PODO C. M. Wagner. ( 1 1855. Gb 1634 lation. дв 1634 IOHANNES XI. VERS 43. Gesangbuch für die evangelisch- chriftlichen Einwohner des Herzogthums Nassau. Im Verlag des Centralfonds für die Wittwen und Waisen der Geistlichen. thulgust) 0*( 4 downi bilish- dispunes arman 0 dismi ពុង ១ ឆ្នាំ Programs at palat Univ.- Bibl. Giessen Statt der mannichfaltigen bisher gebrauchten Gesangbücher wird hiermit das gegenwärtige der gesammten evangelisch- christlichen Kirche des Herzogthumes zum öffentlichen Gebrauche übergeben und allen ihren Gliedern zur erbaulichen Benußung empfohlen. Dasselbe ist unter der Aufsicht und Mitwirkung der evangelischen Landesbischöfe, Dr. Müller und Dr. Heydenreich, gesammelt, und von Seiner Durchlaucht, dem Herzoge, genehmigt worden. Der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, zu dem diese Lieder die Herzen erheben sollen, segne dies Buch, daß durch dasselbe der Glaube, der in der Liebe thätig ist, gefördert, und sein Reich gebauet werde; Amen. withindustain spilateration ស ng 396 spiukomgee tod dimaid drior ashidonals ង រ ច នួន ១០, ១៤, thai thai fixt- thipad missin hered studenth in the ing msil mall dou out rate, sethihad mididun) punlike.dungim04 it pi danc pol& pd# 8%{ 1} kul Fiipsel| qpic]]*[[ ch milf simple madmin, long thiU៤៨១៩៤ គ្គ ពួ ltattoxifierrete' using otheir Grormulturl all k 3 po pres GISDGE DIG GRIGHT spopo Loper us Tºds dildo nosts and thanaing, tou rate. spndigestivil madihwasggiha stai!? #giil* 919# Inhalt. Erster Haupttheil. ispro 1 Tilg Cut mutta Lieder für den öffentlichen Gottesdienst an Sonnund Festtagen, bei andern feierlichen Gelegenheiten und kirchlichen Handlungen.. Weihnachtslieder. 26-41. Neujahrslieder. 42-54. Passionslieder. 55-86. Erster Abschnitt. Für die Sonntagsfeier. Zu Anfang des Gottesdienstes. Nro. 1-8. Zum Schluß des Gottesdienstes. 9-10. A Vor und nach der Katechisation. 11-12.ingisto Zweiter Abschnitt. Für die Festtagsfeier. Beim Anfang und Schluß des Kirchenjahres. 13-15. Adventslieder. 16-25. ( Gründonnerstagslieder s. vom heiligen Abendmahle, im 4. Abschnitt.) Am Charfreitage, als am jährlichen allgemeinen Buß- und Bettage. 87-93. Osterlieder. 94-112. Himmelfahrtslieder. 113 125. Pfingstlieder. 126- 136. ( Am Trinitatisfeste, s. die Lieder von Gott, dem Vater, Sohn und heiligen Geist, im ersten Abschnitt des zweiten Haupttheils.) Am Reformationsfeste. 137-140. Am Aerntefeste. 141- 144. Am Todtenfeste. 145-154. VI Inhaltsverzeichniß. Dritter Abschnitt. Für eine durch die öffentlichen Landesangelegenheiten oder besondere Zeitumstände veranlaßte firchliche Feier. 1. Bei allgemeinem Landeswohlstande. 155. 2. In gemeiner Noth 156. Bei häufigem Regen. 157. In Dürre. 158. In Theuerung. 159. Bet ansteckenden Seuchen und Krankheiten. 160-161. Bei Ueberschwemmung und Wasserfluth. 162. Nach einer verheerenden Feuersbrunst. 163. In Kriegszeiten. 164-165. 3. Nach der Rettung aus Roth und Gefahr: Nach anhaltenden Regengüffen. 166. Nach der Dürre. 167. Nach abgewendeter Theurung. 168. Marion A Nach überstandener Seuche. 169. Nach Ueberschwemmungen. 170. Nach glücklich abgewendeter Feuersgefahr. 171. Nach wiederhergestelltem Frieden. 172-173.html 4. Bei Gelegenheit der den Landesherrn betreffenden Ereignisse. 174-175. Vierter Abschnitt. Für die kirchlichen Handlungen.& 1. Tauflieder. 176-179.( Bei der Taufe eines Erwachsenen. 180.) 2. Confirmationslieder: Bei der Prüfung. 181. Am Tage der Einsegnung. 182-194. Bei und nach der ersten Communion. 191-194. C( Beichtlieder, s. die Lieder von der Buße, im vierten Abschnitt des zweiten Haupttheile.) 3. Abendmahlslieder. 195-213. 4. Bei kirchlichen Weihungen: 11 Einweihung einer Kirche. 214-217. Orgelweihe. 218. Glockenweihe. 219. Einweihung eines Gottesackers. 220. 5. Bei der Ordination eines Geistlichen. 221 222. Deffen Einführung. 223. Dessen Abschied. 224. Dessen Jubelseier. 225. NJE 1 Inhaltsverzeichniß. 6. Trauungen. 226- 228. 7. Begräbnißlieder. 229-233. Bei einer Kindesleiche. 234-235. Bei Beerdignng eines Geistlichen. 236. Zweiter Haupttheil. Von den Lehren und Veranstaltungen des Christenthums; oder: von dem Glauben des Christen. Erster Abschnitt. Von Gott. 1. Von Gottes Wesen. Seine Herrlichkeit überhaupt 237-241. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 242-245. Allmacht. 246--247. Allgegenwart und Allwissenheit. 248-252. Weisheit. 253-254. Güte und Liebe. 255-260. Heiligkeit und Gerechtigkeit. 261-263. Wahrhaftigkeit und Treue. 264-266. Seligkeit. 267-268. Einheit. 269. HD( 20 Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geift 270-276. 2. Von Gott nach seinem Verhältnisse zur Welt. Gott als Schöpfer. 277-282. - Die Engel 283-286. pDer Mensch, Gottes Werk. 287-291. Gott als Erhalter und Regierer der Welt. 292-309. Zweiter Abschnitt. Von dem Menschen. Der Mensch 1) nach seiner irdischen Hinfälligkeit und Nichtigkeit. 310-320. 2) Nach seiner erhabenen Bestimmung zur Weisheit, zur Tugend und zum ewigen Leben. 321-329. 3) Nach seiner Gottverwandtschaft durch die Anlagen und Fähigkeiten seines Wesens: Vernunft und Freiheit des Willens. 332-331. Gewissen. 332-334. Gdlercs Gefühlsvermögen. 335. Inhaltsverzeichniß. 4) Nach seiner Gottentfremdung und Zerrüttung durch die Sünde: Geneigtheit zum Bösen, Trägheit und Schwäche zum Guten. 336-341. ber Wirkliche Sünden und ihre Folgen. 342-345. 5) Nach seiner Sehnsucht nach Erlösung 346 347. VIII - Dritter Abschnitt. Von dem Erlöser und der Erlösung. 1) Der Rathschluß Gottes, die Welt durch Christum zu erlösen. 348- 350. 2013 and to 50 2) Christi Person und Würde. 351- 355. 3) Christi Geburt und Ankunft. Siehe Advents- und Weihnachtslieder. bidke vans 4) Christi Werk und Verdienst: überhaupt 356-358. Insonderheit: sein Werk und Verdienst als Lehrer. 359-363. Als Vorbild. 364-368. Als Versöhner durch sein Leiden und Sterben. 369 372. 5) Christi Reich 373-376. un Ausbreitung des Reiches Christi unter den Heiden.( Missionslieder). 377-378. 6) Christi Wiederkunft als Todtenerwecker und Weltrichter: überhaupt. 379-381. Insonderheit: Auserweckung der Todten. 383-387. Weltgericht. 388-394. dua teles Vierter Abschnitt. Vom Heile in Chrifto. 1) Das Heil nach seinem Wesen: überhaupt. 395-399. Insonderheit: das Heil in dem gegenwärtigen Leben; Begnadigung und Sündenvergebung. 400-405. 008 Innerer Friede beim Zeugnisse eines guten Gewissens, und hohe Würde im Besige des inneren göttlichen Lebens. 406-413. Beseligende Gemeinschaft mit Gott in Christo. 414-421. Getroster Sinn unter Kampf und Leiden. 422-425. Selige Aussicht in die Zukunft, Muth im Tode und Sterbensfreudigkeit in Hoffnung des ewigen Lebens. 436-438. Das Heil im fünftigen Leben. 439-451. 2) Das Heil nach seinen Bedingungen: 3 Buße und Sinnesänderung. 452-466. Glaube an Chriftum, den Heiland der Welt. 467-477. Fortschreitende Heiligung des Sinnes und Wandels, und beharrlicher Ernst im Wachen und Kämpfen. 478-498. Inhaltsverzeichniß. dan 3) Das Heil nach seinen Hilfsmitteln: matysit 503. Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 499 Die Gemeinschaft der christlichen Kirche. 504-509. Das Wort Gottes und dessen rechter Gebrauch. 510-520. Theilnahme an dem öffentlichen Gottesdienste. 521- 535. Rechter Gebrauch der heiligen Sacramente. 526-531. Gebet. 532-543. do minds d Dritter Haupttheil. 800-810 Von den Geboten des Christenthums, oder von der Gesinnung und dem Leben des Christen. IX Erster Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf Gott. Streben nach Erkenntniß Gottes. 544 546. Beständiges Andenken an Gott. 547. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 548- 550. Heilighaltung des göttlichen Namens, und besonders des Eides. 551 552. e Liebe zu Gott und Freude an ihm. 553 556. Gehorsam gegen Gott. 557-558. Dankbarkeit und Lob Gottes. 559-573. Vertrauen auf Gott, Zufriedenheit und Ergebung. 574-592. Geduld und Hoffnung im Leiden. 593-609. Zweiter Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf Christum. Verehrung und Huldigung. 610-611. Liebe im Glauben und Dankbarkeit. 612-616. Bekenntniß, Gehorsam und Nachfolge. 617-619. Jule Vertrauen und Hoffnung. 620-622. and Dritter Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf uns selbst. Selbstachtung und Selbstliebe überhaupt. Selbsterkenntniß und bescheidene Demuth. 515 31 623-624. 625-627. X Inhaltsverzeichniß. Aufmerksamkeit auf uns selbst, Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. 628-631. Weltverleugnung und Streben nach höheren Gütern, als diese Welt geben fann. 632- 633. Sorge für die Seele und ihr Heil durch christliche Weisheit, edeln Wahrheitssinn, Herzensreinheit und Frömmigkeit. 634-640. Heilighaltung des Körpers und christliche Leibespflege, Sorge für das zeitliche Wohl und rechtes Verhalten hinsichtlich der äußern Lebensgüter. 641- 647. Nechter Gebrauch der Zeit und des irdischen Lebens 648-658. Stete Todesbereitschaft. 659-661. mail: 0 Vierter Abschnitt. Christenpflichten gegen den nächsten. 1) Im Allgemeinen: NOO Pflichten der Gerechtigkeit. 662- 663. Plichten der Liebe. 664-668. Eorge für des Nächsten Seelenheil. 669-670. 84 855 Sorge für sein zeitliches Wohl; Barmherzigkeit gegen Nothleidende; christliche Dienstfertigkeit. 671-675. Friedfertigkeit Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 676-681 Freundesliebe und Dankbarkeit. 682-683. Nachweltsliebe. 684-685. 2) Pflichten gegen Andere in besonderen Verhältnissen: Häusliche Pflichten. 686-688. Gheliches Verhältniß. 689. Verhältniß zwischen Aeltern und Kindern. 690-693. Verhältniß zwischen Geschwistern. 694. Für Wittwen und Waisen. 695-699. Verhältniß zwischen Herrschaften und Dienstboten. 700-701. Bürgerpflichten. 702-705. 010 Anhang: Schulgesänge. homimnastal dit art Vor dem Unterricht. 706-709. Nach dem Unterricht. 710-711. Bei einer Schulprüfung. 712-713. Für eine Kleinkinderanstalt. 714. nithe Inhaltsverzeichniß. Vierter Haupttheil. Lieder für besondere Zeiten und Lebensverhältnisse, zur häuslichen Erbauung. 1) Morgenlieder. 715-726. Morgenlied im Leiden. 727-728. Am Sonntagsmorgen. 729-730. 2) Tischlied. 731. 3) Abendlieder. 732-745. Abendlied im Leiden. 746. In schlaflosen Nächten. 747. Abendlied am Ende der Woche. 748. Am legten Abend eines Jahres. 749. 4) Wiegenlieder. 750-751. 5) Für die verschiedenen Jahreszeiten. Frühling. 752-753. Sommer. 754. Herbst. 755-756. Winter. 757. 12 1969 SPL olnujameD XI 6) Am Geburtstage. 758. my 7) Für die Jugend. 759 760. Für das Alter. 761-762. 8) Reiselieder. 763-764. 9) In Niedrigkeit und Armuth; bei einem schmerzlichen Verluste. 765-767. 10) In Krankheit und bei Leibesgebrechen. 768-770. Bei einer Krankencommunion. 771. Trostlied für Blinde. 772. Trostlied für Taubstumme. 773. Fürbitte für Kranke und Sterbende. 774-777.00 Nach der Genesung. 778--779. Danklied einer Wöchnerin nach der Entbindung. 780. Bei ihrem ersten Kirchengang. 781. 12) Beim Tode geliebter Personen. 796. Eines Ehegatten. 797. Der Eltern. 798-799. Der Kinder. 800. 11) Bei Annäherung des Todtes; Sterbelieber. 782-794. Einsegnung eines Sterbenden. 795. Inhaltsverzeichniß. Anhang. Sammlung einiger Gebete für die häusliche und XII einsame Andacht. Morgengebet am Sonntage. Seite 474. Gebet beim Eintritt in die Kirche. S. 475. ovo Re Gebet beim Schluß des Gottesdienstes nach dem Segen. S. 476. Abendgebet am Sonntage. S. 476. Morgengebet an Werktagen. S. 478. Ein anderes. S. 479. Abendgebet an Werktagen. S. 481. Abendgebet, Sonnabends am Schlusse der Woche. S. 482. Abendgebet für Kinder. S. 484. VaRunsun Endi ustgal Gebet am Weihnachtsfefte. S. 484. Beim Jahreswechsel. S. 486. Zur Passionszeit und am Charfreitage. S. 487.18( sex puildiri Am Osterfeste. S. 488. Am Tage der Himmelfahrt. S. 490. 301 302 Am Pfingstfeste. S. 492. 2061-065 4010 Communiongebete bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahle und am Tage des Genusses.do ( O Selbstprüfung vor der Beichte. S. 494.84 Beichtgebet. S. 497. las n hnd sn8 Nach der Beichte. S. 499. OT COT dilatis( 8 bilgin Am Communiontage, vor dem Empfange des heil. Mahles. S. 499. Während der Communion, beim Empfang des gesegneten Brodes. S. 501. # 2( 01 Beim Empfange des gesegneten Kelches. S. 501. della Nach der Communion. S. 502. Gebet eines Kranken. S. 503. dolor Gebet einem Sterbenden vorzusprechen. S. 505. -812 is: 00) and boll 97 192000 Guneriuino 14 botnivah s dollhund 180 pputha nai 203 Chedangentas guling dhuro ( ad suidsitan adem( S) Erster Haupttheil. Lieder für die kirchlichen Zeiten, Feste und Handlungen. 1. Abschnitt. Für die Sonntagsfeier. Zu Anfang des Gottesdienstes. Eigne Melodie. 1. Komm, heiliger Geist! Erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, Und entzünd' in ihnen Das Feuer deiner göttlichen Liebe; Der du aus allerlei Geschlecht und Zungen Ein heiliges Volt dem Herrn Gesammelt hast In Einigkeit des Glaubens! Halle lujah! Hallelujah! ( 156*) Eigne Melodie. 2. Komm, komm, Gott, beilger Geist, Du Licht der from men Seelen! Ach laß uns ja nicht fehlen, Was uns den Weg zum Himmel weist! 2. Mach' muthig Herz und Mein Gott, auch recht zu hören: Sinn; Gib neue Kraft zu lehren; Denn ich ja, Herr, dein eigen bin! 3. Nimm uns, Herr, endlich auf Zu dir, da wir mitsingen Ein ewig Roblied bringen, Wann wir vollendet unsern Lauf. Gigne Melodie. 3. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort an*) Die unter den Liedern stehende Zahl bezeichnet die Nummer in dem besonders abgedruckten Verzeichnisse der Liederdichter, unter welcher der Verfasser des Liedes zu finden ist. Wo zwei oder mehrere Nummern beisaminen stehen, zeigt die erste den Verfasser, die zweite zc. Den oder die Verbesserer oder Uebersetzer des Liedes an. 1 Zu Anfang des Sonntags- Gottesdienstes. zuhören! Lenke Sinnen und Be- nicht, Die dein armes Bolf dir gier Zu den süßen Himmelsleh- stammelt.Hör' auf unsre schwachen ren, Daß die Herzen von der Lieder, Und sieh gnädig auf uns Erden Ganz zu dir gezogen nieder. werden. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, Unsern Widerstand be zwingen, Und mit göttlicher Ge walt Tief in unsre Herzen dringen: Laß es unsern Sinn erneuen, Unfre Finsterniß zerstreuen: 3. Daß von Eifer ganz entbrannt, Wir, was du befohlen, üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum Chriftum herzlich lieben; Daß fein Schmerz und keine Freude Uns von deiner Liebe scheide. ( 127) 2 TES 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes wollen, thun und denken, Muß uns deine Gnade schenken. 3. Obu Glanz der Herrlichteit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Mach' uns allesammt bereit; Deffne Herzen, Munb und Ohren. Unser Bitten, Fleb'n und Singen Laß, Herr Jesu, wohlgelingen! ( 23) Mel. Herr Jesu Christ, dich ic. Mel. Herr Jefu Chrift, bich ic. 4. Sei mit den Deinen, Jesu 6. O heil'ger Geist, laß uns Chrift, Der du stets unsre Zuflucht bist! Send' uns den Geist, der uns regiert, Und auf den Weg der Wahrheit führt. in 2. dein Wort So hören heut' und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. Durch ihn erleuchte den 2. Verstand; Mach' uns dein heil'Erleuchte uns, du wahres Licht; Entzieh' uns deine Gnade ges Wort bekannt; Zur Heilige nicht: Sei unser Trost in aller feit flamm' er uns an, Und leit' uns alle himmelan. Noth; Stärk' uns im Leben und im Tod. mi mau( 186) Mel. Wie schon leucht't ic. 3. Hallelujah! Einst singen wir, Gott! heilig, heilig, heilig dir, Und schauen dich in deinem 7. Heut ist der Ruhetag des Licht, Von Angesicht zu Angesicht. Herrn! Hier trete eitle Welt4. Dir, Gott, den Erd' und lust fern; Hier schweige ihr GeHimmelpreist, Dir, Vater, Sohn tümmel. Vergeßt der Sorgen und heil'ger Geist, Sei Dank dieser Zeit! Lebt heute für die und Lob und Ruhm geweiht Bon Ewigkeit; Erhebet euch zum Ewigkeit zu Ewigkeit!( 214.206) Himmel! Glaubend, Hoffend Fühlt hienieden Schon den Frie den Jener Frommen, Die zur ew'gen Ruh gekommen. 2. Auf, Christen, preist des Schöpfers Macht, Der diese Welt Mel. Liebster Jesu, wir sc. 5. Herr, vor deinem Angeficht Hat die Andacht uns verfammelt! Ach verwirf die Bitte Zum Schlusse des Gottesdienstes. 3 ( 83) hervorgebracht, Den Heiligen, Jhm ergeben, Daß im Leben Dieden Weisen! Schaut der Er- ser Erde Jeder Tag ein Festtag lösung Wunder an, Und rühmt, werde! was der an uns gethan, Den wir als Mittler preisen. Heilig, Heilig, Heilig ist er! Ewig liebt er! Ihn erhebet, Ihn, der todt 8. Sei uns gesegnet, Tag Mel. Wie schön leucht't ic. war und nun lebet. des Herrn! Zu Gottes Preise nah und fern Weckst du der Christen Menge. Ihr Lobgesang tont spät und früh; Zum Heiligthume wallen sie Im festlichen Gedränge. Dir, Herr, Schallen Ihre Vieder, Wo die Brüder Vor dich treten, Froh den Vater anzubeten. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh, Beleb' auch uns, entferne du, Was stört die heil'ge Stille! Mach' unsern Geist vom Irrthum frei, In allem Guten fest und treu; Das Herz mit Trost erfülle. Hilf uns! Stärk' uns! Gott ergeben Hilf uns leben, Lehr' uns sterben, Daß wir Gottes Reich ererben!( 136) 3. Verkündigt wird des Lebens Wort An diesem gottgeweihten Ort: Kommt ehrfurchtsvoll, zu hören. Sei voll von Gott, der Beter Schaar! Der Demuth Bitte bring' ihm dar; Der Herr wird sie gewähren. Alle Dürft ihr Zu ihm nahen, Sollt empfaben Heil und Leben Und den Trost: euch ist vergeben! 4. Zu Gott, zu Gott hinauf das Herz! Hinauf die Blicke himmelwärts Nicht blos in Tempelhallen: Auch unser Haus fei Gott geweiht; Auch in der stillen Einsamkeir Soll unser Lob ihm schallen. Bleib, o Seele, Zum Schlusse des Gottesdienstes. Mel. Liebsler Jesu, wir ic. Gott, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich 9. Nun, Gottlob, es ist voll- Brod, Segne unser Thun und bracht! Mit des ew'gen Lebens Lassen; Segne uns mit sel'gem Lehren Hat er gnädig uns be- Sterben; Und mach' uns zu dacht; D'rum laßt uns ihn fröh- Himmelserben. lich ehren! Unser Gott sei hochgepriesen, Daß sein Wort uns unterwiesen. ( 165) 2. Unser Gottesdienst ist aus; Doch auf uns ruht Gottes Segen; Fröhlich gehen wir nach Haus, Wandeln fort auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite, Und zum Himmel vorbereite. 3. Unsern Ausgang segne Bekannte Melodie. 10. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Chrift! Was ist doch, das uns schade, Wenn du, Herr, mit uns bift? 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, du werthes Licht, An diesem dunkeln Orte, Damit wir irren nicht. chale 1* Vor und nach der Katechisation. 4 3. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr! Dein göttliches Vermögen Erschöpft sich nimmermehr. 4. Ach bleib mit deinem Frieden Bei uns, du Friedefürst, Bis du die Kampfesmüden Zur Ruhe führen wirst. Vor und nach der Katechisation. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 11. Gott, der die Welten lenfet, Das Feld mit Regen tränket, Und wärmt mit Sonnenschein, Der läßt es auch den Seelen An Pflege nirgends fehlen, Und gibt zur Geistessaat Gedeih'n. 2. Er löscht den Durst nach Wahrheit, Gibt dem Verstande Klarheit Durch Jesu Unterricht. Gib, Vater, daß die Lehren, Die wir jetzt werden hören, Auch unserm Geiste schaffen licht! 5. Ach bleib mit deinem Schirme Bei uns, du starker Held, Umbrausen uns die Stürme Der drangsalvollen Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns bis in den Tod. Beständigkeit verleihe; Hilf uns aus aller Noth! ( 193, 83) Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 13. Fest steht dein Bund, wie Felsen stehen, Du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr und Jahrhunderte vergehen; Doch deine Güt' ist täglich neu. Wie preisen wir doch würdiglich, Gott der Erbarmung, heute dich? 2. Abschnitt. Für die Festtagsfeier. Beim Anfang und Schluß des Kirchenjahres. von deinem Nuhm. Durch Tauf und Abendmahl und Wort Pflanzt froh sich deine Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, Und bringst, was wir gethan, an's licht, Nach unsern Werken uns zu richten; Gott, Richter, so besteh'n wir nicht! Du trugest uns mit viel Geduld; Wir aber häuften Schuld auf Schuld. 2. Kein Krieg zerstörte die Altäre, Kein Feind zertrat dein Heiligthum; Noch singen wir von deiner Ehre; Noch predigt man Mel. Jesus, Jesus ist erstanden ic. 12. Vater, dir sei Preis und Ehre, Dir sei Lob und Dank gebracht! Dank und Preis für fede lehre, Die uns weiser, besser macht! Laß uns jede still erwägen, Und sie tief ins Herz uns prägen: 2. Daß wir hier in Frieden leben, Und uns deiner Gnade freu'n; Eifrigst nach dem Kleinod streben, Auch den kleinsten Fehltritt scheu'n; Mit Geduld Beschwerde tragen, Und im Leiden nicht verzagen. ( 207) 4. O laß es deinem Geist gelingen, Bei uns in diesem neuen Jahr Die Sünde mächtig zu be 5 Anfang des Kirchenjahrs. 6. Die wir dir weihen in der zwingen, Wo fie bisher noch herrschend war! Heut schwören Tauf, Nimm, Kinderfreund, fie wir dir ew'ge Treu' Gerührt huldreich auf! Die ihrer Taufe mit heil'gem Ernst auf's Neu'. Bund erneu'n, Dein laß sie bis 5. Laß hier, wo wir jetzt zum Tode sein. niederfallen, Dein unverfälschtes Gnadenwort Für Kindeskinder noch erschallen; Gib Gnade stets an diesem Ort, Daß uns dein Wort und Abendmahl Bereite für den Himmelsfaal. 7. Die, Herr, dein Abendmahl empfah'n, Laß sie mit heil'ger Ehrfurcht nah'n; Wenn sie der Kelch des Lebens tränft, Sei du's, der ihnen Frieden schenkt. 6. Gib, daß wir dich stets findlich ehren, Als dein geweihtes Eigenthum. Einst führst du uns zu jenen Chören, Die ewig fingen deinen Ruhm, Wo man, zur Herrlichkeit erwählt, Nicht mehr nach Erdenjahren zählt. 8. Die ihre Missethat gesteh'n, Und reuend um Erbarmung fleh'n; Verwirf von deinem Angesicht Sie bei der Buße Thränen nicht. 8. Schlingt sich um frommer Christen Hand Hier am Altar der Ehe Band; Sprich auch dein Segenswort dazu: Die Herzen ein' in liebe Du. Mel. Vom Himmel hoch zc. 14. Der du der Erst' und Legte bist, Ach bleib' bei uns, Herr Jesu Christ! Im neuen Kirchenjahresei Auch deine Gnade bei uns neu. 2. Lehr' in der kurzen Gnadenzeit Uns schaffen uns're Seligkeit. Schnell eilen uns're Tage hin: Laß keinen ungenügt entflieh'n! 3. Uns leuchte deiner Wahrheit Licht; So irren deine Pilger nicht. Führ' auf des Glaubens Sonnenbahn, Vollender führ' uns himmelan. 4. Schnell wachse uns're Besferung! Gib uns den Geist der Heiligung; Zum Siege stärk' uns deine Kraft Im Kampf mit Welt und Leidenschaft. 10. Vernimm das Fleh'n der Leidenden! Erbarme Dich der: Sterbenden! Und schließt sich unser Pilgerlauf, Nimm in die ew'ge Ruh' uns auf. 11. Du bist derselbe, gestern, heut', Derselbe auch in Ewigkeit. So bleib' bei uns, Herr Jesu Christ, Der Du der Deinen Zuflucht bist! ( 83) 5. Vergib, vergib uns uns're Schuld! Trag fernerhin uns mit Geduld. Sei deiner Kirche Schirm und Hort, Und segne stets der Lehrer Wort. Mel. Mache dich, mein Geift zc. 15. Freude sei des Kirchenjahr's legte stille Feier! Es entflicht! und o wie war's Allen Frommen theuer, Die dem Herrn Immer gern Liebend näher kamen Und sein Wort vernahmen! 2. Preis ihn laut, o Christenheit! Seiner Heilserkenntniß War auch dieses Jahr geweiht. Bring' ihm das Geständniß Heut' aufs neu', Er sei treu Adventslieder. 6 Seinem Vaterherzen Stets in Freud' und Schmerzen! 4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, aus unsern Gränzen! 3. So wird auch im neuen Jahr Möge deiner Wahrheit Licht Deine Gnade walten, Schüßen Immer reiner glänzen. Wer noch deine Christen- Schaar, Uns dein irrt, Treuer Hirt! Den auch Wort erhalten, Bis du einst wirst du finden, Und mit dir Hebr erscheinst, Richter Deiner verbinden. Brüder, Haupt der treuen Glieder. D Airan. 9 Adventslieder. Viel. Lobt Gott ihr Christen zc. 16. Er fommt, er fommt, der starke Held, Voll göttlich hober Macht! Sein Arm- zerstreut, sein Blick erhellt Des Todes Mitternacht. afie 2. Wer fommt, wer kommt? Wer ist der Held, Voll göttlich hober Macht? Sieh', Christus ist's! Pobsinge, Welt! Dir wird dein Heil gebracht. Omn 1607 Schatten flohen? Herr, dein Wort nur Läßt auf Erden Licht es werden, Bringt uns Frieden, Gründet Gottes Reich hienieden. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöh'n; Wir werden deinen Himmel seh'n, Den Preis von deinen Leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du am Kreuze für uns starbst, Der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, Daß wir Sünder Gottes Kinder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit Entäußert, eine furze Zeit Für uns von Gott verlassen; Und nun mit Preis und Ruhm Mel. Wie schön leucht't ic. 17. Wie groß, wie ange betet ist Dein Nam', o Herrscher, Jesu Christ, Wie theuer deinem Volfe! Welch Licht ging in der Finsterniß Mit dir der Welt auf! Wie zerriß, Wie floh des Irrthums Wolfe! Als du Kamest, Hörten Taube, Und der Glaube Half den Kranken: Stumme sangen, dir zu danken. gefrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der Sünde Gräuel bassen. Ibnen Willst du Heil und Leben Gerne geben, und uns allen Helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang Erschallet dir der Lobgesang Erlöseter Gerechten! Unzählbar sind die Schaaren 2. Nur Schwache waren's, schon, Die gerne dir vor deinem die dein Licht Verbreiteten, die Thron Ein würdig Poblied brächWeisen nicht: Wo sind sie, wo ten. Ihrer Mehr noch, Jesu, die Hohen? Und wo die Reichen, werden Schon auf Erden Dir wo die Macht, Vor der des lobsingen, Preis und Lob und Gögendienstes Nacht, Und seine Dank dir bringen! 3. Dir, Menschgeword'ner, bringen wir Anbetung, Preis und Dank! In Ewigkeit erschalle dir Der Deinen Lobgesang! 7 Jesu, leihe Mir deines Geistes Schein, Daß mir, was Dich erfreue, Mög' fund und wissend sein! Adventslieder. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam', o Herrscher, Jesu Christ, Wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh, O wie viel herrlicher wirst du Den Frommen dann erscheinen! Ewig Müsse Dir zur Ehre Ihrer Chöre Lob erschallen, Durch den Himmel wieder hallen! ( 24) ul 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin. Ich will mit Freundenpsalmen Ermuntern Geist und Sinn. Dich, dich will ich erheben, So gut ich Schwacher fann; Mein Herz will ich dir geben: Ach nimm es gnädig an! Mel. Jesu, meines Lebens Leben ic. 18. Hofianna! 3u der Erde Steigt der Friedefürst herab; Ewig hochgepriesen werde Gott, der ihn der Erde gab. Freut euch, Sünder, fauchzt, ihr Frommen! Unsern König, seht ihn fommen! Unser Heil fommt, unser Licht, Unsers Herzens Zuversicht. 3. Die Menschheit rang vers loren In dunkler Angst und Pein; Da wurdest du geboren, Ihr Licht und Trost zu sein. Uns war das Reich genommen, Wo Fried' und Freude lacht; Du hast es deinen Frommen, Mein Heil, zurückgebracht! 2. Zu der Erde neigt sich wie- 4. Mich hielten schwere Bande; der Gottes Baterhuld herab; Du kommst und macht mich los Segen thaut vom Himmel nieder; Ich war bedeckt mit Schande; Morgenglanz bestrahlt das Grab. Du kommst und machst mich groß. Seht, Erlösung wird gefunden! Du hebst mich hoch zu Ehren, Seht, es heilen alle Wunden! Und schenkst mir großes Gut, Müden strömet süße Ruh, Sterbenden Belebung zu. Das sich nicht fann verzehren, Wie irdisch Geld und Gut. 3. Kommt, ihn würdig zu empfangen! Macht ihm Wege, macht ihm Bahn! Eilt, in Demuth, mit Verlangen Euern König zu empfah'n! Streut ihm 3weige, streut ihm Palmen! Bringt ihm Jubel, singt ihm Psalmen! Geist und Herz sei ihm geweiht! Preis dem Herrn der Herrlichkeit lid 1pl ( 83) 5. O bu, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog Was war's, das dich zum Staube, Zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen! Ďu, Sohn des Vaters, haft Mit mitleidsvollen Armen Die ganze Welt umfaßt! 6. Schlagt hohen Dank, ibr Herzen! Betrübte, flagt nicht Mel. Befehl du beine Wege ic. mehr; 3agt nicht in Angst und Schmerzen, Als ob fein Helfer wär'! Seht auf, seht auf, ihr habet Die Hilfe vor der Thür! Der eure Herzen labet, Und Gott ist hier! 19. Wie soll ich dich empfangen, Und wie begegnen dir, Du, aller Welt Verlangen, Der Menschheit höchste Bier? Jesu, stärket, 8 Adventslieder. 7. Auch dürft ihr nicht er hier sein Aufenthalt. Der ihm schrecken Vor eurer Sünden- gegebnen Macht Enthielt er sich schuld; Der Heiland will sie mit Freuden, Bis er durch Todesbeden Mit seiner Lieb' und Huld. leiden Sein großes Werk vollEr fommt, er fommt, den Sün- bracht. dern Zum Trost und ew'gen Heil; Macht sie zu Gottes Kindern: Im Himmel ist ihr Theil. 4. Er hat's pollbracht, o bringet Gott neuen Lobgesang! Erlöfte Menschen singet Dem Mitt8. Laßt eure Feinde toben! ler ewig Dank! Wo Niemand Steht fest und wanfet nicht; Der helfen kann, Da hilft er gern Herr gibt Muth von oben, Er, eure Zuversicht. Er kommt, er tommt, ein König, Dem Sieg im Auge blist; Da schaden Feinde wenig, Wo solch ein Held be schüßt. aus Gnaden, Heilt unsrer Seele Schaden: O nehmt ihn gläubig an! 9. Er kommt zum Weltgerichte; Dann bebe nur sein Feind! Im holden Gnadenlichte Erscheint euch euer Freund. Komm, fomm, du Lebenssonne! Geb' auf in vollem Glanz, Und füll' mit Himmelswonne Das Herz der Deinen ganz! 5. Du Freund der Menschenfinder, D Herr, verwirf uns nicht! Dein Name, Heil der Sünder, Ist unsre Zuversicht. D'rum kommen wir zu dir! Hilf selbst die Macht der Sünden Uns kräftig überwinden; Denn dein, o Herr, sind wir. ( 56) Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 6. Bei dir steht unser Leben; Zu unserm ew'gen Heil Hast du dich hingegeben: Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns dann 20. Erhebt den Herrn, ihr noch fehlen? Dann werden unsre Frommen! Er hält, was er ver- Seelen Sich ewig Gottes freu'n! spricht; Der Heiland ist gekom( 168. 34) men, Der Völker Trost und licht. Mel. D, Christenheit! fel hocherfreut ic. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum Heil und Leben Selbst seinen Sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 21. Wirf, blöder Sinn, Den Kummer hin! Gott ist für dich; was will dich ferner fränken? Hallelujah! Der Sohn ist da! Wie sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? Pasy n 2. Erlöst; o welche Liebe Hat uns der Herr erzeigt; Mit welchem Vatertriebe Sein Herz zu uns geneigt! Sein eingeborner Sohn Kommt, Rettung vom Verderben Uns Sündern zu erwerben, Zu uns vom Himmelstbron. 2. Schlägt dir das Herz Vor Angst und Schmerz; Empfindest du, wie sehr die Sünden fränken: Dein Heil ist hier! Wie sollte dir 3. Er kam zu uns auf Erden Dein Gott mit ihm nicht Gnad' In armer Knechtsgestalt. Voll und Frieden schenken? Mühe und Beschwerden War 3. Ist deine Kraft 3u mangel Abventslieder. 9 haft; Mußt du mit Scham an hast du bezwungen, Ew'ges Leben beine Schwäche denken: Er, der vom Thron Dir gibt den Sohn, Wird dir mit ihm auch Geistesträfte schenken. uns errungen; Hast durch deinen Tod Uns versöhnt mit Gott. 4. Fehlt Weisheit dir, Um glücklich hier zu fliehen vor der schlauen Bosheit Nänken; Erzittre nicht! Gott ist dein Licht! Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir Bald da, bald hier, Und sorgst du, wer dich speisen wird und tränken: O fasse Muth! Das höchste Gut Wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 4. Deine Majestät, König und Prophet, Will ich demuthsvoll verehren, Und auf deine Stimme hören; Denn dein Reich besteht, Wenn die Welt vergeht." 5. Laß mich dir zum Ruhm, Als dein Eigenthum, Stets nach deiner Vorschrift handeln, Und mit Freuden dir nachwandeln; Wahres Christenthum Sei mein höchster Ruhm! 6. Neiget sich mein Sinn Zu dem Eiteln hin; O dann warne meine Seele, Daß sie nicht ihr Ziel verfehle. Lenke meinen Sinn Auf das Ew'ge hin! 7. 3euch zu dir mein Herz; Laß in Freud' und Schmerz Mich an deine Treue denken, Und wenn Noth und Furcht mich fränken, D so gib im Schmerz Trost und Muth in's Herz! 8. Will des Todes Macht Und des Grabes Nacht Meine bange Seele schreden; Laß mich deinen Schild bedecken! Führ' an deiner Hand Mich in's Vaterland! 6. Segt dich der Tod In Angst und Noth, Wer deinen Gang durch's Todesthal wird lenken; Sieh Jesum an! Er bricht die Bahn; Gott wird mit ihm bir ew'ges Leben schenken. 7. Wirf, blöder Sinn, Die Sorgen hin, Die dich in's Meer der Traurigkeit versenken! Dein Heil ist da! Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? ( 146) ins Mel. Seelenbräutigam c. 22. Wer ist wohl, wie du, Stifter wahrer Rub, Jesu, Freund der Menschenkinder, Netter der verlornen Sünder? licht und Seelenruh' Fließt von dir uns zu. mel. Sohn, der uns verheißen war ic. 2. Herr der Herrlichkeit! 3ur bestimmten Zeit Kamst du uns zum Heil auf Erden; Warft zur Dul- 23. Heiland, der verheißen dung der Beschwerden Unsrer war, Den die Jungfrau uns geNiedrigkeit Großmuthsvoll be- bar; Friedefürst, Rath, Kraft reit. und Held, Komm, du Heiland 3. Reine Furcht der Welt aller Welt! Schreckte dicho Held! Todesmacht 2, Der du warst vor aller Zeit, 9. Ew'gen Lobgesang, Preis und Ruhm und Dank Bring' ich dann in jenen Höhen, Wo ich werd' am Throne stehen, Jesu, treuster Freund, Ewig dir vereint! ( 49. 136) 10 Adventslieder. Kommst aus deiner Herrlichkeit;| Bahn! Macht Bahn! Bereitet Du, des Vaters Ebenbild, Bist in unser Fleisch gehüllt. euch, Ihn würdig zu empfah'n!" 3. Gottmensch, du betrittst die Welt, Eilest rüstig als ein Held; Nuh'st nicht, bis dein Werk vollbracht, und vollbringst's mit Gottesmacht. 3. Er kommt, von Gott ge sandt, Der Völker Trost und Segen, Und Gnad' und Wahrheit glänzt Auf allen seinen Wegen. Er kommt, um eine Welt Vom Elend zu befrei'n, Das menschliche Geschlecht Zu segnen, zu erneu'n. 4. Als der Vater dich uns gab, Stiegst zur Tiefe du herab; Als sich schloß dein edler Lauf, Fuhrst du in den Himmel auf.s 5. Stark in deines Vaters Kraft, Hast du Sieg und Heil geschafft. Unser schwaches Fleisch erhalt' Deine göttliche Gewalt! 6. Laß uns Nacht und Sünden scheu'n! Unsers Glaubens heller Schein Ist ein Ausfluß deines Lichts: Diesen Schein verdunkle nichts! get 7. Preis sei dir in Ewigkeit! Ihr, die ihr erlöset seid, Rühmet ihn, der, groß von That, Euch vom Tod errettet hat. 8. Lob dir, der du kamst herab! Lob dem Vater, der dich gab! Lob dem Geist, der dich verklärt, Und dein Heil erkennen lehrt! ( 6. 113. 24. 170) 4. Auf, Christen, kommt, laßt uns Den Gott der Wahrheit preisen! Jhn, der erfüllt, was er Aus Gnaden hat verheißen! Nie täuscht, was Gott verspricht; Sein Wort bleibt ewig steh'n. Sinkt, Berge, hin in Nichts; Dies Wort kann nicht vergeh'n! 5. Heil uns! Mit uns ist Gott, Die Hoffnung gläub'ger Väter, Das längst gewünschte Licht, Der ganzen Welt Vertreter! Bersam. melt, Völker, euch! Versammelt euch zum Herrn! Freut euch, o Menschen, sein; Freut euch und folgt ihm gern! ( 24) Mel. Von Gott will ich sc. 25. Mit Ernst, ihr Menschenfinder, Macht euer Herz bereit! Er fommt, das Heil der Sünder, Der Herr der Herrlichfeit. Er kommt von seinem Thron In's Elend gern hernieder, Wird einer unsrer Brüder, Er, Gottes eigner Sohn. 2. Er dürftet voll Verlangen, Zu euch auch sich zu nah'n; Ihn würdig zu empfangen, Macht eilig eb'ne Bahn. Der einst im Fleisch erschien, Seht! der will nicht verschmähen, Zu euch auch einzugehen! Macht Raum, em Mel. O Gott, du frommer ic. 24. Sie fommt, sie kommt die Zeit, Die Gott nach seinem Willen Bestimmt, um das, was er Versprochen, zu erfüllen. Der große Tag des Herrn, Der Tag des Heils ist nah'! Denn der, der ihm den Weg Bereiten soll, ist da. 2. Laut schallt das frohe Wort: Der Herr kommt!" Es verbreitet Sich überall der Ruf, ,, Erwachet und bereitet Dem, der da fommt, den Weg! Macht ihm, dem Retter pfanget ihn! Weihnachtslieder. 11 3. Die ihr gerecht euch dünket,| Sünden streitet; Nur der ist recht Legt euern Dünfel ab! 3hr Auf- bereitet; Zu ihm kommt Jesus geblaf'nen, sinfet Von eurem Christ. Stolz berab! Die ihr um Gnade fleht, Wißt, daß ihr hier sie findet; Denn wer sein Nichts empfindet, Der wird von ihm erhöht. 5. Doch was vermag ich Schwacher, Ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Selig macher, Bereite selber mich! 4. Ein Herz, das Demuth übet, Schon seufzt mein Herz nach dir; Ist ihm vor Allem werth; Wen Schon jauchz' ich dir entgegen: seine Schuld betrübet, Dem, dem Komm, komm mit deinem Segen, wird Trost bescheert. Wer ganz Und wohne stets in mir! voll Glaubens ist, Und gegen ( 199) Weihnachtslieder. Mel. Gelobet feist du, Jesu zc. 26. Hinauf zum Thron der Majestät Steigt, o Jesu, das Gebet Der tiefgefallnen Sterblichen, Der Engel und Vollendeten, Heiland der Welt! 2. Wir feiern deinen großen Tag! Was die Liebe je vermag, Das schenktest du uns, Herr der Herrn! Wir schenken dir, und o wie gern, Dank' und Liebe!( 80) 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr! spricht, Und sucht doch nicht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreu'n, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt, Und Alles ist im Himmel und auf Erden; Die Christenheit Preift dich ers freut, Und Aller Knie soll dir gebeuget werden! 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; Und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Das Heil ist da! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ( 55) Mel. D, Christenheit! sei hocherfreut ic. O, 27. Auf, schide dich, Recht feierlich Des Heilands Fest mit Freuden zu begehen! Lieb' ist der Dank, Der Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich ihr Erlösten! hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, Er wird uns gleich, Um Gottes Reich Und seine Liebe uns zu offenbaren. Mel. Vom Himmel hoch ic. 28. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, Weihnachtslieder. 12 was durch Jesum Christ Jm Him mel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward. Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fas sen will, So steht mein Geist voll Ehrfurcht still; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt; Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, Erscheinst im Fleisch und bringst uns Heil! 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sah'n; Dich, Sohn des Vaters, bet' ich an! 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereineft dich mit Fleisch und Blut; Wirft unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir! 7. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 3. Du, du bist der Völker Segen, Willst vom Elend uns befrei'n; Und wir können deinetwegen Unsers Gottes Kinder sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben; O so hast du neue Kraft Uns zur Heiligung verschafft, Uns die Tüchtigkeit erworben, Einst, von Sünden völlig rein, Deinem Bilde gleich zu sein! 4. Du, das Leben, bringst uns Leben, Du, das Licht, bist unser Licht. Alles Heil ist uns gegeben; Was ist, das uns noch gebricht? Seht, es fließt der Quell der Freuben Aus dem hohen Himmelssaal In das niedre Erdenthal, Und erquickt uns selbst im Leiden. Deines Himmels Herrlichkeit Erben wir in Ewigkeit! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch 5. Herr, wie groß ist deine 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält: Was zagt der Mensch, wenn der ihn schügt, Der nun zur Rechten Gottes sigt? Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist! ( 55) 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt; Und Erde, die ihn heut' noch sieht, Sing du dem Herrn ein neues Lied! Mel. Sollt' ich meinen Gott ic. 29. Ewig sei dir Lob gesungen, Mensch geword'ner Gottessohn! Du hast uns das Heil errungen, Als du von des Himmels Thron Bist in diese Welt gekommen! Herr, der Sterblichen zu gut, Wie die Kinder, Fleisch und Blut Hast so willig angenommen, Und mein Bruder worden bist: Sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt; denn dir gehöret Allgemeiner Dank mit Recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches Geschlecht! Du, du haft es selbst vermählet Mit der göttlichen Natur, Und vor aller Kreatur Es zum Brudervolk erwählet: Du erhebst es, Gottessohn, Mit dir auf der Gottheit Thron! Weihnachtslieder. Güte! Meine Seele freut sich bein; Und mit dankendem Gemüthe Will ich nun dein eigen sein! Nimmer will ich dein vergessen, Dir will ich mich ganz vertrau'n, Freudig folgsam auf dich bau'n. Deine Huld ist unermessen: Gib, daß ich für Deine Treu Dir auf ewig dankbar sei!( 44, 34) 13 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, Ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; Ein neues Lied sei ihm gesungen! Er hört uns, er, der gute Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; Ihr Lobgesänge, tönt, Tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst fnieen wir An seinem Thron, und beten an.( 40) Mel. Wachet auf ruft i. 30. Herr, wir fingen deiner Ehre! Erbarm' dich unser und erhöre; Nimm unser Loblied Mel. Vom Himmel hoch ic. gnädig an. Herr, wir banken voll 31. Empor zu Gott, mein Entzücken; Wo ist ein Gott, der so beglücken, So lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöh'n, Er, dessen Heil wir seh'n, Ist die Liebe. Schon vor der Zeit, In Ewigkeit War Gott die Liebe, wird sie sein. Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da! Lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Um zu Dir uns zu erheben, Hauchst du in uns're Brust das Leben, Und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, Entziehst du uns'rer Brust das Leben, Und schenfest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott; Du sendest uns den Tod Nur zum Segen; Bist liebevoll, Nur unser Wohl, Nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen Gequält, in unserm Blute lagen, Und Nacht der Hölle uns umfing, Fern von deiner Wahrheit Pfade; Da war es, Gott, als deine Gnade Erbar mend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick In's Leben uns zurück. Von der Sünde, Von ihrer Nacht Sind wir erwacht, Erwacht, um Gotteslicht zu seh'n. 2. Vom Himmel fam in dunfler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht! Nun leuchtet uns sein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt in's Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan, Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit! 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel flang, Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen, singt: Hallelujah! ( 100) 14 Weihnachtslieder. Mel. Lobet den Herrn 2c. 32. Ehre sei Gott in der Höbe! Der Herr ist geboren. Lasset uns singen, ihr Brüder! uns hat er erforen, Hier schon uns sein, Seiner Erbarmung zu freu'n. Uns ist der Heiland geboren. 2. Dunkel bedeckte den Erdfreis; in Finsterniß irrten Völker umber, wie die Heerden verlassen von Hirten: Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Kinder des Gottes der Liebe, berufen zum Frieden, Hatte die Sünde von Gott, von ein ander geschieden: Jesus erschien! Frieden gab Gott uns durch ihn, Frieden des Himmels hienieden. 4. Gnade und Wahrheit entkeimten des Göttlichen Tritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten: Er selbst, ihr Freund, Hatte gleich ihnen geweint, Selber gleich ihnen gelitten! 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben Hat er, des Baters Geliebter, uns allen gege= ben: Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Uns in den Himmel zu heben. 6. Seliges Anschau'n, wenn dort meinen Netter ich sehe, Ihn mit den Schaaren Bollendeter ewig erhöhe! Danket schon hier! Singet, ihr Brüder, mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe.( 136) Mel. Ein Kindelein, so 2c. 33. Ein Kind, dem feines jemals glich, Ist heute uns geboren! Freu', Christenwelt, des Heiles dich, Das Gott für dich erforen! Des Höchsten Sohn fommt in der Zeit, Und bringt des Himmels Seligkeit Den Sterblichen auf Erden. Herr und Heiland, Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Hilf uns dir ähnlich werden!( 113. 79) Mel. Vir nach, spricht Christus 2c. 34. Aus besfrer Welten Heiligthum Kamst, Heiland, du hernieder, Und lebtest für des Vaters Ruhm, Und starbst für deine Brüder; Und feines Leidenskampfes Müh' War dir zu schwer; du trugest fie! strast 2. Mit fühnem, festem Heldengang Schritt'st du zu deinem Ziele, Wo der Erlösten Lobgesang, Wo Seligkeit für Viele, Wo Himmelsglanz auf Gottes Thron Dir winkt als deines Lebens Lohn. 3. Vollendet hast du deinen Lauf, Den Pilgerlauf im Staube. Anbetend blickt zu dir hinauf, O Jesu, unser Glaube; Und Muth und Stärke strömt uns zu, Auch deinen Pfad zu geh'n, wie du. 4. Hoch ist das Ziel, dem wir uns nah'n, Schwer der Beruf auf Erden; Und mühevoll des Lebens Bahn, Eh' wir vollendet werden. Verführung lockt den Wand' rer ab, und seine Laufbahn schließt ein Grab. 5. Da beut, Vollender, deinen Stab, Da laß auf dich uns sehen! Das Erdenleben und das Grab Führt zu des Himmels Höhen; Die Pflicht zum Heil, der Kampf zum Lohn Der Ueberwinder dort am Thron. Weihnachtslieder. 15 6. Was ist des Frommen fur- nicht seine Brüder hassen, Nicht zer Streit? Was ist des Dulders sie hülflos laffen. Thräne? Was ist das Leben? 4. Wenn wir einst ermüden, Uebungszeit, Und Zucht für Got- Führt er uns zum Frieden In des tes Söhne. Was ist der Tod? Grabes Nacht. Unsre todten Vollendung nur Der niedern ir- Glieder Gibt die Erde wieder dischen Natur. Jhm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der Gruft, Er, der selbst den Tod einst schmeckte, Den einst Staub bedeckte. 7. So herrlich strahlt der Menschheit Ziel In Jesu Christi Leben. Wen sollte jeßt nicht Hochgefühl Der bessern Welt erheben? Wer sollte weichen, stille steh'n, Und hoffnungslos auf Gräber seh'n? 8. Hinan, hinan zur Ewigkeit, Ihr, Jesu Christi Brüder! Bald fommt in seiner Herrlichkeit Der Menschgeword'ne wieder. Wer sollte weichen, stille steh'n, Nicht muthig ihm entgegen geh'n?( 83) 5. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern Bruder schau'n. Heil und ewig Leben Wird er Allen geben, Die ihm fest vertrau'n. Er ward hier Versucht, wie wir; Ueberschweng, lich wird er lohnen, Und die Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder; Werdet Gottes Kinder, Werdet seiner werth! Filet, eilt, ihr Frommen; Seid, wie er, vollkommen, Bleibet seiner werth! Preis set ihn, Daß er erschien, Daß er sich für uns gegeben, Durch ein göttlich Leben.( 212. 126) Mel. Jesu, meine Freude 2c. 35. Jesus ist gekommen! Dankt ihm, seine Frommen, Dankt ihm, daß er kam; Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, Erschien er hier, Der einst sprach zur Welt: entMel. Fröhlich soll mein Herze zc. stehe! Der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, Danfen, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne Liebt uns in dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, Am Sohne Theil, Und durch seiner Sendung Gaben Theil an Gott zu haben! 36. Fröhlich soll mein Herz lobsingen! Kommt dem Herrn Nah' und fern Preis und Dank zu bringen. In des Himmels hohe Chöre Stimmet ein: ,, Gott allein, Unserm Gott sei Ehre!" 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, Steigt herab Bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 3. Keine Macht der Leiden Soll von ihm uns scheiden: Er bleibt ewig treu! Dort wird er 3. Wer kann Gottes Rathvom Bösen Völlig uns erlösen;| schluß fassen? Aber dies Ist geHier steht er uns bei. Unser Freund, Mit Gott vereint, Kann wiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt sein Sohn aus freien Weihnachtslieder. 16 Trieben Zu uns her; Wie sollt er Nicht die Menschen lieben? 11. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, 4. Wenn er uns verworfen dich Schau'n in deinem Lichte. hätte; Nähm' er dann Menschheit Mag dein Hasser vor dir beben! an? Er spricht: ,, ich errette!" Aber ich Werde mich Freu'n und Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht Kommt er nicht, Sondern zum Verzeihen. ewig leben! ( 56. 127) 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten; Seht, was dort Euer Hort Schon für Euch erlitten! Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! Er erscheint Feinden selbst zum Segen. 6. Wenn euch eure Sünden tränken; Eilt herzu, Suchet Ruh: Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; 3. Jhn nähret an der treuen Zittert nicht! Denn er spricht: Brust Die Mutter, fromm und " Ich will euch erquicken!" mild; Ihn, aller Engel Lob und 7. 3hr Erdulder Luft, Des Vaters Ebenbild. Tage! Euern Schmerz Fühlt sein 4. Entäußert seiner AllgeHerz; Kein Erlös'ter zage! Brin- walt, Gehüllt in Niedrigkeit; So get ihm an seinem Feste Zutrau'n stiftet er in Knechtsgestalt Sein her! Wisset, er Wählt für euch Reich, die Christenheit. das Beste! schwerer 8. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! Mehr, als ihr, litt er hier, Selig euch zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden, Eure 6. Wir werden Herr'n, er wird Müh', Was ist sie Gegen ew'ge i ein Knecht; Das mag ein Wechsel Freuden? 5. Er wechselt mit uns wunderlich, Nimmt unsre Menschheit an; Und hebet sie, vereint mit sich Zur Göttlichkeit hinan. sein! O freu' dich, menschliches Geschlecht; Welch hoher Rang ist dein! 7. Zur Wonne führt er einst uns hin, In seines Vaters Reich; Beglückte Christen, preiset ihn! Lobt Gott und freuet euch! 9. Gottmensch, du nahmst meine Bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde! Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein Herz empfinden. Eigne Melodie. 37. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich! Er kommt von seinem Thron', Und schließt uns auf sein Himmelreich, Der eingeborne Sohn. 2. Er fommt aus seines Va= ters Schoos, Ein Kind, so schwach und klein; liegt in der Krippe arm und bloß, Und Alles ist doch sein. 10. Dir, mein göttlicher Befreier, Folg' ich nach, Obwohl schwach, Doch um so viel treuer! Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth, Und kein Tod Soll von dir mich scheiden! ( 78.35.) Mel. Wie soll ich dich zc. 38. Die heiligste der Nächte Bricht heut auf stiller Bahn, Dem menschlichen Geschlechte 17 selig einst zu dir, Mein Licht in Finsternissen, Mein Trost in Gram und Noth, Mein Mittler im Gewissen, Mein Helfer noch im ( 130) Tod! Nog 3 store Weihnachtslieder. Zum frohen Jubel an. Es kam aus Himmelsfernen Zur Erde wunderbar, Der über allen Sternen Im Schoos des Vaters war. 2. Er naht, und die Altäre Der Gögen stürzen ein; Beig Mel. Gelobet seist du, Jesu zc. allem Volk in Ehre Soll nur der Vater sein. Vor seinem Namen 39. Gelobet seist du Gottes beuge Sich aller Welten Kreis; Zu seinem Throne steige Der Menschheit Lob und Preis! 63. Er fommt, damit die Erde Vom Fluch der Sünde fret, Ein Haus der Freude werde, Ein Sig des Friedens sei. Er stirbt für unsre Sünden, und stellt sich in's Gericht, Auf daß wir Gnade finden Vor Gottes Angesicht. Sohn, Du, der auf der Allmacht Thron Jeßt herrschet, und einst war, wie wir! Anbetung, Preis und Dank sei dir, Weltversöhner! 2. Dich sah'n die Väter schon von fern, Davids Sohn unt Davids Herrn, Ihr Heil und ihre Zuversicht, Und aller Völker Troft und Licht! Hallelujah! 4. Er heiligt seine Brüder, Und stärkt sie wunderbar. Er bringt die Unschuld wieder, Die längst verloren war. Der Tugend Bahn zu wallen, Macht er sein 4. Durch den die Welt einst Volk geschickt, Daß Gott mit worden ist, Der jetzt herrschet, Wohlgefallen Auf unsre Erde Jesus Christ, Der Schöpfung blickt.id n'ast and our Herr fommt in sein Reich, Ernie3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an Ueber die, so ihn nie sah'n; Auf uns, die Finsterniß umgab, Glänzt aus der Höhe nun herab Gottes Wahrheit. 5. Er hat's vollbracht, und wieder Erhebt er sich zu Gott. Für sich und seine Brüder Be- 5. Jauchzt, Himmel, Erde, zwang er Grab und Tod. Er sigt freue dich! Gott versöhnt die zu Gottes Rechten, Mit Herrlich- Welt mit sich. Uns, Adams sünfeit gefrönt; Wo ihm von seinen diges Geschlecht, Entsündigt er, Knechten DerSiegespsalm ertönt. 6. Auch mich hat er erforen Zur Himmelsherrlichkeit, Benn ihm sich, neugeboren, Ganz meine Seele weiht. Entrückt dem Staubgetümmel, Erhebt er meinen Sinn, Und zieht mich nach dem Himmel zu seinem Vater hin. macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan, Dich beten alle Himmel an. ( 113.53) Hallelujah! drigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 7. Sei auf des Lebens Pfade Ein treuer Führer mir, Und nimm, o Herr der Gnade, Mich Bekannte Melodie. 40. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, Die Gnade zu erheben! Des Vaters Gnade sei gepreis't! Sie bringt uns Heil und 2 Weihnachtslieder. 18 Leben. Denk an die Nacht, da auf der Welt Des Vaters Sohn sich dargestellt, Um sein so theures Leben Für Sünder hinzugeben. Triebe. Du stimmteft, unser Heil zu sein, In deines Vaters Rathschluß ein; Erschienst und kamst, mit Freuden Für uns den Tod zu leiden. sidduntdon TOS 2. O große That, erwünschte Nacht, Von Engeln selbst besun- 6. Immanuel, dein freu' ich gen! Du hast den Mittler uns mich. Du bist auch mein Erretter, gebracht, Der uns das Heil er- Auch mir zum Heile sandte dich rungen. In dir erschien der starke Der Herr, der Gott der Götter. Held, Der Alles schuf und Alles Was mir ein ewig Heil verschafft, hält, Der Freund der Menschen- Erleuchtung, Friede, Bessrungsfinder, Des Todes Ueberwinder. Fraft Und Freuden, die stets 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, Von deinem Himmel kawähren, Willst du auch mir gewähren. adotadiony od bund mest, Und unser Fleisch und Blut 7. Was soll ich dir, mein so gern In Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes, o wie hast du dich So tief erniedrigt auch für midy! Wie arm bist du erschienen, Um meinem Heil zu dienen! treu'ster Freund, Für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint; Du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb ich dir zum Dienste hin! Ich will dich ohn' Aufhören Mit Herz und Geist verehren. 4. D lehre mich den hohen Werth Von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, zu dieser Erd' Dich, so herabzulassen? Hier 8. Noch seh' ich dich im Fleische wartete dein nichts, als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Lod; Und doch kamst du, auf Erden Ein Menschenkind zu werden. d nicht; Doch du wirst wiederkommen, Und dann seh'n dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Dich schau'n so herr5. Und stärfer, Herr, als lich, als du bist: Dann wirst du Schmerz und Tod, War deine mich zum Leben, Das ewig ist, Menschenliebe. Du sahest unsre erheben. ardi offror( 155) Sündennoth Mit mitleidsvollem Am zweiten Weihnachts- oder Stephanstage. | Mel. Ermunt're dich mein schwacher ic. boren bist, Macht reich uns deine Gnade Auf unserm Pilgerpfade. 41. Wer zündet an in 2. Du weihetest mit Flammenfinst'rer Nacht Das Licht zum muth Den heil'gen Friedensboten, neuen Tage? Du hast das Le- Daß freudig er vergoß sein Blut, ben angefacht; Verstummt ist jede Als Noth und Tod ihm drohten. Klage. Seit du für uns, Herr Auf dich gerichtet war sein Blick; Jesu Christ, In Armuth einst ge-| Nicht einen Schritt wich er zu Neujahrslieder. 19 rück. Ihm glänzt von deinem sich neigen. Das Leben, das in Throne Der Märt'rer gold'ne Krone. dir uns blüht, Ist Licht, das uns im Herzen glüht: Die Nacht muß uns verrinnen, Das Leben zu gewinnen. 6. Kein Schmerz drückt mehr, wenn uns dein Licht Mit sanftem Strahl berühret; Süß wird der Tod durch Zuversicht, Die durch das Grab uns führet. Durch Wolfen bricht der Sonnenglanz; Im Kampfe strahlt der Siegerfranz: Nur durch des Kampfes Wehen Geht's zu des Sieges Höhen. 7. Ach Hüter, ist die Nacht bald fort, Die noch auf Erden lieget? Durchdringe sie mit deinem Wort, Das alle Welt befieget. Durch deine Wahrheit mach' uns frei, Daß jeder Christ ein Zeuge sei, Du seift auch ihm geboren, Von dir sei er erforen. ( 88) 3. Da diese Welt ihn von sich stieß, Sah er den Himmel offen, Daß duldend er dich fröhlich pries Im Glauben, Lieben, Hoffen. Er flehte dir, o Jesu, nach, Als ihm sein Herz im Tode brach: Herr, strafe nicht die Sünden; Laß sie Vergebung finden! 4. Das ist der Liebe heil'ge Gluth, Die dein Licht angezündet, Die, stürme auch der Feinde Wuth, Durch Segnen überwindet. Sie harrt im festen Glauben aus, Und blickt empor zum Vaterhaus, Wo Friede nach dem Streiten, Und Wonne nach dem Leiden. 5. Wer dich in deiner Huld erfuhr, Der muß auch von dir zeugen; Der fann auf deiner Sonnenflur Nicht mehr zur Welt Neujahrslieder. Mel. Vom Himmel hoch zc. 42. Bis hierher half uns Gott, der Herr! Dem Vater in der Höh' sei Ehr', Jhm, der im überlebten Jahr Noch unser Freund und Vater war! 2. Und Ehre sei auf deinem Thron Dir, treuer Heiland, Gottes Sohn! Dir, Schußherr deiner Christenheit, Dir, Geber aller Seligkeit! Kirche Hort; Vor falscher Lehr und Spötterei Bewahr'uns Herr, und mach' uns frei. 5. Hilf, daß wir von der Sünd' abstehn, Als Christen heilig eine hergeh'n. Bergib die alte Sündenschuld; Erzeig' uns neue Vaterbuld. 6. Laß uns, wie im Vorübergehn, Die Welt und ihre Schäße schn! Denn jeder Wechsel unsrer Zeit Ist neuer Schritt zur Ewigfeit. 3. Hör deiner Christen Lobgesang; Hör aller deiner Kinder Dank! Hör unser findliches Gebet, Das dich um neue Gnade fleht. 7. Wenn dies Jahr unser legtes ist; Wenn unser Lebenslauf sich schließt: Erbarmer, so ver4. Nimm nicht von uns dein laß uns nicht In Todesnoth und heilig Wort! Sei ferner deiner im Gericht! 2* 20 Neujahrslieder. 8. Bei dir ist unser Vater- Trage mich auf deinen Händen; land; Da führ' uns hin an deiner Sei mein Beistand in Gefahr. Hand. Gott, Heiland, wir ver- Sei mein Trost in aller Noth, traun uns dir, Dir leben und dir Und verlaß mich nicht im Tod! sterben wir! Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. ( 155) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele zc. mel. Alle Menschen müſsen sterben ic. 43. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen; Hilf! das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte 44. Vater, mach mich fromm bringen, Daß als Christ ich wan- und weise, Zu berechnen meine deln kann. Laß mich dir empfoh- Zeit! Eh' wir's merken, sind len sein! Dir vertrau ich, ich bin wir Greise, Eilen schnell zur dein. Neues Heil und neues Le- Ewigkeit. Ach mit Ernst im ben Wollst aus deiner Fülle geben! Angesichte Ruft der Tod uns zum Gerichte; Und Verwerfung oder Heil Ist dann ewig unser Theil. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden! Wende ab nach deiner Huld, Was der Seele möchte 2. Seele, wiß es nicht verschaden, Und vergib mir meine gebens: Klein ist meiner Tage Schuld! Herr, du siehest meine Zahl. That'st du jeden Schritt Reu, Siehst den frommen Vorsaz neu. Gnädig wirst du mir vergeben; Sagen wirst du: ich foll leben. 3. Im Vertraun auf deine Liebe Geh' ich denn getroft dabin. Was ist, das mich noch betrübe, Wenn ich Gottes Kind nun bin? Lebend, sterbend bin ich dein; Du, o Herr, wirst mit mir sein, Und in allen meinen Nöthen Wirst du helfen und er retten. 4. Du, mein Helfer, wirft mich stärken, Daß dies Jahr dir heilig sei. Mach mich reich an guten Werken; Mach in deinem Dienst mich treu. Laß mein Herz voll Liebe sein, Auch dem Feinde zu verzeihn: Laß mich täglich hier auf Erden Reifer für den Himmel werden! 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr. des Lebens Mit Bedachtsamkeit und Wahl? Säume nicht, dich selbst zu richten! Frage nach des Glaubens Früchten; Frage: bin ich auch bereit, Wenn Gott ruft, zur Ewigkeit? 3. Nah' bin ich vielleicht dem Ziele Meiner furz gemeßnen Bahn. Willst auch du dich, wie so Viele, Diesem Ziel mit Leichtsinn nahn? Sieh', es ist von meinen Jahren Wieder eins dahin gefahren. Sind noch viele Jahre mein? Oder wird's das legte sein? 4. Wie ein Schiff, von starken Winden Fortgerissen, ist's entflohn; Mit ihm stehen meine Sünden Alle vor des Richters Thron; Auch was ich gethan, den Willen Meines Gottes zu erfüllen, Selbst was ich gewollt, gedacht, Alles ist vor Gott gebracht! 5. Wäg' ich selbst von jedem Neujahrslieder. 21 Tage Meine Schuld und Tugend| Lippen ström' sein Ruhm: Mein ab; O wie steiget hier die Wage! Herz sei ganz sein Eigenthum! O wie sinkt sie dort hinab! Kann ich vor des Nichters Throne Freudig stehen? Ist die Krone, Die den Frommen Gott verhieß, Mir so, wie ich bin, gewiß? 5. Dir, Vater, dir allein zu leben, Des Bösen Schein und That zu scheu'n; Nach deinem Beifall stets zu streben, Gleich dir, zu helfen, zu erfreu'n: Dies sei mit jedem Morgenlicht Mein Schwur vor deinem Angesicht! 6. O beginn ein neues Leben; Fang noch diesen Tag es an! Ernstlicher sei dein Bestreben; Richtiger sei deine Bahn! Laß nicht auch dies Jahr mit Sünden Schwerbelastet dir verschwinden! Seele nüße deine Zeit Weislich für die Ewigkeit! 6. Erhalt' mich Christo treu; bilt siegen! Gib Liebe, Kraft und Muth und Licht. Nein, keinem Feind werd' ich erliegen; Du bist mir Fels und Zuversicht! Bis zu des Jahres lettem Tag Folgt mir dein Auge segnend nach. ( 126) 7. Und sollte dieses Jahres Mel. Wer nur den lieben Gott is. Feier Die legte meines Lebens 45. Dir, Bater, soll die sein; Ich zage nicht: mich wird erste Feier Des jungen Jahres ein neuer, Ein ew'ger Morgen heilig sein! Sie präge unver- dort erfreu'n. Flieh nur, du geßlich theuer Sich meiner offnen kurze Prüfungszeit! Mir winkt Seele ein. Nimm, ob ich gleich des Himmels Seligkeit! nur stammeln kann, Den Dank des vollen Herzens Mel. Wie wohl ist mir ic. an. 2. Du hast in den verfloff'nen 46. Herr, den die Sonnen Tagen Mit nie ermüdender Ge- und die Erden Durch ihren Bau duld Mich Sünder liebevoll ge- voll Pracht erhöh'n, Durch dessen tragen, Du Gott voll Stärke, Machtwort Welten werden, Und Gnad' und Huld! Es floß mir Welten wieder untergeh'n; Herr, Freude, Trost und Ruh Aus den durch laute Lobgesänge Der deiner Fülle täglich zu. Creaturen ganze Menge Und aller Zeiten Lauf erhob; Der Engel Chöre nachzuahmen, Lallt unsre Freude deinen Namen, Und unsern Mund erfüllt dein Lob! 3. Du warst mir Vater, Freund und Führer, Auch, wenn mein Weg oft dunkel war; Versorger, Helfer und Regierer, Ein naher Netter in Gefahr; Weit, weit mehr, als ich fassen kann, Hat deine Huld an mir gethan! 4. Lobsing', lobsing', o meine Scele, Durchglüht von reiner Dankbarkeit! Lobfing' dem Höchsten, und erzähle Die Wunder seiner Herrlichkeit! Von meinen 2. Gott, wie dein Arm die Welt bewahre, Verkündiget der Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre Die Wunderthaten deiner Macht. Dein Thron, o Gott, bleibt ewig stehen; Du bleibst derselbe, wir vergehen: Wie schnell verströmet Neujahrslieder. 22 unsre Zeit! Schon wieder ist von unserm Leben Ein Jahr, das deine Huld gegeben, Im Abgrund der Vergangenheit. 3. Kommt, dies sei uns ein Tag des Bundes! Dem from men Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm' unverstellt das Herz auch bei. O land, gelobe, Gott zu dienen; So wirst du wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat! Volk, wandle treu auf Gettes Wegen; Dann macht dich auch mit reichem Segen Die Güte deines Gottes satt! 4. Gott, schau herab aus deinen Höhen! Zeig' unserm Land, daß du es liebst. Erhör', was wir durch Christum fleben; Gib, wie du deinen Kindern gibst! Gott, sättige mit langem leben, Den du zum Vater uns gegeben; Befest'ge unsers Fürsten Thron, Und schau ihn an mit Baterblicken; Lehr' du ihn selbst das Land beglücken, Und sei sein Gott, sein Schild und Lobn! Worts erfreu'! Hilf ihnen, Herr, daß ihre Lehren Nie leer an Früchten wiederkehren, Wir ganz der Gottesfurcht uns weih'n! Laß deinen Segen auf uns fließen! Denn, Herr, sie pflanzen und begießen: Bon dir kommt aber das Gedeih'n! 6. Erhalte deiner Kirche Wächter, Herr, deiner lautern Wahrheit treu, Daß noch die spätesten Geschlechter Die Predigt deines 7. Den Obrigkeiten dieses Landes Gib Liebe zur Gerechtigkeit, Daß uns die Wohlfahrt jedes Standes Und unsers Fleißes Frucht erfreut. Bild' auch das Herz der zarten Jugend; Gib, daß die Weisheit und die Tugend In allen unsern Schulen blüht. Des Landes Hoffnung laß gerathen Da, wo man Bürger für die Staaten, Und deinen Himmel Christen zieht! 8. Ach, Keinen laß sein Heil verscherzen, Und mache du die Thoren flug; Gib süßen Trost bedrängten Herzen, Und unsern Armen Brod's genug! Dies unser Fleh'n sei Ja und Amen In Jesu; denn in Jesu Namen Gibst du, was unser Herz begehrt. Gott, unser Vater, dir zum Preise Sei mit uns; auch dies Jahr beweise, Du seist es, der Gebet erhört! ( 170) 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, Die um den Thron des Fürsten steh'n, Daß ihren Anschlag Glück begleite, Daß fie des Volkes Wohl erhöh'n. Auf Alles, was den Staat kann bauen, laß Mel. Wach' auf, mein Herz ic. sie mit off'nen Augen schauen, 47. Nun last vor Gott Sie, die des Fürsten Auge sind. Der Unschuld Fleh'n, des Land's Begehren Laß sie mit offnen Dhren hören, Sie, die das Ohr des Fürsten sind. uns treten, Ihn findlich anzubeten; Denn er hat unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wandern Von einem Jahr zum andern; Die schneile Flucht der Stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Zwar diese Lebenstage Sind nie ganz frei von Plage; Wit Neujahrslieder. 23 geh'n auf rauhen Wegen Der allem Volk auf Erden Dies Jahr Ewigkeit entgegen. zum Segen werden! ( 56) 4. Doch Gott liebt uns nicht minder, Als Väter ihre Kinder; Mel. Sollt es gleich 2. Wenn Trübfalswetter bligen, 48. Wieder ist ein Jahr Wird uns sein Arm beschüßen. 5. Ach Hüter unsers Lebens! Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Wachen: Nur du weißt's wohlzumachen. 6. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herz leid wenden! SER THAY 7. Hör ferner unser Fleben, Und eil', uns beizustehen! Gib Weisheit in der Freude, Und festen Muth im Leide. 8. Gib mir und allen denen, Die sich nach Trofte sehnen, Gib uns in Noth und Schmerzen Vertrauensvolle Herzen! 9. Herr, wehre du den Kriegen; Laß Menschenliebe siegen; Laß sich, wo Thränen fließen, Des Trostes Quell ergießen! 10. Gib deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen Die Gnadensonne scheinen! vergangen; Wieder eins ist angefangen; Ach, wie eilet meine Zeit, Jch mit ihr, zur Ewigkeit! 2. Herr, in dieser frühen Stunde Preis ich dich mit Herz und Munde. O wie gnädig bist du doch! O wie gut! Ich lebe noch. 3. Der das Dasein und gegeben, Jhm gehöret unser Leben; Sein ist uns're Kraft und Zeit: Ihm sei Herz und Thun geweißt! 11. Sei der Verlaff'nen Vater, Der Irrenden Berather; Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranfen; Gib fröhliche Gedanken Den fummervollen Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 13. Gib jeglichem Erlösten Zu seiner Seele Besten Den Geist, der uns regiere, Und zu dem Himmel fübre. 14. Dies Alles wollst du geben, Du, unsers Lebens Leben! Laß 4. Seele, laß an jedem Morgen Das die erste deiner Sorgen, Dein Gebet und Flehen sein, Ganz dich deinem Gott'zu weih'n! 5. Stärk', o Vater, mein Bestreben, Dieses Jahr nur dir zu leben; Wirke du, was ich nicht kann: Führe mich auf eb'ner Bahn! 6. Wank ich oder sink' ich nieder; O so halt' mich; richte wieder Mich, den Schwachen, liebreich auf, Und regiere meinen Lauf! s 7. Laß mich täglich weiter fommen; Mehre auch die Zahl der Frommen; laß die Menschen besser sein, Und dann deiner Gnad' sich freu'n! 8. Segne alle deine Kinder; Mach des Elends täglich minder: Deck mit deiner treuen Hand Unser liebes Vaterland! 9. Laß die Fürsten, die regieren, Ihre Scepter weislich füh ren; Ihr Thun sei Gerechtigkeit Friede, was ihr Mund gebeut! Neujahrslieder. 24 10. Laß die Hirten und die Heerden Ein Herz, Eine Seele werden; Jene weise Führer sein, Alle ihrem Gott sich weih'n. 11. Höre das Gebet der Deinen, Und laß Jedem Hilf' erscheinen; Rathe dem, der feinen Rath, Keinen Freund und Vater bat. 12. Mich laß deine Lieb' empfinden; Dann wird nichts mich überwinden. Hab' ich dich, o höchstes Gut, So bin ich voll frohem Muth! 16. Sonnen gehen auf und nieder, Jahre geh'n und kommen wieder; Der du uns're Zuflucht bist, Du bleibst ewig, der du bift. ( 105) Mel. Sei Lob und Ehr ic. 49. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit, Auch Herr der Ewigkeiten; Drum will ich jest aus Dankbarkeit Dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist wie derum dahin: Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Macht und Gnade. den kein Wechsel treffen kann. Wir waren, sind gewesen; Wir blüher und vergeh'n durch dich: Nur du bist unveränderlich; Du warst und bist und bleibest. SOR 13. Dieses Lebens Pilgerreise Seg' ich freudig, dir zum Preise, Von der Welt zum Himmel fort, Voll Vertrauen auf dein Wort. 14. Mich kann dann kein Unglück schrecken; Du, o Gott, wirst mich bedecken; Käm' auch Unglück 5. Vergib und Gefahr, Wär' dies auch mein Todesjahr! des 15. Guter Vater, deiner Treue Uebergeb' ich mich auf's Neue; Du bist meine Zuversicht: Segne mich, ich laß dich nicht! 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen, Dich, 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begegnen; An jedem Morgen wird sie neu, Mit Gnade uns zu segnen. Nie lebt' ich einen Augenblick, Da nicht von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. 4. Du haft auch im vergang's nen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hilf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich; Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. fordon sice mir die gebäufte Schuld Bon den verfloffnen Tagen, Und laß mich deine Baterhuld Noch ferner liebreich tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Luft und neue Kraft, Gerecht vor dir zu wandeln. Herr, laß mich stets ge wissenhaft Vor dir und Andern handeln! Dein Geift belebe Herz und Muth, Dich, o du allerböchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, Die lust der Welt zu fliehen. Um beff're Güter müsse sich Mein Geist schon hier bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt; Im Himmel ist mein Vaterland: Dahin, Herr, laß mich trachten! 8. O lehre selbst mich meine Neujahrslieder. Zeit Recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigteit Mit heil'ger Vorsicht laufen. Des Lebens Laft erleicht're mir, Bis meine Ruhe einst bei dir Kein Wechsel weiter störet.( 34) applied Mel. Lobet den Herrn. A 25 Hallelujah! Wir sind nur Staub, Ein fallend Laub; Doch ewig währet Gottes Huld. plund 2. Von dem Herrn kommt Heil und Segen. Der Friede ruht auf seinen Wegen, Und Weisheit leitet seinen Gang. Ihr entfloh'nen Lebenstage, Der Freude und der Thränen Tage, Seid seiner Liebe Lobgesang! Für uns're Freuden dir, Für unfre Thränen dir Preis und Ehre! Gott, groß von Rath, Und stark von That, Du, Herr, haft Alles wohlgemacht lines 3. Tönet laut, ihr Jubellieder, Und rühmet, jauchzet, Schwestern, Brüder: Was Gott that, war wohlgethan. Trank und Speise, Kraft und Leben, Licht, Friede, Troft hat Gott gegeben, Geleitet uns auf eb'ner Bahn. Und seine Vaterhand Gießt noch in's ganze Land Segensströme. Er ist nicht fern; Durch Gott, den Herrn, Sind wir noch heute, was wir sind. mas 50. Lob von uns Allen dem ewigen König der Zeiten! Jauchzet dem Vater des Lebens, dem Geber der Freuden! Freut euch des Herrn! Nimmer ist Gott von uns fern, Vater im Glück, wie im Leiden, indus 2. Jahre beginnen und schwinden; der Himmel veraltet. Erde und Menschen vergehen; doch stets gnadenvoll waltet Ewig der Herr! Allmacht und Weisheit ist er; Nie seine Liebe erkaltet. 3. Laßt uns die Herzen vertrauend zum Vater erheben! Laßt uns ihm ferner mit findlichem Sinn uns ergeben! Weiter mit Gott! Fröhlich durch Leben und Tod Näher zum ewigen Leben! 4. Lob von uns Allen dem mächtigen König der Ehre! Lobt ihn, ihr Pilger der Erde, ihr himmlischen Chöre! Ehre schon hier, Ehre in Ewigkeit dir! Gott in der Höhe, die Ehre! ( 83) Mel. Wachet auf, ruft c. 51. Ehre dir, du Herr der Zeiten! Von Ewigkeit zu Ewigfeiten Bleibst unsre Zuflucht, Herr, Herr, du! Jahre geh'n und Jahre kommen; Du aber bleibest deinen Frommen Fels, Schirm und Schild, und Hilf und Ruh. Bis hierher half der Herr! Auch ferner hilft der Herr! 4. Aber werft auch, Schwestern, Brüder, Voll Demuth euch im Staube nieder, Und prüft vor Gott, was ihr gethan! Selbst des Herzens stilles Dichten Und Denken laßt vor ihm uns richten, Und überschauen unsre Bahn. Ach groß ist unsre Schuld! Doch größer deine Huld, Allerbarmer! Verwirf uns nicht, Verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 5. Unbemerkt sind sie verschwunden, Des langen Jahres Tag' und Stunden! Auch dieses Jahr eilt schnell davon. Rechenschaft vor dir zu geben Von jedem Tag im Erdenleben, Rufst du Neujahrslieder. 26 uns bald vor deinen Thron. Du schenkst die kurze Zeit, Das Heil 3. Laß die Zeit mich Weisheit lehren; Ach! der Tropfen der Ewigkeit zu gewinnen. meiner Zeit, Ohne je zurückzuHerr der Zeit, Die Ewigkeit Er- fehren, Strömt in's Meer der wartet uns; mach' uns bereit! Ewigkeit! Gib, daß nicht verlorne Tage Einstens ich zu spät beklage! 6. Was der neue Lauf der Zeiten Uns bringen wird, Leid oder Freuden; Dir ist's, Allwissender, bekannt! Unserm Auge blieb's verborgen; Doch wir erwarten's ohne Sorgen: Es steht in deiner Vaterhand. Bei reinem Geist und Sinn It Alles uns Gewinn, Was du sendest. Des Schicksals Bahn Führt himmelan Den Erben der Unsterblichkeit. 4. Alle andern Erdengüter, Die du mir bis jest gelieh'n, Weih' ich nur dem Heil der Brüder: Doch willst du sie mir entzieh'n; So wirst du durch Himmelsfrieden Meinem Herzen sie vergüten. 5. Sei in diesem neuen Jahre, Sei in Freuden, wie im Schmerz, Sei bis zu der Todtenbahre, Va7. Glaub' und Lieb' und Hoff- ter, dir geweiht mein Herz! Alle, nung bleiben. Mag auch, was die auf dich vertrauen, Laß sie irdisch ist, zerstäuben; Der Him- deine Hilfe schauen!( 29. 66) mel bleibt uns ewig steh'n. Mags Gm: Hor uns Grabesschatten decken, Eh' dieses Jahr vergeht; sein Schreks fen Verscheucht ein Strahl aus jenen Höh'n. Heil uns! Hallelujah! Wir sind dem Ziele nah! Hilf's erreichen! Dir leben wir; Wir sterben dir, Und ewig, ewig sind wir dein! des( 83) Mel. Gott der Vater, wohn ic. Mel. Jejus, Jesus ist erstanden sc. 53. Tausend Jahre sind vor dir, Wie Einer unsrer Tage. Und zum Tode reif sind wir Am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist; Du hießest uns entstehen, Und deine Werke sehen; Du rufft, und wir vergehen. Aller Zeiten Dauer ist Ein Punct in deinem Leben, Und Ewigkeiten 52. Gott, mit seinen Son-| geben Kein Maaß von deinem nentagen Schwand ein Lebens- Leben. Ewig warest du allein, jahr dahin; Aber auch mit Sturm| Und du allein wirst ewig sein. und Plagen! Wunder ist's, daß 2. Wie du unveränderlich Ift ich noch bin. Doch auch selbst deine Güt' und Stärke; Du erder Sturm ward Segen, Trieb barmst dich väterlich Der Menmich, Vater, dir entgegen! schen, deiner Werke: Du bist unsre Zuversicht. Du sättigst uns mit Segen Auf allen unsern Wes gen, Daß wir dich lieben mögen. Herr, wir seh'n dein Angesicht Auch sterbend noch voll Gnade; Selbst auf des Todes Pfade Folgt 2. Ulebung ist das Erdenleben, Bildung für die beff're Welt; Meinem eifrigsten Bestreben Ist ein Ziel dort aufgestellt. Ringen soll ich hier auf Erden, Weiser, besser stets zu werden. Univ.- Bibl 27 Neujahrslieder. uns noch deine Gnade. Sicher Mel. Jesus meine Zuversicht zc. ruh'n wir uns're Zeit; Dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Auch das Jahr, o Ewiger, Das wir vollendet haben, Wie erfüllt kam es daher Mit deiner Güte Gaben! Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sah'n, wie deine Treue Uns wohlzuthun fich freue, Sich jeden Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf! Wir durf ten in den Nöthen des Lebens vor dich treten, Und findlich zu dir beten; Und du haft mit treuer Hand, Was uns nicht gut war, abgewandt. this 54. Herr der Zeit und Ewigfeit! Gib, daß ich bis an mein Ende So, wie mir dein Wort gebeut, Weislich jedes Jahr verwende, Das mir noch dein weiser Rath Auf der Welt beschieden hat! 2. Wie ein Traum entfliehen uns Jahre, Zeiten, Tag' und Stunden; Doch die Folgen unsers Thuns Sind mit ihnen nicht verschwunden: Der Bergeltung Ewigkeit Folgt auf diese Prüfungszeit. 3. Wieder ist ein Jahr dahin; Nimmer wird es wiederkehren. Aber war es mir Gewinn? Vater, lebt' ich dir zu Ehren? Hab' als Christ ich wohlbestellt Meine Saat für jene Welt? aut 4. Freudig, Herr, beginnen wir Das neue Jahr des Lebens! Niemals noch vertrauten dir Wir Sterbliche vergebens. Auch vergebens diesmal nicht; Wir werden es erfahren; Du, Herr, wirst 4. Wie viel Jahre sind mir uns bewahren Vor Unglück und schon, Ach wie viele LebensstunGefahren. Gott, du wirst dein den Sind mir ungenüßt entAngesicht Mild über uns erhe- floh'n, Schuldbelastet mir entben; Was nöthig ist zum Leben, schwunden! Tief beschämt erWirst du uns, Vater, geben: schein' ich hier, Richter aller Dankbar laß es uns empfah'n, Welt, vor dir! smisie qu Und unserm Ziel getrost uns nah'n. 5. Doch erbarmend schenkst du mir Jeßt noch Gnadenfrist zur Buße; Herr, ich komm' und falle dir Weinend mit dem Fleh'n zu Fuße: Sei mir gnädig! Sieh, mich reut Die von mir verlorne Zeit! 5. Die schon an dem Ziele steh'n Der Pilgrimschaft auf Erden, Lehre freudig zu dir geh'n, Wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod! Ver söhnt in deinem Sohne, Gib 6. Wiederbringen kann ich ihnen dort am Throne Des bes sern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott! Du wollst uns Alle leiten Durch diese Nacht der Zeiten In's Licht der Ewigfeiten. Herr der Ewigkeiten, dir, Dir leben und dir sterben wir! ( 126) nicht, Was nun einmal ist ver schwunden; Doch bin ich voll Zuversicht, Nüg' ich nur getreu die Stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 7. Lehre mich die kurze Frist, Die du mir noch zugemessen, So 28 Paffionslieder. wie es dein Wille ist, Brauchen,| Saat, Wer hier reichlich Gutes und es nie vergessen, Hier sei that. nur die Uebungszeit Für das Heil der Ewigkeit. 10th 9. Laß mich deinen guten Geist Auch in diesem Jahre führen! 8. Säen laß mich hier mit Laß ihn, wie dein Wort verFleiß Für die Aernte jenes Le- heißt, Sinn und Wandel stets bens. O wie glücklich, daß ich regieren. Und vollend' ich meinen weiß, Meine Saat ist nicht ver- Lauf; Nimm mich dann in Friegebens! Ewig freut sich seiner den auf! *( 83) 19151 152 of lan Sapu 1 Paffions- Lieder. strigss Mel. O Mensch bewein' dein Sünde ic.| duldig, Wiewohl du weref ver55. Von eitler Erdenlust zu achter! All' Sünd' hast du getrarück Auf Jesum wende sich der gen; Sonst müßten wir verzagen: Blick, Auf des Erlösers Leiden! Erbarm' dich unser, o Jesu!( 28) Zur Feier dieser heil'gen Zeit, Zum Anschau'n seiner Herrlich& igne Melodie. nut feit Soll sich der Christ berei 57. Ach sieh ihn dulden, bluten. Zu ihm, der, groß in Kampf ten, sterben; O meine Seele, und Nacht, Des Baters Willen sing ihm Preis und Dank! Sieh treu vollbracht, Sein göttlich Gottes ein'gen Sohn und Erben, Werk vollendet; Zu ihm, der Wie er für dich in Todesnoth mit dem Tode ringt, Daß Le- versank! Wo ist ein Freund, der ben zu der Menschheit dringt, je, was er, gethan, Der so, wie er, Sei ftill der Geist gewendet! für Sünder sterben kann? 2. Wo Gottes Sohn mit ew'ger Huld Still duldet für der Menschheit Schuld, Da lernet duldend lieben! Von ihm, der sich dem Tode weiht, Wo Gottes Wille es gebeut, lernt duldend Treue üben! Den Vater, der uns also liebt, Daß er den Sohn zum Heiland gibt, Laßt uns mit Dank erheben! DemSohn, der uns zum Segen starb, Und sterbend ew'ges Heil erwarb, Ihm weihe Dank das Leben! ( 140) Eigne Melodie. 56. Lamm Gottes, un schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet; Allzeit erfunden ge2. Wie dunkel waren jene Stunden, Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich, und ruft noch heute mir und Allen zu, Daß du uns liebst, du, treuer Heiland, du! 3. So sollt' es sein! Du mußtest leiden. Dein Tod macht uns des Vaters Liebe fund. Er wird für uns ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ew'gen Fries densbund. So wabr dich Gott für uns zum Opfer gibt, So wahr ist es, daß er uns herzlich liebt. Paffionslieder. 29 4. Ja, uns zum Trost und dir| mel. Wie groß ist bes Allmächt'gen ic. zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Bestä- 58. Laß mir die Feier deiner tigt ist nun deine Lehre; Wir bauen fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 5. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, Des Lebens Unschuld fei mein Ehrenfleid. Gern will ich deine Stimme hören Und freudig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 6. Nie will ich mich am Feinde rächen, Will für ihn beten, ihm verzeih'n gleich dir; Nie Gottes Schickung widersprechen, Wär' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. Leiden, D großer Dulder, heilig sein, Um jede Sünde gern zu meiden Und dir mein Leben ganz zu weih'n, Dir, dessen Blut für mich geflossen, Deß Herz im Tod noch für mich schlug, Der ruhig, heiter und entschlossen Auch meiner Sünden Strafen trug! 2. Ach, oft will ich in stillen Stunden Hinauf nach deinem Kreuze seh'n, Und dich für deine Pein und Wunden Mit meinem Thränendank erhöh'n; Gerührt die große Lieb' ermessen, Die noch kein Sterblicher gefaßt, Und nie es undankbar vergessen, Was du für mich gelitten hast. 3. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein. Ich will dich an dein Kreuz begleiten, Und Alles, was du hassest, scheu'n. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Weil ich durch dich gerettet bin.. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha, Jhr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah; Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Er8. Mein Netter, nimm für löser litt und starb, Und ganz deine Plagen Den Dank, den auf ihn, auf ihn vertrauen, Der dir die treuste Liebe bringt: Ein mir die Seligkeit erwarb.( 119) Tag soll es dem andern sagen, se bod sing Bis dich mein Geist im Engel- Mel. Herzliebster Jesu zc. chor besingt. Dann preis ich besser dich für deine Pein, Und 59. Herr, stärke mich, dein alle Himmel stimmen jauchzend Leiden zu bedenken; Mich in das ein! Meer der Liebe zu versenken, ( 79) rindad 7. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Auch du schliefst in dem Grab, du Menschenfreund! Mag meinen Staub die Erde decken, Wenn mir dereinst des Todes Nacht erscheint! Der Gott, der dir das Leben wieder gab, Wälzt auch dereinst den Stein von meinem Grab. 30 Passionslieder. Die dich bewog, von aller Schuld| du, mein Heiland auch für mich des Bösen Uns zu erlösen! dein Leben Dahingegeben! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; An uns'rer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen: 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte, ( 55) Herr, gib mir Kräfte! Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm 60. Du, der Menschen Heil nach, so zagen meine Kräfte; und Leben, Deß sich meine Seele Mein Herz erbebt, ich sehe und freut, Der für mich sich hingeempfinde Den Fluch der Sünde. gegeben, Mittler meiner Seligs feit! Du, der licber wollte fterben, Als mich lassen im Verderben, Ach, wie dank', wie dank' ich dir, Mein Erlöser, g'nug dafür! 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Herz mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Seines Raths Verfündiger! Längst hast du dein Werk vollendet; Preis sei dir, Erhöheter! Doch in den Gedächtnißtagen Deiner großen Leiden sagen Deine theu'r Erlösten dir Billig neuen Dank dafür. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte! 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine Leidensbahn, Stiegst, uns Leben zu erwerben, Gern den Todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner 7. Sie übersteigt die mensch- Schmerzen, Deine Menschen nur lichen Gedanken; Allein sollt' ich im Herzen. Diese Liebe preisen darum im Glauben wanken? Ich wir; Unvergeßlich sei sie mir! bin ein Mensch; darf der sich un- 4. Meinetwegen trugst du terwinden, Gott zu ergründen? Bande, Littest du der Läft'rer 8. Die höchste Gottesthat ist Spott; Achtetest du nicht der Gnad' erweisen; Uns kommt es Schande, Mein Versöhner und zu, fie demuthsvoll zu preisen, mein Gott! Mich hast du der Zu seh'n, wie hoch, wenn Gott Schmach entrissen, Die mich hätte uns Gnad' erzeiget, Die Gnade treffen müssen. Wie verpflichtet steiget. bin ich dir nun auf ewig, Herr, dafür! 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen Für das Erbar- 5. Frevler frönten dich zum men, das du mir erwiesen, Da! Hohne; Deine Stirne blutete Passionslieder. 31 retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Gottes Frieden hätten. Unter einer Dornenkrone, König| trugest du, Starbst, uns zu eraller Könige! Mir zu Gut haft du's erlitten, Mir die Ehrenfron' erstritten; Preis, Anbetung, Dank sei dir, Herr, mein Heiland, stets dafür! 4. Was uns Luft zur Bess'rung schafft, Was zur Tugend leitet, Dazu haft bu neue Kraft 6. Du, der tausendfache Durch dein Kreuz bereitet. Stark Schmerzen Mir zu Liebe gern im Glauben kann ich nun Nach ertrug, Deinem großmuthsvollen der Heil'gung ringen, Gottes Herzen War mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen legten Stunden Floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im Tode noch dafür! Willen freudig thun, Sünd' und Welt bezwingen. sid 5. Froh kann ich dem Todesthal Nun entgegen sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schrekten geben; Denn du haft aus 7. Rub' im Leben, Troft am aller Noth Rettung inir errunGrabe, Unaussprechlicher Ge- gen, Und durch deinen Kreuzeswinn, Den ich dir zu danken habe, tod Meinen Tod bezwungen. Du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, Deiner Tugend nachzustreben, Dir zu trau'n, zu sterben dir; Dies, dies sei mein Dank dafür! ( 127) 6. Herr, was bin ich, daß du mein So dich angenommen! Laß die Frucht von deiner Pein Mir zu Štatten kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft,- Du haft fie in Händen,-- Was du mir zum Heil verschafft, Gläubig anzuwenden. Mel. Schwing dich auf zu deinem ic. 61. Mein Erlöser, Gottes Sohn, Der du für mich littest, 7. Laß das Wort von deinem Und erhöht auf Gottes Thron, Kreuz Mich mit Muth beleben, Jetzt noch für mich bittest! Welche Siegreich jedem SündenreizStets Wohlthat ist für mich Dein ver- zu widerstreben! Treib mich mächföhnend leiden! O wie preif' ich tig dadurch an, Mich vor Gott würdig dich, Brunnquell meiner zu scheuen, Was ich Unrecht Freuden! je gethan, Innig zu bereuen. 2. Dir, dem Herrn der Herr- 8. Stärfe mich durch deinen lichkeit, War es ja gegeben, Ohne Schmerzen, ohne Leid Ewig froh zu leben. Aber o der großen Huld! Daß ich selig würde, Uleber nahmst du in Geduld Schwerer Leiden Bürde. Tod In den legten Stunden. Wie du deine Todesnoth Siegreich überwunden, O so bilf dazu auch mir, lass' mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res Leiden.( 34) mel. Gott des Himmels und der ic. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden; Denn du starbst nach Gottes Rath Auch 62. Liebe, die du mich zum für meine Sünden. Uns're lasten Bilde Deiner Gottheit hast ge- 32 Passionslieder. macht; Liebe, die du mich so milde funden, Kraft zur Tugend, Trost Nach dem Fall mit Heil bedacht; Liebe, bir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! in Noth. Kann mir Sünde lieb noch sein, Wenn ich denk' an deine Pein? Die erlaubet meinem Herzen Mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Schmachtet nach der Weltlust Freuden Mein verderbtes Fleisch und Blut, O so blick' ich auf dein Leiden; Schnell erlischt die wilde Gluth. Tracht' ich eitler Ehre nach, Und ich denk' an deine Schmach; Schnell schlägt sie den Stolz darnieder, Und gibt mich der Demuth wieder. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh' ich noch erschaffen war! Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wirst ganz und gar; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! piquant molli 3. Liebe, die für mich gelitten, Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Eine frohe Ewigkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 4. Liebe, die du Kraft und Leben Mir geschenkt mit deinem Wort; Liebe, die sich hingegeben, Mich zu segnen hier und dort; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 5. Liebe, die mich hoch verbunden, Der ich Alles schuldig bin; Liebe, die mich überwunden; Nimm mein ganzes Herz dir hin! Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 6. Liebe, die mich ewig liebet, Wie sie liebend für mich litt; Liebe, die das Lös'geld gibet, Und mich betend noch vertritt; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! dis 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die des Todes Schrecken Hebt durch ew'ge Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich!( 165) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ic. 63. Jesu Christ, durch deine Wunden, Deinen martervollen Tod, Hab' ich Heil bei Gott ge3. Scheint, beim schmalen Weg zum Leben, Mir der Welt betret'ne Bahn lustig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dann schau' ich dich an. Dann warnt mich der Leiden Last, Welche du getragen hast, nicht mit dem bethörten Haufen Ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen Mir der Sünden Menge vor: D, in meinen Finsternissen Blick' ich nach dem Kreuz empor. Schau' ich deine Wunden an, Der für mich genug gethan; Find' ich Sicherheit und Leben, Und den Trost: mir ist vergeben! 5. Hier find' ich in Unruh' Friede, In der Angst Beruhigung, Neue Kraft, wenn ich ermüde, Und in Qualen Linderung. Schwer sei dieses Lebens Müh'; Durch dein Kreuz verschwindet fie! Denn es führt nach kurzen Leiden Zum Genusse ew'ger Freuden. 6. Wenn ich freudig an dich glaube, Werd' ich mächtig hingerückt Ueber Alles, was zumStaube Passionslieder. 33 Meine Seele niederdrückt. Was ich einmal Sterbend zu dir flehe ist Erdenlust und Leid Gegen jene Daß ich durch das Todesthal Herrlichkeit, Die du, Herr, als Ohne Schrecken gehe. du gestorben, Mir, auch mir am Kreuz erworben? 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Selipkeit; So besieg ich alle Schmerzen Auch dereinst im legten Streit. Rufft du, und ic habe nun G'nua gekampfet, um zu ruh'n: So verdank' ich's deinen Wunden, Daß ich fiegreich überwunden. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir Für dein legtes Leiden! Denn dadurch erwarbst du mir Deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod Ich nicht ewig sterbe; Denn ich bin versöhnt mit Gott, Bin des Himmels Erbe. ( 195) 8. Du, nur du bist mein Vertrauen, Meiner Seele Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, Rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworb'nes Heil Hab' ich an dem Himmel Theil: Wahrlich, Herr, ein ew'ges Leben Wird dereinst dein Tod mir geben! ( 73. 170) Miel. Schwing dich auf zu deinem ic. 64. Mein Erlöser, auch für mich Gingst du hin zum Leiden, Und begabst dich williglich Aller Ehr' und Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, Sahst den Tod von ferne! Doch ertrugst du, Gottes Sohn, Diese Leiden gerne. Mel. Jesu, meine Freude zc. 65. Ruh' und sichre Freuden Gibt mir, Herr, dein Leiden, Deine Todespein! Wenn mein Geist bedenket, Was dein Tod mir schenket; Könnt' ich trostlos sein? Jesu, du Bleibst meine Ruh; Bei dir find' ich Troft und Freude Auch im größten leide! 2. Kränft mich meine Sünde, Eil' ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hast du dein Leben Für mich hingegeben; Hingst verlassen da, Als ein Spott Der Welt, da Gott Diese Welt, die deiner höhnte, mit sich selbst versöhnte. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, Die dem Leben drohte. Als die Stund' erschienen war, Gingst du still zum Tode. Willig übergabst du dich In der Feinde Hände, Und bliebst unveränderlich Treu bis an das Ende. 3. Ja, du wolltest sterben, Heil uns zu erwerben, Unser Trost zu sein; Stiegst in's Grab hernieder, Um uns, deine Brüder, Ewig zu erfreu'n. O möcht' ich, Mein Jesu, dich Doch von ganzem Herzen lieben Und stets Gutes üben! 4. Hier, wo du dein Leben Für mich hingegeben, Schlag' ich an die Brust. Heiland, ich bereue Die verlegte Treue, Jede böse Lust! Dir allein Will ich mich weih'n; Denn du bist für mich gestorben, Hast mir Gnad' er3 3. Lehre mich, wie du, so still Und getrost zu leiden; Und wenn es dein Rath einst will, Freudig abzuscheiden. Stärke mich, wenn worben. Passionslieder. 34 5. Segne mein Bestreben, Dir allein zu leben; Gib mir deinen Sinn. O was kann mir fehlen, Retter meiner Seelen, Wenn ich treu dir bin? Du wirst mich, Ich hoff' auf dich, Einst gewiß von allem Bösen, Dir zum Ruhm, erlösen. 5. Gib, o Welterlöser, stets In des Lebens Kampf uns Schwachen Solchen Segen des Gebets, So viel Kraft, mit dir zu wachen! Sei der Pfad auch schmal und steil; Führst du doch durch leid zum Heil. 6. Führ' auch mich durch Nacht 6. So wird mir dein Leiden zum Licht, Herr, auch mich durch Quelle wahrer Freuden Und zur Kampf zum Siege, Daß ich, bis Tugend Reiz. Ja, so oft ich das Herz mir bricht, In Verwanke, Stärk' mich der Gedanke, suchung nicht erliege! Deines Heiland, an dein Kreuz! Folg' Hingangs Trost verleiht Muth ich dir Nur treulich hier; O so in Gottergebenheit.( 205) werd' ich selig sterben Und dein Reich ererben! Mel. Wer weiß, wie nahe zc. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 66. Mittler, in Gethsemane Hast du betend einst gerungen; Hast des Kreuzestodes Weh' Durch der Liebe Macht bezwungen! Auf zum Vater schautest du, Und dein Sieg war Seelenruh. 67. Im Beten suchst du deine Stärfe Und deinen Frieden, Jesus Christ, zu dem erhab'nen, schweren Werke, Das dir von Gott beschieden ist; Und wählst, mit ihm allein zu sein, Des Delbergs stillen Palmenhain! 2. Die Welt versteht nicht 2. Schmach und Kränkung deine Leiden; Denn all' dein brohten dir, Fesseln, Geißel, Sinn geht himmelwärts. Drum Dornentrone; Doch ein Engel brachte dir Trost und Kraft herab vom Throne. Mild umstrahlt' Verklärungslicht Auch in Nacht dein Angesicht. wirfst du in den Einsamkeiten Gethsemanes dich Gott ans Herz. So höre Niemand mein Gebet, Als der mein Inn'res ganz versteht. and D 3. Um solche Centnerlast zu tragen, Sind deine Freunde viel zu schwach! D'rum willst du sie Obgleich 3. Was dein Herz in Demuth bat, Mußte Wunsch und Zagen stillen. Ganz des Vaters heil'gem Rath Unterwarfst du deinen Wil- nicht niederschlagen, len; Nahmst mit gottergeb'nem dein starkes Herz schon brach. So Sinn Deinen bittern Kelch dahin. will ich, schonend, ungeseh'n, mir und den Meinen Hilf' erfleh'n. 4. Geduldig gibst du deinen Willen Dem Vater gern zum Opfer hin. Nur sein Gebot ganz zu erfüllen, Lag dir allein so tief im Sinn. So gib, daß immer 4. Ach, der Jünger Haupt und Herz Sank, von Furcht betäubt, darnieder! Du, erstarkt vom eig nen Schmerz, Wecktest und erhobst sie wieder; Gabst dem Eifer, der erschlafft, Andachtsschwung und Heldenkraft. 35 Ehrfurcht und Vertrau'n, Geduld von dir zu lernen, Auf dich, Erlöser, schau'n! Paffionslieder. mein Gebet Auch nur auf Gottes Absicht geht. 5. Sein Wille machte dich zum Helden Auf jenem sauern Kreuzesgang; Er brachte dir aus bessern Welten Der Himmelshoffnung Stärkungstrank. So steh' auch mir der Glaube bei, Daß ich auf Gottes Wegen sei! 6. Wenn ich nicht weiß, auf welchen Seiten Mein größtes Wohl und Wehe liegt, Soll ein Gebet sehr bald entscheiden; Denn Gottes Gnade überwiegt Ein jedes kurze Erdenleid, Und wandelt es in Seligkeit.( 66) 5. Gibst du mir deinen Frieden, So schreckt mich keine Noth, Nicht Schmerz, nicht Tod hinieden, Wär's auch ein Martertød. Durch dich, Herr, überwind' ich weit; Denn deine Gnade tröstet Mit Ruh' und Seligkeit! Schmerz; Nur gib mir Muth und Stille Und Freudigkeit ins Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, Wie du, mein Heiland, leiden, Und treu sein bis zum Tod! Mel. Wenn meine Sünd' mich zc. 68. Herr, es geschch' dein du stillst seinen Schmerz! Wille! Gern duld' ich jeden Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. 69. Von Furcht dahingerissen, Verleugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen; Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, trifft sein Herz; Er fleht zu dir um Gnade, Und 2. Ein Heer von Martern schwebte Vor deinem Angesicht; 3war deine Seele bebte, Doch sie verzagte nicht. Gestärkt von Gott, voll Geistesruh Erhobst du dich vom Staube, Und gingst dem Kreuze zu. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr. beugen; Für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, Verherrlichte sein Leben, Verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, Mit Reu' und Schmerz erfüllt. Was hilft's, daß ich's verhehle? Dir ist mein Herz enthüllt! Be-. kennen will ich's, Jesu, dir! Oft hab' ich dich verleugnet; Vergib, vergib es mir! 4. Oft hat mich Furcht gebeuget; Ich ward der Menschen Knecht, Wenn ich nicht laut gedeinem Necht. Ja, brach ich je die Christenpflicht, So sprach ich auch mit Petrus: Ich kenne Jesum nicht. 5. Hilf, Herr, daß ich empfinde Die Größe solcher Schuld! Vergib mir meine Sünde Nach deiner 3* 3. Dich schreckte das Getümmel Der Mörderwaffen nicht; In deinem Blick war Himmel Und Muth im Angesicht. Schon zeuget Von dir und stürzt' auf dich der Feinde Schaar, Doch bot'st du deine Hände Den Banden willig dar. 4. D wär' ich doch im Leiden, Wie du, so sanft und still! O litt ich so mit Freuden, Was Gott, mein Vater, will! Ich will mit 36 Paffionslieder. großen Huld! Erbarmend sabft 4. In deines Nichters Händu Petrum an; laß eine gleiche Gnade Mich, o mein Heil, empfah'n! den liegt Jeßt, Herr, dein Tod, dein Leben. Dich läßt des Glaubens Zuversicht Vor seiner Macht nicht beben. Du hättest feine Macht an mir,-Rufst du ihm zu, wenn sie nicht dir Von oben wär' gegeben." 5. Der Erde Herrlichkeit vergeht, Und ihre Macht verschwindet. Doch deine Herrlichkeit be steht; Dein Reich ist festbegründet. Dem Tod am Kreuze schon geweiht, Sprichst du mit hoher Freudigkeit: ,, Und doch bin ich ein König!" 6. ,, Mein Reich ist nicht von dieser Welt; Dort glänzt's in Himmelshöhen. Wenn Alles weicht, wenn Alles fällt, Mein Reich wird ewig stehen! Und wer der Wahrheit Stimme hört, Mir folgt, mich durch Gehorsam ehrt, Ist meines Reiches Bürger." 7. Dein ist das Reich, du bist erhöht; Dein Gott hat dich ge= frönet. Wer gleicht nun bir an Majestät, Der uns mit Gott versöhnet? Ich, deines Reiches Unterthan, Jch bete dich in Demuth an, Dir, dir nur will ich leben! 8. Ich schwöre, Welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine Lieb' erfalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, So lang ich lebe, Herr, an dich Und deine Lieb' erinnern!( 126.83) 6. Dein bin ich jetzt auf's Neue; Laß mich nun stärker sein, In fester Lieb' und Treue mich deinem Dienst zu weih'n. Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, Das fürchte meine Seele Mehr, als der Menschen Spott. 7. Wer will von dir mich trennen? Ich will es gern und frei Bis in den Tod bekennen, Daß ich dein Jünger sei. Dann tret ich froh einst vor Gericht, Und du, o Herr, verleugnest Mich vor dem Vater nicht!( 126) Mel. Herr Jesu, deine ic. 70. Seht, welch ein Mensch! Wie liegt so schwer Auf ihm die Laft der Sünder! Wie unaus sprechlich duldet er Für euch, ihr Menschenfinder! So leiden sab von Anbeginn Die Erde feinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 2. Den Heiden, der sein Richter war, Ergreift ein menschlich Schrecken; Er stellt ihn seinem Volfe dar, Erbarmen zu erwecken. ,, Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht Verdammen; denn die Unschuld spricht Zu mächtig für den Dulder." 3. Vergebens! Wildes Ungestüm Und freche Bosheit sieget. Hinweg! hinweg! An's Kreuz mit ihm!" Die Unschuld unterlieget. Doch göttlich groß, voll stiller Ruh, Vergibst und schweigst und duldest du, Lamm Gottes, mein Versöhner! 14 Mel Jesus meine Zuversicht 2c. 71. Jesu, Jesu, stärke mich, Willig alle Last zu tragen! Ach mein Fleisch entseget sich Vor des 37 deinen Händen. Mich soll nicht der Lüste Reiz, Nicht die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, Dir dein ( 195) Kreuz, o Jesu, nach! Paffionslieder. Kreuzes schweren Plagen. Und doch soll ich in der Pein Deinem Vorbild ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, Darf sich deiner Schmach nicht schämen; Muß, wenn sich das Mel. Wie wohl ist mir zc. Fleisch erhebt, Sich zum fteten2. Komm, laß uns Jeſum Kampf bequemen. Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, Ist zum sterben sehen! Mein Herz, sieh Himmel nicht bestimmt. hin nach Golgatha, Auf dessen 3. Dwie leicht wird mir die fürchterlichen Höhen Einst GotLast, Wenn ich's zuversichtlich tes größtes Werk geschah. Erwage, Und, wie du gelitten hast, Rubig alle Noth ertrage! Dann wird, was mir schrecklich däucht, Mir noch angenehm und leicht. 4. Ach weit mehr, unendlich mehr, Als ich je von Kreuz empfinde, Littst du, Allerheiligster, Für die Welt, für meine Sünde. Unzählbar war deine Noth, Unaussprechlich schwer dein Tod. wäg' an diesem heil'gen Orte Des sterbenden Erlösers Worte, und bete Gott im Glauben an. Sie können dir viel Trost im Leben, und einst noch Trost im Tode geben, Wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an. Er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: ,, Sie wis sen nicht, was sie gethan." Der göttliche, der größte Beter Fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch! wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, Und bete deinem Heiland nach! 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir Erdennoth und Tod nicht scheiden. Werd' ich muthlos, dann stärkt sich Mein erschrecktes Herz durch dich. 6. Endlich nimmst du alle Noth Gnadenvoll von meinem Rücken; Endlich wird ein sanfter Tod Den zerschlagnen Geist er quicken, und in deines Vaters Haus Ruh' ich von der Arbeit aus. 3. Welch Beispiel findlichfrommer Triebe, Als unter Leiden ohne Zahl Der Herr dem Jünger seiner Liebe Die Mutter sterbend 7. Dort, wohin du nach dem noch empfahl! Ach wird mein Streit Triumphirend dich ge- Aug' einst um die Meinen In schwungen, Gibst du mir die meiner legten Stunde weinen; Herrlichkeit, Die du durch dein So soll dies Wort mir Trost Kreuz errungen; Und von aus- verleih'n. Der, als der Tod schon gestand'ner Pein Aernt' ich dann um ihn schwebte, Die Seinen noch noch Segen ein. zu schügen strebte, Wird auch der Meinen Pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige Vers 8. Nun ich fliehe nicht dein Kreuz; Gern nehm ich's aus 38 brecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer Der Mund der Liebe sterbend spricht: Passionslieder. meiner Tage Auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! Du wirst- so ruft er ihm entgegen- Noch heute deines Glaubens wegen Mit mir im Paradiese sein!" O Herr, laß an des Todes Pforte Einst diese trostesvollen Worte Mich auch im legten Kampf erfreu'n! 8. Das legte Wort aus deinem Munde, Herr Jesu, soll auch meines sein! Laß es in meiner Todesstunde Mir Muth und Zuversicht verleih'n. Du rufest: ,, Bater, ich befehle In deine Hände meine Seele," Die allen Menschen Heil erwarb. Nun war 5. Wer kann die hohen Leiden das große Werk vollendet, Wozu faffen, Als Christus an dem der Vater ihn gesendet; Da neigt Kreuze rief: ,, Mein Gott, wie er sanft sein Haupt, und starb. hast du mich verlassen!" Wie 9. Herz, kannst du ohne fromme beuget ihn die Laft so tief, Die Zähren Den Heiland Gottes unsre Sünden anf ihn brachten! sterben seh'n? Mußt du ihn nicht Vor Angst und Pein müßt' er mit Freuden ehren, Und willig verschmachten, Wär' Gott nicht seinen Ruhm erhöh'n? O weine seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, Für mich verlassen da gehangen, Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 6. Der Fürst des Himmels und der Erde, Von allem Labsal jest entblößt, Wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch! der dich so theu'r erlöst, Der Heiland rufet dir noch heute Im Armen, den an deiner Seite Auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf er füllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; Der Heiland spricht: ,, es ist vollbracht!" O Wort des Sieges, Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun noch wagen, Ulns, die Erlös'ten, zu verflagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende fromm bei seinen Plagen, Und fröhlich sieh ihn nach drei Tagen Aus seinem Grabe aufersteh'n! Und wenn ihn Spötter hier entehrten; Dort wirst du ihn als den Verklärten Zur Rechten seines Vaters seh'n!( 11) Mel. Wenn meine Sünd' 2c. 73. Hin an dein Kreuz zu treten, In deinem Leiden dich Voll Glauben anzubeten, Dazu, Herr, stärke mich! Laß mich mit Zittern und Vertrau'n, Wie du dich für die Sünder, Herr, in den Tod gabst, schau'n. 2. Herr, wie ist deine Seele Bis in den Tod betrübt! Sieh' Jesum, sieh', o Seele, So hat er dich geliebt! In heißen Aengsten schwebt er da, Mit uns'rer Schuld beladen, Dem Opfertode nah. 3. Fall't nieder, bebt, ihr Sünder! Verhüllt das Angesicht! Da steht für Adams Kinder Der Mitts ler im Gericht. Er leidet unsers Todes Pein, Fühlt unnennbare Qualen, Uns Menschen zu befrei'n. 4. So liebt er uns Verbrecher; So groß ist unsre Schuld! Gott ist der Sünden Rächer, Und Gott ist Gnad' und Huld. Wer nun der Sünden Gräu'l nicht haßt, Häuft auf den Tag des Richters Sich selbst des Elends East. Paffionslieder. 5. Hört's, die ihr eure Herzen Dem Sündendienst ergebt! Hier duldet Jesus Schmerzen, Stirbt, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner Gnade Theil! Erkennet seine Liebe; Verwerft nicht euer Heil! 6. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, Die ihr den Heiland schmäht! Er ist auch euer Retter; Hört für euch sein Gebet: ,, Sie wissen's nicht, was sie begeh'n; Vergib, o Vater ihnen, Wenn einst sie zu dir fleh'n!" 7. Jhr, eurer Brüder Feinde, O schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde; Verdammt der Nache Lust! Vergeltet euern Hassern nie; Den Feinden, die euch flüchen, Vergebt und segnet fie! - - 8. Seht des VersöhnersQualen! Sie steigen ohne Rast. Seht unsern Bürgen zahlen! Seht seines Elends Last! Er fühlt für uns des Todes Noth; Er stirbt für uns're Sünden Den fürchterlichsten Tod. 9. Vor seines Todes Schrecken Erblaßt der Sonne Licht; Die Engel Gottes decken Ihr bebend Angesicht. Er sinket in die Todesnacht. Gott erbarm' dich unser! Er stirbt; es ist vollbracht! 39 Mel. Befiehl du deine Wege ic. 74. Haupt, voll Blut und Wunden, Voll Schmerzen und voll Hohn! O göttlich Haupt, gebunden mit einer Dornenfron'; O Haupt, das and'rec Ehren Und Kronen würdig ist; Sei mir bei frommen Zähren, Sei tausendmal gegrüßt! 3. Doch spricht aus deinen Blicken Nur Liebe, nur Geduld; Wir seh'n da mit Entzücken Noch Proben deiner Huld. Selbst aus des Todes Blässe, In der dein Glanz erbleicht, Strahlt, Gottmensch, deine Größe, Der keine Hoheit gleicht! 4. Nun, Herr, was du erduldet, Ist alles meine Last; Jch, ich hab' mit verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! hier steh' ich Armer, Der Straf verdienet hat; Von dir, o mein Erbarmer, Erfleh' ich Trost und Gnad'! 5. Auf dich nur will ich sehen Mit aller Zuversicht. Wohin sollt' ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht. Wo soll ich Ruhe finden, Wenn du, Herr, mich nicht liebst? Wo Reinigung von Sünden, Wenn du sie mir nicht gibst? 6. Du hast mir durch dein ( 53) Leiden Zur Tugend Muth und 2. Du heiligster Sohn Gottes, Du Glanz der Herrlichkeit, Hingst als ein Ziel des Spottes, Geschändet und verspei't. Entblößt von allem Reize, Der Men schen wohlgefällt, Schwebst du an deinem Kreuze, Ein Fluch vor aller Welt! 40 Passionslieder. Kraft, In Trübsal Trost und 3. Wer hat dich so geschlagen. Freuden Der bessern Welt ver- Und dieses Heer von Plagen, schafft. O gib an dieser Gnade Herr, wider dich erregt? Du bist Auch mir im Glauben Theil; ja nicht ein Sünder, Wie wir So wird mein Seelenschade und uns're Kinder; Wie sind dir Durch deine Wunden heil! Strafen auferlegt? 7. Ich danke dir von Herzen, 4. Für mich und mir zum O Jesu, bester Freund, Für deine Todesschmerzen: Wie gut haft du's gemeint! Ach, gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', Und bis ich einst erfalte, Ganz nur der Deine sei! Segen Gehst du dem Tod entgegen Mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Nicht ewiglich verderbe. Herz, fieb, was Gottes Liebe thut! 5. Wie bin ich dir verbunden, 8. Wenn ich dann einst soll Durch den ich Heil gefunden! scheiden, Ach so verlaß mich nicht! Ich bin dein Eigenthum. Mich Sei auch in Todesleiden Mein dankbar zu erweisen, Soll Geist Trost, mein Heil, mein Licht. und Leib dich preisen, Und dir Wenn nun am allerbängsten Mir um das Herz wird sein, So reiß mich aus den Aengsten Kraft reiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meiner Noth; Dich laß mich schau'n im Bilde Bon deinem Kreuzestod. Mit freudigem Entzücken Will ich dann glaubensvoll Nach dir, mein Heiland, blicken: Wer so stirbt, der stirbt wohl! ( 56) Mel. In allen meinen Thaten zic. 75. D Welt, sich hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Banden, Schlägen, Hohn und Spett. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen Der Unschuldvolle fühlt; Was er am Leibe leidet, Wie, bis er endlich scheidet, Die Qual in seinen Adern wühlt. gehorchen, sei mein Ruhm! 6. Es soll dein Tod und Leiden, Bis leib und Seele scheiden, Mich trösten und erfreu'n; Es soll von meinen Pflichten Mich täglich unterrichten, Und mir zur Tugend Kraft verleih'n. 7. Wie streng Gott die Verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine Huld verschmäh'n; Wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, Will ich aus deinem Leiden seh'n. 8. Dein Beispiel soll mich lehren, Den Nath des Höchsten ehren, Und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, Nur seinen zu erfüllen, Ist meine Pflicht und Seligkeit. 9. Als Christ will ich mich üben, Die Feinde selbst zu lieben, Wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen Getroft und willig tragen, Ünd thun, wie mein Erlöser that. 10. Nie will ich wieder schelten Passionslieder. 41 noch unser Gott. Nie Spott mit Spott vergelten,| deinen Tod! Gott ist durch dich Nie, wenn ich leide, dräu'n; Wie du, gelassen dulden, Dem Nächsten seine Schulden, Wie du, von Herzensgrund verzeih'n. 11. An's Kreuz, Herr, will ich schlagen Die Lüfte, dem entsagen, Was meinem Fleisch gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt! 12. Dein göttliches Versöhnen, Dein Angstgeschrei und Stöhnen Spricht Muth im Tod mir zu. Getrost geb' ich am Ende Den Geist in deine Hände; Du führst ihn zu der ew'gen Ruh.( 56.34) 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld Auch selbst bei sehr gehäufter Schuld Der Sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen Frist zur Buße schenkt, Noch nach Verdienst nicht lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: ,, Auch mich, mich Sünder nimmt Gott an;" Hast du durch deiner Fürsprach' Kraft, Mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Vertritt du mich bis in den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, Wenn meiner Sünden furchtbar Heer Auf's Neue mich erschrecket; O dann versichre mich auf's Neu', Du stehest mir als Mittler bei, Der meine Mein Geist Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. 76. Um Gnade für die Sünderwelt Rufst du, o Herr, am Kreuz gequält Von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, Wenn dich bei Schuld bedecket! deinem herben Schmerz Die blickt glaubensvoll auf dich; Sei Feinde ruchlos spotten. Du siehst mit segensvollem Blick Von ihnen weg auf den zurück, Den diese Schaar in dir entehrt; Rufst, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, o Gott, Und führe nicht sie in's Gericht; Das, was sie thun, versteh'n sie nicht! du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgerschaft, So stärke mich mit deiner Kraft. Herr Jesu Christ, Der legte Kampf wird mir versüßt, 2enn du mein Trost im Tode bist! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, Die Marter so erträget! Jhr, die ihr euern Heiland ehrt, Fühlt seiner Liebe großen Werth, Und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet Auch uns ein ewig Heil erfleht; Er sagt auch uns zu uns'rer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, Gelobt sei'st du für Christ, Wie du am Kreuz durch 5. Den fanften, liebevollen Sinn, Daß ich ein Freund der Feinde bin, Flöß', Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz Ich dir des Feindes bartes Herz Und meine Sach' befehle. Besänftige mein reges Blut; Und flammt des Zornes wilde Gluth Mein Herz zur Nachbegierte an: O so erinn're mich daran, Herr Jesu 42 Paffionslieder. dein Gebet Selbst deinen Mör- ich dir; Du brachtest ihn vom dern Gnad' erfleht! Himmel mir! Du hast verheißen: 6. Mich tröste dein Versöh- ihr seid mein; Wo ich bin, sollt nungstod! Es bilde mich dein ihr ewig sein!" ( 195) Geist, o Gott, Daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, Zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schuppanier; Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner Pein, Und deiner Fürbitt' ewig freu'n. Herr Jesu Chrift, Wie selig ist, wie selig ist Der Mensch, dem du ein Heiland bist! ( 126) Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 77. Du denkst in deiner tief sten Noth, Ergriffen, Herr, von Qual und Tod, An deiner Freunde Gram und Schmerz, Und flößest ihnen Trost ins Herz! 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, Und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; Was ich dir war, wird er dir sein!" 3. Gib, daß auch meine Liebe sei, Wie deine, bis zum Tode treu; Stets willig, Andern beizustehn, Und ihnen Beistand zu erfleh'n! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, Jhr Freunde, einst mein Tod betrübt; Dann über geb' ich euch dem Herrn: Er hört, er hilft und segnet gern. 5. Froh geh' ich, wenn es ihm gefällt, Den Weg zu jener bessern Welt; Euch sag' ich, die ihr um mich weint: ,, Getrost, bald werden wir vereint." 6. Den Trost, o Jesu, dank' mel. Freu' dich sehr, o meine Seele sc. 78. Heute, sprach mein Heiland, heute, An sein blutig Kreuz erhöht, Als ein Sünder ihm zur Seite Sterbend noch um Gnade fleht; Heute, so betheur' ich dir, Heute noch sollst du mit mir, In mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben!" 2. Theures Wort aus Jesu Munde, Feft versiegelt durch sein ftunde Gibst du Freudigkeit und Blut! In der finstern TodesMuth. Wenn der Christ nun scheiden soll, Bleibt er fefter Hoffnung voll, Sieht die Nacht in Licht verwandelt, Weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Hohes Wort des ew'gen Lebens, Tröste du mein brechend Herz; O dann ängstet nur vergebens Meinen Geist der Trennung Schmerz! Er sinkt nicht in Finsterniß; Denn wahrhaftig und gewiß Ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder 3weifel weichen. 4. Herr, nun fühl ich abzuscheiden, Eine heil'ge Luft in mir; Dort sind unbefleckte Freuden, Aber Müh und Sünden hier! Kein auch noch so frühes Grab Kürzet je mein Leben ab; Zeitiger frei von Beschwerden, Soll es nur verkläret werden. 5. Selig, furchtlos, rein von von Mängeln, Ja, von nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von Engeln, Der im Herrn ent Paffionslieder. schlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, Jedes gute Werk folgt dann Seiner Seele von der Erden Hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 6. Nun auch ich, o Herr, be fehle, Wenn ich kaum noch lallen kann, Die durch dich erlöste Seele Deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärkest mich, Rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, wo ich sterbe, Deine Herrlichkeit ererbe. 43 nung jener Seligkeit Verfüße mir das größte Leid. 4. Verlaß mich nicht in meinem Sterben! Ist einst mein Lebenslauf vollbracht; Entreiß die Seele dem Verderben, Nimm meinem Tode seine Macht; Und führe mich durch Jesu Hand Zu bir in jenes bespre Land. 5. Verlaß mich nicht in meinem Grabe! Erwecke mich durch deinen Sohn, Wenn ich genug geschlafen habe; Hilf mir vor Christi Richterthron, Und laß mich dann, verklärt und schön, Mit Leib und Seel' zum Himmel geh'n. 6. Dann will ich, Gott, dir Ehre bringen, Und mit der frohen Himmelsschaar Ein unaufhörlich Danklied singen, Daß du auf Erden immerdar Mich aus der schwersten Sorgenlast Erlöst und nie verlassen hast. Mel. Heil'gster Jesu, Heil gungsquelle ic. 80. Heil'gster Jesu, Sohn verlassen? des Höchsten, Du Fürst des Lebens, Nein, Vater, nein! Ich trau' auf Gott am nächsten: In welche dich! In meiner letzten schwersten Pein Laß deine Hilf mir nahe ſein!" Leiden senkst du dich! Von dem ersten deiner Tage Bis zu dem Schluß, nur Angst und Plage Für uns, für Sünder, Herr, für mich! Dank sei dir, Gotteslamm, Erwürgt am Kreuzesstamm, Für dein Leiden; Für deine Noth, Für deinen Tod, Du Mittler zwischen uns und Gott! 7. Ja, noch an demselben Tage Geh ich in den Himmel ein, Los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu sein! Hier genieß' ich deines Lichts, Bis der Tag des Weltgerichts Auch die Nacht des Grabes endet, Und die Seligkeit vollendet.( 170) Mel. Wer nur den licben Gott zc. 79. Einst rief der Herr vor dem Erblassen: Mein Gott, mein Gott, du hättest mich Noch jetzt beim Lebensschluß 2. Verlaß, o Vater, meine Seele Auch nicht, wenn Noth und Tod mich schreckt! Dies Wort, Herr, sei's, wenn ich mich quäle, Was Muth und Trost in mir erweckt! Du weißt es wohl, was mir gebricht; Verlaß, verlaß mich Armen nicht! 2. Nah' am Kreuze dem Erblassen, Riefst du: ,, mein Gott, 3. Verlaß mich nicht in meinem mein Gott, verlassen, Verlassen, Leiden; Laß mich kein Kreuz von Vater, hast du mich?" Ach das deiner Huld Und deiner Vater war der Stunden bängste! Des liebe scheiden; Gib Leidenskraft, Todes Schrecken, Todesängste Muth und Geduld! Die Hoff- Durchbebten, Welterlöser, dich! 44 Passionslieder. Der Sonne Glanz erlosch; Des| Seinen Schicksal an; Sieht es Trostes Licht erlosch Deiner die verlassen weinen, Die Lieb Seele. Doch du bezwangst Die legte Angst, Den Tod, mit dem du siegreich rangst. 13. Wenn wir mit dem Tode ringen, Benn seine Schauer uns durchdringen; Gedenken laß uns deiner Angst! Wenn in jenen Schreckensstunden Wir fühlen, was auch du empfunden, Als du den Kelch des Todes trank'st: Herr Jesu, steh' uns bei! In unserm Sterben sei Uns Erbarmer! Entzeuch uns nicht Des Trostes Licht! Verlaß, o Herr, verlaß uns nicht! 4. Will Gewissensangst uns quälen; Steh'n drohend dann vor unsern Seelen Die Sünden der vergang'nen Zeit; Will uns unser Herz verklagen, Und von der Schuld gebeugt, verzagen Vor dem Gericht der Ewigkeit; Herr Jesu, steh' uns bei! Sprich von der Schuld uns frei, Los von Sünden. Verlaß uns nicht, Verlaß uns nicht, Und geh nicht mit uns in's Gericht! 5. Häuft, wenn Leib und Seele scheiden, Sich Schmerz auf Schmerz und leid auf Leiden; Sind wir nur Schwachheit, Ohnmacht nur; Kann kein Mensch uns Hilfe bieten; Erquickt kein Labsal mehr hienieden Im Kampf der ringenden Natur: Herr Jesu steh' uns bei! In uns'rer Schwachheit sei Du dann mächtig! Erquicke du Mit Himmelsruh Die Leidenden; verlaß uns nicht! 6. liegen einst der Trennung Schmerzen Noch schwer auf dem gebrochnen Herzen; Liegt ihm der und Freundschaft ihm vereinen, Die nichts auf Erden trösten kann: Herr Jesu, steh' uns bei! Mach uns von Sorgen frei; Schenk uns Glauben Und Zuversicht, Die freudig spricht: Der Herr verläßt die Seinen nicht! 7. Wenn des Grabes Dunkelheiten Nacht um die Seele uns verbreiten, Uns die Verwesung Grauen macht: Der du mit dem Tod gerungen, Du, du hast Tod und Grab bezwungen, Bei'm Siegesruf: es ist vollbracht! Herr Jesu, steh' uns bei; In Gräber nächten sei Licht und Sonne. Bald ist's vollbracht; Des Grabes Nacht Wird bald ein ew'ger Morgen sein. 8. Heil gster Jesu, Sohn des Höchsten, Du Fürst des Lebens, Gott am nächsten, Verlaß, verlaß, verlaß uns nicht! Laß bei dir uns Hilfe finden; Hilf tämpfen, Herr, hilf überwinden, Wenn unser Herz im Tode bricht! Gekämpft hast du für uns; Gesiegt hast du für uns! Mit dir siegen Wir in der Noth Und in dem Tod, Du Mittler zwischen uns und Gott! ( 83) Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. 81. Die Sonne stand verfinstert; Der Mittag ward zur Nacht; Da hatt' er überwunden, und rief: es ist vollbracht! 2. Der Erde furchtbar Beben Hob das Gebirg empor; Die Todten Gottes gingen Aus ihrem Grab hervor. 3. Den Todesüberwinder Um Passionslieder. 45 gab des Grabes Nacht, Und ist vollbracht! Ich befehl' in deine Engel Gottes jauchzten: Er hat's, er hat's vollbracht! 4. Das Opfer für die Sünde Ist dargebracht vor Gott; Er stirbt, und Heil und Leben Wird aller Welt sein Tod. Hände Nun meinen Geist!" das war dein Ende; Nun sinkst du bin in Todesnacht. Dein Kreuz, Verdienst und Tod Stärk' uns in Todesnoth; Weltversöhner! Wer lebt in dir, Der stirbt in dir, Ist in dir selig für und für. 5. Nun wird fein Opfer wieder In Ewigkeit gebracht. Der, den sein Volk erwürgte, Der hat es ganz vollbracht. 6. O du, der mich versöhnte Dem Nichter aller Welt; Du haft das Heil der Erde Allmächtig hergestellt! 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden Das menschliche Geschlecht, Und du regierst die Völker Mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du kommst und führst die Deinen In deines Vaters Reich: Du machst an Macht und Würde Sie deinen Engeln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name! Wie groß ist deine Macht! Preis sei dir, Dank und Ehre, Daß du dein Werk vollbracht! 10. Laß mich dein Beispiel stärken, Daß ich im Glauben treu Und standhaft in der Liebe Bis an mein Ende sei. 11. Dürft' ich den Tod noch fürchten? Herr, meines Lebens Kraft, Ich werd' ihn überwinden Durch dich, der Hilfe schafft. 12. Du führst mich hin zum Ziele; Vollbracht ist dann mein Lauf. Es nimmt in seine Hände Auch mich dein Vater auf.( 126) 2. Glaubend will ich dich ums faffen! Du fühltest dich von Gott verlassen, Daß ich fest könnte Gott vertrau'n. Will mein Herz in dunkeln Tagen An allem Trost und Heil verzagen, So laß hinan zum Kreuz mich schau'n. Herr dein Verlassensein Soll stets mir Trost verleih'n, Frieden, Freude! Du tilgst den Schmerz, Du ziehst mein Herz Zum frohen Ausblick himmelwärts. 3. Scheu ich noch der Trübsal Hige? Ich weiß, daß deine Huld mich schüge Vom Throne deiner Herrlichkeit. Du am Kreuz bist meine Freude, Mein Trost, mein Labsal, meine Weide; Du, du versüßest alles Leid! Dürst' ich? mir strömt der Quell! Will ich; so nehm ich schnell Gnad' um Gnade. Die Trübsal weicht; Die Last wird leicht, Seit Gottes Sohn am Kreuz erbleicht. 4. Einst auch bei des Todes Grauen Will ich auf dich, Verlass'ner schauen, Durch den das große Werk geschah! Lebensfürst, mit Glaubensflügeln Schwingt ich mein Geist zu deinen Hügeln, Thabor und Delberg, Golgatha! Dort ist mir Seligkeit, Trost, Freud und Herrlichkeit Schon bereitet, Die ewig ist, Dort, wo du bist: Ja, Amen, fomm, Herr Jesu Mel. Wachet auf, ruft zc. 82. Ausgeblutet, ausgerungen Hast du; dir ist dein Werk gelungen; Du triumphirst: ,, Es Christ! 46 Paffionslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 83. Es ist vollbracht; so ruft am Kreuze Des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Troft und Leben, reize Zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist gescheh'n, Das Gott auch mir zum Heil erseh'n. 2. Mein Jesus stirbt; die Felsen beben; Der Sonne Schein verlieret sich: In Todte dringet neues Leben; Der Heil'gen Gräber öffnen sich; Der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Versöhnung ist vollbracht. Denn ich bin ganz dein Eigenthum. 6. Du litt'st so viel zu meinem Leben: Wie sollt' ich nicht voll Eifer sein, Mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; 7. Soll ich, bei dir ergeb'nem Herzen, Auch hier durch manche Trübsal geh'n, Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung auserseh'n; So laß auch mich den Trost erfreu'n: Es kommt das Ende meiner Pein! 8. Und fühlt mein Herz des Todes Schrecken; So stärke mich bei solcher Last! Laß mich den Trost noch sterbend schmecken, Daß du den Tod besieget hast. Mir graut nicht vor der Todesnacht; Mein Heiland ruft: es ist vollbracht! ( 35) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele sc. 3. Wie viel, mein Heil, haft du vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Für 84. Der am Kreuz ist meine uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Dankvolle Thränen, negt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar Die Handschrift an dem Kreuze hangen, Die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht! Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ! Weich' von mir des Eiteln Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Eitle Weltluft wirkt den Tod; Wer sie liebt, ist nicht von Gott. Dem ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. D Herr, laß mich nun auch vollbringen, Was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, Bis meine Besf'rung ganz vollbracht! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Dieses Einen nur bin ich. Liebe fordert er um liebe; Denn er blutete für mich. Theu'r bin ich von ihm erkauft, Bin auf seinen Tod getauft. Dem ich tren zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh' mir, wenn ich den betrübe, Der am Kreuz für mich erblaßt! Undank für so bittern Schmerz, Nie beflecke der mein Herz.Dem ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! Passionslieder. 4. Der am Kreuz ist meine ich an, Du König der Erlösten! Liebe! Nichts trennt mich von Dein will ich mich für und für Jesu Christ; Keine Macht der Glaubensvoll getrösten. Nichts, wie Fleischestriebe, Nichts reizend es auch ist; Trübsal nicht, nicht Schmach und Noth, Nicht das Leben, nicht der Tod. Dem ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! 5. Es ist vollbracht, Riefst du mit Macht, Und zeigst, daß du dein Leben, Als Versöhner, göttlich frei, Hast dahin gegeben! 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Nath Will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den Todten; sie ers standen! Leicht entschwingt des Lebens Fürst Sich des Todes Banden. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun, was zag' ich in dem Schmerz? Ist auch Alles um mich trübe; Seine Lieb' erquickt mein Herz. Sei auch groß der Sünden Schuld; Größer noch ist deine Huld. Dem ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod, du bist mein Freund! Wenn ich Staub zum Staub zerstiebe, Wird mein Geist mit ihm vereint. Dann, dann schau ich Gottes Sohn, Aernte seiner Leiden Lohn! Dem ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! ( 120. 170. 83) Mel. O Traurigkeit, o Herzeleib ac. 85. Am Kreuz erblaßt, Der Marterlast, Der Todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst 47 In dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchdringt mein Herz. O Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich Tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Geh'n aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! 4. Du hast's gethan! Dich bet' 8. Das finst're That Will ich obne einmal Durchwandeln Grauen; Denn durch dich, Erlöser, ist's Mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang ich bin, Deine Lieb' ermessen! ( 127) O mel. D Traurigkeit, o Herzeleid zc. 86. So schlummerst du In stiller Nuh, Der du für uns gestorben; Uns am Kreuz in schwerer Müh Ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben. Gleich, als Sterbliche, hält dich Nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung fehen, Sondern bald aus eigner Kraft Aus dem Grabe gehen. 48 Am Charfreitag. 4. Ich weiß, du wirst, Mein, wesung! Ich, ich hoff' in Christo Lebensfürst, Wie dich, auch mich einst Meines Leib's Erlösung. erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, Der Leib wird auferstehen, Und zu Himmels glanz verklärt Aus dem Grabe gehen. 8. So sink' in's Grab Mein Leib hinab! Ich will mich d'rum nicht fränken. Ich will, Jesu, 5. Hier werd' ich einst, Bis du erschein'st, In sanftem Frieden liegen; Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab befiegen. 6. Jhr, die die Welt Gefesselt mir zum Trost An dein Grab hält, Zagt nur vor der Ver- gedenken. ( 47.195) Am Charfreitage. Mel. Sesus, meine Zuversicht ic. 87. Geist der Andacht, senke du Dich in uns're Seele nieder. Uns erfülle Trost und Ruh' Beim Gefange frommer Lieder An dem Tag, da Jesus starb, Heil und Leben uns erwarb. 2. Diesen feierlichen Tag Weih' die ehrfurchtsvollste Stille, Daß der Wehmuth Scufzern nach Unsers Dankes Thräne quille. Uns're Seele, still vor Gott, Denk an ihres Mittlers Tod. 6. Hocherhab'ner, Ewiger, Vor dir wirft der Geist sich nieder, Preis't dich, Unerforschlicher, Daß für ihn und seine Brüdei Diejes Todes dunkle Nacht Trost und Rub' an's Licht gebracht. 7. Du gabst, den du göttlich liebst, Bis zum Tode hin: das Veben Wirst du nun, der du ihn gibt, Allen, die ihm treu sind, geben. Weg!- ruft unsers Mittlers Tod- Weg mit Furcht und Angst vor Gott! 8. Ja, Erbarmender, wir schau'n Nun getrost zu deinem Throne! Uns auch liebst du; denn 4. Zwischen Erd' und Himmel wir trau'n Dir und deinem hohen schwebt Blutend er, der nichts Sohne; Leben dir und sterben verschuldet; Für der Brüder dir: O wie hochbegluckt sind Wohl gelebt, Müh' und Arbeit wir! gern erduldet; Nächte in Gebet ( 136) durchwacht, und auf Menschen 88. Erforsche mich, erfahr Mel. Ein Lamm geht hin und zc. wohl gedacht. 5. Aber er, er murret nicht, mein Herz, Und sieh', Herr, wie Will des Vaters Nath vollenden; td's meine! Ich denk' an deines Weiß, die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden; Hält im Kampf des Todes aus, Führt sein großes Werf hinaus. 3. Diese Welt und ihre Müh', Dieses Lebens kurze Freuden, Eitle Lust vergesse sie; Tiefgerührt von seinem Leiden, Seiner martervollen Schmach, Folge sie ihm betend nach! Am Charfreitage. 49 Kreuzes Schmerz, An deine Lieb',| Nicht nach dem Glauben trachund weine. Dein Kreuz sei mir ten; Für die, die dein Verdienst gebenedeit! Wunder der Barm- gesteh'n, Und dennoch dich durch herzigkeit, Die du der Welt er- laster schmäh'n Und deinen Tod wiesen! Wann hab' ich dies verhöhnen! Wer dich nicht liebt, genug bedacht, Und dich aus aller kommt in's Gericht; Wer nicht meiner Macht Genug dafür ge- dein Wort hält, liebt dich nicht; priesen? adau Ihm hilft nicht dein Versöhnen. 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held! In Fleisch und Blut gekleidet, Wirst du das Opfer für die Welt, Und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Seelennoth, Und gehst doch willig in den Tod; O Liebe son der Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, Und gibst mit göttlicher Geduld Dich in der Feinde Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, Und hattest nie gesündigt, Du, der gerechte Gottessohn: So war's vorher verkündigt. Dahin gehst du zum Kreuzesstamm In Unschuld stumm, gleich wie ein Lamm, Das man zur Schlachtbank führet. Gekämpfet hast du bist auf's Blut, Mit nie bezwung'nem Heldenmuth Dein Werk hinaus geführet. 4. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht; Du stirbst, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht: Herr, meine Seele zittert! Was ist der Mensch, den du befreit? O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; Und deine Liebe dringe mich, Daß ich dich wieder lieb' und dich Nie kreuzige mit Sünden! 6. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft Zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, Wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, Laß mich. in Lieb' und Demuth stets Vor dir erfunden werden. Dein Kreuz, Herr, sei mein Schirm in Noth, Mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, Mein legter Trost auf ( 55) Erden! SCHE Mel. Jesus meine Zuversicht ic. 89. Schwing dich auf gen Golgatha, Seele, zu des Heilands Kreuze! Nimm zu Herzen, wie dich da Seine Pein zur Buße reize. Härter wäre noch als Stein, Wer hier könnte fühllos sein. 2. Schau, wie Angst sein Herz erfüllt, Und doch ihm kein Trost sich bietet; Blut aus so viel Wunden quillt, Schmerz in jeder Ader wüthet: Schau, ach schau,- erschrickst du nicht?- Wie sein sterbend Herz ihm bricht! 3. Heilig bist du, Herr, und rein! Was dich trifft, hab' ich verschuldet, Und du hast so schwere Pein Nur aus freier Lieb' er= duldet, Uns vom Elend zu bes frei'n, Unser Heil und Trost zu sein. 5. Welch' Warten einer ew'gen Pein Für die, die dich verachten, 4. Du für uns erwürgtes Die, solcher Gnade werth zu sein, Lamm; O wie ist deine groß 50 Am Charfreitage. Liebe! Schau von deines Kreuzes mit tiefergriff'nem Herzen, Wie Stamm, Wie ich mich um dich er blutet, wie er stirbt! Seht, o betrübe! Ich bin schuldig: aller seht, des Todes Kinder, Seht den Schmerz, Den du trägst, durch- Todesüberwinder, Wie er Leben bringt mein Herz. od euch erwirbt!#mak mision 5. Herr, was kann ich dir da- 2. Wessen Auge kann der Zäh für, Daß du mich so liebest, ren Bei dem Kampfe sich er geben? Nimm, was ich vermag, wehren, Den der Weltversöhner von mir; Dir, nur dir gehört stritt? Wer fann seine Lieb' ermein Leben! Wie du mein bist, gründen, Die für uns, für uns're will ich dein Lebend, leidend, Sünden Willig jede Pein erlitt? sterbend sein.bits 1013 Tim 1013 Timon 3. Für die Sünden seiner 6. Nur bei dir allein such' ich Brüder Sinkt sein Haupt am Hilf' in meinen bängsten Stun- Kreuze nieder; Blutend, in des den; Schmachtend, lechzend sehn' Todes Nacht, Schwebt er da; ich mich Nach dem Trost aus von Gott verlassen Muß des deinen Wunden. Mittler, dein Höchsten Sohn erblassen, Rufet Versöhnungstod Gibt mir Freu- er: es ist vollbracht!" digkeit zu Gott! mite des 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut; Lehre mich die Welt verschmähen. Laß auf dich, du höchstes Gut, Immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich Selig, wenn schon wunderlich! 4. Herr, an deines Kreuzes Fuße Steht dein Volk und bringt der Buße Opfer dir, Gekreuzigter! An dem Kreuze schwört auf's Neue Dir dein Volk den Eid der Treue, Herr und Haupt, Erhöheter! 5. Laß in Liebe und entbren8. Endlich laß mich alle Noth nen, Ganz für dich in Liebe brenSelig sterbend überwinden. Nir- nen, Der für uns sein Leben gab! gends müsse mich der Tod, Als bei Stärk' uns, deines Heiles Erben, dir, mein Heiland, finden! Wer Dir zu leben, dir zu sterben, Dein nur dich zur Zuflucht macht, zu bleiben bis an's Grab! Spricht getrost: es ist vollbracht! with the unch( 174. 170) # 9 JOR Vidit and for Eigne Melodie. As and and prist 6. Ruhe in der Angst der Sünben, Troft im Leiden laß uns finden, Gib uns deinen Frieden hier! Nimmt des Grabes düstre Höhle Unsern Leib, so nimm die 90. Seht am Kreuz den Seele Auf in's Paradies zu dir! Mann der Schmerzen! Sehts outed dai( 91.83) podstat had t D Am Charfreitage Abends. mid dmu-' 030 Mel. Trauert ihr himnilischen Chöre ic. dem Kreuze des Mittlers hinauf! 91. Töne des Weinens, Ge- zes, der Plage, Endet der gött Müde der Angst und des Schmersänge der Klage, Schwebt zu liche Dulder den Lauf. Heißere Am Charfreitage Abends. E 51 Lieb', ihr Erlöfeten, fülle Jest| Aber nun schwebt er am Kreuze. an dem heiligsten Abend das Die Seinen Steh'n bei dem Herz; Trauernde Wehmuth und Kreuze, die Mutter, der Freund. ernstere Stille, Tiefere Rührung Siehe, da ruft er mit göttlichem Triebe: Sohn, deine Mutter! und heiliger Schmerz! sieh', Mutter, dein Sohn!" Selbst für die Mörder, gekreuzigte Liebe, Flehst du erbarmend zum ewigen Thron; 11 2. Trauernd und zitternd und betend im Staube Ringt er am Fuße des Delbergs vor Gott. Siegend erhebt sich sein göttlicher Glaube; Aber die Menschheit durchschauert der Tod. ,, Abba, mein Vater, dem bebenden Munde, Laß doch den Kreuzfelch vorüber ihm geh'n! Schickst du fie aber, die furchtbare Stunde; Möge dann, Bater, dein Wille gescheh'n!" 6. Rufest im tiefsten und quälendsten Leide Tröstend dem mit dir Gefreuzigten zu: ,, Wahrlich, ich sage dir, heute noch, heute Schlummerst du mit mir zur ewigen Nuh'!" Peinlicher schmerzen die brennenden Wunden; Furchtbarer drohet der kommende Cod. Finsterer werden die legten der Stunden: ,, Wie? du verlässest mich, Bater, mein Gott?" 3. Siehe, da nah't der Verråther. Ach wehe, Web dem verlor'nen, unrettbaren Sohn! Juda, was willst du? verräthst du mich? Wehe! Dies für die treueste Liebe mein Lohn? Mit einem Kusse verrathen, gebunden Wird das Lamm Gottes zur Schlachtbank geführt; Allezeit heilig, unschuldig erfunden, Wird's zum Gerichte der Sünder geführt. 4. Frevler verdammen den Fürsten des Lebens Ach zu dem Tode, dem Tode der Schuld. Nedet er Worte der Wahrheit; vergebens! Schweigt er; sie rührt nicht die stille Geduld. Ruhigen Blickes, voll göttlicher Würde, Duldet die Unschuld, gegeißelt, verböhnt; Trägt, schon ermattend, bes Marterpfahls Bürde, Wundenbedecket und dornengefrönt. 7. Sonnen erbleichen, die Erde erbebet; Felsen zersplittern; der Vorhang zerreißt. Aber der sterbende Mittler erhebet Ueber die Tiefen des Jammers den Geist. Friede dem Dulder! es nahet das Ende. ,, Vater, vollbracht ist's; entnimm mich der Last; Nimm mich in deine allmächtigen Hände!" Ruft er, und neiget das Haupt und erblaßt. 8. Traure, du Erde! der Reinste und Beste Wandelt nun himmlisch auf Erden nicht mehr; Geht, daß er helfe und segne und tröfte, nicht mehr in Hütten des Elends umher. Traure, du sündige Menschheit! getragen Hat das Lamm Gottes die Sünden der Welt. Unserer Missethat wegen zerschlagen, Blutend, zum Tode verwundet, es fällt. 9. Töne des Weinens, ihr 4* 5. Sanftere Töchter Jerusalems weinen. Mich nicht, euch selber, bie Euern beweint!" 52 Zur Bußtagsfeier am Charfreitage. lieder der Klage, Schwebet zum aus dem Tode zum Leben gedrunKreuze des Mittlers hinauf! gen, Hat nun gesieget der göttTrauert! doch sanfter erschalle liche Held, Sünde und Tod und die Klage; Hemmet die Thränen Hölle bezwungen, Gott selbst der Wehmuth im Lauf! Denn versöhnet die sündige Welt.( 83) 10000901 Zur Bustagsfeier am Charfreitage. Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 92. Gott, der du unsre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jefu Chrift! Geift Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein Angesicht, Mit Sünden schwer beladen! Nimm von uns, Bater, unsre Schuld! Du Gott der Langmuth und Geduld, Erhöre unser heißes Fleh'n, Daß wir dein Heil, Erbarmer, seh'n! Herr, unser Gott! Verbirg uns nicht Dein Angesicht, Und geh' nicht mit uns in's Gericht! 