und rein, Meines Gottes Ebenbild, Auf zu deinem Thron mich schwinge, Und vor deinem Angesicht Deinen Namen preise, singe, Licht erblick in deinem Licht. 255 1. - 209. Eigene Melodie. Glücklich, wer des Schöpfers Bild In sich selber ehrt; Wer von Hochmuth nicht erfüllt, Kennt der Menschheit Werth. Folgend meines Gottes Lehren, Darf ich, soll ich selbst mich ehren. 2. Uthem Gottes lebt in mir, Dürft' ich ihn entweih'n, Fröhnend schändlicher Begier, Trauend eitlem Schein? Nein, ich soll des Schöpfers Willen, Aufwärts strebend, treu erfüllen. - 3. Nicht für diese Spanne Zeit Schuf der Ew'ge mich; Erbe höh'rer Seligkeit, Bleib' ich ewiglich. Mich der Tugend zu erziehen, Ward das Dasein mir verliehen. 4. Dazu ward der Freiheit Gut Mir zum Eigenthum; Dazu jener höh're Muth, Und der Tugend Ruhm. Frei soll ich zu Gott mich schwingen, Soll den Himmel selbst erringen. 5. Weiche, weiche, Erdentand, Dir gehör' ich nicht! Höher, heil'ger ist mein Stand: Ich bin Sohn der Pflicht! Pflichten sind mir keine Bürde, Zeigen mir des Menschen Würde. 6. Blühet mir der Erde Glück, Hochmuth bleibt mir fern; 256 Ich erhebe meinem Blick Höher- zu dem Herrn. Alles, was ich bin und habe, Ehr' ich nur als seine Gabe. - 7. Und wenn Noth das Herz zernagt, Meiner Würde treu, Bleib' ich standhaft, unverzagt, Und von Schande frei. Muthig will ich Elend tragen, Und der Ehre nie entsagen. 8. Gott, du kennest meine Schritte, Kennest mein Gefühl; Gott, erhöre meine Bitte: Bis zu meinem Ziel, Bis zu meines Grabes Rande Hüte mich vor Schmach und Schande! b. Selbsterhaltung. ( Sorge für leibliches und geistiges Wohlsein.) 210. Eigene Melodie. 1. Tausend zungen beten ähnlich, Tausend Herzen schlagen sehnlich, Unser Vater, dir entgegen: Gieb uns, gieb uns deinen Segen! Und du, Höchster, neigest Allen, Die da lautern Sinnes lallen, Stets erbarmungsvoll dein Ohr, Hörest gern der Beter Chor. 2. Heil mir, ich darf vor dich treten, Darf vertrauend zu dir beten; Meiner Brust geheimes Sehnen Darf ich, Gott! vor dir erwähnen; 257 Was sich regt im Grund der Seele- Nichts ist, was ich dir verhehle. Mit der frohsten Zuversicht Tret' ich vor dein Angesicht. - 3. Ich empfinde deine Nähe, - Wenn ich brünstig zu dir flehe. Und ich will mich nie vergessen; Nimmer sei ein Wunsch vermessen, Den ich auf zum Himmel sende; Immer sei des Betens Ende: Was du thust, ist wohlgethan, Tief im Staube bet' ich an. 4. Eins nur, wenn ich Gnade finde, Eins gewähre deinem Kinde: Der Gesundheit Himmelsquelle Laß ihm rieseln rein und helle; Sie erhalte frisch und labend Bis an meines Lebens Abend. Meine Kraft und Lebenszeit Sei dem Guten dann geweiht. 5. Wohl bedarf ich Kraft und Stärke Zu der Tugend heil'gem Werke; Soll ich schwach nicht unterliegen, Soll ich ob der Bosheit siegen, Bei des Lebens Last und Mühen Nur für Gott und Tugend glühen. Vater, von des Siechbetts Pein Wolle gnädig mich befrei'n! 6. Selig ist mein Loos hienieden, Ist Gesundheit mir beschieden. Mich durchzuckt der Jugend Feuer, Alle Wesen sind mir theuer, Und im eigenen Entzücken Such' ich Andre zu beglücken. Bater! dieses Hochgefühl Schenke mir bis an das Ziel! 258 211. Eigene Melodie. 1. Was kann, wenn Leiden uns umgeben, Mit Trost und Hoffnung uns beleben, Und lindern unsern herben Schmerz? Es ist das reine, lautre Herz. - 2. Was läßt uns tadelfrei von Allen Durch's prüfungsreiche Leben wallen, Daß frei wir steh'n an jedem Ort? Es ist das reine, lautre Wort. 3. Was schafft auf ewig uns hienieden, Den wahren, stillen Seelenfrieden? Was schmückt mit Segen unsern Pfad? Es ist die reine, lautre That. 4. Drum will ich frommen Sinn bewahren; In Leidensnachten und Gefahren Sei meine Wehr ein fromm Gemüth, In dem der Friede Gottes blüht. 5. Und Wahrheit nur soll mich geleiten; Dann kann ich froh durch's Leben schreiten, Es rede Weisheit nur mein Mund, Und thue Gottes Größe kund. 6. Der Tugend sichre Pfade wandeln, Und fromm und gottgefällig handeln, Den Nächsten trösten und erfreu'n, Soll meines Lebens Wonne sein. 7. So kann mit ruhigem Vertrauen Ich einst dem Tod entgegen schauen, Der mich in beff're Welten ruft, Und Enkel segnen meine Gruft. 8. Herr, laß mich dieses Ziel erringen! Laß deine Nähe mich durchdringen! Sei du mein Beistand und mein Hort Zu jeder Zeit, an jedem Ort! - 259 212. Mel. Unbetend schau'n wir zu dir auf. 1. Ach, wie gefahrvoll ist der Pfad, Der sich durch's Leben windet! Wer ist von uns, der ihn betrat, Und ihn nicht schlüpfrig findet? Versuchungsstunden, die mir drau'n, Und mit mir selber mich entzwei'n, Sie schlagen bis zum Grabe. 2. Bald ist's das Glück, das mich bedroht, Mit seinen Erdenfreuden, Und bald will eine Erdennoth Zur Sünde mich verleiten. Und immer ist's das eigne Herz, Das mich in Freuden und in Schmerz Auf ihre Pfade locket. 3. Doch, Vater, du versuchest mich Nie über mein Vermögen; Ein sanftes Joch nur seh' ich dich Auf meine Schultern legen. Nach meinem Glauben wogest du Mir meine Leidensbürden zu, Ihn herrlich zu bewähren. 4. Du bist getreu und bleibst dir gleich; Dein Herz kann nicht erkalten. Ich leb' in einem Vaterreich, Und laß den Vater walten. Wenn sich der Prüfung Ende naht, Dann schau' ich, Gott, in deinen Rath, Und segne meine Thränen. 5. Wo ging noch jemals seine Bahn Ein Frommer ohne Thränen? Wer stieg zur wahren Größ' heran Noch ohne banges Sehnen? 260 - Das Edelste in unsrer Brust Muß erst von niedrer Erdenlust Wie Gold geläutert werden. 6. Gott, stårke meinen Glauben nur, Die Welt zu überwinden, Und laß mich deiner Gnade Spur Einst noch im Tode finden. Dein Vaterbild erscheine mir, Und werde mir ein Wink von dir Zu deines Himmels Freuden! 213. Mel. Was rennst du durch des Lebens Pfade. 1. Dich, Höchster, kindlich fürchten, ehren, Ist Weisheit, die dir wohlgefällt, Auf des Gewissens Stimme hören, Wenn uns zum Bösen reizt die Welt: Dies lohnt schon in der Pilgerzeit Die Seele mit Zufriedenheit. 2. Wer dein Gefeß befolgt hienieden, Und standhaft jede Sünde flieht, Stets eifrig ringt nach Seelenfrieden, Nur dir zu leben sich bemüht: Dem stehst du, Gott, mit deiner Treu' Auch in Versuchung mächtig bei. 3. Kein Unfall kann sein Herz erschrecken, Ihn stårkt sein gottergeb'ner Sinn; Er schaut, wenn Noth und Schmerz ihn decken, Auf dich, den Allerbarmer, hin;- Er zagt in Leidenswetter nicht, Denn du bist seine Zuversicht. 4. Mit Ehrfurcht wird er vor dir wandeln, Dir zu gefallen sich bemüh'n; Und wenn auch Brüder treulos handeln, Wird er den Pfad der Sünder flieh'n; 261 Er übet standhaft Recht und Pflicht, Und weicht von deinen Wegen nicht. — 5. Daß Furcht vor dir mein Herz beseele, Die kleinste Sünde stets zu scheu'n, Und freudig nur das Gute wähle, Um deiner Liebe werth zu sein: Dazu hilf mir mit deiner Kraft, Die Wollen und Vollbringen schafft. 6. Laß nimmer, Vater, mich vergessen, Wie du schon viel an mir gethan, Und deine Güte wohlermessen, Auch auf des Lebens Dornenbahn, Die, sei sie immer rauh und steil, Mich führt zu meinem wahren Heil. 7. Laß hoffnungsvoll auf's beff're Leben Mich täglich Tugendsaaten streu'n, Dein Segen kröne mein Bestreben, Und fördre mächtig das Gedeih'n. Einst wägt, o Gott, vor deinem Thron Gerechtigkeit der Thaten Lohn. 214. Eigene Melodie. 1. eiterkeit in diesem Leben, Heiterkeit Ruhe und Zufriedenheit, Trost und Heil im Tode geben Tugend nur und Frömmigkeit. Darum wandle auf dem Wege, Der zu diesem Ziele führt, Immer sorgsam, immer rege; Lebe, wie es dir gebührt. 2. Lerne, Mensch, dein Herz bewahren, Wenn es sich zur Sünde neigt, Und erkenne die Gefahren, Die der Sinne Lust erzeugt. 262 Will sie deiner Schwachheit schmeicheln, So verschließ' ihr Aug' und Ohr; Will fie falsche Tugend heucheln, Halt ihr fest die Wahrheit vor. - 3. Siehst du Andre Treue brechen,- Wer sie seien, folge nicht! Hörst du sie verwegen sprechen, Denk an Gott und sein Gericht! Wenn auch Reichthum, Stand und Größe, Ihre Mißgestalt verhüllt: So durchschaue ihre Blöße, Die mit Abscheu dich erfüllt. 4. Mußt du leiden dulde stille! Tugend giebt dir neuen Muth. Wisse, daß ein fester Wille Viel erträgt und Großes thut. Jede Mühe, jede Plage Wird dir durch die Uebung leicht, Und macht dich mit jedem Tage Für die Tugend mehr geneigt. - 5. Stehe, Gott und Herr des Lebens! Jedem Tugendfreunde bei; Daß sein Ringen nicht vergebens, Und sein Beispiel lehrreich sei. Laß den Schwachen und Bethörten Seines Herzens Täuschung seh'n, Und als Führer dem Bekehrten Einen Freund zur Seite steh'n.mp 215. Mel. Du, den kein Auge fiehet. 1. Eins ist, das nimmer schaden, Das uns nur frommen kann, Auf allen Lebenspfaden Zu wünschen Jedermann. --263 Es ist die Måßigkeit, Die uns erhålt in Leiden, Und unsern Lebensfreuden Die beste Würze beut. 2. Un sie will ich mich halten, Wenn schön und mild das Glück Mit seinen Truggestalten Bezaubert meinen Blick. Es sei, wenn meine Brust Anweh'n der Freude Flügel, Die Mäßigkeit mein Zügel Im süßen Rausch der Luft. 3. Sie möge mich bewahren, Sie růste mich mit Kraft Und Muth in den Gefahren Emporter Leidenschaft. Stets walte der Verstand, Die Triebe zu beschränken, Die uns zum Bösen lenken So leicht mit sanfter Hand. 4. Nie leite das Vergnügen Mich ab von meiner Pflicht. Ach, die Gelüste trügen; Ihr Zauber dauert nicht. Ein böser Nebel zieht Das Herz im Rausch der Sünde In tiefe Irrgewinde, Wo bald der Traum entflieht. 5. Es blüh'n des Lebens Kräfte Nur durch die Mäßigkeit. Sie fördert die Geschäfte, Sie gießt Zufriedenheit In Mangel selbst und Noth; Indeß den wilden Freuden Mit namenlosen Leiden Der Reue Stachel droht. 264 6. du, der mir das Leben Verliehen und Gefühl - - Für Lust und Schmerz gegeben Es bleibe stets mein Ziel, Daß ich zu keiner Zeit Selbst meinen Frieden störe, Daß ich, o Gott, dich ehre Durch fromme Mäßigkeit. 7. Auch wenn der Trübsal Wogen Sich meinem Herzen nah'n, Und ist mit Nacht umzogen Rings meines Lebens Bahn, Erglüht in Ungst mein Herz: So will ich, Gottes Walten Stets fromm verehrend, halten Auch Maaß in meinem Schmerz. 8. Gott, in allen Fällen, Im Strom der Freud' und Luft, Wie in des Unglücks Wellen, Erfülle meine Brust Nur der Gedank' an dich. So bleibt zur sichern Landung Ein Unker in der Brandung Die Mäßigkeit für mich. 9. Mit ihr werd' ich nicht sinken, Auch in der Leiden Nacht; Nie ganz beglückt mich důnken, Ob mir das Schicksal lacht. Dem, der an Gottes Hand Hier wandelt fromm und weise, Winkt nach des Lebens Reise Ein ew'ges Vaterland. 265 e. Selbstbildung. So ( Streben nach Erreichung unserer Bestimmung.) sticubi e anumited 216. Mel. Heiterkeit in diesem Leben. 1. Glücklich, wer den Pfad des Lebens Un der Hand der Tugend geht, Dem vom Ziele seines Strebensais Hoffnung sanft entgegen weht! Weislich nüßet er die Stunden Der ihm zugemess'nen Zeit, TO Und genießt, sind sie entschwunden, f Einst das Glück der Ewigkeit. 2. Tugend würzt ihm alle Freuden, Die das Schicksal ihm verlieh; Lieblich tönt ihm selbst in Leiden Froher Hoffnung Harmonie. Ferner Zukunft ernsten Schleier das Lüftet Beider sanfte Hand, Und das Auge schauet freier Durch des Todes Nachtgewand. laudisi se 3. In des Lebens frohen Tagen Beigen sie des Schöpfers Huld; Lehren uns bei Müh' und Plagen Auszuharren in Geduld. In der Zukunft finstern Nächten Lehren sie, auf Gott vertrau'n, Und die Wonne der Gerechten Jenseits ihrer Gråber schau'n. 4. Lehr' uns, Gott, mit festem Schritte, Folgen dieser Führer Bahn! Gott, erhöre unfre Bitte, Daß wir deinem Reiche nah'n! Ne 12 266 Leit uns durch den Lauf der Jahre Sanft den Pilgerpfad hinan; Tugend folge unsrer Bahre, Hoffnung schreite uns voran! --0 11309110 DIS 217. Mel. Dennoch bleib' ich stets bei dir. 300 65504 1. Selig ist, in deffen Brustk Stiller Seelenfrieden wohnet; eo mp Der stets meidet jede Lust, anos Die mit Schmerz und Reue lohnet. Er nur wallt mit heiterm Sinn Ruhig durch das Leben hin. 2. Von der Unschuld Hand beschützt, Wankt er nicht auf seinem Pfade; Nur durch edle Thaten nüßt Er der Welt durch Gottes Gnade; Treulich übt er Recht und Pflicht, Und verzagt bei Mühen nicht. 3. Unaussprechlich hoch beglückt die Ist ein Herz, das stets hieniedend dats Redlichkeit und Unschuld schmückt, hou In ihm wohnet Seelenfrieden; Nie fehlt's in der Prüfungszeit Ihm an Trost und Heiterkeit. gind mangonk 4. Seiner Seele hohes Glück Heiligt alle seine Freuden; Er sieht auf den Pfad zurück, Dankend noch bei seinem Scheiden; els Hoffend, frei von inn'rer Qual, Wandelt er durch's Todesthal. 5. Er giebt für der Welt Gewinn, Der die Thoren nur beglücket, mplod Nicht des Herzens Frieden hin; Trostvoll und zufrieden blicket G - 267 Er von seinem Pilgerstab Hin auf Ewigkeit und Grab. 6. Wenn der freche Sünder bebt, Sein Gewissen ihn verklaget, Daß er stråflich hier gelebt, Und in Leid er muthlos zaget: Dann erhebt ein reines Herz Fromme über jeden Schmerz. 7. Menschen, Brüder, blickt hinauf Zu dem, der im Himmel thronet, Der nach diesem Pilgerlauf Richtend nach Verdienst uns lohnet! Denkt an Gott und Weltgericht, Und verscherzt die Unschuld nicht! 218. Mel. Es lebt ein Gott zc. 1. Du, höchster Geber aller Gaben, Durch deine milde Gütigkeit Ist Alles, was wir sind und haben, Was uns erhebet und erfreut. O präge dies uns Allen ein, Um demuthvoll vor dir zu sein! 2. Des Geistes Licht, um zu erkennen, Was Wahrheit oder Irrthum sei; Die Kraft, vom Unrecht Recht zu trennen, Die Einsicht, der ich mich erfreu': Wem dank' ich alles? Dir allein! Wie könnt' ich stolz auf Wissen sein? 3. Die Willenskraft, um frei zu wählen, Was gut ist und von dir geliebt; Die Triebe, die das Herz beseelen Zu dem, was wahre Würde giebt: 12* 268. Weß ist die Gabe? Einzig dein! Wie könnt' ich stolz auf Tugend sein? - - 4. Hab' ich im nüßlichen Bemühen Gewirkt mit Hilfe oder Rath, Und seh' ich gute Frucht erblühen Aus dem, was ich für Brüder, that: Von dir kam Beistand und Gedeih'n! Wie könnt' ich stolz auf Thaten sein? 5. Wenn ich erhöht vor Andern wäre An Lob und Ansehn in der Welt; Ach, alle Menschengunst und Ehre, Was nüßt sie dem, der dir mißfällt? Dein Beifall nur kann mich erfreu'n; Wie könnt' ich stolz auf Ehre sein? 6. Ward auch vom äußern Gut im Leben Mir mehr als Undern zugewandt: So dank' ich's dir, du hast's gegeben, Und nehmen kann es deine Hand; Geliehen ist's nur, und nicht mein; Wie könnt' ich stolz auf Güter sein? 7. Nichts, was ich hab' und bin und werde, Giebt mir zur Selbsterhebung Recht; Klein ist und bleibt der Sohn der Erde, Und Staub dies fliehende Geschlecht. Ich beuge mich, mein Gott, vor dir; Herr, wende dich nicht ab von mir! 8. Du liebest den, der Demuth übet, Vor dir kann Hoffahrt nicht besteh'n; Ein Herz, das dir die Ehre giebet, Begünstigst du, wirst du erhöh'n. Drum bleibe Stolz uns ewig fern! Und wer sich rühmt, rühm' sich des Herrn. 269 219.( Nach Pf. 15.) Mel. Auf und jauchze, meine Seele. Einige Stimmen. Wer kann würdig, Gott der Ehre, Deinem Namen benedei'n? - Dir, dem Himmel, Erd' und Meere Täglich ihre Psalmen weih'n? Wer bringt Lob und Dank und Ruhm Würdig in dein Heiligthum? Die Gemeinde. Der mit sündenreiner Seele Nach der Tugend Adel strebt; Frei sich hålt von Schuld und Fehle, Herr, nach dem Gesetz nur lebt; Der den Pfad der Redlichkeit Unverrückt zu geh'n sich weiht. Einige Stimmen. Wer bringt Lob und Dank und Ruhm Würdig in dein Heiligthum? Die Gemeinde. Der im Herzen, wie im Munde Stets die Wahrheit heilig hålt, Mit der Tugend stets im Bunde Nie ein lieblos Urtheil fällt; Der des Bruders Namen schont, Treue Dienste redlich lohnt. and Einige Stimmen. Wer bringt Lob und Dank und Ruhm Würdig in dein Heiligthum? 1 300 Die Gemeinde. Der in Wort und Blick nicht lüget, Vor Tyrannen sich nicht beugt; Der sich nie dem Frevler schmieget, Und zu keinem Unrecht schweigt; 270 Nie des Schwachen Last vermehrt, Stets den Gottesfürcht'gen ehrt. Einige Stimmen. Wer bringt Lob und Dank und Ruhm Würdig in dein Heiligthum? Die Gemeinde. Wer der Pflicht getreulich lebet, Und mit kindlich frommen Sinn Immer nach Vollendung strebet, Nach der Weisheit Hochgewinn: Herr, der darf dein Untlik schau'n, Darf auf deine Gnade bau'n. 220. Eigene Melodie. 1. Laß der Erde ihre Spiele, Laß dem Schwachen seinen Kranz! In der Blume kurzem Ziele, In der Sinnenfreude Glanz Blühet nie das wahre Leben; Seligkeit wird nur gegeben Dem, der reich an Tugend ist. 2. Wenn auch von den schönsten Gaben Reichlich dir die Erde bot, Wird dir doch ein Grab gegraben, Das der Wange frisches Roth, Das der Freude helle Kerzen Löscht, und nur die Ruh' im Herzen Heilig hält und nicht berührt. 3. Auch der Reiche, wenn er nimmer Dem Gefeße Treue hielt, 4. Nicht GALAMAN 271 Bleibt ein Armer, denn der Schimmer, Der um Thron und Scepter spielt, Stillet nicht des Geistes Sehnen, Stillet nicht die bittern Thränen, So die Schuld in's Auge lockt.did et des in der Große hat das Leben, da Hat das wahre Heil erfaßt; bu suall Glaube nur und reges Streben, HC Und die Milde, die nicht haßt, Kettet an den Kampf die Siege, bi Kränzt das Grab, beschirmt die Wiege, Bringt ein ew'ges Morgenroth. di s dai ginis st 5. Laß der Erde ihren Schimmer; di Gull Reich kann auch der Arme sein! Auch die kleinste Hütte, nimmer Ist dem Vater sie zu klein, 6236 Daß er nicht auch sie behüte, dubi Daß nicht seine ew'ge Güte, sido Ihr auch sende Glück und Heil. msingi asid hun dul 6. Wenn sein Tempel nur dein Leben, Wenn du fromm und redlich bist: Dann ist dir das Heil gegeben, n Und dem Lebensnachen ist Immerdar ein Hafen offen, Und der Seele süßes Hoffen Findet guten Ankergrund. aysublim - G R e is dal doi lind ise and 7. O so richte du mein Leben, S 04 ME Vater, auf das höh're Ziel! himo Wenn dann, was die Zeit gegeben, 18 Auch dem kalten Tod verfiel: ligub Bin ich reich an deiner Gnade, Reich, weil meinem Lebenspfade Himmlische Beglückung ward. 2 272 221. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. monds and thin hillo 1. Ich suche dich, o Herr, und finde m Dich in der Herrlichkeit der Welt, Wenn in des stillen Thales Gründe Der heitre Lichtstrahl niederfällt; thif? Wenn auch des Meeres tiefe Schlünde Der milde Sonnenglanz erhellt. duni Da, Vater, fühl ich deines Odems Wehen, Wo Licht und Leben durch die Schöpfung gehen. 2. Dich find ich, wo nur Menschen wohnen, Die einig sind in Freud' und Leid; Und Liebe sich mit Liebe lohnen 790€ Zu jeder edlen That bereit; bisfe Nur Sünde haffen, Sünder schonen, duk Wo Großmuth schwere Schuld verzeiht. Dich find' ich in der Liebe sanftem Walten, Wo treu die Herzen an einander halten. Ind day bute som] bun 02. 3. Und auch der Seele stiller Frieden, Den sich erfüllte Pflicht erringt, m? Zeugt, Herr! von deiner Huld hienieden, Wenn sel'ge Wonne mich durchdringt, Mir lieblich duftet jede Blüthe, no dall Und all mein Innres dir lobfingt Weil ich gekämpft, gesiegt in dem Vertrauen, Daß deine Augen auf mich niederschauen. 4. Ist jede Sehnsucht mir gestillet, biza Genieß' ich ganz der Erde Glück, Ist jedes Dunkel mir enthüllet, m Entzücket mich der Liebe Blick, duk Und bleibt kein Wunsch mir unerfüllt Und drohet mir kein Mißgeschick: 01:16 Du bist, o Gott, mein höchstes Gut im Leben; Laß deinen Geist mich immerdar umschweben! 273 222. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Ew'ge Liebe, laß mich trinken Aus der Quelle deiner Lust! Nicht zum Staube laß mich sinken, Lautre, heil'ge meine Brust! Frei von Schmerz der Leidenschaft Fülle mich mit Himmelskraft! 2. Dieses Lebens wildes Treiben, Flücht'ger Wahn, der mich berückt Kann's beglücken? Kann es bleiben? Licht, zu dir sei aufgeblickt! Licht aus Gott, o strahle du Wie im Morgenroth mir zu! - 3. Laß des Irrthums Nebel schwinden, Frei mich fühlen im Gemüth; Seelenruhe laß mich finden, Wahrheit, die das Herz durchglüht; Kräftige den Geist in mir, Gott, o gieb ihm Trost von dir! - d. Weiser Gebrauch des Lebens und seiner Güter. 223. Mel. Das Erdenrund mit seiner Pracht. 1. Wohl ist sie kurz, die Spanne Zeit, Uns Urmen zugemessen; Wer heut' sich noch des Daseins freut, Wie bald ist er vergessen! Ein leises Lüftchen weht ihn an- Da liegt gefällt der kräft'ge Mann. Chor. Enteilt sie so bald uns die flüchtige Zeit, Die Zeit von der Wiege zur Bahre: O Menschen, seid emsig zu nüßen bereit Die wenigen flüchtigen Jahre! 2742. Wohl ist sie schwach des Menschen Kraft; Wie felten nur gelinget, Was er mit Ungst und Mühe schafft, Wonach er täglich ringet; Oft wähnt er schon das Ziel erreicht, Das stets von Neuem vor ihm weicht. Chor. Vermag sie so wenig, die menschliche Hand, Ostreuet nur edele Saaten! Dann sendet der Himmel den Segen auf's Land, Dann müssen die Früchte gerathen. 3. Gar nichtig ist des Menschen Glück Ein Traum, ein leerer Schatten; Es raubt der nächste Augenblick, Was kaum erstrebt wir hatten. Das schwache Herz voll Sehnsucht glüht; Nie wird befriedigt das Gemüth. Chor. Befriedigen irdische Güter dich nie, Beseligt dich nimmer die Erde: Such' ewige Güter, erkämpfe dir sie, Auf daß dir Befriedigung werde. 4. Wärst du nicht meines Lebens Quell, Gott! spendend Kraft und Frieden, Was machte mir die Nächte hell, Verlich mir Trost hienieden? Doch du, Gott, hast mein Ziel gestellt, 3u reifen für die höh're Welt. Chor. So sei denn das irdische Leben geweiht, Des himmlischen würdig zn werden; Und weih'n wir dem Edlen und Guten die Zeit, So wird uns ein Himmel auf Erden. 275 sit ad doc 224. mel. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir. CAS - 1. Mein Werk auf Erden wurde mir, Allgütiger! bestimmt von dir, Und mein Beruf, groß oder klein, Ist mir vertraut von dir allein. 2. Du führtest mich in meinen Stand, Und lenkst mein Loos mit weiser Hand. Hilf mir, mein Werk zu jeder Zeit Vor dir zu thun mit Freudigkeit. 3. Gerichtet sei auf dich mein Blick, JONE Von dir erwartend Kraft und Glück Zu meiner Arbeit; nur mit dir, Allmächtiger! gelingt sie mir, hi 4. Den süßen Lohn vollbrachter Pflicht Kennt und genießt der Tråge nicht; Doch stets ist Gottes Segenshand Dem Fleiße freundlich zugewandt. 5. Dem Fleißigen, der Pflicht bewußt, Ist seine Arbeit eine Lust; ou chim stud Ist Tugend ihm, gesegnet hier, al se Gesegnet droben, Gott, von dir 6. So sei die mir verlieh'ne Zeit Stets edler Thätigkeit geweiht, Bis mir, wenn meine Hütte sinkt, Der ew'ge Feierabend winkt. In den 222 son( int innldmpu sudo? 225.( Nach Pf. 39,) Met. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Gott, wie schnell verfliegt das Leben, Fließet, wildem Strome gleich! Herr, was ist des Menschen Streben, Sei es noch so thatenreich! Der sich König nennt der Welt, Sinkt, wie Laub dem Baum entfällt. felle 276 2. Doch der Mensch, dem Weib entstammet, Merkt kaum auf den Flug der Zeit; - Was ihm tief im Busen flammet, e Widmet er der Eitelkeit, Wähnet, dieser Erdenball Sei das ganze Weltenall. alon dall 3. Vater, laß mich nie vergessen 100 D90 i f2. raho Die so schnelle Flucht der Zeit; duit Daß das Leben abgemessen, Ach, kaum eine Spanne breit; Daß die stärkste Kraft vergeht, Wenn ein leises Lüftchen weht. 4. Diese flücht'gen Augenblickers a Sollt' ich nun dem Tande weih'n? Streben nur nach Schattenglücke, Ringen nur nach eitlem Schein? Sollt im Schweiß des Angesichtsho Buhlen um ein glänzend Nichts? unc NO 2 Selig droben für und für! 64$ 5. Nein, o Vater in den Höhen! 12 mm 4 st E Hüte mich vor folchem Wahn, 1 Nie laß solchen Pfad mich gehen, Leite mich auf ebner Bahn; p Auf daß ich mit Geist und Herz is}<© Streben möge himmelwärts. 6. Lehre mich, o Gott, verstehen, in si Weislich nüßen meine Zeit! Lehre Tugendsaat mich såen, Saaten für die Ewigkeit; Glücklich ſein als Pilger hier, 1 mase).CSS The landb] slot 316 226. Met. Dennoch bleib' ich stets bei dir. 1. Wagen wir den Werth der Zeit, the Welche Gott uns zugewendet?? sign Ani 277 Diese Saat zur Ewigkeit Nur zu bald ist sie verschwendet. Den verlornen Augenblick Kauft die Reue nicht zurück. 2. Eitle Lust der Sinnlichkeit 3. Eitle Freuden, werdet ihr - Weiß in täuschenden Gefühlen, Ach, das Kleinod unsrer Zeit giba Leicht uns aus der Hand zu spielen, Und der traurige Gewinn Dieses Spiels ist leerer Sinn. In den ernsten Augenblicken, Wenn der Tod uns ruft, und wir Uns nur haben, noch entzücken? Werdet ihr zum Gråberhain Tröstende Begleiter sein? as bald die 4. Wer gedenkt im Lustgewühl 100 f Dringet auch die Todeskunde Nah' und ferne zum Gefühl, Wer gedenkt der Sterbestunde? ng Und die Stunde zögert nicht; O sie naht, und hält Gericht! 5. Unvermerkt entflieht die Zeit Der uns zugezählten Tage, Und das Wort der Ewigkeit Thut an uns dir große Frage: Pilger, wie hast du gelebt? Hast du ew'ges Heil erstrebt?" 6. Dieses inhaltschwere Wort Sad 12 Dem wir Antwort geben müssen, Laut und richtend spricht es dort, Leiser hier schon im Gewissen. Höre, Mensch, so oft es spricht; Halte selbst mit dir Gericht! MIC DE 3 KS B 278 7. Aufsteh'n mußt du, Erdengast, Von dem irdischen Gelage; Was du mitzunehmen hast, Ist das Zeugniß deiner Tage; Wirke für die Ewigkeit Mit dem Kleinod deiner Zeit. 83 8. Heilig sei mir jeder Tag, dan bod yol Daß er mir nicht leer verschwinde, Und der letzte Stundenschlag Mich nicht unbereitet finde! i upię. Sei dann stets mein Haus bestellt, s Eh' die Nacht mich überfällt! 227. Eigene Melodie. i enli 1. Die, von des Geizes Wahn getrieben, Mehr dieser Erde Güter lieben, Als Gott und ihre Pflicht, midag Die, ohne Höheres zu achten, Das Gold, als ihren Gott betrachten In Nein, glücklich sind sie nicht! OFFSEER 2. Ach, nur nach Schågen hier zu streben, e Nur für das Irdische zu leben, Erniedrigt gar zu tief menta 20 Den Menschen, den nach seinem Bilde, Zum Wohlthun und zur Herzensmilde, d Gott in das Leben rief. S stor( P 3. Kann wahrhaft sich der Mensch erfreuen die sein entweihen, Mit Unrecht sein Besit? Erinnerungen, die ihn schelten, Sie steigen auf vor ihm nicht selten Gleich einem jähen Blik. 4. Der Mensch ist taub für alles Gute, Ist stumpf zu reinem frohen Muthe, 279 Wenn ihn das Gold nur reizt. Wie könnte kindlich Gott anhangen, Wer stets mit gierigem Verlangen Nach eitlen Schåben geizt? 5. Weh' ihm, er kennet kein Erbarmen; Das rührendste Geschrei des Urmen Dringt nicht in seine Brust. Gleichgiltig sind ihm Recht und Ehre, Ihm ist, daß er sein Gut vermehre, Des Herzens höchste Lust. 6. Die Habsucht, nach Gewinn nur trachtend, Und dafür keine Rücksicht achtend, Så't Zwietracht aus und Neid. Vor ihr muß das Gewissen schweigen, Das Recht, das heilige, sich beugen, Verachtet und entweiht. 7. Eitelkeit der Erdengüter, Naht einst erschreckend der Gebieter Des Staubes sich, der Tod! Kein Gold hemmt seine ernsten Schritte; Den Pallast, wie die armste Hütte, Beugt tief sein Machtgebot. 8. Dahin sind jetzt des Geizes Freuden; Von seinem gold'nen Gößen scheiden Muß er in bittrer Pein. Und alle Schäße, die voll Sorgen Er eingesammelt und geborgen, Weß werden sie nun sein? 9. Gott, hilf uns, den Geiz zu fliehen, Und uns um Schäße zu bemühen, Die keine Zeit verzehrt! Nie muß ein Vortheil uns erfreuen, Durch den wir unser Herz entweihen, Der unsre Ruhe stört. 280 10. Willst du uns Ueberfluß gewähren, So hilf uns, dich darin zu ehren, Mit dankerfüllter Brust. Vor dir, o Gott, in Liebe wandeln, Und immer menschenfreundlich handeln, Sei unsres Herzens Lust! - - 228. Mel. Klaget nicht die ew'ge Güte. 1. Huldige den eitlen Gößen Der bethörten Menge nicht! Traue nicht den falschen Schäßen, Welche dir das Glück verspricht. Nach der Erde Gütern geizen, Welche nur die Sinne reizen, Von der niedern Lust begehrt, Das entadelt deinen Werth. 2. Was die Welt dir auch beschere, Ihrer Schwelger Glanz und Pracht, Ihrer Helden Ruhm und Ehre, Ihrer Herrscher stolze Macht: Alles ist nur leerer Schimmer, Stillt den Durst des Geistes nimmer, Ist des Wechsels leichter Raub, Und versinkt in Asch' und Staub. 3. Nicht im bunten Kreis der Sinne, Wo die tråge Wollust ruht, Nur im geistigen Gewinne Suche dir dein höchstes Gut. Lerne nicht'gen Tand verachten, Und nach innern Schågen trachten; Jener ist ein Spiel der Zeit, Diese krönt die Ewigkeit. 4. Lieb und theuer, wie dein Leben, Laß dir stets die Weisheit sein! - 281 Sie wird ihres Lichts dir geben, Jeden blinden Wahn zerstreu'n; Sicher durch die Dunkelheiten noch mis siddels Und den Kampf der Welt dich leiten, Und wenn dir Versuchung naht, Schüßen dich vor böser That. 5. Sie gewährt im heitern Glücke Gleichmuth dir und Mäßigkeit, Und im trüben Mißgeschicke Trost dir und Gelassenheit; Geistesstärke in Gefahren, Kraft, die Tugend zu bewahren, Heldenmuth in Seelennoth, Und noch Hoffnung selbst im Tod. 6. Wenn dich alle Freuden fliehen, Dann liegt in dir selbst ein Werth, Den kein Zufall dir verliehen, Den kein Wechsel dir zerstört, Der, wie deine Seele lebet pick Ueber Zeit und Grab dich hebet, Wenn auch alles in der Weltd# 8 Rettungslos in Trümmer fällt.and 7. Solch ein Glück kann ich erringen, Herr, mein Gott, durch dich allein! Du giebst Wollen und Vollbringen, Du nur kannst mir Kraft verleih'n, 200 Jede böse Lust zu dâmpfen, Und den Weltsinn zu bekämpfen. Von dem Sinnentruge rein, O wie selig werd' ich sein! Mojunts d Galesinis? 0 12 8. Deines Geistes Wirkung offen Ist mein Herz, ich fühl ihn schon; Deinen Frieden darf ich hoffen, d Deiner Gnade großen Lohn. sm shit e. 282 Schon strebt meine Seele höher, dia s Deinem Himmel bin ich näher, di Und die Erde schwindet mir. I nàið Herr, mein Gott, ich bin bei dir! Job( bid risglich Vorbereitung zur Ewigkeit. ( Andenken an den Tod.) 229. Eigene Melodie. 1. Daß ich einstens sterbe, Hab' ich långst erkannt; and Steht des Staubes Erbe( hest Guit Nicht an Grabes Rand? Ach, wie fallend Laubide e Merd' ich Todesrauh! alitall nance Em 2. Doch, Herr, wann ich sterbe, Wann die Stunde schlägt, Die des Staubes Erbe -18 Zu dem Staube trågt- Herr, ich weiß es nicht! Hier gebricht mir Licht. 3. Wie ich einstens scheide, ma G 33 00 mell? Wie das Herz mir bricht, die Ob im Glück im Leide Gott, ich weiß es nicht. 9 sled$ 812 Unerforscht Geschick! Nacht deckt hier den Blick. 4. Wo ich einst vergehells) alor 2 Ob in Feindesland, In der Liebe Nähe nism 12 mund Bleibt mir unbekannt. Kunde wird mir nicht, ai Keine Stimme spricht.dis 283 5. Seele, was beginnen, In dem finstern Grau'n? Wie das Licht gewinnen? Wo Gewißheit schau'n? Bater, nur dein Rath Hellet meinen Pfad! 6. Fromm und weise leben Auf der Pilgerschaft, Immer aufwärts streben Mit des Daseins Kraft Raubt der Todesnacht Ihre Schreckensmacht. 7. Mag der Tod dann kommen Früher oder spät- Kümmert dies den Frommen, Der die Saat geså't? Der sie ausgestreut Für die Ewigkeit? 1 8. Wie ich nun auch scheide, Ob im Ueberfluß, Ob im Bettlerkleide, Mit dem leßten Gruß Blüht der Tugend Kranz, Leuchtet Himmelsglanz. 9. Wo mein Leib verweset In des Grabes Schooß Geist, du bist erlöset, 1 10. Also laß mich enden, Selig ist dein Loos! Bist mit Gott verwandt, Erbst das beff're Land. Gott, die Pilgerbahn, Tugendopfer spenden, - Frei von Schuld und Wahn! O dann sterb' ich dir, Bin dein für und für! 284 230. Eigene Melodie. 1. Will Eitelkeit und Uebermuth, - Will Stolz auf Gold und Erdengut Das schwache Herz bethören; Und kommt mir der Gedanken ein: So Vieles, Vieles nenn' ich mein, Was Tausende entbehren Gleich seh' ich auf die Gråber hin. Was bleibt mir von der Welt Gewinn? Der ganze Raum Bier Spannen kaum Dem Bettler und dem König Wie ist der Mensch so wenig! Ist das die ganze Herrlichkeit? O lerne, Herz, Bescheidenheit. 2. Wenn mich der Blick auf's Grab erschreckt; Wo tiefe Finsterniß bedeckt Den Staub- das eitle Wesen Ach, höher nicht denn Pflanz' und Thier, Genießen und verwelken hier Die Guten und die Bösen Gleich schau' ich auf zum Sternenzelt; Dort oben, Mensch, blüht deine Welt! O dieser Raum Begränzet kaum im and Den Geist, der denkt die Sterne, o Und mißt die fernste Ferne. Wie fühlt sich nun das Herz so groß! Beglückt, beglückt des Menschen Loos! 3. Uch, wie verwundet's meine Brust, Wenn ich des Lebens schönste Lust Vom Leben scheiden sehe! O Gråber, Gråber schließen ein, w Was ich mit Wonne nannte mein Mein Herz ist voller Wehe! 1 285 Verbleicht nicht bloß der Erdenglanz, Verweset auch der Himmelskranz? Wer rein gestrebt, Wer fromm gelebt, - - Muß sich auch der hier betten? Kann nichts, kann nichts ihn retten, O Tod, vor deiner Schreckensmacht, Vor dieser grausen Grabesnacht? 4. Wer heilet mir das wunde Herz? Reicht Balsam für den tiefen Schmerz? Wer trocknet meine Thrånen? Zu Gott, zum ew'gen Gott empor! Hinauf, hinauf zum Sternenchor Und stille wird das Sehnen. Ein Vaterhaus ist jeder Stern; Beim Vater weilt das Kind so gern. O Seelenruh'! Es ruft mir zu: Zur Wohnung sel'ger Geister Hat er, der Welten Meister, Die Welten droben hingestellt. Geh' ein in dieses lichte Belt!" 5. O Gott, daß dieser heil'ge Blick ak dieſer In Freuden und in Mißgeschick Mir nimmer, nimmer fehle! Mich blendet dann kein Erdengut; Und daß ich mehr, denn Fleisch und Blut Begreifet meine Seele. An der Verwesung dunklem Thor Schau' lächelnd ich zu dir empor: Wir wandern aus! Dort ist das Haus Für mich und meine Lieben. Kein Jammern, kein Betrüben! Von Neuem knüpft die Lieb' ihr Band In unsrer Heimath Sternenland! 286 231. Mel. Uch, des Lebens Blüthen fallen. 1. Auch der Grabeshügel lehret, Ernsthaft spricht der Leichenstein. Wer auf ihre Stimme höret, Nimmer wird es ihn gereu'n. 2. -- - ,, Was dort euch die Brust erfüllet, Bracht' auch uns um unsre Ruh'. Hier ist jedes Herz gestillet!" Rufen uns die Gråber zu. 3. ,, Wehret denn den heißen Flammen, Die euch zu verzehren droh'n! Das Gebäude finkt zusammen; So die Hütte, so der Thron." 4. O, ein freudenreiches Leben Hat der Sünde Zaubermund Uns verheißen- nicht gegeben; Trügrisch ist ihr Freundschaftsbund." 5. ,, Tausenden hat sie gelogen, Keiner hoff' ein bess'res Loos; Nur in's Grab wirst du gezogen!" Tönt es aus der Erde Schooß. 6. Ja, in stummen Feiertönen Wird dem Leben treu gelehrt: ,, Nur die Tugend kann dich krönen, Sie nur zeiget sich bewährt!" 7. Unheil hat uns stets getroffen, Bau'ten wir auf unrecht Gut; Nie belohnet wird das Hoffen, Wenn es fest in Gott nicht ruht." 8. Ach, sie welkt, die schönste Blüthe, " 1 Sie ergößt nur kurze Zeit; Nur ein heilig, fromm Gemüthe, Ist ein Schas für Ewigkeit." 287 9. ,, Wer sich dieses Kleinod rettet, Rettet sich den schön'ren Theil; Un das Ewige gekettet Blühet ihm der Seelen Heil." - 10. Gott, laß dieser Stimm' uns tauschen Hier in unsrer Pilgerzeit, Daß wir Irdisches vertauschen Gegen Himmelsseligkeit. 232. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Ich bin ein Gast auf Erden, Nicht lange weil ich hier; Die Freuden, die mir werden Blüh'n kurze Zeit nur mir. Ich eil am Pilgerstabe Dem nahen Ziele zu, Und finde nur im Grabe Die längst ersehnte Ruh'. 2. Was war mein ganzes Leben Von meiner Jugend an? Von Noth war es umgeben, Selbst auf des Glückes Bahn. E Oft bin zum neuen Morgen Mit Thränen ich erwacht; thì Oft hab' ich unter Sorgen Die Nächte zugebracht. DE 3. Doch schweige, meine Klage! Mein Schicksal kam vom Herrn; Und traf mich Noth und Plage, So war der Trost nicht fern. Er leitet ja die Seinen Nach seinem weisen Rath; ist Was ist's, daß sie noch weinen Auf ihrem Lebenspfad? 288 4. Wie war doch oft den Frommen Der Lebensgang so schwer! Sie alle sind gekommen d - - Aus großem Trübsal her, di NODER Und Gott hat sie durch Leiden Ho Zur Herrlichkeit verklärt. Sagt, waren diese Freuden Nicht aller Thränen werth? 000.01 5. Und Viele waren reiner Und besser, als ich bin; Doch ging von ihnen Keiner Je ungeprüft dahin. Sie trugen wohl mit Würde Ein noch weit schwerer Joch, Und bei der leichten Bürde Erlåg' mein Glaube doch? 6. Wie sie, ein Gast hienieden, Hoff' ich kein bess'res Loos; Vollkomm'nen Seelenfrieden Trågt nur des Himmels Schooß. Hier wechseln Leid und Freude, end Wie Sturm und Sonnenschein, nol Den Pilger führen beide o no22 Zur sel'gen Ruhe ein. 510 7. Dahin steht mein Verlangen, id AG Seit ich auf Erden bin; ko Ich bin die Welt durchgangen Mit treuem Pilgersinn. Je länger ich hier lebe, Je wen'ger find' ich Lust, Die meinen Geist erhebe Und fülle meine Brust. 8. Du aber, meine Freude, miste Gott, meines Lebens Ruh', bak Du führst mich, wenn ich scheide Der sel'gen Heimath zu. S 289 Von Mühen und Beschwerden Ruht dann der Pilger aus, Vergißt das Leid der Erden In seines Gottes Haus. — 233. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Auf des Lebens Pilgerreise Drohen uns der Leiden viel; Von dem Kinde bis zum Greife, Sind wir oft des Unglücks Ziel. Doch nur Form aus niedern Stoffen Ist es, die der Sturm zerbricht; Auf den Himmel geht mein Hoffen, Und die Erd' erfüllt es nicht. 2. Viel ist, ach, dahin gegangen, Meines Lebens schönstes Glück; Nicht des Herzens Gluthverlangen Hielt das Fliehende zurück. Schwer hat mich das Weh getroffen; Doch des Glaubens Stimme spricht: Auf den Himmel geh' dein Hoffen, Denn die Erd' erfüllt es nicht. 3. Könnt' ich denn durch's Leben wallen, Ohne Stüße, ohne Stab? Ach, mit meinen Freuden allen Sink' ich ja, wie bald, in's Grab. Wohl ist nah' mein Grab und offen; Uber jenseits schau' ich Licht: Auf den Himmel geht mein Hoffen, Denn die Erd' erfüllt es nicht. 4. Daß ich dort einst selig werde, Dank, o Herr, daß ich's erkannt! Nach der Wallfahrt dieser Erde Winket mir ein schön'res Land. 13 290 Gegenwart wird dort mein Hoffen, Flamme meines Glaubens Licht; Nur der Himmel krönt mein Hoffen, Und die Erd' erfüllt es nicht. - - 234. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Wenn des Bösen Loos auf Erden Oft beneidenswerth uns scheint, Und ob Mühen und Beschwerden, Mancher Edle Thränen weint: Was soll dann uns Aufschluß geben? Was mag lindern unsern Schmerz? Droben ist ein beff'res Leben, Hoffend blicke himmelwärts! 2. Kannst du wenig nur begreifen Von dem Råthsel dieser Welt, Wo sich Widersprüche häufen, Die kein Lichtstrahl dir erhellt: Mag dich frommer Muth beleben, Bleibe ruhig, duldend Herz! Droben ist ein bess'res Leben, Hoffend blicke himmelwärts! 3. Nur begonnen wird hienieden, Nur ein schwacher Anfang ist Zu dem Leben uns beschieden: Dieses Daseins kurze Frist. Hüllen dichte Nebelschleier Auch in Nacht den Anfang ein, Droben wird das Leben freier; Was wir hoffen, wird dann sein. 4. Dort, wo keine Stürme wüthen, Wo des Friedens Sonnen glüh'n, Wird Gott Alles uns vergüten, Laßt er Wonnen uns erblüh'n. 291 Auf, mein Geist! dich zu erheben, Auf, verbanne düstern Schmerz! Droben ist dein wahres Leben, Hoffend blicke himmelwärts! 235. Eigene Melodie. 1. Schwing' dich auf zu Gott, mein Geiſt, Zu dem reinsten Licht! Was die Welt als herrlich preis't, Darauf baue nicht, Das ist nur Schaum. Wandelbar ist Erdenglück; Richte höher deinen Blick Uus Nacht und Traum! 2. Nur zum Pilgerland bestimmt Ward die Erde dir. Wer sie für die Heimath nimmt, Frret trostlos hier, Des Zweifels Spiel. Fremdling wardst du hergesandt, Hier ist nicht dein Vaterland, Dort ist dein Ziel! 3. Wie die Schwalbe, wenn sie zieht In das warm're Land, Sie weiß nicht, wie ihr geschieht, Folgt der höhern Hand, Kommt glücklich an: Herz, so trau' dem innern 3ug! Himmelssehnsucht, Glaubensflug, Das ist kein Wahn! 4. Schwing' dich auf in Andachtsgluth Zu dem Lebensquell! Fühlst du Gott als höchstes Gut, Wird das Leben hell; 13* 292 Das Dunkel bricht, Ob sich Wolk' an Wolke' thürmt, Und das finstre Schicksal stürmt In Gott ist Licht! - - 5. Was des Leibes Aug' erblickt, Ist vom Schein beschränkt. Was des Geistes Aug' entzückt, Wenn's in Gott versenkt, Dein Licht berührt: Das sind Funken aus dem Quell Ew'ger Wahrheit, die uns schnell Dem Traum entführt. 6. Nun, so eilet immerhin, Tage dieser Zeit! Ew'ges suchend blickt mein Sinn Nach der Ewigkeit. 1. Sie winkt uns zu: Auf der Erd' ist Sorg' und Leid, Unruh', Unbeständigkeit; In Gott ist Ruh'! 236. Eigene Melodie. Ich Ich fühle tief, wie oft ich fehle, Bedrängt vom Wahn der Nichtigkeit; Und doch, wie dürftet meine Seele, Nach Wahrheit und Vollkommenheit! Noch strahlt mir nicht Das volle Licht, Das mich zu beiden leitet. 2. Oft überwältigt, wenn ich ringe, Den schwachen Muth ein leerer Schein, Die Nichtigkeit der eitlen Dinge. Und abgethan wird dort erst sein, 293 Was hier mich quält; Und was mir fehlt, Das werd' ich dort erwarten. - - 3. Wenn siegend hier das Unrecht wüthet: Sein enger Schauplaß ist die Zeit; Dort wird vergolten und vergütet, Wo du bist, Gott der Ewigkeit!- Erhebe dann Dich himmelan, Mein Geist, und sei getröstet! 237. Mel. Wenn die Nacht im Sternenschleier. 1. Nahen fieht des Todes Stunde Ohne Beben, Wer sein Leben Un der Tugend Hand durchwallt. Friedlich tönt ihm Todes Kunde: Mensch, o werde Wieder Erde Gieb den Staub dem Staub zurück! 2. Und er blickt auf seine Jahre Heitern Muthes; Denn nur Gutes Hat auf Erden er gewirkt. Von der Wiege bis zur Bahre Gottes Willen Zu erfüllen, War sein stetes Augenmerk. 3. Halb verklåret sieht er nieder, Einen Segen Noch zu legen Auf der Seinen theures Haupt. 294 Leicht nun lösen sich die Glieder, Und enthoben Ist nach oben Wie im Kuß der reine Geist. 83 - 4. Weinend um das Lager stehen Seine Lieben; Tief geschrieben Ist sein Nam' in ihre Brust. So wie er von hier zu gehen, Wird ihr Streben; All ihr Leben Ringt nach solchem Tode nur. 5. Wir erheben unsre Hånde Zu den Höhen, Herr! und flehen: Laß uns diesem ähnlich sein! Gieb uns einst solch selig Ende, Dir vertrauend, Ruhig schauend Auf ein künft'ges Leben dort! 238. Eigene Melodie. 1. Sollte meine Seele trauern, Weil die Zeit Leiden beut, Die nicht lange dauern? Sollt' ich denn auf dieses Leben Mein Vertrau'n Einzig bau'n, Nur dem Staub' ergeben? 2. Schnell entflieh'n des Lebens Stunden Ohne Rast; Lust und Last Sind gar bald entschwunden. 295 Sie vergeh'n, der Erde Freuden; Wandeln oft - Unverhofft Sich in bitt're Leiden. 3. Zu dem Himmel will ich heben Meinen Blick: Wahres Glück Kann nur er mir geben. Nichts hoff' ich von dieser Erde; Nicht hoff' ich, Daß fie mich Je befried'gen werde. - 4. Nackt bin ich zur Welt gekommen; Güterlos, Nackt und bloß Werd' ich ihr entnommen. Wird mir auch in diesem Leben Noch so viel, Einst am Ziel Muß zurück ich's geben. 5. Güter, Freuden, Macht und Ehre, Laß ich hier, Weil sie mir Selbst nicht angehören. Hab' ich sie als Lehn empfangen, So darf sie, Wer sie lieh, Auch zurück verlangen. 6. Doch ist Leben mir und Freude Höh'rer Urt Aufbewahrt, Wenn von hier ich scheide, Und ich einst dahin gelange, Wo die Kron' Ich zum Lohn Freudenvoll empfange. 296 7. Nun, so will ich Gottes Willen, Meines Herrn, Froh und gern - - Immerdar erfüllen! Seinen Willen thun und leiden Dies sei mir Für und für Hochste meiner Freuden. III. Pflichten in Beziehung auf den Nächsten. 1. Allgemeine. a. Liebe( Nachsicht, Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit). 239. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Liebe leite durch das Leben Meine Schritte bis an's Grab; Liebe will ich wiedergeben, Dem, der mir das Leben gab, Der in Liebe mich erschuf 3u so seligem Beruf. 2. Meines Schöpfers heil'gen Willen, Der nur Lieb' ist, will ich treu, Und aus Liebe gern erfüllen, Ob er schwer, ob leicht mir sei. Im Gehorchen ist mein Heit, Seine Huld mein bester Theil. - 3. Die mich lehren, die mich führen, Deren Sorge wacht für mich, Die durch Gottes Wort regieren, Lieb' ich treu und inniglich: Eltern, Lehrern, Obrigkeit, Ihnen sei mein Herz geweiht! 297 4. Euch, die ihr aus gleichem Triebe, Mit mir dienet Gott, dem Herrn, Weih' ich meine ganze Liebe, Brüder, Schwestern, nah und fern! Uns vereinigt ein Geschick, Uns belebt ein Vaterblick. - - 5. Die durch Worte mich betrüben, Die mich krånken durch die That, Will ich dennoch, dennoch lieben, Wie mir Gott geboten hat. Dann umschaffet Gott den Feind Mir zum wahren, treuen Freund. 6. Alle deine Creaturen, Herr, die sich des Lebens freu'n, Deiner ew'gen Liebe Spuren Sollen lieb und werth mir sein. Was nur lebt in der Natur, Darin acht' ich Gottes Spur. 7. Stårke, Vater, diese Triebe, Die du mir in's Herz gelegt, Daß von reiner, treuer Liebe Ewig sei mein Herz bewegt! Dann erlöset deine Huld Mich von aller Sündenschuld. 240. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Meinen Nächsten soll ich lieben Wie mich selbst, ohn' Heuchelschein; Soll aus liebevollen Trieben Herzlich seines Wohls mich freu'n. Das ist Pflicht der Menschlichkeit, Das ist Pflicht, die Gott gebeut. 2. Laß mich, Herr, sie heilig achten! Jeden, auch den Kleinsten hier, - 298 Laß mich als dein Kind betrachten! Du erschufft ihn neben mir; Ihn verknüpfte deine Hand Mit mir durch ein Bruderband. 3. Einen Vater haben Alle: Dich, den einen Gott und Herrn! Nur wie jeder dir gefalle, Wie er dir gehorchen lern': Das entscheidet seinen Werth, Nicht, was ihn vor Menschen ehrt. 4. Einer Erdenwelt Genossen, - Einer menschlichen Natur Sind wir Alle, All' entsproffen. Von dem einen Vater nur. Drum kann keiner fremd mir sein, Keiner mir als Mensch zu klein. 5. Eine Hoffnung wird uns Allen Auf das bess're Vaterland, Dem wir hier entgegen wallen, Wo uns eint das engste Band. Doch kommt Keiner zu dir, Herr, Blieb sein Herz von Liebe leer. 6. Darum soll ich freundlich, gütig, Mich um Und'rer Wohl bemüh'n; Niemals stolz und übermüthig Meinem Nächsten mich entzieh'n; Im Beglücken und Erfreu'n, Soll ich, Gott, dir ähnlich sein. 7. Mensch bin ich: was Menschenbrüder Ungeht, kann es fern mir sein? Wie sich meines Leibes Glieder Wechselnd Dienst und Hülfe leih'n: So will ich auch Jedermann Helfen, dienen, wo ich kann. - ---299 241. Met. Sie haben mich gedränget. 1. Gott schaut im weiten Raume Der blühenden Natur, Vom hehren Wolkensaume Bis auf des Wurmes Spur. 2. Gott, der mit Gnad' und Milde Des Lebens Wege bahnt; Er schuf nach seinem Bilde, Den Menschen, der ihn ahnt; 3. Der seinen Gott erkennet Und Göttliches ersinnt, Der Vater" froh ihn nennet, Und sich sein schwaches Kind. 4. Ja, Vater ist er allen Und offen ist sein Ohr Des Kindes schwachem Lallen, Dem Greis am Grabesthor. 5. Der reuevolle Sünder, Der flehend zu ihm spricht, Ist eines seiner Kinder; Sein Gott verstößt ihn nicht. 6. Laut tont's im Jubelschalle Zu Gottes Thron empor: Ein Vater liebt uns Alle, Heil, Heil dem Bruderchor! 7. Wie Brüder uns zu lieben, Dies heischt die heil'ge Pflicht, Barmherzigkeit zu üben, Bis unser Auge bricht. 8. Des Bruders Leid zu mindern, O Menschen, seid bereit, Um Seelenschmerz zu lindern, Schweigt, duldet und verzeiht. 300 9. Es ruft aus jeder Blüthe, Die Gottes Milde labt, Uns zu: Mit Huld und Güte Sei auch dein Herz begabt! 10. Schafft uns ein Bruder Schmerzen, Sei jede Rache fern; Wir tragen Lieb' im Herzen, Und wir verzeihen gern. 11. Floß, Vater, deine Milde Du allen Menschen ein, Das Kind in deinem Bilde Laß deiner würdig sein! 12. Schenk' deinen Segen Allen, Die dich als Vorbild schau'n, Dir streben zu gefallen Und deiner Hülfe trau'n! 242. Mel. Nicht immer kann den Sturm beschwören. Warum ist doch der Menschen Leben 1. Von Sünd' und Irrthum nimmer rein? Warum kann denn der Seele Streben Nicht immer Licht und Tugend sein? Ach, wo wir unsre Brüder finden, Begegnen wir auch ihren Sünden. 2. Bald ist es eitle Ruhmbegierde, Die ihren Zoll von uns verlangt; Bald wählt der Mensch, als seine Zierde, Den Wik, vor dem der Unschuld bangt; Bald locket Goldgewinn vom Rechte, Bald Wollust in der Sünde Nächte. 3. Und die, so ihren Gott erkennen, Und streuen nur der Tugend Saat, Sie sollten Schlechtes schlecht nicht nennen, Und Frevel nicht der Sünde Rath? - 301 Sie sollten von des Tempels Schwelle Die Nacht nicht weisen und die Hölle? 4. Verweisen wohl die falschen Schritte, Und mahnen an des Lebens Pflicht; Verstoßen aber aus der Mitte Den Erdenwaller sollst du nicht! Dein Gott läßt auch die Sonne scheinen Den frechsten Spöttern, wie den Seinen. 5. Wenn auch der Sünde Macht ergeben, Starb Niemand ganz der Tugend ab; Ein lichter Stern blieb jedem Leben, Und naht es auch der Sünde Grab. Un diesem Sterne nun entzünde Das Licht, vor dem sich scheut die Sünde. 6. Oft kann ja dir auch Sünde scheinen, Was doch aus gutem Herzen kam; Und still kann långst vielleicht beweinen Ein Herz, was ihm die Schwachheit nahm. Kannst du den eignen Blick nicht lichten, So darfst du schonungslos nicht richten. 7. Und bist du selbst noch nicht gefallen? Trugst du noch nie des Fehltritts Schuld? Wärst du der Einzige von Allen Der Gott nicht båte um Geduld? Ach, Alle sind der Schwachheit Kinder, Der Reinste hier bleibt Mensch und Sünder. 8. So dulde denn des Nächsten Irren Und richte nicht! Du richtest dich! Wen arger Zweifel Neß umwirren, Wen Schuld bedrückt, der hebe sich Un deiner Liebe zarter Schonung Auf zu der reinen Geister Wohnung. 9. Du richteft nicht mit strenger Wage Allgüt'ger Vater, unsre That, - 302 Und wir erhöben dennoch Klage, Verschmähten kalt der Liebe Rath? Du willst, daß auch die Sünder leben; Der Fehltritt sei von uns vergeben! W - 243. Mel. Laß der Erde ihre Spiele. 1. Wenn dich Andrer Fehler kränken, Ihre Schwachheit dich betrübt, Magst du still ihr Heil bedenken, Wenn dein Herz den Bruder liebt; Denn der laute harte Tadel Führt ja selten nur zum Adel, Den die wahre Tugend giebt. 2. Spotter können nur erbittern, Nimmer heilen von dem Wahn, Und des schwachen Menschen Zittern, Wenn die harten Tadler nah'n, Ist kein Stab, an dem sich halten Könnte bei der Prüfung Walten, Wer noch schwach und träge ist. 3. Finstre Blicke nur zu senden Auf das Herz, das irre geht, Kalt das Auge abzuwenden, Wo ein Schuldbeladner steht, Heißt des Trübfinns Keime legen, Der Verzweiflung Saaten pflegen, Deren Frucht der kalte Tod. 4. Sag', an wem soll sich denn halten Jenes Herz, das Gott vergaß, Welches nie das weise Walten, Nie der Liebe Tiefen maß, Die der Menschen Schritte leitet, Wenn dein Mund nun auch vermeidet. Ihm ein freundlich Wort zu weih'n? 303 5. Wer soll dem die Wege zeigen, Den der Sünde Nacht umhüllt, Willst auch du ihm lieblos schweigen? Wem den Busen Sünde füllt Oder kann ja fromme Bitte Nimmer aus des Herzens Mitte Senden zu dem heil'gen Gott! 6. Darum faffe still die Hände Deines Bruders, welcher fiel; Mahn' ihn an des Lebens Ende, Nenne ihm des Daseins Ziel; Kette seine reinen Triebe Mit des Herzens wärmster Liebe An das göttliche Gesetz. 7. Heil'ger Gott, wir fehlen Alle, Doch du trågst uns mit Geduld, Und nach jedem, jedem Falle, Hebt uns wieder deine Huld. O so laß uns freundlich retten, Wen der Sünde Bande ketten! Gott verwirft die Sünder nicht. 244. Mel. Was rennst du durch des Lebens Pfade. 1. Oft trübet uns des Feindes Tücke, Die Bosheit krånkt das stille Herz, Und weinend heben selbst im Glücke Wir oft die Augen himmelwärts, Weil Neid die süße Frucht verdirbt, Die Fleiß und frommer Sinn erwirbt. 2. Die Brust, der treuen Liebe offen, Verwundet Falschheit tief und schwer, Und von der Arglist Pfeil getroffen, Wankt das Vertrauen immer mehr. Getäuscht wird oft vom besten Freund Der Treue, der es redlich meint. -- 304 - 3. Doch soll darum das Herz erkalten? Soll vor dem Haß die Liebe flieh'n? Und der Gefühle heilig Walten In niedrer Rache wild erglüh'n? Nein, unsern Feinden zu verzeih'n, Kann edle Herzen, nur erfreu'n. 4. Des Neides Schmähsucht zu vergessen, Den zu erfreu'n, der uns betrübt, Der in der Bösen Rath gesessen Und Frevelthat an uns geübt: Das ist der Tugend höchster Werth; Heil, wer im Feind den Menschen ehrt! 5. Als Bruder laßt uns ihn betrachten, Der nur den rechten Pfad verlor; Er kann ja noch die Stimme achten, Die aus den Wolken rührt sein Ohr! Dann wird er seine Schuld bereu'n Und seinen Liebesbund erneu'n. 6. Auch wir verkennen Gottes Willen, Verlegen oftmals unsre Pflicht; Doch seh'n wir nimmer ihn verhüllen Der Güte mildes Angesicht. 900 Drum laß im Lieben und Verzeih'n Uns, gut'ger Gott, dir ähnlich sein! 245, Eigene Melodie. 1. Sich mich tief im Staube hier, Herr! vor dir gebeuget; Denn, wer bin ich, daß du mir Gutes stets erzeiget? Daß du mich von Jugend an, Liebevoll geleitet? Mich auf meiner Lebensbahn Schüßend stets begleitet? 305 2. Was ich habe, was ich bin, Dank' ich deiner Güte; Dies erkennt mit Dankessinn Mein gerührt Gemüthe. Dein Erbarmen reicht so weit Als die Wolken geh'n, Und du hörst zu jeder Zeit Deiner Kinder Fleh'n. - 3. Wenn Versuchung und Gefahr Drohten meinem Pfade, Wenn mein Fuß verirret war, Fand vor dir ich Gnade. Dir bekannt' ich meine Schuld, Unter Neuethrånen; Und dies konnte deine Huld, Gütigster! versöhnen. 4. Und ich könnt, unwürdig dein, Gegen Undrer Schwächen, Hart und unversöhnlich sein, Und am Feind mich råchen? Ließe stets Unduldsamkeit Schonungslos gewähren? Könnte Zwietracht, Haß und Neid In dem Busen nähren? 5. Nein, du hast die Lehre mir Tief in's Herz geschrieben: Alle meine Brüder hier, Selbst den Feind zu lieben. D, so will ich auch fortan, Herr, nach deinem Bilde Ueben gern, so viel ich kann, Großmuth, Lieb' und Milde. 6. Laß mich eingedenk stets sein Dieser heil'gen Pflichten, Dem Beleidiger verzeih'n, Sünder schonend richten. 306 Hilf mir, sie den rechten Pfad Deines Heils zu lehren, Und mich so durch fromme That Als versöhnt bewähren.. b. Wohlthätigkeit. 246. mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Gott, wie kann man dir gefallen, Deiner Gnade würdig sein? Wenn wir deinen Kindern allen Treue Liebe treulich weih'n. 2. Herz muß sich zum Herzen neigen, Und in frommer Lieb' erglüh'n; Haß und Rache müssen schweigen, Und aus unsern Kreisen flieh'n. 3. ,, Wohlthun, ruft Gott in der Höhe, Wohlthun, Mensch! ist dein Beruf; Mildre deiner Brüder Wehe, Dazu dich mein Wille schuf!" 4. Diesen Ruf will ich verstehen, Er sei mir Religion! Auf dich, Quell des Guten! sehen, Ziemet jedem Erdensohn. 5. Dem, der in den Ketten schmachtet, Will ich Tröster, Retter sein; Wen ein trůb Geschick umnachtet, Bald foll er des Lichts sich freu'n. 6. Ich will reichlich, freundlich spenden Denen, die der Mangel drückt, Mich von keinem Armen wenden, Der nach einer Gabe blickt. 307 7. Stüße will ich sein dem Lahmen, Will des Blinden Auge sein, Will dir, Gütiger! nachahmen, Will des Segens Saaten streu'n. - - 8. So nur kann man dir gefallen, Deiner Gnade würdig sein, Wenn wir deinen Kindern allen, Treue Liebe treulich weih'n. 247. Mel. Heiterkeit in diesem Leben. 1. Reich ist Gottes schöne Erde, Reich an Gütern seine Welt. Der einst mächtig sprach: Es werde! Ist's, der Alles auch erhålt. Segnend winkt der Herr im Sturme, Wie im milden Sonnenschein. Von dem Menschen bis zum Wurme, Alles schließt die Vorsicht ein. 2. Dennoch stört in seinem Schlummer Manchen Armen Angst und Noth, Und gebeugt von Nahrungskummer, Wird ihm bangé um sein Brot. Selbst der Edle, dem's am Fleiße Und an Treue nie gebrach, Denkt bei dürft'ger Lebensweise Traurig oft der Zukunft nach. 3. Wenn dem Schwelger im Genusse Sorgenfrei die Zeit verrinnt, Und er nur im Ueberflusse Stets auf neue Freuden sinnt: Ach, da nagt am Bruderherzen Im Verborgenen die Scham; Und es birgt die innern Schmerzen Nengstlich scheu der stille Gram. 308 4. Doch es blickt in diese Stille Gottes Vaterblick hinein. Dulde muthig! Fester Wille Soll nicht immer trostlos sein! Dulde, Frommer! kämpfe! ringe! Glaube fest, daß dein Gebet Zu des Vaters Throne dringe, Der dir stets zur Seite steht. - - 5. Noch bist du nicht ganz verloren, Heute, heute schon vielleicht Hat dir Gott den Freund erkoren, Dessen Herz dein Loos erweicht! In des eolen Bruders Armen, Wirst du Gottes Hülfe seh'n, Und das göttliche Erbarmen Dankbar in der Noth versteh'n. 6. Laß mich, Gott, so glücklich werden, Werkzeug deiner Huld zu sein, Und dem Wohlthun hier auf Erden Alle meine Kräfte weih'n! Laß mich, Hülfe zu bereiten, Liebevoll und sorgsam späh'n; Laß, o Herr, auch mich im Leiden Niemals hülflos untergeh'n! c. Gerechtigkeit( Redlichkeit und Treue). 248. Eigene Melodie. 1. Wer auf Betrug und Lügen sinnt, Irrt ab von Gottes Wegen; Und was er auch dadurch gewinnt, Ihm fehlt des Himmels Segen. Vor Gott gilt nur Aufrichtigkeit, Er schaut des Herzens Falten; 309 www Nur Redlichkeit und Treu' erfreut Sein våterliches Walten. 2. Wem es, von Herzen fromm und rein, Ernst ist, vor Gott zu wandeln, Wird, wie und was er scheint, auch sein, Wird immer rechtlich handeln. Ihn kann von seiner graden Spur Kein Erdengut ableiten; Er giebt und nimmt, was recht ist nur, Schwankt nie auf beiden Seiten. 3. Wie es auch glänzt, ist unrecht Gut Stets mit Gefahr umfangen; Die Redlichkeit giebt heitern Muth, Ihr darf vor Schmach nicht bangen. Ist auch ihr Theil auf Erden klein: Wer sie stets übt, hat Frieden; Ihm ist ein überschwänglich Heil In Gott dem Herrn beschieden. 249.( Nach Pf. 15.) Eigene Melodie. 1. Herr, wer darf sich deines Anschau'ns rühmen? Freudig und voll Zuversicht dir nah'n? Wer darf hoffen, einst im Vaterhause Deinen Segen, Vater, zu empfah'n? 2. Der mit festem Schritte, sonder Wanken, Treu dem hohen Ziel entgegen strebt, Und auf seinem kurzen Pilgerpfade Für die Tugend, für die Wahrheit lebt. 3. Wahrheit forderst du vom Erdensohne, Wahrheit, die sein ganzes Sein durchdringt; Wo für dich, so wie für seine Brüder, Nie ein falscher Ton im Innern klingt. 310 4. Wo Verleumdung nie die Lipp' entweihet, Und die Schmåhsucht nie den Nächsten kränkt; Wo der Bruder von dem schwachen Bruder Schonend immer nur das Beste denkt. - - 5. Wahrheit, so die Heiligkeit des Wortes Ueber Alles achtet, gleich dem Schwur, Treulich hält, was sie sich selbst gelobet, Nimmer weichend von des Rechtes Spur. 6. Und verachtend niedres Erdentreiben, Tråt' es auch einher in stolzer Pracht; Achtung zollend allem Großen, Guten, Deckt es auch des Mangels Kummernacht. 7. Herr, wer seinen Wandel so beginnet Und beharrlich bis an's Ende geht: Der wird bleiben hier in deiner Nähe, Und einst wohnen, wo dein Reich besteht. 250.( Pf. 15.) Mel. Mein Auge sieht, o Gott. 1. Wer darf, Beherrscher aller Welt! Verweilen unter deinem Zelt? Wer darf bewohnen alle Zeit Den Bergsik deiner Heiligkeit? 2. Der redlich wandelt, Recht ausübt, Weß Herz und Lippe Wahrheit liebt; Wer nie verleumdet, nie betrügt, Nie Leid dem Nächsten zugefügt. 3. Weß tugendhafter reiner Mund Nie macht des Bruders Schwächen kund; Wer das, was schåndlich ist, verschmäht, Die Gottesfürchtigen erhöht. 4. Wer nie auf Wucher giebt sein Geld, Sich selbst zum Schaden schwört, und hält; Wen gegen Unschuld nichts besticht, Wer dieses übt, wankt ewig nicht. 311 251. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Mensch, verehr' ein höchstes Wesen! Das dich auf die Erde rief, Das von Ewigkeit gewesen, Waltete, da Alles schlief. Hast du aus verworr'ner Nacht Selber dich hervorgebracht? - - 2. Zu des ew'gen Gottes Throne Schwinge tich, o Mensch, empor! Du, der Schöpfung Bier und Krone, Sing' ihm frohen Jubelchor, Der dich wie ein Vater nåhrt, Deinen Geist im Licht verklärt. 3. Gott will nicht, daß Menschen leiden, Darum mindre Menschen- Schmerz! Mehre deiner Brüder Freuden, So lohnt dich dein eignes Herz. Gottes Lehre rufet dir: Einen Vater haben wir! 4. Gieb dem Bruder von der Gabe, Die der Vater reichlich beut! Daß der Dürftige sich labe, Uebe fromme Mildigkeit. Diese heil'ge Pflicht gebeut Dir der Ruf der Menschlichkeit. 5. Alles Böse scheue, meide; Heilig bleibe dir die Pflicht; Für die Tugend gerne leide Ewig leuchtet dir ihr Licht. Also lebst du deinem Gott, Also will's Gott Zebaoth. 6. Horch dem Gottesruf im Herzen, Heilig sei dir dies Gebot; 312 Es bereitet Wonn' und Schmerzen, Schaffet Seligkeit und Noth. Uebst du des Gewissens Pflicht Fürchte Grab und Hölle nicht. - 252. Mel. Herr, wer darf sich deines Anschau'ns rühmen. 1. Vater! nicht durch Fasten, Beten, Singen, Machen wir uns deiner Gnade werth; Redlich unsre Pflichten zu vollbringen, Dies ist, was dein Wort von uns begehrt. 2. Nur des Guten, Tugendhaften, Treuen Wartet einst der Freuden höchster Lohn; Nur Gerechtigkeit kann dich erfreuen, Sprache gilt dir nicht und Nation. 3. Dir gefällt, wer bei des Nächsten Glücke Fern von Neide inniglich sich freut; Und, als wär's sein eignes Mißgeschicke, Weinet bei des armen Bruders Leid. 4. Wer im Stillen trocknet fremde Thränen, Willig Hülfe leistet, wo er kann, Ohne mehr als Andre sich zu wähnen Den blickst du mit Wohlgefallen an. 5. Wer auf seines Volkes Wohlfahrt denket, Frieden stiftet, seinem Feind verzeiht, Seelen auf den Pfad der Tugend lenket Der erfüllt, was uns dein Wort gebeut. 6. Wer den Nächsten, wie sich selber liebet, Niemals krumme Wege sich erlaubt, Der nur zeigt, weil er die Tugend übet, Daß im Herzen einen Gott er glaubt. 7. Herr! du kennest jeglichen Gedanken, Dein ist unser ganzer Lebenslauf; Wollen wir vom rechten Wege wanken O so zieh' den Blick zu dir hinauf! 313 - 8. Vater, dessen Kinder wir uns nennen, Wir sind schwach, und sinken leicht dahin; Lehre du das Böse uns erkennen, Und verleihe Kraft uns, es zu flieh'n. 253. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Eins ist, was mir Trost verleihet, Wenn des Lebens Last mich drückt, Was mir stets das Herz erfreuet, Wenn mir nichts auf Erden glückt: Daß mein Gott mich kennt und sieht, Wie mein Herz für ihn erglüht.- 2. Herr! es lieget vor dir offen Meines Innern tiefster Grund; All mein Sinnen, all mein Hoffen, Vater, dir ist Alles kund! Ja, du weißt, wer's redlich meint, Und wer redlich uns nur scheint. 3. Bin ich auch ein schwacher Sünder ,. Und nicht deiner Liebe werth, Milde richtest du die Kinder, Die des Lebens Wahn bethört; Nur daß ihre Seele frei Von der Falschheit Tücke sei. 4. Nein, ich kann nichts Böses wollen, So mir Gott im Herzen lebt! Thu' ich nicht, was Fromme sollen, Hab' ich nicht nach Recht gestrebt: Tief in meiner eignen Brust Bin ich mir der Schuld bewußt. 5. Und es quålt mich bittre Reue, Und es trübet fich mein Blick; 14 314 Nicht weil ich die Strafe scheue Und des Sünders Mißgeschick, Nein, weil ich vom Vater wich. Bater, ach, erbarme dich! - 6. Straf' mich nicht nach meinen Werken, Sieh' auf meinen lautern Sinn! Wolle du mich Armen stårken, Der ich Staub und Asche bin. Ich will ferner nicht so thun,- Laß nur mein Gewissen ruh'n! 7. Hat mir dann mein Gott vergeben, Richte mich die Welt nur hart; Ich kann ruhig, selig leben, Trübt sich auch die Gegenwart. Ewig strahlt mein Hoffnungsstern; Gottes Huld ist nimmer fern. 8. Haffen mich die Mächt'gen, Großen, Drohen sie mir Untergang- Mögen sie mich nur verstoßen, All ihr Zürnen währt nicht lang. Sie sind ja nur Fleisch und Blut, Und mir bleibt mein höchstes Gut. 9. Darum will ich redlich wandeln, Vater, all mein Leben lang; Will nach Recht und Pflicht nur handeln, Dann ist mir vor Niemand bang. Bin ich frei von Fehl und Schuld, Lächelt, Gott, mir deine Huld! 10. Einig stets mit meinem Gotte, Treu und redlich immerdar, Fürcht' ich nicht der Bösen Rotte, Keiner krümmet mir ein Haar. Ihm, der das Geheimste schaut, Hab' ich mein Geschick vertraut. 315 254. Eigene Melodie. 1. Aufrichtigkeit, des Menschen wahre Zier, Du Glanz der Himmlischen dort oben! Dein Lob mit reinen Lippen wird es hier In Gottes Heiligthum von uns erhoben. 2. Wer innig dich und ohne Wanken liebt, Ist würdig, Gottes Gnade zu erlangen; Doch wer die Künste loser Falschheit übt, Ist in der Sünde Dienst und Fluch befangen. 3. Hilf uns, o Gott, im Nebelthal der Zeit Wo Trug und List oft unsern Pfad umnachten, Hilf uns, die Tugend der Aufrichtigkeit Für mehr als Gold und eitlen Ruhm zu achten! 4. Nie müsse das Gewand der Heuchelei, Nie schndde Falschheit unser Herz entehren, Und Niemand, ob's auch unser Vortheil sei, Je lügenhafte Worte von uns hören. — - 5. Aufrichtigkeit sei immer unser Stern, Der vor uns schweb' im Reden und im Handeln; Dann dürfen wir uns rühmen, vor dem Herrn, Vor dir, o Gott, in Lauterkeit zu wandeln. 6. O diese Perle, dieser zarte Kranz Beglücke stets und ziere unser Leben! Dann wird uns einst zu seinem Himmelsglanz Der Vater der Aufrichtigkeit erheben. 2. Besondere. a. Gegen Eltern und Lehrer. la 255. Eigene Melodie. Einst auf Horebs Flammenhöhe, 1. In des Ew'gen heil'ger Nähe, 316 Kam, o Mensch! dir jene Lehre: Deine Eltern stets verehre!" Süße Pflicht! Wer dich nicht - - Mit der höchsten Wonn' erfüllt, Schmåhet Gottes Ebenbild. 2. Nährt der Busen reine Triebe, Kennt das Leben heil'ge Liebe, Siegend über Tod und Schmerzen: Rur in treuer Eltern Herzen Waltet sie. Spåt und früh Richtet sich ihr Geist, ihr Blick Nur auf ihrer Kinder Glück. 3. Drum den Theuren angehören, Frommen Sinnes sie verehren, Und in Liebe für sie glühen, Ob der uns geweihten Mühen Heilig sei, Immer neu nd Unserm Herzen diese Pflicht, Bis einst spåt ihr Auge bricht. 4. Höre, Vater in den Höhen, Deiner Kinder brünstig Flehen! Wolle deinen reichsten Segen Auf der Eltern Häupter legen! Bis zum Grab Sei ihr Stab; --Schließt sich einst ihr Erdenlauf, Nimm sie in den Himmel auf! IC e 256. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Die der Zugend reine Saaten In das Herz der Menschen streu'n; 317 Und zu göttlich hohen Thaten Ihrer Brüder Kräfte weih'n; Deren Mund uns Wahrheit lehret, Und von Irrthum uns befrei't: Menschenkinder! sie verehret Eure ganze Lebenszeit! - 2. Auf dem uf dem - weiten Erdenrunde Viel des Guten wird gethan, Und mit jeder Lebensstunde Ebnet sich der Liebe Bahn. Doch wer Menschenfeclen rettet, Und des Wahnes Nacht erhellt, Der hat Geister kühn entkettet, Heilsam wirkt er für die Welt. 3. Unser Herz glüh' ihm entgegen, Voller Lieb' und Dankbarkeit. Spend' ihm, Gott! den schönsten Segen, Segne, was er ausgestreut! Noch im spåten Alter blühe Er in frischer Jugendkraft, Kröne du der Arbeit Mühe, Bis zum Ziel der Pilgerschaft. b. Im ehelichen Leben. 257.( pr. 101.) Mel. Wer faffet dich in deinen Höhen. ( Pf. 1. Von dir, o Bater! will ich singen, Ich weihe dir mein Saitenspiel; Zu dir soll sich die Seele schwingen, Die Tugend sei des Liedes Ziel. 2. Wie soll ich nach Vollendung streben? Und wirken, daß du bei mir weilst? Wie heiligen dies Pilgerleben, Das du so gnådig mir ertheilst? 318 3. In reiner Unschuld will ich wandelnon In meines Hauses Heiligthum! Will ganz nach deiner Lehre handeln; Sie bleibe meines Lebens Ruhm. — -- 4. Was mit der Pflicht, dem Rechte streitet Aus meiner Wohnung sei's verbannt; Nur was zum höhern Leben leitet, Nur das befördre meine Hand. 5. Nie soll der Wohnung heil'ge Schwelle Mit seinem Fuß der Bös' entweih'n; Ein treulos Herz, der Sünde Quelle, Darf nie in meiner Nähe sein. 6. In meines Hauses frommen Kreise Verstumme der Verleumdung Ton, Und keine Wittwe, keine Waise Erdulde jemals Stolz und Hohn. 7. Die biedern Frommen nur im Lande, Auf sie gerichtet sei mein Blick; Sie sollen durch der Liebe Bande Erhöhen meines Hauses Glück. 8. Ich dulde nicht, die Falschheit üben, Wenn noch so süß die Lippe spricht; Will Lügner nicht und Heuchler lieben, Nie den Verhöhner heil'ger Pflicht. 9. Ich will mit jedem neuen Morgen Mein Haus mit wachem Blick erspäh'n; Nur dahin ziele stets mein Sorgen: In Gott soll fest das Haus besteh'n. 10. Gott soll hier seine Wohnung halten, Ihm will das heil'ge Zeit ich weih'n; Dann preis' ich, Herr, dein gnädig Walten, Mein Gott ist mein, und ich bin sein! 31 - 319 - 258.( pf. 128.) Eigene Melodie. 1. Heil dem, der in der Furcht des Herrn Auf Frömmigkeit sein Haus gebaut! Er sucht das Glück nicht in der Fern', Das er in seiner Wohnung schaut. Sein reger Fleiß ist Segensquell, Sein Wandel rein und immer hell. 2. In seines Hauses Heiliathum Die Gattinn ihm zur Seite blüht; Des Gatten und des Vaters Ruhm Preis't jeder, der die Kindlein sieht. Gar lieblich ist sein Tisch umkränzt, Aus Kindes Aug' die Unschuld glänzt. 3. So wird vom Heren der Mann beglückt, Dem nie der fromme Sinn gefehlt, Den nie der äuß're Glanz berückt, Der sich ein frommes Weib gewählt; Ihm wird sein Haus zur Gottesstadt, Die er sich selbst gegründet hat. 4. Und Enkel schaut sein reiner Blick, Als Greis noch drückt er sie an's Herz; Er weidet sich an ihrem Glück, Er blickt mit ihnen himmelwärts. Gott, laß uns solche Häuser bau'n! O solches Heil laß, Herr, uns schau'n! 259.( f. 127.) Eigene Melodie 1. Will Gott das Haus nicht bauen, Mit unsrer Kraft ist nichts gethan! Wir sollen ihm uns anvertrauen; Der eigne Schuß ist Trug und Wahn. 2. Will Gott nicht seinen Segen geben, Vergebens regt sich unsre Hand; 320 Wir mögen spåt und frühe streben Wir bau'n und bauen, ach, auf Sand. - - 3. Doch wallen wir der Tugend Pfade: O dann gelingt uns jede That; Es leuchtet uns des Ew'gen Gnade, Es blüh't die ausgestreute Saat. 4. Und Söhne blühen uns und Tochter, Erhöhen unsres Hauses Glück; Uns preisen spåtere Geschlechter, Auf unserm Grab noch ruht ihr Blick. 5. Den Helden schüßen seine Pfeile, Und uns der Söhne starke Schaar; Sie wirken sich und uns zum Heile, Sie schirmen unser Silberhaar. 6. So wird das Leben sel'ge Wonne In treuer Kinder frommen Kreis; Und sinket unfres Lebens Sonne- In Kindern blüht der Eltern Preis. 7. O schenk' uns, Bater, deinen Segen, O woll' uns solche Häuser bau'n! Sei mit uns, Gott! auf unsern Wegen, Die wir uns deiner Huld vertrau'n. e. Gegen Vaterland und Obrigkeit, Vorgesetzte, Wohlthäter und Greise. 260. Eigene Melodie. 1. Dem Baterland erglüh' das Herz, Und schlag' ihm laut entgegen! Erhebt euch, Brüder, himmelwärts, Fleht Gott um seinen Segen! Mit vollen Vaterhånden Woll'st du dem Lande spenden, 321 In welchem wir die Sonne Zuerst begrüßt mit Wonne. Hoid 2. Von allen Gütern, die du giebst, Was gleicht der holden Gabe, Gereichet denen, die du liebst, Und theuer noch am Grabe? Das Land, wo unsre Kinder blühen, Wo unsre Wonnen, unsre Mühen Versüßt, erleichtert werden Ein Paradies auf Erden. 3. Der edlen Menschheit edle Kraft Wir seh'n sie hier gedeihen; - Es blühen Kunst und Wissenschaft, Die Herz und Seel' erfreuen. Frei blicken wir nach oben, Den Einigen zu loben, Nach unsrer Våter Weise, In frommer Brüder Kreise. 4. Der Geist der frommen Weisheit weht Im Ausspruch und Gesete; Des Landes Wohlfahrt wird erhöht Durch diesen Schak der Schäße. Der Bürger Heil zu gründen, Strebt sich hier zu verbinden Befreit von niedrem Triebe Gerechtigkeit und Liebe. 5. Drum schwinget euch zu Gott empor, Singt ihm des Dankes Lieder! Jauchzt ihm in frommer Brüder Chor, Blickt nicht zur Erde nieder! Seht, Gott erhellt die Nächte, Erleuchtet dunkle Mächte; Ihm dürfen wir vertrauen, Er läßt uns Freiheit schauen. 322 6. Gott, schau' von deiner Höh' herab Mit mildem Angesichte! Sei selber unsrer Führer Stab, Stets nah' mit deinem Lichte! ER Gieb ihnen deinen Vatersegen, Daß sie vor dir nur wandeln mögen, Von deiner Gnad' umkrånzet, nis Bis einst ihr Morgen glänzet. - 261. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. 1. Der du, o Gott! das All gegründet, Der Erden Gränzen festgestellt, Haft früh schon durch dein Wort verkündet, Das unsres Geistes Uug' erhellt: ,, Wohin dich Gottes Rathschluß führet, Da blühet, Volk! dein Vaterland, Dem deines Armes Kraft gebühret; Sein Heil ist deines Heiles Pfand." 2. Ich will auf Gottes Stimme hören: In dem mir angewies'nen Kreis Der Brüder Wohlfahrt stets vermehren, Und wirken zu des Landes Preis; Will lieben, die das Scepter führen, Die herrschen nach Gerechtigkeit; 19 Gehorchen denen, die regieren, Wie, Gott! dein heilig Wort gebeut. 3. Ich will dem Vaterland das Leben Mit willigem Gemüthe weih'n; Will edlen Herrschern treu ergeben Bis zu dem letzten Hauche sein. Dem lieben, theuren Vaterlande d Erglühe das getreue Herz; ich Nie lösen sich der Liebe Bande, Nicht in der Freude, nicht im Schmerz. 323 4. O schauet auf zum Vater droben, Der Großes hat an uns gethan! Ihn müssen unsre Psalmen loben, Geebnet hat er unsre Bahn. Die Våter, die er uns gegeben, Sie fühlen menschlich, edel, groß; Sie fördern unser beff'res Streben, Bereiten uns ein freundlich Loos. 5. krone huldvoll ihre Tage, Daß nie ihr Lebensbaum verblüh'! Empor der Bürger Wohlfahrt rage, Gieb deinen Segen spåt und früh! Es eine Freiheit sich und Liebe, Es glüh' das Herz für Pflicht und Recht; Dann schwinden niedrer Selbstsucht Triebe, Dir jauchzet dann ein froh Geschlecht. 262. met. Ullgut'ger Gott, durch den wir Alles haben. Mel. 1. Du haft zur Lieb', o Gott! uns All ersehen, Drum schufest du das Menschenherz so weich; Die Liebe soll der Menschheit Glück erhöhen, Die Erde wandeln in ein Himmelreich. 2. Der Lieb' entsprießen tausend Lebensfrüchte; Sie stillt des Jammers Zähren, stillt die Noth; In jedem, jedem Menschen- Ungesichte Les' ich der Liebe heiliges Gebet. 3. Und wer mit einem liebenden Gemüthe Des Wohlthuns heilig- süße Pflicht erfüllt, Der strebet, dir zu gleichen, Gott der Güte! An ihm bewähret sich dein Ebenbild. 4. Drum wehe dem, der Gutes, ihm gespendet, Mit schnödem Undank fühllos lohnen kann! Der hat von dir, o Gott, den Sinn gewendet; Er wandelt nicht der Tugend sel'ge Bahn. 324 5. Gott, nie will ich in diese Sünde fallen, Uus meinem Leben werde sie verbannt; Mein glühend Herz soll dem entgegen wallen, Der freundlich mir gereicht die Bruderhand. - -- 6. Kann ich die Liebe thätig ihm vergelten: Mit heil'ger Wonne leb' ich dieser Pflicht. Der inn're Richter soll mich niemals schelten: Du, Menschenkind, verdienst die Liebe nicht! 7. Ich will der Brüder Freuden mich erfreuen, Nicht neidisch sein auf meines Bruders Glück; O reichen Segen muß Gott dem verleihen, Der auf den Armen schaut mit segensreichem Blick. 8. Wenn die, so hülfreich mir entgegen eilen, Der Kummer drücket, irgend eine Noth, So will ich, Gott! den Schmerz mit ihnen theilen, Getreulich tragen helfen bis zum Tod. 9. Hast du, mein Gott! ein Herz mir ja gegeben, Das mit den Brüdern fühlen, weinen kann; Kann ich ja für sie fleh'nd zu dir mich heben, Und våterlich nimmst solch Gebet du an. 10. Umschwebe sie mit deiner Huld und Liebe, Die, dir nachstrebend, Gutes mir gethan; Und will es dunkel werden, still und trübe: Sei du ihr Licht am Ziel der Lebensbahn! 263. Mel. Sie haben mich gedränget. 1. Dem Greif' im Silberhaare Sei Liebe treu geweiht, Verehrung bis zur Bahre, Und Kindeszärtlichkeit. 2. Trågt er des Alters Krone, Als seiner Tugend Preis: Wie nah' an Gottes Throne, Steht solch ein frommer Greis! 325 3. Das Wort aus seinem Mundesh Entströmt der Weisheit Quell; Sein Alter giebt uns Kunde, Nur Gottes Licht sei hell. 4. Sollt' ich den Greis nicht ehren, Wie, Gott! dein Wort mich lehrt? Sein Lebensglück nicht mehren, Das nur noch Stunden währt? 5. Uns ziemt bescheiden schweigen, Wenn er die Stimm' erhebt, Für Frömmigkeit zu zeugen, Obgleich die Lippe bebt. 6. Un siechen Lagerstätten Will ich zur Seit' ihm steh'n, Ihm helfen und ihn retten, Und seine Wünsch' erspäh'n. 7. Will Mångel auch und Schwächen Ertragen mit Geduld; Die Liebe nur soll sprechen Bei unsrer Brüder Schuld. 8. So fließt auf sanften Wegen Die Lebenszeit dahin; Und uns wird Gottes Segen, Der Tugend Hochgewinn. 9. Dann wird auch unsern Abend Der Geist der Lieb' umweh'n, Das Herz erquickend, labend An unserm Lager steh'n. 326 C. Besondere Mittel zur Gottseligkeit. — 1. Gottesverehrung: 264. Eigene Melodie, 1. Freudig, doch mit heil'gem Graus, Nah' ich diesem Orte. Wahrlich, hier ist Gottes Haus, Hier des Himmels Pforte. 2. Mein Erlöser, Gott, ist hier, Hört mich, wenn ich flehe; Diese Stille kündet mir Seine heil'ge Nähe. 3. Dürft' ich wohl mit eitlem Sinn Diesen Ort betreten? Nur um irdischen Gewinn Hier zum Himmel beten? 4. Dann würd' ich das Haus entweih'n, Das der Herr erwählet, Stellt' ich mich als Beter ein, Den nur Tand beseelet. 5. Dürft' ich Leiden, welche spät Mir gewißlich frommen, In unwürdigem Gebet Flehen zu entkommen? 6. Hieß dies Gottes Lehren nicht, Gottes Zucht verachten? Die schon oft zurück zur Pflicht Mich Verirrten brachten? 7. Nein, mein Gott, ich hab' in dir Was mein Herz begehret; Bist du mein, o dann ist mir Jeder Wunsch gewähret. 327 8. Mich hat ja von Kindheit auf Deine Huld geleitet, Und für meinen Lebenslauf Mir den Weg bereitet. - 9. Wenn ich Irdisches erfleh', Tracht' ich nur nach Schimmer; Ob mir's wohl thu', oder weh, Weiß ich selber nimmer. 10. Du schufft mich für Ewigkeit, Mir zum wahren Heile; Was liegt an der kurzen Zeit, Die ich hier verweile? 11. Gieb mir Freuden oder Schmerz, Tod mir, oder Leben, Gieb mir nur ein reines Herz, Dir getreu ergeben. 12. Einen festen, biedern Geist Woll' in mir erneuen, Der mich dir vertrauen heißt, Und die Welt nicht scheuen. 13. Herr, wenn ich an diesem Ort Mich zu dir erhebe, Gieb, daß nicht ein eitles Wort Meiner Lipp' entschwebe. 14. Leite du, Herr, mein Gebet, Laß mich rein dich loben, Bis der Staub zum Staube geht Und mein Geist nach oben. nubad sinis? stried down on hi ha en hi 265. Met. Uch, des Lebens Blüthen fallen. Hier Pier an des Altares Stufen, Suchen wir dein Angesicht. Vater, deine Kinder rufen; Heiliger, verwirf uns nicht! 1. 2. 328 2. Draußen in der Welt Getümmel, In des Lebens wildem Schwarm, Ach, vergeß' ich oft den Himmel, Sinkend in der Sünde Urm. 3. Aber hier an deinem Herzen, Wo dein Wort mein Ohr erreicht, Flieh'n der Erde Lust und Schmerzen, Der Verführung Stimme schweigt. 4. Hier verschwinden Gram und Sorgen, Hieher folgt kein eitler Wahn, Und es strahlt ein ew'ger Morgen Uns am Ziel der Erdenbahn. 5. Allerbarmer, der uns schüßet, Unser Beistand, unser Freund! Gieb uns, gieb uns, was uns nüket, Das nicht, was uns nüßlich scheint. 6. Alles, Alles, was wir haben, Ist Geschenk aus deiner Hand. Vater, mach' uns deiner Gaben Würdigsten Gebrauch bekannt! 7. Gieb uns Kraft, uns loszureißen Von der Sünde, von dem Wahn, Bis wir, wie dein Wort verheißen, Ew'ges Leben einst empfah'n. 266. Eigene Melodie. Dich, Herr, vor aller Welt bekennen, Das will ich, wie auch deine Feinde dråu'n. Wir sollten dich nicht Vater nennen, Die sich von Herzen ihres Glaubens freu'n? Mein Herz ist voll von dir, so spricht der Mund, Und thut, was mich entzückt, den Brüdern kund. Wie lieb' ich sie, die heil'gen Hallen, Wo mir dein Licht aufging von Kindheit an! 3. 4. 5. 6. - 329 - Ich fah's und konnte nun nicht fallen; Im Strahl der Gnade ging ich himmelan. Dein Geist zog mich, und leitete den Gang; Mein Leben selbst ward dir ein Lobgesang. Wie preis' ich sie, die heil'gen Tage, Die Sternen gleich, mir in der Wüste glüh'n! Sie wandelten in Dank die Klage Und lehrten, um den Himmel mich bemüh'n. Im Glücke Mäßigung, im Unglück Ruh', So ging ich freudig meinem Himmel zu. Wie theuer ist mir die Gemeine, Die du in Liebe haft vereint! In diesem heiligen Vereine Umarmen wir im Geiste Freund und Feind, Und Strahl an Strahl der Wahrheit zündet sich, Und aller Blick und Herzen glüh'n für dich. Hier will ich, nahen sich Gefahren, Wie oft zu unsrer frommen Våter Zeit, Mich mischen in der Helden Schaaren, Die unbezwinglich sind durch Einigkeit. Mit deines Geistes Waffen in der Hand So wallen glorreich sie von Land zu Land. Dich will ich Lebenslang erheben, Will sterbend noch mich deiner, Gott, erfreu'n! Du, der mein Leben war im Leben, Du wirst mein Himmel auch im Himmel sein. Unsterbliche besingen deinen Ruhm Dann würdiger im höhern Heiligthum. 267. mel. Ich glaub' an Gott, den Schöpfer 2c. 1. Zurück, zurück, des Werkeltages Engen, In eurem Treiben, bleibt zurück! Die Stunde kam, wo heiligen Gesängen Entströmt der Ruhe sel'ges Glück; 330 Die Stunde kam, wo in des Tempels Hallen Die Seele sich nach oben schwingt, Wo meiner Lippen schwaches Lallen Dir, Gott! ein Hallelujah singt. 2. Welch ein Genuß, mit keinem zu vergleichen, Im Tempel, wo der Vater thront, Wo gleiches Heil den Armen, wie den Reichen Für gleiche Glaubenstreue lohnt, Wo alle Schranken, so die Welt gezogen, Verschwinden vor des Himmels Höh'n Und der Verheißung sel'ger Friedensbogen Sich neigt zu jedes Beters Fleh'n! 3. Hinauf, hinauf, ihr Schwingen meiner Seele! Zu dem, der wohnt in Lieb' und Licht; Daß kein Gedanke sich dem Herrn verhehle, Wenn laut des Herzens Regung spricht; Daß offen sei das Ganze meines Lebens Vor dem, der prüfet und verzeiht, Und den ja selbst der Aufschwung schon des Strebens, Als sei es die Vollbringung, freut. 4. Sein Wort erschallt, und mehr als Menschen wissen Sagt mir des Glaubens Zuversicht; Der Nächte dichte Schleier ist zerrissen, Uus bessern Welten strahlt das Licht. Der Weg, den ich mit Kraft zu wandeln habe, Liegt vor mir da, von Gott gebahnt; Des Herzens Sehnen wird mir nun zum Stabe, Zur Klarheit, was der Geist geahnt. 5. Und mit mir alle Brüder und Genossen, Sie hebt ein gleich Gefühl empor: Ein fester Bund, aus Gottes Macht entsprossen, Ein Ton im großen Weltenchor. Nicht mehr allein steh' ich im Lebensstreite, Vereint ist eine treue Schaar; Es steh'n Vertrau'n und Hoffnung mir zur Seite, Der Glaube beut sein Schild mir dar. 331 6. O fel'ge Zeit in dieses Tempels Hallen, Wie sehnt nach dir mein Herz sich hin! Hieher laß mich in Schmerz und Freude wallen, Weil hier nur ich mein eigen bin. Hier wollen Gottes Herrlichkeit wir preisen, Wie's aus des Herzens Fülle dringt, Bis sich nach oben zu den Sternenkreisen, Zum Himmelszelt die Seele schwingt. 268.( pf. 26.) Mel. Nein, o Vater, nicht betrüben. 1. Allgerechter, du wirst richten, Ob nach Unschuld strebt mein Herz; All mein Denken, all mein Dichten, Bist du, Gott, in Freud' und Schmerz. 2. Nie kann ich hienieden wanken, Du bist, Vater, mein Vertrau'n; Meine innersten Gedanken Werden stets auf dich nur bau'n. 3. Herr, du kannst mein Inn'res prüfen, Ob ich immer treu dir bin; Lautre meines Herzens Tiefen, Rein erhalte meinen Sinn. 4. Deine Milde, deine Güte Schweben meinem Geiste vor; Tugend heiligt mein Gemüthe, Blick ich, Gott, zu dir empor. 5. Darum sollen nie die Bösen Mich vom Pfad der Tugend zieh'n; Deine Kraft wird mich erlösen, Helfen mir das Laster flieh'n. 6. Hier steh' ich vor dem Altare, Welcher deinem Dienst geweiht, Flehe: Gott, mein Herr, bewahre Mich vor Unrecht und vor Leid! 1 332 7. O wie lieb' ich diese Ståtte, Gott, wo deine Ehre thront! Hieher ich die Seele rette, Wenn sonst nirgend Friede wohnt. - - 8. Hier will ich dein Lob verkünden, Hier erhebe Dank mein Herz; Hier nur kann ich Wonn' empfinden, Denn mein Geist blickt himmelwärts. 269. Mel. Nicht immer kann den Sturm beschwören. 1. Sch Sch komme, Gott, dein Wort zu hören, Das Tugend mir und Wahrheit lehrt; Es trage mich in höh're Sphären, Und zeige mir des Lebens Werth. Der Lehrer soll dein Wort verkünden, Und Weisheit soll der Hörer finden. 2. Mag mich der Dunkel niemals blåhen, Als braucht' ich Unterweisung nicht, Als könnt' ich selber forschen, sehen, Entbehren Gottes Unterricht, Als biet er nur den Dürft'gen Speise, Und sein bedürfe nicht der Weise. 3. Wie wenig kennet Gottes Lehren, Wer thöricht diesen Wahn noch theilt! Wohl wird der Weise Weisheit mehren, Wenn er zu den Altåren eilt, Wo, Ewiger, dein Name thronet, Auf Priesters Lipp' Erkenntniß wohnet. 4. Religion, o Himmelsquelle! Für jeden Geist, für jedes Herz, Fleußt deine Labung, rein und helle; Und in der Freud' und in dem Schmerz Zeigst liebreich du den Erdensöhnen, Wie sie das Leben läutern, krönen. 333 5. Unendlich reich in deinen Tiefen, - Erweckst, erhellst du den Verstand; Und Kräfte, die im Busen schliefen, Entfalten sich an deiner Hand; Verstehst, die Jugend wohl zu laben, Und beutst dem Alter reiche Gaben. 6. Drum sollen deines Tempels Hallen, O Gott, mir stets geheiligt sein; Ich will in Ehrfurcht hieher wallen, Un deiner Lehre mich erfreu'n. Der wird sein wahres Heil erbauen, Der dich hier suchet mit Vertrauen. 270.( Nach Pf. 122.) Mel. In stiller Undacht bringen wir. Das as Herz im lauten Jubelton Jauchzt auf: Laßt uns zu Gottes Thron, Nach unserm Z3ion wallen! 1. In Zions wohlgebautem Zelt, Hier reif' ich für die höh're Welt, Hier soll mein Lied erschallen. 2. O Gott, vor deinem Antlik steh'n Die dich um deine Gnade fleh'n. Hier fleht das Kind zum Vater; Hier sind wir Alle, Alle gleich, Sind Glieder, Herr! in einem Reich, Und du der Allberather. - 3. Des Friedens süße Himmelslust Kehrt ein in die entzweite Brust, Schwingt aufwärts sich die Seele. An diesem dir geweihten Ort Ruft uns der Liebe sanftes Wort: Das Leben, Mensch, erwähle! 4. O Stadt, wo unser Zion blüht, Wo fromme Andacht niederkniet - — 334 - Dir werde Gottes Segen! Gott weich' aus deinen Mauern nicht, Dir leuchte hell sein Angesicht, Blüh' stets dem Heil' entgegen! 271.( pf 84.) Met. Wer auf Betrug und Lügen sinnt. 1. Wie lieblich sind, Herr Zebaoth! Die Wohnungen zu nennen, Wo wir dein Wort und dein Gebot Undächtig hören können; Wohin die Frommen freudig zieh'n, Wo du zu uns dich kehrest, Und wenn wir betend vor dir knien, Uns väterlich erhörest! 2. Herr, laß uns diese Ståtte hier Zu deinem Tempel weihen; Hier wollen deiner Güte wir Uns inniglich erfreuen. Vom Weltgeräusche nicht gestört, In heil'ger Undacht Stunden, Sei deine Größe hier verehrt, Sei tief von uns empfunden. 3. Hier, wo zu brünstigem Gebet Ein heil'ger Eifer wecket, Hier tont dein Wort voll Majestát, Das freche Sünder schrecket. Wohl denen, welche lebenslang In Heiligkeit dir dienen! Ihr ganzes Herz ist Lobgesang; Dein Tempel ist in ihnen. 4. Durch dich wird ihre Seele neu, Wird stark in deiner Gnade; Sie wandeln freudig und getreu Die dornenvollsten Pfade. 335 - Sie dringen durch die Wüstenei'n Des Jammers und der Leiden, Und tragen ihre Garben ein, Des Glaubens hohe Freuden. 5. Ihr Kampf ist siegreich und beglückt, Dein Geist hilft ihnen streiten. Ihr Ziel bleibt fest und unverrückt Umkrint mit Seligkeiten, Daß alle Welt bekennen muß: Dies sei der Weg zum Leben, Und alles Segens Ueberfluß Sei Gott bereit zu geben. 6. Der Herr ist unser Licht und Schild, Der Herr giebt Gnad' und Ehre. Wenn seine Furcht das Herz erfüllt, Dann hålt man seine Lehre; Dann hebt der wahre Frieden an, Der uns in's Grab begleitet. Herr Zebaoth! wohl, wohl dem Mann, Der dir sein Herz bereitet! 272. Eigene Melodie. 1. Lieb und werth ist mir die Stätte, Dir, mein Gott, geweiht; Schon wenn ich sie nur betrete, Fühl' ich Seligkeit, Und ein süßer, stiller Frieden Kehret bei mir ein. Du hast mich hieher beschieden, Um bei dir zu sein. 2. Im alltäglichen Gewirre, In dem Weltgewühl, Da geht meine Seele irre, Täuscht sich mein Gefühl; - 336 Mich erfüllet die Begierde Nach dem Erdentand; Und des Menschen wahre Zierde Wird von mir verkannt. 3. Sorge, meinen Leib zu nähren, Låsset mich nicht ruh'n, Läßt mich dein Gebot nicht hören, Und darnach nicht thun; Und so deine hohe Gnade Segen mir verleiht, Locket auf der Thorheit Pfade Mich die Eitelkeit. 4. Wie soll ich dem Netz entrinnen? Wie dem Feind entgeh'n? Und wo soll ich Kraft gewinner, Fest vor dir zu steh'n? Hier, in heil'ger Undacht Stille, Wo dein Wort mich lehrt, Fühl ich deines Segens Fülle, Die mir Kraft gewährt. 5. Hier, wo sich mein Herz erweitert, Dich zu preisen, Herr! Wird die Seele auch geläutert, Deiner würdiger. Drücken Sorgen mich und Sünden, Wird mein Herz zu voll: Weiß ich diesen Ort zu finden, Dann ist mir schon wohl. 6. Uns vom Untergang zu retten Sandtest du dein Licht, Deine heil'gen Undachtstätten Führen uns zur Pflicht. Deine Ruhetage zeigen Uns des Lebens Ziel, Wo der Erde Sorgen schweigen Und der Erde Spiel. 337 273. Mel. Sie haben mich gedränget. 1. Soul Gott denn hier nur wohnen? Der Tempel seine Welt? Soll Gott denn da nur thronen, Wo wir den Thron gestellt? 2. Nein, wo zu ihm ich bete, Vernimmt der Herr mein Fleh'n; Ruf' ich ihm frühe, spåte, Sein Geist soll mich umweh'n! 3. Sein Tempel steht gegründet In meinem stillen Zelt; Wo rein das Herz er findet, Das Opfer ihm gefällt. 4. In dieses Tempels Mitte Fleh' ich, Gott! rein und wahr- Hörst du die fromme Bitte; Mein Herz ist dein Altar. 5. Es schlägt dir laut entgegen O heil'ger Orgelton! Ich fühle deinen Segen, Und im Gebet den Lohn. 6. Drum in des Hauses Stille Such' ich dein Angesicht; Gott, deiner Gnaden Fülle Entzeuch' dem Kinde nicht! C 274. Eigene Melodie. 1. Im Hause Gottes wird mir so wohl, So wohl im Heiligthume; Die Welt ist Gottes Größe voll, Und spricht von seinem Ruhme. 15 338 Wie freuet sich das Herz in mir, STE Zu preisen ihn in Liedern hier! Im Hause Gottes wird mir so wohl, So wohl im Heiligthume. 2. Im Schuß des Höchsten ist mir so wohl, In seiner Flügel Schatten. Was über mich auch kommen soll Du wirst es nur gestatten, Wenn es zu meinem Heile führt. Denn nur dein Wille, Herr! regiert. Im Schuß des Höchsten ist mir so wohl, In seiner Flügel Schatten. 3. Im Schooß der Vorsicht ruht sich's so wohl, Denn Vaters Augen wachen; Nicht sorg' ich drum, wohin ich soll, Gott, hoff' ich, wird's wohl machen. Und wall' ich auch in's Schattenland, Auch dort beschützt mich seine Hand. Im Schooß der Vorsicht ruht sich's so wohl, Denn Vaters Augen wachen. II. Andach t. 275. mel. Unbetend schau'n wir zu dir auf. Wie bebt vor Wonne meine Brust! 1. Vom Auge rollt die Zähre Der innern seelenvollen Luft, Blick ich zur Himmelssphäre, Die Gottes Herrlichkeit enthüllt; Mit einem ganzen Himmel füllt Mich diese Feierstunde. 2. Zur Gottheit schwingt die Seele sich Auf Flügeln der Gedanken. O war ich frei! o drångten mich Nicht mehr der Erde Schranken! 339 Dort wohnet Friede, dort ist Ruh'. Stadt Gottes, still und groß bist du! Dich werd' ich einst durchwandern. 3. Schon hier faßt mich ein heilig Grau'n, Dem Herrn der Welt zu feiern; Einst werd' ich größ're Wunder schau'n, Die glorreich sich entschleiern. Hier seh' ich Funken, Sterne nur; Dort eine ganze Sonnenflur, Bewohnt von höhern Geistern. 4. Viel Tausende, nicht mehr vom Sinn Der Sterblichkeit umfangen, Sind frei geworden, sind dahin Zur Sonnenflur gegangen. Mein Geist, berufen bist auch du, Berufen zu der heil'gen Ruh' Der großen Sabbathfeier. 276. Eigene Melodie. err, zu deines heil'gen Tempels Hallen, Wo die Undacht dir ihr Opfer bringt, Dankerfüllte vor dir niederfallen, Ehrfurcht feierlich dir Psalmen singt: Komm' auch ich, dich findlich zu verehren, Stärkung für die Seele zu empfah'n, Tröstungen aus deinem Wort zu hören, Und mich ehrfurchtsvoll, Gott, dir zu nah'n. 2. Wonneschauer müssen mich durchbeben, Wenn mein Geist sich dir in Andacht naht; Freier sich zum hellen Licht erheben Von dem nachtumhüllten Lebenspfad. Uch, umsonst in diesem Thrånenthale Schmachtete mein Geist nach hellerm Licht, Strömte aus der Undacht Segensmahle Mir nicht Ruhe, Trost und Zuversicht. 15* - 340 3. Herr, ich nahe deinem Heiligthume, Wo der Wahrheit reine Quelle fleußt, Wo zu deines großen Namens Ruhme Sich das Herz in Lob und Dank ergeußt. Tief empfind' ich deine Vatergüte, Wie du Allen, Allen wohlgethan, Und mit kindlich dankendem Gemüthe Bet' ich dich, o Menschenvater! an. 4. Freundlich biet' ich dann voll reiner Triebe Selbst der Unversöhnlichkeit die Hand, Und mein Herz, erwärmt von Bruderliebe, Knüpfet fester jedes Friedensband. Ja, in deines Tempels stillen Hallen Stehet Keiner, der verlassen weint; Hier, wo fromme Jubellieder schallen, Wohnt nur Liebe, giebt es keinen Feind. 5. Ach, wie arm ist der an Himmelsfreuden, Dessen Herz zu dir sich niemals schwang, Nie dir klagte seine stillen Leiden, Nie aus deines Trostes Kelche trank! Gleich dem Pilger, dem am Meergestade In der Nacht entsinkt der Wanderstab, Wankt er ohne Führer seine Pfade, Stürzet rettungslos in's dústre Grab. 6. Laß mich oft zu deinem Tempel wallen, Dort zu fühlen meiner Menschheit Glück; Oft anbetend vor dir niederfallen, Sei's in Freude, sei's im Mißgeschick. O dann werd' ich, Gott, von dir geleitet, Muthig durch das Erdenleben geh'n; Hier im Heiligthume vorbereitet, Würdig einst an deinem Throne steh'n. 341 277. Eigene Melodie. 1. Wenn der Mensch vor Gott sich beugt, Ganz sich ihm die Seele neigt, Und im innigen Gebet, Heil vom Vater sich erfleht: - - Ist sogleich, wie es geschah, Die Erhörung auch ihm nah'; Augenblicklich Trost und Ruh' Wehet Gottes Geist ihm zu. 2. Und des Himmels heil'ge Lust Fühlt der Beter in der Brust. Weilest du an Gottes Thron: Im Gebete ruht der Lohn. Darum, tiefbewegtes Herz, Wende dich beim Erdenschmerz, Der oft trübt die Lebensbahn, Fest vertrauend himmelan! 3. Hast du noch zum Beten Muth, Ist dir, was du bittest, gut, Bist du von Verbrechen frei, Fühlst du ob dem Fehler Reu': O so bau' auf Gottes Huld, Seine Langmuth und Geduld! Gottes Güte, Lieb' und Treu' Ist an jedem Morgen neu. 278. Eigene Melodie. 1. Wenn auf nachtumhülltem Wege Angst und Bangen mich ergreifen, Und des Unglücks harte Schläge Ueber meinem Haupt sich häufen: Fleht mein Geist, o Gott, zu dir, Und du schenkst Erhörung mir. 342 - 2. Fühl' mein Herz ich ängstlich schlagen, Bange Ahnung mich erfüllet, Und der Wehmuth bittre Klagen Keines Freundes Liebe stillet: Herr, dann tret' ich hin zu dir, Und du reichest Lind'rung mir. 3. Werd' ich von der Noth gedrücket, Daß mir Alles, Alles fehlet, Und so weit das Auge blicket, Feindlich mich das Leben quålet: Schau' ich, Vater, auf zu dir, Und du sendest Hülfe mir. 4. Fesseln mich des Körpers Leiden Un die sieche Lagerståtte; Schwinden alle Lebensfreuden, Zeigt sich keiner, der mich rette: Klag' ich meine Leiden dir, Und du schickst Genesung mir. 5. Hatte mich der Wahn beschlichen, Dein Gebot zu übertreten, War die Luft gar bald gewichen; Konnt' ich dann nur brünstig beten Mit bethråntem Reueblick: Kehrte Ruhe mir zurück. 6. Nie war mein Gebet vergebens, Wenn ich mich zu dir gewendet; In den Nöthen meines Lebens Hast du stets mir Trost gesendet. Deffnet dir sich meine Brust, Wandelt sich der Schmerz in Lust. 279. Mel. Unbetend schau'n wir zu dir auf. 1. In deine Stille fliehe ich, Du, mein verborg'nes Leben, 343 So oft ich ungestörter mich Zum Vater will erheben. Wie mir das Wort des Herrn gebeut, Geh' ich in meine Einsamkeit - Und schmecke Himmelsfreuden. 2. Ich folge meiner Liebe Ruf, Die mich zum Vater führet, Der mir so hohe Freude schuf, Die mich zu Thränen rühret, Wenn sich mein Geist zu ihm erhebt, Und noch einmal das Leben lebt, Das er mir hat gegeben. 3. Und nicht nur die Vergangenheit Geht meinem Geist vorüber, Ich blick auch in die künft'ge Zeit, Und schwinge mich hinüber In jenes mir verheiß'ne Land, Wohin mich seine Vaterhand Durch dieses Leben leitet. 4. Die ganze Welt flieht um mich her, Es weichen alle Schranken; Die ganze Seele füllet er Shu Mit göttlichen Gedanken. Ihn denk ich, der mein Alles ist, Und seines Kindes nie vergißt, So denk' ich meinen Himmel. 5. Zwar schüchtern ist gar oft mein Blick, Ich denk auch meiner Sünden; Doch kehrt die Ruhe bald zurück, Er läßt mich Gnade finden. Kaum hab' ich meine Schuld beweint, Vergiebt sein Herz, und er erscheint Mir ganz als Vater wieder. 6. Und wach' mit meinem Erdenschmerz Ich düster auf am Morgen: -- 344 So werfe auf das Vaterherz Ich alle meine Sorgen. Er schaut in die Verborgenheit Und wendet still des Kindes Leid Und zählet seine Thränen. 7. Und wenn der Abend naht heran Und ich mein Werk vollendet, Und weiß, daß Gutes ich gethan: Wie froh, wie glücklich endet Sich dieser Theil der Prüfungszeit, Als Aussaat für die Ewigkeit! Der Vater sieht sie keimen. 8. Nicht frage ich nach Erdenlohn In meines Vaters Nähe, Wo ich im treuen Herzen schon Den Himmel dåmmern sehe. Denn er o welche Gütigkeit! Will nach dem Laufe dieser Zeit, Mir liebevoll vergelten. 1 9. Und viele reine Freuden blüh'n Mir hier am Pilgerstege. Die Meinen, froh durch mein Bemüh'n, Sie wandeln Gottes Wege. Auch sie dank ich, mein Vater, dir. Und welche Hoffnung! du hast mir Auf ewig sie gegeben. 10. O des Gebetes Seligkeit, Wie preif' ich deine Stille! Die Ernte meiner Prüfungszeit Nehm' ich von deiner Fülle. Du machst mich stark zum Prüfungsgang, Entflammest mich zum Thatendrang, Denn du lehrst göttlich wandeln. 345 280, Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Du, Herr, liebst Alle; Alle find die Deinen; Von Keinem wendest du dein Angesicht. Auch den Bekümmerten, die schmerzvoll weinen, Beigst, in des Jammers Nächten, du dein Licht. 11 - 2. Dem Glücklichen reichst du der Erde Gaben, Durch Freude ziehst du ihn zur äußern Welt, Und suchst sein Herz zu stärken und zu laben Durch Sinnenreiz, den du ihm beigesellt. 3. Dich findet er, wenn die gelung'nen Werke, Wie reife Nehren seinen Blick erfreu'n, Und wieder schöpft er Muth und wieder Stärke, Sieht heiter sich des Lebens Spiel erneu'n. 4. Doch mehr noch haft den Herzen du beschieden, Die, von dem Schmerz verwundet, zu dir fleh'n; In ihre stille Welt senkst du den Frieden, Auf daß im Glanze deine Huld sie seh'n. 5. Du lenkest aus dem bunten Weltgewühle Den Sinn zurück in ihres Herzens Raum, Und weckst in ihnen selige Gefühle Der künft'gen Wonne nach des Lebens Traum. 6. So nimmst du zwar durch Schmerz und Leid den Deinen Die schöne Welt mit ihrer Freud' und Lust;. Doch läsfest du durch Kummers Thränen scheinen Des Himmels Klarheit in des Menschen Brust. 7. Mag auch die Welt mit ihrem Glück uns schwinden Dich, dich umfassen, Herr und Vater, wir; In Undacht, Liebe und Vertrauen finden Wir Alle doch den rechten Pfad zu dir. 8. Ja Alle, Alle sind schon hier die Deinen, Die deinem Thron, Allliebender, sich nah'n Mit frommen Sinn, ob auch fie trauernd weinen, Und einsam gehen ihre dunkle Bahn. - 346 9. So führst du weise deiner Kinder Leben Auf Wegen, bald des Lichtes, bald der Nacht; Doch Freuden hast du Allen mild gegeben, Dem Trauernden, wie dem, deß Auge lacht. - III. Lob-, Dank-, Sieges- und Friedenslieder. 281. Eigene Melodie. 1. Wir loben dich, o Gott der Gnade, Der keines Menschen je vergißt; Der auf des Lebens dunklem Pfade Ein leitend Licht dem Pilger ist. Wie auch die Erdenfeste wanke- Du bleibest unser Lichtgedanke: Wir loben dich! 2. Wir preisen dich, allheilig Wesen! Deß Wege lauter Liebe sind; Du hast zum Heil uns All' erlesen, Verläsfest nicht dein leidend Kind. Mag denn der Erdenglanz entfliehen! Du willst uns liebend hier erziehen Wir preisen dich! 3. Wir huld'gen dir, du Weltregierer! Du beugst des Uebermüth'gen Haupt; Doch bist du Helfer dem und Führer, Der trauend deinem Worte glaubt. Kein Heil im Himmel, keins auf Erden Kann ohne dich, o Gott, uns werden Wir huld'gen dir! 4. Wir lieben dich mit ganzem Herzen, Mit ganzer Seele sind wir dein! Wir lieben dich in bittern Schmerzen, Und in des Glückes Sonnenschein. - O du, der huldvoll auf uns blicket, Und våterlich uns stets beglücket Wir lieben dich! 5. Wir folgen freudig deinem Willen Und wollen deinem Dienst uns weih'n; Getreu, was du gebeutst, erfüllen," Du selbst sollst unser Vorbild sein. So schwanke denn die Lebenswelle! Du bist uns, Gott, des Lebens Quelle Wir folgen dir! 282.( pf. 148.) Mel. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir. 1. Preis sei dem Gotte Zebaoth! Ihr Himmel, lobet unsern Gott! Und was in seinen Höhen wohnt, Lob' ihn, der in der Höhe thront! e 2. Euch, Engel Gottes, euch geziemt - Des Schöpfers Lob! Ihn preis't, ihn rühmt Ihr, welche kein Erschaff'ner zählt, Ihr Heere, die nur er beseelt! 3. Erheb', o Sonne, seine Macht! Ihr hellen Leuchten in der Nacht, Du Mond, ihr Sterne, preis't den Herrn! Der höchste Himmel lob' ihn gern! 4. Preis't ihn, ihr Wasser in den Höh'n, Die über uns am Himmel steh'n! Was ist und lebt, preis' unsern Gott! Ihr wurdet, als er es gebot. 5. Es rühme, was erschaffen ist, Die Huld des Herrn! Was er beschließt, Bleibt ewig unverändert steh'n, Und muß nach seiner Ordnung geh'n. 348 6. Ihn preise, was die Erde trågt, Was sich in allen Tiefen regt! Ihn lob' der Wallfisch in der See, Ihn Feuer, Hagel, Dampf und Schnee! - - 7. Der Sturmwind, der auf sein Geheiß Bald schreckt, bald wohlthut, sei sein Preis! Der Berge und der Hügel Höh'n, Die Bäume, die voll Früchte steh'n. 8. Die Eederwälder und ihr Wild; Was Felder, was die Luft erfüllt; Der Wurm, der Vogel, Alles sei Dem Preise seines Gottes treu! 9. Der König und der Unterthan, 1, Der Fürst, der Richter bet' ihn an! Des Jünglings und der Jungfrau Preis Verehr' ihn! Lobt ihn, Mann und Greis! 10. Eu'r Uller Lob sei Gott geweiht! Singt Alle seine Herrlichkeit, Und seines Namens Majestät, Die über Erd' und Himmel geht! 283.( pf. 67.) Mel. Unbetend schau'n wir zu dir auf. Sei gnädig uns, o Gott und Herr, Und schenk' uns deinen Segen; Es leucht' uns immer freundlicher Dein Angesicht entgegen; Daß wir erkennen deinen Rath, Der uns bisher geleitet hat, Dir huldigen die Völker. 2. Es jauchzet dir der Erde Kreis, Daß du nach Recht gerichtet; Die Volker jubeln deinen Preis, Daß Bosheit du vernichtet. 349 Ja, tief im Staube preisen wir, Gott, deine Wege, danken dir, Du König aller Reiche! --3. Erhalt uns Frieden und Gedeih'n, Gieb Fruchtbarkeit der Erde; Laß Alle sich dem Guten weih'n, Damit es besser werde. O segne uns, Herr, unser Gott! Nur dich, den Ew'gen Zebaoth, Muß alle Welt verehren. 284.( Nach Pf. 85.) Eigene Melodie. Wie 1. Sie gnädig warst du vormals deinem Lande, O Herr! wir waren frei von Noth und Schande; Du schontest deines Volks mit Baterhuld; Vergabst die Sünden, decktest unsre Schuld. 2. Hilf uns auch jest! Laß wegen unsrer Sünden Uns deinen Ernst nicht allzu hart empfinden! Wenn wir zu dir voll Reu' und Demuth flieh'n, Wirst du uns nimmer deine Huld entzieh'n. 3. Es fehr' uns bald zurück dein Trost und Segen, Daß wir, dein Volk, in dir uns freuen mögen. Gott! laß uns leben und dein Untlig seh'n, Sei gnädig, hilf uns, ehe wir vergeh'n. 4. Triumph, der Herr will wieder uns erheben, Sein Mund verheißet Frieden uns und Leben, Die er verleiht, wenn wir sein würdig sind, Und unser Herz nicht Thorheit lieb gewinnt. 5. Geflügelt naht sein Heil sich seinen Knechten, Die Ehre wohnt im Lande der Gerechten, Und Lieb' und Treu' umfah'n sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Frieden küssen sich. 350 6. Die Wahrheit kommt und blüht auf Erden wieder, Die Gnade sieht mit Lust vom Himmel nieder, Und segnet Gottes Volk, das ihm sich weiht, Thut, was er liebt, und seines Heils sich freut. www.m 7. Der Herr wird unserm Lande Gutes geben; Es bringet reiche Frucht, und Huld und Leben Zieh'n vor ihm her. Der Herr betritt den Pfad, Auf welchem er mit Baterhuld uns naht. 285( pf. 116.) Mel. Danket dem Herrn 2c. 1. Wie lieb ist mir's, daß Gott zu meinem Schrei'n Sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen Im Himmel hört! In allen meinen Tagen Soll mein Gebet nur ihm geweihet sein. 2. Schon überall um mich war nichts als Tod; Schon hatte mich des Grabes Angst umgeben; Kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben; Tief sank ich hin in Traurigkeit und Noth. 3. Da rief ich Gottes heil'gen Namen: Uch, Herr, mein Gott, mich rette, mich behüte Dein starker Arm! Er that's, er ist voll Güte, Barmherzig und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, Wenn ich voll Ungst und fast verzehrt mich quale. Zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, Denn wie viel Gutes thut der Herr an dir!. 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, Mein Aug' von Thränen, meinen Fuß vom Fallen; Ich will vor dir im Land des Lebens wallen, Ein Herold deiner Huld und deiner Treu'. 351 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt. 3war litt ich sehr, viel waren meine Plagen; Doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, wenn der Mensch auch trügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! Was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, Ihm, der so gnådig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöh'n, Die Wunder rühmen, die an mir geschehen; Bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, Was ihm mein Herz gelobte bei dem Fleh'n. 9. Herr, öffentlich in deinem Heiligthum Will ich dich loben. Durch des Tempels Hallen Soll mein Gesang, soll, Gott! mein Dank erschallen; Da sing' ich: Hallelujah! dir sei Ruhm! 286. Eigene Melodie. Durch die Wolken bricht die Sonne, Auf die Trauer folgt die Wonne, Auf die Zeit der Klage Folgen Freudentage. So sind wir von Gott geliebt, Daß er uns durch Zücht'gung übt, Dann uns wieder Freude giebt. 2. Uch! wir sorgten, unsre Sünden Ließen Gottes Huld entschwinden, Gott erhör' im Grimme Nicht der Wehmuth Stimme Nimmer schauen wir das Licht, Gott verberge sein Gesicht, Merkt auf unsre Klage nicht. - POR 352 3. Uber seine Vatertreue Zeigt sich freundlich uns auf's Neue, Schenkt uns neues Hoffen. Was uns auch betroffen, Nun sind wir mit Gott versöhnt, Und mit Gnade wird gekrönt, Wer verloren sich gewähnt. 4. Herr, du zürnst- es wanken Sonnen, Wie im Nu sind sie zerronnen! Berg und Fels zersplittert Und der Erdball zittert! Könnte da der Mensch besteh'n, Müßt' er nicht zu Grunde geh'n, Wolltest du auf Sünden seh'n? 5. Aber auch im Schreckensbilde Zeigst du deine Vatermilde; Du strafft unsre Sünde Sanft nur und gelinde, Uebst des treuen Vaters Zucht, Die, der reinsten Liebe Frucht, Nur des Kindes Beff'rung sucht. 6. Herr, in Freuden und in Schmerzen Wohne du in unserm Herzen, Daß von deinen Wegen Wir nicht weichen mögen. Wollen Sünden uns umfah'n, Scheuche deine Zucht den Wahn, Führ' uns auf der Tugend Bahn! 7. Du kannst tödten und beleben, Niederbeugen und erheben, Schmerzen uns ertheilen, Und sie wieder heilen. Dir sei Dank, daß du uns liebst, Uns durch deine Zücht'gung übst, Und uns wieder Freude giebst. - 353 287. Eigene Melodie. 1. Des Kampfes Herr ist unser Gott, Des Kampfes Herr, o Gott, bist du! Du rettest uns, Herr Zebaoth! Verleihest deinem Volke Ruh'. Du standest schirmend uns zur Seite Sonst waren wir des Todes Beute. 2. Was frommet selbst der kühnste Muth, Bist du, o Gott! nicht unser Schild? — Du dampfest, Herr! der Schlachten Gluth, Die Gluth, die Feindes Busen füllt. Nicht weiter! rufest du dem Meere Der wildbewegten Kriegesheere. 3. Und flösse stromweis' unser Blut Für das geliebte Vaterland: Ach! schirmen nicht in Sturmesfluth Kann ja des Menschen schwache Hand. Von Schmach kannst du, o Gott nur retten; Nur du zerbrichst der Knechtschaft Ketten. 4 Triumph! Triumph! es ist gescheh'n! Wir leben, athmen, wirken frei; Des Friedens Palmen um uns weh'n, Das Leben grünt und blüht uns neu. Verstummt sind alle Kriegeslieder, Und Feinde wandeln sich in Brüder. 5. Nicht mehr entblößet ist das Schwert, Kein Kriegesdonner stürmend rollt, Und ruhig bei der Våter Heerd Kein Herz dem Herzen tückisch grollt; Der Himmel spendet reichen Segen, Bringt uns den Friedensgruß entgegen. 6. Friede, köstlich Himmelsgut, Gefesselt bleib' an's Vaterland! 354 Errungen durch so theures Blut, Zerreiße nie, geheiligt Band! Der Friede schaffet in den Höhen, O Gott, erhöre unser Flehen!- 288. Eigene Melodie. 1. Hallelujah! 2. Hallelujah! - So singet unserm Gott, dem Herrn! Erhebet ihn von nah und fern Mit Lobgesängen heut! Vom Aufgang bis zum Niedergang, Ertine seines Ruhmes Sang, Sei er gebenedeit! - Wer ist so groß, wie unser Gott, Ein Retter in Gefahr und Noth? 3. Hallelujah! 4. Hallelujah! Er hat so groß an uns gethan, Er leuchtete zur Siegesbahn, Als heiliges Panier. Er fuhr wie Wetterwolk einher, Auf seiner Feinde freches Heer Gerettet waren wir! Sein Nam' ist: Ewiger! Dem Schwachen wird er Schirm und Schuß, Dem Frevler bricht er Muth und Truß: Gott ist des Streites Herr! Hallelujah! si 10 Unzählig war der Schaaren Troß, Zu Fuß, zu Wagen und zu Roß, Doch wir vertrauten Gott. Sie stürzten, mußten untergeh'n, Wir blieben aufgerichtet steh'n, Uns half Gott Zebaoth. Hallelujah! t Hallelujah! Hallelujah! 5. Hallelujah! - 355 - Verherrlicht strahlt er uns, ein Schild, Der Sonne gleich, des Segens Bild, Auf seine That herab; Wir freu'n uns sein, mit Sieg gekrönt, Den Feinden lächelt er versöhnt Und mild durch's dunkle Grab. 1. Hallelujah! 19 6. Hallelujah! So singt dem Herrn, er hat's vollbracht! Sein ist der Sieg, sein ist die Macht In alle Ewigkeit. Auf Erden und im Himmelreich Ist Niemand ihm an Größe gleich; Er sei gebenedei't! Hallelujah! IV. Bitten. ( Um Frieden, Regen, Abwendung allgemeiner Noth.) 289. Mel. Uch, des Lebens Blüthen fallen. Aus des Herzens tiefstem Grunde Steigt mein Fleh'n zu dir empor, Herr, in dieser ernsten Stunde; Neig', Erbarmer, mir dein Ohr! 2. Deffne des Erbarmens Pforte, Bater, sei dem Kinde nah'! Ach! es sind nur schwache Worte, Doch du schaust die Herzen ja. 3. Du vernimmst des Herzens Sehnen, Das in Demuth sich dir neigt; Trocknest väterlich die Thränen, Wenn auch still die Lippe schweigt. he Gelt 10 356 4. Nimm den Ton aus meinem Munde Als ein frommes Opfer an; Herr, ich fleh' aus Herzens Grunde: Herr, laß mir Erhörung nah'n! — 290. Mel. Ich glaub' an Gott, den Schöpfer 2. 1. Allmächtiger, der hoch und heilig thronet, Und auf die Erd' und ihre Kinder sieht, Und bei Gebeugten und Bedrückten wohnet, Zu trösten das verzagende Gemüth: Auch ich, ich nah' mit herzlichem Gebete In Ehrfurcht dieser heil'gen Andachtstätte, Mit kindlicher und frommer Zuversicht, Und du, mein Gott und Herr, verwirfst mich nicht! 2. Ich bitte nicht um Güter dieser Erde, Um Reichthum nicht und irdischen Gewinn; Ob Vieles mir, ob Weniges mir werde, Was du mir giebst, es reichet für mich hin. Doch Reichthum an Erkenntniß, Herr, verleihe! Daß ich das Gute wähle, Böses scheue, Daß ich erkenne deine Weisheit, deine Huld, Und meine Schwäche, meiner Sünden Schuld. 