2. Wir haben unsern Bund entweiht, Gebrochen unsern theuern Eid, Und deinen Weg verlassen. Doch sieh, wir kehren voller Neu', Zurück zu dir: o laß auf's Neu' Uns deine Rechte fassen! Sie leit' uns auf dem eb'nen Pfad, Den uns dein Wort bezeichnet hat, Daß Jrrthum und Versuchung nie Uns auf den Pfad des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, Groß von Geduld, Vor aller Schuld Bewahr uns deine Vaterhuld! Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth Des Mangels und der Krankheit droht! Du, Bater, wollest mit uns sein, Daß wir uns deines Schußes freu'n! Herr, unser Gott! Das Land ist dein, D laß Gedeih'n Und Sicherheit das Land erfreu'n! 4. Sohn Gottes, der zur Erde fam, Und uns're Schwachheit auf sich nahm, Mit Gott uns zu verföhnen! Der durch den Tod zum Leben drang, Sich dann zur Rechten Gottes schwang, Wo Ehr' und Preis dich krönen! Vertritt, o Mittler, uns bei Gott Durch deine Leiden, deinen Tod; Stärk' uns in unsrer Prüfung Lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, Dein Troft, dein Licht Verlaß uns nicht Im Tod, im Grab, Weltgericht! am 5. Schüß' uns vor Jrrthum und Gefahr; Erhalte deiner Frommen Schaar Der Glaubenseintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist, Und was dein Wort verspricht und heißt, 3. Dein Antlig leucht' auf Sei licht auf unsern Wegen! unser Land; Laß es, beschirmt Laß, Herr, in Lehr' und Wandel von deiner Hand, Des Friedens rein Die Diener deines Wortes Nuh' genießen! Wend' ab von sein; Und bringe zu der Wahruns der Flammen Wuth Und die heit Glück, Zu dir die Irrenden Verwüstung wilder Fluth, Des zurück! Herr, unser Gott, Breit' Zur Bußtagsfeier am Charfreitage. aus dein Wort An jedem Ort; Mel. Aus tiefer Noth zc. Gib Geist und Kraft zu deinem 93. D Heiligster, wir kommen hier Gebeugt zu deinem Throne! Inbrünstig flehen wir zu dir: Verzeih', errette, schone! Herr, Herr, der du die Liebe bist, Wir bitten dich, Herr Jesu Chrift: Erbarm' dich unser aller! Wort! 6. Den Sinn der Herrscher lenke du, Daß sie durch Weisheit und durch Nuh Der Länder Wohl erheben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, Dem Lande so viel Gutes gibt, Gib, Gott, ein Leben! sei sein Vaterblick Uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! O schütt' auf ihn und auf sein Haus Und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott! In deiner Hand Ist unser Land: Beglück' es; segne jeden Stand! 53 2. Wie groß, wie unaussprechlich war Bis hierher dein Erbarmen! Du machtest dich uns offenbar, Trugst uns auf Liebesarmen. Du zogst und locktest uns zu dir; Doch widerspenstig waren wir, Verstockten unsre Herzen. 3. Ach wer von uns hat dich 7. Vernimm der Leidenden geliebt, Geliebt im ganzen Leben? Gebet; Und wer zu dir im Glau- Wer hätte niemals dich betrübt? ben flebt, Dem bilf aus seinen Wem ist nichts zu vergeben? Nöthen. Gib Kranten Einderung Wer diente dir an jedem Ort? und Ruh; Die Sterbenden erlöse Wer folgte immer deinem Wort? du; Erhör' ihr legtes Beten. Sei Ach, feiner von uns allen! aller Unterdrückten Heil, Der Wittwen und der Waisen Theil. Vereitle der Verfolger Rath, Und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott! Durch Freud' und Leid Der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 8. Du thu'st weit mehr, als wir versteh'n, Kannst mehr ge= währen, als wir fleh'n; Laß uns Erhörung finden! O neig' zu unserm Fleh'n dein Ohr; Heb' unser Herz zu dir empor, Und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein eigen sein, Im Leben und im Tode dein! Wir find durch Christi Tod erlöst: O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, Erbarme dich, Erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! ( 40) 4. Mit welcher schweren Sündenschuld Sind wir vor dir beladen! Mißbraucht ist deine Vaterhuld: Verschmäht find deine Gnaden. Ach Herr, was haben wir gethan! Wie dürfen wir zu dir uns nah'n, Du Heilger, du Gerechter? 5. Wohin, wohin, wenn Jesus nicht, nicht seine Gnadenlehre Mit ihrem Trost, mit ihrem Licht Von dir geschenkt uns wäre? Dank, Vater! Dank, Herr Jesu, dir: Du rufft: ,, Belad'ne, kommt zu mir; Ich, ich will euch erquicken!" 6. Heil uns bei deinem sanften Joch! Wir dürfen wieder hoffen; Uns steht die Gnadenquelle noch Und Gottes Himmel offen. Wir kommen; Vater, mach' uns treu, Ofterlieder. 54 108. VE Daß unsre Pflicht uns heilig sei, Daß nichts von dir uns scheide! 8. Ach schenk' uns deinen guten Geist; Laß ihn uns zieh'n und 7. Wie oft, Erbarmer, haben lehren! Wenn er uns dir gewir Dir Besserung versprochen! horchen heißt, So laß uns willig Und kaum versprachen wir sie dir, hören. Gib selbst uns Muth und So war der Bund gebrochen.Heut' Redlichkeit, zu thun, was uns schreckte uns der Sünde Schmerz; dein Wort gebeut: Erbarm', erSchon morgen wankte unser Herz: barm' dich unser!( 105) Erbarm', erbarm' dich unser! dio om betrie lore Ofterlieder.min) Cola und Eigne Melodie.and mein Gebein In deine Schatten94. Christ ist erstanden Aus der Diese Glieder Auferstehen, ondong hülle! Ewig Selig Werden wiedes Todes Banden. Auch wir werden die Verklärung sehen. sollen aufersteh'n! Freut euch, ihr so hülgad( 166) Erlöseten, Des Erretters! Mel. Komm, Schöpfer, komm. 96. Auf, der Erlöpten beil? Idunt 9031 2. Mag der Unchrist wanken Bei'm finstern Grabgedanken! Unsre Hoffnung stehet fest, Die auf den Heiland fich verläßt. Hallelujah! ger Chor: Sing' unserm Gott ein neues Lied! Laut fchalle dein Gefang empor, Von Wonn' und frommem Dank durchglüht! 2. Er, der für uns geopfert war, Geht siegreich aus der finstern Gruft. Ihm folget der Erlös'ten Schaar, Wenn seine Gottesstimme ruft. 3. Er ist aufgenommen! Wir werden zu ihm kommen. Wohnung ist uns schon bereit Bei unserm Herrn in Ewigkeit! Hallelujah! ( 113) Mel. Wie schön leucht't zc. 95. Triumph, Triumph und Preis und Dank Dem, der des Lodes Macht bezwang, Und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand: Nacht war um ihn, doch sie verschwand In helle Morgenröthe. Gebt, o Gebet, Ihr Erlösten, Unserm Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein fünftig Grab, Du Wohnung ernster Stille! Nur wenig Tage Christenheit! Heil dir in Zeit und werden's sein, O so umfängst du Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Mel. Erschienen ist der herrlich' io. 97. Dein Heiland lebt, o 3. Wie herrlich triumphiret er! Wer ist dem Herrn an Würde gleich? Der Menschen und der Engel Heer Ist nun vereint in ſeinem Reich. dem Lohn, Laßt uns zu ihm, dem 4. Die wir noch ringen nach König fleh'n, Daß einst vor seinem hohen Thron Auch wir in Himmelsglanz ihn seh'n! eu Ofterlieder. Sieg ist sein; Und wir, o Jesu, Mel. Wachet auf rust ic. wir sind dein. Hallelujah! 2. Wo ist dein Stachel nun, 98. Amen! Lob und Preis o Tod? Der Heiland starb und bleibt doch Gott, Und bleibt auf seines Vaters Thron Zu unserm Trost des Menschen Sohn. Hallelujah! 143985 mar und Stärke Sei dem Vollender seiner Werke, Dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden, Und alle Himmel, alle Welten Und dieser 3. Gelobt, gelobt sei Jesus Erdkreis sei Gesang! Ihm, der Christ, Daß er vom Tod erstan- vom Tod erstand, Der siegreich den ist! Cob sei dem Herrn der überwand, Hallelujah! Sein ist Herrlichkeit Von Ewigkeit zu die Macht; Er hat's vollbracht; Die Welt ist seiner Ehre voll. Ewigkeit! Hallelujah! 4. Auf diesen Felsen will ich bau'n. Er lebt; dies stärket mein Vertrau'n. Er flebet noch zu Gott für mich, Fleht göttlich und fleht brüderlich. Hallelujah! 5. Bei aller Leiden Ungestüm Sei dies mein Trost: ich leb' mit ihm. Das Haupt läßt seine Glieder nicht; Dies bleibe meine Zuversicht. Hallelujah! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Denn wo er ist, da soll ich sein; Nun kann ich meines Tod's mich freu'n. Hallelujah! 7. Er führt mir nach des Todes Ruh' Auch meine Lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich, Und mit ihm eingeh'n in sein Reich. Hallelujah! 55 2. Ja, du Land der Gräber, Erde! Empor aus deinem Staube; werde Ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der glorreich auferstanden, Befrei't dich aus des Todes Banden, Und von den Schrecken des Gerichts. Heil dir, das Grab ist leer! Der Feinde mächt'ges Heer Ist bezwungen. Des Todes Nacht, Der Hölle Macht, Der Gräber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu erschüttern? Der Sünde Knechte mögen zittern Bor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstand'nen Brüder, Wir Christen, seines Leibes Glieder, Wir freu'n uns sein, der ewig lebt. Für uns sank er in Tod; Für uns entrückte Gott Ihn dem Grabe. Empörer, bebt! Der Sieger lebt, Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. 8. Durch seiner Auferstehung Kraft Vollend' ich meine Pilgerschaft. Herr, hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten Thaten eifrig sei! Hallelujah! 9. Dann rufe mich, wenn's dir gefällt, Aus dieser sündenvollen Welt; Und führe mich an deiner Hand Hin in mein himmlisch Vaterland! Hallelujah! ( 85) 4. Unser Herz darf nun nicht wanken. Die bangen, zweifelnden Gedanken Besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere Steht unerschüttert Jesu Lehre, Umglänzt mit Herlichkeit und licht. Der Himmel Bau zerfällt; Die Herr 56 Ofterlieder. lichkeit der Welt Wird verschwin-| seinem Reich Unsterblich, heilig, den: Doch fort und fort Steht Jesu Wort, Bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. Engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 5. Doch auch wir, wir werden 7. Herr, der du in den Himbleiben! Mag denn des Leibes meln thronst! Ich soll da wohStaub zerstäuben, Verzehren nen, wo du wohnst; Und du erModer dies Gebein. Der für füllst einst mein Vertrau'n, Dich mich ist auferstanden, Erlöst mich in der Herrlichkeit zu schau'n. aus den Todesbanden; Wie er, 8. Ich soll, wenn du, o Lebenswerd' ich unsterblich sein. In der fürst, In Wolfen göttlich komVerwesung Grab Dringt einst men wirst, Verklärt aus meinem sein Ruf hinab, Und ich lebe; Grabe geh'n, Und froh zu deiner Und ich bin sein, Und er ist mein: Rechten steh'n. pig Wie wird mir dann, o dann mir 9. Mit deiner heil'gen Engel ſein! Schaar Soll ich dich preisen im merdar; Mit allen Frömmen aller Mel. Vom Himmel hoch. Zeit Soll ich mich freu'n in 99.0 Erinn're dich, mein Ewigkeit. madis an ande Geist, erfreut, Des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! ( 195) bad 10. O welch ein Ruhm, o welch ein Heil Wird, Mittler, uns durch dich zu Theil! Wer mit dir stirbt, o Gottessohn, Jst mit dir auferstanden schon! 2. Entbrenn' in Lieb' und Dank für ihn, Als ob er heute 11. Nie fomm' es mir aus dir erschien; Als spräch' er: meinem Sinn Was ich dir, Friede sei mit dir!" So freue Heiland, schuldig bin. Hilf, daß dich, mein Geist, in mir! ich stets, in Liebe treu, Nach deinem Bilde mich erneu'! 3. Schau über dich, und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht, mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. 4 Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei ge= Eigne Melodie. benedeit Von nun an bis in 100. Bringt Preis und Ewigkeit! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majeståt, Wenn sie mein Herz mit dem vergleicht, Was ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron', in 12. Du bist's, der Alles in uns schafft; Dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Dir Preis und Ruhm, Herr Jesu Chrift, Der du vom Tod erstanden bist!( 55) Ruhm dem Heiland dar; Singt ibm in allen Landen! Er, der für uns getödet war, Ist fiegreich auferstanden. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden! Hallelujah! Ofterlieder. 57 ( 125) 2. Dein Leben in der Maje-[ erheben. Laß dies auch mein Erbstät Befestigt unsern Glauben. theil sein; So werd' ich dein Wer kann, da dich dein Gott er- mich ewig freu'n, Du Todesüberhöht, Den großen Trost uns winder! Hallelujah! rauben, Daß du unser Heil vollbracht, Und von des ew'gen Todes Macht Uns Sünder haft erlöset? Hallelujah! 2008 Eigene Melodie. 101. Jesus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein Herz zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt: Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Er ist Haupt; ich bin sein Glied, Das er endlich nach sich zieht. 1913 burs 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Halt' ihn mit des Glaubens Hand Fest in meinen legten Stunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen fann. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt, Und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth Hat er auf's Herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. Hallelujah! e dim 4. Erstandner, ich frohlocke dir; Mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, nun auch mir Dein ew'ges Heil zu geben, Meiner Seele Trost zu sein, Zum Siege Kraft mir zu verleih'n, Und mich zu Gott zu führen. Hallelujah! 35niam 09:49 5. Dein ist das Reich, bein ist die Macht, Erstorb'ne zu erwecken. Du rufft einst, und des Grabes Nacht Wird Todte nicht mehr 4. Ich bin Staub, und muß decken. Wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. Hallelujah! daber auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichfeit Bei ihm sei in Ewigkeit. 6. laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich leben, und jederzeit nach deinem Sinn Nach Gottes Liebe streben, Daß ich, wenn ich aufersteh', Und dich als meinen Stichter seh', Nicht angstvoll vor dir bebe. Hallelujah! 5. Einen Leib von Gott er baut, Wird die neue Welt mir geben. Dann wird der von mir geschaut, Der mich will zu sich erheben. Im verklärten Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieses Aug', das sterbend bricht, Wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen. Nur was Schwachheit 7. Wo bu, Herr, bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner Freud' 58 heißen kann, Wird von mir sein abgethan. 7. Was hier fränfelt, seufzt und fleht, Wird sich dort verherrlicht sehen. Irdisch wird der Leib gesä't; Himmlisch wird er auf erstehen. Hier verweset mein Gebein; Dort werd' ich unsterblich sein. Ofterlieder. erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht! 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht! 4. Jesus lebt: sein Heil ist mein: Sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, Und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht! gale 8. Seid getroft und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Raum der Traurigkeit; Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaune klingt, Die durch alle Gräber bringt 5. Jesus lebt; ich bin's gewiß: man nichts soll mich von Jesu scheiden; 9. Laßt euch nicht die finst're Reine Macht der Finsterniß, Gruft, nicht den Tod zur Furcht Keine Herrlichkeit, kein Leiden! bewegen; Denn ihr schwebt, wenn er euch ruft, Euerm Heiland froh entgegen. Dann wird Schwach- 6. Jesus lebt; nun ist der Tod heit und Verdruß liegen unter euerm Fuß. Mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! singo ( 55) Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 102. Jesus lebt; mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den Todten auf erwecken. Er verklärt mich in sein licht; Dies ist meine Zuversicht. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht Dies ist meine Zuversicht! ima 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon hier ergebt, Dem ihr einst sollt ähnlich werden. Schwingt euch jetzt schon Mel. Wachet auf, ruft ze. dahinein, Wo ihr ewig wünscht zu ſein! ( 114) 103. Hallelujah! Jeſus lebet! Erlöfte Brüder, kommt, erhebet Des Auferstand'nen Maje stät! Hört's, betrübte Sünder! gebet Der Freude Raum; denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Mein Herz, auch dein Gesang Bring' Ehre ihm und Dank! Hallelujah! Dich, großer Held, Erheb die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält! and in 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben. 2. Jünger Jesu, wehrt dem Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott Leide; Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege Theil, den Ofterlieder. er erstritt! Seht, er hat Erlösung funden, Hat Tod und Hölle überwunden; Er herrscht, der für uns starb und litt. Laßt eure Feinde dräu'n! Ihr könnt getrost euch freu'n; Jesus lebet! Von Ewigfeit Zu Ewigkeit Derselbe gestern und auch heut'! 59 Mel. Die Tugeud wird durch's Kreuz ze. 104. Frohlockt, frohlockt! er lebet wieder; Er steht verklärt, der Menschensohn! Erklingt ihm, hohe Jubellieder, Dem Sieger über Schmerz und Hohn! Er lebet, ewig uns zu leben; Als Fürst des Lebens steht er da: Die Missethaten sind vergeben; Die Gnade waltet fern und nah.) 2. Ich jauchze laut: sie ist ge funden, Die Rettung; Heil! ich bin befreit! Und lag ich noch so schwer gebunden; Die Kette brach durch seinen Streit. D'rum fühl' ich mich, wie neu geboren; Ein neuer Geist durchströmet mich; Und Treue hab' ich ihm geschworen: Sein bin ich jeßt und ewiglich. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun tein strenger Rächer, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereu't. Durch des Todes Ueberwinder Ist er versöhnt, und gegen Sünder Ein Vater der Barmherzigteit. Er ruft sein Volk hinauf, Schließt seinen Himmel auf, Sie zu segnen. Wir sind versöhnt, Mit Gott versöhnt, Und Jesus ist von Gott gekrönt. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das Todtenfeld Zur lebensvollen Welt. Hallelujah! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht, Denn Jesus lebt im Himmelslicht. 3. Ihm folg' ich dankbar durch das Leben; Ich halte mich an seine Hand; Und ob der Erde Vesten beben: Nichts löset solcher Liebe Band. Wer kann mir schaden, mag mich scheiden Von ihm, der mir zur Seite steht? Froh geh' ich selbst in herbe Leiden, Da er, mein Heiland mit mir geht. 4. Zur Weisheit ist er mir ge geben, Zur Kraft und zur Ge5. Auferstand'ner, welch ein rechtigkeit, Zur Heiligung in Segen Erwartet uns, wenn wir diesem Leben, Zum Segen für auf Wegen Einhergeh'n, die dein die Ewigkeit. Den Himmel hat Fuß betrat! Unnennbare Selig- er mir erschlossen, Bereitet mir feiten, Dies sind die reichen, sein hohes Reich. Kommt, wer großen Beuten, Die uns dein det meines Heils Genossen,- Sieg erkämpfet hat. Bald sind Spricht er- und euerm König sie unser Theil; Bald krönet uns gleich!" das Heil Deines Lebens. Hallelujah! Der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da! 311% 1son: 5. O Tod, wo sind nun deine Schrecken? O Grab, wo ist nun deine Macht? Nur meine Hülle i dan macull do am( 195) wirst du decken, Sie bergend in 60 Ofterlieder. der fühlen Nacht. Einst tönt in| Prüfungszeit Ist dein Tag der deine Tiefen nieder Das Macht- Herrlichkeit, Höchste Majeſtät, gebot deß, der erstand. Triumph! erschienen; Erd' und Himmel Triumph! ich lebe wieder Durch jauchzen da: Gott sei Dank! ihn, der für mich überwand. Hallelujah! 6. Ich schweb' empor zu seinen 3. Theile, großer Fürst, die Freuden; Ich fnie an seines Vaters Thron. Dort schwindet jedes Erdenleiden; Dort find' ich meiner Treue Lohn. Dort treff ich sie, die vor mir schieden, Um die so manche Thräne rann; Wir wohnen dort im sel'gen Frieden, Bo nichts uns wieder trennen fann. Gadung Beute Deiner armen Heerde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns Allen! O so jauchzet Herz und Muth, Weil das Loos uns wundergut Und auf's Lieblichste gefallen. Freud' und Wonne grünen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl in's Herz uns geh'n! Gib Erleuchtung deinen Knechten, Daß fie geistlich aufersteh'n. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so förd're du den Lauf; Rufe mächtig: wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Hallelujah! 7. O hätt' ich deiner Engel Weisen Und deines Seraphs Harfenspiel; Wie wollt' ich meinen Retter preisen, Entzüden ganz, und ganz Gefühl! Doch würdig kann dich keiner singen, So lang' er noch im Staube wallt; Hoch aber soll mein Lied erklingen, Wenn's dort im Chor der Sel'gen schallt! ( 9) Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 5. Tilg' in uns des Todes Grauen, Wenn die legte Stunde 105. Ueberwinder, nimm schlägt, Weil du denen, die dir die Palmen, Die dein Volk dir trauen, Schon die Krone beigeheute bringt, Das mit frohen legt! Gib uns in den höchsten Osterpsalmen Den erkämpften Nöthen, Gib uns mitten in der Sieg befingt. Wo ist nun der Pein Deinen Trost und GlauFeinde Pochen, Und der Bürger ben ein; so kann der Tod Siegsgeschrei, Da des Todes nicht töden; Denn die Hoffnung Nacht vorbei, Und sein Stachel blühet da! Gott sei Dank, Halist zerbrochen? Tod und Hölle lelujah! liegen da! Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges zeichen Auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir nun den Erdfreis dienen! Denn nach harter 6. Zeige, wenn der blöde Kummer Ueber Sarg und Grüften weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, O so streift das fühle Grab Nur, was sterblich heißt, uns ab, Und der Staub ist Ofterlieder. 61 nicht verloren; Unser Hirte bütet Mich in Schwachheit unterstüßet, da: Gott sei Dank, Hallelujah! Mir in Kummer Freude schafft. 7. Rufe die zerfall'nen Glieder 6. Aller seiner Frommen Her Endlich aus der bunfeln Nacht, zen Fühlen auch in ihren SchmerWenn der Deinen Asche wiederzen Diesen Trost, daß Jesus lebt; In verklärtem Glanz erwacht. Können's in dem Kampf mit Dann wirst du die Krone geben, Sünden Und im Todeskampf Dann wird uns're volle Brust, empfinden, Wie dies Wort den Herr, mit engelgleicher Lust Ewig Geist erhebt. deinen Sieg erheben; wir dann ewig nah. Dank, Hallelujab. Dir sind 7. Jesus lebt; o welche Freude! Gott sei Welch ein Labsal, wenn ich leide; ( 196) Welch ein Trost in jeder Pein! Jesus lebt; ich werd ihn sehen, Werd' mit ihm am Throne stehen, Und mit ihm unsterblich sein. ( 105) Mel. Fröhlich, fröhlich, immer ic. 106. Jefus lebt, er lebt, ja, Amen! Nun muß dir's in Jesu Namen o Mel. Freu' dich, Seele, rühm' c. ſein! Für mich starb am Kreuze 107. Größter Morgen, der Jesus; Für mich ist erstanden die Erde Nach der tiefsten Nacht Jesus; Gott und Ewigkeit ist mein. belebt; Der sie nach dem Wort: 2. Nun will ich anbetend dan ,, es werde!" Nochmals aus dem fen, Keinen Augenblick mehr Nichts erhebt! Nach der Nacht wanken; Denn unsterblich bin ich voll düst'rer Sorgen Bringt der nun. Jesus gibt mir Seelenruhe; freudenreichste Morgen Jesum Ich will, was ich immer thue, aus des Todes Thor, Jesum, Nun in Jesu Namen thun. unser Licht, hervor. 3. Du, den ich als Heiland 2. Seht, der Stein ist abges fenne, Meinen Herrn im Glauben hoben, und kein Kriegsknecht nenne, Dein, o Jesu, dein bin hütet mehr, Blickt nur selig froh ich! Dir glaub' ich, dir folg' ich nach oben: Jesus lebt, das Grab stille; Herrsche du; hier ist mein ist leer. Kommt und seht, wo Wille: Rede, Herr, ich höre dich! er gelegen! Engel rufen euch ent94. Laß den Spötter mich ver- gegen:" Sucht ihn, sucht den lachen! Mich soll er nicht wankend nicht im Grab, Der der Welt machen: Du bleibst ewig, der du das Leben gab. bift. Felsenfest besteht mein 3. Lebt nun auf, ihr stillen Glaube; Spötter, o du Wurm Seelen, Die in Thränen ihr zerim Staube, Du vertilgst nicht floßt; Die ihr euch in KummerJesum Chrift! höhlen Ohne Licht und Kraft 134 5. Jesus lebt; ich fann's em- verschloßt; Lebt nun auf; er ist pfinden; Denn er läßt mich Hülfe erstanden, Ledig von des Todes finden; Ich erfahre seine Kraft: Banden, Und mit Klarheit anSeine Kraft, die mächtig schüßet, gethan: Betet euern König an 62 Ofterlieder. avi 4. Ja, du lebst, o Jesu, wieder, ganz vertraue, Den ich einst auf Hallelujah, ewiglich! Deine Jün- dem Throne schaue, Von dem du ger, deine Brüder Sah'n mit zu uns Sündern famst. Du ihren Augen dich; Zeugten laut kämpftest nicht für dich; Du siegin Schmerz und Banden: Jesus test, Herr, für mich, Für mich lebt, ist auferstanden. Sie, die Sünder! Durch deinen Tod Verlebend dich geseh'n, Hießen Todte söhnte Gott Die ganze Sünderaufersteh'n. welt mit sich. 5. Jauchz', o Erde, Himmel, 3. Sollt' ich nicht mit Danken tönet! Rühme, neugeschaff'ne kommen? Dir, du Erretter deiner Welt! Gott und Menschheit sind Frommen, Sollt' ich dir nicht verversöhnet; Christi Reich ist feftpflichtet sein? Du haft bis zum gestellt. Preis ihm von den Mil- Tod gekämpfet, Haft sterbend lionen Derer, die im Himmel meinen Feind gedämpfet; Dein wohnen! Auch hienieben bringt Sieg, o Lebensfürst, ist mein. Lob, ihm Dank, Jubel, frohen Preis- Preis und Dank sei dir! Du halfft gefang! vom Tode mir; Gabst mir Leben. Mein frommer Dank, Mein Lobgesang Erhebt sich freudig, Herr, zu dir! 6. Laßt uns geistig auferstehen, Allem Sündendienst entrückt! Laßt uns aus den Fesseln gehen, Wenn die Welt uns noch bestrickt. Gib uns Kraft zum neuen Leben, Bis du uns zu dir erheben, Völlig uns erlösen wirst, Auferstandner Siegesfürst! ( 106. 83) 4. Jhn, den Todesüberwinder, Ihn betet an, erlöste Sünder; In tiefer Demuth betet an. Werft euch mit mir vor ihm nieder, Ihr theure, miterlöfte Brüder, Und rühmt, was Gott an euch gethan! Glaubt an ihn; sein Gebot Ist uns Befehl von Gott. Folgt ihm freudig Durch Kampf und Streit Mel. Wachet auf, ruft zc. 108. Wer ist's, der mit Himmelslichte, Mit neu ver- Zur Herrlichkeit, Zum ew'gen flärtem Angesichte, Aus seiner Leben durch den Tod! Todtenhöhle geht? Jesus ist's, ihr Menschenkinder! Er ist's, der Heiland aller Sünder, Der siegreich auf dem Staube steht! Sein offnes Grab ist leer; Dort liegen um ihn her Seine Feinde. Preis ihm und Dank; Denn er bezwang Den Tod, mit dem er siegreich rang. 5. Wenn wir auch den Tod noch schmecken; Doch hat er für uns keine Schrecken, Hat keine Macht, zu schaden, mehr. Jesus lebt; auch unsre Glieder Belebt einst seine Allmacht wieder; Auch uns're Gräber werden leer. Sein Eigenthum sind wir; Die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft Uns aus der Gruft; Wir hören ihn und folgen ihm. the snod 21000 2. Du bist's, der für mich Verbürgte, Für mich Geopferte, Erwürgte, Der du die Macht dem Tode nahmst. Du bist's, dem ich 6. Tag des Lebens, Tag der 63 5. Nun ist dies erste Leben mir Ein segensreicher Gang zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, Hab' ich an deinem Frieden Theil. Hallelujah! Ofterlieder. Wonne, Wenn nun uns Todten Gottes Sonne Hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, Wenn Grab und Finsterniß verschwinden, Und plöglich unser Aug' erwacht! Herr Jesu, führe du uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran; Wir folgen dir in deine Ruh. 7. Held, vor dem die Hölle bebet, Der selbst den Tod sah und nun lebet, Und herrscht in alle Ewigkeit; Dir hat Gott nun Sieg und Leben, Dir hat er seine Welt gegeben Und alle seine Herrlichkeit! An allem deinem Heil Hat dein Erlöfter Theil Durch den Glauben. Des Glaubens Licht Erlösch' uns nicht; So seh'n wir ewiglich dein Heil. ( 126) 6. 3war drückt noch mancher Schmerz uns hier; Noch, o Erlöser, sterben wir. Doch du regierst und wir sind dein, Und ewig werden wir es sein. Hallelujah! 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt: Troft, der meinen Geist erhebt! Durch ihn gestärkt, seh' ich auf's Grab Mit unerschrocknem Blick hinab. Hallelujah! 8. Welch neue Welt voll Seligkeit Erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ Das Heil, das unaussprechlich ist. Hallelujah! 9. Der du für unsre Seele wach'st, Sie zu dir ziehst und selig mach'st, Laß mich mit freubigem Vertrau'n Im Tod auf dich, Bollender, schau'n! Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Mel. Ein feste Burg ist*. 109. Dich bet' ich an, erstandner Held, Erretter einer Sünderwelt! Du, uns're Zuflucht für und für; Froh huldigt meine Seele dir. Hallelujah! 2. Um deinen Thron, der ewig 110. Er lebt! o Freudensteht, Glänzt Wahrheit, Heil und wort! er lebt, Der Heiland aller Majestät. Ich nahe mich voll Sünder! Der Feinde Heer erZuversicht Zu dir; denn du ver- schrickt und bebt Vor seinem wirfst mich nicht. Hallelujah! lleberwinder. Er stritt mit Heldenmuth, Und kämpfte bis auf's Blut. Durch leib's und Seelennoth, Und durch den Kreuzesmel kamst, Dein Leben gabst und tod Erwarb er mir das Leben. wieder nahmst. Hallelujah! 2. Er lebt, des Vaters ew'ger 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst hast du auf ewig mich, So wahr du selbst vom Him4. Wer ist's, der mich verdam- Sohn, Erhöht zu seiner Rechten. men kann? Ich glaub' an dich Er herrscht auf seinem hohen und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, Der ist mein Vater, ich sein Kind. Hallelujah! Thron, Hilft seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schützt er mich; Er 19 64 Ofterlieder. thut mit starker Hand Den Fein-| nicht." Deß tröst' ich mich von den Widerstand: Sie können mir Herzen. nicht schaden. 5. Er lebt, der unbezwung'ne Held! Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völker in der Welt, Des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht; Der unsern Tod bezwingt, Uns Leben wiederbringt Und mächtig für uns streitet! 3. Er lebt zu unserm Wohl ergeh'n, Des Guten milder Geber. Die Kraft von seinem Aufersteh'n Dringt bis in uns're Gräber. Tragt meinen Leib zur Ruh'; Deckt ihn mit Erde zu; Gebt ihn den Würmern hin! Da ich in Christo bin, Werd' ich im Grab' nicht bleiben. 4. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch mich erwecken. Der Tod der sonst die Menschen schreckt, Kann mich nun nicht erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd' ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet bleiben! Ide Ime f 6. Er lebt! und darum laßt uns heut' Sein Lob vergnügt erheben; Laßt uns mit Freuden allezeit Ihm wohlgefällig leben! Herr, Herr, hier hast du mich! Befiehl mir! hier bin ich; Dein, dein will ich allein Todt und lebendig sein: Dein will ich ewig ( 198) Am zweiten Ostertage, Luc. 24, 13-35. 10STE Mel. Jefu, meines Lebens Leben 2c. 111. Trauernd und mit bangem Sehnen Wandelt dort ein Jüngerpaar. Jesum suchen ihre Thränen, Der ihr Freund und Meister war. Doch eh' sie's zu hoffen wagen, Nahet er, um den sie klagen; Liebend stillt er ihren Schmerz, Und vor Wonne brennt ihr Herz. 2. Ach es geh'n noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach. In dem Dunkel banger Schmerzen Glimmt der Hoff nungsfunke schwach. Manches wandelt ganz alleine, Daß es in der Stille weine. Aber siehe, Jesus naht! Hell und freudig wird dein Pfad. 3. Oft schon bab' auch ich's empfunden: Jesus läßt mich nie allein. In des Kummers trübsten Stunden Tritt er unverhofft herein. Klag' ich weinend mit Verlangen: Herr, wo bist du hingegangen? D so tritt er bald zu mir, Rufet: Friede sei mit dir! 4. Treu'fter Freund von allen Freunden, Bleibe ferner doch bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, D so wend' ich mich zu dir! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Willst du mächtig mich bedecken. Hab' ich zum Gefährten dich, So ist nichts mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig und betrübet; Herr, so ruf' mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich dein eigen bin. Ofterlieder. 65 Laß in dir mich Ruhe finden, 3. Herr, vergib dem bangen Auf dein Wort die Hoffnung Zagen; Leicht gebrochen ist mein gründen: Wer hier Thränen- Herz! Bleibe, Jesu, hilf mir saaten streut, Aerntet droben tragen; Lind're du der Trennung Schmerz! Ja, du hast den Tod Seligkeit. 6. Tröst' auch Andre, die voll bezwungen, Hast dich siegreich Jammer Einsam durch die Fluren aufgeschwungen, und durch deine geh'n, Oder in der stillen Kam- Gottesmacht Leben an das Licht mer Tiefbetrübet zu dir fleh'n. gebracht. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen fönnen; Tritt mit deinem Gnadenschein Tröstlich dann zu ihnen ein! 4. Ich auch muß zuvor erst leiden, Um zur Herrlichkeit zu geh'n, Muß von dieser Erde scheiden,- Aber nur um aufzusteh'n. Aus dem Schooß gesprengter Hügel Schwingt sich auf des Lichtes Flügel Zu der Engel heil'gem Chor, Herr, dein Jünger einst empor. 5. Aufersteh'n! du Wort des Lebens, Ew'ger Gnade theures Pfand! Du verscheuch'st die Nacht des Bebens, Hier im dunkeln Pilgerland. Auf den finstern Lebenswegen Fühlt der Geist durch deinen Segen Sich ermuthigt und erquickt, Still zu künft'ger Luft entzückt. 7. Wenn es einst will Abend werden, Und des Lebens Tag sich neigt, Wo dem blöden Aug' auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleibe dann an meiner Seite! Gib mir Sieg im legten Streite, Daß ich, bis zum Ende treu, Jener Krone würdig sei! ( 134. 95) Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 112. Bleibe! es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt; Kummer, Mühen und BeschwerdenHaben meinen Muth gebeugt. Immer morscher wird die Hütte, Und die letzten schweren Schritte Zu des Grabes dunkler Nacht Sind in kurzer Frist gemacht. 6. Aufersteh'n! zu jenen Welten Folg' auch ich dem Heiland nach. Richtend wird er bort vergelten; Heil dem großen Nerntetag! Die mit Thränen hier gesäet, Werden selig dort erhöhet; Thränen, Trübsal, Tod und Pein Werden jenseits nicht mehr sein. 2. Bleibe bei mir! Todesschauer Gießt sich bald durch mein 7. Alle Lieben find' ich wieder Gebein, Und die Seele büllet Dort vereint um Gottes Thron, Trauer, Vorgefühl des Todes ein. Wo der Sel'gen Wonnelieder Soll der Geist in Nichts zer- Preisen den erstand'nen Sohn. fließen? Ewig sich das Auge Alle Leiden sind bezwungen, Alle schließen? Werd' ich in den Klagen sind verklungen; WanSternenhöh'n Nicht die Lieben dellos in Ewigkeit Steht das ( 10) Reich der Seligkeit! wiederseh'n? 5 66 Himmelfahrtslieder. Am Feste der Himmelfahrt. Mel. Ach Gott und Herr, wie zc. 113. 3euch uns nach dir! So eilen wir Zum Himmel voll Verlangen. Du bist, du bist, Herr Jesu Christ, Vor uns zu Gott gegangen. 2. Der einst, von Qual durchbrungen, Den Sündern war ein Spott; Der unsern Tod bes zwungen In seiner Todesnoth; Den seh'n wir hoch und prächtig Im Siegesglanze zieh'n; Der schwinget sich allmächtig Durch alle Himmel hin. 3. Dort auf dem Delberg stehen Die Jünger arm und schwach; Hinauf gen Himmel sehen Sie dir, o Jesu, nach. Doch seh'n sie froh dich scheiden In deinen Sternensaal, Weil du mit Licht und Freuden Sie tröstest ohne Zahl. 4. Du aber haft nach oben 3um Throne dich gewandt, Und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen In Richtermajestät. Dann jauchzen dir die Frommen; Dann wird der Glaub' erhöht. 5. O Jesu, Heil der Deinen, Nüft' uns auf diesen Tag, Sei's, daß er heut' erscheinen, Sei's, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte Verklärt entgegen zieh'n; Dann führe deine Nechte Auch uns zum Himmel hin. 6. Dann laß in Strömen quillen Dein schönes Freudenlicht; Dann zeig' uns ohne Hüllen Des Vaters Angesicht. O himmlisches 114. Ergrünt, ihr Sieges- Entzücken! O sel'ger liebeszug! Mel. Befiehl du deine Wege sc. palmen; Ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psals Wenn wir nur dich erblicken, Hat unser Herz genug!( 95) 2. 3euch uns nach dir; So wandeln wir Den Weg, den du uns leitest. Fehlt uns dein Licht, So seh'n wir nicht, Welch Heil du, Herr, bereiteſt. 3. 3euch uns zu dir! Se trachten wir nicht mehr nach eiteln Dingen. Der Erde Glück Bleibt doch zurück; Hilf uns nach Besserm ringen. 4. Zeuch uns nach dir! So dulden wir Voll Muth der Erde leiden. Die rauhe Bahn Führt himmelan, Dir nach, zu deinen Freuden. 5. Zeuch uns nach dir! So kämpfen wir Dir nach, dem Gottessohne. Dann schmückt uns einst, Wenn du erscheinst, Der Uleberwinder Krone. 6. Zeuch uns nach dir! So jauchzen wir Schon hier in Hoffnung fröhlich. Im Todesschmerz Fühlt sich das Herz Durch Himmelsvorschmack selig. men, Und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne Und seinem großen Sieg! Singt, wie er auf zum Throne Der Ewigkeiten stieg. 7. Zeuch uns nach dir! So werden wir, Zum Himmel einst erhoben, In deinem Reich Dich, Engeln gleich, Vollender, ewig loben! ( 164. 182. 83) Himmelfahrtslieder. 67 Mel. Wachet auf ruft zc Er zieh' uns in bein Reich; Mach' unser Herz dir gleich, Dir zu folgen! Du gingst voran; Wir seh'n die Bahn, Die uns zum Himmel führen kann. 115. Ueber aller Himmel Heere Erhobst du dich mit Sieg und Ehre, Du Herzog uns'rer Seligkeit! Engel singen Freudenlieder, Und alle die erlös'ten Brüder Verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron Seiner Ehre. Wir steh'n von fern, Freu'n und des Herrn, Vertrau'n und dienen ihm nun gern. 5. Uns die Stätte zu bereiten, Um die wir Pilger hier noch Breiten, Gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; Dann führst du alle deine Frommen Mit dir hinauf in's Vaterland. Erfauft haft du uns Gott Durch deinen Mittlertod, Treuer Heiland! Dein sind wir hier; Dort sollen wir Auch mit dir leben für und für. 2. Ganz hast du dein Werk vollendet, Wozu dich Gott, dein Gott gesendet, Erlöst die ganze Sünderwelt. Dankt dem Herrn, 6. Welche Wonne wird es ihr Menschenkinder! Er hat euch werden, Wenn wir dich wieders euer Heil, ihr Sünder, Allmächtig seh'n auf Erden In aller Majestät wieder hergestellt! Nun geht er des Herrn! Ist der große Tag in sein Reich, Gewiß zum Heil des Lebens Für deinen Feind ein für euch, Euch zum Segen. Es Tag des Bebens; Doch sieht dein ist vollbracht; Er hat nun treues Volt ihn gern. Wann Macht, Und herrscht in könig- kommt er? Wann erfreut Uns licher Pracht. deine Herrlichkeit? Hallelujah! Der Tag ist nah! Ach wär' er da, Und mit ihm unsre Herrlichkeit! ( 125) Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 116. Auf Christi Himmel fahrt allein Will ich mein Hoffen gründen, Und alle Zweifel, Angst und Pein Im Glauben überwinden. Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird auch die Glieder Jesus Christ In Gnaden nach sich ziehen. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland zu; Zu Gott ist er gegangen. Nun kann mein Herz auch seine Ruh Im Himmel nur erlangen. Da, wo mein Freund gekommen hin, Dahin steht auch 5* 3. Deines Vaters Gnadenwillen Zu unserm Heile zu erfüllen, Wardst du gehorsam bis zum Tod. Nun regierst du auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne: Dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottessohn! Wie herrlich ist dein Lohn Nach dem Siege! Wir folgen dir Mit Freuden hier; Einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 4. Deine trauernden Erlös'ten Im Kampf zu stärken und zu trösten, Gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden Den Geist des Trostes und der Freuden, Den uns dein theures Wort verheißt. 68 Himmelfahrtslieder. mein ganzer Sinn: Dorthin geht| dir, sie sterben dir; Dein Eigenmein Verlangen. thum sind, Herr, auch wir! 6. Auch wir! O schau von deinem Thron Herab auf deine Kinder! Auch wir sind deines Schweißes Lohn, Zwar sterblich noch und Sünder; Doch- das ist uns're Zuversicht!-Einst sündenfrei und sterblich nicht. Tag 7. Vollenden bilf den Lauf dahin, Das Tagewerk vollbrin gen; Mach los all unsern Muth und Sinn Von eiteln Erdendingen! Wir warten dein, Herr Jesu Christ, Bis wir auch da sind, wo du bist!( 136.95) Mel. Auf diesen bedenken wir ac. Mel. Auf diesen Tag bedenken wir ic. 118. Im Jubelton frohlocken wir: Der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar noch im Staube hier, Und unter viel Gefahren; Doch sinket unser Muth nicht hin: Durch Jesum wissen wir, wohin Uns uns're Wallfahrt führet. Hallelujah! Hallelujah! 2. Das Leben ist an's Licht gebracht; Der Himmel steht uns offen. Ihn schloß uns auf durch seine Macht Der Herr, auf den wir hoffen. Er hebt uns einst zu sich empor; Doch will er, daß wir hier zuvor Auf seinem Pfade wandeln, Hallelujah! Hallelujah! 3. Ach Herr, laß deine Auffahrt mich, Den Deinen, dahin bringen, Daß durch die Kraft des Glaubens ich zu dir mög' auf wärts dringen! Und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, Im Frieden auf zur bessern Welt; Herr, höre doch mein Flehen!( 208) Mel. Mir nach, spricht Christus ic. 117. Mit Preis und Ruhm gekrönt hast du, O Herr, dein Werk vollendet, Und wieder ew'ge Seelenruh Den Sündern zugewendet. Dein ist der Sieg nach Kampf und Streit, Und dich umfängt die Herrlichkeit. 2. Du schau'st herab, und nimmst den Lohn Für alle deine Plagen; Zeuchst nach zu dir und deinem Thron, Die hier im Elend lagen. Denn wer dir hier im Glauben lebt, Dereinst in deinen Freuden schwebt. 3. Aus allen Völkern kommen fie, Mühselig und beladen, Und suchen Ruh und finden sie, Des schweren Jochs entladen. So bringt dir deiner Sel'gen Schaar Den reichen Lohn der Schmerzen dar. 4. Du herrschest mächtig für und für, Ünd retteft, was verloren; Ein willig treues Volk wird dir Aus deinem Wort geboren, Wie auf der frischen Morgenau Aus klarem Himmelslicht der Thau. 5. Es tönt der Himmelslehren Schall In allen Zungen wieder. Wohin es blickt, sieht überall Das Auge theure Brüder. Sie leben 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehrDort seines Heils genießen. Wer ihm nicht folgt, dem wird auch erDenHimmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel einzugeh'n, Der laff in seinen Thaten seh'n, Sein Wandel sei im Himmel. Hallelujah! Hallelujah! 4. Herr Jesu, hilf, daß wir der Welt Uns immer mehr ent 69 sich Der Herrlichkeit und Majestát, Zu der dich Gott, dein Gott erhöht! Hallelujah! 7. Wohl nun auch uns! Denn, Herr, bei dir Steht Kraft und Macht; und dein sind wir! Nimmst du dich uns'rer hilfreich an, Was ist, das uns noch fehlen fann? Hallelujah! 9. Du hast die Stätte uns bereit't, Wo wir dich seh'n in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Pilgerlauf Nimmst du uns in den Himmel auf. Hallelujah! 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist! Hallelujah! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, Fromm dir zu leben, dir zu trau'n, Bis wir verklärt dein Antlig schau'n! Hallelujah! Himmelfahrtslieder. wöhnen; Stets lieben, Herr, was dir gefällt, zu dir hinauf uns sehnen! Vollbringen wir so unsern Lauf, So nimmst du uns einst gnädig auf In's Reich der ew'gen Freuden. Hallelujah! Hallelujah! 5. O Tag an hoher Wonne reich, Wann wirst du uns erscheinen? Du machst uns Gottes Engeln gleich, Und stillest Leid und Weinen. O wohl uns, wenn in Ewigkeit Uns nun das höchste Gut erfreut, Und wir bei Christo wohnen! Hallelujah! Hallelujah!( 219) Mel. Erschienen ist der herrlich ic. 119. Nun, Gottes Kinder, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht: Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 3. Weit, über alle Himmel weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. Der Engel Schaaren dienen ihm; Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah! 4. Sein sind die Völker aller Welt; Er herrscht als sieggewohnter Held: Er herrscht, bis unter seinen Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! 5. Er schüßet seine Christenbeit, Erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit froher Stimm'! Hallelujah! 6. Ja, Heiland wir erheben dich, Und uns're Herzen freuen 12. Herr Jesu, Heiland, Gottes Sohn! Du hoher König auf dem Thron! Dich preiset deine Christenheit Von nun an bis in ( 1) Ewigkeit. Hallelujah! Mel. Ich dank' dir schon sc. 120. Erhebe, Christ, dein Herz und Sinn Zum Himmel von der Erden! Gen Himmel fuhr dein Jesus hin; Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, Ein Fremdling und ein Wand'rer. Wenn du kurz hausgehalten hast, So erbt dein Gut ein And'rer. 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur arme, nicht'ge Himmelfahrtslieder. 70 Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der schäßt die Welt geringe. sten Freuden! Wer sollte sich nicht deiner freu'n, Und dir von Herzen folgsam sein, Dir, der zum ew'gen Leben Auch uns einst will erheben? 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Sein Herz auf's Eitle lenten? Wer Gott zum Freund hat, denket hoch: So müssen Christen denken! 2. Du hast durch deine Himmelfahrt Die Stätte uns bereitet; Haft uns den Weg geoffenbart, Der uns zum Vater leitet. Und weil nun du, Herr Jesu Christ, In deines Himmels Wohnung drücken; Sieh gläubig in die Höh'[ bist; So werden deine Fromund sprich: Der Herr wird mich men Gewiß auch dahin kommen. erquicken! 3. Gib, daß wir unser bestes 5. Christ, sich nicht furchtsam unter dich, Wenn dich die Leiden 6. Des Christen hohes Bür- Theil Nicht suchen hier im Leben, gerrecht Ist dort im Vaterlande. Nur dort, wo du erst volles Heil Der Chrift, der irdisch denkt, Wirst Kindern Gottes geben. denkt schlecht, Denkt unter seinem Was unvergänglich, ewig ist, Stande. Nach dem nur trachte nun der 7. Jm Himmel schrieb dich Christ, Weil bleibend Glück auf Jesus an; Dort sollst du Heil Erden Nicht kann gefunden genießen. Blick' oft hinauf, der nblick kann Dein Leiden dir versüßen. werden. 4. Zeuch uns, Erhöheter, nach dir! Gib uns des Glaubens Flügel! Voll Muth und Hoffnung eilen wir Dann zu der Hoffnung Hügel. O Gott, wann komm' ich doch dahin, Wo ich ohn' Ende selig bin? Wann werd' ich aufwärts geben, Und meinen Heiland sehen? ( 155) 8. Dort, dort ist unsers Baters Haus! Gott theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus: Kämpf auch um deine Krone. 9. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, Der Tilger deiner Sünden; Mit ihm, durch den du Mel. Erschienen ist der herrlich sc. selig bist, Muß sich dein Herz 122. Wir freuen uns, Herr erbünden. Jesu Christ, Daß du zur Rechten Gottes bist! O du, den unser Loblied preis't, Stärk auch im Glauben unsern Geist! Hallelujah! 10. Erhöh'ter Heiland, hilf du mir, Daß ich mein Herz dir gebe, Und daß ich jetzt und ewig dir, Dir, meinem König, lebe! ( 108) Baters Thron Als Gottes und 2. Du herrscheft auf des des Menschen Sohn; Auch da unser nicht: Mel. Ermunt're dich mein schwacher ic. 121. Du lebensfürst, Herr Jesu Christ, Der du nach schwe- schämst du dich rem Leiden Zum Himmel einge- Drum bleibst du uns're Zuvergangen bist, Zum Sig der rein- sicht. Hallelujah! Himmelfahrtslieder. 71 3. Dein ist die Macht, bein ist| gesendet. Droben Wohnest Du das Reich; Wer ist an Majestät in Klarheit! Gnad' und Wahrdir gleich? Kein Sterblicher, kein heit, Tod und Leben Sind in Engel ist, Der deine Herrlichkeit deine Hand gegeben. ange 2. Dich lobt die sel'ge Himermißt. Hallelujah! 4. Umsonst, umsonst empören( melsschaar; Auch hier im Staub. fich Der Feinde Heere wider dich; sei immerdar Dir Preis von Dein Thron steht fest und wanket nicht, Und du bleibst uns're Zuversicht. Hallelujah! 5. Du, unser triumphirend Haupt; Wie felig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, Sein starker Schuß, sein ewig Heil. Hallelujah! 6. Was uns gebricht, ist dir bekannt, Und Alles ist in deiner Hand. Nie bist du von den Deinen fern; Du siehst auf sie, hilft ihnen gern. Hallelujah! 7. Sieh gnädig auf uns allezeit Vom Throne deiner Herrlichkeit! Stärk' uns zum schweren Tugendlauf; Hilf unserm schwachen Glauben auf. Hallelujah! allen Zungen! Du haft das Leben wiederbracht, Als du mit starker Gottesmacht zu Gott dich auf geschwungen. Preis dir, Daß wir Schon auf Erden können werden Gottes Kinder, Und des Todes Ueberwinder! 8. Gen Himmel fuhrst du als ein Held; Als Herr und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis seh'n: Laß uns dann freudig vor dir steh'n! Hallelujah! 9. Dann triumphirt der Glaub' an dich; Dann preisen wir dich ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, Der bu zur Rechten du Gottes bist! Hallelujah!( 186) 3. Du, du bist unser Haupt, und wir Sind deine Glieder: nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Labsal schafft, Licht, Friede, Freude, Trost und Kraft Wird uns von dir gegeben. Seele, Wähle Ihn zum Führer Und Regierer Deines Lebens! Auf ihn hoff'st du nicht vergebens. 4. Zeuch uns're Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche itrachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, Daß wir der Erde eiteln Schein Und Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffahrt Laß uns meiden, Und mit Freuden Unser Leben Deinem Dienste ganz ergeben. 5. Sei unser Schuß, sei unser Hort, Und tröst' uns durch dein göttlich Wort, So oft uns Leiden drücken. Nur da ist Wonne, wo Mel. Wie schön leucht't zc. 123. Lob bir, Herr Jesu, du bist! Die Thräne, die auf starker Held, Du Retter einer Erden fließt, Wird himmlisches Sünderwelt! Du hast dein Werk Entzücken. Dorther Sende Nuh' vollendet! Bollbracht ist nun dein dem Herzen; Auch in Schmerzen Lebenslauf; Du fährst verklärt Laß uns offen Deinen Himmel zum Vater auf, Der dich herab- seh'n und hoffen! 72 Himmelfahrtslieder. 6. Herr Jesu, komm, zeuch| Und verwandelst ihre Leiden In uns dir nach, Daß wir nach kur- unendlich große Freuden. zem Ungemach Zur Freude dort 5. Dort bereite mir die Stätte gelangen. Uns Allen bist du ja In des Vaters Hause zu. Nufft zu gut Durch dein für uns ver- du frühe oder späte Mich zu goß'nes Blut In's Heiligthum meines Grabes Ruh; Leuchte gegangen. Dafür Soll dir Von uns Allen Dank erschallen! Nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände! ( 87) mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes Macht bezwungen, Und für uns den Sieg errungen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele i. wieder An dem Ende dieser Zeit; 6. Kommst du endlich glorreich 124. Herr, du fährst mit so sammle meine Glieder, Wenn Verwesung sie zerstreut. Heilige, verklär' sie ganz, Daß der Leib in Himmelsglanz, Frei von Schwachheit und Beschwerde, Deinem Leibe ähnlich werde! ( 131) Glanz und Freuden Auf in deine Herrlichkeit. Doch mich drücken noch die Leiden Dieser armen Lebenszeit. Jesu, gib mir Muth und Kraft In der schweren Pilgerschaft! Reiche mir die starken Hände, Daß ich sie mit dir mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. 125. Vollendet ist dein Werk, vollendet, O Welterlöser, unser Heil! Den Fluch haft du von uns gewendet; Nun wird dein Segen uns zu Theil. Du, der herabfam, ew'ges Leben Und Licht und Frieden uns zu geben, Du schwingst dich auf zu Gottes Thron. Für dich ist jeder Ruhm zu wenig, D du, der Schöpfung Haupt, du König Der Könige, des Vaters Sohn! 2. Dein Vater wink't; die Wolfen wallen Herab voll Maje stät und licht. Die Deinen sehen sie und fallen Anbetend auf ihr Angesicht. Noch segnest du sie, 4. Laß nichts diese Hoffnung die Geliebten, Und senkest Trost rauben! Du erwarbst sie theuer auf die Betrübten, Und strömest mir. Jego seh' ich sie im Glau- Wonne in ihr Herz. Du bist von ben; Droben find' ich sie bei dir. Gott herabgekommen; Zu Gott Dort belohnst du das Bertrau'n wirst du hinaufgenommen; Zu Deiner Gläubigen im Schau'n, hoher Freude wird ihr Schmerz. vollende. 2. Laß mir deinen Geist zurücke; Aber zeuch mein Herz nach dir! Wenn ich nach dem Himmel blicke, O so öffne du ihn mir! Neig' zu meinem Fleh'n dein Ohr; Trag' es deinem Vater vor! Kräftig willst du ja vertreten, Die in Geist und Wahrheit beten. 3. Reiße los von dieser Erde, Jesu, meinen ganzen Sinn, Daß ich hier schon himmlisch werde, Ob ich gleich noch irdisch bin. Wollust, Ehrgeiz und Gewinn Soll mich nicht zum Staube zieh'n, Da ich jenseits über'm Grabe Eine höh're Hoffnung babe. Pfingstlieder. 73 3. Ihr Himmelspforten, schnell| entrissen, Durch den sich Gott erhebet-- Er kommt, er fommt!- mit mir vereint! Du aller Welten erhebet euch! Er, der einst todt Herr und Führer, Der Geister war und nun lebet, Er kommt, ewiger Regierer, Du bist mein ein Sieger, in sein Reich. Und Bruder und mein Freund! aller sel'gen Engel ChöreBesingen 6. Einst wirst du herrlich wieihres Königs Ehre; Der ganze Himmel ist Gesang; Verklärte fallen jauchzend nieder Vor dir, dem Erstling aller Brüder; Dich preiset aller Harfen Klang. derkommen. Ach Jesu, komm! es seufzen hier Im Thränenthale deine Frommen; Ihr Glaube seufzt nach dir! nach dir! Dann werden auf dem Wolfenwagen Dich Millionen Engel tragen; Du kommst in deiner Herrlichkeit; Wirst Allen, die zu dir jegt weinen, Vom Himmel als ihr Freund erscheinen; Dann wird ihr Klagen Seligkeit. 4. Ich seh' empor zu dir, Vertreter! Dich bet' ich still im Staube an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter Im Staube dir gefallen kann. Mit deinen Engeln fall' ich nieder: Der Himmel hohe Jubellieder Verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehob'nen Händen Wirst du nicht weg dein Antlig wenden; Du siehst den Dank, der in mir glüht. 7. Ja, wenn ich einst mein Werk vollendet, So bist du's, meiner Seele Heil, Der seinen Engel zu mir sendet, Mir seinen Himmel gibt zum Theil. Dann, dann erheb' ich mich vom Staube Und selig anschau'n wird mein Glaube Dich, Herr, mein Gott, in deinem Licht. Du wirst nach meinem Leid und Thränen Mit deiner Herrlichkeit mich frönen Vor aller Himmel Angesicht.( 105) 5. Gib meinem Glauben Muth und Leben, Sich über Erde, Welt und Zeit Mit starken Flügeln zu erheben Zu dir in deine Herrlich feit. O du, der mich den Finsterissen Des ew'gen Todes hat Pfingstlieder. Eigne Melodie. 126. Komm', heiligerGeist, Herr und Gott! Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Der Gläubigen Herz, Muth und Sinn; Laß Gottes Liebe sie durchglüh'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelt haft Das Volf aus aller Welten Zungen; Das sei dir, Herr, zu lob gesungen. Hallelujah! Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß leuchten uns des Lebens Wort, Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. D Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heiliges Gut, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und 74 Pfingstlieder. uns alle zu, Du Führer auf dem Weg des Heils! getroft In deinem Dienste Alles| besten Theils! Dem Himmel führ' wagen, In Trübsal nimmer verzagen. Durch deine Kraft mach' uns bereit, Und stärk' des Flcisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! ( 113) 3. Uns leuchte deiner Wahrheit Licht! Gib uns in's Herz der Liebe Gluth, Zum Vater frohe Zuversicht, Zur Tugend Kraft und festen Muth. 4. Das Lebenswort, das GottesSohn Vom Himmel uns herabgebracht, Erleuchte jede Nation Durch deine starke Gottesmacht. 5. Vereine deine Christenheit Durch deines sel'gen Friedens Band. Erzieh' uns Pilger dieser do Zeit Für unser beffres Vaterland. 6. Gott, unsern Gott, und Jesum Chrift Recht kennen, dieses ist der Quell, Aus welchem ew'ges Leben fließt; Mach' diese Kennts niß in uns hell. Gigne Melodie. 127. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir abscheiden aus diesem Elende. Erbarm' dich unser! 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; Lehr' uns Jesum Christ fennen allein, Daß wir an ihin bleiben, Dem treuen Hei land, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm' dich unser! Ons h 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst; Laß und empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben, Und im Frieden auf Einem Sinn bleiben. Erbarm' dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Noth! Hilf, daß wir nicht fürchten Schmach und Tod; Daß in uns die Seele Doch nicht verzage Bei des Lebens und des Todes Plage. Erbarm' dich unser!( 113) Mel. Komm, Gott, Schöpfer ic. 128. Komm', Schöpfer, komm', o heil'ger Geist! Schaff' deiner Menschen Herzen neu! Du kennest dein Geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sei. 12. Du Geist der Weisheit, leite bu Uns zu der Wahl des nd frie 7. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn! Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem Thron Ein Lied, das dich vollkomm'ner preis't.( 113) Mel. Wie schön leucht't zc. 129. Oheil'ger Geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns deine Wohnung sein! Komm', unsers Geistes Sonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud' und Wonne! Wahrheit, Klarheit, Himmlisch Leben Woll'st du geben, Wenn mit Beten Wir vor Gottes Antlig treten. 2. Du Quell, baraus die Weis heit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt; Genß sie in unsre Seele! Gib, daß die ganze Christenheit In rechter Glaubenseinigkeit Den Weg der Wahr Pfingstlieder. 75 beit wäble. Deine Treuen Laß! 7. Hallelujah dir, dessen Kraft hienieden Gottes Frieden Stets In Frommen Himmelströstung empfinden, In Versuchung über- schafft, In Sündern neues Leben! Dir, der zum Glauben uns entwinden! flammt, Zur Tugend, die vom Himmel stammt, Will Muth und Beistand geben! Hilf uns! Führ' uns Dort am Throne Zu der Krone Unsers Lohnes, Geist des Vaters und des Sohnes!( 168) Mel. Werde munter mein Gemüthe c. 130. Odu allersüßte Freude, Und der Weisheit reinstes Licht! Du erfreuest uns im Leide, Weich'ft von uns im Glück auch nicht. Geist, der du das Herz erhebst, Es durchdringest und belebst, Freuden schenkest, Schmerzen stillest: Komm', daß du mich ganz erfülleft! 2. Edelster von allen Segen, Die uns Gott in Christo gab! Du träufft als ein milder Regen Aus des Himmels Schooß herab. Harte Herzen machst du weich, Wüsten auch an Früchten reich, Und dein sanfter Trost erquicket, Was die Trübfalshige drücket. 3. Stärk' uns mit deiner Gottestraft Zum Kampf mit Sünd' und Leidenschaft, Darüber Herr zu werden. Hilf unsrer Schwachheit mächtig auf, Ermatten wir in unserm Lauf, Ist rauh die Bahn auf Erden. Eile, Heile, Was zerrissen Im GewissenTrost begehret, Und zu dir sich gläubig fehret! 4. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort; Laß es wie Flammen immerfort In unsern Her zen brennen, Daß wir den Herrn von Herzensgrund Mit Thaten mehr, als mit dem Mund, Vor aller Welt bekennen! Laß, o Mächt'ger, Unsern Glauben Nichts uns rauben; Gib ihm Stärke, Reiche Fruchtbarkeit im Werke! 5. Gib, Geift des Friedens, Einigkeit; Nie trenne Zwietracht, Haß und Streit Uns, Eines Lei bes Glieder! Laß uns von Neid und Falschheit rein, Voll Sanftmuth und voll Demuth sein, Und lieben uns als Brüder. Ein Leib, Ein Geist! Fest vereine Die Gemeine, Daß die Erde Ganz zum Friedenstempel werde! 3. Ja, du bist die beste Gabe, Die mein ganz Verlangen stillt; Durch dich, wenn ich dich nur habe, Ist mein höchster Wunsch erfüllt. Gabe Gottes, komm auf 6. Erhoben über Welt und mich! Ach von dir ward ja auch Zeit, Lehr' uns die Luft der ich, Als ich kaum war Mensch Eitelkeit und ihren Tand ver- geboren, Dir zum Tempel ausachten. Nach oben zeuch das Herz hinauf; Nach oben richte 4. Du kannst alle Herzen prüunsern Lauf, Nach oben unser fen; Nichts schließt deinem Blick Trachten. Lent', o Lenke Unser sich zu: Selbst der Gottheit inn're Sinnen Und Beginnen Hier auf Erden, Daß wir Himmelsbürger erforen. werden! Tiefen Forschest und ergründest du. Nun so kennst du auch gewiß Meiner Seele Finsterniß. So gib 76 Weisheit; lehr' vor Allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Böses hasfest du, und bleibest, Reiner Geist, bei Reinen nur. Der, den du zum Guten treibest, Wird zur neuen Kreatur. Heilige du selbst mich dir; Schaff' ein reines Herz in mir, Daß ich, was du liebeft, liebe, Nie mit heiße. Vorsatz dich betrübe. 6. Ach, wenn wir dich oft betrüben, Trägst du uns doch mit Geduld. Immer bleibst du treu im Lieben, Gnadenvoll bei unsrer Schuld. Wenn ich schnell zum Zorne bin, Gib mir deinen edeln Sinn, Daß ich Fehler gern vergebe, Friedsam und versöhnlich lebe. Pfingstlieder. 7. Du, du machst das Herz zufrieden, Wenn mir Menschentrost gebricht. Bleib' ich von dir ungeschieden, O so fehlt's an Trost mir nicht. Sei nur du mein Eigenthum! Ich will auch zu deinem Ruhm Dir allein mich gänzlich weihen, Und mich deiner Gnade freuen. 8. Heil'ger Geist, hör', ich entfage Dem, was deinen Ruhm dir nimmt! Bis an's Ende meiner Tage Sei mein Herz nur dir bestimmt. Wird mich deine Gnade zieh'n, Werd' ich jede Sünde flieh'n; Und statt zaghaft nachzugeben, Ihr beständig widerstreben. 9. Nur bitt' ich, daß du mich stärkest! Du stehst Christi Streitern bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nöthig sei. Führe mich auf eb'ner Bahn; Führe selbst mich himmelan. Hilf mir, ohne je zu weichen, Meines Glaubens Ziel erreichen. 10. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe! Zeige dem gebroch'nen Blick Dann von fern mein herrlich Erbe, Und mein künftig ewig Glück. Stärke du das matte Herz, Daß ich auch im bängsten Schmerz, Ja im letzten Todesschweiße Meinen Gott noch Vater ( 56) mel. Werde munter mein Gemüthe ic. 131. Edler Geist vom Himmelsthrone, Dessen heil'ge Gotteskraft Mit dem Vater und dem Sohne Licht und Leben in uns schafft! Ach ergieße deine Treu In mein Herz und mach es neu, Daß ich dich mit deinen Gaben In mir möge wohnend haben! 2. Geist der Weisheit, führ und leite Mich zum rechten Weis heitsquell! Gehst und stehst du mir zur Seite; Wird mein finstres Herz bald hell, Daß es Gottes Sinn versteht, Und auf Christi Wegen geht, Die nach kurzem Kampf und Ringen Mich zur ew'gen Ruhe bringen. 3. Geist des Trostes, steh' im Leide Allezeit mir kräftig bei! Wenn mich fliehen alle Freuden, Ach so bleibe du mir treu! Gib mir nur ein festes Herz, Daß ich in dem größten Schmerz Ganz auf Gottes Liebe baue, Seiner Führung still vertraue. 4. Geist der Freuden, mein Gemüthe Hab' an dir die beste Lust! Leuchtet mir nur deine Güte Göttlich heiter in der Brust: O so schwinde, was die Welt Außer Gott für Freude hält! Weltluft kann dem Geist nicht frommen; Pfingstlieder. 77 Freude kann von Gott nur beten, So vertritt uns allezeit. fommen. Dann wird unser Fleh'n erhört, Und die Zuversicht vermehrt. 5. Wird uns oft um Hilfe bange, Seufzt das Herz voll Traurigkeit: Ach mein Gott! mein Gott! wie lange! O so schaffe Trost im Leid. Lehr' uns, daß des Vaters Zucht nichts, als unser Bestes sucht. 5. Geist des Betens, lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh'! Komm, mich Armen zu vertreten, Bis ich die Erhörung seh! So mach' kräftig meine Bitt, Seufze unaussprechlich mit; Hilf mir selbst in Jesu Namen Nach dem Beten sprechen: Amen. 6. Geist des Raths, wenn mir verschwindet Rath und That in Angst und Noth; Wenn sich keine Hilfe findet, Und ich nahe bin am Tod; Wenn mich meine Sünde drückt, Nichts mehr in der Welt erquidt: Dann versüße du mein Wehe; Heb' mich herrlich in die Höhe! ( 172) Eigne Melodie. 132. Komm, o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemüh'n uns sonst vergebens Hier in unserm Pilgerlauf Um das Heil, das Gottes Rath Für uns außersehen hat. 6. O du Geist der Kraft und Stärke, Du, der alles Gute schafft! Hilf uns wirken Gottes Werke, Und im Kampfe gib uns Kraft. Wenn Versuchung uns bedroht, Siegen hilf, du Geist aus Gabicall's Gott! 7. Kommt es einst mit uns zum Sterben; Höchster Tröster, fei nicht fern! Zeige uns, als Gottes Erben, Dort die Herrlichkeit des Herrn, Die der Bater uns bestimmt, Und die nie ein ( 128. 34) Ende nimmt. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. 133. O heiliger und guter Geist, Der uns den Weg zum 2. Gib in unser Aller Seelen Himmel weis't, Dich soll mein Weisheit und Entschlossenheit, Herz erheben! Du bist mein LehDaß wir anders nichts erwährer und mein Gott; Du gibst mir len, Als was uns dein Wort ge- Freudigkeit im Tod, Regierst auch beut. Steh mit deinem Licht uns hier mein Leben. Was gut und bei, Und mach uns von Irrthum löblich ist an mir, Geist Gottes, frei. das verdank' ich dir. 3. Zeig' uns selbst die rechten Pfade Zu der wahren Wohlfahrt an. Räume weg durch deine Gnade Alles, was sie hindern fann. Wirke Neue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Treib' uns an, vor Gott zu treten Kindlich und voll Freudigfeit; Und wenn wir zum Vater 2. Als unser Heiland, Gottes Sohn, Empor sich hob auf seinen Thron, Kamst du auf seine Zeus gen. Und mit dir kam der Liebe Gluth; Mit dir fam Kraft und Heldenmuth, Die Welt zu über zeugen. Groß war die Aernte, schwer die Müh'; Doch, Geist des Herrn, du stärktest sie! 78 3. Die Kirche pflanztest du und ist Wird sie durch dich vermehrt, beſchüßt; Durch dich wird sie bestehen. Es mögen ihre Feinde droh'n; Fest wird sie steh'n, wie Jesu Thron; Sie kann nicht untergehen, Da Jesus Christ ihr Stifter ist, Und du ihr treuer Beistand bist. Pfingstlieder. 4. Wohl allen denen, welche sich Dir übergeben, und durch dich Zum Himmel führen lassen! Du lebrest sie des Glaubens Kraft, Stärkst sie in ihrer Pil gerschaft, Lehrst sie die Sünde hassen. Sie sind des Heils gewiß in bir, Und selig schon in Hoffnung hier. 5. Ach führ' auch mich an deiner Hand Hinauf in's wahre Baterland! Dort boff ich meine Krone. Gib mir die feste Zuversicht, Auch mich, auch mich verstoße nicht Der Herr von seinem Throne. Durch Glauben und durch Besserung Vollende meine Heiligung. 6. Gern will ich dann auf eb'ner Bahn Dir folgen, mich dem Himmel nah'n; Führ' mich auf gutem Wege! Gib Eifer mir und Wachsamkeit Im Kampf um meine Seligkeit; Mein Herz sei niemals träge. Du gabst den Vorsay; Gott, gib du Auch meiner Schwachheit Kraft dazu.( 126) Mel. Ach Alles, was Himmel ic. 134. Ein heiliges Feuer durchdrang und beseelte Die Männer, die Jesus zu Jüngern sich wählte, Sein Wort zu verfünden den Völkern der Erden, Und Boten des ewigen Heiles zu werden. 2. Ein heiliger Lichtstrahl um floß sie mit Klarheit: Nun sahen sie heller die himmlische Wahrheit; Nun zeugten voll göttlichen Geistes die Frommen: Der Herr ist erschienen, sein Reich ist gekommen!" 3. Nun lockten umsonst die ver gänglichen Freuden; Nun schreckten vergebens die zeitlichen Leiden: Nun scheuten sie nicht mehr Verspottung und Schande, Nicht Todesgefahren, nicht Marter und Bande. 4. Die Kraft aus der Höhe erfüllte die Herzen; Sie predigten Jesum in Trübsal und Schmerzen, Getreu bis zum Tode mit freudigem Muthe, Versiegelnd ihr theures Bekenntniß mit Blute." 5. Sei uns auch die Wahrheit so heilig und theuer! Geist Gottes, beseel' uns mit himmlischem Feuer! Gib freudigen Muth uns, des Heilandes Lehren Im Leben, im Leiden, im Sterben zu ehren! Mel. Wie schön leucht't zc. 135. Es jauchzet froh die Christenheit Dein Lob, du Geift der Herrlichkeit, Du Leben aller Geister! Den uns der Sohn von Gott gesandt hier in der Todes gräber Land Zum Tröster, Führer, Meister; Der sich Herrlich Frommen Seelen Will vermäh len, Reich an Gnade! Herr, erleucht auch unsre Pfade! 2. Im Sturmwind brauste deine Macht; Da hast du göttlich angefacht Die Schaar, die an dich glaubte. D welch ein Himmels tag war da, An dem man deine Flammen sah Hell über jedem Pfingstlieder. 79 erneuet, Was der Sämann ausgestreuet. Hauptel Christi Zeugen Stärkst du mächtig, Daß sie freudig Ihm lobsingen, Uns des Friedens Bot schaft bringen. 2. Die Saat war klein, der Sämann fern. Wie dürstete das 3. D Dank für so viel göttlich Land des Herrn! Wann kommt Licht, Das jede Finsterniß durch der Gnadenregen?- Dawogt's bricht, Für himmlische Belebung! und rauscht's vom Wolkenzelt: Den Menschenherzen, alt und Die Flammen sprüh'n; hernieder jung, Schaffst Kräfte du zur Hei fällt Der Wundertaufe Segen. ligung, Zu stiller Gottergebung. Fühlt ihr Gott hier? Ew'ger Preis dir! Dank dir, Daß du Geist du! So erneu'st du Chrifti träftig, Und geschäftig Uns be- Saaten, Daß sie blüh'n und lehrest, Jesum Christum uns ver- wohl gerathen. fläreft! 3. Schon wird das Feld zur Aernte weiß! Geht, Schnitter, auf des Herrn Geheiß! Sein Geist entzündet Geister. Jest strahlt das Licht euch schattenlos; Der Glaube wächst, der Muth wird groß, Die blöde Zunge dreifter. Freut euch; Weiht euch, Ihr Erfor'nen, Gottgebor'nen. Euerm Werke, Stark im Herrn und seiner Stärke! 4. Wir sind mit dir getauft; o bleib' Bei Christi Volk, und mächtig treib' Zum Guten Gottes Kinder! Wirt' in uns Allen Kraft und Zucht! O wirke tausendfache Frucht! Gib Kraft der Weberwinder. Zur Ruh Hilfst du Einst im Sterben Gottes Erben, Daß sie droben Ewig dich, den Tröster, loben. an 5. D strahlt' erst rings der Erde Kreis Im Licht; o brächten Ruhm und Preis Dir alle Nationen! Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, Alle fleyen wir: Komm, Licht, bei uns zu wohnen! Wahrheit, Klarheit Allem Volfe! Jede Wolfe Sei zertheilet! Jede Seele sei geheilet!( 35) 4. Schnell läuft das Wort mit Siegerglück. Es läuft und kommt nicht leer zurück, Troß Pfeilen frechen Spottes. Bald liegen Gößentempel öd, Und Christi Kirche wird erhöht Zum heil'gen Tempel Gottes. Süße Grüße Ferngesandter, Doch bekannter Gottesboten Bringen Leben zu den Todten. Mel. Wie schön leucht't ic. 5. Noch ziehst du, Geist, uns 136. Macht Bahn dem himmelwaris; Durch dich ist GotGottesgeist, macht Bahn! Seid tes lieb' in's Herz Der Frommen wach, ihn heilig zu empfah'n! ausgegossen. Noch bist du unsers Macht Bahn dem fanften Wehen. Erbtheils Pfand, Noch weht dein Dein Pfingsttag kommt, o Chri- Hauch von Land zu Land, Und stenheit! Sieh da in Frühlings- sammelt Reichsgenossen. Singt herrlichkeit Ein großes Aufer- ihm, Bringt ihm, Alle Zungen, stehen. Fröhlich Hebt sich Thau- Huldigungen Lauten Schalles: begoffen, Lichtumflossen, Frisch Alles ist nun unser, Alles! 80 Am Reformations- Feste. 6. O bau, du unsichtbarer unsrer Schwachheit auf; Im Leid Hort, Dein Gnadenwerk all- sei unser Tröster. Preis dir! mächtig fort Zur Heiligung Er- Dank dir, Aller Geister Ein'ger löfter! Auf eb'ner Bahn führ' Meister, Auf dem Throne Mit dem unsern lauf; Im Kampf hilf Vater und dem Sohne!( 162) tilsmiled Am Reformations: Feste. Eigne Melodie. Mel. Wachet auf, ruft ic. 137. Ein' feste Burg ist 138. Freuet hoch euch, all' unser Gott, Ein' gute Wehr und ihr Frommen! Das Fest des Waffen; Er hilft uns frei aus Heils, es ist gekommen! Weiht aller Noth, Die uns hat jest be- euch! Es bricht sein Morgen an. troffen. Der alt' böse Feind Mit Singt dem Sohn', den Gott geErnst er's jetzt meint; Groß sendet! Er herrscht und lebt noch, Macht und viel Lift Sein' grau- hat vollendet, Was Glaubenssam' Rüstung ist; Auf Erd'n ist muth mit ihm begann. Sein nicht sein's Gleichen. and Wort, sein Geist, sein Bild, Es lag in Nacht gehüllt; Sehnend blickte Die kleine Schaar, Die treu ihm war, Zu ihm empor- und es ward Licht. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat ertoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth; Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Und wollt'n uns gar verschlingen; So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch gelingen! Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht't: Ein Wörtlein fann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stah'n, Und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; Laß fahren dahin! Sie haben's kein'n Gewinn. Das Reich muß uns doch bleiben. ( 113) 2. Wort des Herrn, wie klar und helle Rinnt frisch in dir der Weisheit Quelle, Ein Lebensstrom, der ewig fleust! Alle, welche dir vertrauen, In deinem Licht das Licht nun schauen, Sie einigt nun Ein Sinn, Ein Geist. Drückt uns der Sünde Schuld, Du zeigst uns Gnad' und Huld, Freie Gnade; Für Gold nicht feil Ist unser Heil: Der Glaube hebt sein Haupt empor. 3. Fröhlich singt in neuen Chören, Mit eig'nen Zungen Gott zu ehren, Der Christen Schaar ihr Glaubenslied. Zu des Vaters Throne treten Wir findlich frei, ihn anzubeten; Denn Christus ist's, der uns vertritt. Und wenn die Stunde schlägt, Die uns zur Ruhe trägt, Wenn wir scheiden; Uns grauet nicht! Des Glau Am Reformationsfeste. 81 uns auch am den Muth; Die Gluth vom Herrn nichts dämpfet. Der Kampf ist schwer; der Held nicht ruht, Bis er ihn ausgekämpfet. Der Feinde Macht und List und Spott Vertilget nicht das Werk aus Gott; Die Wahrheit Gottes sieget. bens Licht Erlischt Grabe nicht. 4. Die ihr uns dies Heil er rungen, Die Macht der Finsterniß bezwungen; Heil euch und Ruh' in Gottes Stadt! Herrlich habt ihr überwunden, Nicht achtend Schmach und Hohn und Wunden, nicht der Verfolger blut'gen Rath. Euch feste Burg war Gott, Der Hölle Macht ein Spott, Heldenseelen! Euch lohnt den Streit Unsterblichkeit Und eurer Glaubenssöhne Dank! 4. ,, Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein' starke Wehr und Waffen! Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen." So tönt des Helden Siegsgefang. Dem Herrn der Kirche Preis und Dank, Der ihm den Sieg gegeben! 5. Herr, wir sinken betend nieder! Für uns und die getrennten 5. Lobfingt dem Herrn im HeiBrüder Erhöre gnädig unser ligthum; Lobsingt ihm, Chrifti Fley'n! Laß es deinem Reich ge- Glieder! Er gab das Evangelingen; Zu allen Völkern müss lium; Er gibt's der Kirche wie es bringen, Sein helles Licht nie der. Es reinigt seine Gottesstadt untergeh'n! Und wenn in furzer Der Herr, der sie gegründet hat: Zeit Uns ruft die Ewigkeit, Und Lobsingt ihm! Hallelujah!( 83) wir ruhen; Ein fromm Geschlechts beste sinist m Durch Licht und Recht Laß dann mel. Heut triumphiret Gottes Sohn 2c. auf unsern Gräbern ſteh'n!( 136) 140. Hinauf zu Gott mit Mel. Lobet den Herrn, ihr Heiden ic. 139. Lobfingt dem Herrn im Heiligthum; Lobsingt ihm, Christi Glieder! Dem Herrn der Kirche Preis und Ruhm! Er gab sein Wort ihr wieder. Es reinigt seine Gottesstadt Der Herr, der sie gegründet hat, Und immer bei ihr bleibet. frohem Dank Erhebe sich mein Lobgesang, Und frei in seinem Heiligthum Erschalle laut des Höchsten Ruhm! Ihm, der die Kirche treu bewacht, Sei Preis und Ehr' und Dank gebracht! 2. In Nacht und Irrthum dringt das Licht, Die Macht der Erde hemmt es nicht. Ob auch die Welt dagegen kämpft, Ihr fehlt die Kraft, daß sie es dämpft. Bon Gott geboren strahlt es auf, Und schreitet fort im Siegerlauf. 3. Preist unsern Gott! Was er begann, Sein Arm führt mächtig es voran. Es lebt und wächst sein heilig Wort, Troy Kampf 3. Der Herr entflammt des Hel- und Drang geht's freudig fort, 6 2. Vom Herrn erweckt tritt auf den Plan Der Held voll Glaubensstärke. Mit Kraft von oben angethan Wirkt Luther Gottes Werke. Das Licht vom Herrn erleuchtet ihn; Die Nacht muß vor dem Licht entflieh'n, Und das Verderben weichet. Am Aerntefest. 82 Und fester, immer fester baut Die Kirche sich, die ihm vertraut. 4. Voll Heldenmuth, mit Christensinn Sind's deutsche Männer, fromm und fühn, Die, ob Gefahr auch mächtig droht, Verfündigen das Wort von Gott, Gestärkt von ihm mit Glaubensfraft, Die frommen Muth und Eifer schafft. müht, Jm Glauben stark und Jesu treu Bekennen sie die Wahrs heit frei: Und Gottes Schuß und Gottes Macht Hat ihrem Werke Sieg gebracht. 6. Heil uns! Das Evangelium Ist frei, und Gottes Heiligthum Erfüllt mit frohem Preisgesang, Daß seiner Wahrheit Sieg gelang! Erhalt' es, Herr, und segne fort Zum Heil an uns dein gött ( 140) 5. Für Chrifti Sache hocherglüht, um ihres Volkes Heil be- lich Wort! Am Aerntefest. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz ic. 141. Wir Alle, Gott und Vater bringen In deinem Heiligthum dir Dank, Und unsre frohen Herzen fingen Dir heute Psalm und Lobgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde Rings um uns her das ganze Land; Dein Segen floß auf die Gefilde Aus deiner offnen Vaterhand. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter, als die Wolken, reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, Die sich so herrlich uns erzeigt? O sieh, mit heißen Freudenzähren Wallt auf zu dir der laute Dank! Dich preiset in vereinten Chören, Herr, unser Psalm und Lobgesang! 5. Die Gaben nüglich an2. Du schenktest Sonnenschein zuwenden, Die du verlieh'n, und Regen Für jede Frucht zu gib uns Verstand. Nicht üppig, rechter Zeit, Und gabst Gedeihen, Herr, sie zu verschwenden, Gab Kraft und Segen Dem Samen, sie uns deine Vaterhand! Du den wir ausgestreut. Wie prangte willst, wir sollen sie genießen; rings im Feierkleide Das volle, Doch mäßig, mild und dankbar ährenreiche Feld! Wie schlug von sein, Daß wir mit ruhigem Ges Hoffnung und von Freude Da wissen Uns deines Segens, Gott, unser Herz, du Herr der Welt! erfreu'n! 3. O welchen Reichthum deiner 6. Den Armen auch erfreu' Gaben Hast du mit liebevoller der Segen, Den reichlich deine Hand, Uns zu ernähren, uns zu Hand uns gab. Wir wollen liebs laben, Von Neuem uns herabge- reich seiner pflegen; Er trockne fandt! Für Millionen deiner Kin- seine Thränen ab. Er danke heute der Reicht der verlieh'ne Segen mit uns Allen, Frohlocke laut hin; Du nährst die Frommen, nährst die Sünder Mit ewig treuem Vaterfinn. und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So viel, o Gott, an uns gethan! hal( 119) fint Am Aerntefest. 83 Vater, durch dein Licht; Sonst seh'n wir deine Wunder nicht. Mel. O daß ich tausend Zungen ic. 142. Gott, großer Geber 7. Gib denen herzliches Eraller Gaben, Dir, bir gebühret barmen, Die deine Hand mit aller Danf! Du hörst das Gütern füllt, Damit ihr Uebers Schrei'n der jungen Raben, Du fluß der Armen Bekümmerniß hörst der Lerche Lobgesang. O und Mangel stillt. Herr, der du neig' auch jetzt dein Ohr zu aller Bater bist, Gib jedem, was mir! Du forderst Dank; ich ihm nüglich ist! danke dir. 8. Thu' fernerhin auch deine Hände, Die milden Vaterhände auf. Verlaff uns nicht bis an das Ende; Und schließt sich unser Lebenslauf: Lass von der Aussaat dieser Zeit Dann ärnten uns in Ewigkeit! ( 108) 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Liebe Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gras belehret mich: Gott schuf die Welt, Gott liebet dich. Mel. Nun danket all' und bringet ac. 143. Gott forgt für uns o singt ihm Dank, Jhr Christen! singt ihm gern! Es preise euer Lobgesang Die Freundlichkeit des Herrn! 2. Den Menschen, wie den fleinsten Wurm, Ernähret seine Macht. Im Sonnenscheine, wie im Sturm, Ist er für uns bedacht. 3. Was wir auf Hoffnung ausgestreut, Hat seine Huld vermehrt; Er hat das Fleh'n um Fruchtbarkeit Auch dieses Jahr erhört. 5. Du sendest Fruchtbarkeit der Erde; Du machst des Ackers 4. Mit hochgerührter Seele Furchen naß; Du schmückest bringt Ein Herz voll Dank ihm Wiesen, Baum und Heerde; dar! Die Nehre, die von Fülle Gott, du bekleidest Blum' und sinkt, Ist sein; Gott frönt das Gras: Du träufelft mit dem füh- Jahr. len Thau Erbarmungen auf Flur und Au. 3. Du sorgest väterlicher Weise, Herr, für die Menschen und für's Vieh; Gibst allem Fleische seine Speise, Und segnest Alles spät und früh! Auch Bösen theilst du Gutes zu: Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte Und herzlichen Erbarmung voll; Herr, unterweise mein Gemüthe, Wie ich dir würdig danken soll; Gib, daß mein Herz dich freudig liebt, Wenn mir dein Herz so freudig gibt. 6. O daß doch bei der reichen Aernte, Mit der du unser Herz erfreust, Die ganze Welt erkennen lernte, Wie reich du an Erbarmen sei'st! Erleucht' uns, 5. Ja, Höchster, wir verehren dich Mit findlichfrohem Dank! Denn du gewährst uns väterlich Noch mehr, als Speis' und Trank. 6. Gesundheit, Friede, Kraft, Gedeih'n Zu unsrer Hände Fleiß; Auch das gibst du, und du 6 84 Am Aerntefeste. Am Todtenfeste. allein! Dir, Herr, sei Lob und Preis! 8. Vermehr' in uns die Zuversicht, Dir ewig zu vertrau'n, 7. Wir wollen unsern Ueber- Bis wir dereinst in deinem Licht fluß, Um seiner werth zu sein, Des Glaubens Aernte schau'n. Nicht durch unmäßigen Genuß Und niedern Geiz entweih'n. me( 197) Nach sparsamer Aernte. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 144. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! So denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich ärnten kann, Den liebt er doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wenn er es läßt auf Erden Bei'm Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! Sei's Nehmen oder Geben; Was wir aus seiner Hand empfah'n, Ist ja genug zum Leben. Er nimmt und gibt, Weil er uns liebt; Er übt auch im Entbehren, Und will uns Demuth lehren. 3. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! Wer darf sein Walten richten, Wenn er, eh man noch ärnten kann, Den Segen will vernichten? Weil er allein Der Schaß will sein, Nimmt er uns uns're Güter Zum Heile der Gemüther. 4. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an: Er weiß das Herz zu stillen. Wer als ein Christ Ge nügsam ist, Der kann bei kleinen Gaben Doch Freud' und Nahrung haben. 5. Was Gott thut, ist stets wohlgethan; Das Feld mag traurig stehen: Wir geh'n getrost auf Gottes Bahn; Was gut ist, wird geschehen! Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft! Es nennt uns Gottes Erben: Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, ist stets wohlgethan; Laßt in Geduld uns fassen! Er nimmt sich unser gnädig an, Und wird uns nicht verlassen. Er, unser Gott, Weiß, was uns Noth, Und wird es uns bescheeren; laßt uns ihn gläubig ehren! 7. Was Gott thut, ist stets wohlgethan; Ihm sei denn Preis und Ehre! Auch unter Thränen betet an, Und gebet ihm die Chre: Er ist der Hirt, Der sorgen wird, Daß uns nichts Gutes fehle! Sei still dem Herrn, o Seele! ( 174) Am Todtenfeste. Mel. Wachet auf, ruft ic. eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken Des Todesschlum145. Selig find des Him- mers folgt Entzücken Und Wonne mels Erben, Die Todten, die in der Unsterblichkeit. In Frieden Chrifto sterben, Zur Auferstehung ruhen sie, Los von der Erde Am Todtenfeste. 85 Müh'; Geh'n zu Gott hin. Vor| Glaubensfreudigkeit! Laß', ach Gottes Thron, Zu seinem Sohn laß' uns dir nur leben, Das ganze Folgt ihnen ihrer Werke Cohn. Herz nur dir ergeben; Auch uns 2. Dank, Anbetung, Preis führst du zur Seligkeit. Wer treu und Ehre Sei dir durch alle war deinem Sohn, Dem reichst Himmelsheere, OWeltversöhner, du ew'gen Lohn! Heil'ger Vater! Jesu Christ! Ihr, der Ueber- Dir leben wir, Wir sterben dir, winder Chöre, Bringt Dank, Und dein sind wir in Ewigkeit. ( 1805) Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist; Er sank, wie wir, in's Grab; Laßt nun 147. O wie felig seid ihr vom Weinen ab, Jhr Erlös'ten; doch, ihr Frommen, Die ihr durch Nicht Schmerz, nicht Pein, Rur den Tod zu Gott gekommen! Ihr Wonn' allein Wird an des Mitt- feid entgangen Aller Noth, die lers Throne sein. Eigne Melodie. uns noch hält gefangen.com 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr! Preis ihm und Lob und Ehr'! Hallelujah! Er ging voran Des Todes Bahn! Wir folgen ihm einst himmelan!( 94) 2. Muß man hier doch, wie im Kerker, leben, Da uns Angst und Sorgen stets umschweben. Was wir hier kennen, Ist, wenn's föstlich ist, nur Müh' zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer. Kein Kreuz und Leiden Störet eure Ruh' und eure Freuden. 4. Christus trocknet ab all' eure Thränen; Ihr habt schon, wonach wir uns noch sehnen. Ihr hört und sehet, Was hier feines Menschen Geist verstehet. Mel. Wachet auf, ruft ic. 5. Ach, wer wollte denn nicht 146. Herr, du rufft aus diesem Leben Die Lieben, die du uns gegeben, Hinauf in deine Ewigkeit! Jeden Kampf der gerne sterben, Und statt Erdenglück den Himmel erben? Wer Prüfungsstunden, Die Leiden, hier noch weilen, Und nicht die ihr Herz empfunden, Ber- freudig nach der Heimath eilen? wandelst du in Seligkeit. Sie steh'n an deinem Thron, Und du selbst bist ihr Lohn! Ihre Hoffnung Hast du erfüllt, Ihr Leid gestillt, Mit ew'ger Freude sie beglückt. 6. Komm, Herr Jesu, komm, uns zu erlösen Von der Erde Last und allem Bösen! Bei dir, o Sonne, Ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne!( 27) Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 2. Tröste, Herr, nun uns're Herzen; Erleicht're du der Tren- 148. Jch, dein Pilger, walle nung Schmerzen; Verleih' uns bie Noch hinauf zu Gottes Höhen. Am Todtenfeste. 86 Pilger waren alle die, Die jest schon am Throne stehen. Freudig laß auf ihrer Bahn Mich auch wallen himmelan! 2. Mich umschwebe euer Bild, Ihr vollendeten Gerechten! Freundlich strahl' es mir und mild In des Erdenlebens Nächten; Leuchte auf der Pilgerbahn Mir zur bessern Welt hinan! 3. Mühevoll war euer Lauf; nun Schon im Viel habt ihr gekämpft, gelitten. Doch vollbracht habt ihr den Lauf, Habt die Palme schon erstritten; Strahlet jegt im Siegsgewand, Findet Ruh' im Vaterland. 4. Sollt denn ich in meinem Lauf Nach dem gleichen Ziel ermüden? zu euch blick' ich hinauf! Das gibt Kraft und Muth und Frieden; Und ich folge, obwohl schwach, Standhaft euerm Glauben nach. 5. Rauh und steil sei oft mein Pfad, Schwer der Heiligung Geschäfte! Er, der mich berufen hat, Leitet mich; er gibt mir Kräfte Zu dem edeln Tugendlauf, Und hilft meiner Schwachheit auf. 6. Was ihr solltet, soll auch ich, zu demselben Heil erkoren. Was ihr konntet, kann auch ich, Bin zu Kronen auch geboren. Warum säum' ich? Gottes Sohn Reicht auch mir des Glaubens Lohn. CHI 7. Durch die Nacht drang er zum Licht, Durch die Schmach zu Gottes Throne. Die ihm folgen, läßt er nicht; Die ihm treu sind, schmückt die Krone. Ihm, ihm nach auf seiner Bahn! Endlich führt sie himmelan. 8. Die ihr schon am Throne steht, Selige, verklärte Brüder! Wenn mein Weg zu Ende geht, Bei dem Herrn find' ich euch wieder. Ruhet sanft, bis unser Freund Droben ewig uns vereint. ( 83) Mel Jesus meine Zuversicht ic. 149. Selig sind die, welche friedenvollen Grabe Von des Lebens Arbeit ruh'n, Und sich Gottes größter Gabe, Seines ew'gen Lebens freu'n! Möchten wir so selig sein! 2. Gott, du willst's, wir leben noch Mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, Die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod Uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der Erd' gelitten. Laßt uns gläubig auf ihn seh'n, Und durch ihn im Kampf besteh'n! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde Gegen jene Ewigkeit! Gleichwohl kommt auf diese Stunde, Die Gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges Schicksal an. 5. Gott, gib Weisheit, gib uns Kraft, Diese Stunde wohl zu nügen; Und beim Schluß der Pilgerschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich seh'n, Und getroft zu Tode geh'n. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, Daß du uns wirft auferwecken, Diesen Trost der bessern Welt Laß uns, wenn wir sterben, Am Tobtenfeste. 87 schmecken. Flöß' uns Muth und beweint! Bald wird der Morgen Ruhe ein, Auch im Tod noch froh zu sein. spiller kommen, Wo uns der Herr vereint. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruh'n, Zu den Todten Gottes geben, Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todes9. Sein ist des Lebens Gabe; Sein ist auch uns're Gruft. Preis ihm, der uns zum Grabe, Und ( 162) zum Erwachen ruft! nacht hat der Heiland Segen 151. Wie sie so sanft ruh'n, Eigne Melodie. bracht. alle die Seligen! Süß ist der Schlummer, welchen der Fromme schläft, Der stille Dulder, der Streiter Gottes:- Sie ruh'n zum Auferstehungsmorgen. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade ic. 150. Rubt sanft, ruht sanft, ihr Frommen, Die ihr dem Herrn entschlieft! Gott hat euch aufgenommen, zu dem ihr sterbend rieft. 2. Der alles Leid geendet, Das müde Wandrer traf, Hat euch den Schlaf gesendet, lind hütet euern Schlaf. 3. Da rührt das Herz fein Jammer Und feine Qual mehr an; Kein Ach tönt aus der Ram mer, Die Gott euch aufgethan. 4. Nicht in des Grabes Höhle Schließt sich des Christen Lauf; Es steigt die fromme Seele Vom Grab zum Himmel auf. 5. Kein Auge sah die Palmen, Die dort den Siegern weh'n; Kein Ohr vernahm die Psalmen, Womit fie Gott erhöh'n. 6. Hoch über unsern Wegen, Da wohnt der Frommen Glück; Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen Bleibt tröstend uns zurück. 2. Des Lebens Sonne, lieblich im Niedergeh'n, Erweckt mich wieder, wenn sie der Schöpfer ruft. Meine Gebeine seh' ich im Grabe Zur Auferstehung aus gefäet. 3. O Tag der Seligen, wenn das Verwesliche Hervor zum Les ben, zur Unverweslichkeit Aus Gräbern gehet! Zur Himmelsärnte Empfängt dann Gott auch meine Garbe. 4. Schlummert in Frieden, alle ihr Seligen! Heut' oder morgen sinket zur Gruft mein Haupt, Der Staub zum Staube. O daß mein Hügel Doch einen ( 94) Seligen bedecte! 7. Ruht sanft, ruht sanft ihr Frommen! Dahin ist bald die Nacht; Bald wird der Morgen kommen, Wo ihr vom Schlaf erwacht; dedine on tim 8. Und wir mit euch, ihr Frommen, Die schmerzlich wir mel. Schmücke dich, o liebe Secle ic. 152. Ach, ihr seid vorangegangen, Wo wir Alle hin verlangen, In die Ruhe, in die Stille! Abgelegt habt ihr die Hülle, Die auf turze Zeit nur schmückte, Und dann lange hemmt' und drückte; Leidend, krank seid ihr gewesen, Und auf ewig nun geneſen. 88888 Am Todtenfeste. 2. Den ihr liebtet und nicht Den Geist, von dir gegeben. Ihn sahet, Jesus steigt vom Throne, führst du dem Himmel zu Schon nahet Euch Erlös'ten, seinen hier im Pilgerleben. Und vom Brüdern; Eint als Haupt sich Himmel kam dein Sohn! Er hat mit den Gliedern; Nennt sie mit den Tod bezwungen, Hat Leben den neuen Namen: Die aus gro- uns errungen. Zum Leben durchßer Trübsal kamen, Und getreu gedrungen, Wieder zu des Him beharrten, denen Trocknet er all' mels Thron Ist er hinaufgeihre Thränen. gangen. Die glaubend an ihm hangen, Die hält kein Tod gefangen; Und die Seinen nimmt er auf Nach treuvollbrachtem Glaubenslauf 3. Die in dieses Jahres Lauf Im Glauben abgeschieden, Die auch nahmst du, Mittler, auf, Und nun sind sie im Frieden. War ihr Leben hier in dir; Sie konnten nicht verderben, Des ew'gen Lebens Erben, und ihr Gewinn war Sterben. An den Gräbern weinen wir! Nicht in des Grabes Tiefen Sind sie, die dir entschliefen, Zu dem sie sterbend riefen. Von der Todten Gräbern seh'n Voll Hoffnung wir nach jenen Höh'n. ( 21) ( 21) 4. Ausgerungen haben sie! Gib ihnen nun am Throne Nach des Erdenlebens Müh' Der Ueberwinder Krone. Ihrer Schuld gedenke nicht! Woll'st, Richter, die Gebrechen Der Menschlichkeit nicht rächen, Der Gnade Urtheil sprechen! Führe sie zum höhern Licht! Das Stückwerk dieser Erden Laß nun Vollendung werden Im Lande der Verklärten. Selbst den Leib, der dir geweiht, laß aufersteh'n in Herrlichkeit! 3. Und wir sollten euch beweinen? Bald wird er auch uns erscheinen, Wie ein Stern im Abendrothe, Der von Gott gesandte Bote, Der uns nahes Heil verkündet: Sterbt, verliert, damit ihr findet! Gebt das Waizenforn der Erde, Daß aus Tod das Leben werde! 4. Die noch steile Pfade klimmen, Heut' vereinen sie die Stimmen, Ihr Verklärten, mit den euern, Der Erinn'rung Fest zu feiern! Bald seh'n wir euch droben wieder; Bald auch schallen unsre Lieder, Lodert unsers Dankes Flamme Dem für uns erwürgten Lamme. Mel. Gott der Vater, wohn' ic. 153. Aus der Tiefe rufen wir: Herr, Herr, erbarm' dich unser! Alle sind wir Staub vor bir; Erbarm', erbarm' dich unser! Schnell entfliehet unsre Zeit! Uns tragen ihre Flügel Hin zu des Grabes Hügel: Wer bricht des Grabes Siegel? Unser Wunsch ist Ewigkeit! Wer löst des Geistes Schwingen, Zu ihr emporzubringen? Wer hilft den Tod bezwingen? Du allein, du Herr der Zeit; Du nur, o Herr der Ewigkeit! 2. Für den Himmel schufest du 5. Alle Stunden in Gefahr Sind wir, des Todes Erben. Tag um Tag und Jahr um Jahr Macht reifer uns zum Sterben. Mach' zum Sterben uns bereit! deshideg Am Todtenfeste. d 89 Gib Weisheit unsern Seelen, Erbarm', erbarm' dich unser! Das beste Theil zu wählen, Des Leuchten laß uns dann dein Licht! Ziels nicht zu verfehlen. Mach' Erkräftige die Müden Im letzten uns reif zur Ewigkeit! Der eiteln Kampf hienieden, Und nimm uns Welt absterben Lehr uns, des auf im Frieden. Geh' nicht mit Himmels Erben, Dir leben, dir uns in's Gericht! Gib uns zum auch sterben! Todesüberwinder, Gnadenlohne Des ew'gen Lebens dir, Dir leben und dir sterben wir! Krone, Und unsrer Schwachheit 6. Und ist unser Ende da; schone! Ehre dir zu aller Zeit Und Herr, Herr, erbarm' dich unser! Preis und Ruhm in Ewigkeit! Sei mit deinem Trost uns nah'; ( 83) Am Todtenfeste auf Weihnachten. Wiel. für die Gemeinde: Dir, dir Jeho-| det! Der zum Heil den Sohn uns vah, will ich singen 2c. Mel. für den Chor: Sollt es gleich bisweilen scheinen 2c. Gemeinde. 154. Auf Gräber blickt am 154. Auf Gräber blickt am Tag der Schmerzen, Gott, das thränenvolle Auge hin; Die Freude schweigt im wunden Herzen, Wo düster ernste Grabgedanken zieh'n! Du bist es, unsrer Lieben stille Gruft, Wohin es uns mit bangem Sehnen ruft! and chairs a Chor. sendet, Auch an Gräbern ist er nah'; Gottes Liebe glüht auch da! Gemeinde. Blicket himmelan, ihr Brüder! Zu der Erde steigt hernieder Gottes Sohn; nun strahlt auf's Grab Mildes Weihnachtslicht hinab. Gemeinde. 3. Wie bald entfloh'n ist unser Leben; Wie bald dahin des Lebens Herrlichkeit! Von Staub, dem Tode Preis gegeben, Sind wir vergänglich, wie die flücht'ge Zeit. Was ist der Mensch? Er dünkt sich reich und groß, Und dennoch sinkt er bald in's Grabes Schooß. Chor. 2. Jm Grabe schlummern unsre Lieben; Vergebens ruft sie unser Schmerz zurück. Sie sind dahin, und nur geblieben Ist uns Erinnrung an verlornes Glück. Es blickt das Auge fragend himmelwärts und suchet Trost für unser weinend Herz! 3509036 Christus, Christus ist geboren, Und zu Großem auserkoren Ist der Mensch, ein Kind der Zeit, Doch dem Himmlischen geweiht. Gemeinde. 4. Hinauf zum Himmel trägt der Glaube, Und freudig ahnt mein Herz ein hohes Ziel; Doch, wird es nicht dem Tod zum Raube, Und ist mein Wirken nicht ein eitles Spiel? Und wo in ew'gem Wechsel Alles freist, Bleibt da be steh'n, was Glaube wirken heißt? Chor. Glaube, wirke, all dein Streben Sei dem Heil'gen hingegeben! Was der Menschgewordne spricht, Chor. Ja, zu Gott das Herz gewen- Folge dem; es täuschet nicht! Landeswohlflande. Gemeinde. Gemeinde. 5. Die Freuden, die wir kaum 6. Du Sohn des Vaters, Herr genossen, und die des Todes kal- der Ehren, Sei hochgelobet, der ter Hauch verzehrt: Der Liebe geboren ist! Wir singen Preis in Bund, den wir geschlossen, Und frohen Chören, Und danken bes den des Todes falte Hand zer- tend dir, Herr Jesu Chrift! Du stört: Wir blicken wehmuths- lebst, du lebst; es flieht des Todes voll zu Himmelshöh'n,- Kann Nacht- Lob sei dir, Herr!! vor dem Tode denn kein Glück vor deiner Wahrheit Macht. besteh'n? Chor. 90 Bei allgemeinem Chor. Amen! Amen! Heil und Fries Hoffet! Christus ist geboren; den Ist den Todten auch beschieUnd im Tode nicht verloren, den! Christus lebt! Das Leben Was dem Himmel angehört: fiegt! Tod behält das Ew'ge Glaube, Liebe, Hoffnung währt! nicht! ( 140) 3. Abschnitt. Lieder für eine durch die öffentlichen Landes- Angelegenheiten und besondere Zeitumstånde veranlaßte kirchliche Feier. Landeswohlstande. Stand; Es finden der Fleiß, das Verdienst ihren Lohn, Und Recht und Gerechtigkeit stüßen den Thron. 4. Und frei ist der Glaube; uns leuchtet sein Licht, Erquict uns im Leiden, macht stark uns zur Pflicht: Dem Herrn, wie dem Knechte ist Jesu Wort werth; Im Geist, in der Wahrheit wird Gott hier verehrt. 5. So fühle denn Jeder, wie glücklich er ist Im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt. So 3. Mit schwellenden Garben fördere Jeder, so viel er nur kann, bedeckt sich das Land; Es blü- Des Vaterlands Bestes, und bet die Wohlfahrt in jeglichem freue fich dann! a) Bei allgemeinem an Gigene Melodie. 155. 3um Himmel erhebe dich, Freudengesang! Hoch töne aus fröhlichen Herzen der Dank! Auf, Alle von Vaterlandsliebe durchglüht, Singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, Er schirmet und schüßt es mit gnädiger Hand; Sein Segen ergießt sich auf Alle herab, Und väterlich wendet Gefahren er ab.rior stup In gemeiner Noth. 91 6. Gott, sei uns stets freund-| Ruh! So leben wir glücklich und lich und fördere du Das Werk wallen von hier Zum Vaterland uns'rer Hände in Frieden und droben, o Bater, zu dir! b) In gemeiner Noth. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 156. Wenn wir in höchsten Nöthen steh'n, Und keinen Ausgang weiter seh'n, Und finden weder Hilf' noch Rath, Ob wir auch sorgen früh' und spat: 2. Dann bleibt dies unser Troft allein, Daß wir uns deiner noch erfreu'n; Wir flieh'n zu dir, du treuer Gott, Du einz'ger Helfer in der Noth! Uns wieder deine Gnade zu! Durch Jesum Chrift verwirf uns nicht, Herr, vor deinem Angesicht! 5. Wir kommen, Herr und treuer Gott, Und flagen dir all' unsre Noth! Ach, deine Vateraugen seh'n, Wie hilflos, Herr, wir vor dir steh'n. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Nach unsrer Schuld vergilt uns nicht; Um Christi willen steh' uns bei, Und mach' uns aller Plage frei! 7. Dann, Vater, dann lobfingen wir mit freudenvollem Herzen dir; Gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir ( 39) dich hier und dort. 3. Wir heben unser Aug' und Herz Hinauf zu dir in unserm Schmerz, Und fleh'n dich um Begnadigung, Und um der Strafe Linderung. 4. Erbarmend, Vater, sage du Bei häufigem Negen. 3. Zwar sind wir nicht werth der Schonung, Die in Demuth wir erflehn; Doch von deiner heil'gen Wohnung Wollst erbarmend auf uns sehn! Du nur kannst aus allen Nöthen Mächtig, hilfreich uns erretten. 4. Vater, laß uns bald erblicken 2. Regengüsse stürzen nieder Deine Baterlieb' und Treu! Laß Auf die überschwemmte Flur. die Sonn' das Land erquicken! Hemme ihre Ströme wieder, Deine Gnade werd' uns neu. Ja, Herr und Vater der Natur! zu unsrer Seelenwonne Leucht' Trauernd stehen unsre Saaten; uns selbst, o Gnadensonne!(* 83) Vater hilf; laß sie gerathen! Mel. Herr ich habe mißgehandelt sc. 157. Herr der schönen Himmelslichter! Deine Sonne scheint uns nicht. Es umzieh'n die Wolken dichter Deines Himmels Angesicht! Laß die Wolken bald vergehen, Uns die Sonne wiedersehen! In Dürre. Mel. Sollt' es gleich sc. 158. Vater, weil an deinem Segen Alles nur allein gelegen; Ach so kommen Alle wir Jest in unsrer Noth zu bir. 2. Bitten dich, du wollest schauen Auf die ganz verdorrten 92 In gemeiner Noth. Auen, Aufbas arme trockne Land, 5. Herr, erhöre unser Flehen! Das die Sonne ganz verbrannt. Laß uns Segenswolken sehen! 3. Alle Frucht ist fast ersticket, Send uns Regen früh und spat; Weil kein Thau sie mehr erquicket: Mache feucht die dürre Saat! Fluren, Wälder, Laub und Gras 6. Dann soll Jeder freudig Seufzen nach dem frischen Naß. 4. Herr und Gott, du kannst wieder Dir anstimmen frohe Lieder, Und mit Herzen, Hand und das Leben Ihnen gar bald wieder Mund Rühmen deinen Gnadengeben. Alles steht in deiner Hand, bund. Wie uns Armen wohlbekannt. hodně In Theurung. Mel. Von Gott will ich zc. 159. Du bester Trost der Armen, Gott, Schöpfer aller Welt! Du Vater voll Erbarmen, Der ewig Glauben hält; Du, du erhörst Gebet! So höre, was der Glaube Zu dir jetzt aus dem Staube, Aus tiefen Nöthen fleht. 2. Uns bringen unsre Sünden Jest Noth und Herzeleid. Gott, Richter, wir empfinden, Was uns dein Wort gedräut. Ein fruchtbar Erdreich soll Bei gottvergeßnem Leben Das täglich Brod nicht geben: Ach, unser Maß ist voll. 3. Verklagt gleich unser Leben Vor dir, o Gott, uns hart: Doch Schonen und Vergeben Ist guter Väter Art. Gott, unser Vater, du Bist gut vor allen Vätern, Und neigst auch Uebertretern Dein Herz bald wieder zu. Gott, ihr Vater sein. Gott, unsre Zuversicht, Zu dem wir Alle flehen, Auf den wir alle sehen; Hilf uns, verlaß uns nicht! 5. Gott, unser Heil, ach wende Der Zeiten schweren Lauf! Thu' deine milden Hände, Den Schag der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, Nährst du mit Wohlgefallen; So schaff' denn auch uns allen Bei diesem Mangel Rath. 6. Herr, der du uns erschufest, Hör unser Angstgeschrei! Allmächtiger, du rufest Dem Nichts auch, daß es sei! Uns helfen ist dir leicht; Du kannst dem Mangel wehren, Und Ueberfluß bescheeren, Wenn's uns unmöglich däucht. 7. Laß alle Frucht gerathen, Und Alles besser geh'n! Erquicke unsre Saaten, So oft fie traurig steh'n! Herr, baue du das Land! Tränk' es mit Thau und Regen, Und fülle es mit Segen Aus deiner ( 84) 4. Wenn sie mit ernster Reue Zu dir um Hilfe schrei'n; So willst du bald auf's Neue Ihr milden Hand. Bei ansteckenden Seuchen und Krankheiten.ind hilft uns Armen? In unserm Jammer flehen wir Die Hände ringend, Herr, zu dir: Du wolleft dich erbarmen! 2. Der Seuche Gift verbreitet Mel. Kommt her zu mir spricht c. 160. Wenn uns dein Auge nicht bewacht, nicht rettet, Vater, deine Macht; Wer wacht, wer In gemeiner Noth. sich Weit um uns her: erbarme| sind Von dem Tod umfangen. dich; laß uns nicht plöglich ster- Wen suchen wir, der Hilfe thut, ben! Sieh, wir beweinen unsre Daß wir Gnad' erlangen? Das Schuld! Vergib, vergib uns, Gott thust du, Herr, alleine! Uns reuet der Huld, Und laß uns nicht ver- uns're Missethat, Die dich, Herr, derben! erzürnet hat. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des Todes tiefer Noth! Erbarm' dich unser! 3. Kein Reichthum schüßt, kein Stand, fein Ort. Hier fammern Wittwen, Aeltern dort, Und da verwais'te Kinder. Der Seuche Todeshauch erreicht Auch den, der ängstlich vor ihr fleucht, Den Frommen wie den Sünder. 4. Auch Kunst und Vorsicht rettet nicht. Wir haben keine Zuversicht, Als nur zu deiner Güte. O hilf uns, hilf in dieser Noth! Allmächtiger, gebeut dem Tod, Daß er nicht länger wüthe! 5. Sei mit den Sterbenden, daß sie Dein Antlig schau'n; und alle, die noch leben, die bewahre. Still' Aller Kummer, Angst und Schmerz, Daß bald ein jedes bange Herz, Wie gern du hilfst, erfahre! 93 2. Mitten uns im Tod ansicht Des Gerichtes Schrecken. Ach wer wird in solcher Noth Vor'm Gericht uns decken? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit Uns're Schuld und großes Leid. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen In der legten tief sten Noth! Erbarm' dich unser! 3. Mitten in den ew'gen Tod uns're Sünd' uns treiben. Wobin sollen wir denn flieh'n, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Troft! Erbarm' dich unser! ( 137, 113) 6. Das ganze Volk frohlott bir dann, und betet dich, Erretter, an, und preiset deine Gnade. Mit neuem Leben wandeln wir, Mit Muth und Treue, Gott, zu dir Auf deinem sichern Pfade! Eigne Melodie. 161. Mitten wir im Leben Bei Ueberschwemmung und Wasserfluth. Mel. Befiehl du deine Wege zc. ihren Ufern treten Verwüstend sie hervor. Wer hilft aus diesen 162. Es brausen aufge- Nöthen? Zu dir schau'n wir me thürmet Die Fluthen wild ein her. Wer ist's, der uns beschirmet? Nur du, Allmächtiger! Aus empor! 2. Wohl dem, Herr, dessen Wille In deinem Willen ruht! 94 In gemeiner Noth. Er bleibt getroft und stille In Sein Ziel hat Gott bestimmt. Sturm und Wasserfluth. Wohl dem, der dir vertrauet, Wenn Angst und Schrecken droht! Es weicht, wovor uns grauet, Herr, auf dein Machtgebot. Der Herr hat's uns gegeben; Der Herr ist's, der's uns nimmt. Mag uns die Fluth verschlingen! Uns hält des Vaters Hand. Durch Todeswogen bringen Wir doch in's Vaterland. 3. Der Herr ist eine Beste Zur Zeit der Noth; er sorg't Als Vater stets auf's Beste Für den, der ihm gehorcht. Nach dunkler Nacht wird's heiter; Nach Stürmen folget Ruh'. Bis hierher und nicht weiter!" Ruft er den Wogen zu. 11 4. Mehr können sie nicht schaden, Als ihnen Gott erlaubt. Sind wir bei ihm in Gnaden; Wer ist's, der die uns raubt? Mag Irdisches verschlingen Der Fluthen dunkles Grab; Wir dürfen fröhlich singen: Herr, wenn ich dich nur hab'!" 5. Nicht unser ist das Leben; wohl! 163. Gott, dessen Macht des Feuers Kraft Zum Segen und Verderben schafft! Mit welcher schrecklichen Gewalt Berwüstet's, und wie leicht, wie bald! Nach einer verheerenden Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sc. zu dir. Laß sie nicht hilflos; segne sie! Sung tröste die, Die du gebeugt haft; 5. Uns wieder segnen fannst du, Gott, In Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, gut und liebevoll Ift, was du thust; du machst es wohl. 2. Ach manche Häuser hat's verzehrt, Und manches Menschen Glück zerstört. Auch dies hat deine Hand gethan; Wir weinen, Herr, und beten an! 6. Wohl fleben wir: ,, erbarme, Ach Herr, erbarme dich! Sieh gnädig auf uns Arme! Ein Wort der Rettung sprich! Herr, hilf uns, wir verderben! Sei, Helfer, uns nicht fern!" Doch sind des Himmels Erben In Noth und Tod des Herrn. 3. Wir weinen; doch dein Rath ist gut. Uns lehrtest du durch Feuersgluth: Das Irdische sei Asch' und Staub, Und der Vernichtung schneller Raub. 7. Läßt du uns Hilfe sehen; Dank dir, Erbarmer, Preis! Versagst du unser Flehen; Auch dann dir, Bater, Preis! In deine Hände legen Wir Alles glaubensvoll. Dein Thun ist lauter Segen, Und Alles machst du ( 83) 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir In ihrem Jammer, Gott, 6. Gib Unterwerfung und Geduld, Und laß uns deiner Vaterhuld Mit frommer Zuversicht vers trau'n, Und stets auf deine Hilfe bau'n. 7. Schüß' unser ganzes Vaterland Vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand. Gib, weil du unser Vater bift, Uns Alles, was uns heilsam ist! Trond o til spitals ad suit$ 190 he'll 1920 and In gemeiner Noth. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 164. Es zieh'n, o Gott, die Kriegeswetter Jeßt über unser Haupt einher. Bist du, o Herr, nicht unser Retter, So ist's für unser Land zu schwer! Sieh, wie die Völker sich entzwei'n, Und sich zu unterdrücken dräu'n! 2. So laß uns hier allein, o Vater, Auf dich und deine Vorficht schau'n; Auf dich, den mächtigsten Berather, Und nicht auf Menschenhilfe bau'n, Die ohne dich uns gar nichts nüßt, Die nur durch dich uns kräftig schüßt! 3. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Roß' und Wagen stark Gedränge Ist's nicht, was Sieg und Heil verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; Doch kommt der Sieg allein vom Herrn. 4. Drum fallen wir in deine Arme, Du Vater der Barmherzigkeit, Und flehen voll Vertrau'n: erbarme Dich über uns zur schweren Zeit! Laß Gnade doch für Recht ergeh'n; So bleiben wir doch aufrecht steh'n! 5. Nicht grimmig, sondern nur mit Maßen Sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen; Nein, Vater, 95 1627 nein, das thust du nicht! Wir sol Geprüfet und gereinigt sein. len nur durch Angst und Pein 6. Zulegt wird Jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott gethan! Gerecht ist er in seinen Schlüssen; Ihn bete dankbar Alles an! Er hilft und er errettet gern. Lobsinget ihm und preist den Herrn!( 17) mel. Erquicke mich, du Heil der ic. 165. Ach, daß wir Friede sollten hören In unsers Gottes Heiligthum! So wird uns keine Furcht bethören; Denn Gott ist unser Sieg und Ruhm. Wir stimmen ein mit unserm Viede: Du Friedefürst, gib Friede, Friede! 2. Laß Güt' und Treue fich begegnen; Es tüffe Fried' und Recht sich hier. Laß Sieg und Glück vom Himmel regnen; Auf Erden wachse Treu' herfür! Wir stimmen ein mit unserm Liede: Du Friedefürst, gib Friede, Friede! 3. So singt man in gerechten Hütten; So rühmt, wer deinen Ruhm erhöht. Du wirst mit Gus tem uns beschütten, Daß unser Land im Wachsthum steht. Wir stimmen ein mit unserm Liede: Du Friedefürst, gib Friede, Friede! nu mi dan das ( 174) Noth und Gefahr. c) Nach Nettung aus She mattor Nach anhaltenden Regengüssen. Mel. Gott des Himmels und der ic. 166. Lieblich scheint die Sonne wieder an dem heitern Firmament; Sanft erquickend ftrahlt sie nieder Auf die Frucht, die Gott uns gönnt. Seht, wie schön, wie neubelebt Hoffnungsreich die Saat sich hebt. sin dall 2. Mit erkenntlichem Gemüthe 96 Nach überstandener Noth. Wollen wir dir dankbar sein; uns droht, Daß ihm stets in fester Dir, o Vater, reich an Güte, Treu' Unser Herz geheiligt sei! Ewig unser Leben weih'n; Dir, der allem Mangel wehrt, Immer liebreich uns ernährt! 4. Ja, dir, Leben aller Leben, Aller Kräfte ew'ge Kraft, Dir sei unser Herz ergeben! Du bist's, der uns Segen schafft. Ewig sollst du, Herr, allein, Unser Gott, gepriesen sein. ( 12) 3. Lasset unsern Gott uns ehren, Und befolgen sein Gebot; Voll Vertrau'n zu ihm uns kehren, Wenn Gefahr und Noth Nach der Dürre. Mel. Nun lob' mein Seel' 2c. 167. Ein milder Regen finfet Erquickend auf die dürre Flur; Wie labt sie sich, wie trinket Ihn die verschmachtete Natur! Die fanften Ströme fühlen Der Lüfte weites Meer, Und die Geschöpfe fühlen Sich nicht mehr träg' und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen, Und Hig' und Dürre flieh'n; Und fromme Lieder steigen Empor, und preisen ihn. 2. Mit Muth im Angesichte Beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; Er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aeb- ewig schau'n! Nach abgewendeter Theurung. Mel. Es ist das Heil uns kommen sc. 168. Du haft, o gnadenreicher Gott, In Theurung uns ernähret, Im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret. Und nun hat deine Segenshand Von uns und unserm Vaterland Den Mangel abgewendet. 2. Dich, Vater, der Barmherzigkeit, Dich jammerte der Armen, Und als ein Gott, der gern erfreut, Bewieseft du Erbarmen. sid 100 622 1 ren, Vom Mark der Erde voll, Das deine Menschen nähren Und fie erfreuen soll! Auf, preiset Got tes Milde! Er ist's, der Regen schickt, Und lechzende Gefilde Boll Vaterhuld erquickt. id 3. Erhalter unsers Lebens! Herr, dem wir uns jetzt dankbar nah'n! O laß uns nicht verge bens Die Gaben deiner Hand empfah'n! Du sendest Thau und Regen, Gibst milden Sonnenschein Und eilft, mit deinem Segen Uns alle zu erfreu'n. O lehr' uns dich erheben, Und findlich dir vertrau'n, Und menschenfreundlich leben, Bis wir dich ( 126) it str FT 1 Groß war die Noth, wie unsre Schuld; Doch größer noch war deine Huld, Und deine Macht und Weisheit. 3. Drum wollen wir mit Lob und Dank Zu deinem Throne dringen, Und laut den hohen Preisgesang Mit unsern Brüdern singen. Der Höchste hält, was er verspricht: So lang die Erde steht, soll's nicht An Saat und Nernte fehlen. O and 4. Gib, daß wir auch im Ueber Nach überstandener Noth. 97 fluß Uns niemals stolz erheben, auf dich; Du hilfst uns in GefahStets mäßig bleiben im Genuß, ren, Und wirst in Zukunft väterDen Lüsten widerstreben; Und gern mit dem, was deine Hand So liebevoll uns zugewandt, Den armen Brüdern dienen! lich Vor Kleinmuth uns bewahren. Wie gern, o Vater, wendest du Dem Lande Schutz und Segen zu, Wo deine Knechte wohnen! ( 102) 5. Wir hoffen, Herr, getrost Nach überstandener Seuche. zen. O du Erbarmer voll Geduld! Nach unsrer Uebertretung Schuld Hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt- o wir preisen dich- Gezüchtigt hast du väterlich, Und väterlich geschonet. 3. O sieh versammelt uns vor Dir, Voll Dank dich zu erheben. Dir, Vater, weihen Alle wir Das neugeschenkte Leben. Es bete Kind und Greis dich an; Es danke, wer nur danken kann, Und diene deinem Namen; Und 2. Zu dir, du Menschenretter, rühme: Gott ist unser Gott! schrie'n Der Deinen bange Her- Frohlockt; er hilft uns in der zen. Da ließest du die Seuch' ent- Noth; Er hilft uns! Amen, ( 18. 24) flieh'n, Und heiltest unsre Schmer- Amen! Nach Ueberschwemmungen. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 169. Wir kommen, Netter, dir Gesang Und Ruhm und Preis zu bringen! Des ganzen Volkes heißer Dank Soll, Bater, dir lobsingen! Du warst mit uns in tiefer Noth! Rings um uns her war nichts als Tod, Als Jammer und Verderben. Voll Furcht und Schrecken saben wir Ach, Väter, Mütter, Brüder hier, Dort Greif' und Kinder sterben. Mel. Nun danfet alle Gott 2c. 3. Nun ist der Sturm vorbet; Die Fluth hört auf zu toben: 170. Lob, Ehr' und Dank Gott, du haft sie bedroht Mit sei dir, großer Gott, gesungen, Daß du durch deine Macht Die wilde Fluth bezwungen! Es tobete der Sturm; Die Bogen schreckten sehr, Und rauscheten fast schon In unsre Hütten her. starker Hand von oben! Die Wasser laufen ab; Der Mensch wird wieder froh, Der voller Furcht und Angst Nach sichern Höhen floh. 4. So preisen wir dich denn, 2. Doch mitten in der Fluth O Vater aller Güte! Nimm an, Sah'n wir, Herr, dein Erbar was wir dir jest Mit dankbarem men; Du halfft uns väterlich, Gemüthe Für deine große Treu' Bewiesest da uns Armen, Wie Zum Opfer bringen dar! Ein dir du von Herzen doch Die Men- gehorsam Herz Sei unser Dankschen nicht betrübst, Und im Be- altar. trüben auch Sie als ein Vater liebst. 5. Wir rühmen deine Macht; Denn die gebot den Wellen, Daß E 7 98 Nach überstandener Noth. ihre große Kraft Uns doch nicht du bisher betrübet, Und segne fonnte fällen. Du sprachest nur Herr, dein Volf, Das dir sich ein Wort: Bis hierher sollt ihr geh'n!" Dein Werk ist es, daß wir Uns ganz gerettet seh'n. ganz ergibet! Zu jeder Christenpflicht Gib neue Willigkeit; Und schenk' auf diese Fluth Uns segens, volle Zeit! 6. Erfreue nun das Land, Das Nach glücklich abgewendeter Feuersgefahr. 171. Wir nah'n zu deinem Mel. Nun danfet alle Gott. zugesendet. Heil uns, daß noch dein Lob Von unsern Lippen schallt, Gott, an Erbarmen reich, Und mächtig an Gewalt! Thron, Gott, mit gerührtem Her• zen, Der du so gnädig half'st, Da 3. Steh' den Bedrängten bei, wir voll Angst und Schmerzen Uns Die jest noch traurig weinen; in Gefahr und Noth Durch Feuer- Hör' auf der Frommen Fleh'n, flammen sab'n, Und nun gerettet Wenn sie vor dir erscheinen; Und sind! Das hast du, Gott, gethan! segne du mit Glück Nach väter2. Dank sei dir, großer Gott! lichem Rath, Was jeßt bei Andrer Du hast das Leid gewendet, Das Noth Die Menschenliebe that. uns so nah bedroh't, Und Hilfe ( 194) Nach wieder hergestelltem Frieden. Mel. Wachet auf ruft ic. bringt Alle Seelen. Hell wird der Blick: Es fehrt das Glüc Zur Hütt' und zum Palast zurück. * 172. Hallelujah! Preis und Ebre! Die Tempel schmückt, weiht 3. Nur durch dich ist es erdie Altäre Jhm, der uns großes rungen, Was nah und fern in Heil gesandt! Singt dem mäch- allen Zungen Die Hartbedrängtigen Erretter! Er rettet uns aus ten heiß erfleht. Gnädig hast du, Sturm und Wetter; Er sendet Herr, vernommen Die stillen Ruh auf Meer und Land. Der Seufzer deiner Frommen, Er Schlachten Donner schweigt; hört die Thränen, das Gebet! Der Friedensbogen neigt Sanft Den Kampf hast du verkürzt; fich nieder. Gott hielt Gericht, Der Thronen baut und stürzt, Und herrlich bricht Aus langer Dir die Ehre! Dein Wink ge Nacht bervor das Licht. beut; Da ruht der Streit: Die Welt schaut deine Herrlichkeit. 2. Seid gesegnet, Wonnetage! Der stille Schmerz, die laute Klage Lös't sich in Freudenthränen auf. Sprosset fröhlich, reiche Saaten! Die zürnend euch zu Boden traten, Gebemmet ist der Schlachten Lauf. Wie ist die Welt verjüngt! Ein Lebensgeist durch- Den Sohn, der Mutter und der 4. Friede fehrt den Völkern wieder; Des Segens Fülle strömt bernieder, Und sicher steht, was Eintracht baut. Nicht entreißt mehr' obn' Erbarmen Des Krieges Wuth des Vaters Armen Huldigungs- und Geburtstagsfeier des Landesherren. 99 Braut. Ruh' euch, die ihr ge- nieder. Von dir fam uns der kämpft, Mit Gott den Feind ge- Sieg; Nun kehrt die Ruhe wiedämpft! Friedenspalmen Ent- der. Dein Nam' ist Friedefürst, blühen schon Der Gruft, und Und Rath und Kraft und Held; Lohn Wird euch vor des Vergel- Groß, wundervoll dein Thun: ters Thron. Vor dir verstummt die Welt. 5. Herr, der Frieden uns gegeben; Hilf uns, nach Jesu Frieden streben, Der unser Innerstes durchdringt! Herrscht in uns dein beil'ger Wille, So wandelt sich in Ruh' und Stille, Was feindlich in uns kämpft und ringt. In Frömmigkeit und Recht Erblüht ein neu' Geschlecht Dir zum Ruhme; Zu dir hinauf Führt unser Lauf, Und ew'ger Friede nimmt uns auf. ( 136) Mel. Nun banket alle Gott zc. 173. Herr Gott, dich loben wir! Dein Volk sinkt dankend 2. Doch ewig Vater nur Will dich die Lippe nennen, So lang es schlägt, das Herz Von heißem Danke brennen. Barmherzig, gnädig, treu, Ein Helfer in der Noth: So hat es dich erkannt, Dich, unsrer Vätei Gott! 3. Nimm unser Opfer an! Wir bringen, was wir haben. Erhalt uns, die du gabst, Die höchsten deiner Gaben: Die Ruh, die Sicherheit, Des Heldenkam pfes Lohn; Der Eintracht festes Band, Und unsers Fürsten Thron. ( 136) d) Bei Gelegenheit der den Landesherrn betreffenden Ereignisse. Haldigungs- und Geburtsfeier des Regenten. Mel. Nun banket all' und bringet c. 3ier, Der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh ist seine Pflicht, Und er ein Mensch, wie wir; Ach, er bedarf vor Andern Licht Und Rath und Kraft von dir! 174. Gott, unser Fürst erfreue sich In deiner Hilf', und sei, Geheiligt und regiert durch dich, Dir, seinem Herrn, getreu! 2. Begnadigt, Gott, mit deiner Kraft, Und deines Geistes voll, Gedenk' er stets der Rechenschaft, Die er dir geben soll! 3. Er förd're willig deinen Ruhm; Er denke gern daran, Sein Volk sei auch dein Eigenthum, Und er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir Zum Herrn verordnet ist, Sei deiner Kirche Schuß und 6. Erhör' ihn, Gott, wenn er begehrt, Dir ähnlich hier zu sein; Dann laß ihn, in dein Bild verklärt, Sein Volk, wie du, erfreu'n! 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, Und bleib dir immer treu, Daß er dem Laster fürchterlich, Der Tugend tröstlich sei! 8. Seg' weit hinaus das 7# 100 Huldigungs- und Geburtsfeierdes Landesherrn.- Taufe. Lebensziel, Das er erreichen soll; glücken, Mit seinen Gaben Gott, mache seiner Tage viel, schmücken Das ganze FürstenUnd jeden ehrenvoll! haus; Darüber mächtig walten, 9. Sein Thron besteh' un- Den theuern Stamm erhalten wandelbar! Sei seiner Freunde Bis in die fernste Zeit hinaus! 3. Gott woll' uns hochbe: glücken, Sein Gottessiegel drücken Auf jede Fürstenthat; Daß Fried'aus ihr die Fülle Und Heil und Segen quille, Und Wohl, das keinen Wandel hat! 4. Gott woll' uns hochbeglücken, Mit Lieb' und Eintracht schmücken Den Fürsten und sein Land; Damit uns ohne Sünde Stets inniger umwinde Des goldnen Friedens Himmelsband! 5. Gott woll' uns hochbëglücken Und seinen Engel schicken Am Schluß der Pilgerzeit, Der selig ohne Klage So Volk, als Fürsten trage Zum Freudensaal der Ewigkeit! ( 69. 85) Freund; Sei sein Beschüßer in Gefahr, Und wehre jeden Feind! 10. Sein werd' in jedem Fleh'n zu dir Mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' es, Gott; dann jauchzen wir, Und preisen deine Macht! ( 24) Mel. In allen meinen Thaten 2c. 175. Gott woll' uns hochbeglücken, Mit steten Gnadenblicken Auf unsern Fürsten seh'n; Ihn schügen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone Lang, lang und glorreich lassen steb'n! 2. Gott woll' uns hochbeAbschnitt. Lieder für die kirchlichen Handlungen. Bei Taufen. Bor der Taufe. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Christen sein. Du weihest es in diesem Bade Zu deinem Kind und Erben ein. Heil ihm, erkennt es einst den Werth Des Glücks, daß es dir angehört! 176. Dir, Herr, sei dieses Kind empfohlen, Dir, dessen Treu' unwandelbar! Wir bringen's, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen Taufe dar. Du segnest es, Herr Jesu Christ, So wahr du unser Heiland bist. 3. Was ist der Mensch, daß du sein denfest? Des Menschen Kind, daß du es ehrst? Daß du so großes Heil ihm schenkest, Jhm deine Güte all' gewährst? Was ift's? Ein Staub, ein Nichts vor 4. 2. Durch dieses Siegel deiner Gnade Wird jedes Recht der Tauflieder. dir! Doch deine Huld währt für und für! ( 127) Mel. Christ unser Herr zc. 177. Dir wird jetzt dieses Kind geweiht, Dir, Jeſu, dieſe Seele! Gib, daß es in der künft'gen Zeit Dich nur zum Führer wähle. O bleibe stets sein Hirt und Freund, Bewahre es vor Sünden; Und wenn sein Lebensend' erscheint, So laß es Gnade finden, Und Heil und ew'ges ( 117) Leben! 101 auf unsern Armen! Zu dir, Vater, flehen wir Dich auch seiner zu erbarmen! Es sei dein! Es lebt durch dich; Segne, schüß' es väterlich! 2. Führ' es aus der Nacht zum Licht, Daß es sich und dich erkenne, Froh erkenne feine Pflicht, Und dich liebend Vater nenne, Daß es Jesu Christo treu Folgsam deinem Geiste sei. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 178. Sich uns betend, Gott, vor dir; Sieh dies Kind 3. Laß es, Herr, in Lust und Schmerz Nicht von deiner Liebe scheiden. Nein erhalte dir sein Herz; Väterlich woll'st du es leiten. Führe es an treuer Hand In sein himmlisch Vaterland! ( 136) Nach der Taufe. strahl' ihm Licht Von deiner Höhe, Daß es die Heimath sehe, Die Gottesstadt! Mel. Aufersteh'n, ja aufersteh'n c. 179. Dir, Herr Jesu, sei dies Kind geweiht, Ein Erb' der Ewigkeit! Du wollft's erziehen, Um herrlich aufzublühen Zu deinem Preis! 2. Segne, Herr, nimm's auf in deine Hut! Der überschwenglich thut, Mehr, als wir flehen Und wissen und verstehen; Erhöre uns! 5. Heilig, heilig, heilig; Preis und Ruhm! Wir sind dein Eigenthum! Ja, Amen, Amen; An3. Leuchten laß ihm, Herr, betung deinem Namen In Ewigdein Angesicht! Im Dunkeln feit! ( 83) Mel. Wachet auf rust ic. 180. Unserm Gott laßt uns Lobsingen, Jehovah unser Opfer bringen; Nur ihm gebühret Ruhm und Ehr'! Wie im Himmel, so auf Erden Müss' er von uns verherrlicht werden; Denn er ist Gott, und feiner mehr. Er ist's, 4. Deinen Frieden gib ihm, Herr und Gott, Im Leben und im Tod, Und dort am Throne Des ew'gen Lebens Krone! Erbarm' dich sein! Bei einer Profelyten- Taufe. deß ew'ger Rath Uns All' erwählet hat In dem Sohne. Durch ihn allein Will er verzeih'n, Und allen Sündern gnädig sein. 2. Preis sei Jesu, Gottes Sohne, Der uns am Kreuz des Lebens Krone Und unvergänglich Heil errang! Alle Völker müssen kommen, Ihn anzubeten mit den 102 Tauflieder. Frommen, Vom Aufgang bis zum| Christentaufe) weih'n. Herr, Niedergang. Wohl dem, der ihn nimm ihn( sie) gnädig auf! Sein bekennt, Ihn seinen Heiland nennt( Jhr) ganzer Lebenslauf Sei dir Voller Glauben. Dem drohen heilig. Steh' selbst ihm( Steh' nicht Tod und Gericht; Er dringt ihnen) bei, Und mach' ihn( sie) aus Finsterniß zum Licht. treu, Damit sein( ihr) Bund beständig sei! Nach der Taufe. 3. Gottes Geist sei hoch erhoben, Der uns're Herzen zeucht nach Oben, Und reiche Gaben 5. Run, das Bündniß ist geuns verleiht. Licht und Kraft schlossen! O mit der Taufe ausströmt er hernieder Auf Jesu gegossen Sei über diesen( diese) Christi heil'ge Glieder, Die er auch der Geist! Sei( seid) nun zum Tempel sich geweiht. Er stark in deinem( euerm) Glauben; pflanzt des Lebens Wort In Laß Nichts dir( Lass't Nichts Christi Kirchefort, Bis an's Ende. euch) jene Krone rauben, Die Und sie besteht Von Gott erhöht, seinen Treuen Gott verheißt! Ob Erd' und Himmel untergeht. Heil, Gottgeweihter, dir! Mit 4. In der Kirche Friedens- Liebe grüßen wirDich als Bruder. hallen Zieht, Herr,( Zieh'n, Herr,)( Schwester.)( Heil, Gottges gesegnet von uns Allen, Ein neuer weihte, euch! In Jesu Christi Heilsgenosse( Jegt nene Heils- Reich Seid willkommen!) Herr, genossen) ein. Dir, dem Vater segne ihn!( sie!) Behüte ihn! und dem Sohne, Dir, Geist auf( fie!) Dein Gottesfriede ruh' auf deinem ew'gen Throne, Will er ihm!( Den Frieden laß auf ihnen sich in der Taufe( Soll sie die ruh'n!) (* 83) Bei der Prüfung Mel. Set Lob und Chr. 181. Lobt Gott in seinem Heiligthum, Die ihr den Höchsten fennet, Der uns sein Evangelium Von Jugend an gegönnet; Der uns den Weg zur Wahrheit zeigt, Und unser Herz zum Guten neigt! Gebt unserm Gott die Ehre!" 2. Dein sind wir, Vater, Sohn und Geist! Dich wollen wir bekennen. Von dem, was uns dein Wort verheißt, Soll ewig uns Nichts trennen; Nicht Ruhm der Menschen, nicht ihr Spott, Nicht Glück, nicht Trübsal, nicht der Tod, Nichts soll uns von dir trennen! der Confirmanten. 3. Den Weg der Wahrheit wählen wir Und wissen deinen Willen. Gib uns die Kraft,- fie kommt von dir!- Jhn immer zu erfüllen. Erhalt' in deiner Furcht das Herz, Daß es im Glücke, wie im Schmerz, Sich findlich dir ergebe. 4. Herr, wir sind dein; verlaß uns nicht! Nichts müsse dir uns rauben! Du bleibest unfre Zuversicht; Denn du hältst ewig Glauben. Getreu bist du; auch uns mach' treu, Daß unser Bund beständig sei. Preis sei dir, Dank und Ehre! ( 195) Confirmationslieder. Bei der Einsegnung der Confirmanten. nahen wir, Erlöser, Mel. Sei Lob und Ehr 2c. Jesus 182. Die bier vor deinem Christus, dir, Uns deinem Dienst Antlig steh'n, Sind Jesu Christi zu weihen! Wir nahen, Herr, Glieder. Gott, höre, was wir mit Herz und Mund, Der Taufe für sie fleh'n; Sieh gnädig auf sie segensreichen Bund, Als Christen, nieder! Gib ihnen, Bater, Sohn zu erneuen! Und du, Jesu, Woll'st und Geist, Das Gute, was dein zum Bunde Dieser Stunde Segen Wort verheißt, Im Leben und im sprechen, Daß wir nimmermehr ihn brechen! Sterben! 103 2. Heil uns! wir haben dich 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn Und seine heil'gen Lehren! erkannt, Gott, Bater, und das It Freude, Gott, vor deinem Vaterland, Im Himmel uns bes Thron, Wenn Sünder sich bereitet; Und dich, Sohn Gottes, tehren; laß heute größ're Freude sein, Da diese Seelen dir sich weih'n, Dir ewig treu zu bleiben! Jesus Christ, Daß du der Sünder Heiland bist, Der sie zum Himmel leitet! Laß dein Uns sein! Unser Leben, Dir ergeben, Soll dich loben; Gib uns dazu Kraft von Oben! 3. laß sie Gnad' und nicht Gericht Bei Jesu Mahl empfahen, Wenn sie mit frommer Zuversicht Zum erstenmal sich naben! Es stärke sie in aller Noth, Damit sie Jesu Christi Tod Recht preisen durch ihr Leben. 4. Pacht ihnen bei dem edeln Lauf Die falsche Welt entgegen; O dann hilf ihrer Schwachheit auf; Und wenn sich Lüste regen, Laß sie auf Jesum gläubig sch'n, Die Welt mit ihrer Lust verschmäh'n, Beharren bis an's Ende! 3. D send' uns, wie dein Wort verheißt, Den heil'gen, guten Gottesgeist, Daß er uns Weisheit lehre! Er steh' uns in Versuchung bei; Er mache uns von Sünden frei, Und tröst' uns dir zur Ehre, Daß wir Dir hier, Wie in Freuden, So in Leiden, Leben, sterben, und die Seligkeit ererben! ( 190) 5. Zeig', Herr, den Lohn der Ewigkeit Von fern den theuren Seelen, Die dich für ihre Lebens zeit Zum Trost und Führer wählen! O treuer Heiland, sie sind dein; Schreib heut' ins Buch des Lebens ein Die Namen dieser Christen! ( 85) Die Gemeinde. Mel. Ich dank' dir schon ic. 184. O sieh mit Vaterhuld berab Auf dieser Kinder Reihen, Die sich, zur Treue bis an's Grab, Dir, dem Erbarmer weihen! 2. Auf ihrer Kindheit stillem Pfad Warst du stets ihr Begleiter. Nun führe sie nach deinem Rath Auch in der Jugend Mel. Wie schön leucht't zc. Die Kinder. 183. Mit heil'ger Freude weiter. 104 Confirmationslieder. 3. Umschwebe schügend in Ge-| Werth, Der Unschuld Werth ents fahr Die leicht verführten Seelen; weihet, In sie, die Gott so hoch Laß sie zum Leitstern immerdar geehrt, Des Lasters Samen Dein Wert, o Vater, wählen! streuet! 4. Herr, ihres Glaubens Zuversicht, Laß feinen Zweifel schwächen, Und selbst im Thal der Leiden nicht Den Stab der Hoffnung brechen! 8. Im Himmel ist ihr Vaterland; Dem hilf uns sie erziehen: Laß sie, gepflegt von unsrer Hand, Als Pflanzen Gottes blühen! 5. Als Glieder heißt sie allzu mal Willkommen die Gemeine; Mit uns nah'n sie zum Bruder mahl Im heiligen Vereine. 9. Ach, wenn nach kurzer Prüfungszeit Die Großen und die Kleinen Am Throne deiner Herrlichkeit, O Jesu, sich vereinen: Tad said dure 6. Hehr sei uns Gottes Eigen- 10. Laß dann aus dieser Kinfhum, Das Christi Blut erkaufte! der Reih'n Nicht Eines, Eines Wir sind, wie sie, zu seinem Ruhm fehlen! Laß sie des Himmels Auf seinen Tod Getaufte. würdig sein, Die theu'r erkauften Seelen! in pler ( 83) 7. Web'dem, der dieser Seelen Vor der Einsegnung. und b Mel. Wachet auf, ruft ic. 185. Sieh, da steh'n bie jungen Seelen, Und wollen dich zum Führer wählen, O Mittler unfrer Seligkeit! Grenzenlos ist deine Liebe! Sie wissen's, und aus reinem Triebe Wird nun ihr Bund mit dir erneut. Ach nimm sie huldreich auf, Und lenke ihren Lauf Durch das Leben. Wir alle fleh'n: Laß du sie seh'n, Wie herrlich du die Deinen führst! 2. Singt, o singt, ihr frohen Chöre! Dir, dir, o Herr, sei Preis und Ehre! Durch dich wird unser Geist erfreut. Auch an diesen jungen Christen, Die sich zum Glaubenskampfe rüsten, Verklärst du deine Herrlichkeit. Wir seh'n: dein Reich besteht, Wenn auch die Welt vergeht. Wohl uns Allen! O welches Heil Wird unser Theil, Wenn Jeder deine Bahn betritt! Mel. Mache dich, mein Geift c. 186. Vater, Sohn und heil'ger Geift, Segne diese Kinder! Du, deß Name heilig heißt, Weißt's: Auch sie sind Sünder. Aber dir Nah'n sie hier, Daß zu neuer Treue Dir ihr Herz sich weibe. 2. Jesus Christus, sie sind dein, Dir mit Blut erkaufet! Laß in dir sie selig sein, Mit dem Geist getaufet! Laß sie dir Für und für, Auch schon hier auf Erden, Ganz geheiligt werden! 3. Allen gibst du gern dein licht, Das uns führt zum Leben. du wirst, wir zweifeln nicht, Es auch ihnen geben! Mache neu, Dir getreu, Die hier vor dir stehen! Hör', o hör' ihr Flehen! ( 35) Mel. Seelenbräutigam zc. ( 148) 187. Auf, beschwört den Confirmationslieder. Bund! Schwört mit Herz und Mund, Fest im Glauben zu bestehen, Gottes Wege stets zu gehen! Weh' dem, der den Eid Freventlich entweiht! 2. Haltet ihn getreu; Und Gott steh' euch bei! Kommt, wir wollen euch zur Seiten Hand in Hand zum Himmel schreiten. Muthig; uns're Bahn Führet himmelan! ( 148) Wechselgesang. Mel Ach bleid mit deiner Gnade ic. Die Gemeinde. 188. Sich diese fungen Seelen, Die, Vater, die sich nah'n, Zu fleh'n um deinen Segen Für ihre neue Bahn! Die Kinder. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen Wir Herz und Leben weih'n! Mel. Jefus meine Zuversicht ic. Die Gemeinde. 189. Gottes Gnade sei mit euch; Sie verleih' euch Kraft und Segen; Wallet freudig Gottes Reich, Euerm hohen Ziel, entgegen! Groß ist einst des Glaubens Lohn Vor des Weltenrichters Thron. Die Gemeinde. 2. Sie kommen, dir, o Vater, Sich feierlich zu weih'n; Geloben theu'r und heilig, Dir ewig treu zu sein! Die Kinder. Dich immer findlich lieben, Gehorchen willig dir, Den Heiland O treu bekennen; Herr, das wollen wir! 105 Nach der Einsegnung. 2. Heilig sei euch dieser Tag, Heilig, was ihr nun versprochen! Was der Mund vor Gott ver sprach, Werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth Fromm und treu bis in den Tod! Die Gemeinde. HOD 3. Sie wollen jeder Sünde Mit Muthe widersteh'n, Den Weg, den Jesus lehrte, Und selbst betrat, stets geh'n. Die Kinder. Wir wollen jede Sünde, Das kleinste Unrecht scheu'n, Nach Jesu heil'gem Bilde Uns ganz der Tugend weih'n. Die Gemeinde und Kinder zugleich. 4. D blick auf sie( auf uns) mit Segen, Allgnädiger herab, Und laß sie( uns) dem Gelübde Getreu sein bis an's Grab! Die Kinder. 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit Haben wir uns dir verpflichtet; Dir sei unser Herz geweiht, Unser Geist auf dich gerichtet! O wie selig werden wir Durch den Bund, o Gott, mit dir! 4. Stärf uns, Herr, mit deiner Kraft! Schüß' uns vor der Macht der Sünden; Du, der Sieg und Hilfe schafft, Hilf im Kampfe überwinden! Laß die Seele fromm und rein, Standhaft uns im Glauben sein! Alle. 5. Sieh, o Herr, wir alle fleh'n! Stärke buldreich uns're 106 Seelen, Daß wir niemals irre geh'n, Nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit; Fromm sein bleibt in Ewigkeit. ( 97) Confirmationslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Die Gemeinde. 190. So bleib' es ihm denn ganz ergeben, Das Herz, das ihr jegt Gott geweiht! Es schlag' in euerm ganzen Leben Für Wahrheit, Tugend, Frömmigkeit! felig, wer im Kampf besteht Und treu auf Gottes Wegen geht! 2. Vergesset nie die großen Worte: ,, Getreu zu sein bis in den Tod!" Ihr spracht's! Gott ist an jedem Orte, Kennt euch im Glück, sieht euch in Noth, Und steht uns, sind wir ihm nur treu, Mit väterlicher Hilfe bei. Muth zum Kampf der Pflicht, Verlaß mich in Versuchung nicht! 4. Du zählst auch mich zu deinen Kindern! Nimm Kindesliebe hin von mir! Nichts soll je meine Treue mindern; Dir leb' ich, Gott, einst sterb' ich dir! Sei du mein Helfer, Jesus Christ, Der du auch mir der Heiland bist! Mel. O Ewigkeit du Donnerwort e. Die Gemeinde. 5. Dem Vorsag treu zu sein, gib Muth! Jhr großer Theil, ihr erstes Gut Sei Glaube, Hoffnung, Tugend! O Vater alles Guten, leit Durch deinen Geist sie in der Zeit Gefahrenvoller Jugend! Vah du ihr Herz voll lieb' und rein, Laß sie stets deine Kinder sein! Alle. Die Confirmirten. 6. Und steh'n wir einst vor deinem Thron, Wir Alle, Mittler, Gottessohn, Zu deinem Weltgerichte; Wenn es geöffnet vor 3. Ja, steh' mir bei mit deiner uns liegt, Des Lebens Buch, dann Gnade, O Bater, der auch mich schreck' uns nicht Von deinem geliebt! Führ' mich auf deiner Angesichte! Dann laß uns alle, Wahrheit Pfade Zum Ziel, das alle bein, Des ew'gen Lebens Seelenruhe gibt. Stärk' mir den würdig sein. ( 180*) Communion. Bedfelgefang. Mel. Jesus meine Zuversicht ic. Die sämmtlichen Communicanten. finden, Und was du für uns ges than, Freudig dankbar zu verkünden; Dein Gedächtniß za er191. Bis zum Tode liebtest neu'n., Dir auf ewig uns zu du, Herr und Heiland, deine weih'n. Brüder; Brachtest Wahrheit, Unschuld, Nuh, Hoffnung auf die Erde wieder; Opfertest dich uns zu gut mit der Liebe Helbenmuth. 2. Sieh uns hier voll Andacht nah'n, Trost und Heil bei dir zu Während der ersten Die Kinder allein. 3. Sieh zum erstenmal uns nah'n, liebevoll von dir geladen. Freund, Erlöser, nimm uns an! Gib uns Theil an deinen Gnas den. Auch für uns geopfert bist Du am Kreuze, Jesus Christ! Confirmationslieder. 107 Die nicht communicirende Gemeinde. Wein Schwört ihm Alle, treu zu sein. 4. Kommt, verfündigt seinen Tod! Er erwarb euch Heil und Leben. Kommt, empfabt das heil'ge Brod! Für euch ward sein Leib gegeben. Nehmt den Kelch; sein theures Blut Floß versöh, nend euch zu gut. Sämmtliche Communicanten 5. Bis zum Tod hast du geliebt, Hast dich selbst für uns gegeben. Fromme Lieb' um Liebe gibt Dir dein Volk; nur dir will's leben. Nimm, was dein ist, Herz und Sinn; Nimm uns ganz zum Opfer hin! 6. Sieh, wir schwören's bei dem Brod: Wir sind dein; Nichts soll uns scheiden; Nicht das deben, nicht der Tod; Nicht die Freude, nicht die Leiden. Sieh, wir schwören's bei dem Wein: Herr und Heiland, wir sind bein! 7. Einst schon schworen Treue dir Wir auf deinen Tod Getaufte. Nun auf's Neue schwören wir, Wir mit deinem Blut Erkaufte. Bei dem Brode, bei dem Wein Schwören wir, dir treu zu sein. Sämmtliche Communicanten. 9. Bis zum Tode liebtest du! Sollt' uns deine Lieb' nicht dringen, Daß wir Leben, Kraft und Ruh' Brüdern gern zum Opfer bringen, Dir gleich, der für Alle starb, Allen Trost und Heil erwarb! 10. Kommt, ihr Jünger Eines Herrn; Komm, du glaubende Gemeine! Kommt, Erlös'te nah' und fern, Daß die Liebe uns vereine, Bis der Herr uns allzugleich Droben einführt in sein Reich. Die Kinder allein. 11. Nimm auch uns in deinen Bund, Fromme, glaubende Ges meine! Liebe weiht dir Herz und Mund; Denn für Alle starb der Eine. Liebend reiche uns die Hand Auf der Bahn zum Vaterland. 12. Sind wir doch Ein Leib, Ein Geift, Sind mit Einem Kelch getränket; Sind mit Einem Brod gespeist! Gleiches Heil ist uns ges schenket. Uns vereint Ein Glaube hier; Einen Himmel hoffen wir. Die Gemeinde. 13. Kommt, ihr Jünger Eines Herrn; Komm, du glaubende Gemeine; Kommt, Erlös'te, nah' und fern, Daß uns Christi Liebe eine, Bis Ein Kelch des Lebens euch Mit uns tränft in seinem Reich! ( 83) Die Gemeinde. 8. Schwört der Treue heil'gen Eid, Jhr auf Christi Tod Getaufte! Eurer Taufe Bund er neut, Jbr mit seinem Blut Erfaufte. Bei dem Brode, bei dem Nach der ersten Mel. Herr, sei gelobt, daß du hast c. 192. Vollendet ist die beilge Andachtsfeier! Ewig bleibe sie 2. Von uns, von diesen Kin uns theuer! Laß Alle, Herr, die dern und von Allen, Die mit uns Communion. ieht dein Brod gegessen, Deine Liebe stets ermessen. Erbarm' dich unser! 108 Confirmationslieder. zur Heimath wallen, Sei hochge-| heut' dem Herrn; Weicht nicht lobt: hilf uns nun Glauben hal- zurück, nah' oder fern, Reizt euch ten; Laß die Liebe nie erfalten! die Sünde wieder. Ihr seid jegt Erbarm' dich unser! Jesu Eigenthum; Weicht nicht zurück, lebt ihm zum Ruhm, Ihr, seines Leibes Glieder! 3. O richte stets zum Himmel die Gedanken! Uns're Hoffnung laß nicht wanken! Dort winkt des Glaubens Preis; vor deinem Throne Wartet unser schon die Krone. Verleih' fie Allen!( 83) Mel. Ein Lämmlein geht zc. 2. Euch segne jegt sein Abendmahl Mit neuer Kraft und Stärke! Fromm sei das Herz und groß die Zahl In Gott gethaner Werke! Bricht einst die Nacht der Leiden ein; So tröstet euch in 193. So lang ihr auf der Schmerz und Pein Mit dem, der Erde lebt, Sei dieser Tag euch auch gelitten. Der Heiland gab heilig! So oft Versuchung um euch heut' sein Pfand; Ihn selbst euch schwebt, Sei dieser Tag euch seht ihr im Vaterland, Wenn ihr heilig! Geweiht habt ihr euch nun ausgestritten.( 195) Hans Bu Nachmittags am Confirmations- und ersten Communiontage. 4. O, wenn im Weltgewühlc Ihr Herz des Tags vergißt; Wenn ihnen bis zum Ziele Der Weg zu dornicht ist: Wer wird sie dann bewahren? Wer ihr Erretter sein, Wo rings um sie Gefahren Den schwachen Pilgern bräu'n? Mel. Befehl du deine Wege ic. 194. In stiller Andachtsfreude War dieser Christen Schaar, Allgegenwärt'ger, heute Versammelt am Altar. Aus eignem freiem Triebe Gelobten Alle dir Gehorsam, Ehrfurcht, Liebe: Deß Zeugen, Herr, sind wir. 5. Du wirst es, dessen Gnade 2. Wie festlich war die Stunde! Dem Schwachen Muth verleibt, Wie heilig war das Pfand, Mit Auf ungebahntem Pfade Die dem zum ew'gen Bunde Ihr Herz| Vaterhand ihm beut. O führe, sich dir verband; Als ihre Lippe wenn sie fehlen, Erbarmend fie fröhlich Den Kelch des Segens zurück; Erhalte ihren Seelen trank, Jhr Geist, in Hoffnung selig, Der Unschuld hohes Glück! Sich himmelwärts entschwang! 6. Laß nie sie muthlos zagen, Wenn Dunkel sie umgibt, Wenn in den Prüfungstagen Sich jede Aussicht trübt! Laß sie des Lebens Freuden Durch frommen Dank 3. Sie wollen, bis die Sonne Des Lebens niedersinkt, Bis zu des Lohnes Wonne Die legte Stunde winkt, Mit gleicher, fester Treue Dir ganz ergeben sein, bir weih'n, Und mäßig und Dir, Ewiger, auf's Neue, Dir, bescheiden Sich deiner Liebe Mittler, sich nun weih'n! freu'n. Communionlieder. 109 7. Laß treu sie ihren Pflichten, einst seinem Ende Der kurze Treu ihrem hohen Ruf, Das Pilgerlauf; So nimm in deine Tagewerk verrichten, zu dem Hände, O Gott, die Müden auf! ( 139. 83) dein Wink sie schuf! Und naht| Bei der Communionfeier.- Vor dem heiligen Abendmahle. Das du trägst die Sünd' der Welt; Erbarme dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Das du trägst die Sünd' der Welt; Gib uns deinen Frieden! Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. 197. Hinauf zu dir Erheben wir, O Mittler, unsre Seele! Ach, wie freundlich sorgtest du, Daß uns Trost nicht fehle! 2. Mit Heldenmuth Hast du dein Blut Zum Heil der Welt ( 94) vergossen. Ruh' und Hoffnung ist durch dich Uns in's Herz geflossen. 3. D Seelenfreund, Mit dir vereint, Sind wir der Angst entnommen! Du, du rufft: kommt her zu mir! Sieh, o Herr, wir ( 148) kommen! Mel. Wachet auf, rufet uns 2c. 195. Herr, du woll'st uns vorbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten: Sei mitten unter uns, o Gott! Heil und Leben zu empfahen, Laß würdig uns zum Heiland nahen, Und sprich uns los von Sünd' und Tod. Laß uns getreu dir sein, Und führ' uns endlich ein In dein Leben! Der Weg ist schmal; Bereit' uns All' Zu deinem großen Abendmahl! Eigne Melodie 196. Christe, du Lamm Gottes, Das du trägst die Sünd' der Welt; Erbarme dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Während der 31535 Communion. Und dies Mahl aus deiner Hand Ist mir stets ein neues Pfand, Daß mein Herz darf mit Vertrauen Fest auf Gottes Gnade bauen. 