3. Ich flehe nicht um Würden und um Ehren; Mein Herz, es hånget nicht an eitlem Ruhm; Und gerne will ich allen Glanz entbehren, Ist nur ein guter Ruf mein Eigenthum. Mein Ruhm sei, daß du, heil'ges, ein'ges Wesen! Mich Schwachen haft zu deinem Dienst erlesen; Mein Stolz sei, ihn getreulich zu verseh'n, Und als ein treuer Knecht dir nah' zu steh'n. 4. Ich fleh' auch nicht, o Gott, um langes Leben; Genug, du kennst die Dauer meiner Zeit. Dir hab' ich Leib und Seele hingegeben, Bin deinem Ruf zu folgen stets bereit. 357 Doch wolle, daß die Zeit, die ich verlebe, Nicht ungenußt, nicht thatenlos entschwebe, Und daß ich einst, geläutert durch dein Wort, Hier ruhig sterbe, selig lebe dort. 1. 2. 3. 4. 5. 6. - - 291. Eigene Melodie. Du dir, der in den Höh'n Hoch über Wolken wohnet, Im reinsten Himmelslichte thronet, Dringt meiner Seele heißes Fleh'n. Nur dir gehört mein Herz; Ich will nicht von dir wanken. Wie auch mein Loos dir will ich danken, In jeder Lust, in jedem Schmerz. - Laß von der Bahn der Pflicht Hienieden nie mich weichen; Lehr' mich der Tugend Ziel erreichen; Erleuchte mich mit deinem Licht! Laß nie den Nächsten mich Verfolgen und betrüben; Den Bruder, wie mich selbst zu lieben, Sei mein Bestreben ewiglich. Daß bis zum kühlen Grab Mein kurzes Erdenleben In Reinheit möge mir entschweben, Gieb Kraft von oben mir herab! Und wenn mein Ende naht, So laß mich mit Vertrauen Dem Engel froh in's Untlig schauen, Der hin zu dir mich führt den Pfad. - 358 292. Mel. Uuf und jauchze, meine Seele. 1. Gott, erhöre meine Bitte, Wenn ich brünstig zu dir fleh'; Schirme meines Fußes Tritte, Daß ich fest und sicher steh'. Nicht verlang' ich eitlen Ruhm Tugend sei mein Eigenthum. 2. Schenke meinem Herzen Frieden, Lautre, Gott! mein Pflichtgefühl; Und so lang' ich wall' hienieden, Sei mir Tugend höchstes Ziel. Lieblich blüht des Lebens Kranz, Leuchtet mir ihr Himmelsglanz. 3. Weisheit, so die Frommen achten, Weisheit gieb mir und Verstand; Nicht mag ich nach Schäßen, trachten, Nach des Staubes eitlem Tand. Thoren messen ihr Geschick Nur nach flücht'gem Erdenglück. 4. Das, was deine Huld gewähret, Sei willkommen mir und werth; Ist kein Reichthum mir bescheret, Sei dein Wille doch verehrt. Was aus deiner Hand mir kommt Segen ist es, der mir frommt. 5. Lenke gnådig meinen Willen, Dir, o Gott! getreu zu sein. Gerne wall' ich dann im Stillen Frage nicht nach Glanz und Schein. Wohnest du in meiner Brust- Hab' ich Frieden, Herzenslust. - 15 359 293. Mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Ew'ger! den ich Bater nenne, Schöpfer meiner Lebenszeit! Gott, voll unbegrenzter Milde, Quell der Lust und Seligkeit! 2. Gnådig hast du mich geleitet Von der Wiege bis zum Heut, Mit so viel und großer Wohlthat Meiner Jugend Pfad bestreut. M 3. In dem raschen Lauf der Jahre Wahrtest du mich vor dem Fall; Wohin ich nur strebte, fand ich Deine Treue überall. 4. Bis hieher hast du geholfen Mir auf dieses Lebens Pfad; Gnädig hast du wir gewähret Das auch, was ich nicht erbat. 6. Dir nur will ich angehören # 31 5. Hier steh' ich vor deinem Throne, Und mein Flehen dringt hinauf: Wenn auch Alle mich verlassen, Nimm, o Herr, nimm du mich auf! Meines Lebens künft'ge Zeit, Die aus deiner Hand mir kommt; Deinem Dienst sei sie geweiht! SI 7. Herr! du kennest meinen Willen, Und mein Geist ist dir bewußt; Offen liegt vor deinen Blicken Jede Regung meiner Brust. 8. Nicht verlang' ich flücht'ge Schäße, Nicht erfleh' ich eitlen Ruhm; Deine Liebe sei das Höchste, Sei in mir das Heiligthum. 360 9. Diesem Kleinod nachzuringen Ist des Strebens werth genug; Dir, Allmächt'ger, dir zu dienen Ist des Menschen höchster Schmuck. 10. Segne, Vater, dieses Streben, Nach des Glaubens lichten Höh'n; Dieses Ziel einst zu erreichen, Macht das Leben mir so schön. 11. Aus den Höhen sende Hülfe, Hülfe kommt von dir allein; Laß den Saamen, den ich streue, Reifen und zur Frucht gedeih'n. 12. Frucht für künft'ge Freudenernten, Nahrung für die Ewigkeit, Die mich hier mit Hoffnung labe, Und einst dort mit Seligkeit. 13. Vater! du wirst mich erhören, Auf dich will ich fest vertrau'n! Diese Hoffnung ist mein Leben, Diese Hoffnung laß mich schau'n! 294. Mel. Gott, meine ganze Seele. 1. Von reiner Lieb' erfüllet Erschein' ich, Vater, hier; i Der Dank, der mir entquillet, Steigt freudig auf zu dir. Nimm meines Herzens Triebe, Nimm, was ich geben kann! Du, als ein Gott der Liebe, Horst gern den Beter an. 2. Du hast, o Herr, mein Leben Durch Freuden oft erhellt; Du wirst auch ferner geben, Was in der Welt mir fehlt. 361 In deiner Allmacht Hånde Leg' ich getrost mein Glück, Und flehe nur: Vollende, Wie du willst, mein Geschick! 295. Pf. 25.) Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Nach dir, o Herr, verlanget meine Seele, Und meine Hoffnung steht allein auf dir! Du siehst es, wenn ich strauchle, wenn ich fehle; Denn dein allsehend Aug' ist über mir. 2. Olehre mich die rechten Wege wandeln, Zeig' mir den Pfad, den ich betreten soll! In deiner Wahrheit laß mich denken, handeln; Und recht zu thun sei meiner Liebe Zoll! 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, Und meiner Uebertretung denke nicht, Barmherziger! O leite mich zur Tugend, Durch deine Liebe leite mich zur Pflicht! 4. Gott ist gerecht und gut, er unterrichtet Die Sünder, die auf falschen Wegen geh'n; Und wer ihm treu im Herzen sich verpflichtet, Den läßt er selbst im Sturm nicht untergeh'n. 5. Der Herr ist gnädig denen, die ihn fürchten, Und sein Geheimniß thut er ihnen kund; Und die getreu der Wahrheit sich verbürgten, Die läßt er wissen seinen heil'gen Bund. 6. 3u ihm hinauf mit hoffnungsvollen Blicken Schau' ich, verwerfer wird er ja mich nicht; Er wird die Fesseln lösen, die mich drücken Und hindern an der Uebung meiner Pflicht. 7. sei mir gnädig, wende dein Erbarmen 3u mir, der ohne dich verlassen ist! Umfasse mich mit deinen Vaterarmen, Der du mein Tröster, mein Errettet bist! 16 362 8. Bewahre meine Seele vor dem Bösen, Laß dir gefällig meinen Wandel sein! Einst wirst du mich von aller Noth erlösen, Und freudig geh' ich dann zum Himmel ein. - - 296. Eigene Melodie 1. Sieb Frieden, Herr, in unsern Tagen Dem theuern deutschen Vaterland! Beschüß es, Herr, vor Noth und Plagen, Vor äußerm und vor inn'rem Feind, Vor Aufruhr und vor falschem Freund! Beschirmend walte deine Hand: Gieb Frieden, Herr, dem Vaterland! 2. Gieb Frieden, Herr, in unsern Tagen Dem weit zerstreuten Israel! Die Wunden, die du ihm geschlagen, Als Strafen seiner schweren Schuld, Oheile sie durch deine Huld! Nach langem Dunkel werd' es hell: Gieb Frieden über Israel! 3. Gieb Frieden, Herr, in unsern Tagen, Gieb Frieden deiner Menschenwelt! Des Bruders Fehler zu ertragen Und ihm mit Nachsicht zu verzeih'n, Dies präge jedem Herzen ein! Gott, dem die Eintracht nur gefällt, Gieb Frieden deiner Menschenwelt! 4. Gieb Frieden, Herr, in unsern Tagen In unsres Hauses stillem Kreis! Nie moge Neid und Zwietracht nagen Um unzerstörbar starken Band, Das fest Natur und Liebe wand. Dem Mann, dem Weib, dem Kind und Greis- Gieb Frieden in des Hauses Kreis! 363 5. Gieb Frieden, Herr, in unsern Tagen, Gieb deinen Frieden unsrer Brust, Daß froh des Lebens Last wir tragen Bei einem Wandel, fromm und rein, Um deines Namens werth zu sein. In Freud' und Leid, in Schmerz und Lust, Gieb- deinen Frieden unsrer Brust! - - 297.( Pf. 86.) Eigene Melodie 1. Herr, mein Gott! mit jedem Tage Ruf' ich, höre meine Klage, Schenke neue Freude mir; Denn mein Herz verlangt nach dir. Du bist gütig, zeigst an Allen, Die dir fleh'n, dein Wohlgefallen; Ach! vernimm auch mein Gebet, Hôre, wie mein Herz dir fleht! 2. In des Leidens bangen Tagen, Wenn mich Feind' und Elend plagen, Ruf' ich nur zu dir, mein Gott Schnell verschwindet meine Noth. Eitel ist die Macht der Götter, Du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! Wo find Werke, deinen gleich? 3. Herr! Es werden alle Heiden, Die du schufest, einst mit Freuden Zu dir nah'n, und sich allein Deinem Dienst und Ruhme weih'n. Dir ist Niemand zu vergleichen; Du bist groß, thust Wunderzeichen; Du bist Gott, und keiner mehr; Dir gebühret Preis und Ehr'! 16* 364 4. Lehre, Herr! mir deine Wege, Daß ich richtig wandeln möge; Laß zu deiner Furcht allein, Alles in mir einig sein. Ewig dankt dir mein Gemüthe; Herzlich rühm' ich deine Güte; Die mich aus der Finsterniß, Aus dem tiefsten Grabe riß. - — 5. Stolze haben mich umgeben; Mächt'ge drohen meinem Leben; Drohen kühn und scheuen nicht Dein allsehend Angesicht. Aber du bist ganz Erbarmen, Ein Verschoner, mild dem Armen, Treu den Frommen, voll Geduld; Ewig groß ist deine Huld. 1. 6. Schüße mich durch deine Rechte; Hilf, Erbarmer! deinem Knechte, Hilf dem Sohne deiner Magd, Der sein Leiden dir nur klagt. Laß ein Zeichen doch geschehen, Und die Hasser schamroth sehen, Gott! der du mein Retter bist, Daß dein Knecht dir theuer ist. He 298. Eigene Melodie. Tret' ich, o Gott! vor deinen Thron Daß sich mein Herz in Wort' ergieße Gewähre mir den süßen Lohn, Daß nicht dein Ohr sich mir verschließe. Laß mein Gebet nicht unerhört, Und halt mich deiner Gnade werth! 2. Laß, meinen Pflichten stets getreu, In Unschuld mich hienieden wandeln, — 365 Daß ich mich deinem Dienste weih', Nach deiner Lehre möge handeln. Mich leite stets dein heilig Wort, Begleite mich an jeden Ort. 3. Von allen Gütern dieser Welt, Wonach die Menschen trachten, streben, Gieb mir nur das, was dir gefällt, Was mir nur frommt zum frommen Leben. Verleih mir, Gott, Zufriedenheit; So hast du mich genug erfreut. 4. Gesundheit gieb mir und Verstand, Und laß mich weislich sie verwenden; Die schönsten Gaben deiner Hand Sind die, so Menschenheil vollenden; Dazu verleih' mir einen Freund, Der mit mir froh ist, mit mir weint. 5. Gieb Demuth mir, Bescheidenheit, Wenn Lebensgüter mich beglücken; Gieb Stärke mir, und laß im Leid Des Lebens Last mich nicht erdrücken. Gieb mir, was mir zum Heil gebricht; Erhör' mich, Herr, verwirf mich nicht! 299. Mel. Wir schau'n zu dir. 1. Erbarme dich, Gott, unser Hüter! In deiner Hand ist unser Heil; Wir bitten nicht um eitle Güter; Gesundheit, Herr, werd' uns zu Theil! Voll Reue beugt der Sünder sich i Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 2. Erbarme dich, du strafft, wir beben, Wir beben, doch wir zagen nicht. In deiner Hand ist alles Leben; 366 Wir suchen, Herr, dein Angesicht. Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! - 3. Erbarme dich, uns drohen Seuchen; Gott, unser Arzt, o steh' uns bei! Laß sie die Deinen nicht erreichen, Mach' uns von Furcht und Bangen frei. Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 4. Erbarme dich, laß noch nicht sterben, Die du zum Heil berufen hast; Laß nicht ereilen das Verderben Uns unter schwerer Sünden Last. Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 5. Erbarme dich, laß unsre Kinder Nicht früh verwais't, verlassen steh'n; Vergieb, vergieb dem schwachen Sünder, Laß, Retter! milde Lüfte weh'n. Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 6. Erbarme dich, laß uns noch långer Uns finden hier im Heiligthum, Und jubeln gleich dem heil'gen Sånger: Ich leb' und singe Gottes Ruhm." Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 7. Erbarme dich, Herr unsrer Tage! Wir hoffen, bis das Auge bricht; UP 367 Nimm von uns böser Krankheit Plage, Allmächtiger, verwirf uns nicht! Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! - 8. Erbarme dich, Genesung sende Für deiner Kinder herbes Leid; Wir fleh'n gebeugt: Allvater, wende All' unsre Noth in Freudigkeit! Voll Reue beugt der Sünder sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 300. Mel. Mein Herz verdammt mich nicht. 1. Erhöre, Herr, mein Wort, Mit dem ich vor dich trete! Sieh' mild auf mich herab, Odu, zu dem ich bete! Neig' liebevoll dein Ohr, Zu meiner Undacht Fleh'n, Mein König und mein Gott, Von deines Thrones Höh'n! 2. Du bist des Segens Quell, Von dir kommt jede Gabe; Dir dank' ich, was ich bin, Und Alles, was ich habe. Bei dir ist Rath und Kraft, Und Weisheit und Verstand; Wie du die Sterne führst, So führt mich deine Hand. 3. Dein Aug' erforschet mich, Vor dir ist Nichts verborgen; Du weißt, was ich bedarf, Und kennest meine Sorgen. 368 Drum laß mich ganz allein Auf deine Hülfe bau'n, Und auch wenn du mich prüfft, Dir kindlich fromm vertrau'n. 4. Vor allem gieb, daß ich Nach deiner Gnade trachte, lind was die Erde beut, Für nichts dagegen achte. Was ist, gewonn' ich ihn, Der Beifall einer Welt, Wenn dir, der Herzen prüft, Mein Wandel nicht gefällt? 5. Gieb mir ein weises Herz, Sich gleich in Schmerz und Freuden; Im Wohlstand Måßigung, Und festen Muth in Leiden. O laß mich überall - Auf deinen Willen seh'n, Und, frei von Sünd' und Schuld, Stets deine Wege geh'n! 6. So darf ich unverzagt Auf deinen Segen hoffen; Auch wenn ihn Nacht umhüllt, Steht mir dein Himmel offen. Dann rufe, wenn du willst; Bei dir steht meine Zeit. Ich bin und bleibe dein Hier und in Ewigkeit! 301. Mel. Wir schau'n zu dir. 1. Erbarme dich, Gott, schau' hernieder Auf deiner Menschenkinder Noth! O schenk' uns deine Gnade wieder, Wend' ab, was uns Verderben droht! 369 Wir harren deiner ewiglich, Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! MIRAG 2. Erbarme dich! Es lechzt die Erde, Es welket hin der Fluren Zier; Daß uns dein milder Regen werde, 1. Erfleh'n wir brünstig, Gott, von dir. Hilf uns, dein Himmel öffne sich: Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 3. Erbarme dich, Herr aller Wesen, Schenk' unserm Lande Fruchtbarkeit! Du nur vermagst uns zu erlösen, Aus jeder Noth, aus jedem Leid. O hilf uns heut' auch gnädiglich: Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 4. Erbarme dich! Wer kann bestehen, Dem deine Liebe du entziehst! Wir blicken auf zu deinen Höhen, Bis du versöhnt hernieder siehst. Du strafft nur liebreich, väterlich: Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 302. Mel. Wir schau'n zu dir. Erbarme dich, Herr unfres Lebens, Denn Rettung kommt von dir allein; Wenn du nicht hilfft, so muß vergebens Der Menschen Müh'n und Kämpfen sein. Du zurnst- und Welten beugen sich; Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 370 2. Erbarme dich, die Wetter toben, Und drauen uns den Untergang; Ein Gnadenwink, o Gott, von oben Und deinem Volk ist nicht mehr bang, Und nichts ist uns mehr fürchterlich. Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 1. - 3. Erbarme dich, du Gott der Milde, Gebeut dem Sturm, den Fluthen, du; Dann lächeln wieder die Gefilde, Und alles Leben jauchzt dir zu. Wir fleh'n vertrauend ewiglich: Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! 4. Erbarme dich, du zürnst nicht immer, Ullmächt'ger Lenker der Natur! Nein, das Verderben willst du nimmer; Des Sünders Umkehr willst du nur, Erwecken, wer vom Guten wich. Herr, unser Gott, erbarme dich! Erbarme dich! V. Bußlieder. 303.( pr. 32.) Mel. Dein heilig Wort, o Gott. Wohl dem, dem seiner Sünden Schuld vergeben, Dem seine Sünden schonend sind bedeckt! Der ohne Furcht mit redlichem Bestreben Sein schlummerndes Gewissen aufgeweckt! Ein neues Leben liegt vor seinen Blicken; Der inn're Frieden kann allein beglücken. 2. Als ich, getäuscht, die Schuld mir selbst verhehlte, Da rang ich kraftlos mit verleßter Pflicht, 371 Mit schwerer Angst, die mein Gewissen quälte; Den innern Richter tauschen konnt' ich nicht. Von meiner Lagerstätte floh der Schlummer, Des Tags verfolgte Unruh' mich und Kummer. - - 3. Verschlossen war die rege Brust der Freude, In Trauer schien mir die Natur gehüllt; Mein ganzes Wesen ward dem Gram zur Beute, War der Zerstörung grauenvolles Bild. Umhergetrieben ohne Ruh' und Rasten, Erlag ich unter selbstgeschaff'nen Lasten. 4. Doch eine Stimme sprach in meinem Herzen: Bekenne deinem Gotte deine Schuld! Da nannt' ich dir die Quelle meiner Schmerzen, Vertrauend deiner ew'gen Vaterhuld. Dein Antlik neigte sich auf mich hernieder, Du hobst erbarmend den Gefali'nen wieder. 5. Viel Plagen hat, wer von dem Ew'gen weichet, Das Elend folgt der frevelhaften That. Wer auf ihn hofft und ihm vertraut, dem reichet Er selbst die Hand, führt ihn den rechten Pfad. Darum seid fröhlich, ihr gerechten Seelen; Des Vaters Hülfe wird euch nimmer fehlen. 304. Eigene Melodie. 1. Nicht vertrauend auf unsrer Båter Tugend, Nicht voll eigenen Werthes uns bedünkend, Nicht mit troßendem, hochgehob'nem Nacken Nah'n wir dir, Höchster! 2. Unsern eigenen Unwerth wohl erkennend, Wohl bewußt, ach, der Tiefe unsres Falles, Beugt das schuldige Haupt zur Erde nieder Quälende Schaam uns! 372 3. Ja, wir haben des Rechtes Pfad verlassen, Deiner Tugend Gebote frech verlehet; Haben, Heil'ger, dein Bild im Menschenantlis Frevelnd entwürdigt. - 4. Weit, weit sind wir entrissen deiner Nähe, Und die Menge der Sünden drückt uns nieder; Ganz erkrankt ist das Haupt, das Herz verschmachtet, Nirgend ist Lind'rung. 5. Gott! wir rufen zu dir, du Allerbarmer! Gott! nach deinem erhab'nen, heil'gen Worte: Laß die Sonne der Gnade mild uns strahlen, Schenk' uns Verzeihung! 6. Herr! tilg' unsere Schuld, wie Nebelwolken; Sieh', wir kehren zu dir sei du uns Retter! In die Tiefe des Meeres senk' die Menge Unserer Sünden! - 7. Nimm uns wiederum an zu deinen Kindern, Willig folgen wir deiner Vaterstimme, Leben, Ewiger! gern in dir ein neues, Besseres Leben! 305.( f. 143.) Eigene Melodie. 1. Herr, ich wag' es, reuig dir zu nahen, Ach, erhöre mein Gebet, mein Fleh'n! Laß mich nicht in meiner Angst verzagen, Laß mich nicht im Kummer untergeh'n! 2. Geh' nicht in's Gericht mit deinem Kinde! Kein Lebendiger ist rein vor dir. Gnad', Erbarmer, laß mich bei dir finden Und Verzeihung! Vater, hilf du mir! 3. Nieder ist mein Geist gedrückt von Leiden, Und mein Herz gepreßt von schwerer Last; Ach, auf immer ist gefloh'n sein Friede, Wenn du keinen Frieden für mich hast! 373 4. Doch, ich denke der vergangnen Zeiten, Was du Alles, Herr, für mich gethan. Oft sank in den Staub ich vor dir nieder, Und du blicktest mich erhörend an. - 5. Jetzt auch breit' ich aus zu dir die Hände; Meine Seele dürstet, Herr, nach dir, Wie ein durres Land nach mildem Regen. Ach, erquickend neige dich zu mir! 6. Laß mich hören deine Gnadenstimme, Denn ich harre deiner früh und spåt. Leite mich Verirrten deine Pfade, Der gebeugten Herzens zu dir fleht. 7. Rette mich, o Gott, von meinen Feinden! Ach, den größten trag' ich selbst in mir; Hilf mir die Verführung überwinden, Lenke meinen Sinn hinauf zu dir! 8. Lehr' mich thun nach deinem Wohlgefallen, Bater! Heil'ger! Nimm dich meiner an; Sende deinen Geist auf mich hernieder, Leite gnädig mich auf ebner Bahn! 306.( p. 130.) Eigene Melodie. err, ich rufe tief gebeugt zu dir! Mein Begehren Zu erhören, Neige dich herab zu mir! 2. Meine Seele seufzt zu dir empor, Ihre Bitten Auszuschütten: Deffne, Gott, dein Vaterohr! 3. Will dein Aug' auf unsre Sünden seh'n; Willst du råchen Die Verbrechen: Herr, wer wird vor dir besteh'n? 374 4. Nein, du bist ein bald versöhnter Gott; Darum traue - - Ich, und baue Auf dein Wort, und dein Gebot. 5. Dein Versprechen, Vater, täuschet nie! Mein Gemüthe Kennt die Güte Meines Gott's, und hofft auf sie. 6. Israel, vertraue seiner Macht Deine Sorgen, Von dem Morgen Bis zur stillen Mitternacht. Zu erbarmen, Sie zu retten stets bereit. 7. Denn der Herr ist lauter Gütigkeit; Sich der Armen I 8. Israel wird seine Vaterhand Gnådig retten Aus den Ketten, Die um ihn die Sünde wand. 307. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. 1. Ach, mich verklaget mein Gewissen, Es fordert mich zur Rechenschaft, Daß ich so wenig mich beflissen, Dir, Gott, zu weihen meine Kraft; Dir, Herr, der du mit diesem Leben Mir gabst so himmlischen Beruf, Dir, dessen Huld, zum bessern Streben, Den Geist, die Kraft in mir erschuf. 2. Beschämt muß ich vor dir bekennen, Gefehlt hab' ich ohn' Unterlaß; Darf ich dich, Gott, noch Vater nennen, Da ich des Kindes Pflicht vergaß? 375 Ja, mit unkindlichem Gemüthe Verwarf ich, was dein Wort mir lehrt; Wie wenig schätt' ich deine Güte, Wie wenig bin ich ihrer werth! 3. Du giebst mir Leben, ich verschwende Mit nicht'gem Thun die edle Zeit; Du giebst mir Güter, ich verwende Auf Thorheit sie und Eitelkeit; Du schenkst Gesundheit, ich zerstöre Die eigne Kraft durch Erdenlust; Du giebst Vernunft, und ich verwehre Den Eingang ihr in meine Brust! 4. Du warnest mich durch deine Lehren, Und ich, ich häufe Schuld auf Schuld; Du willst durch Liebe mich bekehren, Ach, ich verscherze diese Huld! Wie zeig' ich mich so unerkenntlich Für alle deine Gnade dir! War' deine Liebe nicht unendlich Herr, Herr! was, würde dann aus mir! 5. Ja, deine Liebe, Herzergründer! Mit der du deine Schöpfung liebst, Sie macht, daß du auch mir, dem Sünder, Noch Dauer auf der Erde giebst, Auf daß mir Zeit zur Bess'rung werde Noch hier, in diesem Prüfungsthal, Und ich nicht scheide von der Erde Mit des Gewissens herber Qual. 6. Herr! lehre mich die Tage zählen, Die deine Gnade mir verleiht; Laß mich die rechten Wege wählen, Zur himmlischen Vollkommenheit. Gieb, Herr, daß ich das nie vergesse, Was mir der inn're Sinn gebeut, Und daß ich meine Pflichten meffe Nach deiner Huld Unendlichkeit. 376 7. O stårke meine Seele, Vater! Die allzuleicht sich selbst vergißt, Sei du ihr gnädiger Berather, Wenn sie auf falschem Wege ist. Verleih' von oben Tageshelle, Daß ich erkenne meine Pflicht; Denn, Herr, bei dir ist Lebensquelle, In deinem Lichte schau'n wir Licht! - 308.( Pf. 51.) Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Mein Gott, mein Gott, ich falle vor dir nieder, Verwirf mich nicht von deinem Angesicht! Mit tiefgebeugtem Herzen kehr, ich wieder; Gedenk', o Vater, meiner Sünden nicht! 2. An dir allein, o Gott, hab' ich gesündigt, Vor deinen Augen übel oft gethan, Die Zucht verdienet, die dein Wort verkündigt: Drum, Herr, nimm gnädig meine Neue an! 3. Verbirg dein Antlik, Gott, vor meinen Sünden, Und tilge alle meine Missethat! Laß nur ein Wort des Trostes mir verkünden, Daß dich mein Flehen nicht vergebens bat. n 4. Ein reines Herz erschaffe, Gott, mir Schwachen, Und gieb mir einen neuen, festen Geist! Der stårke mich, mit Munterkeit zu wachen, Wenn mich die Leidenschaft mir selbst entreißt.- 5. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, Nimm deinen heil'gen Geist doch nicht von mir! Entzieh' mir nicht den Strahl von deinem Lichte! Sei deines Kindes Vater für und für! 6. Laß deine Hülfe tröstend mir erscheinen, Denn nichts vermag der Schwache ohne sie; Gehör' ich auch nicht zu den Reinen, Verstoß mich doch von deiner Liebe nie! 377 7. Ich opf're dir, die Brust voll Angst und Schmerzen, Ein reuig Herz, das dir, Herr, wohlgefällt; O nimm mich auf in deinem Vaterherzen, Und leit' auch mich in eine beff're Welt! - - 8. Dort flammen dir auf reineren Altåren Der Unschuld Opfer in Gerechtigkeit; Dort fließen nicht mehr bitt'rer Reue Zähren, Nur Tugend herrscht in deiner Ewigkeit. 309.( Nach pf. 51.) Mel. Wer auf Betrug und Lügen sinnt. 1. Herr, err, geh' mit mir nicht in's Gericht, Laß, Gott, mich Gnade finden! Verstoß' mich Reuevollen nicht, Vergieb mir meine Sünden! Ist groß auch meine Missethat Ist größer dein Erbarmen; Ach, führ' zurück vom Sündenpfad, Mich tiefgebeugten Armen. 2. Nimm weg von mir der Sünde Last, Und des Gewissens Plage, Daß der, der deine Gnad' umfaßt, In Sünden nicht verzage. Entzünd' in mir der Wahrheit Licht, Den rechten Weg zu sehen, Und laß mich nach erkannter Pflicht Die Bahn der Tugend gehen. 3. Schaff' du in mir ein reines Herz, Das dich, mein Vater, liebet, Und still in Freude, wie in Schmerz Sich in der Tugend übet. Dein guter Geist, Herr, wohn' in mir Er stårke meine Seele, Daß sie, vertrauensvoll zu dir, Nur deine Wege wähle. 378 4. Laß, Vater, deines Heils mich freu'n, So lang' ich wall' auf Erden; Mein Herz sich dir zum Opfer weih'n Bei Mühen und Beschwerden. Dann werd' ich frei von Sündennoth, - Dich würdiger erheben, Und du führst mich dann durch den Tod, Gewiß in's bess're Leben. 310. Mel. Was rennst du durch des Lebens Pfade. 1. Du hast, o Gott, uns viel gegeben, Beschieden uns ein lieblich Loos; Bewahret hast du unser Leben, Getragen uns im Vaterschooß; Uns leuchtet, Herr, dein Angesicht, Der Wahrheit mildes Sonnenlicht. 2, Gott, deines Mundes heil'ge Lehren Erleuchten unsre Lebensbahn; Sie sollen unser Heil vermehren, Uns schüßen gegen Trug und Wahn, Den Geist erheben himmelwärts, Erquicken jedes Menschenherz. 3. Doch haben wir den Himmelssegen Gar oft, o Gott, ach, oft verschmäht! Wir weilten auf des Unheils Wegen; Du riefest früh, du riefest spåt- Wir folgten deinem Rufe nicht, Vergaßen, daß der Vater spricht. 4. Und ruft die Stimme nicht noch immer? Wir hören, Gott, den sanften Ton, Wir schauen unsres Glückes Trůmmer, Und fammeln uns um deinen Thron;. Wir sind der Sünden uns bewußt, Und Reue füllt die wunde Brust. 379 5. O schaue, Seele, hin zur Höhe! 1, - - Der Güt'ge droben zürnt dir nicht. Gott will ja nie des Sünders Wehe; Von Liebe zeugt sein Strafgericht. Drum eil' ich an sein Vaterherz, Und stiller wird des Kindes Schmerz. 311. mel. Ich glaub' an Gott, den Schöpfer 2c. Vernimm Dernimm mein Fleh'n, du, den die Engel preisen, Und dessen Lob aus Donnerwolken klingt; Um den viel tausend Welten dienend kreisen, Zu dem der Mensch all' seine Sorgen bringt. Vernimm mein Fleh'n! ich sinke reuig nieder, Denn groß ist meine Sünde, meine Schuld! Gieb, Vater, gieb mir deine Liebe wieder, Und habe ferner auch mit mir Geduld! 2. Ich darf dich, Heiliger, ja Vater nennen; Wie giebt dies Wort mir Muth und Freudigkeit! Uch! einem Vater kann ich's nur bekennen, Wie ich vom rechten Pfade noch so weit, Wie ich so oft noch fündige und fehle, Wie deine Güte wird von mir verkannt; Und doch - es jauchzet dankbar meine Seele Doch låff'st du nimmer mich von deiner Hand. - 3. Du siehst voll Huld auf meinen ernsten Willen; Und ist das Herz vom bösen Vorsaß rein: So willst du huldvoll meinen Kummer stillen, Und wieder mir ein lieber Vater sein. So will ich eifrig nach dem Guten streben, Und täglich mir die Kraft von dir erfleh'n; Will allen meinen Brüdern gern vergeben, Nicht ihre Fehler, nur ihr Gutes seh'n. 4. Dann siehest du voll Huld auf mich hernieder, O dann entweih' ich nicht dein Ebenbild, 380 Und leicht und freudig schlägt das Herz mir wieder Und leuchtet mir dein Auge freundlich mild. Ich wandle dann voll Heiterkeit durch's Leben; Und wird es auch nicht frei von Sorgen sein, Hab' ich nur dir mein ganzes Herz ergeben, So bin ich, Herr! im Glück und Unglück dein. 1. - - 312.( pf. 51.) Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. Erbarme, Gott! dich mein nach deiner Gnade, d Nach deiner Güte tilge meine Schuld; Die Liebe nur bezeichnet deine Pfade, mA BE Drum schenk auch mir auf's Neue deine Huld. 2. Und muß ich auch mich schuldig dir bekennen, Und schweben meine Sünden stets mir vor: Laß deinen Zorn nicht über mich entbrennen, Herr, neig' erbarmend mir dein Vaterohr! 3. Denn, ach! entstammt dem niedern Staub der Erden, Umstrickt oft Wollust meinen schwachen Sinn; Doch will ich deiner immer würd'ger werden, Und streben nach der Tugend Hochgewinn. 4. So wolle denn dich gnädig mir bewähren; O sende Muth und Trost zu mir herab! Laß Freude mich, laß Wonneruf mich hören, Sei du fortan mein einz'ger, fester Stab! 5. Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, Ich flehe drob zu dir im tiefsten Schmerz; Olaffe sie wie Nebeldunst verschwinden! Erschaffe, Gott! in mir ein reines Herz. call 6. In Demuth werf' ich, Herr! vor die mich nieder: Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht; Gieb mir die Wonne deines Beifalls wieder, Entziehe, Vater, deinen Geist mir nicht! 381 - 7. Dann will ich Sündern deine Wege lehren, Und sie geleiten auf die rechte Bahn, Auf daß sie reuig zu dir wiederkehren, Und einst die ew'ge Seligkeit empfah'n. 8. Ja, laß mich wieder deinen Ruhm verkünden, Und öffne du, mein Gott, die Lippen mir! Laß mich die vor'ge Ruhe wiederfinden, Als ich in Unschuld wandelte vor dir. 9. Herr! du verlangest keine Opfergaben, Doch nie verschmähst du ein gebeugtes Herz; Und wenn wir noch so sehr gefehlet haben, Hast du Erbarmen doch mit unserm Schmerz. 10. So will ich denn zu dir mich wieder wenden, Und du nimmst mich gebessert wieder an; Du mögest Freude, mögest Leid mir senden, Ich lasse nimmer von der Tugend Bahn. 11. O laß uns einst ein höh'res 3ion schauen, Wo nur ein lautres Herz dir Opfer bringt, Wo alle Wesen dir allein vertrauen, Und Wahrheit nur zu deinem Throne dringt! 313.( f. 130.) Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Von meines herben Grames tiefster Stufe Schwingt mein Gebet, o Gott, sich auf zu dir! Vernimm, Herr, meine Stimme, wenn ich rufe, Und wenn ich bete, sei Erhörer mir! 2. Ach wolltest du bewahren unsre Sünden, Herr! Gott! wer könnte dann besteh'n vor dir! Wohl uns! Verzeihung ist bei dir zu finden, Und Ehrfurcht zollt dir jedes Herz dafür! Geele f 3. Ich hoffe, Herr, und meine Seele schauet Zu Gott, zu meinem Vater, meinem Hort; Ich hoffe stets, denn meine Seele trauet Auf der Verheißung ewig wahres Wort. 382 4. Wie Wachende, die keinen Schlaf gefunden, Mit Sehnsucht hoffen auf den Morgenstern, In banger Nächte ruhelofen Stunden, So sehnt sich meine Seele nach dem Herrn. - - 5. Hoff', Israel! einst sendet dir Genesung Dein Gott, bei dem die Lieb' ist und die Huld! Bei ihm sind viele Wege zur Erlösung, Einst macht er ledig dich von Sündenschuld. VI. Morgenlieder. 314.( nach Pf. 57, 8-11.) Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. 1. Erwachet, Harf' und Psalter! Gott hat den Tag gemacht. Dankt, danket dem Erhalter, Dem Hüter in der Nacht! Erwachet, ihn zu loben! Gott hat den Tag gemacht, Der Hüter sei erhoben, Der Hüter in der Nacht! 2. Daß sie ihm danken müsse, Verhüllet Gott die Welt In tiefe Finsternisse, Wie in ein sich'res Zelt. Dann flößet er, verborgen, Geheime Kraft uns ein, Durch seinen Glanz am Morgen Sichtbarer uns zu sein. 3. Die Frommen schlummern, můde Von ihrer Tage Müh', Und ihres Vaters Friede Erquickt und stårket sie. Daß sie sich bessern möchten, Bedeckt der Langmuth Arm - 383 - In schauervollen Nächten Sogar der Sünder Schwarm. 4. Erwacht zu seinem Ruhme, Ihr Frommen aus der Nacht, Zu seinem Eigenthume Geschaffen und bewacht! Ihr abgefall'nen Kinder, Hört ihren Lobgesang! Und fromme Buß', ihr Sünder, Sei euer Morgendank! 5. So weit die Himmel gehen, Geht, Vater, deine Treu'; Stets will ich sie erhöhen, Denn täglich wird sie neu. Von dem wir Alles haben, Mein Schuß, mein Heil, mein Licht, Quell aller guten Gaben! Gott, wen erfreust du nicht! 6. Ich bin durch deine Liebe, Allvater, was ich bin; Nimm jeden meiner Triebe Zu deinem Opfer hin! Was soll ich, Herr, dir geben? Mich ganz und ohne Zwang. Ein dir geheiligt Leben Sei ewig, Gott, mein Dank! 315. Mel. Dein heilig Wort, o Gott. 1. Die Nacht vergeht und junges Morgenlicht Verdrångt durch seinen Glanz das finstre Grauen; Der Tag erscheint, der durch das Dunkel bricht, Wir jauchzen dem, den wir im Lichte schauen. Wohlthätig wecket uns der Sonne heller Schein, Und ladet uns, o Gott, zu deinem Lobe ein. 384 2. Er schlägt vor uns das Buch der Schöpfung auf, Enthüllt des Höchsten Größe unsern Blicken; Hebt unsern Geist zu Gottes Thron hinauf, Und schafft des Glaubens himmlisches Entzücken. Wir preisen Gott und ehren seinen Ruf, Der uns zum Leben und zum Licht erschuf. - - 3. Licht ist das göttlich große Losungswort, Das uns des Tages Regsamkeit verkündet; Licht ist der Weg, der Menschen hier und dort Gott näher bringt, und sie mit ihm verbindet. Es leuchtet täglich uns in der Natur, Und unserm Geiste auf der Wahrheit Spur. 4. O preis't die Leuchte, die vom Himmel stammt! Triumph! die Nächte müssen ihr entweichen! Dem Lichte treu, das uns von oben flammt, Mag unser Gottesdienst dem Tage gleichen, Der unsern Pfad durch's Leben sanft erhellt, Den Weg uns zeiget in die beff're Welt. 5. So wie die Sonne durch den Nebel bricht, Bricht Wahrheit durch des Aberglaubens Nächte. Uns leuchtet Gottes Wort wie Sonnenlicht, Erziehet uns zum göttlichen Geschlechte; Bis einstens diese Erdensonne sinkt, Der Vater uns zum höhern Lichte winkt. 1. 316. Met. Was rennst du durch des Lebens Pfade. Es jauchzen schon die Morgensterne Dir, Schöpfer, der ihr Sein gebot; Schon prangt in unermeßner Ferne Im Purpurglanz das Morgenroth; Was sich nur reget, freuet sich, Und preiset, großer Schöpfer, dich. 2. Auch mich umfing nach Müh' und Sorgen Ein sanfter Schlaf in stiller Racht; 385 Du hast am Abend wie am Morgen Stets schüßend über mich gewacht. Nimm, Gott, durch den ich ward und bin, Mein ganzes Herz zum Opfer hin! - 3. Sei nahe dem, du Gott der Stärke, Was heut' mein Geist erfinnt und schafft, Und segne meiner Hånde Werke, Gieb zur Vollendung mir die Kraft! Laß mich von ganzem Herzen rein, Dir dankbar, deiner würdig sein! 4. Geweihet sei dir, Gott, mein Leben, Dir, der zum Wirken mich erschuf; Froh wohlzuthun fei mein Bestreben, Und Glück zu mehren, mein Beruf; So schau' ich einst mit frohem Sinn Auf meiner Tage Werke hin. 5. Schenk' mir bei des Berufs Geschäften, Das schönste Gut, Zufriedenheit; Laß mich gern nüßen mit den Kräften, Die deine Güte mir verleiht; Und bei dem Kampf für Recht und Pflicht, Verlaß mich schwachen Pilger nicht. 6. Dann sink' ich, gleich der Abendsonne, Gesegnet einst zur sel'gen Ruh', Und du führst mich zur höhern Wonne, Führst mich den Himmelsfreuden zu. Dann steigt mein Dank zu dir empor Mit deiner Engel hehrem Chor. 317, Mel. Heiterkeit in diesem Leben. 1. Froh erwacht zu neuem Leben, Dank' ich, gut'ger Vater, dir: Du, du hast es mir gegeben, Du nur, du erhältst es mir. 17 wid 386 Unsern Odem zu bewahren, Ist das Werk, Gott, deiner Macht; Du beschüßest vor Gefahren, Denn dein Vaterauge wacht. 2. Wer kann deine Huld ermessen, Sie, die jeden Morgen neu! Laß mich nie der Pflicht vergessen, Daß ich deiner würdig sei; Daß ich nie des Weges fehle, Der dem Kind' zu geh'n gebührt, Das in seiner treuen Seele Seines Vaters Güte rührt.3. Ja, ich will, o Herr des Lebens, Deiner Leitung folgsam sein; Nie undankbar, noch vergebens Deiner Vaterhuld mich freu'n. Will mich jeden Morgen fragen, Was des Tages Vorschrift sei; mb Keiner von des Lebens Tagen Geh' mir ungenügt vorbei. 4. Deine Vatergüte leite Mich zur Nächstenliebe hin; Klagt ein Bruder mir zur Seite, Helfe schnell mein Brudersinn, Andrer Leben zu versüßen, Das du mir und ihnen gabst. Ja, der Bruder soll genießen, Wenn du mich mit Freude labst. 5. So nimm schon in diesem Leben, Ew'ger, als dein Kind mich auf! Dir hab' ich mich ganz ergeben. Und wird meinem Lebenslauf Einst der Tod ein Ende machen, Sterben ist ja unser Loos, Führt ein seliges Erwachen, Mich in deinen Vaterschooß. u 1. 387 318. Eigene Melodie. In Sn des Morgens Purpurglanze, Prangend mit dem Strahlenkranze, Tritt der junge Tag hervor. Mich auch weckt er freundlich wieder, Und es stimmen meine Lieder In der Schöpfung frohen Chor. 2. Unter all' den Millionen, Die der Erde Rund bewohnen, Hat Gott auch für mich gewacht. Ihn will ich zum Freunde wählen Seine Lieb' und Treu' erzählen Jahr' und Stunden, Tag und Nacht. 3. Der der Himmel Kreis gemessen, Wird auch meiner nicht vergessen, Sicher führt mich seine Hand. Wirken soll ich, lieben, hoffen, So ist mir der Aufblick offen In das höh're Vaterland. 4. Bleibt die Zukunft mir verborgen Gott wird rathen, Gott wird sorgen! Er ist Vater, ich bin Kind! Zu des Unerschaff'nen Ehre Jauchzen aller Wesen Heere: ,, Hallelujah, daß wir sind!" 319, Mel. Heiterkeit in dieſem Leben. 1. Wieder bricht ein neuer Morgen Meines Erdenlebens an; Unter Freuden, unter Sorgen Geh' ich meine Lebensbahn. Tage kommen, Tage schwinden, Unsre Zeit vergeht geschwind; 17* 388 Wir verlieren und wir finden, Bis das Leben ganz zerrinnt. - - 2. Uch! wie viele meiner Tage, Güt'ger Gott, verlebt' ich schon! Wie viel Freude, wie viel Plage, Ist mir bis hieher entfloh'n! Doch du bleibst, mag Alles fliehen, Hoch erhaben über Zeit, Ueber Erdenwohl und Mühen, Vater uns in Ewigkeit. 