3. Jesu, laß mich nicht vergebens Hier zu deinem Tische nah'n! Laß mich dieses Brod des Lebens mir nicht zum Gericht empfah'n. Nein, es stärk' und gründe mich Im Vertrauen, Herr, auf dich, Und es lenfe meinen Willen, Dein Gebot fromm zu gegen. 2. Ach wie soll ich Gnade finden Vor des Heil'gen Angesicht? Du nur tilgest meine Sünden, erfüllen. Und befreist mich vom Gericht; 4. Diesen Vorsag, den ich Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 198. Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden Komm' ich, Herr, auf dein Gebot, Und gedenk' an deine Leiden, Denk an deinen Martertod. Heiland, der du für mich starbst, Mir ein ewig Heil erwarbst; Komm mit deines Todes Segen Meiner Seele jegt ent 110 Communionlieder. faffe, Präge tief dem Herzen ein,| Sünde, Daß auch ein lasterhafter Daß ich nimmer von dir lasse, Keinem leb', als dir allein. Zeuch du selbst mich ganz zu dir! Deine Gnade sei mit mir, Daß ich alle Macht der Sünde Stark im Glauben überwinde. SinnSchon dadurch Gnade finde! Nur Liebe, fromme Dankbegier, Ein Herz voll Sehnsucht, Herr, nach dir Führ' mich zu deinem Tische! 5. Wenn sie mich von deinen Wegen Schmeichelnd abzuführen droht; laß mich ernstvoll überlegen: Welch ein Tod war Jesu Tod! Was erlitt mein Heiland nicht, Als er dastand im Gericht? Könnt' ich ihn so leiden seher Und ihn noch mit Sünden schmähen? 6. Sollt' ich dennoch wieder fehlen, Woll'st du mir zur Seite steh'n. Sollt' ich falsche Wege wählen, Eile dann, mir nachzugeh'n. Suche den Verirrten auf; Lenk' zur Buße meinen Lauf, Daß ich in des Vaters Armen Gnade finde und Erbarmen. 7. Herr, ich will dir ewig danken, Daß du so barmherzig bist, Daß auch, wenn wir Schwache wanken, Du der Deinen Stärke bist! Dir, der Reinen je verläßt, Dir vertrau' ich froh und fest, Bin, wenn ich im Glauben sterbe, Ewig deines Himmels Erbe. ( 126. 95) Mel. Mein Herzensjefu, meine ic, 199. Ich will den Bund mit meinem Herrn Bei seinem Mahl erneuen, Bon allen Weltgeschäften fern Mich seines Todes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Rein soll sich meine Seele hier Zu meinem Gott erheben. 2. Nicht führe mich Gewohnheit hin, Nicht frecher Wahn der 3. Bekennen will ich's öffent lich, Dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich Zum Eigenthum ergeben. So lang ich lebe, will ich dein Und deiner Liebe mich erfreu'n, Noch sterbend dein mich trösten. 4. Demüthig will ich meine Schuld Vor meinem Gott gestehen, Und im Vertrau'n auf seine Huld Zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit freudigem Vertrau'n Nach deinem Kreuz, o Jesu, schau'n, Und fröhlich Gnade hoffen. 5. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Dich über Alles liebe, Und ernstlich mich, mit dir vers eint, In guten Werken übe; Daß ich nun all mein Lebenlang Dir, mein Versöhner, Preis und Dank Durch Wort und Werke bringe. 6. Ich steh' vor deinem Angesicht; Weh mir, wenn ich dir löge! Wenn sich in eitler Zuversicht Mein thöricht Herz betröge! D mache mich von Heuchelei, Von allem Selbstbetruge frei, Von Luft zu fernern Sünden. 7. Stets, o mein Herz, gedenke sein, Der Leib und Blut und Leben, Dich von der Sünde zu befrei'n, Erbarmend hingegeben. Was bist du dem, der so dich liebt, Der voller Huld sich selbst dir gibt, Für solche Gnade schuldig? ( 126. 95) 111 Schuld gebeuget; Euch verstößt der Heiland nicht. Kommt und nehmt aus seiner Fülle Alles hin, was euch gebricht! Communionfieber. Eigne Melodie 200. Preiset, Lippen, das Geheimniß Seiner Liebe, seines Tod's; Jauchz', o Seele, beim Genusse Seines Relches, seines Brods! Feiern sollst du sein Gedächtniß: O des seligen Gebots! 2. Uns geschenket, uns geboren Wallt der Herr den Erdenpfad; Und nachdem er seines Wortes Samen ausgestreuet hat, Krönet er des Lebens Ende Mit der höchsten Liebesthat. 3. In der Nacht des letzten Mahles Mit den Jüngern still vereint, Tröstet er die Tiefbetrübten, Deren Auge um ihn weint; Ist noch an des Todes Pforte Lebensgeber, Menschenfreund. Mel. Herr Jesu Christ, wahr. x. 4. Denn er geht, für uns zu 201. O Jesu, heil'ges Got sterben Mit der Liebe Heldenmuth; Seines heil'gen Leibes Opfer Will er bringen uns zu gut; Zur Vergebung unsrer Sünden Fließen soll sein theures Blut. teslamm, Der du aus Lieb' am Kreuzesstamm Für mich dich wil lig opfertest; Ich feire hier dein Opferfest. 2. Ich nahe deinem Abend5. Und zum Siegel der Erlö- mahl, Gebeugt durch manchen sung, Und zum Pfand des höch- Sündenfall; Doch meines Hersten Guts Weiht er Brod und zens Zuversicht Steht, Herr, zu Wein, die Zeichen Seines Leibes, dir: verwirf mich nicht! feines Bluts; Reicht sie hin: nehmt, effet, trinket! Mir zum Angedenken thut's!" 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, Den Neuerfüllten Troft ertheilt, Und zu rechtschaffner Heiligkeit Den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 6. Uns auch ist sein Mahl gestiftet; Uns auch ruft der Herr hinzu. Kommt, Erlöste, zu empfangen Glaubensstärkung, Seelenruh! Kommt, erneut mit ihm das Bündniß:„ Ich bin dein, und mein bist du!" 4. 3u dir, mein Helfer, komm' auch ich! Ach reinige und heile mich! Gib neue Kraft, gib neues licht: Ich weiß es, du verwirfst mich nicht. 8. Kommt, mit allen Heilsgenossen Durch des Friedens Band vereint. Bei dem Mahle seiner Gnade Sei vergeben auch dem Feind! Christi Tod laßt uns verfünden, Bis er zum Gericht ers scheint! 9. Preiset, Lippen, du, o Seele, Preis den Herrn der Herrlich feit! Von den Miterlös'ten Allen Sei ihm Dank und Ruhm geweiht! Dem, der bis zum Tod uns liebte, Preis und Ruhm in ( 200. 83) Ewigkeit! 7. Kommt in Demuth, kommt 5. Erleuchte durch dein Wort in Liebe; Kommt mit Glaubens- mein Herz, Und zeuch zu dir es zuversicht! Seid ihr auch von himmelwärts. Entfräft' in mir Communionlieder. 112 die böse Lust; Tilg' ihre Macht aus meiner Brust. 6. Dein Abendmahl ist Lebensbrod. Es stärke mich, mein Herr und Gott, Auf daß mein Glaube, meine Treu' Bis in den Tod beständig sei! 7. Mit dir, mein ewigtreuer Freund, Bleib' ich in Liebe feft vereint. Du bist es, dessen Macht mich schüßt, Mir gibt, was meiner Seele nüßt. 8. Bist du mein Freund, ist Gott mit mir, So bin ich stark und froh in dir; Und bringe chriftlich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu; 9. Bis du mich, o du lebensfürst, In deinen Himmel heben wirst; Bis mich der Kelch der Seligkeit Bei dir in deinem Reich erfreut.( 73. 103. 95) Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. 202. Gelobet sei'st du, unser Gott, Gelobt für unsers Mittlers Tod, Der uns das Heil erworben. Wie hast du, Gott, auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben gibt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lobfinge dir! Gib, daß ich jeden Tag auf's Neu' Mich deiner Vater huld erfreu'. Gott meines Heils! Sei ewig mein, sei ewig mein, Und laß mich stets den Deinen ſein. mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft Hast du auch mir, auch mir verschafft, Was mich vor dem Verderben schüßt, Was meiner Seele ewig nüßt. Herr Jesu Christ! Wie liebst du mich! wie liebst du mich! Gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst flehe ich zu dir: Befördere du selbst in mir Ein gläubiges Gemüthe. Mich dürstet, wie ein dürres Land, Bei deiner Liebe Unterpfand Nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht: O stärke meine Zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seist Und mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost Sei fest in mir, sei fest in mir; So diene ich mit Freuden dir! 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, Zur Heiligung und Seligfeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn Gabst du dein Leben willig hin: Drum hör' auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir! Ja, durch den Glauben wohn' in mir; So nimmt in mir die Seelenruh Und meines Herzens Bess'rung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht; So komm' einst nicht in's Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir! Der Freuden Fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. 2. Voll tiefer Ehrfurcht beug' Belebe mich mit Muth und Kraft, ich mich Vor dir, Sohn Gottes, So meine ganze Pilgerschaft Zu der du dich Für mich dahinge- führen und zu schließen, Daß mir geben. Es fomme nie aus meinem dein Wort stets heilig sei; Daß Sinn, Wie viel ich dir, Herr, ich bis in den Tod getreu, Mit schuldig bin; Dein Tod bringt Freuden thu', was dir gefällt, Communionlieder. Und dich auch ebre vor der Welt. D Herr, mein Heil! Sei stets mit mir; sei stets mit mir; So komm' ich einst gewiß zu dir!( 155. 34) Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 203. Die ihr seine Lauf bahn lauft, Theure, miterlöfte Brüder, All' auf seinen Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder; Kommt, Erlös'te, fommt, erneut Euern Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt zum ew'gen Leben! Hingegeben in den Tod Ward er, in der Sünder Tod. 113 7. Jesu Christi Schmerz und Tod Werd' in aller Welt verkündigt. Freudiger naht nun zu Gott, Wer geheiligt, wer entsündigt Dem, der liebend uns verzeiht, Sich zum Opfer dankbar weiht. 8. Auf, erlös'te Brüder, fingt! Gott hört uns mit Wohlgefallen. Wenn, von Seligen umringt, Wir vor dir einst niederfallen, Singt ein begrer Lobgesang Deiner hohen Liebe Dank.( 94) 3. Die mit voller Zuversicht, Jesu, deines Heils sich freuen, Wandeln laß sie stets im Licht, Und sich ewig ganz dir weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, Voll von deiner Demuth sein. mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 204. Schmücke dich, erlöste Seele, Gläubig, nach des Herrn Befehle, Seinen Mittlertod zu feiern, Deinen Dank ihm zu erneuern! Auch für dich hat er sein Leben Willig in den Tod gegeben, Dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gna4. Ach, die oft in Traurigkeit den Wirst du von ihm eingeladen. Ueber ihren Seelen wachen, Eil' ihm demuthsvoll entgegen, Hilf, du Herr der Herrlichkeit! Und nimm Theil an seinem Herr, sie glauben; hilfdenSchwachen! Die gebeugt von ferne steh'n, Laß, Herr, unerhört nicht fleh'n. 5. Bis zum Tode liebtest du, Bis zum Tode all' die Deinen. Süßes Wort voll Himmelsruh', -Voll von Trost für die, die weis nen, Wenn sie Schuld und Vorwurf schreckt, Wenn ihr Auge Nacht bedeckt! 6. Gott ist gnädig, und wir trau'n Seiner Gnade nicht vergebens. Theures Pfand vom fünft'gen Schau'n! Ueberzeugung jenes Lebens! Inniger fühlt heut' der Geist, Daß Gott hält, was er verheißt. Segen. Komm getroft!- es ist sein Wille-; Komm und schöpf aus seiner Fülle Neuen Muth und neue Triebe Zur Verehrung seiner Liebe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen! Deine Liebe soll mich stärken In dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Ents schlüssen Will ich Brod und Wein genießen; Liebend Allen mich verbünden, Die auch deinen Tod verkünden. 4. D, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie oft brach 8 114 Communionlieder. ich die Treue! Siehe, Herr, mein| Seele, freu' dich seiner Huld! Herz voll Reue. Deine Liebe heißt mich kommen, Und wer kommt, wird aufgenommen. Laß, ach laß mich würdig nahen, Heil und Frieden zu empfahen! Wenn dich Sünd' und Elend drücket; Gott ist hier, der dich erquicket; Jesus bier: er tilgt die Schuld. 3. Darf ich, Herr, ich Sünder 5. Ja, ich hoff' auf deine nahen, Deine Gnade zu empfaGnade, Daß sie mich der Schuld hen, Ich, der nichts, als Fluch entlade, Und durch deinen Geist verdient? Ja, auch mir bist du zum Werke Meiner Heiligung gestorben, Haft auch Leben mir mich stärke. Das Gedächtniß erworben, Mich durch deinen deiner Leiden Sei mir Vor- Tod verfühnt. 0 schmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstrittest, Als du liebend für mich littest. 6. Deines Heils will ich mich freuen; Dir will ich mich ewig weihen, Hier nach deinem Willen leben, Dort dich dankbar froh erbeben. Deine Huld ist unermeslich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, Daß ich dich aus frommem Triebe Thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem die verklärten Schaaren, Die, wie ich, auch Schwache waren, Würdiger noch Lieder singen, Sie, die hier dein Heil empfingen! Laß auch mich einst dahin kommen, Wo ich mich mit allen Frommen Ewig deiner Huld erfreue, Und dir meinen Jubel weihe! ( 45) Mel. Fröhlich, fröhlich, immer zc. 205. Mit dem Haufen dei ner Frommen Will auch ich, o Heiland, kommen Zu des neuen Bundes Mahl! Alle Christen sind geladen. Reicher König, deiner Gnaden Ist kein Maß und keine Zahl! 2. Welche große Seligkeiten Willst du, Mittler, uns bereiten! 4. Ja, du winkst mir, mein Erbarmer! Auch ich Sünder, auch ich Armer, Darf bei deinen Freun den steh'n. In der Neue tiefem Leide, In der Demuth Trauer kleide Darf ich, Mittler, zu dir geb'n! 5. Zuversichtlich darf ich's wagen, Darf's auch laut mit Freuden sagen: Ich will Eins mit Jesu sein! Um mir Gnade zu erwerben, Wollt' er für mich Sünder sterben; Jeſus und sein Heil ist mein! 6. Wer da glaubt, wird nicht verloren, Er wird rein und neu geboren; Droben ist sein Vaterland! Freuet euch, erlös'te Sünder! Gott ist Vater, wir sind Kinder! Hier ist der Erlösung Pfand! ende 7. Pfand von Christi Tod und Leben, Wenn wir ihm, nicht uns mehr leben, Siegel unsrer Seligkeit! Aber Siegel des Gerichtes, Wenn wir flieh'n den Weg des Lichtes, Wenn uns noch die Sünde freut! 8. Liebe, Liebe, komm' hernieder! Gott ist Vater, wir sind Brüder; Erd' und Himmel sind vereint. Menschen, Engel, Sera Communionlieder. 115 empfinden, Daß du nach Gottes Vaterhuld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße haft erworben. phinen, Alle Brüder! alle dienen Einem Schöpfer, Einem Freund! 9. Seele, dent' an deine Würde; Und drückt dich des Leidens Bürde, Denk' an deinen großen Lohn! Kämpfe wider jede Sünde; Streite männlich, überwinde; Deine Krone wartet schon! 10. Der du mir ein ewig Leben Hier versprichst und einst wirst geben, Deiner freu' ich mich, o Gott! Dein, Herr, bin ich nun auf's Neue; Dir gelob' ich redlich Treue, Treue bis in meinen Tod! ( 105) 5. Der Trost, den mir bein Tod verschafft, Werd' ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft Auf allen meinen Wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und lust der Welt Mit dir zu überwinden. 6. Die liebe, die du mir erzeigt, Ift gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen, Daß ich aus echter Gegentreu' Dir bis zum Tod ergeben sei, Und dir zu Ehren lebe! 7. Laß, Jesu, deiner Leiden Frucht Mir stets vor Augen schweben! Nimm weg, was mich zu hindern sucht, Für deinen Ruhm zu leben, Nur deinem Vorbild nachzuseh'n, Nur deinen schmalen Pfad zu geh'n, Der uns zum Himmel führet. 8. 3um ew'gen Leben hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt; Und werd' ich einst der Welt ent= rückt, So sei dein Tod mein Leben! ( 34) Mel. Es ist gewißlich ic. 206. Ich preise dich, o Herr, mein Heil, Für deine Todesleiden! Hab' ich an ihren Früchten Theil, Was fehlt zu meinen Freuden? Aus Liebe starbst du auch für mich; D gib, daß meine Seele sich Deß ewig freuen möge! 2. Wie kann mein Geist durch deinen Tod So hohen Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Beßrung Kraft; Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Als du am Kreuze starbest! 150 909: 2 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand Von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärfe mein Gemüthe Zum glaubigen Vertrau'n auf 207. Ich komme, Herr, und dich, Daß ich, so lang ich lebe, suche dich, Mühselig und beladen! mich An deine Gnade halte! Mel. Ein Lamm geht hin und zc. Gott, mein Erbarmer, würd'ge 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' mich Des Bundes deiner Gnaund Schmerz, Die Bürde meiner den! Ich liege hier vor deinem Sünden. Laß mein vor dir ge- Thron, Sohn Gottes und des beugtes Herz Den großen Trost Menschen Sohn, Mich deiner zu 8* 116 Communionlieder. getrösten! Ich fühle meiner Sün- Heiligung Durch wahre Lebensden Müh'; Ich suche Ruh', und besserung Dir und der Welt finde sie Im Glauben der Er- beweisen! löften. ( 55) 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; Du bist das Heil der Sünder. Du öffnest uns des Himmels Bahn, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deine Leidensnacht, und an dein Wort: ,, es ist vollbracht!" Du haft mir heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt In dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn! Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst mir, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben." 4. ,, Dein ist das Glück der Seligkeit; Bewahr' es hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir: Ich bin der Weinstock; bleib' an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen." 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Ich bitte dich durch deinen Tod Um Kraft und ernsten Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Herz nur dir zu weih'n, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Mel. O daß ich tausend zc. 208. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Was du in deiner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht! Verleih' zur llebung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde mir für mein Gewissen Dein Mahl ein tröstend Unterpfand, Daß ich, der Sündenschuld entrissen, Durch dich bei Gott Vergebung fand. Es freuet meine Seele sich In deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Mit der du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, Für welche du, dich opfernd, starbst, Durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit Der Troft, den mir dein Tod verleiht. 5. Ja, ich ergebe mich auf's Neue, O du, mein Herr und Gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge Treue An deinem Tische feierlich. Du starbst für mich; d'rum bin ich dein; Dein eigen will ich ewig sein! 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen Des Dienstes, den man dir erweist; Nie mich zu Communionlieder. 117 einem Schritt bequemen, Den dir zu gut Verband er sich mit mein Gewissen sündlich heißt. Fleisch und Blut. Dank ihm für flöße mir den Eifer ein, Wie du, diese Liebe! o Herr, gesinnt zu sein! 2. Halt im Gedächtniß Jesum 7. Laß mich mit Ernst den Christ, Der für dich hat gelitten! Nächsten lieben, Und, wenn er Da er am Kreuz gestorben ist, strauchelt, an ihm gern Versöhn- Hat er dir Heil erstritten. Erretlichkeit und Sanftmuth üben. Nie tung von der Sündennoth Ersei es meiner Seele fern, Welch warb er dir durch seinen Tod. eine schwere Sündenlast Du mir Dank ihm für diese Liebe! aus Huld erlassen haft! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich deiner Allmacht Ruf erhebt, Wenn du, o großer Lebensfürst, Dich einst den Völfern zeigen wirst! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden, Und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden Auch dir Befreiung ausgemacht, Und ewig Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe! 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß deine Gnade auf mich fließen! Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Dein Abendmahl gesegnet sei!( 19) 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wiederkommen, 3u richten, was auf Erden ist, Die Sünder und die Frommen. O sorge, daß du dann bestehst, Und mit ihm in den Himmel gehst, Ihm ewiglich zu danken! Mel. Nun freut euch ic. 209. Halt im Gedächtniß 5. Mein Heiland, den der Himmel preist, Dich will ich ewig loben! O stärke dazu meinen Geist Mit neuer Kraft von Oben! Jesum Christ, D Seele, der auf Dein Abendmahl vermehr' in Erden Vom Himmelsthron ge- mir Des Glaubens Kraft, auf kommen ist, Ein Heiland dir zu daß ich dir Mit neuer Treue ( 65.34) werden! Vergiß sein nicht! Denn diene. Nach der Communion. Mel. Gott sei gelobet und ic. 210. Herr, fei gelobet, daß du hast dein Leben Für uns Sünber hingegeben! Stärk' unsern Glauben: deine Himmelsspeise Heilige uns dir zum Preise! Erbarm' dich unser! 2. O gib uns Allen deine Gnad' und Segen, Daß wir geh'n auf deinen Wegen In rechter Lieb' und brüderlicher Treue, Daß dein Christenvolk dich freue! (* 113) Erbarm' dich unser! 118 Communionlieder. Am Nachmittage des Communiontags. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 211. Nimm hin den Dank für deine Liebe, Erhab'ner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich deinen Willen übe, Der du für mich gestorben bist. O laß die Größe deiner Pein Mir immer dar vor Augen sein! 2. Wie kann ich dich genug erheben! Ich Armer war des Todes werth, Und soll nicht sterben, sondern leben; Du hast das Leben mir gewährt. Ach, du, mein Heiland, starbst für mich; Wie preis ich, o wie lieb' ich dich! 3. Heil mir! das Brod ward mir gebrochen; Ich tranf, Herr, deines Bundes Wein! Von Herzen hab' ich dir versprochen, Dir, treu'ster Jesu, treu zu sein; Und nun gelob' ich's nochmals dir, Und flehe nur: Herr, hilf du mir! 4. O laß mich dankbar stets ermessen, Was du für mich gelitten hast, Und deiner Liebe nie vergessen, Die so viel Segen in sich fast. Laß meinen Glauben thätig ſein, und mir zur Tugend Kraft verleih'n. 5. Im Kampfe hilf mir über winden, Und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden; Verlaß mich in Versuchung nicht! Der Glaube an dein theures Blut Verleihe mir im Tode Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, Die so, wie mich, sein Heil erfreut, Euch lieb' ich stets als meine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott, Uns speift und tränft Ein Kelch, Ein Brod. 7. Wie heut' in unsers Heiland's Namen Sein Volk vor ihm versammelt war; So kom men wir auch dort zusammen Vor ihm mit seiner Engel Schaar, Und preisen, als sein Eigenthum, Dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht; Und wenn wir einst vor ihm erscheinen, Im Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Glück und Lust der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; Laß mich nur deiner würdig sein! ( 105) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele 2. 212. Deffentlich mit der beGemeine Hab' ich, Jesu, dich kannt. Ich empfing im Brod und Weine Deiner Liebe göttlich Pfand; Feierlich war da mein Eid Ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, Hast gesehen, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Wie empfand ich im Ge Communionlieder. müthe Mächtig ihren ganzen reiße dich dem eiteln WeltgetümWerth, Als ich dich auf Golgatha Für mich Sünder sterben sab! Sünder, sprachst du, du sollst leben! Alle Schuld ist dir vergeben. mel! Mein Jesus ladet mich zu seinem Mahl. Ich habe nun das Himmelsbrod gegessen, Bin an des guten Hirten Tisch gesessen, Und schmecke sel'ge Freuden ohne Zahl. 3. Ja, ich weiß es, ich soll leben, Und des Himmels Erbe sein. Alle Schuld ist mir vergeben; Denn bein Blut, Herr, macht mich rein. Mich erschreckt nun fein Gericht; Gott ist meine Zuversicht, Wenn ich dir mich ganz ergebe, Und im Glauben christlich lebe. 2. Nun werde ich in Ewigkeit nicht dürsten; Mir g'nügt die Gnade meines Himmelsfürsten; Er tränket mich, der selbst das Leben ist. Kein Hunger wird die Seele jemals drücken; Des Himmels Labsal wird mich stets erquicken, Und das bist du allein, Herr Jesu Chrift! 3. Was frag' ich nun nach Ehre, Lust und Schäßen! Nur Ewiges kann meinen Geist ergößen; Denn ich empfing des ew'gen Lebens Pfand. Zu jenes Lebens hohen Seligkeiten Woll'st du mich, Herr, noch immer mehr bereiten, Und stärken auf der 4. Nun, ich will dich nicht verlassen, Nicht von deinen Wegen geh'n. Jede Sünde will ich hassen, Und den Lüsten widersteh'n. Herr, mein Heiland, ach gib bu Stärk' und Freudigkeit dazu! Ach umsonst wär' deine Liebe, Wenn mein Herz nicht dankbar bliebe. 119 5. Reine Liebe meiner Brüder Sei die Frucht der Dankbar- Bahn zum Vaterland. keit. Sie sind Alle deine Glieder, Erben deiner Seligkeit. Auch mein Feind, mein Hasser ist Dein Erlöster, Jesus Christ. Dort wird er mich nicht betrüben, Wird dann brüderlich mich lieben. 4. Gebeut als Herr dem theu'r erkauften Kinde! Gib, daß ich Kraft in dir, mein König, finde! Sei mein Prophet; so werd' ich Gott- gelehrt. Bist du mein Haupt, so hab' ich dich zum 6. Herr, vernimm mein find- Führer; Bleib' ich bei dir, so lich Flehen; Blicke gnadenvoll bist du mein Regierer; Folg' auf mich. Komm', o fomm', mir ich dir nach, werd' ich mit dir beizustehen! Ganz verlaß ich mich verklärt. 5. Ich lebe nun und will mich auf dich. Friede und Beruhigung, Muth und Kraft zur Heiligung, Gott ergeben; Doch nicht ich Hoffnung auf das ew'ge Leben selbst, du, Christus, bist mein Laß dein Abendmahl mir geben! Leben. So lebe denn in mir, o Gottessohn! Ich bin's gewiß, daß droben und auf Erden Barmherzigkeit und Heil mir folgen werden Als mein durch dich erdunt( 126) Gigne Melodie 213. Auf, auf, mein Geist, erhebe dich zum Himmel! Ent- worb'ner Gnadenlohn!( 128) Bei kirchlichen Weihungen. sdiam Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun banket Alle Gott c. Blut am Kreuz vergoffen! Die dostelmiin der Taufe ihm Geheiligt wer214. Der Weihetag ist da, den; die Der Taufe Bund er Zum Festtag uns gegeben! Zu neu'n; O Bater, segne fie! Gott laßt andachtsvoll Die Her- 7. Die Predigt deines Worts, zen uns erheben! Gott hat ihn Und Christi Himmelslehren, Veruns geschenkt; Sein ist der Tag, leihe, daß wir sie Treu üben, und sein Das neue Andachtshaus, nicht blos hören. Hier gib dem Das wir ihm segnend weih'n. Geiste Licht, Dem Herzen Kraft 2. Du, der Gemeinde Gott, und Muth; Entzünde selbst in Und aller ihrer Glieder! Auf ihm Der Liebe heil'ge Gluth! dieses Bethaus sieh Mit Vater- 8. Erquicung sende hier Den huld hernieder! Du wohnst in trauernden Erlösten; Laß deiner Tempeln nicht, Die Menschen- Gnade sich Die Schuldgebeugten hand gemacht; Dein ist der Erde trösten. Die nah' am Ziele steh'n, Kreis, Und dein des Himmels Und nah' der Ewigkeit; Mit Pracht. mapper Stärke rüste fie Zum Sieg im 3. Doch froher wallen hier letzten Streit! Die Herzen dir entgegen, Und 9. Dort jauchzen ewig dir Die reicher strömt auf sie Dein väter- schon verklärten Brüder; Auch licher Segen. Hier ist der Wahr- unser Lied erschallt In ihres heit Sig, Der Tugend Heilig- Jubels Lieder. Bald steh'n wir thum, Des Friedens Tempel, selbst verklärt Sm höhern Heiligvoll, o Gott, von deinem Ruhm! thum, Und bringen ewig dann 4. Ja, hier ist Gottes Haus, Anbetung dir und Ruhm.*( 83) Hier ist des Himmels Pforte. Es 120 schweigt der Welt Geräusch An Mel. Herr Gott dich loben wir ic. diesem heil'gen Orte. Es schallt und 47139 der Es des Gemeinde. Glaubens Fleh'n, Es schwingt 215. Herr Gott, dich loben die Seele sich Hinauf zu Gottes wir; Herr Gott, wir danken dir! Höh'n. Du bist's, der schafft und der er5. Sei nah', so oft vor dir hält; Dein Allmachtsruf umfaßt Die Andacht uns versammelt; die Welt. Vom Aufgang bis zum Hör', wenn ein schwaches Lob Niedergang Tönt dir der Völker Hier unsre Lippe stammelt. Wenn Lobgesang. Wie droben in der frommer Beter Schaar, Herr, vor Engel Chor, So steig' er aus dein Angesicht Der Demuth Bitte dem Staub empor! bringt; Verwirf die Bitte nicht! Chor. 56. Sei mitten unter uns, Heilig ist unser Gott! Heilig Wenn deines Reichs Genossen ist unser Gott! Heilig ist unser Hier Christi Leib empfah'n, Sein Gott, Jehovah Zebaoth! Weihungen. $ 121 Ort! O wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort'; Hier erhöret Gott Gebete; Hier erschallt sein theures Wort: O wie heilig ist der Ort! 2. O wie lieblich, o wie schön Ist der Gottesdienst der Christen! Laßt uns froh zum Tempel geh'n! Hier entreißt man sich den Lüften; Hier wird uns ein Schaß gewährt, Den fein Rost, kein Raub verzehrt. Bei kirchlichen Gemeinde. Auch unser Fleh'n hast du erhört, Den langgehegten Wunsch gewährt; Und dankend, Bater, weihen wir Jetzt unser neues Bethaus dir! Nach einer bloßen Reparatur: Und dankend, Bater, weihen wir Dies Haus im neuen Schmucke dir!) Dir sei es heilig; deinen Ruhm Verkündige dies Heiligthum; Dir sei es heilig, Jesu Christ, Der du für uns geſtorben bist! Dir sei es heilig, 3. Kommt, ihr Sünder, kommt Gottes Geist, Der uns dem herzu, Fallt vor euerm Retter Sündendienst entreißt! Allheili- nieder! Suchet hier Gewissensger, mit Zuversicht Fleh'n wir zu ruh'; Jesus gibt sie hier euch dir: verlaß uns nicht! wieder. Macht euch von dem Unrecht rein; So wird Gott euch gnädig sein. ant 4. Bleibe bei uns, Herr und Gast! Speis' uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Caß die Kirche fest besteh'n, Vis die Welt wird untergeh'n. Chor. Hilf, hilf uns, Herr! hilf fernerweit! Gemeinde. Wir Alle, Gott, sind dir geweiht! Beschüße dieses Haus, daß sein Sich Kindesfinder nach uns freu'n. Erhalt' in deinem Heiligthum Uns Jesu Evangelium; És ströme Frommen Stärkung zu, Und Neuevollen Trost und Ruh'. Fleht hier dein Volk für Landesglück, So zeig' ihm deinen Vaterblick. Wer betend sucht, der finde dich, und freue deiner Gnade sich. Er finde deinen Frieden hier, Du, der du Mensch warst, gleich wie wir! Und seh'n wir dunkel nur von fern Im Vorhof hier den Glanz des Herrn; So leite, wann wir scheiden, du Dem Allerheiligsten uns zu! Chor. Amen! Amen! 5. Stell' uns treue Lehrer dar, Die dein Reich in uns erbauen, Die uns weiden immerdar Auf den rechten Lebensauen! Schenke du der Saat Gedeih'n, Die sie in die Herzen streu'n. 6. Laß dein Antlig auf uns seh'n! Herr, erhöre hier Gebete; Höre, wenn wir zu dir fleh'n! Auch bewahre diese Stätte, Daß ihr weder Raub noch Gluth, Noch Verfolgung Schaden thut. 7. O wie heilig ist der Ort! O wie selig ist die Stätte! Hier sei uns des Himmels Pfort', Hier erhöre Gott Gebete; Hier erschall' uns Gottes Wort! O Mel. Meinen Jefum laß ich nicht sc. wie selig ist der Ort!( 174) 216. O wie heilig ist der 122 Bei tirchlichen Weihungen. mel. Herzliebster Jefu sc. 217. Herr, vor dem sich Erd' und Himmel neiget; Du Gottessohn, vor dem die Welt sich beuget! Blick auf der Deinen Fleh'n und Dankeslieder Huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet: Hier 7. Drum freu'n wir uns der schmecken deine Gläub'gen hoch- heil'gen Tempelweihe, Und biterfreuet Das Blut, den Leib, den du ten: Herr, Allgütiger, verleihe, zu unserm Leben Dahingegeben. Daß uns geleite dein mildreicher Segen Auf allen Wegen. 3. Hier wird in deinem Geistund Wasserbade Die Schuld ge= 8. Nichts raube uns des Hertilgt, geheilt der Seelenschade; zens fromme Freude; Oft fehre Hier weih'n wir uns dir, Todes- dieser Tag zurück; oft weide überwinder, Und unsre Kinder. Dein Volf, o Herr, sich an den Himmelsgaben, Die hier uns laben! 4. Hier finden Kranke Heilung, Kraft die Müden, Die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; Hier athmen freier bei des Lebens Schmerzen Die wunden Herzen. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater! Dir, Gottes Sohn, dir, Tröster und Berather! Lehr' uns, dein Volf, durch alle Ewigkeiten Dein Lob ausbreiten! 5. Des Ew'gen Vorhof ist an diesem Orte, Das Heiligthum des Herrn, des Himmels Pforte, Stets offen Allen, die dem ew'gen Leben Entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüthen Alles zittern; Die Kirche steht, ein Fels in Ungewittern, Und bleibet bei der Hölle wild'stem Truße In Christi Schuße. Bei einer Orgelweihe. Orgel Jubelton Frohlockend ein; vor Gottes Thron Schall' euer Loblied wieder! Innig, Sinnig Tönt im Liede Lieb' und Friede, Trost und Hoffen. Sänger seh'n den Himmel offen. 3. So singt und spielet oft dem Herrn! Von keinem Frommen ist er fern; Jhm gibt er Gnad' und Ehre. Gebet und Tugend im Verein Laßt eures Lebens Wohl= klang sein, Den nie ein Mißklang 2. Von Andacht laßt das Herz störe. Demuth, Wehmuth, Wonn' erglüh'n; Laßt es empor zum und Schmerzen laßt im Herzen Himmel zieh'n; Singt eure Sich entfalten Und zu Psalmen Glaubenslieder! Stimmt in der neu gestalten! Mel. Wie schön leucht't xc. 218. In Freudentönen werde laut, Du Werk, im Heiligthum erbaut, Den Herrn der Welt zu loben! Wer, gab dem Erdensohn Verstand, Und Aug' und Ohr und Künstlerhand? Das Gute kommt von Oben! Schallet, Wallet, Feierklänge, Preisgefänge; Steigt nach Oben: Unser Gott sei hocherhoben! Bei kirchlichen Weihungen. 123 4. O Herr, der sich zum Preis Preisgesang Der dankerfüllten uns schuf: Wir folgen deinem Deinen. Droben Loben dich die Gnadenruf, Vor dir uns zu ver- Lieder Sel'ger Brüder: Mit den einen! Vernimm bei heller Cym- Deinen Laß uns jauchzend dort beln Klang Den festlich frohen erscheinen! Bei einer Glockenweihe. Mel. Sei Lob und Chr ic. Ihr ruft: ,, Herr Gott dich loben wir!" Nach Rettung aus Gefab219. Ihr Glocken, schallt zuren. Ihr tönet hehr und festlich Gottes Ruhm Im festlichen Ge- d'rein, Und läutet hell den Sabbath läute. Ihm wei'hn wir euch im ein An müder Wandrer Grabe. Heiligthum Mit frommer An- 5. Erzeugt im finstern Reich dachtsfreude. Seid uns in unsrer der Nacht, Aus Erdenstoff gePilgerzeit Ein Feierklang der woben; Geläutert durch des Ewigkeit, Ein Mahnungsruf nach Feuers Macht, Und rein heroben! vorgehoben; Nun in des Lichtes 2. Jhr ruft uns in des Vaters Reich erhöht, Von HimmelslüfHaus Aus diesem Weltgetümmel. ten rings umweht, Verkündigt Da ruhen wir von Sorgen aus; ihr uns Allen: Da steh'n wir nah dem Himmel. 6. Auch Euch rief Gott aus Da sucht die Seele höh're Kraft ,,, Staub hervor; Euch läutert er und findet, was ihr Heil ver-, auf Erden; Zum Himmel sollt schafft: Glaub', Liebe, Trost und auch ihr empor Von ihm geHoffnung. hoben werden. Durch Prüfungs3. Den Geist des Einsamen ,, gluth gereinigt, steigt, Wenn er erhebt Mit Ernst ihr zum Gedem Erbenthal entfleucht, Der bete, Wenn Abendstille ihn um- ,, Geist zu Gottes Höhen!" schwebt, Wenn glüht die Mor- 7. Erschalle jauchzender, Ges genröthe. Der Friede Gottes sang! Steigt feuriger, Gebete, zieht beim Schmerz Des Lebens Mit Orgelton und Glockenklang ein in's bange Herz Mit euern Hinauf an heil'ger Stätte! Dem, Himmelsklängen. der da lebt in Ewigkeit, Dem 4. Zu Nothbedrängten rufet Geber der Unsterblichkeit, Anbe ihr Heran der Helfer Schaaren. tung, Preis und Ehre!( 59.83) Weihe eines Gottesackers. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 220. Heilig, heilig sei uns an dem geweih'ten Ort! Allen Diese Stätte; sie ist behr! 2. D, er gibt uns große Lehren, Nie sei, wann wir auf ihr wallen, Spricht uns stark und mächtig Uns're Brust von Rührung leer! an, Und auf seine Stimme hören, Ernst, ja frommer Ernst erfülle Das ist recht und wohlgethan! Unser Herz, und Ruh' und Stille Herrsche unter uns hinfort Hier 124 Weihe eines Gottesackers. Ordination. Daß wir Sterbliche auf Erden| Wird man uns're Leiber säen, Staub sind und zu Staube wer- Samen für die Ewigkeit! Nun den, wo seh'n, wo fühlen wir so mag das Grab uns decken! Dieses mächtiger, als hier? Dies soll unser Herz nicht schrek3. Doch getrost! die Erde ken. Glaube läßt nicht unterfodert Daß nur, was ihr an- geh'n; Ja, wir werden aufergehört: Nur des Geistes Hülle steh'n! modert, Er, er selbst wird nicht 6. Aufersteh'n zum neuen zerstört. Er wird nicht dem Grab Leben, Frei von Kummer, Qual zum Raube; Er verweset nicht und Schmerz; Aufersteh'n und im Staube: Droben ist sein ewig leben:- Welch ein Troßt Vaterland, Dort beschüßt ihn füre bange Herz! Hoher Glaube, Gottes Hand. o begleite Mahnend uns von hier und leite Uns auf uns'rer Lebensbahn Alle, Alle himmelan! 4. Auch der Hülle, der hienieden Der Verwesung Schrecken droht, Ist ein beß'res Loos beschieden; Ewig bleibt sie nicht im Tod; Ewig schläft sie nicht im Staube. Dein göttlich hoher Glaube: Was in Asch' und Moder fällt, Reift für eine höh're Welt!" 5. Acker Gottes, wo wir stehen! Auf dich, den wir heut' geweiht, Bei einer Ordination. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 221. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein; Dein soll auch Dank und Ehre sein, Daß du der Kirche, die du liebst, Noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von 7. Fülle uns mit heil'gem Eifer, Daß wir, ganz dir, Herr, geweiht, Immer weiser, immer reifer Werden für die Ewigkeit. Dämpfe, was die Lüste wecket; Töde, was das Herz beflecket: Laß es gut und fromm und rein, Laß es deinen Tempel sein!( 139) 222. Dein Heil, o Gott, erbitten wir Für alle Lehrer heute; Auch für den Lehrer, der sich dir Bei Einführung Mel. Wie schön leucht't ic. 223. O Jesu, Herr der dir gesandt, Von Zeit zu Zeit dein heilig Wort, Und Licht mit ihm und Tugend fort. Me 3. Wohl deinem Volke, das du liebst, Dem du stets treue Lehrer gibst, Die weise sind und tugendhaft, In Lehr' und That ( 24) voll Geist und Kraft! Nach der Ordination. Mel. Sei Lob und Ehr zc. An diesem Tage weihte. Herr, segne ihn, verlaß ihn nicht; Ihm leuchte sanft dein Angesicht; Herr, gib ihm deinen Frieden! eines Predigers. Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Heerde! Du siehst auf die erlöfte 125 Bei Einführung und Abschieb eines Geistlichen. Welt, Regierst sie, wie es dir Thun und leiden, Dulden, streigefällt, Sorgft, daß sie selig werde. ten, Beten, wachen, Selig sich Von dir Sind wir Auch erwählet, und uns zu machen. Zugezählet Den Erlöften, Die du segnen willst und trösten. 5. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruh'n; Laß ihn sein Werk 2. Durch dich und deines mit Freuden thun; Nichts sei, Geistes Kraft Wird unsern Seelen das ihn betrübe. Wenn er uns Heil geschafft, Wird Segen uns deine Wahrheit lehrt, Gib uns gegeben. Durch guter, treuer ein Herz, das folgsam hört, Ein Lehrer Mund Thust du den Weg Herz voll treuer Liebe. Lehrer, des Heils uns fund, Führst uns Hörer Laß in Freundschaft Und zum ew'gen Leben; Wenn sie Gemeinschaft Auf dich sehen, Und Uns hie Wahrheit lehren, Trost den Weg zum Himmel gehen! gewähren, Wo wir leiden, Uns zum Himmel zubereiten. 3. Wohl, wohl dem Volke, das du liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, Die es zum Himmel führen; Die auf des Glaubens rechter Bahn Nach deinem Vorbild geh'n voran, Und deine Lehren zieren! Sorg' doch Stets noch, Daß die Heerde Selig werde, Daß den Seelen Gute Führer niemals fehlen! 6. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegen führen. Die Seelen find ihm zugezählt; Ach, ach, daß dort nur keine fehlt! Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du; Beut die Hände, Daß am Ende Hirt und Heerde Treu vor dir erfunden werde! 7. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen! Freund, Vater, nimm uns bei der Hand! Führ' uns zum ew'gen Vaterland! Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir Geh'n wir Durch die Leiden Dieser Zeiten Zu dem Leben, Das uns ( 15) unser Gott will geben. Beim Abschied eines Geistlichen. 4. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt. Herr segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertrau'n, Durch Lehr' und Leben zu erbau'n, Gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr' ihn, Hilf ihm Mel. Was ist mein Leben auf der sc. 224. So gehe hin denn von den Deinen, Du frommer Lehrer, treuer Hirt! Wir seh'n dir trauernd nach und weinen Um dich, der uns entrissen wird. Dich ruft der Herr, d'rum find wir still, Und tragen, was der Höchste mill 2. So gehe hin denn! Dich begleitet Der Dank der Liebe, wo du bist. Die Heerde, die du treu geweidet, Den treuen Hirten nie vergißt; Und ihr Gebet, ihr heißes Fleh'n, Es steigt für dich zu Gottes Höh'n. 3. Erleuchtend dich zum schweren Werke, An welches du gerufen bist, Dich kräftigend mit 126 Bei der Amtsjubelfeier eines Geistlichen. ſeiner Stärke, Die allen Treuen| weih'n, Woll' er dir gnädig nahe ist, Sei Gott mit dir und nahe sein. führe dich Zum Heil der Kirche väterlich! 3. So gehe hin denn von den Deinen! Ob auch der Herr dich von uns trennt, Des Glaubens Band wird uns vereinen, Die Liebe, die den Raum nicht kennt. Dich führe, stärke, segne Gott, Dein Schuß, dein Licht bis in ( 140) 4. Wofür dein Herz in liebe glühet, Wonach dein Glaube muthig strebt, Daß Christi Kirche herrlich blühet, Und alle Welt den Herrn erhebt; C Dem Werk in Segen dich zu den Tod! Bei der Amts- Jubelfeier eines Geistlichen. 4. Preis dir, der alles Gute schafft! Bon dir kam deinem Diener Kraft Zum heil'gen Tagewerke. Was ihm gelang, gelang durch dich; In seiner Schwach beit zeigte sich, Herr, deines Geistes Stärke! Licht und Weisheit, Muth im Streite, Ruh' im Leide, Trost in Sorgen Strömt' ihm zu mit jedem Morgen. Mel. Wie schön leucht't ac. 225. Bringt ihm in seinem Heiligthum Lob, Jubelsang und Dank und Ruhm, Dem Vater unsers Lebens! Der Herr ist unser Heil und Licht; Des Glaubens fromme Zuversicht Vertraut ihm nicht vergebens. Er ist Vater, Helfer, Führer, Freund, Regierer, Schuß, Erhalter Von der Kindheit bis ins Alter. 2. Geführt hat seine Vaterhand Den Lehrer, den er uns gesandt, Bis zu des Alters Stufen. Zum 5. Floß oft von seiner Stirne Schweiß; Doch kröntest du den treuen Fleiß Mit reichen Segensfrüchten. Wohl ihm, daß er die Pilgerzeit Im Glauben deinem Dienst am Evangelium Dienst geweiht, Und des Berufes Hat ihn der Herr in's Heilig- Pflichten! Herrlich Lohnst du, thum, Zu seinem Dienst gerufen. Der Gerechte, Deinem Knechte Fünfzig Jahre Half ihm treulich, Schon auf Erden; Größ'rer Schüßt ihn mächtig, War mit Lohn soll dort ihm werden! Segen Gott ihm nah' auf allen Wegen. 3. Mit frohem Geist, mit beiterm Blick Sieht er lobsingend heut' zurück Auf die durchwallten Pfade. Sei uns gesegnet, from mer Greis! Wir opfern mit dir Dank und Preis Dem Vater aller Gnade. Lob dem Höchsten! Jauchzt, ihr Chöre! Gebt die Ehre Seinem Namen! Hallelujah! Amen! Amen! 6. Er fä'te für die Ewigkeit! Nah' steht er schon der Aerntezeit, Dem höhern Himmelslohne. Dort reift die Saat, die er bestellt; Dort blüht das volle Garbenfeld; Dort winkt ihm seine Krone. Sel'ge Aussicht! Ueberschwenglich, Unvergänglich, Herr der Welten, Wirst dort oben du vergelien! 7. Hilf deinem Diener fernerhin! Auch noch im Alter stärke ihn; Bei Trauungen. 127 Trag' ihn auf Baterhänden. Neigt| Herrn erscheint, Laß uns dann, sich zulegt sein müdes Haupt, froh mit ihm vereint, Zu deiner Dann laß ihn schau'n, was er Rechten stehen! Laß ihn, wenn geglaubt; Hilf ihm den Lauf du vom Richterthron Ihm zuvollenden. Sprich: ,, du Treuer, theilst der Gerechten Lohn, Uns Komm zum Throne! Nimm die mit verherrlicht sehen. Lehrer, Krone! Nach dem Leiden Geh' Hörer Sind dann selig, Jauchnun ein zu Himmelsfreuden!" zen fröhlich Deinem Namen: Hal( 83) 8. Wenn einst der Tag des lelujah! Amen! Amen! Bei Trauungen. Mel. Wie schön leucht't ic. 226. Von dir, du Gott der Einigkeit, Ward einst der Ehe Bund geweiht. Wie hoch ist er zu ehren! Vernimm, Herr, unser innig Fleh'n; Sieh gnädig an, die vor dir steh'n, Ihr Bündniß zu beschwören! Laß sie, Vater, Dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben! 2. Nimm sie in deine Vater hut, Daß ihnen nie ein wahres Gut Zum vollen Frieden fehle. Laß nie sie ihren Bund entweih'n, Gerecht, gottselig, züchtig sein, Sich und der Welt zum Segen. Laß sie, Vater, Voll Vertrauen Auf dich schauen, Freudig sterben, Und vereint den Himmel erben! ( 40) 2. Du hast, großer Gottessohn, Einst ein frommes Paar gesegnet; Und noch auf des Himmels Thron Bist du Helfer, der gern segnet. Laß die, die sich hier verbinden, Deine Lieb' und macht empfinden. 3. Christen stehen hier vereint, Deinen Segen zu erbitten. Allertreu'ster Menschenfreund, Tritt du segnend in die Mitten, Daß dies Paar die beste Gabe, Got tes Gnade immer habe! 4. Sei ihr Beistand in der Noth; Sei in Kummer ihre Freude. Gib, daß Nichts, als nur der Tod, Die verbundnen Herzen scheide. Laß sie dort in jenen Höhen Selig einst sich wiedersehen. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Mel. Liebster Jesu, wir zc. 228. Es ruft am festlichen Altar Die heil'ge Feierstunde Mit ernster Stimm' ein neues Paar 227. Herr, der durch der Zum unverrückten Bunde. Weiht Liebe Band Mann und Weib mit Gebet Das Fest, und fleht: genau verbindet; Herr, der auf ,, Es komme großer Segen Den der Ehe Stand Seines Reiches Wachsthum gründet: Segne die, die jest mit Beten In den Stand der Ehe treten. Liebenden entgegen!" 2. O selig, die an Gottes Hand Durch's Pilgerleben wallen! Was sich zu frommer Treu' verband, 128 Begräbnißlieder. Krönt er mit Wohlgefallen. Von| zen; In Freude wandelt sie die ihm beschüßt, Von ihm gestüßt, Noth, Und läutert so die Herzen. Wird nie ihr Fußtritt gleiten; Sie wacht, sie pflegt, Sie hebt Sein Aufseh'n wird sie leiten. und trägt; Sie stärkt zu edeln Thaten, Läßt jedes Werk gerathen. 3. Sie schau'n getrost zu ihm hinan, Vertrauend seiner Gnade, Führ' auch durch Dunkel ihre Bahn Und durch verschlung'ne Pfade. Auch Sorg' und Schmerz Führt himmelwärts; Vereint zu Freud' und Leiden Kann Nichts, wird nichts sie scheiden. 4. Die lieb' ist stärker, als der Tod, Und achtet teiner Schmer- vereinen! dininiais Hoursy Tounts in Ruh! Wir geh'n nach unsern Hütten zu, Und machen zu der Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 229. Begrabt den Leib in Ewigkeit Mit Freud' und Zittern seine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 5. Komm', Segen Gottes, komm' herab, Und sei der Lohn der Treuen, Die freudig sich bis in das Grab Der heil'gen Liebe weihen! Lös't dann das Band Des Todes Hand; Woll'st du, wie all' die Deinen, Sie ewigfeſt ( 136)- Bei Begräbnisſen. 2. Aus Staube schuf ihn Gott, der Herr; Er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus seiner Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Noth, Von aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; Nun wird er dort bei Gott erquickt. Hier wandelt er im dunkeln Thal; Nun ist er frei von Noth und Qual. 5. Blieb er Gott treu bis an sein Grab, So wischt ihm Gott die Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? 6. Nun, du Erlöster, schlaf uns bereit. 7. Herr Jesu, dein Versöhnungstod Stärk' uns in unsrer legten Noth! Laß uns im Glauben treu und rein, Und selbst im Tode freudig sein.( 212) Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 230. Nun bringen wir den Leib zur Ruh', Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Asche werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Wie nichtig unser Leben ist. Nach Sorgen, Furcht und mancher Noth Kommt endlich noch zulegt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Begräbnißlieder. Lebenszeit; Auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick: So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, furze Zeit. 129 dünkt es zwar zu früh; Doch immer ist's die rechte Zeit, Wenn Gott, der weise Gott gebeut. 3. Die reife Frucht wird abgepflückt, Wie schön sie auch den Baum geschmückt. So rief Gott aus der Frommen Schaar Den ab, der reif zum Himmel war. 4. Gott rief ihn zu sich in sein Reich. Mit diesen Worten tröstet euch! Ein Gast, ein Frembling war er hier! Er ist daheim; bald folgen wir. 5. Des Frommen Ziel ist nicht das Grab. Er tauscht den more schen Pilgerstab Mit Palmen, und das Wanderkleid Mit dem Gewand der Herrlichkeit. 6. Sein Lebensquell ist nicht versiegt; Selbst das, was in der Erde liegt, Der Leib, den wir verweslich sä'n, Wird unverweslich aufersteh'n. 7. Du, der uns dieses Heil erwarb, Der für uns lebte, litt und starb, Und auferstand; laß, Jesu, dein Im Leben und im Tod uns ( 21) sein! 6. Mensch, Tod und Richter nahen sich; Es schallet hier der Ruf an dich: In Allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt!" think 7. Hier, wo wir bei den Gråbern steh'n, Soll das Gebet zum Vater geh'n: ,, Mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut!" 8. Laßt alle Sünden uns bereu'n, Vor unserm Gott uns findlich scheu'n. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm' Jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah', Herr Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn; Zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, D Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst; Dann laß uns fröh lich aufersteh'n, Und selig dir entgegen geh'n! ( 100) Mel. Schwing dich auf zu deinem ic. 232. Laßt dem Tode seinen Raub, Würmern ihre Gabe! Seelen werden nicht zu Staub, Schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein; Laßt ihn niederrollen, Segnen ihn und uns deß freu'n, Daß wir leben sollen. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 2. Seht, da liegt der Todte nun In geweihter Stille. Freunde, laffet still ihn ruh'n! Es ist Got2. Gott nahm den Freund, tes Wille. Weinet nicht; er hat den er uns lieh, Zurück; uns nun schon, Was wir erst erseh9 231. 3ur Ruhe wird der Leib gebracht; Er schläft nun eine lange Nacht. Kein Ruf zu wecken ihn vermag, Als Gottes Ruf an jenem Tag. 130 Begräbnißlieder. nen; Dort steht er vor Gottes 3. Es ruh'n die entseeleten Thron: Trocknet eure Thränen! Glieder Dort unten mit Erde bedecket. Bald eint mit der Seele sie wieder Der Herr, der verklärt sie erwecket. 4. Das Waizenkorn müßt ihr erstorben In dunkele Furchen erst säen; Wenn's Kräfte des Lebens erworben, Wie wird es so herrlich erstehen! 5. Was jego hinabsinkt in Grüfte In Schwachheit, ein Raub der Verwesung; Dann hebt sich's gleich Adlern in Lüfte, Und schauet den Tag der Ers Lösung! 6. So nimm denn, o Erde, die Hülle Des Geistes, noch edel in Trümmern. Verbirg fie in Dun kel und Stille, Bis einst ihr der Morgen wird schimmern! 7. Ein Wesen, geschmückt mit dem Bilde Des Schöpfers, hat in ihr gewohnet, Das Christus hienieden erfüllte, Und droben mit Herrlichkeit lohnet. 3. Stimmet an das hohe Lied Von der Auferstehung! Wißt: als Jesus nun verschied, Folgte bald Erhöhung. Fromme ruh'n in seiner Hand, Rub'n in sanftem Frieden; Er, der starb und auf erstand, Hat ihr Heil entschieden. 4. Wenn er kommt, und Donner gleich Seine Stimm' erhebet: Gräber, Gräber, öffnet euch! Lebt, ihr Todten, lebet!" O mit elchem Jubelton, Ungestört von Beiden, lernten dann an seinem Thron Fromme seine Freuden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Modernde Gebeine; Bald verrinnt auch unsre Zeit, Ruft der Tod: erscheine! Ruf' er nur; wir sind bereit! Wer des Lebens Gabe Nüget für die Ewigkeit, Zittert nicht am Grabe. ( 142) Eigene Melodie. 233. Verstummt nun, ihr Klagen, ihr Thränen, Fließt sanfter am Grabe der Frommen! Zum Leben, das wir noch ersehnen, Sind sie durch den Tod schon gekommen. 2. Was senkt an den Hügeln des Todes Jhr weinend die Blicke zum Staube! Hier siehet nur Schlummernde Gottes, Nicht Todte, der heilige Glaube. 8. Auch sie läßt, vergessen im Staube, Ihr Schöpfer auf ewig nicht modern. Der jeßt sie der Gruft gibt zum Raube, Wird wieder vom Grabe sie fodern. 9. Nun, laffet fie ruhen, die Müden; Nun schweige die trauernde Klage! Schlaft wohl, o ihr Lieben, im Frieden, Entgegen dem ewigen Tage!( 145.83) Beim Begräbnisse eines Kindes. blühen, Blüht seine Herrlichkeit. Ein Hauch des Windes wehet, So ist sie nimmer da. Dein Wort nur, Herr, bestehet, Und bleibt Mel. Valet will ich dir zc. 234. Wie Augenblicke fliehen, So flieht des Menschen Zeit. Wie Gras und Blumen mit Trost uns nah'. Degräbnißlieder. 2. Kaum hat des Säuglings Lallen Der Mutter Web versüßt; Kaum hat mit Wohlgefallen Der Vater ihn begrüßt; Kaum ist zu schönem Hoffen Ein Leben aufges wacht; So sinkt es, früh getroffen, In dunkle Todesnacht. 3. D, die ihr betend ranget Um euer Aelternglück; Was Gott zurück verlanget, Das gebt ihm still zurück. Was früh die Lieb' entbehret In ihrem Freudenkranz, Das hat Gott früh verkläret In seinem Himmelsglanz. 4. Vergißt auch Mutterliebe Wohl ihres Kindleins je? Und fönnte sie's; er bliebe Doch treu in Wohl und Weh. Hinauf vom Erdenstaube, Zu ihm hinauf, o Herz! Dort zeiget dir der Glaube Dein Heil in deinem Schmerz. 131 mend, wie die Deinen Ueber ihre Todten weinen. 2. Thränen fließen, Weil wir müssen Zweige dorren sehen, Die, wie jugendliche Rosen, Von dem Morgenthau begossen, In dem Garten Gottes sprossen. 3. Ueltern stehen Stumm, und sehen Auf die kleine Bahre. Ihre Hoffnung ist zerschlagen, Und die Lust von fünft'gen Tagen Sehen sie zu Grabe tragen. Sehen 4. So verwelken Denn die Nelken Noch in ihrer Knospe! Blumen, die so herrlich stehen, Müssen, wenn die Winde wehen, Kaum halbaufgeblüht vergehen. 5. Doch nur stille! Gottes Wille Jft allein der beste. Der die Kinder uns gegeben, Hat die Macht, zu jenem Leben Diese Kin der zu erheben. 5. Dort nimmt der Hirt der 6. Seelen werden hier auf Frommen Die Kindlein auf und spricht: ,, O laßt sie zu mir kom- Erden Oft, gar oft vergiftet. men, Und wehret ihnen nicht!" D'rum nimmt Gott nach seinem Er grüßt als seine Glieder, Was Willen Unsre Kinder hin im schuldlos zu ihm fam, Und reif Stillen, Seinen Himmel auszugibt er einst wieder, Was er als füllen. Knospe nahm. 6. So schweigt mit stillem Warten, Wenn Sehnsucht euch bewegt. Blickt auf zum Himmelsgarten, Der alle Blüthen hegt. So opfert eure Gabe, Und så't den edeln Keim, Und geht gefaßt zum Grabe, Und kehrt getröstet heim! ( 162) 7. Weint gelinder Um die Kinder; Aeltern, hemmt die Zähren! Kann es ihren kleinen Seelen Dort an der Erziehung fehlen, In dem Chor verklärter Seelen? 8. Seyet, dorten An den Pforten Seines Himmels winket Jesus, winkt mit holden Mienen, Und zu Lehrern gibt er ihnen Engel, die dem Vater dienen. Mel. Ach wie nichtig, ach wie ic. 9. Nun, wir schweigen, Und wir beugen Vor dem Herrn uns wieder. Wenn die Erde wird vergehen, Werden wir in jenen ter Seelen! Gott, laß deinen Höhen Unsre Todten wiedersehen. Trost erscheinen; Schau' erbar235. Freund der Herzen! Sieh die Schmerzen Tiefgebeug( 179) 9* 132 Begräbnißlieder. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 236. Sanft, wie er gewandelt hat, Endet sich, zum Schmerz der Seinen, Dieses Frommen Erdenpfad; Und wir schau'n ihm nach und weinen. Sanft ist er von uns geschieden; Ruhe lohnet nun den Müden. [ wer an mich glaubet!" Ja, des Himmels Heil und Frieden Ift dem Treuen dort beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, Ausgestreut von unserm Lehrer, Fruchtbar sein in Wort und That, Und uns würdige Verehrer Deines Sohnes hier auf Erden, Und des Himmels Erben 2. Was dein Wort uns glau- werden. ben heißt, Vater! das hat er ver6. Wenn wir denn einst um fündet, Und, gestärkt durch deinen ihn steh'n, Und mit ihm zum Geist, Vieler Seelen Heil ge- Throne dringen, Mit ihm den gründet. Uns zu Jesu zu erheben, Erlöser seh'n, Dem wir Preis War sein eifrigstes Bestreben. und Ehre bringen; D wer nennt die Seligkeiten, Die dann ewig uns begleiten? 3. Treulich ging er selbst den Pfad Frommer Tugend bis an's Ende, Und gab nun nach deinem Rath Seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre Trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, Die nur seine Hülle raubet, Hören wir, wie Jesus ruft: ,, Selig ist, 7. Gott! er ruhe sanft und mild, Er, der uns dir näher führte; Unvergeßlich sei sein Bild Jedem Herzen, das er rührte! Seine hohen Himmelslehren Wollen wir durch Thaten ehren. ( 20) Bweiter Haupttheil. Von den Lehren und Veranstaltungen des Christenthums, oder vom Glauben der Christen. 1. Abschnitt: Von Gott. Gottes Herrlichkeit Imel, Erd' und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor- oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah, Ich size oder gehe; Ob ich an's Meer, Ob ich gen Himmel flöhe, So ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fleh'n Und allen Rath der Seele; Er weiß, wie oft Jch Gutes thu' und fehle, Und eilt, mir gnädig beizusteh'n. 9. Er wog mir dar, Was er 4. Unendlich reich, Ein Meer mir geben wollte, Schrieb in von Seligkeiten; Ohn' Anfang sein Buch, Wie lang ich leben Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten; sollte, Da ich noch unbereitet war. Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war Im Him10. Nichts, Nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre; Herr, I Von Gottes Wesen. überhaupt. Gigne Melodie. 237. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; Herr ist sein Nam' Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So find und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. - Von Gott nach seinem Wesen. 134 immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht Bon deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der fleinste Halm Ist schieht. Auf dein deiner Weisheit Spiegel. Du, Werde! Entstand dein großes Luft und Meer, Ihr, Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Coblied und sein Psalm. Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind auch vor dir nur Staub: Auch Geister kannst du töden. Wen du er niedrigest, Gott, wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß besteh'n. 13. Du tränfst das Land, Führst uns auf grüne Weiden, Und Nacht und Tag, Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen! Sollt' ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, Will er mein Retter werden; So frag ich nichts Nach Himmel und nach Erden, Und biete selbst der Hölle Truß. ( 55) 3. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Aufs Mannichfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst; Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst, und es geallmächtig: Mel. Nun danfet alle Gott ic. 238. Anbetungswürd'ger Gott, Mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können! föße meinem Geist Die tiefste Demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein! 2. Du bist das höchsle Gut; Du weißt von feinem Leide. Stets ruhig in dir selbst, Hast du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. Auch ohne Kreatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besiget, Der Leben gibt und nimmt, Der unsern Odem schüßet. Den Geist, der in uns lebt, Den haben wir von dir; Willst du, so wird er Nichts: Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je geseh'n? Wer kann im Fleisch dich ſehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu den Lichteshöhen, Wo du voll Majestät Auf deinem Stuhle thronst, Und unter'm frohen Lob Der Himmelsheere wohnft. 8. Was wir, Unendlicher, Von deinem Wesen wissen, Das haft du selbst zuvor Uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir Gottes Herrlichkeit. 135 Dich noch gar unvollkommen. Angesichtes, Schuf auch für mich, Wird aber dermaleinst Der Vor- Herr, deine Macht. Auch mir hang weggenommen, Der jegt verherrlicht er Bon tausend Sterdas Heiligste Vor unserm Blick nen her Deine Größe. O wer verschließt: Dann sehen wir dich, bin ich, Daß du auch mich Mit deinem Lichte überströmst! Gott, So herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon jest Dein Ruhm von uns besungen! Verschmähe nicht ein Cob Von schwachen Menschenzungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht steh'n, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöh'n! ( 146) Mel. Wachet auf, ruft u. 239. Gott, wer ist dir zu vergleichen? Wer zählt in deinen weiten Neichen Die Schaaren, die sich deiner freu'n? Sonnen über Sonnen geben Zahllosen Welten Glanz und Leben; Sie alle schufst du, du allein! Wer nennt ihr mächtig Heer? Ist nicht der Welten mehr, Als des Sandes? Allgütiger, Gott, unser Herr! Wie würdig bist du unsers Ruhms! 4. Schwinge dich empor und singe! Weit über alle Himmel dringe Zu Gott, o Seele, dein Gesang! Höher, als der Sterne Höhen, Will seine Huld und Gnade gehen, und höher geh' nun auch dein Dank! Barmherzig schauet er Auf alle Seelen her, Die ihn fürchten. Er sorgt für sie, Und läßt sie nie Umsonst zu ihm nach Hilfe fleh'n. 5. Hab' ich's nicht von ihm vernommen? Ist nicht ein Wort zu mir gekommen, Das selbst sein Mund geredet hat? ,, Berg' und Hügel können zittern; Doch nichts fann meine Huld erschüttern, Sei gleich oft wunderbar mein Rath." So sprach er liebevoll. Wer preis't ihn, wie er soll? Ja, die Gnade, Die er verheißt,- Jauchz', o mein Geist!-Ist höher als die ( 24) Himmel sind! 2. Und in diesem Heiligthume Darf, Herr, bestimmt zu deinem Ruhme, Auch ich mich deiner Größe freu'n; Darf auch vor dein Antlig treten, Dich, Weltenschöpfer, anzubeten; Darf deines Namens Herold sein. Wie vieler Himmel Pracht Verkündigt deine Macht! Doch, o Schöpfer, Der du sie wölbst, Dich fasset selbst Der Himmel aller Himmel nicht. Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 240. Der Herr ist Gott, und Keiner mehr; Frohlockt ihm alleFrommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Sinkt in den Staub; nur Gott ist groß! Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 3. Wer denn bin ich Erd' von 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Erde, Daß ich von dir gewürdigt Wer strebet nicht vergebens, Ihn werde, Dich anzuschau'n in deiner zu ergründen? Wer ermißt Die Pracht? Diesen milden Glanz Dauer seines Lebens? Wir Mendes Lichtes, Den Schatten deines schen sind von gestern her; Eh' Von Gott nach seinem Wesen. 136 noch die Erde war, war er; War, eh' die Himmel waren. 3. Um seinen Thron her fließt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn faffen alle Himmel nicht, Die seine Größ' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft Das, was wir sind und werden. Er fennet Alles, was er schafft, Im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand Und Kraft und Stärke; seine Hand Umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah'? Ist er nicht fern? Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verber- schenkft! gen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanken selbst ent- zu, Bald Leiden, die mich üben, flieh'n ihm nicht In ihrer ersten Bildung. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittig über Alle! Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und Reiner mehr! Wer gleicht ihm? Niemand ist, wie er! Frohlockt ihm alle Frommen! ( 24) den! Die Himmel und ihr Heer Sind durch dein Wort entstanden. Du sprichst, und es geschieht; Gebeutst, und es steht da! Auch mich riefst du an's Licht, und bist mit Huld mir nah'. 2. Du bist der Gott der Kraft; Dich preisen Erd' und Meere! Die Himmel ohne Zahl Verkünden deine Ehre! Auch ich erhebe dich; Mein Heil kommt nur von dir; Du höreft auf mein Fleh'n, Und sendest Hilfe mir! 3. Schau' ich die Himmel an, Die du, Herr, ausgebreitet, Der Sonne Glanz und Pracht, Den Mond, den du bereitet: Was ist der Mensch vor dir, Daß du, Herr, sein gedenfft, Und ohne Unterlaß Ihm Heil und Segen Mel. Nun danket alle Gott 2c. 241. Wie berrlich ist, o Gott, Dein Nam' in allen Lan4. Bald theilst du Glück mir Und meiner Tage Zahl Ist in dein Buch geschrieben. Du dachtest gnädig mein, Eh' ich in's Leben kam; Sahst mich, eh' dieſe Welt Noch ihren Ursprung nahm. 5. Was Leib und Seel' ers quickt, Das schenkst du gnädig Allen, Und sättigst, was da lebt, Mit Freud' und Wohlgefallen. Du gibst den Schwachen Kraft, Und den Belad'nen Ruh', Und deckest unsre Schuld Um Christi willen zu. 6. Was frag' ich außer dir Nach allem Glück der Erde, Wenn ich nur deiner Huld, O Gott, verfichert werde! Wie sanft ist dein Gebot: Gib mir dein Herz, mein Sohn, Und wandle meinen Weg; Ich bin dir Schild und Lohn! Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. deine Gnad' und Wahrheit ist So ewig, wie du selber bist: Wohl mir, daß ich dich kenne! 7. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; Den will ich dir vertrauen. Dein theures, wahres Wort verheißt: Er soll dein Antlig schauen. Mein Fleisch ruht auch nur kurze Zeit; Am Aerntetag der Ewigkeit Wirst du es auferwecken. Mel. Allein Gott ist der Höh' ic. 242. Unendlicher, den keine Zeit Umschließt mit ihren Schranken! Bei'm Anblick deiner Ewigfeit Vergeh'n mir die Gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht, wie ich's fassen soll: Du bist und bleibest ewig! 2. Noch war von feiner Sonne Licht Durch ihre Welt verbreitet; Die Himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine Macht bereitet; Noch war kein Land, noch floß kein Meer An hoher Berge Gründen her: Du aber warst schon ewig. 3. Von Ewigkeit her sahest du Die fünft'ge Welt entstehen, Und maßest ihre Zeit ihr zu, Und sahst fie untergehen. Vom Engel bis zum Wurm herab Wogst Jedem du sein Schicksal ab, Und nanntest sie mit Namen. 4. Längst steht nun deine Schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Bald ist sie ihrem Ende nah', Und eilet zu veralten. Denn ihrer Jahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein Ziel Mit Weisheit und mit Güte. 5. Kaum eine Stund' ist es vor dir Vom Anfang bis zum Ende. Kaum Augenblicke leben wir, Wir, Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; In alle Ewigkeit wirst du Der selbe sein und bleiben. 137 8. Ob Alles um mich her vers geht, Soll ich nicht mit vergehen. An deinem Thron, der ewig steht, Soll ich, gleichewig, stehen. Du gibst an allem deinem Heil Einst deinen Auserwählten Theil; Auch mir, auch mir mit ihnen. 9. Bald fallen Erd' und Himmel hin An deinem Weltgerichte. Dann dank' ich's dir, daß ich noch bin, Und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig sein, Mich ewig deiner Gnade freu'n Und meiner Seligkeiten. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner Seele Der Fels, den sterbend ich für sie Zur sichern Zuflucht wähle. Denn 10. Der seligen Unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenfen, Laß mich in dieser kurzen Zeit O Gott mit Ernst gedenken! Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut; Sie stärke mich mit Kraft und Muth, Gerecht vor dir zu ( 126) leben! Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ic. 243. Herr Gott, du bist Die Zuflucht aller Zeiten; Denn du bist Gott In allen Ewigkeiten! Du warest schon, Eh' Erd' und Himmel ward, Eh' noch dein Arm Sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, Und alle Menschenkinder? Staub sind vor Von Gott nach seinem Wesen. 138 dir Der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht Doch unser Leben hier! Du Höchster nur, Du bleibest für und für! 3. Du hast vorhin Die Erde zubereitet; Dein Arm hat, Gott, Die Himmel ausgebreitet. Doch sie vergeh'n, Veralten wie ein Kleid; Du aber bleibst In alle Ewigkeit. jedes Maß zu klein. Jahrtausende, die Reihe jeder Zeit, Ver schlingt die zahlenlose Ewigkeit. 3. Du, du allein fennst kein Entstehen; Du warst und bist, und ewig wirst du sein. Ob deine Himmel einst vergehen, Ob alle Welten einst den Einsturz dräu'n; Du, du bleibst frei vom Wechsels lauf der Zeit, Unwandelbar durch alle Ewigkeit. 4. Es werden noch Die Himmel und die Erden, Wie ein Ge- 4. Welch Glück, welch Glück, wand, Von dir verwandelt wer- daß ich dich kenne, Und deinen den. Du bleibst; dein Licht Un- heil'gen, ewigtreuen Sinn: Daß wandelbar erglänzt, Vom Wech- ich dich meinen Vater nenne, Und fellauf Der Zeiten unbegrenzt. weiß, daß ich dein Kind durch 5. Dies ist der Trost, Die Jesum bin! Wenn Noth mir Hoffnung deiner Knechte: Sie drohet, wenn das Glück mir schau'n auf dich; Es schüßt sie lacht; Mich schüßt und führt und deine Rechte. Du läßt ihr Herz stärket deine Macht. Sich ewig deiner freu'n, Und bleibst ihr Gott; Denn sie sind ewig dein. 5. Du wirst mein Vater ewig bleiben, Mich ewig leiten, heil'gen und erfreu'n! Ob meine Glieder einst zerstäuben; Dein Leben lebt in mir, dein ewig Sein. Mein Geist schwingt sich im Tod zu dir empor, Und jauchzt dir ewig mit der Sieger Chor. 6. Das sei mein Troft In allen trüben Stunden. Vom Tode selbst Bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab Trennt mich, o Gott, von dir; Mein Fels, mein Heil, Das bleibst du ewig mir! ( 146) Mel. Liebster Jesu, wir. Mel. Dir, bir Jehovah will: c. 245. Gott, du bist von Ewigkeit, Und dein herrlich gro244. Eh' noch die strahlen- ßes Wesen Aendert sich zu keiner reiche Sonne, Eh' Himmel, Erde, Zeit; Du bleibst stets, was du Luft und Meer entstand, Und gewesen! Laß dies meinen Geist hohe, nie gefühlte Wonne Der beleben, Ehrfurchtsvoll dich zu erste Mensch beim Blick auf sie erheben! empfand, Warst du schon, Gott, das, was du jegt auch bist, Der höchste Geist, deß Dasein ewig ist. 2. Wer kann in diese Tief sich senten, In dein selbstständig, dein urewig Sein? Um deine Dauer, Gott, zu denken, Ist jede Zahl und 2. Ewig und unwandelbar Ist, o Gott, dein hohes Wissen! Was dir einmal Wahrheit war, Wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen: Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschen Allmacht. 139 find, Daß dich Etwas reuen sollte.| Lust; Ewig währet deine Liebe. Immer bleibst du gleichgesinnt: Wohl mir, wenn ich auch mit Luft Was dein Rathschluß vormals Mich in deinem Willen übe! wollte, Willst du noch; o bilf uns Dann, o Herr, wird's meiner Allen, Thun nach deinem Wohl- Seelen Nie an wahrem Woblfein fehlen. gefallen! 4. Jn.mer bleibst du, Gott, ein Feind Derer, die das Unrecht üben; Immer bleibst du, Gott, ein Freund Derer, die das Gute lieben! Laß uns darin schon auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden! 5. Deine Worte trügen nicht; Du bist ewig der Getreue, Der das hält, was er verspricht. daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, Dir, Herr, auch getreu zu bleiben! 6. Stets ist Wohlthun deine 7. Erd' und Himmel wird vergeh'n; Alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich besteh'n; Deine Hand wird mich umfassen, Wenn ich nun von hinnen scheide: Du bist ewig meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, Diese deine Ewigkeit Einen starfen Antrieb werden, Dich zu lieben, dir zu trauen, Und mein Glück auf dich zu bauen.( 63) Allmacht. Mel. Auf, Christenmensch, auf, auf sc. 246. Herr, deine Allmacht reicht so weit, Als all dein Wesen reichet! Nichts ist, das deiner Herrlichkeit, Und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, Das dir zu thun unmöglich wär'? 2. Es fällt auf dein allmächtig Wort Dir Alles, Herr, zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort Troß allen Hindernissen; Du winkst, so steht vollendet da, Was nie zuvor ein Auge sah. 4. Die Größe deiner Wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein Vermögen Weit über alle Kräfte steigt, Die die Natur bewegen! Du bleibst ihr Herr; in deiner Hand Bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Und welche Wunder deiner Macht Wird unser Aug' einst sehen, Wenn nach der langen Grabesnacht Wir herrlich auferstehen, Und uns, nun völlig auf gehellt, Sich öffnet eine neue Welt! 6. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist Wirft sich vor dir darnieder! Die Ohnmacht, wie du selber weißt, Umgibt noch meine Glieder. Mach' mich zum Zeugen deiner Kraft, Die aus dem Tode Leben schafft! 7. Ach zünd' in mir den Glauben an, Der sich auf dich verlasse! 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet; Es bleibet stets dein Augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch immer fort besteht die Welt, Weil deine Allmacht sie erhält. Von Gott nach seinem Wesen. 140 Ist Etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, Herr, umfasse? Nun, ich vertraue deiner Kraft, Die Alles fann und Alles schafft! ( 146) 4. Und nie ermüdet deine Hand: Du ordnest Sturm und Meere, Den ungezählten Ufersand, Und alle Sonnenheere. D Quell des Lebens und des Lichts! Herr, ohne dich ist Alles Nichts; Und du regierest Alles. Mel. Allein Gott in der Höh' ic. 247. Wie groß, o Gott, ist 5. D du, vor dessen Angesicht deine Macht, Du Urquell aller Viel tausend Sonnen prangen! Leben! Wer zählt, was du her- Mit welcher festen Zuversicht vorgebracht, Was du auch uns Kann dir mein Herz anhangen! gegeben? Wer überschaut das Was kann ich Schwacher nun Sternenheer? Wer zählt die durch dich? Was sorge, was verWesen weit umher; Wer Thiere, zage ich Bei deiner Allmacht Menschen, Welten? Walten? 2. Herr, der du Erd' und Himmel hältst! Dein Allmachtswort: es werde!" Bewirkt im Himmel, was du willst, So wie auf dieser Erde. Zu hoch ist Nichts für deine Kraft; Was ist, ist dein, und Alles schafft Dein unerforschter Wille. 3. Kein endlicher Verstand ermißt Die Größe deiner Werke. Was über mir und um mich ist, Verkündigt deine Stärke; Und alles, was dein Hauch belebt, Empfindet, freuet sich und strebt Mit Kraft nach neuen Kräften. 6. Jch bete dich mit Ehrfurcht an, Allmächtiger Beleber! Du gibst, was Niemand geben kann, Unendlich reicher Geber! In jeder Ohnmacht, jeder Noth, In jeder Angst und selbst im Tod Ist deine Kraft mir nahe. 7. O Allmacht, außer mir zu seh'n, Und in mir zu empfinden; In allen Tiefen, allen Höh'n Zu suchen und zu finden! O Allmacht, die mich schuf und trägt, Mich ganz belebt, mich stets bewegt! Anbetung dir und Ehre!( 105) Allgegenwart und Allwissenheit. Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 248. Zu Gott, o Seele, schwing' dich auf Und werde Dank und Wonne! Er lenkt voll Huld der Welten Lauf; Er lenkt den Gang der Sonne. Was dich erfreuet, schenkt er dir: Durch ihn nur sind und leben wir; Er ist allgegenwärtig. 2. Wenn du, zu thun, was ihm gefällt, Den frommen Vorsag faffest; Wenn du die Eitelkeit der Welt Und ihre Sünden hafsest; So mangelt dir nie Licht und Kraft: Der Wollen und Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 3. Wenn er dir heitre Tage gibt, Und dieses Lebens Freuden; Und wenn er deine Tugend übt Durch Prüfungen und Leiden: Allgegenwart und Allwissenheit. 141 So hoff' auf ihn und zage nicht;| That Vor aller Welt verhehlet; Denn er schafft Finsterniß und Licht; Er ist allgegenwärtig. So weißt du sie, und strafest mich Zu meiner Beff'rung väterlich. 4. Wenn Erd' und Himmel um dich her mit ihrer Pracht verschwinden, Die Sinn' erstarren und nicht mehr Dir dienen, Nichts empfinden; Wenn auch fein Freund mehr helfen kann: So schau' auf ihn; er ist auch dann, Ist stets dir gegenwärtig. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, Daß Hilfe mir erscheine. Voll Mitleid, Bater, zählest du Die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 5. Dann schwingst du dich zu ihm hinauf, Zu seines Himmels Wonne, Beginnest einen neuen Lauf, Siehst eine höh're Sonne; Siehst ihn, der alle Welten lenkt, Im Tod und Leben Freuden schenkt: Er ist allgegenwärtig! ( 118) 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle; Daß ich dein heilig Auge scheu', Und dir zu dienen eifrig sei! 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Dies tröst' und beff're ( 195) meinen Geift! Mel. Auf, Christenmensch, auf ic. 249. Nie bist du, Höchster, von uns fern; Du wirkst an allen Enden! Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; Denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, fennest du; Du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, Nichts kann deinem Aug' entflieh'n, Und Nichts mich deiner Hand entzieh'n. Mel. O Gott, du frommer 2c. 250. Herr, du erforschest mich; Dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun Und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der Gedanke noch In meinem Geist entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, Das du, o Herr, nicht wis sest. Du schaffest, was ich thu' Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich; Wie groß ist dein Verstand, Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' 4. Du merkst es, wenn des ich jemals wohl Mich deinem Herzens Rath Verkehrte Wege Aug' entziehen? Führ' ich gen wählet; Und bleibt auch eine böse Himmel auf, So bist du, Höchster, 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe; So fichst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer ſei. 142 Von Gott nach seinem Wesen. da; Führ' ich zur Tief hinab,| naht, Und halte mich zurück Auf Auch hier bist du mir nah'! ebnem, sicherm Pfad. ( 24) 4. Nähm' ich auch, schnell zu flieh'n, Die Fittige vom Morgen; Selbst an dem fernsten Meer Blieb ich dir nicht verborgen. Und blieb' ich hier auch gleid) Den Menschen unbekannt; Gott, so umschlösse mich Doch deiner Allmacht Hand! 5. Spräch' ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! So würd' in Nächten mich Dein heilig Aug' erschrecken. Denn auch die Finsterniß Ist vor dir helles Licht; Die Nacht glänzt, wie der Tag, Vor deinem Angesicht. Wiel. Es ist gewißlich an der 2. 251. Umsonst, umsonst ver hüllst du dich, Mein Herz, in Finsternisse! Was kann ich Gott vers bergen, ich? Was thun, das er nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler, als das Grab; Das Auge Gottes schaut hinab In deine tiefsten Tiefen. 9. Erforsche mich, mein Gott, Und prüfe, wie ich's meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu sein mir scheine! Sieh, ob mein Fuß vielleicht Sich einem Irrweg 2. Wo ist die Nacht der Eins samkeit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele! Eh' ich euch selbst empfin 6. Als ich zu sein begann, War den kann, Von eurer ersten Bil ich von dir umgeben, Bon dir gedung an, Bis ihr zu Thaten reifet. bildet, Gott, Von dir geführt in's Leben! Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh' ich war, So väterlich gedacht. 3. Er fennet, er durchschauet euch, Wenn ihr euch mir entzie het; Bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, Schnell auf fahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! Vergebens! aufgezeichnet steht Ihr all' in seinem Buche. 7. Du zähltest mein Gebein, Du zähltest meine Tage; Bestimmtest, eh' ich war, Mein Glück und meine Plage. Was ich gedenk' und will, Das, o mein Schöpfer, war Vor meiner Bildung schon Dir alles offenbar! 8. Wie köstlich sind vor mir Des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, Sind ohne Maß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, seh'n, Dir folgen und dein Lob, So gut ich kann, ers höh'n! 4. Der Herr gedenket ihrer noch, Wenn sie auch mir entschwinden. Sie bleiben! und ich träume doch, Sie wären keine Sünden? Sie alle müssen an das Licht, Wenn er erscheint, und sein Ges richt Der Herzen Rath entdecket. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs Vor aller Welt ges brochen; Das Urtheil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; Nicht einer ist vergessen. 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, Daß, wenn gerichtet werden soll, Allgegenwart und Allwissenheit. 143 Nicht Einer dann mich quäle!| und Macht? Jhm, der auch, euch Seid heilig, und dann fürchtet Nichts! Gott wird am Tage des Gerichts, Wie Thaten, euch belohnen. ( 24) verborgen, Euch nah' ist, euch bewacht? 4. Wie könnt ihr dem, Vers brecher, Dem, der so nah' euch ist, entgeh'n? Könnt wähnen, er, der Rächer Werd' euer finstres Werk nicht seh'n? Eh' noch Gedanken werden, Von ferne sieht er sie, Und alle Nächt' auf Erden Verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse! Mit seinen Schrecken füllt Er selbst die Finsternisse, Worin ihr euch verhüllt. 5. Wie schnell die Luft sich röthet, Wenn sie des Bliges Flug durchfleugt, Trifft sein Gericht und tödet, Wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, Zur Linken hier ist Gott; Am Tag, in allen Nächten, Und wo ich bin, ist Gott! Sagt: wo ich sig' und gehe, Und liege, hier ist Gott! Im Thal und in der Höhe, Und überall ist Gott. 6. Er ist auch nahe denen, Die willig thun, was er gebot; Hört sie, zählt ihre Thränen, Erscheint, verscheucht, was ihnen droht. Sagt, Fromme: mir zur Rechten, Zur Linken hier ist Gott! In meines Kummers Nächten, Und wo ich seufz', ist Gott! Wo keinen Freund ich habe, Wo Niemand hilft, ist Gott! Im Sturm, im Tod, im Grabe, Und überall ist ( 24) Gott. Mel. Nun lob mein Seel ic. 252. Der Herr ist in den Höhen; Auch in den Tiefen ist der Herr! Wo Menschen zu ihm flehen, Wo ihn die Engel schau'n, ist er; Ist, wo ich in Gedanken Mich denken mag, mir nah'; Ist, frei von allen Schranken, In jedem Raume da; Umfaßt mit seinen Händen Die Welten, und umspannt An allen ihren Enden, Was je durch ihn entstand. 2. Er zündet jede Sonne, Flammt jedes Sternes Fadel an; Strömt Leben, Luft und Wonne Durch Alles, was empfinden kann. Des Erdgewürms Gewimmel, Und was im Meere webt; Wer unter seinem Himmel Und wer im Himmel lebt; Jhr alle, seine Werke, Empfindet Tag und Nacht Die Nähe seiner Stärke, Die Güte seiner Macht. 3. Allgegenwärtig schauetSein allumfassend Aug' umher; Und wer nur ihm vertrauet, Den decet, den versorget er; Hört das Geschrei der Raben, Hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, Und Schmuck für Thal und Feld. Fehlt ihm, euch zu versorgen, Verzagte, Rath Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Macht und Stärke, Verkündigt 253. Gott, Schöpfer, jedes Weisheit und Verstand. Wie deiner Werke Macht deiner Größe herrlich ordnet deine Wahl Der Ruhm bekannt, Verkündigt deine Wesen unnennbare Zahl! 144 Von Gott nach seinem Wesen. 2. Dein kleinstes Werk ist, wie| Rath geführt. Mein Geist muß das größte, Voll Ordnung, Herr- dir das Zeugniß geben, Daß du lichkeit und Pracht, Ist, denn auf's Beste mich regiert. O leite du wähleft nur das Beste- Der mich durch Welt und Zeit Hinüber Weisheit Spiegel, wie der Macht. in die Ewigkeit! ( 146) Ja, Herr, was deine Weisheit thut, Ist tadellos und immer gut. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 3. Denn mit denselben Mei- 254. Mein Gott, wie bist sterhänden, Mit welchen du die Welt gemacht, Regierst du auch an allen Enden, Was deine Hand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, Der Menschen Rath und Weisheit nicht. du so verborgen! Wie ist dein Rath so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast gesorget, eh' ich war! Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn auch wunderbar! 2. Kein Mensch kann, Herr, dein Antlig sehen, Wir blicken dir nur hinten nach; Was du bes stimmt, das muß geschehen, Bei unserm Glück und Ungemach. Mein Vater, führ' mich immer dar Nur selig, wenn auch wun derbar! 3. Herr, wer fann deinen Rath ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis. Du fannst viel tausend Wege finden, Wo unser Herz nicht einen weiß. Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn auch wunderbar! 4. Was du, zu thun, dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die That. Wenn tau send Hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher Rath. Nicht Einen Weg; der Wege viel Hast du zu dem erfornen Ziel. 5. Die Menge so verschied'ner Willen, Wo Jeder seinen Weg erwählt, Muß doch den Deinen stets erfüllen, Der seines Zweckes nie verfehlt. Was deinem Plan Vereitlung droht, Befördert ihn auf dein Gebot. 6. Dein Rathschluß ist uns oft verborgen, Doch herrlich, obgleich wunderbar. Wie oft enthüllt der nächste Morgen, Was gestern unbegreiflich war! Nicht unser Wille soll gescheh'n; Nur das, was du haft auserseh'n. 7. D Weisheit decke meiner Seele Der eignen Einsicht Mängel auf, Daß sie nur dich zum Leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten Lauf! Ich weiß den Weg des Friedens nicht; Ach gönne mir dein sichres Licht! 8. Du hast mich durch mein ganzes Leben Nach deinem weisen 4. Gott, deine heiligen Gedanken Sind himmelfern von Menschenwahn; Drum leite mich in deine Schranken, Und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn auch wunderbar! 5. Dir will ich ganz mich überlassen Mit Allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn auch wunderbar! Güte und Liebe. 145 6. Hilf, daß ich nie von dir Seele Seligkeit. Mein Vater, mich fehre In Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre, Und meiner führ' mich immerdar Nur selig, ( 47) wenn auch wunderbar! Gottes Güte und Liebe. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz c. 255. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt; Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß mein Herz auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ift's nicht sein Arm, der Alles schafft? ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, Und meinen Nächsten, gleich als mich. 5. Dies sei mein Dank; dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er! Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und wenn ich gleich aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er schaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh' darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein; Sie stärk' in mir die frommen Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weih'n. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; Sie leite mich zur Zeit des Glücks; Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des legten ( 55) Augenblicks! 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, Und seine Güte nicht erhöh'n? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; Sein Wort bestärkt ihn Mel. Dir, dir Jehovah will ic. 256. Gott ist die Liebe; liebt ihn Alle! Die Liebe war's, die ihn zum Schaffen trieb. Im Himmel, auf dem Erdenballe, Wie hat der Vater seine Kinder lieb! O, liebt auch ihn! Wer in der Liebe bleibt, Der bleibt in Gott, ihm ewig einverleibt. 2. Wo ist ein solcher Gott zu finden, Der so, wie er, treulose Kinder liebt? Den Sohn gab er für ihre Sünden; Er ist's, der Allen alle Schuld vergibt. D 10 146 Von Gott nach seinem Wesen. liebt auch ihn! Wer in der Liebe| her zu streu'n. Jeder Tag erbleibt, Der bleibt in Gott, der zählt's dem andern: Die Erde, Sünd' und Schuld vertreibt. wo die Menschen wandern, Soll Vorhof ihres Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, Und öffne Herz und Sinn Deiner Liebe. Von dir geschüßt, Und unterstüßt, Durchlauf ich fröhlich meine Bahn. 3. Gott ist die Liebe, wenn er Freuden Hernieder sendet von des Himmels Höh'n. Gott ist die Liebe selbst im Leiden: Er tröstet uns, läßt seine Hilf uns seh'n. D, liebt auch ihn! Wer treulich an ihm bält, Den bildet er für jene beff're Welt. 4. Gott ist die Lieb' im ganzen Leben, Wie er euch führt, so ist es heilsam euch; Einst will er Seligkeit euch geben In seines Himmels ew'gem Freudenreich. Oliebt auch ihn; ergebt ihm ganz das Herz, So führt er euch froh erfährt mein Herz Deine durch's Leben himmelwärts! Liebe. Wenn Alles bricht; Ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 3. Trüben sich auch meine Tage; Hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest sie! Licht entströmt den Dunkelheiten; Du willst nur Segen mir bereiten, Und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, Und 5. Drum laßt uns Gott, die Liebe, preisen! Er wird in Ewigfeit nur Liebe sein, Wird ewig Gnade uns erweisen, Wenn wir uns seinem heil'gen Dienste weih'n. O liebt auch ihn! Wer ihm sich ganz verschreibt, Der bleibt in Gott, der ewig in ihm bleibt. ( 35) 4. Ach, wie kann ich dir vergelten, Was du, Beherrscher aller Welteu Mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde, Und dennoch seh' ich und empfinde, Daß du, Erbarmer, mich noch liebst! Du hast Geduld mit mir, Und lockst mich hin zu dir Durch die Liebe. Und wer dich ehrt, und wiederkehrt, - O Preis dir!- den begnadigst du. 5. Ja, du willst der Sünder Leben; Selbst deinen Sohn hast du gegeben, Daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm bernieder; Er litt und starb für seine Brüder, Und sprach ihr Herz von Aengsten frei. Gott, 2. Freundlich rief'st du mich in's Leben, Um hohe Kräfte mir zu geben, und Freuden um mich| Wie hoch hast du die Welt geliebt! was fühlt mein Geist! Wie staunet er und preis't Deine Liebe! Dein Sohn erschien; Du fandtest ihn: Mel. Wachet auf, ruft ic. 257. Wundervoll sind deine Werke! Ich sehe Weisheit hier und Stärke, Und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet Auch da, wo Macht und Weisheit wohnet; Ich seh' es und erhebe mich. Was ist es, das mich schreckt? Mein heller Blick entdeckt Nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, Der Donnersturm, Und Alles, Alles preiset sie. Güte und Liebe. 147 dir trauen, Dein gnadenvolles Antlig nicht. Gott, deine Huld sei über die, Die dich verehren; schüße sie. ( 24) 6. Gott, ich will dir folgsam| Licht! Entzeuch, Herr, denen, die werden! Wer ist im Himmel und auf Erden, Der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, Mich ewig, ewig Licht und Wonne, Geh' ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geift empor, Und fingt im Engelchor: Liebe, Liebe!" O Herr der Zeit Und Ewigkeit, Ich weiß, daß du die Liebe bist! ( 148) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 258. So weit, Herr, deine Wolken reichen, Reicht deine Huld, die uns erhält! Es werden eher Hügel weichen, Als deine Gnade wankt und fällt. Gleich mächtigen Gebirgen steht Die Heiligkeit, die dich erhöht. 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen; Rein's ist von dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner Sorgen, Und bist auf aller Wohl bedacht. Vom Menschen bis zum kleinsten Thier Dankt Alles seine Wohlfahrt dir. Mel. Nun lob' mein' Seel ic. 259. Auf, meine Seele, finge! Es lobe Gott, was in mir ist, Den Schöpfer aller Dinge! Weh dem, der seinen Gott vergißt! Er rettet dich in's Leben; Will alle Missethat In Christo dir vergeben: O gnadenvoller Nath! Schon hier wirst du mit Heile Getröstet und erfreut; Und dort wird dir zu Theile Die Ruh der Ewigkeit. 3. Mit heilig freudigem Gemüthe Erheb' ich, Gott der Gnade, dich! Wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du mich so väterlich, Daß Menschen ohne Furcht und Grau'n Im Schatten deiner Flügel trau'n! 4. Mit welchem reichen Uleberfluffe Erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genuffe, Bis sie gesättigt werden, aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt Aus dir, der du das Leben bift! 2. Es hat uns wissen lassen Der Herr sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maßen Dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn vorüber, Straft nicht nach uns'rer Schuld; Der Herr begnadigt lieber, Nimmt lieber auf mit Huld. Wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm: Mit Adlerflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen Auf ihre schwachenKinder schau'n; So thut Gott an uns Armen, Wenn wir in Einfalt ihm vertrau'n. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, Ein niederfallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, So ist es nicht mehr da. Wir Sterbliche vergehen: Stets ist der Tod uns nah. 4. Des Ew'gen Gnad' alleine Bleibt, wie er selbst, in Ewigkeit 10* 5. O unerschaffne Sonn', wir schauen In deinem Lichte nur das Von Gott nach seinem Wesen. 148 Bei dir, des Herrn Gemeine, Die ganz sich seinem Dienste weiht, Und daß sie selig werde, Mit Furcht und Zittern ringt! Sucht, daß ihr von der Erde Schon jetzt euch dorthin schwingt! Dort steht bei seinen Engeln Auch uns'rer Christen Schaar, Ist rein von allen Mängeln, Und lobt Gott immerdar. 5. Anbetung, Preis und Ehre Sei dir, Gott, Vater, Sohn und Geift! Wir singen's in die Chöre Die erste Welt mit Gütigkeit, Eh' sie die Fluth verzehrte? wegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, Willst du sie dennoch väterlich Durch Güte zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du Schon ehmals deinem Volke zu, Daß sich ihr Herz bekehre? Wie trugst du doch so lange Zeit 3. So gibst du Sündern Zeit und Raum, Der Strafe zu entgehen. Du läßt den unfruchtbaren Baum Nicht ohne Pflege stehen. Du wartest sein und suchest Frucht; Und wenn du lang um sonst gesucht, Hörst du nicht auf zu kommen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr; Dein Vaterherz hofft immerdar Noch Frucht von ihm zu schauen. Schaar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre Dir, der du warst und bist! Wir stammeln's nur; doch höre; Hör', Gott, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, Du Gott, auf den wir trau'n; Einst singen wir dir Psalmen, Wenn wir verklärt dich schau'n! ( 144. 94) Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 5. Du warnest sie vor der Gefahr, So oft sie irre gehen; 260. Getreuer Gott, wie Reichst ihnen Hand und Stärke viel Geduld Beweisest du uns dar, Vom Falle aufzustehen. Du Armen! Wir häufen täglich Sün- trägest sie mit Vaterhuld, Bist denschuld; Du häufest dein Er- willig, ihre Sündenschuld Durch barmen. Was ist des Menschen Christum zu vergeben; Gibst Lebenslauf? Er ist verderbt von ihnen neue Glaubenskraft, Und Jugend auf; Sein Sinn ist dir nach vollbrachter Pilgerschaft entgegen. Und doch, o Vater, Ein ewig Freudenleben. suchst du ihn Von seinen Sünden abzuzieh'n, Zur Bess'rung zu be6. Laß deine Langmuth und Geduld Uns Menschen kräftig rühren. Nie müsse deine Vaterhuld Zur Sicherheit uns führen. Trag uns erbarmend fernerhin, Und gib uns Jesu Christi Sinn, Daß wir die Sünde hassen, Und uns noch in der Gnadenzeit Den Reichthum deiner Gütigkeit Zur Buße führen lassen!( 146) 4. Langmüthigster, so große Huld Erzeigest du den Sündern; Und wie viel Nachsicht und Geduld Hast du mit deinen Kindern! Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt Hier ihnen häufig Nege stellt, Oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, Und fündigen oft wider dich, Verlassen deine Wege. Heiligkeit und Gerechtigkeit. Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit. 149 Mel. Wachet auf, ruft ic. 261. Heilig ist der Herr der Welten! Erbebt, erbebt vor seinem Schelten, Die ihr des Herrn Geseß verhöhnt! Mit gerechtem Abschen siehet Er den, der licht und Wahrheit fliehet, Und knechtisch bösen Lüften fröhnt. Fluch und Verderben ruht Auf dem, der Böses thut: Gott ist heilig. Der Frevler Schaar Umringt Gefahr Und Schrecken Gottes immerdar. 2. Heilig war sein Sohn auf Erden! Ihm täglich ähnlicher zu werden, Ist unser heiliger Beruf. erfreu'n. Ehren sollen wir im Stillen, Gleich ihm des heil'gen Vaters Willen, Der zur Vollkommenheit uns schuf. Wer spricht: ich kenne ihn, Muß jedes Laster flieh'n: Gott ist heilig! Wie glänzt am Thron Des Christen Lohn, Der heilig lebt, wie Gottes Sohn! 3. Heilig ist der Geist der Gnade, Der auf der Wahrheit lichtem Pfade Dem hohen Ziel uns näher führt. Heil, wer dieses Geistes Triebe Zu Gottesfurcht und Bruderliebe Und Christenwerken in sich spürt! Sein Herz ist fromm und rein, Und Jesus nennt ihn sein. Gott ist heilig! folge gern Dem Geist des Herrn! Sein Licht, o Mensch, ist dir nicht fern! ruh Strömt frommen Duldern ihn, Und er erschien, um sie empor zu: Gott ist heilig! Sie liebten zum Licht zu zieh'n. 5. Auf! laßt uns, als Christen, ringen, Nur edle Thaten zu vollbringen, Wie Christus uns ein Vorbild gab! Frommer Sinn macht unsre Herzen Im Glück vergnügt, getrost in Schmerzen, Und föhnt uns aus mit Tod und Grab. Zur bessern Welt erhebt Gott den, der heilig lebt. Gott ist heilig! Ihm ähnlich sein Vermag allein, Uns ewig, ewig zu ( 124) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele zc. 262. Gott, vor dessen Angesichte Nur ein reiner Wandel gilt; Ew'ges Licht, aus dessen lichte Stets die reinste Wahrheit quillt; Heilig und gerecht bist du, Und uns Allen rufst du zu: ,, Ich bin heilig! heilig werde Jeder Mensch schon auf der Erde!" 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir. Heilig bist du stets gewesen, Und so bleibst du für und für. Was bein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Heilig sollen deine Kinder, Deinem Bilde ähnlich sein. Herr, 4. Selig sind die Ueberwin- vor dir besteht kein Sünder; der, Die Gott, als seine treuen Denn du bist vollkommen rein. Kinder, Dort inniger mit sich nur der Fromme darf sich dein, vereint! Himmelskronen sind er- Deiner Huld und Gnade freu'n; ftritten, Der Erden Leiden aus- Wer beharrt in seinen Süngelitten, Der Pilger Thränen den, kann vor dir nicht Gnade ausgeweint. Und hohe Gottes- finden. 150 Von Gott nach seinem Wesen. 4. O, so laß uns nicht ver-| Frommen. Du schüßest sie vor scherzen, Was du uns hast zu- manchem leid, Darin die Sünder gedacht! Schaff' in uns stets reine kommen. So zeigest du vor aller Herzen; Töd' in uns der Sünde Welt, Daß dir der Eifer wohlMacht. Denn was sind wir, gefällt, Mit dem wir Gutes üben. Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frevelnden Verbrecher, Der dein Gesetz und Recht entweiht, Bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn Und Tod ist seiner Bosheit Lohn Oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, Viel Gutes unbelohnet; So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der feines Sünders schonet. Da stellst du, Herr, in's hellste Licht, Wie recht und billig bein Gericht; Dann triumphirt der Fromme. 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheiß'st, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Sinn regiere, Uns in alle Wahrheit führe. 6. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht. Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. ( 216) Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 263. Gerechter Gott, vor dein Gericht Muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht Auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich dein Gericht stets scheu'n, Und hier mit Ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen! 2. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Menschenkinder; Bestimmest jedem seinen Lohn, Dem Frommen, wie dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; Allein auf das, was wir gethan, Siehst du, gerechter Nichter. 3. Viel Gutes und Barmher- freit, Im Glauben eifrig suchen! zigkeit Gibst du schon hier den ( 146) 7. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu; Wirk' inniges Betrüben, Wenn sich in mir noch Sünde regt. Dein Herz, das lauter Gutes hegt, Sei meines Herzens Muster. 8. Und weil vor dir, gerechter Gott, Nur die allein bestehen, Die glaubig auf des Mittlers Tod Bei ihrer Treue sehen; So laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von Straf und Schuld bes Wahrhaftigkeit und Treue. Wahrhaftigkeit und Treue. Mel. Gott des Himmels und der zc. 264. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Felsen wankt und stürzet ein! Gottes Treu' hat dieses Siegel: Sie soll fest und ewig sein! Laßt die Welt zu Trümmern geh'n, Gottes Gnade muß besteh'n. 2. Gott hat mir ein Wort gesprochen, Einen Bund mit mir gemacht; Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er Alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; Er erfüllt, was er verspricht! 3. Mag die Welt den Frieden brechen; Hat sie lauter Trug im Sinn: Gott bält immer sein Versprechen; Ihm vertrau'n, ist stets Gewinn. Denn er bleibet immer dar, Was er ist und was er war. Mel. Schwing' dich auf zu deinem zc. 265. Der du selbst die Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe; Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge! Alle Weisheit kommt von dir Zu den Menschenkindern; Sie erleuchtet uns, wenn wir nur ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß Füllen unsre Seelen. Unser Blick ist ungewiß; Unsre Schlüsse fehlen. Aber dein Verstand weicht nicht Von der lautern Wahrheit. Was du denfest, das ist Licht, Recht und ew'ge Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht Dankbar vor ihm nieder! Seine Wahrheit und sein Recht Bracht' uns Jesus wieder. Weit erschallt das Wort des Herrn, Das die Welt befehret. Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völfer, die ihr's böret! 4. Scheint er auch mich nicht zu achten, Und verbirgt sein Angesicht; Läßt mich rufen, läßt mich schmachten; So vergißt er mich doch nicht. Treu bleibt stets sein Herz gesinnt Gegen mich, fein liebes Kind. 5. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; So hat er sich selbst genennt. Welch ein Trost! Nun werd' ich Armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen fässet ihn Niemals sich mir ganz entzieh'n. 151 6. Nun so soll mein ganz Vertrauen Unbeweglich auf ihm ruh'n. Felsen will ich auf ihn bauen; Was er sagt, das wird er thun! Erd' und Himmel muß vergeh'n; Gottes Bund bleibt ewig steh'n! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, Wird und muß geschehen. Deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen Haben Tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine Strafen, deinen Lohn Unfehlbar erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Sollt' der Leichtsinn, sollt' der Spott Deinen Trost dir rauben? Kann er, dem die Welt vertraut, Kann der Höchste lügen? Kann er den, der auf ihn baut, Wie ein Mensch, betrügen? 6. Erdenluft wird einst ver( 174) geh'n; Gott, dein Wort wird 152 Von Gott nach seinem Wesen. bleiben! Lasterhafte, die es in jedem guten Werke. Gott ist schmäh'n, Werden's nicht ver- getreu! treiben. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden; So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit höhern Freuden! 4. Gott ist getreu; er, deß ich ewig bin, Sorgt für mein ewig Wohl. Er rufet mich zu seinem Himmel hin, Will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, Und läßt michTrostdurch Chriftum finden. Gott ist getreu! ( 126) Eigne Melodie. 266. Gott ist getreu; sein Herz, sein Vaterherz Berläßt die Seinen nie! Gott ist getreu; im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und trägt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu; stets hat sein Vaterblick Auf seine Kinder Acht. Er sieht's mit Luft, auch wenn ein irdisch Glück Sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu; er thut, was er verheißt! Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Himmel weis't, So irr' und gleit' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen; Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! mein Herz, was fehlt dir noch, Dich Gottes stets zu freu'n? Sei Gott getreu, und fürchte Nichts, mag doch Die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! vergiß, o Seele nicht, Wie zärtlich treu er 3. Gott ist getreu! er handelt ist! Gott treu zu sein, sei deine väterlich, Und was er thut, ist liebste Pflicht, Weil du so werth gut; Die Trübsal auch; mein ihm bist! Halt' fest an Gott; sei Vater bessert mich Durch Alles, treu im Glauben! Laß Nichte was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke Zum Fleiß den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! ( 108) Seligkeit Gottes. deine Welt, wie reich! O was ist deinen Schäßen gleich? 3. Noch größ're Freuden sendest du uns, wenn wir dich nur lieben, zu. Du beutst uns Seligkeiten an, Womit kein Mensch uns segnen kann. Mel. Herr Jesu Christ, dich ic. 267. Aus deiner Quelle, Schöpfer, nimmt Der Mensch, zur Seligkeit bestimmt, Für jeden heiligen Genuß Befriedigung und Ueberfluß. 2. Vom Himmel strömt dein Segen her; Er strömt herab auf Land und Meer. Wie schön ist Vater nennt, Und deiner Vater4. Wenn unsre Seele dich erfennt, Und dann, o Herr, dich Seligkeit. Einheit. 153 Die kann ich viel Wunder seh'n; Herrlichkeit des Herrn ist meine Nuh', Und Seelenfreud' erquicket mich dazu: In Heiligkeit muß ich auch zu ihm geh'n. 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, Darin sich willig mein Verstand verliert. In seinem Worte ist es klar zu lesen, Wie wunderbar und weislich er regiert. Wer hat den Sinn des Geistes je erkannt? Wer gab 7. Unendlich, ach unendlich ist, dem Rath, der war von EwigO du, der du unendlich bist, Okeit? Verstand, sei still; dies Fülle der Vollkommenheit, Der Meer ist viel zu weit Und allzuReichthum deiner Seligkeit! 8. Der Engel dort an deinem Thron Sieht durch Jahrtausende dich schon, Wird immer weiser, wird, o Herr, Von deinem Anschau'n seliger. 9. Und doch, wie hoch er strebt, umfaßt Er nimmer, was du bist und hast. Nur du durchschaust dich, du allein: Wie selig, selig mußt du sein! huld fich freut; Was fühlt sie dann für Seligkeit! 5. Und welche Wonne, wenn sie nun Beginnt, was du gebeutst, zu thun, Und fühlet, wie der Tugend Werth Erhebt, beglücket und verklärt! 6. Fließt so viel hohe Lust von dir; Bermagst du uns, o Herr, schon hier mit solchen Gütern zu erfreu'n: Wie selig mußt du selbst erst sein! 10. Preis't ihn, den Gott der Seligkeit, Der hier und dort uns hocherfreut! Der Herr ist selig nicht allein; Auch wir, wir sollen's ewig sein. ( 24) tief, o fluger Unverstand! 3. Jehovah, Grund und Leben aller Dinge, Du bist fürwahr ein unzugänglich Licht! Gib, daß im Licht mein Wandel mir gelinge; Ach, führe mich mit deinem Angesicht! Du bist ein Licht und bist im Licht allein; Du hasfest den, der Finsternisse liebt; Du liebest den, der sich dem Licht ergibt: O laß mich stets in deinen Strahlen sein! 4. Jehovah! Gott mit mir zu allen Zeiten! Mit dir ich nun Gemeinschaft haben kann! Wenn du mich wirst mit deinen Augen leiten, So wirst du mich zu Ehren nehmen an. D blinde Welt! D Eigne Melodie. 268. Jehovah ist mein Licht und Gnadensonne; Jehovah, Gott, ist die Vollkommenheit: Welt, ich lasse dich! Fleuchst du dies Licht, und wandelst in der Nacht; Die arme Seel' ist ewig Jehovah ist die reine Seelen- umgebracht! Nur Licht und Recht wonne; Jehovah ist der Brunn vereinigt Gott und mich.( 128) voll Heiligkeit. In diesem Licht Einheit Gottes. Mel. Ich dank' dir schon zc. du, Gott, Jm Himmel und auf Erden! Nur dein allmächtiges Ge269. Nur Einer, Einer bist bot Hieß Erd'und Himmel werden. 154 Von Gott nach seinem Wesen. 2. Ja, du bist Gott, und keiner Gut, Und auch kein Mensch von mehr! Herr, wo ist deines Glei- Erde! Mein Jch in stolzem Ueberchen? Du schufft und lenkst der muth Niemals vergöttert werde! Welten Heer. Wer dürfte von dir weichen? 6. Nein, ewig bist du es allein, Mein Gott, an dem ich hange. Drückt dann mich Sorge, Schmerz und Pein; Um Trost ist mir nicht bange. 7. Mein Leben sei dir ganz geweiht, Dir, Gott, dem ich ver traue, Bis ich, gereift zur Ewige keit, Einst deine Größe schaue! ( 34) 3. ,, Hinweg mit Göttern neben mir!" Hast du uns zugerufen; Drum will ich beten nur vor dir, An deines Thrones Stufen. 4. Nie sollen meine Kniee sich Vor eiteln Gößen beugen. Ich soll und kann allein durch dich Zu höhern Freuden steigen. 5. Mein Abgott sei kein irdisch Gott als Vater, Sohn, und heiliger Geist. lös'te! Auf deinen Beistand hoffen wir; Verlaß uns nicht, so sind wir hier Und einst auch ewig selig. ( 28) Signe Melodie. 270. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Und Dank für seine Gnade! Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; Sein Nath ist uns're Seligfeit: Erhebet ihn mit Freuden! Mel. Gelobet feist du, Jesu zc. 271. Preis ihm! Er schuf und er erhält Seine wundervolle Welt. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir; Wir leben und wir sterben dir. Hallelujah! 2. Ja, Vater, wir erheben dich Mit freudigem Gemüthe! Du herrscheft unveränderlich Mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, Und stets geschieht, was du bedacht: Wohl uns, daß du regierest! 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit, Wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst hast du uns, Christus, dir; Dir leben und dir sterben wir. Hallelujah! 3. O Jesu Christ, des Höchsten 3. Preis ihm! Er führt des Sohn, Dich, seinen Eingebornen, Himmels Bahn, Führt den Dich sandte Gott vom Himmels- schmalen Weg hinan. Dein Tems thron Zur Rettung der Verlor- pel, Geist des Herrn, sind wir; nen! Du Mittler zwischen uns Wir leben und wir sterben dir. und Gott, Hilf uns im Leben und Hallelujah! tm Tod! Erbarm' dich unser Aller! 4. Sing', Seele! Freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, 4. O heil'ger Geist, du Geist heilig ist Gott, unser Gott! von Gott, Erleuchte, beffre, tröste, Jehovah dir, Dir leben und dir Die Jesus Christ durch seinen sterben wir. Hallelujah!( 94) Tod Zum Dienst des Herrn er Bater, Sohn und heiliger Geist. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 272. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben; Mein Schöpfer, dessen Hand Mir Leib und Seel' ge geben; Mein Vater, der mich schüßt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Nur Gutes mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben; Der mich erlöset hat mit seinem theuern Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut! 155 Werke! Bon Ewigkeit zu Ewigfeit Lebt er, und herrschet weit und breit Mit Weisheit, Lieb' und Stärke. Rühmet, Singet Fromm und freudig: Heilig, heilig, Heilig ist er, Aller Welten Herr und Schöpfer. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost und Leben; Des Vaters werther Geist, Den mir der Sohn gegeben; Der mir mein Herz erquickt, Der mir gibt neue Kraft, Der mir in aller Noth Rath, Troft und Hilfe schafft! 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den Alles lobt und preist, Was ist, was lebt und webet! Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt: Gott, Vater, Gott, der Sohn, Und Gott, der heilige Geist! 2. Hallelujah, Lob, Preis und Macht Sei auch dem Gottessohn gebracht! In ihm sind wir erwählet; Mit seinem Blute theu'r erfauft Sind wir auf seinen Tod getauft, Dem Himmel zugezählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft Und Gemeinschaft, Die wir haben, Unzählbar die Gnadengaben. 5. Dem wir Anbetung jest Mit Freuden Alle bringen, Und mit der EngelSchaar Einst heilig! heilig! singen: Ihn preise ehrfurchtsvoll Die ganze Christenheit. Gelobt sei unser Gott In alle Ewigkeit! ( 138) 3. Hallelujah dir, heil'ger Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weis't, Durch den wir neu geboren! Du bist's, der unsern Sinn regiert, Haft uns dem Heiland zugeführt, Zur Freundschaft ihm erkoren; Stärk' uns, Hilf uns, Lehr' uns beten In den Nöthen, Und gib Freuden, Wenn wir hier als Christen leiden. Mel. Wie schön leucht't zc. 273. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr; Ruhm seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar, Und singet nun und immerdar Mit Freuden: Amen, Amen! Rühmet, Singet: Heilig, heilig, Heilig ist er, Unſer Bater, Unser Mittler, unser ( 25) Tröster! Eigne Melodie. 274. Wir glauben All' an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich als Vater offenbart, Daß wir seine Kinder werden. Immer will er uns ernähren, Uns, was heilsam ist, ge 156 Vater, Sohn und heiliger Geist. währen. Er beschloß, schon eh'| nah'n, Du Ebenbild des Vaters! wir waren, Uns're Rettung von Tief im Staube bet' ich an Dich Gefahren. Er ist's, der für uns ew'genSohn des Vaters. Menschsorgt und wacht; Es steht Alles gewordner, der du bist Und sein in seiner Macht. wirst, wer du warest, Im Fleisch dich offenbarest Der Welt, vor der du warest! Herr, wer gleichet dir? wer ist, Wie du, Herr über Alle? Daß Alles dir gefalle, Versöhnst du zu dir Alle. Sohn, gegeben in den Tod, Sei hochgelobt, mein Herr und Gott! 3. Geist des Vaters und des Sohn's! Du kennst die Tiefen Gottes. Siegel unsers Gnadenlohn's, Mach' uns zu Tempeln 3. Wir glauben an den heil'- Gottes! Geist der Heiligung, du gen Geist, Unsern göttlichen bist Vom Vater uns gegeben, DaRegierer, Den Jesus Christus mit wir ewig leben, Und ewig uns verheißt Uns zum Tröster ihn erheben. Heilig, heilig, heilig und zum Führer. Die ganze ist Der Vater mit dem Sohne, Der Christenheit auf Erden läßt er Geist auf Einem Throne Mit Eines Sinnes werden; Reinigt ihm und seinem Sohne! Einiger uns von unsern Sünden, Daß Herr Zebaoth, Sei hochgelobt, wir die Vergebung finden. Er Gott, unser Gott! stärkt uns in der letzten Noth, ( 126) Und führt zum Leben durch den Tod! ( 113) 2. Wir glauben All' an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, Den Herrn, der Mensch geworden ist, Den Erretter der Verlornen. Liebevoll hat er sein Leben Für uns in den Tod gegeben. Er erstand, und herrscht erhöhet In dem Reich, das nie vergehet. Er läßt auch uns im Grabe nicht, Und kommt dereinst zum Weltgericht. Mel. Komm heiliger Geist, Herr ic. 276. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Herr, unser Gott und Vater dir! Dein Ruhm soll unter uns erschallen! Laß unser Lob dir gefallen! Laßt, Menschen, seiner Lieb' uns freu'n, Und ewig, ewig dankbar sein! Lobsingt ihm, Christen, uns're Brüder! Fallt vor dem Gott der Liebe nieder, Und betet an, und betet an! Mel. Gott der Vater, wohn' ic. 275. Gott! ich barf mich zu dir nah'n, Ich, ein Erlöster Christi. Tief im Staube bet' ich an Dich, Vater Jesu Christi! Unsichtbarer, der du bist, Und sein wirst, wer du warest! Du schaffest und bewahrest Die Welt, vor der du warest. Herr, wer 2. Er hieß uns leben; wir gleichet dir? wer ist, Wie du, sind sein. Du bist die Lieb und Gott über Alle, Daß Alles dir wir sind dein! Wie groß und viel gefalle, In Allen und durch Alle? sind deiner Werke, Du Gott der Herr, Jehovah Zebaoth, Sei Macht und der Stärke! Dein ist hochgelobt, Gott, unser Gott! der Erdkreis, und in dir, O Höch2. Sohn, ich darf mich zu dir ster, sind und leben wir! Du, Gott als Schöpfer. 157 feit! Herr, erschufft der Engel Heere;| finden In Ewigkeit, in EwigAuch uns erschufst du dir zur Ehre, Uns Sterbliche, uns Sterbliche! 5. Gelobet sei'st du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern, Entfernt von dir und von dem Leben, Mit Finsternissen umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht Auch uns zum wahren Licht gebracht. Du lehrst uns leben, hilfft uns sterben, Und weihest uns zu Himmelserben Durch Christi Tod, durch Christi Tod! 3. Herr, du gedenkst nicht uns'rer Schuld, Und trägst uns Sünder mit Geduld Auf deinen väterlichen Armen Mit liebevollem Erbarmen; Verkürzest uns're Prüfungszeit, Und führest uns zur Seligkeit. Du überschüttest uns mit Freuden, Und schufft zu unserm Heil auch leiden, Du Gnädiger, du Gnädiger! 4. Lob dir, Sohn Gottes, Christus, dir! Verlorne Sünder waren wir. Du bist am Kreuz für uns gestorben, Hast ew'ges Heil uns erworben. Wer zu dir flieht, fest an dir hält, Und nicht in der Versuchung fällt, Der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Gnad' und Leben sei hochgelobt! II. Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. 6. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Gott Vater, Sohn und Geist nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden Voll deiner Herrlichkeit werden! Wie selig, wie begnadigt ist Ein Volk, deß Zuversicht du bist! Jehovah, deinem großen Namen Sei ewig Ruhm und Ehre; Amen! Sei hochgelobt, 1) Gott als Schöpfer. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. schöne Erde Vor ihren Herrn, um aufzublüh'n. Allmacht spricht, 277. Unser Gott ist groß so stürzen Welten; Die Berge und mächtig, Und seine Schöpfung flieh'n vor ihrem Schelten, Und schön und prächtig, Voll Weisheit sinken vor dem Donner hin. Er und Vollkommenheit. O ihr, hat, wie ein Gewand, Die Himseiner Allmacht Heere! Verkün- mel ausgespannt. Durch ihn digt eures Schöpfers Ehre, Und gehet, Gleichwie ein Held Aus preiset seine Herrlichkeit! Sein seinem Zelt, Die Sonne und ers Kleid ist reines Licht; Er hält im freu't die Welt. Gleichgewicht Ganze Welten. Der Wesen Heer, Das weite Meer, Den Engel und den Wurm schafft er. 3. Er, der auf den Winden schwebet, Er schaut die Erde an, sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht. Vögel nährt er, speist die Heerde, Erneuert die Gestalt der Erde, Erfreut, was in 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde!" Da trat auch uns're 158 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. ihr lebt und haucht. Mit milder| Lob erschallen; Mein Opfer wird Freundlichkeit Gibt er zu seiner ihm wohlgefallen; Gerührt will Zeit Allen Speise; Liebt und er- ich mich seiner freu'n. Sein lob hält Die ganze Welt Und tränkt ist Seligkeit! Es macht schon hier die Thiere auf dem Feld. bereit für den Himmel. Dort werd' ich steh'n, Entzückt ihn seh'n, Und ewig seinen Ruhm er( 110) 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; Den Mond, das Jahr danach zu theilen; Der Sonne höh'n. Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, Wenn er die Flur mit Blumen zieret, Und 278. Wenn ich, o Schöpfer, sie mit Saaten überstreut. Der deine Macht, Die Weisheit deiner Wallfisch und der Wurm, Der Wege, Die Liebe, die für Alle Blüthenduft, der Sturm Zeugt wacht, Anbetend überlege; Se vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht Rühmt seine Macht, Und rühmt, daß er für Alles wacht. weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich anbeten soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! 5. Gott voll Weisheit, Gott, voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werfe! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe geh'n im weiten Meere; Da wimmelt's von dem frohen Heere Der Thiere, zahllos, wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, Mit Regelmäßigkeit Prangt die Erde. Wohin entzückt Mein Auge blickt, Da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke! Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preis't dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 6. Der vergänglich Gras bekleidet, Der Fische nähret, Lämmer weidet, Der sorgt, als Vater, auch für mich. Seele, wolltest du für morgen Schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, ermanne dich! Vertraue Gott! auf ihn Wirf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: Er, der uns hört, Und gern gewährt, Was unser wahres Wohl vermehrt. mel. Mein Herzensjesu, meine x. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt unserm Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unsermSchöpfer 7. Dank dem guten Gott zu fingen, Und stets mein Herz ihm darzubringen, Soll meine höchste Ehre! Freude sein. Laut soll ihm mein! 5. Der Mensch, ein Leib, den Gott als Schöpfer. 159 deine Hand So wunderbar be-| Wasser deckt der Erde Höhen; Er reitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erfennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Bon deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist; Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater sei gepreis't, Und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn, Und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? ( 55) donnert, seine Winde wehen; Es flieht und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf; Enthüllt steigt nun herauf Seine Erde, Sein Eigenthum, Sein Preis und Ruhm, Und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut: der Erde Felder, Und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder Blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne Regiert den Tag; und Mond und Sterne Regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer Ein tausendfältig Heer Ihm zum Preise. Auch singt und ruft Das Volk der Luft Zu ihm, der es zum Leben ruft. Mel. Wachet auf, ruft zc. 279. Betet an, laßt uns lobsingen, Und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, Dem Gott 5. Und wie wimmelt's im voll Weisheit, Güt' und macht! Was da ist, hieß er entstehen, Gefilde Von Thieren! Wie sein Die Erde und des Himmels Wald vom Wilde! Von Freuden Höhen; Ihm werde Lob und hallen Berg und Thal. Wer bePreis gebracht! Wer ist dem völkerte die Erde Mit dieser Höchsten gleich? Er hat sein wei- lebensfrohen Heerde, So mantes Reich Sich bereitet; Er schuf nichfaltig ohne Zahl? Was sich die Welt, Die er erhält. Es auf Erden regt, Sich fühlet und rühm' und preif ihn seine Welt! bewegt, Schuf der Höchste. Der 2. Seiner Seligkeiten Fülle Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Auch mitzutheilen, war sein Er ist der Schöpfer, er ist Gott! Wille; Und was er wollte, das 6. Tiefer betet an, und bringet geschah. Er gebot allmächtig: Des hohen Lobes mehr, und werde! Da ward der Himmel, finget Erhabner euern Preisges stand die Erde Zum Preise seiner sang! ,, Laßt uns," sprach er, Güte da. Der Allmacht erster Sohn, Der Engel jauchzte schon Seinem Schöpfer; Doch war's noch nicht Auf Erden Licht. Er sprach: es sei!" da ward das Licht. Menschen schaffen; Ein Bild von uns, nach uns geschaffen!" Da ward der Mensch, und jauchzte Dank. ,, Dank," rief er ,,, Schöpfer, Gott! Ich ward auf dein Gebot. Preis dir, Schöpfer! Du, Herr, bist Gott! Du, Herr, bist Gott! Es ist kein andrer Herr, als 3. Alles ordnet er auf's Beste; Er wölbte oben eine Veste, Und unter ihr der Wolken Heer. Gott!" Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. 160 7. Ewig wollen wir lobsingen, Und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Güt' und Macht. Jauchzt; er hat auch uns erschaffen; Nach seinem Bild auch uns erschaffen! Ihm werde Dank und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir! Frohlockend rufen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, Die er erhält. Es rühm' und preis ihn seine Welt!( 24) Mel. Gott sei Dank durch alle zc. 280. Himmel, Erde, Luft und Meer, Aller Welten zahllos Heer Jauchzen Gott, dem Schöpfer, zu. Meine Seele, sing' auch du! 2. Ihn erhebt das Sonnenlicht, Wenn es durch die Wolken bricht. Mondesglanz und Sternenpracht Loben Gott in stiller Nacht. 3. Seht, wie er das Land erquickt, und mit Luft und Segen schmückt! Wälder, Flur und jedes Thier Zeigen Gottes Finger mir. 4. Seh't, wie fleugt der Vögel Schaar In den Lüften froh und klar! Seh't, wie Donner, Bliz und Wind Seines Willens Diener sind! 5. Seh't der Wasserwellen Lauf, Wie sie steigen ab und auf! Von der Quelle bis zum Meer Rauschen sie des Schöpfers Ehr'! 6. Herr, mein Gott, wie wunderbar Stellst du dich der Seele dar! Drücke stets in meinen Sinn, Was du bist und was ich bin! ( 128) Mel. Wie schön leucht't zc. 281. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: ,, seid!", Und zu dem Erdkreis: ,, werde!" Gleich standen da voll Reiz und Pracht Vor ihm zum Preise seiner Macht Die Himmel und die Erde. Wie er's Ausrief, Da begonnen Tausend Sonnen, Und erhellten Ein unzählbar Heer von Welten. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön; Einträchtig alle Gott erhöh'n, Und seine Güte preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, Ein hoher lauter Lobgesang Dem Gütigen, dem Weisen! Ach, wie Könnt' ich Fühllos schweigen, Solcher Zeugen Lob vernehmen, Und doch seines Ruhms mich schämen? 3. Er hat der Sonne hoch Gezelt, Die Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nüßt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Winken Mir nicht Alle Wälder, Alle Felder Froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal; für wen erhebt Sich das Gebirg; wem tönt und schwebt Der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer Auf fräuterreichen Triften? Quellen Riefeln; Winde wehen; Flüsse, Seen Werden Meere, Mir zum Segen, ihm zur Ehre! 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; Noch weigert die Natur sich nicht, Die Welt Die Engel, sein Wert. 1 161 für mich zu schmücken. Noch hat an mit Baterblicken! Er ziehet fie Freuden g'nug für mich, Noch immer fühlt sie jugendlich, Mein Auge zu entzücken. Eher Werden Auch die Werke Seiner Stärke Nicht veralten, Bis er kommt, Gericht zu halten. mich hinan: Ich schwebe mit Entzücken Durch seines Weltalls Plan. 6. So hat mein Gott an mich gedacht, Hat über sie durch seine Macht Zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch Die Seele, seines Odems Hauch, Gleich Engeln ihn zu 3. Du hast die Welt gekleidet loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend schalle Von dem HalleDeiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! Chiad 2. Wie flammet Sonn' an Sonne! Wie glänzet Stern an Stern! Du, ihre Kraft und Wonne, Bist deiner Welt nie fern. Gott, auf den Sonnen wohnen Auch Wesen, Heer an Heer. Wer zählt die Legionen. Im großen Sonnenmeer? In heil'ges Lichtgewand, Und deine Heerden weidet Die treue Hirtenhand. Du führst auf dieser Erde Durch manche Wüstenei'n Die Schafe deiner Heerde Treu in den Himmel ein! 4. Die Sternenkron' umschimmert Dein heilig Angesicht. Das licht, das um mich flimmert, Ist Strahl von deinem Licht. Das Licht, das in mir denket, Die Gluth, die mich durchflammt, Hast du in mich gesenket, Dem alles Sein entstammt. 7. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Die ganze Schöpfung bet' ihn an, Und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, Strömt hin, Empfindungen der Lust, In hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, Dich erhebe, Weil ich lebe, Meine Seele, Meine hochbeglückte Seele! ( 24) 5. Wie Unermeßlichkeiten Dein Allmachtswort erschuf; So gabst für Ewigkeiten Dem Geist du den Beruf. Auch er soll nimmer enden Auf seiner hohen Bahn: Aus dir schaut groß und milde Er geht an Vaterhänden Die Der Schöpfer aller Welt Mich Sternenhöh'n hinan! ( 35) rinis 10 E Die Engel, Mel. Valet will ich dir ic. 282. Des Ew'gen Saatgefilde, Du hohes Sternenzelt, fein Werk. waren, Vor ihm schon standen und Mel. Wachet auf, ruft 2. ihn sah'n. Ihr Heer, umstrahlt 283. Betet an, ihr Men von Licht, Bedeckt das Angesicht schen, bringet Dem Höchsten Vor dem Schöpfer. Voll Preis Ruhm und Preis; lobsinget; Gott und Dank Tönt ihr Gesang unsern Schöpfer, betet an! Zahl- Durch alle Himmel Gottes hin. los sind der Geister Schaaren 2. Seiner Himmel Kreis beDie, eh' wir noch geschaffen wohnen Berklärter Geister Mil11 162 Von Gott nach seinem Verhältniffe zu der Welt. lionen, Die seiner Größe Ruhm men, Wie Engel Gottes! Gott erhöh'n. Gott ist heilig, heilig, wird kommen Mit seinen Engeln rufen Sie tief anbetend an den zum Gericht. Laßt sie jauchzen, Stufen Des hohen Thron's, um daß wir alle Dann aufgerichtet den sie steh'n. So weit er von dem Falle Gott seh'n und herrscht, so weit Geht seine Herr- seiner Wonne Licht. Heil uns! lichkeit," Jauchzen alle. ,, Wer ist, wir beten dann Gott, unsern wie er," Frohlockt ihr Heer, Schöpfer, an Mit den Engeln! ,, Wie er, der uns geschaffen hat!" Ihr Preisgesang Und unser Dank 3. Sie, die ihm stets treu ge- Hallt dann durch alle Himmel hin. blieben, Die ewig wandellos ihn 649 ( 24) lieben, Vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen! vollkommen, Gehorchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Herrlichkeit Ist Gehorsam. Sie weilen nie, Er sende sie, Wohin sein Wink sie senden will. Mel. Jesus, meine 3uversicht zc. und Sie alle, heilig und 284. Herr, du haft in deinem Reich Große Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; Denn ich bin noch voller Mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Wie die heil'gen Engel sein? 2. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, Dich o Gott, recht zu ers fennen! Laß mich deines Namens Preis Gern auch vor der Welt befennen. Wohl mir, wenn auch ich hierin Jenen Geistern ähnlich bin! 4. Winden gleich und gleich den Bligen Geh'n sie vom Thron aus, segnen, schüßen Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes Kinder, Befördern froh das Heil der Sünder, Und freu'n sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu, dir, Frohlocken laut, 3. Herr, dein Wille soll gewenn wir Uns bekehren; Wenn schehn, Wie im Himmel, so auf unser Dank Den Preisgesang Erden. Gleich den Engeln, die Der Himmel hier im Staub dich seh'n, laß mich dir gehorsam vermehrt. werden, Und auf Erden mich 5. Gott, mit allen diesen bemüh'n, Deinen Willen zu Heeren Soll, wer hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freu'n; Soll, erlöst durch dein Erbarmen, Zu dir gebracht auf ihren Armen, Einst selig, wie die Engel, sein! Wer sich zu Gott bekehrt, Und ihn von Herzen ehrt, Wird am Throne In seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Antlig seines Gottes schau'n. Laß sie mir zur Seite sein, Daß 6. Werdet heilig, seid vollkom-! ich deinen Himmel erbe. Bringe vollzieh'n. 4. Unsre Welt ist voll Gefahr; Voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, Daß sie schüßend mich umgeben. Wo ich gehe wo ich ruh', Gib sie mir zu Hütern zu. 5. Doch im Leben nicht allein; Auch, o Vater, wenn ich sterbe, Die Engel, sein Wert. mich durch ihre Hand In mein| Hülle hier ein Grab, Unsterblichfeit dem Geiste gab. wahres Vaterland! 6. Laß mich dann vor deinem Thron Bei den Auserwählten stehen. Laß mich dann, o Gottes sohn, Deine Herrlichkeiten sehen! Mache mich in deinem Reich Deinen Engeln völlig gleich! ( 174) Mel. Herr Jesu Christ, dich sc. 285. Wer zählt, Unendlicher, die Reih'n Der Geister, die sich deiner freu'n, Hinauf zu dir als Vater seh'n, Aus allen Welten zu dir fleh'n? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, Die einst an Staub gefesselt war, Und jegt in einer höhern Welt Anbetend vor dir niederfällt. ( 136) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 286. Dir sing' ich lob, Herr Zebaoth! Groß, groß sind deine Werke. Dir singt dein Himmel: groß ist Gott!" Dir singt mit Macht und Stärke Der Seraph, der dich näher sieht, Der Cherub, der am Throne kniet, Die ganze Schaar der Engel. 2. Dein ist das Reich, dein ist die Macht. Nach Ordnung und nach Stufen Hast du die Schaar, die uns bewacht, In's Dasein einst gerufen. Sie richten deinen Willen aus, Beschüßen des Gerechten Haus, Wenn seine Hüter schlummern. 163 3. Mensch, fühl' den Vorzug, Mensch zu sein! Der Sohn hat dich versöhnet. Sieh deine künft'ge Hoheit ein! Wer siegt, wird dort gekrönet. Schon hier bist du, in Fleisch gehüllt, Des Allerhöchsten Ebenbild, Im Staubgewand ein Engel. 4. Bald stimm' ich ein in's hohe Lied, In jene heil'ge Psalmen. Am Ziel, nach dem mein 5. Dein Reich ist unermeßlich Glaube sieht, Erwart' ich Siegesgroß, Ist, wie du selbst bist, gren- palmen. Wie hebt sich da mein zenlos; Es lebt in deinem Welten- Lied empor! Ich mische mich in's meer Ein ungezähltes Geister- Engelchor, In's höhre Halleheer. lujah! 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, Die fegt und einst noch wunderbar Du mit der Menschheit Hülle zierst, Und durch den Tod zum Leben führst. 4. Doch hier auf Erden nicht allein Sind Wesen, die sich deiner freu'n, Hinauf zu dir, als Vater, seh'n, Dich lieben, betend dich erhöh'n. 6. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist Sich seinen Fesseln hier entreißt; Dann stimm' auch ich in ihren Reih'n, Als Mitanbeter Gottes, ein. 7. Dann preis ich dich, deß Allmachtsruf Mit ihnen mich verschwistert schuf, Nur meiner 5. Wie groß, wie groß die Wonne ist, Wenn mich amlebensende Zum erstenmal ein Engel grüßt! Ach, daß ich's schon empfände! Bon aller Welt verlaßnes Herz, Denk' christlich, denk' in jedem Schmerz: Im Himmel hab' ( 85) ich Freunde! 11* 164 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. Der Mensch als Gottes Werk. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. 287. Gott, dessen Allmacht sonder Ende, Wie preis ich dich doch nach Gebühr? Ich bin die Arbeit deiner Hände; Mein ganzes Wesen kommt von dir. Du hast mich wundervoll erbaut, Und mir viel Gaben anvertraut. 2. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, Das theure Pfand, das ewig lebt, Das noch in dieser Staubeshöhle, So lang es dir gefällig, schwebt. Du haft mir Sinne und Verstand, Du Leib und Leben zugewandt. 3. Ich bin nicht werth, der großen Güte, Die du, mein Gott, an mir gethan; Dich preis't mein Herz und mein Gemüthe; Ach nimm mein Dankesopfer an! Be= wahre mich auch fort und fort, Mein Gott, du meines Lebens Hort! 4. Vor dir fall' ich in Demuth nieder: Vergib, vergib, was ich verbracht! Ich habe leider meine Glieder Zu Sündengliedern oft gemacht: Doch straftest du mich nicht im Zorn, Und wiesest mich zum Gnadenborn. 5. Hilf, großer Gott, durch den ich lebe, Hilf daß ich thu', was dich erfreut, Und Geist und Leib und Glieder gebe Zu Waffen der Gerechtigkeit; Daß ich dir bis zum Tod getreu, Und stets ein Kind bes Lichtes sei! ( 95) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 288. Was ist vor deinem Angesichte Der Mensch, Herr, daß du sein gedenkst, Und einen Strahl von deinem Lichte Auf ihn, den Staub, herniedersenk'st? Ein welkend Gras, ein fallend Laub; Und doch weit mehr, als Asch' und Staub. 2. 3war tief ist er herabgesunken Von seines Ursprungs Herrlichkeit. Vom Fleisch beherrscht, von Weltlust trunken, Hat er dein heilig Bild entweiht. Und dennoch gibst du ihm so viel, Und deiner Gnaden ist kein Ziel. 3. Du haft den Leib, obschon aus Erde, Doch wunderbar und schön gebaut; Daß er des Geistes Werkzeug werde, Ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Zum Herrn der ganzen Erdenwelt Haft du ihn, höchster Herr, bestellt. 4. Das Beste, was du ihm geschenket, Sein edelstes und bestes Theil, Das ist der Geist, der will und denket; Und ihm hast du ein ewig Heil, Noch ehe er nach dir gefragt, In deinem Worte zugefagt. 5. So laß mich ehrfurchtsvoll bedenken, Was du, mein Gott, an mir gethan; Dir leib und Seele wiederschenken, Da ich dir sonst Nichts schenken kann, Damit sie beide nach der Zeit Dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß; So bieten wir dem Erdenleide Und selbst dem Tode mit dir Truß. Wenn wir in deiner Gnade steh'n, So muß es une stets wohlergeh'n. 7. Und wenn, erhöhet von den Der Mensch, sein Werk. 165 Erden, Im Himmel, deiner ew'gen mein seligster Beruf, Mein LobStadt, Dich Leib und Seele gesang und Opfer! schauen werden, Von deinem Lichte froh und satt, Dann sollen sie auch beide dich Vollkommner preisen ewiglich!( 173 b) 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenft des Herzens Schläge? Wer regt die Brust und schwellt sie auf, Damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut! Preis, Schöpfer dir; dir wallt. mein Blut; Dir schlägt mein Herz, o Schöpfer! 7. Ich will in Thätigkeit und Ruh Für jeden Sinn dir danken. Furcht meines Gottes, halte du Sie all' in heil'gen Schranken! Selbst mein Gedanke müsse rein, Mein Leib ein Tempel Gottes seyn, In dem sein Geist stets wohne. ( 24) Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 289. Dir, Gott, sei Preis und Dank gebracht; Dich soll mein Lied erheben! Ich bin ein Wunder deiner Macht; Du schufft auch mich zum Leben. Mein ganzer Leib, gebaut von dir, Mit jedem Sinn und Glied an mir Verkündigt deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohren, Mund und Hand, Die ich zu dir erhebe; Die Haut so fünstlich ausgespannt, Der Nerven fein Gewebe, Und alle Glieder sagen mir, Ich sei, o Gott, ein Wert von dir, Ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, Den Thoren zu verdammen, Der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, Sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, Wenn meine Seele spät und früh Des Leibes Dienst verlanget! Mel. Ich dank' dir schon zc. 290. Du schufft mich, Gott, dein Bild zu seyn; Dafür will ich bich preisen, Und des Berufs, ein Mensch zu sein, Mich würdig stets erweisen! 2. Ich bin ein Wunder deiner Macht und deiner weisen Güte! O Mensch, nimm deinen Werth in Acht; Erkenn' es, mein Gemüthe! 3. Du schufft mich für die 4. O hättest du mein Auge Ewigkeit; Du gabst mir sanfte nicht So künstlich zubereitet; Was Triebe Zum nügte mir der Sonne Licht, Ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht Du, Herr, durch deine weise Macht, Was du erschaffen, schmückest. Mitgefühl, zur Menschlichkeit, Zur Freundschaft und zur Liebe. 4. Dich kenn' ich, Schöpfer, Herr, mein Gott! Ich kenne deine Werke, Dein Wort, dein heiliges Gebot, Und deine Lieb' und Stärke. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden. Froh bet' ich meinen Schöpfer an! 5. In stiller Andacht kann Ihn überall zu finden, In allen mein Geist Empor zu dir sich Werken, die er schuf, Dieß ist heben, Und dir, den Erd' und Von Gott in seinem Verhältnisse zu der Welt. 166 Himmel preis't, Auch Preis und Ehre geben. 6. Vom Himmel fam, gesandt von dir, Dein Sohn zu uns auf Erden; Er ward ein Mensch, ein Mensch wie wir, Der Menschen Heil zu werden. 7. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Mein Gott, dich will ich preisen, Und des Berufs dein Bild zu sein, Mich würdig stets erweisen! ( 126) Mel. O Gott, du frommer 2c. = 291. Allmächtig großer Gott, Wer kann dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Der Geister zahllos Heer, Die ganze Erdenwelt Hat deine Hand gebaut, Die jetzt noch Alles hält. 2. Du schufft, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner Ehre; Du wolltest, Gütigster, Daß ich dein Bildniß wäre! Darum hast du den Geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur Unsterblichkeit Nach deiner Huld geschenkt. 3. D welch ein großes Ziel, Dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, Dazu du mich berufest! Dir, Höchster ähnlich sein, Vollkommen sein wie du! D' wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 2. Gott als Erhalter Mel. Ein feste Burg ist zc. 292. Nur du, o Schöpfer uns'rer Welt, Nur du kannst sie erhalten! So lange noch dein Arm sie hält, Wird sie auch nicht 4. Laß dieses große Ziel Mir stets vor Augen schweben. Des Herzens größter Wunsch, Mein eifrigstes Bestreben In allem meinem Thun Sei dieß, o Gott, allein, Daß ich auch so, wie du, Gesinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Quell; Laß mich auch Wahrheit lieben, Mit unverdroßnem Fleiß In allem dem mich üben, Was mich zur Weisheit führt; Zur Weisheit, die dich ehrt, Und Allem Beifall gibt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit Mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde flieh'n, Des Fleisches Lüste zähmen; Nurdas, was recht ist, thun, Des Guten mich erfreu'n, Und dem, der's üben will, Auch gern behilflich sein. 7. Gib, daß ich so, wie du, Ein Freund der Menschen werde, Dem Wohlthun Freude macht, Der Kummer und Beschwerde Dem Nächsten gern erspart, Sein Leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O Gott von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, Und ach, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem Sinn.( 146) und Regierer der Welt. veralten. Was deine Allmacht schafft, Der Wesen Trieb und Kraft, Wird von dir immerdar, Wenn es dein Wille war, Gestärkt und unterstüzet. 2. Noch strahlt der Sonne Erhalter und Regterer. 167 mildes Licht Herab aus hoher Quelle sei'ft, Daraus uns Allen Ferne. Noch weicht aus seinen früh und spat Nur Heil und Bahnen nicht Das große Heer Gutes fleußt. der Sterne. Noch weiß der Mond die Zeit, Wann er sein Licht erneut; Es wechseln Tag und Nacht Und, Herr, durch deine Macht Bleibt Alles wohlgeordnet! 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Bater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind, Und Reif und Thau und Regen, Die deiner Güte Boten sind, Den Ländern reichen Segen. Noch strömet auf dein Wort Die Lebensquelle fort. Wenn sich die Ernte naht, So rauscht die reife Saat Des Schnitters Arm entgegen. 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Korn und Most Zu rechten Zeiten find't? 6. Wer gibt uns Leben, Kraft und Muth? Wer schüßt mit starker Hand Des goldnen Friedens werthes Gut In unserm Vaterland? 