3. Vater bleibst du mir und Allen, Die für diese Welt dein Ruf, Und nach deinem Wohlgefallen Für die Ewigkeit erschuf. Freudig fühl' ich's, wenn die Sonne Aus dem Dunkel sich erhebt, Und als Vorbild ew'ger Wonne, Deine Schöpfung neu belebt. 4. Laß mich jeden Tag auf Erden Richt bloß ålter für die Zeit, Laß mich, Vater, ålter werden, Weiser für die Ewigkeit! Daß ich niemals überschäße Güter, so die Erde beut; Niemals meinen Himmel sege In die Freuden dieser Zeit. 5. Daß ich dankbar im Besize, Weise im Genuß der Zeit, Sorgsam sie als Mittel nüße Für das Wohl der Ewigkeit. Heiter seh' ich dann die Sonne Meines Lebens untergeh'n, Und ich werd' in ew'ger Wonne, Herr! vor deinem Throne steh'n. 389 320. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Sanft ist mir die Nacht geschwunden, Die mir Geist und Körper band, Und es folgt den düstern Stunden Licht von Gottes gut'ger Hand; Seiner Sonne Lebensstrahl Weckt Geschöpfe sonder Zahl. 2. Von der Finsterniß umgeben, Schien ein Grab die Lagerstatt, Und des Geistes höh'res Leben Wirkte willenlos und matt. - Ich empfand mein Dasein kaum Im verworr'nen dunkeln Traum. 3. Jetzt ist mir ein neues Leben Mit dem neuen Tag erwacht; Dir, mein Gott, der mir's gegeben, Sei mein erstes Wort gebracht. Herr! in deiner gnåd'gen Hut Hab' ich sanft und wohl geruht. 4. Kraftvoll fühl' ich meine Glieder, Und erleichtert Herz und Haupt; Nacht und Ruhe gab mir wieder, Was mir Tagesmüh' geraubt. Also schiedest du die Zeit Schöpfer, sei gebenedei't! 5. Laß mich dir zum Preis verwenden Die mir neu geschenkte Kraft, Nur beginnen und vollenden Das, was wahren Nußen schafft; Was mir, Herr! dein Wort gebeut, Was mich führt zur Seligkeit. 6. Laß mich deine Huld entdecken In der Schönheit deiner Welt; Laß sie meinen Geist erwecken, Daß ich thu', was dir gefällt! 390 Jedes neue Morgenlicht Stårke mich zu neuer Pflicht! 7. O dann seh' ich's ohne Klage, Wenn nach deinem weisen Rath, Mir der letzte meiner Tage, Mir der letzte Abend naht! Ruhig werd' ich schlafen geh'n, Und dann, Gott! dein Antlity seh'n. 321. Eigene Melodie. 1. Wie lacht zu frohen Weisen Der junge Tag mich an! Dich, Vater, will ich preisen, Der mir so wohl gethan. Mild leuchtet deine Sonne Um hohen Himmelszelt, Und Alles strahlet Wonne In deiner schönen Welt. 2. Zu dir will ich mich schwingen, Dem Herrn der Herrlichkeit; Dein Loblied will ich singen In aller Ewigkeit. Mein Sinnen und mein Denken Soll stets, o Gott der Macht, Sich in das Heil versenken, Das über Alle wacht. 3. Und alle meine Sorgen Werf' ich, o Herr, auf dich! Un jedem neuen Morgen Labt deine Liebe mich. Wie schön ist deine Erde! Schwach sing' ich Dank und Ruhm, Bis ich vollkomm'ner werde, Reif für dein Heiligthum. 391 322.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. 1. Mit dem frühen Morgenstrahl - 2. Gott! vor deiner Majestät 1. Such' ich dich, mein Fels, mein Hort! Herzenswonne, Herzensqual Kleid' ich, Gott, in Laut und Wort. 2. 3. Kann die Lippe, kann der Sinn Würdig preisen meinen Herrn? Gott, ich weiß, wie Elein ich bin Und doch preis' ich dich so gern! Beb' ich schauervoll bewegt, Denn dein reines Aug' erspäht, Was sich tief im Busen regt. 4. Schwinge, Geist, dich auf zu Gott, Dem des Staubes Lob gefällt! Sing' ihm gern bis in den Tod, Ihm, deß Odem dich erhält. 323, Eigene Melodie. Millionen Wesen Weckt der frühe Morgenstrahl; Ungelächelt, Sanft gegrüßet Von der Sonne mildem Blick, Eilen jubelnd Sie daher. Millionen Gråber Stehen jetzt geöffnet da; Auferstanden, Neu beseelet Feiern sie den jungen Tag, Preisen segnend, Gott, dein Licht! 3. 4. 5. 6. 392 Millionen Blumen, Frisch entfaltet blüh'n sie auf. In den Kelchen Glänzen Thränen, Wonnen ob dem neuen Sein, Fleußt der Zähren Segensthau. Millionen Leben Hüpfen trunken, froh entzückt, Und ihr Jubel Zeuget, predigt: Dasein gab zum Hochgenuß Unser Schöpfer Auch dem Thier. Millionen Herzen Glühen heiß und schlagen laut. Herzensgluthen, Herzensschläge Kennt nur, Gott! dein Ebenbild, Dem die Liebe Seele ist. Millionen Lieder Steigen nun zu Gott empor: ,, Lebensquelle! Lebensspender! Du nur gabst das Dasein uns! Dir geweihet Sei es, dir!" Millionen Sprachen Schildern nicht das Hochgefühl, Das des Frommen Bufen füllet- Bagest du, o Menschenkind, Ob der Sprache Schwachen Ton? 8. 1 393 Millionen Engel Beten långst an Gottes Thron; Ihre Sprache Ist nicht reicher: ,, Heilig, heilig, heilig, Gott!" dies Heilig Jauchze mit! ( Chor der Gemeinde.) 9. Heilig, heilig, heilig, Gott! Ruft der Engel, ruft der Seraph, Mit verhülltem Ungesicht. Mangeln mir des Seraphs Schwingen Gott, ich schau' empor zu dir! 10. Ich bin Kind im Vaterhaus, Komm' so oft das Herz mir glüht, Komme mit dem Sonnenstrahl, Nahe flehend dem Altare, Weihe dir mein Opfer, Gott! 11. O, mein Opfer ist mein Herz, Und dein Preis sind seine Pulse, Und des Priesters Opferpfalm: Hallelujah, Hallelujah, Uller Sonnen Seel' und Licht! 12. Jauchz', o Herz, zu Gott empor, Der dir in den Sonnen lacht Sonnen, unermeßlich groß Doch nur Saum von Gottes Kleid, Uller Sonnen Sonne Gott! - 324. Mel. Du Allvater, dessen Milde. 1. Du, den alle Wesen ehren, Von dem Seraph in den Sphären, Bis zum Sonnenstäubchen hier:# 394 Schöpfer aller Himmelsheere! Wer kann singen deiner Ehre, Wer dich preisen nach Gebühr? 2. Ullgewaltig ist dein Schalten, Allwohlthätig herrscht dein Walten Durch die Reiche der Natur. Alles jauchzet dir entgegen, Alles hofft auf deinen Segen: Ich allein, ich schweige nur? 3. Nein, mein Geist! auch du sollst toben Deinen Gott und Schöpfer droben, Der unendlich wohl dir thut! Dank dem Herrn, o meine Seele! Singe seine Macht, erzähle, Daß er freundlich ist und gut. 4. Dieser Morgen hat dem Leben Mich auf's Neu' zurück gegeben, Mich durchdringet neue Kraft. Dein, Herr! sind der Sonne Strahlen, Die am Firmament sich malen, Dein ist, was Gedeihen schafft. 5. Dein sei auch in dieser Stunde Jeder Ton aus meinem Munde, Deinem Preis sei er geweiht! Herr, o laß dir wohlgefallen, Meiner Lippen schwaches Lallen, Opfer meiner Dankbarkeit! 6. Auf der Tugend heil'gem Pfade Leite mich durch deine Gnade, Durch des Lebens Tand und Spiel. Daß ich deiner würdig lebe, Nach dem Göttlichen nur strebe Dies sei meiner Wünsche Ziel! 395 325. Eigene Melodie. 1. Sch bin erwacht! In neuer Pracht Erscheint mir die Natur: Das Thal, der Berg, Ist, Herr! dein Werk, Und trågt von dir die Spur. Ich fing', o Gott! dir Lobgesang; Du bist mein Lied, mein Saitenklang! 2. Ich bin erwacht! Von Todesnacht Ich schwer umfangen lag. Wie klar und rein Im Sonnenschein - Umfließt mich jeßt der Tag! Ich sing', o Gott! dir Lobgefang; Du bist mein Lied, mein Saitenklang! 3. Ich bin erwacht! Durch deine Macht, Durch deine Huld allein. Dies Leben hier, Du gabst es mir, Dir, Herr, will ich es weih'n! Ich sing', o Gott! dir Lobgesang; Du bist mein Lied, mein Saitenklang! 4. Ich bin erwacht! Und Alles lacht Mir froh und thätig zu. Und mir allein Verstrich mein Sein In thatenloser Ruh'? Ich fing', o Gott! dir Lobgefang; Du bist mein Lied, mein Saitenklang! — 396 5. Ich bin erwacht! Was ich gedacht 1. Es reife heut' zur That! Laß in der Pflicht Mich wanken nicht; Mich leite, Herr! dein Rath. Dies sei der schönste Lobgesang, Dies sei mein Lied, mein Saitenklang! VII. Abendlieder. 326. Mel. Gott, meine ganze Seele. er Tag ist hingeschwunden, Mit seiner eitlen Lust; Und mit den Abendstunden Kehrt Frieden in die Brust. Rings herrschet tiefes Schweigen, Nur das Gebet wird laut; Herr, wolle dem dich neigen, Der kindlich dir vertraut! 2. Hier fließen Freudenthränen, Dort weint ein stiller Schmerz, Und manches bange Sehnen Erhebt sich himmelwärts. Zu deinem Throne dringen Laß jedes fromme Fleh'n, Das auf der Undacht Schwingen Entschwebt zu deinen Höh'n. 3. Auch meines Dankes Lallen Nimm wohlgefällig auf; Laß froh mich ferner wallen Den kurzen Erdenlauf. 397 Stets hat mir deine Liebe Den Lebenspfad erhellt; Und, Heil mir! diese Liebe Strahlt auch in jener Welt. 4. Vergieb, wenn ich gefehlet, Mir gnädig meine Schuld. Vom Glauben fest beseelet Auf deine Baterhuld, Will kühn ich weiter schreiten Stets auf dem Pfad der Pflicht. Laß mich dein Schuß geleiten, Wenn mir's an Kraft gebricht! 5. Getrost leg' ich mich nieder; Dein Vaterauge wacht; Dein Ruf belebt mich wieder Nach einer kurzen Nacht. Es strahlt der Sterne Schimmer Mir süßen Trost herab; Mein Gott verläßt mich nimmer, Bis an mein kühles Grab. 327. Mel. Gott, wir singen deine Ehre. 1. Schon becket Dämmerung die Fluren, Friedvolle Stille herrschet schon Im weiten Reich der Creaturen; Ein Tag ist abermals entfloh'n. 2. Auch diesen hast du mir geschenket, Gott! der sich stets mir hold beweis't; Du warst's, der Alles so gelenket, Daß jest mit Dank mein Lied dich preis't. 3. Du stårkest mich für Tagsgeschäfte, Durch dich hab' ich sie froh vollbracht; Für morgende auf's Neue Kräfte 3u sammeln, schenkst du mir die Nacht. 398 4. Sie senket sich auf Hain und Hügel, Hüllt sie in dichte Schatten ein; Weht Kühlung her mit ihrem Flügel, Und ladet süß zum Schlummer ein. 5. Herr! dessen Huld die Nacht verkündigt, Laß meine Seele ruhig sein! Hab' ich aus Schwäche heut' gesündigt, So rufe du: Ich will verzeih'n!" 1, 2. 3. BESTEED 4. 328. Eigene Melodie. Du sendest, Herr! die stille Nacht, Und unser Tagwerk ist vollbracht. Dir, der mit Huld und Weisheit waltet, Deß Vaterliebe nie erkaltet, Ertönt in der Bewund'rung Drang Auch meiner Seele Lobgesang. Allliebender! der Abendstern Ruft mahnend: Preiset Gott, den Herrn! So will ich dir mein Opfer bringen, Will dir des Herzens Danklied singen, Daß mich geleitet deine Hand, Allliebender, eh' ich's verstand! Allgütiger! du gabst, was nůßt, Hast vor Gefahren mich beschüßt, Hast stets mit Liebe mich geleitet, Hast tausend Freußen mir bereitet; Auch heute warest du mit mir, Allgütiger, ich danke dir! Allheiliger! der Sünde Pfad War's, den so oft mein Fuß betrat. Laß mich die beff're Bahn zu wandeln, Nach deinem Willen immer handeln, Und gieb mir deines Geistes Kraft, Die Wollen und Vollbringen schafft. 5. 399 Allmächtiger! die treue Hand, Die oft Gefahren abgewandt, Sie send' im Schlummer neue Stärke Mir zu dem neuen Tagewerke; Sie wecke mich zu neuem Dank, Allmächtiger, zum Lobgesang. 329. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Schöpfer, dich, den Gnadenreichen, Preis't auch in der Nacht mein Lied, Der in tausend neuen Zeichen Liebend auf mich niedersieht! Dort, wo deine Welten rollen, Leuchtend auf der stillen Bahn, Dort verweilt, um Dank zu zollen, Auch mein Geist und betet an. 2. Durch das Dunkel, durch die Stille Tont mir eine Sprache laut; Droben lebt ein heil'ger Wille, Heil dem, der sich ihm vertraut! Er gebeut der Sonn' am Tage Myriaden sind beglückt; Und des Dulders Thränenklage Schweigt, wenn ihn die Nacht erquickt. 3. Unter ihrem heil'gen Schatten Ruht die Plage, schweigt der Schmerz; Stärkung wird dem Lebensmatten, Und der Gram schaut himmelwärts. Daß Vergessenheit ihm werde, Stillstand in der Thränen Lauf, Schließt die Aussicht ihm die Erde, Und der Himmel thut sich auf. 4. Von des Glückes Sonnenschimmer Ward schon mancher eitle Thor 400 So geblendet, daß auf immer Er die Spur zu Gott verlor. Doch in nächtlich dunkeln Stunden, Als dahin der Sonnenschein, Ward die Spur zu Gott gefunden, Hoffnung kehrte wieder ein. 5. Drum will deine Huld ich loben, Ew'ger Schöpfer der Natur! Wenn die lichten Sterne droben Schweigend pred'gen deine Spur. Daß ich nie von dir mich trenne, Daß in Tages gold'nem Schein Ich dein Walten nie verkenne, Sollen sie mir Lehrer sein. 1. 330. Eigene Melodie. Stille, ruherfüllte Nacht! Du durchdringst mit sanfter Macht Meine bange Seele. Deiner Sterne helles Licht Strahlet freundlich, daß ich nicht Meines Pfades fehle. 2. Hier im stillen Gotteshaus, Ruh' ich von dem Leben aus, Von der Welt Getümmel. Bist so selig, o mein Herz! Fühlst, daß über Erdenschmerz, Einer wacht im Himmel! 3. Das Geräusch des Tages schweigt, Und das müde Auge neigt Bald sich sanftem Schlummer. Herz, mein Herz, auch du sei still! Hier verstummt der Welt Gewühl Und der Seele Kummer. - 401 4. Jeder leise Klagelaut, - Der verschwieg'nen Nacht vertraut, Jedes bange Sehnen, Dringt zum Thron des Weltenherrn, Und er schauet nah' und fern Deine stillen Thränen. Den 5. O erzähl' ihm nur dein Leid! Er wird Muth und Freudigkeit Dir von oben geben. Tröstend tönt sein Ruf herab; Ueber Zeit und Schmerz und Grab Winkt ein beff'res Leben. 331. Eigene Melodie. 1. Uns ergreift ein heil'ges Grauen, Wenn wir in der stillen Nacht, Bater! auf zum Himmel schauen, Schauen deiner Welten Pracht. O dann hebt sich unsre Brust, Und wir fühlen Himmelslust. 2. Licht entstrahlet allen Sternen, Licht, das ihnen Gott verlieh. Mag's der Mensch vom Himmel lernen: Dunkle Pfade geh' er nie! Ew'ge Weisheit hat die Welt, Hat des Menschen Pfad erhellt. 3. Welten wandeln ew'ge Pfade Nach Gesehen, unverrückt; Alle leitet Gottes Gnade, Alles ist durch Gott beglückt. Wandle, Mensch, in Gottes Bahn, Und dein Werk ist wohlgethan! 4. Gotterfüllt beginn' am Morgen, Bis zum Abend wirke treu; 402 Auf den Herrn wirf deine Sorgen, me Gott im Himmel steht dir bei. Der des Himmels Sterne zählt, Kennt den Kummer, der dich quålt, 5. War des Tages Mühe drückend, Schien des Mittags Sonne heiß: Schau', der Abend wie entzückend! Kommt zu lohnen deinen Fleiß. Blick' empor zum Sternenlicht, Trage, hoffe, zage nicht! 1033 6. Oftmals zieht des Tags Getümmel Dich von Gott, vom Heil'gen, ab; Abends ruft der Sternenhimmel: Gott, der dir das Leben gab, Trågt dich durch Gefahr und Noth, Hebt dich über Grab und Tod. 7. Ja, du Vater aller Wesen, Gott, den jeder Odem preis't! In den Sternen kann ich lesen, Kann ich schauen deinen Geist. Mich erfüllt noch vor dem Ziel Deines Himmels Vorgefühl. 8. Dir befehl' ich, Herr, mein Leben, Wann erlischt des Himmels Licht! Mag mich Nacht und Grau'n umschweben, Ich bin dein, ich zittre nicht! Endigt hier mein Lebenslauf, Nimmt mein Gott mich droben auf. 332. Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke. 1. Der du über Sternen thronest, Eingehüllt in Lichtgewand; Der du über Wolken wohnest, Und die Himmel ausgespannt: - 403 Liebe schickst du uns entgegen, Wenn der Strahl der Sonne lacht, Liebe strömt herab und Segen Noch aus dem Gewölk der Nacht. 2. Herr! wie weise ist dein Schalten In der Ordnung dieser Welt, Daß du dem geschäft'gen Walten Auch die Ruhe beigesellt! In des Tages gold'ner Fülle, Welch' ein Prachtglanz, früh und spät! Aber durch des Abends Stille Rufet Alles: Majestät!- 3. Wieder ist ein Tag verflossen, Ruhe wiegt jetzt die Natur; Finsterniß liegt ausgegossen, Ueber Thal und Berg und Flur. Alles überläßt dem Schlummer, Reißt sich bald vom Leben los; Lebensfreuden, Lebenskummer Sinken in des Schlafes Schooß. 4. Sanft umfächelt mich der Abend, Ladet mich zu süßer Ruh'; Reinern Odem, mild und labend, Wehen mir die Schatten zu. Schöpfer! deine heil'ge Nähe Ahnt mein Geist in dieser Stund': Daß dein Odem mich umwehe, Thut mir diese Stille kund. 5. Deine Augen nie erschlaffen, Schlummer kennet nicht dein Blick; Deine Liebe will stets schaffen Aller Wesen Lebensglück. Nieder blickest du zur Erde, Gütig, ein getreuer Hirt; Schüßest liebend deine Heerde, Sorgst, daß sie erquicket wird. 404 1. 6. Wohl dir, wohl dir, meine Seele! Sorglos ruh' ich diese Nacht; Er, dem ich mich jetzt befehle, Gott ist's, der mich treu bewacht. Seine Sterne blinken nieder, Zeugen aus des Himmels Höh'n: Ja, er läßt am Morgen wieder Mich zum Leben aufersteh'n! 333. 55. Eigene Melodie. Aufwärts zu den Sternen Hebe dich, mein Herz; Blick nach jenen Fernen Schweigen wird der Schmerz. 2. der reichen Fülle! Welt an Welt gedrångt! Eines Vaters Wille Diese Welten lenkt. - 3. Sollt' er mein vergessen, Dieser Welten Gott? Der das All gemessen, Er kennt meine Noth. 4. Jeder Stern verkündet Gottes treue Huld. Heil, wer überwindet, Uusharrt in Geduld! 5. Dieses Sterngefilde Ernten mir verheißt; Jedes Sterngebilde Auf den Bildern weis't. 6. Unsre Garben blühen Dort im Sternenlicht; Gott lohnt unsre Mühen, Gott vergißt uns nicht. 1. 334. Mel Millionen Wesen weckt. Millionen illionen Wesen Neigen sich dem Abendruf. Lebenspulse 2. 3. 4. - 5. 405 Stehen stille, Wenn die Sonn' ihr Angesicht Dir, o Erde, Nicht mehr zeigt. Millionen Gråber Bildet schweigend die Natur. Tiefe Stille, Dumpfes Graufen Trägt die Nacht in ihrem Schooß, Todesschlummer Ueberall. Millionen Blumen, Trauernd senken sie das Haupt. Uch! das Schöne Auch vergehet! Zarte Kindlein raubt der Tod, dụng Raubt die Blüthen, Kaum geblüht. Millionen Augen, Die zur Sonne heut' geblickt, Sind geschlossen, Nacht umhüllt selbst der, der aufwärts schaut, Auch verschmachten In der Gruft? Millionen Sterne Glänzen an dem Himmelszelt. Eine Sonne Gehet unter, 6. 17. 406 Myriaden gehen auf. Erdenkinder, Hört den Ruf! - - Millionen Welten Rufen eures Gottes Ruf: ,, Tausend Sonnen Statt der einen Leuchten jenseits dir, o Mensch; Geh' zur Ruhe, Sonder Furcht!" ,, Millionen Geister Harren dein im lichten Raum; Von der Höhe Schaut der Vater, Der in Ewigkeit hier thront, Seine Kinder Liebend an." 335. Eigene Melodie. 1. Denn der Mond in stiller Feier Durch der Wolken Dunkel geht, Und des Himmels schwarzer Schleier Sich mit Sternen überfä't: dann wird die Brust mir freier Und das Wort wird zum Gebet! 2. Auf zu Gott muß ich mich schwingen, Preisen muß ich seine Macht; Dich, o Vater! muß ich singen, Der am Tag mir freundlich lacht, Und mit seiner Gnade Schwingen Mich beschüßt in grauser Nacht. 3. Ullbeglückend strömt dein Segen Durch die Fülle der Natur, Wie des Sommers milder Regen 407 - Labend auf die dürre Flur; Und auf tausend neuen Wegen Zeigt sich deiner Liebe Spur. 4. O begeisterndes Entzücken, Vater, dein Geschöpf zu sein! Voll Vertrau'n zum Himmel blicken, Deiner Schöpfung sich zu freu'n, Und in allen Augenblicken Herz und Leben dir zu weih'n! 5. Froh kann ich den Tag beschließen, Wenn ich auf zu Gott geschaut; Froh darf ich die Nacht begrüßen, Denn mein Geist ist dir vertraut. Ruhe kann nur der genießen, Der auf Gott die Hoffnung baut. 336. Eigene Melodie. In 1. Sn der Sterne Licht, In dem Monde spricht Gütig unser Gott. Unser Vater wacht Auch in dunkler Nacht, Schirmet vor dem Tod. 2. In die Sterne schau, Auf den Vater trau', Der sie Alle ruft; Keiner bleibt zurück. Mich auch ruft sein Blick Einstens aus der Gruft. 3. Lebensspender! Gott! Du wehrst einst dem Tod, Und kein Auge weint. Du, des Lichtes Quell, Machst die Nächte hell, Ew'ge Sonne scheint. G ne 408 4. Ew'ge Sonne, du! Schenk' uns sanfte Ruh', - Weih' dem Tod' uns nicht. Bleib', o Gott, mein Theil! Sende mir dein Heil, Du, der Lichter Licht! VIII. Sabbathlieder. 337. Mel. Was rennst du durch) des Lebens Pfade. 1. Sei uns willkommen, heil'ge Feier, Vom Vater uns zum Heil geschenkt! Es fühlt der Mensch sich leichter, freier, Wenn er sein Werk still überdenkt. Du bringst Erholung, Seelenruh', Und führest uns dem Vater zu. 2. Du läsfest Mühen uns vergessen, Und träufelst Balsam in die Brust; Du stimmst das Herz zum Lobe dessen, Der uns verlieh die Sabbathlust. 1 Es fliehet Sorg' und Noth und Qual; Der Sabbath ist uns Freudenmahl. 3. Du senkst in uns die heit're Stille, Zu sammeln den zerstreuten Geist; Erweckst das Herz zur Dankesfülle, 3u feiern ihn, den gern es preis't. Dank dir, o Gott, für dieses Heil, Daß uns der Sabbath ward zu Theil! 4. Drum will ich dir die Ruhe weihen, Allvater! dir und deinem Ruhm, Und sammeln mich mit deinen Treuen, Unbetend dich im Heiligthum. Dich laut verkünden soll mein Dank, Mit Saitenspiel und Lobgesang. 409 5. Dank dir, o Vater, für die Kräfte, Die du zur Arbeit mir verlieh'n; Sie nåhrt in mir des Lebens Säfte, Und Segen krönet mein Bemüh'n. Dank dir, o Bater, für die Ruh', Sie führt mir neue Kräfte zu. 6. Sest Urbeit meinem Geiste Schranken, Und schwächt den Himmelssinn in mir: So weckt der Sabbath die Gedanken, Und hebt sie hoch empor zu dir; Er zeigt, wie deine weise Hand Die Arbeit mit der Ruh' verband. 7. Und schwindet einst des Lebens Stärke, Empfahet mich des Grabes Ruh', Bin ich dann reif zum höhern Werke, Führt mich der Tod dem Himmel zu: Ein Sabbath wird die Ewigkeit, Und ich bin ganz dem Herrn geweiht. 338. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Wenn des Sabbaths Feierstille, Unser Herz mit Luft erfüllt, Und aus höb'rer Freuden Fülle Jedem Frommen Labung quillt: Dann ertönen Freudenlieder, Heil'ger Gottesruf erschallt, Und die Undacht übet wieder Ihre himmlische Gewalt. 2. Wenn uns in dem wilden Treiben Einer stets bewegten Welt Wenig höh're Freuden bleiben, Nichts den höh'ren Sinn erhålt: Kommt der Sabbath, zu erlösen Uns vom niedern Erdenstaub, 18 410 Daß wir nicht, als höh're Wesen, Werden ganz der Sinne Raub. - - 3. Nach der Arbeit Kampfgewühle Ruh'n wir von des Tagwerks Last; Von des Lebens eitlem Spiele Findet hier der Dulder Rast. Draußen mag die Sorge quålen, Unter der der Geist erschlafft; Un dem Sabbathfest der Seelen Stårket uns der Andacht Kraft. 4. In des Hauses trautem Kreise Kehrt die fromme Feier ein; Kinder laben sich und Greise Un des Sabbaths Sonnenschein. Neue Macht gewinnt der Glaube; Da vergißt der rein're Sinn, Was ihn reizt im niedern Staube, Erdenlust und Erdgewinn. 5. Hier in dieses Tempels Hallen, Wo uns Gottes Geist umschwebt, Wo des Dankes Lieder schallen; Jede Lippe freudig bebt: Fühlt der Mensch, aus Staub geboren, Sich als seines Gottes Kind, Fühlen wir, daß wir erkoren Für ein höh'res Leben sind. 6. Hier enthüllt es sich den Blicken: Dieser Erde nicht'ges Spiel Kann die Seele nicht beglücken, Führen nicht an's Lebensziel. Höh'res Hoffen, höh'res Sehnen Füllt die froh bewegte Brust, Und der Erde bitt're Thränen Wandein sich in Himmelslust. 411 7. Für das höh're Reich der Geister, Für die Ewigkeit erschuf Uns der Schöpfung großer Meister. ,, Naht euch mir!" ist Gottes Ruf. Ruh' denn das geschäft'ge Leben, Ruhe des Erwerbes Streit! Daß die Seelen sich erheben Zu dem Reich der Seligkeit. - 8. Heil'ger Gott! zu deinen Sphären Schwinget freudig sich der Geist, Deinen Namen zu verehren, Den das ganze Weltall preis't. Laß, so oft wir hier uns finden, Deinen Segen uns empfah'n, Laß uns reiner stets von Sünden Deinem heil'gen Tempel nah'n! 339. Mel. Uns ergreift zc. 1. Gottesruhe, Sabbath- Stille, Komm vom Thron des Ewigen! Bring' der hohen Andacht Fülle In das Herz der Feiernden! Daß sie sich der Welt entschwingen, Hören, beten, danken, singen. 2. Mach' sie himmlisch, unsre Seelen; Schreck' die Fluth der Leidenschaft! Wenn uns Erdenforgen quålen, Geist des Herrn! so gieb uns Kraft, Wahrheit, Leben, Licht und Stärke, Hinzuschau'n auf Gottes Werke. 3. Tröste die mit schwerem Herzen, Gott! vor dir im Tempel steh'n; Sieh' herab auf ihre Schmerzen, Und der stummen Blicke Fleh'n! 18* 412 Sammle Thränen, so die Deinen In der Gluth der Andacht weinen. - 4. Wenn wir unsre Hånd' erheben Für die Obern, für das Land, Für der treuen Bürger Leben, Für die Werke deiner Hand: Dann, o Gott! von deinen Höhen, Send' Erhörung unserm Flehen! 5. Gottesruhe, Sabbath- Stille, Komm vom Thron des Ewigen! Bring' der hohen Andacht Fülle, In das Herz der Feiernden! Daß sie sich der Welt entschwingen, Hören, beten, danken, singen. 340. Mel. Wir schau'n zu dir. 1. In Zuversicht auf deine Güte Betreten wir, o Gott! dein Haus; Zu dir erhebt sich das Gemüthe, Strömt sein Gefühl in Liedern aus. Der Sabbath leitet uns zu dir: Herr, unser Gott! Dich suchen wir. 2. O segne du die frommen Triebe, Die du uns in das Herz gelegt. Wir fühlen's tief, wie deine Liebe Uns schüßend durch das Leben trägt. Gerührten Herzens beten wir: Herr, unser Gott! Wir danken dir! 3. Umstrickt von niederm Alltagsleben, Verlockt uns oft der Erde Spiel; Doch heiligt hier sich unser Streben, Auf's Neue für ein höh'res Ziel. Dein Wort zu hören, kommen wir: Herr, unser Gott! Wir folgen dir. 413 4. Unendlich ist des Sabbaths Segen, Wenn wir nur seinen Ruf versteh'n; Nicht tråger Ruhe nur zu pflegen, Zur Heil'gung ist er auserseh'n. Zur Andacht sammeln wir uns hier: Herr, unser Gott! Dich loben wir. - -- 5. D lehr' uns unsre Tage zählen, 1. Und weise wirken in der Zeit! Der Sabbath soll uns neu beseelen, Zu würd'ger, frommer Thätigkeit. So dienen wir in Ehrfurcht dir: Herr, unser Gott! Dir leben wir. 6. Und heißest du uns stille stehen, In unsres Wirkens regem Lauf, In's beff're Land hinüber gehen Dann nimmst du uns zu Ehren auf; Dann bleiben ewig wir in dir: Herr, unser Gott! Dir sterben wir. 341. Met. Gott ist mein Heil, Gott ifl mein Licht. S Herr, wie groß ist deine Macht! Wer kann sie preisen nach Gebühr? Sie zeigt sich groß in Tag, in Nacht, Um Himmel dort, auf Erden hier. In Allem zeigt sich uns die Hand, Die diese Welt dem Nichts entwand. 2. Das Auge schauet hier empor, Und Staunen fesselt ihm den Blick. Es lauschet dort entzückt das Ohr Dem Jubelton, der Wesen Glück; Und froh erhebt sich das Gemüth, Von heiligem Gefühl durchglüht. 10 3. Drum gab dir Gott ein fühlend Herz, O Mensch, vor allem Erdgebild', 414 3u preisen ihn in Freud' und Schmerz, Der selbst im Strafen ist so mild. Denn Alles nüßt und Alles frommt, ise Was von dem Gott der Liebe kommt. 4. Den Tag erhellt der Sonne Licht, Bestimmt ist er zur Thätigkeit; Er übt die Kraft, er ruft zur Pflicht, Verleiht dem Menschen Heiterkeit; Und selbst was schwer zu tragen scheint, Ist nur mit unserm Wohl vereint. HOLDE n mansid t 5. Und wenn des Abends Dämmerschein Den Erdenkreis mit Schatten deckt, So ladet süße Ruh' uns ein, Bis früh die Morgenröthe weckt. Durch mitternächtlich Dunkel schafft Uns Gott erneute Lebenskraft. 6. Den Sabbath hat der Herr erwählt, Auf daß wir ihn der Ruhe weih'n; Und wen ein höh'rer Geist beseelt, Mag seines Gottes sich erfreu'n, Mit Herz und Seele, tief gerührt, Zum Dank sich nah'n, der Gott gebührt. 7. So richten wir denn unsern Blick Voll Rührung, Herr, hinauf zu dir! Du sorgst ja stets für unser Glück, Allvater, nimm den Dank dafür! Sei feierlich von uns verehrt, So oft der Sabbath wiederkehrt. 8. O laß ihn, Herr, sich stets erneu'n, Zur heil'gen Feier deiner Huld! Bis du uns rufft zum schön'ren Sein, Und wir, befreit von Erdenschuld, In höh'rer Klarheit vor dir steh'n, Den ew'gen Sabbath zu begeh'n. 415 342. Eigene Melodie 1. Heilge Sabbath- Ruhe! O dich grüßt des Frommen Mund; Du thust Gottes Lieb' ihm kund, Die ihn leitet himmelwärts, Und beseligt Geist und Herz. 2. Heil'ge Sabbath- Stille! O dich preis't des Frommen Mund; Bürgst ihm Gottes Gnadenbund, Der zur Erde dich gesandt, Seiner Treue Unterpfand. 3. Heil'ge Sabbath- Feier! - O dir jauchzen Geist und Herz, Dir entschwinden Leid und Schmerz; Auch der Sklave athmet frei, Fühlt, daß Gottes Bild er sei.d 4. Heil'ge Sabbath- Freude! Dzieh' ein in unsre Brust, Werd' uns reine Seelenlust; Und in frommer Andacht Chor Trag' uns hoch zu Gott empor. 5. Heil'ge Sabbath- Lehre! Stimme du den höhern Sinn Für des Lebens Hochgewinn, Für den Glauben, für die Pflicht, Für der Wahrheit göttlich Licht. 6. Vater in den Höhen! Blick von deinem heil'gen Thron Nieder auf den Erdensohn; Dieser Tag sei dir geweiht, Sei uns Bild der Ewigkeit. 18 - 1. 416 - 343.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. Gott ist mein Heil, er steht mir bei, Auf ihn vertrau' ich ohne Zagen; Er rettet mich, er macht mich frei, Und in des Unglücks trüben Tagen Erhöret er mein Angstgeschrei. Mein Sieg, mein Saitenspiel ist Gott; Stets war er Retter in der Noth. 2. Mit Freuden laßt uns schöpfen hier, Hier an des Heiles frischer Quelle; Zum Höchsten muthig schauen wir, Sein Licht macht unsre Pfade helle. Sein Nam' ist unsre Kraft und Zier; Zu jeder Zeit, an jedem Ort Erquickt uns seiner Liebe Wort. 3. Stets hat er Israel beschüßt; 4 Es hat sein ew'ger, heil'ger Wille Stets Jakobs schwache Kraft gestüßt, Verliehen ihm der Freuden Fülle, Und seine Güte währt noch ist. Für uns, wie zu der Våter Zeit, Ist seine Gnade stets bereit. 4. Frohlockend heb' ich ihn empor, Den Kelch des Heils, der nie sich leeret, Und sing' in frommer Brüder Chor Den Gott, deß Güte ewig währet. Er öffnet uns des Himmels Thor, Und durch des Sabbaths heil'ge Ruh', Führt er uns höhern Welten zu. 5. Der Sabbath- Feier süße Pflicht, Wie ist sie für den Geist entzückend! - 417 Sie füllt das Herz mit reinem Licht, Mit Himmelssegen uns erquickend. Der Erdensinn erkennt dich nicht; Uns sollst du hoch gefeiert sein, Du Gottestag, wir freu'n uns dein! - IX. Die Jahreszeiten. 344. Met. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Dir, o Bater, will ich singen, Weihen dir mein frommes Lied; Will zu deinem Thron mich schwingen, Worte geben dem Gemüth, 2. Schön hast du die Welt geschmücket, Balsamduft umhergestreut, Deinen Odem ausgeschicket, Daß sich Herz und Geist erfreut. 3. In dem Meere reicher Wonne, Das um tausend Wesen fleußt, Spiegelt sich des Lenzes Sonne, Die mit uns dich, Bater, preis't. 4. Hallelujah in den Höhen, Preis und Ruhm auf Erden hier! Gott läßt uns sein Untlig sehen, Ihm nur jauchzet für und für! 5. Grabesnacht umzog die Erde, Dede stand die Winterflur- Vater, da riefst du: Es werde! Nun frohlocket die Natur. 6. Uns wird auch dein Ruf verklären, Ew'ger Frühling uns umweh'n Einst in sel'gen Himmelssphären, Wenn wir dort dein Antlig seh'n. 418 345. mel. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir. Auf, Luf, Brüder, stimmet an dem Herrn, Stimmt an den schönsten Lobgefang! Nun weht sein Odem nah und fern, Nun schall' ihm unsrer Saiten Klang! 1. - - 2. Aus Winterruh' ist neu erwacht, Ist neu geboren die Natur; Ihr Menschen, schaut der Schöpfung Pracht! Wir fassen's nicht, wir staunen nur. 3. Wie freundlich blickt der Herr und mild Auf die, so er in's Dasein rief! Die Welt ist seiner Gnad' erfüllt; Er thront so hoch und schaut so tief. 4. Von ihm kommt milder Sonnenstrahl, Er läßt die lauen Lüfte weh'n; Auf seinen Wink erblüht das Thal, Er sendet Lust durch Wald und Höh'n. 5. Erwach' denn, Frühling in der Brust, Auch uns belebe neue Kraft! An Wohlthun findet eure Lust, Und ahmt ihm nach, der Segen schafft. 6. Dem Herrn genügt nicht Lippendank. Genießet weise, was er gab; Befolgt sein Beispiel lebenslang: Seid Armen Schuß, den Schwachen Stab, 7. Wohl blutet manche Wunde noch, Die Brüdern schlug des Winters Zorn; Auf, Glückliche, so helfet doch, Auf, öffnet gern des Heiles Born! 8. Wenn höh're Lust das Herz durchglüht, Sind wir zur edlen That bereit; Der Tugend weiht sich das Gemüth, Und Wohlthun führt zur Seligkeit. 419 9. So will's der Herr, der Lenze schafft, Deß sind wir freudig uns bewußt; Sein Geist erneut auch unsre Kraft, Der Frühling lebt in unsrer Brust. CN3 346. Mel. Auf und jauchze, meine Seele. 1. Gott, dir jauchzen unsre Lieder, Unser Dank schallt himmelan, Daß nun deine Schöpfung wieder Frische Lebenskraft gewann; Daß von deinem Hauch bewegt, Alles jugendlich sich regt. 2. Mild're Wärme hauchet Wonne Durch der Schöpfung weiten Raum; Leben spielt im Strahl der Sonne, Leben quillt vom Blüthensaum. Das thut unfres Gottes Kraft, Sie, die ewig lebt und schafft! 3. Gott! du kleidest Wies' und Fluren Nun mit frischem, heiterm Grün; Deiner treuen Liebe Spuren Seh'n wir freudig um uns blüh'n. Dein, o Gott, ist diese Pracht, Du hast Alles wohl gemacht! 4. Tief in guter Menschen Herzen Dringt des Lenzes heil'ger Ruf; Mildert, heilet sanft die Schmerzen, Die das rauhe Leben schuf. Ruhe zieht in's Inn're ein, Lös't in Wehmuth bange Pein. 5. Gott wird jedem Feinde wehren, Er kann helfen, er allein; Frommes Flehen wird er hören, Seinen Kindern gnädig sein. 420 Der den zarten Halm erquickt, Tilgt den Kummer, der uns drückt. - 1. - 6. Ja, aus reichen Quellen fließen Auch für uns der Freuden viel; Laßt uns heiter sie genießen, Rein mit frommen Dankgefühl! Hemmt ein Unfall auch den Lauf: Blickt getrost zum Vater auf! 7. Drum frohlocke, was da lebet, Daß ihm Gott das Dasein gab; Wo ein Dankeslaut sich hebet, Schaut er liebevoll herab. Hallelujah, jauchzt und singt: Gott hat seine Welt verjungt! 347. Eigene Melodie. Erwache! rief mein Gott, Erwache froh, Natur! Da schmückte sich die Flur, Zum Leben ward der Tod. Gott låst in Blumenkränzen Die Erde neu erglänzen. 2. Vernehmt den Jubelklang Rings auf dem Erdenball; Im großen Welten all Ertonet Wonnesang. Und für das neue Werde! Dankt dir, o Gott, die Erde. 3. Und wir verstummen, wir, Wo Alles jauchzt und singt? Nein, Gott! noch höher schwingt Der Mensch sich auf zu dir. Die reinste Kindesliebe Sind seines Dankes Triebe. 421 4. Wir jauchzen himmelwärts, Der Vater blickt uns an; Das Wort nicht danken kann, Im Kinde dankt das Herz. Gemüther sind Altåre; Gefühle- Jubelchore. - 5. Und die verschmähst du nicht, Liebst diesen Psalmenton, Bis einst des Staubes Sohn Dich schaut im hellern Licht; Mit Engeln wir dich loben Im ew'gen Lenze droben. 348. Mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Froh erheb' ich die Gedanken Zu dem Schöpfer der Natur; Seine Liebe sonder Schranken Predigt laut die weite Flur. 2. Ueberall, wohin ich blicke, Nehm' ich mit Entzücken wahr, Wie du, Vater der Geschicke, Alles schufft so wunderbar. 3. Alles blühet, reifet, reget Sich in lebensvoller Lust, Und auch mir wird froh beweget Tief im Innern meine Brust. 4. Dank dir für die goldne Nehre, Für der Blüthen süßen Duft; Dank dir für der Vögel Chöre, Für des Sommers sanfte Luft. 5. Dank dir für die milden Früchte, Die mir Feld und Garten beut, Die gereift vom Sonnenlichte Und des Regens Fruchtbarkeit. 422 6. Herr, du schickst des Blites Feuer Und des Donners lauten Schall; Thier und Menschen werden freier, Freude herrschet überall. --7. Gott! ich preise deine Güte, Die dies Alles schafft, erhält; Dankend hebt sich mein Gemüthe, Betet an den Herrn der Welt. 349.( f. 145, 15. 16.) Eigene Melodie. 1. Die Saaten keimen froh empor, Und Früchte blüh'n an allen Wegen; Es jauchzet aller Wesen Chor, Und hofft auf reichen Erntesegen. Wer läßt die Saat gedeih'n? Wer wird ihr Schuß verleih'n? ,, Auf dich, o Herr, schau'n Aller Augen!" 2. Es reifen Ernten aus der Saat L Du, Vater, giebst uns deinen Segen; Du bist's, der sie gepfleget hat, Durch Sonnenschein und Regen. Gott, Alles kommt von dir! Und Alle danken dir, Daß du verleihest deine Fülle." 3. Oft drücket uns der Sorgen Last, Und schwerer Kampf ist uns beschieden; Wir suchen sehnend ohne Rast Den Nahrungsquell in Frieden. Doch wir verzagen nicht, Wenn uns auch Brot gebricht: Du öffnest deine Hand mit Milde!" 4. O betet an den Herrn der Welt, Der selbst des Wurmes immer denket! Der väterlich die Seinen hält, 423 Und liebevoll die Welten lenket. Er rettet aus der Noth; Er giebt uns täglich Brot: Was lebt, erfreut sich seiner Güte." - - 350. Mel. Unbetend schau'n wir zu dir auf. 1. Des segensreichen Herbstes Licht Beleuchtet sanft die Fluren. Wer sieht, o Gott, auch darin nicht Noch deiner Güte Spuren? Noch sorgst du für der Kinder Glück, Und wendest eher nicht den Blick, Als bis du es vollendet. 2. Noch reifen Früchte deiner Hand In Gärten und auf Feldern; Noch krönest du mit Gut das Land Auf Hügeln und in Wäldern. Der Reben Saft soll uns erfreu'n, Des Feldes Thier uns Nahrung sein, Mit Kraft uns auszurüsten. 3. Der Herbst sei uns des Frommen Bild, Der noch im Scheiden segnet, Und dem im Alter hold und mild Sein Gott und Herr begegnet. Mag nun des Lebens Sommer flieh'n, Und er bald von der Erde zieh'n- Er gehet reich von hinnen. 4. Mit seinem Alter naht heran Des Lebens reichste Ernte, Weil er auf seiner Lebensbahn Die wahre Weisheit lernte. Im Kreis der Seinen wirkte er Schon lange segnend um sich her, Und warb um seine Krone. 424 5. Bald wird auch diese Herrlichkeit Des milden Herbstes schwinden, Und eine stürmisch rauhe Zeit Des Winters Näh' verkünden. Dann zieht der Mensch mit seinem Glück Sich in der Heimath Heerd zurück, Und sieht dem Lenz' entgegen. - 6. Das ist des Alters Einsamkeit Mit ihren stillen Freuden! Wer fromm durchlebte seine Zeit, Freut sich bei ihrem Scheiden. Die Hoffnung kehret mit ihm ein, Und läßt ihn schon im Wiederschein Des Himmels Näh' empfinden. 1. 351. Mel. Ich schau' nach jener Höhe. Auf, singt des Dankes Lieder, Stimmt an den Lobgefang! Auf, jauchzet, fromme Brüder! Nun schlägt kein Herz mehr bang. Gott schenkte seinen Segen Der nåhrenden Natur, Wir schau'n auf allen Wegen Des milden Gebers Spur. 2. Gott gab, was wir erflehet, Was fromm der Landmann bat; Umsonst ward nicht gefået, Gott schüßte unsre Saat. Was Leib und Seele nähret Hat uns der Herr verlieh'n, Hat Ueberfluß gewähret. Ihr Brüder, preiset ihn! 3. Für jedes seiner Wesen Sorgt er mit gleicher Huld; 425 Er denket selbst dem Bösen Nicht seine schwere Schuld. Er fåttiget mit Fülle, Die er zur Freude schuf; Beglücken ist sein Wille, 3ur Seligkeit sein Ruf. - 4. nüset Gottes Gaben Mit weiser Måßigkeit; m Die Dürftigen zu laben, Seid immerdar bereit. ihr, in Gottes Bilde, Seid seiner Liebe werth;Seid gütig stets und milde, 10 Wie uns sein Beispiel lehrt. 5. Seh'n wir den Sommer scheiden, Und sinkt das welke Laub: Gott beut uns dennoch Freuden, Wir beten an im Staub. Mag Blatt und Blüthe sinken Gott ist unwandelbar; Er wird von Neuem winken Verjünget ist das Jahr. 6. Drum lasset uns nicht zagen, Laßt seiner Huld uns trau'n, In rauhen Wintertagen Auf seine Liebe schau'n. Laßt nur den Winter kommen, Laßt rauhe Winde weh'n, Gott schüßet seine Frommen, Låßt sie nicht untergeh'n. - 7. Laßt wilde Wetter wüthen, Auf schneebedecktem Land, Der Herr wird uns behüten, Wir sind in seiner Hand. 426 — Den Blick empor gehoben, Empór zu unserm Gott! Die Hülfe kommt von oben, Vom Retter aus der Noth. 352. Eigene Melodie. 1. Der Sommer ist dahin gegangen, Mit seiner reichen Segensspur; C Und uns erfüllt ein leises Bangen, Beim Unblick der entlaubten Flur. Doch laut der Hoffnung Stimme spricht: Der Herr verläßt die Seinen nicht! 2. Wenn rauhe Winterstürme wüthen, Dann schüßet uns sein Vaterarm; Dann wird er liebend uns behüten Dann weht sein Liebesodem warm. In welch' Gewand Natur sich hüllt Sie trågt des Schöpfers freundlich Bild. - 3. Der Sommer weckt zu neuem Leben, Ruft zum Genuß, zur Fröhlichkeit; Der Winter mahnt an ernstes Streben, An fromme, stille Häuslichkeit. Dem frommen, gottergeb'nen Sinn Wird jede Zeit zum Hochgewinn. 4. Gott spendet ungleich seine Gaben, Giebt jenem wenig, diesem viel; Drum gern den ärmern Bruder laben, Dies sei des Reichen schönstes Ziel. Wer hier des Guten Saat gestreut, Der erntet in der Ewigkeit. 5. Und wem die Last zu schwer zu tragen, Der eile in des Ew'gen Haus; Der Herr vernimmt des Dulders Klagen, Und hilft dem frommen Beter aus. 427 Im Heiligthum ist's mild und hell, Und nie versiegt der Liebe Quell. - llom 6. So können wir mit Gottvertrauen Dem Winter froh entgegen geh'n, Wenn auf des Höchsten Schuß wir bauen, Und gern uns hülfreich nahe steh'n; Bis uns nach kurzer Winternacht, Ein neuer, schön'rer Frühling lacht. Raito 7. und du, Regierer aller Zeiten, Du bist so gnadenreich, so groß! Du wirst mit deiner Huld uns leiten, Und gnädig wenden unser Loos. Drum, was uns auch das Leben beut, Dich loben wir in Ewigkeit! 353. Mel. Gott, meine ganze Seele. 1. Des Winters Winde wehen 215 Hin über Feld und Wald; In Thälern und auf Höhen Ist Alles öd' und kalt. Leer sind nun alle Fluren, Kein Baum giebt Schatten jest; Hin sind der Schönheit Spuren, Die früher uns ergößt. 2. Doch auch des Winters Tage Es schickt sie unser Gott; Drum sind sie nicht zur Plage Geschaffen, noch zur Noth. Erstorben ruht die Erde, Doch währt's nur kurze Zeit, Dann ruft des Schöpfers Werde! Und Alles blüht erneut. 428 - 3. Laßt rauhe Stürme toben! Nie zagt des Frommen Herz. Wir wollen, Herr! dich loben, In Freuden und im Schmerz. Zur Bess'rung schickst du Leiden, Zum Heile schickst du Noth; Dann wandelst du in Freuden, dass Was uns Verderben droht. Be 4. Drum zaget nicht, ihr Brüder, Wenn Winternoth euch drückt; Gott giebt euch Freude wieder, Gott, der so gern beglückt. Und ihr, die Gottes Segen Vor Mangel hat geschüßt, O geht in Gottes Wegen, Helft, tröstet, liebt und nüßt! 特價: 88 5. Uns hat der Gott der Milde Zur Tugend auserseh'n, Daß wir in seinem Bilde Auch seine Wege gehn. Darum, wo Brüder klagen Sei Brüderhülfe nah; Es steh' in Winters Tagen Kein Mensch verlassen da. MC - m 6. Dann mag es draußen stürmen! Wohnt Lieb' in unsrer BrustUns wird der Herr beschirmen, Deß sind wir uns bewußt.r@ Ja, Gottes Odem wehet, b Auch jest in der Natur, Und was das Aug' erspähet, Ist seiner Liebe Spur. -- 429 - 354. Eigene Melodie. 1. Preis dir, o Gott und Bater droben, Der Wunder schaffet ohne Zahl! Wie sehr des Winters Stürme toben Wer sich der Aumacht Schuß befahl, Ist wohl geborgen, Erlös't von Sorgen; Gott ist ihm nah: Hallelujah! - 2. Schaut auf zu Gott, der ewig thronet! Die Zeiten wechseln er besteht. Er ist's, der in den Höhen wohnet, Doch auch die tiefste Tief' erspäht. Ruft Gott: Es werde! Deckt Schnee die Erde; Wenn er gebeut, Gehorcht die Zeit. - 3. Lobt ihn, der Schnee wie Wolle streuet, Gebirg' aus Eisesschollen schafft; Doch gegen Frost uns Schuß verleihet, Den Körper ståhlt mit Wunderkraft. Gott hört die Bitte, So aus der Hütte Der Urmen steigt Das Elend weicht. anu phie 4. Wie weif' ist Gott auf allen Wegen! Wie voller Huld und Freundlichkeit! Wie nahe grånzt an Erntesegen Des Winters dürre Jahreszeit! Es ist sein Wille: - Des Herbstes Fülle Wehr' ab die Noth Durch Kleid und Brot. sot mut most sic 1. 430 5. Erstorben scheinet uns die Erde, Verwais't Gefild' und Blumenflur; Doch bald ruft Gott sein mächtig Werde! Und neu verjüngt ist die Natur. Gott kann ich trauen, Aus Nacht und Grauen Ruft er das Licht; Drum zag' ich nicht! - - 6. Gott schlummert nicht, ist mächtig, weise; Einst wird von ihm der Tod gesandt, Der führt uns aus dem Erdenkreise, Und zeiget uns des Grabes Rand. Doch ewig lebet, Was aufwärts strebet; Die Hülle sinkt Der Frühling winkt. X. Festlieder. a. Festesfeier im Allgemeinen. 355. Mel. Ich bin der Herr, dein Gott. s öffnen sich der Andacht heil'ge Pforten, Wir treten ein, lobfingen Gott, dem Herrn; Zum Feste kommt mit freud'gen Dankesworten Die fromme Schaar, und Gott empfängt sie gern. Chor: Gelobt sei Gott, der gütig uns empfängt, Wenn frommer Sinn zu seinem Thron uns lenkt. CUST 2. Nimm huldreich auf die Töne unsres Mundes, Die Lust an dir, o Gott, wird zum Gesang! Wir freuen uns der Worte deines Bundes, Wir sind dein Volk, o König, dir sei Dank! Chor: Gelobt sei Gott, der seines Bundes denkt, Sein Volk beschüßt, und seine Huld ihm schenkt. 431 3. Wir sammeln uns zur heil'gen Festesfeier, Das Irdische verschwindet um uns her; Die Liebe herrscht, die Herzen schlagen freier, Den Trauernden hüllt keine Trauer mehr. Chor: Gelobt sei Gott, der uns in Lieb' erfreut, Aus Vaterhuld den Festtag uns gebeut. 4. Bater! gieb zum Feste deinen Segen, Und heil'ge uns durch deine Gegenwart; Dein Wort führ' uns der höhern Freud' entgegen, Es ward zum Heil, zur Freud' uns offenbart. Chor: Gelobt sei Gott, deß Liebe uns belebt, Und dessen Wort erfreuend uns erhebt. 5. Welch' hohes Lied, und welche heil'ge Weise Besingt nach Werth, Herr, deine Freundlichkeit!. Nimm unsre Lust, o Gott, zu deinem Preise! Nimm unser Herz, es sei dir ganz geweiht! Chor: Gelobt sei Gott, dem unser Herz geweiht; Denn seine Huld, sie währt in Ewigkeit. 356. Eigene Melodie. 1. Preiset, verherrlicht heut Gott, der euch hoch erfreut! Betet ihn an! Heut' an dem heil'gen Tag Ward uns die Seele wach; Denket den Wundern nach, Die er gethan. 2. Groß ist der Herr an Macht, Reich seiner Werke Pracht, Licht sein Gewand. Himmel und Erd' ist sein, Er schuf sie, er allein, Will ihr Erhalter sein Mit starker Hand. 432 3. Nieder zur Erdenwelt — Schaust du vom Himmelszelt, Vater! mit Huld; Schüßest uns vor Gefahr, Nimmst unsres Heiles wahr, Führest uns wunderbar, Tilgest die Schuld. 4. 3agt nicht in Leid und Noth! Was uns auch hier bedroht, Scheuchet er fern. Gnådig mit Vatertreu' Ließ er aus Sclaverei Unsere Våter frei, Preiset den Herrn! 5. Wer ist, wie unser Hort, Der so durch That und Wort, Welten entzückt? Wer unter Mächten, wer, Führt sein erlös'tes Heer Durch das zertheilte Meer, Frei und beglückt? 6. Frei vom Tyrannenjoch, Trugen wir Fesseln noch, Fröhnten dem Wahn; Aber auf Sinai's Höh'n Sollte das Heil entsteh'n, So war's im göttlichen Ewigen Plan. 7. Bringet dem Heil'gen Dank! e Singet ihm Hochgesang! Ihm, der uns liebt, Gott, der uns heilig weiht, Der uns vom Wahn befreit, Und für die Seligkeit Lehren uns giebt. 433 8. Selig, wer fest vertraut, Stets zu dem Vater schaut, Muthig im Schmerz. Einst auf der öden Bahn Nahm er sich unser an; Ihm nur sei unterthan Jegliches Herz. 1. 9. Preiset mit Wort und That Ihn, der des Feldes Saat Schenket Gedeih'n. Segen erfüllt das Land, Milde von Vaterhand Reichlich herabgesandt, Uns zu erfreu'n. 10. Selig ist unser Loos; Gott, der uns liebt, ist groß, Immer uns nah. Ihm, der uns hoch erfreut, Ihm sei dies Fest geweiht, Preis ihm in Ewigkeit, Hallelujah! b. peßach. 357. Eigene Melodie. Zu dir, der du so hoch erhoben, Zu dir, den Erd' und Himmel loben, Und dessen mächt'ge Schöpferkraft Alltäglich neue Wunder schafft, Zu dir erhebt sich unser Dank. 2. Du lös'teft in der Knechtschaft Lande Die drückend schweren Sclavenbande; 19 808 434 Durch deine Huld ward sanft und mild Der lang' genährte Wunsch gestillt, Ein freies Volk vor Gott zu sein. - 3. Nichts gleicht auf Erden jenem Glücke, Nichts jenem sel'gen Augenblicke, Wenn in der Knechtschaft düstre Nacht Zur Freiheit mild die Hoffnung lacht, Die Fessel dann dem Arm entsinkt. 4. Allmacht'ger, für die Batergüte Dankt dir mit kindlichem Gemüthe Dein Volk in diesem Heiligthum, Verkündet deiner Allmacht Ruhm, Und rufet laut: Der Herr ist groß! Sil 358. Met. was rennst du durch des Lebens Pfade. 10 1. Dir, Herr, sei diese Festeswoche In stiller Dankbarkeit geweiht! Du hast die Våter von dem Joche Der tiefsten Sclaverei befreit. Durch Moseh, deinen Knecht, entwand Sie einst dein Ruf des Drångers Hand. 2. Wie war das Volk gequält, verachtet, Das du dir, Herr, erwählet hast! Wie hatten sie in Noth geschmachtet! Wie drückte sie der Arbeit Laft! Du sahst die Noth, sie suchten dich, Und deine Huld erbarmte sich. 18 ACCOU 3. Den strengen Herrscher zu bewegen, Erfolgte Strafe, Schlag auf Schlag; Bis endlich unter harten Schlägen Sein Stolz doch deiner Macht erlag, Sein Frevel dann durch deine Hand Den Tod in Meereswellen fand. And 435 4. Das hast du, allgewalt'ger Retter, Un unsern Våtern einst gethan. Drum, Ew'ger, keine andern Götter,** Dich beten wir im Staube an; Du bist allein der Herr der Welt, Un den sich unser Glaube hält. 5. Noch immer bist du unsre Stüße, Du Herrscher aller Welten, du! Du führst uns måchtig dem Besitze Beseligender Freiheit zu; Und lenkest unsrer Fürsten Sinn Zu unserm Schuß und Glücke hin. 6. Uns zeigen Lehrer, wie man lebe, Von finsterm Wahne frei, Wie unser Gottesdienst sich hebe, Und deiner, Herr, stets würdig sei. Laß dieser Freiheit uns zu freu'n, Sich unser Herz dir immer weih'n! 7. Laß Treue gegen Obrigkeiten Der Unterthanen Losung sein, Und flöße, Herzenslenker, Beiden Vertrauen gegenseitig ein! ANDE rode Wer eingedenk lebt seiner Pflicht, Dem fehlt, o Gott! dein Beistand nicht. 359. Eigene Melodie. 1. Wir denken heut vergang'ner Zeiten, Da von Mizraims Sclavenhaus, Herr, deine wunderbar Befreiten Mit lautem Jubel zogen aus. Ihr Arm war nun entkettet, Da du sie, Gott, gerettet Un helles Licht aus Nacht und Graus. 19* 436 2. In harte Knechtschaft tief versunken, War unermeßlich Jacobs Noth; Es schwand der lette Hoffnungsfunken, Rings herrschten Jammer, Schmach und Tod. Da schlugst du die Tyrannen Wir zogen frei von dannen, Von keinem Drangsal mehr bedroht. -- - 3. Du, Ew'ger, tödtest und belebest, Dein Wink regiert, dein Auge wacht; Du beugest nieder und erhebest, Dein ist die Weisheit, dein die Macht. Wann hat, was dort geschehen, Die Erde je gesehen? Die Wunder, die dein Arm vollbracht? 4. Daß aus der Zahl der Nationen Der Ew'ge sich ein Volk erkührt, Und durch der Feinde Legionen Zu seinem Heiligthum es führt, Mit Wundern und mit Zeichen, Die kein Gefang erreichen Und preisen kann, wie sich's gebührt? 5. Frei sollten Jacobs Kinder werden, Und wandeln in des Lichtes Bahn; Gebeugt von keiner Macht auf Erden, Und dir nur, Ew'ger, unterthan. Die Lehre gabst du ihnen, Und ihr getreu zu dienen Ist aller Weisheit höchster Plan. 6. Noch heut' ist diese heil'ge Lehre Israels und der Menschheit Zier, Und unser Reichthum, unsre Ehre Bei allen Völkern ruht in ihr; Du hast sie uns erhalten, Und nie kann sie veralten, Denn ihre Stimme zeugt von dir. 1886 437 7. Ja, Herr, du hast zu allen Zeiten Wie in Mizraim uns geschüßt, In Tausenden von Fährlichkeiten Mit deiner starken Hand gestüßt. So segne nun und immer, Verlaß das Hauflein nimmer, Das deiner Liebe Wort besigt. 1. 2. 3. - 360. Eigene Melodie. ( Einzelne Stimmen.) Wer nennt sich Herr? Wer Ewiger?" Sprach des Tyrannen Mund. Wer thut mir kund, Dem Fürstensohn Auf festem Thron, - Was mir zu thun gebühre, Wie ich das Scepter führe?" ( Die Gemeinde.) Ich bin der Herr, Bin Ewiger," So riefst du aus der Höh'; ,, Ich heile Noth und Weh'; Der Fürstensohn, Der feste Thron, Sie sollen untergeh'n, Mein Strafgerichte seh'n!" ( Einzelne Stimmen.) Wer nennt sich Herr? Wer Ewiger? Wer will aus meiner Hand, Aus felfenfestem Land Das Volk befrei'n, Und nennen sein? 4. 5. 6. 438 Ich, ich schlug es in Ketten Wer wagt es nun zu retten?" ( Die Gemeinde.) Ich bin der Herr, Bin Ewiger!" -- So sprachst du, Jacobs Gott. ,, Auch Fürsten sind mir Spott! Ich will befrei'n Und nennen mein, Die jest in Feffeln liegen; Sie sollen steigen, siegen." ( Einzelne Stimmen.) Wer nennt sich Herr? Wer Ewiger? Wer ist Gott Zebaoth, Der mir Verderben droht? Wer ist, der lebt Und nicht erbebt, So ich die Zunge rege? So ich die Hand bewege?" ( Die Gemeinde.) Ich bin der Herr, Bin Ewiger! Ich bin es, der die Welt In ihren Ungeln hält. Bei meinem Wink Des Weltalls Ring Zerfällt in grause Trümmer Nur ich, nur ich bleib' immer!" ( Einzelne Stimmen.) ,, Wer nennt sich Herr? Wer Ewiger?" - HO Hohnlächelt der Tyrann; ,, Er stürze, wenn er kann, 8. 9. 10. - 439 Die Stadt, das Land, Berreiß' das Band, Das an mein Volk mich bindet; Laß seh'n, wer überwindet!" ( Die Gemeinde.) ,, Ich bin der Herr, Bin Ewiger!" Du zeigtest deine Hand Und ganz Aegyptenland Fühlt deine Macht, Und Unglücksnacht - Traf alle Tugendspotter, Die Menschen, wie die Götter. Du bist der Herr! Du Ewiger! Du hieltest streng Gericht. Und selbst der Bösewicht Mit eignem Mund That er es kund: Du bist der Gott der Götter, Du strafft die Tugendspotter. Du bist der Herr! Du Ewiger! Bist unsres Heiles Quell! So rufet Israel; Haft uns befreit, Und dir geweiht. Drum tönt heut' fern und nah' Uus aller Mund: Hallelujah! 361. mel. Unendlicher, der ist und war. 1. Wie hehr und heilig ist der Tag, Der unsrer Våter Fessel brach, Zerbrach der Treiber Ruthe! 440 - Dir, Ew'ger! ihrem Retter, dir, Dem treuen Schußfels danken wir Mit neuerhöh'tem Muthe. Lange mußten sie ertragen Schwere Plagen Harter Bande In Aegyptens Sclavenlande. 2. Umnachtet war des Glaubens Licht; Der Tugend Lohn, Des Lebens Pflicht Hieß Wahn verkehrter Thoren. Da strahltest du, o Tag des Herrn! Und für uns ward des Heiles Stern In neuer Kraft geboren. Herrlich, göttlich glångt auf's Neue Glaub' und Treue, Lieb' und Wahrheit Unserm Volk in reiner Klarheit. 3. So laßt uns denn mit heiterm Muth Des Glaubens und der Freiheit Gut Zur fernsten Zeit bewahren! Des heut'gen Tages Kraft und Heil Sei noch der Enkel froher Theil, Ihr Schirm in Volksgefahren. Helfer! Retter! ach erhöre, Was die Chöre Auf den Schwingen Heil'ger Andacht zu dir bringen. 4. Hilf uns, des Friedens Werth versteh'n! Laß seine Palmen Stårkung weh'n Zum Tugendfleiß auf Erden! Gebeugt durch heißer Kämpfe Wuth, Geläutert durch der Trübsal Gluth, Lehr' Alle besser werden! Freier, treuer laß die Herzen, Nach den Schmerzen, 22 www 441 CA Für dich schlagen In den gold'nen Friedenstagen. 5. Herr! laß uns merken auf dein Wort! Mit Flammenschrift sei uns hinfort Tief eingeprägt die Lehre: ,, Seid wachsam auch im Glückesschooß, Im Glauben bleibet fest und groß, Zu Gottes Preis und Ehre!" Segen, Segen jedem Stande Strömt dem Lande, Das Gott trauet, Nicht auf Erdengößen bauet. 362. Eigene Melodie. 1. Vater, deine Liebe Zeigt sich mir so klar; Im Erlösungswerke Wird die ganze Stärke Dieser Liebe offenbar. Denk' ich nach, so find' ich dort Mir zum Trost dein heilig Wort. 2. ,, Mir will ich zum Volke Euch für immer weih'n; Mir nur angehören Sollt ihr, meinen Lehren Künftig nur gehorsam sein." Welch ein helles Freudenlicht! Liebe ist es, die so spricht. 3. Herr! mach' ihrer würdig Mich nach deinem Rath! Ich gehorche gerne; Aber noch zu ferne Von dem Willen bleibt die That: Ich bin immer noch nicht frei Von der Sünden Sclaverei. 1. 442 4. Immer noch beherrschen Erdenmächte mich, - Und mich loszuringen Will mir nicht gelingen, Gott, Erlöser, ohne dich. Geiz und Neid und Erdentand Halten mich mit fester Hand. 5. Hilf mir, Gott der Liebe, Deine Wege geh'n! Irdischen Gewalten, Die noch fest mich halten, Hilf mir kräftig widersteh'n! Daß ich, aller Feffel frei, Ganz nur dein auf ewig sei. 363.( 2m 7. Festtage.) Eigene Melodie. Herr, wie groß sind deine Thaten! Wer faßt Gedanken, die du denkst! Was du mit starkem Arme lenkst, Das muß zum Heil der Welt gerathen. Selbst an des tiefsten Abgrunds Rand, Darf uns vor Unfall nimmer grauen, Wenn wir zu dir in Ehrfurcht schauen; Uns schüßet deine mächt'ge Hand. 2. Dies sahen unsrer Våter Schaaren Um heut'gen Tag, am Binsenmeer; Da stand das jüngst befreite Heer, Umringt von Drangfal und Gefahren, Der Hülfe, wie des Trost's beraubt; Vor ihm erbrausen wilde Wogen, Und nach ihm kommt der Feind gezogen, Ein Feind, der Mord und Rache schnaubt. 3. Doch du erschienst in deinem Lichte, Mit Ullmacht und Gerechtigkeit; 443 Du führtest selbst der Unschuld Streit, Und machtest ihren Feind zu nichte. Du zeigtest deiner Herrschaft Macht! Das Meer entfloh vor deinem Blicke, Auf deinen Wink kehrt' es zurücke, Und die Erlösung war vollbracht. - 4. Wie groß, o Herr, sind deine Werke! Wie tief liegt deiner Führung Grund! Wir preisen dich mit Herz und Mund, Vertrauend deines Armes Stårke; thes at Noch immer ist er ausgestreckt, Bedrängte Unschuld zu befreien; Drum wollen wir dies Fest dir weihen, Das zum Vertrau'n die Seele weckt. 5. O preif't ihn, fromme Nationen! Er schaut auf euch von seinem Thron; Ihn preise jeder Erdensohn, In dem Vertrau'n und Unschuld wohnen. Nimm an, Herr der Gerechtigkeit! Du Gott, Erlöser und Befreier! Jetzt schwachen Dank zur Festesfeier, Einst höh'res Lob in Ewigkeit. 364.( Am 7. Festtage.) Mel. Ich bin ein Gaft auf Erden. Nur dein sind meine Lieder, Nur dein ist mein Gefang! Auch heut' erschein' ich wieder Aus innerm Herzensdrangs Mir hebt die Brust auf's Neue Ein freudiges Gefühl. Du bist der Gott der Treue, Mein Sieg, mein Saitenspiel! 1. 2. Wer kindlich sein Vertrauen Auf dich, Allmächt'ger, stellt, 444 Dem darf in Noth nicht grauen, Da deine Hand ihn hält. Die Länder und die Meere Sind deiner Ullmacht Spur; Du lenkest, Gott der Ehre! Tas Mit Weisheit die Natur. 3. Uuch unsre Våter sangen Um heut'gen Tage dir; Uls mit der Noth sie rangen, Warst du ihr Siegspanier. Es wurden deine Wege Zu ihrem Heile kund; Du bahntest ihnen Stege Durch tiefen Meeresgrund. 4. Als die Gefahr sich nahte, War nah' auch deine Macht; Es war in deinem Rathe Die Rettung schon vollbracht. Der Herr will für euch streiten, Faßt Muth und harret still, Und schaut den Sieg bereiten, Den Gott verleihen will." 5. Ja, gerne bin ich stille, Herr! deinem weisen Rath; Denn deiner Gnaden Fülle Beglückt auch meinen Pfad. Wo ich Gefahren schaute, Und keine Rettung sah Wenn ich nur dir vertraute, War mir schon Hülfe nah. 6. Du haft für mich gestritten, Wenn ich verlassen war; Du bahntest meinen Schritten Den Weg durch die Gefahr. POMER 445 - Mag Leid und Noth mich plagen, Ich zag' und bebe nicht: Du bist in dunkeln Tagen, O Gott! mein Heil und Licht. 7. Und aller Noth enthoben, Steh' ich beglückt vor dir; Ich leb' und kann dich loben, Und rühmen für und für. Auf, preiset seine Werke Mit heißem Dankgefühl! Gott ist der Frommen Stärke, Ihr Sieg, ihr Saitenspiel! 365. Um 7. Festtage.) Mel. Heiterkeit in diesem Leben. 1. Mächt'ger, dessen Worte Werke, Dessen Blicke Siege sind! Richter, dessen Urmes Stärke Keines Menschen Macht entrinnt! Hilf mir, daß ich dein gedenke Stets mit ehrfurchtsvoller Scheu, Und daß diese Scheu mich lenke Dir zu leben fromm und treu. 2. Wenn bei deinen Strafgerichten, Die dein weiser Rathschluß hält, Deine Blick auch den vernichten, Der sich gegen mich gestellt Mag mich dann kein Dunkel blähen, Nicht bethören eitler Wahn: Mein Verdienst ließ das geschehen, Was Gerechtigkeit gethan. 3. Lehre mich in Demuth wallen, Herr! vor deinem Ungesicht; Und wenn meine Feinde fallen, Freu' mein Herz sich dessen nicht! - 446 1. Mög' ich Feindes Wunden heilen Mit des Mitgefühles Sinn! Leicht kann mich auch Straf' ereilen, Wenn ich dir mißfällig bin. 4. Herr! von deinen Wunderthaten Laß, wenn sie mein Herz erfreu'n, Mich den rechten Sinn errathen, Laß mich fern von Hochmuth sein. Ja, bei deinen Richterwerken, Großer Lenker der Natur! Laß mich nur in Demuth merken Deiner heil'gen Wahrheit Spur! Wochenfe ft. 366. Mel. Preifet, verherrlicht heut. Preie reis ihm, der dieses Fest Froh uns erleben läßt, Preis ihm und Dank! Ihm, der von Ewigkeit Liebend die Hand uns beut, Ihm ist das Fest geweiht, Ihm der Gesang! 3. Jauchzet und benedei't Ihm, der uns hat befrei't Von Sclaverei! Gott, der das Joch zerbrach, Das auf den Vätern lag, Rettet auch uns von Schmach, Von Tyrannei. 3. Er, der da ist und war, Führte der Våter Schaar, Führt uns noch heut. --Er ist auch unser Hort, Schüßt uns an jedem Ort, Hålt sein verheiß'nes Wort, Das uns erfreut. 447 4. Nicht nur der Freiheit Gut Gab er, der Wunder thut; Auch sein Gebot. Daß es uns Führer sei, Und uns Führer in Wüstenei, - von Sünden frei Rette vom Tod. 5. Weichend von Gottes Recht, Bist du der Sünde Knecht, Bist du nicht frei. Frei ist, wer Tugend übt, Frei ist, wer Wahrheit liebt, Wer sich dem Herrn ergiebt, Standhaft und treu. 6. Sinai, Berg des Herrn, Strahlend in weite Fern', Stehest du da! Brachtest der Erde Licht, Zeigtest den Weg der Pflicht, Lehrtest des Herrn Gericht: Hallelujah! 7. Deffnend der Weisheit Quell, Labtest du Israel, Lehrtest die Welt, Daß nur ein Einz'ger thront, Welcher der Tugend lohnt, Über des Sünders schont Und uns erhält. 8. Bietend des Lebens Mark, Macht das Geseß dich stark, Menschengeschlecht! 448 Wenn du nach Gottes Rath, Tilgest der Bosheit Saat, Förderst die edle That, Freiheit und Recht. - 9. Menschliches Heil erzielt, Was das Geset befiehlt, Folget ihm gern! Was uns der Herr gebeut, Führt durch die Prüfungszeit Einst uns zur Seligkeit. Preiset den Herrn! 10. Jauchzt, daß sein Wort uns ward, Gott sich uns offenbart, Dankt für und für! 113 Vater von Unbeginn, Leit' uns zum Ziele hin, Leit' uns nach deinem Sinn, Leit' uns zu dir! Simb 367. Mel. Was rennst du durch des Lebens Pfade. 1. Verehrt den Herrn in frohen Liedern, Der voll Erbarmen auf uns schaut! Vereint mit unsern Glaubensbrüdern, Verkündet seine Güte laut! Er, unsrer Våter Schirm und Schild, Sorgt weise noch für uns und mild. 2. Noch folgt die Nachwelt den Gesehen, Die Moseh, Gottes Herold, schrieb, Und weiß den hohen Sinn zu schäßen, Der ewig wahr und lauter blieb. Jahrtausende sind hingefloh'n, Doch fest besteht des Höchsten Thron. 3. Die Wahrheit bleibt troß allen Stürmen, Die Trug, die Überwiß erhebt; 449 Sie weiß der Höchste zu beschirmen, Und wenn auch Erd' und Himmel bebt. Der Aberglaube steigt und fällt, Doch Gott ist's, der die Wahrheit hält. 4. Laßt uns stets ihre Stimme hören! Laßt, fern von eitlem Menschenwahn, Uns Gott in Pflicht und Tugend ehren, Und reines Herzens ihm uns nah'n! Uns gelte heilig bis zum Tod Vor Allem göttliches Gebot! 5. Mit ihm geråth in allen Zeiten Der Weise nie in Widerspruch; Es sichert Frommen Gottes Freuden, Verkündet Bösen Zorn und Fluch. Vergebens hüllt in leeren Schein Sich Gleißnerei und Falschheit ein. 6. Wer nur in ångstlichen Gebrauchen Des Glaubens ganzes Wesen sucht, Der wird nur einem Baume gleichen, Der Blüthen trågt und keine Frucht; Sie sollen nur die Mittel sein, Der Tugend treulich uns zu weih'n. 7. Bei seinem Glauben nicht erröthen, - - € Der innern Wahrheit sich bewußt, Die Sinnlichkeit entschlossen tödten, Daß sie nicht herrsche in der Brust: Das heißt, sich seines Glaubens freu'n, Und sich dem Dienste Gottes weih'n. 368. Eigene Melodie. 1. Jauchzet, jauchzet, Nationen! Stimmet heil'ge Lieder an! Rühmet, preiset, Millionen, Kind und Greis und Weib und Mann! Singet, singet! - - 450 Heut' erschien in lichter Pracht Gott der Herr da floh die Nacht; Aus der dunkeln Wolkenhülle Quoll des Lebens reichste Fülle, Sonnen glänzten fern und nah, Hallelujah! 2. Gott erschien auf Horebs Höhen Horeb ward ein lichter Quell. Gottes Odem hörten wehen Deine Våter, Israel. Heil uns, Heil uns! Jetzt noch fleußt der lichte Quell, Alle Nächte werden hell, Und der Wahrheit machtig Walten Sieget ob des Wahns Gestalten; Sonnen leuchten fern und nah, Hallelujah! 3. Menschenwürde, Menschenadel Wurden heut dein lieblich Theil! ,, Mensch, ein Wandel sonder Tadel Sei dein Stolz, dein Ruhm, dein Heil!" Preiset, preiset Gott, der hoch im Himmel thront, Doch bei seinen Kindern wohnt, Er rief heut' ein neues Werde Freundlich seiner lieben Erde, Kam dem Menschenherzen nah, Hallelujah! 4. Gottes Auge sah hernieder, Und mit seiner Vaterhand, Wie um einer Kette Glieder, Schlang er selbst der Liebe Band. Kinder, Kinder! Heute noch der Vater spricht; Heilig sei euch jede Pflicht! Wer den Himmel will erstreben, - 451 - Muß auf Erden himmlisch leben; Sei schon hier dem Engel nah!" Hallelujah! is thi 5. Euch nicht preif' ich, Erdengüter! Ihr vergehet, schwindet hin; Nicht die Geister, die Gemüther- Ihr befriedigt kaum den Sinn. Ewig, ewig, 200 Göttliche Religion, Währet dein erhab'ner Thron. Welten mögen untergehen Du wirst immerdar bestehen; Drum sei du dem Herzen nah: Hallelujah! 369. Mel. Preiset, verherrlicht heut. 1. Gott, meine Zuverſicht! Schöpfer, mein Heil und Licht! Dir sing' ich heut. In frommer Brüder Schaar Bring' ich mein Opfer dar, Auf heil'gem Festaltar Sei es geweiht. 2. Dies Fest gab dein Gebot, Ew'ger Zebaoth! Zur Seelenruh. Freudig erscheinen wir An heil'ger Ståtte hier; Wende dein Ungesicht, Vater! uns zu. 3. Freude ist dein Geheiß, Freude dem Kind, dem Greis! So sprachst du's aus. 452 Daß du die Lehr' uns gabst, Daß du die Seele labst, Feiern wir dankbarlich In deinem Haus. - 4. Durch dieses Himmelsthor Zu deinem Siß empor Dring' unser Fleh'n. Daß du mit uns auch sei'st, Mit uns den Bund erneu'st, Wie mit den Våtern einst Auf Sinai's Höh'n. 5. Von deinem Himmelsthron Nieder zum Erdensohn Sende dein Licht! Daß uns sein heller Schein Mög' eine Leuchte sein, Daß wir im Irrthum nicht Fehlen der Pflicht. 6. Daß unsre Herzen rein Nur deinem Dienst sich weih'n Zu jeder Zeit. So rein und inniglich Loben die Engel dich, Dienen die Geister dir In Ewigkeit. 7. Preis dir und Ehr' und Ruhm In deinem Heiligthum, Hallelujah! Dich, alles Guten Quell, Dich preiset Israel, Preis't dich mit Herz und Mund, Hallelujah! 453 370. Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. 1. Du hast mich dir verbunden, Mein Vater und mein Hort! Du hast mich dir verbunden Mit deinem Segenswort. Mit ihm gabst du die beste Von deinen Gaben mir; Drum ist an diesem Feste Mein Herz so voll von dir. - - 2. Es mahnt uns seine Feier An jene große That, Da deine Hand den Schleier Des Wahns zerrissen hat. Die Truggestalten schwanden, Als unsre Våter heut An Horebs Fuße standen Vor deiner Herrlichkeit. 3. Da ward dein Wort verkündet Mit weitausgeh'ndem Schall; Ein Licht ward angezündet, Es leuchtet durch das All. 152 100 4. Er ist nicht mehr verlassen, Der Mensch empfing Bedeutung, Sein Dasein einen Werth; Denn, Herr! in deiner Leitung 19 Ist ihm sein Heil gewährt. Er darf Vertrauen faffen Zu dir, zu deiner Macht. Er wohnt nicht mehr in Nacht; ASE 19 Gebieten und verwehren, Stellt dich als Vater dar. 1963 300 14 000 Was deine heil'gen Lehren Auf jenem Tafeln- Paar- G 454 5. Wohl mir, daß ich gehöre Zu deiner Kinder Zahl! Daß ich nur dich verehre Aus reiner Herzenswahl. Mich führet deine Liebe Den Weg zur Seligkeit, d Wenn ich die Pflichten übe, Die deine Huld gebeut. - - 6. Du hast mich dir verbunden Mein Vater und mein Hort! Ich habe dich gefunden In deinem Liebeswort. Mein Mund soll nimmer schweigen Von meinem Dankgefühl; Ich bleibe ganz dir eigen, d Und du nur bist mein Ziel. 371. Mel. Es fehnet sich, mein Gott, nach dir. 1. Auf, Israel, frohlock' dem Herrn & In lauten Jubelchören! Er ist von seinem Volk nicht fern, Laßt ihn uns freudig ehren! 2. Kommt dankend vor sein Angesicht, Bringt Ruhm dem Allregierer; Er, er verläßt die Frommen nicht, Ist stets ihr treuer Führer. 10 3. Gott nahm sich unser gnädig an, Gab liebend uns Gesetze, Daß Niemand auf der Pilgerbahn Das Heilige verlege. 4. Drum machte der Propheten Mund, Die Gottes Geist erweckte, jel Uns früh schon seinen Willen kund, Da Nacht die Völker deckte. 455 5. Er blickt auf Alle mild herab, Die redlich denken, handeln, - - Und von der Wiege bis an's Grab Nach den Gesehen wandeln. 6. Laßt uns des Segens würdig sein, Ihn durch Gehorsam ehren! Fern von der Tugend falschem Schein, Die Zahl der Frommen mehren. 7. Gewähre gnädig, unser Gott, Was wir von dir erflehen! Stårk uns, daß wir nach deinem Wort Den Pfad der Tugend gehen. 8. Dann nimmst du einst nach dieser Zeit, Wenn dieses Leben schwindet, Uns auf in deine Herrlichkeit, Wo Rub' die Seele findet. d. Neujahr. 372. Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. 1. Dir, Gott, sei diese Stunde Jeßt feierlich geweiht! de HE Es tin' aus Uller Munde 1001 HC. Dein Ruhm mit Freudigkeit!, Das Jahr sah'n wir enteilen; Betrachtend soll der Blick Beim fliehenden noch weilen Er schaue still zurück. S 2. Gar bald ist sie entschwunden, Des Jahres letzte Spur; Es flieh'n die Lebensstunden, Uns bleibt das Ew'ge nur. - 456 laßt in ernster Stille Die Feier uns begeh'n, Und aus des Herzens Fülle Zum ew'gen Vater fleh'n! 3. 3u Gott soll er uns heben, Des Jahres erster Tag, Daß uns ein neues Leben Mit ihm erscheinen mag. Dein Geist, o Gott, belebe Zur Undacht unsern Sinn, Und unsre Seele schwebe Zu deinem Throne hin! 4. Dem Irdischen entsage, Den Sorgen eitler Luft, Für Himmlisches nur schlage Des frommen Beters Brust! Gott wollen wir erheben Voll Lieb' und Dankgefühl; Ihm bleiben wir ergeben, Bis an des Lebens Ziel. 373. Mel. Herr, du erforschest mich. 1. Entflohen ist ein Jahr, Gehäuft zu jenen Tausend, Die schon der Erdkreis sah. Mit raschem Flug, wie brausend In ungehemmtem Lauf Des Stromes Wellen flieh'n, So flog auch dieses Jahr Auf's Neue wieder hin. nde 2. Es nahm mit sich hinweg Der Erdensöhne viele; ang Wie mancher, der, noch fern Sich wähnend von dem Ziele, n 457 Des Lebens Luft genoß Mit unbewolktem Muth, Sank in dem Jahr dahin- Und lieget nun und ruht! - 3. Wie ist gemischt die Schaar Der Wallenden zum Grabe! Un Jahren Blühende, Und Wankende am Stabe, lind Zarte, deren Lauf Vor Kurzem erst begann Dahin gerafft sind sie, Kind, Jüngling, Greis und Mann! 4. So seh'n wir um uns her Zur Rechten und zur Linken, Der Brüder eine Zahl Uus jedem Alter finken. Und wir wir leben noch, Entronnen der Gefahr, Die oft vielleicht auch uns So drohend nahe war. - 5. Strömt stårker auf zu Gott, Ihr, unsres Danks Gefühle! Mischt, Lobestine, euch Mit unserm Saitenspiele! Gott war's, der Milde, der Uns übrig bleiben ließ, Die drohende Gefahr Vorüber gehen hieß. 6. Er war's; wer rühmt es nicht Mit wallendem Gemüthe? Der im entfloh'nen Jahr Mit weiser Vatergüte Uns gegenwärtig blieb, Uns trug und leitete, Mit Wohlthat jeden Tag Des Jahrs bezeichnete. 20 -- 458 - 7. Das Jahr entfloh! Doch wie? 10 Sind alle seine Stunden Uns ohne einz'ge Spur, Wie weggelöscht, verschwunden? Nein! was wir unsrer Pflicht Und guter That geweiht, Das bleibt uns von dem Jahr, Und überlebt die Zeit. 8. Die Stunden, welche wir duit Verlebt, genüßt, wie Weise, Mit reger Thätigkeit In unserm Wirkungskreise, Wo wir gebessert, wo Geholfen und erfreut: Sie bleiben unserm Geist, Sind Saat für Ewigkeit. 9. Nun schließt ein neues Jahr Mit neuen Wechselscenen Sich unserm Leben an; Glück, Freude, Mühe, Thränen, Sie kommen uns von ihm, Von seiner Vaterhand, Die mit der Gegenwart Das Künftige umspannt. 10. Drum wir vertrau'n uns dir, Erhab'nes, ew'ges Wesen! Und nehmen willig an, Was du für uns erlesen. Dein Will' ist Gütigkeit, Und Weisheit deine Wahl; Denn du verfügst und giebst Das Beste jedesmal. Q 11. Ruh' und Zufriedenheit Bei jeder deiner Schickung, Bei Freuden, wie im Leid, Ist sichere Beglückung. 459 Sie wird nur dem zu Theil, 190 Der rein und vorwurfsfrei Im Innern sich erhält, Stets seiner Pflicht getreu. 1. - - 12. Dies sei im neuen Jahr Auch unser erstes Streben, a Ganz deinem Willen, Herr! Und unsrer Pflicht zu leben; 3u nüßen unsre Zeit Treu und gewissenhaft. Gieb zur Erfüllung du Dem Vorsas neue Kraft! 374. Eigene Melodie. CTE 198 Ein neues Jahr beginnt Im raschen Flug der Zeiten, Und meine Seele sinnt: Was wird es mir bereiten? O Gott, ich weiß es nicht! Doch kenn' ich deine Güte; dall Dies füllet mein Gemüthe Mit Trost und Zuversicht. 2. Was mir das Jahr auch giebt, Dir, Herr, will ich es danken; Von dir, der treu mich liebt, Soll nie mein Glaube wanken. Ich fürchte keine Noth, Mich schrecken keine Schmerzen; Du wohnst in meinem Herzen, Im Leben und im Tod. 3. Du weißt ja, was mir frommt, Du bist es, der mich schüßet, Und was von dir mir kommt, Gewiß, es heilt und nüßet. 20* E 460 - Des neuen Jahres Bahn Betret' ich ohne Zagen; Nicht giebst du mir zu tragen Mehr, als ich tragen kann. 4. Herr! stärke Leib und Geist, Daß ich auf meinem Wege, Was dein Gebot mir heißt, Gehorsam üben möge. Daß ich in Freud' und Schmerz Den reinen Sinn bewahre, Und in dem neuen Jahre Veredle Geist und Herz. ⠀ l 375, Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Kurz und flüchtig ist das Leben, 2. Auf dem sturmbewegten Meere Schiffen hoffend wir dahin, Sehen oft am Himmelsheere Wolken trüb vorüberzieh'n. si Wechselvoll der Erdenlauf; f Jahre kommen und entschweben In der Zeiten schnellem Lauf; Ein Geschlecht macht Raum dem andern, Und das Glück verdrångt der Schmerz. Unaufhörlich zieh'n und wandern Lust und Leid von Herz zu Herz. Doch will dann der Muth uns sinken, Bricht hervor das Sonnenlicht, Und die Abendsterne winken: Gott verläßt die Seinen nicht! 3. Auch im Jahr, das uns entschwunden, War uns Gottes Gute nah. Wer hat Hülse nicht gefunden, all Der zum Höchsten aufwärts sah? - 461 - Seine Liebe hat gewaltet, d Wenn das Glück uns Kränze wand; Wie der Wechsel sich gestaltet, Reicht er uns die Vaterhand. 4. Mancher Erle ist geschieden, Den der Tod rief himmelwärts; Dem Verklärten wurde Frieden, Trost dem hinterblieb'nen Schmerz. Mancher wird uns noch verlassen, Jedes Jahr bringt neues Leid; Laßt Vertrauen, Muth uns fassen! Gottes Schuß ist stets bereit. 5. Alles mag im Wechsel kreisen, Gott nur ist unwandelbar; ― pu mdi 376. Eigene Melodie Laßt uns dankend heut' ihn preisen, Zu ihm fleh'n am neuen Jahr. Herr! wir rufen dir entgegen; Schaue mild auf uns herab! Leite uns auf deinen Wegen, Leit' uns bis an's kühle Grab! fotoci e - Schau' herab von deinem Throne, Herr! zu dem wir Alle schau'n, Und dein Gnadenblick belohne Unser kindliches Vertrau'n. Viele fromme Lieder schallen Heut' aus deiner Tempel Hallen; Segne sie zum neuen Jahr! 2. Schau' herab mit deinem Segen Auf des Hauses stillen Kreis, Hore, Gott, die fromme Schaar! Die dir heut' ihr Herz ergießen, Deren Thränen reuig fließen, 462 Daß die Herzen Treue hegen Bei der Hånde regem Fleiß! Höre den, der zu dir flehet, Wenn er einsam vor dir stehet Un dem häuslichen Altar! Laß die Eltern sich erfreuen Un der Kinder Wohlgedeihen, Herr, in diesem neuen Jahr! - - 502 3. Schau' herab mit deiner Liebe, Herr, auf unsre Vaterstadt, Daß zu ihrem Heil zerstiebe Alles, was ihr feindlich naht! Segne du des Fleißes Werke, som Und die schwachen Kräfte stårke, Wende Noth ab und Gefahr! Ihre Våter, ihre Führer E Schüße, macht'ger Weltregierer! Segne sie zum neuen Jahr! 4. Schau' herab mit deinem Frieden Auf das deutsche Vaterland, Sicherheit sei ihm beschieden, Schuß von deiner mächt'gen Hand! Laß in allen seinen Staaten Frucht und Fleiß und Kunst gerathen, Mög' es blühen immerdar! Seine Fürsten und Gebieter: Schirme, Israels Behüter, Segne sie zum neuen Jahr! 5. Schau' herab mit deiner Gnade, Schaue, Gott, auf Israel! Lenke gnädig seine Pfade, Bleibe seines Heiles Quell! Alle, die dir treu ergeben, Lasse, Vater, vor dir leben Einig und unwandelbar! 