4. Noch folgen auf des Frühlings Pracht Des Sommers Aehrenfelder, Auf fie des Herbstes trübe Nacht, Des Winters öde Wälder. Noch hauchen durch die Luft Die Blumen ibren Duft; Noch stellt in jedem Jahr Verjüngt sich wieder dar, Was unser Aug' entzücket. 5. O Gott, du sorgst, als Herr der Welt, Für unser Wohl und leben! Du bist es, der es uns erhält; Du hörst nicht auf zu geben, Was unsern Leib ernährt, Und uns're Kräfte mehrt. Wer sollte sich nicht freu'n, Nicht dir sein Leben weih'n? Wer sollte dich nicht preisen? ( 62) Mel. Nun banket all' und bringet 2. 293. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Lebens Luft! Ich fing' und mach' auf Erden fund, Was mir von dir bewußt. 7. Ach, Herr, mein Gott, das fommt von dir; Du, du mußt Alles thun! Du hältst die Wach' an unsrer Thür', Und läß'st uns ficher ruh'n. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' Und ew'ge 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu; Beschirmst uns mächtig in Gefahr, Und stehst uns herzlich bei. 9. Du trägst uns Sünder in Geduld, Und schlägst nicht allzusehr; Am liebsten nimmst du uns're Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz oft seufzt und schreit, Wirst du gar bald erweicht, Und gibst uns, was uns hoch erfreut, Und dir zum Preis gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christ bier wein', Und was sein Kummer sei; Kein stilles Thrän Verhältnisse zu der Welt. 168 Von Gott nach seinem lein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 2. Es danket dir des Himmels Heer, Herrscher aller Thronen! 12. Du füllst des Lebens Man- Und die auf Erden und im Meer gel aus Mit dem, was ewig steht, In deinem Schatten wohnen, Und führst uns in des Himmels Die preisen deine SchöpferHaus, Wenn uns die Erd' entgeht. macht, Die uns versorget und bewacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 13. Wohlauf, o Seele, dank' und sing' Und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 14. Er ist dein Schatz, dein Erb', dein Theil, Dein Glanz, dein Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 4. Ich rief dem Herrn in 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn, Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. meiner Noth: ,, Ach Gött, vernimm mein Weinen!" Da half mein Helfer mir vom Tod, Und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir! O banket, danfet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie oft hat er des Unglücks Lauf Zum Segen dir gefehrt! 17. Er hat noch niemals was verseh'n In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt gescheh'n, Das nimmt ein gutes End'. 5. Der Herr ist nun und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden. Er ist der Frommen Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen immer bin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein; So wirst du hier in Frieden ruh'n Und ewig fröhlich sein!( 56) 6. Wenn Menschenmacht nicht helfen kann, Und sich kein Netter zeiget: So nimmt sich Gott der neiget Sein huldreich Angesicht 3 Seinen an; Er selbst, der Schöpfer, uns zu, Er schafft uns Hilfe, schafft uns Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 294. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte; Dem Gott, der alle Bunder thut; Dem Gott, der mein 7. Ich will dich all mein LebenGemüthe Mit seinem reichen Troft erfüllt; Dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! lang, D Gott, von nun an ehren! Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören! Mein ganzes Herz erweitre sich; Mein now 169 Geift und Leib erhebe dich! Gebt unserm Gott die Ehre! Erhalter und Regierer. noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das gib du mir. 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die 5. Der Vogel bauet nicht das Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht Land; Doch nährt ihn deine erfennt, Gebt unserm Gott die milde Hand. Du schmückst die Ehre! Die Gögen macht der Blume königlich, Die nicht zur Herr zu Spott! Der Herr ist Arbeit eilt, wie ich. Weit mehr Gott! Der Herr ist Gott! Gebt bin ich vor Gott, als sie; D Seele, unserm Gott die Ehre! dies vergiß du nie! 9. So kommet vor sein Ange- 6. Mich schufft du nicht für ficht, Jhm Dank und Preis zu diese Zeit; Mein Ziel ist in der bringen. Bezahlet die gelobte Ewigkeit. Vernunft und Freiheit Pflicht, Und laßt uns fröhlich gab mir Gott; Für mich ging singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht, Und Alles, Alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! d ddo( 181) Jesus in den Tod. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, Gleicht mir an Hoheit und an Werth. Mel. Vater unser im Himmelreich ic. 295. Gott, deine weise Macht erhält Die ganze lebenvolle Welt, Und aller Augen freuen sich, Und ſehen hoffnungsvoll aufdich, Auf dich, der du sie alle liebst, Und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt Herab, was Jedem nöthig ist. Mit Wohlgefallen sättigt sie Dein Aufseh'n, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hard Dir unwerth oder unbefannt. Bum SUR 20 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch Speis und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, Gibst du sie ohne sein Gebet. Wie solltest du mein findlich Fleh'n Um Kleidung, Speis' und Trank verschmäh'n? 8. Laß du mich nur genügsam sein, Und deiner Gaben mich erfreu'n; Doch mehr noch deiner, der du dich So freundlich zeigest gegen mich, Und selbst des Lebens Quelle bist, Aus welcher alles Gute fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueber3. Auch mir gabst du, mein fluß Erhalt' mich mäßig im GeGott und Heil, Noch täglich mein nuß. Bewahr' mich in der Dürfbescheiden Theil, Gabst mir's mit tigkeit Vor Schmach und UnzuHuld und Freundlichkeit Seit friedenheit. Du nährst mich immeiner ganzen Lebenszeit. Rein mer; Preis und Dank Bring ich Vater sorgt so väterlich Für dir, Gott, mein Lebenlang!( 126) seinen Sohn, wie du für mich. 4. Jch bin's gewiß, du kannst Mel. Mein Herzens Jesu, meine ic. mich nicht verlassen, meine 3u- 296. Dir, unser Gott, ist versicht! Ich bin's gewiß, du Niemand gleich Im Himmel und thust mir wohl, So lang ich hier auf Erden. Du bist der Höchste, 170 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. und dein Reich Kann nie beheben. Dir will ich, als dein griffen werden; Unendlich ist die Eigenthum, Mich ganz zum Dienst Majestät, Die über Alle dich er- ergeben. Mit Luft will ich bis höht, Die Kron' und Zepter in den Tod Nach deinem heiligen tragen. Gebot Durch deinen Beistand wandeln. ( 115) 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wer ist, der es ermesse? Wohin auch nur mein Auge sieht, Da seh' ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit, Geht deines Reiches Herrlichkeit; Du herrscheft über Alles! 3. Du herrschest weislich, recht und gut Nach heiligen Gesetzen. Du willst auch deiner treuen Hut Das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmerk, Und immer ist's dein liebstes Werk, Zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Jch bete dich in Demuth an: O fieh auf mich in Gnaden! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, Bin auf dem Tugendwege Nicht stets so eifrig, wie ich soll, Bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig, und voll Huld Vergibst du Reuenden die Schuld; Drum hoff' auch ich Vergebung. mel. Warum sollt' ich mich denn ic. 297. Sei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; Was er thut, Ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine großen Thaten! Was die Welt In sich hält, Ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel preisen Seine Macht; Tag und Nacht Müssen sie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah' und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hände! Mensch und Thier Melden dir Seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, Selbst der Staub Gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, In der Höh', In der See Oder sonst zu finden, Rühmt die Weisheit seiner Werke. Jeder Wurm, Blig und Sturm Preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben! Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein Leben! Seel' und Leib hat er bereitet; Mich geschüßt, Unterstüzt, Väterlich geleitet. Har SED, 351 6. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, Ob ich der Gnade fähig sei: Auch mich hat er versöhnet. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht Nimmt in Acht, Das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, 7. Herr, ewig will ich deinen Der mich nicht, Gott, mein Licht, Ruhm Mit Lob und Dank er- Dir zum Dank verbindet! HALE Erhalter und Regierer. 171 7. Drückten mich des Kreuzes 5. Du wollest meiner SünPlagen; War die Last Kaum ge- den In Gnaden mich entbinden, faßt; Gott half mir sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; Seine Kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. Vergeben meine Schuld! Zum Heiligungsgeschäfte Gib du mir Muth und Kräfte, Und habe noch mit mir Geduld. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan: Denke 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; Weckt mich der Morgen d'ran, Wird dir jemals bange, wieder zu meines Tagwerks Als wollt' er dich ganz verlassen! Nein, o nein! Du bist sein; Er fann dich nicht haffen. Pflicht; Irr' ich auf dunkeln Wegen; Geh' ich dem Leid entgegen: So sei dein Wort mir Trost und Licht! 7. Hast du es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß geh'n. Kein Unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir will ich ihn übersteh'n. 9. D'rum ergib dich seinem Willen! Heiße gut, Was er thut; Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen Groß von Rath, Stark von That; Er, er wird's wohl machen.( 174) Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 298. In allen meinen Thaten laß ich dich, Höchster, rathen, Der Alles kann und hat! Du mußt in allen Dingen, Soll's anders wohlgelingen, Uns Helfer sein mit Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Mit aller meiner Mühe, Mit meiner Ungeduld. Du magst's mit meinen Sachen Nach deinem Willen machen; Ich traue deiner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was du ausersehen, Und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie du's gibest; Was du mit mir beliebest, Dasselbe hab' auch ich erfießt. 4. Ich hoff auf deine Gnade, Die mich, auf deinem Pfade, Vor allem Uebel schüßt. Such' ich nur deinen Willen Stets findlich zu erfüllen, So gibst du, was mir ewig nüßt. 8. Dir hab' ich mich ergeben Zu sterben und zu leben, Wie es dein Wink gebeut. Es sei heut' oder morgen; Dafür laß ich dich sorgen: Du weißt die allerbeste Zeit. 9. So sei nun, Seele, stille! Dein Trost sei dessen Wille, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; Mein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen ( 43) Nath! Signe Melodie. 299. Befiehl du deine Wege, Und was dein Herz auch fränkt, Der allertreusten Pflege Deß, der die Himmel lenkt! Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Die dein Fuß geben kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergeh'n. Auf sein Werk mußt du 172 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. schauen, Wenn dein Werk soll| Und wird sich so verhalten, Daß besteh'n. Mit Sorgen und mit du dich wundern wirst, Wenn er, Grämen Und mit selbsteigner wie's ihm gebühret, Mit gnadePein Läßt Gott sich gar nichts vollem Rath Sein Werk hinausnehmen; Es muß erbeten sein! geführet, Und sich verherrlicht hat. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem menschlichen Gemüth. Und was du auserlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 9. Er wird in deinem Leiden Vielleicht mit Trost verzieh'n; Doch dies auch führt zu Freuden, Zum seligsten Gewinn. Da übet sich der Glaube, Wird heiliger das Herz, Schwingt sich von Erd' und Staube Die Hoffnung himmelwärts. 4. Weg hast du allerwegen; 10. Wird's dann um's Herz An Mitteln fehlt dir's nicht. dir bange; Doch wank' und weiche Dein Thun ist lauter Segen; nicht! Fragst du: ,, o Herr, wie Dein Gang ist lauter licht. Dein lange?" Harr' aus mit ZuverWerk kann niemand hindern; sicht! Der Herr wird dich erlösen Dein Arm kann niemals ruh'n, Bon aller deiner last, Die du Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. zu keinem Bösen Bisher ges tragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du siegst und trägst davon, Werth, daß dich Gott erfreue, Des Sieges Ehrenkron'. Er selbst gibt dir die Palmen In deine rechte Hand; Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' Ende, Herr, mach' Ende Von aller unsrer Noth! Stärk' unsre müden Hände, Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein; So gehen uns're Wege Gewiß zum Himmel ein!( 56) mel. Nun banket all' und bringet c. 300. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger, Wenn erdieGnaden denkt, Womit du mich, mein Gott undHerr, So unverdientbeschenkt! 2. Dann ist mein Herz so hocherfreut, Ganz deiner Güte voll; 5. Und obgleich alle Teufel Hier wollten widersteh'n; So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke geh'n. Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff' denn, du arme Seele; Hoff und sei unverzagt! Des Kummers finstrer Höhle, In der kein Lichtstrahl tagt, Wird dich der Herr entrücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Licht, Heil und Seligkeit. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze, Den Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, Der Alles führen soll! Gott fist im Regimente, Und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst, Und weiß, vor heißer Dankbarfeit, Nicht, wie es danken soll. 3. Eh' ich noch auf der Mutter Schoos, Von dir behütet, schlief; Bestimmtest du mir schon mein Loos, Das mich zum Leben rief. Erhalter und Regierer. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, Eh' er geboren ist; Und so ward ich o welch ein Glück!- Schon als ein Kind, ein Christ. 5. Des Säuglings Stimm' vernahmst du schon, Die noch kein Fleben war, Und neigtest zu des Weinens Ton Dein Ohr erbarmend dar. - 173 12. Wenn frachend einst der Bau der Welt Sich aus den Angeln reißt, Will ich den preisen der mich hält, Dich, der mich leben beißt; 6. Wenn ich, als Jüngling, von dem Pfad Der Tugend mich verirrt; Hat mich erbarmend Herr, dein Rath Darauf zurückgeführt! 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr Vor Unglück und Gefahr, Und vor dem Laster, das noch mehr, Als sie, zu fürchten war. Mel. Wach' auf, mein Herz ic. 301. Nun laßt uns Gottes Güte Wohl fassen zu Gemüthe! Kommt, lasset uns erwägen Des Vaters Huld und Segen! Cio 2. Eh' wir an's Licht geboren, Hat er uns auserforen, Und in sein Buch geschrieben Zum Leben und zum Lieben.spot 3. Als wir noch ohn' Bewegen, Uns unbewußt, gelegen, Ohn' Menschenhilf und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen; min 4. Hat er uns schon gegeben Die Glieder und das Leben; Hat er, der uns bereitet, Uns an das Licht geleitet. 5. Er hat uns aufgenommen In die Gemein' der Frommen, Erwählt zu seinen Erben, Daß wir nicht ewig sterben. in spi 6. Er gibt uns zu erkennen Sein Wort, daß wir ihn nennen Durch Christum unsern Vater Und gütigen Berather. 7. Er hat für unser Leben Selbst seinen Sohn gegeben, Und läßt von allem Bösen Uns wiederum erlösen. 11. In Schrecken, Angst, Ge- 8. O lasset uns bedenken, fahr und Noth Trau' tch allein auf dich. Stärfst du mich, so ist selbst der Tod Mir nicht mehr fürchterlich. Wann uns die Sorgen fränken, Daß Er auf's Höchste liebet, Der seinen Sohn uns gibet! 9. Er kann uns nicht versagen, 13. Dich, der mich bei der Welten Sturz Hoch über sie erhob.Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, Zu kurz, Herr, für dein Lob!( 215) 8. In Krankheit hast du väterlich Mein Leben neu geschenkt, Und deine Gnad' erquickte mich, Wenn Sünden mich gefränkt. 9. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht Dies Herz, das fühlen kann; Dies Herz, das froh und dankbar spricht, Was du an mir gethan! 10. Froh soll mir jeder Tag vergeh'n Bei deinem Ruhm und Preis. Dich will ich lieben, dich erhöh'n, So gut ich kann und weiß. mug common manis 174 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. Wenn wir ihm gläubig klagen, Was wir von seinen Gaben Hier täglich nöthig haben. 10. Die Vögel in den Lüften, Die Thiere in den Klüften, Die Blumen an den Wegen Beweisen seinen Segen. 11. Er, der sie alle heget, Und ihrer treulich pfleget, Kann feinen Himmelserben Verlassen und verderben. 12. O Vater, so gewähre,' Zu deinem Lob und Ehre, Daß wir bir recht vertrauen, Und gänzlich auf dich trauen! 13. Wenn wir dich, Höchster, haben, So werden uns die Gaben, Der wir in diesem Leben Bedürfen, wohl gegeben. US 14. Der Himmel sammt der Erden Muß eh' zu Nichte werden, Eh' Gott die kann verlassen, Die ihn im Glauben fassen. ( 32) Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 302. Wer in des Höchsten Schatten ruht, Den mag fein Feind bezwingen; Der kann in seiner Allmacht Hut Mit frohem Muthe fingen: Gott schüßet mich, ich zage nicht; Der Herr ist meine Zuversicht, Mein Gott, auf den ich hoffe. Pfeile nicht, Die dich des Tags umfliegen. Die Seuche, die im Finstern schleicht, Die Peft, wovor der Mensch erbleicht, Vermag nicht, dich zu tödten. 2. Ob auch der Tod dich rings umstürmt; Der Herr wird dich bewahren. Du darfst, weil dich sein Flügel schirmt, Nicht zittern vor Gefahren. Gott kann nicht lügen; er erfüllt, Was er verheißt; dein Helm, dein Schild Ist deines Gottes Treue. E 4. Und fielen vor des Todes Hauch Hier Tausend dir zur Linken, Und sollten dort Zehntausend auch zu deiner Rechten sinken: Du wankest nicht; du wirst nur seh'n, Wie Gottes Feinde untergeh'n Durch ihre Frevelthaten. 5. Der Herr ist deine Zuversicht In der Gefahren Mitte, Und Schmerz und Kummer nahen nicht zu deiner sichern Hütte. Rein Stein verleget deinen Fuß; Du gleitest nicht: sein Engel muß Dich auf den Händen tragen. 6. Dein Gott spricht: er bes gehret mein, Drum will ich ihn bewahren; Er nennt mich Freund: ich will's ihm sein In Kummer und Gefahren. Er ruft mich an, mich, seinen Gott: Ich bin bei ihm in aller Noth, Um ihn herauszureißen. Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 303. Mächtig kannst du uns bewahren; Höchster, du ermattest nie! Schweben wir gleich in Gefahren: Du gebeutst, so fliehen sie. Alles wechselt rings auf Erden; Alles, was die Sinne rührt, Und das Herz oft irre führt, Kann uns leicht entrissen werden: Du nur stehest ewig treu Deinen frommen Freunden bei. 2. Hast du nicht verborgne Leiden Tausendmal schon abge 3. Du wirst voll Muth und wandt? Nicht schon tausend Zuversicht Das Grau'n der Nacht Lebensfreuden Unerwartet uns besiegen. Dich treffen selbst die gesandi? Ach, wer wollte dir 175 Hilfe ftill entgegen. Stürmt auch Alles auf ihn los; Dieser Glaube macht ihn groß. 7. Reine Christentugend stehet, Wenn auch Alles bricht und fällt. Jesus, der sie einst erhöhet, Zeiget ihr die beff're Welt. Dort verschwinden die Gefahren; Dort ist alle Furcht entfloh'n. Dulder jauchzen dort am Thron, Die hier treu und standhaft waren. Herr, es gehe, wie es soll! Unser Herz bleibt hoffnungsvoll!( 148) Erhalter und Regierer. 1 aff nicht trauen, Der du gnädig uns regierst, Und uns zu dem Ziele führst, Wo wir deine Gnade schauen? Selig, wer sich felsenfest Auf dein Vaterherz verläßt! 3. Friede ruht auf deinen Wegen; Weisheit leitet deinen Gang. Du verwandelst Noth in Segen, Angstgeschrei in Preisgesang. Oft schon beugte Gram uns nieder; Doch im Stillen führtest du hier und dort uns Hilfe zu, Und der Geist erhob sich wieder. Ja, der Kampf sei noch so heiß; Du bist's, der zu retten weiß! 4. Alle Weisheit uns'rer Seele Ist oft Nichts als Wahn vor dir. Wir bestimmen, was uns fehle, Und aus Dünfel irren wir. Herrlicher, als wir verstehen, Ordnest du den Lauf der Welt, Und was deine Hand erhält, Kann und wird nicht untergehen. Der ist weise, der dich liebt, Und dir Alles übergibt. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 304. Du leitest mich nach deinem Rath, Allweiser Welt regierer; Preis dir, stets groß von Rath und That, Mein väterlicher Führer! Dem Sternenheer, Der Fluth im Meer Bezeichnest du die Pfade; Auch mir, du Gott voll Gnade! 5. Soll der Erde Glück entschwinden; Dennoch zagt kein edler Geist. Herr, bei dir wird Ruhe finden, Wer der Weltlust sich entreißt! Freudig ruft er dir entgegen: ,, Mir geschehe, wie du willst! Der du allen Kummer stillst, Du hast tausendfachen Segen." D, wie muthvoll ist ein Christ, Der dir stets ergeben ist! 2. Du leitest mich nach deinem Rath, Wenn ich mein Herz dir weihe. Mehr, als ich je verstand und bat Hat deine Batertreue Von Kindheit an Auch mir gethan. Fließt, fromme Freudenzähren, Ihm, meinem Gott, zu Ehren! 3. Du leitest mich nach deinem Rath In meinem Wirkungskreise; Du gibst das Wollen, und die That Gelingt dem treuen Fleiße. Wer Gutes schafft Durch deine Kraft, Darf seines Thuns sich freuen; Du läß'st die Saat gedeihen. 6. Gott, wer deiner Macht und Liebe Immer glaubensvoll gedenkt, Fühlt sich durch des Glaubens Triebe Von Ver- 4. Du leitest mich nach deinem zweiflung weggelenkt. Niemals Rath, Wenn Freudenquellen sorglos und verwegen, Doch auch fließen, Die mir den kurzen Pilfern von Aengstlichkeit, Sieht er, gerpfad Durch deine Huld verwenn Gefahr ihm dräut, Deiner füßen. Dann dank' ich dir Recht 176 Von Gott nach seinem Berhältnisse zu der Welt. treu dafür, Und auf des Dankes fen still, Und thut allmächtig, Wegen Strömt mir dein Heil was er will. entgegen. 3. Jhr blöden Herzen, fasset Muth! Die Wolken, deren Was serfluth Jhr fürchtet, sind von Gnade voll, Die sich auf euch ergießen soll. 5. Du leitest mich nach deinem Rath Auf rauhem Dornenpfade. Wenn ich nur schuldlos ihn be trat, Versichert deiner Gnade; Wie drang dann nicht Des Trostes Licht So mild zum bangen Herzen! Wie schwand die Nacht der Schmerzen! 156. Du leitest mich nach deinem Rath, So oft mein Fuß auch 5. Was er sich vorgesetzet hell, wankte. Wenn ich zu dir voll Das reifet und erfüllt sich schnell. Reue bat, Nach Festigkeit ver- Schmeckt auch die Knospe bitter langte, So winktest du Mir wohl, Die Blum' ist süßen Schonung zu, Und reichtest voll Duftes voll. doiser suk Erbarmen Zur Tugend Kraft mir Armen. nd d 4. Treibt zweifelnde Gedan ten fern, Und traut auf Gnade froh dem Herrn, Der hinter dunkler Wolkenschicht Verbirgt ein freundlich Angesicht. Rath 6. Der Unglaub' irret nah und fern; Vergeblich meistert er den Herrn; Gott deutet selber seinen Sinn, Und stellt ihn einst voll Klarheit hin. un ned 7. Du leitest mich nach deinem Rath Oft wunderbar, doch weise. Wenn deiner Wege Dunkel naht, Blick' ich zu deinem Preise Zu dir hinauf. Mag sich mein Lauf In Nacht und Grau'n verlieren; Du wirst mich selig führen! 8. Du leitest mich nach deinem Nath. Frohlock, erlöfte Seele! Gott, ewig treu in Wort und That, Reicht dir die Hand; d'rum wähle Den Weg des Herrn. Er hilft dir gern, Und nimmt,-trau' seinen Lehren!-Dich ewig auf zu Ehren. ( 114) Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 305. Geheimnisvoll in tiefer Nacht Vollendet Gott, was er bedacht; Er wandelt auf dem tiefen Meer, Und fähret auf dem Sturm daher. 2. Er, dessen Weisheit niemals fehlt, legt seinen Plan, den er gewählt, Hinab in heil'ge TieMel. Es ist genug, so nimm sc. 306. Gott ist mein Licht! Verzage nicht, mein Herz, In dunkler, banger Zeit! Die Sonne sinkt, Die Nacht bringt Furcht und Schmerz: Mein Licht strahlt allezeit. Es schimmert an dem Tag der Freuden; Es leuchtet in der Nacht der Leiden: Gott ist mein licht! 2. Gott ist mein Heil! D Seele, fürchte nichts! Dein Hel fer ist getreu. Er läßt dich nicht, Sein Baterwort verspricht's; Er steht dir mächtig bei. Er will mich bis in's Alter tragen, Kein wahres Gut mir je versagen: Gott ist mein Heil! 3. Sein ist die Kraft! Er spricht, und es geschieht, Gebeut und es steht da: Und wenn mein Erhalter und Regierer. 177 Rathschluß unerforschlich hier. Blick noch keine Hoffnung sieht, Rath versteh'n. Er herrscht als Ist schon die Rettung da. Wo Gott; drum bleibet mir Sein schwache Menschen nichts vermögen, Da kommt Gott stärkend uns entgegen: Sein ist die Kraft! 4. Sein ist das Reich! Er herrscht im Weltgebiet Mit Weisheit, Huldund Macht; Die Sterne geh'n, der Strom der Zeiten flieht Von seinem Blick bewacht; Und Alles lenfet er im Stillen Zum Ziel nach seinem heil'gen Willen: Sein ist das Reich! 5. Gott ist mein Schild! mein Schirm in der Gefahr, Die er nur wenden kann. Er deckt mein Haupt, und ohn' ihn fällt kein Haar; Er nimmt sich Aller an. Ob Tausende, die mit mir wallen, Zur Rechten oder linken fallen: Gott ist mein Schild! 6. Gott ist mein Lohn! Drum geh' ich unverzagt Die Bahn, die er mir zeigt. Der Gang ist schwer; er wird mit Gott gewagt, Der dort die Palme reicht. Froh will ich wachen, kämpfen, ringen, Durch Gnade stark, den Feind be zwingen: Gott ist mein Lohn! 7. Gott ist mein Preis! Er sei mein Lobgesang, Er deß ich ewig bin! Der Herr ist groß und seines Ruhmes Klang Tönt durch das Weltall hin. Ich stimme mit den Erdgebornen In's hohe Lied der Auserkornen: Gott ist mein Preis! ( 76) 2. Doch kann ich g'nug von ihm erkennen, Ihn zu bewundern, und für ihn In frommer Liebe zu ents brennen, Ihn jedem Gute vorzuzieh'n; Genug, um ihm mich ganz allein, Mich seiner Liebe gern zu weih'n. 3. Er wählt,- was brauch' ich mehr zu wissen?- Nichts Böses, thut vergebens Nichts. Selbst in des Lebens Finsternissen Bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ift ja Zum Besten euch, ihr Frommen, da! 4. Der Wolfen Sturm, des Meers Getümmel Braus't oder ruht, wie er's beschließt. Er. unser Vater in dem Himmel, Der aller Welt Regierer ist, Erquickt selbst durch den Sturm, was lebt, Obgleich die Welt erschrocken bebt. 5. Was brauch' ich alles zu ergründen, Was er beschlossen hat und macht? D ich kann ja den Vater finden, Im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, Ist Alles recht, ist alles gut. 6. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, Des Blizes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quelle alles Segens? Versteh' ich, wie das Meer entsprang? Seh' ich's, wie er die Berge wog, Und seiner Erde Richtschnur zog? Mel. Wer nur den licben Gott 2c. 7. Wer trägt die Himmel, die 307. Nie kann ich meines nicht wanken? Wer hält uns, daß Gottes Wege Mit meinen Blicken wir nicht vergeh'n? Wer gibt überseh'n, Noch wenn ich Alles verständige Gedanken, Der Weis überlege, Vollkommen seinen heit Lehren zu versteh'n? Er gibt 12 178 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. fie, er, der nur beschließt, Nur| gnügen Wird von Christen hoch thut, was gut und heilig ist. 8. Ich will ihm folgen, Alles hassen, Und meiden, was er mir verbeut; Ihm will ich kiadlich überlassen Mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß Zum Lichte aus der Finsterniß. ( 24) geehrt; Schäße nur, die nimmer trügen, Sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Sorgen! DieSchäße des Christen sind in ihm verbors gen; Hier tilgt sie kein Unfall, fein tobender Schmerz; Auch traurige Stunden bereichern das Herz.dhals mante Mel. Eins ist Noth, ach Herr, c. 5. Dulden wir auch manche 308. 3aget nicht, wenn Plage: Der Allweise wägt sie ab. Dunkelheiten Auf des Lebens Er durchschauet uns're Tage Von Pfaderuhn. Gott ist gut, er wird der Wiege bis zum Grab. Was euch leiten; Ihm ist's Freude, iegt uns betrübet, soll einst uns wohlzuthun. Sind seine Gedanken entzücken; O selige Hoffnung, nicht eure Gedanken; Laßt dennoch, o Christen, den Glauben nicht wanken, Daß er, der des Wurmes im Staube gedenkt, Auch sorgsam und freundlich durch's Dunkel euch lenkt. wie kannst du erquicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht: Der Ewige spricht, und das Dunkel wird Licht. 6. Hebe dich empor vom Staube; Fasse Muth, verzagter 2. Alles Dunkel dieses Lebens Geift! Siegen, siegen wird der Glänzt vor Gott wie Sonnen- Glaube, Der den Herrn im Leiden licht. Wir durchforschen's oft preift. O laß dich das Dunfel vergebens; Seinen Blick be- der Erde nicht kümmern; Schon schränkt es nicht. Er kennet das Große, das Kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die Zahlen der Sterne. Mit mäch tiger Liebe verfolgt er den Plan, Den seine unendliche Weisheit erfann. sieht ja dein Glaube die Herrlichfeit schimmern, Die jenseits der Gräber dir Jesus enthüllt; Da rufst du einst jauchzend: mein Fleh'n ist erfüllt. ( 148) 3. Kenn', erkenne dich, o Seele; Fühle, wie so schwach du bist! Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen geheiligte Freuden, Und Scheinglück ist oft nur die Quelle der Leiden. Bedenk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert! Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. mel. Wer nur den lieben Gott x. 309. Oft hält dein Antlig sich verborgen, Als sähest du mein Elend nicht. Oft fang' ich ängst lichy an zu sorgen, Weil Trost und Freude mir gebricht. Mein thränenvolles Auge sieht Nach Hilfe hin, und sie verzieht. 4. Nicht das sinnliche Ber2. Und doch will ich von dir nicht lassen; Dir, Vater, eil' ich flehend nach. Nur fester noch will ich dich faffen, Dich, der sein Erhalter und Regierer. 179 Wort uns niemals brach. Ver- der mit ew'gem Rath Geordnet birgt mir schon dein Antlig sich; Werf ich doch meine Sorg' auf dich. meinen Lebenspfad. 3. Du sorgft für mich. Wann sind nicht Väter Auf ihrer Kinder Wohl bedacht? Und du, mein Vater und Erretter, Bergäßeft mein in Trübfalsnacht? Du sorgst für mich; ich bin dein Kind, Und du bist väterlich gesinnt. 6. Und du, du solltest das nicht wissen, Wenn Furcht mich ängstet, Noth mich quält? Du solltest hart dein Herz verschließen, Du, der derSeinen Thränen zählt? Nein! über deiner Kinder Schmerz Bricht dir dein väterliches Herz. 4. Schweigt, Zweifel, schweigt, die ihr vermessen Im bangen Herzen euch empört! Gott hat br'um meiner nicht vergessen, Wenn er mich schon nicht gleich erhört. Er sieht mich, fennt mein ganzes Leid, Weiß meines Her zens Bangigkeit. 7. Verdecken dich schon finstre Wetter; Du bist uns doch mit Gnade nah. Ja, helfen wirst du, starter Retter; Nur deine Stund' ist noch nicht da. Dein Licht geht auf; die Trübsal weicht, Sobald sie ihre Frucht erreicht. 8. Du wirst denn auch an mir erfüllen, Was mir dein theures Wort verspricht. Du wirst noch 5. Stets stellt, mein Gott, sich meinen Kummer stillen; Ich hoffe deinem Blicke Die ganze Zukunft fest und zweifle nicht. Bald läsfest offen dar. Du übersahst mein du mich Hilfe seh'n; Herr, Amen, ( 170) ganz Geschicke, Eh' mich die ja! es wird gescheh'n. Mutter noch gebar. Du bist es, 2. Abschnitt. Von dem Menschen 1) Nach seiner irdischen Hinfälligkeit und Nichtigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder it. 310. Die Herrlichkeit der Erden Muß Staub und Asche werden, Und nichts bleibt ewig steh'n. Das, was uns hier ergößet, Was man für ewig schäget, Wird als ein leichter Traum vergeh'n. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns so tropig machen, Als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, Währt es nur eine furze Zeit. sed 3. Was hilft uns Kunst und Wissen? Wird, wenn wir sterben müssen, Dies noch ein Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, Die noch so glänzend wäre? Kann sie den Sterbenden erfreu'n? 12* 180 Von dem Menschen. 4. Wie bald wird das zerrin-| Gigne Melodie. nen, Was wir mit Müh' gewinnen, Was unser Fleiß erwirbt? 311. Ach wie nichtig, Ach Kann wohl, was wir besigen, wie flüchtig Ist der Menschen Uns vor dem Tode schügen? Leben! Wie ein Nebel schnell entStirbt nicht dies Alles, wenn stehet, Und bald wiederum verman stirbt? gehet, So ist unser Leben; sehet! 5. Was sind die eiteln Freuden? Wie bald folgt Angst und Leiden Und Neu' auf den Genuß? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, Die nicht zulegt verschwinden muß? 2. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen, Und mit Laufen nicht hält innen, So eilt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, Ach_wie 6. Was sind selbst alle Thro- flüchtig Ist der Menschen Freude! nen? Wo gibt es Erdenkronen, Wie sich wechseln Stund' und Die unverwelklich blüh'n? Kann vor des Grabes Schrecken Der Purpur dich bedecken? Die Krone dich dem Tod entzieh'n! 7. Wie, wenn die Sonn' aufgehet, Die Rose blühend stehet In ihrer schönsten Zier, Und doch verwelkt sich beuget, Eh' sich der Abend neiget; So blühen und verwelfen wir. Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten; So sind uns're Fröhlichkeiten. 2018 25 8. Froh wachsen wir auf Erden, Und hoffen, groß zu werden, Von Sorg' und Schmerzen frei. Doch in den schönsten Tagen, Eh' wir noch Früchte tragen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 4. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Schöne; Wie die Blum' am Morgen stehet, Und vor Abend schon vergehet, Wenn ein rauhes Lüftchen wehet. 5. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Stärke! Die als Helden man gepriesen, Die so troßig sich erwiesen, Liegen matt auf Sterbefiffen. 6. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Herrschen! Der in Macht von Sieg zu Siegen, Zu dem Thron emporge9. Wir rechnen Jahr auf stiegen, Muß doch endlich unterJahre; Inzwischen wird die liegen. Bahre Vor unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, Die hilflos uns beweinen, Und uns bedeckt des Grabes Nacht. 7. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Ehre! Die das höchste Ziel erreichen, Denen Tausende sich beugen, Seht zur Gruft sie niedersteigen! 10. Dies laßt uns wohl bedenken, Und uns zum Himmel lenken, Weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, Darf an der Welt nicht hangen, Die einst mit ihrer Luft vergeht.( 64) Wird im Tode bald vergessen. 8. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen Stolz, als wär' er Gott, gesessen, Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. 9. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Sind der Menschen Schäße! Schnell kann Gluth und Fluth entstehen, Eh' die Sichern sich's versehen; Alles muß zu Grunde gehen! 11. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Streben! Was sie mühevoll errungen, Was dem Eifer wohl gelungen, Wird vom Untergang bezwungen. 181 Zeit. Von Leiden und Beschwerden Wird Alles dann befreit." 10. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Wissen! Alles wollen sie ergründen, Aller Weisheit Schäße finden; Den- Was ewiglich besteht? noch Geist und Sinne schwinden! Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. 312. Ach Seufzer, ach und Thränen Sind in der Welt so viel; Des Herzens inn'res Sehnen Kommt nimmer hier zum Ziel. 6. Versiege nun, o Zähre; Verstumme, Klaggeschrei! Jauchzt, aller Wesen Chöre: Einst wird die Schöpfung frei! 7. Sollt' ich am Eiteln hangen, Das in ein Nichts vergeht? Sollt' ich nicht das verlangen, 2. DerSchöpfung Trauerklage Erschallt zu Gott empor. Es kämpft mit Schmerz und Plage Der Wesen ganzes Chor. 3. Was irdisch ist, vergehet; Was lebet, welft wie Laub: Es sinkt, vom Sturm verwehet, Der Staub binab zu Staub. 12. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Sind der Menschen Sachen! Alles, Alles, was wir sehen, Das muß fallen und ver gehen: Wer Gott liebt, bleibt Mel. Herr Jesu Christ, wahr. 2C. ewig stehen: en( 46.83) 313. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 8. Sollt' ich hier Hütten bauen In diesem Thränenthal? Nein, aufwärts will ich schauen Nach Gottes Freudensaal! 9. Hinauf, hinauf mein Sehnen! Vergiß der Welt und Zeit! Dort trocknen erst die Thränen; Dort wirst du ganz befreit.( 83) ( Nach Rom. 8, 18-23.) 2. Der Jüngling hofft des Mannes Ziel! Der Mann noch seiner Jahre viel; Der Greis zu vielen noch ein Jahr; Und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Theil Jft eine Frist zu unserm Heil. 4. Wir lesen's in den Thränen; Ein jeder Seufzer ruft; Es sagt des Herzens Sehnen, Es predigt jede Gruft: 5. ,, Einst wird es besser 5. Der Tod rückt Seelen vor's werden! Einst; harre nur der Gericht; Da bringt Gott Alles 182 Von dem Menschen. an das Licht, und macht, was hier| Glaubens Macht Mit Freuden verborgen war, Den Nath ber ruf: ,, es ist vollbracht!"( 55) Herzen offenbar. 6. Nun, weil der Tod dir täglich draut, Sei wacker täglich und bereit! Prüf' deinen Glauben als ein Christ, Ob er in Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein; Das, wahrlich, macht dich noch nicht rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt; Das ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie: Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der 3wed des Lebens, das du lebst, Das höchste Ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Heil verschafft, 3st Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, Heißt eingedent des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung, Ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergaß ich diese Pflicht! Herr, geh' nicht mit mir in's Gericht! Drück selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich; in de 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag Vor dir, o Gott, er forschen mag, Ob Glaube, De muth, Fried' und Treu Die Frucht des Geiftes in mir sei; Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 314. Meine Lebenszeit ver. streicht, Stündlich eil' ich zu dem Grabe; Und was ist's, das ich vielleicht noch allhier zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; Säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirft, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbt, Würden, die dir Menschen gaben; nichts kann dich im Tod erfreu'n: Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gott geliebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott bír Zeugniß gibt, Kann dir deinen Tod versüßen. Dieser Sinn, von Gott erneut, Wirkt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hilflos um dich beben; Dann wird über Welt und Tob Dich dies reine Herz erheben. Dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht! 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet' und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheu'n; Lern' auch seiner dich erfreu'n. dadel Spás 6. Ueberwind' ihn durch Ver trau'n; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n, Wenn ich aufsteh aus dem Staube. Er, der rief: 14. Daß ich zu dir um Gnade ,, es ist vollbracht," Nahm dem fleh', Stets meiner Schwachheit Tode seine Macht. widerstey', Und einstens in des 7. Eritt im Geist zum Grab Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. oft hin; Siche dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken! Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag! residin( 55) 183 Sünde Um Christi willen gnädig zu, Damit ich hier Vergebung finde, Und dort die lang ge wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts sei, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; Im Leben bleibt er meine Freude, Mein Schuß, mein Helfer in der Noth. Mein Gott, ich bitt' durch ChristiBlut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 8. So fomm' mein End' heut' oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, Und auch im Tode noch erquickt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich leb' indeß in dir vers gnüget, Ich sterb' ohn' alle Kümmerniß. Es gehe, wie mein Gott es füget; Ich glaub' und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad' und Jesu Blut Machst du's mit meinem Ende gut.( 183) Gigne Melodie. 315. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach wie behende Kann fommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war. So lang ich lebe hier auf Erden, Schweb' ich in teter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr' mich stets an's Ende denken, Und laß mich, eh' ich sterben muß, Das Heil der Seele wohl bedenken, Und nicht verschieben meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sagen könn' in allen Fällen, Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch ChristiBlut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel; Verbittre mir die Lust der Welt. Mein Sinn sei auch im Weltgetümmel Stets auf die Ewigkeit gestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck' all' meine Mel. Wer weiß, wie nahe ic. 316. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein sichres Erbe, Rein Gut, das ewiglich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute schon geschieht, Daß ich vor Abend mich entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht. Drum mache täglich mich bereit zum Heim gang in die Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, 184 Von dem Menschen. wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem Einen wird das Scheiden herbe, Wenn Jener sanft wird heimgeführt. Herr, wie du willst! Nur dies verleih, Daß ich getroft im Tode sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Staub Mein Pfund erst morgen mich einst bedeckt. Doch wenn ich wuchern lassen, Welch ein Ge nur dies Heil erwerbe, Daß mich danke voll Gefahr! Kann ich den dein Ruf zum Leben weckt; Só Abend nicht erblassen, Wenn ich senke, wo du willst, mich ein: Die am Morgen fröhlich war? Drum Erd' ist allenthalben dein. säum' in deinem Wohlthun nicht; Dies, Mensch, ist Weisheit und ist Pflicht! 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir! Ich weiß, daß ich 6. Die Kraft von meinen dann nicht verderbe, Lebt Christus besten Jahren Sei Gott und und sein Geist in mir. Darum meiner Pflicht geweiht! Die erwart' ich ruhevoll, Wo, wie Buße bis in's Alter sparen, Ist und wann ich sterben soll.( 174) träge Unentschlossenheit. Denn wenn ich dann noch Sünder bin, So ist mein Heil für immer hin. Met. Wer weiß, wie nahe zc. 317. Wer weiß, wie bald in tiefer Stille Die Stunde meines Abschieds schlägt? Wer weiß, wie bald man meine Hülle Zur dunfeln Grabesstätte trägt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit Deshingangs in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage Längst schon mit Weisheit niederschrieb, Und unter Glück und unter Plage Mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, Hängt auch mein letter Odem ab. 4. Vielleicht ist dies der legte Arme, Der jetzt um meine Hilfe fleht; Wenn ich mich heute nicht erbarme, Vielleicht ist's morgen schon zu spät: Und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ünbarmherzigkeit. 5. 7. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten; Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten Mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst vielleicht um Mitternacht; D wohl dann ewig dem, der wacht! ( 142) Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 318. Jest leb' ich; ob ich morgen lebe, Ob diesen Abend, weiß ich nicht. Gott, Vater, dem ich mich ergebe, O lehr' mich selbst die große Pflicht, Durch deines heil'gen Geistes Kraft, Stets fertig sein zur Rechenschaft! 3. Vielleicht in wenig Augenblicken Rückt dieses große Ziel heran, Wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst 2. Die Blume, die am Mormehr bessern kann. Wie bald, gen stehet, Fällt vor der Abendwie schnell erscheint die Nacht, dämm'rung ab; Die Luft, die jest Die meinem Thun ein Ende mich angewehet, Stürzt mich macht! vielleicht in's nahe Grab. Der Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. 185 Jüngling, eh' er sich versieht, zweiflungsvoll sich nah'n. Wo Stirbt, wenn er faum noch aufgeblüht. auch der frechste Spötter Zu spotten nicht mehr wagt; Da steht vor seinem Retter Der Fromme unverzagt. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel; Hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Dein Wandel, Seele, sei im Himmel! Du eilft dem bessern Leben zu. Nach einer kurzen Prüfungszeit Erwartet dich die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten; Was du zu thun heut' schuldig bist, Das eile, heute zu verrichten: Wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist bein; Der fünft'ge wird's vielleicht nicht sein! 5. Noch eh' ich dieses Lied vollende, Ergreift vielleicht mich schon der Tod. Herr lehr' mich denken an das Ende, An meine legte Todesnoth; Und stellt sie sich auch plöglich ein, Laß Del in meiner Lampe sein. 6. Es sei, o Vater meines Lebens, Wenn einst die leßte Stunde schlägt, Der schwache Seufzer nicht vergebens, Der mir dann noch das Herz bewegt! Ach, sterb' ich einen schnellen Tod, Sei mir barmherzig, Herr, mein Gott!( 85) 3. Wenn diese Bahn zu gehen, Dein Wille mir gebeut; Wenn vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit; Wenn meine Glieder beben, Mein sterbend Auge bricht: Herr über Tod und Leben, Alsdann verlaß mich nicht! 2. Getroft geh'n Gottes Kinder Auf seinen Wink die Bahn, Zu der verstockte Sünder Vers 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf dem in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbst mit dem Tode rangst! Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich faßt; Nimm mich in deine Hände, Den du erlöſet haft! 5. Des Himmels hobe Freuden Ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dir, Todesüberwinder, Sei ewig Preis und Dank! Preis dir, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 6. Heil uns, wenn wir auf Erden Uns schon dem Himmel weih'n, Und heimgeführt zu werden, Voll Glaubens uns erfreu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wann unser Gott gebeut, Fließt sanft dann unser Leben hin zur ( 54) Mel. Valet will ich dir geben c. 319. Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen sind Unsterblichkeit. Staub! Sie blühen auf und fallen, Wie leicht verwelkendLaub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. Eigne Melodie. 320. Alle Menschen müssen sterben; Ihre Herrlichkeit verblüht, Und wer fann den Himmel erben, Der zuvor den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von Gött 186 Von dem erneut, Und zieht an Unsterblichkeit. Menschen. bud 5. Vaterland verklärter From men! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, Was kein Sterblicher vers nommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärnten schenkt Gott denen, Welche hier gesä't mit Thränen. Alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind nicht 2. Darum will ich dieses Leben, Das nicht mein ist, nicht der Welt, Willig dir einst wieder geben, Vater, wenn es dir gefällt. Denn ich bin durch Jesu Leiden Dort ein Erbe seiner Freuden, Und mein Trost in Todesnoth mehr. Ist des großen Mittlers Tod. 6. Möcht' ich doch, um zu em3. Du, du bist für mich gestor- pfangen Jene große Herrlichkeit, ben, Herr, Herr, meine Zuver- Hier nur thun und nur verlangen, sicht! Gnade hast du mir erworben, Und ich fürchte kein Gericht. Drum verlaß ich gern die Leiden Dieser Zeit, um in die Freuden Deines Himmels einzugeh'n, Und dich, meinen Herrn, zu seh'n. Was im Tode mich erfreut! Werde denn mein Leib zu Staube; Ich, ich weiß, an wen ich glaube: Sterben wird mir zum Gewinn, Denn zum Vater geh ich hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, Zag' ich nicht in Kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; Sie verwandeln sich in Freuden, Wenn ich christlich fie ertrug, Bis Gott spricht: Es ist genug! ( 4.34) 4. Dort bei dir ist wahres Leben. Millionen stehen schon, Ihren Retter zu erheben, Selig da vor deinem Thron; Werfen sich voll Ehrfurcht nieder, Stimmen in des Himmels Lieder: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! othnerdy 193 2) Von dem Menschen nach seiner Bestimmung zur Weisheit, zur Tugend und zum ewigen Leben. find' ich Qual. Unentschlossen zu dem Guten, Treib' ich auf des Irrthums Fluthen, Bin der Leis denschaften Raub, Für den Ruf Mel. Alle Menschen müssen sc. 321. Weisheit, hohe Gottesgabe! Schmachtend ringe ich nach dir. Bis ich dich errungen der Wahrheit taub. habe, Mangelt Rub und Stärke mir. Ohne dich und deine Lehre Sind der Schöpfung Wesenbeere Mir nur ein verschloßnes Buch, Seh' ich nichts, als Widerspruch. 2. Leuchtet mir auf meinen Wegen, Gott, nicht deines Lichtes Strahl; Ach, so wähl' ich Fluch statt Segen, Und statt Freude 3. Sende du, zu dem ich flehe Aus dem dunkeln Thale hier, Sende, Vater in der Höhe, Deine Weisheit her zu mir! Ja! nur du kannst mir sie geben. Selig, wen für jenes Leben Du dir so zum Diener weih'st, Herr, durch deiner Wahrheit Geist! 4. Selig, wem nach Prüfungs Erhabene Bestimmung. 187 finden Du die Herrlichkeit ent-| noch walle! Zerstreut ist hier noch hüllst, Men, im Kleinen treu er- oft mein Sinn. Wachsam bin ich funden, Du mit Licht und Kraft auch nicht immer; Oft täuschet erfüllst! Doch von diesem hohen mich ein falscher Schimmer, Und Ziele Bin ich noch so fern und oft reißt Leidenschaft mich hin. fühle In dem Leben dieser Zeit So fehl' ich häufig noch; Wie Stets die Laft der Eitelkeit. drückt mich dieses Joch! Ach, ich Armer! Wann nimmt kein Schein Mich täuschend ein? Wann werd' ich fest im Guten sein? 5. Du, der Müden Stärke, wende Nie von mir dein Angesicht! Reiche, Vater, mir die Hände, Wenn mir Muth und Kraft gebricht! Unerhört läßt du ja Keinen, Der um Weisheit fleht; im Kleinen Mache mich vorerst recht treu; Größ'res legst du dann mir bei! ( 21) Mel. Wachet auf, ruft x. 322. Tugend ist der Seele 4. Herr, du fannst mich dazu stärken! Bon dir kommt Kraft zu guten Werken, Du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit! Sie leuchte mir in voller Klarheit, Von Täuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, Wird in der Tugend fest. Gott, mein Vater! Ich hoff Leben; Wie sollt' ich denn nach auf dich; O mache mich Im ihr nicht streben? Des größten| Guten unveränderlich! Eifers ist sie werth. Gott, du mel. Straf mich nicht in deinem sc. fennest mein Verlangen; Dir und dem Guten anzuhangen, Ist, was mein ganzes Herz bes gehrt. Ach, würde mir doch Kraft Von dir dazu verschafft! O wie innig Würd' ich mich freu'n, Wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, wird selig sein. ( 34) 323. Seele, suche doch dein Glück Da, wo es zu finden! Wende muthig weg den Blid, Weg von Welt und Sünden! Suche du Wahre Nuh' Nur in Jesu Gnade, Auf dem schmalen Pfade. 2. Gott, du bist der Freuden 2. Mache dich des Erbtheils Fülle; Denn dein Verstand ist werth Jener ew'gen Krone, Die licht, dein Wille Ist Ordnung der Heilige bescheert Seinem und Vollkommenheit. Du liebst Volk zum Lohne! Menschenwis mit stets gleicher Stärke Das Gute nur, und deine Werke Sind Wahrheit und Gerechtigkeit. D, 3. Schau, wie dieser Erde bilde mich nach dir; So find' ich auch schon bier Rub' der Seele, Bis nach dem Leid Der Prüfungszeit Vollkommne Wonne mich erfreut. Ist nichts nüz; Sich're Sünder lügen, Erdenlüfte trügen. Tand Schatten gleich verschwins det! Dem vertraue, dessen Hand Tausend Welten gründet. Bleibst du fern Von dem Herrn; Kann dich Niemand retten Von des Todes Ketten. 4. Preist ihr Himmel, ihn, 3. Ach, wie ausgesegt dem Falle Bin ich, so lang' ich hier 188 Von dem Menschen. der ist, War und ewig lebet! Erden, Von Ehre, Geld und Hochgelobt sei Jesus Christ, Der Luft gewinn', Wenn ich dabei nicht uns hoch erhebet! Rühmt und tüchtig bin, Dein Himmelreich zu preist Gottes Geist! Diese heil'- erben? gen Namen Helfen ewig; Amen! 5. Geist der Wahrheit leuchte mir, Stärke meine Sinne, Daß ich Sünder werd' in dir Meines Helfers inne! Quell des Lichts! Ich bin nichts! D gib, du, mein Leben, Gott mein Herz zu geben! 6. Dann stellt deine Gnade mich Auf die schöne Höhe, Wo ich, Jesu, stark durch dich, Ueber Wolken stehe; Wo die Noth Und der Tod Unter meinen Füßen Machtlos toben müssen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit Mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit Um jene bessern Gaben, Die mir im Tode nicht entflieh'n, AmErsten und mit Ernst bemüh'n, Damit ich nicht einst darbe! 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, Und deines Sohn's sich freuet; Das in dem Glauben Tugend übt, Und sich vor Sünden scheuet: Ein solches Herz, das wird allein Sich ewig deiner Güte freu'n, Und einst dein Antlig schauen. Mel. Es ist das Heil uns kommen zc. 324. Wie wichtig ist doch der Beruf, Den uns der Herr ge- 7. Und solch ein Herz, das geben! Gott, als uns deine Liebe wollst du mir, Gott aus Erbarschuf, Da schuf sie uns zum Leben; men geben, Damit ich möge auch Zum Leben, welches ewig währt, schon hier Nach den Gesegen Das weder leid noch Angst leben, Die selbst im Himmel giltig beschwert, Willst du uns hier sind, Bis ich als dein bewährtes erziehen! Kind Zu deiner Freude gehe!( 57) 7. Dann darf kein vergänglich Leid Meine Seele fränken; Dann darf ich die EwigkeitOhneSchauer denken. Herr, nimm hin Herz und Sinn, Daß ich schon hienieden Leb' im ew'gen Frieden.( 30) 4. Dein Pilger bin ich ja nur hier; Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir Zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht; Und dann wird dieser Erde Pracht Auf ewig mir vergehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; Allein bei dir, Gott, droben! Da ist der Ort, wo deine Hand Das Glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel Von Gütern dieser Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. 325. Du gabst mir, Ewiger, dies Leben nicht für den Augenblick der Zeit; Du hast es mir, o Gott, gegeben Zuvörderst für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Belohnung und Bestrafung dort. 2. Du schenktest mir Verstandund Willen; Die Wahrheit zu Erhabene Bestimmung. 189 erkennen, Licht; Kraft, deine zu sinnlich ist! Lehr' mich das JrVorschrift zu erfüllen, Und eine Nichtschnur meiner Pflicht, Der Tugend inneres Gefühl, Und Freiheit, was ich wählen will. 11 3. Du schmückteft durch dein mächtig Werde!" Mit Neiz und Pracht mein irdisch Haus, Und goffeft über diese Erde Die Wunder aller Schönheit aus, Und schufft mir feine Sinnen an, Daß ich sie auch genießen kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, Daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, Doch als genöff' ich ihrer nicht. Ich soll die Lust der Sinne flieh'n, Wenn sie mich zu der Erde zieh'n. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, Die sonst so leicht die Sinne reizt; Nach Wollust, Ehr' und Geld nicht trachten, Wonach das Fleisch so lüstern geizt; Nie scheuen, was die Pflicht gebeut, Und wär' es auch voll Bitterkeit. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, Des bessern Lebens werth zu sein, Und diese furzen Lebenstage Gott und dem Himmel ganz zu weih'n; Wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, Der mich zu meiner Heimath führt! dische verschmäh'n, Und stets nach meinem Ziele seh'n. 9. O laß schon in gesunden Tagen Mich oft zu meinem Grabe geh'n, Und stets in Freuden und in Plagen, Auf dich und auf das Künft'ge seh'n, Damit ich dir, mein Gott, getreu, Des ew'gen Lebens fähig sei! 160 20 11 ( 213) die Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 326. Einst feliz dort zu werden, Dies ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt wieder aus dem Staube Mich, den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, wo wir wallen, Oft straucheln und oft fallen, Ist nur ein Pilgerland, Das uns zum Himmel leitet, Zur Ewigkeit bereitet, Der Frommen furzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden Von meinem Gott mich scheiden, Mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Einst selig dort zu werden, Dies ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. So sei mein ganz Bestreben, Dem Gott getreu zu leben, Der mich zur Ewigkeit erschuf! ( 53) 7. Wohl mir, wenn ich die Luft der Sünde, Die Lust des Fleisches und der Welt, Und jede lockung überwinde, Die mir hienieden Nege stellt, Und- o welch Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. feliger Gewinn! Hier Sieger, dort gekrönet bin! 8. Gib du mir dazu Kraft und Stärke, Der du in Schwachen mächtig bist, Mir, dessen Herz zu diesem Werke Zu irdisch und Grab die Hülle nimmt. Zu groß 327. Ich bin zur Ewigkeit geboren, Für eine beff're Welt bestimmt. Mein Leben ist nicht ganz verloren, Wenn gleich das 190 Von dem Menschen. bin ich für diese Zeit; Mein Loos| Dann fängt mein neues Leben ist die Unsterblichkeit. an; D Gott, wie selig bin ich ( 79) Mel. Wenn mein Stündlein sc 2. Was ist der Erde Gold und dann! Ehre? War' auch ihr ganzer Reichthum mein; So blieb' er, wenn kein Himmel wäre, Für 328. Ein Fremdling bin ich meinen Wunsch doch viel zu klein. in der Welt, Und kurz sind meine Mein Geist find't nicht im Staube Tage. So manche Noth, die mich Ruh'; Erhab'nern Gütern eilt befällt, Reizt mich hier noch zur er zu. Meni oson Klage. Doch, Vater, deine Ewigfeit Versüßt mir meine Lebenszeit, Und stärkt mich selbst im keiden. 2tal comod Ond 3. Mich schuf ja er, der Gott der Liebe, Zu höherm Glüd, zu höh'rer Lust, Únd pflanzte selbst dazu die Triebe So stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehns sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, Der höhern Wahrheit Licht zu seh'n, Der hier noch unerfüllt geblieben, Muß einst doch in Erfüllung geh'n. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, So sicher stirbt er nicht im Grab! 5. Gott weckt mich auf aus diesem Grabe: Dies hofft mein Herz; so spricht sein Wort; Und da ich dieses vor mir habe, So fliehen alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, Da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 6. Mein Jesus lebt! Wer will mich töden? Er sichert mir Unsterblichkeit! Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib soll aufersteh'n, Vollkommner einft zum Himmel geh'n. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einft werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig. und ganz selig sein; Dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, Hinauf zu deiner Höhe! Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, Wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick zum Himmel trdstet mich, Und meine Thränen stillen sich Einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, Die Noth der fernen Tage; Wenn sie in mir die Sorg' erwedt, Ob ich sie auch ers trage: So mildert mir die Ewigfeit Die kurze Trübsal dieser Zeit, Daß nicht mein Herz verzage. 5. Vor meinen Augen wandeln die, Die dich, o Jesu, schmähen; Ihr freches Herz verführet sie, Daß sie dein Heil nicht sehen. Einst aber zittern sie vor dir, Wenn du als Richter kommst, und wir Uns deiner Ankunft freuen. 7. Ihr Thäler, sinkt! fallt, Berge, nieder! Fest steht mein Glaub', ich fürchte nichts. Zwar sterb' ich, doch erwach' ich wieder Am Morgen jenes cw'gen Lichts. 6. Wenn einst, der jegt von Erhabene Bestimmung. ferne dräut, Der Tod mir näher winket, Und nach der Arbeit dieser Zeit Mein Haupt zum Schlummer sinfet; So sterb' ich gern: die Ewigkeit Zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, Die Gott auch mir bereitet. Eisd 7. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, Vermehr' in meinem Her zen! Mich stärke deine Ewigkeit Bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, Und einst mein längst erwünschtes Theil, Wenn ich vom Tod erwache. ( 195) stoon on Chistorrald Mel. Jesus meine Zuversicht. Gottverwandtschaft. 191 ist Ewig, ist der Gottheit Funken. Seele, daß du ewig bist, Fühl' es, fühl' es wonnetrunken! Ach, daß du unsterblich bist, Fühl' es, Seele, was das ist! - 2. Doch nicht für die Erde nur Gab der Ew'ge mir das Leben; Ich bin höherer Natur, Soll vom Staube mich erheben. Hier ist nur mein Prüfungsstand; Jenseits ist mein Vaterland. 4. Jenseits blüht, was hier beginnt, Unser rechtes, wahres Leben. Dort erst reift zum Mann das Kind; Dort erst werd' ich mich erheben Zu der Tugend, die nie fehlt, Irrthum nie für Wahrheit wählt. ind 5. Dort erst ist mein Auge nicht Trüb' und schwach mehr für die Wahrheit; Hell ist Alles mir fund licht, Und wie Gottes Sonne, Klarheit; Denn ich seh' nun unverhüllt Wahrheit selbst, nicht 329. Abgestreift, wie dür- bloß ihr Bild: res Laub, Wirst du einst, mein Leib, zerfallen; Wirst verstäuben, Staub zu Staub, Und wie leicht Gewölf verwallen; Ruben in des Grabes Schoos, Jedes Erden schmerzes los! and in 6. Schaue in der Schöpfung Plan Tiefer, seh' mit Adlerblicken Hoher Weisheit lichte Bahn, Zweck, die Menschen zu beglücken. Selbst der dunkle Lebensgang Reizt mich dann zum Lobgesang. 7. Jauchze, Seele! fühle dich; Einst schwingst du dich auf vom Staube. Heil dir! einst belohnet dich Mit Unsterblichkeit dein Glaube. Höher rückst du durch den Tod, Siehst in reinerm Lichte ( 167) 3. In mir lebt ein Geist, der Gott. 3. Von dem Menschen nach seiner Gottverwandt: schaft durch die Anlagen und Fähigkeiten feines Wesens. Vernunft und Freiheit des Willens.- Gewissen.d Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 330. Stets werde Gott von bir erhoben, Du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, Den jedes seiner Werke preift? D Seele, jauchze, daß sein Ruf Auch dich zu einem Geiste schuf! 2. Wie feurig dürftet meine 192 Sliden Von dem Menschen. Seele Nach Wahrheit und nach sern dich zu weih'n. Himmlisch Seligkeit! Wie streb' ich, wenn wohnt ein freier Wille, Der ich frei nur wähle, Nach Güte Menschheit Adel, in der Hülle, und Gerechtigkeit! welches Von Erd' erbaut. Auf steiler Licht und welche Kraft Gab mir Bahn Kannst du durch ihn empor, der Gott, der Alles schafft! Ju beff'rer Welten Chor, Muthig streben. Durch ihn eilst du Dem Ziele zu, zu welchem Gott, dein Gott dich ruft.29 3. Beschenkt mit wundervollen Sinnen, Mit Freiheit, mit Vernunft von dir, Sollt' ich, o Gott, dich liebgewinnen, Dich nur, und Nichts gebräche mir. Ach möchte meine Seele dein Mit allen ihren Kräften sein! THO 4. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, Dich, Urquell der Vollkommenheit; Von deiner Liebe ganz zu brennen, Mein Ruhm und meine Seligkeit! Nimm hin mein Herz; was fehlt mir dann, Wenn ich mich deiner freuen kann? 5. Stets werde Gott von dir erhoben, Du, seines Obems Hauch, mein Geist! Auch ich will meinen Vater loben, Den jedes seiner Werke preis't; Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, Und seiner Liebe mich zu freu'n.( 24) Mel. Wachet auf, ruft ic. 331. Sonnen leuchten, Erden wallen Hin durch des Weltalls weite Hallen, Und grenzen los ist die Natur. Alle Welten jubeln Psalmen; In Sonnen schau'n wir, wie in Halmen, Der ew'gen Weisheit lichte Spur. Doch ohne Willen nur Gehorchet die Natur Dem Gesetze. Mensch, du bist mehr, Als selbst ein Heer Von willenlosen Welten ist! 2. Freiheit hat dir Gott ge geben; Sie reicht dir Flügel, aufzuschweben, Und Kraft, dem Bes 3. Der du Sonnen Licht gegeben, Dem Wurm sein früh erloschnes Leben, Uns Freiheit und Unsterblichkeit; Bater, der du Welten schufest, Der du zur Tugend Geister rufest, Und bilbest für die Ewigkeit: Das große Werk ist dein, Dem wir das Leben weih'n! Laß uns muthig, Durch Tugend frei, Den Pflichten treu, Der Palme der Vergeltung nah'n! Mel. Schwing' dich auf zu sc. 332. Welche Stimme.spricht in mir, Spricht zu meiner Seele, Bei der lockung der Begier, Daß ich Gutes wähle? Ist es Stimme der Natur? Stimme der Er fahrung? Nein, so wunderbar spricht nur Gottes Offenbarung. 2. Aus dem Reich der Geister spricht Gott in meine Seele, Daß im Sinnenland ich nicht meines Ziels verfehle; Ruft mir Muth im Kampfe zu, Daß ich überwinde, Lohnt den Sieg mit Himmelsruh, Straft mit Qual die Sünde. 3. O sei immer heilig mir, Heilig, wo ich lebe, Stimme Gottes, daß ich dir niemals widerstrebe; Mich auch in vers schwieg'ner Nacht Nie vermessen freue, Auch da, wo kein Zeuge wacht, Jedes Unrecht scheue! Gottverwandtschaft. 193 4. Sei mir heilig, daß ich treu 5. In jedem Alter, jeder Lage Meine Kräfte übe, Für die Menschbeit thätig sei, Nie ein Herz betrübe; Daß ich auf der Pilgerbahn Jeden Kampf bestehe, Und von Sieg zu Sieg hinan Zu dem Ziele gehe! Wird's liebreich ihm zur Seite steh'n, Die kleinste Freude seiner Tage Durch stillen Beifall ihm erhöh'n, Und wo Versuchungen ihm dräu'n, Sein Führer und sein Retter sein. 5. Einst vergeht mein Erdenglück; Alle meine Habe Nimmt die Erde einst zurück An dem dunfeln Grabe. Und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Finsternissen, Hört' ich dich, und folget mir Nur ein gut Gewissen!( 207) 6. Ich zage nicht, wenn ich auch leide; Erquickung gibt in jeder Pein Mir des Bewußtseins hohe Freude, Auch unterdrückt noch fromm zu sein. Der Tugend Müh ist hochbelohnt, Wenn im Gewissen Friede wohnt. 7. Und wenn ich einst vollendet habe, Mein letzter Schweiß die Stirne deckt; Wie flieh'n die Schrecken dann vom Grabe, Wenn mich kein inn'rer Richter schreckt! Dann ruf' ich froh' selbst im Gericht: Mein Herz, mein Herz verdammt mich nicht!( 142) Mel. Wer nur den lieben Gott ac. 333. Zum Trost in unsern Kümmernissen, Zum Licht auf dunkler Lebensbahn Gab uns der Schöpfer das Gewissen; Das zeigt uns jeden Irrweg an, Mahnt Sünder noch zu rechter Zeit, Und schenkt den Frommen Seligkeit. 2. Hätt'st du ein Paradies auf Erden, Und wär'st des Unrechts dir bewußt; Es würde dir zur Hölle werden, Denn Hölle wär' in deiner Brust. Ein Königreich vertauschtest du Bei ihren Qualen gern um Nuh.41 3. Und ob du über Meere flöhest, Und einen menschenleeren Ort Zu deiner Wohnung ausersähest; Dich strafte dein Gewissen dort. Bergeblich schläferst du es ein, Du taumelft nur zu größ'rer Pein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, Was ihm die Welt nicht geben kann; Der stets sein Glück nur darauf gründet, Daß er die Tugend liebgewann; Der höher, als den Ruhm der Welt, Ein freudiges Gewissen hält! Mel. Es ist gewißlich an der zc. 334. O welch ein unschäßbares Gut Ist doch ein gut Gewissen! Hab' ich dies nur, so hab' ich Muth, Wenn And're zagen müssen. Mein ruhig Herz erzittert nicht; Mich schreckt kein Tod und kein Gericht: Mit dir, Gott, hab' ich Frieden. 2. Gott, deines Beifalls mir bewußt, Ruh' ich in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in meiner Brust, Und wer ist, der mir schade? Auf dich seh' ich bei aller Noth, Mit der die Zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine Vorsicht. S 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das Gift der Lästerungen; Wird meines Herzens Ruhe doch Dadurch nicht ganz bezwungen. 13 194 Von dem Menschen. Du, Bater, fennest meinen Sinn;| Recht nicht zu entweih'n, Sei Du schüßest und du schirmest ihn; meine größte Sorge Du wirst die Unschuld retten! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch Als deine Stimme ehre, Und immer aufmerksam genug Auf seine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, So laß mich deine Vaterhuld In Neu' und Demuth suchen! 4. Mein Geist sieht mit Zufriedenheit Der fünft'gen Welt entgegen; Die gibt mir Muth und Freudigkeit Auf allen meinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund Den wahren Werth des Menschen fund; Da wird der Fromme siegen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, Daß 5. So hilf denn, daß ich mir sie vor Sünden hüte sich, Und zum Heil Ein ruhiges Gewissen, nie mit Vorsag fehle. Denn wer Des Lebens allerbestes Theil, Zu nur reines Herzens ist, hat imhaben sei beslissen. Mit dir, Gott, merdar durch Jesum Christ Dich, ausgesöhnt zu sein, Dein heilig großer Gott, zum Troste!( 34) Edleres Gefühlsvermögen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Aerntefeldern, Im großen Tempel der Natur, Bei deiner Schöpfung Jubelchor: Da schlage hoch mein Herz empor! 335. Allgütiger, du gabst dem Herzen Gefühl für Wohlsein, Glück und Lust; Du gossest 5. Wenn ich erblick' der Tugend auch für Noth und Schmerzen Saaten, Zum Wohl der Menschen Empfindungen in uns're Brust. ausgestreut, Und wenn, erhöht So hast du Alles wohl gemacht; durch edle Thaten, Vollendet für Für Alles sei dir Preis gebracht. die Ewigkeit, Der Menschheit 2. Wohl mir, daß ich für tau- Würde vor mir schwebt: Gib, send Freuden Durch dich, mein daß mein Herz sich höher hebt! Gott, empfänglich bin! Und fließen auch bei herben Leiden Mir Thränen auf die Wangen hin; So dank' ich, Vater, doch dafür Selbst mit bethräntem Auge dir! 3. Nur laß in meinen frohen Tagen Dies leichtbewegte Herz mir nie Für unerlaubte Freuden schlagen; Gib, daß ich nied're Laste flieh! Ach, sie berauschen nur das Herz, Und enden sich mit tiefem Schmerz. 6. Und wird des Lebens kurze Reise Durch treue Freunde mir versüßt, Und fühl' ich es in ihrem Kreise, Wie groß der Werth der Freundschaft ist: Auch dies Gefühl sei dir geweiht, Und würdig der Unsterblichkeit! 7. Mit tiefempfundenem Erbarmen Durchbringe mich des Nächsten Schmerz; Es breche bei der Noth der Armen Mir immer mitleidsvoll das Herz: Mein 4. In dichtbelaubten Schatten- Mitleid werde Troft und Rath, wäldern, Auf bunter Au', auf Und die Empfindung Hilf und grüner Flur, Auf segensreichen That! Gottentfremdung. 195 8. Nie will ich mich der Regung| Herzen Gefühl für Wohlsein, schämen, Die das Gebet in mir Glück und Lust, Und gossest auch erwedt; Durch Sünde nie den für Gram und Schmerzen EmTrost mir nehmen, Daß deine pfindungen in meine Brust. Wie Liebe mich bedeckt! In findliches wohl hast du auch das gemacht! Vertrau'n zu dir Verwandle sich Herr, ewig sei dir Dank gebracht! ( 136) die Furcht in mir! 046 9. Du gabst, o Schöpfer, meinem 4) Von dem Menschen nach seiner Gottent: fremdung und Zerrüttung durch die Sünde. Geneigtheit zum Bösen und Schwäche zum Guten. auf Ewigkeiten Selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; Des Herzens böser Hang Reißt uns mit starkem Triebe Zu schnöder Sündenliebe; Und wer vermag's zu zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gib uns dein Licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt vor dir bereuen, Und unsern Sinn erneuen, Der Sünde ganz entsagen, Der Heiligung nachjagen! Mel. Wo sollt' ich fliehen hin ic. 336. Du, der kein Böses thut, Du schufft den Menschen gut, Und gabst ihm Licht und Kräfte Zum seligen Geschäfte, In Heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln! 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied; Dein helles Auge sieht Auf alle Menschenkinder Und sieht in Allen Sünder! Da ist vor dir, Herr, teiner Unschuldig, auch nicht Einer! 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch beilen, Und neue Kraft ertheilen, Durch Christum schon auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld Uns diese deine Huld Nicht freventlich verscherzen; Erwecke uns're Herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben! ( 34) 4. Verderbt ist unser Sinn; Die Weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben, und freudenvoll zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz Rührt unser arges Herz Mehr, als die höhern Freuden, Mehr, Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. als die größern Leiden, Die wir 337. Großer Gott, erhabnes 13* 196 Von dem Menschen. Wesen, Das, voll segnender Be-| des dir gefallen! Bilde mich, dein gier, Menschen sich zum Dienst Eigenthum, Ganz zu deines Naerlesen; Ach, was ist der Mensch mens Ruhm! vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge, Und was ich bin, überlege; O wie dürftig, o wie klein Muß ich mir dann selber sein! 2. Tiefes Elend, Schuld und Sünde, Herr, Herr, drücken mein Gemüth, Machen mich zu einem Kinde, Das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken Schänden mich zu meinem 7. Meine Kräfte, meine Glieder Sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder, Voll von Ehrerbietigkeit! Was du willst, zu thun, zu leiden, Das gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt! Thu' mit mir, was dir gefällt!( 34) Mel. Meinen Jesum laß ich uc. Schrecken, Und in der verderbten 338. Ach, stets regt sich noch Brust Regt sich täglich böse Lust. in mir, Was mein eignes Herz 3. Was ich Gutes an mir habe, Ist von deiner Vaterhand. O wie manche gute Gabe Hast du, Herr, mir zugewandt! Ja, noch auf dem Sündenpfade Trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein; Ach, was wird mir übrig sein? verdammet, Böse Luft, die zur Begier Oft ein leiser Hauch entflammet! O, wann endet dieser Streit, Der mich mit mir selbst entzweit? 4. Ach, es zeugen deine Gaben Wider meinen Undanf laut. Oft hab' ich sie ganz vergraben, Oft voll Dünkel sie beschaut, Oft voll Leichtsinn sie verschwendet, Und zum Bösen angewendet. O wie häuft sich meine Schuld Durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg' ich in dem Stanbe, Tief vor dir, mein Gott, gebückt! Doch mein demuthsvoller Glaube, Der auf meinen Heiland blickt, Hofft auf deine Batergüte, Und mein tiefbewegt Gemüthe, Das den Muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe Ziehen ganz mein Herz zu dir. O erhalte selbst die Triebe Treuer Dankbarkeit in mir. Vater, laß das schwache Lallen Deines Kin2. Wie die Welle fort und fort, Steigend, sinkend sich beweget, Schwank' ich zwischen hier und dort: Wenn der gute Trieb sich reget, Streb' ich aufwärts; aber bald Siegt des Irdischen Gewalt. 3. D, wer steht mir Schwachen bei, Daß ich dieser Schmach entrinne, Und vom schnöden Joche frei, Den vollkommnen Sieg gewinne, Ver den Feind so ganz entwehrt, Daß er niemals wiederkehrt? 4. Flehend wend' ich mich zu dir; Bater, hilf dem bangen Kinde! Ach, ich fühl' es, tief in mir Wurzelt noch der Keim der Sünde; Willig ist der Geist und wach, Doch das Fleisch verzagt und schwach. for 5. Schaffe, wie dein Wort verheißt, Mir ein neues Herz, ein reines; Stärk' und heb' empor den Geist Ueber das Gebiet des Gottentfremdung. 197 Scheines, Dahin, wo nicht Wort| strebte nur mein Sinn, Gott, mit und Bild Mir der Wahrheit Licht verhüllt! frommem Ernste hin. 6. Wer dich als den Vater kennt, Und für den am Kreuzesstamme, Für die Liebe, liebend brennt, Dem verzehrt die reine Flamme Alle Schlacken der Begier! Selig, frei ist er schon hier. 5. Aber ach! ihr sel'gen Stunden, Voller Ruhe, voll Gewinn, Ach! wohin seid ihr geschwunden? Gluth der Andacht, ach! wohin? Oft noch wagt es mein Bestreben, Sich zu dir, Gott, zu erheben, Doch der Welt Ge( 21) räusch zerstreut Meiner Andacht Innigkeit. Mel. Alle Menschen müssen ic. 339. Du, der Alles sieht und kennet, Ewiger, du kennst auch mich! Ach, ich bin von dir getrennet, Ewiger, erbarme dich! Höre mein Gebet, mein Sehnen, Sieh die Inbrunst meiner Thränen; Schenk' mir ferner deine Huld, Und vergib mir meine Schuld. 2. Festigkeit fehlt meinem Herzen; Sieh, es fehlt und wanket noch, und mit unruhvollen Schmerzen Fühlt es oft der Sünde Joch. Strauchelnd, ungewiß und träge Geht mein Fuß der Tugend Wege; Nur zu oft noch sieht mein Blick Auf der Sünde Bahn zurück. 6. Wenn die Menge der Verächter Meines frommen Wandels lacht, Aus der Andacht ein Gelächter, Aus dem Beten Thorheit macht; Wenn sie höhnend auf mich sehen, Mich und meinen Glauben schmähen: Dann vergeff' ich oft der Pflicht, Und be kenne Jesum nicht. 7. Dder du mit Kraft von oben Uns zu allem Guten stärkst, Der du, hoch von mir erheben, Auch auf meine Schwachheit merkst; Hilf die Sünde mir bezwingen, Glücklich meinen Lauf vollbringen! Bater, bis an's Ende sei Dir mein ganzes Leben treu! Mel. An Wasserflüssen Babylon 1c. 3. Ach, als einst vor meinen Blicken Der Verblendung Nebel 340. Erbarm' dich, Herr! schwand, Und mein Auge voll Du kennst mein Herz. Geneigt Entzücken, Gott, dein Antlig zu Eitelkeiten, läßt sich's durch wiederfand; Wie war da der Freude und durch Schmerz Leicht Reiz der Sünden Mir so leicht zu auf den Irrweg leiten. So wankt überwinden! Ihre Schrecken sah ein Rohr, vom Wind regiert; So ich nur, Aber keiner Freude Spur. irrt, von Leidenschaft verführt, Auch oftmals meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich, als ein Christ, Das flieh', was vor dir strafbar ist, Und nur das Gute wähle! 4. Welche Ruhe, welcher Friede Wohnte da in meiner Brust! Ach, ich war der Sünde müde, Floh des Lasters böse Lust. Meinen Wandel zu erneuen, Und mich deiner Huld zu freuen, Danach 2. Laß doch mein Herz nicht immerhin In seiner Neigung 198 Von dem Menschen. wanken! Erhebe den verirrten| ich leben; Rechtthun wäre meine Sinn Zu himmlischen Gedanken. Lust; Aber Lüste widerstreben Wenn von dem Dienst der Eitel- Dem Geseg in meiner Brust! feit Mich deines Geistes Kraft Ach, der Sündentrieb im Herzen befreit, So wird es mir gelingen. Ist noch oft ein Quell der SchmerIch halte deinem Geiste still; Ich zen! Schwer drückt mich der will mich bessern, Herr, ich will: Sünde Joch; Was ich nicht will, Gib du mir das Vollbringen! thu' ich doch. 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, Wenn du mich nicht begleitest, Wenn du mich nicht von Menschenwahn Zu deiner Wahrbeit leitest. Du hassest ja den falschen Schein; Mit Ernst willst du verehret sein: Hilf mir um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth; Hilf mir der Leidenschaften Wuth Durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht Der Sünden meiner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht; Wie rauh die Bahn der Tugend! Du, Vater, trugt mich mit Geduld. O laß mich diese deine Huld Nicht undankbar verachten! Dir folgen ist mein wahres Heil, Und deine Gnad' mein bestes Theil: O da nach hilf mir trachten! 5. Ich bin ein Mensch; du fennest mich: Wie schwach sind meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; Du selbst wirst zum Geschäfte Der Heiligung mir Kraft verleih'n, Und mich mit deiner Hilf' erfreu'n, Gerecht vor dir zu leben. Ich bleibe dann dein Eigenthum, Und will, o Vater, deinen Ruhm In Ewigfeit erheben! ( 26) Mel. Alle Menschen müssen 2c. 341. Vater, heilig möcht' 2. Sich um Kraft mich Schwachen beten! Meinem Vorsag trau' ich nicht. Lockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den süßen Andachtsstunden, Da ich, Vater, dich empfunden, Da ich nur von Liebe sprachy, Folgten Sündentage nach! 3. O wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet, Und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du auf mich nieder; Aber bald vergaß ich wieder, O du Langmuthsvoller, dich, Und die Welt besiegte mich! 4. Vater, du nur fannst mich retten, Wenn mich Niemand ret ten fann! Beten will ich, brünftig beten; Schau' mich mit Erbarmen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, Reiß die Sünd' aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: Heilige du selber mich! 5. Sieh mich dürften nach dem Guten; Früh und spät ruf ich zu dir. Laß mein Herz nicht länger bluten; Schenke höh're Kräfte mir. Laß mein Fleh'n nicht sein vergebens; Sende mir den Geist des Lebens; Zieh mit neuer Kraft mich an, Daß ich dir gefallen kann! 6. Ja, du hörst mein kindlich Gottentfremdung. 199 Flehen, Und erquickst mein Herz den Werd' ich durch dich alle mit Rub. Leben werd' ich, nicht Sünden, Und in jenen Himmels. vergehen; Meine Stärke, Gott, höh'n Rein vor deinem Antlig ( 105) bist du! Üeberwinden, überwin- steh'n. Wirkliche Sünden und ihre Folgen. Macht! Weh dem, der nicht sein Herz bewacht, Nicht alle Fleischeslüfte dämpft, nicht ernst den Kampf des Glaubens kämpft! Jhm bringt die Sünde Fluch und Tod, Und scheidet ihn von dir, o Gott! 7. O bilf mir selbst die Sünde flieh'n, Mich immer eifriger be2. Oft fällt er aus Unwissen- müh'n, Dein heilig Eigenthum heit, Oft durch die Macht der zu sein, Und deiner Gnade mich Sinnlichkeit; Aus Trägheit und aus Selbstvertrau'n Versäumt er, stets auf dich zu schau'n; Verirret und verfündigt sich, Erst unbewußt, dann wissentlich. zu freu'n! Dein Geist erneue meinen Sinn; Zeuch mich zu dir, zum Himmel hin! 3. 3hm manglet weder Kraft noch Licht; Gedenkt er stets an seine Pflicht? Wie oft fehlt ihm zum Kampfe Muth! Und wenn er seine Pflicht auch thut; Wie zaudert er; wie unrein ist Der Quell, aus dem sein Handeln fließt! mel. Mir nach, spricht Christus ic. 343. Wer Sünde thut, o wie entweiht Der selber seine Würde! Jhm dünket, was dein Wort gebeut, Herr, eine schwere Bürde. Von Missethat zu Misſethat Eilt er auf des Verderbens Pfad. 2. Wer Sünde thut, den blenden Wahn Und Träume, die nur trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, Und lernt sich selbst belügen. Zu allem Guten wird die Kraft Durch Lüfte immer mehr erschlafft. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 342. Wie oft, wie oft mißfallen wir, Allwissender, Gerechter, dir! Durch wie viel Sünden! o wer zählt, Wie oft der Mensch alltäglich fehlt? Er, der so lang er lebet, irrt, Und niemals ganz vollkommen wird! 4. Doch wer zum Sündenfnechte sich Berkauft hat; wie vergißt er dich, mit welcher Frechheit fündigt er! Wie häuft er stets der Lafter mehr! Wenn er erreicht, was ihm gefällt; Was kümmert ihn das Wohl der Welt? 5. Er troßt selbst deiner Macht, o Gott! Sich zu betäuben, treibt er Spott Mit allem dem, was göttlich heißt. Er leugnet, Herr, Herr, daß du seist, Verleugnet Zukunft und Gericht Aus Hasse gegen Recht und Pflicht. 6. So schrecklich ist der Sünde 3. Wer Sünde thut, der hast das Licht, DasGott uns angezündet; Er fennt die wahre Weisheit nicht, Die uns mit Gott verbindet. O lehre, Gott, mich, weise sein, Und stets den Reiz der Sünde scheu'n! 4. Wer Sünde thut, verläßt 200 Von dem Menschen. den Herrn, Durch den wir sind| Plagen Füllt die Sünde deine und leben; Er bleibt von jenem Reiche fern, Nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! Welt! Wo sind Seufzer? Wo sind Klagen? Wo man thut, was dir mißfällt! Da muß selbst auf ferne Zeiten Fluch und Jammer sich verbreiten. 5. Wer Sünde thut, verstocket sich Bei'm Rufe deiner Gnade; 4. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht Und dann wird unverbesserlich Räche feines Elends Thränen, Der Seele tiefer Schade. Die reinsten Freuden fennt er nicht; In Noth fehlt Muth und Zuversicht. Achte unsrer Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher Gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? 5. Schrecklich, schrecklich sind 6. Wer Sünde thut, sieht Verbrechen, Weil sie, kaum volschreckenvoll Die leßte Stunde lendet, sich Selbst verfolgen, kommen; Die Hoffnung, die ihn furchtbar rächen, Richter, dein trösten soll, Hat er sich selbst Geseg und dich! Ach, dem Laster genommen. Er liebte Gott und folgtVerderben, Armuth, Schmach Jesum nicht; Nun droh'n ihm und frühes Sterben! Tod und Weltgericht. 7. So täuscht die Sünde ihren Knecht; So lohnt sie schon bienieden. Vergelter, Herr, du bist gerecht; Nur Guten gibst du Frieden. Ich weih' mein Herz, mein Leben dir; Herr, Herr, gib deinen Frieden mir!( 62.) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ic. 344. Ach, nur Eines Men schen Sünden, Was für Uebel zeugen sie! Und der ganzen Menschheit Sünden, Wieviel Glück zerstören die! Alle seit dem ersten Falle, Jedes Menschen Sünden alle! 2. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, Die wir wandeln sollen, Gott; Was zernichtet der für Segen, Wie versenkt oft der in Noth! Welche Früchte müssen reifen, Wo sich Sünd' auf Sünde häufen! 3. Ach, mit welches Elends 6. Und wie quält den sein Ges wissen, Der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Trost genießen, Den ein reines Herz uns gibt? Kann er, ohne zu erbeben, Denken an ein künftig Leben? 7. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, Daß mein Herz so oft ver gißt, Daß, wenn ich nicht heilig lebe, Eitel meine Hoffnung ist, Selig dort und schon auf Erden Ruhig und getroft zu werden. 8. Laß der Sünden bittre Früchte Mir stets in Gedanken sein; Mich nie zweifeln am Gerichte, Auch den kleinsten Fehltritt scheu'n, Daß ich gläubig jede Sünde, Stark durch dich, ganz überwinde! ( 24) Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 345. Groß wird des Sünders Elend sein, Unendlich schwer zu tragen! Ach unter des Gewissens Pein Wird seine Seele Sehnsucht nach jagen, Wenn ihn, den Nichts zur Buße weckt, Der Tag des Weltgerichts erschreckt, Zur Rechenschaft ihn fodert. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden Sind in dem Dienst der Eitelkeit Vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; O welche Reu' ergreift und quält Zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, Worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, Durch den er Andre fränkte? Gebeugt ist jegt sein tropig Herz, Und jede Lust wird nun in Schmerz, In Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flagt ihn, wer des Lasters Bahn, Von ihm verführt, erwählte, Es flagen ihn die Seelen an, Die er aus Bosheit quälte; Und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, Und jedes Glück, der Erlösung. 201 durch ihn gestört, Tritt furchtbar ihm vor Augen. Mel. Alle Menschen müssen sterben c. 346. Ach! wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Immer noch, ich fühl's mit Schmerzen, Regt sie sich in meinem Herzen; Nur zu oft noch zeigt sie sich, Und versucht zum Bösen mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, Wo mein Geist die Wahrheit hört, Hab' ich oft das Glück empfunden, Das die Frömmigkeit gewährt; Habe nichts so 5. Des Richters ernsteStimme spricht: ,, Weicht von mir, Uebelthäter!" Und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Ulebertreter!" Von Gottes Angesicht verbannt, Fühlt er, was sonst er nie empfand: Gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, Euch reu'voll zu bekehren! laßt nicht, weil das Gericht verweilt, Euch durch den Wahn bethören, Zur Buße sei's noch immer Zeit, Und ferne noch die Ewigkeit, Fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, Bezweifeln oder glauben; Und leicht kann euch ein schneller Tod Die Zeit zur Buße rauben. Jegt noch will GottErbarmer sein, Noch eure Sünden euch verzeih'n: O suchet seine Gnade! 5. Von dem Menschen in seiner Sehnsucht nach Erlösung. sehr hienieden Mir gewünscht, als innern Frieden, Als ein Herz, dir ganz geweiht, Als der Tugend Seligkeit. 3. Oft hab' ich mir vorgenommen, Dir mein Leben ganz zu weih'n. Redlich, sprach ich, und vollkommen Soll vor Gott mein Wandel sein. Nichts, nichts soll von ihm mich scheiden; Alles Böse will ich meiden, Jeder Lockung widersteh'n, Standhaft seine Wege geh'n. 4. Aber wie so schnell empöret Sich der Leidenschaft Gewalt! 202 Von dem Menschen. Sie entkräftet und zerstöret Eifer| Sünden? Ich kämpfte täglich und Entschluß gar bald. Plöß- wider sie, Und kann nicht über. liche Bersuchungszeiten, Beispiel, winden. Ich fühl' ihr Joch, Und Reiz der Eitelkeiten, Ach zu leicht trag' es doch. Wie ungern ich es verführen sie Mich zur Sünde, trage, Weißt du, Gott, dem ich's die ich flieb'! flage. 5. O ich Armer, dem zur Treue Festigkeit und Stärke fehlt; Den so oft die tiefste Reue, Und so oft doch fruchtlos, quält! Ach! wer wird mich ganz vom Bösen, Von der Sünde Joch erlösen? Elend bin ich! Wer befreit Mich vom Dienst der Eitelfeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen Meiner sündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du rächen; Bösen Vorsag strafft du nur. Hätt' ich nicht den Trost; ich würde Unter meiner Fehler Bürde Ganz erliegen, und mich bein, Höchstes Gut, nie können freu'n. 7. Stellet mir denn hier auf Erden Lebenslang die Sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden; Bin und bleib' ich immer schwach: O so segne mein Bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von Heuchelei Und von Bosheit ferne sei! 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; Führe mich auf rechter Bahn. Eile, mich, dein Kind, zu stärken, Siehe mich in Gnaden an; Warne mich, sei mein Begleiter; Führe, Gott, mich täglich weiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit! ( 126) Mel. Was Gott thut, das ist ic. 347. Ach, wird denn dein Erlös'ter nie Frei vom Geseg der 2. O Gott, weit mehr betrübt mich dies, Als alle Noth der Erde, Daß ich noch immer nicht gewiß Und fest im Guten werde. Wie fürchte ich, Ich werde dich, Von Fleisch und Blut getrieben, Nicht treu, nicht ewig lieben! 3. Doch will ich ruhig sein in dir, Der du die Herzen prüfest. Du kennest uns, denn Staub sind wir, Den du in's Leben riefest. Gott, dein Gericht Verdammt uns nicht, Wenn wir gleich hier auf Erden nicht ganz vollkommen werden. 4. Wir geh'n in Unvollkom menheit Auf dieses Lebens Pfade; Doch auch die schwache Frömmigkeit Belohnst du, Herr, mit Gnade. Das Herz soll rein Von Bosheit sein; So willst du die Gebrechen Der Menschlichkeit nicht rächen. 5. Ich weiß, mein Mittler Jesus Christ Hat meine Schuld getragen. Da er für mich gestorben ist, Wie könnt' ich nun verzagen? Berdammte mich Dein Zorn, wenn ich Zwar schwach bin, aber glaube; Was nüßte mir mein Glaube? 6. Hilf du mir kämpfen, Gott, mein Herr, Daß ich mich überwinde; So werd' ich täglich heiliger, Und freier von der Sünde. Dort, dort wird sie mich ewig nie von deiner Liebe trennen, Nie mich berühren können.( 126) 203 Von der Erlösung. 3. Abschnitt. Von Christo, dem Erlöser und der Erlösung. Rathschluß Gottes, die Welt durch Christum zu erlösen. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. Wie der Vater lieben kann, Wie strafbare, arme Sünder Werden wieder Gottes Kinder. 348. Unser Gott, der Herr der Welt, Schaut der Zukunft Zeiten, Kann, was ihm zu thun gefällt, Lange vorbereiten. Stets zur That Wird sein Nath; Auf verborg'nen Wegen Kommt uns Heil entgegen. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich erbarmet haft, Und aus väterlichem Triebe Den allweisen Nath gefaßt, Der verdammnißwerthen Welt Durch ein theures Lösegeld, Durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad' und Freiheit zu erwerben. 2. Jesus ward zum Heil der Welt Einer uns'rer Brüder; Freudig, wie zum Sieg der Held, Kam er zu uns nieder; Nang mit Noth, Schmach und Tod, Um zum Engelleben Menschen zu erheben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, Voll von Huld und Freundlichkeit, Der solch einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die des Sohn's nicht schont, Der in ihrem Schoose wohnt, Um den Sündern ew'ges Leben Durch des Sohnes Tod zu geben! 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühern Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, Fern und nah, Wuß't er dann zu lenken, Um uns ihn zu schenken. 4. Doch nur denen wird's ge geben, Die die Schuld vor dir bereu'n, Deiner Huld nicht widerstreben, Sich dir ganz zu eigen weih'n. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Tod und Elend bleibt sein Lohn. Wer da glaubt, Folget ihm mit Freuden!( 207) geht nicht verloren, Ist von dir Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. zum Heil erforen. 4. Preiset ihn voll Zuversicht, Der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, Herrlich ausgeführet. Ehret ihn, Der er schien, Uns zu Gott zu leiten! 5. Ewig sei mit Dank besun349. Ew'ge Liebe, mein Gegen, Was dein Nath beschlossen müthe Waget einen fühnen Blick hat! Mit uns preisen Engelzungen In den Abgrund deiner Güte, In mein künftig, ewig Glück! Voll Bewundrung seh' ich an, Die Vernunft erstaunend hört; Diesen weisen, heil'gen Rath, Den der Glaub' in Demuth ehrt, 204 Von der Erlösung. Wo der Engel Tiefen findet, Die der Gnadenfülle Vor der Welt er niemals ganz ergründet. erseh'n; Was einst dunkle Schatten Borgebildet hatten, Das ist nun gescheh'n. Gottes Rath Wird nun zur That, Ist in Jesu Ja und Amen; Preis sei deinem Namen. 6. Liebe, laß mich dahin streben, Meines Heils gewiß zu sein! Nichte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht und Kraft, 3. Alles ist vollendet; Gott Die dein Geist in mir geschafft, hat den gesendet, Der verheißen Mir zum Zeugniß dienen möge, war. Jesus stellt, sein Leben Für Ich sei auf dem rechten Wege! uns hinzugeben, Sich auf Erden dar. Sterbend hat Des Höchsten Rath Er vollbracht, und lebt in Ehre: O erwünschte Lehre! 7. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens steh'n; Alsdann werd' ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegen geh'n. Du, mein Vater, liebest mich; Keine Creatur wird mich Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. 4. Uns im Land der Todten Schickst du Lebensboten; Troft bringt uns ihr Mund. Gott will uns vergeben, und wir sollen leben: Welch ein theurer Bund! Gottes Huld Tilgt unsre Schuld, Und wer thn im Glauben ehret, Wird von ihm erhöret. ( 146) Mel. Jesu, meine Freude zc. 350. Wort aus Gottes Munde! Wort vom Friedensbunde! Evangelium! Brunnquell ew'ger Freuden, Trost in allen Leiden, Unser höchster Ruhm! Gotteskraft, Die Glauben schafft; Gute Botschaft, uns zum Leben Von Gott selbst gegeben! 2. Was dein höchster Wille In Christi Person Mel. An Wasserflüffen Babylon c. 351. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, O Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für; Mein Herz soll dich erheben! Eh' noch die Welt war, warst du schon Groß, herrlich und des Höchsten Sohn, Ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichfeit, Und du beherrschest weit und breit Der Creaturen Heere. 5. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freu'n. Ihm nur will ich leben, Jhm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm sein. So werd' ich Auch einst durch dich, mein Heiland, selig sterben, Und den Himmel erben! ( 71) und Würde. 2. Dein sind sie; denn durch deine Kraft Ward Himmel, Meer und Erde. Du hast das Leben uns verschafft: Du sprachst zum Engel: Werde!" Du bist das Wort, durch welches Gott Der ganzen Welt zu sein gebot; Du bist's, der Alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was Erd' und Himmel in sich schließt, Und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu 205 Schmecktest du den Tod, Wahrer Mensch und Gott! 4. Für die ganze Welt War das Lösegeld Deines theuern Bluts hinlänglich, Und die Gnad' ist überschwenglich, Welche Gottes Rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der Gottheit Thron, Gott- und Menschensohn, Sigest du nun hoch erhaben, Und theilst deine Gnadengaben, Als der Herr vom Haus, Deinen Kindern aus. 6. du Herr voll Huld! Unsrer Sündenschuld Wollest du nicht mehr gedenken, Gnädig uns Vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von der Sünde sein! Des Erlösers Person und Würde. gut In diese Welt gekommen, Leben zu erwerben, Hast willig unser Fleisch und Blut, O Herr, an dich genommen. Aus der entseglichsten Gefahr Zu retten, was verloren war, Kamst du zu uns auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für uns're Missethat, Ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch Jest auf des Himmels Throne, Suchst liebreich von der Sünde Joch Und ihrem schnöden LohneVerirrteSeelen zu befrei'n; Betrübter Seelen Troft zu sein, Ist deines Herzens Freude. Du gibst den Müden Seelenruh, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß Nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, Und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, Bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Rubm Für deinen Tod und Marterthum, Für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Hilf, daß ich mich nach deinem Sinn In guten Werken übe!( 84. 34) Mel. Seelenbräutigam se. 352. Held aus Davids Stamm, Jesu, Gottes kamm, Von Gott selbst zum Heil erkoren Allen denen, die verloren: Wie erheb' ich dich, Heiland, würdiglich? 2. Uns von aller Noth, Und selbst von dem Tod, Vom Gericht und allem Bösen Uns auf ewig zu erlösen, Ramst du in der Zeit, Herr der Ewigkeit! 7. Deine Gotteskraft, Die das Herz neu schafft, Die der Sünden Herrschaft wehret, Und die Luft zur Tugend mehret; Die erbitten wir, Heiligster, von dir! 3. Jesu, höchstes Gut, Unser Fleisch und Blut Nahmst du an, für uns zu sterben: Sündern 8. Wed uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu, dir vollenden; Führe uns mit treuen Händen Auf der Tugend Bahn, Führ' uns himmelan! 9. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß wir wachen und mit Beten Kindlich vor den Vater treten. So erlischt das Licht Unsers Glaubens nicht. 10. Ohne Prüfung ist Nie ein wahrer Christ. Willst du ans in Leiden führen; Laß uns dich nur nicht verlieren! Gib den Freudengeist, Den dein Wort verheißt. 11. Einen Heldenmuth, Der auch Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse, Und des Fleisches Lüfte hasse, Gib zu deiner Ehr' Uns je mehr und mehr. 206 Von der Erlösung. 12. Jesu, hilf, daß wir Ritter-| thut, Der jedem Dulder Hilfe lich allhier Alles durch dich über- schafft Und nimmer säumt und winden, Und in deiner Kraft rubt? empfinden, Daß ein wahrer Christ Unbezwinglich ist. 13. Wird's zum Sterben geh'n, Wollst du bei uns steh'n, Üns zur Seligkeit bereiten, Und durch's Todesthal geleiten, Daß wir einst uns seh'n Dir zur Nechten steh'n. ( 38) Mel. Nun banket all' und bringet ic. 353. Wer ist der Mann voll großer That, Voll wunderbarer Kraft, Der jedem Dulder, welcher naht, Im Elend Hilfe schafft? 2. Wie drängt zu ihm die Menge sich, Voll Glaubens nah und fern! Und Alles ruft: ,, Er barme dich!" Und Allen hilft er gern! 3. Den Siechen, der um Heilung fleht, Heilt sein gewaltig Wort; Der Lahme hebt sein Bett und geht Verjüngt an Kräften fort. 4. Dem Tauben öffnet er bas Ohr; DerStummgeborne spricht; Dem Blinden fällt des Auges Flohr, Und seine Nacht wird Licht. 8. Das ist der Mittler Jesus Christ, Der hoch vom Himmelszelt Aus Gottes Schoos gekommen ist Zum Heiland aller Welt. 9. Dem hat der Vater Macht verlieh'n, Daß fromm und ehrfurchtsvoll An seineLehren und an ihn Die Menschheit glauben soll. geweiht. Und als den Sohn 10. Den hat er durch den Geist bewährt; Den mit des Himmels Herrlichkeit Auf Erden schon verklärt. 11. Von dir, o Gottessohn, von dir Kommt Wahrheit und und Licht! Drum wollen deinem Worte wir Vertrau'n voll Zuversicht. 12. Wir glauben und bekennen nun: ,, Du bist der rechte Chrift; Denn Riemand kann die Thaten thun, Wenn Gott nicht mit ihm ist." ( 130) Mel. Wie schön leucht't zc. 354. Wie herrlich strahlt der Morgenstern Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn, Der Glanz aus Gottes Höhen! Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, Mit dir ging auf ein göttlich Licht, Da wir Gott in dir sehen! Dein Wort, Jesu, Ist voll Klarheit, Führt zur Wahrheit Und zum Leben; Wer kann dich genug erheben? 5. Der Todte richtet, wo er ruft, Empor den starren Blick; Auf sein Gebot gibt selbst die Gruft Den alten Raub zurück. 6. Ein wilder Sturm empört das Meer, Die Woge schäumt und steigt: Er dräut, da wird es still umher, Und Sturm und Woge schweigt. 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Des Him7. Wer ist der Mann voll mels großer König! Von ganzem großer Kraft, Der solche Thaten Herzen preis ich dich; Hab' ich Des Erlösers Person und Würde. dein Heil, so rühret mich Das Glück der Erde wenig. Dich, dich Such' ich! Wahrlich keiner Tröstet deiner Sich vergebens, Wenn er dich sucht, Quell des Lebens! 207 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du der Erst' und Legte bist, Der Anfang und das Ende! Du schließest selig meinen Lauf; Nimmst die erlös'te Seele auf In deine treuen Hände. Amen! Amen! Komm, du Sonne Aller Wonne; Bleib' nicht lange, Daß ich ewig dich umfange!( 135) 3. Ja, Heiland, du bist mein, ich dein! O gieße tief in's Herz mir ein Die Flammen deiner liebe, Damit ich ganz dein eigen fei, Kein Weltfinn deine Leiden schen', Kein Undank dich betrübe. Nach dir, Nach dir, Den ich fasse, Und nicht lasse, Ewig wähle, Dürstet meine ganze Seele! 4. Mir strahlt von Gott ein Freudenlicht, Die Hoffnung, Herr, dein Angesicht Verklärt einst zu erblicken! Ofroher Blick in jene Nuh; Voll wunderbarer Kraft bist du, Und füllst mich mit Ente zücken! Dank dir, Preis dir, Seligmacher, Daß ich Schwacher Auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Gott, Vater, o wie preis ich dich! Seit Ewigkeiten hast du mich In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat sich mit mir vereint; Er selbst, mein König, ist mein Freund: Troß dem nun, was betrübet! Sieh, ich Falle Vor dir nieder, Stammle Lieder, Dank im Staube; Denn ich weiß, an wen ich glaube! Eigne Melodie. Petri 355. Betet an, ihr Kinder der Erde! Dem Erlöser bringet Dank! Hebet an den Lobgesang! Hebet an! der Erdkreis werde Vom Aufgang bis zum Niedergang Lauter, freudenvoller Dank! 2. Deines Vaters heiligen Willen, Unfrer Wallfahrt rechte Bahn Hast du, Herr, uns fund gethan! Du lehrst uns ihn auch erfüllen; Du selber gingst uns auf der Bahn, Die zum Leben führt, voran. 3. Du hast uns're Bürde getragen; Hast durch deinen Kreuzestod Alle Welt versöhnt mit Gott. Wer kann uns vor ihm verklagen? Wer uns verdammen? in's Gericht Kommt nun dein Erlöster nicht. 6. Auch ihm, der Sünd' und Tod bezwang, Jhm, ihm soll unser Lobgesang An jedem Tag erschallen; Dem Lamme, das erwürget ist, Dem Freunde, der uns nie vergißt, Zum Nuhm, zum Wohlgefallen! Tönet, Tönet, Jubellieder; Schallet wieder, Daß die Erde Boll von seinem Lobe werde! 4. Aus des Todes schmählichen Banden Tratst du siegreich auf den Staub, Nahmst dem Grabe seinen Raub. Nicht allein du bist erstanden; Auch die Erlös'ten, Herr, auch wir Sollen aufersteh'n mit dir! 5. Nun, Vollender, sigest du wieder, Ueber alle Ding' erhöh't, Auf dem Thron der Majestät! Da noch liebst du deine Brüder, Siehst ihre Noth, merkst auf ihr Fleh'n, Eileft ihnen beizusteh'n. Von der Erlösung. 208 6. Mit der Engel heiligen Heeren Kommst du einmal noch herab, Deffnest deiner Todten Grab, Läsfest deinen Ruf sie hören: ,, Erwachet Alle; sammelt euch; Kommt in meines Vaters Reich!" 7. Heil uns! von der Sünde Verderben, Und vom Schmerz der Sterblichkeit Hast du mächtig uns befreit. Deine Brüder, Gottes Erben, Genossendeines Reichs sind wir, Herr der Herrlichkeit, mit dir! ( Chrifti Geburt und Ankunft: Siehe Abvents- und Weihnachtslieder.) Christi Werk und Verdienst überhaupt. Mel. Nun freut euch 2c. 356. Heil uns, denn aus der Sündennoth Ist Rettung uns erworben! Der Herr will nicht des Sünders Tod: Was unser Fall verdorben, Hat er aus Gnad'en uns ersetzt. Wie hoch sind wir vor ihm geschäßt! Wie groß ist sein Erbarmen! 8. Nie soll's uns're Seele ver: gessen, Daß du uns zum Eigenthum Theu'r erkauft hast dir zum Ruhm. Deine Liebe zu ermessen, Und unser Leben dir zu weih'n, Das soll uns're Wonne sein! 9. Einst am Ziel der flüchtigen Stunden Dieses Lebens eilen wir Freudenvoll hinan zu dir! Ueberwunden, überwunden hat dann dein Volk, und ewiglich, Weltversöhner, preist es dich!( 126) 2. Von seines Himmels hobem Thron Steigt nieder zu der Erden Des Vaters eingeborner Sohn, Ein Bruder uns zu werden. Er fam; mit ihm kam unser Heil; Er kam, auf daß wir wieder Theil Am ew'gen Leben haben. 3. D Tod, wo ist dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, Starb er den Tod der Sünder. O Sünde, wo ist deine Kraft? Hier ist er, der uns Kräfte schafft, Dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, Der Retter unsrer Seelen! Nun kann uns auch auf Erden schon Das beste Theil nicht feh len: Getroft und froh in Gott zu sein, Wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, Den er für uns verordnet. 5. Was uns nun Trost und Segen schafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, Das Heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er am Kreuze für uns starb: Wohl Allen, die ihm trauen! 6. D, laßt uns ihm uns anvertrau'n, ins niemals seiner schämen; Auf seine Mittlerhilfe bau'n, Und sein Joch auf uns nehmen! Dies ist der Weg zum ew'gen Wohl, Der Weg, auf dem man friedenvoll Auch schon auf Erden wandelt. 7. D, laßt uns diese Seligkeit Doch über Alles schätzen!. Nie können Güter dieser Zeit Den Mangel uns ersegen, Benn uns Des Erlösers Werk und Verdienst. 209 das höchste Gut gebricht, Ein| Spötter, zittert, den zu seh'n, Herz voll dir, Gott, unserm Vater! zu 8. Herr, richte selbst auf dieses Glück DesHerzens stärksteTriebe; Zeuch mächtig unser Herz zurück Von schnöder Sündenliebe! Im Glauben gib uns Allen Theil An dem so theu'r erworb'nen Heil Schon hier und dort im Himmel! ( 34) Euern Nichter! 8. Macht, Kraft und Stärke Sei für seine Werke Dem, der zur Rechten Gottes figzt, Als Haupt uns, seine Glieder, schüßt, Gottes Sohne! To 20 and Eigne Melodic. Eigne Melodic. mung bed bn 357. Macht, Kraft und Stärke Sei für seine Werke Dem, der zur Rechten Gottes fizt, Als Haupt uns, seine Glieder, schüßt, Gottes Sohne! 2. Er kam zum Leiden Von 2. Wenn Irrthum uns befandem Thron der Freuden. Den, gen, Rein Strahl die Nacht durchwelcher unsre ganze Welt Mit bricht, Wie mögen wir gelangen Einem Wort erschuf und hält, zu der Erkenntniß Licht? Getrost! Trug die Erde. dell mes strömet Klarheit Von Gottes 3. Er hat sein Leben Für uns hingegeben. D Herr, vergess ich deiner Pein; Bergessen mög'st du dann auch mein, Mein Erlöser! 4. Er ist begraben, Daß wir Hoffnung haben, Wenn uns der Tod auch in die Gruft Zum Staube unsrer Väter ruft, Neu Mel. Valet will ich dir geben zc. 358. Aus irdischem Getümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer zeigt den Weg zum Himmel, Dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch's trübe Leben! Der Weg ist Jesus Chrift! ew'gem Thron; Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, Wenn bang das Herz verzagt, Die Hoffnung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer zu leben.d Is gibt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu! 4. Führ' uns auf rechtem Pfade Hinauf zum Vaterland! Die Wahrheit und die Gnade Mach' uns, o Herr, bekannt! Das Heil woll'st du uns geben, Das unvergänglich ist, Weg, o WahrO heit, Leben, O Heiland, ( 7) 5. Er ist erstanden Aus des Todes Banden? Tod, Hölle, wo ist eure Macht? Unsterblichkeit hat er gebracht Uns Erlös'ten. 6. Er fuhr gen Himmel! Die ses Weltgetümmel Soll nur ein Ort der Prüfung sein. Einst ist gewiß der Himmel mein, Wo mein Herr ift. 7. Er wird wiederkommen; Jesus Christ! Freut euch, seine Frommen! Ihr 14 210 fasidy Von der Erlösung. Christi Werk und Verdienst: als Lehrer. Sid dein Wort verschmäh'n; Wir vertrau'n ihm nicht vergebens. Schweige, der Verächter Spott! Jesu Lehre ist von Gott. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 359. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, Bist du, sowohl durch Wort als That, Der schwachen Menschen sich'rer Rath. Mein Geist freut seines Heilands sich, Und lobet, o Herr Jesu, dich! 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, Und machtest uns den Weg bekannt, Wie wir, befreit von Sündenschuld, Erlangen Gottes Gnad' und Huld. Ach, dir sei ewig Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Mit deiner Wahrheit reinem Licht Erhellest du den Pfad der Pflicht. Du bist das Haupt; du gingst voran: Gib, Herr, daß ich auf deiner Bahn, Gestärkt von dir, mit gleicher Treu Dir nach zufolgen willig sei. 4. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort; Du sendest, wie dein Wort verheißt, Noch immer deinen guten Geist, Der Jedem, welcher Wahrheit liebt, Zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 5. Mein Heiland, gib den Geist auch mir, Daß er mich zu der Wahrheit führ', Vom Eigendünkel mich befrei', Damit ich dir gehorsam sei, Bis mich bei dir in Ewigkeit Ein hell'res Licht dereinst erfreut! ( 146) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht c. 360. Lehrer aus des Him mels Höh'n, Führer auf dem Weg des Lebens! Mag die Welt 2. Untergehen kann sie nie; Nichts verdunkelt ihre Klarheit. Gleich der Sonne leuchtet sie; Wahrheit ist sie, Gottes Wahrheit, Deren reines, helles Licht Alle Finsterniß durchbricht. 3. Wessen starke Rechte hat Uns des Irrthums Nacht entrissen? Wo ist Weisheit, wo ist Rath Für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo er regiert, Des sen Wort zu Gott uns führt? 4. Da ist Freude, da ist Ruhm, Sich zu Gott empor zu schwingen. Da ist Kraft, in's Heiligthum Seiner Wahrheit einzubringen, Und, entfernt von Furcht und Grau'n, Ueber's Grab hinaus zu schau'n. 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, Da ist Muth, nur Gott zu leben, Und vor ihm gewissenhaft Nach des Geistes Heil zu streben; Da ist stets Zufriedenheit, Vorgefühl der Seligkeit. 6. Lehrer aus des Himmels Höh'n! Dank für deines Wortes Lehren! Ich will's, mag die Welt es schmäh'n, Glaubensvoll und folgsam ehren. Selig, wer es kennt und liebt, Und der Wahrheit sich ergibt. ( 24) Mel. Christus der ist mein Leben ac. 361. Wie soll ich dich recht loben, Wie würdig danken dir? Du brachtest licht von oben, Und neue Weisheit mir. Der Erlöser als Lehrer. 2. Kein Herz noch hat vernommen, Was ewig dir bekannt. Du bist von Gott gekommen: Der hat dich uns gesandt. 3. Wir sind von Wahn umfangen, Und von des Irrthums Nacht; Da ist uns aufgegangen Ein Stern, der helle macht. 211 13. Und war ich fromm auf Erden, So wird's vor seinem Thron Mir einst vergolten werden mit reichem Gnadenlohn. 14. Das glaub' ich deiner Lehre, Mein Heiland, Jesus Christ! Weil du zu Gottes Ehre Der Wahrheit Bote bist. 4. Was nirgends zu ergründen, Was nicht zu schauen war, Das läsfest du uns finden, Und machst es offenbar! 5. Nicht aus den stummen Werfen Der Weltenschöpfung nur Soll ahnen ich und merken Des großen Meisters Spur. 6. Von ihm ist ausgegangen Das wesentliche Wort; Das haben wir empfangen, Das lehrt uns ewig fort. 7. Nun fenn' ich den Getreuen, Der Leben mir verlieh, Und darf mich seiner freuen; Denn er verläßt mich nie. 8. Nun fenn' ich seine Liebe; Er liebt mich väterlich. Was ist's, das mich betrübe? Er schüßt und führet mich. 9. Ich kenne seinen Willen, Und ehr' ihn demüthsvoll, Und strebe zu erfüllen, Was je ich kann und soll. 10. Ich gehe meine Wege, Selbst in Gefahren still, Und traue seiner Pflege, Weil er mein Bestes will. 11. Und gläubig fann ich beten, Und hoffe stets auf ihn, Und kann aus allen Nöthen In seine Arme flieh'n. 15. Du brachtest Licht von oben, und neue Weisheit mir; Dich will ich ewig loben Und ewig danken dir. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 362. Was wär' ich ohne dich gewesen? Was würd' ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, Stünd' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte; Die Zukunft wär' ein dunkles Grab; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wer nähm' ihm seinen Jammer ab! 12. Ja, wenn ich einst soll scheiden, So faff' ich seine Hand, Und hebe mich mit Freuden In's beß're Vaterland. 2. Ach, unser Herz war in die Sünde, Wie in ein schweres Joch gespannt; Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, Von Lust und Reu' zugleich entbrannt. Der Friede war der Brust entflohen; Wie fonnten wir uns Gottes freu'n? Bang hörten das Gesetz wir drohen; Denn, ach! es drohte Tod und Pein. 3. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Der Menschensohn voll Lieb' und Macht, Und hat ein allbelebend Feuer In unserm Innern angefacht. Nun sehen wir den Himmel offen, Als unser wahres Vaterland; Wir können glauben, lieben, hoffen, Und fühlen uns mit Gott verwandt. 4. Uns hat der Herr sich fund 14* 212 Von der Erlösung. ist sein. Die gering sich selber schägen, Die wird Gott zu Ehren segen. gegeben; Des Heils in ihm sind erfreu'n, Und das Himmelreich wir gewiß. Nun dringt ein heitres, lichtes Leben In bodenlose Finsterniß. Mit ihm bin ich erst Mensch geworden; Das Schicksal ist verklärt durch ihn: Ein Paradies muß aller Orten Um mich, als Gottes Kind, erblüh'n. 3. Selig, wer bei Schuld und Sünde Leid trägt, fie vor Gott bereut, Und daß er Vergebung finde Sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld 5. Nun flieht die Sünde aus verzeih'n, Kraft zum Guten ihm dem Herzen; Die Furcht vor verleih'n; Göttlich soll er schon Straf und Pein entweicht. Der auf Erden, Und einst dort getröstet Glaube heilt der SeeleSchmerzen, werden. Und macht die last der Erde 4. Selig ist, wer Sanftmuth leicht. Durch ihn geheiligt, mag übet, Seinem Feinde niemals das Leben Verschwinden wie ein flucht; Gern Beleidigung verschneller Traum: Der ew'gen gibet, Nie sich selbst zu rächen Hoffnung hingegeben, Bemerken sucht; Ruhig seine Pflicht vollwir den Abschied kaum. bringt, Und sein eigen Herz bezwingt. Hier wird er in Frieden wohnen, Und dem Kampfe folgen Kronen. 710 6. D geht hinaus auf allen Wegen, Und holt die Irrenden herein; Streckt Jedem eure Hand entgegen, und ladet ihn zu Jesu 5. Selig, die mit Sehnsucht ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Die seh'n ihn mit uns aufgethan. schmachten, Heilig und gerecht zu sein; Die nach Gottes Beifall trachten, Jhm ihr ganzes Leben weih'n! Nicht vergebens hungern die; Gottes Gnade sättigt fie: Und die fromme Sehnsucht Er wird ihren Wunsch erfüllen, stillen. ( 68) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ic. 363. Kommt und laßt euch Jefum lehren! Kommt und hört, 6. Selig sind, die voll Er was er verheißt! Wahrheit barmen Fremder Noth sich nicht Gottes kommt zu hören; Höret, entzieh'n, keinen Kranken, feinen wen er selig preist! Die im Armen, Bei des Elends Anblick Glauben fest besteh'n, Freudig flieh'n; Gern behilflich sind mit Gottes Wege geh'n, Und den Rath, Und wo möglich mit der Heiland treu bekennen, Die will That. Sie auch werden Hilf er die Seinen nennen. empfangen, Und Barmherzigkeit 2. Selig, wer in Demuth erlangen. lebet, Seiner Schwachheit nicht vergißt, Nie voll Stolzes sich erhebet, Und es fühlt, wie arm 127 dobit 7. Selig, die erfunden werden Reines Herzens jederzeit, Bon den Lüsten dieser Erden Unbe er ist. Gottes Huld wird ihn fleckt und unentweiht! Die ber Der Erlöser als Lehrer. 213 Lockung dieser Welt, Wenn sie willen dulden, Und sich selbst der schon dem Fleisch gefällt, Dennoch siegreich widerstehen, Werden Gottes Antlig sehen. Trübsal freu'n. Mit den Frommen aller Zeit Sollen sie mit Herrlichkeit Für das Leiden hier auf Erden Droben hochbelohnet werden. 10. Herr, du wolleft selbst mich leiten Auf der Wahrheit sichrer Bahn, Daß ich dieser Seligkeiten Hier und dort mich freuen fann. Bater, bilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn, 9. Selig find, die ohn' Ver- Und durch deines Geistes Stärke schulden Schmach, Verfolgung, Mich befleiße guter Werfe!( 73) Haß und Pein Still um Christi 8. Selig, wer in Frieden lebet, Ohne Hader, ohne Zwist; Wer, wo sich ein Streit erhebet, Gerne Friedensstifter ist, und der Eintracht sanftes Band Wieberknüpft mit zarter Hand. Die des Friedens sich befleißen, Sollen Gottes Kinder heißen. nd odon 39@ maution Christi Werk und Verdienst insonderheit: als med abs Vorbild. sm His Mel. Auf, Christenmensch, auf ic. 364. ,, Mir nach!" spricht Christus, unser Held; meinem Vorbild, Christen! Verleugnet euch, besiegt die Welt Mit allen ihren Lüsten. Ich litt für euch, und ihr seid mein; 3hr alle sollt mir ähnlich sein." lieren scheint, Den wirst du dazu führen: Wer mit dem Munde nur sich ehrt, Und dir nicht folgt, Folgt ist dein nicht werth. 5. Du gingst als Führer mir voran, Du stehst mir noch zur Seite; Du kämpftest selbst, du brachst die Bahn; Du stärkst auch mich im Streite. Wie fönnt' ich denn noch zaghaft sein, Und mich, dir nachzufolgen, scheun? 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem frommen Leben! Mit Ernst und Freude 6. So will ich denn dir, meinem will ich dir zu folgen mich Herrn, Getreu und froh nachbestreben. Du zeigst den Weg zum wahren Wohl; Du zeigst, wie ich ihn wandeln soll. gehen, Verleugnen mich und Weltluft gern, Im Kampfe standhaft stehen; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz voll Gottergebenheit War auch voll Menschenliebe, Voll Demuth, Sanftmuth, ( 164. 34) Freundlichkeit, Voll reiner Mit- mel. Schmücke dich, o liebe Seele. leidstriebe; Selbst deinen Feinden eiltest du Mit Wohlthun und mit Hilfe zu. 365. Heiland, deine Menschenliebe War die Quelle jener Triebe, Die dein treues Herz regieret, Und dich selbst dahin geführet, Daß du, unserm Heil zu 4. Wer hier sein Glück zu finden meint, Wird's ohne dich verlieren; Wer's bei dir zu ver Von der Erlösung. 214 dienen, Bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe Deiner treuen Menschen liebe? 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf erscheinen; Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr, als väterlich, erbarmen; Der Verlaffnen Klagen hören, Sich in Andrer Dienst verzehren: Das sind Proben wahrer Güte, Und so, Herr, war dein Gemütbe. entgegnen, Deine Feinde zu ver treten, Und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig Hast du je nach Ruhm getrachtet, Und auf Menschenlob geachtet! Dich verleugnend, nur den Willen Deines Vaters zu er füllen; Trost und Segen uns zu geben, War der Zweck von deinem Leben. FENER 3. D du Zuflucht der Elenden! 8. Herr, laß mich zu meinem Wer hat nicht von deinen Hän- Segen Deinen Wandel oft er den Segen, Troft und Heil gewägen! Laß mich in der Angst nommen, Der gebeugt zu dir ge- der Sünden Nub' und Hilfe bei fommen? Wie ist dir dein Herz dir finden. Heilige auch meine gebrochen, Wenn dich Kranke an- Triebe Zu rechtschaffner Mengesprochen! Und wie pflegtest du, schenliebe! Laß mich immer mehr zu eilen, Das Erbet'ne mitzu- auf Erden Deinem Vorbild ähntheilen! ( 146) lich werden! 4. Die Betrübten zu erquicken, Mel. Wachet auf! ruft uns ic. Die Elenden zu erquicken; Die Unwiſſenden zu lehren, Die Ver- 366. Heil´gſter Jeſu, Hcifehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu bir hinzulocken: Das war täglich dein Geschäfte, Selbst mit Aufwand deiner Kräfte. l'gungsquelle! Wie strahlt dein Tugendglanz so helle; Wie glänzet deine Heiligkeit! Beugt das Knie, der Erde Söhne! Lobsinget ibm, des Himmels Söhne! Lobfinget ihm in Ewigkeit! Ein Vorbild bist du mir; O bilde mich nach dir, Du mein Alles! Jeju, bilf du Auch mir dazu, Dağ is so heilig sei, wie du! 2. Still, o Jefu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille, Gehorsam bis zum Tode war, D so lehr' auch mich den Willen Des Vaters einzig nur erfüllen, Und stille meinen Willen gar! Mach' mich dir gleichgeſinnt, Wie ein gehorsam Kind, Stille, stille. Jesu, hilf du Auch mir dazu, So still gehorsam sein, wie du! 5. D wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, als du für uns Armen Angst und tausendfache Schmerzen Littest mit gelagnem Herzen; Dich von Sündern ließeft böhnen, Und zur Schmach mit Dornen frönen; Ja, uns Leben zu erwerben, Willig warst, am Krenz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Droh'n und Klagen Still das Unrecht zu ertragen; Für die Lästerung zu segnen, Haß mit Wohlthun zu Der Erlöser als Vorbild. 3. Wachsam, eifrig, ohne Schlummer In großer Arbeit, Müh und Kummer Warst du, mein Jesu, Tag und Nacht. War dein Werk am Tag geschehen, So lagst du Nachts vor Gott mit Fleben, Und haft für unser Heil gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu jeder Zeit Wach' und bete. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich stets wacker sei, wie du! 215 7. Rein und züchtig war dein Wesen, Und, unbefleckt von allem Bösen, Ein Muster frommer Mäßigkeit. Mehr als Durst und Hunger stillen, War dir's Bebürfniß, Gottes Willen zu thun mit aller Freudigkeit. Herr, hilf mir meinen Leib Bezähmen, daß ich bleib' Christlich nüchtern. Jeju, hilf du Auch mir dazu So keusch und rein zu sein, wie du! 4. Milder Jesu, voll Erbarmen Nahmst du der Kranken und der Armen, Der Traurigen dich hilfreich an. Jest noch wirkst du segnend, fräftig, Bist stets für unser Heil geschäftig, Und führſt uns treu auf unsrer Bahn. Mach, Heiland, dir mich gleich, An Lieb' und Güte reich, An Erbarmen. Jeſu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich so milde sei, wie du! 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig Littst du doch alle Schmach geduldig, Und übtest keine Rache aus. Nie wardst du der Sanftmuth müde, Und heil'ger Eifer auch entglühte In dir für deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmuth, doch dabei Heil'gen Eifer! Jesu, hilf du Auch mir dazu, Sanft und doch stark sein, so wie du! 8. Liebster Jesu, liebstes Leben, Mach' mich dir ähnlich, dir ergeben, und deinem heil'gen Vorbild gleich! Laß mich deinen Geist durchdringen, Mich viele Gaubensfrüchte bringen; Bereite mich zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir; Eins laß mich für und für Mit dir bleiben! Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich ( 25) bei dir einst finde Ruh! Mel. Auf, Chriſtenmenſch, auf ze. 367. Du, deines Baters Ebenbild, Bild seiner Menschenliebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Mit gottgeweihtem Triebe! Gott war dein Ziel, dein höchstes Gut; Ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz: Sein Wille 6. Jesu, hoher Ehrenkönig! war dein Wille. Du ehrtest auch Der Erde Glanz war dir zu im größten Schmerz Ihn mit zuwenig; Du wurdeft niedrig und fried'ner Stille. Selbst auf der gering. Arm, demüthig hier auf allerrauhsten Bahn Riefst du ihn Erden, Verschmähtest du nicht, noch als Bater an. Knecht zu werden, Erhobst dich felbft in feinem Ding. Herr, folche Demuth lehr' Auch mich je mehr und mehr Christlich üben. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich demüthig sei, wie du! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot Bollkommen zu erfüllen. Du unterwarfst dich bis zum Tod Ganz deines Vaters Willen. Dein höchstes Ziel war das allein, Ein Herold seines Ruhms zu sein. 216 du Von der Erlösung. 6 dan 4. Zum Tode gingst du ruhig schaffteft das Gesicht den Blinden, hin, Uns Gnade zu erwerben. Und halfst von Krankheit, halff Bereit, mit göttlich großem vom Tod. Sinn Zum Heil der Welt zu ster- 3. Zum Heil der Welt gabst du ben, Warst du zur tiefsten Schmach gefaßt, Und trugst des Kreuzes schwerste Laft.all from in Schmerzen Dich hin, und fühl test ihr Gewicht. Zwar klagtest du; doch deinem Herzen Entwich 5. Mein Heiland, der du mich Vertrau'n zum Bater nicht. ,, laj versöhnt! O laß es mir gelingen, diesenkelch vorübergehen!" Riefst Von Sünden immer mehr ent- du in deiner Seelenpein; Jedoch wöhnt, Dir, dir mich nachzu- dein Wille soll geschehen, Der schwingen; Dir ähnlich hier an meine nicht; ganz bin ich dein!" Heiligkeit, Dir gleich auch dort 4 Und mit welcher sanften an Herrlichkeit! mod dni( 146) Seele Trugst du die Schwachen mit Geduld! Wie großmuthsvoll Mel. Die Tugend wird durch's Krenzvergabst du Feble, Und auch die 368. Gedenk ich, Heiland, allerschwerste Schuld! Selbst unter an das Leben, Das du auf Erden deiner Mörder Händen Niefst du haft geführt; Wie innig fühlt, für sie aus Mitleid noch, Um ihre dich zu erheben, Sich meine Seele Strafen abzuwenden: Vergib dann gerührt! Bewundernd seh' es ihnen, Vater, doch!" ich deine Größe, O Glanz der reinsten Heiligkeit, Und ob ich sie gleich nicht ermesse, Empfind' ich deine Herrlichkeit. 5. Dir, mein Erlöser, nachzuahmen, Woll'st du mir Kraft und Muth verleih'n. So preis ich würdig deinen Namen; Dir fol gen soll mein Loblied sein! Nie laß mich wanken, nie mich weichen Auch auf des Lebens raubster Bahn. Hilf mir dein hohes Bild erreichen, So weit es meine Schwachheit kann!( 149) noemdrine dus of) Ira Christi Werk und Verdienst als Erlöser der Welt durch Leiden und Sterben. 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligfeit. Du wehrtest gern dem Men schenleide, Und warst zum Helfen stets bereit; Befreitest Sünder gern von Sünden, Brachst Hungrigen so gern das Brod; VerMel. Herzliebster Jefu zc. 369. Warum stiegst du herab von Gottes Throne, Und wähltest dir die harte Dornenfrone? Warum gingst du aus deinem Himmelslande, Und wähltest Schande? bonis] 2. Dich priesen hoch der Engel fel'ge Chöre; Der ganze Himmel weihte dir die Ehre: Und doch gingst du vom licht der ew'gen Freuden In tiefe Leiden! 3. Für uns hast du erwählt die tiefe Schande, Für uns erbduldet Schmerz und Hohn und Der Erlöser als Weltversöhrer. Bande; Du starbest, um mit Gott uns zu versöhnen, Mit Heil zu frönen.nord o4. Es floß dein Blut zur Reinigung von Sünden! Wer kann, Erlöser, deine Lieb' er gründen? Damit sie uns zur Gegenliebe reize, Starbst du am Kreuze. 14m 5. D nimm mich hin, daß ich bein eigen werde; Daß ich verleugne jede Lust der Erde, Der Sünde sterb', im Glauben dich umfasse, Von dir nicht lasse! 6. Du hast so viel für meine Schulde erlitten, Im blut'gen Schweiße mir die Kron' erstritten. Gib mir die Kraft, bir muthig nachzuringen, ZuGott zu bringen! 217 zerriß das Band Der Feinde meiner Ruh. Zur Hölle hat Die Schlüssel seine Hand; Er schloß die Pforte zu. Ich trete frei zu Gottes Throne, Hab' alles Heil in seinem Sohne; Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöft; Was ist's, das mich erschreckt? Licht wird die Todesnacht, Aus der mich bald Der Herr des Lebens wedt Zu seines Himmes Pracht. Werd' ich in's stille Grab getragen, So ruh' ich nach den Prüfungstagen; Ich bin erlöst! 7. Gerechtigkeit sei meines Herzens Streben; Es strahle, Herr, dein Bild in meinem Leben! Mir strable Licht auf dunkelm Todespfade Durch deine Gnade! Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. ( 88.83) 371. Wie so tief herabgelassen Hast du dich, o Gottessohn! Für die Sünder, die Gott hassen, Kamest du von Gottes Thron; Kamst in Knechtsgestalt auf Erden, Ein Erlöser uns zu werden; Dir sei Dank für allen Schmerz: Nimm auf ewig unser Herz! 2. Blut'gen Schweiß hast du vergossen, Betend in Gethsemane. Ach, er ist für uns geflossen In dem tiefsten Herzensweh! Uns zu schaffen ew'ge Freuden, Trans fest du den Kelch der Leiden. Dir sei Dank für allen Schmerz: Nimm auf ewig unser Herz! 3. Mit der Schmach, der Dor nenkrone, Wandelst du nach Golgatha. Tief gefränkt mit bitterm Mel. Es ist genug, so nimm 2c. 370. Ich bin erlös't Durch meines Mittlers Blut, Und seinen Kreuzestod. Mit Gott versöhnt Hab' ich nun Trost und Muth, Und fürchte feine Noth. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, Die liebe glorreich überwunden: Ich bin erlöst! 5. Ich bin erlöst; In Frieden fahr' ich hin, Jst meine Stunde da. Der Tod wird mir zum ſeligsten Gewinn; Mein Retter ist mir nah. Er führt mich in sein selig Leben; Da werd' ich ewig ihn erheben: Ich bin erlöst! ( 207) 2. Ich bin erlös't; Es trifft des Donners Spruch Vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm Von mir den schweren Fluch; Ich komm' nicht in's Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden! Der Vater läßt mich Gnade finden; Ich bin erlös't! 3. Ich bin erlöst; Der Held 218 od Von der Erlösung. Hohne Hängest du am Kreuze da,| Gnade schüßt! Nach dem Hohn Flebst für die verlor'nen Kinder, der Dornenkrone Ehrt dich nun Führst zum Paradies die Sünder. auf Gottes Throne Aller boben Dir sei Dank für allen Schmerz: Engel Heer, Dein erlöstes Volk Nimm auf ewig hin mein Herz! noch mehr! 4. Herr, für uns hast du gelitten, War'st gehorsam bis zum Tod, Hast im Tod' am Kreuz erstritten Rettung uns aus aller Noth. Daß wir sollen ewig leben, Hast du dich dahin gegeben. Dank für deinen Todesschmerz! Nimm auf ewig unser Herz! pitoimis 2. Dein Geschäfte hier auf Erden, Wie es Gottes Nath be dacht, Netter, Heiland uns zu werden, Herr, dein Opfer ist vollbracht. Nachdem du für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben; Und dein siegreich Aufersteh'n Lässet uns dem Tod entgeh'n. rbinig not ollsing 5. Darum hat dich Gott erhöhet, Einen Namen dir verlieh'n, 3. Nunmehr ist's dein groß Der im Sternenglanze stehet, Geschäfte In des Himmels HeiligDem die Herzen ewig glüh'n. thum, Die erworb'nen LebensJesu, nur in deinem Namen kräfte Durch dein Evangelium Sprechen Mensch und Engel: Allen denen mitzutheilen, Die Amen! Nur in deinem Namen ist Heil und Leben, Jesu Christ! zum Thron der Gnade eilen. Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 6. Alle Welt soll ihn bekennen; Aller Preis sei ihm geweiht! Herr und Heiland ihn zu nennen, Sei uns Ruhm und Seligkeit. An des Mittlers hohem Lohne Auf des Vaters ew'gen Throne, An dem schwer errung'nen Heil, Gibt auch uns der Glaube Theil. 4. Du gedenkest stets der Deinen, Bleibest ihnen ewig treu; Zählst die Thränen, die sie weinen, und stehst ihnen mächtig bei; Sorgst, daß ihren theuern Glauben Keine Feinde ihnen rauben; Führst sie in des Vaters Haus Aus der engen Welt heraus. 7. Aber zu dem Palmenhügel Geht kein Pfad hin sonder Streit; 5. Die Verdienste deiner Leider Gottes Bund hat dieses Siegel: Stellst du deinem Vater dar, " Flieht die Ungerechtigkeit!" Und vertrittst mit Macht und Dann nur, wenn der Welt wir Freuden Deine theu'r erlöste sterben, Werden wir das Leben Schaar; Bittest, daß er Kraft erben. Nur Gehorsam bis zum und Leben Deinen Freunden Tod Führt in's Lebens Morgen- wolle geben, Und sie einst nach roth! ( 88. 83) dieser Zeit Auch erhöh'n zur Herrlichkeit. tum note 6. Ja, du siehst auch mit Erbarmen Auf die Sünder in der Welt, Siehst mitleidig, wie die Armen Ihre Luft gefesselt hält; Bittest, daß Gott ihrer schone, Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 372. Großer Mittler, der zur Rechten Gottes, seines Vaters, sigt, Und die Schaar von seinen Knechten In dem Reich der Des Erlösers Reich. 219 Daß er nach Verdienst nicht beweisen, Dir sei Ehre, Dant lohne, Daß er wolle zu dir zieh'n, und Ruhm! Dein Verdienst lag Die dich noch als Feinde flieh'n. uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten! Wenn der Tod die Lippen schließt, Sprich für uns noch, Jesus Chrift!( 146) Reich. 7. Großer Mittler, o wir preisen Dich, daß du im Heiligthum So viel Treu' uns willst Christi olaft Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 373. Dir, großer Herrscher, Jesu Christ, Der du der Welten Schöpfer bist, Ist Alles unterthänig. Doch wer sah deine Majestät, Als dich dein arges Volk verschmäht? Wer ehrte dich als König? ist 2. Du hast dich deiner Herrlichkeit Entäußert eine kurze Zeit, Warst Menschen unterthänig. Geschlagen wardst du und verhöhnt, Mit einem Dornenkranz gekrönt; Und doch warst du ein König. 3. Du warst von Ewigkeit bestimmt, Das Reich, das nie ein Ende nimmt, Auf Erden auszubreiten. Gott selbst hat dich zum sungen! Herrn erhöht; Dein Reich, ond y Gottessohn, besteht Durch alle Ewigkeiten. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt; Du warst nicht furchtbar, wie ein Held, Hast keine Stadt bezwungen. Nicht durch der Erde Glanz und Pracht, Durch Reichthum oder stolze Macht Hast du dir Sieg errungen. 5. Dein Reich war nicht von dieser Welt; Nicht Heere, wie die Welt sie stellt, Erkämpften deine Siege. Der armen Jünger kleine Schaar Bot muthig sich den Feinden dar, Und kämpfte deine Kriege. 6. Dein Reich war nicht von dieser Welt; Deß', was der Eitelfeit gefällt, Begabst du dich mit Freuden, Warst gerne elend, arm und klein, um nur ein Helfer uns zu sein, Und wähltest tiefe Leiden. 7. Dein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn sie dereinst in Nichts zerfällt, Und Fürsten vor dir beben; Dann bist du König ewiglich: In deinem Reiche werd' auch ich Einst unvergänglich leben. 8. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam', o Herrscher Jesu Christ! Dich rühmen alle Zungen. O wie viel herrlicher wird einst, Wenn du zum Weltgericht erscheinst Dein hohes Reich beEigne Melodie. 374. König, dem kein König gleichet, Deffen Ruhm kein Lob erreichet! Ebenbild von Gottes Wesen, Der, zum Mittler uns erlesen, Sich der Welt wollt' offenbaren, Als das Bild des Unsichtbaren, Dir gehört das Recht zum Throne, Dir, dem preisgefrönten Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Müssen stets zu deiner Ehre Dir, Herr, zu Gebote stehen, Und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod 220 Von der Erlösung. und Leben, Alles ist geben; Und vor deinem mächt'gen Worte Zittert selbst der Hölle Pforte, usted dir über-| Schaar! Jede Sinnenlust ent weiche! Dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist er höht, Und dem Strom der Zeit entgeht. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man deine Wunder glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupte wählen, Dir, nach deiner Vorschrift, leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, Und wie du das 3. Hier ist Weisheit, hier ist Unrecht hassen.un mil islom 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesege Sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, Deine Huld ihr Eigenthum. Tugend, Wo dein Geist, o Herr, regiert, Wo das Alter, wo die Jugend Sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, Eilet er zu dir zurück. 4. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Rob ver mehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verflärtes Antlig schauen, Und dich unermüdet loben, Der zum Himmel sie erhoben. 5. Herr, was ist in allen Reichen Deiner Größe zu vergleichen? Was dem Reichthum deiner Schäße? Was der Ordnung der Gefeße? Was der Herrlichkeit der Gaben, Welche deine Bürger haben? Was dem Segen deiner Freunde? Was der Ohnmacht deiner Feinde? 6. Herrsche, Herr, in meinem Herzen Ueber Lüste, Furcht und Schmerzen; Laß dein Leben auf mich fließen, Laß mich dich im Geist genießen, Ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben: Ueberwinden hier im Streite, Dort mitherrschen dir zur Seite! ( 146) Mel. Gott des Himmels und der zc. 375. Herrlich ist's in deinem Reiche, König der erlösten 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge; Nur von Liebe wallt dein Herz, Und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, Seine Kraft, sein Leben weiht! 5. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen ſanfen in den Staub; Aber seit dein Reich entstanden, Ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan Hochentzückt zu dir hinan. 6. In den fernsten Himmels strichen Glänzt, o Herr, dein mildes Licht! Thoren nur, die dir entwichen, Sehen seine Strahlen nicht; Doch der Weise bleibt dir treu, Und du machst ihn groß und frei. 7. Mehre selbst die Zahl der Weisen; Herr, erweit're dein Gebiet, Und laß einst auch den dich preisen, Der noch blind vor der Zeit Deines Reiches Herr Gögen kniet! Zeig' uns allen nach lichkeit! nigd ( 148) Des Erlösers Reich. 221 Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. pören, Laß deiner Gnade Wunder seh'n. Daß sie sich noch bes 376. Auf dich, o Jesu, Got- fehren! Lehr' sie mit uns gen tes Sohn, Hofft hier die Schaar Himmel schau'n, Und unerschütder Christen! Du schüßest sie, tert im Bertrau'n Auf deine Zuwenn Feinde droh'n, Dein Reich, funft warten. Herr, zu verwüsten. Dein Thron 5. Uns, deine Christen, wollest steht fest und ewiglich; Verge- du Fest in der Wahrheit gründen, bens wird sich wider dich Der Daß wir für unsre Seelen Ruh' Sünder Macht empören. 2. Dein Reich ist nicht In deiner Gnade finden. Mach' von unsers Glaubens uns gewiß; dieser Welt, Kein Werk von Vor Irrthum und vor Finsterniß Menschenkindern. Drum fonnte Bewahr uns, weil wir leben! feine Macht der Welt, Herr, 6. Ein reines Herz schaff' in seinen Fortgang hindern; Dir uns, Herr, Ein Herz nach deifönnen deine Haffer nie Dein nem Willen, Und lehre täglich Erbe rauben; selbst durch sie williger Uns dein Gebot erfüllen! Gehorsam deiner Vorschrift sein, Muß es vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herr- Und dann uns deiner Gnade schaft noch In dieser Welt ver- freu'n, Sei unser Heil auf Erden! breiten, und unter Dein so fanf- 7. So wird dein Volk dir uns tes Joch Die Völfer alle leiten! terthan Und lernt die Sünde Vom Aufgang bis zum Nieder- meiden, Und du führst es auf gang Bring' alle Welt dir Preis ebner Bahn Zu deines Reiches und Dank, Und glaub' an deinen Freuden: Und herrlich wird in Namen! dieser Zeit, Noch herrlicher in 4. Auch deine Feinde, die dich Ewigkeit Dein großer Name ( 126) schmäh'n, Die frevelnd sich em- werden! Ausbreitung des Reiches Christi unter den Heiden. ( Missionsgesänge.) #$ 10 de 490 mostendamm 94, Mel. Hast du denn Jesu dein Antlig sc. Anbetung dir weih'n, Selig, verföhnt dir im Sohne. 377. Der du, o Höchster, 3. Bater, laß bald die erſehnete den Thron dir im Himmel bereis Reit uns erscheinen, Wo sich die tet, Ueber die Welt hin die Arme Völker mit uns, dich zu lieben, der Liebe gebreitet! Ehre sei dir, vereinen! Heiland, wann wird Vater, wie droben, so hier, Dir, Eines die Heerd' und der Firt? der zum Himmel uns leitet! Führe doch bald her die Deinen! 4. Eilet herbei, o ihr Schaaren 2. Selige beten dich an vor dem heiligen Throne, Und die verirreter Heiden! Christus ruft Vollendeten werfen da nieder die euch, will auch Euch noch erretten Krone, Wollen allein Preis und und weiden. Trinkt aus dem Quell! 222 Von der Erlösung. Sehet, wie fließt er so hell! Rath! Wie langsam dünket uns Nehmet die Fülle der Freuden! dein Pfad! Wie Viel in Nacht 5. Kommt aus dem Ost, aus dem West, aus dem Süd, aus dem Norden! Kommt, ihr Gebildeten; kommt, auch ihr wildesten Horden; Alle berbei! Christus macht Alles jetzt neu. Sein ist das Reich nun geworden. noch sterben! Komm, Herr, 0 rüst' in dieser Zeit Dir Tausende zum heil'genStreit, DieSchaaren anzuwerben! Heilig, Selig Ist dein Kommen Zu den Frommen; Um den Abend Glänzt dein Licht uns himmlisch labend. 6. Selige Zeit, die das Herz uns so innig erfreuet, Wenn sie nun Alle, zum Bilde der Gottheit erneuet, Leben im Herrn! Wäre die Zeit nicht mehr fern! Auf denn, die Saaten gestreuet!( 35) 4. Süß tönt das Evangelium Von deiner ew'gen Gnade Ruhm Den angstgejagten Seelen. Ward ihnen ihre Schuld erst klar; Mach deine Gnad'auch offenbar: Nichts müsse sie mehr quälen! Schöpfet, Trinket licht und Leben, Menschenheere, Völkerschaaren, Aus der Wahrheit Quell, dem klaren! 5. Wie glänzt der Morgenstern so hell! Wie fließt von ihm des Lichtes Quell, Verscheucht der Nächte Grauen! Schon helle strahlt das Morgenroth, Wedt aus dem Schlaf, aus Geistestod Die Völker, dich zu schauen. Heiden Scheiden Voll Entsegen Von den Gözen; Liebend brennen Sie für dich, den sie nun kennnen. Mel. Wie schön leucht't ic. 378. Dir jauchzet froh der Christen Schaar, O Herr, der ewig ist und war Und sein wird gütig Allen! Du gabst dein Wort, das helle Licht; O wer ihm folgt, der irret nicht, Kann froh zum Ziele wallen. Deine Reine Wahrheitsquelle, Frisch und helle Fließt sie denen, Die nach deinem Licht sich sehnen. 2. Ich will"- so sprachst du treu'ster Herr- Will alle Berge 6. Biel hast du deinem Volk weit umher Mit Lebensbächen gethan; Stark brachst du deinem segnen!" Nun ließest du zur Worte Bahn, Die Völker zu rechten Zeit Auf uns voll Mild' befehren. Dem Lebensstrom, der und Freundlichkeit Der Gnade sich ergoß, Schon in so viele Ströme regnen; Träufelst, Goffest Immer wieder Licht hernieder, Daß die Erde Voll Erkenntniß deiner werde. Seelen floß, Kann Nichts den Fortgang wehren. Eifet! Theilet Mit die Gaben! Fülle laben Muß die Heiden! Alle muß der Hirt ja weiden! 