463 Auch verirrte, schwache Sünder, Vater, sie sind deine Kinder! Segne sie zum neuen Jahr! 6. Schau' herab mit deiner Güte Auf dies dir geweihte Haus! Schütze diese zarte Blüthe, Bilde du zur Frucht sie aus, Daß der hier gestreute Samen Reifen mag in deinem Namen - — Unter deiner Frommen Schaar! Die getreu dies Haus verwalten, Und zu deiner Ehre schalten, Segne, Gott, zum neuen Jahr! 7. Schau' herab von heil'gen Höhen, Herr! von deinem Himmelszelt, Und erhöre unser Flehen Für die ganze Menschenwelt! Al' ihr Hoffen, all' ihr Sehnen, Ihre Freuden, ihre Thränen, Dir, Herr! sind sie offenbar. Schenke deinem Händewerke Neu Gedeihen, neue Stärke, Herr, in diesem neuen Jahr! 377. Eigene Melodie. 1. Flücht'ge Jahre meiner Zeit! Schneller, wie wenn sich im Fliehen Wellen rasch dem Blick entziehen, Eilet ihr zur Ewigkeit, Flücht'ge Jahre meiner Zeit! 2. Loos der Menschheit, Sterblichkeit! Blättern gleich auf raschen Wogen, Werden Menschen hingezogen Mit dem schnellen Strom der Zeit. Loos der Menschheit, Sterblichkeit! 464 3. Wandelbares Erdenglück! - - Wie ein Traum vorüber ziehet, Eilst du hin; die Sonne fliehet, Nur Erinn'rung bleibt zurück- Wandelbares Erdenglück! 4. Nügt die Zeit! so ruft Vernunft, Sterbliche! denn alle Stunden, Die euch ungenügt verschwunden, Flohen ohne Wiederkunft Nüßt die Zeit! so ruft Vernunft. 5. Heb' uns zu dir, Ewiger! Laß uns weiser stets auf Erden, Reicher stets an Tugend werden, Und zum Höhern würdiger! Heb' uns zu dir, Ewiger! 378. Eigene Melodie. 1. Dank, Bater, der so manches Jahr Mein Führer, mein Erhalter war Auf dieser Pilgerreise. O leite mich doch immerdar So liebevoll, so weise! 2. Laß mich im Guten thätig sein, Der Pflicht getreu, und gern verzeih'n, Wenn Andre sie verlegen; Mehr ein Bewußtsein wahr und rein, Als Erdengüter schäßen. 3. Gieb nur Zufriedenheit und Brot Und festen Sinn, der Erdennoth, Der Schuld, zu widerstehen; Dann werd' ich auch dem nahen Tod Getrost entgegen sehen. S 465 - 379. Met. Gott, Urquell aller Güte. 1. Des Jahres erster Morgen, Er ist für uns erwacht; Das Alte ruht verborgen Im Schooß der Mitternacht. Es wechselten der Stunden viel, Und näher sind wir unserm Ziel. 2. Doch manche unsrer Lieben, Die uns so oft erfreut, Die uns stets treu geblieben Sie schwanden mit der Zeit. Was irdisch war, bedeckt das Grab, Und sank zur tiefen Ruh' hinab. 3. Viel ernste, schwere Tage Betrübten unser Herz; Und manche stille Klage, Gedrängt von bitterm Schmerz, Stieg auf zu dem, der Alles kennt, Den Mensch und Engel Vater nennt. 4. Gott stillte viele Thränen, — Die wir vor ihm geweint; Er stillte manches Sehnen, Noch ehe wir's gemeint. Wir baten oft um Kraft und Licht Er gab's, der Herr vergaß uns nicht. 5. Viel zwar, was wir begonnen Mit Ernst und Manneskraft, Was wir gewünscht, gesonnen Auf dieser Wanderschaft, Entzog die Zeit dem schwachen Blick; Doch blieb davon die Frucht zurück. 6. Und weil auf unserm Pfade Gott in dem alten Jahr - 466 Mit so viel Huld und Gnade Stets segnend bei uns war: So hält das Herz den Glauben fest, Daß er uns nimmermehr verläßt. 7. Drum wer noch heut' im Leben Von uns das Jahr begrüßt, Wer, was ihm Gott gegeben, Gesund und froh genießt: Der danke Gott, und trau' ihm still, Wie er ihn ferner führen will. 8. Ja, was du willst, geschehe, Herr über Raum und Zeit! Das Irdische vergehe, Uns bleibt die Ewigkeit. Bringt Leid, bringt Freud' das neue Jahr Gott sei gepriesen immerdar! 380. Mel. Dennoch bleib' ich stets bei dir. 1. Gott, wir schauen auf zu dir, Auf zu deinem ew'gen Himmel! Dir gehorsam wallen wir Sicher durch das Weltgetümmel, Ob auch hinströmt in der Zeit Jahr auf Jahr zur Ewigkeit. 2. Gieb uns Weisheit und Verstand, Regen Sinn für Recht und Liebe; Leit' uns, Herr! an deiner Hand Ist das Leben rauh und trübe, Und im milden Sonnenlich Unsers Glücks verlaß uns nicht. 3. Wehr' uns, will die böse Lust In uns unverståndig handeln. Wahrheit glüh' in unsrer Brust; Lehr' uns, stets mit Vorsicht wandeln. 467 Ohne List und Heuchelei, Gott! sei unser Herz dir treu. 4. Rolle denn die Zeit dahin, Mag der Blumen Duft verwehen, Wenn wir nur mit ernstem Sinn Durch das Thal des Lebens gehen! Sicher führt durch's Pilgerland Unfres Gottes Vaterhand. 381. Met. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir. 1. Gott! unsre Zuflucht für und für, Wir fleh'n getrost auch heut' zu dir, Der mächtig unser Schicksal lenkt, Und unser väterlich gedenkt. 2. Wie fühlen wir zu jeder Zeit Die Schranken unsrer Endlichkeit! Vor dir sind aber tausend Jahr Gleich wie der Tag, der gestern war. 3. Du hast uns in der Prüfung Land Zu unsrer Heiligung gesandt; Die Schauer der Vergänglichkeit Arbeiten für die Ewigkeit. 4. Es predigt Weisheit uns der Tod Er ruft uns zu: Mensch, Eins ist noth! Lehrt uns des Daseins Zweck versteh'n, Und würdig durch das Leben geh'n. 5. Was ist das längste Leben doch, Wozu der Sorgen schweres Joch, Wenn uns noch spåt das Leben reut, Und uns nicht deine Huld erfreut? 6. Drum lehre in der Sterblichkeit Uns leben für die Ewigkeit, Die Tage zählen, die du giebst, Die Tugend wählen, die du lie! ft. 468 7. Du machst uns nicht die Last zu schwer Und Freuden strömen viel umher; So daß ihr Quell nur reicher fließt, Wenn er aus Trübsal sich ergießt. - 8. Ist nicht dein Walten Vaterfinn? Sind Wohl und Weh' nicht uns Gewinn? Wo hast du sie, die dich geliebt, Je anders, als zum Heil betrübt? 9. Drum schallt an dieser Gränze hier Ein froher Dank hinauf zu dir, Und auf dem frommen Pilgergang Ist auch Vertrauen dir ein Dank. 10. Das ganze Leben preise dich, O Vater! Dann verklårt es sich, Von deiner Gnade Strahl erhellt, Zur Hoffnung einer bessern Welt. 382. Eigene Melodie. 1. Ew'ger Vater in der Höhe, Unsre Zuflucht für und für! Kinder in des Vaters Nähe Schau'n voll Rührung auf zu dir. Freudig ihre Lippen beben: Gott! wir sind, wir sind und leben! 2., Herr! mit starken Vaterarmen Hast du treulich uns geschüßt, Und dein göttliches Erbarmen Gab uns nur, was uns genügt; Haft Gefahren abgewendet, Heil und Segen uns gespendet. 3. Gott! wir sinken vor dir nieder, Dir erglühet unsre Brust! Dir ertönen Dankeslieder Für des Lebens Wonn' und Lust, 469 Für des Lebens Licht und Frieden, So du gnädig uns beschieden. - 4. Auch für trübe bittre Stunden Danket dir der nasse Blick; Für des Herzens tiefste Wunden, Für des Lebens Mißgeschick Will das Kind den Dank dir zollen Du kannst nur das Gute wollen. 5. Finstern Nächten folgt die Sonne, Hell erglänzet milder Strahl; Aus dem Schmerze rufst du Wonne, Deine Liebe trågt das All. Selbst an offnen Gråbern weilte Deine Liebe, die uns heilte. 6. Gott! drum wollen wir auf's Neue Deiner Führung uns vertrau'n; Mit des jungen Jahres Weihe Unerschüttert auf dich bau'n; Dir das Herz zum Opfer bringen, Und um deine Liebe ringen. 7. Was du deinen Kindern sendest In des Lebens Pilgerzeit, Ob du viele Jahre spendest, Ob der Tod uns heute draut, Gott! dir bleiben wir ergeben! Gott! dir sterben wir und leben! 383. Eigene Melodie. Chor. Was bist du, o Mensch, im Leben? Eine Blume, bald verblüht. Eine Stimme. Sie pranget; doch es brausen Stürme Mit kaltem Hauche auf sie her, - - 470 —— Sie sinkt; und ach! nach wenig Stunden Ist ihre Stätte schon nicht mehr. Eine andere Stimme. Und dennoch kann sich oft o Schande! Der Sterbliche, in diesem Lande Des Unbestands unsterblich träumen? In tadelhafter Sicherheit Die kårglich zugemess'ne Zeit Verschwenden, und sein Heil versäumen? Den schnellen Strom der Jahre sieht Er ungehemmt vorüber schweben; Doch immer dünkt er sich zum Leben Noch jung genug, bis es, zu bald, entflieht!- Mensch! nicht von Trugschein mehr geblendet, Sieh deinen Erdenstand mit laut'rem Auge an! Was ist dein Dasein? Anfang kaum, Und nur ein Punkt im Raum. Drum wirk' eh' noch der Tag geendet! Entwinde dich dem eiteln Wahn Der Sinnlichkeit, die dich betrügt, Und Luftgestalten oft zu Wirklichkeiten lügt. Der Erdenpracht erborgte Zierden, Die Reize niedriger Begierden Sind deiner Sorg' nicht werth. Nur Güter, die im Vaterlande Der Weisen groß und gültig sind, Noch bleiben, wenn der Tropfen Zeit verrinnt, Sind deiner Sorg' und Arbeit werth. Choral. Mel. Herr, du erforschest mich. O Vater, lehre mich Bedenken, daß mein Leben Ein Ende hat, und ich Einst Rechenschaft soll geben Von dem, was ich gethan! Auf daß ich weise, treu Und vorbereitet stets, Des Ziels gewärtig ſei. - 471 384. Eigene Melodie. Shor. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Und seine Güte währet ewiglich! Einige Stimmen. Ja, Menschen, rühmt entzückt, Wie Gottes Huld ohn' Wandel war! Auf jeden Punkt der Zeit Im abgewichnen Jahr Sind ihre Spuren eingedrückt. Gesundheit, Sicherheit Und Ruhe beim Genuß, Und alle Freude kam vom Herrn. Jest prangten nah und fern Von seiner Gaben Ueberfluß Im grünen Schmuck die weiten Felder; Dann floß uns Balsamduft Vom Schnee der blüthenvollen Wälder. Hier reifte Saat, dort glänzte goldne Frucht Von tiefgesenkten Westen; Der Thåler Kluft Erfüllten muntre Heerden. Dann wärmte milder Sonnenschein Das Land, dann tråufte Regen Ihm zum Gedeih'n! O überall floß Gottes Segen. Den Güt'gen fand, wer ihn gesucht, Denn überall war Gott! Einige andere Stimmen. Rauscht von unserm Saitenspiele, Dankgefühle! Stromet stark zu Gott empor! Mischt euch in des Wohlklangs Tone, Lobestone! Schallet würdig seinem Ohr! AM 472 Weltenalter, Ewigkeiten, Und der Sonnenbahnen Weiten Messen nicht des Höchsten Huld. Choral. Mel. Mein Herz verdammt mich nicht. Gott, unser Vater, hör' Mit gnåd'gem Wohlgefallen, Was wir voll Dankbarkeit Von deiner Güte lallen! Des Herzens Altar flammt Nimm unsern Weihrauch an, Das einz'ge Opfer, das Der Staub dir bringen kann! e. - Versöhnungstag. 385. Eigene Melodie. 1. Der Tag erscheint, der Tag voll Freud' und Bangen. Es sammeln sich die frommen Beter hier, Und Alle seh'n mit kindlichem Verlangen, Gott, liebevoller Bater! auf zu dir, al 2. Du willst nach deiner grånzenlosen Güte Den Kindern gern die Missethat verzeih'n; Dies richtet auf ihr trauerndes Gemüthe, Daß sie auf's Neue sich der Tugend weih'n. 3. Gott! denken wir an unsrer Sünden Menge, Wie wagt's der Blick, empor zu dir zu schau'n! Das Herz schlägt bange, jede Brust wird enge; Nur deiner Gnade dürfen wir vertrau'n. 4. Gott! sieh' auf deine Kinder mit Erbarmen, Wir haben gegenseitig uns verzieh'n; Vergieb, vergieb den reuevollen Armen, Wir wollen fürder jede Sünde flieh'n! 473 386. Mel. Ach, des Lebens Blüthen fallen. 1. Nicht gedenke, Herr! der Sünden, Denke meiner Fehler nicht; Gleich Gewölke laß sie schwinden, Gott! vor deinem Angesicht. 2. Willst ja, daß der Sünder lebe, Sein Verderben magst du nicht; Willst, daß er nach Reinheit strebe, Wandelnd, Herr! in deinem Licht. 3. So haft, Vater! du verheißen Durch der Seher heil'gen Mund: Wie der Sünde Ketten reißen, Fester wird der Liebe Bund. bor de 4. Gnädig willst du dem verzeihen, Der sich, Gott! zu dir bekehrt; Willst die alte Huld erneuen, Denn auch Sünder sind dir werth. 5, so låchle deine Gnade Dem geångstigten Gemüth, Und auf meines Lebens Pfade Werde du mein Sieg, mein Lied! 6. Kämpfen will ich, überwinden, Locket mich der Sünde Luft; Will ein Heiligthum dir gründen, Vater! in der reinen Brust. 7. Dir, o Gott! weih' ich mein Leben, Heilig sei mir Recht und Pflicht; Nach der Tugend will ich streben, Bis im Tod mein Auge bricht. 474 387. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. 1. 3um Tag, den du, mein Gott, erkoren, Daß er der Tage größter sei, Bin ich erwacht und neugeboren, Denn deine Gnade stand mir bet, Ich eil' an deine heil'ge Stätte, Denn Licht und Leben ist bei dir; O daß ich doch die Gabe hätte, Dich, Herr, zu preisen nach Gebühr! 2. Von deinem Lobe, deinem Preise, Ist meine ganze Seele voll; Doch weiß ich nicht, auf welche Weise Ich meine Huld'gung zeigen soll. So eng sind meines Geistes Schranken, Und deine Güte reicht so weit; So vieles hab' ich dir zu danken, Wie fühl' ich meine Endlichkeit! 3. Du willst mir meine Schuld vergeben, Du heilest meiner Seele Leid, Bewahrst vor Untergang mein Leben, Umgiebst mich mit Barmherzigkeit. Du fåttigst mich mit deiner Güte, Verjüngest mich, dem Adler gleich; Mir sagt mein innerstes Gemüthe: Herr! du bist groß und gnadenreich! 4. Nimm meines Busens inn're Regung, Bufen O Gott! als ausgesprochen an, Wenn seiner heil'gen Gluthbewegung Nicht meine Lippe folgen kann. Du kennest meines Herzens Falten, Herr! der du mich in's Leben riefft, Und nichts kann ich dir vorenthalten, Dir, der du Herz und Nieren prüfst. - 475 - 5. Ich weiß es, ich bin zu geringe 3u treten vor dein Angesicht; 1. Doch mein Gefühl, das ich dir bringe, Ich flehe, Herr! verwirf es nicht! O wolle mich von Schuld erlösen, Und helfen meinem schwachen Sinn! Du kennest ja mein ganzes Wesen, Gedenkest, daß ich Staub nur bin. 6. Ich blühe, gleich des Feldes Blume, Sie blüht, sie welkt, sie ist nicht mehr! Doch bleib' ich dir zum Eigenthume; Dies hebet meine Hoffnung sehr! Ich leb' und sterb' in deinen Händen; Dies giebt mir frohe Zuversicht. Der Tag beginnt, der Tag wird enden, Doch deine Gnade endet nicht! 388. Mel. Was rennst du durch des Lebens Pfade. Vor dir, o Gott, laß uns erwägen Der Sünden schwer gehäufte Schuld. Wie oft, ach! handeln wir verwegen, Entgegen deiner Gnad' und Huld! Du zeigest dich uns väterlich, Doch selten denken wir an dich. 2. Wir kennen deinen heil'gen Willen, Den uns Vernunft und Schrift enthüllt, So wie die Pflicht, ihn zu erfüllen, 088 Und lassen ihn doch unerfüllt. Wir wissen, was uns frommen kann, Und wandeln nicht die rechte Bahn. 3. Oft weckt uns mahnend das Gewissen, Der gute Vorsaß wird erneut; Doch bei den redlichsten Entschlüssen Bethört uns leicht die Sinnlichkeit. 476 Wir unterlassen unsre Pflicht, Und folgen deinem Willen nicht. - - 4. Auf daß wir uns erkennen lernen, Heischt dieser Tag Enthaltsamkeit; Gebietet, Alles zu entfernen, Was bei der Prüfung uns zerstreut; Vor Gott im Heiligthum zu steh'n, Und seine Gnade zu erfleh'n. 5. Doch nicht das Lallen unsres Mundes, So wenig als Enthaltsamkeit, Ist schon das Siegel unsres Bundes, Den heute Gott mit uns erneut, Nur reine Herzensbesserung Giebt unsrer Seele höhern Schwung. 6. Vor Gott gilt der, dem wahre Reue Das Herz erfüllt und tief bewegt, Und der als Opfer seiner Weihe Der Tugend edlen Samen pflegt. Ihm fließt der Strom, der Gnade bringt, Und unsre Sündenschuld verschlingt. 7. So sei denn dieses Tages Würde Von uns erkannt und nie entweiht! Er zeige uns des Lasters Bürde, Der Tugend hohe Seligkeit; Zu flieh'n, was das Gewissen drückt, Zu thun, was ewig uns beglückt. 389.( Nach dem Hebräischen.) Eigene Melodie. 1. Kann der weibgeborne Mensch bestehen, Rufst du ihn, o Gott, vor deinen Thron? Rufest ihm von deinen lichten Höhen, In des Richters ernstem, heil'gen Ton: ,, Erdensohn, du sollst von deinem Leben, Rechenschaft dem Allerreinsten geben!" 477 2. Lenket er den Fuß zu heil'gen Stätten, Frei zu werden von der Frevel Last, Abzuwerfen seiner Sünde Ketten, So die Seel' ihm, das Gemüth erfaßt Dürfen die vor Gottes Untlik weilen, Die dem Laster frech entgegen eilen? - 3. Falten betend sich des Sünders Hände, Falten sich in Gottes Heiligthum; Bringen dar die reichste Opferspende, Weihen sie zu Gottes Ehr' und Ruhm Dürfen Hände sich zum Himmel heben, Ach! an denen die Verbrechen kleben? 4. Darf die Lippe, der die Lüg' entströmte, Dir sich öffnen, du Wahrhaftiger? Darf der Mund, der sich des Fluchs nicht schämte, Dich um Segen fleh'n, Allgütiger? Darf sich die entweihte Zung' erkühnen, Was das Wort verbrach, durch's Wort zu fühnen? 5. Darf das Auge schau'n nach Gottes Höhe, Das mit gift'gem Pfeil ein Herz verlegt? Das sich weidet an des Bruders Wehe, An der Sünde Bildern sich ergößt? Das nie glänzte bei der Brüder Freuden, Nie sich trübte bei der Brüder Leiden? 6. Und so wär' ich elend denn, verloren, Wenn der Sünde Neße mich umstrickt? Und, für ew'ge Leiden auserkoren, Blieb ich ewig seiner Huld entrückt? Müßte hin in meiner Sünde sterben, Uch! geweiht dem ewigen Verderben? 7. Nein, o nein, du gütig treuer Vater! Auch dem Sünder lächelt deine Huld, Auch dem Sünder wirst du Freund, Berather, 478 Und enthebest ihn der schweren Schuld. Ist des Sünders Herz zerknirscht, zerbrochen: Hat die Baterlieb' ihn frei gesprochen. - 1 8. ,, Nein, ich will nicht, sprichst du, daß die Sünder In der Sünde Todesnacht vergeh'n; Auch nicht eines meiner Menschenkinder Soll die finstere Verdammniß seh'n. Weint aus seinem Innern Schmerz und Neue, O dann lebt der Sünder mir auf's Neue!" & 9. Nimmer soll des Frevlers Seele sterben; Nicht gefällt dem Herrn der Frevler Tod. Nein, es soll ein ewig Leben erben, Wer auf's Neue lebt des Herrn Gebot. Kinder ruh'n in ihres Vaters Urmen, Gott will seiner Kinder sich erbarmen." 10. Heil'ger Ruf! er dringt zu meinem Herzen, Freudig lausch' ich diesem Liebeston; Nicht mehr quålen mich der Sünde Schmerzen, Glanzen seh' ich deiner Gnade Thron. Deine Huld hat mich der Schuld entnommen; Ringen darf ich um den Preis der Frommen. 11. Kenn' ich ja der Buße Weihegaben, Die vom Sünder Gott der Herr verlangt! Lechzende Gemüther soll ich laben, Vor dem Falle schüßen, der da wankt; Soll den unglücksel'gen Bruder retten, Ihn befreien aus der Knechtschaft Ketten. 12. Nach der Weisheit Höhen soll ich streben, Heilig achten auch die kleinste Pflicht; Leuchten soll mein ganzes Erdenleben In der Tugend reinstem Sonnenlicht. Solche Buße, Gott, will ich geloben; Sie nur trågt geläutert mich nach oben! 479 390.( pf. 25.) Eigene Melodie. 1. Ich erhebe mein Gemüthe Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; Ich verehre deine GüteO wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! Keiner harrt auf dich vergebens; Nur Verachter deiner Huld Stürzet ihre cigne Schuld. - 2. Lehre mir, Herr! deine Wege; Zeige deinen Willen mir; Leite mich die rechten Stege, Daß kein Abweg mich verführ'. Gott! du siehest mein Vertrauen Sicher kann ich auf dich bauen; Deine Vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Uch! gedenke, Herr, der Sünden Meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, Geh' nicht mit mir in's Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, Willst du väterlich verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. - 4. Gott! du schonst des Sünders Leben; Dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege; Wohl dem, der zu seiner Pflicht Umkehrt du verwirfst ihn nicht! 480 5. Allen, die zu dir sich wenden, Ueber ihre Schuld betrübt, - - Willst du Trost und Rettung senden, Wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine GüteDem geångsteten Gemüthe, Dem du seine Sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Lust der Sünden Soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. 391. Eigene Melodie. 1. Herr in Himmelshöhen! Schau' herab, wir flehen Tief gebeuget hier; Sorge, Reu' und Schmerzen Drücken unsre Herzen Denn wir wichen ab von dir. 2. Ach, wenn unsre Sünden Nicht Verzeihung finden, So vergehen wir. Schenk' uns deine Gnabe, Und vom Sündenpfade Führ' uns, Herr! zurück zu dir. 3. Unter Schuld gebucket, Die so schwer uns drůcket, Seufzen, zagen wir; 481 Schwanken gleich dem Schilfe, Uns fehlt deine Hilfe, - Denn wir wichen ab von dir. 4. Unsre Seele trauert; Uch! die Sünde lauert Immer vor der Thür. Vater, hilf uns ringen! Spilf uns sie bezwingen; - Führ' uns, Herr! zurück zu dir. 5. Schnöder Lüste trunken, Sind wir tief gesunken, Tief herab zum Thier; Unsre Menschenwürde Ward uns eine Bürde, Denn wir wichen ab von dir. 6. Ach! wir sind verirret, Von der Welt verführet, Opfer der Begier. Treuester der Hirten! Führ' uns, die Verirrten, Führ' uns, Herr! zurück zu dir. 7. Unter unsern Sünden Mußte sie verschwinden, Unsres Hauptes Zier; Nichts kann uns beglücken, Nichts die Seel' erquicken, Denn wir wichen ab von dir. 8. Doch du hast verkündigt, Daß, wenn wir gesündigt, Reu' zurück uns führ'. Vater, wir bereuen! Wolle du verzeihen! Führ' uns, Herr! zurück zu dir. 21 - 482 - 392.( Pf. 32.) Eigene Melodie. 1. Selig, wessen Fehl vergeben, Wessen Sünden sind bedeckt; Selig, wen in diesem Leben Nimmer sein Bewußtsein schreckt; Wer vor Gott kann rein besteh'n, Weil die Schuld Gottes Huld Ihm nicht rechnet als Vergeh'n. 2. Will ich meine Schuld verschweigen Ach! so sink' ich selbst dahin, Traurige Gedanken beugen Ganz darnieder meinen Sinn. Schwer liegt auf mir Gottes Hand; Meine Kraft Sinkt erschlafft, Schwindet hin in dürrem Brand. 3. Nein, ich will sie nicht verhehlen, Meines Herzens inn're Qual! G Ach, sie ist ja nicht zu zählen, Meiner Sünden große Zahl! Doch ich fleh' zu Gott, dem Herrn: Herr, verzeih'! Ich bereu'; Du, mein Gott, vergiebst ja gern. 4. Dies erflehe jeder Fromme, Herr! von dir, zur Gnadenzeit, Daß er von dem wilden Strome Böser Fluthen sei befreit. Ja, ein mächt'ger Felsenschuß Bist du mir, Und mit dir Bier ich allen Feinden Truß. 483 5. Deiner Lehre Lebensworte Sind für unsern Schritt ein Licht, Zeigen uns des Heiles Pforte In Erfüllung unsrer Pflicht. Auf uns ruht dein Vaterblick, Und dein Rath - - Führt vom Pfad Des Verderbens uns zurück. 6. Laßt, gleich Thieren, die nicht denken, Freie Menschen! euch doch nicht Durch Gebiß und Zügel lenken Zu der Tugend, zu der Pflicht. In euch selber sei der Trieb! Bleibet wach! Denket nach! Habt im Herzen Tugend lieb! 7. Uch! der Schuldbewußte leidet Tief im Innern feine Pein; Nur wer ernst die Sünde meidet, Kann im Herzen fröhlich sein. Die ihr reines Herzens seid, Jubelt laut, Und vertraut, Weil euch Gottes Huld erfreut. 393.( 3um Schluß.) Eigene Melodie. 1. Voll Troft verlassen wir den heil'gen Ort, Wo deine Nähe, Gott, wir tief empfanden. Du stårktest uns durch der Versöhnung Wort, 3ogst uns zu dir mit sanfter Liebe Banden. 2. Preis dir und Dank, o Gott, in Ewigkeit! Du willst den Schwachen, Fehlenden beglücken, Preis dir und Dank, Gott der Gerechtigkeit, Wir beten an mit schweigendem Entzücken! 21* 484 f Hütten und Schlußfest. 394. Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. 1. Dir, mächt'ger Weltregierer, Ertine mein Gesang! Dir, liebevoller Führer, Gefalle heut' mein Dank! Mit frohem Herzen nåh're Ich mich zum Feste dir; Dein Dienst ist meine Ehre Dein Lob ist meine Zier. - — 2. Du bist der treuste Vater, Dies lehrt das heut'ge Fest; Der weiseste Berather, Wenn Alles uns verläßt. In wüsten Steppen fanden Die Våter Sicherheit Durch dich, der du aus Banden Der Knechtschaft sie befreit. 3. Auf ungebahnten Wegen Bot der erlös'ten Schaar Dein våterlicher Segen Alltäglich neu sich dar. Der Felfen ward zur Quelle, Der Morgenthau zu Brot, Die důstre Nacht zur Helle, Zur Lust ward selbst die Noth.Y 4. In schwach gebauten Hütten War deine Hand ihr Schild; Du machtest ihre Sitten Durch weise Lehren mild. Du straftest ihre Sünden Mit milder Vaterhand, Und ließest dann sie finden Den Weg in's heil'ge Land. 485 5. Auch mich hat deine Gnade, Herr! bis hieher gebracht, Und meine Lebenspfade Mir sanft und leicht gemacht. Auf allen meinen Wegen Ward ich von dir beschüßt, Und dein so reicher Segen Verlieh mir, was mir nüßt. - 6. Auch meiner Erdenhütte Ist deine Hand ein Schild, Und alle meine Schritte Sie sind dir unverhüllt. Du strafft auch meine Sünden Mit milder Vaterhand, Und läsfest so mich finden Den Weg in's bess're Land. 7. Herr! nimmer will ich wanken Von heil'ger Tugend Bahn; Nur so kann ich dir danken, Was du an mir gethan. Denn deine reiche Spende Wird nie von mir vermißt; Mein Dank sei sonder Ende, Wie deine Huld es ist. 395. Mel. Groß ist der Herr und alle seine Werke. 1. Herr! deine Werke pred'gen deinen Namen, Herr! wir bewundern deine Majestät; Du gabst es, daß die Freudentage kamen, Wo froh wir ernten, was wir still gefä't. 2. Laß auch des heut'gen Tages frohe Stunden Uns dankbar feiern, wie es dir gebührt! Dir, Herr! sei unser Erntekranz gewunden; Von deiner Huld ist unser Herz gerührt. - 486 1. 1 3. Wir dürfen, Herr! mit kindlichem Vertrauen, Getrost der Zukunft nun entgegen geh'n; An deinem Segen können wir's ja schauen, Daß sicher wir in deinem Schuße steh'n. 4. Des Lebens Ucker weise zu bestellen, Gieb du uns Weisheit, Tugend, Kraft und Muth; Will sich dein Segen unserm Werk gesellen: Dann, Herr! muß es gelingen, recht und gut. 396. Eigene Melodie. d Singt unserm Gotte Jubellieder, Ihm, der so freundlich sich gezeigt; Vollendet ist die Ernte wieder, d Drum dankend ihm das Knie gebeugt! Auf, Erdensohn! Zu Gottes Thron Muß sich dein frommer Dank erheben. Gott! dein Geschenk ist unser Leben. 2. Wie üppig blühten die Gefilde, Wie herrlich prangte die Natur! Und deine ew'ge Vatermilde Erquickte Thal und Berg und Flur. Drum jauchze, Herz! Und himmelwärts Steigt auf, des Dankes heil'ge Tone! Preis't unsres Gottes Macht und Schöne! 3. Wie einstens Gott in öder Wüste Gespeis't sein treues Israel; Wie damals Glaub' und Huld sich küßte, Dem Fels entsprang der Lebensquell: in So wacht auch heut' Voll Gütigkeit Der Vater über seine Kinder. Auch uns, auch uns liebt er nicht minder! 487 4. Es sind des Landmanns Faß und Scheuern Von Most und Korn wohl angefüllt; So laßt auch uns denn Feste feiern, Für uns auch Erntesegen quillt! Denn seine Kraft, Die Leben schafft, - Hat väterlich auch uns ernähret, Und milde Gaben uns gewähret. 5. Von drückend schweren Nahrungsforgen Hast du so huldvoll uns befreit; Mit jedem, jedem neuen Morgen Hast du dein Manna ausgestreut. Wer dir gefällt, Und Maaß nur hålt, Dem låsfest du sein Werk gelingen; Die Hand wird nicht vergebens ringen. 6. Vater aller Menschen, walte Auch fürder mit getreuer Hand! O segne, Vater, und erhalte Die Vaterstadt, das Vaterland! Entzeuch uns nicht Dein Sonnenlicht! Aus deinem Schat' gieb Thau und Regen, Aus deinem Himmel Batersegen! 397. Eigene Melodie. Choral. Wir fingen, Herr! von deinen Gaben, Wiewohl sie nicht zu zählen sind. Geschenk von dir ist, was wir haben, Du gabst uns Sonne, Thau und Wind; So reifte unsrer Felder Saat Nach deinem wundervollen Rath. Eine Stimme. Thal und Hügel War ein Spiegel 488 Deiner Huld und Pracht. Laub und Halm und Wehre Zeugte dir zur Ehre, Ward ein Herold deiner Macht. Eine andere Stimme. Wie reich belohnte sich des Landmanns Fleiß! Er hatte, unter Müh' und Schweiß, Voll Emsigkeit Die Körner ausgestreut Da lagen sie, als wären sie erstorben; Doch bald gediehen sie zu Garben. So wird der Tugend reine Saat Einst reiche Früchte tragen. Mag immerhin verborgen bleiben, Was ich hier redlich Gutes that; Im Stillen keimt's, - Einst wird zur Frucht die Saat entsprießen, Mit reichem Lohn die Müh' versüßen. 3wei Stimmen. 1. Eine Saatzeit ist dies Leben. 2. Früchte wird die Ernte geben, Nach der Arbeit Würdigkeit. Beide Stimmen. Die der Tugend Saaten streuen, Dort soll sie die Ernt' erfreuen; Unheil keimt aus böser Saat Dem, der sie gesået hat. Choral. So wollen wir denn hier auf Erden, Des guten Samens auszustreu'n Nie můde, nie verdroffen werden; Wir wollen uns der Ernten freu'n, Die einst nach dieser Zeit der Saat Der Herr für uns ersehen hat. 489 398, Mel. Gott, dich fasset kein Gedanke.. 1. Dir zu dienen, dich zu preisen, Welche Wonne ist es nicht! Wolle ou mich unterweisen, 529 Herr, in dieser heil'gen Pflicht! et Overleihe du die Kräfte, Schenke du den rechten Geist, Zu dem Heiligungsgeschäfte, So der Tag mich üben heißt! 19 2. Uch! nur schwache Worte geben, Kann der Erde schwacher Sohn, Kann nur Blick und Hand erheben Auf zu deiner Allmacht Thron; Aber mit dem Blick, den Händen, Schwingt sich auch das Herz empor, Will sich ganz zum Opfer spenden Dir in frommer Brüder Chor. 3. Vieles hat mein Geist genoffen In der heil'gen Festeszeit; Dir hab' ich mein Herz ergoffen Und du gabst mir Freudigkeit. Kommen oft und wiederkommen Durft' ich vor dein Angesicht; Immer ward ich aufgenommen, Bitt' und Dank mißfiel dir nicht. 18 4. Womit soll ich sie vergleichen, Diese hohe Freudigkeit? Du willst selbst die Hand mir reichen, Die mich hebt zur Seligkeit. O daß ich ihn recht verstände, Diesen frommen Unterricht, Meine Seligkeit nur fånde In Erfüllung meiner Pflicht! - 390 5. Daß des Festes Geistesnahrung Meinem Geiste wohl gedeih', Daß ich emsig in Bewahrung Deiner heil'gen Lehren sei: Dieses wolle heut' mir geben, Wenn dein Segen mich entläßt; Und es sei mein ganzes Leben Ein nur dir geweihtes Fest. ( Für den Tag der Gesegesfreude( Simchath Thora) find zu benußen: Nr. 108-118.) 1. g. Puri m. 399. mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. Selig, wer mit reinem Herzen Gläubig aufwärts blicken kann! Mögen auch Gefahr und Schmerzen Drohend seinem Leben nah'n - Er verzagt und wanket nimmer; Seiner Unschuld sich bewußt, Leuchtet ihm der Hoffnung Schimmer, Und Vertrauen füllt die Brust. 2. Mag die Bosheit Rånke schmieden, Un der Unschuld scheitern fie; Unschuld wird geprüft hienieden, Doch verlassen wird sie nie. Gott ist mächtig in dem Schwachen, Stürzt den frechen Bösewicht, Der einst zitternd wird erwachen Zu des Himmels Strafgericht. 3. Wohl uns, daß ein Vater droben Waltet in Gerechtigkeit! Laßt uns seine Weisheit loben, Unser Dank erton' ihm heut'! 491 - Heut', wo seines Volkes Klagen Er so väterlich erhört, Als sich in der Vorzeit Tagen Bosheit wider uns emport. 4. Als der Frevler stolz verblendet, Frech uns Untergang gedroht, Da hat Gott das Loos gewendet,$ Uns befreit aus Schmach und Tod. Da erschien der Frauen Krone, Sie, zur Retterinn erseh'n, Und bis zu dem Königsthrone Drang der Unschuld kindlich Fleh'n. - 5. Wehe, wer vom Glück bethöret, Weichet von der Tugend Bahn! Freud' in Leid sich ihm verkehret. Gott, dem Alles unterthan, Stürzt, wen Uebermuth geblähet, Bald in's eitle Nichts hinab; Stille Tugend wird erhöhet, Laster gråbt sich selbst das Grab. 6. Drum soll Demuth stets uns zieren, Demuth und Bescheidenheit. Laßt uns diese Waffen führen In des Lebens ernstem Streit! Dann erringen wir den Frieden In uns und nach außen hin, Und das Leben wird hienieden Stiller, frommer Himmelssinn. 7. Gott, der uns zum Kampf erkoren, Ziehe mit uns in die Welt! Führ' mich ich bin unverloren, Leite mich- ich sterb' als Held. Laß uns solchen Sieg erringen, Vater der Barmherzigkeit! Laß die Tugend uns erschwingen, Und die ew'ge Seligkeit. 13 and she 12 - 492 - 400. Eigene Melodie. 1. Auf! jubelt laut und bringet Dank dem Herrn, Deß Güte nun und nimmer endet; Und Lobgesang erschalle nah und fern, Dem Gott, der Frommen Rettung sendet. Hallelujah! 2. Preis't ihn, der oft dem Würger schon gebot, Von seiner treuen Schaar zu weichen; Er låßt im Kampfe, låst in Todesnoth Nie das Verderben uns erreichen. 3. Er hat so oft in hart bedrängter Zeit Die Båter wunderbar erhalten; Hat sie aus Mörderhand so oft befreit, Und seine Macht wird ferner walten. 4. Froh künde dieses Fest, wie einst ergrimmt Der Feind uns Untergang verkündet; Doch anders hattest du es, Herr! bestimmt, In dem die Unschuld Rettung findet. Hallelujah! Der Gott, der unser Loos bis heut' gelenkt, Er wird auch fernerhin regieren. Hallelujah! 5. Du stürzest, heil'ger Gott! die freche Brut, Die Recht und Tugend keck verhöhnet; Du wehrst es, Gott! wenn stolzer Uebermuth, Die Schwachen zu verderben wähnet. 7. Drum zaget nicht, wenn neues Unheil naht, Denn unser Hüter schlummert nimmer. Die Frommen leitet er auf ebnem Pfad, Und seine Liebe währet immer. Hallelujah! Hallelujah! 6. Drum fürchtet nichts! Was auch der Herr verhängt, Es muß zuleht zum Heile führen.. Hallelujah! Hallelujah! 8. Es fesselt seine Macht nicht Raum, nicht Zeit; Der in der Vorwelt Recht geübet, Er schüßt und schirmt in aller Ewigkeit, Wer wahrhaft Gott und Tugend liebet. ( Hierher gehören auch Nr. 66-71.) Hallelujah! -- 493 h. 3erstörung Jerusalems. 401. mel. Mein Herz verdammt mich nicht. 1. Stimmt timmt an, dem, der da war, Und ist, und bleibt, zum Preise! Lobsingt ihm immerdar Nach unsrer Våter Weise! Sie sah'n nach Zion's Höh'n, Und wandelten die Bahn, Des Tempels Pracht zu seh'n, Mit Freuden oft hinan. 2. Gott! des Tempels Pracht So werth den Våtern Allen, Ist von der Feinde Macht In Asch' und Schutt zerfallen. Gestürzt ist der Altar, Kein Opfer dampfet mehr, Und was so herrlich war, Stellt Niemand wieder her. 3. Doch, ob auch Glanz vergeht, Palláste Trümmer werden,- Des Ew'gen Huld besteht Im Himmel und auf Erden. Was Moseh's Lehre beut, Und David's frommes Lied, Was Heil und Trost verleiht, Das bleibt, wenn Alles flieht. 4. Wohlauf! ein Opfer sei Dem Höchsten unser Leben, Den Menschen hold und treu, Dem Herrn in Lieb' ergeben, Und unser Herz und Geist Ein würdiger Altar! So preis't ihn, Brüder, preis't, Der ewig ist und war. NYY 494 - 402.( Nach Pf. 123.) Eigene Melodie. 1. Wie auf den mächt'gen Herrn Des Knechtes Auge schaut, Und wie die Magd so gern Der milden Herrinn traut: So blicken wir Empor zu dir; Wir lassen nicht Von Gott, der spricht: ,, O Jacob, bleibe mein, Ich denke liebend dein." 2. Erbarme dich, Herr, Gott! Vom Himmel schau' herab. Uns quålet gift'ger Spott, Noch bitt'rer, denn das Grab. Nicht Gold und Gut Nur Stårk' und Muth Erflehen wir, O Gott! von dir, - 3u tragen Hohn und Schmach, Bis zum Erlösungstag. 3. Die Fesseln, Gott! zerbrich, Die drücken Hand und Geist; Zu deinem Volke sprich: ,, Warst lang genug verwais't! Ich helfe dir, Bin für und für Dein Schuß, dein Hort, Un jedem Ort; Komm' an mein Vaterherz, Und stille wird der Schmerz." 4. Wie auf den måcht'gen Herrn Des Knechtes Auge schaut, 495 - Und wie die Magd so gern Der milden Herrinn traut: So blicken wir Empor zu dir; Wir laffen nicht Von Gott, der spricht: ,, O Jacob, bleibe mein, Ich denke liebend dein." 403. Eigene Melodie. Chor. Warum Darum fließen deine Thränen, Heute an des Herrn Altar? Was bedeutet, sprich, dein Sehnen, Fromme, gottgeweihte Schaar? Nenne, nenne deine Schmerzen; Worte gieb dem wunden Herzen. Gemeinde. Salem liegt verheert! Gott hat's nicht gewehrt. Sie, der Städte Zier Sie beweinen wir. Einzelne Stimmen. Ist Salem denn allein Die heil'ge Gottesstadt? Das All, das All ist sein, Das er gebildet hat. Wo Recht und Pflicht geübt, Der Mensch den Menschen liebt: Da ist's ihm angenehm, Da blüht Jerusalem. Chor. Noch immer ist dein Blick betrübt. Um welches Kleinod trauerst du? 496 It's Gott nicht, der dich kennt und liebt? O gönne deinem Herzen Ruh'! Gemeinde. Uch! Zion, wo der Herr gethront, Verödet liegt's im Staub; Wo seine Herrlichkeit gewohnt, Ist der Zerstörung Raub. Wohin ist Gottes Heiligthum? Wohin der Våter Schmuck und Ruhm? - Einzelne Stimmen, Fast Zion Gottes Heiligthum? Begrånzen Räume seinen Ruhm? Wer will für Gottes Majestät Und bau' er früh, und bau' er spåt Ein Haus bereiten in der Zeit, Und rühmen: Gottes Herrlichkeit Ist hier, ist hier nur eingekehrt, Nur hier wird unser Fleh'n erhört? Chor. - Lehrt nicht sein heilig Wort: Un jedem, jedem Ort, Wo Gottes Nam' ihr nennt, 3u mir euch treu bekennt: Da schau' ich segnend nieder Auf's Ganze, auf die Glieder." Undere Stimmen. Noch immer zagt, Noch immer klagt Das Volk des Herrn, Und wähnt ihn fern.. Gemeinde. Soll ich der Priester heil'ger Schaar Mit Wehmuth nicht gedenken, Die Gottes Lehre, rein und klar, In Geist und Herz zu senken 497 Der Ewige hat auserkoren, Daß sehen lernen Weis' und Thoren? Chor. Horch auf, mein Volk, und höre! Des Ew'gen heil'ge Lehre Un keinen Stand sich bindet; Wer sie erfaßt, verkündet, Daß nur auf ihren Wegen Der Friede wohnt, der Segen. Und Priester bleibet, wer sie liebt, Und Hoherpriester, wer sie übt. - - Einzelne Stimmen. Und leben solche Priester dir Dein Zion dauert, blühet hier! Da fehlet nicht des Herrn Altar; Nur flehe innig, glaube wahr! - Gemeinde. So hätte Gott mich nicht verlassen? So wäre Gott auch hier mir nah? So dürfte neuen Muth ich fassen, Ihm trau'n, der meine Thräne sah? So hätt' ich Alles, Alles wieder, Was einst die Våter hoch geehrt? Die Priester und die heil'gen Lieder Mein Gott aus diesem Zion hört? Chor. Der Herr verläßt die Seinen nimmer, Die Frommen schau'n sein Angesicht. Versammelt euch um Zions Trümmer, Doch nur verzaget, murret nicht. Ohöret, was die Trümmer sprechen: Das Laster muß das Laster rächen!" Als Israel die Tugend höhnte, Und seinem Gotte treulos war, 498 Der Ueppigkeit, der Wollust fröhnte Da half kein Priester, kein Altar. Gott hat dem Feinde nicht gewehret; Die Sünde hat das Volk zerstöret. - Von Neuem huldige der Tugend, Wirf heute dich in ihren Arm! tis) O hör' es, Ulter, hör' es, Jugend, Und liebe Gott recht treu und warm! Die Gott und Tugend nicht verlieren, Die werden bleiben- triumphiren. ( Hierher gehören auch Nr. 303-313.) i. Tempelweihe. 