3. Wie ist so wunderbar dein ( 35) 35d Chrifti Wiederkunft. Mel. Wachet auf, ruft zc. 379. Jesus kommt, von allem Bösen Uns, seine Treuen, zu erlösen, Von allem Elend dieser Zeit. Dann an jenem großen Tage Verwandelt sich der Frommen Klage In ewige Zufrie Des Erlösers Wiederkunft. 223 denheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum Ein Morgentraum; Auf ihn folgt ewig, ewig Heil. dentagen Soll unser Herz nun nicht verzagen; Auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, Wer dein Erlös'ter ist, Und find stille. Ob auch die Welt In Trümmer fällt; Du bist's, an den ( 126) der Glaub' sich hält! Ewigkeit? Mel. Ewigkeit du Donnerwort zc. 2. Augenblicke dieser Leiden! Was seid ihr gegen jene Freuden Der unbegrenzten Seht am Ziel die Krone prangen, O Und kämpft und ringt, sie zu 380. Erhöhter Jesu, Goterlangen, Die ihr dazu berufen tes Sohn, Der du schon längst seid! Euch halt in euerm Lauf des Himmels Thron Als HerrKein Schmerz des Lebens auf; scher eingenommen! Du wirst Ueberwindet! Das Ziel ist nah; dereinst zu rechter Zeit In großer Bald seid ihr da, Und eure Leiden Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wieder fommen. Gib, daß sind nicht mehr! dann froh und mit Vertrau'n, S Herr, dich meine Augen schau'n! 2. O Herr, wer fasset jetzt die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Und Alle vor dir schweigen! Dann sieht die Welt die Majestät, Zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, Der eure Thränen alle zählet, Auch Jesus stritt mit festem Muth. Ach, wie hat der Herr gerungen! Wie tief ward er von Angst durchdrungen! Sein Schweiß im Kampfe war wie Blut. Doch sah'n die Feinde nicht Auf seinem Angesicht Bange Schrecken. Treu blieb er Gott Vis in den Tod; Dann fuhr er herrlich auf zu Gott. 4. Lasset uns mit Christo leiden! Mit Christo ärnten wir auch Freuden In seines Vaters Hause ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, Mit unserm Haupt hindurchzudringen, Und seines Himmels werth zu sein! Der Hilfe schafft, ist Er; Sein großer Nam' ist: Herr, Unf're Stärke! Die ihm vertrau'n, Die werden schau'n, Wie Retter er und Helfer ist. da 3. Laut tönet dann in jedes Grab Dein allmachtsvoller Ruf hinab, Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das große unzählbare Heer Der Todten wiedergeben. Durch deine Stimme neu beseelt Geh'n sie hervor, und Reiner fehlt. s 4. Da stehen sie vor deinem Thron, Erwarten den bestimmten Lohn Mit Freuden oder Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; Die Frommen gehen 5. Ja, Herr Jesu, du wirst mit dir ein In das verheiß'ne kommen, Wirst ganz erlösen deine Leben. Wer leugnet dann noch, Frommen! Wir freuen uns und Jesu Christ, Daß du der Erde danken dir. In den bängsten Lei- Richter bist? 224 Von der Erlösung. 5. D gib, wenn nun dein Tag| Des Todes stille Nacht Ist nun erscheint, Daß ich alsdann in dir vorbei; erwacht! Hallelujah! den Freund, Den Heiland wieder- Macht euch bereit Zur Ewigkeit! finde; Daß ich mit Freuden vor Sein Tag, sein großer Tag ist da. dir steh', Und mit dir in den Himmel geh', Ganz frei von Noth und Sünde! Laß mich nur stets behutsam sein, Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n! 2. Erd' und Meer und Felsen beben; Die Frommen stehen auf zum Leben; zum neuen Leben steh'n sie auf! Ihr Versöhner kommt voll Klarheit; Vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; Der Tugend Lohn frönt ihren lauf. Licht ist um deinen Thron, Und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, Dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 6. Dein Name sei mir ewig werth, Und was dein Wort von mir begehrt, Laß mich mit Freuden üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preis't, Aus voller Kraft zu lieben; So hab' ich in der Ewigkeit Auch Theil an deiner Herrlichkeit! snis( 126) 1891Gigne Melodie. 381. Wachet auf, ruft einst die Stimme, Des Sohnes Gottes Allmachtsstimme; Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erlös'te Sünder! Versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; Am Ziel sind wir, bei'm großen Lohn! Christus strömt der Freuden Fülle Auf uns; wir seh'n ihn ohne Hülle, Ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sabe sie, Das Obr vernahm sie nie, Diese Wonne! Von Ewigfeit Zu Ewigkeit Sei Dank und Preis und Ehre dir!( 135. 94) til locate sd Mel. Wie schön leucht't ic. 382. Sinst rauscht die Stimme seiner Macht; Sie rauscht, wie Sturm: erwacht! erwacht! Und alle Hügel beben. Schen müssen Meere, Ströme, See'n, Und Berge, Thäler, Tiefen, Höh'n Die Todten wieder geben. Leben, Leben Hebet wieder Meine Brüder Aus den tiefen, Finstern Klüften, wo sie schliefen. Auferweckung der Todten. ung Bald werden Gottes Donner laut Den Keim, den er ihr anvertraut, Von unsrer Erde fodern. Freudig, Freudig Steh'n die Seinen, Beten, weinen Freudenzähren Ihm, der Todte weckt, zu Ehren. 3. Nun beb' ich an dem Grabe nicht! Ich glaube, was der Mitte ler spricht: Ihr werdet auferstehen!" Auch ich werd' einst mit Sonnenblick Jhn, meine Wonne 2. Mag denn im Bette der und mein Glück, Den TodtenNatur Die abgestreifte Hülle nur, wecker sehen. Stimme Gottes! Mein Körper, mag er modern! Auf, erhebe Dich, und bebe, Der Erlöser als Tobtenerwecker. 225 Todeshügel! Bis fie brechen, fürst, Nun deine Todten rufen deine Niegel! wirst, Zum Leben aufzuwachen. Gigne Melodie. 383. Aufersteh'n, ja aufersteb'n wirst du, Mein Leib, nach furzer Ruh! Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesä't, Der Herr der Aernte gebt, Und sammelt Garben, Uns ein, uns ein, die starben! Hallelujah! 3. Tag des Dank's, der Freudenthränen Tag! Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein! Mit Christo geh'n wir ein Zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt' ich Im Heiligthume Zu seines Namens Ruhme! Hallelujah! 3. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein Heiland, stehen! Du nimmst mich dann zu Ehren an, läßt in dein Neich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, An Leib und Seele ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 4. Denn wo du bist, da sollen die, Die dir hier folgten, leben, Und ewig frei von Sorg' und Müh, Von Seligen umgeben, Genießen deiner Herrlichkeit. D was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 5. Laß die zukünft'ge Herrlichfeit Mir stets vor Augen schweben, Und oft schon in der Prüfungszeit Mein Herz dahin erheben, Wo keine Schwachheit mehr uns drückt, Wo wir, der Sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 6. Erwede mich dadurch zum Fleiß, Hienieden dir zu leben, Dir Leib und Geist, zu deinem Preis, Zum Eigenthum zu geben. Und faßt mich einst des Todes Schmerz, So tröste der Gedank' mein Herz: Es kommt ein Tag des Lebens! ( 34) ( 94) Mel. Mein HerzenssJesu, meine zc. 384. Mein Heiland lebt; er hat die Macht Des Todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des Grabes geschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein; Sein soll mein ganzes Leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; Doch wird er wieder leben, Und einst aus der Verwesung Staub Sich neu gebildet heben, Wenn du, o großer LebensMel. Es ist gewißlich an der 2c. 385. Herr, wenn einst deine Stimme ruft: Kommt wieder, Menschenkinder!" Und wenn ich dann aus meiner Gruft Unsterblich, nicht mehr Sünder, Zum neuen Leben aufersteh, Und deinen Himmel vor mir seb; Dann fauchz' ich, daß ich lebe. 2. Wie wird mir, dem Er15 226 Von der Erlösung. wachten, sein! Welch himmlisches nicht in's Gericht; Denn du bist Entzücken, Wenn Leib und Seele meine Zuversicht! sich erfreu'n, Und sich verklärt erblicken, Wenn nun mein Aug' nach langer Nacht In Gottes neuer Welt erwacht, und keine Nacht mehr fürchtet! 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Den Samen auszustreuen. Dort wird der herrlichste Gewinn Der Aernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; Denn du bist meine Zuversicht. 3. Dann seh' ich und bewundre den, Der mir dies Heil erworben. Zum erstenmal werd' ich ihn seh'n, Jhn, der für mich gestorben; Der mir zum Leben auferstand, Und mich mit brüderlicher Hand In seine Freude führet. 4. Dies Leben ist ein fteter Tod; Dort ist ein herrlich Erbe Mein Theil nach aller Müh' und Noth: Ich lebe, wenn ich sterbe. Ich werde sein, wo Jesus Christ, Der Todten Erstgeborner ist, Und nicht hinfort mehr sterben. 5. Grabt den entseelten Leib nur ein! Staub waren seine Glieder; Staub werden sie im Grabe sein; Aus Staub schafft Gott fie wieder. Gesä't werd' ich, um aufzublüh'n; Das Todtenfeld wird wieder grün zu tausendfält'gen Früchten. 6. In diesem seligen Vertrau'n, Einst herrlich aufzustehen, Laß mich, mein Heiland, ohne Grau'n Den Weg des Todes gehen. Es zeige mir ein sanfter Tod, So wie ein schönes Abendroth, Von fern den schönern Morgen! 3. Hier trag' ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Allein der Thor, der sie nicht faßt, Nennt's fälschlich eine Bürde. Einst trifft den Spötter dein Ge richt, Und dann siegt meine Zu versicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub; Dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trost's Gewicht, Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, Gingst du aus deiner Gruft herfür; Du lebst, auch ich soll leben. Ich glaub' an dich, und zweifle nicht; Dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, Den großen Trost, daß ich durch dich Den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; Denn du bist ( 85) meine Zuversicht!( 195) Mel. Auf Christenmensch, auf 2c. Mel. Ich weiß mein Gott, daß ic. 386. Herr, du bist meine Zuversicht! Du lebst; auch ich soll 387. Mit frommer Freude leben. Du wirst, wie mir dein dank' ich dir! Die große WahrWort verspricht, Unsterblichkeit heit hast du mir, Mein Heiland einst geben. Dein Jünger kommt offenbaret: Mein leib wird in Der Erlöser als Weltrichter. dem Grabe nur Zum Aufersteh'n bewahret. 2. Ich soll aus meinem Grabe geh'n; Ich soll vor meinem Richter steh'n; Ich bör's aus deinem Munde. Du bist die Wahrheit; ja, es fommt, Es kommt die frohe Stunde! 227 5. Laß mich schon hier dein eigen sein! Auch Leib und Glieder sind ja dein; Du gibst sie schöner wieder. O Seele, so mißbrauch' sie nicht; Denn sie sind Christi Glieder. 6. Was sorgst du für den Leib, mein Herz? Es ist sein Mangel und sein Schmerz Dem Heiland unverborgen. Er, der ihn einst verklären wird, Wird hier wohl für ihn sorgen! 3. Du haft für mich den Tod geschmeckt; Du bist für mich auch auferweckt; Der Tod liegt dir zu Füßen. Die Frucht von deinem Aufersteh'n Soll und werd' ich genießen. 7. Herr, auch im Sterben bin ich dein! Der Tod soll mir nicht furchtbar sein; Das Grab foll mich nicht schrecken. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Er wird ( 108) 4. In Schwachheit schließ' ich meinen Lauf; Mit großen Kräften steh' ich auf; Verweslich ausgefäet, Wird dann zur Unverweslich- mich auferwecken. feit Mein Leib durch dich erhöhet. Weltgericht. Mel. Wachet auf, ruft c. 388. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Erwacht; denn euch, ihr Menschenfinder, Erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben Hat Gott in eure Hand gegeben: Erwacht; noch ist zur Buße Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der Frevler Spott! Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht; Er kommt und hält gewiß Gericht. Mittler Hat euch versöhnt, Mit Gott versöhnt; Wer überwinder, wird gefrönt. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, Mit reinem Herzen zu empfangen; Denn plöglich bricht sein Tag berein. Und der Richter wird vom Bösen Sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, Von Sünd und Tobe sie befrei'n. Dann ist vollkommnes Heil In Ewigkeit ihr Theil: Jauchzt, ihr Frommen! Seid ftets bereit! Es kommt die Zeit; Es kommt mit ihr die Ewigkeit. ( 53) Eigne Melodie. 389. Tag des Herrn, an 2. Sünder werden angstvoll zagen, Sich vor dem Nichter selbst verklagen, Und bebend steh'n vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen! 3u euerm dem die Welten Asche werden Heile wird er kommen; Bald vor dem Schelten Deß', der femmt er, und mit ihm sein Lohn. Euch schrecket fein Gericht; Der Herr verwirft euch nicht. Euer fommt, um zu vergelten! 2. Welch ein Zittern, wenn er richten Wird des Herzens stilles 15* Von der Erlösung. 228 Dichten, Alles prüfen, Alles sichten! 3. Dann wird die Posaun' erklingen, Schmetternd durch die Gräber bringen, Alle vor den Richter zwingen! 4. Tod wird und Natur erbeben, Wenn die Todten dann zum Leben Aufsteh'n, Rechenschaft zu geben! 5. Bücher werden aufgeschlagen, Alles, Alles anzusagen, Vor dem Richter zu verklagen. 6. Dunkel muß vor ihm verschwinden: Das Geheimste wird er künden, Schonen keines Frevlers Sünden. 7. Was soll dann ich Armer sagen? Wen um Schuß zu rufen wagen, Wo sogar Gerechte zagen? 8. König, furchtbar auf dem Throne! Quell der Gnaden, ach verschone! Rette! Nach Verdienst nicht lohne. 9. Milder Jesu, woll'st gedenken, Daß du kamst, mir Heil zu schenken; Nicht mich in's Verderben senken! 10. Nein, du kannst mich nicht verstoßen, Hast dein Blut für mich vergossen: Nicht vergebens sei's geflossen! 11. Meine Schuld woll'st du vergeben! Gnade laß mich seh'n und Leben, Eh' ich Rechenschaft muß geben! 12. Tief verschuldet seufz' ich bange, Und die Scham färbt meine Wange: Schone, daß ich Gnad' erlange! 13. Der Marien Trost gewähret, Und des Schächers Fleh'n erhöret; Hoffen haft du mich gelehret! 14. Zwar unwürdig ist mein Flehen; Dennoch woll' es nicht verschmähen! Gnade laß für Necht ergehen! 15. Der Verworf'nen Schaar entnommen, Laß mich dir zur Rechten kommen; Stelle mich zu deinen Frommen! 16. Müssen Jene von dir scheiden, Der Verdammniß Qual zu leiden; Rufe mich zu deinen Freuden! 17. Tief zerfnirscht ring' ich die Hände; Flehend ich zu dir mich wende: Herr, Herr, sorge für mein Ende.( 20.83) Mel. Es ist gewißlich an der ic. 390. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Nachdem er hier gewandelt. Er kommt, er kommt des Menschen Sohn, Er kommt, von Gott erwählet schon, Den Erdenkreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier steh'n die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen, Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am Meer der Sand; Hier steh'n sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unter liegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, Wird keine Bosheit siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; Hier gilt nicht mehr Betrug und List; Hier gilt fein falscher Zeuge. 4. D Herr, mit welcher Ma jestät Wirst du das Urtheil fällen! Der Erlöser als Weltrichter. 229 Was wird dann dem, der dich| Welten! Denn du willst ververschmäht, Den finstern Pfad erhellen? Des strafenden Gewissens Pein Wird ewig dann sein Rächer sein, Vom Himmel ihn entfernen. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der Frommen Werth erscheinen! Du, Herr, nimmst sie mit Ehren an, Bekennst sie als die Deinen; Und sie seh'n mit erstauntem Blick, Daß Glanb' und Lieb' das höchste Glück Durch Gottes Huld erwerben. 6. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, Das Gott für sie bereitet, Und seh'n sich ewig, Engeln gleich, Mit Herrlichkeit bekleidet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; Rein Kummer, keine Traurigkeit Stört fortan ihre Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, Wenn hier mich Leiden tränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der Rechenschaft, Nach deinem Wort zu wandeln. ( 34) gelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, Wenn ich deine Gabe, Meine Kräfte, meine Zeit Hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, Hab' ich hier Dein Geschenk verschwendet Und nicht angewendet. 4. Laß doch täglich dein Gericht Mir vor Augen schweben. laß mich stets denn, meiner Pflicht Treu zu sein, bestreben, Daß ich nie Thöricht sie Aus den Augen sege, Nie mit Fleiß verlege. 5. Lehre mich gewissenhaft Meine Tage zählen; Jeden Schritt zur Rechenschaft Necht mit Vorsicht wählen. Gib, daß ich Ernstlich mich Jeden Tag, auch heute, Auf sie vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit Furchtbar in der Nähe; O dann ist es nicht mehr Zeit, Daß um Gnab' ich flehe. Wenn der Tod Schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich Gleich für jede Sünde, Heiland, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben; Sünder, du sollst leben! 8. Dann erscheine zum Gericht; Ich darf zu dir beten. Mich verstößt dein Vater nicht; Du wirst mich vertreten. Ewig dein Werd' ich sein, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben.( 126) Mel. Straf mich nicht in deinem u. 391. Herr, ich bin dein Eigenthum; Dein ist auch mein leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm Hast du mir's gegeben. Väterlich Führst du mich Auf des Lebens Wegen Meinem Ziel entgegen. Mel. Valet will ich dir zc. 2. Bald kommst du mit großer Kraft Zum Gericht auf Erden. 392. Ich denk' an dein GeDann soll ich zur Rechenschaft richte, Du Richter aller Welt! Dargestellet werden. Dein Ge- Der Chor nenn's ein Gedichte, richt Säumet nicht, Richter aller Das Schwachen nur gefällt. 230 Von der Erlösung. Mich soll sein Wahn nicht stören,| geh'n; So hoff' ich nicht mit Weil mich des Wortes Licht Und mein Gewissen lehren, Du haltest einst Gericht. Grat Schanden Vor deinem Thron zu steh'n. Du stellst auch mich zur Rechten, Von allerSchuld befreit; Führst mich mit deinen Knechten In deine Herrlichkeit.( 174) 2. Mein Geift erblickt die Schaaren, Vor deinen Thron gestellt, Die hier im Leben waren Von Anbeginn der Welt. Hier muß sich Jeder stellen, Und seinen Urtheilsspruch Von dir sich lassen fällen Zum Segen oder Fluch. 3. Umsonst sucht nun der Sünder Vor deiner Macht zu flieh'n. Herr, alle Menschenkinder Wirst du zur Rechnung zieh'n! Du rufft und sie er scheinen Vor deinem Nichterthron. Den Sündern und den Deinen Gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlodend seh'n die From men Dein heil'ges Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, Zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! Erlöst von aller Müh', Seh'n sie den Himmel offen, Und du, Herr, fegnest fie! 5. Wie angstvell aber beben, Die hier dein Wort verhöhnt, Und durch ein sündlich Leben Das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten Ihr Theil in jener Pein; Du führest die Gerechten Zu deinen Freuden ein. 4015 Mel. Wachet auf, rustic. 393. Noch ist zwar im Herrn verborgen Der Christen Wandel; doch der Morgen Ist nah, der seinen Tag verspricht. Aber dann, wann er erscheinet; Wann jede Thräne, ihm geweinet, Zur Wonne wird am Weltgericht: Dann wird es offenbar, Was unser Wandel war: Hallelujah! Der Herr kommt bald, Der Herr kommt bald, Und mit ihm unsers Glaubens Lohn. 2. Uns, die noch in Schwachheit leben, Wird er zur Herrlich feit erheben, Wenn er an uns nur Treue sieht. Beben werden seine Feinde, Wenn wir getroft sind, seine Freunde, Die Nichts von seiner Liebe schied. Dein Eigenthum sind wir, Sind lieb und theuer dir, Jesus Christus! Schon eingeweiht Zur Herrlichfeit Hast du auch uns durch Kampf und Leid. 3. Vor uns bist du hingegangen. Wir folgen nach, o Herr, und hangen Fest, ewig ungetrennt an dir. Nun wirst du dein Reich errichten, Wirst, was es hindern fann, vernichten; Des Reiches Erben sind dann wir. O unaussprechlich groß Ift, Christen, unser Loos: Amen! Amen! Trennt uns der Tod; Wir geh'n zu Gott, Und finden wieder uns bei'm ( 38) 6. Laß, Jesu, dies Gerichte Mir stets vor Augen sein, Und drücke sein Gewichte Tief meinem Herzen ein! Gib, daß vor dir ich wandle In wahrer Frömmigkeit, Und als ein Weiser handle, Der seinen Richter scheut. 7. 3ft dann dein Tag vorhanden, Wird diese Welt ver- Herrn! Der Erlöser als Weltrichter. Mel. Herr Jesu Christ, wahr. ic. 394. Preis ihm! Er kommt, des Menschen Sohn, Er kommt und mit ihm kommt sein Lohn! Ihn werden alle Welten seh'n, Und alle Völker vor ihm steh'n. 2. Um seinen Thron Gerechtigkeit, Auf seinem Antlig Heiligfeit! Zu seiner Rechten Licht und Heil, Zur Linken der Verworf'nen Theil! 3. Wenn aus des Staub's und Moders Nacht Der Todten große Schaar erwacht; Wenn dann auch mich aus meiner Gruft Die Stimme meines Richters ruft; 4. Wenn, vor sein Antlig hingerückt, Mein Auge seinen Glanz erblickt; Wenn sich die Frommen 231 seiner freu'n: Wie wird dann mir zu Muthe sein! 5. O hörte dann, des Ew'gen Sohn, Auch ich den segnend frohen Ton: Du brachtest, wenn ich hungrig war, Mir Hungernden Erquicung dar! 6. Du hast mich Durstenden getränkt, Mir Nackenden dein Kleid geschenkt; Nahmst dich des Gast's, des Kranken an, Haft mir Gefang'nen wohlgethan!" 2. Gedanke voller Majestät! Umringt von Finsternissen, Hoch über die Vernunft erhöht, Stillst du doch mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Nicht ihren Bau ergründen; Und doch kann ich der 7. O ströme du, des Ew'g ' gen Sohn, Alsdann von deinem Richterthron Des Himmels ew'ges Heil und Nuh Mir Demuthsvollen gnädig zu! 8. Dann heke du durch's Perlenthor Auch mich zu jener Stadt empor, Zur Gottesstadt, wo Herrlichkeit Und Wonne ist in Ewigkeit! ( 52) 2. Abschnitt. Vom Heile in Chrifto. 1) Das Heil nach seinem Wesen überhaupt. Mel. Ich dank' dir schon zc. Sonne Licht Und ihre Kraft empfinden. 395. Gedanke, der uns Le- 4. So kann ich auch nicht Gotben gibt! Wer kann dich ganz tes Rath Von unserm Heil erdurchdenken? Also hat Gott die gründen; Allein das Göttliche Welt geliebt, Mir seinen Sohn zu schenken! der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn, So werd' ich irren müssen, Und wer Gott ist und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. 6. Nimm mir den Troft, daß Jesus Christ Auch meine Schuld 232 Vom Heile in Chrifto. getragen, Mein Mittler, mein für und für Des Glaubens Freud' Erlöser ist; Wie angstvoll muß empfinden; So wirk' er doch sein ich zagen! Werk in mir, Und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, Laß mich noch sterbend denken: Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht Alles schenken? ( 55) 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spötter rauben. Ich fühle seine Göttlichkeit, Und halte fest am Glauben. 8. Des Gottessohnes Eigenthum, Durch ihn des Himmels Erbe, Das bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Er gibt mir seines Geistes Kraft, Im Glauben mich zu stärfen, Der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern Mit reinem Herzen thue, So fühl ich Freudigkeit im Herrn, Und schmecke Trost und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, Und ich zum Kreuze trete, So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und gibt, worum ich bete. Mel. Wie schön leucht't ic. 396. Wie groß ist unsre Seligkeit, O Gott, schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden, Wenn unser Herz sich dir ergibt, Und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes Leben Wird anheben, Da man Freuden Aerntet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns gibest, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer fann deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier müssen streiten, Und zu Zeiten Schwach uns fin den, Hilfst du uns doch überwinden! 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Der mich einst aus der Erde Erweckt und in sein Reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. 13. Kann meine Lieb' im Glauben hier Jemals für dich erfalten? 3. Du deckest unsre Schulden. Das ist die Liebe, Berr, zu dir, zu, Schenkst unfern Seelen wahre Dein Wort von Herzen halten. Rub, Und sättigst uns mit Freude. 14. Erfülle mich mit Dankbar- Dein Sohn ist unser Haupt und feit, So oft ich dich nur nenne, Ruhm, Wir sein erkauftes EigenUnd gib, daß ich dich jederzeit thum, Und Schafe seiner Weide. Treu vor der Welt bekenne. Gutes Mutbes Sind auf Erden In Beschwerden Unste Seelen: Herr, was kann bei dir uns fehlen? 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Für dich hier Schmach zu leiden; So laß mich keine Schmach und Pein Von deiner Liebe scheiden. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Gnade, die uns 16. Und kann ich auch nicht widerfährt, Verborgen hier auf Nach seinem Wesen. 233 Erden. Doch wenn dereinst vorzu, Hier kurzen Schmerz, dort aller Welt Er, unser Herr, ew'ge Ruh. Gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann Sieht man Ihn mit Kronen Uns belohnen, Und mit Ehren Für sein treues Volk erklären. 5. Wie selig sind wir Christen dann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde Vor Augen haben allezeit; So tragen wir mit Willigkeit Der furzen Leiden Bürde. Herr, gib Den Trieb In die Seelen, Dich zu wählen, Und das Leben Ganz zu Jesu Dienst zu geben!( 173) zc. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort e. 397. Mein Glaub' ist meines Lebens Nuh, Und führt mich deinem Himmel zu, D du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, Daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht Zu deiner Ewigkeit ein Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, Nicht mehr des Todes ew'ger Naub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlös'ter bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, Mir, der ich jener Herrlichfeit Mit Ruh entgegen schaue! Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt das Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch In meinem Lauf auf Erden. Ich übe findlich meine Pflicht; Doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld, Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 3. Ich bin erlös't, ich bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Trübsal dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens! Gott selber mißt mein Loos mir 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh; Du heilest meine Wunden zu, Und stillest mein Gewissen; Und fall' ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Chrift! Und seine Gnad' und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung; Die Gnade wirkt Erneuerung Des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft Den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben! Wie sollt' ich, was in dies ser Zeit Den Vorschmack gibt der Seligkeit, Nicht suchen, fassen, 234 Vom Hetle in Chrifto. üben? O präg' es meinem Her- O heilige uns unserm Herrn, Zu zen ein, Welch Heil es ist, ein Chrift zu sein! leben ihm, zu sterben gern! ( 126) 4 Durch dich, o Gott, wie groß sind wir! Und o, wie selig werden wir! Lehr' uns dies Glück recht achten. Der Erde Scheingut sättigt nicht; Der Erde Weisheit tröstet nicht: Lehr' uns nach Bes serm trachten! Der du für dich uns opfertest; Der du uns Sünber heiligest: Heil uns, wir sind dein Eigenthum; Wir bringen deinem Namen Ruhm! Herr, unser Gott! Sei ewig, ewig unser Gott: Dein sind wir lebend und auch todt! ( 195) Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 398. Mein Glück im kurzen Raum der Zeit, Den hohen Werth der Ewigkeit Erfennet meine Seele. Du, Schöpfer, riefft fie aus dem Nichts Zum frohen Anschau'n deines Lichts; Dies dankt dir meine Seele! Nicht zu der Freude dieser Zeit; Zur Wonne jener Ewigkeit; Dir einst zu werden ähnlicher, Schufst du mich, o Allmächtiger. O Bater, Gott! Für mich gabst du den Sohn in Tod: Wie groß bin ich durch dich, o Gott! 2. Sohn, zum Versöhner mir gesandt! Ich folge deiner fanften Hand, Die mich zum Himmel hebet! Für mich auch floß dein Blut dahin; Mich von der Welt zu dir zu zieh'n, Hast du am Kreuz gebebet. Zwar seh' ich jetzt mit blödem Blick Von ferne nur mein künftig Glück, Und dunkel ist mir jene Welt, Die Gott dem Glauben vorbehält. Doch Jesu Christ! Wenn einst mein Aug' im Tode bricht, Dann seh' ich dich von Angesicht. 3. Geift Gottes, uns're Zuversicht! Verlaß, verlaß uns Arme nicht, Und stärke unsern Glauben. Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, Und laß uns unsern Gnadenlohn In dieser Welt Nichts rauben. Lent' von der Luft der Eitelkeit Uns auf das Heil der Ewigkeit. Ach unsern Geist empfehlen wir Im Leben und im Sterben dir. Du Geist aus Gott! Eigne Melodie. 399. Eins ist Noth; ach Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles And're, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter die Seele fich mühet und plaget, Und dennoch fein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles ersegt, So werd' ich in Einem mü Allem ergögt. 2. Seele, willst du dieses finden; Such's bei feiner Creatur! Laß, was irdisch ist, dahinten; Schwing dich über die Natur: Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet; Da, da ist das beste, nothwendige Theil, Dein Ein und dein Alles, Dein ewiges Heil. 3. Dir auch ist das Heil beschieden, Das Maria sich erlas, Als sie, voll von sel'gem Frieden, Still zu Jesu Füßen saß. Ihr Herz, wie entbrannt' es, die hei ligen Lehren Von Jesu, dem 235 Nach seinem Wesen. himmlischen Meister, zu hören! erwähle, Mir zur Heiligung Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt; So ward ihr auch Alles in Einem geschenkt. gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist Alles in dir, mein Erlöser, gegeben. Entreiß' mich der Lust der vergänglichen Welt, Und lehre mich leben, wie dir es gefällt! 8. Ja, was kann ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenfluth! Du bist Einmal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Und mich von dem Joche des Elends entbunden. Mir hast du die völlige Fülle Nur in dir verborgen liegt. Freiheit gebracht, Auch mich Gib denn, daß sich auch mein Wille Gern in jene Schranken fügt, In welchen die Demuth in Einfalt regieret, Die mich zu der Weisheit, der himmlischen, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht fenne und weiß, So hab' ich der Weisheit, der himmlischen, Preis. nun zum Erben des Himmels gemacht. 9. Volles G'nügen, Ruh' und Freude Ist's, was meine Seele legt, Weil auf frischer grüner Weide Mich mein guter Hirt ergött.Was könnte das schmachtende Herz mir erlaben, Gebrächen mir Armen die himmlischen Gaben? Was wäre, das nun noch die Seele betrübt, Wenn Jesus, mein Jesus, den Frieden ihr gibt? 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, laß es mir gelingen, Rein zu werden durch dein Blut! Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. Da hab' ich die Kleider des Heiles erlangt, In welchen mein Glaube in Ewigkeit 10. Darum, Jesu, du alleine Sollst mein Eins und Alles sein! Prüfe, forsche, wie ich's meine; Tilge allen Heuchelschein. Sieh', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich selber auf ewigem Wege. Laß Schmach mich nicht achten, nicht Trübfal und Tod, Um dich zu gewinnen: 4. Also steh't auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir! Laß mich innig an dir hangen; Schenke dich zu eigen mir. Wie viele, von Weltsinn bethört, dich verlassen; Ich will dich mit ewiger Liebe umfassen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist: Was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? 5. Aller Weisheit höchste prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht! Du bist, Herr, den ich Dies Eine ist Noth!( 178) Vom Heile in Christo. Insbesondere: Das Heil in dem gegenwärtigen Leben. 236 Begnadigung und Sündenvergebung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 400. Gott, deine Gnad' ist unser Leben; Sie schafft uns Heil und Seelenruh! Dein ist's, die Sünde zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnädig an, Die sich voll Reue zu dir nah'n. 2. Um uns Verlorne zu erretten, Gabst du für uns den eignen Sohn. Er litt, damit wir Friede hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie haft du uns geliebt; Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei dei- wankt sie doch nicht! Wohl dem, ner Treue, Die Niemand g'nug der sich auf dich verläßt; Sein erheben kann! Nun nimmst du Heil steht unbeweglich fest! jede wahre Reue Mit Vaterliebe gnädig an: Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen Mittler ebrt! 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freu'n, Und deinem Dienst mein ganzes Leben In findlichem Ge horsam weih'n. Herr, du vergibst mir meine Schuld; Nie, nie vergeß' ich diese Huld. ( 34) 4. Entladen wird er aller Plagen, Die dem Gewissen furcht bar sind. Er kann getrost und freudig sagen: ,, Gott ist für mich; ich bin sein Kind! Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei Gott vertritt." 5. D Herr, wie selig ist die Seele, Die sich in deiner Gnade freut! Und sei's, daß Erdenglück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Dein Friede überwieget weit Die Welt und ihre Herrlichkeit. größten Noth, Gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, Und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit Ein Vorschmack ew'ger Herrlichkeit. 7. Laß, Vater, laß auch mich empfinden, Wie köstlich dieser Friede sei! Sprich du auch mich von meinen Sünden Und ihren Strafen völlig frei! Dein Sohn, der unsre Sünde trug, That sterbend auch für mich genug. 8. D laß mich dies im Glau ben fassen, Und meinen Geist mit Zuversicht Auf deine Treue sich verlassen; Wenn alles wanft, 6. DeinFriede stärkt mit hohem Muthe Das Herz auch in der Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. 401. So hoff ich denn mit festem Muth Auf Gottes Gnad' und Christi Blut; Ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, An dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; Im Herzen durch Begnadigung und Sündenvergebung. 237 den Glauben rein, Dich lieben, Dichten, mein Bestreben Sei, und versichert sein Von deines Geistes Gaben! deiner werth zu sein! Der Lüste Gluth zu dämpfen, Für Jesum nur zu glüh'n, Die Sünde zu bekämpfen, Sei ewig mein Bemüh'n. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirkt göttliche Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, Verfüßet uns des Lebens Ruh', Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein göttlich Wort Um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, Und mich mit Troft erfüllen! 5. O fomm, du Geist der Liebe! Steh du mir mächtig bei! Daß jeder meiner Triebe Vor dir geheiligt sei! Laß meiner Brüder Freuden Mich schau'n mit heiterm Blick, Und meines Nächsten Leiden Verwandeln in sein Glück. ( 55) Mel. Befiehl bu beine Wege ic. 402. Ich bin der Angst entnommen; Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen Mich wieder zu ihm nah'n. Geheilt sind meine Schmerzen; Mein Mittler stillte fie. Gott, solche Ruh im Herzen Fühlt ich auf Erden nie! 6. Und wankt auf meinem Pfade Mein ungewisser Schritt! So lenke Geist der Gnade, Allmächtig meinen Tritt! Dir, Fübrer, folg' ich immer, Und sei's auch in das Grab; Entzeuch, mein Hirt, mir nimmer Den sichern Hirtenstab! ( 51) Mel. Beschränkt ihr Weiſen dieser zc. 403. Mein Heiland nimmt die.Sünder an, Die unter ihrer Laft der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgends Ruh und Rettung finden. In ihrer tiefsten Seelennoth, Wenn das Gesetz Verdammniß droht, Wenn das Gewissen sie verklaget, Und vor dem Nichter angstvoll zaget, Seh'n sie die Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 2. Der Lüfte wild Getümmel Schweigt nun in meiner Brust; Ich seh' den offnen Himmel; Ich athme sel'ge Lufst. Befreit von Seelenleiden Und von Gewissenspein, Trink' ich den Kelch der Freuden; Wie könnt' ich ſel'ger sein? 2. Sein überschwenglich liebend Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, Ein Tilgerihrer Schuld zu werden. Er senkt sich ganz in ihre Noth, Und schmeckt für sie den bittern Tod. Nun, da er hat sein eigen Leben, 4. So sei denn nun mein Sie zu versöhnen, hingegeben, Leben, Erbarmer, ewig dein! Mein Und für die Welt genug gethan; 3. Gott voll Huld und Treue! Was macht mich dir so werth, Daß du das Fleh'n der Reue So gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staube, Was dich zur Huld bewog; Dein Herz, Gott, und mein Glaube War's, was dich zu mir zog. 238 Nun heißt's: er nimmt die Sünder an. Vom Heile in Christo. 3. D fönntest du sein Herz nur seh'n, Wie sich's nach armen Sündern sehnet, Wenn sie noch in der Irre geh'n, Und wenn ihr Aug' voll Reue thränet! Wie neigt zu Zöllnern sich sein Sinn; Wie eilt er zu Zachäus hin! Wie gnadenvoll stillt er die Thränen Der reuevollen Magdalenen, Gedenkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, Den Jünger, der so tief gefallen! Und das hat er nicht bloß gethan, Als man ihn sab auf Erden wallen. Nein, ewig bleibet er sich gleich, An Mitleid und Erbarmen reich. Wie er war unter Schmerz und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. dich gelockt mit Flehen, Wie lang sich nach dir umgesehen! Eil', eil', verlaß die Sündenbahn! Der Heiland nimmt die Sünder an! 7. Sprich nicht: ich sündigte zu schwer; Ich bin zu sehr mit Schuld beladen! Zu oft hab' ich Verblendeter, Zu lang verschmäht den Ruf der Gnaden! wenn du's jetzt nur redlich meinst, Und deinen Fall mit Ernst beweinst; So laß die bangen Zweifel schwinden: Du wirst vor ihm noch Gnade finden. Er hilft, wenn Niemand helfen kann: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit; Ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht schon heut Die off'ne Gnadenpforte schließen! Nein, weil er ruft, so hóre du, Und tritt zum Gnadenthron herzu. Wer heut den Ruf hört und doch säumet, Hat leicht die Gnadenzeit verträumet. Ihm wird hernach nicht aufgethan! Heut komm', heut nimmt dich Jesus an! 5. Er führt sie zu dem Vater hin Mit treuen, brüderlichen Armen. Geneigt ist schon des Vaters Sinn Zu lauter ewigem 9. D zeuch uns alle recht zu Erbarmen. Gott nimmt sie auf dir, Erbarmungsvoller Freund an Kindesstatt; Ja alles, was er der Sünder! Erfüll' mit Sehnist und hat, Wird ihnen eigen sucht und Begier Nach Gott die übergeben. Die Pforte zu dem abgewichnen Kinder. Zeig' uns ew'gen Leben Wird ihnen fröhlich bei uns'rer Sünde Schmerz Dein aufgethan; Mein Heiland nimmt offnes, liebevolles Herz; Und die Sünder an! wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis Jeder freudig rühmen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! ( 107) 6. So komm' denn mit gebeugtem Geist, Wen seine Sünde tief betrübet, Zu ihm, der Reinen von sich weis't, Zu ihm, der überschwenglich liebet! Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er Mel. Wunderbarer König 2c. bir entgegen geht! Wie hat er 404. Jesu, Friedensbote! Begnadigung und Sündenvergebung. 239 Retter von uns Allen! Laß dir| Ewigkeit erwählt. Nun ruh' ich unser Lob gefallen. Gottes Vater- sanft in seinen Armen; Mein liebe Hast du uns erkläret, Hast Vater blickt mich freundlich an; sie mit der That bewähret. Ja du Ich weiß von Nichts als von haft Uns der Last, Welche Sünder Erbarmen, Dadurch ich ihm drücket, Liebevoll entrücket! gefallen kann. 2. Das danke ich dem guten Hirten; So selig hat er mich gemacht. Mit Schmerzen sucht' er mich Verirrten, Und gab auf meine Wege Acht, Er wusch mich rein, verband die Wunden, Und legte mich in Vaters Schoos; Da hieß es: du haft Gnade funden, Du bist von Schuld und Strafe los. 2. Hohe Lobgesänge Schallen dir zum Preise Ueber jedem Himmelskreise, Daß du, von Erbarmen Gegen uns geleitet, Heil und Segen uns bereitet. Sollten wir, Jesu, dir nicht vor allen Dingen Dank und Ehre bringen? 3. Dankvoll will ich singen Deine Lieb' und Güte Mit dem treuesten Gemüthe. Du bist auch mein Netter, Hast dein theures leben Willig in den Tod gegeben. Gern will ich, Heiland, dich Preisen durch ein Leben, Gänzlich dir ergeben. 3. Das waren mir Erquickungszeiten, Das Tage längst gewünschter Ruh; Da floß ein Strom von Seligkeiten Mir von des Mittlers Kreuze zu. Je mehr ich meine Ohnmacht sehe, Je mehr wird mir die Gnade groß; Und wenn ich kämpfe, wach' und flebe, So wird mein Herz des Kummers los. 4. Mich führt mein Hirt durch tiefe Wege Nach seines Himmels Höhen zu, Und nur auf diesem schmalen Stege Gelang' ich zu Mel. Die Tugend wird durch's 20. der ew'gen Ruh. Dann soll man 405. Ich bin im Himmel mit den Himmelschören Mein angeschrieben, Und Gottes Kin- Loblied in der Ewigkeit Aus dem dern zugezählt; Mich hatte schon verklärten Munde hören; Herr, sein brünstig Lieben Dazu von mache mich dazu bereit! 4. Bringt ihm Preis, ihr Alle, Die ihr Christum fennet, Und ihn euren Heiland nennet! Seiner freu' sich Jeder, Wer ihn dankbar liebet, In der Heiligung sich übet. Schon ist Heil Unser Theil, Und wir werden droben Herrlicher ihn loben. Junerer Friede bei dem Zeugnisse eines guten Gewissens und hohe Würde im Besitze des inneren göttlichen Lebens. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, Der Friede Gottes nur ist Heil. Mel. Gott ist mein Lied ic. 406. Besis' ich nur Ein ruhiges Gewissen; So ist für mich, wenn Andre zagen müssen, Nichts Schreckliches in der Natur. 3. Welch ein Gewinn, Wenn 240 Vom Heile in Chrifto.p meine Sünde schweiget; Wenn kann der Fromme sprechen Gottes Geist in meinem Geiste laß unter mir den Bau der Erde zeuget, Daß ich sein Kind und brechen! Gott ist es, dessen Hand Erbe bin! mich hält. ( 55) 4. Und diese Ruh, Den besten Trost im Leben, Sollt' ich für Lust, für Luft der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Laß auch die Pflicht, Sich selber zu besiegen, Die schwerste sein; sie ist's: doch welch Vergnügen Gewährt mir die voll brachte Pflicht! blert sips 6. Was kann im Glück Den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohler gehen Dir jeden frohen Augenblick. soun) ol Mel. Wer nur den lieben Gott. 407. Wenn ich ein gut Gewissen habe, So hab' ich große Seligkeit. Es ist des Himmels beste Gabe, Das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden gibt es hier Die wahre Ruh der Seele mir.du inn@ pspric 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, Daß Gott gerecht und heilig ist; Sein Geift gibt Zeug niß meinem Leben, Daß ich ge ont wandelt als ein Christ, Des göttlichen Berufes werth, Der mich zum Himmel wandeln lehrt. 7. Was kann im Schmerz Den Schmerz der Leiden stillen? Im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zu friednes Herz. 8. Was gibt dir Muth, Die Güter zu verachten, Wonach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 3. Getroft wag' ich's, vor Gott zu treten, Und ihn mit Glaubensfreudigkeit Als meinen Vater anzubeten, Der, was ich habe, mir verleiht; Der Jedem Heil und Segen gibt, Und ihn von ganzem Herzen liebt. 4. Mit Muth trag' ich des 9. Was ist der Spott, Den Lebens Leiden, Verfolgung, ein Gerechter leidet? Sein wah- Läst'rung, Schmach und Hohn; rer Ruhm! denn wer das Böse Denn des Gewissens innre Freumeidet, Das Gute thut, hat den Sind süßer, als der MenRuhm bei Gott. schen Lohn; Und was kann höhern Trost verleih'n, Als ohne Schuld im Leiden sein? 10. Im Herzen rein Hinauf gen Himmel schauen, Und sagen: mein trauen: Welch Glück, o Mensch, kann größer sein? 11. Sieh, Alles weicht! Bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen sich erhebt. macht ihn leicht! 6. D Seele, darum sei beflis12. Laß Erd' und Welt- Sol sen, Daß unverrückte, fromme 5. Schritte Des Lebens legter Stunde zur! Es falle dieses Leibes Hütte! Ich gehe ein zu Gottes Ruh, Indem mein Geist, der Gott gelebt, Zu seinem Ursprung Chriftenfriede. mo 241 Treu' Dir immerdar ein gut Ge-| Mich unterweis't, Und mich führt wissen Und Glaubenszuversicht auf eb'nem Pfade, Das ist deine verleih; Und du, mein Gott, Gnades di regiere mich! Denn was ver( 55) Für mich hingegeben, Daß in vermag 6. Der du Blut und Leben ich ohne dich? meiner Noth Ich nicht hilflos bliebe; Groß ist deine Liebe, Stärker, als der Tod. Herr, und ich, Wie sollt' ich mich Deiner Huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? Mel. Jesu, meine Freude zc. 408. Wie getrøft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, Machst du meinen Geist, Der du, die dir trauen, Führst auf grüne Auen, Und sie gern erfreust! Nie- 7. Würdig dir zu leben, Dies mals wird Bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, Mir Erquickung fehlen! sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, O mein Heil, das g'nüget Meiner Seele nicht! Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wonach die Heiden trachten, Reich in bir, verachten! 2. Deinem Rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; Du, mein Seligmacher, Rüftest mich mit Muth! Wenn 8. Deinen hohen Frieden die Welt Erbebt und fällt, Wenn Schmeck' ich schon hienieden; Gericht und Hölle schrecken, Willst Und was hoff' ich bort? Unbe du mich bedecken.bgrenzte Zeiten Voller Seligkeiten 3. Ich kann ohne Grauen Grä- Hoff' ich auf dein Wort. Sie sind ber vor mir schauen; Mein Er- mein Durch dich allein. Bleib' löser lebt! Ich weiß, wem ich ich dir getreu im Glauben; Wer glaube, Weiß, daß aus dem kann mir sie rauben? Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, Dein Schrecken mag Eines Frevlers Herz erschüttern; Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich! Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder; Du begnadigst mich. Deine Huld Tilgt meine Schuld; Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlös'ten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, Und ihn Vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist 9. Voll von deiner Güte, Jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiben, Weiche nie von mir! Laß mich so, Beberzt und froh, Einst durch's Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen!( 127) er mel. Lobet den Herrn ic. 409. Alles ist euer! o Worte des ewigen Lebens! Fühle sie, gläubige Seele, voll heiligen Bebens. Alles ist dein! Jrdischen Menschen allein Tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende 16 242 Vom Heile in Chrifto. Hoheit des Christen! Wallt er| Geistes erblickt. Was Viele vergleich dürftig und einsam in trau- achten Bei irdischem Trachten, rigen Wüsten; Findet er gleich Hat ihre erleuchteten Sinne ge Thoren geachtet und reich: Nie zieret, Und sie zu der göttlichen kann nach Eitelm ihn lüften! Würde geführet. 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm! er faßt, Statt der vergänglichen Laft, Güter, die nimmer vergeben. 2. Sie gleichen im Aeußern den Kindern der Erde, Und tragen noch an sich des Jrdischen Bild. Sie fühlen, wie Andre, der Menschheit Beschwerde; Oft seh'n sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, Sie reden und handeln, Wie Jeder es treibet in zeitlichen Dingen; Doch kann sie die weltliche Luft nicht bezwingen. 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, Alles, was Kinder der Erde hier läffet er beben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. 3. Denn innerlich sind sie von 5. Alles ist euer, ihr Christen; göttlichem Stamme, Geboren aus vom Himmel hernieder Schauet Gott durch sein mächtiges Wort. der Mittler auf seine ihm ähn- Es lodert in ihnen die himmlische lichen Glieder. Höret, er spricht: Flamme, Entzündet dort oben, Fürchte, du Häuflein, dich nicht! genähret von dort. Die Engel, Alles ist euer, ihr Brüder! als Brüder, Erfreu'n sich der lie6. Seid ihr auch elend, ver- der, Die hier von den Lippen der lassen, verfolgt und gefangen; Frommen erklingen, Und bis Fließen auch Zähren des Grams in das himmlische Heiligthum von erbleichenden Wangen: Droben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht; Dort ist das Alte vergangen. 7. Die ihr mit Christo einst herrschet, singt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Christus errungen so theuer, Die er erwarb, Als er auf Golgatha staró. Amen, ja, Alles ist euer!( 179) Tigne Melodie. 410. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, Obgleich sie von Außen kein Schimmer auch schmückt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, Das wird nur vom Auge des dringen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm; doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, und bleiben in Freuden; Sie scheinen ertödet den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Chriftus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wenn einst er sich Allen in Herrlichkeit zeigt; Vor Engeln und Menschen, vor Himmel und Erden Wird dann auch den Seinen die Krone Chriftenwürde. 243 gereicht. Sie werden regieren, 4. Nie erliegend, Immer Mit ihm triumphiren, Wie leuch- siegend Ist der Christen Stärke, tende Sterne des Himmels dort Weil Gott selbst mit ihnen streitet, prangen, Wenn Weltglanz und Sie zum Kämpfen recht bereitet, Schimmer in Nacht ist vergangen. Herrlich sie zum Siege leitet. 6. Frohlocke, du Erde, und 5. Unverderblich, jauchzet, ihr Hügel! Neu strahlet auch ihr dann im himmlischen Licht. Der Schöpfung ist unsre Verklärung ein Siegel, Das ihr auch Erlösung, Verklärung verspricht. Sie wird, uns zu dienen, Auf's Herrlichste grünen, Wenn unser verborgenes Leben er scheinet, Nach dem sich ihr Seuf zen mit unserm vereinet. Nimmer sterblich Ist der Christen Ehre. Drückt die Schmach der Welt sie nieder, Gottes Huld erhöht fie wieder; Sie sind Christi Freund' und Brüder. 6. Ohne Wanken, Sonder Schwanken Ist der Christen Wis sen, Weil ihr Wissen und ihr Denken Sie allein auf Chriftum lenken, Um in Gott sich zu versenfen. ad d. SUR 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der 7. O wie g'nügend, Nimmer inneren Welt! Laß deinen ver borgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig ge schäßet, Und oftmals verleget, Hier stille mit Chrifto im Vater gelebet; Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet.( 152) trügend Sind der Christen Schäße! Was die wahren Christen haben, Sind die unsichtbaren Gaben, Wonach keine Diebe graben. 8. O wie richtig Und wie herrs lich Ist der Christen Herrschen! Hier ist Demuth ihre Krone; Dort erlangen sie zum Lohne Ew'ge Herrschaft mit dem Sohne. 9. Mach mich tüchtig, Daß ich richtig, Herr, den Lauf vollende! Laß mich wachen, beten, ringen, Muthig zu dem Ziele bringen; Gib zum Wollen das Vollbringen! Mel. Wachet aus! ruft i. Mel. Ach wie nichtig, ach wie ic. 411. O wie wichtig, Und wie richtig Ist der Christen Leben! Frei von Unruh' und von Sorgen Bleibt es heute so, wie morgen; Denn es ist in Gott verborgen. 2. O wie wichtig, Wenn gleich 3. Unvergänglich, Ueberschwenglich der Christen Ist Freude, Freude, die in Gott gegründet, Die den Geist mit ihm verbindet, Freude, die kein Ende findet. flüchtig Sind der Christen Tage! 412. Herr, welch Heil kann Wer sich durch die Zeit gerungen, ich erringen! Zu welchen Höh'n Und zum Ew'gen aufgeschwungen, darf ich mich schwingen! Mein Dem ist jeder Tag gelungen. Wandel soll im Himmel sein. D du Wort voll heil'gen Bebens, Und voller Wonn' und ew'gen Lebens! Mein Wandel soll im Himmel sein. Erstaunend sink' ich hin; Ich abne, wer ich bin, Wer ich sein kann. Ich trage noch Des 16 244 Vom Heile in Chrifto. Todes Joch: Im Himmel soll ich| Dort strahlt dein Angesicht Im wandeln doch! preinsten Himmelslicht Allen From2. Schwing' dich denn zu die- men. Preis't, Seraphim, Und die sen Höhen, Und lern' im Lichte ihr ihm Gestorben seid und sterGottes sehen, Wer du, versöhnte ben sollt! 10610 mi 15m( 94) Seele, bist. Mit dem seligsten, Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein Eigne Melodie. isgeb Versöhner ist. Du, durch sein 413. O Ursprung des LeOpfer rein, Und stark, dich ihm bens, D ewiges Licht, Wo Niezu weih'n Ohne Wanken; Er, mand vergebens Sucht, was ihm Gottes Sohn, Der reichen Lohn gebricht! Lebendige Quelle, Die Den Gläub'gen gibt an seinem lauter und helle In reichlicher Thron! E vai livets Fülle vom Himmel her fließt Und THER sich in die gläubigen Seelen ergießt! 151758 179 time st 2. Du sprichst: wer begehret, Zu schmecken schon hier, Was ewiglich nähret, Der komme zu Mir! Seht himmlische Gaben, Die kräftiglich laben! O tretet im Glauben zur Quelle heran; Hier ist, was euch ewig beseligen kann! 3. Mein Hirt und mein Hüter! Ich komme zu dir. Gewähre die Güter Des Heiles auch mir. Du fannst dein Versprechen Mir Armen nicht brechen; Du siehest, wie elend und dürftig ich bin! Drum gib deine Fülle aus Gnaden mir hin! 3. Wenn die Seel in tiefe Stille Versunken ist; wenn ganz ihr Wille Der Wille deß ist, der fie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen Sie fast erhebt zum sel'gen Schauen, Und Liebe sie um Liebe gibt: Wie strömt dann Wahrheit, Ruh Und Trost, o Herr, ihr zu, Gnad' um Gnade! Wie hoch entzückt, Wie reich erquickt Ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! 4. Ja, dann ist ihr schon gegeben Ihr neuer Nam'; in jenem Leben, Im Himmel ist ihr Wandel dann. Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Eilt sie, die Krone zu erbeuten, Sie kämpft, fie fiegt und betet an. Preis, 4. O Brunnquell, du labest Ruhm und Ehr' und Kraft Jhm, Geist, Seele und Muth, Und wen der uns neu erschafft, Ihm zu du begabest, Hat himmlisches Gut. leben! Und Ihm sei Dank Und Dies recht zu genießen, Kann Lobgesang, Der für uns ging des Alles versüßen; Es singet und Todes Gang! and jauchzet das fröhliche Herz; Es weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz. 5. Preis sei auf dem ew'gen Throne Dem Vater und dem hohen Sohne, Ihm, der da ist 5. Drum wollest du geben Dem und der da war! Lauter Weis- sehnenden Geist, Was dienet zum heit, Gnad' und Stärke Und Leben, Was Du nur verleihst. Wunder, Herr, sind deine Werke: Gib heilige Triebe, In's Meer Dort sind sie ganz uns offenbar. deiner Liebe Zu senken den from Gemeinschaft mit Gott. 245 men und gläubigen Sinn, Und Die werden dort ewig sich freuen ziehe mich ganz zu dem Himm- mit dir. lifchen bin! 6. Und trifft mich auch Leiden, Verfolgung und Pein; So laß mich mit Frenden Gehorsam dir sein. Denn Allen, Herr, welche Mittrinken vom Kelche, Den du haft getrunken im Leiden allhier, 7. O gib, daß ich werde Einst droben erquickt, Wo feine Beschwerde Die Deinen mehr drückt; Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Gott mit deit Seinen in Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt.( 98) Beseligende Gemeinschaft mit Gott in Christo. zc. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ze 414. Vom Geräusch der Welt geschieden, Schmeck' ich des Erlösers Frieden, Und die Wonne, schon auf Erden Gottes Bilde gleich zu werden. Ich seh' diese Welt voll Sünden Unter meinem Fuß verschwinden, Und das Glück von jenem Leben Den entzückten Geist umgeben. 2. Gott, was ist der Reiz von Lüften Ueber sie erhab'nen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens furze Leiden, Wenn sie schon den Lohn erblicken, Der sie ewig soll er quicken, Und des Kranzes Werth empfinden, Den dort Engel für fie winden? 3. Nun mag Elend auf mich stürmen; Gottes Hand wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Elends Pfade; Ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Danfes stillen Zähren Will ich Gottes Rathschluß ehren; Unter feiner Plage sinken, Still den Kelch der Leiden trinken. gestritten. Laß mich deine Kraft beleben, Wenn die müden Hände beben! mach' mich frei von Noth und Sünden; Hilf mir, hilf mir ( 40) überwinden! Eigne Melodie. 415. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Heil, mein Trost bist du! Bei dir vergeß ich meine Leiden: Es strömt die Fülle heil'ger Freuden, Herr, deine Lieb' in meine Brust. Mein ist der Himmel schon auf Erden; Dem muß ja volle G'nüge werden, Der in dir findet Ruh' und Lust. 2. Mag sich die Welt mir feindlich zeigen; Was schadet mir's? ich zage nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen; Ich flieh' ihr trügend Angesicht. Was ist doch, das bei dir mir fehle? Du bist der Freund, den ich erwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Laß drohen Blige, Wind und Wellen! Du, Treuer, fannst mich sicher stellen, Der mir den festen Anker reicht. b 1100 mism thin 3. Will mich die Laft der Süns 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld getragen, Mehr, als Sterbliche, gelitten, mit dem schwersten Tod 246 Bom Heile in Christo. den drücken; Droht das Geset mir die Feinde? Was acht' ich mir Fluch und Weh; Du kannst alle Noth? dem Fluche mich entrücken: Drum blick' ich gläubig in die Höh'. Für mich hast du am Kreuz gerungen, Hast sterbend meinen Feind bezwungen; In dir nimmt Gott mich gnädig an. Tritt Alles wider mich zusammen; Du bist mein Heil: wer will verdammen? Wer ist's, der mich beschuld'gen fann? 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise; Ich folg' und lehne mich auf dich. Dein Himmelswort ist meine Speise; Dein Labequell erquicket mich. Ich traue deinen Wunderwegen; Sie enden sich in Licht und Segen: Genug, wenn ich bei dir nur bin! Ich weiß: wen du willst herrlich gieren, Und über Sonn' und Sterne führen, Durch dunkle Thäler führst du ihn. 5. Der Tod mag Sündern schrecklich scheinen; Ich harre sein mit frohem Muth: Denn du, mein Leben, läsfest Keinen, Der ganz in deiner Liebe ruht. Ich bebe nicht vor meinem Grabe; Jch, der ich dich zum Führer habe, Geb' mit dir in des Grabes Nacht. War mein der Himmel schon auf Erden; Was wird erst dort, erst dort mir werden, Wenn mir des Lebens Morgen tagt?( 31) 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchste, Beste, Mein Schuß, mein Vater sei. Er wird in allen Fällen Zu meiner Rechten steh'n; Er dämpfet Sturm und Wellen, Läßt mich nicht unter. geh'n. 3. Der Grund, auf den ich baue, Ist Christus und sein Blut. In Ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts der Liebe werth; Was Christus mir ge geben, Hat freie Huld gewährt. 4. Er ist mir Ruhm und Ehre, Mein Glanz und helles Licht. Wenn er nicht für mich wäre, Beständ' ich Sünder nicht. Nun mich kein Urtheil schrecket, Rein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Der Heiland, der mich liebt. Home 5. Sein Geift wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibet Furcht und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin; Gibt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft; Hilft mir das Abba schreien Aus meiner Kraft. aller nom me 6. Er rufet meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh; Wie er mir dort erbauet Die eble Gottesstadt, Da Herz und Auge schauet, Was es geglaubet hat. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 416. It Gott für mich, so trete Gleich Alles wider mich. So oft ich sing' und bete, Weicht Alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde, nd liebet Ob ich gleich fall und sterbe, mich mein Gott; Was schaden Fällt doch mein Himmel nicht; 7. Dort ist mein Theil und Erbe Mir prächtig zugericht't. Gemeinschaft mit Gott. Und wein' ich auch hienieden Die Thränen dieser Zeit; Mein Jesus und sein Frieden Versüßet jedes Leid. 8. Mag denn die Welt vergeben; Du bleibst mir ewiglich. Dich, Jesum, werd' ich sehen; Nichts scheidet dich und mich: Kein Lieben und fein Leiden, Nicht Angst und Fährlichkeit, Rein Engel, keine Freuden, Nicht Thron und Herrlichkeit. 9. Mein Herz ist voller Freude; Wie kann ich traurig sein? Ich weiß von keinem Leide, Seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Bist du, Herr Jesus Chrift; Das, was mich jauchzen machet, Ist, was im Himmel ift! ( 56) ( Nach Röm. 8, 31.) 247 4. Im Finstern ist der Herr sein Licht, In Nöthen seine Zuversicht, Im Kummer sein Ergögen. Und treten alle Freunde fern, So kann auf seinen Freund, den Herrn, Er seine Hoffnung segen.. 5. So hochbegnadigt ist der Christ, Der Jesu frommer Jünger ist, Schon selig hier auf Erden. Doch nach vollbrachter Prüfungszeit Kommt sein Glück zur Vollkommenheit; Dort soll er herrlich werden. 6. D Gott, erleuchte, die noch blind, Noch Christen ohne Christo sind, Des Wegs zum Glück verfehlen! Zeig' ihnen, Gott des Heils, dein Heil, Und gib, daß sie das beste Theil Erkennen und ers wählen! ( 108) Mel. Kommt Her zu mir spricht zc. 417. Kommt, Christen, preist den Herrn mit mir! Sein Wohlthun währet für und für Bei denen, die ihn lieben. Ihr treues Herz ist ihm bekannt; Sie sind in seine Baterhand Zum Segen ein geschrieben. 2. Ein Kind des höchsten Vaters sein, Sich sein und seiner Gnade freu'n, Bei feiner Prüfung beben; Bei'm Blick auf Gott die Welt verschmäh'n, Dem Tode froh entgegen geh'n: Das ist ein selig Leben! 3. Der Hüter, der die Welt bewacht, Gibt auf die ihm Getreuen Acht; Sie sind bei ihm in Gnaden. Wen Gott mit seiner Allmacht schüßt, Wer unter seinem Schirme figt; Wer kann, wer will dem schaden? Mel. Dir, bir Jehovah will ic. 418. Der du zu den beglückten Schaaren, Die Jesum kennen, mich, auch mich gesellt, Durch ihn schon in der Kindheit Jahren Mich treu gelehrt, was dir, o Herr, gefällt; Dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, Mein Herz ein Lied voll heißer Dankbarkeit! 2. Ich darf ja dich nun Vater nennen; Von dir, der du die Liebe selber bist, Kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich, dein Kind ist jeder Christ, Der treulich übt, was ihn sein Meister lehrt, Und sein Gebot als Stimme Gottes ehrt. 3. Unzählbar sind die Seligfeiten, Die mir mein hoher Glaube täglich gibt; zu freudenvollen Ewigkeiten Werd' ich auf dieser Erde vorgeübt. Wer Jesu 248 Vom Heile in Chrifto. glaubt, den schrecken Gräber stunden; Größern Schmerz, Als nicht; Denn ew'ges Leben bracht' sein Herz, Hat kein Herz empfuner an das Licht. by den. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 18: 4. Er ist mein Trost in Kümmernissen, Mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn. Und fühl ich Kummer im Gewissen, So schau ich glaubensvoll zu ihm hinan, Der von der Furcht das bange Herz befreit, Und mir's verheißt, daß Gott uns gern verzeiht. 4. Will das Herz vor Jammer brechen; O er trägt Und verpflegt Uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu, treu'ster Freund von Allen, Mit dir will, Froh und still, Ich im Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; Denn du wirst, Lebensfürst, Mich einst auferwecken. ( 21) 15. Gelitten hat er selbst, geduldet, Kennt Noth und Elend, fennt den Gram und Schmerz; Und ach, er hatte nichts ver schuldet, Und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun di baw fann er helfen, weiß, wie dem, der weint, Zu Muthe sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, Die er uns schuf als unser Loos und Theil? Preist ihn mit lautem Jubelschalle, Und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn fennt und wer ihn ehrt! O felig, wer auf seine Stimme hört! ( 136) Mel. Warum sollt' ich mich denn ic. 419. Meines Herzens reinste Freude Ist nur die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide, Daß ich ihn durch Glauben ebre, Jeder zeit Hocherfreut Seine Stimme böre. anu adi huon Mel. Eine feste Burg iſt u. 420. Auf ewig ist der Herr mein Theil, Mein Führer und mein Tröster! Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil, Und ich bin sein Erlöster! Ja, du verwirfst mich nicht, Selbst dort im Gericht! Mit jenes Lebens Ruh Erquickest, segnest du mich schon in diesem Leben. dubstne 20151 Pein Mein Herz durch dich 2. Wie oft ist schon von seiner genesen, Fern von der Welt, mit dir allein, Du Wesen aller Wesen! Er, der die Welt erschuf Durch) der Allmacht Ruf, War mein getreuer Gott, Half mir in jeder Noth, Und gab mir seinen Frieden. 2. Freundlich ruft er alle 3. Den Glauben hielt ich Müden, Und erfüllt, Sanft und mild, Ihren Geist mit Frieden. Seine Laft ist leicht zu tragen; Er macht Bahn, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. immer fest, Den Gottes Wort mich lehret, Daß er die Seinen nie verläßt, Ihr Leid in Freude kehret. Die Trübsal dieser Zeit, Allen Kampf und Streit, Konnt' ich durch ihn besteh'n, Der meiner 3: Ja, er fennt die Leidens Gemeinschaft mit Gott. 249 Seele Fleh'n, Selbst mein Ver-| Vater kommen. In ihm hat Gott stummen hörte. auch mich erwählt, Mich in die 4. Wohl mir, wenn meine Kindschaft aufgenommen. Er Seele fleht, Erhaben aus dem nahm sich meines Elends an; Staube, Und wenn durch brünsti- Mit uns'rer Menschheit angeges Gebet Sich stärkt mein than Erschien der Heiligste auf schwacher Glaube! Wie steig' ich Erden, Mein Bruder und mein dann empor Zu der Sieger Chor! Heil zu werden, Zu Gottes Bild Ich ruhe ganz in dir; Mein Geist mich zu erneu'n: Mein Freund ist ist nicht mehr hier: Ich bin in mein und ich bin sein! Hoffnung selig. prist3. Gott der den eignen Sohn 5. Von deiner Gotteskraft mir gab, Gewährt mir Alles mit bin ich, Unendlicher, umgeben! Du siehst mich, ich empfinde dich; Schau'n werd' ich dich und leben! Ja, bier und dort und da Ist mein Gott mir nah. Gedanke meiner Ruh, Wie reich an Heil bist du! Wie reich an wahrem Troste! dem Sohne; Nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab; Auch seinen Thron und seine Krone. Ja, was er redet, hat und thut, Sein Wort und Geist, sein Fleisch und Blut; Was er geleistet und gelitten, Was er gewonnen und erstritten; Das alles will er mir verleih'n: Mein Freund ist mein und ich bin sein! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Doch nicht durch mein Vermögen, Daß ich des Herrn bin, ist in mir Dein gnadenvoller Segen. Mein Gott, ich lebe dir, Und ich sterbe dir! Ja, Vater, Vater, dein Will ich auf ewig sein, Und ewig dein mich freuen! ( 94) 4. Er leitet mich auf ebner Bahn; Ich wandle freudig seine Pfade. Er sieht nur meinen Glauben an; Ich will sonst Nichts, als seine Gnade. Die Wahl, die uns zusammenfügt, Sie reut mich nie; ich bin verEigne Melodie. Eigne Melodie, ul. 8 Hinna? unsurp gnügt In ihm und er mit mir zufrieden: Wir bleiben ewig ungeschieden; Ein Herz und Sinn, Ein Ja und Nein: Mein Freund ist mein und ich Sonizd bin sein. 421. Beschränkt, ihr Weifen dieser Welt, Die Freundschaft immer auf die Gleichen, und leugnet, daß sich Gott gesellt Zu denen, die ihn nicht erreichen! Ist Gott schon Alles und ich Nichts Ein Schatten ich, er Quell des Lichts; Ich Asch' und Staub, er hocherhaben, Ich arm, er reich an allen Gaben; Ich sündenvoll, und er ganz rein: Mein Freund ist mein und ich bin sein! INST 2. Sein Sohn hat sich mit mir vermählt; Durch ihn soll ich zum 5. Des Heilands Gnadenquell ist reich An Seligkeit für all' die Seinen. Mit ihnen will er allzugleich In gleicher Liebe sich vereinen. Durch Aller, Aller Mitgenuß Erschöpft sich nicht sein Ueberfluß. Gern laß ich euch an seinen Gaben, Ihr Mitgenossen, Antheil haben; Mich soll kein 250 Vom Heile Neid mit euch entzwei'n: Er bleibt doch mein, und ich bin sein! 6. Mein Freund ist meiner Seele Geist, Mein Freund ist meines Lebens Leben. Nach ihm, der mich den Seinen heißt, Und sonst nach keinem will ich streben. Mit Freuden geb' ich Alles hin, Was diese Welt gibt, hab' ich ihn: Sie mag mir Alles, Alles rauben; Sie lasse mir nur meinen Glauben, So bleibt ja doch das Beste mein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn' ihn ist mir der Himmel trüb'; Ohn' ihn die Hölle nur auf Erden. Nun aber muß durch seine Lieb' Die Wüste mir zum Eden werden. Ohn' ihn ist mitten im Gedräng' Der Freude mir die Welt zu eng; Ich bin, wenn alle Freunde fliehen, Wenn mir selbst Brüder sich entziehen, Zwar einsam, aber nicht allein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Getroster Sinn unter in Christo. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, Die er erschuf, die er erlös'te, Hier beide schüßet, pfleget, speis't, Bis er dort beide ewig tröfte. Sein ist mein Werk, sein ist mein Ruhm; Mein Alles ist sein Eigenthum, Und was ich bin und was ich habe, Ist meines Freundes Gnadengabe. Ich leb', ich sterbe ihm allein; Mein Freund ist mein und ich bin sein! is me Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 422. Wenn beiße Thränen mir entfließen, Mein Herz in Angst und Schrecken ringt; Dann sink ich, Herr, zu deinen Füßen, Und finde, was mir Tröstung bringt. Dann wird der Glaube mir ein Licht, Das meines Kummers Nacht durchbricht. hist 9. Sein ist mein vimmlisch Bürgerrecht: Er wollte durch sein blutig Sterben mir und dem fündigen Geschlecht Das Recht der Seligkeit erwerben. Mich schreckt's nicht, wenn mein Auge bricht; Mich schrecket nicht das Weltgericht. Mag meinen Staub der Wind verwehen; Mag Erd' und Himmel untergehen; Ich geh' zu seiner Freude ein: Mein Freund ist mein und ich bin sein! iisd maint ( 209) Kampf und Leiden. 3. Auch wenn wir zweifelnd uns oft grämen; Wenn Kleinmuth unsernGeist verstimmt, Willst du uns Schwachenichtbeschämen, Solang ein Funke Glaubens glimmt. Du fachst ihn an, du nährest ihn, Und bald wird er von neuem glüh'n. 2. Du, Heiland bietest jedem Müden Erquickung, Muth und Hoffnung an; Und gibst ihm jenen innern Frieden, Den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieses Friedens Kraft erfreut, Wird ihm der Glaube Seligkeit. jauchzet dir; Denn der Besiß des 4. Du regst die schon gesunk'nen Hände; Du stärkst des matten Kämpfers Fuß; Gibst der Versuchung solch ein Ende, Daß unser Dank dich preisen muß. Du führest durch die Prüfungszeit Uns nur zu größ'rer Herrlichkeit. 5. So freut mein Geist sich deines Heiles, Und meine Seele Getroster Sinn unter Kampf und Leiden. besten Theiles, O Herr, dein Friede, g'nüget mir. Mehr hoff' ich dort; zur ew'gen Nuh Rufst dort mich, den Erlös'ten, du!( 21) 251 alles Fleisch erhält, Ist dich zu schüßen mächtig. Wenn Meeresfluth Und Feuersgluth Dich schon ergriffen hätten, So kann er dich noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Und der ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, Ist dennoch ihm wohl wissend. Sollt' ihm dein Schrei'n Verborgen sein? Die Bitte, die du thatest, Wußt' er schon, eh' du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Und der ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, Zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsterniß Führt er gewiß Oft aus der Nacht der Leiden Zum hellsten Licht der Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Der ist allgegens wärtig, Ist stets, wo dich ein Kummer quält, Dir nah, zu helfen fertig. Sein Machtwort nur Trägt die Natur, Trägt, wo auch Jeder walle, Doch allenthalben Alle. Mel. Jesus meine Zuversicht sc. 423. Steil und dornicht ist der Pfad, Der uns zur Bollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat, Unter Christi Fahne streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt, Und des Glaubens Ziel erringt! 2. Ueberschwenglich ist derlohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entfloh'n, Ganz sich ihrem Schöpfer weihen; Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegerkrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht seh'n, Der hat uns den Lohn errungen, Und zu seines Himmels Höh'n Sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: es ist vollbracht! 4. Zeuch, o Herr, uns hin zu dir! Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es hell und heiter. Jenseits, über Grab und Tod, Strahlt des Lebens Morgenroth. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Und der ist ein Erbarmer, Dir sagt's ein theures Lösegeld, Auch Sündern ein Ers barmer. Auf, faffe Muth! Des Sohnes Blut Sagt dir's in jedem Harme, Wie gern er sich erbarme. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Und der ist auch geduldig. 3war, wann er in's Gericht uns stellt, Sind selber Mel. Was Gott thut, das ist ic. Fromme schuldig. Doch sein Ge424. Was zagst du? Gott richt Trifft Fromme nicht. Drum regiert die Welt; Und der ist ja sei gewiß, er schone Auch dein in allmächtig. Sein Arm, der seinem Sohne. 5. Geht, o Mitgenossen, geht Muthig durch die furze Wüste! Seht auf Jesum; wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüfte. Der in Schwachen mächtig ist, Gibt uns Sieg durch Jesum Christ! ( 21) Vom Heile in Christo. 252 7. Nun, Gott, da du die Welt regierst, Wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, Soll mich nicht niederschlagen. Ich hoff' auf dich! Du läsfest mich Einst deine Hilfe schauen: Dir, dir will ich vertrauen! ( 170) Eigne Melodie. 425. Jesu, meine Freude, Bester Trost im Leide, Bestes Gut im Glück! Du hast meine Liebe; Du füllst meine Triebe; An dir hängt mein Blick. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden Nie was Liebers werden. 2. Unter deinem Schirme Können feine Stürme Mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern, laßt den Erdkreis zittern, Und den Einsturz dräu'n! Was ist's mehr? Rings um mich her Mag es wettern, donnern, bligen; Jesus will mich schüßen! 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken; Jesus stillet sie. Durch des Grabes Nächte Führt mich seine Rechte; Jesus läßt mich nie! Mich schreckt nicht Das Weltgericht; Freudig blick' ich in die Höhe, Wenn ich Jesum sehe. 4. Wer ist, der den Glauben Meinem Herzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben Stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht Des Höchsten Macht; Er kann aller Feinde Wüthen Mächtig Ruh' gebieten. 5. Cockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göße Der betrog'nen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem abwenden, Der mich treu erhält! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, muß ich schon viel leiden, Nicht von Jesu scheiden! 6. Weich', des Eiteln Liebe! Weicht, ihr Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nicht mehr willig finden; Fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmäh. sucht, Neid, Jhr beschweret das Gewissen; Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und Zagen! Schweiget; bange Klagen! Jesus ist ja mein. Den, der Jesus liebet, Muß, was erst betrübet, Doch zulegt erfreu'n. Hab' ich hie Biel Angst und Müh; Jesu, auch im größten Leide Bleibst du meine Freude! ( 45. 170) mnd sid and pr showm Selige Aussicht in die Zukunft; Muth im Tode und Ster: si bensfreudigkeit in Hoffnung des ewigen Lebens. DAY Mel. Mein Herzens- Jesu, meine: c. was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? És ruht in Jeſu Händen. 426. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hält; Kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt Leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, feit; Erwünschter Lohn des Krie2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewig Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 253 ges! Der du für mich den Tod| Benuße deine Gnadenzeit: Das geschmeckt, Durch deinen Schild beste Theil erwähle. Der Erde werd' ich bedeckt; Was kann mir glänzend Nichts vergeht; Nur denn nun schaden? non des Gerechten Ruhm besteht Durch alle Ewigkeiten.( 195) 3. D Herr, du bist mein ganzer Ruhm, Mein Trost in diesem Leben, In jener Welt mein Eigenthum; Dich hast du mir gegeben! Von ferne zeig'st mein Kleinod 427. Gottlob, ich weiß, wodu; D'rum eil' ich ihm mit Freu- hin ich gehe; Dahin, wo mir's am den zu: Schon winkt mir meine besten ist; Zu meinem Vater in Krone. Rus der Höhe, Zu meinem Bruder Jesus Christ, Und zu dem werthen heil'gen Geist, Der mir ein Licht und Tröster heißt. mmans E 4. Herr, lenfe meines Geiftes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht und währet furze Zeit: Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene neue Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, Und mein Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; Dort ist mir Alles heiter. Hier ist die Sünde noch mein Theil; Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein Bild, Herr, mich vollkommen schmücket. ustrof Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 2. Ich geh' zum Vater hin durch Buße, Der mich, sein Kind, durch Jesum liebt; Ich sink im Glauben ihm zu Fuße, Bis er mir alle Schuld vergibt, Durch Christi Blut sich mein erbarmt, Und mich mit Baterlieb' umarmt. 3. Ich geh' zu Jesu, meinem Leben, Auf dessen Tod ich bin getauft, Der sich für mich dahingegeben, und mich mit Leib und Seel' erkauft; Mein Glaub' an ihn ist kein Gedicht: Ich halt' ihn fest, ich laß ihn nicht. 4. Ich geh' zum Tröster hin mit Freuden, Der mir das Pfand der Hoffnung ist. Ich habe Lust, dahinzuscheiden Zu der von Gott bestimmten Frist. So geh' ich täglich, stündlich hin, Bis ich dabeim bei Jesu bin. 7. Zu diesem Glück bin ich erfauft Durch deine bittern Leiden! Auf deinen Tod bin ich getauft; Wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Du bist mir, ich bin dir bekannt: Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herr- Der mir vorangegangen ist. lichkeit! Empfinde sie, o Seele!! 5. Ich weiß, es folgt aus Gottes Gnaden Gewiß ein sel'ger Himmelsgang. Gott schirmet mich vor allem Schaden; Mein Sterbetag macht mir nicht bang. Ich fahre hin zu Jesus Christ, 254 ingidu fiigidanatanad Vom Heile in Chrifto. antisa Der, wenn dem Herzen bange, Die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und wenn mein Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. 2 noite 4. Er trodnet alle Thränen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt.& jud 5. Ich weiß, beim Auferstehen, Wenn ich verkläret bin, Werd' ich mit Jesu gehen Durch Ewige feiten hin.id( 136. 95) nur entflammi di siss saisut tunbid hulk hom Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 428. Himmelan geht uns're Bahn; Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort zum Canaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgerstand; Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und du kannst, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Wer da weiß, wo her er stammt, Ist für's Ew'ge 3. Himmelan! ruft Gott mir Mel. Christus, der ist mein Leden 2c.) zu In des Wortes heil'genlehren. 430. Mag auch der Glaube Das weis't mir den Ort der Ruh, zagen! Ein Tag des Lichtes naht. Dem ich einst soll angehören. Nach Dämm'rung wird es tagen; Wähl ich dies zur Leuchte mir, Zur Heimath führt der Pfad. Wandl ich schon im Simmel 2. Mag auch die Tugend hier.omisind hulfämpfen! Es kommt ein Siegess 4. Himmelan! mein Glaube tag. Der Sonne Glanz zu zeigt mir das schön're loos von dämpfen Kein Sturmgewölf ferne, Daß mein Herz schon auf vermag. wärts steigt Ueber Sonnen, über Sterne: Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechteHeimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir ſelbst voran, Daß ich freudig folgen kann. Mel. Christus der ist mein Leben sc. 429. Ich weiß, an wen ich glaube, Und daß mein Heiland lebt, Der aus dem Todesstaube Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn Alles wankt und weicht, 3. Mag auch die Liebe weinen! Es kommt ein Tag des Herrn. Nach dunkler Nacht erscheinen Wird ihr der Morgenstern. 4. Mag Hoffnung auch erschrecken, Mag jauchzen Grab und Tod! Die Schlummernden wird wecken Ein ewig Morgenroth, ( 100) Mel. Es ist genug, so nimm 2c. 431. Mein Abend kommt! Noch leuchtet mir der Tag, An dem ich wirken kann; Bald bricht die Nacht, da Niemand wirken mag, Still für die Müden an. Es soll zum Fleiß in guten Werken Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 255 Mich der Gedanke mächtig stärken: Flieh'n bei meiner stillen Klage Mein Abend kommt! Unvermerkt, gleich Träumen hin. 2. Mein Abend kommt! Der Gott fennt meine Lebenszeit, Tag ist schwül und heiß, Da ich Einer Hand nur ist sie breit. beschweret bin. Es stöhnt die 4. Heilige, die vor mir lite Bruft, die Stirne trieft von ten, Wallten auch den dunkeln Schweiß; Ermattet sink' ich hin. Pfad; Und nun wohnen sie in Dochwill ich still die Laft ertragen, Hütten, Die Gott selbst bereitet Und drückt sie mich, zum Troft hat, Muß gleich ihr entseelt' mir sagen: Mein Abend kommt! Gebein In den Gräbern Asche 3. Mein Abend kommt! Im sein.madorando? ons dubte ernsten Kampf der Pflicht Ning' 5. Wenn ich ausgelitten habe, ich vergebens oft. Ist's ganz um- Und nun reif zum Himmel bin, sonst? täuscht mich die Zuversicht, Ruft mein Gott mich hin zum Die auf Vergütung hofft? Ge- Grabe, Zu der Sel'gen Schaaren duld! noch ist's nicht Zeit zum hin. Ruh' dann, Leib, in deiner Lohne; Erst kämpf, und dann Gruft, Bis dich Gott zum Leben. empfang' die Krone: Mein Abend ruft. dong san ndng edust THE fommt! 6. In dem Grabe feimt der 4. Der Abend kommt! Er- Saame, Den Gott zur Verwandwünschte Feierzeit, Die endlich lung fä't. Wenn nur, treuer Ruhe bringt! Sei mir gegrüßt; Gott, mein Name In dem Buch ich zage nicht, wenn heut, Noch des Lebens steht; D, dann modre heut der Tod mir winkt. Es mein Gebein: Selig wird die Des Seele sein. glüht mir ja im Abendrothe holdern Morgens holder Bote! 7. Wenn der Herr im WolfenMein Abend kommt! Mel. Gott des Himmels und der zc. ( 83) wagen Durch die Himmel niederfährt; Wenn der Völker banges Bagen Still und ernst den Richter 432. Gottes Stunde wird ehrt, Seh' ich, wie mein Glaube bald kommen, Die mich von der bat, Die Erlösung, die sich naht. Erde nimmt. Schon ist bei ent- 8. Engelstimmen schallen nieschlafnen Frommen Meine Ruhe der Mächtig, wie Posaunenton: mir bestimmt. Seele, was betrübst Wachet auf, entschlafne Glieder! du dich? Himmelsruh erwartet Gott ist da, mit ihm sein Lohn! mich! Dann geh' ich, bei'm Herrn zu 2. Dulde wenig Augenblicke sein, In das wahre Leben ein. Kurze Leiden dieser Zeit. Kämpfe guten Kampf, und blicke Hin nach mel. Nun laßt uns den Leib ic. Die der Himmel aufbewahrt, Die Gott einst mir 433. Des Todes Grau'n, offenbart. des Grabes Nacht, Fliebt, Herr, 3. Meine kurzen, trüben Tage, vor Deiner Wahrheit Macht, Da ich auf der Welt noch bin, Mein Geift, erhellt von deinem 256 Vom Heile in Chrifto.enopiles Licht, Bebt vor des Leib's Zerstö- du Uns alle diesem Ziele zu, Daß rung nicht. uns bei standhaft frommer Tren' 2. Es falle nur die Hütte hin, Des Lebens End' erfreulich sei. Mit der ich hier umgeben bin! bi 40 list Rol( 188) Ich selber, lebend wie zuvor, Schwing aus den Trümmern mich empor.adoct. tom. 3. Welch herrlich Loos erwartet mich! Entzückt hebt meine Seele sich. Ich seh im Geist des Glaubens Lohn, Ich sehe meinen Himmel schon.( 1 nu 4. Da schau' ich, was bein weifer Rath Zu meinem Heil geordnet hat, Genieße deines Gnadenblicks, Und der Vollendung meines Glücks. hit si uz ur 5. Viel Freude gabst du mir schon hier; Allgütiger, wie dank' ich's dir! Stets folgte kleinerm Ingemach Die größere Versüßung nach. sami nism dior 6. Dich, Höchster, hab' ich hier gekannt, Voll Liebe Vater dich genannt. Die liebe, die mich hier erquict, Die liebt und segnet unverrückt. 7. Des freudigsten Vertrauens voll, Erwart' ich was mir werden soll, Wenn ich von Sünd' und Tod befreit, Nun reife zur Vollfommenheit. BonD 8. Der Tod fann mir nicht schrecklich sein; Er führt zum wahren Leben ein. Durch deine Kraft besiegt mein Herz Der Krankheit Laft, der Trennung Schmerz. Mel. Christus, der ist mein Leben. 434. Nur Christus ist mein Leben, Und Sterben mein Ge winn. Ihm hab' ich mich ergeben, Und fahr' in Frieden hin. 2. Ich freu' mich, abzuscheiden Und bei dem Herrn zu sein. Zu meines Heilands Freuden Geb' ich Erlöster ein. tonns 3. Bald hab' ich überwunden Gefahr und Angst und Noth. Versöhnung hab' ich funden, D O Herr, durch deinen Tod. gim 4. Wenn meine Kraft vergehet, Die Zung' am Gaumen klebt, Das Herz um Gnade flehet, Und langsam schlägt und bebt; 5. Wenn meine Augen brechen, Und, wie zur dürren Zeit Der Hirsch nach frischen Bächen, Zu Gott die Seele schreit; 6. Wenn Sinnen und Gedanken, Wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder schwanken: Ach dann verlaß mich nicht! 7. Dann siehe meinen Jam mer! Ach sieh mein Elend an, Und öffne mir die Kammer, In der ich ruhen kann. Hann vil 8. Alsdann leicht, sanft und stille Laß, Herr, mich schlafen ein! Es ist dein Rath und Wille, Daß ich soll selig sein. 9. Wenn hier von uns, die du 9. Laß dir mich sein ergeben, vereint, Der Legte auch hat aus- In dieser Sterblichkeit, Daß ich geweint; So wird ein frohes mit dir fann leben In deiner Wiederseh'n Auf ewig unser Herrlichkeit. andis Glück erhöh'n. 10. Dann sing ich mit der 10. Herr unsers Lebens, führe Menge, Die dich im Himmel Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 257 preist, Dir ewig Lobgesänge, Gott Vater, Sohn und Geist! ( 61) 3. Bin ich zu schwach, Dich sterbend noch zu preisen, So woll'st du doch Die Gnade mir erweisen, Daß nicht mein Tod Den Schwachen Anstoß sei. Mein letztes Wort Noch zeige meine Treu'! Mel. Mit Fried' und Freud' fahr' ic. 435. Getroft und freudig geh' ich bin Nach Gottes Willen! Bald wird sich mir sein Vatersinn Ganz enthüllen. Gnädig wird er nir verleih'n, Was Christus mir rworben. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: ,, Dir ist vergeben; Ich gebe meinen Frieden dir; Du ſollst leben! Fürchte nichts, denn du bist mein; Ich habe dich erlöſet." 3. Dies ist mein Troft; ich bin erlöst, Und Gottes Erbe. Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wenn ich sterbe. Tod, wo ist nun deine Macht? Wo ist dein Sieg, o Hölle? 4. Getrost und sanft Aus frommer Christen Mitte Zu dir zu geh'n, Das, Herr, ist meine Bitte. So wird mein Tod Erhöhung deines Ruhms, Und ein Beweis Der Kraft des Christenthums. 5. Zum Lobgesang Für mein erfülltes Hoffen Steh'n mir ja dort Die Ewigkeiten offen. Hier gib mir nur, Daß wenn mein Haupt sich neigt, Das Fleh'n zu dir In meinem Geist nicht schweigt! ( 80) Mel. Der Tag ist hin ic. 437. Du lebensfürft! Dein Sieg ist mein Vertrauen. Vor Tod und Grab Darf deinem Freund nicht grauen. Du führeft selbst Mich durch das Todesthal, machst mir zur Ruh, Was Andern wird zur Qual. ihn 14. Gott mein allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein, Ihn zu schauen. Ach wann komm ich dort hinauf, Ihn droben anzu ( 94) beten? Mel. Der Tag ist hin c. 436. Dir sterb' ich einst, Wenn ich dir, Jesu, lebte. O bag dein Bild Im Sterben mich umschwebte! Dann geh' ich still, In Gott getrost, wie du, Durch dich gerecht, In meines Grabes Rub'. 2. Wer also stirbt, Der weibet durch sein Sterben Die Seinen auch 3u sel'gen Himmelserben. Verherrlicht wird Durch ihn die Gotteskraft, Die aus dem Schmerz Am Grabe Wonne schafft. 2. Was ist der Tod? Ein Ausgang aus dem Jammer, Ein Eingang hin zur stillen Friedenskammer; Ein Uebergang, Bis mein getreuer Hirt Den Leib verklärt Zur Seele bringen wird. 3. Das ist der Tod! Sollt' er mich noch erschrecken? Vielmehr er soll Ermuntern mich und wecken; Er, der die Saat Zur vollen Reife bringt, Daß jenseits dann Der Aernte Jubel klingt. 4. Was du so oft Und theuer uns verheißen, Es folle Nichts 17 258 Vom Heile in Christo. spine Aus deiner Hand uns reißen; höhere Vollendung werde; Es i Das stehet fest! Kein Zweifel störe mich. Du wolltest, Herr, Wo du bist, sei auch ich. ties genug! 3. Es ist genug; des Kampfes bin ich müd', Der mir oft bange macht, Der Frevelthaten, die mein Auge sieht, Der langen Trübsalsnacht. Mich dürftet bei der Last der Leiden Nach Ruh' im Schoos der Ewigkeiten: Es ist genug! Eigne Melodie. 4. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will; Er kennet ja 5. Drum bring' ich dir Des Dankes Freudenlieder, Du lebensfürst, Für mich und meine Brüder, Weil du mit uns Durch Todesschatten dringst, Und uns bei dir Zum ew'gen Leben bringst! de e nis 438. Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist Zu Zions Geistern hin! Löf auf das Band, das schon allmählich reißt! Befreie meinen Sinn. O stille doch dies heiße Sehnen, Und mach' ein Ende meinen Thränen; Es ist genug! mein Herz. Ich barre sein; ge duldig halt' ich still; Er heilet jeden Schmerz. Was meine sieche Brust getragen, Nimmt er hinweg, und wird dann sagen: Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt Durch meiner Sünde Schuld. Wie oft hat sie mein schwaches Herz berückt, Geraubt mir deine Huld! Gib, daß das Stückwerk dieser Erde Bald genug! 5. Es ist genug; Herr, wenn es dir gefällt, So ende meinen Lauf! Entrücke mich dem Jammer dieser Welt, Und nimm zu dir mich auf! Heil mir; ich fahre hin im Frieden! Mein Kreuz und Elend bleibt hienieden: Es ist ( 22) Das Heil im Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 439. Nach einer Prüfung furzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. zukünftigen Leben. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alleFreuden, die ihm werden, Sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Ge räusche dieser Welt. Bald kämpft in seinem eig'nen Herzen Ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet, Und des Bekümmerten vergißt; Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort Im zukünftigen Leben. 259 werd' ich's finden; Dort werd'| keit, Die an uns offenbar soll ich heilig und verklärt. Dann werden Von Ewigkeit zu Ewigwerd' ich ihn erst ganz empfinden keit? Wie Nichts, wie gar nichts Der wahrenTugend hohen Werth. gegen sie Ist doch ein Augenblick Dich, Gott der Liebe, werd' ich voll Müh! seh'n, Dich ewig lieben und erhöh'n! ( 55) 6. Da wird der Vorsicht heirger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt mein wachsender Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. un 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und selig nennen, Was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne bringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart, Ein heilig! heilig! heilig! singen Dem Lamme, das geopfert ward. Ihn preisen alle Seraphim; In ihren Chören fauchz' ich ihm. dirako erad 9. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 440. Noch wallen wir im Thränenthal, Gedrückt von Kummer, Müh und Qual; Doch nur noch wenig Tage. Dann fliehen wir aus dieser Zeit Hinüber in die Ewigkeit, Weit weg von jeder Plage. 2. Dann sinkt der Leib in's fühle Grab, Der Staub zu allem Staub hinab, Nicht sterblich mehr zu leben. Mit freiem Flug und frohem Blick Kehrt der entbund'ne Geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. hid 3. D wohl ihm, war er fromm und gut,- Wenn er von seiner Arbeit ruht, Wenn Thaten ihn begleiten; Wenn er, vereint mit Jesu Christ, Unsterblich, rein und fähig ist Zum Heil der Ewigkeiten! O 4. D bobes Glück, vor Gott zu steh'n! O Freude, Jesu, dich zu seh'n, Und mit dir deine Glies der! Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich, erster aller Brüder! des Höchsten Hand Den Freund, 5. Doch erst am Tag des Aufden ich auf Erden fand. ersteh'ns, Am Tag des frohen Wiederseh'ns, Wo Himmel neu und Erde; Am Tag, wo Gottes Wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft; Was ich erst dann sein werde! 6. Wie wird mir dann zu Muthe sein, Wenn alle Todten, groß und klein, Erweckt, Herr, vor dir stehen; Wenn du auch 17* 10. Da ruft o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du!" O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, Der Retter einer Seele sein! 11. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herrlich Vom Heile in Chrifto. 260 mich beim Namen nennst, Vor Gott und Engeln mich bekennst; Ich ewig dich soll sehen! 7. Wenn ich in jener Königsstadt, Die Gottes Hand gegründet hat, Im Anschau'n mich verliere; Wenn ich in deinem Himmelreich, Den Engeln und dir selber gleich, Ein neues Leben führe! 78. Ich, ich, der jetzt noch Thränen weint, Ich werde, wenn der Herr erscheint, Dann leuchten, wie die Sonne! Ich Sünder werd' von Sünden rein, Jch Sterblicher unsterblich sein, Jch, Gottes Bild und Wonne! 9. Sei stark, sei freudenvoll mein Geist! Gott lebt, Gott hält, was er verheißt; Gott ist der Gott der Frommen! D glaub's, nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus Gottes Schoos Der ew'ge Sohn gekommen. 10( 105) Mel. Ich hab' mein Sach' Gott zc. 441. Noch schauen wir im danteln Wort! Noch reißt uns Wahn und Irrthum fort, Und unser irrender Verstand Hat, abgewandt Von Gott, oft Gottes Rath verkannt. 2. Auch selber der, der weiser denkt, Sich nicht in jeden Abgrund senkt, 3war forscht, doch mit Bescheidenheit, Dringt doch nicht weit, Umringt von tiefer Dunfelbeit. bleibusai 100 3. Uns decket Dunkelheit vom Herrn! Am Grab hier sollen wir von fern Des Ew'gen weisen Rathschluß seh'n, Von Weitem steh'n, Und noch in's Heiligthum nicht geh'n. 4. Wenn, vor dem Schöpfer tiefgebeugt, Die kühne Forschbegier auch schweigt; So drückt uns doch der Sünde Joch; So flieh'n wir doch Des Weltvers söhners sanftes Joch. 5. Ach wir der Uebertretung Raub! Wir ew'gen Seelen, und wir Staub! Du Heiliger, was wären wir Vor dir, vor dir, Ent flöh'n wir glaubend nicht zu dir? 6. Hier wird der Sohn der Sterblichkeit Nie von der Sünde ganz befreit. möchten's Schwachheitsfehler sein, Die uns entweih'n, Und keine Missethaten sein. 7. Du, der uns Arme nicht verstößt! Wie werden wir vom Leib erlöst, Von dieses Todes Leib, uns dein, Vollender, freu'n, Ganz heilig und ganz selig sein! 8. Noch schauen wir im dunkeln Wort; Noch reißt die Sünd'uns mit sich fort. Leit' uns durch uns're Prüfungszeit; Mach' uns bereit, Vollender, zu der Ewigkeit. d ( 94) Mel. Wachet auf! ruft zc. 442. Reiß dich los, mein Geist, von Sorgen! Auf finst're Nacht folgt heller Morgen, Und strahlt in hehrer Lichtgestalt. Hör es, du, den Elend beuget! So spricht der Herr, der Wahrheit zeuget: Ich komme bald, ich komme bald! Es kommt mit mir mein Lohn; Schau', dich erwartet schon Deine Krone. Halt aus im Streit! Kurz ist die Zeit; Wer glaubt, der überwindet weit." 2. Zuruf, der mich neu beseelet! 261 Im zukünftigen Leben. Mein Heiland lebt; weg, was 2. O großer Tag, der mich mich quälet! Auch ich soll da, wo zum Himmel hebt, Und endet er ist, sein. Mir die Stätte zu jeden Schmerz! Das Vorgefühl bereiten, Schmeckt' er des Todes der Seligkeit durchbebt Des Bitterkeiten, Nahm er das Reich müden Pilgers Herz, Und trocknet als Sieger ein. Von seinem seine Thränen. O Tag, bist du Throne her Fleußt, welch ein noch fern? Der Wand'rer schaut Gnadenmeer! Auf mich nieder. mit Sehnen Hinauf zum MorEr ist mein Hort, Und hier und genstern. dort Mein Seligmacher fort und fort. STE 3. O wie den Geist schon der Gedank' erhebt, Von Schwachheit frei zu sein! Die Hütte finkt; er im Triumphe schwebt In's Reich der Geister ein. Er schwingt sich, frei von Bürde, Auf hoher Sternenbahn, Den Engeln gleich an Würde, Zu Gottes Thron hinan. Morgentraum sind Müh' und Trübsal nun; Mein Glaubenskampf ist aus. Ich komm' zum Schau'n, und will im Lichte rub'n; Dort ist des Vaters Haus! Errungen ist die Krone, Die fern mich schon entzückt, Und feierlich am Throne Den treuen Kämpfer schmückt.whick imag 3. Streue denn, wenn auch mit Weinen, Die edle Saat; Gott kennt die Seinen: Für Ewigkeiten säest du. Nach des rauhen Winters Wüthen Erscheinen holde Frühlingsblüthen, Eilt bald die Aerntezeit herzu. Dann geht der 4. Ein Christ hervor, Singt mit der Sieger Chor: Hosianna! Und ewig neu Ift Gottes Treu', Daß Alles durch ihn heilig sei! 4. Wirf dagegen in die Wage, Was nun dich drückt, die ganze Plage Der kurzen Pilgerschaft hinein; Und was wird dann alle Plage Der Pilgerschaft, was aller Tage Ertragne Last und Hige sein? Ein leichter Traum, ein Rauch, Von dem die Spur sich auch Schnell verlieret. Den Tropfen Leid Der Prüfungszeit Verschlingt das Meer der Ewigfeit! ( 204) Mel. Jerusalem, bu hochgebaute se. 443. Du bist mein Ziel, er hab'ne Gottesstadt! Dir schlägt das Herz in mir. Des Jrdischen und seiner Freuden satt, Schwing' ich mich auf zu dir, Weg über Erd' und Sterne: Reicht, Engel, mir die Hand! Ich seh' es in der Ferne Mein frohes Vaterland. 5. D welch ein Volk, welch eine heil'ge Schaar Mir da entgegen glänzt! Was in der Welt von Auserwählten war, Mit Seligkeit umkränzt! Des Himmels reinste Freuden Entstrahlen ihrem Blick: Kommt, tönt es, Müh und Leiden Belohnt hier ew'ges Glück!" 6. Da geh' ich dann von Seligen umschwebt, Zur Stadt des Lebens ein, Dem Lichte zu, worin der Ew'ge lebt. Gott wie wird mir sein, Wenn dann, von Him melswonnen Entzückt, der trunkne Geist, In Seligkeit zerronnen, Dich, seinen Schöpfer, preis't. ( 123) Vom Heile in Christo. Eigne Melodie. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2.445. Ich hab' von ferne, 444. Geb' und säe Thrä- Herr, deinen Thron erblickt, Und nensaat; Stren ihn aus, den hätte gerne Mein Herz vorausedlen Samen! In das Buch der geschickt, Und hätte gern mein Gottesstadt Zeichnet Jesus deinen müdes Leben, Vater der Geister, Namen Mit der Thränen Perlen dir hingegeben! ein; Treuer Dulder, geh' und wein'. 262 2. Jede Zähre, hier geweint, Wird zum Edelstein der Krone, Die am Wonnetag dein Freund Dir verleiht vor seinem Throne, Wann du Priester einst und Fürst Uleber Himmelsheere wirst. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist geseh'n! Du bist allmächtig: Drum ist dein Licht so schön! Könnt' ich an diesen hellen Thronen, Ach, schon von heute an! ewig wohnen! 3. Noch bin ich sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündigDein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 3. Alle Seufzer, hier entfloh'n Deinem Busen, dem gepreßten, Steigen auf, und Gottes Sohn Sammelt dort sie zu den Festen, Wo die hier beklomm'ne Brust Athmen darf mit ew'ger Lust. 4. Sieh, die Saat der Trauer sprießt Fröhlich auf, und grünt und blühet; Süßen Arbeitslohn genießt hier schon, wer sich redlich mühet. Sieh das Feld zur Aernte weiß! Lohnt sie Mühe nicht und Fleiß? 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Aber welche Seligkeit Harrt erst dein am Tag der Garben? Hin ist dann des Kummers Zeit; In des Morgenrothes Farben, Um die Stirn den Aerntefranz, Schwebst du auf 446. ,, Unser Wandel ist im zum ew'gen Glanz. Himmel!" Köstlich Wort, wie 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt geseh'n, Und ohn' Ermüden Will ich ihr näher geh'n, und ihre hellen, goldnen Gassen, Lebenslang nicht aus den Augen laffen. ( 80) 395% m mel. Alle Menschen müssen sterben c. 6. Deine Garben bringest du: strömest du Mir, umringt vom ,, Herr, sieh mich und meine Kis- Weltgetümmel, Muth und süße der!" Komm, ruft er, geh ein Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den zur Ruh, Treuer Knecht und Ue- ich thue, Bringet mich dem Land berwinder! Palm' und Krone der Ruhe Näher, immer näher seien dein! Komm, bei mir daheim zu: Wort, wie hoch erfreuest du! zu sein." ( 3) 2. Haltet's fest, ihr theuern Brüder! Haltet's fest, dies werthe 263 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die wir im Himmel finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar Zum fröhlichen Empfinden; Doch bier Sind wir Bei den Freuden Noch mit Leiden Stets umgeben: Dort nur ist vollkomm'nes Leben. Im zukünftigen Leben. Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder; Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; Viele schon erreichten's, Biele! Wir, so wahr es Gott verhieß, Wir erreichen's auch gewiß! 3. Nur, wie fromme Wandrer müssen, Bleibet wacker, treu und fest. Denkt, des hohen Ziels beflissen, Daß der Herr euch nie verläßt. Feinde teb'n an euern Wegen, Stürme toben euch entgegen; Fluthen rauschen, Felsen droh'n: Fasset Muth! groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, Was kein Ohr gehöret hat, Was fein Herz hier zu erflehen Je sich unterwunden hat; Droben hat's Gott dem bereitet, Der hier tapfer fämpft und streitet. Drum ver laßt nicht eure Bahn; Jesus selbst on ging euch voran. 5. Diese Bahn führt uns zum Himmel: O wie strömst, Gedanke, du, Mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer, Das nach einer kurzen Frist Auch von mir errungen ist. 3. Kein Tod ist da mehr und fein Grab; Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid, fein Angstgeschrei; Denn du, o Herr, machst Alles neu; Das Alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Bon gerechten Gottes- Knechten Reine Piagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. vidi 4. In unsers Gottes Heiligthum Schallt ewig seines Namens Ruhm Von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; Da schau'n wir sie nicht mehr von fern; Wir sind von ihr durchdrungen. Freundlich Gibt sich Den Erlös'ten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon Vater nennen. e) su dan 5. Vor seinem Antlig wandeln sie, Auf ewig frei von Sorg' und Müh, Und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Luft Rein feindliches Gemüthe. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe Reiner Liebe UnterSeelen, Die dann ewig nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand Sie, die dein Mel. Wie schön leucht't ic. 447. D Gott, wie wird mein Geist entzückt, Benn er nach deinem Himmel blickt, Den du für uns bereitet; Wo deine milde Baterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet! Mächtig Führ ich mich erhoben, Dich zu loben, Der zum Leben, Das bort ist, mich will erheben. 264 Vom Heile in Chrifto. Lieben hier verband, Und ewig heit Dort deine Gnade die Er sind wir Brüder. Ewig Werd' lösten Nach überstandner Prü ich Frei von Mängeln, Selbst fungszeit. Du selbst machst ihnen mit Engeln Freundschaft pflegen: offenbar, Wie gut stets deine O ein Umgang, reich an Segen! Führung war. 7. Wo ist mein Freund, des 4. Da schweigen alle bangen Höchsten Sohn, Der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen! Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ, Der du die Lebenssonne bist, Mir zum Entzücken sehen! Da wird, Mein Hirt, Nichts mich scheiden Von den Freuden, Die du droben Deinen Freunden aufgehoben! Klagen; Da bringt mit frohem Lobgesang Selbst für die ausgestandnen Plagen Dir ihre Seele Preis und Dank. Nun jauchzen fie: ,, es ist vollbracht! Der Herr hat Alles wohlgemacht!" 5. Forthin bekümmert sie fein Leiden, Kein Schmerz und feine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden, Und krönet sie mit Preis und Ehr'. D unaussprechlich süße Ruh! O Gott, wie herrlich tröstest du! 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie ererben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du haft die Stätte 6. Wer kann die hohe Gnade mir bereit't: Hilf mir sie auch erwerben! Laß mich Eifrig Danach streben, und so leben Auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde! ( 50b 34) faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der Unruh' lassen, Die dieses Leben noch umgibt. O mache du schon in der Zeit Uns würdig für die Ewigkeit! Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 448. Es ist noch eine Ruh' vorhanden Für jeden Gottergeb'nen Geist, Wenn er sich dieses Körpers Banden Nach Got tes Willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf Erden, lebt und denkt. auf Erden Den Leidenskelch ge7. Mein Heiland, der du selbst trunken hast; Will ich des Lebens müde werden, Und fühl ich dieser Tage Last; So stärke mächtig meinen Geist, Daß er dem Unmuth sich entreißt! 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, Die Gottes Volk verheißen 2. Herr, die zu dieser Ruhe ist, Ich gern des Vaters Willen kommen, Wie selig sind doch alle thue, Wie du darin mein Vorbild die! In deinen Himmel aufge- bist. So ärnt' ich nach Mühnommen, Ruh'n sie von dieses seligkeit Die Freuden deiner Lebens Müh'. Nach aller Last, Ewigkeit. die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr Herz erquickt. ( 101.34) Mel. Alle Menschen müssen 2c. 3. Wie Mütter ihre Kinder 449. Dwie unaussprechlich trösten, So segnet mit Zufrieden= selig Werden wir im Himmel 265 Im zukünftigen Leben. ſein! Da, da ärnten wir unzäh-| Unser Ach in Freudenpsalmen, lig Unsers Glaubens Früchte ein. Unsre Angst in Lust verkehrt, Da wird ohne Leid und Zähren Die forthin kein Kummer stört! Unsre Freude ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 7 Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen; Dort nur wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo die Wonne immer steigt. 8. Seele, sei denn hocherfreuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte hoffnungsvoll den Blick Oft nach jener Stadt der Frommen; Streb' mit Ernst dahin zu kommen: Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, das droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Reiner, Herr, in deinen Himmel geh'n! Mach' mein Herz hier immer reiner, Mach' es würdig, dich zu seh'n! Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt Wo man ewig dir lobsingt!( 174) Mel. Wie schön leucht't ic. 2. Zwar das Glück, das du den Deinen Dort bei dir bereitet hast, kann hier noch nicht klar erscheinen, und kein Mensch auf Erden faßt Deines Himmels hohe Freuden. Doch nach dieses Lebens Leiden Werden Alle, die dir trau'n, Mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden unser Glück erhöh'n; Mit erstaunendem Gemüthe Wird dann unser Auge seh'n, Deine Huld sei überschwenglich, Und die Wohlfahrt unvergänglich, Die dem, der dich redlich liebt, Deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten Wird uns dort der Heiland leiten, Der uns dieses Glück erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen 450. Wie wird mir dann, Menge Ein Herz, Eine Seele o dann mir sein, Wenn ich, mich sein, Liebe, Dank und Lobgesänge ganz des Herrn zu freu'n, In ihm Dir, du großer Gott, zu weih'n; Dir und dem, der selbst sein Leben Willig für uns hingegeben! Mit ihm, unserm treu'sten Freund, Sind wir ewig dann vereint. entschlafen werde; Von keiner Sünde mehr entweiht, Entfesselt von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stärfe, tröste, Dich, Erlöfte, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach Kummer, Noth und Thränen Ew'ge Güter uns erfreu'n; Wo sich unser Kampf in Palmen, Elends Joch, Die Laft der Sünde 2. Ich freue mich und bebe doch; So beugt mich meines Vom Heile in Chrifto. 266 nieder. Der Herr erleichtert, was mich drückt; Mein banges Herz, von ihm erquickt, Glaubt, und er hebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, Dir zu leben, SUT Mel. Alle Menschen müssen. Dir zu sterben, Deines Vaters 451. Weinet nicht mehr Reich zu erben! um die Frommen, Die der Tod euch hat geraubt! Zu dem Herrn sind sie gekommen, Dem sie liebend hier geglaubt. Er hat sie hinaufgezogen Aus den Stürmen wilder Bogen; In das stille Friedensland Führte sie die Vaterhand. 3. Besiege denn des Todes Grau'n, Mein Geist; er ist der Weg zum Schau'n, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; Er führt zum Heiligthume dich, Zum ew'gen Freudensaal Gottes Rub' ist Unvergänglich, Ueberschwenglich; Die Erlösten Wird sie unausſprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Tobten sammelt! Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, Eh' ich noch dieses Fleh'n vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, Ich befehle Meine Seele DeinenHänden! Laß mich meinen Lauf wohl enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel! Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, So sei mein Leben vir geweiht, Bis dieser Leib zertrümmert. Laß mich, Bater, Reiche Saaten Guter Thaten Einst begleiten Vor den Thron der Ewigfeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, Ihn dort anbeten werde; Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Heilig! fingen Wir dir; bringen Preis und Ehre, Dir, der war und sein wird, Ehre!( 94) 2. Selig, die in Jesu sterben, Den sie liebten und nicht sah'n! Sie sind seines Reiches Erben, Geben nun deslichtesBahn, Zum Genuß aus der Entbehrung, Aus der Schmach zu der Verklärung Führt sie der, den sie geliebt, Der aus Liebe uns betrübt. 3. Mühe war ihr Loos hienieden, Glaubensarbeit war ihr Theil; Kämpfend um den Seelen frieden, Suchten sie in Jesu Heil. Liebe haben sie bewiesen Vor dem Herrn, den sie gepriesen; Litten sie auch Hohn und Schmach, Dennoch folgten sie ihm nach. 4. Tief war oft ihr Herz betrübet, Daß es ihm nicht treuer war, Daß es ihn nicht mehr ge liebet In der treuen Kämpfer Schaar. Ach, der Liebe heiße Thränen Sind geweint in bangem Sehnen; Um Erlösung flehten sie Von den Kämpfen schwerer Müh. 5. Jhr Gebet ist nun erhöret; Von den Banden sind sie frei. Ihre Liebe ist verkläret, Und belohnt wird ihre Treu'. In das Grab sank nur die Hülle; Doch ihr Geist trinkt aus der Fülle, Im zukünftigen Leben. 267 fennt. Ewig glänzen ihre Namen In dem Buch des Lebens, Amen! Ihres Dankes Lobgesang Schallt die Ewigkeit entlang. 9. Und es naht die große Stunde, Die euch zu den Lieben bringt, Wo ihr in der Engel Bunde Einst das Heilig! Heilig! fingt. Dann seht ihr die Schwes stern, Brüder, Gatten, Aeltern, Kinder wieder; Nach der Trennung furzem Schmerz Sinkt ihr an ihr liebend Herz. 10. Führ' uns, Herr, in ihre Chöre; Zeuch uns ihnen Alle nach! Preis sei dir und ewig Ehre, Der die Bahn zum Himmel brach! Lehr' uns beten, wachen, 8. Weinet nicht mehr um die ringen, Daß auch wir zum Theuern, Die der Tod von euch Himmel dringen: Führ' uns All' getrennt! Sie, die ihre Siege auf Siegerhöh'n Zu der Lieben ( 88) feiern, Sind bei dem, der sie er Wiedersehn! Die von Gottes Throne fließt, Und das letzte Leid versüßt. 6. In dem Herrn sind sievollen det, Der für sie am Kreuze starb; Jhm in Klarheit zugewendet, Der für sie das Heil erwarb; In der Stadt der Erstgebornen, In der Burg der Auserfornen Krönt die Ruhe ihren Fleiß, Bringen sie dem Netter Preis. 7. Ewig, ewig folgen ihnen Ihres Glaubens Werke nach; Ihnen ist die Aernt' erschienen, Die des Höchsten Wortversprach. Jbre reiche Saaten stehen Glänzend in des Himmels Höhen, Und im jauchzenden Verein Bringen sie die Garben ein. didd 2) Das Heil nach seinen Bedingungen. Buße und Sinnesänderung. Mel. Straf' mich nicht in deinem zc. 452. Sich'rer Mensch, noch ist es Zeit, Aufzusteh'n vom Schlafe! Nahe ist die Ewigkeit, Nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht! Säume nicht, Seinen Ruf zu hören, und dich zu befebren! ninalo 2. Noch weckt der Posaune Schall nicht die Todten alle; Noch bebt nicht der Erdenball, Nahe seinem Falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes Ruf: es werde, Mensch, dein Leib zur Erde!" di 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, Unter Sündenfreuden Deines Lebens legte Nacht; was wirst du leiden, Wenn dein Herz, Von dem Schmerz Deiner Schuld zerrissen, Wird verzagen müssen. 4. Wenn vor deinem Antlig sich Jede Sünd' enthüllet; Wenn dann eine jede dich Ganz mit Grau'n erfüllet; Nichts dich dann Stärken kann, Reine deiner Freuden: Ach was wirst du leiden! 5. Nah' dem Untergang, wirft du An des Grabes Stufen, Bang 268 Weg zum Heile in Chrifto. um Troft und Seelenruh', Dann 5. Führt das zurSeligkeit, Daß vergebens rufen: ,, Rette, Gott, wir, als die Erlösten, Wenn uns Mich vom Tod! Rette noch im der Tod ergreift, Uns der VerSterben Mich von dem Versöhnung trösten? Nur wer im derben. 6. Mensch, noch wandelst du allhier Auf des Lebens Pfade; Glauben stets Dem lebt, der für uns starb, Stirbt froh, gewiß des Heils, Das uns der Herr erwarb. Noch ist zur Errettung dir Nahe 6. So süß ein Laster ist, So Gottes Gnade! Eil' ihr zu, Daß du Rub' Für dein Herz empfindest, Und Vergebung findest.( 195) gibt's doch keinen Frieden. Der Frömmigkeit allein Hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste Theil; Ein Mensch, der Gott verläßt, Berläßt sein eignes Heil.d Mel. O Gott, du frommer 2c. 453. Willst du, wenn Gott dich ruft, Noch mit der Buße säumen? Mensch, willst du länger noch Die Zeit des Heils verträumen? Ist wahre Besserung Nicht deiner Seele Glück? Warum verlierst du denn noch einen Augenblick? 2. Wahr ist's: es kostet Müh', Sein eignes Herz bekämpfen, Der Sünde widersteh'n, Und böse Lüste dämpfen. Doch bleibt es deine Pflicht; Und jede Schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, Wird größer mit der Zeit. 3. Je öfter du vollbringst, Was Fleisch und Blut befohlen, Je stärker wird dein Hang, Die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, Der Sünde Knecht zu sein; So wirst du morgen schon Noch weniger dich scheu'n. 4. Rann dich fein schneller Tod Noch heut' der Welt entrücken? Ist wahre Buß' ein Werk Von wenig Augenblicken? Ein Seufzer auf zu Gott, Ein Wunsch nach Besserung, Und Angst vor Schrecken reicht Nicht hin zur Heiligung. 7. Die Buße führt dich nicht Zu lauter Angst und Leiden; Sie führet dich zu Gott, zu wahren, ew'gen Freuden; macht deine Seele rein, Füllt dich mit Zuver sicht, Gibt Weisheit und Verstand, Und Muth zu jeder Pflicht. 8. Dein Gott verleiht dir Kraft, Dich selber zu besiegen! Der Sieg, so schwer er ist, Schafft göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht es gleich Im Anfang langsam fort; Sei wader; Gott ist nah, Und stärkt dich durch sein Wort. 9. So gib denn, weil ich jetzt, Herr, deinen Ruf noch höre, Daß ich mich ungesäumt Zu dir vom Bösen fehre! Dann darf ich nicht zu spät Verlornes Heil bereu'n; Darf mich der Seligkeit Schon hier im Glauben freu'n.( 55) Mel. Sollt' es gleich zc. 454. Auf will ich von Sünden stehen, Und zu meinem Vater gehen; Seele, Seele, es ist Zeit! Tod ist nah und Ewigkeit! 2. Sieh mich wieder zu dir Sinnesänderung. PR 269 febren, Gott, ich will dein Rufen| leiste, Und Muth und Kräfte mir hören; Will in Zukunft dir allein Eigen und geheiligt sein! 3. Fliehen will ich jene Freuden, Die von deiner Liebe scheiden, Dir mich ganz von Herzen weih'n, Mich in dir, mein Gott, erfreu'n. 4. Alle Sünden will ich haffen, Nie den Heiland mehr verlassen; Nicht mich richten nach der Welt, Niemals thun, was dir mißfällt. 5. Halt' mich fest in deiner Gnade; Führe mich auf rechtem Pfade, Daß ich dir beständig treu, Und im Guten standhaft sei. 6. Auf will ich von Sünden stehen, und zu meinem Vater gehen; Seele, Seele, es ist Zeit! Tod ist nah und Ewigkeit! verleih', Daß ich mit kindlich treuem Geiste Dir bis zum Tod ergeben sei. So sieg' ich über Sünd' und Welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Und wenn ich noch aus Schwachheit fehle, Mein Vater, so verwirf mich nicht! Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; Und mache in Bekümmerniß Mein Herz nur deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; Schaff' ein getrøstes Herz in mir; Und stärke mich in allen Leiden: So halt' ich mich, o Gott, zu dir, Bis nach vollbrachter Prüfungszeit Das Glück des Himmels mich erfreut!( 34) Mel. Herr ich habe mißgehandelt ic. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 455. O großer Gott, du reines Wesen, Der du die reinen Herzen dir Zur steten Wohnung außerlesen! O schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das sich vom Sinn der Welt Entfernt und unbefleckt erhält! 456. Sollt ich meinemHerzen schmeicheln, Sünde thun und ficher sein? Sollt' ich falsche Tugend heucheln, Und dann sagen: ich bin rein? Ach, sein Elend nicht empfinden, Welche bittre Frucht der Sünden! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden Mit inniger Beschämung 2. Lehre, Herr, mit Ernst mich seh'n; Durch Christum vor dir prüfen, Ob vor dir ich kann beGnade finden, Und auf dem Weg steh'n! Du kennst meines Herzens der Wahrheit geh'n. Ich will Tiefen; Laß auch mich sie offen forthin das Unrecht scheu'n, Und seh'n. Allen eiteln Schein verdeinem Dienst mein Leben weih'n. 3. D stärke mich in dem Gedanken! Gib meinem Vorfag Festigkeit; Und will mein schwaches Herz je wanken, So hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hilfe nichte, Wenn ich selbst vor dir mich richte! daily 102 3. Bin ich, wenn ich das nur hasse, Was auch Heiden nicht verzeih'n, Das nur meid' und unterlasse, Was mir nicht gefällt, schon rein? Ist's genug, nur nichts verbrechen, Was schon Menschen strafend rächen? 4. Bin ich darum auch schon 270 Weg zum Heile in Chrifto. besser, Darum Gottes Kind und| handelt, Und mich beugt der Freund, Weil die Schuld des Sünden Laft! Ich bin nicht den Nächsten größer, Als die meinige, Weg gewandelt, Den du mir ge mir scheint? Darum, weil von zeiget haft; Und gern möcht' ich mancher Sünde Ich mich rein jetzt voll Schrecken, Richter, mich und schuldlos finde? vor dir verstecken!( an - 5. Siehst du, wenn ich Gutes übe, Nur auf das, was ich gethan? Siehst du nicht des Her zens Triebe Und die Absicht dabei an? Zählt die Welt mich zu den Frommen; Bin ich darum schon vollkommen? ed un 3. Herr, ich flieh' in deine 6. Herr, vor deinem heil'gen Hände! Außer dir ist keine Rub. Throne Gilt nur wahre Froma Dein Erbarmen hat kein Ende; migkeit. Dir allein und deinem Wer ist gnädiger, als du? Du Sohne Sei mein ganzes Herz ge- bist Gott, und kannst vergeben: weiht. Meine Schulden, die mich Ach vergib und laß mich leben! reuen, Woll'st, Erbarmer, mir verzeihen! 4. Siehe, wie mein Herz sich sfehnet, Gott, nach deiner Vater huld! Siehe, wie mein Auge thränet Ueber meiner Sünden Schuld! Können dieser Reue Thränen Dich, du Heiligster, versöhnen? 7. Keine Sünde will ich lieben, Auch den Wunsch der Sünde nicht! Rein in allen meinen Trieben, Fern von falscher Zuversicht, Will ich in der Zahl der Deinen Immer sein, und nicht nur scheinen! 2. Doch wohin sollt' ich entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Ueber Meere; du bist da. In der Erde tiefsten Gründen Würde mich dein Auge finden. 5. Mein Erlöser, dein Eri barmen, Dein für mich vergoff'nes Blut, Dein Verdienst versöhnt mich Armen, Spricht für mich und gibt mir Muth. Deines Heils darf ich mich trösten Mit den Schaaren der Erlösten. 8. Wann bedarf hier je die Seele Keiner größern Reinigung? Herr, du siehst, wie oft ich fehle Auf der Bahn der Heiligung! Warum sollt' ich mich verblenden, Und mir selbst mein Heil entwenden? 6. D so tilge meine Sünden; Schaff ein reines Herz in mir! Laß bei dir mich Ruhe finden; Zeuch mich immer mehr zu dir. Laß, Herr, deinen Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu ( 45,127) 9. Hilf mir streiten mit den Lüften, Fliehen Stolz und Sicher heit, Muthig mich zum Kampfe rüsten Mit Gebet und Wachsamfeit, Daß ich nicht vergebens bleiben! ringe, Und gewiß zum Ziele bringe! ( 24) Eigne Melodie. 457. Herr, ich habe mißgeMel. Herzliebster Jesu zc. e 458. Allein vor dir, mein Gott, hab' ich gesündigt! O laß die Gnade, die dein Wort ver fisSinnesänderung. 271 kündigt, Wenn Sünden uns von Und ich konnt', Allgütiger, Dich ganzem Herzen reuen, Auch mich so sehr betrüben! erfreuen! 3. Was bin ich, Herr, Daß immer mehr, Du deine Huld mir schenkest? Ach, was ist der arme Mensch, Daß du sein gedenkest? 4. Herr, einmal doch Zerbrich das Joch Der Sünden, die mich drücken! Laß dein gnädig Angesicht Einmal mich erblicken! 5. Erhöre mich! Ich suche dich, Und fleh' gebeugt im Staube. Du verwirfft den Sünder nicht; Dies sagt mir mein Glaube.pdndle 2. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle! Dein harret, Bater, meine bange Seele! Laß Trost und Ruh, um des Versöhners willen, Mein Herz erfüllen! 3. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte; Gib deinen Geist, daß er mich unterrichte; Gib ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege Mich leiten möge! 4. Schaff in mir, Höchfter, eine reine Seele, Ein neues Herz, 6. Ja, hold blickst du Auch das deine Wege wähle! Befördere mir jeßt zu, Und läßt mich und stärke mein Bestreben, Nur Gnade finden; Denn des Mitte dir zu leben! and molers theures Blut Tilgt, auch 5. Mit neuer Treue will ich meine Sünden.s dich verehren; Ich will die Sün- 7. Kommt zu mir her, Wenn der deine Wege lehren. Mein noch so schwer Euch Sündenlasten Beispiel soll sie reizen, deinen drücken: Ich"- so rief er SünWillen Gern zu erfüllen. odern zu- Ich will euch erquicken!" 6. O böre, Gott, erbarmend 8. Ich komme, Herr! Denn auf mein Fleben! Wie solltest du ein reuend Herz verschmähen, groß und schwer, Und viel sind Ein Herz, das dich im Glauben meiner Sünden; Aber laß auf ernstlich suchet, Der Sünde Jesu Wort Mich Erquickung fluchet? ortal isitas finden! 7. Ein reuig Herz willst du zum Opfer haben; Das liebst du, das wirst du mit Troste laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten! 805 Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 20. 459. Ich kniee hier, O Gott, vor dir, Gebeugt von Reu' und Schmerzen! D, wie eine schwere Laft liegt's auf meinem Herzen! 2. Du liebtest mich So väterlich, Ja mehr, als Väter lieben; 9. Nichts soll mich dann, O Herr, fortan Von deiner Liebe scheiden, nicht der Sünde mächt's ger Reiz, Nicht der Erde Freuden. mel. Freu dich sehr, o meine Seele ic. 460. Höchster, denk' ich an die Güte, Die du mir bisher ere zeigt; so wird mein ganz Ge müthe Tiefbeschämet und gebeugt, Daß ich dich nicht so verehrt, Wie mich deine Vorschrift lehrt, Dich, der mich so sehr geliebet, Mit Vergebungen betrübet. 2. Alle meine Seelenträfte, 272 Weg zum Heile in Chrifto. Meine Glieder find ja dein; Und beil Mache du mich selbst recht sie sollten zum Geschäfte Deines treu, Dich zu lieben, dir zu leben. Dienst's geheiligt sein. Doch hab' Ewig will ich dich erheben! ich der Eitelkeit Unbedachtsam sie d ( 41.34) geweiht; Ja, ich ließ zum Dienst Mel. Wer nur den lieben Gott x. der Sünden Nur zu oft mich willig finden. 461.Allmächtiger, ich Staub, is 3. Deine Huld war jeden ich Sünder Steh hier vor deinem Morgen Ueber mir, o Bater neu! Angesicht. Erbarmer aller MenVon wie manchen schweren Sor- schenkinder! Ach geh' nicht mit gen Machtest du mein Herz schon mir in's Gericht! Ich bin nicht frei! Was mir nüßte, gabst du deiner Gnade werth; Doch sie mir; Aber ach wie dankt' ich dir! läßt Keinen unerhört. Was du gabst, hab ich vermessen Oft gemißbraucht, oft vergessen. 190 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden Sollt' ich ja die Sünde fliehn, Und um Rettung von dem Schaden Meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße; aber ich hörte 3. Sollt ich an deiner Huld nicht dein sanftes Locken, ließ die Sünde mich verstocken. 2. Um Troft ist meiner Seele bange! Die last gehäufter Missethat liegt schwer auf mir, der ach! so lange Dich, seinen Gott verlassen hat. Weß tröst' ich mich, ich Schuldiger, Als Deiner nur, Barmherzigster? rdoret d verzagen, Ich dein Geschöpf? Das willst du nicht! Bis hierher hast du mich getragen, Bleibst ewig meine Zuversicht. Hab' ich nicht auch an Chrifti Heil, An seiner ganzen Liebe Theil? 4. Er hat auch mir das Recht verdienet, Getroft zu dir empor zu sehn; Und wenn der Sünder sich erfühnet, Durch ihn Vergebung zu erfleh'n, So bist du Vater, der vergibt, und lieber segnet, als betrübt. 6. Dir ergeb' ich mich aufs Neue. Gib, daß mein gebeugter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. 5. Sprichst du zu mir: dir ist Was dein Sohn auch mir er- vergeben, So stillt sich mein Ge warb, Da er für die Sünder starb, wissensschmerz; Und will mein Fried' und Freude im Gewissen, zaghaft Herz noch beben, So bist Laß auch mich durch ihn genießen. bu größer, als mein Herz. Dein 7. Stärt den Vorfag meiner Gnadenwort macht Alles gut Seele: Herz und Leben sei nun Und schenkt zur Tugend neuen dein! Gib, daß mir's an Kraft nicht fehle, Folgsfam deinem Wort zu sein. Stehe mir allmächtig Muth. 5. Ich erkenne meine Sünden, Beuge mich, mein Gott, vor dir! Laß vor dir mich Gnade finden; Neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach vergib, was ich gethan; Nimm mich noch erbarmend an; Führe mich vom Sündenpfade Schnell zurück durch deine Gnade! 6. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret; Mein Glaube sagt mir's, 273 steten Gemüthe, Welchem du die Sündenlast Liebreich abgenommen hast. Sinnesänderung. daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, Der treue, dir ergeb'ne Sinn, Dies findliche Vertrau'n auf dich Bezeuget: du ( 127) begnadigst mich! 6. Herr, zu welchen Seligs feiten Du in jener bessern Weit Jeden Frommen noch willst leiten, Der dir Treu' und Glauben hält, Offenbarst du allen Seelen, Die zu ihrem Theil dich wählen! Deinen ganzen Gnadenbund Machst du deinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Luft der Sünden Müsse mich mehr überwinden! Ach bewahr', ich bitte dich, Meinen Geist und stärke mich! ( 105) Mel. Alle Menschen müssen ic. 462. Ich erhebe mein Gemüthe Sehnsuchtsvoll, o Gott, zu dir! Denn ich kenne deine Güte: O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner hofft auf dich vergebens! Nur Berächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld! -2. Lehre, Herr, mich deine Wege; Zeige deinen Willen mir! Daß ich nicht verirren möge, Führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Bertrauen! Sicher fann ich auf dich bauen: Deine Batertreue ist Ewig, wie du sel- 463. Ich Sünder darf mein Mel. Herr Jesu Christ, du zc. ber bist. 3. Ach, gedenke an die Sünden Auge nicht Zu dir, o Gott, ers Meiner Jugendjahre nicht! Laß beben! Vor deinem reinen Angemich Armen Gnade finden, Gott, sicht Muß ich, ich Armer, beben. vor deinem Angesicht! Alle Sün- Ich fühl', wie übel ich gethan! den, die uns reuen, Willst du Wer nimmt sich meines Elends väterlich verzeihen: O so höre an? Wer kann mich Sünder denn auch mich; Meine Seele retten? hofft auf dich! 2. Mein Vater, ach, ich bin nicht werth, Dich Vater mehr zu nennen! Ach, deinen Ruf hab' ich gehört, und wollt' ihn doch nicht kennen! Du warnetest mich durch dein Wort; Doch ging ich meinen Irrweg fort, Als ob kein Richter wäre. 3. Viel tiefer, als ich sagen kann, Ist in mir mein Verderben. Herr, nimmst du meiner dich nicht an, So muß ich ewig sterben. Doch gern verschiebst du dein Gericht, Und willst den Tod des 18 4. Gott, du willst des Sünders Leben; Seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Umfehrt; den verwirfst du nicht! 5. Du erquickest die Elenden, Deren Herz sich dir ergibt; Die sich flehend zu dir wenden, Uleber ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte Dem geäng 274 Weg zum Heile in Christo. Sünders nicht, Willst meinen] 3. Zu dir flieh' ich! Erbarme Tod nicht, Vater! dich, Ob ich's gleich nicht verdienet. Ach gehe nicht, Herr, in's Gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet! 4. Von dir, der du die Liebe bist, Darf ich Vergebung hoffen. Dein Vaterherz, o Vater, ist Auch mir durch Jesum offen, Wenn nur mein Herz recht redlich ist, Wenn ich voll Reu' an Jesum Christ Von ganzer Seele glaube! 5. Vergeben kannst du: ach vergib! Ich falle dir zu Fuße. 5. Auch strenge Zucht Bringt Vergeben willst du: ach vergib; Segensfrucht, Und dient zu unVerwirf nicht meine Buge! Zwar serm Frieden. Zur Besserung, groß ist meine Sündenschuld; Zur Heiligung Führst du durch Doch größer noch ist deine Huld, sie hiezieden. Mein Gott, mein Herr und Vater! 6. Hier lieg' ich tief gebeugt vor dir, Mit schwerer Schuld be laden. Ach neige du dein Herz zu mir, Du Vater aller Gnaden! Vergib mir, wie dein Wort verheißt; Vergib, und schenk' mir deinen Geist Zu meinem bessern Leben! 7. Ach, ohne dich vermag ich Nichts! Drum gib mir Lust und Stärke. Von dir nur, Vater alles Lichts, Kommt Kraft zum guten Werke! Drum treuer Bater, bitt' ich dich: Um Jesu willen stärke mich Zum Wollen und Vollbringen! ( 105) Eigne Melodie. 464. Ach Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch Des Elends Joch! Wo soll ich Rettung finden? 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Pein Auf Sünde folgen müssen; So fahr' hier fort: Nur schone dort; Nur dort laß mich nicht büßen! 6. Mach's denn mit mir, Wie's dünket dir; Du stärkst mich, es zu leiden. Nur woll'st du mich nicht ewiglich Von deiner Gnade scheiden! 7. Das thust du nicht! Mit Zuversicht Kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod Steht ja, mein Gott, Auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ! Mein Anker ist Das Kreuz, an dem du starbest, Und mir zu gut Mit deinem Blut Der Gnade Trost erwarbest. 9. Hier, hier bleib' ich; Und ob auch sich Einst Leib und Seele scheiden: Ich werde dort Bei dir, mein Hort, Ererben ew'ge Freuden! 10. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum Bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht; Mein Heiland spricht: Wer glaubt wird- selig! Amen.( 160) 2. Flöh' ich gleich weit Boll Bangigkeit Bis an des Erdreichs Enden, Von Angst und Pein BeEigne Melodie. freit zu sein; Doch würde sie nicht 465. Sieh, hier bin ich, wenden. Ehrenkönig, lege mich vor deinen Sinnesänderung. Thron. Meine Thränen Und das Sehnen Meines Herzens kennst du schon. Laß dich finden! laß dich finden! Herr bist du, ich Staub und Thon. 2. Sieh doch auf mich! Herr, ich fleh' dich! Lenke mich nach deinem Sinn. Gott, mein Tröster, Deß' Erlöster, Dessen Eigen thum ich bin! Laß dich finden! laß dich finden! Gib dich mir, nimm mich dir bin! 3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts, als deine freie Gnad', Die du gibest, Wen du liebest Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der bat Alles, wer dich hat. 275 Siehe, was mein Herz empfind't, Und erbarm' dich wieder! Groß ist meine Sündenschuld, Die mich innigst reuet; Größer deine Vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 4. Gnadensonne; Seelenwonne; Unbeflecktes Gotteslamm! Freund der Seele, Den ich wähle, Der zu mir vom Himmel kam! Laß dich finden, laß dich finden, Herr, der Sünder gern annahm! 5. Hör, wie fläglich, Wie beweglich Dir die treue Seele singt; Wie demüthig Und wehmüthig Deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! Nimm das Herz, das es dir bringt. 2. Zwar ich bin's nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein Vater mir, Du vernimmst mein Flehen; Kennst mein Herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen. Du erhörst mich väterlich noch um Chrifti willen. 3. Du bist meine Zuversicht; Außer dir ist's Keiner. Dein Geschöpf verwirfst du nicht; Gott, dich jammert seiner! Der du deinen Sohn für mich In den Tod gegeben; Sein Erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum Leben. 4. Dies, dies soll in jebem Schmerz Mein Vertrau'n erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, Nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, Stets die Sünde haffen; Nie vergessen, daß du mir So viel Schuld erlassen! 5. Preis sei dem Allgütigen, Der mein Seufzen fennet, Der dem Gnadesuchenden Freien Zutritt gönnet! Seele, freu' dich vor dem Herrn, Fleuß von Freuden über! Gott, dein Gott verstößt nicht gern; Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Vater meiner Seele! Ach, wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch aus Schwachheit fehle; So ge denkst du, der du weißt, Daß mein Herz dich ehret, Ich sei Staub; und du verzeih'st Dem, der wiederkehret. ( 203. 127) 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Weltlust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen Einem Herzen, Das sich sehnt zur Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit! ( 128) Mel. Schwing' dich auf zu deinem ic. 466. Gott, mein Vater, ich, dein Kind, Falle vor dir nieder! 18* 276 Weg zum Heile in Christo. Glaube an Christum, den Heiland der Welt. Freust, Seelen zu erquicken. Ver. gib, o Herr, der gern vergibt, Und was ich Unrecht hab' verübt, Das tilge deine Gnade. 7. Wie groß ist diese Seligkeit, Sein Herz vor dir zu stillen! Wie edel die Zufriedenheit, zu thun, Herr, deinen Willen! O leite mich auf ebner Bahn, Daß ich, dein sel'ger Unterthan, Gern dein Geseg erfülle! 8. Der du allein zu helfen weißt, Heil' mich durch deine Eigne Melodie. 467. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du König der Erfösten, Auf dem des Frommen Hoffnung ruht, Deß sich die Sünder trösten! Getrost darf sich ein Jeder nah'n, Heil und Vergebung zu empfah'n; Hier komm' auch ich, ich Armer. 2. Beladen komm' ich; nimm die Last Nimm du sie mir vom Herzen. Der du auch mich erlöset haft, Erlös't mit Todesschmerzen, Wunden. Stärk' mich durch Daß meine Seele nicht mit Weh In ihren Sünden Dank sei dir, o mein Retter! untergeh'; 3. Wenn mir, o Heiland aller Welt, Die Menge meiner Sünden Aufs Herz, wie ein Gebirge, fällt; Wo kann ich Hilfe finden? Ich finde sie bei dir allein! Ver loren würd' ich Armer sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Begnadigung und Heil verspricht Es denen, die dich ehren, Und reuevoll zu ihrer Pflicht, Zu dir zurücke kehren, Und nun vom Sündenfoch befreit, Aus herzlicher Erkenntlichkeit Dir, ihrem Heiland, leben. deinen Freudengeist In meinen legten Stunden; Und nimm mich dann, Herr Jesu Christ, Hinüber, wo kein Tod mehr ist, Zum Leben der Gerechten!( 153. 170) Eigne Melodie. 468. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Steht freudig mein Vertrauen! Ich weiß, daß du mein Heiland bist: Auf wen sollt ich sonst bauen? Es ist kein Netter außer dir, Kein Mensch, kein Engel, welcher mir Aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf ich an; Von dir nur kann ich Hilf' empfah'n. 5. Dein Aug', o Herzensten- 2. Heiland, meine Schuld ner, sieht Der größten Sünder ist groß; Sie reuet mich von Einen Mit heilverlangendem Herzen. Erbarme dich und sprich Gemüth, Hier auch um Gnade mich los Kraft deiner Todesweinen. Ach würd'ge mich Ge- schmerzen. Der auch für mich fallenen Des Blickes voll Erbarmungen, Mit dem du Petrum ansab'st. genug gethan, Nimm meiner dich bei'm Bater an; So bin ich los der Sündenlaft: Mein Glaub' erfaßt Dich, der du mich versöhnet haft. 6. Vertrauensvoll erküh'n ich mich, zu dir empor zu blicken, Du Seligmacher, der du dich 3. Du wolleft aus Barmher Glaube an den Weltheiland. 277 herzigkeit Des Glaubens Flamm' Heil des Sünderfreunds, erentzünden. Laß deines Trostes quicken. Was darf ich zagen? Süßigkeit Im Innern mich Gottes Sohn hat meine Schuld empfinden. Lehr mich von Herzen getragen. lieben dich Und meinen Nächsten 6. Nichts, als Jesum und sein gleich als mich. Hilf mir in mei- Blutvergießen Will ich in den ner letzten Noth, Mein Herr und legten Stunden wissen. Weg, Gott, Der du für mich besiegt Todesschrecken! Mein Erlöser wird mich auferwecken. den Tod! 4. Preis sei Gott auf dem 7. Nichts soll mir mein höchhöchsten Thron, Dem Vater, reichstes Gut, den Glauben, Nichts an Güte! Preis Jesu Christo, soll mir den Trost der Hoffnung seinem Sohn, Der gnädig unsrauben. Vor Jesu Throne Liegt behüte! Preis seinem werthen schon meines Glaubens Lohn, heil'gen Geist, Der uns den Weg die Krone! zum Himmel weis't! So fauchzet mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. alle in der feit. Zeit, und dort in fel'ger Ewig- 470. Im Glauben nur ist ( 175. 127) Seligkeit! Nur Glaub' umfaßt den Heiland. Noch macht uns Mel. D, wie selig seid ihr doch ic. selig jederzeit Der Sünder Heil, 469. Nichts soll mich von wie weiland. Im Glauben nur meinem Jesu scheiden; Keine Luft ist Geisteslicht; Denn wer nicht und Macht, kein Spott und Lei- glaubt, ach, dem gebricht Erden; Kein Droh'n der Feinde kenntniß, wahre Weisheit. Trennet mich von meinem ew'gen 2. Im Glauben nur ist SeligFreunde. Unselig sind wir Sünder. 2. Nichts soll mir im Himmel Aus Glauben kommt Gerechtigund auf Erden Lieber als mein feit; Im Glauben sind wir KinSeligmacher werden! Er ist ge- der. Dem Glaubenden ist Ruh storben; Sterbend hat er mir verlieh'n, Und alle Sündenschuld das Heil erworben. verzieh'n; Er lebt versöhnt dem feit! 3. Nichts will ich so hoch, als Bater. Jesum, schäßen. Welt, behalt 3. Im Glauben nur ift Selignur deine todten Gößen! Der feit! Er zeugt das neue Leben, mich erlös'te Bleibet mir der Zeugt Liebe, Demuth, Heiligkeit, Beste und der Größte. Entflammt zum höhern Streben. 4. Nichts soll mir bei Jesu Der Glaube läßt nicht träg' uns Furcht erwecken; Er wird mich ruh'n; Der Glaub' ist immerdar zur Zeit der Noth bedecken. In ein Thun Und wirkt stets Gottes bangen Stunden Hab ich Rub Werke. und Troft bei ihm gefunden. 4. Im Glauben nur ist Selig5. Nichts soll mich, wenn mich feit! Er lehrt uns muthvoll die Sünden drücken, Als das kämpfen, Führt uns zum Siege 278 in dem Streit, Hilft jede Lust uns dämpfen. Kühn macht der Glaub' und unverzagt; Da wird stets neuer Kampf gewagt Mit aller Feinde Schaaren.. 5. Im Glauben nur ift Seligfeit Schon hier im Erdenleben. Und welche Wonn' und Herrlich keit Wird er erst dort uns geben! Hier schenkt der Glaub' uns Vorgenuß; Dort schau'n wir, sind zum Vollgenuß Der Seligkeit erhoben. 5. Nehmt sterbend einst die Seligkeit, In Christo ew'ges Leben. Zu Erben will in Ewig6. Im Glauben nur ist Selig- feit Euch seine Gnad' erheben. feit! Bleibt treu ihm unabwen- Dort strömt die Füll' aus Gottes dig, Weil der die Lebenskron' Meer! Dort fließen keine Thräeuch beut, Der treu ist und beständig. Nur Glaub' hilft durch die Welt hindurch, Ist noch Tod uns feste Burg, Und führt zum sel'gen Schauen. nen mehr; Verstummt ist jede Klage! ( 35) Find im ( 35) Mel. Herr Christ, der einig' Gott's uc. Mel. Herr Christ, der einig' Gott's it. 472. Herr Jesu, Gnadensonne, Wahrhaftes Lebenslicht! Gib Leben, Licht und Wonne Dem blöden Angesicht. Nur du kannst mich erfreuen, Und meinen Geist erneuen; O Herr, ver: sag' mir's nicht! 2. Vergib mir meine Sünden, Und wirf sie hinter dich; Laß mich Vergebung finden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben Die kranke Seele laben! Ach, Herr, erhöre mich! Weg zum Heile in Chrifto. Herr segt ihnen Maß und Ziel, Schenkt Freuden ohne Ende. 4. Nehmt muthvoll an, was Gott euch beut, Ihr, die ihr kämpft mit Sünden. Er ist's, der euer Herz erneut; Er hilft euch überwinden. Er nimmt das Böse, das euch quält; Er gibt das Gute, das euch fehlt; In ihm seid ihr vollkommen. Mel. Nun freut euch zc. 471. Nehmt gläubig an, was Gott verleiht, Des Himmelreiches Gaben. Ihr sollt vom Herrn der Herrlichkeit Licht, Liebe, Leben haben. Ja, über Alle reich ist er; Je ärmer ihr, je reicher er: Wer bittet, soll empfangen. 2. Nehmt's dankbar an, wenn Gott verzeiht! Hat er es doch verheißen. Längst war der Glaube schon bereit, Der Schuld euch zu entreißen. Heil dem, der sich zu fleh'n nicht schämt! So flehet denn um Gnade; nehmt Von Chrifto sel'gen Frieden. 3. Nehmt willig an, was Gott euch beut, Ihr, die ihr 4. Lehr' mich, als einen Chriweint auf Erden. D wenn nur ften, 3u freuzigen in mir Das er das Herz erfreut; Was sind Fleisch mit seinen Lüften, Und laß der Zeit Beschwerden? Sind doch für und für mich, deines eurer Leiden noch so viel; Der Himmels Erben, Der Sünden3. Vertreib' aus meiner Seele Den alten, bösen Sinn, Daß ich nur dich erwähle Zum seligen Gewinn. Dir will ich mich ergeben, Und dir zur Ehre leben, Weil ich erlöset bin. Glaube an den Welthelland. 279 welt absterben, Daß ich nur leb'| Kreuzesbild. Ihm will ich ewig in dir! dienen, Der göttlichreich und mild. 3. Ich bin nicht mehr mein eigen! Seit Christus für mich starb, Will ihm die Knie' ich beugen, Der Leben mir erwarb. Wenn stets zu ihm ich käme, Der tief erquicken fann, Aus seiner Fülle nähme; Wie selig wär' ich dann! 5. Befördre dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort! Und öffne mein Berständniß Durch dein heilsames Wort, Damit ich an dich gläube, In deiner Liebe bleibe, Bis ich dich schaue dort. 6. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus reinem Triebe Dich ewig lieben fann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn! 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist in mir thut. Hingegen mein Beginnen, Mein Denken und mein Sin nen Sind fündig und nicht gut. 4. Ich bin nicht mehr mein eigen! Er, Christus, ist mein Herr. Nie will ich dies verschweigen; Mein höchstes Gut sei er! Ich fürchte feine Feinde, Nicht Spott und Hohn der Welt: Ich leb' in der Gemeinde, Die sich zu Jesu hält. 5. Ich bin nicht mehr mein eigen! Dem Herrn bin ich ge tauft! Laut will von dem ich 8. Darum, du Gott der Gna- zeugen, Der mich so theu'r erden, Du Vater aller Treu'! Wend' kauft. Nur er soll mir gefallen, allen Seelenschaden, Und mach' Er, deß ich ewig bin. Mit ihm mich täglich neu. Gib, daß ich nur will ich wallen Zur sel'gen ( 35) deinen Willen Beständig mög' Heimath hin! erfüllen, Und steh' mir kräftig bei. ( 60) Mel. Befehl du deine Wege ic 473. Ich bin nicht mehr mein eigen! Dem hab' ich mich geschenkt, Dem sich die Welten neigen, Der alle Dinge lenkt. Dem hab' ich mich ergeben, Der treu die Seinen liebt, Der seinen Sohn gegeben, In ihm mir Alles gibt. 2. Ich bin nicht mehr mein eigen! Nur Christi will ich sein. Huld will er erzeigen; Von Sünden macht er rein. Auch mir ist mild erschienen Das hohe mel. Zeuch mich, zeuch mich mit 26. 474. Jesu, hilf mir standhaft glauben! Deine Seligkeit ist mein. Laß mir nichts die Krone rauben, Die des Glaubens Lohn soll sein. Hilf, daß ich dir fest vertraue, Bis ich dort dich ewig schaue. 2. Jesu, hilf mir christlich leben! Führe mich der Tugend Bahn. Du, Herr, fannst mir Kräfte geben, Daß ich richtig wandeln fann. Hilf mir, hilf mir, deinen Willen Willig, freudig stets erfüllen! 3. Jesu, bilf mir willig leiden! Mache mich im Kreuz dir 280 Weg zum Heile in Christo. C treu. Hilf mir Furcht und Kum-| Gnaden schenkst du sie, Und du mer meiden; In Betrübniß steh' erwarbst sie ihnen. mir bei. Gib mir in den leidensstunden Trost und Kraft aus deinen Wunden. FOR 4. Jesu, hilf mir selig sterben! Welt und Sünde sind mir Last. Laß mich dort aus Gnade erben, Was du hier verdienet haft. Hilf mir selig überwinden; Laß mich ewig Ruhe finden. 5. Jesu, höre meine Bitte; Zeige, daß du Heiland bist. Hilf nach deiner großen Güte, Wo mir Hilfe nöthig ist. Ich vertrau' auf deinen Namen: Du bist Helfer; hilf mir! Amen! Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu zc. 475. Herr, mein Erlöſer, nur von dir Kann ich mir Hilf erfiehen. Vernimm mein Seufzen; eile mir, Mein Helfer, beizustehen! Des wahren Glaubens Kraft und Licht, Das selige Bestreben, Dir zu leben, Und Muth ju dieser Pflicht, Das wollest du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot Mir tief in's Herz geschrieben; Von ganzer Seele soll ich Gott, Wie mich, den nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu', So hab' ich schon hienieden Großen Frieden; Und welches Heil hast du Den Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, Kein Weltglück dir ententreißen; Denn du haft deine Seligkeit Den Treuen nur verheißen. Doch, könnten wohl durch ihre Müh Sie, solche zu verdienen, Sich erkühnen? Aus 4. Freund meiner Seele, du bist ihr Der Weinstock, sie dein Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie zu dir Sich von der Welt erhebe! Ja, laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine Gnade bauen, Dir vertrauen, Und dann dort wonnevoll Dein Antlig ewig schauen. 5. Jch kämpfe stets und strauchle oft: Herr Jesu, hilf dem Schwachen, Der nur auf dich in Demuth hofft; Du kannst mich stärker machen! In jeder Seelennoth laß mich Bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, Und endlich, Herr, durch dich In Allem überwinden! ( 90. 189. 127) Mel. Valet will ich dir geben zc. 476. Ich weiß, an wen ich glaube; Denn ich vertraue Gott. Dies theure Kleinod raube Mir feines Läst'rers Spott. Es gibt mir Trost im Leiden, Vergebung im Gericht, Ein Paradies voll Freuden, Wenn Herz und Auge bricht. 2. Ich weiß, an wen ich glaube. Mein Heiland überläßt Nicht meinen Leib dem Staube; Das weiß und hoff' ich fest. Er wird auch ihn verklären, Und wenn der Sünder bebt, Dann wein' ich Freudenzähren: Denn mein Erlöser lebt. 3. Ich weiß, an wen ich glaube; Mein Glaube täuscht mich nicht. Otheurer hoher Glaube, Verlaß, verlaß mich nicht, Damit ich heilig werde, Und von der Sünde frei, Schon fröhlich auf der Erde, Dort ewig selig sei! 281 4. Ich glaube, lieber Herr! Gib Freudigkeit dem Glauben. Die Welt, mein Fleisch und Blut, Die wollen mir ihn rauben. Den Docht, der matt nur glimmt, Laß du erlöschen nicht; Das schon zerstoßne Rohr Verbinde, eh' es bricht. Glaube an den Welthelland. Mel. O Gott, du frommer ic. 477. Ich glaube, lieber Herr! Doch ach, was frommt der Glaube, Der dich nicht ganz umfaßt, Der nicht vom Erdenstaube, Von Fleischeslust und Welt Auf immer los fich reißt? Was ist der Glaube, fehlt Ihm Leben, Kraft und Geist? 2. Ich glaube, lieber Herr! Und dennoch muß ich zittern. Mein Glaub' ist noch nicht echt: O möchtest du erschüttern Dies falte, träge Hers, Das noch in Sünden todt, Nicht liebend rastlos wirkt, Nicht übt dein sanft Gebot! 5. Ich glaube, lieber Herr! Gib meinem Glauben Stärke, Damit er fruchtbar sei Durch fromme, gute Werke. Wer Sünde läßt, der glaubt; Der glaubt, wer Wohlthat übt; WerSeelen rettet, glaubt; Der glaubt, wer Feinde liebt. 6. Herr, Herr, von dir allein Kommt jede gute Gabe; Den 3. Ich glaube, lieber Herr! Glauben schenke mir, Durch den Gib meinem Glauben Leben. ich Alles habe! Laß mich in Noth Durch Liebe thätig muß Er raft- und Tod Recht freudig dir verlos weiter streben In Herzens- trau'n; Dann bin ich selig hier; heiligung, Im Wandel vor der Dort führ'st du mich zum Schau'n. Welt. Der Glaub' ist echt, der fest Im Glück und Unglück hält. ( 35) Fortschreitende Heiligung des Sinnes und Wandels, und beharrlicher Ernst im Wachen und Kämpfen. Mel. Jefu, meines Lebens Leben c. 478. Wer das Kleinod will erringen, Wer zum Lohn der bessern Welt Will hindurch als Sieger bringen, Zeig' im Kampfe sich als Held. Hier in seinen Uebungstagen Muß er Alles thun und wagen, Um der Hoffnung werth zu sein: ,, Einst ist jene Krone mein!" 2. O wie hat der Herr gestritten, Eh' sein Haupt am Kreuze sank! Welche Qual hat er gelitten, Als den Todeskelch er trank! Hocherhöht zum Himmelslohne Ist er, und an Gottes Throne Beugen nun sich aller Knie; Denn er kämpfte einst, wie sie. 3. Kämpften nicht und überwanden Seiner Wahrheit Märtyrer? Welche Schmerzen sie empfanden, Fühlt und duldet Keiner mehr; Dennoch gingen ohne Zagen Sie entgegen allen Plagen, Trugen Kreuz und Bande gern Für die Sache ihres Herrn. 4. Sollt ich denn nicht ihnen gleichen? Und des wahren Glau 282 Weg zum Heile in Chrifto. bens Kraft Bei dem Kampf der| sel'ge Luft empfinden, Wirft über Sünde zeigen, Dämpfen jede Leidenschaft? Herr, für dich und mein Gewissen Jeden Vortheil gern vermissen, Und für meine Seligkeit Gern besiegen Lust und Leid? Zeit und Welt erhaben steh'n, Und dich mit Gott in Einem Geis verbinden. Schon hier erglänzet dir sein Angesicht In Himmelslicht. 5. Dort schau'st du einst die 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Weisheit ganz, Diedich mit Mut Herr, die Waffen selbst zum terhänden hier geführet. Dich Streit Daß ich fest, wie Felsen, frönet Gott mit jenem Perlenstehe, Wo Versuchung mich be- franz, Der Christi Streiter nach bräu't! Dann leg' ich gleich deinem dem Kampfe zieret. Was nie ein Sohne, Freudig meine Sieger- sterblich Auge hier geseh'n, Dort krone Vor dir hin, der immerdar wird's gescheh'n! In mir Schwachen mächtig war. ( 120.66) 6. Was Gott genieß't, steht dir bereit; Was Gott besigt, wird dir in Gott gegeben. Dein Wie herrlich wirst du dort mit ist der Himmel und die Ewigkeit: Christo leben! Nichts wird alsdann dein Eins und Alles sein, Als Gott allein. Eigne Melodie. so 479. Es tostet viel, ein Christ zu sein, Und nach des Geistes reinem Sinn zu leben. Ach der Natur geht es gar bitter ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben. Auch ist's mit Einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemacht. 2. Auf Schlangen müssen Christen geh'n, Wohin sie ihren Fuß hinieden segßen. Da kostet's Müh', auf seiner Hut zu steh'n, Soll tödlich nicht der Schlangenstich verlegen. Wer hier nicht wacht und betet immerdar, Erliegt fürwahr. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewig und schon hier ein Christ erfährt, Der reinen Himmelsfinn im Herzen träget. Sei hoch das Ziel; die Gnade macht es leicht, Daß man's erreicht. 4. Schon hier wirst du den Bater seh'n, In seinem Anschau'n 7. Auf, auf, mein Geift, ermüde nicht, Dich aus der Nacht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft dir Gott verheißen. Wie wohl wird sich's doch nach der Arbeit ruh'n! Wie wohl wird's thun! ( 152) mel. Es kostet viel ein Chrift zu uc. 480. Es ist nicht ſchwer, ein Christ zu sein, Und nach des Geistes reinem Sinn zu leben. Geht's der Natur auch noch so bitter ein; Von Gott gestärkt, wird sich dein Geift erheben. Es führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. Sed 2. Du darfst nur werden wie ein Kind; Du darfst ja nur die Liebe kindlich üben. O blöder Wachen und Kämpfen. 283 Geist, wie gut ist Gott gesinnt!| säumest du, Dich deinem Gott Das kleinste Kind kann ja den Bater lieben. Nein, zage nicht und fürchte nicht so sehr! Es ist nicht schwer. ganz kindlich hinzugeben? Genieße, Herz, der stillen Himmelsruh! Im Frieden sollst du bei dem Vater leben. Was der Natur zu schwer, unmöglich däucht, Mit ( 152.83) Gott wirds leicht! 3. Der Vater fodert nur das Herz, Daß er es selbst mit seiner Gnade fülle. Die ew'ge Liebe will nicht deinen Schmerz; Die Unluft schafft dir nur der Eigenwille. Eigne Melodie. Drum übergib ihn willig in den 481. Jesu, hilf siegen, du Tod; Eins, Eins ist Noth! Fürste des Lebens! Sei mir im Kampfe des Glaubens nicht fern! Schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens, Stärkt mich nicht kräftig die Rechte des Herrn. Viel sind der Feinde und groß die Gefahren: Du nur, du Mächtiger, fannst mich bewahren. 2. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigensucht, Hof fahrt und Mißgunst sich regt; Wenn ich den Reiz der Versuchung empfinde, Und ein ungöttlicher Trieb mich bewegt! Hilf mir dann kämpfen und wachen und beten, Siegreich die Lüste des Fleisches ertöden! 4. Getroft wirf allen Kummer hin, Der nur den Geist vergebens schwächt und plaget. Erwecke frisch zum Glauben deinen Sinn, Wenn Angst und Noth an deinem Herzen naget. Ruf' auf des Lebens steiler Dornenbahn Den Helfer an! 5. Faß' deine Seele in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe siehest. Und fehlest du noch oft aus eigner Schuld; D, wenn du weinend zu dem Vater fliehest, So ist dein Fehl, dein findliches Verseh'n, Als nicht gescheh'n. 6. Laß still dein Herz im Glauben ruh'n, Auch wenn dich Nacht und Finsterniß bedecket. Nur wohl kann ja dera Kind der Vater thun; Sein Auge wacht, wenn Dunkel dich erschrecket. Und sieh'st du auch im Dunkeln feine Spur; glaube nur. 3. Jesu, hilf siegen! Vom Eiteln befangen, Hab' ich, du weißt es, die Welt noch so lieb. laß in mir leben des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend mit heiligem Trieb. Laß mich durchdringen das göttliche Wesen; So nur wird ewig die Seele genesen! 7. So wirst du bald den Morgen seh'n; Du wirst dein Heil in 4. Jesu, hilf fiegen! sonst muß voller Klarheit schauen. Wie du geglaubt, wird dirzulegtgescheh'n, ich verzagen, Wenn mein GewisUnd Gott erfüllt dein findliches sen das Urtheil mir spricht; Wenn Vertrauen. O Seele, sieh, wie mich die Lüste der Jugend vers doch ein wahrer Christ So flagen, Und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn mich die ſelig ist. Schrecken der Hölle bestürmen, 8. Auf, auf, mein Geist, was 284 Weg zum Heile in Chrifto. Woll'st du mich, König des Him-| sang! Wie wird dein Name dann mels, beschirmen! werden gepriesen, Wo du, o ( 178.83) 5. Jesu, bilf fiegen und laß Held, dich so mächtig erwiesen! mich nicht sinken, Wenn sich die Kräfte der Lügen aufbläh'n, Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken: Laß um so heller dein Licht mich dann seh'n! Steh' mir zur Rechten, mein Führer und Meister! Lehre mich prüfen und sichten die Geister! 6. Jesu, hilf fiegen, wenn Schwachheit mich drücket, Wenn mich der Schlummer der Trägheit beschleicht! Stärkest du göttlich: mein Herz wird erquicket; Rufest du mächtig: der Schlummer entweicht. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Woll'st du mich, Jesu, ermuntern und wecken! Mel. Straf mich nicht in deinem zc. 482. Mache dich, mein Geist, bereit! Wachen, Fleh'n und Beten Stärket uns zu jeder Zeit, Hilft in allen Nöthen. Droht Gefahr; Immerdar Kann Gebet und Wachen Uns zu Siegern machen. 2. Auf denn, und beharre nicht In dem Sündenschlafe! Christus ruft und ist dein Licht! Auf, daß nicht die Strafe, Und der Tod, Der stets droht, Dich in deinen Sünden Unbereitet finden. 7. Jesu, bilf fiegen im Kampfe der Leiden! Gib mir die Wehr' und die Waffen zur Hand. Laß mich von dir auch die Trübsal nicht scheiden, Nichts mir dich rauben, du edelstes Pfand! Sollte mein gläubiges Herz sich betrüben, Bist du, Sohn Gottes, mein Theil nur geblieben? 3. Wach'! sonst bringt des Feindes List Dich zu schweren Sünden. Er fann, wenn du schläfrig bist, leicht dich überwinden. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In Versuchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt besiege, Oder, wenn sie sich verstellt, Listig dich betrüge. Wach' und fieh, Daß dich nie Die Verführer fällen, Die dir Nege fiellen. 8. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben! Mache von Furcht vor dem Tode mich frei. Zeige das Reich mir, das ich soll ererben, War bis an's Ende ich wacker und treu. Caß auch zu legt mich im Kampf nicht erliegen; Reiche die Hand mir, o Jesu, hilf fiegen! 5. Wach' und hab' auf dich stets Acht! Trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O es ist Voller List, Weiß sich selbst zu heucheln, Und voll Stolz zu schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, 9. Jesu, hilf fiegen und laß Bete bei dem Wachen. Gott muß mir's gelingen, Daß ich die Krone dich von Trägheit frei Und behutdes Lebens empfang'! So will ich sam machen. Er verleiht Mun ewig Anbetung dir bringen, Jesu, terkeit, Licht auf deinem Pfade mein Heiland, mit frohem Ge- Durch des Geistes Gnade. Wachen und Kämpfen. 285 7. Auf und nahe mit Gebet Und mich aus Sündenluft beFrei zu seinem Throne! Wenn müh'n, Vom Glauben abzugeh'n dein Herz nur gläubig fleht, Hört er in dem Sohne. Er verheißt Seinen Geist, Mit ihm Kraft und Leben, Auf dein Fleh'n zu geben. und ihn Zuletzt wohl gar zu haffen. 6. D Gott, wenn mein Vertrau'n zu dir, Mein Glaub' und meine Hoffnung mir Nun gar entrissen würde; So würde mich Nichts mehr erfreu'n, Die Ewigkeit mir schrecklich sein, Mein Leben eine Bürde! 7. Der du für meine Sünden starbst, Und Hoffnung mir und Trost erwarbst; Laß mich so tief nicht fallen. Erhalte mir des Glaubens Ruh', Und meinen Wandel lenke du Nach deinem Wohlgefallen. ( 126) 8. Gott, o lehr' uns immerdar Wachen, fleh'n und beten; Und vermehrt sich die Gefahr, Lehr' uns brünst'ger beten! In der Noth, In dem Tod Laß uns Hilfe finden, Alles überwinden! ( 50) Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. 483. Ich weiß und bin's gewiß, daß ich Erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich Von aller meiner Sünde. Gelobt sei Gott! ich bin's gewiß. D Heiland, hilf mir, daß ich dies Bis an mein End' empfinde! Mel. Gott der Vater, wohn' ic. 484. Gott, du hast uns kurze Zeit Zu unserm Heil gegeben. Plöglich folgt die Ewigkeit Auf 2. In den Gefahren dieser Zeit unser flüchtig Leben. Allenthalben Des Leichtsinns und der Sicher- droht Gefahr, Eh' wir an's Ziel heit Wach' über meinen Glau- gelangen. Den Geist, im Leib ben. Du Menschenhüter, wache gefangen, Schwächt irdisches Verdu, Daß keine Zweifel meine Ruh langen, und die Welt lockt immerUnd meinen Trost mir rauben! dar Zu ihren süßen Sünden. O hilf uns überwinden Uns selbst und Welt und Sünden! Richt auf uns dein Angesicht, Gott, und verlaß uns Schwache nicht! 3. Der Frevler spottet über dich; Doch allen seinen Spott will ich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, Gott, nach dir Und deinem Reiche trachten! 2. Ach, die Kürze dieser Zeit Laß täglich uns betrachten, Und 4. Gibt mir die Welt Gelegen- den Werth der Ewigkeit Unendheit Zur Sünde und zur Eitel- lich höher achten. Groß und feit Und zu verbot'ner Freude; schwer ist uns're Müh, Bis wir So dämpfe du in meiner Brust Die angeborne böse lust, Daß ich sie standhaft meide. den Lauf vollenden. Wer darf mit vollen Händen Hier seine Zeit verschwenden? Er verlor 5. Ich möchte sonst durch sie auf ewig sie, Wird ewig sich verführt, Die Sünde, die den Tob mit Thränen Nach ihrer Rückgebiert, Mich übereilen lassen; kehr sehnen; Umsonst sind seine 286 Weg zum Heile in Christo. Thränen! Er verlor hier seine Zeit, Mit ihr das Heil der Ewigkeit. 6. Hilf uns, Gott, in unserm Streit, Und laß uns nicht er müden! Führ' uns bald zur Ewig3. Wenn die lüfterne Begier feit, Und nimm uns auf in Frie Nach Wollust, Reichthum, Ehre den! Zeig uns jenen großen Lohn, Uns versuchet, als ob bier Des Der deine Kinder frönet. Auch Lebens Endzweck wäre; Gott, er, der uns versöhnet, Stritt dann halt' uns, daß wir nicht und ward dann gekrönet. Laß Vom rechten Wege weichen! Hilf uns so, wie er, dein Sohn, Mit uns das Ziel erreichen, nicht deinem Wort uns rüsten! Das träge sein noch weichen! Unser Fleisch mit seinen Lüsten BeZiel ist dort im Licht, Wo der, herrsche nie uns Christen. Bring' den wir verlangen, Vor uns ist uns bald dem Ziele nah, Gott, hingegangen, Uns wieder zu unser Gott! Hallelujah!( 126) empfangen. Uns're Pilgerschaft mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. ist hier, Und unser Vaterland 485. Ich Staub vom Staube! bei dir! 4. Gott, ach laß der Welt nicht wer bin ich, Der Sünder, daß zu, Daß sie dein Volk verführe, du meiner dich Noch stets, du Und die Herzen mehr, als du, Heiliger, erbarmst, Weltrichter, Mehr, als dein Himmel rühre! meiner dich erbarmst? Wenn sie locket, stärk uns dann, Ihr muthig zu entsagen, Mit ihr den Kampf zu wagen, Und ihren Haß zu tragen. Sie mag reizen, wen sie kann; Ihr Beispiel mag entzünden, Die noch in ihren Sünden Des Lebens Freude finden! Wir, des Himmels Bürger schon, Wir kennen sie und ihren Lohn. 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, Geht oft mein Herz der Sünde nach; Und oft entsinkt mir Kraft und Muth Im schweren Kampf mit Fleisch und Blut. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn Zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie leicht folgt oft die Missethat Auf unsers Herzens bösen Rath! 4. Wenn Gott die alte Schuld verzieh; Wie bald folgt neue Schuld auf sie! Herr, Herr, mein ganzes Herz erschrickt, Wenn es in diesen Abgrund blickt! 5. Gott, dein Heil ist werth, daß wir mit Vorsicht darnach trachten, und der Erde Güter hier Für Nichts dagegen achten, Und der Erde Sünden flieh'n, Und deinen guten Willen Zu unserm Heil erfüllen, Nicht unsers 5. Vertreib, o Gott, des IrrFleisches Willen; An dich glau- thums Nacht; Entreiße mich der ben und an ihn, Der sich dahin- Sünde Macht! Zeig' mir der gegeben, Unsterblichkeit und Leben Ueberwinder Schaar, Die auch Der Sünderwelt zu geben. Unsers Kampfes Angst und Müh'; Wie herrlich, Gott, belohnst du sie! im Kampf einst siegreich war! 6. Wie glänzt fie dort! Sie überwand, Empfing den Lohn Wachen und Kämpfen. 287 aus deiner Hand. Sie ist ge-| strauchelnd geht. Der sehe zu, daß frönt, ich bin im Streit; Ver- er nicht falle, Der, wenn sein Nächster fällt, noch steht! Auch leih auch mir Beständigkeit! 7. Schmal ist der Weg zu die bekämpfte böse Lust Stirbt deinen Höh'n, Und Wenig nur niemals ganz in unsr'er Brust. sind, die ihn geh'n. Die Pfort' ist eng', und der nur dringt Durch sie zu dir, wer muthig ringt. 8. Ich lieg' auf meinem Angesicht, Und fleb' um deiner Gnade licht. Laß, mein Erbarmer, laß mich dein Jm Leben und im Tode sein! 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit; Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz als Tugend an. 4. Oft ist die Aenderung der Seelen Ein Tausch von Trieben der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen; Du dämpfst fie; doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz; Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigen liebe, Was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neid's, der Schmähsucht Triebe Erwecken dir so manchen Feind; Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht das Laster, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich 12. Ob Angst des Todes in nicht rühren, Durch die der Anmir bebt, Sterb' ich doch dem, der( dern Tugend fällt; So werde ewig lebt. Er führt mich dann an treuer Hand Hin in mein himmlisch Vaterland! ( 94) Nichts dein Herz verführen: Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 9. Der mir in Christo Alles gab, Mit Gnade blick auf mich herab; Auf mich, der Sünde schnellen Raub, Den Himmelserben und den Staub! 10. Sink' tief, o Seele, nieder, tief Vor dem, der stets dich zu sich rief. Sink' in den Staub vor dem hinab, Der dir in Christo Alles gab! 11. Ja, du erbarmst, Versöhnter, dich In dem Versöhner über mich. Vom Leibe dieses Tod's befreit, Schau ich einst deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 486. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte! Die beste Tugend bleibt noch schwach. Doch daß ich meine Seele rette, Jag' ich dem Kleinod eifrig nach; Denn Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich leicht in Sicherheit. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; Jeßt ſollst du eine Schmach verschmerzen Und sieh, dein Herz wallt auf und dräut; Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. 2. So lang ich hier im Leibe walle, Bin ich ein Kind, das 8. Oft denkt, wenn wir der 288 Weg zum Heile in Chrift. Stille pflegen, Das Herz im fromm zu sein, Aufrichtig dich Stillen tugendhaft. Kaum lachet beslissen. uns die Welt entgegen, So reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 2. O horche nicht auf Fleisch und Blut; Gehorche Gott: er meint es gut; Was er gebeut, ist Segen! Er liebt uns Menschen väterlich; Führt durch Geduld und Tugend dich Dem höchsten Glück entgegen. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengen Lebenslauf; Doch opfertest du seiner Liebe Auch gern die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliebst, geneigt zur Ruh' und Stille, Die Welt, und liebst die Einsamkeit; Doch wär'st du, wollt' es Gottes Wille, Auch 4. Laß dir die schreckenvolle dies zu ändern, fromm bereit? Pein Der Sünde hell vor Augen Dein Herz haßt Habsucht, Neid sein, Wenn sie dich lockt zu Freuund Zank, Doch Unmuth nicht und Müssiggang. den. Gott fennt den quälenden Verdruß, Der auf die Sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 5. Gott sieht der Ewigkeiten Nacht, Wo Sünder, die ihn hier verlacht, In tiefem Jammer schmachten. Gott kennt der Tugend hohen Werth; Und den hat Jesus dich gelehrt: Wie kannst du den verachten? 3. Gott theilt dir seine Stärke mit: Drum gehe stets mit festem Schritt Fort auf der Tugend Pfade. Die lust verführt, die Tugend nie, Und Gott, dein Vater, krönet sie mit seiner ganzen Gnade. 11. Du bist gerecht, doch nicht bescheiden: Liebst mäßigkeit, doch nicht Geduld. Du dienest gern, wenn Andre leiden; Vergibst du auch dem Feind die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu jeder Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen; wach' und streite! Denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz 6. Nein, wach' und kämpf und hat seine schwache Seite; Die bete du! Dein Gott, dein Richter greift der Feind am ersten an. sieht dir zu; Einst wird er dich Die Sicherheit droht dir den belohnen. O, bleib' ihm treu und Fall; Drum wache stets, wach' wanke nicht! Denk an den Tod überall! und an's Gericht Und an die Siegeskrone. ( 105) ( 55) Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Mel. Wo ist Jesus meine Liebe 2c. Ain 487. Mein Geist ermunt're 488. Dem Allgütigen und dich und sei Gott, deinem Herrn Weisen Soll sich meine Seele und Schöpfer treu, Und folge dem weih'n, Alles, Alles soll ihn Gewissen! O glaub', es wird dich preisen, Zeuge meiner Ehrfurcht nie gereu'n, Hast du unsträflich sein. Rühme, Himmel ,, und ers Wachen und Kämpfen. 289 zähle, Wie er dich mit Pracht hohen Ruf erfüllt, Bringt uns erfüllt: Preis ihn freudiger, o Seele; Dich schuf er zu seinem Bild! das Verlorne wieder; In ihm strahlt des Vaters Bild. 7. Seele, deinen Gott zu finden, Gibt er Freudigkeit und Kraft. Kämpfe! du wirst überwinden Sünde, Welt und Leidenschaft. Er, dein Mittler, lehrt dich's hoffen. Sei getreu bis in den Tod! Eine Ewigkeit steht offen Zur Bereinigung mit Gott. 8. Darum will ich, Gott zu preisen, Mich zu seinem Bild er3. Gottes Stimme: ja, ich neu'n; Dem Allgütigen und Weifühle, Wie sie göttlich mich erhebt! sen Hier durch Güte ähnlich sein. Wenn die Sehnsucht nach dem Wenn die Himmel einst veralten, Ziele, Wenn der Glaube mich Wenn das Endliche zerfällt, Wirst belebt; Möcht' ich eilen zu den du, Ewiger, erhalten, Wer in sich ( 121) Höhen Geistiger Vollkommenheit, dein Bild erhält. Näher, näher dir zu stehen, Urm Mel. Herr Jefu Chrift, du c quell aller Seligkeit! 4. Doch in tiefer Ferne 489. Laß, Jesu, deinen schmachtet Noch dein Pilger in der Zeit; Unvollkommen ringet, trachtet Er nach reiner Heiligkeit; Sieht am Ziel der Krone Schimmer, Kämpft danach und fasset Muth; Strauchelt doch, vollendet nimmer, Wird nicht völlig rein und gut. 2. Welch ein Ziel soll ich erreichen! Dir an Liebe ähnlich sein, Dir, dem Heiligen, zu gleichen: Welch ein hoher Ruf ist mein! Konntest du dem Größ'res geben, Den dein Wink zum Menschen schuf? Konntest du mich mehr erheben, Als durch diesen boben Ruf? 5. Ewig kann nicht dieses Schmachten Unerfülltes Sehnen sein; Treues Streben, ernstes Trachten Muß sich der Vollenbung freu'n. Kann des Lichtes Quell versiegen, Untergehen, was er schuf? Kann des Schöpfers Stimme trügen, Trügen meines Gottes Ruf? 6. Heil mir! Jesus Christus lebet; Er ist der Vollendung Pfand. Seine Gläubigen erhebet Er, der mächtig überwand. Er, der erste aller Brüder, Hat den guten Geist Mich allezeit regieren, Daß ich stets thu', was du mich heißt, Und mich nicht laß verführen; Daß ich dem Bösen widersteh', Und nicht von deinem Weg abgeh' Zur Rechten oder Linken. 2. Wenn auch die Luft der Sünde mich noch reizt, so lang ich lebe; Hilf nur, daß ihrer Reizung ich Gleich Anfangs widerstrebe. Ach Herr, laß mich vergessen nicht Die Todesstund' und das Gericht, Den Himmel ( 74) und die Hölle! Mel. Auf Christenmensch, auf ac. 490. Laß uns im Eifer uns rer Pflicht Vor Menschen nicht verzagen; In unerschrockner Zuversicht Mit dir, Herr, Alles wagen! Was kann uns Menschen19 290 ohnmacht thun, Wenn wir im Arm der Allmacht ruh'n? Mel. Schwing' dich auf zu sc. 2. Wenn des Gewissens Got- 491. Sollt ich jetzt noch, da teskraft, Der Unschuld Selbstvertrauen Nur in uns sanften Frieden schafft; Wovor mag dann uns grauen? Was schadet dem das Droh'n der Welt, Der fest an seiner Tugend, hält? mir schon Deine Huld erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die Süßigfeit Deiner Liebe schmecken? Weg zum Heile Christo. 3. Im Heiligthum der Ruhe lebt, Wer sich der Wahrheit freuet. Wo feige List und Tücke bebt, Trug jedes Auge scheuet, Da wallt er in der Wahrheit Licht Mit freiem Gang und zittert nicht. 4. Mit wachsam ernster Vorsicht geht Er deines Rechtes Pfade! Wenn Weisheit ihm zur Seite steht; Wer ist dann, der ihm schade? Sie gibt dem Weisen einen Werth, Den selbst das freche Lafter ehrt. 2. Sünde, Welt und Tod haft du Siegreich überwunden; In dir hab' ich wahre Ruh, Licht und Heil gefunden. Und ich sollte dein Gebot, Wie die Sünder, hassen, Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 3. D wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Liebe finde! 4. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, Halt' auf deine Lehren; Lasse mir nicht Macht noch List Meinen Glauben wehren. Fielen Tausend ab, nicht ich; Mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertrau'n auf dich mir doch gön-: nen müssen. 5. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden! Welt und Sünd' und Eitelkeit, Und des Fleisches Triebe, Alles über wind' ich weit, Herr durch deine Liebe! ( 216) 5. Und wo das Herz voll Liebe schlägt, Und stille Demuth wohnet; Wo Duldsamkeit das Unrecht trägt, Mit Gutem Böses lohnet; Wenn Bosheit da auch furchtbar ist: Durch sanfte Liebe siegt der Christ. 6. Jch leide für die Ewigkeit; Ich bin des Himmels Erbe. Wenn mir das Schwert des Todes dräut; Ich lebe, wenn ich sterbe. O Trostgedanke, der den Geist Der Furcht vor Sterblichen entreißt! ammo 7. Sie töden ja die Seele nicht; Nichts, als den Leib von Erde! Sie rauben uns den Him mel nicht; Nichts, als das Glück der Erde! Wer ist, der vor dem Mel. Dir, dir Jehovah will ic. Staube bebt, Wenn Kraft der 492. Laß mich, o Herr, in Ewigkeit ihn hebt? ( 83) allen Dingen Auf deinen Willen ( Nach, 1. Petri 3, 10-16) seh'n und dir mich weih'n! Gib Fortschreitende Heiligung. 291 selbst das Wollen und Vollbrin-| Glück der Erden! Beglückest du gen, Und laß mein Herz dir ganz die Menschen nur, Um vor der geheiligt sein! Nimm meinen Welt geehrt zu werden; Erfüllt Leib und Geist zum Opfer hin; die Liebe nicht dein Herz: So bist Herr, dein ist Alles, was ich hab' du bei den größten Gaben, Bei und bin! dem Verstand, den Engel haben, Vor Gott doch nur ein tönend Erz. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, Und laß ihn in der Liebe thätig sein, Daß man an seinen Früchten merke, Er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgerschaft, Und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier ſoll leben, In gut- und bösen Tagen sein vergnügt, Und deinem Willen mich ergeben, Der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst; Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! Dann werd' ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, Dir ewig Dank und Ehre bringen, Dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein Lob verkündigen in Ewigkeit.( 213) 3. Bau Häuser auf und brich dein Brod, Das Volk der Armen zu verpflegen; Entreiß die Wittwen ihrer Noth, Und sei derWaisen Schuß und Segen! Gib alle deine Habe hin! Noch haft du Nichts vor Gott gegeben: Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben, So ist dir Alles kein Gewinn. Eigne Melodie. 493. Wenn zur Vollführung deiner Pflicht Dich Gottes Liebe nicht beseelet, So rühme dich der Tugend nicht, Und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Lüfte, Eigensinn Und Stolz dir nur das Gute rathen; So thue noch so gute Thaten: Du baft vor Gott den Lobn dahin! 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth Nur jemals hat verrichten können; Vergieß für's Vaterland dein Blut, Laß deinen Leib für Andre brennen! Beseelet dich nicht lieb' und Pflicht; Bist du die Absicht deiner Thaten: So schüß' und rette ganze Staaten! Gott achtet deiner Werke nicht. 2. Sei durch die Gaben der Natur Das Wunder und das 5. Läg' ihm an unsern Werken nur; So könnt' er uns, sie zu vollbringen, Sehr leicht durch Fesseln der Natur, Durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor Ihm, der Alles schafft und gibt, Gilt Weisheit Nichts, Nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, Ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes eitelm Triebe, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Erneut durch Glauben in der Liebe; Dies ist's, was Gott von uns verlangt: Und wenn wir nicht dies Herz befizen, 19* 292 Weg zum Heile in Chrifto. So wird ein Leben uns nichts erzeugt, Muß auch die Liebe zeunüßen, Das mit den größten gen. Je höher die Erkenntniß Thaten prangt. steigt, Muß auch die Liebe steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; Er stärkt das Herz und macht es rein. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, Nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; 3. Durch Jesum rein von Sieh auf die Quell', aus der sie Missethat, Sind wir nun Gottes famen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, Ob seine Liebe dich befeelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, Dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Füllt Liebe gegen Gott dein Herz, So wird sie dich zum Guten stärken. Bei deines Nächsten Freud' und Schmerz Wirst du der Liebe Früchte merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig, ohne List und Tücke; Nimmt freudig Theil an Andrer Glücke, Bläbt sich nicht auf, ist langmuthsvoll. Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den Nath der Sünder, Folgt Christi Vorbild als ein Christ, Und suchet, was im Himmel iſt. Mel. Auf, Christenmensch, auf ic. 494. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott, der lüget; In Solchem ist die Wahrheit nicht, Die durch den Glauben sieget. Nur wer des Herrn Wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den fein Wort 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes Liebe. Ein immer thätig Christenthum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil Hat ohne Liebe Niemand Theil. ( 55) 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, Und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh; Sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, Des Gigne Melodie. Höchsten Wort gern zu erfüllen, 495. O Gott, du frommer Macht seinen Sinn zu deinem Willen, Und folgt dir in die Ewigkeit. ( 55) Gott, Du Brunnquell aller Gaben, Ohn' den Nichts ist, was ist, Von dem wir Alles haben! Gesunden Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Die Seele unverlegt, Rein das Gewissen bleib'. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet! Gib, daß ich's thue recht, Wann, wo und wie ich soll; Und wenn ich's thu', so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets; Fortschreitende Heiligung. 293 Womit ich kann bestehen; Laß betrachte Des Christen hohen fein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn nach meiner Pflicht Ich reden soll und muß; So gib den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. Stand! Wach auf vom Schlaf, verachte Der Eitelkeiten Tand! Die Luft der Welt vergehet Und endet sich in Leid; Des Christen Glück bestehet Und wächst in Ewigkeit. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gib mir dann festen Muth, Das Kreuz hilf selbst mir tragen. Mit Sanftmuth lehre mich Besiegen meinen Feind; Und wenn ich Rath be2. Dich stellt zu Gottes Bilde Dein Mittler wieder her; Drum sei gerecht und milde, Sei rein und fromm, wie er. Auf, auf! die Zeit verschwindet, Und Alles mit darf, Gib einen weisen Freund. der Zeit; Nur dem, der über5. Laß mich mit Jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit, als christlich ist. Willst du mir Etwas geben An Reichthum, Ehr' und Glück, So gib auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz und lieblos sei. 6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen, Und, unter mancher Last, Hindurch in's Alter bringen; So gib mir, Herr, Geduld! Vor Sünd' und Schmach bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Näumlein gönn' Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn deine Stimme wird Die Todten alle wecken, Wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken! Du rufft: ich geh' hervor; Ich leb' und sehe dich; Mit allen Seligen Lobsinge dann auch ich. ( 73) windet, lohnt einst die Ewigkeit. 3. Vergleiche dieses Leben Mit dem, was Gottes Geist, Aus Gnaden uns gegeben, In seinem Wort verheißt; Dann wirst du bald erkennen, Daß jenes in der That Kaum Leben sei zu nennen, Wie viel's auch Reize bat. 4. Du ringst nach Ruhm und Ehre, Und willst bewundert sein, Als wenn nichts Begres wäre; Schau' Christi Schmach und Pein! Am Kreuz ist er gestorben, Und hat zum Eigenthum Den Himmel dir erworben: Dies war sein höchster Ruhm. Mel. Valet will ich dir zc. 496. Auf, auf, mein Geist, 5. Du liebest Geld und Gaben, Und was der Welt beliebt; Willst du den Schaß nicht haben, Den Jesus gern dir gibt? Willst du dich ihm nicht geben, Und treu beflissen sein, Nur einzig ihm zu leben, und dich in ihm zu freu'n? 6. Du wählst dir Lust und Freuden; Der Sinnen Gaufelspiel; Das bringt zulegt nur Leiden, Und Schmach und Jammer viel! Warum läßt du dich blenden, Verträumst die Gnadenzeit, Da vir in Jesu Händen Sich beut die Ewigkeit? 294 Weg zum Heile in Chrifto. 7. Gott ist die rechte Quelle, I fort und fort Das Sehnen nach Aus der die Wonne fließt, Die dir mehre; Daß ich dich stets vor lauter, klar und helle Sich in die Augen hab', Und mir und Allem Seele gießt. Dem lohnet kein sterbe ab, Das mich von dir will Vergnügen, Der nicht zum Him- ziehen. mel blickt; Er bleibt im Staube liegen, Bleibt ewig unerquickt. 8. Auf denn, mein Geist, entschwinge Dich dieser Sinnlichkeit, Und glaube, bete, ringe Nach jener Seligkeit! Die Welt wird einst vergehen mit dem, was in ihr ist; Doch Gott bleibt ewig stehen; Mit ihm dein Heil, o Christ! 4. Hilf, daß ich führe meinen Gang Mit dir im Himmel oben! Dann preis ich dich mein Lebenlang, Und schau' dich ewig droben. So kann mein Herz zufrieden sein, Und findet, Gott, in dir allein, Was es im Grund begehret.. 5. Dazu gib mir von deinem Thron, O Vater, Gnad' und Stärke! Zerstör', o Jesu, Gottes Sohn, Der Sünde Macht und Werke! O heil'ger Geist, steh' du mir bei, Daß mein Begehren das nur sei, Gott über Alles lieben! mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ic. 498. Du, Gott, haft's angefangen, Das gute Werk in mir. Mein erstes Heilsverlangen War, 497. Die Seele kann die Werk ist dein; Du prüfest Herz Bater, schon von dir. Das ganze wahre Nuh' Im Zeitlichen nicht und Nieren, Du wirst es auch finden; Was ich darinnen such' vollführen; Ich darf's versichert und thu', Muß als ein Rauch verschwinden. Unsterblich ist mein Geist; so muß Unsterblich sein, was ohn' Verdruß Ihn ewig soll vergnügen. Mel. Wenn mein Stündlein c. 9. Vom Dienst der Eitelkeiten Befreie, Gott, mein Herz; Den heißen Wunsch nach Freuden, Den lenke himmelwärts! Rub' fann die Welt nicht geben Dem Geist, der ewig ist; Nur der hat Ruh' und Leben, Dem du, Gott, Alles bist! dhilar 2. Mir ist nichts auf der Welt bewußt, Daß solche Nuh' kann geben! Nicht Augenlust, nicht Fleischesluft, Nicht eitler Hoffahrt Leben. Drum will ich auch nicht denken drauf; Mein Herz, schwing' dich zu Gott hinauf, Zu seiner ew'gen Fülle! 3. O höchstes Gut, sei hier und dort Mein Reichthum, Lust und Ehre! Gib, daß in mir sich sein. 2. Du, Herr, hast's ange fangen, Du hast mich Gott versühnt; Bist in den Tod gegangen, Haft mir mit Blut gedient. Dein Leben ist in mir; Du wirst es auch vollführen, Du wirst mich nicht verlieren; Der Vater gab mich dir. 3. Du, Geist, haft's ange fangen, Den Glauben wirktest du; Ich kann an Jesu hangen; Du gibst mir Kraft dazu. Das Abba lehrst du mich, Du lehrst mich Freude spüren, Du wirst es auch vollführen; Zum Pfande hab' ich dich Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 295 4. Hast du es angefangen, auf den ich's wag'; O Herr, du Mein Gott, so führ' es fort! wirst's vollenden! Ich bin in So werd' ich auch erlangen Das deinen Händen Bis an den legten Ziel nach deinem Wort. Du bist's,| Tag. ( 84) 3) Das Heil nach seinen Hilfsmitteln. TT Beistand Gottes durch den heiligen Geist.rdio mächtig bei, Daß ich dir ergeben sei! O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. Mel. Nun dantet au unu bringet c. 499. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, Ich fleh' um deinen Geist, Den mir zu meiner Seligfeit Dein Wort, o Gott, verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr' er mich; Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. sto 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; Dann schenket selbst dein Geift Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig sei'st. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk' er mich, Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich Furcht und Zweifel bege, Deine Wahrheit mich erfreu'n. Lente kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin; Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Stärke mich, wenn nun zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott darüber beuge, Und mein Herz zur Bess'rung neige. 4. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Und mir Nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu steh'n, Seinen Namen zu erhöh'n, Seinen Willen zu vollbringen; Alles muß durch dich gelingen. Mel. Werde munter mein Gemüthe 2c. 500. Geist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster 5. Reize mich, mit Fleb'n und bist, Und herab von Gottes Beten, Wenn mir Hilfe nöthig Throne Hilfreich auf uns ist, Vor den Gnadenstuhl zu Schwache siehst; Stehe du mir treten; Gib, daß ich auf Jefum 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Muth und mit Geduld.( 127) 296 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. Christ, Als auf meinen Mittler, Nach dir, Herr, verlanget mich; schau, Und auf ihn die Hoffnung Ich ergebe mich an dich: Mache bau', Gnad' um Gnad' auf mein mich zu Gottes Preise Heilig und Verlangen Von dem Vater zu zum Himmel weise. empfangen. 5. Fülle mich mit heil'gen 6. Stehe mir in allen Leiden Trieben, Daß ich Gott, mein Stets mit deinem Troste bei, Daß höchstes Gut, Ueber alles möge ich auch alsdann mit Freuden lieben, Daß ich mit getrostem Gottes Führung folgsam sei. Muth Seiner Vaterhuld mich Gib mir ein gelaßnes Herz; Laß freu', Und mit wahrer Kindesmich selbst im Todesschmerz, Bis zum frohen Ueberwinden Deines Trostes Kraft empfinden.( 86) treu' Stets vor seinen Augen wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. est tis Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ic. Liebe! Bilde mich nach deinem 6. Geist des Friedens und der 501. De er du uns als Vater Sinn, Daß ich lieb' und Sanftliebest, Treuer Gott und deinen muth übe, Und mir's rechne zum Geist Denen, die dich bitten, gibest, Gewinn, Wenn ich je ein FrieJa, uns um ihn bitten heißt! densband Knüpfen kann, wenn Demuthsvoll fleh' ich vor dir: meine Hand Zur Erleicht'rung Vater, send' ihn auch zu mir, der Beschwerden kann dem Daß er meinen Geist erneue, Und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entrissen, Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. Nächsten nüglich werden. 7. Lehre mich, mich selber fennen, Die verborg'nen Fehler seh'n, Sie voll Demuth Gott bekennen, Und ihn um Vergebung fleh'n; Mache täglich Ernst und Treu', Mich zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen nieder3. Auch dich kann ich nicht er- schlägt; Wenn sich in mir Zweife kennen, Jesu, noch mit echter finden, Die mein Herz mit Zittern Treu' Meinen Herrn und Heiland hegt; Wenn mein Aug' in Nöthen nennen, Stehet mir dein Geist weint, Und Gott nicht zu hören nicht bei. D so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre, Und auf deine Stimme höre! scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Troft und Stärfung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir 4. Ew'ge Quelle heil'ger Gü- findet, Ist dein Gnadenwerk in ter, Hochgelobter Gottesgeist, mir: Selbst den Trieb haft du Der du menschliche Gemüther entzündet, Daß mich, Herr, ver Besserst und mit Troft erfreust! langt nach dir. O so sege durch Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 297 dein Wort Deine Gnadenwirkung 2. Gott, dein Geist soll fort, Bis sie durch ein sel'ges EndeHerrlich sich an mir vollende. ( 19) mich belehren, Während meiner Lebenszeit Mich von Sünden zu bekehren, In der wahren Frömmigkeit Stets vor dir einher zu Mel. Jesu, meines Lebens Leben ic. gehen, In dem Glauben fest zu 502. Komm', o Geist, o stehen, Der sich hält an Jesum heilig Wesen! Laß uns deinen Christ, Und in Liebe thätig ist. 3. Gott, dein Geist soll mich Tempel sein, Den du dir zum Sig erlesen; Zeuch in diese stets führen Auf der Tugend Wohnung ein! Wirke selbst in eb'ner Bahn; Soll mein Herz unsern Herzen Wahrer Buße auch kräftig rühren, Wenn ich sel'ge Schmerzen; Wirke Weis- Böses hab gethan. Er regiere heit, Liebe, Zucht Als des Glau- meine Sinnen, Worte, Werke und Beginnen. Gern folg' ich in bens rechte Frucht. jeder Sach' Diesem treuen Führer 2. Mach' uns in der Hoffnung sehnlich, nach. In der Demuth Jeſu gleich; Mach'uns an Geduld ihm ähnlich, In dem Beten andachtreich; In der Treu' unüberwindlich, In der Gottesfurcht recht findlich: Bilde uns, dein Eigenthum, Nur zu unsers Königs Nubm. 3. Zeuch uns aus dem Weltgetümmel; Bring' uns unsrer Ruhe nah. Unser Herz sei schon im Himmel; Denn auch unser Schatz ist da. Laß sich unsern Sinn gewöhnen, Sich nach jener Welt zu sehnen; Denn dein auserwählt Geschlecht Hat des Himmels Bürgerrecht. Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 503. Vater, gib auch mir die Gabe, Die du Alle bitten heißt! O wie wohl, wenn ich sie habe! Gib mir deinen guten Geist; Vater, sieh mein heiß Verlangen, Diese Gabe zu empfangen! Ach erhöre meine Bitt': Theile deinen Geist mir mit. 4. Gott, dein Geift soll mich auch trösten, Daß in Kreuz und Traurigkeit, Und selbst wenn die feiner Zeit In den trübsten Noth am größten, Dennoch ich zu Leidenstagen Nicht im Elend darf verzagen, Weil dein Geift mir Zeugniß gibt, Daß mein Gott mich dennoch liebt. 5. Mächtig ist mein Hang zu Sünden; Tugend hat viel Widerstand. Schwach bin ich, zu überwinden: Da woll' deine Vaterhand Mir den Geist der Stärke geben, Daß mein ganzes Christenleben Mög' von Uebertretung rein, Starf mein Herz im Glauben sein. 6. Komm' von deinem hohen Throne, Geist, du Gott von Ewigkeit, Mit dem Vater und dem Sohne! Komm' zu mir; ich bin bereit, Meine Seele und mein Leben Deiner Leitung zu ergeben. Nimm mein ganzes Herz dir ein! Gern will ich dein Tempel sein. 7. Ach, bewahre mich vor 298 Ah Hilfsmittel zum Heile in Christo. Sünden; Laß mich meine Zuver-| deine Triebe, Stark in Hoffnung, sicht Ganz auf meinen Heiland stark in Liebe. Führe mich durch gründen; Guter Geist, verlaß diese Zeit In die frohe Ewigkeit. mich nicht! Mach' mich stark durch ( 192) u fond Die Gemeinschaft der christlichen Kirche. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 504. Festgegründet stehet fie, Gottes heil'ge Stadt auf Erden. Ihre Säulen wanken nie, Können nie zertrümmert werden. Ihres Baues Herrlichkeit Schadet nicht die Macht der Zeit. 2. Christus hat mit starker Hand Selbst auf Felsen sie gegründet; Seine Boten ihr gesandt, Seinen Beistand ihr verkündet; Und des Lehramts heil'ge Wacht Nimmt vor Feinden sie in Acht. adith mel! Christi Tempel öffnet sich, Zeiget dir den offnen Himmel; Und er selbst mit Freundeshand Führet dich in's Vaterland. 7. Heil uns! siegreich stehet sie, Gottes heil'ge Stadt auf Erden! Ihre Säulen wanken nie, Können nie zertrümmert werden. Ihres Baues Herrlichkeit Glänzt in alle Ewigkeit. ( 58) Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen uc. 505. Uns bindet, Herr, dein Wort zusammen, In der Gemeinschaft fest zu sein. Es lodern 3. In ihr glänzt der Wahrheit heil'ge Liebesflammen In deiner Licht, Strahlend, wie des Him- Gläubigen Verein. Wir werden mels Sonne. Es erlischt dem durch das Wort der Gnaden Frommen nicht, Strahlt in's Selbst zur Gemeinschaft jener Herz ihm Trost und Wonne; Schaar, Die längst vor uns hieDenn er sieht, die Dornenbahn nieden war, Und nun dich droben Führe doch ihn himmelan. preis't, geladen. 4. Wird im Kampf das Herz ihm matt, hat die Erde feinen Frieden; D, dann bietet Gottes Stadt Einen Labequell dem Müden, Bis auf jenen heil'gen Höh'n Ihm die Friedenspalmen weh'n. 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, Ist Christus und sein theures Blut. Das einz'ge Ziel, nach dem wir sehen, Ist Christus, unser höchstes Gut. Die einz'ge Regel, die wir fennen, Ist sein lebendig, kräftig 5. Bricht des Todes Nacht Wort: Nach ihm nur soll an herein, Wanken alle ird'schen jedem Ort Sich die Gemeine Stüßen; Ruhig kann der Fromme dankbar nennen. sein: Ihn wird sein Erlöser 3. D welch ein reichbeseligt schüßen, Und ein ew'ges Morgen- Leben, Mit Gott und seinem roth Leuchtet ihm um Grab heil'gen Geist Durch Christum und Tod. Baring in Gemeinschaft schweben, Und haben, was er uns verheißt! Was glühen da für sel'ge Triebe! 6. Auf denn, Herz! auf, flüchte dich Aus dem eiteln Weltgetüm Gemeinschaft der christlichen Kirche. 299 Hier schüttet in sein geistlich Haus| Zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, Gott seine Gnadenfülle aus; Hier bist groß von Rath und That, wohnet er, die ew'ge Liebe. Und was dein Mund versprochen hat, Wirst du gewiß erfüllen! 4. Ja, uns liebt Gott als seine Kinder, Schenkt uns den Geist, der Abba schreit. Des Sohnes Treue schmückt uns Sünder Mit ewiger Gerechtigkeit. Und tritt der Geist mit seinem Dele Des Friedens und der Freud' hinzu: O, dann erquickt uns Trost und Nuh, Und neue Kraft stärkt uns're Seele. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel mur an dich glauben, Die haben an dem Segen Theil, Den uns kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh Fließt Allen schon auf Erden zu: Dein ist des Guten Fülle. a potah 4. Mag auch der Spötter immerhin Auf deinen Ruf nicht hören, Und Mancher in verkehrtem Sinn Sich wider dich empören; Es fällt doch deine Kirche nie; Du hältst und du beschüßest sie Durch deines Geistes Hilfe. 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; Wer sollte dir nicht trauen? Auf dich, der Alles fann und schafft, Nicht seine Hoffnung bauen? Deinheil ist unser höchstes Gut; Hilf, daß wir stets mit frohem Muth Dich vor der Welt bekennen! ds@ 400 5. Die sich nach Einem Meister nennen, Steh'n Alle auch für Einen Mann. Vergebens will der Feind sie trennen; In Einem greift er Alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen, Und siegen in des Heilands Kraft; Denn Er will von der Brüderschaft Der Heiligen nicht Einen missen. 6. So wallen die verbundnen Herzen Durch's Thränenthal in's Vaterland, Versüßen sich der Erde Schmerzen: Eins reicht dem andern seine Hand. Wenn liebend sie einander dienen, So 6. 3war kämpfen wir noch schau'n sie gläubig auf den Herrn: Der Herr ist nimmer ihnen fern; Sie sind in ihm, er bleibt in ihnen! manchen Streit, Auch mit uns selbst, auf Erden; Doch werden zur Vollkommenheit Auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; Dann frönest und belohnst du sie mit Preis und ew'ger Freude.( 34) Mel. Nun freut euch zc. 506. Mel. Eine feste Burg ist zc. 507. Wenn Christus seine Kirche schüßt, So mag die Hölle wüthen! Er, der zur Rechten Gottes sist, Hat Macht, ihr zu 2. Du willst sie, als dein Eigen- gebieten. Er ist mit Hilfe nah; thum, Zur wahren Weisheit lei- Wenn er gebeut, steht's da. Er ten, und durch dein Evangelium schüßet seinen Ruhm, Und hält Jesu, Licht und Heil der Welt, Der du in diesem Leben Dein Wort, das Gottes Rath enthält, Zur Richtschnur uns gegeben! Du bist der Herr der Christenheit, Die du voll Huld und Freundlichkeit Dir aus den Menschen sammelst. 300 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. das Christenthum; Mag doch die| Deinen, wie du selbst versprochen; Hölle wüthen! Führe sie endlich aus dem Kampf hienieden Zum ew'gen Frieden! 2. Gott sieht wohl Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn em- 4. Ewig, o Heiland, sei dein pören, Die den Gesalbten, seinen Sohn, Den Herrn der Welt nicht ehren. Sie schämen sich des Worts Des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuz ist selbst ihr Spott: Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! Nam' erhoben! Ewig frohlockend müssen dich einst loben, O'du Beschirmer deiner Heerde, Himmel und Erde! agit( 111.34) 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n; Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widersteh'n; Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Tem fann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 4. O Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'u erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr, unser Gott, Hält über sein Gebot, Gibt uns Geduld in Noth, Und Kraft und Muth im Tod: Was will uns dann erschrecken? ( 55) Mel. Herzliebster Jefu zc. 508. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen! Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen! 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die fie lehren, Dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Mel. Dir, dir Jehovah will ic. 509. Wach' auf, du Geist der ersten Zeugen! Beseele neu die ganze Christenheit! Bei Tag und Nacht laß sie nicht schweigen, Zu preisen deines Namens Herrlichkeit! Den Flammeneifer, der in jenen war, Erweck' auf's Neue in der Deinen Schaar! 2. Auch uns, Herr, sende treue Knechte, Von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt! Noch sind dein Licht und deine Rechte, Noch ist dein Heil nicht überall bekannt. Das Feld ist weit, die Aerni groß und reich: Arbeiter sende du, den ersten gleich. 3. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren Von Boten, die sich deiner Stärke freu'n! Laß alles Volk dein Heil erfahren; Füll' jedes Land mit deiner Wahrseinem Schlaf mit Macht! Die heit Schein. Weck' Israel aus Heiden reiße aus der Blindheit Nacht. 4. Das Volk, das sich zu dir bekennet, Erhalte treu auf rechter Glaubensbahn. Entferne, was die Herzen trennet, Was deines Reiches Fortgang hemmen kann! Zerfallenes bau' auf und mach' es neu, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes fei! 5.3ukomm' dein Reich!" Wort Gottes. Q 301 lehrst du uns beten; Dies Fleh'n| ser Herz bewegt. So neige dich hast du in unsern Mund gelegt. Du siehst mit ihm uns vor dich treten; Du siehst, wie tief es unzu unserm heißen Fleh'n; Erhör' uns, Herr, und sprich: es soll gescheh'n! Das Wort Gottes und Eigne Melodie. 510. Es wolle Gott uns gnädig sein, Uns seinen Segen geben! Mit seines Wortes hellem Schein Erleucht' er uns zum Leben. Laß uns erkennen, unser Gott, Dein großes Werk auf Erden! Laß Jesu Christi Heil und Tod Erkannt von Allen werden, Und Alle sich bekehren. 2. So danken dir und loben dich Die Nationen alle; So freut der ganze Erdkreis sich, Und singt mit großem Schalle, Daß du sein Gott und Vater bist, Und läsfest Gnade walten; Und daß dein Wort das Mittel ist, Uns Alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. dessen rechter Gebrauch. Mund: ,, Erd' und Himmel wird vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen!" 2. Nun so sei denn, Wort des Lebens, Uns gesegnet bis an's Grab; Sei die Richtschnur unsers Lebens, Uns'rer Hoffnung sichrer Stab! Treu bewahre dich das Herz In der Freude, wie im Schmerz. Sei uns Quell von Trost und Segen, Und ein Licht auf unsern Wegen! 3. Laßt uns froh den Bund er: neuen, In der kurzen Pilgerzeit Guten Samen auszustreuen Für das Reich der Ewigkeit! Breitet aus das Wort des Herrn! Hofft auf ibn und dient ihm gern! Selig find, die Jesu dienen; Er ist mitten unter ihnen! 3. So danfe dir und lobe dich Dein Volk durch gute Thaten! Es bringe Frucht und bess're sich: Dein Wort laß wohl gerathen. Der Vater segn' uns und der Sohn Und auch der Geist der Freuden! Es segn' uns Gott, geb' uns den lohn, Der nach der Erde Leiden Die müden Pilger tröſtet. ( 113) 4. Daß es deinem Wort gelinge, Schütz' es, Gott, durch deine Hand! Deiner Wahrheit Band umschlinge Jedes Volk und jedes Land! Wirke, bis die ganze Welt Jesu einst zu Fuße fällt; Hilf, daß Alles auf der Erde Ein Hirt, Eine Heerde werde!( 122) Mel. Ach Gott und Herr, wie ic. 512. Gott ist mein Hort; Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Jm Glauben, nicht im Schauen! Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ic. 511. Herr, du willst dein Reich erhalten Ewig und unwandelbar; Unter deines Geistes Walten Triumphirt es immerdar. Feft steht deines Friedens Bund; Also spricht der Wahrheit schmecken! Laß keinen Spott, D 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte 302 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Herr, mein Gott, Vom Glauben Frucht, Wie sie mein Erlöser mich abschrecken! MESTE sucht. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte! 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; Daß diese Zeit Zur Ewigkeit Mir ist von dir gegeben. 5. Dein ew'ger Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünde nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Im Glauben ,, Vater" sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' Vermag ich's nie: Dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort! Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Theil; Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben! ( 55) Mel. Gott des Himmels und der zc. 513. Theures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt; Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt! In dir treff' ich Alles an, Was zu Gott mich führen kann. 3. Geist der Wahrheit, der im Worte Licht und Wahrheit mir entdeckt; Deffne mir des Lebens Pforte, Daß mein Geist, durch dich erweckt, Frei von allem Menschentand, Folg' in Einfalt deiner Hand! 4. Gib dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker, Wenn dein Finger in mich schreibt, Daß es bis auf jenen Tag Unauslöschlich bleiben mag! 5. Was ich lese, laß mich merfen; Was du lebrest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken; Laß, o laß mich nimmer ruh'n, Bis, von Wahn und Sünde frei, Geist und Wandel heilig sei. 6. Laß dein Wort mir einen Spiegel Jenes ew'gen Lebens sein! Drück es als ein Gnadenfiegel Göttlich mir in's Herz hinein, Bis ich, was ich hier geglaubt, Schaue mit verklärtem Haupt. ( 174) Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 514. Dein Wort, o Herr, ist milder Thau Für trostbe dürft'ge Seelen! Laß feinem Pflänzchen deiner Au' Den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn, Laß jedes blühn, Und in der Zukunft Tagen Dir edle Früchte tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Blig, der Felsen splittert; Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und 2. Du, mein Leitstern hier auf Erden, Leuchte in mein Herz hinein! Laß mich täglich weiser werden Durch der Gnade hellen Schein, Bis die Seele bringet Bein durchschüttert! O laß dein Wort Gottes.na Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern, Und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Morgenstern Für uns're Pilgerreise. Es führt auch Thoren hin zum Herrn, und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch' uns nicht, Und leucht' in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 303 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 515. Gott ist die Liebe, hegt Erbarmen, Das alles Denken übersteigt. Gott ist die Liebe: Heil uns Armen! Er ist's, der sich zu Sündern neigt. Er geht mit uns nicht ins Gericht; Er will den Tod des Sünders nicht.d 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Das Licht auf meinem Pfade. Es zeigte mir Den Weg zu dir, Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. So halt' ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet' ich mich anders hin? Herr, du haft Lebensworte! Noch hör' ich dein: ,, Komm! du bist mein!" Das rief mir nicht vergebens Dein Wort des ew'gen Lebens. 2. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein. Nur darum kam sein Sohn auf Erden Und nahm den Himmel siegreich ein. Er ruft in seinem Wort uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Rub!" 6. Auf immer gilt deinSegensbund; Dein Wort, Herr, fann nicht trügen! Nie weich' es uns aus Herz und Mund Und mächtig hilf ihm siegen. Laß immerfort Dein theures Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten! 3. An dieses Wort will ich gedenken; Ihm will ich freudig mich vertrau'n, Und wenn mich meine Sünden fränken, Auf Gottes Huld im Glauben schau'n. Sie zeiget mir zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 4. Wird alles Andre mir ent= rissen, Was Leib und Seel er quicken kann; Muß ich des Lebens Freuden missen, Und nimmt kein Freund sich meiner an; Scheint meine Rettung noch so weit: Bei Gott bleibt mir Barmherzigkeit. 5. Auf diesen Grund will stets ich bauen, So lang ich hier auf Erden bin. Der Gnade Gottes will ich trauen, Fällt alles Andre gleich dahin. Einst preist mein Psalm nach dieser Zeit Dich, Vater der Barmherzigkeit!( 159) 7. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send' ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen, Und dir dein Reich zu füllen! bila( 54) Win Mel. O Gott, du frommer 2c. 516. Soll dein verderbtes Herz Zur Heiligung genesen, Chrift, so versäume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen! Be 304 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. denke, daß dies Wort Das Heil| Dazu sind wir auf Erden. Thu', der ganzen Welt, Den Rath der Seligkeit, Den Geist aus Gott enthält. was die Schrift gebeut; Dann wirst du inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort versteh'n, Dem du gehorsam bist. 2. Merk' auf, als ob dich Gott, Dein Gott gerufen hätte; Merk' auf, als ob er selbst Vom Himmel zu dir red'te. So lies, mit Ehrfurcht lies, Mit Luft und mit Vertrau'n, Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbau'n. 8. Spricht sie geheimnisvoll, So laß dich dies nicht schrecken, Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch; Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, nicht was dein Wahn begehrt. 9. Wenn Dunkel dich umgibt Im Kinderstand auf Erden; Zum Manne reifst du einst: Einst wird es heller werden. Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schau'ns, Und hier des Glaubens Zeit. 3. Sprich fromm: ,, o Herr, vor dem Ich meine Hände falte! Gib, daß ich allezeit Dein Wort für Wahrheit halte! Laß mich stets deinen Rath Empfindungsvoll versteh'n, Die Wunder am Gesez, Am Wort vom Kreuze seh'n." dril 4. Er, aller Wahrheit Gott, Wird dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, Lies oft; du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt! Gott ist's, der Weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht, Und sie von Herzen liebt.hom 5. Lies frei von Leidenschaft, Und ledig von Geschäften, Und sammle deinen Geist Mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, Des Morgens Heiterfeit, Sei, wie der Tag des Herrn, Von dir der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf ihn, dir zum Glücke, Im Lauf des Tages oft, Ja stets in's Herz zurücke. Empfinde seinen Geist, Und stärke dich durch ihn Zum heiligen Entschluß, Das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu 10. Halt fest an Gottes Wort! Es sei dein Trost hienieden; Es führt, so wahr Gott lebt, Dich zu des Himmels Frieden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. ( 55) Mel. Liebster Jesu, wir sc. 517. Herr, mein Licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne; Daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden Weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem For schen fort, Richtig daraus einzus sein, sehen, Was zu meinem Heil mich Wort Gottes, me führet, Und mir, deinem Kind gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Deines Wortes Sinn verstehen; Laß mein Herz auch folgsam sein, Den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen Doppelt Strafe leiden müssen. 305 2. Wort der Kraft und der Erhebung, Greife mächtig an das Herz; Walt' in jeglicher Bestrebung, Und beherrsche jeden Schmerz! Heil'ge mich zu Gottes Ehren, Stärke mich zu seinem Preis; Mache fruchtbar feine Lehren, Achtsam mich auf sein Geheiß. 4. Gib, daß ich den Unterricht Deines Wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden Mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit Meine Kenntnisse vermehren. Find' ich manche Dunkelheit Bei geheimnisvollenlehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht Immer rührender erkennen Jener Herrlichkeit Gewicht, Und wie glücklich der zu nennen, Der danach mit Eifer trachtet, Und die Luft der Welt verachtet! 3. Und du, süßes Wort vom Frieden, Wort der wunderbaren Huld, Die mein Leben hat entschieden, Und verzeiht des Herzens Schuld; Gieße deines Segens Wonne In das Herz mir reichlich aus, und in deiner Hoffnung Sonne Zeige mir das Vaterhaus! ( 82) Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. 519. Wer da hat, dem gibt man doch, Daß er Fülle habe; Wer nicht hat, dem nimmt man noch Die versäumte Gabe, Siehe bu, Seele, zu! Hast du was gewonnen? Oder ist's zerronnen? 2. Gottes Wort ist dir ver7. O, verleihe mir die Kraft, traut, Und zum Heil gegeben. Deinem Wort gemäß zu handeln, Seele, hat es dich erbaut? Hast Und vor dir gewissenhaft, Als du Licht und Leben? Denn Gott dein treues Kind, zu wandeln! sucht Seine Frucht; Er will treu So wird einst in jenem Leben beflissen Es bewahret wissen. Mich ein hell'res Licht umgeben. 3. Wohl uns, wenn das Le( 71. 34) benswort Reichlich bei uns wohnet, Weil der Geber bier und dort Reichlich das belohnet! Drum noch hier Wird er dir Immer Größ'res geben,- Dort sein Licht und Leben. Mel. Wo ist Jesus meine Liebe ic. 518. Ewig neues Wort der Wahrheit, Das aus Jesu Munde spricht! Dring' in reiner Geistesklarheit Mir an's Herz mit deinem licht, Daß die Flamme sich entzünde, Die den Geist zum Himmel hebt; Daß sie mich mit dem verbünde, Der im Lichte ewig lebt! 4. Aber was ist dem gedroht, Der das Wort verschwendet? Er fällt tiefer in den Tod, Wird noch mehr verblendet. Sein Gericht Säumet nicht; Ihm wird 20 306 Hilfsmittel zum Nichts gegeben, Weder Licht noch Leben. 5. Dein Wort, Jesu, fei mein Licht, Lebe mir im Herzen! Laß mich deine Gabe nicht Ungebraucht verscherzen! Dann gib mir Dort bei dir, Wie es ja dein Wille, Licht und Lebensfülle.( 84) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 520. Mein Gott, du wohnst im ew'gen Lichte, Wohin fein fterblich) Auge bringt. Doch gabst du uns zum Unterrichte Dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, Was du, o Allerhöchster, bist, Was mit uns deine Absicht ist. 2. Gib, daß ich drauf mit Freuden achte, Als auf ein Licht am dunklen Ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So bilf du meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen Schein Mein Herz und Aug' stets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, Das mich zur wahren Weisheit führt! Laß Heile in Chrifto. mir durch keinen Zweifel rauben, Was mir ein ew'ges Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich, Kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge leben; Drum hilf mir, Vater, daß ich dich Und den, den du für uns gegeben, Erkennen mög' herzinniglich, Bis dich, wenn ich dir hier vertraut, Mein Aug' im ew'gen lichte schaut. 5. Was hilft die richtigste Erfenntniß, Wenn sie nicht dich zu lieben treibt? Was nügt das reichlichste Verständniß, Wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, Und daß mein Glaube thätig sei.s 6. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden Der Brunnquell wahren Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, Mich noch im Glauben deiner freu'n. Dort seb' ich dich im böhern Licht Von Angesicht zu Angesicht.( 174) Theilnahme an dem öffentlichen Gottesdienste. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 521. Den Höchsten öffentlich verehren, Und in sein Haus mit Freuden geh'n, Um andachts voll sein Wort zu hören, Und ihn lobpreisend zu erhöh'n; Ist eine Pflicht, wozu der Christ, Zu seinem Heil, verbunden ist. um das Ewige bemüht, Sich aller Erdensorg' entzieht! 3. Kommt, fromme Christen, theure Brüder, Vereint im Geist vor Gott zu steh'n! Kommt, wir sind Eines Leibes Glieder; Kommt, unsern Schöpfer zu erhöh'n! Frohlockend preiset Jesum Christ, Der unser Haupt und Mittler ist. 2. Wie manchen Trost bab' ich empfunden, Wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, Da 4. Erleuchte, Herr, selbst uns're Seelen; Vertreib aus uns des Irrthums- Nacht! Laß uns die man anbetend Gott verehrt, Und, Wahrheit nicht verfehlen, Die du Deffentlicher Gottesdienst. uns selber fund gemacht, Damit dein großer Ruhetag Uns ewig dort beglücken mag.( 102) o Mel. Straf mich nicht in deinem ic. 522. Sammelt euch, Christen, gern Hier an dieser Stätte! Singt und danket euerm Herrn; Preist ihn im Gebete! Hört und ehrt, Was er lehrt, Und erwägt im Stillen Seinen Vaterwillen. 307 7. Hier wird Christensinn geweckt, Licht und Troft verbreitet, Mancher Sünder aufgeschreckt, Und zu dir geleitet; Und die Noth, Die uns droht, Lernen wir im Glauben Ihrer Macht berauben. 2. Sieh, o Gott, hier kommen wir mit der Schaar der Deinen. D, wer wollte nicht vor dir Andachtsvoll erscheinen? Du erfreust Jeden Geist, Der nach Hoheit ringet, Und zu dir sich schwinget. 3. Groß ist überall dein Ruhm, Wo nur Wesen denken. Dieses Tempels Heiligthum Kann dich nicht umschränken; Doch auch hier Strömt von dir Wonnereicher Segen Deinem Volk entgegen. 4. Von dem Weltgeräusch entfernt, Das uns oft zerstreuet. Fühlt hier unser Geist und lernt, Was ihn stets erfreuet. Eitles Glück Weicht zurück Vor den höhern Gaben, Die den From men laben. 8. Ja, dein Wort, das hier ertönt, Ist das Wort des Lebens. Er, der uns mit dir versöhnt, Sprach es nicht vergebens. Selig ist Jeder Christ, Der es achtsam höret, Und durch Tugend ebret 9. Gott, wir wollen oft und gern Dich im Tempel preisen, Und hier Jesu, unserm Herrn, Dankbar uns beweisen. Er allein Soll es sein, Den sich unsre Seelen Stets zum Führer wählen. 10. Heil uns allen, wenn wir hier nie dein Wort verachten, Und den Engeln gleich, vor dir Zu erscheinen trachten! Reich und groß Ist das Loos Aller die sich üben, Dich, o Herr zu lieben! ( 148) 5. Unser Herz erweitert sich, Wenn wir Menschen sehen, Die hier still und feierlich Mit uns vor dir stehen. Jeder nennt Und bekennt, Trog dem Wahn der Spötter, Dich den Gott der Götter. 6. Jeden zieht ein sanftes Band Hin zu seinen Brüdern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern. Freund und Feind Sind vereint, Dich, durch den sie leben, Friedlich zu erheben. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 523. Noch sing' ich hier aus dunkeln Fernen, Herr meines Lebens, dir mein Lied, Bis einst weit über allen Sternen Dich mein verklärtes Auge sieht. Dann schallet dir im Jubelklang Mit allen Sel'gen mein Gesang. 2. Wohl mir, du schauest auf mich nieder, Steigt mein Gebet zu dir hinan; Du hörst den Dank der schwachen Lieder, Und nimmst mein Flehen gnädig an. Wenn sich mein Herz zu dir erhebt, Führ' ich mich neu von dir belebt. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern Zu deines Tempels 20 308 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. Heiligthum. Da schallt in dir| Christenheit Den Festtag der Ungeweihten Liedern Des Dankes sterblichkeit. Stimme dir zum Ruhm; Und dann durchdringen meine Brust Empfindungen der reinsten Lust. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren Durchdringt und hebet meinen Geist, Wenn er, vereint mit heil'gen Chören, Gott, deinen großen Namen preis't, Anbetung dir und Ehre bringt, Und Fülle der Empfindung singt. 5. Zwar hab' ich auch in stillen Stunden, Wenn ich dir meine Freuden sang, Der Andacht Seligkeit empfunden, Die durch die frohe Seele drang; Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, Ward seliger Empfindung voll. 6. Doch höher ward mein Geist erhoben In meiner Miterlös'ten Schaar, Wenn sie, gemeinsam dich zu loben, Im Heiligthum versammelt war, Und in Begeistrung sich ihr Chor Zu deinem Throne schwang empor. 7. Drum will ich mit den from men Schaaren Zu deinem Tempel freudig geh'n, Wo einst auch die versammelt waren, Die nun vor deinem Throne steh'n. Sie schauten hier im dunkeln Wort; Von Angesicht schau'n sie dich dort. ( 102) Mel. Ich will den Herren ewig 2c. 524. Ja, Tag des Herru, du sollst mir heilig, Ein Festtag meiner Seele sein! Gleich jenen ersten Christen heilig Will ich den Tag der Ruhe weih'n. Weit weg von allen eiteln Dingen, Zum Himmel soll mein Geist sich schwingen; Froh feir' ich mit der 2. Ja, mit den heiligen Gemeinen, Die heut' vor deinem Antlig steh'n, Soll meine Seele sich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöh'n! Wo sich die Heiligen versammeln, Will ich dein Lob in Ehrfurcht stammeln. Dort fing' ich in der Engel Chor Ein beß'res Lied zu dir empor. 3. An diesem Gott geweihten Orte Erschallt der Gnade Stimme mir; Ich höre, Jesu, deine Worte, Und stille seufzt mein Herz zu dir. Da wirst du lehrer mir und Tröster; Da kann ich mich, ich, dein Erlöster, Weltheiland, deiner Liebe freu'n, Da lern' ich dir ergebner sein. 4. Die Schriften Gottes still zu lesen, Ist heut' mein Glück und meine Pflicht. Wie blind wär' ich, allweises Wesen, Verwürf' ich deinen Unterricht! Nein, nein, mit einfaltvoller Seele Erforsch' ich, Vater, die Befehle, Die lauter Licht und Leben sind, Mit Dank und Demuth als ein Kind. 5. Und sammeln sollst du in der Stille, Mein Geist, vor deinem Schöpfer dich! Da frage dich: was sucht mein Wille? Was quält und was erfreuet mich? Da, da ergründe dein Bestreben! Wäg' alle Reden, prüf dein Leben; Da, Seele, wenn du redlich bist, Vergleiche dich mit Jesu Christ! 6. Da, da vergiß nicht, deine Sünden, Die du vielleicht noch nie bereu't, Mit tiefer Neue zu empfinden, BisGott bein schmachtend Herz erfreut! Da, da erwäg' Deffentlicher Gottesdienst. 309 des Vaters Güte; Da dank' mit zum Eigenthum zu geben. Du Freuden, mein Gemüthe, Dem allein Sollst es sein, Den wir lieVater der Barmherzigkeit; Ja, bend ehren, Dem wir angehören. tief im Staube dank' ihm heut'! 7. Und ferne soll von meinem Munde Heut' jede eitle Rede sein! Nein, keine Gott bestimmte Stunde Will ich dem Tand der Erde weih'n. Ich will, o Leidender, heut' eilen, Um deinen Schmerz mit dir zu theilen; Denn Sonntagsfei'r ist Gutesthun, Und von der Laft des Eiteln ruh'n. 8. O Tag des Herrn, du Tag der Wonne, Du Tag des Segens für mein Herz! Bestrahle mich, o Lebenssonne; So hebt mein Geist sich himmelwärts! Gott, segne meine Andachtsstille; Erfüll' mit deines Geistes Fülle, Mit deines Angesichtes Glanz Mich heut', o Jesus Christus, ganz! ( 105) 4. Majestätisch Wesen! Möchten wir dich preisen, Und im Geist dir Dienst erweisen! Möchten wir, wie Engel, Immer vor dir stehen, und dich gegenwärtig sehen! O es ruh', Heilger, du, Auf uns Allen, Allen Stets dein Wohlgefallen! 5. Geist, der Alles füllet; Aller Dinge Leben, Du, in dem wir sind und weben! Meer ohn' Grund und Ende! Dich erforscht kein Denken; In dich wollen wir uns senken. Nur nach dir Trachten wir: Laß nur dich uns finden, Deine Huld empfinden! 6. Du durchdringest Alles! laß dein Licht uns spüren, Kräftig unser Herz berühren. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten, Und der Sonne stille halten; Gib, daß so Still und froh Deinen Strahl wir fassen, Und dich wirken lasſen! 7. Mach' uns nur einfältig, Von der Welt geschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach uns reines Herzens, Daß wir deine Klarheit Völlig schau'n in Geist und Wahrheit. Laß das 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht Herz Himmelwärts Wie ein gebeuget dienen. ,, Heilig, heilig, Adler schweben, und in dir nur heilig!" Singen ihm zur Ehre leben. Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unfre Stimm', Wenn auch wir Geringen Uns're Opfer bringen! Mel. Wunderbarer König 2c. 525. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten, Und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist gegenwärtig! Alles in uns schweige, Sich auf's Tiefste vor ihm beuge! Wer ihn fennt, Wer ihn nennt; Fallt in Demuth nieder, Gebt das Herz ihm wieder! 8. Romm', in uns zu wohnen! Schon auf dieser Erden Möchten wir dein Tempel werden! Komm, du gütig Wesen! Dich in uns verkläre, Deine Lieb' in uns vermehre. Wo wir geh'n, Wo wir steh'n, laß uns dich erblicken, 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die mit deinem Dienste streiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Dir Ganz zu dir uns schicken!( 198) Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. Rechter Gebrauch der heiligen Sacramente. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz ic. ich dir, so sterb' ich dir; So lob' ich dort dich für und für.( 146) 526. Ich bin getauft auf u ar smolen-5. deinen Namen, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geift! Ich bin gezählt zu deinem Samen, 3um 527. Getauft sein auf des Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; Jch bin mit seinem Geist beschenkt. Vaters Namen Und auf den Sohn und heil'gen Geist; Welch hohes Gut, zu dem wir kamen, Noch eh' wir wußten, was es heißt! Nun in der Wahrheit un terwiesen, Empfinden dankbar wir dies Heil. Wir rufen froh: Gott sei gepriesen! Auch uns, auch uns ward es zu Theil. 2. Du nahmst schon in der Kindheit Tagen Zu deinen Kindern, Herr, uns auf; Und daß wir nicht in Zweifel zagen, Gibst du uns Wort und Siegel drauf. In dieser Welt noch voll des Bösen, Versprichst du Vater uns zu sein: Dein Sohn will uns vom Tod erlösen, Dein Geist zum Guten Kraft verleih'n. 3. Versöhnt sind wir und neu geboren Durch deinen Geist von oben her. Ging durch die Sünde viel verloren; Durch Christum gibst du uns weit mehr: Hier schon im Glauben ew'ges Leben, Und Vorschmack fünft'ger Seligfeit: Dort wirst du uns die Fülle geben, Zum Erbtheil ew'ge Freudenzeit. 310 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Noth und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein! 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen Bund mich nahmst, Und segnend mir entgegen kamst! 4. Du bist getreu! Auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl ewig steh'n; Ja, wenn ich selbst ihn überschreite, läßt du mich nicht verloren geh'n. Du klopft an mein Gewissen an, Und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's Neue Mich ganz zu deinem Opfer hin! Erwecke mich zu neuer Treue; Und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! Du, Sünde, weich! Gott hört es: ich entsage euch. 6. Laß diesen Vorsag nimmer wanken, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt! So leb' alles Gute zu Gebot. Der uns 4. Und ist gleich hier noch nicht erschienen, Was Gott den Seinen zugedacht; Scheint's oft, als frag' er nichts nach ihnen, Indem der Frevel sie verlacht: Doch steht des ew'gen Vaters Kindern Stets Die heiligen Sacramente. den Sohn gab schon als Sündern, läßt die Erlösten nicht in Noth. 311 2. Heil mir; ich darf genießen; Die Speise, die der Heiland beut, Und Labung soll mir fließen Aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, Herr, mich nicht vergebens Empfangen am Altar Das wahre Brod des Lebens, Das du mir reichest dar! Laß mir die heil'ge Schale Mit deines Bundes Wein Bei diesem Glaubensmahle Trost und Erquickung sein! 3. Wie kann ich doch ergründen Die Wunder deiner Gnad' und Huld! Du selbst willst dich verbinden Mit mir bei aller meiner Schuld. Du, der da ewig lebet, Du kommst, an Gnade reich, Zu mir, der bald verschwebet, Dem flücht'gen Schatten gleich. Du läsfest dich hernieder, Ziehst mich zu dir binan. Was geb' ich, Herr, dir wieder, Das dir gefallen kann? 4. Ein Herz, von Neu' zerschlagen, Das sich an deine Gnade hält, Das freudig will entsagen Der Sünd' und aller Luft der Welt; Das wirst du nicht verachten, Das bring' und geb' ich dir. Nach deinem Neiche trachten, Hilf du nun selber mir. Dann darf ich fest vertrauen, Daß ich nach dieser Zeit Dein Antlig werde schauen Dort in der Ewigkeit. 5. Hierauf will ich empfangen DasHimmelsbrod, den Himmelstrank. Herr, laß zu dir gelangen Des demuthsvollen Herzens 5. Einst gleichen sie dem Erstgebornen, Der gern die Jünger Brüder nennt, Der sich zu seinen Auserkornen In Huld und Liebe stets bekennt. Und mit ihm werden einst sie prangen, Weit über aller Engel Glanz. Wer denkt es aus, was sie erlangen? Wer faßt die Kindschaft Gottes ganz? 6. Sie ist auch uns, auch uns erworben! Wir sagen laut vor aller Welt, Daß unser Herz, der Sünd' entstorben, Gott lebt, und sich an Christum hält. Wir wollen, Vater, vor dir wandeln, Wie deinen Kindern es gebührt; Und Zeugniß gebe unser Handeln, Daß uns dein heil'ger Geist regiert. 7. Dreinige durch deine Kräfte Schon hier die sündige Natur; Denn dieses heilige Geschäfte Gelingt mit deiner Hilfe nur. Du hast in uns gewirkt das Wollen; Erhalt' uns diesem Willen treu! Bollende, was wir werden sollen! Dein Werk in uns sei täglich neu! Mel. Nun lob' mein Seel' C. 528. Dem Worte deines Mundes Will ich, o Herr, gehorsam sein. Zum Mahle beines Bundes Stell' ich auf dein Gebot mich ein. Die bängste deiner Nächte Schwebt meinem Geiste vor. Das Brod nahm deine Rechte; Den Kelch hielt sie empor. Deß will ich oft gedenfen! Odu, mein höchstes Gut, Du willst mich speisen, tränken Mit deinem Leib und Blut. Dank! Hinweg das Weltgetüinmel Mit seinem eiteln Tand! Ich wandle schon im Himmel, Der Frommen Vaterland. Vereint mit dir zu werden, Das ist mein heißes Fleh'n. D Herr, laß 312 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. hier auf Erden Mich schon dein| hören! Lobt den Herrn! sei der Antlig ſeh'n. Gesang; Lobt ihn! sei der Wiederklang. 6. Lobt den Herrn! Hebt heil'ge Hände Am Altar zu ihm empor! Lobet ihn bis an das Ende, Vis wir mit der Engel Chor Ihm auch dort Lobopfer bringen, Und vereint mit Freuden singen: Heilig, heilig ist der Herr! Ihm sei ewig Preis und Ehr'!( 92) Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 529. Christen, auf, stimmt frohe Lieder Bei dem Tische Jesu an! Singt, ihr Chöre, tönet wieder, Was der Herr an uns gethan! Preiset seine großen Thaten, Wie einst bei dem Mahl der Gnaden Der Apostel fromme Schaar, Gott zu loben, freudig war. Mel. Allein Gott in der Höh' ic. 2. Lobt den Herrn mit froher 530. Wie heilig ist die Seele, Rühmet seine mächt'ge Stätte hier, Wo ich voll Andacht Huld! Lob' ihn auch, mein Geist, stehe! Sie ist des Himmels Pforte erzähle Seine Langmuth und Ge- mir, Den ich selbst offen sehe! duld! Er erläßt die Schuld der O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Sünden, Und läßt uns Ver- Vom Himmel bin ich nicht mehr gebung finden Bei dem Tisch, den fern, Und fühle Gottes Nähe. er uns deckt, Wo man Seligkeiten schmeckt. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrod, Dies theure Gnadenzeichen, 3. Lobt den Herrn, auch die Vor dem des Herzens Angst und ihr weinet, Die der Erde Kum- Noth Und alle Qualen weichen! mer drückt! Wer bei Jesu Tisch| O Brod, das meine Seele nährt, erscheinet, Wird getröstet und er- O Manna, das mir Gott gewährt, quickt. Er betrübt nur, daß er Dich will ich jest genießen! rette, Wenn uns auch der Tod schon hätte. O Betrübte, weinet nicht! Gott ist uns're Zuversicht. 4. Lobet Gott von ganzem Herzen, Und gelobt zugleich auf's Neu', Daß ihr unter Freud' und Schmerzen Ihm, dem Vater, bleibet treu; Daß ihr fest an Jesu haltet, Und im Guten nie erfaltet, Daß es auch zur Zeit der Noth Dennoch heiße: Lobet Gott! 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, Der mein Verlangen stillet, Der mein Gemüth mit Lob und Dank Und heil'ger Freud' erfüllet! O Lebenstrank, o heil'ges Blut, Das einst geflossen mir zu gut; Dich will ich jetzt empfangen! 5. Ja, was Odem hat und lebet, Hoch und niedrig, bort und bier, Was nur eine Stimm' er hebet, Soll Gott loben für und für; Soll mit uns in lauten Chören Sich im Lobe lassen 5. O wär' doch auch mein Herz 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein; Welch Heil hab' ich gefunden! Mein Heiland fehret bei mir ein; Mit ihm werd¹ ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, Daß ich in Christo leben soll, Und er in mir will leben! Die heiligen Sacramente. 313 geweiht zu einer heil'gen Stätte,| vereinen. Du, der Weinstock, Damit der Herr der Herrlichkeit gibst den Reben Neue Kraft zum An mir Gefallen hätte! O wäre neuen Leben. So gewiß ich Brod doch mein Herz der Ort, An empfange, So gewiß ich Heil welchem Jesus fort und fort Aus erlange; Trink ich von des BunGnaden Wohnung machte! des Weine, Bist du mein, Herr, ich der Deine.d 6. Mein Jesu, komm und heil'ge mich! Was sündlich ist, vertreibe, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sei und bleibe! Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild Beständig an mir leuchten! 7. Nun, du hast himmlisch mich erquict, Du hast dich mir gegeben; In dir, der mich so hoch beglückt, Will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, Von nun an bis in Ewigkeit Mit dir vereinigt bleiben! 4. Nun, so sei der Bund erneuet! Ganz sei dir mein Herz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen, Und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, Ganz von dir mich leiten lassen, Alles, was du liebest, lieben, Nie durch Untreu* dich betrüben. 5. Dir gelob' ich, deine Glieder, Jesus Christ, als meine Brüder Immer mit den reinsten Trieben, Immer wie mich selbst zu lieben. Ich gelobe dir mit Freuden, Auch das Unrecht still zu leiden; Ungeduldig nie zu klagen, Herr, an dir nie zu verzagen. 6. Doch du fennest meine Schwäche! Was ich, Jesu, dir verspreche, Hab' ich dir schon oft versprochen, Und es doch so oft gebrochen. Darum hilf mir du und stärke Mich zu jedem guten Werke. Gleich den ersten Reiz der Sünden Hilf mir siegreich überwinden! 7. Laß mich deine Treu' er 2. Herr, ich falle vor dir messen, Deiner Liebe nie vernieder, Danke dir und singe gessen; Laß mich, weich' ich ab Lieder! Was du willst für Gna- vom Guten, Dich, Herr, seh'n den schenken, Uebersteiget alles am Kreuze bluten. Liebe schlug Denken. Meine Sünden willst dir deine Wunden; Das soll mich du decken, Willst mich Todten in dunkeln Stunden, Wenn mich auferwecken, Willst ein ewig sel'- Angst und Zweifel brücken, Mit ges Leben Als des Glaubens erhabnem Troft erquiden. Frucht mir geben. 3. Ja, du kommst, dich mit den Deinen Auch im Nachtmahl zu Mel. Schmücke dich, o liebe Scele 2c. 531. Lob und Dank sei dir, mein Retter, Mein Erbarmer, mein Vertreter! Wer, o Tilger meiner Sünden, Wer kann deine Lieb' ergründen? O mit welch erhab'nem Herzen Wolltest du die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden, Ja, den Kreuzested erdulden! 8. Gib, daß ich und alle Christen Uns auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut' dein 314 Tag schon käme, Keinen dein Gericht beschäme. Schaff', o Heiland aller Sünder, Dir viel Jünger, viele Kinder, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben! ti 9. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schau'n und ewig ehren? Hallelujah, ewig leben Alle, die sich dir isd na mind bi ( 11) Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. Gebet. Mel. Die Tugend wird durch's c. 532. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Fleh'n aus reinem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Angesichte Mit Dank, mit Demuth oft und gern, llnd prüfe dich in seinem Lichte, Und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hochgeehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steh'n! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf der eines Menschen Fleh'n? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht, zu beten, schämet, Der schämt sich, Gottes Freund zu sein. ergeben! Hallelujah, welche Freuden Sind die Früchte deiner Leiden! mit misjao fin 10. Ewig sei'st du angebetet! Jesu, du hast uns errettet. Danket, alle frommen Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen. Hallelujah, Amen, Amen! Die zu dir im Glauben kamen, Laß sie Theil an deinen Gaben, Theil an deinem Himmel haben! ( 105) se 2 cilie 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist dies denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt das uns're Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertrau'n, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken; Ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht auf's Herz Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut; Gott ist kein Mensch; ein gläubig lal len, Dasistvorihm Beredtsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, Und dann vergißt, was er bes schwur, Und flagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott und fühl im Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet; Gott hört's, Gott ist's, der Hilfe Das Gebet.itemid 315 schafft. Bet' oft, wenn inn'rer| Gemeinen Auch öffentlich Gott Troft dir fehlet; Er gibt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft, und heiter im Gemüthe Schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, Womit er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend; Im Alter dort: er trug Geduld, Rief dich durch Leid und Kreuz zur Tugend; Erkenn' und fühle seine Huld! 8. Bet' oft; durchschau mit beil'gem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem tbeuern Blute Die Welt, die Sünderwelt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; Denn es ist deines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehre deines Gottes Nath. anzufleh'n, Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern zu erhöh'n; Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrift dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 12. Bist du ein Herr, dem Andre dienen, So sei ihr Beispiel, sei es stets, Und feire täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, Die Gottes Hand dir anvertraut: Kein Knecht des Hauses müsse fehlen; Er ist ein Christ und wird erbaut. 9. Bet' oft, und schau mit frohen Blicken Hin auf die Freuden jener Welt; Fühl' danfend oft und mit Entzücken Den Segen, den sie vorbehält. Ein Glück von Millionen Jahren, Welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, Das dem der Herr wird offenbaren, Der ihm hier dient, kein Augenblick. 13. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund; Gib für den Fluch den Segen wieder, Und bete selbst für deinen Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheu'n, An Lieb' und Eifer nicht erkalten, Und gern zum Guten weise sein. 14. Gott laß mich nicht mein Heil verscherzen; Gib Lust und Eifer zum Gebet! Und wenn mein Mund aus gutem Herzen Zu dir um Hilf und Gnade fleht; So hör' mein Fleh'n von deinem Throne Durch ihn, der dir zur Rechten fißt, In Christo Jesu, deinem Sohne, Der es vertretend ( 55) unterstügt. 10. Bet' oft, Gott wohnt an jeder Stätte; Un feiner minder oder mehr. Denk' nicht, wenn ich mit Vielen bete, Find' eher ich bei Gott Gehör. Gott ist fein Mensch; ist dein Begehren Gerecht und gut, so hört er's gern. Ist's nicht gerecht, so gelten Zähren Der ganzen Welt Nichts vor dem Herrn. 11. Doch säume nicht, in den Eigne Melodie. 533. Dir, dir, Jehovah, will ich singen! Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu 316 Hilfsmitttel zum Heile in Chrifto. Christ, So wie es dir durch ihn| Zeugniß habe! Drum bin ich gefällig ist! 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir! Dein Geist in meinem Herzen wohne, Und meine Sinnen und Verstand regier', Daß ich mich ganz, Herr, deinem Willen weih', Und in dem Frieden Gottes selig ſei! 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte; So bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; So preist aus dankendem Gemüthe Mein from mes lied, was du an mir gethan! Es hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, Und deinen Himmel ahn' ich dann schon hier. 4. Dein Geist fann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind. Er lebrt mich gläubig zu bir beten, Gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind. Dann ruf' ich, als Miterbe deines Sohn's, Das Abba zu den Höhen deines Thron's. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb; So bricht dein Baterherz, es wallet Entgegen mir voll heißer Vater lieb', Daß mir's die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Dem neiget sich dein Gotteswille zu; Das wird gewiß von dir erhöret, Weil ich's im Namen deines Sohnes thu', Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies voller Trost und Freudigkeit, Und weiß es, alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die gibst du, und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! ( 25) Mel. Herr nicht schicke beine 2c. 534. Dir versöhnt in deinem Sohne, liegen wir vor deinem Throne. Keiner kehrt mit trübem Blick Unerhört von dir zurück. Alles Fleisch an allen Enden Kommt mit aufgehob'nen Hän den, kommt mit Sehnsucht und Begier, Gott, der gern erhört, zu dir. 2. Du bist alles Guten Fülle. Daß wir beten, ist dein Wille; Du verschmähst, o Vater, nicht Deiner Kinder Zuversicht: Und du hast so vielen Segen, Mehr noch, als wir bitten mögen. Reich und Kraft und Herrlichkeit, Gott, ist dein in Ewigkeit. 3. Was im Himmel und auf Erden Gut ist, ließ dein Wille werden. Eh' es ward, da dachtest du Es schon deinen Kindern zu. Alle sollten deiner Gaben Unerschöpften Reichthum haben; Ewig sollen Alle dein, Allgenugsamer, sich freu'n. 4. Sollten denn nicht deine Frommen Alle betend vor dich of Das Gebet.me 317 femmen, Der du Allen Vater bist, sich meiner an, Und stärkt mich Dem kein Ding unmöglich ist? Allen hast du, Herr, das Leben, Und was sie erfreut, gegeben, Und versprichst, Unendlicher, Allen noch unendlich mehr! 5. Ja, wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben und empfahen. Unfrer Thaten Lobgesang Sei in Ewigkeit dein Dank! Heil uns Christen! du beschüßest Deine Kinder; du besigest Herrlichkeit und Kraft und Reich! Wo ist dir ( 126) ein Vater gleich? auf der Tugend Bahn. 5. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte Des Standes, den er mir verlieh: So fleh' ich nie umsonst um Kräfte; Mein Gott, mein Beistand gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld Mir Segen, Weisheit und Geduld. 6. Wenn ich im legten Kampf des Lebens Bei Niemand Hilfe finden kann; So ruf' ich Gott doch nicht vergebens Um seinen Troft und Beistand an, Der, wenn die Sprache mir vergeht, Doch meine Seufzer noch versteht. ( 147) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 535. Mein bester Trost in diesem Leben Ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; Bei jedem Gram, bei jedem Schmerz Ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wenn, eine böse Luft zu dämpfen, Mir Schwachen Muth und Kraft gebricht; Dann bitt' ich Gott: er hilft mir kämpfen, Und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; Und stark durch meines Gottes Kraft Besieg' ich jede Leidenschaft. Mel. Was Gott thut, das ist: c. 536. Welch hohes Vorrecht schenkst du mir, Du, dem die Seraphinen Mit heil'ger Ehrfurcht für und für Vor deinem Throne dienen! Ich Erd' und Staub, Ich welkend Laub, Ich darf mich zu dir schwingen, Gebet und Dank dir bringen. 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, Den ich der Welt nicht klagen kann; Dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, Um Troft in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht Entdecket, den verwirft er nicht. 2. Erstickt des Fleisches Macht in mir Die hohen Himmelstriebe; So schwing' ich mich, o Gott, zu dir, Und fühle deine Liebe. Ich stärke mich Alsdann durch dich, Treu jede meiner Pflichten Mit Vorsicht zu verrichten. 3. Betracht' ich im Gebet mit Schmerz Mein sündenvolles Leben, So wird, so kann sich nie mein Herz In stolzem Sinn erheben. Fleh' ich: geh' nicht, Herr, in's Gericht; Laß mich, den Sünder, leben! Dann willst du mir vergeben. 4. Gebricht es mir an sanftem Muth, An Liebe gegen Brüder; 4. Muß ich um des Gewissens willen Ein Spott der Lasterhaften sein; So bet' ich demuthsvoll im Stillen Zu meinem Gott: er hört mein Schrei'n; Nimmt väterlich 318 So bet' ich: bald erlischt die Gluth Des Zorns und Haffes wieder. Mein Herz verzeiht; Voll Freundlichkeit Sucht nie mein Mund durch Schelten Scheltworte zu vergelten. Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. 5. Wie stärkst du mich, wenn im Gebet Zu dem Berufsgeschäfte, Mein Vater, ich dich angefleht Um Weisheit und um Kräfte! Den, der dir traut, Und auf dich baut, Krönst du auf seinen Wegen Mit deinem Gottessegen. 6. In dem Gebete denk' ich oft: Wie eitel seid ihr Freuden Der Erde doch; wie unverhofft Verkehrt ihr euch in Leiden! Darum will ich Allein, Gott, dich Von ganzem Herzen lieben; Was kann mich dann betrüben? 8. Du Geist der Kraft und des Gebets, Du Geist der reinsten Liebe! Erwed' in meinem Herzen stets Zum Beten fromme Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht Zu meinem Vater treten, So lehre selbst mich beten! 2. Oft raubten bange Schmerzen Den Frieden meinem Herzen, Und störten meine Ruh'. Doch wenn mich Kummer quälte, Dann fleht' ich; dann beseelte Dein Trost mich; Gott, dann hörtest du. Mel. Nun ruhen alle Wälder c. 537. Könnt' ich in meinen Nöthen Nicht Gott vertrau'n, nicht beten; Wie elend wär' ich dann! Wenn Trost und Hoffnung wanken; Wie soll ich's Gott verdanken, Daß ich dann zu ihm beten kann? 3. Fleht' ich zu dir am Morgen, So schwiegen meine Sorgen Den ganzen Tag in mir. Mit ruhigem Gemüthe Vertraut' ich deiner Güte, Und überließ mein Schicksal dir. 7. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, Wenn ich mich sorgend quäle, Wenn Alles, Alles von mir flieht, Stärkt betend sich die Seele. Drum bet' ich auch Bei'm legten Hauch: Mein Vater, ich Mel. Wer nur den lieben Gott zc. empfehle In deine Hand die 538. Wagst du, vor Gottes Seele! Thron zu treten, So mache dich bereit, o Chrift, Im Geist und Wahrheit anzubeten Den Gott, der Geist und Wahrheit ist! Laß nicht der Erde Sorgen zu, Und denke: mit wem redest du? 2. Er ist's, dem alle Himmel dienen, Der Herr und Schöpfer aller Welt, Vor dem das Chor der Seraphinen Verhüllt in Demuth niederfällt; Jehovah, er, der ewig war, Und ist und sein wird immerdar. 4. Wie ruhig war mein Schlummer, Wenn ich dir meinen Kummer, O Gott, zuvor geklagt! Du, Herr, wachst für mein Leben: Von diesem Trost umgeben, War meine Seele unverzagt. 5. Vielleicht, daß manche Tage Noch traurig, unter Plage Und Mühe mir vergeh'n. Laß, Herr, in meinem Leiden Mich das Gebet nie meiden, Mich immer freudig zu dir fleh'n! ( 33) 3. Durch ein verstelltes Händefalten, Durch schöner Worte leeren Laut, 3ft bei dem Herrn Nichts zu erhalten, Der dir in Herz od ni Das Gebet. t 319 und Seele schaut. Vor ihm gilt| Seele bete: Was fühl' ich da für nicht der äuß're Schein: Man Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, muß nicht scheinen, sondern sein. und Alles flieht, Was mich zur Erde nieder zieht. fisting b 4. Ein zuversichtlich findlich fallen, Ein wahrer Glaub' an Jesum Christ, Der voll Begier, Gott zu gefallen, Durch reine Liebe thätig ist; Dies ist's, was durch die Wolken dringt, Und Segen uns hernieder bringt. 5. D welch ein Glück, schon hier auf Erden Im Glauben mit Gott umzugeh'n! Schon hier den Engeln gleich zu werden, Die stets anbetend vor ihm steh'n! Mensch, nimm zu deinem eig'nen Heil An diesem Himmelsglück oft Theil! 2. Dann acht' ich nicht der falschen Freuden, Nicht jener eiteln Flitterpracht, Um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Knechten macht; Und fühle, Gott gefällig sein, Nur das ist wahre Freud' allein. 3. Dann weichen auch die bängsten Sorgen, Das bängste Leiden, das mich drückt. Ich weiß, dem sind sie nicht verborgen, Der in des Herzens Tiefen blickt. Gott bleibt doch Bater, der mich liebt, Wenn er mich auch durch Leiden übt. 6. Mußt du in Angst und Kummer schmachten, So klage deine Noth dem Herrn. Er wird dein Flehen nicht verachten; Er ist allmächtig und hilft gern. Verbirgt er auch sein Angesicht; Er hilft gewiß, verzag' nur nicht! 7. Wenn gute Thaten dir gelingen; Preis ihn, der dich als Vater liebt, Jhn, der das Wollen und Vollbringen Durch seinen Geist zum Guten gibt; Und zuversichtlich rufe dann Um diesen Geist ihn ferner an. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, Erhebt zum Glauben unsern Geist, Und hilft uns Alles, Alles meiden, Was uns der Tugend sonst entreißt. Nur müssen uns're Bitten rein, Und eines Christen würdig sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O Vater, nimin du sie von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: Erhalte, Schöpfer, diese mir! Nur um ein Gott ergeb'nes Herz Bet' ich in Freuden und in Schmerz.( 149) Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 540. Gott, wer kann je was Gutes haben, Das nicht von dir den Ursprung bat? Du bist der Geber aller Gaben, Bist immer groß an Nath und That. Du willst, daß mit Gebet und Fleh'n Wir stets auf deine Hilfe seh'n. 2. Drum fomm' ich auch mit 8. In bösen und in guten Tagen Laß das Gebet dein labsal sein; So wirst du nie voll Kleinmuth zagen, Und nie dich über müthig freu'n. In deinem Herzen und mit dir Bleibt Gottes Friede für und für. m ad in! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 539. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete, Und still in heil'ger Einsamkeit zu ihm aus voller 320 meinem Beten, D Gott, vor deinen Gnadenthron! Wie freudig darf ich vor dich treten! Du schenktest mir ja deinen Sohn. Durch ihn hab' ich die Zuversicht, Mein schwaches Fleh'n verwirfst du nicht. Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. 93. So gib mir denn nach deinem Willen, Was deinem Kinde heilsam ist! Nur du kannst meinen Mangel stillen, Weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du Für meines Geistes Glück und Rub'. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; Laß meine Liebe redlich sein. Will etwas mir den Glauben rauben, Gott, Heiland, so erbarm dich mein! Bewahre mich und gib mir Muth, Zu siegen über Fleisch und Blut. 8. Soll ich auf Erden länger leben; So gib, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; Und kommt dereinst mein Sterbetag, So sei mein Ausgang aus der Zeit Der Eingang in die Herrlichkeit.( 174) Mel. Mein Herzens- Jeſu, meine ic. 541. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigfeit, Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, meinHort, Vernimm mein Fleh'n, merk auf mein Wort; Denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden. laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu er kennen. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, Ein reines Herz voll Freudigkeit; Ein Herz, auf's Gute stets beslissen, Das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so strafe mich Zu meiner Besf'rung väterlich! adies nisi 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen Dich, seinen Vater, nicht vergißt: Ein Herz, das unter Noth und Plagen Vor dir still und demüthig ist; Ein Herz, voll Zuversicht zu dir Und voll Geduld, Gott, das gib mir! 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren: Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht, Und frommer Freunde Liebe! 7. Das Andre alles wirst du fügen; Du weißt am Besten, was mir nüßt. An deiner Huld soll mir genügen, DieSchwache mäch4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes Leben! Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmher tig unterstüßt. Zufrieden, Vater, zigkeit Vor dir im Tode finden! folg' ich dir: Stärk' diesen from( 55) men Sinn in mir! GRID. Das Gebet. ut tincid off Das Gebet des Herru. traun! Mel. Was Gott gefällt mein frommes 2c.| Nuhe geh'n, Gott, den wir 542. Du, deß sich alle Himmel freu'n; Auch meine Seele freut sich dein, Daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist! Mein Vater bist! 2. Weit über unser Stammeln, weit, Geht deines Namens Herrlichkeit; Ihn heilige, von Lieb entbrennt, Wer deinen großen Namen nennt, Unendlicher! 3. Du herrscheft, Gott; wer ist dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich. Am väterlichsten herrschest du Durch Christum; gib uns Chrifti Nuh', Erbarmender! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, Das nur ist selig, was du willst! Dein Will', o Liebender, gescheh' Auf Erden, in der Himmel Höh', Du Liebender! 5. In unsers Leibes kleiner Noth Sei mit uns! Gib uns unser Brod! Labst du den Leib, schickft du ihm Schmerz; Froh, still, voll Dank sei unser Herz! Erhalt uns dir! 321 9. In deines Himmels Heiligthum, Auf deiner Erd' erschall' dein Ruhm! Du bist der Herr der Herrlichkeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah!( 94) Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic 543. Gott, der du in den Himmeln thronest, Mit Herrlichfeit reich angethan, Und dort in einem Lichte wohneft, zu welchem Niemand kommen kann! Jehovah, unser Herr und Vater, Erhalter, Schöpfer und Berather; Gott, den der ganze Himmel ehrt! Vernimm mich, da ich vor dich trete Mit dem vollkommensten Gebete, Das uns dein ew'ger Sohn gelehrt! 2. Geheiligt werde, Herr, dein Name, So, wie er selber heilig ist. Es wiß' es Adams ganzer Same, Daß du sein Gott und Vater bist! Daß auf der ganzen weiten Erde Dein hoher Ruhm verherrlicht werde, Und jedes Herz dein Tempel sei; Daß nicht ein Frevler, nicht ein Spötter, Nicht ein Verehrer fremder Götter Dich und dein Heiligthum entweih'! 3. Dein Reich, o Gott, laß zu uns kommen, Das Reich der Gnade und der Kraft, Das sel'ge Reich, das für den Frommen Dein guter Geist erhält und schafft! Laß uns durch Lehre und durch Leben Dein Neich hier zu erweitern streben, und seine treuen Bürger sein. So machst du uns zu deinen Erben, Und führst uns endlich nach dem Sterben Zu dir 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gott, Aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Heil erfleh'n, Und ein zu deiner in's Reich der Ehren ein! 21 6. Vergib, vergib uns uns're Schuld! Trag' uns're Schwachheit mit Geduld! Wir wollen auch, von Nachgier rein, Des Bruders Fehler gern verzeih'n, Wie du vergibst. 7. Zu schwer sei die Versuchung nicht! Uns leucht', Erbarmender, dein Licht, Wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, Und Nacht vor uns dein Antlig deckt, Erbarmender! 322 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto.- Gebet. 4. Herr, es gescheh' dein heil'- gebet, so wird euch vergeben!" ger Wille Auf Erden, wie im So wirst du auch nach deiner Himmelreich! In ihm kommt Huld Dies theure Wort an uns alles Guten Fülle; Ihn thun erfüllen, Und uns um Jesu Christi macht uns den Engeln gleich. willen Vergeben uns're SündenDein Wille ist in allen Dingen schuld. Gerecht und heilig; ihn vollbringen, Ist uns're Ruh' und Seligfeit. Nur laß uns ihn auch recht erkennen; Laß uns von Lieb' und Eifer brennen, zu folgen dem, was er gebeut! 7. Laß uns nicht in Versuchung führen Durch unser Herz und durch die Welt, Und hilf uns allzeit triumphiren, Wenn ihre Macht uns überfällt. Stark ist in uns der Reiz der Sünden; Wir sind zu schwach, zu überwinden, Und der Versuchungen ist Viel. Drum, Gott, sei mächtig in uns Schwachen! Durch treues Kämpfen, Beten, Wachen Bring' uns zum vorgesteckten Ziel! 5. Gib uns in unsern Lebenstagen Des Leibes Nahrung, unser Brod. Lehr' uns das Glück bescheiden tragen, Und mit Gelassenheit die Noth! Gib, daß wir nicht des Eiteln achten, Viel mehr mit Ernst am Ersten trachten Nach deines Reich's Gerechtigkeit: So wird von deinen Gütern allen Auf uns auch unser Antheil fallen, Wie dort, so hier schon in der Zeit. 8. Du, Herr, haft Macht, uns zu erlösen; Unendlich groß ist deine Treu'. So mach' uns frei von allem Bösen; Mach'uns auch von dem Uebel frei! Erleicht're uns des Todes Leiden, Und führ' 6. Erlaß, o Gott, uns uns're uns ein zu deinen Freuden Nach Schulden, Und gib, daß wir auch dieses Lebens Müh' und Streit. gern verzeih'n, Beleidigungen Denn wundervoll sind deine fromm erdulden, Und nie rach- Werke: Dein ist das Reich und süchtig wieder dräu'n; Stets dem Kraft und Stärke Von Ewigkeit Gebot gehorsam leben: ,, Ver- zu Ewigkeit. THE INT DATO- named Toln our on Sund dd( sies? ROTE 10 Hold meg machin 10 bise trengfiler 016 34557 1457 5510 S lapide int nd Dritter Haupttheil. 97 903 91an Eu voor Ueber die Gebote des Christenthums; oder: die Gesinnung und das Leben des Christen. I. Christenpflichten in Beziehung auf Gott. alloges Hissier dull A a di Streben nach Erkenntniß Gottes. Mel. Straf mich nicht in deinem sc.| fache Wunder schafft, Jede Ader reget! Sie entfleußt Seinem 544. Such', o Seele, Gott Geift, Strömt durch die Gebilde den Herrn; Such' und du wirst Seiner Kraft und Milde. finden! Keinem von uns ist er 5. Horch'; im innersten Gefern, kann uns nie verschwinden. Forsche nur! Seine Spur Können reine Seelen Nimmermehr verfehlen.hist som müth Wirst du ihn vernehmen, Wenn das Herz für's Gute glüht, Sünden dich beschämen. Hör, er spricht: ,, Frevle nicht! Zähme deine Triebe; Bleib' in meiner Liebe!" 03.01 6. Such' ihn froh in seinem Sohn Mit der Gottesfülle; Bane Christo einen Thron In des Herzens Stille! Er gibt Ruh: Folge du Bis zur Todespforte Seinem ( 76) Gottesworte! ad sign Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 545. Wo find' ich Gott, den meine Seele Weit über Alles 2. Such'am hohen Firmament! Gottes Klarheit leuchtet, Wo die Sonne fräftig brennt, Wo der Thau befeuchtet. Fern und nah Ist er da Als ein Gott der Stärke, Groß in jedem Werke. 3. In ihm leben, weben, sind Seine Wesen alle. Vatertiebe führt das Kind Wo es sei und walle; Gott bewacht Tag und Nacht, Still und ungesehen, Tiefen wie die Höhen. 4, Fühl' ihn in der Lebenskraft, schäßt und liebt; Gott, den ich Die im Herzen schläget, Tausend- mir zum Freunde wähle, Und der 21* 324 Pflichten gegen Gott. allein mir Freude gibt? Wann Dich recht zu kennen, und nach kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, Sich völliger mit mir vereint? Christi Lehren Dich zu verehren. 3. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, So willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke. Auch haft du selbst sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir dein Wort nur treu in uns bewahren, lind deinem Geist, den wir empfangen sollen, Nur folgen wollen. 6. Zu diesem mir so heiligen Geschäfte Erheb' und stärke meiner Seele Kräfte. Gib, wenn ich dich in deinem Worte höre, Daß nichts mich störe. 7. Ach mein Verstand ist träge, leicht zerstreuet, Und irrt, wenn er den Ernst des Forschens scheuet, Dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, Zurück zur Érde! 8. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, Verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen. Kühn will er mehr noch, als sie ihm vergönnen, Von dir erkennen. 2. Hier seh' ich Gott nur wie im Spiegel, Und bete ihn in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, Sich ihrem Schöpfer mehr zu nah'n! Wie würde sie sich deiner freu'n, Wie selig, wie verherrlicht sein! 3. Mir macht zwar jedes seiner Werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir seine Macht und Stärke Und seinen weisesten Verstand. Gott, deine Huld ist grenzenlos, Für armes Menschenlob zu groß! 4. Und wie ein Vater mit dem Kinde, Spricht Gott in seinem Wort zu mir. Ich seh' dich, Bater! doch die Sünde Ver= dunfelt mir das Licht von dir. Gib du mir, Bater, deinen Geist, Der mich noch näher unterweist. 5. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit Mein Leben leite, bis ich dort Dich näher seh' und mit mehr Klarheit, Als hier an diesem Prüfungsort. Jch, ber ich hier kaum stammeln kann, Ich bete dort mit Engeln an.( 24) Mel. Herzliebster Jesu ic. 546. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, Das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nichts ist's, das meinen Durst nach Heil so stille, Als deine Fülle. 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, Mein einziger Gedanke! Herr, ich schmachte, - 9. Steh mir denn bei und leite meine Seele, Daß sie den Weg der Wahrheit nicht verfehle! Verleih' ihr, daß sie nicht so leicht ermüde, Ernst, Luft und Friede. 10. Dann werd' ich immer beffer dich erkennen, Dann täglich mehr in deiner Lieb' entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir ewig leben!( 24) Andenken an Gott.-- Ehrfucht. Beständiges Andenken an Gott. 2. Denk' ich an deine Liebe; Wie werd' ich dann erfreut! Dann fühl ich neue Triebe Zur Lich' und Dankbarkeit, Mein Herz dir ganz zu weih'n, Dich freudig zu erheben, Zur Ehre dir zu leben, Vor Sünden mich zu scheu'n. Mel. Von Gott will ich zc. 547. An dich, mein Gott, zu denken, Ist Pflicht und Troft für mich. Wenn Sorg' und 4. Wie gut ift's, dein zu denken! Gram mich fränken, So sieht Die Welt mag immerhin Ihr mein Aug' auf dich. Dann min- Herz auf's Eitle lenken; Wie dert sich mein Schmerz; Dann schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte flieh'n die bangen Sorgen, Wie mich zu Gott; Dies bringt mir Nebel vor dem Morgen, Und wahre Freude, Dies stärkt mich Rub' erfüllt mein Herz. wenn ich leide, Und ist mein Trost im Tod. 3. Mit hoffendem Gemüthe Denk ich an deine Treu', Und harre deiner Güte; Sie ist mir täglich neu. Du unterstüßest mich; Zu dem Berufsgeschäfte Erlang' ich neue Kräfte, Seh' ich dabei auf dich. 325 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 548. Vor dir, o Gott, sich findlich scheuen, Ist unser Heil und uns're Pflicht! Kein Mensch fann deiner Huld fich freuen, Scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die findlich beißt. 5. An dich, Gott, will ich denken, So lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken; So geh' ich zwar die Bahn, Da mich die Welt vergißt; Doch du, Herr, denkst noch meiner, Wann auf der Erde Keiner Mein einges ( 174.34) denk mehr ist. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 2. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme, Was dir, mein Gott zuwider ist! Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 3. Laß immer dein Gericht Hojar9 mich scheuen, Und wirke frommen Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen, Daß ich die Gnade nicht verlier', Die mich bei aller Missethat So liebreich noch getragen hat. Sho 4. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen Vor dir zu haben sorgsam sei, Und mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie stör' mich Furcht und Lust der Welt, Zu thun, was dir, mein Gott, gefällt. 5. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, Und überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vorschrift redlich handeln: Du hasfest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen 326 Pflichten scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Bater, werth. 6. In deiner Furcht laß mich einst sterben; So schreckt mich weder Tod noch Grab; So werd' ich jenes Leben erben, Dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein: Ihr Lohn wird groß im Himmel ſein! ( 174) Mel. Nun banket all' und bringet c. 549. Gott, deffen Stuhl der Himmel ist, Ich sinke vor dir hin! Ich überdenke, wer du bist, und was ich vor dir bin. 2. Was bin ich, Herr, mein Gott, vor dir? Ein welkend Gras und Laub! Du bist und bleibest für und für; Ich bin in Kurzem Staub. 2. Drühmt euch eurer Stärke nicht, Die jest euch trogig macht! Wißt, daß es euch an Muth gebricht, Sinkt ihr in Todesnacht! 3. Dein Wesen ist Vollkommenheit; Du bist's und Keiner mehr. Du, Gott, bist Gott von Ewigkeit; Jch bin von gestern her! 4. Hochheilig bist du, daß vor bir Der Seraph sich bedeckt. Gott, du bist gut, und ach, an mir Ist Herz und Thun befleckt! 3. D rühmt euch eures Reichthums nicht, Deß ihr euch heute freut! Wißt, daß er euch nicht Zuversicht InTodesnoth verleiht! 5. Bei dir ist Weisheit und Verstand, Du Vater alles Lichts! Was noch nicht ist, ist dir bekannt: Durch mich selbst weiß ich nichts. 4. Sucht darin euern wahren Ruhm, Daß ihr Gott wißt und fennt, Daß ihr, sein Volk und Eigenthum, Ihn gläubig Vater nennt. 5. Dies ist es, was dem Herrn 6. Gott, auf dein Wort ent- gefällt. Bedenke dies, o Chrift! stand die Welt; Durch dich ent- Er, er regiert in aller Welt; stand auch ich: Du bist's, der sie Wohl dem, deß Ruhm er ist!( 72) gegen Gott. dn mit Macht erhält; Und du erhältst auch mich! 7. Du Gott; ich Staub!- Den Unterscheid, Herr, lehr' mich ihn versteh'n! Laß mich in tiefster Niedrigkeit Vor dir einher stets geh'n. 8. In jenem Leben werd' ich dich In deiner Größe seh'n. Auf diesen Anblick freu' ich mich: Wann, ach, wann wird's gescheh'n? Heilighaltung des göttlichen Namens und besonders des Eides. Mel. O Gott, du fronimer zc. Mel. Nun sich der Tag geendet ic. 550. rühmt euch eurer Weisheit nicht, Die ihr euch weise meint! Wißt, daß euch eurer Weisheit Licht Einst nicht im Tode scheint! selbst Der Geister Heer erkennet, Daß nie durch Unbedacht Ich strafbar ihn entweih', Daß nie Mund, So oft er, Gott, dich mir Scherz und Spott Dein nennet, Dich, den mit Ehrfurcht großer Name sei! 551. Bewahre Bewahre meinen 327 noch vor ihm steh'n, Dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bosheit macht, Sie vor der Welt zu decken! Herz, schau' den Gott mit Zittern an, Der Leib und Seel' verderben fann! Heilighaltung des göttlichen Namens.-Der Eid. 2. Stets heilig bleib' er mir; Und muß mein Ohr es hören, Daß Andre dich, o Herr, Und dein Gebot entehren, So reiße nie der Strom Der Spötter mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich Ihr Mitgenosse bin. 3. Auch sei der Name deß, Durch den ich, Gott, dich kenne, Mir heilig, daß ich ihn Stets ehrerbietig nenne. Die kennen Jesum nicht, Die nicht sich seiner freu'n, Und seinen Namen frech Durch lästerung entweih'n. 4. Von meinen Lippen fern Sei Fluch, sei freches Schwören; Fern sei schon loser Scherz! Nur dir, o Gott, zu Ehren Gereiche jedes Wort; Dich preise Herz und Mund, Und deines Namens Ruhm Thu' meine lippe fund! ho( 136) Mel. O Ewigkeit du Donnerwort zc. 552. Gott, der du Herzenslenner bist, Dem Falschheit stets ein Gräuel ist, Und Lügen ein Verbrechen! Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es fund! Du, Heil'ger, wirst es rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh', Dir feierlich in's Antlig seh', Die Hand zum Himmel hebe; Wenn ich dich selbst zum Zeugen ruf', Zum Rächer dich, der mich erschuf, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei! 4. D Seele, wenn du dich noch liebst, Denk', was du da zum Pfande gibst: Dein Heil, dein ewig Leben! Verlier' nicht mit Verwegenheit Dein Theil an Gott und Seligkeit: Wer kann dir's wiedergeben? Gott und sein Evangelium, Wie kostbar ist dies Eigenthum! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wenn mich beim Leiden dieser Zeit Kein Trost vom Himmel mehr erfreut, Rein Troft mehr, wenn ich sterbe; Ift Gott und Jesus nicht mehr mein, Dann besser, nie geboren sein! 6. Frech ist die Zunge, die noch spricht: ,, Gott siehet's nicht, Gott achtet's nicht!" So lästern Spötterrotten. Herr, deine Langmuth ist bekannt; Du lähmest nicht die falsche Hand; Doch du läßt dich nicht spotten. Zum Nichten haft du lang noch Zeit, Zum Strafen noch die Ewigkeit. 7. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürstenthum und feine Welt Soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Selig feit Muthwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei! Nur reines Herz und Gott 3. Wenn Frevler da auch Gott noch schmäh'n, Mit Lügen frech dabei! 328 49 Pflichten gegen Gott. unloggilisc 8. Gott, lehre mich bei jedem 9. Der du mein Trost im Tod Eid, Aus Furcht vor deiner noch bist, Gott, dessen Wort Heiligkeit, Die Wahrheit pünkt- wahrhaftig ist, Du hast auch mir lich sprechen! Beschwör' ich heilig geschworen! So wahr du Gott Amt und Pflicht, So laß mich bist, sagst du's zu; Ich hör's mit auch im Kleinsten nicht Die theure voller Seelenruh: Ich soll nicht Zusag' brechen. Auch dir, Gott, sein verloren. D Seele, halt schwur ich treu zu sein, Erhalt' Gott deinen Eid! Dann freu' dich mich ewig, ewig dein! seiner Gütigkeit! ( 15) Liebe zu Gott und Mel. Alle Menschen müssen ic. 553. Quelle der Vollkom- 5. Sollt' ich dich nicht wieder menheiten, Gott, mein Gott, wie lieben, Der du mich zuerst geliebt, lieb' ich dich! Und mit welchen Der mit mehr, als Vatertrieben, Seligkeiten Sättigt deine Liebe So unendlich mich geliebt? Könnt' mich! Seel' und Leib mag mir ich ruhig hier auf Erden Ohne verschmachten; Hab' ich dich, beine Liebe werden, und dereinst, werd' ich's nicht achten. Mir nach dieser Zeit, Würdig sein der wird deine Lieb' allein Mehr, als Seligkeit? 15 Erd' und Himmel sein. 2. Dent' ich deiner; wie er hebet Meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet Führ' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Güte, deine Stärke, Wie entledigt er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz! 16. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist; Daß mein Herz vom Haß der Sünde Inniglich durch drungen ist: Daß auf dein Gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte! Heil mir, du verwirfst mich nicht, Herr, von deinem Angesicht! 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen: Meine Seele weiß es wohl. Dort im Vaterland der Frommen Lieb' ich dich, Herr, wie ich soll! Ganz werd' ich dort deinen Willen Kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann vor deinem Thron Der vollkommnen Liebe Lohn! Chun, dim( 126) 3. Floß aus deiner Gottesfülle Mir nicht täglich Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; Daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. Freude in ihm. Ewig deiner mich zu freu'n, Und von dir geliebt zu sein. 4. Du erlös'test vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott, Ließest den Gerechten sterben; Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben; In Mel. Alles ist an Gottes Segen ic. 554. Vater, den mein Herz verehret, Dem mein Leben angehöret! Heilig sei mir dein Gebot, 329 Liebe zu Gott und Freude in ihm. Ueber Alles dich zu lieben, Deinen Mel. Wachet auf! ruft ic. d Willen gern zu üben, Und dir treu 555. Dich, Allgütiger, zu zu sein, o Gott! 2. Ohne dich ist doch fein Friede, Und die Seele strebt sich müde Nach dem Blendwerk dieser Zeit. Du nur kannst den Durst ihr stillen, Du nur ihren Wunsch erfüllen, Gott, in Zeit und Lad Ewigkeit. sar lieben, Wie fühlt sich nicht mein Herz getrieben, Wenn es an deine Liebe denkt! Jedes Glück, das wir genießen, Soll uns're Wallfahrt uns versüßen, Und wird uns, Herr, von dir geschenkt! Doch wird weit größ'res Heil Uns fünftig noch zu Theil, Dort im Himmel. Da leben wir, O Herr, bei dir In voller Wonne für und für! 3. Gib, daß eitles Glück der Erde Nie für mich Verführung werde; Deine Huld sei mehr mir werth! Sie nur ist das Glück der 2. Deiner Huld uns zu erSeelen, Und sie wird mir niemals fehlen, Wenn mein Herz freuen, Und unser Leben dir zu dich findlich ehrt. m 4. Frieden werd' ich im Gewissen, Hier den Himmel schon ges nießen, Lieb' ich herzlich dich allein. Such' ich, Bater, mehr, als Allen, Such' ich dir nur zu gefallen, So sind deine Freuden mein. one 5. Kann ich, wenn mich Andre 3. Laß mit eifrigem Bestreben hassen, Mich auf dich nur, Gott, verlassen, Und verdammt mein Uns deiner Liebe würdig leben, Herz mich nicht; O, so bin ich Und dir, Herr, thätig dankbar voller Freude, Und verlier' auch, sein! Hilf uns alle Erdenfreuden, wenn ich leide, Nie den Muth zu Die sündlich sind, mit Ernst vermeiner Pflicht! did of d homeiden, Und was dein Wort ver6. Laß den Reiz der Eitelkeiten bietet, scheu'n. Nie werde Ehr¹ Nie zur Weltlust mich verleiten; und Ruhm, Nie zeitlich) EigenBleibe du mein höchstes Gut! thum Unser Höchstes! Nur dir Hilf mir den Betrug der Sünden allein Uns ganz zu weih'n, Das Seh'n und standhaft überwin- soll uns Ruhm und Reichthum den; Gib du selbst mir Kraft und sein! direi Muth! monweihen, Sei uns're angenehmste Pflicht. Wie belohnest du mit Segen Die Frommen, die auf deinen Wegen Einhergeh'n in der Wahrheit Licht! Wie schmückt die Krone sie Für ihres Kampfes Müh', Deine Streiter, Wenn nach der Zeit, In Ewigkeit, Der Lohn der Treue sie erfreut! 7. Lenke, Vater, mein Bestreben Hin zum höhern Freudenleben! Lehre mich schon in der Zeit Mich am Ewigen ergößen, Und den Werth der Dinge schäßen, Wie einst in der Ewigkeit.( 105) Gott, zu dir verzeih'n! Ist gleich 4. Laß uns auch in Leidenstagen, Was du uns auflegst, gern ertragen, Und Ungeduld und Unmuth scheu'n. Hilf, wenn Freunde uns verlassen, Und wenn uns Widersacher hassen, Aus Liebe, 330 and Pflichten gegen Gott. das Opfer schwer, Das du ver-| Meine Leiden fühl' ich nicht, Wie langst, o Herr; Doch die Liebe, sie mich auch drücken. Hoffnung Wie schwer's auch däucht, Macht und Zufriedenheit Wohnen mir Alles leicht, Weil deine Hand die im Herzen, Trösten und erhöh'n Kräfte reicht. mich weit Ueber alle Schmerzen. 5. Ja, wenn Liebe nur mich 5. ,, Du bist mein!" so rühm' leitet, So wird mir Seligkeit be- ich dann: Wer ist, der mir reitet, Die alles Weltglück über- schade?" Heil mir, daß ich's rühwiegt. Reine Liebe hebt mich men kann: Mein ist Gottes höher, Und dir, o Vater, immer Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt näher. Sie bleibet, wenn mein werth: Du gabst mir mein Leben, Staub verfliegt. Sie stärkt den Wirst auch, was mein Leben Glaubenssinn; Sie führt zur nährt Und erfreut, mir geben. Hoffnung hin Und zum Throne. 6. Jesus ist nach deinem Rath Da geh' ich dann Auf ihrer Bahn; In die Welt gekommen; Alle Da jauchzet, wer dich lieben kann! meine Missethat Hat er weggenommen. Ihm trau' ich, ihn bet' ich an, Glaub' an seine Leiden; Und die Macht der Sünde kann mich nicht von ihm scheiden. ( 62) Mel. Schwing dich auf zu deinem zc. 556. Deines Gottes freue dich, Dank' ihm, meine Seele! 7. Dich, du Trost der Sterb Sorget er nicht väterlich, Daß lichkeit, Heil des bessern le kein Gut dir fehle? Schüßt dich bens, Himmlische Vollkommen. seine Vorsicht nicht, Wenn Gefah- heit, Such' ich nicht vergebens! ren dräuen? Ift's nicht Wonne, Wenn mein Kauf vollendet ist, ist's nicht Pflicht, Seiner dich zu Und vollbracht mein Leiden, Ruft freuen? anind mein Heiland, Jesus Christ, Mich zu seinen Freuden. 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, Was mein Herz begehret; Einen Vater, welcher mir, Was mir nüßt, gewähret; Der mich durch sein göttlich Wort Hier zum Himmel lenfet, Und des Himmels Wonne dort Meiner Seele schenket. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot Und mit Freuden übe; Wenn ich findlich dich, mein Gott, Fürcht' und ehr' und liebe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Gemüthe Seliger Empfindung voll, Voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht Nach dem Himmel blicken. 8. Meine Freud' in dir, mein Gott, Wird dann ewig währen. noch so furchtbar sei der Tod; Er kann sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein Der Verwesung geben: Herr, dein Tag bricht bald herein, Mit ihm neues Leben! 9. Gib mir nur, so lang ich hier In der Fremde walle, Das Bewußtsein, daß ich dir Als dein Kind gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, Die zu dir ich habe, Sei mein Heil in dieser Zeit, Und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Luft der Sünde nie Dieses Heil mir rauben. Rüste Gehorsam. 331 selbst mich wider sie Durch Gebet| regiere, Daß ich mein Vertrau'n und Glauben. Gib mir deinen auf dich Ewig nicht verliere. Geist, der mich Und mein Thun ( 126) Gehorsam gegen Gott. laß ihn Eilend seinen Irrweg flich'n; Denn dein Will' allein ist richtig. Mach' ihn seinen Pflichten treu, Daß sein Wandel heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf Erden, Wie im Himmel, dein Gebot Dankbar ausgerichtet werden, Heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Hände Werden unterthan dir sein, Alle deinem Dienst fich weih'n Bis an deiner Schöpfung Ende; Bis die Fülle dieser Zeit Eingeht in die Ewigfeit. ( 126) Mel. Sollt' ich meinen von. 557. Heilig, heilig ist dein Wille; Heilig bist du, unser Gott! Du gebeutst; in tiefer Stille Hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, Steh'n um deinen Thron bereit, Freuen sich der Seligkeit, Deinen Willen zu vollbringen: Nur der Mensch erkennt es nicht Für sein Heil und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit Freud' und Wonne Aller deiner Welten Heer, Deine Beste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer. Alles dienet deinem WilMel. Wer nur den lieben Gott 2c. len; Alles, was du Schöpfer, schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein Gebot, Herr, zu erfüllen! Nur der Mensch erkennt es nicht Für sein Heil und seine Pflicht. 558. Gott, deinen heiligen Befehlen Will ich, dein Kind, gehorsam sein; laß mich das beste Theil erwählen, Und gern mich deinem Dienste weih'n. Dein Will' ist stets gerecht und gut; Wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 3. Stolz empört sich seine Seele, Großer Schöpfer, wider 2. Gehorsam ist die beste Gabe; dich; Deine göttlichen Befehle Wirft er thöricht hinter sich. Du Dir weih' ich sie aus Herzenssollst ihn nicht mehr regieren; drang! Wenn ich sie dir geopfert Klüglicher nach seinem Wahn, habe In reiner Liebe, nicht aus Wählt er eine beff're Bahn; Die Zwang; Dann hebt, dann füllet soll ihn zum Glücke führen: Und Himmelslust Und Friede meine die Bahn ist sündenvoll, Die zum frohe Brust. Glück ihn führen soll. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne. Ach, hilf mir, daß ich immerdar Dir, Vater, so ge= horchen lerne, Wie Jesus dir gehorsam war! Er war's auch unter Schmach und Noth; Er war 4. Herr, laß ihn bei Zeit empfinden, Daß er selber sich verführt; Daß die eitle Lust der Sünden Ihm zulegt den Tod gebiert! Mach' ihm deinen Willen wichtig; Lehr' ihn deine Bahn, es bis zum Kreuzestod. 332 Pflichten gegen Gott. 4. Laß deine heiligen Gesege 6. Sobald ich deine Stimme Mir immer fest im Herzen sein, höre, So mache du mich schnell Und gib, daß ich sie nie verlege, bereit, Daß ich durch Folgsamkeit Und findlich fürchte, was sie dräu'n. Dein Joch ist sanft, leicht ist die last, Die du mir aufgeleget haft. sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut. Ich soll ein Hörer nicht allein, Ich soll und will auch Thäter sein. 5. Beut diese Welt auch tau- 7. Wenn ich mich im Gehorsend Freuden Unreiner Sinnen- sam übe, So weiß ich, Vater, daß lust mir an; So laß mich, Herr, ich dich Aus allen meinen Kräften sie flieh'n und meiden: Was liebe; Und du, mein Vater, liebest ist's, das sie mir geben kann? mich; Lohnst den Gehorsam in Im Anfang Lust, am Ende der Zeit Mit Freuden einer Schmerz Und ein von Neu' zer- Ewigkeit! riff'nes Herz. ( 24) Dankbarkeit gegen Gott und Lob Gottes. Eigne Melodie. flärt, Im Glauben sie bekennt und ehrt. 559. Herr Gott, dich loben 3. Du, Ehrenkönig, Jesu wir! Herr Gott, wir danken dir! Dich Vater, Gott in Ewigkeit, Erhebt der Erdkreis weit und breit! Der Himmel Heer, der Engel Schaar Lobsinget, Herr, dir immerdar. Die Cherubim und Seraphim Verkündigen's mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Der Herr, Herr Zebaoth! Christ, Sohn, der da war und der da ist! Du nahmest an, der Welt zu gut, Gleich Menschenfindern Fleisch und Blut! Zerstört hast du den Tod mit Macht, Und Leben an das Licht gebracht. Zur Rechten Gottes figest du, Führst uns auch ein zu deiner Ruh. Und wenn der Bau der Erde bricht, Erscheinest du und hältst Gericht. 2. Herr, deines Namens Ruhm erhöh'n, Die schon verklärt am Throne steh'n; Der heiligen Apostel Zahl und die Propheten allzumal, Der Lehre Jesu Märtyrer, Sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit Preis't dich auch deine Christenheit. Dich, Vater 5. Vom Aufgang bis zum auf des Himmels Thron, Und Niedergang Erschalle dir Ein Jesum Christum, deinen Sohn, Lobgesang! Bewahre uns vor Den heil'gen Geist, der ihn ver- aller Schuld; Vergib und trag' 4. Nun bleibe unser Schuß und Nath, Du der für uns geblutet bat! Einst sei im Himmel unser Theil Dein großer Lohn, bein ew'ges Heil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, was erlöset ist: Leit' uns in uns'rer Prüfungszeit, Erheb' uns hoch in Ewigkeit! Dankbarkeit und Lob Gottes. uns mit Geduld. O sei uns gnädig, treuer Gott; Sei gnädig uns in aller Noth! Im Leben ſei uns Zuversicht, Und auch im Tod verlaß uns nicht. Dirtrauen wir, Gott, unser Herr: Verlaß, verlaß uns nimmermehr! Amen!( 6.113) 333 densöhne, Singet eure Jubeltöne! Er, der Herr, beglückt uns gern. 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, Ihm nicht Freudenopfer bringen? Er erschafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Kinder! Vater ist er selbst dem Sünder; Er ist Vater seiner Welt. Imer Gigne Melodie. 560. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden; Der mächtig uns erhält, und von der Kind heit an Uns so viel Gutes thut, Mehr, als man zählen kann! 2. Er, unser Vater, woll' Ein fröhlich Herz uns geben; Der Herr laß uns, sein Bolt, In Fried und Ruhe leben! Sein Segen sei bei uns! Dem ganzen Baterland Fließ' Heil und Gnade zu Aus Gottes Vaterhand. 3. Uleber unsern Dank erhaben, Streut er seine reichen Gaben Auf die Schöpfung nah und fern. Wenn gleich unsre Lieder schweigen, Seht die Millionen Zeugen; Laut verkünden sie den Herrn. 4. Aber unfre Seelen heben Sich zum Glück der Engel, leben Schon des Himmels Leben hier. Welche göttlich hohen Freuden, Welche Tröstungen im Leiden, Welche Ruhe fühlen wir: 3. Er unser treuer Gott, Woll' uns von allem uns von allem Bösen, Von dem, was schaden kann, Durch seine Macht erlösen! Er schüß' uns in Gefahr; Er helf uns allezeit, So lang' er uns allbier Das Leben noch verleiht. 5. Wenn der Geist zu ihm sich bebet, Der Gebanke in uns lebet: Er ist Vater seiner Welt; Still entzückend dem Gemüthe Dann die Fülle seiner Güte Sich zum großen Zeugen stellt. ddod 6. Naht euch zu ihm, seine Kinder! Zittert nicht, seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr; die lieb' ist er! Denkt den göttlichen Gedanken, Fühlt die Wonne, ihm Dein Name sei gepreis't, Dein zu danken; Groß und gnädig ist guter Will' geschehe! Und steh'n der Herr. wir einst verklärt Bei dir im Heiligthum, Dann sei dein Name noch Auf ewig unser Ruhm!( 154) 4. Gott Vater, Sohn und Geist, Ehr' sei dir in der Höhe! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 562. O könnt' ich dich, mein Gott recht preisen, Wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank beweisen, Den Mel. Fröhlich, fröhlich, immer ic. 561. Hallelujah! Bringet dies mein Herz dir schuldig ist; Ehre, Preis und Ruhm, ihr Dies Herz, das deiner Gütigkeit Jubelchöre, Ihr Beseligten des Sich täglich mit Entzücken freut! Herrn! Bringet Ruhm, ihr Er-| 2. Wer überströmet mich mit 334 Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeih'n? Allgütiger, du bist's allein! 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, Die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, Eh mein Bedürfniß ich empfand. Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein Schicksal liebreich zu. millifte 9 Pflichten gegen Gott.e 8. Hier kann ich schwaches Lob nur geben; Nimm es, mein Gott, in Gnaden an, Bis ich in einem bessern Leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget in der Engel Chor Mein Lobgesang zu dir empor!( 120. 188) mel. Die Tugend wird durch's Kreuz i. 563. Du, der du auf dem ew'gen Throne Das Schicksal aller Wesen wägst, Auf deinem Haupt die Strahlenkrone Von ungezählten Welten trägst, Umstrahlt von Schaaren sel'ger Geister, Umglänzt vom siebenfachen Licht: O aller Wesen Gott und Meister, Verschmäh' des Staubes Lallen nicht. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest nie mich freudenleer; Zum höhern Glück mich zu erheben, Schickst du auch manche Trübsal her; Doch steh'st du auch mit Kraft mir bei, Daß ich nicht zag' und muthlos sei. 2. Unendlich unermess'ne Liebe, Du, aller Wesen Seligkeit, 5. So oft hat dies in meinen Sieh' her, wie sich mit heißem Tagen Zu Freudenthränen mich Triebe Dir meine sünd'ge Seele gerührt, Wie du mich unter weiht! Ich bin ein nichts, manchen Plagen Zwar wunder- Geschöpf von Staube, Und du, bar doch gut geführt. Bei jeder mein Gott, beseligst mich! Dich drohenden Gefahr Fand ich stets sucht die Sehnsucht, ahnt der deine Tröftung wahr.dail Glaube; Das Herz voll Liebe findet dich. 6. Wie sollt' ich denn nicht voller Freuden Beständig deinen 3. Du wogst mir auf der Ruhm erhöh'n? Wie sollt' ich, goldnen Wage Der Weisheit and im tiefsten Leiden, Nicht meine Leiden zu, Bestimmtest frohvertrauend auf dich seh'n? meine Freudentage: Wo ist ein Du leitest mich nach deinem Rath, Der nur mein Heil beschlossen hat. solcher Gott, wie du? Du führ test mich mit Vatergüte Durch meiner Kindheit Blumenflur: Du schirmtest meine Jugendblüthe; Zum Himmel zeigtest du die Spur. 7. Durch Thaten will ich Dank dir bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Von deiner Güte will ich fingen, So lange sich die Zunge regt; Und wird mein Mund einst sprachlos sein, So stimm' ich auch noch seufzend ein. 4. Führst du mich auch auf Thränenpfade, Durch manche Wüsten hin und her; Doch strahlt auch dort mir Huld und Gnade, Und meine Bürde drückt nicht Dankbarkeit und Lob Gottes. 335 mehr. Mein Führer nimmt mit wer? Wer kann aus der Engel starken Armen Die Laft von Heer Seiner Gnade Tiefen meiner Schulter ab; Mit Liebe, finden? Alles währet seine Zeit; Treue, mit Erbarmen Führt er Gottes Lieb' in Ewigkeit. mich bis zu meinem Grab. 4. Mich zu lehren, mich zu führen, Gibt der Herr mir seinen Geist, Mich zu warnen, zu regieren, Wenn die Welt mich an sich reiß't. Seines Wortes lichte Klarheit Zeiget mir die rechte Bahn, Und ich eile froh hinan Zu dem Ziel der ew'gen Wahrheit. Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Und dann kommt mir der große Morgen! An's sel'ge Ziel bin ich gelangt! Dann schwinden hin die bangen Sorgen; Dann hab' ich Pilger ausgebangt. Doch hier schon strömst du deinen Frieden Und hohen Muth in's müde Herz! Drum leite meinen Gang hienieden, Und meine ( 35) Seele himmelwärts. Eigne Melodie. 564. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie er will mein Vater sein. Ift's doch nichts, als lauter Lieben, Was sein Vaterherz bewegt, Das uns mit Erbarmen trägt, Wenn wir seinen Willen üben! Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit.T 5. Meinem bessern Theil, der Seele, Gibt er seines Lebens Nuh'. Wenn ich fromm das Gute wähle, Strömet mir sein Friede zu. Auch dem Leib, in dem ich walle, Wird von seiner Vaterhand Alles reichlich zugewandt, Daß er nicht in Staub zerfalle. Alles währet seine Zeit; Gottes lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Sind zu meinem Dienste da; Wohin ich mein Auge kehre, Ist mir Gottes Segen nah. Thiere, Kräuter und Getreide In den Tiefen, auf der Höh', In den Wäldern, in der See, Sind mir Nahrung, sind mir Freude. Alles währet seine Zeit; Gottes lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt; Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt. Er, der über mir schon wachte, Als ich kaum zu sein begann, Sah mit Vaterhuld mich an, Eh' ich athmete und dachte. Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Für Verirrte, für die Armen, Die von ihm sich abgewandt, hat sein göttliches Erbarmen Jesum, seinen Sohn, gesandt. Wer kann, was er that, ergründen? Auf der ganzen Erde, 7. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich, verlockt zur Sünde, Von dem rechten Pfade weicht; Also sieht auch meine Schwächen Mitleidsvoll mein Vater an, Will, was irrend ich gethan, Nicht gleich mit dem Schwerte rächen. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 336 Pflichten gegen Gott. 8. Wenn Betrübniß meine| Vaterhuld? Wie strömet Heil Seele, Schwachheit meinen Leib von ihm hernieder! Wer trägt, umgibt; O dann bet' ich und verhehle Dem Nichts, der mich ewig liebt! Wärst du nicht mein Gott gewesen, Hätte mich dein Angesicht Nicht erquickt; so wär' ich nicht Von so vieler Qual genesen. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. wie er, mit uns Geduld? Wer segnet selbst, wann er betrübet; Wer hilft in Nöthen, wer erfreut, Wie er erfreut? O Gott, wer liebet, Wie du, in alle Ewigkeit? 3. Dir dankt den Odem, was da lebet, Die Zunge, wer dein lob befingt. Dein ist das Herz, das froh dir bebet, Der Geist, der auf zu dir sich schwingt; Dein jeder Sinn und alle Glieder, Dein unser Wesen, unser Sein! Der Inhalt aller Jubellieder Ift: Alles, Alles, Gott, ist dein! 9. Schwer, so lang ich leb' am Grabe, Oder leichter sei mein Theil; Du, dem ich geglaubet habe, Du gibst einst mir ew'ges Heil. Die, so hier mit Thränen säen, Aernten dort mit Freuden ein; Nach des Lebens kurzer Pein Werd' ich selig dich erhöhen. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Weil denn ohne Zahl und Ende, Vater, deine Gnaden sind, So erheb' ich Herz und Hände Auf zu dir: ich bin dein Kind! Dir will ich mich ganz ergeben, Deinem Dienst allein mich weih'n, Stets mich deiner Liebe freu'n, Und zu deiner Ehre leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lieb' und lob' in Ewigkeit. ( 56) as Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz sc. 565. Hinauf, hinauf in jene Höhen Erhebe dich, mein Lobgesang! Der Vater hört der Kinder Flehen, Hört wohlgefällig ihren Dank. Empor, ihr Herzen! Unser Lallen Es steige freudig him melan! Ihm, dem der Engel lieder schallen, Darf auch der Menschen Lob sich nah'n. 2. Wer gibt uns Zungen, wer uns Lieder, Zu preisen seine 4. Wir fallen nieder, Herr, und danken, Und fühlen unser eignes Nichts! Wenn Hügel weichen, Berge wanken; Du bleibst der ew'ge Quell des Lichts, Mit jeder Morgensonne Schimmer Strömt uns dein Licht, dein Segen zu. O fühlten wir es tiefer immer: ,, Du bist die Liebe, Vater, du!" 5. Du fandtest uns in hoher Klarheit Den Welterlöser, deinen Sohn, Und mit ihm Gnade, Heil und Wahrheit Herab von deinem ew'gen Thron. Um uns zum Himmel zu erheben, Wallt segnend er im Erdenthal! Er schafft Verwesung um in Leben, In Himmelswonne Todesqual. nusip 6. Dir, Urquell aller Selig feiten, Ach, wie dir würdig danfen, wie? Selbst in den fernsten Ewigkeiten Erreicht dich unser Loblied nie. Die wärmsten, reinsten Herzen danken Dir viel zu falt und viel zu matt, Dir, dessen Liebe keine Schranken, Kein Maß und keine Namen hat. ( 104) Dankbarkeit und Lob Gottes. 337 Mel. Nun danfet alle Gott 2c. ist mein; Ich bin im Leben jegt, Und einst im Tode sein. 566. Ich will dem Schöpfer 7. Schreckt das Gewissen mich Lob, Lob dem Erlöser singen; Mein dankerfülltes Herz Soll in die Höh' sich schwingen. Steh', wie ein Wand'rer, still, Und überfieh die Bahn; Dent', Seele, was Gott thut, Und was er hat gethan! Mit Angst der Jugendsünden: Denk' ich: wo werd' ich Ruh, Wo Trost im Tode finden? So gibt mein Glaube mir Von Neuem Zuversicht: Gott, der so gern verzeiht, Verstößt mich Armen nicht. 2. Du hast mich wunderbar Geschaffen und bereitet; Herr, durch die Lebenszeit Hast du mich treu geleitet! Wenn sich ein Sturm erhob, Bedrohtest du das Meer; Dann legte sich die Angst, Und still ward's um mich her. 8. Bald ist des Lebens Bahn, Die kurze Bahn zu Ende. Du, Gott, dem ich gelebt, Nimm mich in deine Hände! Komm, frohe Ewigkeit! Boll Hoffnung wart' ich dein, Und stimm' in's höy're Lied Der Himmelsbürger ein!( 85) Mel. Nun banket all' und bringet ic. 3. Oft, wann ich unruhvoll En ferne Tage dachte, Und manche trübe Nacht Durchweinte und 567. Du bist's, dem Ehr' durchwachte; Dann war's nur und Ruhm gebührt, Und das, eitler Wahn, Was meinen Geist Herr, bring' ich dir! Mein Schickgeplagt. Mein Unglück, nicht sal hast du stets regiert; Gott, mein Glück hat mir der Herr stets warst du mit mir. versagt. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, So hörte Gott mein Fleh'n, ließ mich, aus väterlicher Gnad'Nicht in der Angst vergeh'n. 4. Rob sei dir für mein Glück, Lob auch für trübe Stunden! Wer niemals Kreuz gekannt, Hat nie sein Glück empfunden. war die Bitterfeit Des jeg'gen Augenblicks Gar oft mein Glück schon selbst, Oft Quelle meines Glücks. Es 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank, Und rief:. ,, Herr, rette mich!" So half mir Gott. Mit welchem Dank, Mein Gott, erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß, So klagt ich dir den Schmerz; Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld in's Herz. 5. Es lehret mic bein Wort Dich, wie du bist, erkennen, Dich nicht bloß meinen Herrn, Nein, dich auch Vater nennen. Ich sehe mein Geschick Als Himmelsbürger ein, Und weiß, ich sei nicht hier, Um ewig hier zu sein. 6. Also hat Gott die Welt, Und mich mit ihr geliebet, Daß er mir seinen Sohn, Und mit ihm 6. Oft war um Trost der Seele Alles gibet. Sein Kreuz bringt bang; Schwach war die ZuverSegen mir, Sein ganz Verdienst sicht. Ich rief voll Sehnsucht: 22 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor; Und mich verschuldet sah; Rief ich zu dir, mein Gott, empor, Und Gnade war mir nah! 338 Pflichten gegen Gott. Herr, wie lang!" Und Gott ver-| Dank! Dir, Herrscher, brausen ließ mich nicht. Wind und Meere; Ihr Brauser 7. Er half! Und stets noch hilft ist dein Lobgesang! Die ganz der Herr; Denn er ist fromm und Schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein gut. Aus der Versuchung rettet solcher Gott, wie du? er, Und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen gibt! 3. Dir, Höchster, ist Nichts zu vergleichen; Denn deine Güte reicht so weit, Als über uns die Wolken reichen, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Kein Wurm friecht unbemerkt dahin; Du siehst, du hältst, du schüßeft ihn. 00170 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur Mich nähret und erfreut! Ich schmeck' in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit! 4. Du hast, o Vater, mein Gemüthe Durch manche Gnadengab' erfreut; D, gib nach deiner großen Güte Noch Ein Geschenk, die Dankbarkeit. Laß alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf den Geist und seine Kräfte, Gedächtniß, Willen und Verstand? Wer segnet des Berufs Geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame Hand? Wer schenket mir den edeln Freund, Der's treu im Kummer mit mir meint? 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit Balb uns vorübergeh'n; Will uns nach kurzer Prüfungszeit Zu ew'gem Glück erhöh'n.. 6. Wer wog mir meine lei densstunde Nach meinem Maß 13. Vergiß nicht, Seele, deinen des Glaubens zu? Wer gab mir Gott, Nicht, was er dir gethan! in betrübter Stunde Zufriedenheit Verehr' und' halte sein Gebot, und Seelenruh'? Wer schüßte Und bet' ihn ewig an! ( 55) mich in der Gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 10. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich Sünder starb, Und der zu deinem Gnadenthron Den Zugang mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; Er hilft und segnet gern. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 568. Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen Freude Wohlthun ist! Dir will ich Dank und Ehre bringen, Dir, der so gut und freundlich ist. Ja, Gott, du bist ganz Huld und Treu'; Gib, daß mein Herz ganz Freude fei. 2. Dich preisen aller Engel Heere; Dir singen alle Sel'gen 7. Wer fristet meine Lebenstage; Wer schmückt und krönet mich mit Heil? Mein Vater, du! Drum, Seele, sage: Gott, bu bleibst ewiglich mein Theil! Von ganzem Herzen liebst du mich; Von ganzem Herzen preis' ich dich. 8. Dir will ich fernerhin ver trauen; Denn stets hast du mir wohlgethan. Ich will im Glauben auf dich schauen; Schau mich mit Dankbarkeit und Lob Gottes. 339 Vaterblicken an! Dann geh' ich schenken Leben und Unsterbruhig durch die Zeit, Und fröhlich in die Ewigkeit. lichkeit. ( 108.34) 6. Gott, wie gut bist du! D Seele, Sint' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fleuß, Freudenthräne, und erzähle, Was Gott, dein Gott dir Gutes hat gethan! Ihm ähnlich werden, sei dein bester Dant, Dein Leben ihm ( 136) Mel. Dir, dir Jehovah will ich ic. 569. Laßt unserm Vater, laßt uns fingen Aus voller Brust ein dankbar frohes Lied! Erwache, Geist, dich aufzuschwingen, Zu ein steter Lobgesang! Gott empor, der auf uns nieder- d sieht, Uns hört von seiner Höh', und reine Lust, Wenn wir ihm danken, gießt in uns're Brust! 2. Laßt uns ihm singen; was wir haben, Sind schwache Lieder und ein dankbar Herz Für alle, alle seine Gaben, Für seine Vatertreu' bei Glück und Schmerz, Für alle Freuden, alle Gnad' und Huld, Für seine Treu' und schonende Geduld. and d Gigne Melodie. 1024 570. Nun danket all und bringet Ehr', Ihr Menschen in der Welt, Dem Gott, vor dem der Engel Heer Anbetend niederfällt. 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen! Eh' wir noch waren, hat uns Gott geliebt. Mit immer off'nen Vaterarmen Nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt; Nuft uns zurück von der verkehrten Bahn, Beut uns die Hand und führt uns himmelan. 4. Seitdem wir auf der Erde wallen, hat er uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns segnen war sein Wohlgefallen; Uns retten, wo wir uns von ihm verirrt; Uns trösten, wo wir weinten, unbewußt Uns Freude schaffen, das war seine Luft. 2. Besingt mit frohem Jubelschall Gott, unser höchstes Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut! 3. Der uns von uns'rer Kindheit an So väterlich erhält, Und wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, wenn wir Sünder ihn betrübt, Doch gnädig uns'rer denkt, Die Straf erläßt, die Schuld vergibt, Und uns nur Gutes schenkt. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erquide Geist und Sinn, Und bei des Lebens Sorg' und Schmerz Helf' er uns fernerhin! 6. Er laffe seinen Frieden ruh'n Auf unserm Vaterland; Er gebe Glück zu unserm Thun, Und Heil in jedem Stand! 5. Das wird sie sein; mit Vaterhänden Wird er uns leiten bis an unser Grab; Uns vollbereiten und vollenden, Im Todesthal uns Stüße sein und Stab; Und lebten wir ihm uns're Pilgerzeit, Uns 7. Er laffe seine Lieb' und Güt' Noch ferner mit uns geh'n; Was er, als Vater, ausersieht, Solluns zum Heil gescheh'n! 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil; 22* 340 Pflichten gegen Gott Uud scheiden wir einst von der| Was der Allmächtige kann, Der Erd', Dann bleib' er unser dir mit Gnade begegnet! Theil! 7. Lobe den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, Uns auch im Tode nicht lässet vergeh'n noch verderben; Der auch im Tod Liebet und segnet als Gott, Der uns den Himmel läßt erben! 9. Er drücke, wenn das Herz nun bricht, Die Augen sanft uns zu, Und zeig' uns dann sein Angesicht Dort in der ew'gen Ruh'! un( 56) Mel. Lobet den Herren, den 2c. 571. Lobe den Herrn, den allmächtigen König der Ehre! Stimme frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre! Seele, dein Dank Schalle mit Jubelgesang Deinem Erbarmer zur Ehre! 2. Lobe den Höchsten, der Alles so herrlich regieret, Der uns von Kind auf mit Weisheit und Vaterhuld führet; Der uns erhält In der gefahrvollen Welt, Daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobe den Treuen, der deiner, o Seele, gedenket, Geistlichen Segen in himmlischen Gütern dir schenket, Der das Gemüth Heiligt und himmelwärts zieht, Trost in das trauernde senket! 4. Lobe den Vater, der große Barmherzigkeit übet; Der, wenn wir Kinder ihn häufig mitSünden betrübet, Doch mit Geduld, Gött lich verschonend, voll Huld Träget und Sünden vergibet! tes, des Heiligsten, Namen! Alles, 8. Lobe, was in mir ist, Gotwas Odem hat, lobe ihn ewiglich! Amen! Er ist dein Licht; Seele vergiß sein ja nicht! Lob' ihn in Ewigkeit; Amen! ( 128) 5. Lobe den Milden, der Nabrung dem Leibe bescheeret, Kraft und Gesundheit und Freuden und Rettung gewähret! In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Leiden in Freuden verkehret! Mel. Gott des Himmels und der ac. 572. Rühmt den Herrn, ihr frommen Seelen! Singet: unser Gott ist gut!" Säumt nicht, dankbar zu erzählen, Was der Herr uns Gutes thut! Jetzt und in der Ewigkeit Sei ihm unser Lob geweiht! 2. Völker, lobt den Herrn der Erden, Dessen Macht und Huld ihr seht! Hoch soll er gepriesen werden, Weiter, als die Sonne geht! Erd' und Himmel bring' ihm Ruhm! Alles ist sein Eigenthum. 3. Wer ist, wie der Herr erhöhet, Dessen Thron der Himmel ist; Der doch kein Geschöpf verschmähet, Keinen Wurm im Staub vergißt; Dessen Hand in seiner Welt Engel, Mensch und Wurm erhält? 4. Er erlöset, voll Erbarmen, Den Bedrängten aus der Noth; 6. Lobe den Helfer, der sicht- Er hebt aus dem Staub den Arbar dein Wirken gesegnet! Ströme men; Wer regiert, wie unser der Liebe hat täglich sein Wohl- Gott? Auf das Kleinste hat er thun geregnet. Denke daran, Acht, Ist auf Aller Wohl bedacht. Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 341 15. Gott ist Helfer, wenn wir den Strahlen, Die das große leiden, Schuß und Netter in Gefahr. Er belohnt mit Heil und Freuden, Wer in Trübsal treu ihm war. Betet an und ruft ihm ju: Gott, wie groß, wie gut bist du! ( 105) Rund bemalen! Mond und Stern, Preis't den Herrn! Seid, ihr, seine Heere, Zeugen seiner Ehre! Eigne Melodie. 573. Wunderbarer König! Herrscher von uns Allen! Laß dir unsern Preis gefallen! Deiner Gnade Ströme Läßt du auf uns fließen, Ob wir dich gleich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk' uns doch! Laß die Lippen singen, Und dein Lob erklingen! anugt 3. Und du, meine Seele, Singe fröhlich, singe Ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, Falle vor ihm nieder, Singe Dank- und Freudenlieder! Er ist Gott, Unser Gott: Ihn soll Alles loben Hier, und ewig droben! 4. Hallelujah finge, Wer den Herrn erkennet, Ihn durch Christum Vater nennet! Hallelujah bringe, Wer den Heiland liebet, 2. Rühmet ihn, ihr Himmel! Ihm von Herzen sich ergibet.. Zeigt uns seine Werke, Seine D wohl dir! Glaube mir: EndWeisheit, seine Stärke! Holdes lich wirst du broben Ohne Sünd' licht der Sonne, Preis ihn mit ihn loben. ( 128) Vertrauen auf Gott, Zufriedenheit und Er: gebung. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 574. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath, Will ich mein Glück stets banen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele tranen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Bater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde; Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich: Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrigste Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verlassen mich am Grabe.e 5. An dem, was ewig selig macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichthum, Ehr³ und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 342 Pflichten gegen Gott.ustr 6. Was ist des Lebens Herr-| Vater, dir empfehle Ich jeden lichkeit? Wie bald ist sie ver- Wunsch der Seele: Du hörst, du schwunden! Was ist das Leiden hilfst, du segnest gern! dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 7. Der du mir hier im Leben Schon größ'res Heil gegeben, Und deinen Sohn geschenkt; Du wirst mir Alles schenken, Und mir zum Besten lenken, Was mich zu Sorgen reizt und fränkt. ( 55) 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem Rath! Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Herz voll Liebe: Das zeigt der Ausgang mit der That. 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, Und jeden neuen Morgen Mit neuem Kummer seh'n? Du, Vater meiner Tage, Weißt, eh' ich dir's noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergeh'n. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan; Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß dereinst zu Ehren an. 41019 10. Dort bei der Frommen Schaaren, Dort werd' ich es er. 3. Auf deine Hand zu schauen, fahren, Wie gut du mich geführt. Dir findlich zu vertrauen, Das, Da sing' ich dir mit Freuden, Herr, ist meine Pflicht! Ich will Nach überstandnem Leiden, Den fie treulich üben, Und dich, mein Dank, der deiner Huld gebührt. Vater, lieben; Denn du verläßtschin du die Deinen nicht! dond ( 195) # 15( 1 Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 250 575. Was sollt ich ängst lich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Kein wahres Wohlsein fehle: Genug zum Trost, mein Herz, für dich! prise Eigne Melodie. 4. Der du die Blumen kleideft, Und alle Thiere weidest, Du, 576. Von Gott will ich Schöpfer der Natur, Weißt Alles, was mir fehlet! Drum, Seele, was dich quälet, Befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, Die Noth, die mir verborgen An meinem Herzen nagt, Werf' ich auf dich, den Treuen: Du weißt 2. Wenn Menschenhuld und den zu erfreuen, Der fromm nach deiner Hilfe fragt. Lieben In Ungunst fich verkehrt; Ist er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Noth, Erlöst aus allen Banden, Macht frei von Sünd' 106. Wenn meine Augen thränen, Und sich nach Hilfe sehnen; So klag' ich's dir, dem Herrn. Dir, nicht lassen; Er läßt von mir auch nicht. Ich will im Glauben fassen, Was mir sein Wort verspricht. Er reicht mir seine Hand; Er weiß mich zu versorgen, Am Abend wie am Morgen, In jedem Werk und Stand. is stand 343 Christum, meinen Retter, Dahin, wo mich kein Wetter, Kein Sturm mehr treffen soll. Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. und Schanden, Uud rettet auch vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen Auch in der schwersten Zeit; Er läßt sein Heil mich schauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt! Mel. Jesu, meine Freude zc. 4. Es kann ihm Nichts gefallen, Als was uns nüglich ist: Er meint es gut mit Allen, Und schenkt uns Jesum Christ. Von seinem Himmelsthron Hat reichlich er bescheeret, Was ew'ges heil gewähret, In seinem lieben Sohn. 577. Nein, ich will nicht sorgen! Weiß ich denn, ob morgen Noch das Licht mir scheint? Der so treu mich führte, Immer recht regierte, Bleibt mit mir vereint. Geht die Bahn Nur er voran, Sei sein Weg mir auch verborgen; Warum sollt' ich sorgen? 5. Lobt ihn mit Herz und Munde Für Alles, was er schenkt. Wie selig ist die Sturde, Darin man sein gedenkt! So nüßt man recht die Zeit! Wir sollen selig werden In ihm schon hier auf Erden, Noch mehr in Ewigkeit. 2. Nein, ich will nicht klagen! Weil Sollt' ich denn verzagen, der Trost verzieht; Wenn des Herzens Sehnen, Wenn die stillen 6. Mag doch die Welt ver- Thränen Nur der Vater sieht? gehen mit ihrer Lust und Pracht! Ungeduld Wird oft zur Schuld; Das Heil bleibt ewig stehen, Das Was er auflegt, hilft er tragen: Gott mir zugedacht. Vollend' ich Sollt' ich denn verzagen? meinen Lauf; Er weckt mich, wenn im Grabe Jch ausgeruhet habe, Zum neuen Leben auf. 7. Die Seel' ist unverloren In Gottes Vaterhand; Der Leib wird neu geboren 3um bessern Vaterland. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freu'n. 3. Nein, ich will nicht wählen! Ach, ich möchte fehlen, leicht getäuscht vom Schein! Schwach sind meine Sinnen, Seh'n wohl das Beginnen, nicht den Ausgang ein. Meine Wahl Ward oft zur Qual; Mag sein Plan sich mir verhehlen; Gott fann niemals fehlen! 8. Darum, ob ich hier bulde Biel Noth und bittern Schmerz, Wie ich's auch wohl verschulde; Bleibt toch getrost mein Herz. Ich schaue frendenvoll Durch 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat. Aus seines Sohnes Fülle Empfah'n wir Gnad' um Gnad'; Und seinen Geist hat er, Auf unsrer Bahn zum Leben, Zum Führer uns gegeben. Gelobet sei der Herr!( 75) 4. Wie viel tausend Sonnen, Deinem Licht entronnen, Zeigft du Bahn und Lauf! Aller Wesen Meister, Wie viel tausend Geister Blicken zu dir auf! Allen hat Dein weiser Rath Schmerz und grudog Pflichten gegen Gott. 344 Freuden zugemessen: Kannst du mein vergessen? ihn, den Herrn der Welten, Dir mehr, als Alles gelten. 5. Dir will ich vertrauen! 3. Sei still, wie geistlich arm Glaube führt zum Schauen; du seist, Wie sehr dich Sünde Hoffnung stärkt das Herz. If beuge. Sieh, Jesus rettet dich; der Himmel trübe; Du bleibst du weißt, Wie oft er dir's bezeuge. doch die Liebe, Liebe heilt den Glaubst du an ihn, So darfst du Schmerz. Was mich drückt, Haft fühn Empor zum Vater blicken, du geschickt. Werd' ich nur in Auch wenn dich Sünden drücken. Prüfungsstunden Treubewährt 4. Sei still! Laß finst'rer Zweifel erfunden! Macht Dich nimmermehr besiegen. Laß Gottes Wort in jeder Nacht Den Kummer überwiegen. Trau seinem Wort Und harre fort! Paß Zweifel dich nicht quälen; Nur Glaube stillt die Seelen! 5. Sei still! Nah ist dir schon die Zeit, Daß sich dein Kummer wende. Dein Leiden führt zur Herrlichkeit, In Gottes Vaterhände. Zur ew'gen Nuh' Gelangst auch du; Nie wird dich Gott verlaffen; Drum mußt du Glauben faffen. ( 35) mel. Der nur den lieben Gott ic. 579. Groß ist der Herr! Die Berge zittern Vor seiner bunteln Ungewittern, Der Hei Gottesmajestät, Wenn er in Mel. Was Gott thut, das ist ic. 578. Sei still, o Seele, still In aus seiner Hand finstern Wolken auf das Land. zu Gott! Er hilft aus Kümmer- lige, vorübergeht; Doch Liebe nissen; Er hat schon Manchen strömt aus der Noth, Aus großer Angst gerissen. Zulegt verzagt, Wer immer flagt; Gott kennt auch ohne Klagen Die Schmerzen, die dich nagen. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, Bis zu der legten Sonn' hinaus Herrscht sein Gefeß; als Vater waltet Er durch das große Weltenhaus, Der Leben gibt und Freude schafft; Mit Liebe waltet er und Kraft. 2. Sei still! Bei Menschen suche nicht, Was Menschen nicht vermögen. Blick auf zu Gott mit Zuversicht! Vertrau'n bringt großen Segen. Nach Gottes Rath Geh' Gottes Pfad. Laß ihm ist deine Pflicht: Er, der dem 3. Was dich auch drückt, mein Herz; er rettet! Vertrau'n zu 6. Bin ich ganz verlassen, Kann der Geist nicht fassen, Was der Vater will; Halt' ich auch in Schmerzen Mit ergebnem Her zen Ihm gehorsam still. Was er thut, Ist recht und gut; Jede Trübsal dieser Erden Soll zum Heil mir werden. 7. Sei mir Kampf beschieden; Führet doch zum Frieden Mich des Sieges Bahn. Der den Tob bezwungen, Der den Sieg er rungen, Kämpfte mir voran. Du, o Held, Bezwangst die Welt! Wer bir folgt, kann nicht erliegen; mir auch hilfft du fiegen! ( 136) Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. Burm ein Lager bettet, Der Gott att verläßt den Menschen nicht! Der so viel gibt und mehr verheißt; Erhebe dankend ihn, mein Geist! 345 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, Gabst mir mit des Leibes Leben Auch die Seele, die dich preist. Jch, ein Wunder deiner Güte, Seh mit staunendem Gemüthe, Das sich selbst nicht fassen kann, Als ein Bild von dir mich an. 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; Mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten Ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinen Freuden, deinem Harm Wirf seiner Huld dich in den Arm. 5. O schwinge dich empor vom Staube, Verfinstern deine Tage sich! Zu ihm blick auf und bet' und glaube; Versagend selbst erhört er dich. Doch nie enthüllt die Ungeduld Das heil'ge Dunkel feiner Huld. 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, Was dir gebührt; sei fromm und gut! In seinem Vaterwillen ruhe; Nur Glauben gibt den hohen Muth, Der, wenn das Unglück uns umstürmt, Uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, Wenn er den liebsten Wunsch versagt! Was hier beginnt, wird sich vollenden Dort, wo die neues Leben tagt. Es ruh'n im engen Raum der Zeit Die Keime deiner Ewigkeit.( 202) 3. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Wo den Schall von deinem Rufe Früh ich hörte, früh verstand! Aus unendlichem Erbarmen Zogst du mich mit Vaterarmen In der Kindheit schon zu dir: D, wie preis ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; Deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Vater dich! Ja, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen; Was nur je mir heilsam war, Reichte deine Hand mir dar. Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 580. Bester, weisester Regierer Aller Welten Preis sei dir! Du mein Beistand, du mein Führer, Gott, mein Gott, wie dank' ich dir! Unter so viel Millivnen, Die dein weites Reich bewohnen, Siehst du huldreich auch auf mich, Und versorgst mich väterlich. 5. Gott, wie viele frohe Tage mir! Schenkte deine Güte Sandtest du auch eine Plage, D, so kam auch Troft mit ihr! Und wer zählt die Güter alle, Die mir, seit ich hier schon wolle, Deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie! 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden Dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir leiden Widerfahren oder dräu'n? Nein, o Herr, dich laß ich walten! Du wirst stets Sende mich aufrecht halten. Wonne, sende Schmerz; Dankbar nimmt's von dir mein Herz. 7. O der seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung Deiner 346 gud Pflichten gegen Gott. mars Vaterliebe mir! Mache du mich| du nur meinen Gang regierst, immer reiner, Daß mein Herz Geh' ich auf guten Wegen. auch einst noch deiner Sich in 2. Es steht in feines Menschen deinem Reiche freu', Und in dir Macht, Daß Alles, was sein ganz selig set. ( 105) Rath bedacht, Sich auch des Fortgangs freue. Dein weiser Gigne Melodie. Rath, Herr, macht's allein, Daß 581. Auf meinen lieben Menschenrath gedeihe. Gott Trau ich in Angst und Noth; feinem Muth, Dies oder jenes 3. Oft denkt der Mensch in Die ihn um Rettung flehten, Verließ er nie in Nöthen. Mein Unglück kann er wenden; Es sieht in seinen Händen. sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, Was Gott doch selbst erwählet. 2. Wenn mich die Sünd' anficht, Verzagt mein Herz doch nicht. Auf Christum will ich bauen, Und ihm allein vertrauen. Bei ihm ist Kraft und Leben; Ihm will ich mich ergeben. 5. Wie mancher ist in seinem 3. Nimmt auch der Tod mich hin; Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Er wird sein Reich mir geben. Ich sterb' heut' oder morgen, Dafür laß ich Gott sorgen. Sinn Schon über Berg' und Klippen hin, Und eh' er sich's versiehet, liegt er danieder, und sein Fuß hat sich umsonst bemühet! or, augs 4. Mein Heiland, Jefu Chrift, Der du aus Liebe bist Am Kreuz 6. Drum blick ich auf zu für mich gestorben: Du haft das Heil erworben, und schafft aus furzen Leiden Den Deinen ew'ge Freuden. deinem Thron, Auf welchem du, Gott, ewig schon Als WeltWort und höre mich, Du, der regierer sigest. Vernimm mein du hilfft und schüßeft! 5. Amen aus Herzensgrund 7. Verleihe mir das helle Licht, Sprech' ich zu jeder Stund'! Du woll'st, Herr Chrift, uns leiten, Das stets von deinem Angesicht Uns stärken, vollbereiten, Auf daß In fromme Seelen bringet, Das wir deinen Namen Ohn' Ende sie durch deines Geistes Kraft preisen; Amen! ( 211) 3ur rechten Weisheit bringet. 8. Gib Weisheit mir aus Eigne Melodie.deinen Höh'n, Und laß mich nicht odra er mit Trog besteh'n Auf meinem 582. Ich weiß, mein Gott, eignen Willen. Sei du mein daß all' mein Thun Auf deinem Freund, mein treuer Willen muß beruh'n; Nur du Was recht ist, zu erfüllen! gibst Glück und Segen. Wenn Rath, 9. Prüf Alles wohl, und was Mann Ein gutes Werk zwar 4. So fängt auch mancher weise fröhlich an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er baut sein 1 Schloß und festes Haus Doch nur auf losem Sande. Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 347 mir gut, Das gib mir ein; was vor aller Welt, So lang' ich leb', Fleisch und Blut Erwählen, das erzählen. ( 56) verwehre. Mein höchster Zwed, Eigne Melodie. mein bestes Theil Sei deine Lieb' und Ehre! 10. Ist's Werk von dir, so gib mir Glück; Ift's Menschenthun, so treib's zurück, Und ändre meine Sinnen. Was du nicht wählest, pflegt von selbst In Kurzem zu zerrinnen. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, Was sonst mir fast unmöglich däucht, und bring' zu guten Ende, Was du selbst angefangen hast, Durch deine starken Hände. 12. Ist auch der Anfang noch so schwer, Und muß ich durch ein tiefes Meer Der bittern Sorgen gehen; So treib' mich nur, ohn' Unterlaß Zu beten und zu fleben! Bain, then 13. Wer fleißig betet und dir traut, Wird Alles, wovor sonst ihm graut, Mit frohem Muth bezwingen. In jedem Kampfe hilfst du ihm Zulegt den Sieg erringen.no 14. Der Weg zum Guten ist zwar wild, Mit Dorn' und Steinen angefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich hin burch deinen Geist, Wo Freud' und Wonne stebet. 583. Was mein Gott will, gescheh' allzeit! Er wählet stets das Beste. Zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, Der treue Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den wird er nicht verlassen. 2. Gott ist mir Trost und Zuversicht, Ruh', Freude, Hoffnung, Leben. Drum, was er will, dem will ich nicht Unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: Er hat das Haar Auf meinem Haupt gezählet. Des Höchsten Macht, Die für mich wacht, Gibt gerne, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir ge beut, Das Leben zu verlassen; So will ich voll Ergebenheit In seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, bescht' Ich meine Seel' In meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, Hat Grab und Tod Für mich auch überwunden. ( 5.213) Mel. Was mein Gott will, das ic. 584. Barmherz'ger Vater, in 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Das hast du zur Genüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege! höchster Gott, Gedenk an deine Worte! Ruf, sprichst du, mich an in der Noth, Und klopf an meine Pforte; So will ich dir Errettung hier Nach deinem Wunsch erweisen, und dankbar foll Dann freudenvoll Dein Herz und Mund mich preisen. 16. Nur dein sei aller Ruhm 2. Befiehl dem Höchsten früh und Ehr'! Ich will dein Werk je mehr und mehr, Zur Freude und spat All' deine Weg' und vieler Seelen, Vor deinem Volk, Sachen; Er weiß zu geben Rath 348 de Pflichten gegen Gott, mort und That, Kann Alles richtig| nicht kehren Zu derer Schaar, machen. Wirf auf ihn hin, Was Die immerdar Bei Nacht und deinen Sinn Verwirrt und dich Tage schreien? Glaubt's, Jung betrübet! Er ist dein Hirt, Der und Alt; Er wird sie bald Aus wissen wird zu schüßen, was er aller Angst befreien. liebet. 8. Wenn der Gerecht' in Nötben 3. Der fromme Vater wird weint, Will Gott die Thränen sein Kind In seine Arme fassen, stillen, Und ihn, wenn seine Zeit Und die gerecht und gläubig sind, erscheint, Mit seinem Trost er Nicht stets in Unruh' lassen. Mit füllen. Wer fromm will sein, Kindessinn Hofft stets auf ihn! Muß in der Pein Auf raußem Mit glaubensvollen Bitten Eilt Wege wallen; Doch steht ihm bei zu ihm her, Was euch zu schwer, Des Höchsten Treu', Und hilft In seinen Schoos zu schütten. ihm aus dem Allen. 4. Ach treuer Hort, wie tröstlich klingt, Was du versprichst dem Frommen: ,, Ich will, wenn Trübsal einher bringt, Jhm selbst zu Hilfe kommen! Er liebet mich, Drum will auch ich Ihn lieben und erhalten. Von Ewigkeit Zu Ewigkeit Soll meine Gnade walten." 9. Ach, lieber Gott, ach, Vaterherz, Mein Trost seit vielen Jahren! Wie läss'st du mich so manchen Schmerz Und große Noth erfahren! Mein Herz verschmacht't, Mein Auge wacht, Und weint sich frank und trübe. Wann find' ich Ruh'? Und doch weißt du, Daß ich dich herzlich liebe! 5. Der Herr ist allewege nah 10. Ach, Herr, wie lange willst Sucht ihn, er läßt sich finden. Eh' du mein So ganz und gar verihr noch rufet, steht er da, hilft gessen? Wie lange soll ich traurig fröhlich überwinden All' Angst sein? Mein Brod mit Thränen und Web; Hebt in die Höh', Die essen? Ach, wann durchbricht schon danieder liegen; Er macht Dein Gnadenlicht Das Dunkel und schafft, Daß sie viel Kraft, Und große Stärke friegen. 6. Fürwahr, wer meinen Namen ehrt, Spricht Christus, 11. Nach dir, o Herr, verlanget und mir trauet, Deß Bitten wird mich Im Jammer dieser Erden! von Gott erhört, Der nach dem Mein Gott, ich harr' und hoff' Glauben schauet. Drum tret' auf dich; Laß mich besiegt nicht beran Weib, Kind und Mann! werden! Laß mich nur nicht Wer bittet, wird empfangen, Und wer da fucht, Der wird die Frucht Mit großer Freud' erlangen." Die Zuversicht Auf dich, mein Gott verlieren! Laß mich vielmehr Zu deiner Ehr' Doch endlich triumphiren! nd th 7. Hört doch, was fener Richter sagt: Ich muß die Wittwe hören, Weil sie mich also drängt und plagt. Wird sich denn Gott meiner Seele? Wie lang ist's noch, Daß unterm Joch Mein armes Herz sich quale? aldust 12. Nun, Herr, so denke gnädiglich An deine Lebensworte, Und führe nach der Trübsal mich Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 349 In deine Freudenpforte! Hilf,| Verstand, Und löblich sein ReHelfer, mir! So will ich hier Dir Dankesopfer bringen, Und droben dir Einst für und für Ein Halle lujay singen! ( 56) gieren. Die Zeit und Stund' ist ihm bekannt, Sein Werk hinauszuführen. Er weiß, wann Freud', Er weiß, wann leid Uns, seinen Kindern diene; Und, was er thut, Ist Alles gut, Ob's noch so traurig schiene! 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen last Dein Lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel Angst und Müh' Auf selbsterwählten Wegen, Und siehest nicht, Nur was Gott fügt, Gereiche dir zum Mel. Was mein Gott will, das ic. 585. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, Und ich bin sein; Was ist nun, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nim- Segen. mermehr; Mein Vater muß mich lieben. Schickt er gleich Trübsal groß und schwer, So will er mich nur üben; Will mein Gemüth In seiner Güt' Gewöhnen, fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, Weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Ift, was ich bin und habe, mein? Gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich; er hat allein Mir Seel' und Leib gegeben. Ich gab mir nicht Des Geistes Licht; Er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, Deß Herz und Muth Kann's nimmer böse meinen. 7. Doch er, der dich erschaffen hat, Und dich aus Nichts erbauet, Der hat schon längst in seinem Nath All deinen Weg durchschauet. Laß ihm nur zu, Daß er es thu', Was seinem Sinn gefället; So wirst du früh Aus Noth und Müh In freien Raum gestellet. 8. Es kann bei lauter Sonnenlicht Das Feld nicht Früchte tragen. So reift auch Menschenwohlfahrt nicht Bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei Die Arzenei, Schafft sie doch neues Leben: So muß das Herz Sich oft durch Schmerz Zu Gottes Heil erheben. 4. Wer schüßt mich in Gefahr und Noth? Es ist sein gnäd'ges Walten! Ich wäre langst schon falt und todt, Hätt' er mich nicht erhalten. Sein Arm allein läßt Groß und Klein In reger Kraft bestehen. Was er nicht hält, Das bricht und fällt, und muß in Nichts vergehen. 5. Bei ihm ist Weisheit und 9. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände. Nimm du mich auf und mach's mit mir, Wie du willst, bis an's Ende! Nur du, Herr, weißt, Wodurch dem Geist Sein wahres Wohl entstehe, Und deine Ehr' Sich mehr und mehr Vor aller Welt erhöhe. 10. Willst du mir geben Son 350 der Pflichten gegen Gott, artis nenschein, So nehm' ich's an mit| wünscht mein banges Herz? O Freuden; Soll's aber Kreuz und hilf es mir besiegen! Es wünschet Trübsal sein, Will ich's geduldig sich Bergnügen, Und was es leiden. Willst du allhier Das wünscht, wird oft sein Schmerz. Leben mir Zum späten Ziel erhalten: Wie du mich führst. Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 11. Und soll ich einst des Todes Weg Und finst're Straße gehen; So zeige du mir Bahn und Steg, Und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, Der Alles wird zu solchem Ende fehren, Daß droben ich Dir ewiglich Lobsing' in Engelchören.( 56) Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 586. Dir hab' ich mich ergeben, Mein Gott, im ganzen Leben, Im Unglück, wie im Glück! Dir dank' ich meine Freuden; Dich preis' ich auch im Leiden Bis an den letzten Augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, Noch eh' ich war und dachte; Du haft mit treuer Hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mein Glück bereitet, Wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sorgen? Mir ist mein Glück verborgen; Mein Unglück weiß ich nicht. Dir, dir will ich vertrauen, Auf deine Liebe bauen: Du, Vater, weißt, was mir gebricht! 4. Das, was ich heut' erflehe, Das möchte, wenn's geschähe, Schon morgen mich gereu'n. Nur Einen Wunsch von allen Laß dir, o Herr, gefallen: Den Wunsch, dein frommes Kind zu sein! 5. Wenn ich verlassen scheine, Im Leiden zag' und weine; Was 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bes zeigen, und nehmen, was du gibst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir vertrau'n, nicht hassen; Du schlägst uns nur, weil du uns liebst. 7. Nicht das, warum ich flebe; Dein Wille nur geschehe, Und was mir selig ist! Herr, deine Bahn ist eben! Führ' mich in diesem Leben, Und wenn der Tod mein Auge schließt!( 126) TOURISM Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ic. 587. Herr, mein Gott, Durch den ich bin und lebe, Gib, daß ich mich In deinen Nath ergebe! Thu, was du willst! Herr bist du; ich bin dein; Und was du thust, Das soll mir theuer sein! 2. Du, du regierst, Bist Weisbeit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst Dich aller deiner Werke. Was zag' ich denn Noch einen Augenblick? Du bist mein Gott, Und willst gewiß mein Glück. 3. Von Ewigkeit Hast du mein Loos entschieden: Was du bestimmst, Das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück; Du wogst mir auch mein Leid: Und was du schickst, Das dient zur Seligkeit. 1941, Das 4. Gefällt es dir, So müsse feine Plage Sich zu mir nah'n; Gib' mir zufried'ne Tage! Allein verwehrt Auch dies mein ewig Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 351 heil; So bleibe dann Dein Trost| Heil gedeihet; So wirf bein nur noch mein Theil! 5. Du gibst aus Huld Uns dieser Erde Freuden; Aus gleicher Huld Verhängst du uns're leiden. Ist nur mein Weh' Nicht meine eigne Schuld, So zag' ich nicht: Du, Gott, gibst dann Geduld! Sorgen auf den Held, Den Erd' und Himmel scheuet; So gib dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich bin in Gottes Hand: Er wird mit deinen Sachen Ein gutes Ende machen. 6. Soll ich ein Glück, Das du mir gabst, verlieren, Und willst du, Gott, Mich rauhe Wege führen; So wirst du auch, Denn du hörst ja mein Fleh'n Mir eine Hilf Nach deinem Nath erseh'n! 4. Wo war dein Wille, dein Verstand, Als sich des Himmels Decken Einst wölbten, über See und Land Sich weithin auszuftrecken? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? Wer schuf die Pflanzen, wer das Thier? Wer gab die Kräfte ihnen, Und hieß sie, dir zu dienen? 7. Vielleicht muß ich Nach 5. Wer waltete, wer sorgte wenig Tagen sterben: Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel doch, Eh' du zu ihm noch riefest, erben; Und der ist schon Im Als unter'm Mutterherzen noch Glauben sicher mein: Wie kann Du im Verborg'nen schliefest? der Tod Mir dann noch schreck- Wer hat schon da dein Heil lich sein? bedacht? Vermocyte aller Menschen Macht, Dir Geist und Sinn und Leben, Den ersten Hauch zu geben? ( 55) 6. Durch wessen Kunst steht dein Gebein In ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, Dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hier und dort, Wies jeder Nerve ihren Ort? Wer segte hin und wieder So viel und schöne Glieder? - - Mel. Ermunt're dich mein schwacher ic. 588. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl: Was strebst du denn nach Dingen, Die nur des Schöpfers Weisheit soll Und fann zu Stande bringen? Du irrest nur mit bangem Sinn Durch tausend eitle Sorgen hin, Und denkst: wie will's auf Erden Noch endlich mit mir werden? 2. Du finnst umsonst; verloren ist Dein kummervolles Dichten, Vermag, so klug du immer bist, Nichts anders einzurichten. Es dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh' In Qual und Schmerzen stürzest, Dir selbst das Leben kürzest. 3. Mensch, willst du thun, was Gott gefällt, Was dir zum 7. Wer hat gesorgt, daß Nichts gebrach, Als du die Welt betratest, Als deine Zunge noch nicht sprach, Du nur durch Thränen batest? Wer hat an einer Mutter Brust Gesunde Nahrung, süße Lust Dir schon voraus bereitet; Wer dich gepflegt, bekleidet? 8. Heb' auf dein Haupt, schau überall, Hier unten und dort oben, Wie Gottes Sorg' auf 352 Audem Pflichten gegen Gott. jeden Fall Sich hat für dich er- Arme. Bitt' ihn und flehe, daß hoben! Dein Brod, dein Wasser er sich Dein, wie er pflegt, ers war schon da, Eh' dich ein Men- barme. So wird er dich durch schenauge sah; Die Hütte war seinen Geist Auf Wegen, die du erforen, Darin du ward'st ge- iegt nicht weißt, Nach wohlvollboren. brachtem Ringen Zu deinem Ziele bringen. ( 56) 9. Und doch willst du auf dich nur trau'n, Nur eig'ne Wege gehen? Nicht weiter deinem Gott vertrau'n, Als deine Augen sehen? Dein Sinn, dein Wille soll allein Dein Führer, Licht und Meister sein? Was du nicht selbst erwählet, Das hältst du für verfehlet? 130 Eigne Melodie. 589. Wer nur den lieben Gott läßt walten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunberbar erhalten In aller Noth und Traurigkeit: Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 10. Gedenke doch, wie manchesmal Du nicht an's Ziel 2. Was helfen uns die schweren gekommen, Wenn ohne Gott aus Sorgen, Was hilft uns unser eigner Wahl Du Etwas vorge- Weh und Ach? Was hilft es, daß nommen! Was aber Gott, dein wir alle Morgen Beseufzen unser Gott, erseh'n, Das mußte dir Ungemach? Wir machen unser zum Heil gescheh'n; Und Niemand Kreuz und Leid Nur größer durch konnt' es hindern Von allen die Traurigkeit. Menschenkindern. 11. Der Vater, der uns Menschen liebt, Macht gut, was wir verwirren, Erfreut, wo wir uns felbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren; Er gibt uns das nur, was uns nüßt, Errettet uns und hilft und schüßt, Wo wir nicht Wege finden, Der Angst uns zu entwinden. 3. Zu Gott sei deine Seele ftille, Und stets mit seinem Rath vergnügt; Erwarte, wie sein Gnadenwille Zu deinem Wohlergeh'n es fügt. Gott der uns sich hat auserwählt, Der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. denstunden; Er weiß wohl, was uns nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, Und merket keine Heuchelei; So kommt Gott, eh' wir's uns verseh'n, Und lässet uns viel Gut's gescheh'n. 12. Oft schweigt er still und geht doch fort Auf seinen weisen Wegen. Er geht, und bringt uns an den Ort, Wo Sturm und Wind sich legen. Und hat er dann sein Werk vollbracht, Dann seh'n wir, daß er's wohlgemacht, Wie er, der uns regieret, So selig uns geführet. 5. Denk' nicht in deiner Trübsalshige, Daß du von Gott vers lassen bist, Und daß ihm der im Schoose size, Der reich und groß und mächtig ist. Die Folgezeit 13. So wirf als Kind voll verändert viel, Und seßet JegGlaubens dich In deines Vaterslichem sein Ziel. Snot Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 6. Es find ja Gott geringe Sachen, Und seiner Allmacht gilt es gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 353 kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tbut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil er zulegt Mich doch ergößt mit süßem Trost im Herzen: Da weichen alle Schmerzen. 300 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen; Verricht das Deine nur getreu, llnd trau' des Himmels reichem Segen; So wird er bei dir werden neu; Denn wer nur seine Zuversicht Auf Gott seßt, den verläßt er nicht. ( 132) un Eigne Melodie. 590. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann mich nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; Drum laß ich mir genügen An seiner Huld, Und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; So wird Gott mich Doch väterlich In seinen Armen halten: Drum laß ich ihn nur ( 157) walten. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; Mein Arzt, der Alles heilen kann, Wird mich mit Gift nicht tränken. Er ist getren, Und steht mir bei; Auf ihn nur will ich bauen, Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen fann; Ihm will ich mich ergeben In Freud' und Leid. Es Mel. Befiehl du deine Wege zc. 591. Christ, Alles, was dich fränket, Befiehl getrost demHerrn! Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer; Zu Gott erhebe dich! Er fiehet deinen Kummer, Und liebt dich väterlich. 2. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Heil beruht, Ist stets in seinen Wegen Hochheilig, weis und gut; Und was er seinen Kindern Zu ihrem Heil ersah, Kann kein Erschaff'ner hindern: Wenn er gebeut, steht's da. 3. Gott zählet deine Zähren, Und wird, was gut ist, gern Auch deinem Wunsch gewähren: Sei stille vor dem Herrn! Er ist ein Hort der Frommen; Hoff unverzagt auf ihn; Denn seine Zeit wird fommen, Und deine Wohls fahrt blüh'n. 4. Ergib dich ihm mit Freuden; Sei start in seiner Kraft. Sei 23 354 pudas Pflichten gegen Gott. auch zur Zeit der Leiden Ein Der Versorger seiner Kinder, Christ und tugendhaft; Und dann Der, was er verspricht, auch ergreif im Glauben Den Trost hält, Huldreich selbst noch gegen der Ewigkeit. Wer kann dir die Sünder, Er, der uns hervorgesen rauben, Der allen Gram zer- bracht, hat auch uns zu helfen streut? Macht. 5. Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohn's vergißt? Denk an dies Wort und weine Der Freude Thrän', o Christ! Und könnt' ihn sie vergessen, Will ich doch fürchte Nichts! Will deiner nicht vergessen!" Dein Gott, dein Vater spricht's. - 3. Jhm, ihm ist es immer leicht, Uns're Wünsche zu erfüllen: Wie unmöglich es uns däucht, Kann er doch den Kummer stillen, Helfen stets, wenn Noth uns quält, Wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Wer, wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an 6. Mit ruhigem Gemüthe Vers Segen? Niemand hilft, wie er, traue ihm nun fest, Gewiß, daß so gern Auf des Lebens rauhen seine Güte Dich ewig nicht ver- Wegen, Er, der liebreich uns'rer läßt. Er will nach einer Weile denkt, Und zum Heil die Trübsal Dich desto mehr erfreu'n; 3u lenkt. deinem größern Heile Verzieht er; barre sein! 7. Wohl dir alsdann, du Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier Reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prüfungstage Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage, Und wird ein Lobgesang. ( 126) 5. Wenn mein Auge lange weint, Jch nicht seine Hilfe sehe, Und sie nicht so früh erscheint, Als ich sie von ihm erflehe; Weiß ich doch voll Zuversicht, Daß sie nimmer mir gebricht. 6. Ja, auch dann, wenn mir es scheint, Daß der Hoffnung Trost verschwinde, Glaub' ich boch, daß Gott, mein Freund, sie Niemand sonst entdeckt, Wo der Zukunft Nacht mich schredt. Mel. Jesus meine Zuversicht ic. Da noch tausend Wege finde, Wo 592. Wer auf seinen Gott vertraut, Aengstigt sich durch keine 7. Drum sei ihm, dem Herrn Sorgen. Ihm, auf den er sicher der Welt, Ganz mein Schicksal baut, Bleibt sein Kummer nicht überlassen! Er, der auch den verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: Dies ist meine Zuversicht. Wurm erhält, Kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur dem Vater treu, So steht er 2. Er, der Schöpfer aller Welt, mir huldreich bei. ( 14 b) Geduld und Hoffnung im Leiden. Mel. Herzliebster Jesu zc. Kreuz und Leid geduldig, Das bin ich dir und meinem Heile 593. Ein Herz, o Gott, in schuldig! Laß mich die Pflicht, die Geduld und Hoffnung im Leiden. wir so oft vergessen, Täglich ermeffen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? 10. Schau' über dich! Wer trägt Thu' ich zu viel, wenn ich die der Himmel Heere? Mert auf! schweren Tage Standhaft er- Wer spricht: bis hierher! ,, zu dem Meere? Ist er nicht auch trage? dein Helfer und Berather, Ewig dein Vater? 3. Oft büßen wir, wenn Uebel wir erdulden, Nur unsers Leichtsinns, uns'rer Thorheit Schulden, Und Christenfreuz dünkt uns der Lohn der Sünden, Den wir empfinden. 355 der Noth an seinen Schöpfer denken, Und ihm vertrau'n, dies stärket uns're Herzen Mitten in Schmerzen. 4. Wie? wenn auch ich, Herr, deinen Rath verachtet, Nach Gottesfurcht und Glauben nicht getrachtet: Ist dann mein Schmerz, die Frucht verbot'ner Freuden, Chriftliches Leiden? 5. Doch selbst, wenn du uns strafft, will deine Gnade Zurüd uns führen zu des Heiles Pfade; Du willst uns wecken aus dem Sündenschlafe Durch Schmerz und Strafe. 6. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, Wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 7. Ich bin ein Gast, ein Pilger nur auf Erden; Nicht hier, erst dort soll ich ganz selig werden: Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, Zeitliche Leiden? 8. Wohl mir, wenn ich mein Elend nicht verschulde, Wenn ich als Chrifti Jünger leid' und dulde! Dann darf ich mich der Hilfe der Erlösten Sicher getrösten. 11. Willst du so viel, als der Allweise wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine Wege waren, Nachmals erfahren. 12. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die Heiligung des Geistes zu empfahen, Und mit dem Trost der Hilfe, die wir merfen, And're zu stärken. 13. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz hält in der Noth auch feste: ( 55) Hoffe das Beste. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 594. Auf dich, Gott der Güte, Hoffet mein Gemüthe, Ich bin gutes Muth's! Ohne Furcht und Grauen Will ich dir vertrauen, Gott, mein Trost und Schuß! Gründe mich, Mein Fels, auf dich, Daß bei ängstlichen Gedanken Ich nicht möge wanken! 2. Groß sind deine Werke; Niemand ist an Stärke Dir, o Schöpfer, gleich! Du lenkst Sonn' und Sterne; Du bist nah' und ferne; Du machst arm und reich. Du bist groß, Bist göttlich groß, Groß an Weisheit, groß an Gnade: Wer ist, der mir schade? 23* 9. 3war bin ich Mensch, und Leiden müssen kränken: Doch in 356 Pflichten gegen Gott. 3. Zu dir, Menschenhüter,| ersehen. Drum sei nur still! Was Flieh' ich immer wieder, Wenn dein Gott will, laß immer gern die Noth mich schreckt! Vor wie geschehen. viel Gefahren, Die mir nahe waren, Hast du mich bedeckt? Deine Treu' Ist täglich neu: Täglich will ich dir mein Leben Voll Vertrau'n ergeben. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, So soll's dir doch nicht schädlich sein; Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergibt, Den wird er nicht verlassen. 4. Gott, dein Weg ist heilig Und du sorgest treulich Für mein Glück und Heil! Auch auf rauhen Wegen Wird doch mancher Segen Meiner Seel' zu Theil. Was du thust, Ist meine Lust: Und mein Herz spricht findlich stille: Es gescheh' dein Wille! 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit! Nach überstand'nem Leide Erquickest du Jhr Herz mit Ruh', Und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum habe, Seele, guten Muth; Vertraue Gott; es wird noch gut Nach aller Trübsal werden! Gott ziehet dich Durch's Kreuz zu sich, Zum Himmel von der Erden.s013! 5. Du liebst die Getreuen, Die sich herzlich freuen, Daß du gnädig bist. Der ziert Christi Lehre, Der lebt Gott zur Ehre, Wer nie zaghaft ist. Wer sich feft Auf dich verläßt, Kann bei deinem Wort dich fassen: Du kannst ihn nicht lassen! 6. Gott, dir sei mein Leben Und mein Herz ergeben! Du bist groß und gut. Gib mir, wenn ich leide, Durch den Geist der Freude Eines Christen Muth. Führe mich! Ich trau' auf dich! Du willst, daß mir's wohlergebe: Herr, dein Will' geschehe! ( 108.34) Mel. In dich hab' ich gehoffet ic. 595 Mein Herz, sei stark und unverzagt! Wenn irgend dich ein Kummer plagt, Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein Vertrau' allein Auf ihn; er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr, Die Hand des Höchsten schickt es her; Sein Rath hat's so 6. Gott ist dein Gott! Er ist getreu, Und stehet dir, als Vater, bei In allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit Die Heiligen in Traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen; Warum willst du hier nur von Ruh' Und Nichts von Trübsal wissen? 8. D bet und sieh' auf deinen Gott In aller deiner Angst und Noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut; Behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, Doch deinen Trost empfinden; Dem, den du liebst, Und prüfend übst, Hilf Unmuth überwinden! (* 34) lm son # F00€ sini Geduld und Hoffnung im Leiten. 357 Mel. Nun ruhen alle Wälder c. will bewahren? Und du, mein ( 55) Gott, bewahrest mich. not find Gigne Melodie. OC 596. Was ist's, daß ich mich quäle? Hoff' auf den Herrn, o Seele, Hoff und sei unverzagt! 597. Warum betrübst du Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und beschüßet Allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Erzählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen It dem Gott nicht verborgen, Der Alles steht und hält: Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Laft der Welt. dich, mein Herz, Und fränkest dich in bangem Schmerz Um armes Erdengut? Vertraue deinem Gott allein; Denn Erd' und Himmel sind ja sein. 1098 2. Dich lassen will und kann er nicht; Er weiß gar wohl, was dir gebricht, und welche Last dich drückt. Er ist dein Vater und dein Gott, Der bei dir bleibt in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Weiß ich, daß du mich nie vergißt, Du treues Vaterherz! Ich Staub und Asche habe bier Sonst keinen Trost, als nur bei dir. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden; Die 4. Ein Thor baut auf sein Lust der Welt vergeht. Ich lebe irdisch Gut; Ich bau' auf Gott hier, im Segen Den Grund zum mit stillem Muth, Und bin in Glück zu legen, Das ewig, wie Armuth reich. Zu Gott steht mein Geist, besteht. meine Zuversicht; Wer ihm ver5. Was dieses Glück vertraut, dem fehlt es nicht. mehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, Wenn's alle Welt auch schäßet, Das sei, o Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Ist Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott; So harr' ich und bin stille Zu Gott; denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich 5. Ach, Gott, du bist so reich noch heut', Wie du es warst von Ewigkeit! Zu dir steht mein Vertrau'n! Mach' mich nur an der Seele reich, So gilt mir and'rer Reichthum gleich. 6. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, Hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, Das er auch mir erwarb Durch seinen herben, bittern Tod: Das, das gib mir, mein treuer Gott! 7. Und was noch sonst in dieser Welt, Gold, Silber, Edelstein und Geld, Lust, Ehre, Hoheit, Macht: Das währt nur eine 358 Pflichten gegen Gott. kurze Zeit, Und hilft mir nichts| liebt, Wenn er dich auch durch zur Seligkeit. Leiden übt. 8. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Daß du mich haft von deinem Thron Erleuchtet durch dein Wort! Verleih mir nur auch feste Treu', Daß einst bei dir mein Erbe sei! 5. Mußt du Spott und Verachtung tragen, Verlästert man dich ohne Schuld; Die Feinde, die dich niederschlagen, Besicy' mit Großmuth und Geduld. Dein Heiland, Jesus, Gottes Sohn, Ertrug mit Sanftmuth Schmach und Hohn. 9. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, Daß du es immer wohlgemacht! Herr, halte mich an dir, 6. Betrübet der Verlust der Damit ich einst im ew'gen licht Deinen, Der Güter und des Mit Freuden schau' dein Ange- Glücks, dein Herz: Du bist ein ficht! ( 161) Mensch; drum darfst du weinen. Nur murre nicht in deinem Schmerz. Sprich glaubensvoll mit stillem Geift: ,, Gott gabs, Gott nahm's; er sei gepreist!" Mel. Wer nur den lieben Gott ac. 598. Christ, in diesen Leidenstagen, Wo jeder Morgen Plagen dräut, Bewaff'ne dich, sie zu ertragen, Mit Muth und mit Gelassenheit, Und zeige, daß ein wahrer Christ Ein Held in allen Leiden ist! 2. Das turze leben hier auf Erden Ist nur des Christen Probezeit. Hier muß er vorbereitet werden Zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hier ist des Christen Prüfungsstand, Dort erst sein wahres Vaterland. 3. Laß nie den Gram dein Herz verzehren; Ergib dich nicht der Traurigkeit. Erdulde willig, Gott zu Ehren, Die größten Leiden dieser Zeit. Belohnen Eigne Melodie. nicht dies kurze Leid Die Freuden 599. Sollt es gleich bis. einer Ewigkeit? weilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen; Dennoch weiß und glaub' ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; 4. Mußt du in tiefem Elend weinen, Quält deinen Leib der Krankheit Schmerz: Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen; Er heilt auch dein betrübtes Herz. Er bleibt dein Vater, der dich 7. Dein Freund, dein Gönner liegt im Grabe; Es schmerzt; doch sprich mit Zuversicht: ,, Ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nach Erd' und Himmel nicht!" Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein; Ein Christ fann unerschrocken sein. 8. Wohl dir, o Christ! nach furzem Leide Nuft dir des Heis lands Stimme zu: ,, Geb ein zu deines Herren Freude, Nach Müh' und Kampf zu ew'ger Ruh'! Komm' und empfang' vor Gottes Thron Der Ueberwinder großen Lohn!" ( 11) Geduld und Hoffnung im Leiden. 359 Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft| ich ihm es wiedergeben; Nehm' er doch, wenn's nöthig ist. er's bin! Mein Gewinn Ist das ew'ge Leben. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben; So gibt Gott auch, wann er will: Harre seiner und sei still. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein; Sollt' ich drum verzagen? 4. Seiner kann ich mich ge- Der es schickt, der wird es wentrösten, Wenn die Noth am aller- den; Er weiß wohl, Wie er soll größten: Er ist gegen mich, sein All' mein Unglück enden. Rind, Mehr, als väterlich, gefinnt. 5. Gott hat mich in guten Tagen Oft ergößt; Sollt' ich jetzt nicht auch Etwas tragen? Gott, mein Vater, schlägt mit Maßen: Er, mein Licht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 5. Laßt den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen: Schwer sei meines Kreuzes Joch; Gott, mein Vater, lebet noch! 6. Laßt den armen Leib ertöden! Gott kann mich auch da noch retten. Ist der Himmel mein Gewinn; Gern geb' ich die Erde hin. for 7. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe; Bleib' ich freudig bis zum Grabe! Auch im Tode bleibst du mein; Ewig, ewig bin ich dein! ( 203) Eigne Melodie. 600. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch! Wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Ich bin unter Angst und Nöthen, Hilfelos, Arm und bloß, Einst an's Licht getreten. Nichts nehm' ich auch von der Erde Dann mit mir, Wann von hier Einst ich scheiden werde. 6. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Muß er mit dem Tod auch ringen; Christi Blut, Christenmuth Hilft auch den bezwingen. 7. Kann uns doch der Tod nicht töden! Nein, er reißtUnsern Geist Aus viel tausend Nöthen; Schließt das Thor der bittern Leiden, Und macht Bahn, Da man fann Geh'n zu Himmelsfreuden. 8. Dann wird sich an bessern Schäßen Unser Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß, wie Rauch, verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, Eitler Tand, Kummer der Gemüther: Dort, dort sind die edeln Gaben, Wo mein Hirt, Christus wird Mich ohn' Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn 3. Gut und Blut, Leib, Seel' aller Freuden, Du bist mein! Ich und Leben Ist nicht mein; Gott bin dein! Niemand kann uns allein hat es mir gegeben. Soll scheiden. Ich bin dein, weil du 360 dein Leben Und dein Blut, Mir zu gut, In den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse! Laß mich einst dahin gelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd' umfangen! Toerisur( 56) bilgall wism Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 601. Von dir, o Bater, nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden oder Schmerz, Von dir, der nichts, als lieben, fann, Vertrauensvoll und dankbar an! die Pflichten gegen Gott.s 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam ist; Nur du siehst, was mir jedes Leid Für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Die fürz're oder läng're Vein Kann nie umsonst erduldet sein. Der bittern Wurzel Frucht ist süß, Und einst kommt Licht aus Finsterniß. 4. Ist Alles dunkel um mich her; Ist mein Herz müd' und freudenleer: Bist du doch meine Zuversicht, Bist in der Nacht, o Gott, mein Licht! 5. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Last auf, Gott kennt fie. Er weiß den Kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 6. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft Half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröftbar heut', Und morgen schon ward ich erfreut. Schauest du Denn meinem Elend gar nicht zu?"' urth00 19 8. Dann hörtest du, o Herr, mein Fleh'n, Und eiltest bald, mir beizusteh'n! Du öffnetest mein Auge mir; Ich sah mein Glück und dankte dir. 9. Sagt's Alle, die Gott je ge prüft, Die ihr zu ihm um Hilfe rieft! Sagt's, Fromme, wann er verschmäht? sn? das Gebet Geduldig Leidender 10. Die Stunde kommt früb oder spät, Wo Dank und Preis aus Leid entsteht; Wo Leiden, das nur Stunden währt, In Freudenjahre sich verkehrt. 11. Du ärntest deiner Leiden Lohn Vielleicht in diesem Leben schon; Vielleicht, daß eh' du ausgeweint, Dir Gott mit seiner Hilf' erscheint. 12. Schau' deinen Heiland gläubig an! Wenn Niemand dich erquiden kann, So schütte du in seinen Schoos Dein Herz aus; seine Huld ist groß! 13. Einst hat auch er, der Menschenfreund, Im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen gibt er Acht, Und dir zu helfen, hat er Macht; 14. Und helfen will er; zweifle nicht! Er hält getreu, was er verspricht: Ich bin dein Gott; ich stärke dich! Sei gutes Muths, und glaub' an mich!"( 105) Mel. Was Gott thut, das ist ic. 602. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier Nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! Wie droht fie 7. Oft sah ich keinen Ausgang mehr; Dann weint' ich laut und klagte sehr: ,, Wo bist du, Bater? meinem Heile! Gott, wär'st du Geduld und Hoffnung im Leiden. 3618 nicht Mein Trost, mein Licht, Mein Heil in finstern Tagen; So müßt' ich längst verzagen. Herz; Nicht mehr voll Unmuth flagen. Du bist bereit, Zu deiner Zeit, O Gott, von allem Bösen 2. Vor dir darf sich mein trau- Mic) herrlich zu erlösen!( 126) rig Herz, Erbarmer, nicht verbehlen; Darf seinen Kummer, seinen Schmerz Vertraulich dir erzählen. Dann schaffest du Mir Trost und Ruh' Aus deiner Gottesfülle, Und meine Seel' ist stille. 3. Du lebrest mich den hohen Werth Der Trübſal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein Mich nicht so freu'n, Nur diese Welt begehren, Wenn keine Leiden wären. bir 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht, Du sorgt für meine Tage; Dein Auge schlaf und schlummre nicht; Du hörest meine Klage. Du sättigst einst, Wenn du erscheinst, In deinem Heiligthume Mit Wonne mich und Ruhme. kah? ich Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 603. Gott führt die Seinen wunderlich. Bist du sein Kind, so schicke dich, Getrost ihm nachzu- 1 gehen. Kein Weiser kann Die heil'ge Bahn' Und ihren Zweck verstehen. 19100 2. Die Wege, die des Höchsten Nath Für sein Voll ausgezeichnet hat, Sind nicht der Menschen Wege. Doch fasse Muth! Sein Weg ist gut; Sei ihn zu geh'n nicht träge! 3. Wenn dein getreuer Gott dich führt, Wenn er dein Herz und Thun regiert, So sei dein Herz ihm stille! Sei ihm nur treu, Und glaub' dabei, Gut ist des Vaters Wille. sin ne sonom 5. O dann wird alle Traurigkeit Aus meiner Brust verschwinden. Vergessen werd' ich ganz mein Leid, Und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgesang, Voll Preis und Dank, Wird durch die Himmel schallen, Und ewig dir gefallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' entweihen. Mit Unschuld steh' ich angethan In deiner Kinder Reihen; Und väterlich Erfreu'st du dich, Daß ich, der Mensch von Erde, Gleich deinen Engeln werde. 4. Von keinem blinden Unges fähr, Vom besten Vater kommt es her, Das Kreuz, das dir begegnet; Und deine Plag', Dein leidenstag Ist auch vom Herrn gesegnet. 5. Ja, Gott, dein Gott, ift gut und treu! Glaubst du, daß Gott die Liebe sei, So hemme deine Klagen! Das Leiden drückt, Doch was Gott schickt, Das hilft dir Gott auch tragen. K 6. Er wog, noch eh' die Welt entstund, Nach eines Jeden Kraft das Pfund Der Leiden und der Schmerzen; Er wog auch schon Den Gnadenlohn In seinem Va mit alad1007 terherzen. 7. Des Spötters und des 7. Geduldig will ich hier den Schmerz Der Sterblichkeit ertragen. Beruhigen soll sich mein Heuchlers Glück Währt oft nur 362 Pflichten gegen Gott. einen Augenblick; Bald werden| Huld: Da wird ihm Erde, Welt sie zu Nichte. Spät oder früh und Zeit Ein Nichts mit ihrer Betreffen sie Doch Gottes Straf- Herrlichkeit. gerichte. S 8. Er strebt nicht mehr dem Eiteln zu; Nun findet seine Seele Ruh. Sein Herz wird still, und lernet fleh'n: Nicht mein, dein Wille soll gescheh'n! 9. Er fühlt der Menschheit ( 108) höhern Werth, Den er in jedem Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic.gleider Lebensmüh' Sich Andern Bruder ehrt. Könnt' er bei 604. In Leidensthälern vorzieh'n, Staub, wie sie? 10. Groß ist dein Rath und unerreicht: Die Demuth betet an und schweigt, Und hofft, wo sie ihn nicht durchdringt, Auf jene Welt, nach der sie ringt. 8. Thu' emsig deine Christenpflicht; Sei fromm vor Gottes Angesicht; InTrübsal sei gelaffen! Bet' oft, halt an! Wer beten kann, Den kann Gott nicht verlaffen. wallen wir, Und beugen, Vater, uns vor dir; Auf der Geduld und Demuth Bahn Führst du uns Pilger himmelan! 2. Zu der Vollendung Sonnenhöh'n Muß unser Weg durch Tiefen geh'n; Und auf bethränten Stufen flimmt Der Geist zum Heil, das ihm bestimmt. ( 83) 3. Oft blüht der schönste Blu- Herr, zum Heil der Ewigkeit! menslor In niedern, stillen Thal empor; Ihn lockt der Sonne heißer Strahl Frühreif hervor im engen Thal. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 19605. Seufi' in des Kum 4. So blüht der Tugend Blu- mers Höhle, Wall' ich im dunkelt menslor Im stillen Thränenthal Thal; Herr, senk' in meine Seele empor; Gereifet durch der Trübfal Gluth, Wird unfre Seele weis und gut. Der Hoffnung Freudenstrahl! Vor zweifelnden Gedanken Bewahre meinen Geist; Laß nie den Glauben wanken, Daß du die liebe seist! 5. Wenn dieser Erde Glück entweicht; Wenn deine Hand uns niederbeugt; Dann ruft uns Alles, Alles zu: Gott nur ist Allmacht, Ohnmacht du! 11. Gern tragen wir der Menschheit Loos! Du machst durch Niedrigkeit uns groß. Erhöh' uns nur zu seiner Zeit, D 2. So lang ich hier noch weile, Vertrau' ich, Vater, dir. Du was nüzet mir. Auf diesen Felführest mich zum Heile; Du gibst, sen gründe Ich meine Zuversicht Ich kämpf und überwinde; Ich hoff und wante nicht. 7. Da fühlt der Sünder seine leiht die Hoffnung Muth. In 3. Zu jedem guten Werke VerSchuld, Und tröstet sich nur deiner deiner Gottesstärke Gelingt ihr, 6. 3um Staube sinkt vor deinem Thron Der Sterbliche, der Erdensohn, Erkennt, daß seine Augen blind, Und seine Wege Thorheit sind. Geduld und Hoffnung im Leiden. 363 Und wie leichter Rauch entflieht. was sie thut. Kühn läßt sie vor- Die das Herz aufs Eitle zieht, wärts dringen, Beflügelt meinen Lauf, Hebt mich auf Adlerschwingen Zu dir, o Gott, hinauf! 4. 3u niedrig für mein Hoffen Ist dieser Erde Glück. Schon steht der Himmel offen Vor meines Geiftes Blid. Mein Ziel ist nicht im Staube! Ich warte auf die Stadt, Die er, an den ich glaube, Für mich bereitet hat. 3. Laß mich Gram und Unmuth meiden, Weil du für mich sorgst und wachst, Und am Ende auch das Leiden Noch für mich zur Wohlthat machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, Das noch immer eingetroffen. Gott, wer beinem Wort nicht traut, Hat auf leichten Sand gebaut! 4. Laß mich fest im Glanben werden, Daß dein Wort wahr. baftig sei: O, so werd' ich hier auf Erden Schon von mancher Unruh frei! Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen Stets auf beine Hilfe sehen; Dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trüget nicht. 6. Heil mir noch einst am Grabe Bei dieser Zuversicht, Gelehnt an ihrem Stabe, Beftrabit von ihrem Licht! Die Gegenwart entfliehet; Das Leben ist ein Traum: Im Thal des Todes blühet Der Hoffnung Lebensbaum. 5. Vater, meine Hoffnung gründet Sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet Darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben geben, Das fein traurig Ende nimmt, Wo mir ewig Heil be stimmt. ( 83) Mel. Alle Menschen müssen sterben c. 606. Gott der Wahrheit, 6. Muß ich gleich hier auf dessen Treue Uns're Hoffnung der Erde Noch entfernt vom Himstüßt und hält! Ich erkenne es mel sein; Doch von dieser Zeit mit Reue, Daß mich Kleinmuth Beschwerde Wirst du mich einst oft befällt. Ach, mein Herz hängt ganz befrei'n. O erwünschte, noch an Dingen, Die doch keinen fel'ge Stunden, Wenn ich, aller Trost mir bringen. D, wie oft Noth entbunden, Werde meinen vergeh' ich mich Aengstlich zwei- Heiland seh'n, Und zu seiner felnd wider dich! Freude geh'n! 2. Ach vergib mir diese Sünde! 7. Laß mich fröhlich darauf Hilf mir bange Zweifel flieh'n! hoffen, Herr, Herr, meine ZuverVater, schenke deinem Kinde sicht, Bis das Alles eingetroffen, Einen dir ergeb'nen Sinn, Der Was auch mir dein Wort vervon dir nur Hilfe beischet, Den spricht! Auf dich, Quelle alles nicht eitle Hoffnung täuschet, Lebens, Hofft der Glaube nicht 5. Wenn Erdenhoffnung trüget, Und gleich dem Rohrstab bricht: Die höh'reHoffnung sieget; Sie täuscht und wanket nicht. Ich weine nicht vergebens! Die Thränenaussaat hier Reift dort am Strom des Lebens Zur Freudenärnte mir. 3648 Pflichten gegen Gett. Jude vergebens! Was wir glauben, mein Leib verwesen, Wird doch schauen wir Einst gewiß, o Herr, bei dir! ( 146) der Geist genesen; Er geht zu seinem Schöpfer hin. 8. O drücke meinem Herzen Auch unter Sorg' und Schmerzen Die Ueberzeugung ein: Der, den du, Bater, liebest, Kann, wenn den; So stärke meinen Geist! bu ihn betrübest, Doch niemals Wenn mich die leiden fränken, unglückselig sein. ( 49. 34) AUDIA So laß mich wohl bedenken, Auch das sei gut, was Trübsal heißt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Nicht ewig soll sie währen; 608. Wohlthätig sind der Oft werden uns're ZährenSchnell Erde Leiden; Dies glaube, Christ, von dir abgewischt. Und seufzen und murre nicht! Am Ende folgen wir: wie lange Ist uns'rer Seele ihnen Freuden, Auf Nacht und bange? So wird mit Trost das Grauen Sonnenlicht. O dulde Herz erfrischt. mit Gelassenheit Und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch leiden will dich Gott bewähren, Entwöhnen von der Luft der Welt; Zur Weisheit leiten und dich lehren, Mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Du sollst im findlichen Vertrau'n Auf ihn und seine Hilfe schau'n. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden Und in des Glückes Sonnenschein So leicht die breite Bahn vermeiden, So gern die Sünde flieh'n und scheu'n? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, Dein schwaches Herz gar leicht verführt? Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. 607. Will mich, o Gott, bienieden Des Lebens Last ermü3. Die lasten, die uns pressen, Hast du, Herr, abgemessen, Wie schwer sie immer sei'n. Du selber hilfft sie tragen, Und richteft uns're Plagen Genau nach unsern Kräften ein. 4. Dein väterlich Bemühen Will uns hier auferziehen, Zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüfte schwächen, Den Eigenwillen brechen, Und uns entwöhnen von der Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit Glauben und Geduld; Daß, wenn uns Feinde hassen, und Freunde uns verlassen, Wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will, was fann uns scheiden Von dir und von den Freuden, Die du für uns erseh'n? Ich lebe oder sterbe, So wird des Himmels Erbe Mir, deinem Kinde, nicht entgeh'n. 4. Was predigt mehr dir diese Lehre: Vergänglich ist die Lust der Welt!" Als wenn in Trübfal manche Zähre Herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, Mehr Demuth, Gotterbenheit? 5. Wenn all' die morschen 7. 3u jenem bessern Leben Stäbe brechen, Auf welche sich Wirst du auch mich erheben; Der dein Arm gestüßt; Wenn KrankTod ist mir Gewinn. Mußgleichheit, Gram und Schmerz dich Geduld und Hoffnung im Leiden. 365 schwächen, Und Macht und Reich-| Land Immer mit Erbarmen thum dich nicht schüßt: Dann träget. Väterlich ist sein Belernst du freudig Gott vertrau'n, müh'n, Dich zum Himmel zu Und nur auf seine Hilfe bau'n. 6. Ja, der Allweise schickt die Leiden, Damit er dich zur Tugend führt; Schafft selbst durch sie dir fünft'ge Freuden, Indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, Die strafend selbst noch Güte ist. 7. Gott will, wie gute Väter handelu, Durch weise Zucht dich auferzieh'n. Gut sollst du und unsträflich wandeln, Die Welt und ihre Lüste flieh'n; Dich bilden in der Prüfungszeit Zum Leben der Unsterblichkeit. erzieh'n. 4. Hier ist dein Erziehungsstand; Hier sollst du durch Prüfung lernen: Dort ist das vollkommne Land, Dort in unerreichten Fernen. Da ist unvermischtes Glück; Dahin wende deinen Blick! 5. Trage mit Geduld und Muth Deine Last in trüben Tagen. Gut ist, was der Vater thut! Wohlthat ist's, das Kreuz zu tragen, Das einst auf dem rauhsten Pfad Jesus selbst getragen hat. 6. Lern' im Leid Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen. Einst am Ziel der Prüfungszeit Wirst du froh hernieder schauen Auf den Weg, der durch die Nacht Dich in's Land des Lichts gebracht. 7. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' entflossen! Wie ein Strom von oben her Wird dir Trost in's Herz gegossen; Trost vom Quell der Seligkeit, Uleberwiegend alles Leid. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen Den Kelch des Leidens willig an, Und walle ohne Furcht und Grauen Auch auf der allerrauh'sten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreu'n, Und Wonne, Ruh' und Friede sein.( 119) Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 609. Sãe deine Thränensaat, Frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sei dein Lebenspfad; Doch laß dir den Trost nicht rauben, Daß nach dieser Dunkelheit Dich ein hell'res Licht erfreut. 100 Haris 8. Harre, Dulder, unverzagt; Harre in der Nächte Grauen, Bis der große Morgen tagt, Hin 2. Ausgerungen haben schon in's Rubeland zu schauen, Das, Viele, die hier glaubend litten; für Siegende bestimmt, Dich in Beten an vor Gottes Thron: seinen Schoos aufnimmt. 9. dann schwindet alles Leid, Wie der Nebel vor der Sonne! Vor dir liegt die Ewigkeit, Dieses beitre Land der Wonne. Ohne. Thränen gehst du ein, Ewig selig da zu sein. aminges( 119) mu di immol tomon Ihre Krone ist erstritten. Du auch du wirst Sieger sein, Und dich bald der Krone freu'n. 3. Denk', daß Gottes Vaterhand Weisheitsvoll die Leiden wäget, Und dich in der Thränen 366 s Pflichten gegen Christum. II. Pflichten in Beziehung auf Christum. Verehrung und Huldigung. Mel. Wie schön leucht't i.Regierer! Laß uns streben, GöttJesu, Sei du Unser Führer Und 610. Erheb', mein Geist, lich, so wie du, zu leben! 5. Du trugest Leiden ohne Zahl, Und gingst getrost in's Todesthal Für uns; o welche Liebe! Jegt lebst du über uns erhöht In Herrlichkeit und Majestät; Doch treu bleibt deine Liebe. Preis dir! Schon hier Strömt dein Segen Uns entgegen, Und einst trösten Dein sich ewig die Erlösten.( 129) erheb' den Herrn, Der dich erlöfte; bringe gern Ihm deine Jubellieder! Ihm, dem erhab'nen Gottessohn, Der willig von des Himmels Thron Zur Erde kam hernieder, Um sich Für dich Hinzugeben; Heil und Leben Dir zu bringen, Dir den Himmel zu erringen. 2. Ja, Jesu, dir gebühret Dank! Dir tönet unser Lobgesang; Denn du bist unser Retter! Du brachst des Irrwahns finstre Nacht! Durch dich ward uns befannt gemacht Der Herr, der Gott der Götter. Gögen Stürzen Hin in Trümmer, Und im Schimmer Deiner Lehre Schwinden ihre Blutaltäre. Mel. Befiehl du deine Wege ic. 611. O Jesu, Freund der Seelen! Boll Ehrfurcht preif' ich dich! Wenn mich die Sorgen quälen, Stärfft und erquickst du mich. Dann schwinden alle Leiden Der turzen Pilgerzeit Vor den vollFommnen Freuden Der nahen Ewigkeit. 3. Im Namen Gottes riefest du Den reuerfüllten Sündern zu: Getrost, Gott will vergeben! Den Sorgenden: Gott sorgt für euch! Den Sterbenden: wißt, sterbt ihr gleich, Ihr werdet ewig leben! Jesu, Nur du, Kannst den Deinen, Wenn sie weinen, Trost gewäh ren; Ewig wollen wir dich ehren! 4. Du jeigtest uns der Tugend Bahn, Gingst selbst als Führer uns voran; Wer sah dich je ermüden? Folgt, riefft du, kämpft mir nach und ringt! Seht, wie die Siegespalme winkt! Durch Kampf kommt ihr zum Frieden! Seligkeit. 2. Nichts, Nichts soll meinem Herzen So theuer sein, als du; Denn deinen Todesschmerzen Verdank ich Trost und Ruh'. Dir will ich angehören Mit Allem, was ich bin; Dich über Alles ehren Mit danferfülltem Sinn! 3. Was fann mein Herz be glücken, Als deine Huld allein? Wer mich im Tod erquicken? Wer da mein Tröster sein? Nur du kannst Alles geben, Was mich wahrhaft erfreut; Bei dir ist ew'ges Leben, Ift Heil und Liebe und Dankbarkeit. 367 4. Du Herrlichkeit der Erden, 5. Ich danke dir, du lebensVergebens lockst du mich. Kann ich einst selig werden, Wie gern entbehr' ich dich! Wo Jesus Hütten bauet, Da, da ist gut zu sein. Wenn ihn mein Aug' einst schauet, Wie will ich dann mich freu'n! sonne, Daß du dem Geiste Licht gebracht! Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht! Ich danke dir, du Gotteskraft, Die neues Leben schafft! binn 5. Was soll ich troftlos klagen? Du bist ja, Herr, bei mir! Muß ich das Kreuz auch tragen; Ich folge freudig dir. Wenn mich kein Leid mehr rühren, Rein Tod mehr töden fann; Wie werd' ich triumphiren, Und ewig beten an! Gigne Melodie. 6. Erhalte mich durch deine Gnade, Und laß mich nicht mehr irre geh'n. Laß meinen Fuß auf deinem Pfade Nicht straucheln oder stille steh'n. Erleuchte meine Seele ganz, Du reiner Himmelsglanz! ben moninganl 7. Verwirf nicht meiner Buße Thränen; Entflamm' im Herzen fromme Gluth! Vermehre stets nach dir mein Sehnen, Du einzig Heil und höchstes Gut! Laß meinen Sinn, Geist und Verstand nur dir sein zugewandt! 612. Ich will dich lieben, meine Stärke, Dich, meiner Seele Ruhm und Zier. Ich will dich lieben mit dem Werke Und mit der heiligsten Begier. Ich will dich lieben, Herr, mein Licht, Bis einst das Herz mir bricht! 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Dich, meinen ewig treuen Freund! Ich will dich lieben und erheben, So lang dein Gnadenlicht mir scheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, Erwürgt am Kreuzesstamm! Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. 3. Ach, daß ich lange dich ver- 613. Von Herzen lieb' ich kannte, Du hochgelobter Heiland, dich, o Herr! Verleihe du mir du! Daß ich nicht früher mein immer mehr Die Fülle deiner dich nannte, Du höchstes Gut und Gaben. Die ganze Welt erfreut wahre Ruh'! O wie ist tief mein mich nicht; Nach Erd' und HimHerz betrübt, Daß dich's so spät mel frag' ich nicht, Wenn ich nur geliebt! ad mbich kann haben. Auch wenn mein 4. Jch ging verirrt und war Herz im Tode bricht, Bist du doch verblendet; Ich suchte Heil, und meine Zuversicht, Du, meines fand es nicht. Die Welt, der ich Herzens höchstes Gut, Der mich mich zugewendet, Gab mir nicht erlöst hat durch sein Blut. Herr Trost, nicht Zuversicht; Doch nun Jesu Christ, Mein Heil und Licht, ist es durch dich gescheh'n, Daß mein Gott und Herr, Verlaß, ich mein Heil geseh'n. averlaß mich nimmermehr! de 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Dich, meinen Herrn und meinen Gott; Dich lieben auch bei Schmach und Hohne, Und in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, ew'ges Licht, Bis einst ( 164) das Herz mir bricht! 368 Pflichten gegen Christum. 2. Es ist ja dein Geschenk und| Noch immer Jedem bei, Unt Gab' Leib, Seel' und Alles, was wenn dir keiner bliebe, So bleibst ich hab' In diesem armen Leben. du dennoch treu. Du kamst ja für Gib, daß ich's deiner Ehre weih', die Sünder, Für der Verlor'nen Und meinem Nächsten nüglich Glück; Du rufft verirrte Kinder sei Mit dem, was du gegeben. Zu ihrem Gott zurück.rd: m Behüte mich vor falscher Lehr'; In mir den rechten Glauben mehr'; In allem Kreuze stärke innig mich verbunden Auf ewig mich, Daß ich es trage williglich. Herr Jesu Christ, Mein Heil und Licht, mein Herr und Gott, Hilf mir auch in der legten Noth! 4. Ich habe dich gefunden; Laß du auch nicht von mir! laß sein mit dir! O laß auch die dich finden, Die jest noch dich vers schmäh'n; Laß sie dein Heil empfinden, und deinen Nuhm erhöh'n! ad gis 819 Austid( 68.) 3. Laß deinen Engel bei mir sein, Der mich nach überstand'ner Pein Zur Nuh' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im 615. Dich, Jesum, laß ich Mel. Was Gott thut, bas ist sc. Grabe ruh'n, Vis du erscheinst, es aufzuthun An jenem großen Tage. Alsdann erweck' vom Tode mich, Daß meine Augen schauen dich In sel'ger Ruh', o Gottessohn, Mein Mittler und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Mein Licht und Heil, erhöre mich! 2. Dich Jesum laß ich ewig Ich will dich preisen ewiglich ewig nicht! Dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: ,, Nur Einem will ich leben!" Du, du allein, Du sollst es sein, Du sollst mein Troft auf Erden, Mein Glück im Himmel werden. nodsil his liv Sain site nad( 163) nicht! Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund; Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir niemand nehmen. Mel. Valet will ich dir geben. 614. Wenn Alle untreu werden, So bleib' ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Sankst du in Todesschmerz; Drum geb' ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht! Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünder in's Gericht, Und littest für mich Armen. Aus Dankbarkeit Will ich erfreut, 2. Oft muß ich bitter weinen, Um deines Leidens willen, Die Daß du gestorben bist, Und Man- Pflicht der Treu' erfüllen. cher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Bon Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan, Uns ew'ges Heil errungen, Und Wen'ge denken d'ran. man 3. Du stehst, voll treuer Etebe, 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Dich, Gottes größte Gabe! Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe! Ich mag der Welt Für Gut und Geld, Wonach die Eiteln Liebe und Dankbarkeit. 369 laufen, Den Heiland nicht er-| thum Ganz mich hin in seine faufen. Hände. Er ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht! Das Kreuz soll mich nicht scheiden! Es bleibet jedes Christen Pflicht, Mit seinem Herrn zu leiden. Und all mein Leid Währt furze Zeit; Und Ruh' ist noch vorhanden, Wenn ich es überstanden. 3. Wenn mein sterbend Aug' verlischt, Und die Lippen sich entfärben, Mich kein Labsal mehr erfrischt, Alle Sinnen mir ersterben, Und das matte Herz nun bricht; Laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht! Nie soll mein Glaube wanfen! Und wenn des Leibes Hütte bricht, Sterb' ich mit dem Gedanken: ,, Mein Freund ist mein, Und ich bin sein: Er ist mein Schuß, mein Tröster, Und ich bin sein Erlös'ter."( 108) 4. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an seinen Blicken; Denn nach dieses Lebens Müh' Will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht: Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Weder Welt noch Himmel ist's, Was des Herzens Wünsche stillet: Du nur, o mein Jesu, bist's, Der mein ganzes Herz erfüllet! Dich, bei dem mir nichts gebricht, Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 6. Dich, mein Jesu, balt' ich fest, Lasse Nichts von dir mich scheiden! Weh' euch, die ihr sein vergeßt! Jhr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig aber, der da spricht: Meinen Jesum laß ich ( 93) Gigne Melodie. 616. Meinen Jesum laß ich nicht, Weil er sich für mich gegeben! Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht An ihm hangen, für ihn leben? Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Jesus ist mein Theil und Ruhm Bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigen- nicht! Bekenntniß, Gehorsam und Nachfolge. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ic. 617. Du, des Vaters Eingeborner, Jesu, Herr, der Herrlichkeit! Du, für uns zum Heil Erforner, Geber aller Seligkeit, Der auch mich mit Gott versöhnet, Und den Gott mit Preis gefrönet: Sollt' ich nicht, ich bin ja dein- Preis und Lobgesang dir weih'n? - 2. Den in Trübsal, Schmach und Banden, Selbst im Qualen tode, frei Seine Märtyrer befannten, Heldenschaaren, fühn und treu: Dich, Herr, will auch ich bekennen, und mich deinen Jünger nennen. Mund und That soll Zeuge sein, Daß du mein bist und ich dein! 3. Wenn die betende Gemeine Dich um Licht und Gnade fleht; Wenn im heiligen Vereine Sie dein Todesmahl begeht: Mit der Menge deiner Frommen Will auch ich, mein Heiland, kommen, 24 370 Pflichten gegen Christum. Und vor Aller Angesicht Leuchte mein Glücke, Und ist doch zuwimeines Glaubens Licht! der dir; D, so nimm es bald zu 4. Mitten in dem Weltgetöse rücke: Jesu gib, was nüßet mir. Sei mein Herz von dir erfüllt, Mein Erlöser, treu und mild, Steb' in seiner stillen Größe Vor Nimm mich hin,:,: mach's, wie der Seele mir dein Bild! In die du willt!:,: stillsten Einsamkeiten Soll die 4. Und vollbringe deinen WilLiebe mich begleiten, Die nur len Durch mich und an mir, mein Dich sucht, dich nur meint, Aller- Gott! Was du willst, laß mich treuster Seelenfreund! erfüllen, Wie im Glück, so in 5. Deine Stimme will ich der Noth. Sterb' ich, sei's nach hören, Thun, was mir dein Wort deinem Bild, Herr, wann, wo gebeut. Wahrheit nur sind deine:,: und wie du willt.:,: Lehren; Dein Gebot ist Selig- 5. Sei, o Jesu, stets gepriesen! feit. Deine Liebe soll mich drin- Meines Herzens Trost bist du. gen, Deinen Willen zu voll- Weil du dich so treu bewiesen, bringen. Der nur liebt dich, Heil Sag' ich still mit Seelenrub': der Welt, Der dein Wort von Christus hier, mein Lohn, mein Herzen bält! Schild! Mir ergeh's,:,: Herr, 6. Deiner will ich nie mich wie du willt!:,: schämen, Auch vor Spötterrotten Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. nicht; Will dein Kreuz gern auf ( 182) mich nehmen, Treu sein, bis mein 619. Laffet uns mit Jeſu Auge bricht. Die hienieden mit ziehen! Wer ihn liebet, folgt ihm dir leiden, Erben dort auch deine nach. Lasset uns der Welt entFreuden; Die mit dir zum Tode fliehen, Geh'n die Bahn, die er geh'n, Folgen dir zu Gottes uns brach. Auf des Glaubens Höh'n! ( 83) Sonnenwege, Auf der Liebe Himmelsbahn Lasset uns dem Himmel nah'n, Nie ermüdend, Eigne Melodie. 618. Jesus, Jesus, Nichts, niemals träge. Treuer Jeſu, als Jesus, Soll mein Wunsch bleib' bei mir! Geh' voran; ich sein und mein Ziel. Jetzt mach' folge dir! ich ein heilig Bündniß, Daß ich 2. Lasset uns mit Jesu leiden! will, was Jesus will; Und mein Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Herz, von ihm erfüllt, Ruft zu Nach der Trübsal folgen Freuihm::,: Herr, wie du willt!:,: den, Und der Arme wird dort 2. Einer ist es, dem ich lebe, reich. Thränenfaat bringt Heil Den mein Herz am liebsten hat. und Wonne; Hoffnung tröstet Einer ist es, dem ich gebe, Was mit Geduld: Denn es scheint er mir gegeben hat. In dir ist durch Gottes Huld Nach dem mein Herz gestillt: Führe mich, Regen bald die Sonne. Jesu, :,: Herr, wie du willt.:,: 3. Scheinet was, als hier leid' ich mit dir: Dort gib fei's deine Freude mir! Vertrauen und Hoffnung. 371 4. Lasset uns mit Jesu leben! 3. Laffet uns mit Jesu sterben! Sein Tod wehret unserm Tod, Von den Todten stand er auf, Rettet uns von dem Verderben, Nahm, von Himmelsglanz umGibt uns Troft in Todesnoth. geben, Zu dem Vater seinen Lauf. laßt uns sterben, weil wir leben, Er das Haupt, wir seine Glieder! Sterben unsern Lüften ab; So Wo er lebt, da sollen wir mit ihm wird er uns aus dem Grab In leben für und für, Seine Jünger, ſein Himmelreich erheben. Sterb' seine Brüder! Dir, o Jesu, leb' ich, Jesu, sterb' ich dir, Daß ich ich hier, Droben ewiglich bei dir! lebe für und für! ( 16) Vertrauen und Hoffnung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. 620. Jesus nimmt die Sünder an, Sagt doch dieses Troft wort Allen, Die, fern von der rechten Bahn, Noch auf Sündenwegen wallen. Hier ist, der sie retten fann; Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; Dennoch hat in seinem Worte Er fich gnadenreich erklärt, Und des ew'gen Lebens Pforte Dem, der glaubet, aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Jesus nimmt die Sünder an! Mich auch hat er angenommen, leitet mich nun himmelan, Daß ich selig zu ihm kommen, Und auch sterbend hoffen kann: Jesus nimmt die Sünder an. ( 133) mel. Straf mich nicht in deinem sc. 621. Dich, o Jeſu, meinen Freund, Hab' ich treu erfunden! Wenn mein Herz verzagend weint, Fließt in bangen Stunden Trost und Ruh Sanft mir zu, Und die schweren Plagen lern' ich still ertragen. 2. Wenn mir aller Schuß entgeht, Freunde mich verlassen, Jeder meine Unschuld schmäht, Neidische mich bassen; Kann ich mich, Herr, durch dich Stärken im Vertrauen, Freudig aufwärts schauen. 3. Stürzt der Erde Glück und Pracht; Sinkt nur, schwache 5. Nun denn, reuvoll komm' Stüßen! Herr, bei dir ist Huld ich hier, Und bekenne meine Sün- und Macht; Du willst gern mich den. Laß, mein Heiland, mich bei schüßen. Stürme flieh'n Vor dir dir Gnade und Vergebung finden. hin; Alles, was mich fränket, Daß dies Wort mich trösten Wird zum Heil gelenfet. 24* 3. Was in Wüsten sich verlor, Suchet er, ein treuer Hirte; Hebt, was strauchelte, empor, Bringet wieder das Verirrte; Zeiget ihm die rechte Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her; Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Sammelt um sich Gottes Kinder. Auf, und lasset ihm uns nah'n; Jesus nimmt die Sünder an. 372 Pflichten gegen Christum. 4. Fühl' ich mich im Glauben| Erbangen Zittert meine schwache schwach, Schwach zu guten Wer- Brust; Doch in ihr lebt das Verken; O, dann eilest du mir nach, langen Nach des Himmels heil'ger Eilest, mich zu stärken. Das Ge- Lust. Keinen Trost seh' ich auf richt Schreckt mich nicht; Denn Erden; Trüb ist Alles, öd' und auf deinem Pfade Find' ich Heil leer: Soll der Himmel mir nicht und Gnade. werden, Hab' ich nichts zu hoffen mehr. 5. Ach, wenn einst mein Auge bricht, Und mein Herz erstarret; 3. Nimmermehr kann ich geDann, auch dann vergeß' ich nesen, Nimmer kann ich freudig nicht, Was noch meiner harret. sein, Kommst du nicht, mich zu erlóHerr, du starbst, Und erwarbst Sterbend mir das Leben; O wie könnt' ich beben! sen, Und zu lindern meine Pein. Durch die Leidensnacht, so trübe, Dringt kein andrer Sonnenblick, Als nur deine ew'ge Liebe Und, in ihr, das ew'ge Glück. 4. Laß, o laß, Herr, diese Sonne Auf in meiner Seele geh'n! Laß mich deine Lebenswonne, Alle deine Gnade seh'n! Neige bich zu mir hernieder, Küble meine heiße Gluth! Ach, in dir nur leb' gut. ich wieder, Und in dir wird Alles Mel. Wo ist Jesus meine Liebe zc. 622. Jesu, der du einst gerungen, Wie kein Herz auf 5. Heiland, Hilfe, Trost der Erden rang; Der den höchsten Deinen! Dich, o Jesu, halt' ich Schmerz bezwungen, Den kein fest. Du mit mir und mit den Andrer noch bezwang: Sende Meinen! Was ist's, das mich deinen Gottesfrieden Von dem Himmel gnädig mir! Kämpfend fühl' ich mich ermüden; Müde flieh' ich hin zu dir. sinken läßt? Aus der armen Welt voll Schmerzen Nimmst du mich zu dir hinan, Und dem fast verzagten Herzen Ist der Himmel 2. Sieh, von schmerzlichem aufgethan. ( 143) 6. Ja, mein Heiland, keine Noth Soll von dir mich scheiden. Selbst das Leiden, selbst der Tod Ist ein Quell der Freuden. Folg' ich nur Deiner Spur; So wird einst am Throne Mir dein Heil zum Lohne. ( 142) III. Pflichten in Beziehung auf uns selbst. Selbstachtung und Selbstliebe überhaupt. D Mel. Die Tugend wird durch's ic. 623. Wie hoch hast du mich, Gott, erhoben Zur Menschheit, diesem Ehrenstand! Ich kann dort ist mein Vaterland. Mein dich lieben, ehren, loben; Bei dir Geist, bestimmt, noch fortzuleben, Selbstachtung und Selbstliebe. 373 Wenn dieser Leib in Staub zer-| mich nach Glück, Ich möchte stets fällt, Wird über Sonnen sich mich freu'n; O laß doch diesen erheben Zu Wohnungen der Trieb Nie mein Verderben sein! bessern Welt. 2. Und selbst mein Leib bleibt nicht im Grabe, Bleibt nicht im Staube hier zurück; Ich weiß, daß ich die Hoffnung habe: Auch er nimmt Theil an meinem Glück. Er wird, unsterblich und vollkommen, Dem Leibe Christi ähnlich sein, Und sich mit den verklärten Frommen Der neuen Himmelswürde freu'n. 2. Gib, daß mein ganzes Herz Sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich Dein Auge findlich scheue. Wer, als ein Christ, sich liebt, Der flieht auch als ein Christ, Was wider deine Furcht Und Menschenliebe ist. 3. Erinnre mich an diese Würde, Gott, dessen Hand dazu mich schuf! Sie sei mir bei des Lebens Bürde Ermunt'rung, Troft und Tugendruf; Sie lehre mich mit Sorgfalt meiden, Was meinen Menschenwerth entehrt. Ist jene Welt mit ihren Freuden Nicht jedes größten Opfers werth? 4. Getreu dem himmlischen Berufe, Will ich auf dich, mein Vater, seh'n, Um stets zu einer höhern Stufe Der Heiligkeit hinanzugeh'n. Mein Ziel sei: frei von allen Mängeln, zu seh'n in deinem Licht das Licht, Zu schauen dich mit deinen Engeln Von Angesicht zu Angesicht.( 119) 3. Kein schnöder Eigennuß Beherrsche meine Seele; Und wenn zu meinem Glück Jch Weg' und Mittel wähle, So laß mich stets dabei Auf Recht und Wahrbeit schau'n, Auch nie mein Wohl= ergeh'n Auf And'rer Elend bau'n. 4. Nie blende mein Gemüth Der Eitelkeiten Schimmer; Die Welt mit ihrer Luft Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns turze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänzlich Gut Ift's, was uns glücklich macht. 5. Ein Gott ergeb'nes Herz, Ein ruhiges Gewissen, Nur das allein fann uns Des Lebens Last versüßen; Das bleibt uns auch im Tod, Und folgt uns aus der Zeit Mit seinem Segen nach Bis in die Ewigkeit. 6. felig, wer danach Mit heil'gem Eifer trachtet, Und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Ist glücklich in der Zeit, Und selig einst bei dir In alle ( 34) Ewigkeit. Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. O Gott, du frommer ic. 624. Dein Wille ist's, o Gott, Ich soll mich selber lieben! O, laß mich diese Pflicht Nach deiner Vorschrift üben! Ich sehne Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht versteh'n! Gib, daß ich 625. Wer bin ich? welche mir die Wahrheit sage, Um mich Pflichten gegen uns selbst. 374 so, wie ich bin, zu seh'n. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; Du schufft mich, Gott, zu deinem Preis! Dazu mein Leben anzuwenden, Das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum Auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß: Herr, bin ich das auch in der That? Ach, öffne du mir das Verständniß, Recht einzuseh'n, ob ich den Pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh', Und ob ich fest im Glauben steh'. 4. Du fenneft meines Herzens Tiefen, Die mir selbst unergründlich sind; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich sei Christo gleichgesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, Der auch den Frommen täuschen kann! 5. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet; Hilf mir ihn wandeln für und für! Bin ich vom rechten Pfad noch fern; Lehr' mich ihn suchen, Geist des Herrn! 6. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo Reue Nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug, Und frei von schnödem Selbstbetrug!( 34) kennst den Rath der Seelen. Ich nahe mich zu dir; Voll Demuth bitt' ich dich, Gib Selbsterkenntniß mir, Daß ich nicht täusche mich. 2. Ich bin ein Christ, getauft, Mein Gott, auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht Des Christenthums, und kamen Die Werke, die ich that, Aus Liebe und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, So ehr' ich Christum nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt? Hab' ich mein ganzes Leben Der Heiligung geweiht, Mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht Gebessert und erfreut? War ich, was er befiehlt, zu thun auch stets bereit? 4. Vertraut' ich standhaft dir In Kummer, Noth und Leiden? Dankt' ich dir für mein Glück? Blieb ich bei meinen Freuden Dir findlichtreu; war ich Auf's Ewige bedacht; Und hab' ich jeden Tag So, wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist Mit allen seinen Kräften, Den Willen und Verstand zu nüßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib Mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Lust Genährt und angefacht? 6. Hab' ich die, die du mir Zur Aufsicht anvertrauet, Durch eignes Beispiel gern Gebessert und erbauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl, Für ihre Seligkeit, Und straft' ich ihr Vergeh'n Mit Ernst und Freundlichkeit? Mel. Gott du frommer 2c. 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschen626. Gott, du erforscheft liebe? Und regten sich in mir Des mich; Dir kann ich nichts verhehlen! Du siehest jede That; Du Mitleids edle Triebe Bei meiner Brüder Noth? Floh ich des Stol Selbsterkenntniß und Demuth. 375 zes Reiz? Verschloß ich Aug' und| len So eifrig zu erfüllen, Als es Herz Der Habsucht und dem dein Wort gebeut? Thu' ich's aus Geiz? reinem Triebe Der Dankbarkeit und Liebe? Wird's nie durch Eigensucht entweiht? 8. Hab' ich, wie Jesus that, Gesegnet, die mir fluchten? Hab' ich auch die geliebt, Die mir zu schaden suchten? Beherrscht' ich tets den 3orn? Zeigt' ich Verföhnlichkeit? Erregte nie in mir Der Brüder Glück den Neid? 3. Der Sünden meiner Jugend, Der Mängel meiner Tugend, O Herr, gedenfe nicht! Willst du mit beinen Knechten, Wie wir's verdienen, rechten; So trifft uns alle dein Gericht. 9. War ich der Unschuld Trost, Und hab' ich sie vertheidigt? Hab' ich durch Härte nie Den Dürf tigen beleidigt? Brach ich den Hungrigen Mein Brod, und that ich's gern? War Uebermuth und Trog Und Herrschsucht von mir fern? 4. Doch wenn auch, dir zur Ehre, Rein meine Tugend wäre, So ist sie's, Herr, durch dich! Du gabst mir Lust und Kräfte Zum Heiligungsgeschäfte; Dein Geist wirkt in mir und durch mich. 5. Was ich nur Gutes habe, Ist deine milde Gabe, Du Herr der ganzen Welt! Du segnest meine Tage; Ihr Glück und ihre Plage Schickst du, wie es dir wohlgefällt! 10. Allwissender, wer kann, Wie oft er fehle, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir. Laß ihren Trost auch 6. Sollt' ich mich denn erheben, mein, Und mich dadurch gestärkt Zum Fleiß der Beff'rung sein. Wenn mir in diesem Leben Viel ( 210) Gutes widerfährt? Ich bin viel zu geringe Der Huld, die ich besinge, Die Alles, Alles mir gewährt. 7. Das nüglich anzuwenden, Was bu mit Vaterhånden Mir gnädig zugewandt; Dein treuer Knecht zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden; Dazu gib De( 55.34) Mel. Nun ruhen alle Wälder 20. 627. Gib, Gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nie erfühne, Darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Wil- muth und Verstand! Aufmerksamkeit auf sich selbst, Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. ma- borol Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 628. Versäume nie, dich selbst zu prüfen; Dies ist des Christen stete Pflicht. Erforsche deines Herzens Tiefen, Und traue diesem Herzen nicht! Sei wachsam, weil nur allzuleicht Die Lust am Bösen dich beschleicht. 2. Du sprichst: ich hasse falsche 376 Pflichten gegen uns selbst. Tücke, Zorn, Hoffahrt, Eitelkeit| was wäre sie, Wenn sie nicht und Geiz. Besiegst du auch mit fämpfen müßte? gleichem Glücke Die Misgunst und der Lüste Reiz? Wer nicht die laster alle dämpft, hat noch nicht, wie er soll, gekämpft. 2. Die hier sich ihrer Laster freu'n; Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein, Und haben keinen 3. Oft ruhen manche böse Frieden. Der Fromme, der die Triebe Aus Mangel der Gelegen- Lüste dämpft, Hat oft auch seine heit: Dann schmeichelt dir die Leiden; Allein der Schmerz, mit Eigenliebe, Du seist von ihnen dem er kämpft, Verwandelt sich ganz befreit. Vielleicht ist nicht in Freuden. mehr weit dahin, Daß sie dich in ihr Nege zieh'n. 3. Des Lasters Bah'n ist Anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, Läßt nichts, als Mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. Bald überrascht mit stolzen Freuden Uns ein verblendend schimmernd Glück; Bald stürzet uns in Gram und Leiden Ein uns erwartet Mißgeschick: Bald ist es Lust, bald Traurigkeit, Die hier den armen Geist zerstreut. 5. Wie schwer ist's nicht, dem 4. Nimm an, Gott hätt' es Fall entgehen In der verführungsvollen Welt! Ach, wer sich dünket, fest zu stehen, Der sehe zu, daß er nicht fällt! Der beste Vorsag ist doch schwach, Und die Bersuchung tausendfach. uns vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen; Nimm an, Gott ließ den Undank zu, Den Frevel, dich zu fränken, Den Menschenhaß: was würdest du Von diesem Gotte denken? 6. Wie selig werden wir einst leben, Wenn, von des Leibes Fesseln frei, Wir ewig, Herr, dein Lob erheben, Unwandelbar der Tugend treu! Dort werden wir von Sünden rein, Und sicher vor Verführung sein. 5. Jhn fürchten, das ist Weis, heit nur, Und Freiheit ist, sie wäh len. Ein Thier folgt Trieben der Natur; Ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lob, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! Mel. Durch Adams Fall ist ganz zc. 629. Oft flagt dein Herz, wie schwer es sei, Den Weg des 6. Lern' nur Geschmack am Herrn zu wandeln, Und Gott und Wort des Herrn Und seiner deinen Pflichten treu Zu denken Gnade finden, Und übe dich geund zu handeln. Wahr ist's, die treu und gern, Dich selbst zu überTugend fostet Müh; Jhr wider- winden. Wer Kräfte hat, wird steh'n die lüste: Doch richte selbst, durch Gebrauch Noch mehr von 377 krönt. Wie hat der Herr gestritten; Der Herr, der uns mit Gott versöhnt, Er, der für uns gelitten Am Delberg und am Kreuze! 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne! Getrost! durch uns're Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob Tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken Tausend sänken; Wankt dennoch nicht! Gott wird sein Reich, Wird Kraft zum Streit euch schenken, Wenn ihr nicht muthlos weichet. 3. 3war groß ist eures Kampfs Gefahr; Doch darf sie euch nicht schrecken. Gott ist mit euch, und wunderbar Wird Gottes Schuß euch decken. Er stärft, der mäch tig stärken kann, Wenn wir um Hilfe flehen. Er reicht die Waffen: legt sie an; So könnt ihr muthvoll stehen, und freudig überwinden. Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. Gott bekommen; Wer aber nichts hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 7. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Gab je ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brod begehrte? Bet' oft; Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte! d 8. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel'ger Geister. Ihn zeigte dir und ihn betrat Auch er, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschenkindern! 9. Sei stark, sei männlich allezeit! Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben, Und Kräfte der zukünft'gen Welt, Die werden ihn erheben. 4. Löscht aus, mit Gottes Kraft erfüllt, Des Bösen Flams menpfeile! Ergreift, ergreift des Glaubens Schild; Schüßt euch mit Christi Heile, Mit diesem Helm auf eurem Haupt, Und mit des Geistes Schwerte: Das ist's, das selbst der Tod nicht raubt, Das mächtige, bewährte, Das feste Wort des Lebens. 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ewigen, nicht sehen. Verging er auch in seiner Noth, Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens furzem Streit, Mel. Es wolle Gott uns gnädig 2c. 630. Ihr Mitgenossen, auf Nach seinen kurzen Leiden, Wird zum Streit, Damit uns Gott be lobne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Ueberwinder Krone, Der Weichende wird nicht geihn der Herr der Herrlichkeit Mit seines Himmels Freuden, Mit ew'ger Wonne lohnen. 6. Ach, Hüter, ist die Nacht 10. Und endlich, Chrift, sei unverzagt, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; Er sieht auch auf den Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein; Dies muß dein Herze stillen. ( 55) 378 pudnion Pflichten gegen uns selbst. Whe bald hin, Die dunkle Nacht der du Gottes Ebenbild, Von wilder Erden? Wenn ich einst Ueber- Fleischeslust erfüllt? winder bin, Wird Licht das 5. Ist's Sünde nur, die That Dunkel werden. Des Sieges- vollbringen, Die selbst vor Mentages Morgenstern Erglänzt vonsschen dich entehrt? Sollst du nicht Gottes Höhen! Bald bricht er auch den Trieb bezwingen, Der an, der Tag des Herrn! Am des Verbotenen begehrt? Gott Thron werd' ich dann stehen, ist's, der in's Verborg'ne siebt, Und Alles, Alles erben!( 94) Dem fein Gedank', kein Wunsch Mel. Wer nur den lieben Gott zc. entflieht! 6. Kannst du ihm findlich froh 631. Der Lüfte Reiz zu vertrauen, Wenn böse Lust dein widerstreben, Laß, Höchster, Herz entweiht? Kannst du dereinst meine Weisheit sein! Sie sind sein Antlig schauen Und seines ein Gift für unser Leben, Und Himmels Herrlichkeit, Wenn ihre Freuden werden Pein. Drum nicht hienieden schon dein Geist fleh' ich demuthsvoll zu dir: O Der Lüfte Herrschaft sich entreißt? schaff' ein reines Herz in mir! 7. Denk' oft den mächtigen 2. Die Luft verkürzet uns're Gedanken: Nur Unschuld sei der Tage, Verzehret selbst des Kör- Seele Glück. Der halte, fängst pers Kraft; Verachtung, Armuth, du an zu wanken, Dich von dem Noth und Plage Sind Früchte Falle noch zurück. Es fühlt die wilder Leidenschaft. Der haßt schuldbefleckte Brust Nie mehr der sich selber, der sie liebt, Und sich Unschuld reine Luft. in ihre Fesseln gibt. 8. D, pflanze selbst in meine 3. Sie raubt dem Herzen Seele Rechtschaff'ne Lieb' und Luft Muth und Stärke, Schwächt den zu dir! Gott, was ich denke, was Verstand, der Seele licht. Sie ich wähle, Bezeuge deine Lieb' in lähmt den Eifer guter Werke, mir! Dich lieben als dein EigenRaubt Ernst und Luft zu jeder thum, Das sei allein mein Heil Pflicht; Führt Reue, führt Ge- und Ruhm. wissensschmerz In das von ihr 9. Dann werd' ich siegreich zerriff'ne Herz. überwinden, Und Herrscher mei4 Der Mensch sinft unter ner Lüste sein. Dann werd' ich ihrer Bürde Zur Niedrigkeit des Gnade vor dir finden, Mich ewig Thiers herab.. Er schändet und deiner Liebe freu'n, Und an dem entehrt die Würde, Die ihm sein Ende meiner Bahn Der Uebers heil'ger Schöpfer gab. Wie wärst winder Kron' empfah'n!( 55.126) Weltverleugnung und Streben nach höheren Gütern, als diese Welt geben kann. Mel. Sollt' es gleich zc. ten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöpfungen Ges 632. Urquell aller Seligkei- biet; Bater, hör' mein flehend Lied! 100 0379 Weltverleugnung. 2. Nicht um Güter dieser geplagter müder Geist! Gib gute Erden, Des erhab'nen Geist's Nacht Der Erde Pracht! Nach Beschwerden, Nicht um eitle Besserm sehnet sich mein Herz; Weltluft fleht, Gnadenvoller, Es geh' mein Wandel himmelmein Gebet! es and 3. Schäße, die mir nie verstäuben, Güter, welche ewig bleiben, Güter, eines Christen werth, Sind es, die mein Herz begehrt! 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht' ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt. 5. Liebe aus dem Himmel stammend, Immer rein und immer flammend, Liebe, die für Andre lebt, Und ihr Heil zu fördern strebt. 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt mir Alles raubte, Hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wiederfinden soll: 7. Duldung, alle Lebensplagen, Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tob Mich erlöst von dem Gebot: 8. Und dann Christenmuth im Sterben, Wenn die Lippen sich entfärben; Wenn das matte Herz nun bricht, Trost und starke Zuversicht: wärts. 2. Jhr Berg' und Hügel! hebt euch immer Empor in stolzer Herrlichkeit! Sie bleibet nicht; ihr fallt in Trümmer Gleich allen Dingen dieser Zeit! Habt gute Nacht! Ich hab's bedacht: Fürwahr, mir ist es hohe Zeit, Zu fliehen die Vergänglichkeit! 3. Ihr seid ja wohl, ihr grünen Auen, Im Sommer lieblich anzusehn. Doch bald wird man an euch auch schauen, Wie alle Schönheit muß vergeh'n. Drum gute Nacht! Nimm dich in Acht, Mein Herz; du liebest von Natur Nur allzugern die Creatur. 4. Hast du bisher zu sehr geliebet, Was deine Zeit und Kraft verzehrt; Entsag' ihm jeßt: sei nicht betrübet, Wenn Gott dir den Genuß verwehrt. Gib gute Nacht! Auf, es erwacht Des Geistes heil'ger Trieb in mir Nach dem, was bleibet für und für. 5. Hinweg, du schnöde Eigenliebe! Du läsfest doch die Seele leer. Nur Gott gehöret meine 9. Willst du, Herr von meinem Liebe; Jhm nur gebühret Preis Leben, Diese Seligkeit mir geben; und Ehr. Nun gute Nacht, Was Heil dann, Bater, ewig mir! eitel macht! Ich gehe von mir Ewig Preis, Anbetung dir! selber aus, Und ziehe in des Vaters ( 179) Haus! 6. Ach, löse selbst des Geistes Schwingen; Mach' mich von allen Banden frei. Hilf, Jesu, Eines mir erringen, Daß ich ganz dir ergeben sei. Welt, gute Nacht! Vergebens lacht Dein Reiz, der Eigne Melodie. 633. Entfernet euch, ihr matten Kräfte Von Allem, was nur irdisch heißt! Laß ruh'n die weltlichen Geschäfte, Mein lang 380 Pflichten gegen uns selbst. mich so oft bethört Und nie, was 8. Verbirg' mich, Herr, in er versprach, gewährt. stillem Frieden; Gib Ruhe mir 7. D fel'ge Freiheit, hoher in deinem Schoos! Mach mich Friede, Wenn Erdensorge mich von Allem abgeschieden, Und nicht drückt; Wenn mich, der Er- von den Creaturen los! Nun denleiden müde, Ein Blick nach gute Nacht! Die Liebe macht, jener Welt entzückt! Gram, gute Daß ich die Welt verleugnen Nacht Sei dir gesagt, Weil ich kann, Und sehne mich nur him. bereits in meinem Sinn Als melan! as die son Himmelsbürger König bin! BE Sorge für die Seele und ihr Heil durch christliche Weisheit, edeln Wahrheitsfinn, Herzensreinheit und Frömmigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 634. Herr, meiner Seele großen Werth, Den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, Und auf die Sorge für ihr Wohl, So unermüdet, als ich soll, Den größten Eifer lenken! ergeb', Und was ich hier im Glauben leben An dich, Sohn Fleisch noch leb', Laß mich im Gottes, der du mich So hoch geliebt hast, daß du dich Für mich dahingegeben. 6. In meiner ganzen Pilgerschaft Laß mich, gestärkt durch deine Kraft, Nach jenem Kleinod trachten, Das mir dein Ruf vor Augen stellt, Und alle Leiden dieser Welt Für nichts dagegen achten! 7. Wie werd' ich dann so selig sein! Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, In dir, Gott, ruhig leben; Und du wirst nach vollbrachter Zeit Auch mich gewiß zur Herrlichkeit In deinem Reich erheben! ( 34) 12 2. Wie hoch ist sie von dir geacht't! Welch Glück hast du ihr zugedacht, Wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu sein, Und hast es in ihr zu erneu'n, Selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zugroß für diese furze Zeit, Bestimmt zum Glück der Ewigfeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, Durch Glauben und Gottseligkeit Zu größerer Vollkommenheit Im Himmel reif zu werden. Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 4. Mit großer Treue willst du sie Selbst durch des Lebens furze 635. Nach meiner Seele Müh' Zu diesem Ziele führen. Seligkeit Laß, Herr, mich eifrig laß mich nicht durch eigne ringen! Sollt' ich die kurze GnaSchuld Das Heil, das deine Badenzeit InSicherheit verbringen? terhuld Ihr auserseh'n, verlieren! Wie würd' ich einst vor dir be 5. Gib, daß ich dir mich ganz steh'n? Wer in dein Reich Sorge für die Seele. 381 wünscht einzugeh'n, Muß reines| stüßest? O, stärke mich, mein Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmen flehen; Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, bein Unterricht In deinem Wort bezeichnet! Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh', Und dort das ( 34) ew'ge Leben. mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 636. Lehre, Herr, mich recht bedenken, Was die wahre Weißheit sei! Meinen Fleiß auf sie zu lenfen, Steh' dein Geist mir mächtig bei! Denn die Klugheit dieser Welt, Die der Thor für Weisheit hält, Fördert nicht mein Wohlergehen, Und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn uns're Seelen Deines theuern Wortes Licht Sich allein zum Leitstern wahlen, Und mit fester Zuversicht Diesem Licht sich anvertrau'n: Denn die folgsam darauf schau'n, Darauf ihre Hoffnung gründen, Werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, danach 5. Was führt mich zur Zufrie- trachten, Recht mit sich bekannt denheit Schon hier in meinem zu sein, Sich nicht schon vollkomLeben? Was kann mir Trost und men achten, und den Eigendünkel Freudigkeit In Noth und Tod scheu'n; Gern auf seine Fehler noch geben? Nicht Menschen- seh'n, Sie gebeugt vor Gott gegunst, nicht irdisch Glück; Nur steh'n; Eifrig stets nach Besf'rung Gottes Gnade und der Blick Aufstreben, Doch sich deß nie überjenes Lebens Freuden. heben. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; Drum laß auch hier auf Erden Des Geistes wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; Nichts sei so groß, Nichts mir so lieb, Das ich ihm nicht aufopf're! 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Darüber flieh'n und meiden: Was hülfe mir's? Kann auch die Welt Mit Allem, was sie in sich hält Mir deine Gnad' ersegen? 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten! Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht dereinst besteh', Sei meine größte Sorge! 4.Weisheit ist es, Christum ehren, Ihm, dem Gottessohn, vertrau'n; Nur auf seine Stimme hören, Nur auf seinen Wandel schau'n; Gern nach Gottes Willen thun, Still in seiner Fügung ruh'n, Und wenn Leiden uns beschweren, Hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßest, Und mich zur Treu' in 5. Weisheit ist es, Alles meis den, Was mit Reu' das Herz be dieser Pflicht Mit Kräften unterschwert, Und sich hüten vor den 382 Pflichten gegen uns selbst. Freuden, Die der Sünde Dienst Sie bricht, wie deine Sonne, Wie gewährt; Menschenruhm, der Morgenglanz hervor. Zum licht, bald verblüht, Lust, die im Genuß zur Himmelswonne, Zu dir führt schon flieht, Nicht für seinen Him- sie empor. mel achten, Nein, nach Gottes Reiche trachten. 4. Tief präg' es meiner Seele, Du Gott der Wahrheit, ein, Dağ ich nur sie erwähle, Um ähnlich dir zu sein! Erinnre mein Ge wissen, Du hasseft Heuchelei, Da mit ich stets beslissen Der lautern Wahrheit sei. 6. Weisheit ist es, stets bedenfen, Daß, was irdisch ist, vergeht, Wunsch und Hoffnung dorthin lenken, Wo das Ziel des Glaubens steht; Seine Blicke unverwandt hin auf jenes Vaterland Richten, und mit Eifer streben, Für die Ewigkeit zu leben. 7. Diese Weisheit ist auf Erden Unsrer Seelen bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, Deren Weg ist Licht und Heil. Diese Weisheit kommt von dir; Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu allen Zeiten Auf den Weg des Friedens leiten.( 49.19) Mel. Valet will ich dir zc. 637. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue liebet, Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält! 2. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte; Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Geschreckt durch dein Gericht. 3. Dich kann der Schein nicht trügen, In den sich Lüge hüllt. Die Wahrheit nur wird siegen; Du bist ihr Schirm und Schild. 5. Gib Muth, fie zu bezeugen, So oft die Pflicht mich dringt. Nie laß mich blöde schweigen, Auch wenn Gefahr sie bringt. Gib Weisheit, daß ich wisse, Wo ich ohn' alle Scheu Frei sie bekennen müsse, Wo Schweigen beffer sei. E 6. Hier leuchtet deine Wahrheit In schwächern Strahlen mir. In ihrer vollen Klarheit Schau' ich sie dort bei dir! Laß ihren Pfad Kind, Dich selbst mit Allen sehen, mich gehen, So werd' ich, als dein Die aus der Wahrheit sind! ( 19.83) Mel. Eins ist Noth, ach Herr, c. 638. Gott, von Außen und von Innen Kennest du auch mich, und siehst All' mein Lassen und Beginnen, Das an's Licht hervor du ziehst! Du kennest des innersten Herzens Gedanken, Noch ehe sie treten in menschliche Schranken. O laß mich von Herzen doch lau ter stets sein, Und mache mein Inneres redlich und rein! call 2. Der du Herz und Nieren prüfest, Vater, ja, du prüfft auch mich; Wohnst im Lichte und vertiefest Auch in unsre Herzen dich! O werd' ich in dich nur auch tiefer Sorge für die Seele. 383 geleitet; Wie muthig mein Fuß 2. Wie Meereswogen drängen zur Vollendung dann schreitet! sich Gedanken auf Gedanken. Wie selig, du seligstes Wesen, in dir Genieß ich den Himmel dann hier schon, ja hier! Der kühne Geist schweift ohne dich leicht außer seinen Schranfen. Da sende ihm von deinem Thron Zur Führerin-- Religion! 3. Falschheit hat dich nie be3. Still ordnet ihre sanfte trogen, Nie getäuscht Ünlauterfeit. Wahrheit hat dich ange- Hand Die fluthenden Gedanken. zogen; Dir gefällt Aufrichtigkeit. Fest hält ihr mächtig zügelnd Du schaust auch die allerver- Band Das Herz in heil'gen borgensten Wege, Wo immer ich Schranken. Sie rüstet uns mit liege und wo ich mich rege. O leite Gotteskraft Zum Siege über du selbst mich die himmlische Leidenschaft. Bahn! Geh selbst mir, mein Licht und mein Führer, voran! 4. Von ihr empor getragen, steigt Vertraulich das Gemüthe zu dir, den kein Gedank' erreicht, Und freut sich deiner Güte. Sie knüpft an Staub und Grab und Zeit Gedanken einer Ewigkeit. 4. Gott, durch deine tausend Welten Blickft in's Innerste du mir! Schein und Lüge kann nicht gelten, O Allwissender, vor dir! Dem Freunde der Wahrheit nur 5. Allheiligend durchdringe sie, wird es gelingen, In deine all- Herr, meine ganze Seele, Daß heilige Nähe zu bringen, Zu ich, so lang ich walle, nie Auch in scheuchen die Nacht und den dun- Gedanken fehle! Nie werd' in felen Wahn, Zu wallen in Frie- meiner Brust gehegt, Was deine den gen Himmel die Bahn! Sichtung nicht erträgt. 6. Sei du mein heiligster Gedank' Bei Allem, was ich thue; Bei Glück und Leid im Lebensgang, Bei Arbeit und bei Ruhe; Der legte vor des Todes Nacht, Der erste, wenn mein Geist er wacht! ( 83) 5. O der seligen Empfindung Deiner Näh' und Gegenwart! der innigen Verbindung, Bin ich gleich von Staub umstarrt! Wie friedlich die Blumen zur Sonne sich halten, Im Lichte zum lieblichen Duft sich entfalten, So sei meine Seele ganz friedlich und ftill! Sie wolle nur, was der Allliebende will. ( 35) Mel. Auf, Chriftenmensch, auf sc. 639. Der du Gedanken, Wort und That Allwissend kennst und sichtest, Des nachtumhüllten Herzens Rath Erforschest, prüfest, richtest! O leite selber meinen Sinn Auf Wahrheit nur und Tugend hin! se de Mel. Wo ist Jesus meine Liebe ic. 640. Kleinod nie entweihter Tugend, Welches reine Seelen schmückt, Unschuld, mache meine Jugend Und mein Alter einst beglückt! Du, des Jünglings beste Gabe, Du, des Mannes Kraft gewinn, Und an seinem schwachen Stabe Noch des Greises Trösterin! 2. Stimmen der Verführung schallen Um den schwachen Mens 384 Pflichten gegen uns selbst. schen her; Ach, oft erst, wenn er Ohr, Hält sein Fehlen, sein Vergefallen, Gibt er Gottes Wort säumen Der erschrocknen Seele Gehör! Doch die Ruh entweicht vor. dem Herzen, Unschuld, wenn dein Glück entweicht! Und mit unheilbaren Schmerzen Tauschten wir dein Glück so leicht? 4. Hilf in meinen Jugendjahren, Hilf mir auch als Mann und Greis Meine Unschuld, Gott, be wahren, Mir zum Segen, dir 3. Reue quält mit Schlangen- zum Preis! Mich entweihen dann bissen Den Gefallnen Tag und nicht Lüfte, Mich beglückt ZufrieNacht. Er schläft ein; doch sein denheit; Wenn ich heut' dann Gewissen, Sein geheimer Richter sterben müßte, Sterb' ich doch mit wacht, Stürmt in unruhvollen Heiterkeit. Träumen Harte Klagen in sein ( 185) Heilighaltung des Körpers und Leibespflege; Sorge für das zeitliche Wohl und rechtes Ver: halten hinsichtlich der äußeren Lebensgüter. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 641. Mein Leib soll, Gott, dein Tempel sein Mit allen seinen Gliedern! Ihn soll ich dir zum Dienste weih'n, Zum Dienst auch meinen Brüdern. O gib, daß ich dein Heiligthum Für sie und, Herr, für deinen Ruhm Stets unbefleckt bewahre! 2. Gib eine keusche Seele mir, Daß ich mit meinem Leibe Nie frevle, daß er immer dir, O Gott, geheiligt bleibe; Daß rein und feusch mein Auge sei, Und sittsam, daß ich's immer frei Zu dir erheben könne! Laß fest mein Ohr verschlossen sein, Scham meine Wange röthen! Mein Schild sei heil'ge Furcht vor dir, Daß nicht der Wollust Zauber mir Der Unschuld Würde raube! 5. Ach, wo die Unschuld weicht, da flieht Des Herzens Fried' und Stille. Wo schnöder Wollust Flamme glüht, Fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödet und verheert Mehr Segen, als das Schwert zerstört, Als Pest und Gluth zerstören. 6. Heil dem, der deiner nie vergißt, Nicht, Gott, dein Werk zerstöret; Der immer reines Her zens ist, Der deinen Tempel ehret! Mein Leib auch soll dein Tempel sein; Dann wirst du herrlich ihn erneu'n In himmlischer Ver klärung! ( 24) 3. Auch meine Zunge rede nie, Was schändlich ist zu hören. Nie laß der Unschuld Nechte sie Durch frechen Scherz entehren. Bestimmt zum Opfer des Gebets Und deines Lobes, rede stets Mein Mund, was nügt und bessert. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 4. Bei der Verführung Schmei- 642. Wie mannichfaltig chelei'n, Bei unverschämten Reben sind die Gaben, Durch die uns, Sorge für das Leibliche. 385 Herr, dein Wohlthun nährt, Die gescheh'n, Und, daß ich den Geunsern Geist und Leib zu laben, nuß versüße, Laß mich auf dich, Uns täglich deine Hand gewährt! den Geber, seh'n; Auf dich, der Auch das, was unser Mund ge- du uns zärtlich liebst, Und Nahnießt, Zeigt uns, wie freundlich, rung und Erquickung gibst!( 34) Gott, du bist! 2. Du segnest Auen und Gefilde Mit nie erschöpfter Fruchtbarkeit, Die deine väterliche Mitbe Und Allmacht Jahr um Jahr erneut, Damit der Mensch, von Sorge frei, Sich sättige und dankbar sei. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 643. O Gott, aus dessen Segensmeere Für Mensch und Engel Segen fließt, Und gleicher Segen dir zur Ehre Für Geist Trong no 122 und Sinne sich ergießt! Leit' auch E durch irdischen Gewinn Den Geist zu bessern Gütern hin! 2. Du rufft bei deinem Erden segen Der Weisheit Lehren in mein Herz. Du führest mich auf Blumenwegen Zu meiner Pflicht und himmelwärts. Du fegnest nie bloß für die Zeit; Du segnest für die Ewigkeit! 4. Doch laß mich mäßig im Genusse Der Gaben deiner Güte 3. Laß denn bei irdischen Gesein, Und Nichts von deinem Ueberflusse Durch üppig Schwel- nüssen Dies meine erste Sorge gen je entweih'n. Auch Mäßigung und Nüchternheit Sind Zeugen unsrer Dankbarkeit. sein: Durch Frömmigkeit sie zu versüßen, Durch Christenweisheit sie zu weih'n. Was mir zu geben dir gefällt, Sei Segen auch für deine Welt! 0- um: fine 5. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, Erniedriget den 4. So werden deiner Milde freien Geist, Entflammet Lüfte, die entehren, Erstickt den Dank, Gaben Gewiß durch Mißbrauch der, Herr, dich preist; Macht nie zum Fluch; So hab' ich, mag träge, wenn die Arbeit ruft, ich wenig haben, Doch immer Bringt Elend, führt oft früh zur deines Segens g'nug, Únd stoße Graft. muthig jedes Glück, Vor dem die Tugend fleucht, zurück. 3022 6. Wer sich das Fleisch zum Gott erforen, Unmäßig Gottes 5. Mir folgt bis an der LaufGaben braucht, Ift für das Him- bahn Ende Dann Gutes und melreich verloren, zu dem kein Barmherzigkeit. Du gabst's, du Knecht der Lüfte taugt. Er fä'te nimmst's; in deine Hände Leg' auf das Fleisch allein; Verderben ich den Segen dieser Zeit. Entwird die Aernte ſein! usziehst du mir der Erde Heil; Dort 7. So oft ich Speis' und Trank finde ich ein bess'res Theil!( 83) genieße, So laß es mit Vernunft 25 3. Du gibst, daß wir nicht Mangel leiden, Uns reichlich unser täglich Brod, Gibst zum Bedürfniß auch noch Freuden Für jeden Sinn, du guter Gott! Wie ist zum Wechsel im Genuß So groß der Gaben Ueberfluß! 386 Mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald entführt ein stolzer Mel. Straf mich nicht in deinem ic. 644. Viele Freuden streu'st du hin Auf den Weg des Lebens; Schöpfer, diesen Vatersinn Zeigst 3. In den Besig von Schäßen du nicht vergebens. Du erfreust Und Gütern dieser Zeit Will ich Unsern Geift, Um ihn anzutrei- den Ruhm nicht seßen: Sie sind ben, Stets dir treu zu bleiben. Sinn Mich von der Demuth Pfade, Verbirgt mir, wer ich bin! 2. Gütig gabst du uns Gefühl Für den Reiz der Erde, Daß der doch Eitelkeit. Sie sind so oft des Thoren Glück, Verlaffen uns im Tode, Und bleiben hier zurück. Lauf zum hohen Ziel Uns erleich- 4. Nicht Stand und äuß're fertwerde; Und auch ich Freue mich; Denn du hast mir Leben Und Gefühl gegeben. 3. Doch ich soll des Lebens Lust Menschlich nur genießen, Meiner Würde mir bewußt Jeden Tag beschließen. Overleihheil'ge Scheu, Daß ich sorgsam meide Jede wilde Freude! Würde Verblende meinen Sinn. Wie oft zieht ihre Bürde Den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein Der Ruhm, nach dem ich ringe; Nur der bleibt ewig mein. 4. Gib, Gott, daß ich weise fei, Wenn mir Freuden winken! Laß mich nicht, dir ungetreu, Je in Taumel sinken. Seite mich, Daß ich dich Auch in Freuden ehre, Und mein Heil nicht störe. 5. Dich kennen, meine Pflichten Mit Fleiß und Nedlichkeit Ge wissenhaft verrichten, Wie mir dein Wort gebeut, Und überall mein Christenthum Nach Jesu Vorbild üben: Das sei mein wahrer Ruhm! Pradell 5. Alle Luft der Sinnlichkeit Wird vorüber fließen; Nur was Geist und Herz erfreut, Werb' ich stets genießen. GuterGott, laß im Tod, Wenn die Sinne schwinden Mich dies Heil empfinden!( 148) 6. Dein Beifall ist das Größte, Wonach ich streben kann; Wenn ich mich dessen tröfte, Wie glücklich bin ich dann, Ob mir es auch an Lohn der Welt, An Mens schenlob und Ehre Bei guten Thaten fehlt! Pflichten gegen uns selbst. frostsin sid Mel. Wenn meine Sünd' 2c. 645. Laß, Herr, nach eiteln 7. Einst, wann am großen Tage Der Ehre Dunft verfliegt, Und, Herr, auf deiner Wage Verdienst und Würde liegt; Ehren Mich niemals geizig sein! gib dann nur an deinem Thron Laß deinen Geist mich lehren, Die ew'ge Ehrenkrone Auch mir Der Ehre mich zu freu'n, Die zum Gnadenlohn!( 72) selbst vor dir, o Gott, besteht, Und mit mir von der Erde Zum Himmel übergeht! mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. m 646. Herr, lehr' mich gewissenhaft Mein zeitlich Gut verwalten! Verleihe mir Verstand und Kraft, Treu damit hauszu2. Nie blende mich der Schimmer Des Anseh'ns vor der Welt; Das bleib', o Bater, immer 387 durch sie Den Brüdern auch die Sorg' und Müh' Des Lebens gern erleichtern! 8. Es fommt ein Tag der Rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein Gemüth gewissenhaft Zur Treu' im Ird'schen lenken, Daß von den Gütern dieser Zeit Ich einst noch in der Ewigkeit Den reichsten Segen ärnte! ( 70) Sorge für das Leibliche. halten, Wie mir es nügt und dir gefällt, Daß ich die Güter jener Welt Darüber nicht verliere! 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir Und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir Mein zeitliches Vermögen. Zu meinem und zu Andrer Wohl Verliehst du mir's; Herr, dazu soll Ich weislich es gebrauchen! 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich und von Erde. hilf, daß ich nie zu lebermuth Dadurch verleitet werde. Nie ziehe irdischer Gewinn Mein Herz so tief zur Erde hin, Daß ich mein Heil vergesſe! 4. Was hülfe mir die ganze Welt Mit allen ihren Schägen, Verblendete mich Gut und Geld, Die Pflichten zu verlegen, Die mich dein heilig Wort gelehrt? Was mir ein ewig Glück gewährt, Nach dem nur laß mich trachten! 5. O schenke dazu gnädig mir, Herr, deines Geistes Gaben; So werd' ich, reich genug in dir, Die besten Güter haben! So bin ich ficher deiner Huld, Voll Friede, Freude und Geduld; Nichts fehlt dann meiner Seele. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. 647. Wohl dem, der bes're Schäße liebt, Als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, An Tugend reich zu werden; Der, von des Glaubens Sinn belebt, Sich über Erd' und Staub erhebt! de 2. Der Herr verbeut den Seinen nicht, Hier Güter zu besigen. Er gibt sie uns, doch auch die Pflicht, Mit Weisheit sie zu nüßen. Sie sollen unser Herz erfreu'n, Und Mittel uns zum Wohlthun sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit Mit ganzer Seele schmachten; Nicht erst nach der Gerechtigkeit Und Gottes Reiche trachten: Nein, Mensch, das ist nicht dein Beruf, Den Gott zur Ewigkeit erschuf! 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, Erstickt die edeln Triebe; Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdränget Gottes Liebe, Und machet, der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu seinem Gott. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein Kann Reichthum nicht erlösen. Es hilft in Todesstunden Nichts, Und Nichts am Tage des Gerichts: Da schüßt er keinen Sünder! 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit Die Güter nicht ver- 5. Er läßt, wie Viel er an sich schwenden, Die du mir gabst, in reißt, Doch nichts recht froh dieser Zeit Sie nüßlich anzuwen- genießen, Quält, nie ersättigt, den. Aus Dankbarkeit laß mich nur den Geist, Ertödet das Ges 25* 388 Pflichten gegen uns selbst. wissen, und reißt durch schmeis| heilig eine Pflicht, Die nicht der chelnden Gewinn Dich blind zu Geiz entehrt und bricht? jedem Frevel hin. Daß 7. D Gott, erhalte mich dabei 6. Wie könnt' ein Herz, von ich mir g'nügen lasse, Habsucht hart, Des Wohlthuns Geiz ewig, als Abgötterei, Von Freuden schmecken, Und in des mir entfern' und hasse! Ein Unglücks Gegenwart Den Ruf weises Herz, ein froher Muth Sei zur Hilf' entdecken? Ist je zu meines Lebens höchstes Gut!( 55) Rechter Gebrauch der Zeit und des irdischen Lebens. Mel. Nun ruhen alle Wälder ac. 6. Was nüßt ein langes Leben 648. Was ist mein zeitlich Dem, der nicht Gott ergeben, strebt? liebet, liebet, Leben? Wozu ist mir's gegeben? Es ist, Herr, dein Geschenk! Du gabst mir's, hier auf Erden Zum Himmel reif zu werden; Deß sei mein Herz stets eingedent! Wer Gott und Menschen Wer Gott und Menschen Im Glauben treu sich übet; Nur der hat lang und wohl gelebt. 2. Hier wird die Saat gestreuet; 2. Hier wird die Saat gestreuet; Dort ärntet man erfreuet Der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, Rechtschaffen dent' und handle, Je reicher wird die Aernte sein. 7. In deine Vaterhände Befehr ich, Herr, mein Ende, Und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben nur dir zum Dienst ergeben; Hilf du selbst meiner Schwachheit auf! ( 34) in Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir im Glauben Der fünft'gen Aerntezeit Mein Leben auf der Erde So werth und wichtig werde, Wie mir's dein heilig Wort gebeut! 649. Mein Leben, das du mir verliehen, Gott, zu bewahren, ist mir Pflicht! Mich eigenmächtig ihr entziehen, Es selbst verkürzen darf ich nicht, Wie hart mich auch mein Schicksal drängt, Das über mich dein Rath verhängt. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in das Grab zu stürzen, Ist wider meine Pflicht. Du, Herr, 2. Der Glaube lehre Muth riefst mich in's Leben! Dir soll mich fassen, Erleuchte meiner ich's wiedergeben, Wenn du Schwermuth Nacht. Der mich gebeutst; doch früher nicht.oierschuf, kann mich nicht haffen, 5. Was leicht in Krankheit Und grenzenlos ist seine Macht. stürzet, Das Leben leicht ver- Ist ihm nicht Alles unterthan, kürzet, laß mich mit Sorgfalt Was mein Geschick erleichtern flieh'n! Doch laß mich auch nicht fann? in stoj zagen, Es für die Pflicht zu wagen: Dann ist ja Sterben mein Gewinn. 3. Nie flöße mir die last der Leiden Den quälenden Gedanken ein: So arm, wie Reiner sonst, an 389 Rechter Gebrauch der Zeit und des Lebens. Freuden, Wie Keiner sonst, ge-| stunden, Die der Allgütige dir gab. plagt zu sein. Ach, Christum Sind sie in seinem Dienst verbrückte größrer Schmerz, Und schwunden; So fürchte nicht das nahe Grab. Dir bleibt von der doch verzagte nicht sein Herz! verschwund'nen Zeit Dann auch Gewinn in Ewigkeit. 4. Es kann vor Nacht schon anders werden, Als es am frühen Morgen ist. Drum trag' ich 5. Doch blick', erfüllt von muthig die Beschwerden, Und fasse Hoffnung, duld' als Christ. Ich grabe mir nicht selbst die Gruft; Ich warte, bis mein Gott mich ruft. Scham und Reue, Auf deine Fehler auch zurück. Dies reize dich zu frommer Treue Und ernster Sorge für dein Glück. So sammelst du noch Weisheit ein Selbst aus den Fehlern, die dich reu'n. 5. Ich habe, Herr, aus deinen Händen Mein Leben! ich empfing es nicht, Es unbedachtsam zu 6. Gebrauche dieses kurze verschwenden; Dein ist es, es gehört der Pflicht. Der Pflicht und dir weih' ich es gern; Jch leb', ich sterbe dir, dem Herrn! ( 151) Leben, Wie dir dein Gott geboten hat. Ermüde nicht in deinem Streben, 3u säen hier die edle Saat, Die für die besf're Zukunft reift, Und einst die Freudenärnte hänft. 7. Der Fromme sieht am Ziel der Zeiten Voll Trost in das Vergang'ne hin, Und schwingt sich zu den Ewigkeiten, Wo nicht, wie hier, die Freuden flieh'n, Und wo der Gott, den er geliebt, Mit Himmelsglanze ihn umgibt.( 119) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 650. Schau hin in die vergangnen Zeiten, Christ, und sammle Weisheit ein, Entfernt vom Dienst der Eitelkeiten, Nur Gott dein ganzes Herz zu weih'n! Dann fehlet dir zu feiner Zeit Das wahre Glück, Zufriedenheit. Mel. Wer weiß, wie nahe mir sc. 2. D danke Gott für alle Freuden, Womit er oft dich hat 651. Wo eilt ihr hin, ihr erquickt! Doch dank' ihm auch für Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, jedes Leiden: Er hat's dir lieb- wo fliehst du hin? Wie mancher reich zugeschickt! In Allem, was Tag ist schon verschwunden, Seiter an dir thut, Bleibt stets sein dem ich auf der Erde bin? Ein Wille recht und gut.großer Theil von meiner Zeit Ist 3. Vergiß nicht, wie er dich schon im Meer der Ewigkeit. beschüßte, Dir in Gefahr zur Seite trat; Dir gab, was deiner Seele nügte, So oft dein Herz ihn darum bat, Und wie er dir noch mehr gewährt, Als je von ihm dein Herz begehrt. 2. Ermunt're dich aus deinem Schlummer, O meine Seel', ermuntre dich! Dies sei dir jetzt ein frommer Kummer, Daß mancher Tag umsonst verstrich. Der leer geblieb'ne Augenblick Ist strafbar und kommt nie zurück. 4. Erinn're dich der Gnaden 390 Pflichten gegen uns selbst. 3. Die ganze Schöpfung ist 9. Gott, meine Tage sind vergeschäftig; Der Stern durch- schwunden, Sie sind, als wie ein wallet seine Bahn; Das kleinste Dunst, verraucht. Ach, wie viel Würmchen wirkt so kräftig, Als tausend edle Stunden hab' ich es nach seinem Dasein kann: Eh' nicht nüglich g'nug verbraucht! noch die Sonn' am Himmel glüht, Sie alle steh'r in deinem Buch: Singt schon die Lerch' ihr Freu- Verzeih', sonst trifft mich noch ihr denlied. Fluch! 4. Und du, o Mensch, der 10. Herr meines Lebens, sei Schöpfung Zierde, Am Geiste doch künftig Mein Heil und hoch, am Körper schön, Bezeigst so wenige Begierde, Den weisen Schöpfer zu erhöh'n? Und du nennst Trägheit süße Ruh, Und bringst dein Leben träumend zu? meines Lebens Kraft! So wandle ich, als Mensch, vernünftig, So leb', als Christ, ich tugendhaft; So dank' ich in der Ewigkeit Dir für den großen Schaß der Zeit. ( 108) 5. Mensch, sei ein Mensch, fang' an zu leben! Fang an, ein Glied der Welt zu sein; Fang an, der Weisheit nachzustreben, und dich der Frömmigkeit zu weih'n, Daß, wenn man deinen Leib begräbt, Dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 6. Der Thor durchlebet seine Jahre, Eh' er des Lebens Werth versteht; Er nahet früher zu der Bahre, Als er den Weg der Tugend geht. Was ist ein menschlich Leben werth, Das ungenügt vorüberfährt? 7. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, Da du nicht deine Pflicht erfüllst! Du hast den Tag nicht überflüssig, Den du mit Tand verschwenden willst. Das ist der wichtigste Verlust, Wenn du die Zeit bedauern mußt. 8. Thu' bald von jedem deiner Tage Vor dem Gewissen Rechenschaft! Durchdenk' ihn, leg' ihn auf die Wage: Vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, Was Gott einst von dir fodern kann? Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 652. Gott ist's, der das Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen; Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit Gott nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, Nicht ohne Segen bleiben. 