404. Eigene Melodie. 1. Ertone froh des Dankes Lied, Und jauchze laut zum Herrn empor, Der freundlich von dem Himmel sieht Auf Alle, die er sich erkor. Wenn finstre Nacht die Erde deckt, Und Wahn und Trug die Menschheit schreckt- Dann rufet Gott: Es werde Licht! Und schnell des Irrthums Scepter bricht. 2. Als einst des Freviers stolze Macht In drückend Joch die Våter zwang, Als in des Irrsinns grause Nacht Kein Lichtstrahl in das Dunkel drang Da kam von dem, der ewig war, Der Ruf zur frommen Priesterschaar: Es ist des Gottgeweihten Pflicht, 3u kämpfen für das Recht und Licht. 499 3. Sie hörten, Gott! den heil'gen Ton, Dein Geist erfüllte sie mit Muth; Sie stürzten kühn des Wahnsinns Thron Und stritten für das höchste Gut. Du warst ihr Hort und ihr Panier. ,, Wir jauchzen, singen, Gott, nur dir!" So rief es aus der Frommen Mund Erneuet war der Våter Bund. 4. Nun zogen sie in's Heiligthum, Das du, o Herr! bereitet dir, Und priesen, Vater! deinen Ruhm: Herr Gott! Herr Gott! dich loben wir! Mit deinem Geiste wunderbar Beseeltest du der Streiter Schaar; Es fließt auf's Neu' der Wahrheit Quell, Drob singt und jauchzet Israel." 5. Wir danken heute, heute noch, Dem Vater, der im Himmel wohnt, Daß wir erlös't von Wahnes Joch, Daß Gott in unsrer Mitte thront. Erhalt uns, Herr, dies höchste Gut, Erkämpfet durch der Våter Blut! Es sei für Glanz und Gold nicht feil; Sei unsrer Seelen ewig Heil. 1. 405. Eigene Melodie. ott wohnt im Licht! Drum war sein erster Vaterruf, Als er aus Nichts die Welten schuf: Der finstern Erde werde Licht! Ihr lächle mild Der Liebe Bild Der Sonne strahlend Ungesicht. - - 2. 3. 4. 5. 6. - 500 Gott wohnt im Licht! Drum, Mensch! ein heil'ger Lichtquell fleust In aller Erdenkinder Geist, Gegraben von des Ew'gen Hand, So klar und rein Wie Sonnenschein, Versiegt nicht an des Grabes Rand. Gott wohnt im Licht! Drum sollen wir auf lichter Bahn, Erlös't von Trug und finsterm Wahn Der Weisheit helle Pfade geh'n; Und unser Blick In Leid und Glück Soll Licht in Gottes Lichte seh'n. Gott wohnt im Licht! Drum hålt der Herr ein streng Gericht, Und züchtigt den, der frevelnd spricht: Die Wahrheit ist nur leerer Schall, Es herrschet Nacht Und Wahnesmacht Auf unsres Gottes Erdenball." Gott wohnt im Licht! Drum hat er Frevlers Urm verkürzt, Die Gößen vom Altar gestürzt, Dereinst in grauer Vorwelt Zeit, Und Jacobs Ruhm Sein Heiligthum Dem Licht auf's Neue heut' geweiht. # 0 — Gott wohnt im Licht! Drum finge heut', o Israel! Zum Herrn erhebe Herz und Seel'! Preis deinem Gott, der Wunder schafft! Er stürzt den Feind, Wenn Unschuld weint; Er giebt dem Schwachen Licht und Kraft. 501 Gott wohnt im Licht! Er gürtete mit Heldenmuth Die Kämpfer für des Glaubens Gut, Das nicht beschränket Raum noch Zeit. Sei fromm und wahr, Du glaub'ge Schaar! Du siegst in aller Ewigkeit. 1. - - 406. Mel. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Last uns halten an dem Glauben, Laßt uns fest sein in dem Herrn! Niemand soll das Licht uns rauben, Niemand unfrer Lehre Stern! on 2. Wie die ersten Helden gingen, Wollen wir auch unsre Bahn Muthig geh'n, und freudig fingen: 0 Herr du nimmst dich unsrer an!" 3. Ja, auf treuen Baterarmen Trågst du uns durch diese Zeit; antike Deine Gnade, dein Erbarmen Krönt auch uns in Ewigkeit. ( Hierher gehören auch Nr. 66-71, 125, 126.) Noin 10 XI. Confirmations- Lieder. 407. Mel. Dich, Weltenrichter, kindlich scheuen. Wir Dir steh'n vor deinem Angesichte, Du unsrer Våter ew'ger Gott! Durchdring' uns, Herr, mit deinem Lichte, Mit deinem heiligen Gebot! 502 Daß unsern Herzen diese Stunde Voll von der Andacht Hochgefühl, Ein Denkmal sei, in deinem Bunde 3u ringen nach dem hohen Ziel.in in - - 2. O gnädig, mehr als wir verdienen, Läßt seine Huld der Herr uns seh'n, Giebt mehr, als je wir uns erkühnen Von seiner Ullmacht zu erfleh'n. Uns labt, Gott! deiner Wohlthat Quelle Mit jedem neuen Lebenshauch; Un jedes jungen Tages Schwelle Erneuet deine Huld sich auch. cha 3. Du nahmst mit liebendem Erbarmen Dich unsrer Kindheit liebreich an, Als in der Mutter treuen Armen Der Lebensmorgen uns begann; Du warst es, der Gesundheitfülle Von unsern Wangen strahlen ließ; Mit Freuden heit'rer Seelenstille Gekrönt der Unschuld Paradies. 4. Dein Engel schloß die zarten Seelen Der Weisheit heil'gen Lehre auf, Den Weg der Frommen zu erwählen, Und nicht der frechen Sünder Lauf. Doch waren, Herr! wir oft verdrossen, Bei der Erfüllung unsrer Pflicht; So viel hat unser Herz genossen, Und dachte deiner Milde nicht. 5. In Demuth wollen wir bereuen Des Leichtsinns oft gehäufte Schuld; Der Tugend unsre Seelen weihen, SOA Uns werth zu machen deiner Huld: Und du, ein Gott der reinsten Wahrheit, I Sei Zeuge, wenn wir gläubig nun, Vor deines Ungesichtes Klarheit Das heiligste Gelübde thun. 503 6. Drückt einst uns des Berufes Schwere, Der Erdensorgen herbe Last, Rinnt heiß herab des Kummers Zähre, Weil uns der Nächste krånkt und haßt: Dann ruf' in unsrer Seele Bangen Der Stunde heil'gen Sinn zurück, Dem Bund der Våter anzuhangen, Verschmähend jedes eitle Glück. - - 408. Mel Ach, des Lebens Blüthen fallen. 1. Glücklich, wem des Ew'gen Lehre, Da er schuldlos, jung und zart Ganz noch glühet für das Höh're, Lauter schon verliehen ward. 2. Glücklich, wer in jungen Jahren Zum Gefährten Gott erhält, Wer, sein Leben zu bewahren, Früh zur Tugend sich gesellt. 3. Leite, leite diese Jugend Himmlische Religion! Lehr' ihr Frömmigkeit und Tugend, Die nicht buhlt um schnöden Lohn. 4. Dein, o Gott, sind diese Seelen, Der du schuldlos sie erschufft, unde Sie, die dich zum Führer wählen Bis du einst sie zu dir rufft.. 5. Hor', Ullmächt'ger! ihre Bitte Auf des Lebens rauhem Pfad; Lenk', Allweiser! ihre Schritte, Wenn sich der Verführer naht. 6. Schwach ist jugendlicher Wille, Leicht vom Guten abgelenkt; Stark, wer in des Herzens Stille Ehrfurchtsvoll des Höchsten denkt. & - - 504 - 7. Und wenn sie der Wahn bethöret, Abzuweichen von der Pflicht, Die dein heilig Wort gelehret: Güt'ger Vater, zürne nicht! 8. Laß sie bald mit wahrer Reue Dir bekennen ihre Schuld; Und dann, Gütiger, verleihe Ihnen wieder deine Huld. 9. Und wenn ihrer Kindheit Hüter, Vater! einst von Tröste du dann die Gemüther, Laß sie nicht verwaiset steh'n. 10. Laß in dir sie Alles finden, Sei du ihnen Trost und Stab; Die sich heut' mit dir verbinden, Führe sie bis an das Grab. 409. Met. Nein, o Bater, nicht betrüben. 1. Sott! was uns dein Wort gelehret, Haben treulich wir erfüllt: In der Kinder Brust genähret, Treu gepflegt dein Ebenbild. 2. Heilig war uns ihre Jugend, Heilig frommer Kindessinn, Und sie wissen, daß nur Tugeno Ist des Lebens Hochgewinn. 3. Gott! wir haben reinen Samen Sorgsam in ihr Herz gestreut, Sie gelehret, deinen Namen Heiligen in Freud' und Leid. 4. Wolle, Gott! hernieder schauen Von dem Himmel, deinem Thron; Deinem Schuße anvertrauen Wir die Tochter und den Sohn. 505 5. Leite sie, o güt'ger Vater, Auf des Lebens Dornenbahn; Sei ihr Helfer, ihr Berather, Schüße sie vor Sünd' und Wahn! 6. Sind sie unserm Blick verborgen, Decket uns das stumme Grab: Wolle du dann für sie sorgen! Werde du ihr sichrer Stab! 7. Sieh', vor deinem Angesichte Flehen sie dich brünstig heut'; Segne sie mit deinem Lichte, Das die Herzen hocherfreut. 8. Laß sie muthvoll in dem Leben Auch den schwersten Kampf besteh'n; Laß sie immer vorwärts streben, Gott, auf dich, auf dich nur seh'n! 9. Laß ihr Leben sanft verfließen, Deinen Frieden in der Brust; Laß ihr Tagwerk sie beschließen, Keines Frevels sich bewußt. 10. Laß des Lebens Glück fie finden In des Hauses heil'gem Kreis, Reich an Tugend, frei von Sünden; Du nur sei ihr Ruhm und Preis! 11. Die zu leben, dir zu sterben Dies geloben sie dir heut'; Laß fie deine Gnade erben Bis in alle Ewigkeit. 410. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Heil'ger, der du thronest droben In der Unermeßlichkeit; Du, den Erd' und Himmel loben, Sei mit unsrer Undacht heut'! 22 - 506 - Laß auch unsres Dankes Lieder, is Herr! dir wohlgefällig sein; Blick auf unsre Jugend nieder, Die wir deinem Dienste weih'n. 2. Von den Eltern treu geleitet, Und des Führers weisem Rath, Sind sie würdig vorbereitet, Selbst zu geh'n des Rechtes Pfad. Lenke du nun ihre Schritte, Schirme ihren Lebenspfad; Bleibe du in ihrer Mitte, Wenn Versuchung ihnen naht. 3. Was sie glauben, lieben, hoffen, Ewig fest und ewig wahr, Legen sie nun laut und offen Heut' vor deinem Throne dar. Herr und Vater! deinem Bunde Weihen sie sich jetzt auf's Neu'; O daß diese ernste Stunde Ewig ihnen heilig sei! 4. Freudig hoffend jetzt begrüßen Wir die fromme Glaubensschaar, Die sich fest an dich will schließen, Dir zu dienen immerdar. Möchten sie sich treu bewähren In der Zeiten Drang und Noth, Deiner Frommen Zahl vermehren, Aufrecht halten dein Gebot! 5. Daß der Tugend heil'ge Saaten, In das junge Herz gestreut, Einst erblüh'n zu frommen Thaten, Reifend für die Ewigkeit. Führ' uns Alle dir entgegen, Sei uns Allen Hort und Stab, Und ergieße deinen Segen Liebend, Herr! auf uns herab. — 507 411. Mel. Gott, dich faffet kein Gedanke. 1. Gott, zur Freude meiner Seele Ward mir dein Geset gelehrt, is Daß den Weg zum Heil ich wähle; Das ist Gunst, von dir gewährt! Deine Huld hat mich geführet Auf des Glaubens Siegesbahn; Hat des Kindes Geist regieret, Ihn entfernet von dem Wahn. 2. O fie fei mir nicht vergebens, Diese hohe Gunst geschenkt! Sei mir Ziel des Erdenlebens, Licht, das meine Schritte lenkt! Ja, ich fühl' in mir erwachen Die Vernunft; ein Himmelsstrahl Scheint die Flamme anzufachen, Die da leuchtet meiner Wahl. 3. Heute wähl' ich mir das Leben, Wie dein Vaterwort mir råth; Nach dem Höhern will ich streben, Nach dem Guten früh und spåt. Ich gelobe, nur das Rechte Stets zu wollen, zu vollzieh'n; Ich gelobe, alles Schlechte Stets zu haffen und zu flieh'n. 4. Laut bekenn' ich meinen Willen Vor den frommen Zeugen hier; Doch, die Kraft, ihn zu erfüllen, Sie erfleh' ich, Gott, von dir! Der du bist mit meinem Munde, Daß er Wahrheit vor dir spricht, Sei auch in der Prüfungsstunde Stůße mir und Zuversicht! 22* 508 5. Gott! mit kindlichem Gemüthe Schaue ich zu dir hinan; Voll Vertrau'n auf deine Güte Tret' ich auf die ernste Bahn. Deine Huld ist ohne Schranken, Deine Liebe leitet mich; and Mein Gehorsam soll dir danken, All mein Leben preise dich! 1. 412. Eigene Melodie. Sott! an diesem Feiermorgen, Betet laut mein Herz zu dir; Keine niedern Erdensorgen, Fesseln heut' die Seele mir; Gern in deinem Schuß geborgen, Such' ich deine Nähe hier. 2. Zu der Tugend heil'gem Bunde, Riefest du mich einst in's Sein; Heut', in dieser ernsten Stunde, Will ich diesen Bund erneu'n: Dich bekennen mit dem Munde, t Dir mein ganzes Leben weih'n. 3. Dich, o höchstes aller Wesen! Hab' in Ehrfurcht ich erkannt; In Natur und Schrift gelesen, Wo ich überall dich fand; Wie du stets uns hold gewesen, Uns geführt am Liebesband. 4. Ueber Alles dich zu lieben, Dir vertrauen bis zum Tod; Menschenfreundlichkeit zu üben, Lindern meiner Brüder Noth; Hoffen auf ein Jenseits drüben, Lehrt mich, Höchster! dein Gebot. 8 509 5. Daß ich diese heil'ge Lehre, Die als Erbtheil uns verlieh'n, Durch mein Leben treu bewähre, Sei mein Stolz und mein Bemüh'n; Sie bekennen, meine Ehre- Sie soll stets voran mir zieh'n. - 6. Wie mein Loos sich wird gestalten, Freundlich, trüb' ich weiß es nicht; Doch ich ehre, Herr! dein Walten, Und an meines Glaubens Licht Will ich fest und treu mich halten, Bis mein Aug' im Tode bricht. - 7. Heil'ger Gott! du hast's vernommen, Was mein Herz von dir erfleht; In der Mitte deiner Frommen, Laß mich weilen früh und spät; Wolleft fegnend zu mir kommen, Und erhören mein Gebet! 8. Rein, wie einst aus deinen Hånden, Ich hervorging, darf ich heut', Mich zu dir, Allgüt'ger! wenden, Dem ich findlich mich geweiht. Laß so selig einst mich enden, Vater der Barmherzigkeit! 413. mel. Ich bin ein Gast auf Erden. 1. Gepriesen sei die Stunde, Dem Höchsten jetzt geweiht! Sie führet zu dem Bunde Für Zeit und Ewigkeit; Auf frommer Andacht Schwingen Erhebet sich mein Sinn, Und Lobgesänge dringen Zum Throne Gottes hin. 510 2. Der Tugend soll ich leben, - Den kleinsten Fehler flieh'n; NO Dem Ew'gen fromm ergeben, Soll ihm mein Inn'res glüh'n. Doch werd' ich ganz erfüllen, Die ernste, hohe Pflicht? Gott! du kennst den Willen Gieb du mir Kraft und Licht! 3. Die ernste, große Stunde Darf nicht vergebens sein; Sie lehrt, dem ew'gen Bunde Ein frommes Leben weih'n. Sie sei mir ewig theuer, In Glück und in der Noth; Mich stärke diese Feier Im Leben und im Tod. 4. Ertint, des Dankes Lieder! Die Feier ist vollbracht; Ein frommer Sinn ist wieder In jeder Brust erwacht! Es ward die Saat der Tugend In's junge Herz gestreut; Sie bring' in früher Jugend Schon Frucht der Ewigkeit! 5. Ich fühle, daß von oben Der Segen mich umschwebt; Ich fühle mich erhoben, Mit neuer Kraft belebt. Gott! deine heil'gen Lehren Das Wort der Ewigkeit Sei durch die That zu ehren, Mein Wille stets bereit! - 6. Es flieh'n die schnellen Seiten; Gott ist unwandelbar In allen Ewigkeiten! Sein Wort bleibt ewig wahr. 511 Von ihm kommt unsre Lehre, Von ihm der heil'ge Bund; Drum weihe Lob und Ehre Ihm jedes Frommen Mund! - XII. Zum Gedächtniß der Hingeschiedenen. 414. mel. Uch, des Lebens Blüthen fallen. 1. In der Jahre zarter Blüthe Blüht so manches Leben ab; Menschen, reich an Geist und Güte Sinken, ach! so früh in's Grab. 2. Mit betrübtem, schwerem Herzen Schauen wir den Edlen nach, Und die wunde Brust voll Schmerzen Seufzt und klagt ihr tiefes Ach! 3. Aber ist ein frühes Scheiden Immer herbes Mißgeschick? Schafft das Sterben immer Leiden, Und das Leben immer Glück? 4. Blüht denn nichts, als Freud' und Wonne Auf der armen Erde hier? Ach! nicht immer glänzt die Sonne, Beut das Leben seine Zier! 5. Mancher kämpft mit bittern Schmerzen, Jeder Tag bringt neue Qual, Und die tiefe Wund' im Herzen Heilet nur der letzte Strahl. 6. Ist das Herz nicht hier der Sünde, Der Verführung dargestellt? Drohet sie nicht schon dem Kinde, Bis es ihr zum Opfer fällt? JO - 512 7. Auch die Männer, auch die Frauen Sucht sie in ihr Nek zu fah'n; Tödtet sie auf Blumenauen, Noch bevor den Tod sie sah'n. 8. Darum in der Blüthe sterben, Früh schon von der Erde geh'n, Heißet früh den Himmel erben, Heißet früh den Vater seh'n. 9. Denn was hier in Nacht sich hüllet, Wird das Auge dort erschau'n, Wenn der Geist, von Gott erfüllet, Wandelt auf des Himmels Uu'n. 10. Nein, ich will nicht zaghaft beben, Sendest du mir früh den Tod; Meiner harrt ein ewig Leben, Seligkeit bei dir, o Gott! 415. Met. Nicht immer kann den Sturm beſchwören. 1. In deiner Hand ist Tod und Leben, Ullvater! der du ewig bist; Zu dir will ich den Blick erheben, So oft mein Herz bekümmert ist. Ja, wenn ich brünstig zu dir flehe, Belebt mich deines Geistes Nähe. 2. Mit Liebe lenkst du, die du schufest, Aus Liebe sendest du mir Leid; Aus Liebe rufft du, die du rufest, Du leitest sie zur Seligkeit. Du nahmst mir, Vater! theure Wesen; Doch sie sind dein sie sind genesen. 3. Ich will nicht murren, will nicht klagen, Wenn dunkel deine Wege sind; Nein, danken auch in trüben Tagen, Dir trauen als ein treues Kind. - 513 Und fließen dennoch meine Zähren Du wirst Verzeihung mir gewähren! ― - 4. Sie fließen ja den theuren Seelen, Die du mir, Gott! zum Heil verlieh'n. Wie sollt' ich dir den Schmerz verhehlen? Du kennest und du würdigst ihn. Du hast in Lieb' uns ja verbunden; Du schlugst, du heilest auch die Wunden. 5. Du hast sie nicht zum Tod berufen, Herr, Gott! dem Leben nur gefällt; span Sie steh'n an deines Thrones Stufen, Als Glieder einer Geisterwelt. Wen du geliebt- kann der vergehen? Kann Gottes Odem je verwehen? 6. Getrost, mein Herz! Versiegt, ihr Thränen! Die Gott gerufen, bleiben mein; Ich darf verlassen mich nicht wähnen, Unsterblichen Erinn'rung weih'n. Mein Glaube stillt des Herzens Bangen: Sie sind mir nur vorangegangen. 7. Durchglüh' mich denn, du Hochgedanke An einen ew'gen Geisterbund! Durchglüh' mich, daß ich nimmer wanke, Erkennend meines Lebens Grund; Daß mich, wie die von mir geschieden, Beseele Gottes ew'ger Frieden! 416. Erster Theil. I. Chor. Ach, was ist des Menschen Leben! Schnell sinkt er zur Gruft hinab. Ach, wie nichtig ist sein Streben, Von der Wiege bis zum Grab! 149 514 Deine Frühlingszeit, Deine Herrlichkeit Welkt dahin, wie fallend Laub Mensch! du bist des Todes Raub. - - II. Chor. Einem Schatten gleicht dein Leben, Eilet hin in schnellem Flug; Kaum daß zarte Lüfte beben, Tont der Ruf: Es ist genug!" Ausgeträumet ist der Traum Hingeschwunden, gleich dem Schaum, Wird der finstre Erdenschooß, Werden Asch' und Staub dein Loos. Budd I. und II. Chor.fone Wehe, wehe, nichtig Wesen, Nur zum Untergang erlesen! 100 15 Find the Eine Stimme. sdual Sagt, warum erfchallen eure Lieder Von Vernichtung nur und Tod? S Senken Blumen auch die Häupter nieder, Wecket sie nicht neues Morgenroth? Folgen nicht dem Winter neue Lenze, Wenn der Ew'ge seinen Geist aussendet? Und verblühen auch die Blumenkränze, Hat wohl je der Blumenflor geendet? Eine andere Stimme. Seht den Baum, der abgehauen, Grünet er nicht wieder auf? Neue Sprossen könnt ihr schauen misc 5 Schon nach flücht'gem Frühlingslauf. Ruht die Wurzel gleich im Staube, Alternd in der Erde Schlamm 515 Nie wird sie dem Tod zum Raube, Neue Zweige treibt der Stamm! -- - Einzelne Stimmen. Also spricht des Ew'gen treuer Mund: Felsenfest, gleich meinem ew'gen Thron, Steht mein frühgeschloff'ner Liebesbund Mit dem Erden, mit dem Himmelssohn! Was die Erd' erzeugt, Hin zur Erd' sich neigt; Was vom Himmel stammt, Auf zum Himmel flammt. Geist, aus Gott geboren, Göttlich ist dein Loos, Du gehst nie verloren! Für den Tod zu groß, Für den Staub zu rein, Wirst du ewig sein. Schwinge dich zur Höhe, Leb' in Gottes Nähe! Einzelne Stimmen. Der du weinest um ein treu geliebtes Herz, Trockne deines Kummers heiße Thränen! Dulder, richte deine Blicke himmelwärts, Stille deiner Liebe innig Sehnen! Deiner Trauten Seele schwang die Flügel, Fröhlich gingen sie zum Bater droben ein; Denn des Menschen stiller Grabeshügel, Spricht dein Gott, soll eines Engels Wiege sein. t, foll eine I. und II. Chor. Deine Todten leben, Niedrem Staub enthoben! Deine Todten leben In der Heimath droben! CAK 516 Deine Todten leben, Haben ihre Hülle Hier nur abgestreift, Daß zur sel'gen Fülle Besser, schneller reift, Was der Erde nur gelieh'n, Doch der Erde nicht geweiht; Was ein Kind der Zeit erschien, Doch ein Sohn der Ewigkeit. - 3 weiter Theil. Eine Stimme. Wer darf den Berg des Herrn betreten? Verweilen, Gott, auf deiner Höhe? Wer darf an deinem Thron' anbeten? Erscheinen, Herr, in deiner Nähe? Chor. Wer nach der Tugend Höhen strebet, Der Menschheit theure Güter pflegt; Wer schon hienieden himmlisch lebet, Und Gott im reinen Herzen trågt; Wer nie der Wahrheit Stimme höhnet, Und kindlich huldigt frommer Pflicht, Wird mit Unsterblichkeit gekrönet, Umstrahlt von Gottes reinstem Licht. Ihn schmücken seiner Thaten Kronen, Er schaut der Wahrheit heil'gen Glanz; Der Vater wird sein Kind belohnen, Ihm blüht der Tugend Sternenkranz. Eine Stimme. Nur der Frevler zaget, bebet, Wenn die letzte Stunde schlägt. 烤 517 Wehe dem, der ewig lebet Und die Schuld im Busen trågt! Aber heilig süße Wonne Fließet in des Frommen Brust, Neigt sich ihm der Erden Sonne, Lächelt ihm des Himmels Lust. Jeht erst winket ihm das Leben, Dem sein Herz so heiß entbrannt, Und der Geist darf sich erheben Zu der Wahrheit Vaterland. dan I Einzelne Stimmen. I. Hallelujah! Triumph! ihr Guten und ihr Frommen! Ihr lebet ewig in dem Herrn; Triumph! der dunkeln Nacht entnommen, Winkt euch der helle Morgenstern; Triumph! auf kühnen Adlersschwingen Steigt ihr zur Seligkeit empor. O laßt uns diese Höh' erringen! Geöffnet steht das Himmelsthor. I. und II. Chor. 100 30 II. Hallelujah! sist in in 31000 10 G Molard Tol Den Vater preiset in den Höhen, Er rettet uns aus Nacht und Grab; Sein Geist wird liebend uns umwehen, Sein Wort ist unsrer Hoffnung Stab. Hallelujah! Dorthin, wo finstre Nächte tagen, Dorthin, wo aller Kummer schweigt, Wird uns des Vaters Liebe tragen, Die hier sich schon dem Kinde zeigt. Hallelujah! - II. Hallelujah! 518 - I. Hallelujah! Nur dort, wo keine Thrånen fließen, Und wo die Unschuld nicht mehr weint, Soll reine Seligkeit genießen Der Geist mit seinem Gott vereint. Hallelujah! Es werden dort sich ewig einen Die schmerzlich das Geschick hier schied; Dort finden, kennen sich die Reinen, Dort tont der Liebe heil'ges Lied: I. und I. Chor. Hallelujah! mit valignit des Gedankens voller Wonne! Wir werden, werden ewig sein! Dort sinket nie die Lebenssonne Wir werden, werden ewig sein! XS S Hallelujah! E Hallelujah! 0( us Balda Hallelujah! Gott in der Höhe Preis und Ehre! Dir sind, dir bleiben wir geweiht. Dir tonen unsre Jubelchöre Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Hallelujah! Hallelujah! 417.( 3ur Gedächtnisfeier ausgezeichneter Männer.) dos da Chor. En 193197 33 Erwachet, ihr Sånger, ihr Sänger des Herrn, doiUnd singt uns von 3ions erhabenen Liedern! Ruft heil'ge Versammlung, bereitet den Sinn, Der Edlen Gedächtniß zu feiern! D Ergreifet die Harfe, dem Ruhmer, d Des einigen Gottes geweiht! our mid Unsterbliche, dienet dem Ew'gen, om 6: 3 in Der nimmer die Seinen verläßt! - 519 Einige Stimmen. Seht ihr nah'n den Tag des Herrn, dy Salem's Trümmer auferbaut, Daß ihr fordert Zions Lieder? O wer sånge Zions Lieder, Unfrer Båter Ruhm und Stolz! Zions Harfen sind verstummt! u do Chor. in the old d Wo wir den Namen des Einigen nennen, Will er sich segnend uns nahen; Hat sich erhoben zur Strafe sein Arm, id 43 Heilet er gnädig die Wunde. mis jou andle Nimmer ist Israel, nimmer verwais't, Nie von dem Gotte des Heiles verlassen! ajd hardnek and long 14 manns. Chor. Verhallet denn nimmer im Munde der Frommen, Ihr Lieder voll brünstiger Andacht! 20 Vertrauet! es trågt uns die ewige Liebe e Gerettet durch Noth und Gefahren. Und halten wir immer vom Wahn uns entfernt, Wird himmlischer Frieden und ewiges Heil Den Dienern des einigen Gottes zu Theil. AND SINC te Eine Stimme. sok merang 351 Und er naht, und er naht, der verheißene Tag, Da des Einigen Name regieret In den Tempeln der Welt, in der menschlichen Brust Und es heilen die Wunden der Menschheit! Undre Stimme. Wer die mahnenden Zeichen der Zeiten versteht, Wie fich's heller und heller entfaltet, deta Daß der siegenden Wahrheit erlieget der Wahn, Der erfreue sich kommender Tage! - - G 520 - Dritte Stimme. Und es sendet der Ewige Boten herab, Die Erfüllten des göttlichen Geistes, Daß sie halten das Banner der Wahrheit empor, Und die Menschen zum Ziele geleiten. Gan Benedeiet den Herrn! png anoit Chor. Heil dir, o Israel! nimmer entbehrtest du Månner vom göttlichen Geiste bescelt- end Preise den Herrn! Ehre die Weisen, die Boten des Ewigen; 16 Aber vor Allen verehre den Herrn, sange sommin;) Der sie gesandt! Siehe, fie bieten den Kelch dir des Heiles dar, Tragen die Fackel der Wahrheit dir vor. og Danke dem Herrn! dai? 102 Eine Stimme. Tignon spremurd Doe Wahret denn in treuen Herzen& humide Großer Männer edles Bild; und ihn Sie belebte Odem Gottes, sie lod duli Gottes Geist hat sie erfüllt. btmmid dulak Mag die Zeit mit Sturmes Eile Alles Endliche verweh'n! Nimmer kann der wahren Größe Würdig Denkmal untergeh'n. dydi Wo ein hohes Muster strahlet, Wird es hell im weiten Land; Schon des Säuglings schwaches Auge Ist dem Lichte zugewandt. Tugend wird der Tugend Samen, Und geerntet wird das Heil; Einer pflegt der edlen Blüthe, dy Vielen wird die Frucht zu Theil. 521 Weihet denn des Dankes Opfer, Jedem wahren Gottesmann; Weihet der Erinn'rung Zåhren, Ihm, der Brüdern Heil erfann! - - Friede, Friede, deiner Seele, In des Himmels Heiligthum, Und auf Erden sei dein Name Noch der spåten Enkel Ruhm! Einer. Wer nennt, wer nennt des Heiles Quell, Daß Jung und Alt sich labe? Ein Andrer. Es kommt das Heil von Gott dem Herrn, Der Himmel schuf und Erde. Schlußchor. Gelobet seist du, höchster Gott, Der du in deinem Bilde Den Menschensohn geschaffen hast, Zum Erben deiner Liebe. Gelobet seist du, höchster Gott, Der du mit deinem Geiste Den Menschengeist beseelet hast, Dein Odem ihn durchdringet. Gelobet feist du, höchster Gott! O send' uns deine Boten, So oft wir irren von dem Pfad, Der uns zum Heile leitet! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Register. Nummer Nummer 48 378 142 97 270 11 184 290 Ach, des Lebens Blüthen.. 104 Dank ihm!... Ach, mich verklaget....... 307 Dank, Bater. Uch, was ist des Menschen.. 416 Darf, Gott, der Mensch.. 207 Uch, wenn ich dich... 175 Das All, o Schöpfer.. Uch, wie gefahrvoll. 212 Das Erdenrund.. Allgerechter! du wirst. 268 Das Herz im lauten. Allgut'ger Gott..... Das Leben bietet. Ullmächtiger, der hoch.. Anbetend schau'n wir..... 50 Unbetungswürd'ger Gott.. 148 Auch der Grabeshügel Auch selbst in meinen.. Auf, Brüder! stimmet. Auf des Lebens.... Auf dich, Allmächtiger. Auf, Israel Auf, jubelt. 99 Daß ich einstens sterben... 229 Dein heilig Wort.. Dem Greis im Silberhaar 263 Dem Vaterland.. 231 260 Auf, o Seele. Aufrichtigkeit. .... ... .... bilg 186 345 Dennoch bleib' ich Der du deiner ..... 31 Der Herr ist mein... 254 Auf, schwinge, meine Seele 54 Auf Sinai's Höh'n....... 120 351 sinn Auf, singt des Dankes.. Auf, singt in heil'gem Auf und jauchze.. Aufwärts richt' ich.. Aufwärts zu den Sternen.. Aus des Herzens.... .... S 233 Der du die Sonne 70 167 Der du, o Gott, das Al.. 261 371 Der du, o Gott, durch.. 44 400 Der du über Sternen..... 332 196 Der Herr ist meine Zuversicht 183 Der Herr ist unser Hirt... Der Himmel Ruf.... Der Sommer ist dahin Der Tag erscheint. .. .... 146 53 Der Tag ist hin 162 Des fegenreichen 350 289 287 57 333 Des Jahres erster Morgen 379 Des Kampfes Herr.... Des Weltalls Herr.. Der Winters Winde. 143 Dich, Herr.. Dich, Höchster Dich, Weltenrichter. Die der Jugend... ..... 67 188 Betet an.. Danket dem Herrn!..... 138 Danket dem Herrn, denn.. 384 Die Himmel rühmen. ...... 63 30 352 385 326 353 266 213 35 256 24 -0 Die Nacht vergeht... Die Saaten keimen. Die von des Geizes. Dir, Gott, sei diese Dir, Herr, mein Gott... Dir, Herr, sei diese Dir, Herr und Gott. Dir, macht'ger Weltregierer Dir, o Bater... Dir zu dienen. Du, Allvater. ... .... Nummer 523 ..... Nummer 121 315 Es füllt die Sehnsucht... 159 349 Es ist ein Gott.. 227 Es ist, es ist.... 372 Es jauchzen schon... 65 Es lebt ein Gott 358 Es öffnen sich... 157 Es sehnet sich. 394 344 398 49 Du bist der Welten König 133 324 16 7 370 310 Du, der alle Wesen.. Du, den kein Auge. Du, Einziger... Du hast mich dir.. Du hast, o Gott.. Du hast schon.. Du hast zur Lieb' Du, Herr, liebst Alle. Du, höchster Geber..... Durch die Welt. Durch die Wolken.. Du schufft in deinem. Du sendest, Herr... 72 Flücht'ge Jahre.. Fremd bin ich. C 85 228 Finsterniß umhüllte...... 262 280 Freudig, doch mit.. 168 Es werde Gott.... Ew'ge Liebe. 222 Ew'ger, den ich.. 293 Ew'ger, dein Psalm.. 153 Ew'ger Vater in der Höhe 282 Ewig, ewig..... 15 218 Freut euch des Herrn.. 80 Froh erheb' ich.. 286 Froh erwacht.. 14 316 1 355 21. Erhab'ner, deffen. Erhöre, Herr, mein Wort 300 Ermatte nicht, o Herz.. 187 Ertone froh, des Dankes.. 404 Erwache, rief mein Gott.. 347 Gott, heil'ger Ton Erwachet, Harf und Psalter 314 Gott, ich weile.. Erwachet, ihr Sånger.... 417 Gott, in deinem. Gott herrscht.. 27 377 185 264 64 348 317 Gepriesen sei die Stunde.. 413 296 Bieb Frieden, Herr..... Glaubig blickt... 8 174 374 255 Ein Gott ist.. Ein neues Jahr. Eins ist, das immer. Eins ist, was mir... Einst auf Horebs Entflohen ist ein Jahr.... 373 Erbarme dich, Gott, schau' 301 Erbarme dich, Gott, unser 299 Erbarme dich, Herr.... Erbarme, Gott, dich mein.. 312 Erdennacht 6 Glücklich, wer den Pfad.. 216 215 Glücklich, wer des Schöpfers 209 253 Glücklich, wem des Ew'gen 408 Gott, an diesem Feiermorgen 412 Gott, deine väterliche Güte 134 Gott, dich fasset.. Gott, dir jauchzen. Gott, du hast.... Gott, du Heil'ger Gott, erhöre.... 29 Gott, ew'ger Schöpfer. Gottes heilige Gefeße Gottesruhe 302 106 346 45 39 292 9 117 339 43 17 89 79 -Be Hallelujah, so finget Gott.. Hallelujah, so finget unserm Harre, Herz. Heil dem.. Heil dénen Nummer Gott ist ein Geift. 4 Gott ist gerecht.. 33 66 Gott ist mein Heil, er.... 343 Gott ist mein Heil, Gott.. Gott ist mein Licht... Gott ist's, den ich... 191 139 241 55 281 Herr, zu deines.. 193 Hier an des Altars. Gott, meine ganze Seele.. 36 Gott, meine Zuversicht.... 369 Gott schaut.. Gott schläft nicht... Gott, unsre Zuflucht. Gott, Urquell... Gott, was uns. Gott, wenn ich dich. Gott, wer ist dir. Gott, wie kann.. Gott, wie schnell.. Gott, wir schauen.. Gott wohnt im Licht. Gott wolle mich. Gott Zebaoth. Gott, zur Freude. Groß ist Gott... Groß ist der Herr und.. Groß ist der Herr, der.... Groß ist der Herr, wenn.. Groß, o Herr... Heil'ger Jubelruf Heilig bist du.. 524 Herr, deine Werke.. Herr, du erforschest mich.. - Herr, du erforschest.. Herr, geh' mit mir. Herr, ich rufe.. Herr, ich wag' es Herr in Himmelshöhen Heil'ge ruherfüllte Nacht.. Heilig, heilig.... Heil'ge Sabbathruhe... 342 Heil'ger, der du... 410 Heiterkeit in diesem Leben 214 Herr, an deine Worte.... 204 Herr, deine Gnade.. 330 38 276 265 409 Hochheiliger, dich lobe.... 109 161 Huldige den eitlen... 228 81 Nummer 20 309 306 305 391 397 155 91 92 249 Herr, mein Gott.. Herr, nur dir.. Herr, unser Gott, wie groß.. Herr, unserGott, wie herrlich Herr, wer darf.. ... 246 225 Sa, Gottes Huld....... 60 380 Jauchzet, jauchzet. 368 ....... 405 Jauchzet unserm Gott.... 46 181 Ich bin der Herr.. 122 158 Ich bin ein Gast. 232 325 411 Ich bin erwacht. 69 Ich erhebe... 390 25 Sch fühle tief. 236 26 Ich glaub' an Gott. 124 90 Ich hoff' auf dich... 52 Ich komme, Gott Ich schau' nach. Ich suche dich Sch trau' auf dich Ich weiß es. 288 32 176 Ich will, mein Gott. 258 Ich will mit Danken. 126 3ch zage nicht.... 145 Im Hause Gottes. 203 In deiner Hand.. In deine Stille. In der Jahre. In der Seele. In der Sterne. ..... 173 269 171 221 169 129 58 76 19 274 415 279 414 101 336 318 127 340 In des Morgens.. In stiller Undacht. 41 In Zuversicht... 395 3ft mein Lebensschiff..... 164 18 Nummer 149 Kann der Weibgeborne... 389 Kindlich, Gott.. Klaget nicht.. Kurz und flüchtig 206 375 Laffet uns mit. Laß der Erde.. Laß Jahre flieh'n. Laßt unserm Gott Laßt uns halten. Lebensquell... Liebe Gott mit. Liebe leite Lieb und werth Lobsinget Gott. 525 Nach dem Leben. Nach dir, o Herr Nahen sieht. Nein, mein Gott. Nein, o Vater.. Nicht bloß die Erde Nicht der schwache. Nicht gedenke.. Nicht immer kann. 147 220 12 77 ... 406 111 152 239 272 123 Macht'ger, dessen Worte.. 365 Mächtig schall, o Gott... 86 Mag auch die Zeit. 179 Mein Auge sieht. Meinen Nächsten Mein Gott, mein Gott... Mein Herz verdammt. Mein leidend Herz. Mein Werk auf Erden. Mensch, erhebe dich Mensch, verehr' ein... Millionen Wesen weckt. Millionen Wesen steigen.. 334 Mit dem frühen. Mit Gott.. Nicht sterben... Nicht vertrauend Nie soll mein Herz Nie will ich.. Nur dein sind. Nur Gott im Himmel.... Oft blüht... Oft trübet uns.. dankt dem Herrn Gott, wir singen Heil euch allen. Herr, wie groß ist. Herr, wie groß sind... O welche Wonne. Preis dir, o Gott Preiset, verherrlicht. Preis ihm... Preis', Israel.. 68 Preis sei dem Gotte. 240 308 88 Raschen Laufs. Nummer 112 304 190 198 364 195 ...... 42 Reich ist Gottes. 224 322 Sanft ist mir 130 Schau' herab.. Schöpfer, dich. Schon decket.... 107 Schwing' dich auf. 295 Seele, was betrübst 237 Seele, was betrübst 105 Sei gnädig uns.. 51 Sei stille, Herz.. 110 Sei still, mein Geist. 208 Sei uns willkommen 386 Selig ist...... 194 Selig, wen dein Wort. 102 247 Religion, vom Ew'gen.. 115 93 Rühme dich, o Weiser.... 128 251 Ruhig sein, wenn draußen 114 222 ...... 40 244 135 141 202 341 363 84 ... 354 356 366 96 282 320 376 329 327 225 177 178 283 37 166 337 217 125 Selig, wer mit.... Selig, wessen Fehl..... Sie haben mich gedränget.. Sieh', es schläft. Sieh' mich tief Singt unserm Gotte Soll Gott denn.... Sollte meine Seele.. So oft ich deiner... Sorgen flieht...... Stimmt an.. Unendlicher, der ist Unfres Gottes. Unser Gott ist. Uns ergreift. Unsichtbar uns. Unsterblichkeit, du — Vater, alles... Vater, deine Liebe.. Vater, nicht durch... Vater! ruft's in.. Vater, wir schauen.. Verehret den Herrn. Vernimm mein Fleh'n Voll Trost verlassen.. Von dir, o Vater. Von Himmelshöh'n. Von meines herben. Von reiner Lieb'. Vor dir, o Gott. Nummer 18 Tausend Jungen beten.... 210 Tret' ich, Gott... 298 Triumph, Triumph...... 113 Warum fließen... Warum ist doch.. ... 526 Wagen wir den Werth.. Wäre Gott uns nicht.. --399 Was bist du... 392 Was du sendest.. 75 Was Gott thut. 73 Was Gott verhängt. 245 Was hilft es mir. 396 Was ist das Köstlichste 273 Was ist es... 238 Was kann... 140 Was kommt der Güte.. 71 Was rennst du.. 401 Was zag' ich. Welche Worte. 224 74 151 170 211 154 205 192 137 23 Welten, Ew'ger.. Wenn auf nachtumhüllten.. 278 277 335 Wenn der Mensch.. Wenn der Mond.. Wenn der Sorge. Wenn des Bösen. Wenn des Sabbaths. 163 234 228 ᎧᎧᎧ Wenn dich Andrer. 243 62 156 132 3 172 248 .... 13 47 34 Wenn die Nacht... 331 Wenn hart das Leid... 6 Wenn in des Lebens. 108 Wenn mein Verstand Wenn mich meine.. Wer auf Betrug. Nummer 383 189 180 182 95 .... 106 Wer darf, Beherrscher.. 362 Wer faffet dich... 252 Wer ist dir gleich.. 150 Wer kann würdig. 200 Wer nennt sich Herr. 367 Wer unterm Schirm 311 Wie auf den... 393 Wie bebt vor Wonne.. 257 Wieder bricht... 119 Wie frevelt der.. 313 Wie gnädig warst du.. 294 Wie groß, o Gott.... 388 Wie hehr und heilig. Wie herrlich ist's. Wie lacht zu frohen.. Wie lieb ist mir. Wie lieblich sind. 271 403 Wild rauscht der Sturm.. 165 242 Will Eitelkeit.. 230 ... ..... ..... 250 28 10 219 360 56 402 275 319 118 284 82 361 131 221 285 Nummer 259 61 359 103 59 Will Gott das Haus.. Willst du, o Gott.. Wir denken heut... Wir fliehen nicht.. Wir loben dich, Beherrscher 22 Wir loben dich, o Gott... 281 Wir schau'n zu dir.... Wir seh'n ihn nicht.. Wir singen, Herr.. Wir steh'n vor deinem. Wo auf der Undacht. Woher sind wir... Wohl dem, dem. Wohl dem, der des. Wohl dem, der Gott. 2 ..... .. 527 ... 397 407 Wohl ist sie kurz. Wohl ist sie schön. Wohl mir, daß.. Zeitenlenker.... 3u dir das Herz. 3u dir, der alle... 3u dir, der du... 3u dir, der in .. 100 98 3u dir, der über. 3u dir empor.... 3um Tag, den du. 201 3urück, zurück. 199 3wiefach geh'n... 303 .. Nummer 223 PHO 116 83 94 136 197 357 291 78 144 387 267 87 Seite 9 Zeile 1 v. u. statt: einen " 33 " 1 feinen 11 nuf 3. v. 0. # 24# 60 7 11 22# H H 3 v. u. 12 v. 0. 13## 6 v. u. 5## H 11 39 44 61 63 # 113 # 134 # 152 " 152 # 152 # 315 # 319 # 351 # 359 # 359 # 361 # 404 # 405 H # 1 " 1 11 " # 1 11 Berichtigungen. 18 5. v. 0. 6 v. u. 1# 17 16 v. 0. 25 // 1 v. u. 5## 8" 2 H # 1 " 1 11 # " 1 " 1 # 1 Himmls Schöpfes der der auf auf nie, o nie so rufet schauen vertrauen von uns erhoben Gott Merkt wir kommt Errettet Bildern umhüllt lies: einem 11 feinem auf " 1 11 "} 19 17 11 "} Himmels Schöpfers der auf nie ruft schau'n vertrau'n erhoben Gott, der Herr Merk' mir kommet Erretter Bildner umhüllet Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8