2. Gott segnet den, der redlich strebt, Vor ihm gerecht zu werden, Der treu nach seinem Willen lebt, Schon gnädig hier auf Erden. Er reicht ihm dar mit milder Hand, Bei Fleiß in seinem Amt und Stand, Was ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; Er frönet sie mit Gnas den. Was sollte ihrer Feinde Hohn Und Mißgunst ihnen scha den? Mit seinem Schuß bedeckt er sie, Und stärket bei des Lebens Müh' Ihr Herz mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, mein Gott, daß ich auf dich Bei meiner Arbeit 391 uns Muth Zu jedem guten Werke. Er heilige Das irdische Bemüh'n; So wird es nie Den Geist zur Erde zieh'n! Rechter Gebrauch der Zeit und des Lebens. sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, Daß ich nie Wege gehe, Die mir dein heilig Wort verbeut; Nach deines Reich's Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten! 6. Ein frommer Sinn Sei Quelle uns'rer Thaten; Ver5. Sei überall, mein Gott, mit trau'n auf dich Uns Trost, wenn mir! Die Werke meiner Hände sie mißrathen. Dein Beifall nur Befehl' ich, o mein Vater, dir! Sei unsers Wirkens Ziel, Und Hilf, daß ich sie vollende Zu deines unser Lohn Des Himmels Vorhissigende man ang hohen Namens Preis, Daß mir gefühl! die Frucht von meinem Fleiß In jenes Leben folge!( 109. 34) 15111 7. So reifet Frucht Für alle Ewigkeiten Von dem, was hier Geschieht im Lauf der Zeiten. Die Welt vergeht; Kein Werk in Gott gethan! Es ging uns schon Zur bessern Welt voran!( 83) Mel. Dreieinigkeit der Gottheit ic. 653. Herr aller Welt, Der jedem sein Geschäfte Hienieden gab Nach seinem Maß der Kräfte! O laß uns stets Auf deinen Willen seh'n, Und was 654. Herr, ich hab' durch Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. wir thun, Zu deinem Preis gescheh'n! 2. Dein Werk vertrau'st Du, Vater, unsern Händen! Dein ist die Kraft, Es glücklich zu vollenden. Du bist's allein, Der uns're Schwachheit stärkt; Und uns're Treu' Bleibt dir nicht unbemerkt. deine Treu', Mir zum Heil, noch Zeit in Händen! Gib, daß ich sorgfältig sei, Sie recht weislich anzuwenden: Denn wer weiß, wie bald zur Gruft Gottes hoher Wink mich ruft! 3. Drückt uns die Last An schwülen Arbeitstagen; Du machst sie leicht; Du selber bilfft sie tragen. Den Müden fließt Von dir Erquickung zu. Wie sanft und süß Ist nach der Last die Ruh! 2. Unaussprechlich schnell entflieh'n Die uns zugezählten Stunden; Wie ein Traum sind sie das hin, Und auf ewig uns ver schwunden. Niemals fehrt ein Augenblick, Uns zum Heil, davon zurück. Ing 4. Von dir beschüßt, Was fürchten wir Gefahren? Im Dienst der Pflicht Kannst du uns wohi bewahren. Nicht hindern kann Der Widerstand der Welt Des Frommen Wert, Wenn es dir Side 119810 wohlgefällt. 3. Bei des Lebens Flüchtigkeit laß, o Gott, mich nie vergessen, Wie unschäßbar sei die Zeit, Die du hier uns zugemessen, Und wie das, was hier geschieht, Ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, Eh' die Zeit des Heils ver5. Der Blick auf dich Sei laufen, Mir zum Heil und dir unsers Geistes Stärke! Er geb' zum Preis noch die Stunden Smd Pflichten gegen uns selbst. sich auszukaufen, Die zu meiner| Und ich lebe nicht vergebens, Und Seligkeit Deine Gnade mir ver- es folgt mir aus der Zeit Reiche leiht. Frucht zur Ewigkeit! ( 80) 392 5. Deine schonende Geduld Trage mich nicht stets vergebens. Ach, vergib mir meine Schuld, Daß so manchen Theil des Lebens Ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung Für mein Hauptgeschäfte achten, Und nach meiner Heiligung Mit so treuem Eifer trachten, Als erwartete noch heut' Mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, Daß mein Leben auf der Erde Reich an guten Thaten sei, Und dem Nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein Ende da; O so sei mit Trost mir nah!( 34) Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 656. Es eilt der lette von den Tagen, Die Gottes Huld dir schenkt, herbei. Die Zeit ist furz; doch statt zu klagen, Sie sei zu furz, gebrauch' sie treu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth Der nahen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eitelnKleinigfeiten Verfehlst du deines Lebens Zwed, Verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, Und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, o fühner Sterblicher, Des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu bes figen, Sollst du des kurzen Lebens Zeit Als deine Saatzeit weislich nügen, Und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth; was säumest du? Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. 655. Lehr' mich meine Tage zählen, Schöpfer, der du alle zählst Und mir ihre Zahl verhehlst! Jede Stunde laß mich wählen; Und so fließe meine Zeit Wohl genügt zur Ewigkeit! 2. Lehr' mich jene Zeit ersetzen, Die mir ungenügt entschwand; Als Geschenk von deiner Hand Jedes Lebensalter schägen; Und so fließe meine Zeit Wohl genügt zur Ewigkeit! 3. Gib dem Jüngling Muth und Stärke; Weck' ihn früh zur Thätigkeit. Gib dem Manne Heiterkeit Zur Vollendung edler Werke; Und so fließe meine Zeit Wohl genügt zur Ewigkeit! 4. Bis zum Abend meines Lebens Laß mich unermüdet sein: 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen Erwede dich zu dieser Pflicht: Sprich: dir, mein Gott, ist nichts verborgen; Ich bin vor deinem Angesicht, Und will, mich deiner Huld zu freu'n, Mein Leben ganz der Tugend weih'n. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein So bleibt mein Gewissen rein, Heil erwähle, Aus Gnaden mir 4. Drum eil', errette deine Seele, Und denfe nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle Der Menschentage fleine Zahl. Geseßt, dein Ende wär' noch fern; Sei fromm und wandle vor dem Herrn! Rechter Gebrauch der noch diesen Tag. Wie viel ist Eine Stunde werth, Die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach deinem Reiche hier gestrebt, In gottgefälligen Geschäften Die Pilgertage durch gelebt, Und dann im Glauben sagen kann: Du, Herr, nimmst mich zu Ehren an! 8. Mein schwaches Fley'n an meinem Ende Vernimmst du Herzenskündiger! In deine treuen Vaterhände Empfehl' ich meinen Geist, o Herr! Du führst ihn über Grab und Welt Zu dir, wenn seine Hütte fällt. ( 127) Mel. Ich hab' mein Sach' Gott zc. 657. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie sorglos träumt der eitle Sinn Das Leben hin, Läßt ungenügt die Zeit entflieh'n! 2. Das Leben ist, gleich wie ein Traum, Verflieget, wie ein Dampf und Schaum; Wie den ein Augenblick verweht, So schnell vergeht Ein Leben, das ihr blühen sebt. 393 Zeit und des Lebens. Sonst kommst du nie zur wahren Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist ein bess'res Gut be wußt. Das such' ich nur, das bleibet mir! Zeuch' mich von hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz zu ( 128) dir! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 658. Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit Ist abermals vollendet! Zu dir beim Fortgang meiner Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, Quell, daraus mein Leben fließt, Und Troft und Hoffnung sich ergießt In deines Pilgers Seele! 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr Mit sehnlichem Vers langen, Bis ich verklärt dich immerdar, O Leben, kann er langen; Bis das, was sterblich ist an mir, Nun ganz verschlungen wird in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt Die Zeit, da ich soll scheiden. Ich kämpf, so lang es bir gefällt, Den guten Kampf mit Freuden, Und schreite muthig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort' Der Gottesstadt dort. oben. 3. Nur du, o Vater, bleibest mir, Gott, meine Zuflucht für und für! Laß Berg' und Hügel fallen hin! Mir ist's Gewinn, Wenn ich bei meinem Jesu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', Erwecke mich, o Gottessohn, Daß ich bereit sei jeden Tag, Und munter wach', Und eh' ich sterbe, sterben mag 5. Was hilft die Welt in legter Noth, Lust, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch, du eilst dem Schatten zu: Das merke du! 4. Wenn meine Hände läffig sind, Und meine Knice beben, So reich' die Hand mir, deinem Kind, Mich Schwachen zu erheben. Erfüll' mit deiner Kraft mein Herz, Damit ich freudig himmelwärts Ohn' Unterlaß mich schwinge! 5. Geh, Seele, frisch im Glauben d'ran, Und sei nur uns 394 bsd Pflichten gegen uns selbst. all erschrocken! Laß dich nicht von Zu dir schon aufgeflogen. Du hast, der rechten Bahn Die lust der weil du die Liebe bist, Mich ganz Welt verlocken. Wenn dir der zu dir gezogen. Fahr' hin, was Lauf zu langsam däucht; Der heißet Stund' und Zeit! Ich bin Geist kann, wie der Adler fleucht, schon in der Ewigkeit, Weil ich in Voraus zum Himmel fliegen. Jesu lebe! ( 48) 6. D Jesu, meine Seele ist get Sterblichkeit Mir immerdar vor erfreu'n. Augen sein, Und deine Hülfe mich Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. 659. Du, Herr und Vater meiner Tage, Du weißt, daß ich, 6. Willst du mich länger leben dein schwaches Kind, Des Todes Keim in Gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich find! Drum gib, daß ich zu jeder Zeit Zu meinem Tode sei bereit. lassen, So laß es mir zum Heil gescheh'n. Doch soll ich heute noch erblassen, So höre, Bater, auf mein Fleh'n! Sei, wenn mein Herz im Tode bricht, Mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, So bleibet Sterben mein Gewinn! Ich lebe Addir, ich sterbe dir: Sei du mein 3. Hier hab' ich lebenslang zu Trost, so g'nüget mir! lernen, Mein Herz von Sünden abzuzieh'n, Mich von der Welt- Mel. Wer weiß, wie nahe ic. lust zu entfernen, Und um den 660. Ich sterbe täglich. Himmel zu bemüh'n. O mache mich dazu geschickt, Eh' mich der Tod der Welt entrückt! ( 187) 19 hier auf Erden Soll Heimgang meine Loosung sein. In Freuden will ich und Beschwerden Durch Sterben mich dem Leben weih'n. Dann fahre dieser Leib dahin! Ich weiß, daß ich geborgen bin. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben, Bei dir, Gott, ist mein bestes Theil Für meine Seele aufgehoben; Dort ist für mich vollkommnes Heil! Da, wo mein Schag ist, sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 2. Ich sterbe täglich, und bestelle Mein Haus und was die Zeit geschenkt. Ob heute nun der Tod mich fälle; Ob morgen? Wie der Herr es lenkt: Er segne 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtig- nur mein Haus und mich: Ich feit, Um einst dein himmlisch leb' ihm und ihm sterbe ich! Reich zu erben; Dazu laß meine 3. Ich sterbe täglich. Weg ihr Stete Todesbereitschaft. 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben Ein mir verborgnes Ziel bestimmt, Und daß die Zeit, die mir gegeben, Vielleicht gar bald ein Ende nimmt; Dies flöße mir die Weisheit ein, Stets auf mein Heil bedacht zu sein! Stete Todesbereitschaft. 395 Sünden! Ein neues Leben regt nicht, Herr, Herr, von deinem die Brust; Und muß das Fleisch Angesicht! den Schmerz empfinden, Geiste wohnt und webt die Lust. Ich fühl' es: Himmelsherrlichkeit Ist größer, als der Erde Leid. Im 4. Drückt und dann noch der Krankheit Schmerz, So stärke das beklemmte Herz, Daß es noch in der Schmerzen Gluth Mit festem Muth In deiner weisen Fügung ruht. 4. Ich sterbe täglich, und vollbringe, Was mein Beruf mir zuerkennt, Damit ich Freudenpsal- 5. Gib Hoffnung zu der ew'e men finge, Wenn nun mein legtes gen Ruh'! In unsern Herzen Opfer brennt; Wenn ich verwirke du, Geist Gottes, daß wir tausche diese Welt Mit dem er- gläubig trau'n, Und ohne Grau'n sehnten Himmelszelt! Hin in die Nacht des Grabes schau'n. ( 37) Mel. Ich hab' mein Sach Gott zc. 661. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit! In deiner Hand steht uns're Zeit. Du haft der ganzen Menschenschear Ihr Todesjahr Bestimmt, als feine Zeit noch war. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater fleh'n, Getröstet steh'n, Weil der uns liebt, zu dem wir geh'n. 2. Wenn nun auch unser Ende fömmt, und deine Hand das leben hemmt; Dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott, Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 7. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem sterbe lichen Geschlecht Ist auch der Heiligste nicht rein; Und wer fann dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 8. nahe dann uns väterlich! eidamit bis 3. Nimm nach vollbrachtem Erbarme deiner Kinder dich! Lebenslauf In deine ew'ge Ruh' Wenn unser Auge sterbend bricht, uns auf! Verwirf, wenn unser Leucht' uns dein Licht; Verlaß Herz einst bricht, Verwirf uns uns, Herr, im Tode nicht!( 94) IV. Pflichten gegen den nächsten. Im Allgemeinen: Pflichten der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir spricht c. kein Anseh' n der Person; Einst gibst du den gerechten Lohn Nach 662. Du liebst, o Gott, ihren Werken Allen. Gerechtigkeit. Wer, der dein 2. Laß, Allgerechter, deinen heilig Recht entweiht, Kann, Geist Zu dem, was recht und Heil'ger, dir gefallen? Dir gilt billig heißt, Stets meine Seele 396 Pflichten gegen den Nächsten. lenken! Nie reiße mich die Hab-[ ift dein; Deinem Ruhme will sucht hin, Um einen blendenden ich's weih'n! Aber laß kein Gut Gewinn Des Nächsten Recht zu fränken. Fathe der Erden Meinem Geist zum Fallstrick werden! indow sh 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, Und laß mich stets mit 2. Laß mich dankbar und zufrieden Im Genuß der Güter wahrer Lust Der Liebe Pflichten sein, Die mir deine Huld beschieüben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, Nur Schaden sucht und Andre fränkt; Wie kann es Brüder lieben? den, Doch auch fremden Wohls mich freu'n; Nie auf meiner Brüder Glück Neidisch seh'n mit trübem Blick; Deinen Kindern gerne nügen, Treulich ihre Rechte schüßen.smm@ m 3. Dem, der Arbeit und Ge schäfte Mir zum Dienste übernahm, Der mit Auswand seiner Kräfte Meinem Fleiß zu Hülfe kam, laß mich lohnen seine Müh', Redlich ihm vergelten sie; Trug und Unrecht lehr' mich fliehen, Die mir deine Huld entziehen. 4. Eilen laß mich, zu ersegen, Wo ich Unrecht je verübt; Fröher deine Gnade schägen, Als was Welt und Erde gibt; lieber arm und dürftig sein, Als mich eines Unrechts freu'n, Und nach bald entfloh'nen Freuden Des Gewissens Qualen leiden.. 5. Heil'ger Gott, ein frommes leben Liebest und belohneft du! streben, Stets gerecht zu ſein, wie Gib mir Kraft und laß mich du; Daß mein Leben ohne Neu', Ohne Qual mein Ende sei; Daß mich, wenn ich einst erwache, Reine Schuld verdammlich mache! ( 40) 4. Nie seufze Jemand wider mich; Mein ganzes Herz bestrebe sich, Dem Nächsten gern zu geben, Was er mit Necht verlangen kann, Und friedlich stets mitJedermann, Wie du gebeutst, zu leben. 5. Laß mich beständig darauf seh'n, Mit Jeglichem so umzugeh'n, Wie ich's von ihm begehre, Damit ich keines Menschen Herz Durch meine Härte je mit Schmerz Und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maß, damit ich hier Dem Nächsten messe, wirft du mir Dereinst auch wieder messen! Dies reize mich zur Billigkeit, Und lasse mich zu feiner Zeit Der Liebe Pflicht vergessen. ( 84) Mel. Werde munter mein Gemüthe c. 663. Alles, was ich bin und habe, Kommt, o Gott, aus deiner Hand! Wie so manche gute Gabe Hast du mild mir zu gewandt! Vater, all mein Glück Pflichten der Liebe. Mel. Auf Christenmensch, auf ic. ich liebe Gott, Und baffet seine 664. So Jemand spricht: Wahrheit Spott, Und reißt sie Brüder; Der treibt mit Gottes Menschenliebe. monic 315 frech danieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, Und siehet Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, Hilft Nackende nicht kleiden; Der ist ein Feind der ersten Pflicht, Und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wir haben Einen Gott und Herrn, Sind Eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern: Denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 4. Ein Heil ist unser Aller Gut. Wie sollt' ich Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut Sotheu'rerkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? Mel. Wo ist Jesus meine Liebe zc. 665. Menschenfreund, nach deinem Bilde Bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde Sei mein köstlichster Gewinn. Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; Unwerth, mich nach dir zu nennen, Wich' ich von der Liebe Pflicht. 2. Jesu, wo du Menschen nahtest, Folgte Wohlthun deiner Spur; Wo du segnend Gutes thatest, In den Hütten, auf der Flur, An dem Lager kranker Brüder; Wo du je nur hingeblickt, Kehrte Freud' und Hoffnung wieder, Und die Menschheit ward erquickt. mis Gelatina 3. D du Freundlichster von Allen; Keinen hast du je verschmäht! Wer verirrt war, wer gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Troft gefunden, Hilfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; Wer da leidet, rube hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, Wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben, Liebenb nur gleich' ich dem Herrn; Sein Verschonen, sein Vergeben, O wie übt's mein Herz so gern! g 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Und ich, ich sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, Und den nicht lieben, den du liebst? 6. Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's dir erwiesen! Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreu'n? 397 7. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die ret tet, die ihn fleben. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preis't.( 55) 5. Nimmer soll mein Herz ermüden, Meinen Brüdern wohlzuthun; Christus, dann gibst du mir Frieden, Läsfest sanft in dir mich ruh'n. Wer um Dank und Lohn nur ringet, Der hat seinen Cohn dahin. Wen dein Geift zur 398 Pflichten gegen den nächsten. Liebe bringet, Aerntet ewigen| mich dem, der sein Herz mir weiht, Gewinn. ( 136) Ein Herz voll frommer Redlich feit Und Treue nicht versagen. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 666. Der du die Liebe selber bist, Und gern uns Menschen segnest, Ja selbst dem, der dein Feind noch ist, Mit Wohlthun noch begegnest! O bilde meinen Sinn nach dir, Und laß mich, Herr, mein Heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können feine Christen sein, Die sich nicht Andrer Wohlfahrt freu'n, Nicht menschenfreundlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterb lichkeit War für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit Auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit: Dein Wort, dein Werk und jeden Schritt Begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwere Pein, Uns vom Verderben zu befrei'n, Und starbst zum Heil uns Armen. Huld Den Strauchelnden er5. Laß mich mit brüderlicher wecken, Voll Sanftmuth, Mitleid und Geduld Des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürch. terlich, Und meine Seele neige sich Zu der Bedrängten Flehen. So wird mich in der bessern Welt, Die nur Beglückte in sich hält, Der Liebe Lohn erhöhen.( 84.34) Mel. O Gott, du frommer ic. 667. Gib mir, o Gott, ein Herz, Das jeden Menschen liebet, Bei seinem Wohl sich freut, Bei seiner Noth betrübet; Ein Herz, das Eigennug Und Neid und Härte flieht, Und sich um Andrer Glück, Wie um sein Glück bemübt! s 2. Seh' ich den Dürftigen, So de laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gibst, Ihm hilfreich mitzutheilen: Nicht aus dem eiteln Trieb, Groß vor der Welt zu sein, Und mich verehrt zu seh'n; Nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Auch jest noch auf des Himmels Thron Bist du das Heil der Sünder; Auch da bleibst du, o Gottessohn, Ein Freund der Menschenkinder. Du gibst den Deinen wahre Ruh', Und die 3. Dies sei mein Gottesdienst. Verirrten suchest du Auf rechten Auch unbemerkt von ihnen, Müs' Weg zu leiten. Du hörst der Andern stets mein Herz Mit Rath Leidenden Gebet, Und brauchest und Hilfe dienen. Nicht Dank erst beine Majestät, Nur Segen aus- treibe mich Zu milder Wohlthat zubreiten. isan; Nein, was ich Brüdern thu', 4. Herr, laß in meiner Pilger- Das sei dir, Gott, gethan! schaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Lust und Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Betrübter Herzen Troft zu sein, Mich mit den Fröhlichen zu freu'n, Mit Weinenden zu klagen. Laß 4. Ein Trunf, mit dem mein Dienst Dem Dürftigen begegnet; Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Herz Bedrängte segnet; Ein Rath, mit dem mein Mund 3m Kummer Andre stärkt: Nichts s Pflichten der Liebe.in 399 bleibt, so klein es ist, Von dir, zen lieben. Brüder sind wir Alle bir, Herr, unbemerkt! hier: Einen Himmel hoffen wir. 5. Eilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh, sucht fränke nie Mein Mund des Nächsten Ruh'; Er rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. 2. Reichthum, Würde, Macht, Verstand Sind des Höchsten freie Gaben, Die wir nur aus seiner Hand, Brüder zu beglücken, haben. Wohl uns, wenn zu dieser Pflicht Glaub' und Lieb' uns nicht gebricht! N 6. Die Nach' ist dein, o Gott! Du sprichst: ,, ich will vergelten;" Drum laß mich stille sein, Wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht, Den liebe, der mich haßt, Den segne, der mir flucht. 3. Uns'rer Gaben Unterschied Knüpft das große Band auf Erden. Jeder, der sich treu bemüht, kann dem Andern nüglich werden. Ja, kein Mensch wär' dir zu klein, Lebtest du mit ihm bad 1500 in due allein. 7. Doch laß mich nicht allein 4. Nach dem dir vertrauten Auf zeitlich Wohlergehen Mit Pfand Mißt der Vater deine eingeschränktem Blick Bei meinem Pflichten. Gab er viel in deine Nächsten sehen. Noch stärker müsse Hand, Hast du viel ihm zu entmich Sein ewig Glück erfreu'n, richter. Vor'm Gericht hat Herr Noch mehr sein Seelenheil Mir und Knecht Nach dem Werth ein angelegen sein. an gleiches Recht.om 108 nights 8. Den, der im Glauben wankt, Im Glauben zu bestärken; Den, der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Des Lasters abzuzieh'n, Dazu verleih' mir Kraft, Und segne mein Bemüh'n! 5. Dein Erlöser sagt es dir: ,, Wer hier der Geringsten Einen Pflegt, der thut es selber mir; Denn ihr Alle seid die Meinen! Jener, den die Welt verschmäht, Ist in Gottes Aug' erhöht." 6. Darum, Gott, gib mir ein 9. O, heilige du selbst, Herr, Herz, Das von Menschenlieb' meiner Seele Triebe Durch deine entbrennet, Auch in Niedrigkeit Lieb und Furcht zu wahrer und Schmerz Seinen Bruder Menschenliebe! Wer nicht ben nicht mißkennet, Nie in eitelm Nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein; Gott, diese Wahrheit laß mir stets vor Augen fein! d ( 34) Stolz vergißt, Daß er Mensch, wie ich, auch ist. ada and 7. Jesu, höchster Menschenfreund, Gib, daß ich hier auf der Erde, Allem Stolz und Neide feind, Dir an Demuth ähnlich werde, Um der Hoffnung mich zu Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 668. Allen Christen und auch mir Hat der Herr dies vor- freu'n, Einstens groß bei dir zu geschrieben: Unsern Nächsten sol- sein! ( 213) len wir, Wie uns selbst, von Her 400 Pflichten gegen den nächsten. Sorge für des Nächsten Seelenheil. diald den and 6. An mir seh' er's, wie voll Freuden, Wie beglückt der Fromme sei, Wie so heilig auch im Leiden, Wie so groß und sorgenfrei! Ja, laß ihn durch mich auf Erden Weise, fromm und heilig werden. Selig, selig ist der Christ, Wenn er Seelenretter ist! STO( 24) Mel. Alle Menschen müssen 2c. Onnigs 669. Laß, o Jesu, mich empfinden, Welche Seligkeit es ist, Daß du mich von Wahn und Sünden Zu befrei'n, erschienen bist; Daß ich Gottes Wege walle, Daß du liebreich, eh' ich falle, Die Gefahr mir offenbarst, Mich ergreifest, mich bewahrst! 2. Doch, wie könnt' ich dies empfinden, Und, voll Kaltsinns, Menschen seh'n, In der Sclaverei der Sünden Wege des Verder bens geh'n, Und nicht rufen, daß fie's hören: ,, Eilet, Büber, um zukehren! Nüßt zur Besserung die Zeit; Ringet nach der Seligkeit!" 3. Auch für meiner Brüder Seelen Soll ich sorgen, nicht allein Für mein Heil; soll, wenn fie fehlen, Wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie sündigen und sterben, Und ich rufe vom Verderben Liebevoll sie nicht zu dir; Foderst du sie, Herr! von mir! 4. Von des Irrthums Finsternissen Selbst errettet, soll auch ich Nun erleuchten das Gewissen Deß, der von der Wahrheit wich; Soll ihm zeigen, was ihn blende, Daß sein Herz zu dir sich wende, Ihn ermuntern, dir allein, Nicht der Sünde, es zu weih'n. bi si Mel. Es ist gewißlich an der ic. 670. Laß meines Nächsten bestes Theil Mich werth und theuer achten, O Gott, und seiner Seele Heil Mit Ernst zu fördern trachten! Du schufft sie zur Unsterblichkeit, Hast sie zu ew'ger Herrlichkeit Durch deinen Sohn berufen. Grappall 2. Zu ihrer Rettung hat der Herr Sich selbst dahingegeben; Zum Eigenthum erkaufte er Sie sich mit Blut und Leben. Mit unablässigem Bemüh'n Sucht sie dein Geift zu ihm zu zieh'n, Dem Hirten unsrer Seelen.pl 3. Web dem, der Seelen bir entreißt, So theu'r von ihm er worben; Durch den dein Tempel, Gottesgeist, Zerstört wird und verdorben; Der auslöscht ihres, Glaubens Licht, Der sie verführt von beil'ger Pflicht, Mit Lastern sie beflecket!) asicall 4. Wie laut schreit sie zu dir 5. Hilf mir's rühren und er- empor, Von Frevlerhand ver weichen, Und wenn meine Worte leget, Die Seele, die durch ihn nicht Des Verirrten Ohr er- verlor, Was feine Welt ersezet: reichen, Sei mein Beispiel ihm ein Der Unschuld Engelsfreudigkeit, Licht, Daß er an mir sehen möge, Das höchste Kleinod in der Zeit, Wie so lieblich Gottes Wege Das Heil der Ewigkeiten! mchun Jedem, der sie liebgewinnt Und mit Treue wandelt, sind. 5. Weh dem Verführten dort wie hier, Mit schwerer Schuld Sorge für des nächsten Seelenheil. 401 beladen! Weh dem Verführer für| heit, Kraft und Vermögen gibest; und für, mit größ'rer Schuld Je mehr laß mich zu aller Zeit beladen! Er, der durch Beispiel, In Seelen, die du liebest, Des Wort und That Auch Einen nur Guten edle Aussat streu'n, Und geärgert hat; Ach, wär er nie nicht Verdruß, nicht Mühe scheu'n, Zu suchen, was verloren! geboren! 6. Web dem, der Seelen nicht bewacht, Die du ihm übergeben; Nicht sorgt, sie aus des Irrthums Nacht Zum Lichte zu erheben; Sie dir nicht treu und rein erhält; Wenn der Verführer Nege stellt, Nicht eilet sie zu f retten! 9. Gabst du mir Kinder, o mein Gott; Gabst du mir Hausgenossen: Laß mich dein heiliges Gebot Sie lehren unverdrossen! Dein sind sie ja, und deine Hand Wird das mir anvertraute Pfand Von mir einst wieder fordern. 10. Und hätt' ich eine Seele, 7. Hilf mir nach ihrer Besse- Gott, Geärgert und verblendet, rung Im Glauben und im Leben Durch Leichtsinn, Bosheit oder Durch Warnung und Erinnerung Spott Von dir sie abgewendet; Und durch mein Vorbild streben! Vergib nach deiner Baterhuld! Hilf mir, sie zur Gottseligkeit, Laß mich Vergebung meiner 3u frommer Zucht und Ehrbar- SchuldDurch ihreRettung suchen! feit, Für deinen Himmel bilden! 8. Je mehr du mir Gelegen( 102.83.) Sorge für des Nächsten zeitliches Wohl. Barm: herzigkeit gegen Nothleidende. Dienstfertigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 671. Herr, segne mein Bestreben, Nicht bloß für mich zu leben, Auch Menschenfreund zu sein; Auch Ändern gern zu nüßen, Des Glücks, das sie besigen, Mich, wie des meinigen, zu freu'n! felbst auch mit Beschwerden Vermindre gern es fremden Schmerz. 4. Es liebe nicht nur Freunde; Es sorge selbst für Feinde, Voll Großmuth, voll Geduld. Du hilfft ja in Gefahren, O Gott, auch Undankbaren; Selbst Böse segnet deine Huld! 5. Laß mich dir ähnlich werden: Dann lohnt mein Herz auf Erden Mich schon mit Seligkeit. Noch größern Lohn verkündet Dein Wort mir, Herr; ihn findet Mein Geist einst in der Ewigkeit.( 24) 2. Laß nie bei Andrer Klagen Mich, eh ich helfe, fragen: Was wird mein Sohn denn sein? Ich will nach deinem Bilde Mit reiner Herzensmilde Zur Hilfe schnell und willig sein. 3. Wenn ich des Dankes Zähre Für Wohlthun auch entbehre; So laß doch nie mein Herz Des Wohlthuns müde werden: Ja, Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 672. Du, aller Menschen Vater, Du gütiger Berather In 26 402 is Pflichten gegen den Nächsten. Allem, was uns drückt! Die Gebot, Das uns Jesus Christus Freuden, die wir haben, Sind lehret: ,, Seid barmherzig, so wie einzig deine Gaben; Du bist's, Gott! Gebet, so wird euch gegeben, der unser Herz erquickt. Leben hier, und dort das Leben!" 2. Du läßt dich von uns Sündern Durch Undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreu'n; 3u ew'gen Seligkeiten Uns Sterbliche zu leiten, Wird ewig deine Wonne sein. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder; Allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne 3. Wie groß ist deine Milde! scheinen. is and th Barmherz'ger Vater, bilde Mein 3. Gottes Bild in euch zu Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen Mich willig mög' erbarmen, Nimm alle Härte sehen, Seid barmherzig, so wie er! Eilt, den Armen beizustehen; Was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, Darf's die linke Hand nicht wissen. hm dari dell von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So wie mein Heiland that, Der zärts liche Erbarmer, Den fein bedrängter Armer Vergebens je um Hilfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe Der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir wohlgethan, So laß um deinetwillen Mich AndrerSeufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 4. Was ihr habt, mit Jedem theilen, Welcher weniger besigt; Des Betrübten Schmerzen heilen, Schüßen den, den Niemand schügt; Und dies ohne Stolz verrichten: Das sind uns're Christenpflichten. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Das dir mehr, als uns gebührt. Laß, wenn unpre 6. Zum Fleiß in guten Wer- Brüder weinen, Nie die Herzen ten laß mich die Hoffnung stärken: ungerührt! Lehr' uns selbst, dein Vor dir, dem Herrn der Welt, Der frohe Geber liebet, Sei, was man willig gibet, Ein Opfer, das dir wohlgefällt. Gut verwalten, Um hier flüglich hauszuhalten. misdut douls( 85) mel. Beuch mich, zeuch mich mit ic. 7. D wohl mir, ich gewinne 674. Wohlzuthun und mitSchon hier bei diesem Sinne zutheilen, Du, mein Herz, vergiß Trost und Zufriedenheit, Und einst vor Gottes Throne Zum unschäßbaren Lohne Die Freuden einer Ewigkeit!( 84. 34) es nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht. Süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. Mel. Zeuch mich, zeuch mich mit 2c. 673. Seid barmherzig!" leiden, und die durstig sind, die 2. Speiset die, die Hunger tränkt; Eilt, die Nackenden zu Menschen, höret; Hört das heilige kleiden, Tröstet die, die Kummer Sorge für des Nächsten Seelenheil. 403 fränkt; Schwache eilt zu unter-| Füßen, Du, dem Engel dienen stügen, Unterdrückte zu beschützen. müssen. 3. Keine Laft und keine Bürde Sei für mich der Liebe Sinn. Hoheit ist es, Ruhm und Würde, Wenn ich mild und hilfreich bin. Welch ein Glück für den Erlösten, Jesu arme Brüder trösten! 3. Seht das Haupt den Glies dern dienen! Seht, den Knechten dient der Herr, Der in Knechtsgestalt erschienen! Wer begreift ties Dienen, wer? Was ich mit Erstaunen sehe, Deut' es selbst, daß ich's verstehe! 4. Dwie lohnt's mit sanften Freuden, Der Verlaff'nen Helfer sein, Seh'n, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz erquiden, Welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen, Folgen auf Barmherzigkeit. Was sind Mühen und Beschwerden, Wenn sie so vergolten werden! dans 16. Laßt uns eilen, uns're Gaben, Weil es Zeit ist, auszuftreu'n! Was wir hier gesäet haben, Aernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig! Helft den Armen! Gott wird eurer sich erbarmen! ( 141) 4. Liebreich sprichst du zu den Deinen: ,, Wisset ihr, was ich gethan? Seht, ihr Alle seid die Meinen; Mich erkennt als Herrn ihr an: Nun, was ihr vom Herrn gesehen, Euch zum Vorbild ist's geschehen!" 5. An einander sollt ihr üben, Was der Meister euch gethan; Groß in Demuth, treu im Lieben, Willig dienen Jedermann. Selig, wenn ihr meinen Willen, Den ihr wißt, strebt zu erfüllen!" Mel. Unser Herrscher, unser König i. 675. Herr und König aller Welten, Tiefster Demuth Vorbild mir! Du auch mein, mein Herr und Meister: Ewig will ich folgen dir! Ernstlich streb' ich, dir zu gleichen, kann ich dich auch nie erreichen. 6. Mir auch, Herr, mein Heil und Leben, Mir auch rufft bu also zu; Haft ein Beispiel mir gegeben, Daß ich sei gesinnt, wie du, Und wie du gehandelt, handle, Und in Lieb' und Demuth wandle. 7. Laß mich auf dein Vorbild sehen; Zeuch mir deine Demuth an; Freudig laß mich dir nachgehen Auf der Selbstverleugnung Bahn. Deine Liebe soll mich dringen, Dein Gebot treu zu vollbringen. 8. Selig Alle, die es üben; Selig, selig dann auch ich! Du, mein Meister, wirst mich lieben, 2. Zu dem Vater willst du Und den Deinen nennst du mich. kehren Heim in deine Herrlichkeit; Klein und niedrig hier auf Erden, Willst noch durch dein Beispiel Werd' ich groß im Himmel lehren Demuth und Dienstfertig werden. teit; Beugst dich zu der Jünger ( 35.83) 26* $ 404 Pflichten gegen den nächsten. Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Gott ist mein Lied zc. Mel. Sollt' ich meinen Gott zc. 676. In aller Welt, Aus 677. Gott, der du die Menjedem Bolk auf Erden, Gefällt schen liebest, Der du nicht ein dem Herrn, Wer ihm will ähnlich strenges Recht, Sondern lauter werden, Und sein Gebot von Gnade übest An dem sündigen Herzen hält. Demning Geschlecht! Laß mich deinen Geist 2. Des Herrn Gebot Erfüllt, beleben, Daß ich, Vater, als dein wer Liebe übet. Wer Menschen Kind, Liebreich sei, wie du, gehaßt, Wer Einen nur betrübet, finnt! Herr, du wollst den Sinn Der, der verletzt des Herrn Gebot. mir geben, Der bei Fehlern Nachsicht zeigt, Und mit Sanftmuth spricht und schweigt! 3. Lobfingt dem Herrn, Der uns dies Licht gegeben! Er ist die Lieb'; Von ihm strömt Licht und 2. Meines Nächsten will ich Leben Auf alle Menschen nah' und fern. schonen, Ihm erleichtern seine Last: Ich will ruhig bei ihm wohnen; Zank und Streit sei mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du: O so hilf auch mir da zu! Gib ein Herz mir, das in Stille Fried' und Freundschaft sucht und liebt, Das statt Rache Sanftmuth übt. mens 4. Groß ist sein Reich, Unendlich seine Treue. Er will und gibt, Daß Jeder sich erfreue. O Men schen liebt und freuet euch! 5. Wer Jesum fennt, Der fennt der Eintracht Segen; Und Christen, ihr, Ihr wollet Zwietracht hegen, Durch Neid und Eifersucht getrennt? 6. Es ist Ein Gott, Auf den wir alle hoffen; Ein Mittler nur; Ein Himmel steht uns offen, Und Ein Gericht einst nach dem Tod. 7 Drum richtet nicht! Der Herr selbst wird einst richten. Empfingt ihr viel; Dann übet eure Pflichten Getreuer bei des Glaubens Licht. 8. Stimmt alle ein! Singt frommer Eintracht Lieder! Der Erdkreis soll Ein Aufenthalt für Brüder, Ein Tempel sel'ger Eintracht sein! ( 121) 3. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein Erlöser that; Will dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum Zanke Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, Und vor dich, du Friedefürst, Wann du Alle richten wirst, Nicht als Feind des Bruders treten! Gott des Friedens, segne du Mich mit deiner Kraft dazn! biste na 4. Ewig Heil ist dem beschieden, Der nach frommer Eintracht strebt. Höchster, gib mir deinen Frieden, Der zur Sanftmuth uns erhebt: Er regiere Herz und Sinnen; Denn, wenn er das Herz Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit u. Feindesliebe. 405 regiert, Wird, was zu der Zwie-[ brechen Dann sein Blut vertracht führt, Niemals Uebermacht söhnend sprechen! and gewinnen, Bis einst in der Herrlichkeit Ew'ger Friede uns er ( 34) frent.is adsi nordpored in and and Mel. Herr ich habe mißgehandelt zc. 678. Allen, welche nicht vergeben, Wirst du, Richter, nicht verzeih'n! Trostlos werden sie im leben, Trostlos einst im Tode sein; Unentladen ihrer Sünden, Nimmer vor dir Gnade finden. 7. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, Geht nicht mit uns in's Gericht; Nimmt uns auf zu seinen Kindern, Zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Alle Nach' in uns zu ( 176) dämpfen! d 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder Väterliches Mitleid hat; Wie der Freund der Menschenfinder Selbst für seine Würger bat: So soll auch der Christ verzeihen, Und sich nicht der Rache freuen. Mel. Auf Christenmensch, auf se 679. Der du, dem Tode nah, für die, Die dich erwürgten, batest, Der du bei deinem Vater fie, Mein Heiland, selbst vertratest; O möcht' ich dir doch ähnlich sein, Und meinem Feinde gern verzeih'n! 3. Ach wir Alle find Verbrecher, Häufen Alle Schuld auf Schuld. Du, der Sünden strenger Rächer, Trägst uns dennoch mit Geduld, Sagst uns Gnade zu und Leben, Und vergibst, wenn wir vergeben! 4. Wir geloben's dir mit Freuden, Willig wollen wir verzeih'n; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um Rache schrei'n; Wollen vor dein Antlig treten, Und für uns're Feinde beten. 2. Ach, wem der Nachlust Flamme glüht Im zornentbrannten Herzen, Wer seine Lust und Freude sieht An seines Feindes Schmerzen: Wie kann vor deinem Angesicht Er Gnade finden im Gericht? 5. Stärk' uns, Vater, deine Frommen, Treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung fommen, So besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden; Hilf du selbst sie überwinden! 3. Die Stimme Gottes schallet mir Durch meine ganze Seele: Wie du vergibst, vergibt Gott dir!" Ich höre sie und wähle. Der wählt den Segen, wer vergibt, Und der den Fluch, wer Rache übt. 6. Mach in unserm ganzen Leben Deinem Sohn uns gleichgesinnt! Dann vergib, wie wir vergeben Allen, die uns schuldig sind: Laß für deines Volls Ver4. Mein Herz, sei werth der Seligkeit, Dich selbst zu überwinden! Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, Und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache; Segen rufe du Mit Freuden deinem Feinde zu! 5. Auch mein Beleidiger hat Theil Am Heiland aller Sünder; Mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil Der Todesüberwinder: An 406 deildin Pflichten gegen den nächsten. mich und ihn ergeht der Ruf Des| Gottes, der uns beide schuf. issä). im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm fleh'n, mir zu verzeihen, Und Rache schreien? 6. O könnt ihn meine Sanft muth noch Zur Seligkeit bekehren, 5. So heilige denn meines Und ihn der Liebe sanftes Joch Herzens Triebe, Mein Heiland, Durch Liebe tragen lehren! Wie durch den Geist der wahren Liebe! göttlich würd' es mich erfreu'n, Dein Jünger ist nur, wer, wie Der Retter seines Heils zu sein! du, vergibet, Und Feinde liebet. 7. Wie würd' er einst am 6. Erwecke denn, o Herr, in Weltgericht Mich Freund und meinem Herzen Auf's Neue das Bruder nennen, Mir danken, Gedächtniß jener Schmerzen, Die und sich ewig nicht Von meiner du in deinen schweren LeidensSeite trennen, Und Gott erhöhen, stunden Für mich empfunden! dessen Hand Uns für die Ewig- 7. Laß mich mit Sanftmuth feit verband! meinem Feind begegnen, Den, der mir flucht, wie du, voll Großmuth segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen! 8. Laß mich, mein Heiland, fort und fort Den Geist der Sanftmuth leiten! Lehr' mich verzeih'n, da du mir's dort Vergiltst mit hohen Freuden, Wenn einst mir mein versöhnter Feind Dankbare Freudenthränen weint! ( 126) Mel. Herzliebster Jesu zc. 680. Herr, mein Versöhner, der du für mich littest, Und noch zur Rechten Gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, Der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, Nein, auch die Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, Und doch von Rachgier gegen Brüder brennen? Ich sollte Haß mit Haß lieblos vergelten, Und wieder schelten? 4. Wie dürft' ich ,, Vater" zu dem Höchsten sagen, Und Groll 8. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, Und überall nach deinem Vorbild handelt: Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden Dir ähnlich werden.( 34) Mel. Ach bleib mit deiner Gnade ic. 681. Nie will ich wieder fluchen Dem Feinde, der mir flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden ſucht. 2. Ich will ihm hold begegnen, Nicht drohen, wenn er droht; Schilt er, so will ich segnen: Dies, Herr, ist dein Gebot! 3. Mein Jesus, der Gerechte, Vergalt die Schmach mit Huld; Die Wuth ergrimmter Knechte Ertrug er mit Geduld. 4. Sollt'ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit Liebe nicht vergelten, Wie er mit lieb' vergalt? 5. Verleumdung dulden müs sen, Ist schwer; doch diese Pflicht Freundesliebe und Dankbarkeit. 407 Wird leicht, wenn das Gewissen| Will ich ihm gern verzeih'n, Und, Für meine Unschuld spricht. als ein Chrift, zum Frieden, zu Diensten willig sein. 6. Dies will ich treu bewachen; 8. Wenn, mich zu unterdrücken, So beffert mich mein Feind: Er wird mich weiser machen, Indem Ihn Güte mehr erhigt; So will er's böse meint. Today the dich aufwärts blicken, Und Gott 7. Im Haß ihn zu ermüden, vertrau'n: Gott schüßt! ( 55) Freundesliebe und Dankbarkeit. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 682. D welch ein Segen ist ein Freund, Der, Gott, durch dich mit mir vereint, Mich zärtlich und vertraulich liebt, mit mir fich freut, mit mir betrübt! 2. Der fest vereinigt, wie mit dir In Einem Geiste, so mit mir Der Tugend hohes Leben lebt, Mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht; Wir helfen uns in jeder Pflicht: Wir bitten dich vereint um Kraft, Gleich fromm zu sein und tugendhaft. ben, dir an Güte Und Wohlthun, Bater, gleich zu sein, Und mich mit willigem Gemüthe Durch ihren Rath und Troft erfreu'n: Mit reichem Segen ſegne dann Sie, die ich nicht belohnen kann! 4. Wir theilen Alles, Lust und Leid, In inniger Vertraulichkeit, Und Jedes Zärtlichkeit versüßt Dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 2. Gib, daß ich aller ihrer Freuden Und ihres Glücks mich herzlich freu'; Voll Kummer über ihre Leiden, Gern, wo ich kann, ihr Tröster sei; Sie unterstüß' in ihrer Noth, Und es mit Freuden thu', mein Gott! 5. Und trennte Gott auch Freund von Freund; Die Herzen bleiben doch vereint Durch Liebe, durch Gebet und Nath, Und wo wir können, durch die That. OST OTHE 3. Und kann ich's nicht: o Gott, so dringe Mein inniges Gebet zu dir! Was ihnen gut ist, das gelinge; Denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud' herab, Der Freude gibt und Freude gab! des 4. Umfahe sie mit deiner Güte, Und deine Huld verlaff fie nie! Sei stets ihr Helfer, und behüte Vor Widerwärtigkeiten fie; Und trifft sie doch Gefahr und Schmerz, So tröst' und heile selbst ihr 6. Vollenden wir den Pilger- Herz. 100% da lauf, So nimmt uns dann Ein 5. Nimm sie zu deines Reiches Himmel auf. Unendlich ist die Erben In ihrem Tode gnädig Seligkeit, Die ewig uns zugleich erfreut. ( 24) an! Erquice sie in ihrem Sterben; Sie haben Menschen wohl gethan, und diese fleh'n vor deinem Thron: Groß, herrlich, ( 24) Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 683. Wenn Menschen stre- ewig sei ihr Lohn! 408 Pflichten gegen den Nächsten. del' dipasso Sorge für die Nachwelt. but toist dide ve kinging Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz ic. schließt, Aus dem für jede Lebensstunde Mir so viel Wohl und 684. Des besten Vaters Freude sprießt: Ich sollte nehmen reicher Segen Wird mir durch und nicht geben; Nicht Gott und seiner Kinder Hand; Mich hält Menschen dankbar sein? Ja, auch auf meiner Wallfahrt Wegen Der für And're will ich leben, Und Menschheit segenvo. Wo nowelt Segen streu'n. der ich mich freue, wo ich leide, Bei 6. Daß auf der Welt es besser regem Fleiß für Menschenwohl, werde, Daß Glück und Tugend Da stehen Brüder mir zur Seite, möge blüh'n Den jüngern BrüUnd wirken mit und nehmen dern auf der Erde, Auch wann ich Theil. 1672 längst schon Asche bin. Dann siegt die Liebe über Grenzen Der furz gemess'nen Lebenszeit, Und ihre edeln Thaten glänzen Hinüber in die Ewigkeit. 2. Auch ruhen friebevoll im Grabe So manche, die für mich gewacht, Die eigne Ruhe, Blut und Habe Für mich zum Opfer dargebracht. Noch eh' ich dachte, eh' ich lebte, Da wirkte edler Bäter Sinn; Und was ihr Muth und Fleiß erstrebte, Ward mir zum segnenden Gewinn. 7. Dein Vorbild, Jesu, soll mich leiten, Erlöser, der für Alle starb, Und Troft und Heil für Ewigfeiten Nach Gottes Rath auch mir erwarb; Mein Dank, mein 3. Sie gründeten des Hauses Wunsch ist, daß hienieden Ich dir Schwelle, Wo fromme Andacht in Liebe ähnlich sei, Und daß die sich ergießt, Und wo der Wahr- Nachwelt noch im Frieden Sich heit Segensquelle Dem Alter und meines Tagewerks erfreu'.( 121) der Jugend fließt. Noch reichetst bilurirst roinni ihre heil'ge Gabe Der Wittwe Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. und den Waisen Brod, Verlass'nen Zuflucht, Hilf und Habe, Wo Mangel oder Krankheit droht. 4. Getragen auf der Menschheit Arme, Gepflegt auf treuer Aeltern Schoos, Ward mir so froh und frei von Harme Des jugendlichen Lebens Loos. Jch ruhe in der Vorwelt Schatten, Ich ärnte ihres Fleißes Saat, Vom Glauben, den die Bäter hatten, Beseligt auf der Tugend Pfad. 5. Und ich, ein Kind im großen Bunde, Den Gottes Vaterliebe 685. Von der Selbstsucht schnöder Triebe, Menschen, Christen, reißt euch los; Heiligt euer Herz der Liebe: Liebe macht euch gut und groß! Liebe nur kann uns erheben Zu des Geiftes wahrem Leben; Liebe führt an milder Hand Uns zum ew'gen Vaterland. 2. Liebend, Christen, laßt uns leben, und der Menschheit Wohl uns weihn! Unermüdet laßt uns streben, Unsern Nächsten zu ers freu'n! Unser Tagwerk zu vollenden, Werde treu von unsern Sorge für die Nachwelt. 409 Händen Für der fünft'gen Enkel| Immer neuen Samen dar! So Zeit Guter Same ausgestreut. in Werken fortzuleben, So unsterblich Segen geben Auch der spät'sten Folgezeit: Christen, welche Seligkeit! 3. Heil uns, wenn im stillen Grabe Unsern Staub die Erd' umschließt, Und, des Dankes legte Gabe, Dann der Brüder Thrän' uns fließt! Wenn als heiliges Vermächtniß Unfrer Lebenszeit Gedächtniß Fort auf uns're Enkel stammt, Und zu gleicher Lieb' entflammt! du 5. So, so sind wir dessen Schüler, Der am Kreuz aus Liebe starb, Und, aus Liebe blutend, vieler Millionen Heil erwarb. So, so können wir auf Erden Unserm Schöpfer ähnlich werden, Ihm, der mit der Liebe Kraft Ewig wirkend Segen schafft. ( 177) 4. Mag die Nachwelt auch vergeffen, Wer der Säende einst war; Reicht ja doch die Frucht indessen 588 Pflichten gegen Andere in besonderen Ver: hältnissen. Hol rol! genossen Die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; Wenn Jeder treu und unverdrossen Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt; Wenn Eintracht und Zufriedenheit Das Haus zum Siz des Gegens weiht. SHE 151 1001-10 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 686. Uns und die Unsrigen verbindet Ein zartgewebtes, heil'ges Band. Du bist's, All weiser, der es windet Mit liebevoller Vaterhand! Wir preisen dich, den Menschenfreund, Der uns durch dieses Band vereint! Häusliche Pflichten. 2. Wohl dem, der in dem Ehebunde In fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde Mit Seligkeit und Lust durchwebt; Er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn Auf Pfad und. Ziel der Wallfahrt hin. 5. Den Frommen, die dich findlich ehren, O Vater, strömt dein Segen zu! Sie wandeln folg sam deinen Lehren, Und trau'n auf dich und finden Ruh', Und finden Freude, deren Werth Und Dauer keine Zeit zerstört. 6. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt! Oft muß Die Tod und Trennung scheiden, Die Blut und Treue feft verband. Oft stört der Gram, des Unfalls Wuth, Oft Krankheit ihren heitern Muth. 3. Wohl dem, der frommer Kinder Segen Den Ehebund noch schöner macht; Wenn sie im Herzen Tugend begen, Wenn in den Blicken Unschuld lacht; Wenn fie der Aeltern Beispiel rührt, Und auf den Weg zum Himmel führt! 7. Doch trinken sie den Kelch 4. Wohl denen, deren Haus- gelassen, Den du, ihr Vater, ein 410 Pflichten gegen Andere. geschenkt. Du wirst, du kannst sie| O wie muß dies Glück erfreu'n! nicht verlassen, Du Gott! der Im Gebet sich gern erbauen, seiner Kinder denkt; Der, wenn Wirket Liebe, stärkt Vertrauen, ihr Glaube standhaft ringt, Durch Lenket Aller Herz und Sinn Zu Leiden sie zur Wonne bringt. der ew'gen Heimath hin. 8. Mag doch des Todes Arm uns trennen; Wir werden einst uns wiederseh'n, Vor Gottes Thron die Unsern kennen, Vor ihm mit ihnen dankend steh'n. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Steh'n wir vereint und beten an. dastric( 40) Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 687. Mit den Deinen in der Stille, Christ, vergiß der Andacht nicht! Sie führt dich zur Segensfülle, Sie ist eine fel'ge Pflicht. Vor Gott täglich mit den Deinen Dankbar im Gebet er scheinen, Bringet Frieden, mildert Schmerz, Füllt mit hohem Trost das Herz. 2. Welch ein heiliges Geschäfte Ist das häusliche Gebet! Muth zur Arbeit, Lust und Kräfte Schenkt Gott dem, der zu ihm fleht. Ruh' in ihren Leidensstunden Haben Fromme stets gefunden, Die, in Andacht dann vereint, Stille Thränen ihm geweint. 3. Kraftvoll zeigt sich Glaub' und Tugend, Frömmigkeit wird da vermehrt, Wo das Alter, wo die Jugend Ihn mit Mund und Thaten ehrt. Sind nicht Zank, Zerrüttung, Sünden In den Häusern stets zu finden, Wo man lebet ohne Gott, Nicht gedenkt an Pflicht und Tod? 5. Darum, Christ, ein jeder Morgen, Jedes Abends stille Zeit, Jebe Stunde frei von Sorgen, Sei vor Allem Gott geweiht! Bete herzlich mit den Deinen; Gott hört's und erfreut bie Seinen. Jhm gefällt auch schwacher Dank, Selbst der Kinder Lobgefang. hur si bod( 141, Mel. Wie schön leucht't ic. 688. Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Leib und Geist zu dienen. Du sollst der Herr des Hauses sein! Gib beinen Segen nur darein, Daß wir dir würdig dienen! Eine Kleine Fromme reine Hausgemeine Mach' aus Allen, Dir zum Preis und Wohlgefallen! bdia 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser Aller Seelen. Es leucht' uns, wie das Sonnenlicht, Damit's am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen! Reiche Gleiche Seelenspeise Auf der Reise Durch dies Leben Une, die wir uns dir ergeben! led am 3. Geuß deinen Segen auf das Haus, Auf die, die es bewohnen, aus; Im Glauben uns verbinde! laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Voll Demuth, sanft und linde! Liebe Uebe Jebe Seele; Keinem feble, D'ran man fennet Den, der sich 4. Voll von Dank für Gottes Gaben, Christ in seinem Hause sein; Treue Hausgenossen haben; den Deinen nennet! Häusliche Pflichten. 411 4. Laß unser Haus gegründet| meist, Daß in dem Haus fein sein Auf deine Gnade ganz allein, Und deine große Güte. Laß uns auch in der Nächte Grau'n Auf deine treue Hilfe schau'n Mit findlichem Gemüthe; Selig, Fröhlich Selbst in Schmerzen Dir die Herzen, Ueberlassen Und dann in Geduld uns fassen! and'rer Geist, Als nur dein Geist regiere! Dein Geist, der Alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Er sei es, der uns führe! Spende, Sende Ihn uns Allen, Bis wir wallen Heim und droben Dich in deinem Hause loben! ( 191) 5. Und endlich fleh'n wir allerEheliches Mel. Geh' aus mein Herz und zc 689. Die Ehe soll uns heilig sein! Der Schöpfer segte felbst sie ein, Der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand Aus seiner milden Vaterhand Den Frommen Heil entgegen. Verhältniß. gen! Ein Herz, das findlich dich verehrt, Soll nicht, wenn Freud in Schmerz sich kehrt, Wild und verzweifelnd klagen. 4. Gib unsern Seelen Einigfeit, Daß, wie im Glück, so auch im Leid, Zufriedenheit nie feble. laß nie uns unsern Bund entweih'n; Laß treu uns, redlich, friebsam sein, Ein Herz und Eine Seele. 2. Wie glücklich lebt ein from mer Mann, Wenn er die liebt und ehren kann, Die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand Die Gattinn, die ihm Gott gesandt, Ihm hilfreich bei zustehen! 3. Gott, der du uns verbunden hast, Mach' leicht uns jede Lebenslast; Laß jede still uns traVerhältniß zwischen 11 Mel. Ich dank' dir schon ze. 690. du, den Alles Vater nennt In aller Himmel Kreisen; Der's auch dem Staubgebornen gönnt, Welch Glück!- Dein Kind zu heißen! Aeltern und Kindern. 3. Laß ihre Kinder ihnen viel, Als deine Kinder, gelten, Geboren für die Kron' am Ziel, Für's Lichtreich beffrer Welten. 4. Der Aelternliebe süßes Pfand, Von dir, o Gott, gegeben, Sei ihnen mehr, als Erdentand, Und theurer noch, als Leben! 5. Es früh' zu weih'n zu deinem Ruhm, Und zu der Menschheit 5. enf' ab den Sinn von Ueppigkeit Auf Freuden, die man nie bereut, Auf Freuden echter Tugend! Selbst unser spätes Alter sei Von drückenden Beschwerden frei, Und heiter, wie die Jugend! ( 125) 2. Laß deiner Vaterweisheit Bild Doch alle Väter tragen! Laß Mutterherzen sanft und mild Voll deiner Liebe schlagen! 412 Pflichten gegen Andere. Ehre, Zu Jesu Christi Eigenthum Huld ihr Theil, Ihr Erbe deines Durch Beispiel, Zucht und Lehre; 6. Den Geist für Wahrheit zu erzieh'n, Das zarte Herz für Liebe; Dazu, Herr, segne ihr Bemüh'n, Und mehre ihre Triebe! 7. Groß sei der Aelternliebe Lohn In höhern Aelternfreuden, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele sc. Und Wiederseh'n vor deinem Thron Ihr Losungswort beim Scheiden! ( 83) Mel. Herr Gott dich loben alle zc. 691. Die Kinder, deren wir uns freu'n, Sind alle, Gott und Vater, dein; Sind deine beste Gabe, Herr! Bewahre sie, Allmächtiger! 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht, Sie aufzuzieh'n in deiner Zucht; So gib zu dieser schweren Pflicht Geduld und Weisheit, Kraft und Licht. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, Zum Guten Lust, und Furcht vor dir. Troß, Eigensinn und Müßiggang Sei ihnen ferne lebenslang! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; schüße sie! 5. Im Glauben mache sie gewiß: Bewahre sie vor Aergerniß, Und wider der Verführung List, Weil Jesus ihr Erlöser ist! 6. Laß uns in ihnen Christen seh'n, Die freudig deine Wege geh'n, Und Bürger einst voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 3u thun, wa 7. Dann gib so viel, als dir gefällt, Einst ihnen von dem Glück der Welt: Nur sei, Herr, deine 9000 Sohnes Heil! 8. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist, Den auch das Kind, der Säugling preist! So danken ewig, ewig wir mit allen unsern Kindern dir.i ( 24) 692. Dir empfehl' ich meine Kinder, Gott, der uns mit Gnade frönt! Zwar auch sie sind vor dir Sünder, Doch durch Jesum dir versöhnt, Und dir, Vater, Sohn und Geist, Dir, den unser Glaube preist, Dein zu sein und dir zu leben, In der Taufe übergeben! 2. Du, mein Schöpfer und Erhalter, Warst von Kindheit an mein Gott; Bleibst mein Gott auch bis in's Alter: Sei auch meiner Kinder Gott! Segne und behüte sie; Deine Furcht erfüll' sie früh, Daß sie, dir zum Wohl gefallen, Jung schon deine Wege wallen. 3. Ach, daß sie mit Furcht dir dienen, Ist dein Werk; o nimm doch nie Deinen heil'gen Geist von ihnen, Daß ihr Herz Verführung flieh', Und ich einst voll Zuversicht, Daß der Lüfte Gift nur nicht Ihr unschuldig Herz verderbe, Froh sie segne, wenn ich sterbe. 4. Gib du ihnen, o Allweiser, Wie es längst dein Rath bedacht, Stilles Glück, und was sie weiser, Reifer für den Himmel macht! Werden sie geprüft durch dich, Gott, so sei es väterlich! Und dann laß es ihren Seelen Nie an Trost und Stärkung fehlen. 5. Jener Siegstag der GerechImogniter 303 33/50 000 Aeltern und Kinder.- Geschwister. 413 ten Sei auch mir ein Freuden- men trachten; Stets, was sie ertag! Hilf, daß zu des Richters freut, vollzieh'n, Und, was sie Rechten Auch nicht Einer fehlen betrübet, flieh'n!, dislo mag! Dann sprech' ich: ,, Mein Heiland, sieh, Hier bin ich, hier sind auch Die, Die der Vater mir verliehen, Sie dem Himmel zu ( 171) erziehen! ,, 5. Jesus stelle sich mir dar, Als das Beispiel frommer Kinder. Er, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, War doch von der Kindheit an Seinen Aeltern unterthan. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 693. Gott, dir sei mein Dank geweiht, Heilig dir mein ganzes Leben! Denn aus freier Gütigkeit Hast du selbst es mir gegeben; Es durch Aeltern mir verlieh'n, Die zum Himmel mich erzieh'n. 2. Wie viel Gutes hat durch fie Deine Hand mir zugesendet! Wie viel Kosten, Sorg und Müh' Haben sie auf mich gewendet! Treuer Aeltern Sorg' und Müh'; Welchen Dank verdienen sie? 6. Selbst am Kreuze sorgte noch Für die Mutter seine Liebe. laß in reifern Jahren doch Mich auch streben, daß ich übe, Was die Aeltern kann erfreu'n; Laß mich ihre Stüße sein! 7. Bis an's Ende lebre mich Jede Kindespflicht erfüllen! Wie der Herr gethan, will ich Freudig thun um seinetwillen. Heil dann mir! es wird dann mein Dein verheißner Segen sein. E 8. Die, so mich an Aeltern Statt Lehren und im Guten üben, laß mich auch mit Wort und That Ehren und sie dankbar lieben, Und vergeblich bleibe nicht An mir Zucht und Unterricht. 3. Gib mir gegen sie ein Herz, Das es treu und findlich meine, Daß ich, trifft fie Noth und Schmerz, Fromme Thränen zu bir weine, Und, von allem Leichtfinn frei, Für ihr Glück dir dankbar fei. ad 9. Gott, mein Vater, böre doch Meines Herzens findlich Flehen! laß im späten Alter noch Sie an mir viel Freude sehen, und erhör' auch ihr Gebet, Das für mich um Weisheit flebt! 15 o Hachisur( 174, 170) this holy lomunid and his Verhältniß zwischen Geschwistern. da BAC 4. Lag, o Gott, mich immer gern Ihres Winks mit Sorgfalt achten, Und ihm stets, von Unmuth fern, Noch zuvor zu komdo ihnen allen Gottes Blick mit Wohlgefallen. mi medi Mel. Unser Herrscher, unser König ic. 694. wie lieblich ist's, 2. Durch des Blutes Band wenn Brüder, Schwestern fromm verbunden, Werden sie durch's und einig sind! O wie segnend Leben geh'n, Und die Liebe macht auf sie nieder. Dann des Friedens die Stunden Ihres Daseins Quelle rinnt! O dann ruht auf immer schön. Fern von Zwie 414 Pflichten gegen Andere. isS tracht, Groll und Neide, Theilen! 5. Wenn von Kind auf die sie so leid, wie Freude. Gemüther Sanfte Bruderlieb' 3. Gleichen Sinnes, gleichen umschlang; Diese Liebe, Schwe Strebens Ueben sie des Herrn Ge- stern, Brüder, Folg' euch euer bot, Leiten auf der Bahn des Le- Leben lang! Bleibet noch in bens Eins das Andre hin zu Gott, Todesstunden Fest und treu in Wachen, daß des Bruders Seele Gott verbunden! Nicht den Weg zum Heil verfehle. 4. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, Wird gesegnet und erfreut. Aeltern seh'n fich reich belohnet In der Kinder Einigkeit. Selbst die Hausgenossen streben Froh zu machen Aller Leben. 6. Liebe, komm herab vom Himmel, Komm in unser Herz herab! Leit' uns durch der Welt Getümmel Mit den Unsern bie an's Grab! Möchte jedes Haus auf Erden Dir ein heil'ger Tem pel werden! ( 148) madatin Für Waisen Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 695. An guter Aeltern Grabe Klagt der verwaiste Knabe In tiefem, bitterm Schmerz; D, ſeht der Kinder Thränen, Jhr ängstlich banges Sehnen; Wie leidet schwer ihr junges Herz! 2. Der Waise sucht vergebens Die Führer seines Lebens, Vergebens ihren Rath; Sie sind hinweggenommen, Sie werden nicht mehr kommen! Er geht nun einsam seinen Pfad. 3. Doch ist ein Vater broben, Der Allen täglich Proben Von seiner Treue gibt. Er bleibt, wenn Alles weichet; So weit der Himmel reichet, Reicht Gottes Macht, der Alle liebt. und Wittwen. die Waisen bört! Die Du willst unterstüßen Und leiten und beschügen, Sind sie nicht unsrer Hilfe werth? 7. So hilf uns denn auf Erden, Verlaff'ner Troft zu werden, Und Waisen zu erfreu'n! Denn unter deiner Sonne Ist's doch die größte Wonne, Dir, Gott, im Wohlthun ähnlich sein!( 150) sed Mel. Herr Jesu Christ, du c. 696. Wie herrlich fand der Deinen Schaar, Was du ihr einst verheißen, O Jesu Christ, dein Trostwort wahr: ,, Ich lass euch nicht als Waisen!" Im tiefsten Rummer fandtest du Den treu'sten Beistand ihnen zu, Den Geist des 5. Laß Reinen von uns Allen Lichts und Muthes.nl bin In diese Sünde fallen, Gott, der 2. Könnt' ich, o Herr, dein 4. Der Waisen bange Klage Steigt nicht am Trauertage Umsonst zu ihm hinan. Web dem, der lieblos denfet, Der Aeltern lofe fränket, Und arme Waisen drücken kann! all 6. Ja, Herr, wir wollen ihnen Durch Rath und Warnung dienen, Und thun, was sie erquickt. Wir wollen sie vertreten, Sie schügen, für sie reden, Wenn je ein Mensch sie unterdrückt! Waisen und Wittwen. 415 Jünger sein, Und ohne heiße Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Zähren Der unerzog'nen Kinder Schrei'n An Aelternfärgen hören? Ruft Menschlichkeit, Religion Mir nicht: ,, Sieh, dieser ist dein Sohn! Sei diesen Töchtern Mutter! Then 697. Ich verlaff'nes Waisenkind Muß in Thränen einsam geben, Weil mir Die gestorben sind, Die mein Bestes hier versehen. Nun ist dies mein Trost allein: Gott will selbst mein Vater sein! 3. Was gleicht dem schmerzlichen Verlust, Den zarte Kindheit leidet, Wenn von der warmen Aelternbrust Das Schwert des Todes scheidet? Wer kann der Mutterliebe Macht, Ein Vateraug', das immer wacht, Den Armen ganz ersegen? 2. Vater in der Ewigkeit, Der du fennest meine Schwächen; Lindere mein herbes Leid, Und erfülle bein Versprechen, Daß mir deine Lieb' und Treu' Immer zur Begleitung sei! 4. Wo ist die weiche Hand, die sie In ihrer Schwachheit pflege, 3. Meiner Aeltern heißes Fleh'n Uebergab mich dir im Sterben! Laß mich nun die Wirkung seh'n, Die ihrem Geiste Schuß verlieh' Ihren legten Segen erben! Auf dunkelm Lebenswege? Wer wehret ihrem Untergang? Wer hebt sie zu der Menschheit Rang Durch der Erziehung Segen? Führe mich auf ebner Bahn, Daß ich ihnen folgen kann. 4. Gib, daß ich mich von der Welt Immer unbefleckt erhalte, Und, wenn sie mir Nege stellt, Doch mein Glaube nicht erkalte. Tilg' aus meiner jungen Brust Alle Welt- und Sündenluft! mad 5. Umsonst, o Höchster, stellst du nicht Sie hier in meine Nähe! Du forderst die Versorgerpflicht, Und was du willst, geschehe. Als Vater hab' ich dich erkannt; So muß auch ich ja Baterhand Der armen Waise bieten. 6. Durch sanfte Güte will ich fie Zu jeder Pflicht bewegen, In ihre weiche Seele früh Den Keim des Guten legen; Voll Eifer um ihr beff'res Theil, Doch auch besorgt für zeitlich Heil, Für sie kein Opfer scheuen. 700 7. Und weiß ich selbst nur wenig Rath, Jhr wahres Wohl zu bauen, Will ich auf Dich, der Alles bat, Auf Deine Hilfe trauen! Was ich nicht habe, das gib du; Wo ich nichts kann, tritt selbst herzu, Der Waisen treu'ster Vater! 5. Sorge für mein Wohlergeh'n, Für die Seele, Leib und Leben. Laß mich darauf fest besteh'n, Alles dir zu übergeben. Ruh' ich nur in deinem Schoos, Bin ich aller Sorgen los. 6. Droben ist mein Vaterland; Droben ist mein rechtes Erbe. Dort hört auf mein Waisenstand, Wenn dereinst ich selig sterbe, Und die Weltern und das Kind Ewig dann beisammen sind. als miss mel. Zion klagt mit Angst und zc. 698. Nichts Betrübter's ift auf Erden, Nichts kann so zu Herzen geh'n, Als wenn Arme Witt( 66) wen werden, und die Waisen um 416 Pflichten gegen Andere. sie steh'n Ohne Vater, ohne Gut, 3. Wo seit viel tausend JahOhne Hilfe, ohne Muth. Witt- ren Betrübte Wittwen waren; wen sind verlass'ne Frauen, Wai- Da hast du, Gott, verpflegt, Die sen kläglich anzuschauen. es sich auf dich verließen, Und gläubig dir zu Füßen Des Kummers schwere Past gelegt. 2. Doch wenn in der Trübsal Schranken, Darin Gott sie hat gestellt, Nur geduldig, ohne Wan- 4. In dir will ich mich stärken. fen, Fest an Gott ihr Herz sich Du wirst auf mich auch merken; hält; Sigen Waisen, arm und Mein Seufzen ist vor dir. Ich bloß, Wohlversorgt in Gottes will mit heißem Fleben Vor Schoos, Finden stets in Gottes deinem Antlig stehen; Du, WittArmen Wittwen Hilfe, Trost, Erbarmen. dun all snied slan Hard Smi wenhelfer, siehst nach mir! 3. Gott ist Richter und Berather Frommer Wittwen, hört ihr Schrei'n; Gott ist armer Waisen Vater, Will ihr Schuß und Helfer sein. Wehe denn dem harten Mann, Der die Wittwen drücken kann! Unbarmherzige Gerichte Drohen solchem Bösewichte. Ich will stets frohen Muthes Aus allen Kräften Gutes Vor deinen Augen thun; Mich dem Geräusch entziehen, Weltluft und Thorheit fliehen, Und still in deiner Fügung ruh'n. 6. Dann eilen meine Tage Mit ihrer Noth und Plage Schnell, wie ein Traum, dahin. Ich leg' die müden Glieder Auf's Sterbebette nieder, Wenn ich zum Himmel reifer bin. 4. Laßt uns der Bedrängten schonen, Mildern Wittwen- Waifen- Noth! Reichlich wird dies Gott belohnen In dem Leben nach 7. Dann geh' ich, dich zu dem Tod, Wo kein Wittwenauge thränt, Keiner Waise Seufzer stöhnt, Wo von allen Lippen, allen, Nichts, als Freudenlieder, schallen. ( 89) schauen, Der mein Gott, mein Vertrauen, Mein Trost ist und mein Freund. Wie werd' ich dann dich ehren, Dir danken für die Zähren, Die ich als Wittwe hier geweint! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 699. Gott hört der Wittwen Flehen! Mein Aug' soll auf ihn sehen; Er ist mir mehr, als Mann. In allem Schmerz und Leide Ist er mir Trost und Freude, land! Mein Fels, den ich umfassen kann.9. Hierher, ihr meine Waisen, 2. Mir g'nüg' an seiner Gnade! Mit mir den Gott zu preisen, Der Er ist auf jedem Pfade Bei mir euch erhalten kann! D Gott, sei bis an das Grab. Er will mich du ihr Vater, Ihr Schirmer und nicht verlaffen! Dies Trostwort Berather; Nimm dich der armen will ich fassen Als meinen Witt- Schafe an! ( 105) wenwanderstab. 8. Den ich und der mich liebte, Deß' Abschied mich betrübte, Find' ich in deiner Hand. Wie wollen wir uns freuen, Und uns're lieb' erneuen Im thränenlosen Vater Herrschaften und Dienstboten. Verhältniß zwischen Herrschaften und Dienstboten. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. und reich; Alle sind vor dir wir gleich! 700. Duvertheilst der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rathe! Niedrig machst du sie und groß; Doch erzeigst du Allen Gnade; Bist gleich gut und gleich gerecht: Dies erkenne Herr und Knecht! 2. Wer bei niedrigem Geschick Seine Zeit und Kraft mir leibet; Wer zu meines Hauses Glück Meinem Dienst sich redlich weihet; Wer durch Folgsamkeit mich ehrt, Der ist meiner Liebe werth. 417 Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 701. Gott, deinen weisen Willen Soll Jeder hier erfüllen: Laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte Mich treulich dem Geschäfte, Zu dem du mich beriefest, weih'n! 2. 3war muß ich Andern dienen; Doch dien' ich redlich ihnen, So dien' ich dir, mein Gott! So hilf mir, ihren Willen So gern und treu erfüllen, Als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klagen 3. Hilf, daß ich ihm seine Pflicht Liebreich, wo ich fann, ver- Des Lebens Last mich tragen, süße; Daß er, wenn ihm Hilf Und Weichlichkeit verschmäh'n; gebricht, Sie von meiner Hand Im Reden und im Schweigen genieße; Daß ich Fehler gern ver- Mich ehrerbietig zeigen, Und zeih', Nachsichtsvoll dem Schwachen sei! day davo schlicht und recht durch's Leben geh'n. 4. Vor Frechheit, Stolz und 4. Du, der Aller Vater ist, Schufft auch ihn zum ew'gen Les Neide, Vor List und Schadenben. Für ihn hat sich Jesus Christ, freude Bewahre, Gott, mein Wie für mich, in Tod gegeben. Herz; Was meine Herrschaft Lieben soll ich, so wie mich, Ihn, kränket, In Trauer sie versenket, der Mensch ist, so wie ich. Das sei zugleich mein eigner 5. Fern von Stolz und Eigen- Schmerz. finn, Laß mich seine Rechte ehren, Ihn zum Guten treu erzieh'n, Ihn durch Wort und Vorbild lehren. In Gemeinschaft des Gebets Steh' mit mir mein Diener stets. 6. Herr der Herren, gib mir Kraft, Daß ich in der Demuth wandle, Mild, gerecht, gewissen haft Gegen jeden Menschen handle. Hoch und niedrig, arm 5. Gern will ich sie erfreuen, Was ich versah, bereuen, Und willig folgsam sein. Ich will sie redlich lieben, Im Fleiße gern mich üben, Und Müßiggang und Trägheit scheu'n. 6. Du, Gott der Herrn und Knechte, Vertheilst mit milder Rechte Der Menschen Stand und Heil! Wer niedrig ist auf Erden, Kann groß im Himmel 27 418 Pflichten gegen Andere. werden, Hat Fürsten gleich an| nen, Und mich mit Engeln freu'n. dir, Gott, Theil! 7. Auch mich wirst du belohnen; Bei dir werd' ich dort wohLaß mich dies stets ermessen, Nie deiner hier vergessen, Und dann bei dir einst selig sein! Bürgerpflichten. nads ( 105) .00% nen; Will Jedem geben, was ich soll, Und ohne Zwang und ohne Groll Den Vorgesetzten ehren. 6. D wohl dem Lante, wo der Geist Des Christenthums regieret, Wo Jeder dich, o Bater, preift, Und Jeden Weisheit zieret; Wo nie die Bürgertreu' entflieht, Und Reiner sich der Pflicht entzieht, Gemeinwohl zu befördern!( 148) Mel. Allein Gott in der Höh' ic. 702. Beim theuern Namen Baterland Erwachen beil'ge Triebe. Ich fühle mich mit ihm verwandt; Ich fühle, daß ich's liebe. Hier ging des Lebens Tag mir auf; D Land, in dir begann mein Lauf Zum hohen Ziel des Lebens! 2. In heit'rer Unschuld lernt' ich hier Die ersten Worte stammeln, Und mir Begriffe, Gott, von dir Und deinen Werken sammeln! Ich sah mit Aeltern mich vereint, Und sie und mancher Jugendfreund Versüßten meine Tage. 3. Wie Viele waren um mich her Geschäftig, mein zu pflegen! Wie Viele führten immer mehr Der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgerrecht bereit; Hier fand ich Ruh' und Sicherheit Im Schuße der Gefege. 3 Mel. Gott des Himmels und der ic. 703. Gott der Ordnung, Herr der Stände; Höchster, dessen Macht die Welt, Alle Werke deiner Hände Stets in weiser Ordnung hält: Preis sei dir, der Herren Herr, Ewig Allgewaltiger! and agalan dantelles 2. Ruh' und Ordnung fest zu gründen, Riefst du Herrscher auf den Thron. Schuß soll hier die Unschuld finden, Das Verdienst gerechten Lohn, Und das Schwert der Rache droht Jedem Frevler Schmach und Tod. 4. So will ich denn auch dank- 3. Aehnlich deiner Gottheit bar sein, Und meinen Brüdern nazen, Will rathen, helfen und erfreu'n, Und Gutes unterstüßen. Was Ordnung, Recht und Eintracht nährt, Und was des Landes Wohlstand mehrt, Soll stets mir theuer bleiben. Bilde Soll des Landes Vater sein, Durch Gerechtigkeit und Milde Schüßen, segnen und er freu'n; Ehren, schirmen soll der Thron Wahrheit und Religion. 4. Weiser, besser soll auf ErdenUnser brüderlich Geschlecht, 5. Ich will durch Fleiß und Ruhiger, beglückter werden Durch Redlichkeit Dem Vaterlande der Ordnung Licht und Recht. dienen, Und was mir das Gesetz Segnend soll die Saat gedeih'n, verbeut, Mich nie zu thun erfüh- Welche gute Fürsten streu'n. Bürgerpflichten. 419 5. Herr der Herren, für die 2. Doch haft auch in dem PilGaben Deiner Ordnung danken wir; Was wir Gutes durch sie haben, Kommt doch Alles nur von dir! Gütig sieht dein Vaterblick Auch auf uns und unser Glück! 003 6. Walte ferner, segnend walte Ueber uns, dein Eigenthum! Unsern Fürsten, Gott, erhalte! Landeswohlfahrt sei sein Ruhm! Heil ihm, der uns Gutes gibt, Und sein Scepter sei geliebt! 7. Laß nach deines Wortes Lehren, Unterthan und Obrigkeit Nur des Landes Wohl begehren, Und mit frommer Willigkeit Thun und geben, was die Pflicht Fordert, Gott, und dein Gericht! gerstand Für kurze Zeit hienieden Du, Herr, ein irdisch Vaterland Zur Wohnung uns beschieden. Da wallen wir, O Gott, vor dir, In deinem Schutz und Segen Der Heimath still entgegen. 3. O wohl dem, der voll Himmelssinn Auch schon auf Erden wandelt; Der stets im Blick nach oben hin Als Himmelsbürger handelt! Mit Willigkeit Wird jederzeit Des treuen Bürgers Pflichten Er auch dem Staat entrichten. 4. Der beste Bürger ist der Christ, Den Glaub' und Liebe zieret, Der ganz dem Herrn ergeben ist, und den sein Geist 8. Gib uns, gib auch unsern regieret. In Glaubenskraft, GeKindern Frieden, Ruhe, Sicher- wissenhaft, Streut er der Liebe heit! Laß dein Wohlthun nie sich Saaten Auf allen seinen Pfaden. mindern; Und führst du in schwere Zeit, D, dann steh' uns gnädig bei, Daß auch sie uns heilsam ſei! 5. Aus Ehrfurcht vor dem Herrn der Herrn, Der Erdenfürsten König, Ist er auch seinem Fürsten gern In Ehrfurcht un9. Leit' uns, Gott, mit Bater- terthänig. Der Fromme ehrt Des händen, Deiner Ordnung stets Richters Schwert, Das strafend getreu, Daß, wenn wir den Lauf Frevlern bliget, Uns Recht und vollenden, uns das Reich be- Unschuld schüßet. schieden sei, Das auf ewig Die beglückt, Die des Himmels Krone schmückt. 6. Ein Freier zwar, doch Gottes Knecht: Das ist der Ruhm des Christen. Gottselig, züchtig und gerecht, Entfesselt von den Mel. Was Gott thut, das ist ic. Lüsten, Dient ohne Zwang Sein Leben lang Dem Herrn er und den Brüdern, Als eines Hauptes Gliedern. 704. Noch lebt der Christ im Pilgerstand, Ein Fremdling hier auf Erden. Im Himmel ist sein Vaterland; Dort soll er bei misch werden. Geschrieben schon Hat Gottes Sohn In Himmelsbürgerlisten Die Namen seiner Christen. 7. Der Christ thut Ehre Jedermann, und hält mit Allen Frieden. In des Berufes Fleiße fann Sein Eifer nie ermüden. Zu Gottes Höh'n Steigt auf sein Fleh'n: Dein Recht, Herr, wohn' 27* 420 Kriegerpflichten. Schulgesänge. im lande; Gib Heil in jedem Schlacht; Du bist es, Gott, der Stande!" für uns wacht! Dich fürchten wir, nur Das gibt Muth; Wir fürchten feiner Feinde Wuth. 8. Ja, Heil dem Lande, wohl der Stadt, Wo wahre Christen wohnen, Der Glaube seine Tempel hat, Und Treu' und Liebe thronen! Da ist gut sein, Und mild und rein Ist da des Lebens Sitte; Da, da ist Gottes Hütte! ( 88.83) ( Nach 1 Petr. 2, 11-17) 5. Und heilig ist uns uns're Pflicht. Wir lassen uns're Fahnen nicht. Wir trachten nicht nach Naub und Gold, Und sind vergnügt mit unserm Sold. 6. Dem stolzen Feinde furchts bar, sind Wir schonend gegen Weib und Kind Und Greis und Säugling und den Mann, Der uns nicht widerstehen kann. 7. Der Arm des frommen Kries gers hebt Den liebreich auf, der vor ihm bebt; Und schüßet ihn, und nie vergießt Er dessen Blut, der wehrlos ist. Mel. Herr Gott, dich loben alle sc. 705. Wir find, wenn es die Pflicht gebeut, Zum Kampf für's Vaterland bereit; Des Thrones Schuß, des Landes Wehr, Steht stark und muthig unser Heer. 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr noch Tod. Wir stehen All' in Gottes Hand, Und sterben gern für's Vaterland. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht; D' führ' durch uns des Friedens Glück, Führ' uns gekrönt mit Sieg zurück! 4. Wir gehen muthig in die 391937 8. Er übet gern nach heißem Streit Die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Fürsten werth, Wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch Einer in der Schlacht; Die Himmelsfrone ihm erwarb, Der für uns All' am Kreuze starb! man undan@ tds seus a gittis tincm find Anhang: Schulgesänge. Vor dem Unterricht. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 706. Segne, Vater, unsern Fleiß! Unterstüße das Bestreben, Uns zum Heil und dir zum Preis Weise, fromm und gut zu leben! Giving Darum flehen Alle wir; Licht und Kraft kommt nur von dir. 2. Pflanze tief in uns're Brust Trieb zur Weisheit und zur Tugend; So sind wir des Lehrers Lust, Weihen dir schon uns're Schulgesänge. Jugend, Wachsen in der Jahre Lauf Für das Wohl der Menschheit auf. 3. Edeln Bäumen mach' uns gleich! Anmuthsvoll sei unsre Blüthe! Mach' uns einst anFrüchten reich, Reich an Nugbarkeit und Güte! Segne, Vater, unsern Fleiß Uns zum Heil und dir zum Preis! ( 195) 421 bitten wir's Mit frommer Zuversicht. 2. Verleihe selbst uns Kraft, und segne das Bestreben, Gehors sam dir zu sein, Und christlich fromm zu leben. Von unerlaubter Lust Sei uns're Seele rein: Laß deiner Gegenwart Stets eingedenk uns sein! 3. Stets ringe unser Geist, Dir ähnlicher zu werden, Erhab nes Tugendbild, Selbst Pilger einst auf Erden! Herr Jesu, Gottessohn, Du lebtest uns zu gut; Gib, daß wir dir uns weih'n, Du selbst uns Kraft und Muth! ( 73) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 707. Herr unser Gott, wir bitten dich um Weisheit und um Tugend! Regiere du uns väterlich In uns'rer frühen Jugend. Laß deinen Segen auf uns ruh'n, Und das nur lieben, das nur thun, Was uns dein Wort gebietet. 2. Gib, daß sich uns're Lehrer freu'n, Der Aussaat Frucht zu sehen. Laß ihren Unterricht gedeih'n Zu unserm Wohlergehen. O Vater, segne ihr Bemüh'n, Wenn sie zu Christen uns erzieh'n, Und lehr' uns willig folgen! ( 72) Mel. O Gott, du frommer Gott ic. 708. Gott, unsrer Jugend Gott, Du Vater und Regierer! Sei du, wir fleh'n vereint, Auch heute unser Führer! Du weißt, wie schwach wir sind; Du siehst, was uns gebricht: Von dir erNach dem Mel. Was Gott thut, das ist ic. 709. Gott, laß den Unterricht gedeih'n, Zur Weisheit uns zu leiten! Eaß, deines Beifalls werth zu sein, Uns jede Unart meiden. Lent' unsern Sinn Zum Guten hin; Verleih' uns Lust und Kräfte Zum nüglichen Geschäfte! 2. Die Blume, die der Morgen fand Im schönsten Farbenschimmer, Verblich oft plöglich und verschwand Am Mittag schon auf immer. So sind auch wir Vergänglich hier: Gott, laß uns früh auf Erden Reif für den Him( 185) mei werden! Unterricht. | Willen, Uns're Pflichten stets erfüllen. Mel. Liebster Jefu, wir zc. 710. So beschließen wir auch heut', Vater, dankbar uns're Stunden! Freuden edler Thätigkeit haben wir auch heut' empfunden. Hilf, daß wir, nach deinem deln; Dann nimmst du uns, 2. Ja, so lange wir hier sind, Wollen wir, als Christen, wandeln, Täglich fromm und gut gefinnt, Nur nach Jesu Lehren han 422 wann wir scheiden, Auf zu deinen höhern Freuden. ( 158) Schulgesänge. 2. Ofteb' uns bei mit deiner Kraft Auf jedem uns'rer Wege, Damit sich uns're Wissenschaft Auch ferner mehren möge! Mel. Ich ich dank dir schon ic. 711. Jest bringen wir dir 3. Wie reich ist unsre JugendDank und Preis, O Vater unsers zeit An Folgen sonder Ende! Hilf, lebens! Dein Segen frönte un- baß mit steter Sorgsamkeit Sie sern Fleiß; Wir lernten nicht Jeder treu verwende! vergebens. ( 36) Bei Schulprüfungen. zieh'n, Führst sie der Tugend Pfad. Mel. Nun danket all' und bringet c. 712. An diesem Tag erscheinen wir mit Ruhm und Preis und Dank In dieser Schule, Gott, vor dir; Hör' unsern Lobgesang! 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeih'n, Ulm nüglich einst, wo dir's gefällt, In jedem Stand zu sein. 2. Bon dir fommt Weisheit: 5. Laß uns're Schule fernerhin und Verstand, Von dir der Wahr- Der Weisheit Tempel sein; Laß heit Licht; Du machst uns mit Gottesfurcht und frommen Sinn Schon uns're Jugend weihn. ns selbst bekannt, und lehrst uns uns're Pflicht. 6. Beglücke uns're Obrigkeit, Lohn'uns'rer Lehrer Treu'; Steh' uns und ihnen, Herr, auch heut' Mit deiner Gnade bei!( 176) 3. Du läsfest gute Schulen blüh'n Zum Glück für Welt und Staat; läßt junge Seelen da erNach der Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 713. Herr unser Gott, dich preisen wir! Herr unser Gott, wir danken dir! Du hast von uns'rer Kindheit an, Hast jeden Tag uns wohlgethan. 2. An diesem Tage sandtest du Von Neuem uns viel Gutes zu; Dir nur gebühret Lobgesang, Wenn heute unfer Werk gelang. 3. Du, Herr, der uns das Dasein gab, Gabst Licht in unsern Geist herab. Es war bein väter lich Bemüh'n, Früh unser Herz zu dir zu zieh'n. Prüfung. 4. Du schenktest uns der Jugend Zeit Zur Aussaat für die Ewigfeit. Web dem, der die verlorne Zeit Dereinst zu spät, zu ſpät bereut! 5. Wohl uns, wenn wir gewissenhaft, Und eingedenk der Rechenschaft, Benußten jeden Augenblick: Ihn rufet feine Neu' zuruck. 6. Laß deine Gnade mit uns sein, Und gib zur fernern Saat Gedeih'n. Hilf, Herr, daß wir auf deiner Bahn Uns immer mehr dem Ziele nah'n! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 714. Was Glaube thut, ist wohlgethan, Ob es auch fühn erscheine. Er darf dem Unsichtbaren nah'n, Das Große und das Kleine Jhm anvertrau'n, Und auf ihn bau'n: Mit ihm muß es gelingen, und Feige gelingen, Und reiche Früchte Schulgesänge. Für eine Kleinkinder: Anstalt. 2. Was Liebe thut, ist wohl gethan; Es reut sie keine Mühe. Sie pflanzet auch die Wildnis an, Daß fröhlich sie erblühe. Sie sorgt und eilt; Sie trägt und heilt, Was zart und ohne Pflege Verlassen liegt am Wege. 3. Was Hoffnung thut, ist wohlgethan; Sie schauet in die Ferne. Sie macht dem schwachen Keime Bahn, Damit er wachsen lerne. Ihr Eifer glüht, Und wird nicht müd'; Und säumen auch SO gilio Sim 1011 1934 an 2 die Früchte, Einst stehen sie im Lichte. 4. Doch was auch Glaub' und Liebe thun, Gewinnt nur Dau'r und Stärke, Wenn Gott läßt seinen Segen ruh'n Auf jedem ihrer Werke; Und wohlgethan Ist es nur dann, Läßt Gott der Hoffnung Saaten Gedeih'n und wohlgerathen. 5. Er schenkt zur Arbeit die Geduld; Er gibt den Geist von oben. Darum sei seine Vaterhuld Allein von uns erhoben! Er weist die Bahn Den Seelen an; Er kann die Herzen wecken, Sein süßes Heil zu schmecken. 423 6. O ew'ges Licht, erleuchte doch Die Kinder uns'rer Pflege, Und führ' in deinem sanften Joch Sie auf dem Lebenswege! Laß Groß und Klein Auf's Neu' sich weih'n Zu deinem Eigenthume, zu deinem ew'gen Ruhme!( 13) de poton hos 10 AUSST di sod 13 and thus OR S 104) N Vierter Haupttheil. Lieder für besondere Zeiten und Lebensverhältnisse, zur häuslichen Erbauung. Morgenlieder. Mel. Ich dank' dir schon z. 715. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobfing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, Und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt! Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält, Und mir's jetzt neu gegeben! her 6. Gelobet sei'st du, Gott der Daß ich nach einer sanften Nacht Macht, Gelobt sei deine Treue, Mich dieses Tags erfreue! 7. Laß beinen Segen auf mir ruh'n, Mich deine Wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnådig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Ges fahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein frommes Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; 10. Daß ich, als bein getreuer Knecht, Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an And'rer Wohlergeh'n Und ihrer Tugend freue: Morgenlieder. 12. Daß ich das Glück der lebenszeit In deiner Furcht ge- mel. Ach bleib mit deiner Gnade ic. nieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, be- 717. Noch läßt der Herr schließe. ( 55) mich leben! Mit fröhlichem Gemüth' Eil' ich, ihn zu erheben: Er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder Der Morgensonne Pracht; Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. Mel. Nun laßt uns Gott den 2c. 716. Wach' auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! 2. Mit göttlichem Erbarmen Bedeckte Gott mich Armen: Schlaf, sprach er, ohne Grauen; Die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; Ich kann das Licht noch sehen: Du machst, daß ich auf's Neue Mich meines Lebens freue! 3. Du, Herrscher aller Welten, Nimmst dich auch meiner an! Wie soll ich dir verzelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor bir; Du forderst nur Vertrauen, Nur Liebe, Gott, von mir! 5. So will ich dir lobsingen, Mich deines Namens freu'n; Nach deiner Gnade ringen: Mein ganzes Herz sei dein! 6. Tilger meiner Sünden, Mein Mittler, Jesus Christ, Laß mich den Trost empfinden, Daß du mir gnädig bist! 7. Dir hab' ich mich ergeben; Ich freue mich in dir. Erfreuender, als Leben Ist deine Güte mir. 8. So führe mich auch heute Auf deiner Tugend Pfad; Du Ewigweiser, leite Mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur Eins laß mich erflehen, Das chriftlich weise Herz, Auf dich stets aufzusehen In Freuden, wie im Schmerz. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist des Herrn sei Ehre, Anbetung Preis und Ehre! 5. Hör' meinen Dank, mein Flehen, Gott, der in's Herz kann sehen; Laß dir mein findlich Lallen In Gnaden wohlgefallen! 6. Dein Werk woll'st du vollenden, und deinen Engel senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mittel, Ende, Ach Herr, zum Besten wende! 425 8. Die Meinen wollft behüten; Gib ihnen deinen Frieden! Nach deinem Rath sie leite; Zum Himmel sie bereite. 9. Auf allen unsern Wegen Begleite uns dein Segen; Dein Wort sei uns'reSpeise Auf uns'rer Pilgerreise. ( 56) 10. Daß ich am Ersten trachte Nach dem, was dir gefällt; Mehr deinen Beifall achte, Als allen Ruhm der Welt; 11. Daß ich dir fest vertrauend, Das Gute standhaft thu, Und 426 Häusliche Erbauung. froh gen Himmel schauend, Denk':| fahr, Mein starker Fels, Mein " Herr, mich siehest du!" Helfer immerdar.ne 12. Bereit, den Lauf zu 7. Du weißt, wie lang Ich schließen Auf deinen Wink, o hier noch wallen werde. Fällt Gott, Und lauter im Gewissen, ohne dich Kein Sperling auf die So finde mich der Tod!( 127) Erde; So nimmst du, Herr, Auch meines Lebens wahr: Mit Namen kennst Du mich und zählst mein Haar! Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit zc. mit dun 718. Mein erster Wunsch, 8. Mein Heiland, gib Mir Kraft zum neuen Leben; Gib mir den Muth, Dem Beiſpiel nachzustreben, Das du, o Herr, Uns hinterlassen haft! Dein Joch ist fanft, und leicht ist deine Laft. 9. Dein Auge sieht Die Schwächen meiner Seele. Verwirf mich nicht; Vertritt mich, wenn ich fehle. Zu dir empor Fleht meine Seele fiets; Und du vernimmst's, Erhörer des Gebets! ( 127) Mein innigstes Bestreben Ist dies, o Gott, Dich würdig zu erheben! Unendlich groß Ist deine Vatertreu'; Mit jedem Tag Ist deine Güte neu. matog i no and 2. Die Sonn' enthüllt Den Schauplag deiner Werke, Und Alles zeugt Von deiner Huld und Stärfe; Sie, die das Ziel Von ihrer Laufbahn weiß, Eilt ämfig hin, Und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, Und du regierst das Ganze. Vom Menschen an Bis auf die kleinste Pflanze, Seh' ich, wie groß Sich deine Vorsicht zeigt; Sie reicht so weit, So weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt Auch mich; du, Höchster, denkest An mich, den Staub! Der du die Himmel für mich! Gott, wie vergelt ich's bir? Ein dant bar Herz, Das bring' ich dir dafür. 5. Nimm's gnädig an; Gedenk' nicht meiner Sünden; Durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden! Er, welcher nie Ein gläubig Fleb'n verwarf, Erlaubt's, daß ich Dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn Mit findlichem Vertrauen Auf dich allein, So lang ich lebe, schauen! Du bist mein Gott, Mein Retter in GeMel. Befehl du deine Wege zc. 719. Mit fröhlichem Gemüthe Sing' ich dir meinen Dank! Es preise deine Güte Mein früher Lobgesang! Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag verlängt, Mir täglich Gut's gegeben, Auch heut' schon Heil 2. Beherrscher aller Welten, Mein Gott, wie dank' ich dir? Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Ich bin viel zu geringe; Doch du verschmähest nicht Das Opfer, das ich bringe Dies Herz voll Zuversicht.be 3. Gedenk' nicht meiner Sünde, Gott der Barmherzigkeit! Sei deinem schwachen Kinde Ein Vater, der verzeiht. Gib Frömmigkeit und dämpfe Die sündliche Morgenlieder. 427 Begier, Mit der ich stets noch| Ich als dein Kind vor dich. Ich kämpfe, Und ziehe mich zu dir. 4. Herr, send auf meinen Wegen Mir deine Hilfe zu, Und sprich du selbst den Segen Zu Allem, was ich thu'! Ja, sende du mir Kräfte Von deiner heil'gen Höh', Damit all' mein Geschäfte Erwünscht von statten geh'. suche dich, und bete: Erhör' in Christo mich! Dir möcht' ich heut' gefallen In jedem Augenblick, Vor dir in Unschuld wallen: Verleih' mir, Herr, dies Glück! 5. Gib mir vor allen Dingen Zufried'nen, muntern Geist, Das freudig zu vollbringen, Was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht übermüthig sein, Doch auch nicht trostlos zagen, Wenn Trübsal bringt herein. 3. In deinen treuen Händen Liegt dieses Tages Loos. Du wirst mir Freuden senden; Du bist so gut und groß. Und hast du eine Plage Mir heute auserseh'n; So lehr' mich ohne Klage Auch finst're Wege geh'n. 4. Für Nichts hab' ich zu sorgen, Als dafür nur allein, Dir, Herr, mit jedem Morgen Neu r bieses Herz zu weih'n. Heil, wer nach deinem Worte Verbarret im Gebet, Dabei an jedem Orte Stets auf der Wache steht! 6. Hilf mir in meinem Stande Treu thun, was dir gefällt. Behüte mich vor Schande; Hilf glücklich durch die Welt. Nicht ſelbst mein ganzes Leben Nach deinem Willen ein; Und, die du mir gegeben, laß auch gesegnet fein. 7. Gib, daß im Glück und Leide Ich stets so leben mag, Daß ich mit frommer Freude Denk' an den letzten Tag: Und kommt er, so vergönne, Daß ich mit Freudigkeit Voll Glauben sprechen könne: ,, Herr, komm! ich bin bereit!" ( 170) 5. Herr, nach deinem Reiche Sehnt jeden Morgen sich Mein Herz; daß ich's erreiche, Dazu bereite mich! Schenk' heut' den Geist des Lebens Als Pfand der Kindschaft mir! Du wirst nicht müd' des Gebens, Drum sag' ich Alles dir. on Fore Mel. Befiehl du deine Wege zc. 720. Erwach' am neuen Morgen, Mein Herz, zu Gottes Preis! In Ruhe, frei von Sorgen, Schlief ich auf sein Geheiß; Und alle meine Lieben Sind froh mit mir erwacht: Dies sei dir zu geschrieben, Du Hüter in der Nacht! 2. Voll frohen Glaubens trete 6. Was nur mein Herz begehret, Der kleinste Wunsch sogar, Wird mir so oft gewähret Bon dir, der ist und war. Du fiehest im Gemüthe, Was nie ein Auge fah, lind deine große Güte Nuft ihm, so steht es da. 7. Ich wünsche Nichts zu haben, Als was zu dir mich führt. Nimm mir von deinen Gaben, Was leicht mir schädlich wird. Bereite mich hienieden, Einst dich, o Herr, zu seh'n, Und laß mich dann im Frieden Zu dir hinübergeh'n! 8. Herr, die Geliebten fennet, Für die ich jezzo fleh', Bevor mein Häusliche Erbauung. 428 Mund sie nennet, Dein Herz in deiner Höh'. Erhalt uns bis zum Ende In dir durch dich vereint, Und deinen Engel sende Dem Herzen, welches weint. 9. O du, der Sonne Führer, Mein Gott, mein Freund bist du! Du, aller Welt Regierer, Schaust mir auch heute zu. Es fällt von meinem Haupte Kein Haar, eh' du es weißt: Wenn ich dies immer glaubte, Wie selig wär' mein Geist! ( 169) zen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Treu behütet und be wacht, Und, bei aller meiner Schuld, Mich noch trägst mit Vaterhuld! Eigne Melodie. 721. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Hersnem Himmel mit mir zu! 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden, Herr, wie diese Nacht, vergeh'n; laß mich Gnade por dir finden, Glaubensvoll auf Jesum seh'n, Der für meine Missethat Sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen Geistlich auferstehen mag, Und für meine Seele sorgen, Eh' erscheint der große Tag, Wo dein ernstliches Gericht Mir, auch mir mein Urtheil spricht. Wort! Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüger und mein Hort. Nirgends, als bei di allein Kann ich wohl verwahret ſein. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem 6. Meinen Leib und meine Seele, Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand! Segne mich! Ich bin ja dein, Und ich will es ewig sein! 7. Deinen Engel wollst du senden, Wenn Gewalt und lift mir droht, Alles mir zum Besten wenden, und mich stärken noch im Tod. Sterb' ich, o so bringe du Mich zu deines Himmels Rub'! 8. Wollst der Meinen dich erbarmen, Herr, Herr, ihre Zuversicht! Trage sie auf Vaterarmen, Bleibe ihnen Trost und Licht. Führe sie der ew'gen Ruh', Dei9. Höre, Gott, was ich be gehre, Vater, Sohn und heil'ger Geift! Meine Bitte mir ges währe, Der du selbst mich bitten heißt: So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort! ( 2) Mel. Wie schön leucht't ic. 722. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edeln Pflicht, Dem Höchsten Lob zu bringen. Ich will aus frommer Dankbegier, D mildester Erbarmer, dir Mit Freudigkeit lobs singen! Schöpfer, Vater, Deine Treue Rührt auf's Neue Mein Gemüthe; Froh empfind' ich deine Güte! 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest 429 2. Deiner Gnade Morgenthau Senf auf unsern Geift sich nieder, Daß, gleich Blumen auf der Au, Er erfrischt sich hebe wieder. Segen ström' auf deine Schaar Immerdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth Unsers Herzens Kält' ertöde, Und erwecke Sinn und Muth Bei ber neuen Morgenröthe, Daß wir, deine Bahn zu geh'n, Recht aufsteh'n! Morgenlieder. du nicht dich So hilfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben seßeft du Jeßt einen neuen Tag hinzu: Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue Stärke! Dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, Auf ewig von mir fliehe; Daß ich die kurze Lebenszeit In christlicher Zufriedenheit Zu nügen mich bemühe! Prüfe, Siehe, Wie ich's meine; Dir ist keine Meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Chrift: o Herr, verleih, Daß ich des Namens würdig sei! Mein Trost ist deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Kind! erhalte mich, Mein Gott, auf deinem Pfade! Stärk' mich, Daß ich Stets mich übe, Deine Liebe Zu betrachten, Ueber Alles dich zu achten. 4. Schmück' uns mit Gerechtigkeit, Als mit einem weißen Kleide, Das, von Sünden unentweiht, Nie an seinem Glanze leide! Laß uns hell und sündenrein Alle sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gib, daß auch an jenem Tage Unser Leib verflärt ersteb', Und, erlöst von aller Plage, Auf der ew'gen Freudenbahn Wallen kann. 6. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnaden5. Auch im Geräusch der sonne; Führ' uns durch das Welt soll mich Der heilige Ge- Thränenfeld In das Land der dank' an dich Oft still zu dir er- ew'gen Wonne, Wo, was selig heben. Im dunkeln Thale wall' uns erhöh't, nie vergeht!( 96) ich hier; Einst nimmst du micherdomis ndy hinauf zu dir, Zum Licht und Mel. Gott des Himmels und der 2. ( 127) Herr, ich werde Gern der Erde 724. Dir sei Preis, ich lebe Mich entschwingen, Dir dort wieder, Bater, und empfinde ewig Lob zu singen! mich! Herr, dir bring' ich meine Lieder, Und mein Herz rühmt dankbar dich: Denn dein Aug' hat in der Nacht Ueber mich, dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollendet habe Diese meine Pilgerzeit, Ruh' ich auch also im Grabe, Same für die Ewigkeit. Auch Gigne Melodie. 723. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen lichte; Hilf zu dieser Morgenzeit, Daß dein Schein zu uns sich richte, Und vertreib' durch deine Macht Unsre Nacht! 430 Häusliche Erbauung. in dieser langen Nacht Wird mein| schenk' mir, deinem Kinde, Auch Staub von dir bewacht. ich 3. Aber ich erwach' auch wie der, Und mein Lobgesang mit mir. Dann erschallen meine Lieder Mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; Ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Herr, Herr, meine Zuversicht, Daß mich feiner einst verklage, Wenn du kommst zum Weltgericht; Daß ich meiner Pflicht hier treu, Und dort unerschrocken ſei.ro nucenadas 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens; Jeden, teden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie Ungenügt ein Tag entflieh'. 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite Dieses Tages auch noch freu'n. Recht zu handeln gib mir heut' Stärke, Luft, Gelegenheit! ( 127) findlich frommen Sinn. 3. Gib mir auch Stärk' und Kräfte Auf diesen ganzen Tag, Daß mein Berufsgeschäfte Ich treu vollbringen mag. Beschüße mich, mein Gott, Vor Allem, was kann schaden; Behüte mich in Gnaden Bor bösem, schnellen Tod! lid wor 4. Getreuer Vater, schenke Mir, was mir nüglich ist! Hilf, daß ich stets bedenke, Daß du mir nahe bist; Daß ich zu keiner Zeit Gewissenlos mög' handeln, Auf bösem Weg' nicht wandeln, Der mich zulegt gereu't. 5. Mich fess'le nicht die Erde, Auf der ich Fremdling bin. Gott, deine Gnade werde Mein größester Gewinn! Weicht Sorgen! Eins ist Noth! Der Herr, der mir das Leben, Und seinen Sohn gegegeben, Gibt mir auch täglich Brod. Gigne Melodie. 6. Herr, sei auch meiner Freunde Schild, Trost und Zuversicht! Verlaß auch meine Feinde Mit deiner Hilfe nicht. fie Tugend üben, Dich und den Die Meinen segne du: Gib, daß Nächsten lieben; Führ sie dem Himmel zu. 725. Aus meines Herzens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde; Dich rühmet mein Gesang, D 7. Gott will ich lassen rathen, Schöpfer dieser Welt, Der du Der alle Ding' vermag. Er segne auch mir das Leben Allmächtig meine Thaten An diesem ganzen haft gegeben, Deß' Grade mir's Tag. Mein Glück in dieser Welt, erhält! idadi Mein Leib, mein' Seel', mein med 2. Herr, du hast mich aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Schrecken und vor Schaden, Der möglich war, bewacht. Sei gnädig fernerhin: Vergib mir meine Sünde, Und Leben, Sei Alles Gott ergeben! Er thu', was ihm gefällt! 8. Hierauf sprech' ich mein Amen, Und zweifle nicht daran: Gott nimmt in Jesu Namen Mein Beten gnädig an; Und seine Bas Morgenlieder. 431 terhand Wird segnen und erfreuen, Wird Kraft und Muth verleihen Zum Fleiß in meinem Stand. 900 ( 116) 4. D süßer, hoher Glaube, Nicht ewig zu vergeh'n! Es soll der Mensch vom Staube Einst wieder aufersteh'n. Ach, laß mich's ori! Jan Garde is nie vergessen! Der heil'gen Hoff Mel. Valet will ich bir geben c. nung voll, Laß täglich mich ermessen, Was einst ich werden soll! 726. Lob sei Gott, der den 5. Sollt' ich nach Reichthum Morgen Uns sendet nach der trachten? Nie komm' es in mein Nacht, Der, wenn wir ohne Sor- Herz! Nach Ehr' und Wollust gen Entschlummern, für uns schmachten? Ihr Sohn ist Reu' wacht; Der uns im Schlaf er- und Schmerz! Hienieden schon quicket, Und uns're Kraft erneut; auf Erden Soll meine Seele Gott, der die Erde schmücket, Und, rein, Ein Tempel Gottes werwas er schuf, erfreut! den, Ganz ihm geheiligt sein. 2. Der Engel heil'ge Heere Erhöh'n ihn mit Gesang. Auf, fingt in ihre Chöre, In ihrer Jubel Klang! Ertönet, Harf' und Psalter, In's Lied der Seraphim: Dem Schöpfer, dem Erhalter, Lobfingt, lobsinget ihm! 6. 3war dieses Lebens Freuden Sind nicht des Christen loos; Doch ist in seinem Leiden Des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, Und schau'n von ferné schon Die Wonne jenes Lebens, Der Ueberwinder Lohn. 3. Von dir ist mir gegeben, 7. Getroft, mein Geist, ermüde Herr, was ich hab' und bin. Doch In deinem Kampfe nicht! Dich dies mein irdisch Leben Eilt schnell stärket Gottes Friede Mit Muth zum Tode hin. Bald ist sie ganz und Zuversicht. Ermunt're dich entschwunden, Der Wallfahrt und streite; Des Sieges lohn ist turze Zeit; Doch hängt an ihren nah! Getrost; vielleicht ist heute Stunden Das Heil der Ewigkeit. Des Kampfes Ende da! ( 53) disfred at Morgenlied im Leiden. Mel. Wunderbarer König sc. 727. Heiter strahlt der Morgen; Deine Sonne scheinet: Doch mein müdes Auge weinet. Strahle, Bater, strahle Mir im Morgenlichte Troft von deinem Angesichte! Komm zu mir! Denn nach dir Muß ich unter Thränen Nur noch mehr mich sehnen. 2. Herr, du läßt dich finden; Du erhörst mein Schreien! Ja, ich hoff' auf dich, den Treuen. Hab' ich dich gefunden, Laß mich stets ermessen Solche Huld, und nie vergessen, Daß nur du Seelenruh', Trost und Licht und Leben Huldvoll mir gegeben! 3. Vater, möcht' ich fröhlich Nur an deinen Händen Meine Lebensbahn vollenden! Schwebe mir vor Augen; Wirk in meinem Innern, Liebend dein mich zu er innern. Leite mich Väterlich; Laß dein Kind auch heute Geh'n ( 35) an deiner Seite! 432 Häusliche Erbauung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 728. Der Morgen kommt, und meine Klage Wird jetzt mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen meine Tage Der bangen Pilgerschaft vorbei! Der Sonne neu geschenktes Licht Erheitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abendfunden, Ist dieser neue Tag für mich; Der Schmerz, den ich bis her empfunden, Erneuet mit dem selben sich. Ich hoffte Trost in meiner Pein; Doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Noth umringt, Und täglich härtere Beschwerde Zu Klagen und zu Thränen zwingt. Noch immer fleh' ich unerhört Um Labung, die mein Herz begehrt. 5. Mir ist das Schicksal noch verborgen, Das diesen Tag mich treffen soll. Doch bin ich ohne Gram und Sorgen: Du, Vater, kennst mein wahres Wohl, Und was dein Rath beschließt und thut, Ist heilig und gerecht und gut. 6. Soll ich die Last noch länger tragen; Ich halte deiner Fügung still. ,, Dein Will' geschehe!" will ich sagen; ,, Herr, wie du willst, nicht wie ich will!" So laß mich, Vater, in der Pein Geduldig, wie mein Heiland sein. 7. Hab' ich des Tages Last empfunden, So rückt mein Abend auch herbei. Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller Trübsal frei; Und für die Leiden dieser Zeit Belohnet mich die Ewigkeit. 8. Gestärkt durch diesen hohen 4. Herr, eile doch, mir beizu- Glauben, Tret ich auf meinen stehen; Verlaß den schwachen Lebenspfad. Herr, stärke, stärke Pilger nicht! Mein Vater, neige meinen Glauben, Auch dann, auf mein Flehen Zu mir dein wann sich der Tod mir naht! Vielfreundlich Angesicht! Gib mir leicht erscheint er heut': wohl Geduld, und bei dem Schmerz mir; Dir lebt' ich; und dann Ein hoffend und zufriednes Herz. sterb' ich dir! ( 195) Am Sonntagsmorgen. thist and Mel. Herzliebster Jesu zc. 729. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet; Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet! laß auch mich mit Freuden vor dich, treten, Dich anzubeten! 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Heil von der Erlöften Zungen Froh wird be sungen! more 4. Vergebens lockt die Welt 2. Dich rühmt der Lobgesang mit ihren Freuden; Mein Geist der Himmelsheere; Auch unser soll sich auf Gottes Auen weiden. Tempel schallt von deiner Ehre: Sein heil'ges Wort, das seine Auch unser Dank, auch unsers Boten lehren, Das will ich hören. Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 5. Mit Andacht will ich, Höch Morgenlieber. 433 ster, vor dich treten! Ich weiß, du Ehre! Mein Morgenopfer bringt liebst, die kindlich zu dir beten. hinauf; Schau' du herab und Der Thoren Glück, die sich der höre. Du wirst durch deinen UnSünde freuen, Wirst du zer- terricht Auch heute Muth und streuen. Troft und licht In meiner Seele wirken. 6. D laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren! Regiere mich, daß meine ganze Seele Zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder, Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die, fern von Gott, im Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen! 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden; Als Sab= bath müß' er stets mir heilig werden. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig! Amen. ( 195) 2. O leite, Vater, mich zu dir Am Tage deiner Ehre, Daß ich mit Andacht und Begier Das Wort des Lebens höre! Laß diefen Ruhetag allein Dir, o mein Gott, geheiligt sein Zum Besten meiner Seele! 3. Gib, daß des Wortes Geist und Kraft Mein ganzes Herz durchdringe; Daß ich auch stets gewissenhaft, Was du mich lehrst, vollbringe. Laß, Herr, durch deinen Unterricht Mich eifriger in meiner Pflicht, Im Glauben stärker werden. 4. So wird dein Tag, o Vater, mir Ein Tag des Segens werden; So seh' ich und empfind' ich hier Den Himmel schon auf Erden; So werd' ich nach der Prüfungszeit Einst im Genuß der Seligkeit Dich unaufhörlich preisen! ( 24) Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 730. Frohlockend, Vater, wach' ich auf Am Tage deiner Tischlied. ( Mel. Christus der ist mein Leben 2c.) 731. Du, Geber aller Gaben, Du schenkst aus Gütigkeit Uns, was wir nöthig haben, Zu uns'rer Stärkung heut'. 2. Herr, segne diese Speisen, Schenk' ein zufriednes Herz, Und laß uns stets dich preisen In Freude, wie im Schmerz. 3. Wir danken dir, du Treuer! Du gabst uns Speis und Trank; Wir sagen dir, Erfreuer, Dafür Lob, Preis und Dank. Abendlieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich findlich an! Ich bin 732. Herr, der du mir das viel zu geringe Der Treu', die ich 28 434 Häusliche Erbauung. befinge, Und die du heut' an mir| und treuer Hüter, Der, wenn ich gethan. schlumm're, für mich wacht. 2. Mit dankendem Gemüthe Freu' ich mich deiner Güte; Jch freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke, Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben geh'n; Auf deine Güte hoffen, Im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens seh'n! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen; Ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl' ich, Bater, meinen Geift! ( 55) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 733. Die Sonne sinket nieder; Die holde Nacht kommt wieder, Und mit ihr Schlaf und Ruh'. Sie schließt des Tags Geschäfte, Erquickt die matten Kräfte, Und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle Mit tiefgerührter Seele, Was Gott an mir gethan. Sei dank bar, mein Gemüthe! Rühm' deines Schöpfers Güte; Ber' findlich deinen Vater an! 3. Von ihm kommt jede Gabe, Das Leben, das ich habe, Die Nube dieser Nacht. Es ist der Quell der Güter, Mein Schuß 4. Er läßt es finster werden, Und hüllt den Kreis der Erden In schwarze Dunkelheit. Doch auch in dunkler Stille Wohnt Gott mit seiner Fülle, Und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne Mit Majestät herauf; Sie leuchten, ihm zur Ehre, Hoch über Land und Meere, Und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, Groß, wenn der Abend thauet, Groß in der stillen Nacht; Im Sonnenschein und Sturme, Am Menschen und am Wurme, Groß, Vater, zeigst du deine Macht! 7. Gott, groß von Macht und Treue! Wenn ich mich deiner freue, Wird mir die Nacht auch Licht! Ich leg' die müden Glieder In deinem Namen nieder; Du bist bei mir; ich sorge nicht. 8. Soll mir der Schlaf zum Leben Erneute Kräfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein Leben enden, So wirst du mich vollenden, Mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. Auf, Christenmensch, auf ic. 734. Vom Tagwerk müde, suche ich Die Ruh' im stillen Schatten. Ach meiner Schwach heit, Herr, daß mich Die Arbeiten ermatten! Wann fällt, da ich beschweret bin, Des Todes Leib, wann fällt er hin? 2. Er fällt, wenn ich bis an das Ziel Geduld und Glauben Abendlieder. übe; Und was ich duld', ist nie zu viel, Wie sehr mich's auch betrübe. Trug ich nicht heut des Tages Last, Die du mir, Gott, erleichtert haft? 3. Nur daß durch meiner Thorheit Schuld Die Lasten schwerer drücken. Schenk' mir denn Glauben und Geduld, Daß sie mich nicht erdrücken! Laß mich auf dich, du Helfer, seh'n, Und still den Pfad des Lebens geh'n. 435 4. Wie hab' ich diesen Tag Mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft Ein Blick auf Gott geführet? Erfreut' ich mich des Herrn, Der unser Fleh'n bemerkt, Und hab' ich im Vertrau'n Auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß Der Güter dieser Erden An den Allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, Den Unfall mit Geduld? 4. Und wenn die Nacht des Grabes sinkt, Die allen Jammer endet, Und mir, dem müden Pilger, winkt, Der dann den Lauf vollendet; Dann ruf' ich froh: ,, es ist vollbracht!" Und schlummre, bis dein Tag erwacht. ( 80) 6. Und wie genoß mein Herz Des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, Mein Scherz noch unschuldsvoll, Und hab' ich nichts gered't, Was ich bereuen soll? Mel. O Gott, du frommer 2c. 735. Der Tag ist wieder hin! Und diesen Theil des Lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst Dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner Pflicht gelebt? 7. Hab' ich die Meinigen Durch Sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein Beispiel still Zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, War dies mir angenehm? 2. War's in der Furcht des 8. War mir der Fehltritt leid, Herrn, Daß ich ihn angefangen, Sobald ich ihn begangen? Bestritt Mit Dank und mit Gebet, Mit ich auch in mir Ein unerlaubt eifrigem Verlangen, Als ein Ge- Verlangen? Und wenn in dieser schöpf von Gott, Der Tugend Nacht Gott über mich gebeut; mich zu weih'n, Und züchtig und Bin ich, vor ihm zu steh'n, Auch gerecht, Und Gottes Freund zu willig und bereit? sein? 9. Gott, der du Alles weißt, 3. Hab ich in dem Beruf, Vor dem ich nichts verhehle; Ich Den Gott mir angewiesen, Durch fühle täglich noch Die Schwachheit Eifer und durch Fleiß Ihn, diesen meiner Seele! Vergib durch Gott, gepriesen; Mir und der Welt genügt, Und jeden Dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, Nicht, weil mich Menschen sah'n? 10. Ja, du verzeiheft dem, Christi Blut Mir die verlegte Pflicht; Vergib und gehe du Mit mir nicht in's Gericht. 28* 436 Häusliche Erbauung. Den seine Sünden fränken; Du mein Erretter, bist bei mir, Und liebst Barmherzigkeit, Und wirst hilfft aus aller Noth! auch mir sie schenken. Auch diese Nacht sei du Der Wächter über ( 81) mir: Leb' ich, so leb' ich bir; Sterb' ich, so sterb' ich dir!( 55) Eigne Melodie. 736. Nun fich der Tag geendet hat, und keine Sonne fcheint; Schläft Alles, was da müd' und matt, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast; Du schläfft und schlummerst nicht! Ob uns die Finsterniß umfaßt, Bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke Herr, nun auch an mich In dieser dunkeln Nacht, Und halte du mich gnädiglich In deiner Hut und Wacht. 4. Zwar ich erkenne meine Schuld, Die mich bei dir verklagt: Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Ich eil' im Glauben zu ihm hin, Der für uns Sünder starb, Ich weiß, daß ich der Seine bin, Daß er mir Gnad' erwarb. 6. So schließ' ich meine Augen zu, Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meine Ruh; Wie kann mir bange sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. Mel. Wenn mein Stündlein c. 737. Herr, hab' ich jest zum Legtenmal Der Sonne Licht gesehen, Und soll aus diesem PilSo leuchte mir aus dieser Zeit, gerthal In dieser Nacht ich gehen; Du Sonne der Gerechtigkeit, Zur bessern Welt hinüber! 2. Uns schrecket nicht des Grabes Nacht, Wenn wir im Tod' entschlafen; Denn Jesus Christus nahm die Macht Den Schrecken, die uns trafen. Sein Tod ist uns're Zuversicht Und seine Himmelfahrt das Licht Auf dunfelm Todeswege. 3. Voll heil'ger Hoffnung ist der Christ, Der, von der Welt entfernet, Auf Erden schon im Himmel ist, Und täglich sterben lernet. Heut' leb' ich, morgen bin ich todt: Dieß lehr' mich denken, Herr, mein Gott, Damit ich weiser werde. 4. Schließt bald sich, was mich traurig macht, Des Lebens Laft und Kummer, Und ist der Schlaf in dieser Nacht Zugleich mein Todesschlummer: Herr, wie du willst! ich bin bereit, Die Hütte meiner Sterblichkeit Mit Freuden abzulegen. ( 85) 8. Soll diese Nacht die legte sein In meiner Pilgerzeit; So führe mich zum Himmel ein, Zum Licht der Ewigkeit. Mel. Wer weiß wie nahe mir zc. 738. Mein Gott, der Tag ist nun vergangen; Du haft mit Huld an mich gedacht. Ich hab' ihn fröhlich angefangen, Und auch gesund zu End' gebracht. Du hast 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; von Morgen an bis ist Mir Ja, dein bin ich auch todt! Du, wohlgethan und mich beschüßt. Abendlieder. 437 2. Wie soll ich deinen Ruhm| Kräfte, Daß ich dir ferner dienen erhöhen, Du Vater der Barmherzigkeit? Die Tage kommen und vergehen; Dein Wohlthun bleibet allezeit. Der Sonne erst' und legter Blick Bringt Heil und strahlet Heil zurück. Eigne Melodie. 3. Du, Herr, hast mich die Bahn geleitet, Die mich zu deinem Himmel führt, Mein Herz zum Guten zubereitet, Gestärkt, gegründet und regiert. Du warst mein Vater und mein Freund, Und hast es immer gut gemeint. 739. Der Tag ist hin! Mein Jesu, bei mir bleibe! Gib, daß dein Licht Der Sünde Nacht vertreibe. Geh' auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, Erleuchte mich In dieser Dunkelheit. 4. Versagtest du mir manche 2. Preis, Lob und Dank Sei Bitte, So sorgtest du doch für mein Heil, Und wenn mein Herz bir, mein Gott, gesungen! Dein bekümmert litte, So war dies sei die Ehr', Wenn mir mein Werk fein beschieden Theil. Wie weis- gelungen. Versteh' ich auch nicht lich mischest du das Leid Mit un- jimmer deinen Rath; Doch führest sers Lebens Fröhlichkeit! bu Mich stets den besten Pfad. 5. Gott, der mir so viel Gnad' erwiesen, So treu, so thätig mich geliebt; Wie wenig hab' ich dich gepriesen, Wie vielmal hab' ich dich betrübt! Kein Tag, kein Augenblick geht hin, An dem ich nicht dein Schuldner bin. de fann. Willst du, so tret' ich mein Geschäfte Auch morgen wieder fröhlich an. Doch endet sich mein Pilgerlauf, So nimm den Geist, Herr Jesu, auf! 6. Mein armes, sündenvolles leben Macht mich verwerflich, Gott, vor dir. Doch gnädig willst du mir vergeben, nicht handeln nach Verdienst mit mir. Vergib durch Christum meine Schuld, Und beff're mich und hab' Geduld. 7. Ich hoffe denn, daß deine Gnade In dieser Nacht auch mit mir ist; Und was ist, das mir dann noch schade, Wenn du mein Gott und Vater bist? Ich schließe mit Gewissensruh' Die müden Augen betend zu. 8. Gib mir im Schlafe neue 3. Nur Eins ist noch, Was mich empfindlich quälet: Beständigkeit Im Guten mir noch fehlet. Du weißt es wohl, Du Herzenskündiger! Ich strauchle noch, Wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, Was mir sagt mein Gewissen, Daß Sünd' und Welt Mich oft dahingerissen! Es ist mir leid; Ich stell' mich wieder ein: Da ist die Hand! Du mein, und ich bin dein. A 5. Schußherr der Welt, Mein Hirte und mein Hüter! Nun legen sich zur Ruhe meine Glie der. Bewahre mich Durch deine starke Macht, Wenn wo ein Feind Zu meinem Unglück wacht. 6. Du schlummerst nicht, Wenn meine Kräft' erschlaffen. Laß meine Seel' Im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn', Erquicke meinen Sinn! Dich laß 438 ich nie, Mein Licht: der Tag ist hin! ( 128) Häusliche Erbauung. Mel. Christe der du bist des Tages ic. 740. Zu so viel Tagen, die mir schon Von meiner Prüfungszeit entflohn, Stürzt sich auch dieser, den ich heut' Durchlebt', in's Meer der Ewigkeit. 2. Gott, dessen Auge mich bewacht, Gott weiß, wie ich ihn zugebracht: Was ich gedacht, gered't, gethan, Sah er genau und merkt' es an. 3. D Seele, fordert er dich nicht Um diesen Tag einst vor Gericht? Hängt nicht dein Loos in Ewigkeit Auch mit an diesem Punkt der Zeit? 4. Der Tod vollendet mich vielleicht, Eh' diese Nacht dem Morgen weicht, Und führet mich, wie ich hier bin, Vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Vor einem bösen schnellen Tod Bewahre gnädig mich, oder Ehr' und Herrlichkeit! Gott! Zur Besserung, zur Frömmigkeit Gib, mein Erbarmer, mir noch Zeit! ikano 6. Erböre väterlich mein Fleh'n; Laß mich dein Heil noch länger seh'n! Mir leuchte noch des Lebens Licht; Führ' nicht zu bald mich in's Gericht. Eigne Melodie. 741. Nun ruhen alle Wälder, Es ruhen Städt' und Felder; Es schläft die müde Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf! ihr sollt noch beginnen, Was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonn', geblieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, du Erdensonne, Da Jesus, meine Wonne, Noch hell in meinem Herzen scheint! 7. Von allem bösen Vorsag rein, Will ich dir ganz mein Leben weih'n; Kein Tag soll wieder mir entflieh'n, Es segne denn dein Beifall ihn. all wohing of 8. Von dir bewacht entschlaf' ich nun. Laß mich in sanfter Stille ruh'n! Mein erst' Gefühl nach Schlaf und Rub' Sei mein Gelübde, Gott, seist du!( 125) 3. Der Tag ist nun vergangen; Die goldnen Sterne prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird beißen gehen Mein Gott aus dies sem Jammerthal. 4. Wie ich mich jest entkleide, So werd' ich, wenn ich scheide, Auszieh'n die Sterblichkeit. D Wonne, wenn dagegen Mir Christus wird anlegen Das Kleid 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zu Ende Des Tages Arbeit sei. Herz, freu' dich! du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder! Geht hin, und legt euch nieder; Des Bettes ihr begehrt. Bald kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' im Bettlein in der Erd'. 7. Die Augen steh'n verdrossen; Wer wacht, wenn sie verschlos sen? Wer sorgt für Leib und Seel? Nimm du mich auf zu Gnaden, Be schirme mich vor Schaden, Du Aug' und Wächter Israel! Abendlieder. 439 8. Dein Flügel, Herr, bedecke Mich Schlafenden; es wecke Kein Unfall mich, noch Pein. O Jesu, meine Freude, Laß du vor allem Leide Mein stilles Lager sicher sein! 6. Erquickung Allen, denen Das Schicksal heiße Thränen Zu ihrem Loose gab! Gott, lindre jeden Rummer, Und gieße sanften Schlummer Auf jeden Leidenden herab! 7. So schlaf ich denn in Frie9. Auch euch, ihr meine Lieben, Euch müsse Nichts betrüben, Kein den. Wie labend ist dem Müden Unfall, noch Gefahr! Euch Fer- Die Nuh' in stiller Nacht! Sei nen und euch Nahen Woll' unser Gott umfahen Mit seiner lichten Engelschaar! ( 56) einst der letzte Abend Des Lebens mir so labend, Wenn alle Arbeit ( 26) ist vollbracht! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Mel. Werde munter mein Gemüthe ic. 742. Die Ruhe senkt sich 743. Auf, o Seele, werde wieder Auf uns're Erde nieder In stiller, dunkler Nacht. Mit ungezählten Leiden, Mit ungezählten Freuden Ist abermals ein Tag vollbracht. munter! Lob ist immer deine Pflicht; Zwar die Sonne gehet unter, Aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genährt, Heut' auch Freud' und Troft gewährt, Vor Gefahren wich beschüßet, Meine Schwachheit unterstüzet. 2. Mir sind des Tages Stunden Nicht freudenleer verschwunden; Mit treuer Baterhand Haft du mich, Herr, geleitet, Die Freuden mir bereitet, Die ich an die sem Tage fand! 3. Drum preif' ich deine Güte Mit dankendem Gemüthe, Und herzlichem Gesang. Was du mir haft gegeben, Mein ganzes fünft'ges Leben Sei dir geweihter, frommer Dank! 4. Hab' ich gefehlt, verzeihe Dem Sterblichen; verleihe Zur Beff'rung Kraft und Muth. Auch ich will Schuld erlassen, Will Feinden, die mich hassen, Verzeihen christlich fromm und gut. 5. Gib jetzt zu neuen Kräften In nüglichen Geschäften Des Schlafes Wohlthat mir. Mein Vater, ich empfehle Mein Leben, Leib und Seele, Und alle meine Lieben dir! the 2. Angebetet und gepriesen Seift du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, Dankt mein Herz mit Freuden dir. Du hast, war ich's schon nicht werth, Dennoch mein Gebet erhört, Das ich heut', als ich erwachte, Dir in Jesu Namen brachte. 3. Doch, da ich voll Dank erzähle, Wie so groß dein Wohl= thun war, Stellen sich auch meiner Seele Die begang'nen Sünden dar. Wie ist ihre Zahl so groß! Denn, Herr, nicht nach Thaten bloß, Auch nach ihres Herzens Dichten Wirst du einst die Menschen richten. 4. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich jetzt wieder ein. Laß durch Jesum mich ver 440 Häusliche Erbauung. glichen, mich mit dir versöhnet sich neiget; Jeßt, da die sternensein. Ich verleugne nicht die volle Nacht Von deiner Allmacht Schuld; Doch weiß ich, daß deine zeuget! Dich, Herr, lobt jeder Huld Größer ist, als meine Sün- Stern, Und ruft: ,, auf! lobt den den; Gnade werd' ich Armer Herrn!" Erheb' dich, Seele; lob' finden. erfreut Den Herrn des Himmels und der Zeit! 5. D du licht der frommen Seelen, Sonne der Gerechtigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit! Fehlt nur dieses Freudenlicht Mir in Nacht und Dunkel nicht; O dann nahen meinem Herzen Weder Sorgen, Furcht noch Schmerzen! 6. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles Uebel laß verschwinden, Dede mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Aeltern, Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schuß geschlossen! 7. Ach, bewahre uns Schrecken! Räuber nicht, noch Feuersgluth Laß uns aus dem Schlafe wecken; Halt' uns, Herr, in deiner Hut! Wende ab Gefahr und Noth, Seuchen, bösen, schnellen Tod, Und laß, wenn wir sollen sterben, Uns des Himmels Freuden erben. vor 8. Höre, Vater, ach erhöre, Was dein Kind gebeten hat! O Sohn Gottes, den ich ehre, Bleibe du mein Schuß und Rath, Und mein Hort du, werther Geist, Der du Freund und Tröster heißt! Hör, o großer Gott, mein Flehen! Amen! ja, es soll geschehen! ( 155. 170) 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Gott, deine Macht und Stärke! Daß du der Allerhöchste bist, Sagt jedes deiner Werke. Mit göttlich weiser Macht Regierst du Tag und Nacht; Das, was du schufft, thut dein Gebot, Und dienet dir, du großer Gott! 3. Was bin ich, o mein Gott, vor dir, Daß du mich täglich liebest? Womit verdien' ich's, daß du mir So vieles Gute gibest? Gott, deine Gnad' ist groß; D Seele, reiß dich los Vom Eiteln, das das Herz beschwert! Gott, Gott allein ist liebenswerth. POTES 4. Mir ward der Tag, der nun vergeht, Durch dich zum Gnadentage; Dein Arm, dem Niemand widersteht, Beschüßte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat; Bei Allem, was ich that, Ward mir durch Glück und St Segen flar, Daß Gott mein Freund und Helfer war. Mel. Der lieben Sonne Licht zc 744. Preis sei dir, meinem Gott, gebracht, Jeßt, da der Tag 5. Ach ford're mich nicht in's Gericht Jeßt bei des Tages Schlusse! Verschmäh' mein Abends opfer nicht, Das Opfer meiner Buße. Vergib mir meine Schuld, Und hab' mit mir Geduld! Sieh von dem strengen Richterthron Auf meinen Mittler, deinen Sohn. 6. Gib nach der sanften Ruh' der Nacht Mir einen frohen Morgen. Du thuft's. Nun, da dein Auge wacht, Entschlaf' ich em Abendlieber. ohne Sorgen. Ich wach' und schlafe dir; Du, Herr, bist stets bei mir! Ach, Gott, du meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Tode nicht! ( 184) 441 hin, wie Freund an Freund: Ein großer Chor, der, dich zu preisen, In seinem Fluge sich vereint. 3. Wer zählt, wer nennt die Wesen alle, Aus deren Mund dein Loblied schwebt, Das mit der Welten Jubelschalle Sich bis zum Psalm des Seraph's hebt, Zum Psalm, der laut im höhern Tone Von Sonne bis zu Sonn' erklingt, Und dann geflügelt bis zum Throne Des Allerhöchsten freudig bringt? 4. Auch mich schuf Gott zu seiner Ehre Aus Staube, doch mit einem Geist, Der, Engeln gleich, sich in die Heere Des Him2. Dich singt mein Lied, der mels mischet, und ihn preis't. fene Sterne Aus freier Hand hin- Lobsing' ihm denn, der dich zum warf, wie Saat, Der in der un- Leben, Zum höhern Flug den gemess'nen Ferne Für Alle zeich- Geift erfor! Einst wirst du hoch nete den Pfad. Sie wandeln ihn vom Staube schweben zu einer in sichern Kreisen So friedlich bessern Welt empor. ( 99) Abendlied im Leiden. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz c. 745. Hier steh ich unter Gottes Himmel, Seh' tausend Welten über mir, Und fern vom rauschenden Getümmel, Weih' ich die heil'ge Stille dir! Vor dir werf' ich mich betend nieder, Auf dessen allmachtsvollen Ruf Der Himmel ward; der meine Brüder Und mich, wie diesen Himmel, schuf! Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 746. Auch diesen Tag hab' ich vollbracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Baterlieb' und Macht Verdank' ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, Mein Retter und mein Heil: So würd' in meiner Pilgerschaft Kein Trost mir je zu Theil. 3. Ach, ohne dich, Allgütiger, Verging ich in der Noth; Von Troft und aller Hoffnung leer Wär' ohne dich mein Tod. In schlaflosen 4. Doch welchen Troft fühlt nun mein Herz! Du bist und bleibst mein Gott; Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, Und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertrau'n: Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir grau'n; Du wirst mein Helfer sein. 6. Und sollt', o Vater, diese Nacht Des leidens legte sein; Wohl mir! dann ist mein Lauf vollbracht, Vollbracht des Lebens Pein! ( 195) Leidensnächten. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. war sie mir Erwünscht und schmerzenlos. Noch einmal blidt' ich auf 747. Die Nacht bricht an! sonst zu dir, Und lag der Ruh'im Schoos. 442 2. Doch nun verkürzt fein Schlummer mehr Die lange Schmerzensnacht. Ich ruf ihn sehnlich zu mir her; Umsonst: mein Auge wacht. 3. Doch du wachst auch, und schlummerst nicht. Wie göttlich tröstet dies! Du sendest Klarheit mir und licht In meine Finsterniß. 4. Der Sternenglanz der Ewigkeit Erhellt der Nächte Grau'n. Ich darf mit Glaubensfreudigkeit Und Hoffnung auf wärts schau'n. 5. In stillen Mitternächten tönt Dir, Vater, mein Gesang! Auch wenn die Brust die Brust von Schmerzen stöhnt, Wein' ich dir meinen Dank. Häusliche Erbauung. 8. Da bin ich einsam, nicht allein, Hab' ich, o Vater, dich; Da wird die Erde mir so klein: Nur Himmel ist um mich! 9. Da lehret Eine Nacht mich mehr, Als viele Tage sonst; Das Herz wird reiner, würdiger Des Lichts, in dem du wohnst. 10. Den matten Körper flieht die Ruh'; Die Seele ruht in Gott. Still ist sie, Vater, dir, und du Erleichterst jede Noth. Mel. Ach bleik bei uns ic. 748. Unwiederbringlich schnell entflieh'n Die Tage, die uns Gott gelieh'n. Die Woche kommt und eilt davon; Vergangen ist auch diese schon. 11. 3war müd' und wund fühlt ihre Last Die kämpfende Natur: Gönn' ihr, Erbarmer, Schlaf und Raft!- Doch nein; Eins fleh' ich nur: 12. Schenk' mir Geduld und Kindessinn, Troft, den dein Wort verheißt. Soll schlummerlos die Nacht entflieh'n; Dir wache dann mein Geist! Zolt 6. Jm Dunkeln seh' ich deine Hand, Die mich bisher geführt, Und bis hinauf in's Vaterland Mich ferner leiten wird. mi 13. Ja, wachend, schlafend bin 7. Wenn Alles, Alles um mich ich dein, Im Leben und im Tod. schweigt, Spricht mein Gewissen Soll diese Nacht die legte sein; laut. Doch Preis sei dir! wie Dir sterb' ich auch, mein Gott! wird's so leicht, Wenn's deiner Gnade traut! ( 83) Am Ende der Woche. 76900 guten That erfreut; Weß war die Kraft? wer gab Gedeih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht: Verzeih' uns die verlegte Pflicht! Du sieh'st, Erbarmer, uns're Neu'; Um Chrifti willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden uns gezählt, Die legte weislich 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, Für deinen Beistand in der Noth, Für tausend Proben deiner Treu! Denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher uns verhehlt. Abendlieder. 443 6. Herr unsers Lebens, mache| Prüfungszeit Zu deiner frohen du Uns selber recht geschickt dazu, Daß, eingedenk der Sterblichkeit, Wir wachen mögen allezeit! 7. Ist einst die Zahl der Tage voll, Die Jeder hier durchleben soll; Dann führ' uns aus der Am letzten Tage eines Jahres. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 749. Auch dieser Tag ist wieder hin; Mit ihm ein ganzes Jahr! Hier bring' ich dir, Gott, deß ich bin, Mein Herz zum Opfer dar! Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht!( 17) Doch hat mich nicht ein schneller Tod In Sünden weggerafft! 5. O Vater der Barmherzigfeit, Ich bin nicht werth der Treu'! Sie war in der vergangnen Zeit An jedem Morgen neu. 6. Neu werde sie im neuen Jahr; Hab' fernerhin Geduld! Dir laß mich leben immerdar Nicht häufen meine Schuld. 7. Vertrauend deiner Lieb und Macht, Schlaf ich nun fröhlich ein. Du wirst auch in der legten Nacht Des Jahres mit mir 2. Aus tiefer, stiller Mitternacht Erschallt mein Lobgesang. Der Herr hat Alles wohlgemacht! Ihm sei Preis, Ruhm und Dank! fei Preis, 3. Herr, voll von deiner Freundlichkeit Floh jeder Tag dahin; Von mir durch Sün- sein. denschuld entweiht Floh jeder, ach, dahin! 8. Und hoffnungsvoll tret' ich die Bahn Der neu verjüngten 4. Und dennoch, gnadenreicher Zeit In kindlicher Gesinnung an: Gott, Hast du mich nicht bestraft; Dir bleib' mein Herz geweiht! 30370 Wiegenlieder. da Mel. Die Tugend wird durch's ic. 750. Schlaf, Kind! du liegst am Mutterherzen; Dies wacht und sorget schon für dich, Theilt deine Freuden, deine Schmerzen, Vergißt für dich wohl selber sich. Dein Lächeln ist rsd die Höhe, Wo dein und mein Erbarmer lebt, Der auch mit seiner Segensnähe Hier über deiner Wiege schwebt. Er war ein Kindlein einst auf Erden, So hilflos und so klein, wie du; Dir gleich an findlichen Gebärden, Schloß er auch seine Augen zu. mir Freudenquelle, Und deine 3. Nun hält er über dir die Ruhe ist mir Glück; Auf dir, du Kindlein, hold und helle, Ruht wonnevoll mein Mutterblick. Wache, Und denket huldreich nur daran, Wie er dich gut und selig mache, Dich führe auf der ebnen Bahn. Deß' tröst' ich mich; in 2. Dann blick' ich flehend in Häusliche Erbauung. 444 seine Hände Leg' ich, geliebtes Kind, dich hin. Er segne dich; ja, er vollende Sein Werk in dir nach seinem Sinn! Mel. Seelenbräutigam zc. 751. Schlaf du liebes Kind! Gottes Engel sind Dir zur Wache zugegeben; Ihre Fittige umschweben Dich, und fächeln Rub' Deinem Lager zu. 4. Willst deiner Neltern Lust du werden, So lerne früh von Jesus Christ; Von ihm, deß Leben hier auf Erden Zum Vorbild uns gegeben ist. Gehorsam, stille, sanft, geduldig War er als Kindlein und als Mann: Er lebt' und starb für dich unschuldig; Schlummre still und lind! Schlaf, Drum er dir Alles schenken kann. du liebes Kind! ( 170) ( 3) 2. Friede aus der Höh' Hält noch Angst und Weh Von dir ab; noch frei von Kummer Liegst du da in sanftem Schlummer. Für die verschiedenen Jahreszeiten. Im Frühlinge. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; Erheitert glänzt der Himmel: Gebirg und Thal und Wald erklingt Von freudigem Getüm mel. Mit Freundlichkeit schaut er herab, Der allen Wesen Leben gab, Auf seiner Hände Werke. Mel. Es ist das Heil uns kommen zc. 752. Lob sei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, Der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschuf, der Herr erhält; Er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah; Singt alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, Im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich finge dir; Denn wo ich bin, bist du bei mir Mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 5. Du rufft die Wolfen in das land, Und stillst den Durst der Erde, Daß mit den Gaben deiner 2. Das Land, das erst erstor- Hand Der Mensch gesegnet werde. ben lag, Erwacht und lebt nun Du machest Hagel, Thau und wieder; Es strömet jeden neuen Wind, Die, Höchster, deine Boten Tag Sein Segen neu hernieder. sind, Zu Quellen deines Segens! Der Wurm, der in dem Staube webt, Der Vogel, der in Lüften schwebt, Erfreut sich seines Lebens. 6. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedräut, Erschrockne länder zittern, Strömt Segen, Heil und Fruchtbarkeit Aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, Und Alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die Welten schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, Du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Jahreszeiten. 445 Seligkeit In reichen Strömen| Deß Athem die Natur erwedt, laben. Wohl, wohl den Men- Der auch die schauerlichen Gräs schen, die schon hier Sich dir er- ber Mit Jugendgrün und Blugeben, und einst dir In Christo men deckt! Laß überall mich Bil( 53) der finden Von jenem Tag, so freudig sterben! göttlich schön, Wo alle Seelen sich verbinden, Ihr Neugeburtsfest zu begeh'n! 4. An jeder lieben Blüthenstelle, Wo deine Huld sich jetzt beweis't, Ich schuldlos freudig bin, geselle Zum Auferstandnen sich mein Geist, Und schau' empor zu jenen Freuden, Wovon doch Alles Schatten ist, Daß er im Dienst der Eitelkeiten Des bessern Erbtheils nicht vergißt. 5. Hab' ich, mit dir, mein 2. Weit Herrlicheres wird entsprießen Dem Fleiß, auf's Ewige Gott, im Bunde, Wie Christus gewandt; Ein schön'rer Frühling überall gelebt; So harr' ich froh dort mich grüßen In der Voll- der großen Stunde, Wo sich der endung Baterland. Wird es nicht Zukunft Vorhang hebt. Wie herrfreher mir zu Muthe In jenen lich wird sich da verklären Des Sternenauen sein, Wo meine Schicksals rauhe Winternacht, Pflanzungen für's Gute Vom Wenn, Herr, dein Licht auf alle Blihen schnell zur Frucht ge- Sphären Im Frühlingsglanz herniederlacht! deib'n? ( 66) 3. D unerschöpfter Allbeleber, Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz c. 753. Bater, welche Lebensfülle Regt sich umher in Wald und Flur! Das kleinste Blümchen sprengt die Hülle, Und eilt zum Feste der Natur. Die Hoffnung grünt aus allen Saaten, Mit Schweiß und Sorgen einst bestellt, und bürgt noch mehr für das Gerathen Der Aussaat für die Geisterwelt. Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir. o Freund ic. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, So liebevoll an 754. Rings um mich her uns gedacht! Schön war des ist Alles Freude! Wie schön ist, Frühlings junge Blüthe; Reich Schöpfer, deine Welt! Es prangt ist des Sommers ernste Pracht. in seinem Feierkleide Gebirg und Zum vollen fröhlichen Genusse Au und Wald und Feld. Wie Empfängt von deinem Ueberheilig wird mir Thal und Höhe! flusse, O Gott, was lebet, Speis Du bist mir nah; wohin ich gehe, und Trank! Gebirge geben, Umströmt dein Vatersegen mich. Thäler geben, Was Allen nöthig Wohin ich schau', auf allen ist zum Leben; Und Alle jauchzen Fluren, In allen deinen Crea- froh dir Dank. turen, Erblick' ich, Welterhalter, dich! 3. Rings um uns her ist Alles Freude; O freu' auch, meine 446 Häusliche Erbauung. Seele, dich In Gottes schönem[ der so freundlich ist! Stimm' ein Weltgebäude! Sein Segen reifet in der Geschöpfe Chöre: Dir, auch für mich. Hoch müsse dessen Gott, sei Preis, dir Dank und Lob erschallen, Der mir so wohl- Ehre, Der du voll Huld und thut, Allen, Allen So wohlthut, Güte bist! ( 126) Im Herbste. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ze. 755. Reif ist nunmehr der 8. So blüh' und reif' ich in der heit: Still keimt der Tugend Zeit Zu größerer VollkommenFelder Saat. Vom Herrn der Saat hervor, Und reift zur Zeit gerufen, naht Der Herbst reichen Aernt' empor. mit seiner Fülle sich, Und segnet und erfreut auch mich. ( 24) 2. Der segenreiche Garten prangt Mit seinen Gaben, und verlangt, Von seiner Last befreit zu sein, Um Gottes Kinder zu erfreu'n. 3. Auf traubenvollen Hügeln schallt Des Winzers Lob, und wiederhallt Von Berg zu Berg; denn Most und Wein Gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut Ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling und der Mann, der Greis Sei fröhlich, Gott zum Ruhm und Preis! 5. Auch wenn ich alt bin, sorgt für mich Mein Herr und Gott noch väterlich; Er, der auch, wenn mein Herbst sich naht, Für mich noch viele Freuden hat. 6. Froh kann ich sterben, wenn ich nur, Wie seine segnende Natur, Auch Segen gab und er die Frucht, Die er verlangt, umsonst nicht sucht. 7. Auch die Natur verblüht und stirbt, Nur daß ihr Same nicht verdirbt, Und schöner auflebt, wenn ihr Freund, Der Frühling, wiederum erscheint. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 756. Früh mit umwölftem Angesicht Geht schon die Sonne nieder, Und spät erscheint ihr schwächer Licht Am trüben Himmel wieder. Das schöne Jahr ist nun entfloh'n; Die rauhen Stürme rauschen schon Hin durch die leeren Felder. Die legte Blume neigt ihr Haupt; Des Herbstes falter Hauch entlaubt Die schattenreichen Wälder. 2. Berlaffen steht die öde Flur, Entblößt von ihrem Segen. Entkräftet siehet die Natur Der Winterruh' entgegen. In Schaaren abgetheilt entflieh'n Die Vögel vor der Kält und zieh'n Weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, Bezeichnet ihnen ihre Bahn, Und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier Im Winter selbst versorgen, Und seiner Huld vertrauen wir, Die neu wird jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit Der ungestümen Monden Zeit Beginnen und vollenden. Nichts trägt die Erde; doch ge Jahreszeiten. 447 währt Er uns, was unser Leben| Er trägt die Müden, er beschüßt nährt, Mit väterlichen Händen. Die Schwachen; seine Gnade 4. Wie find nun schon die stüßt, Die nah am Grabe wanken. Kammern voll Von seiner Güte Gebeugt von Alter, werden wir Gaben, Vom Segen der uns Von ganzem Herzen dennoch dir, nähren soll, Vom Vorrath, uns Gott uns'rer Jugend, danken! zu laben! Vorsehend ließ uns unser Gott Das Land schon für den Winter Brod, Dem Vieh sein Futter geben, Und Wein, der unser Herz erfreut, Und unsers Lebens Kraft erneut, Trieft aus der Frucht der Reben. 6. Wohl Allen, die dein Angesicht Im Lebensfrühling suchen! Sie werden ihrer Jugend nicht Im Herbst des Alters fluchen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, Weil seiner Jahre Lenz noch blüht, Der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, Und göttlich wird er sich erfreu'n Noch in den legten ( 126) Tagen. 5. Ach, unser Leben auch verblüht, Wie jeßt das Feld, im Alter. Getrøft! Gott ist, ob es verblüht, Ein mächtiger Erhalter. Im Winter. Mel. Wie wohl ist mir zc. 3. So werden wir auch einst ermüden, Und ruhen in des 757. Gott winkt, so stürzen Grabes Nacht. Wir werden Regengüsse Sich täglich auf die schlummern ganz im Frieden, Felder hin. Der Sturm, die aus- Von dem, der nimmer schläft, getretnen Flüsse, Die trüben bewacht. Daß unser Staub geRebel preisen ihn; Die Sonn' läutert werde, Gibt er ihn abgein ihrer weit'sten Ferne Am fur- zählt der Erde, Und fordert einst zen Tag, auch Mond und Sterne ihn wieder ab. Sein ew'ger FrühIn heller, langer Winternacht, lingstag wird kommen; Dann, Die wilden ungestümen Meere dann verlassen seine Frommen Verkündigen des Schöpfers Ehre, Voll neuer Lebenskraft das Grab. Lobfingen seiner Güt und Macht. 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde; Sie schläft von Gottes Hand bedeckt, Daß ihre Kraft erneuert werde, Bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut 4. O Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie sehnet sich mein Geist nach dir! O du, der Auferstehung Sonne, Wann wirst du aufgeh'n über mir? Erst muß ich die Verwesung sehen, Erst das hat in des Schöpfers Namen Vergängliche vergehen; Die Der Landmann ihr den späten Samen; Der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da; ihm wird das Leben Der Sonne Rückkunft wiedergeben, und reich an Hoffnung wird er blüh'n. Saat muß sterben und dann blüh'n. Kann ich als Christ den Tod noch scheuen? Nein, göttlich wird er mich erfreuen: Du, Tag des Lebens, folgst auf ihn!( 126) 448 Häusliche Erbauung. Am Geburtstage. thus b' ich bereitet war. Noch war Eh' mir nicht das Leben Von dir, o Gott, gegeben, Da wogst du schon mein Theil mir dar! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, Lobsinget dir mein Geist; Er, den du mir geschenket, Er ist's, der dein gedenket, Und freudig dich, o Vater, preist! Met. Nun ruhen alle Wälder ic. 758. Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, Ich danke dir dafür! Du hast, durch Huld bewogen, Mich aus dem Nichts gezogen; Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen Augenblick! Du gabst mir frohe Tage, Und selbst der Leiden Plage Verwandeltest du oft in Glück. 3. Gott, Lenker aller Dinge! Ich bin viel zu geringe Der Treu' die für mich wacht. Damit ich Staub und Erde Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen, Und zähltest meine Thränen, 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, Ünd mir mein Leben fristest, Dies, Vater, dank' ich dir! Daß du mich liebreich führeft, Mit deinem Geist regierest, Dies Alles, Bater, dank' ich dir! 7. Was mir in diesem Leben Noch nüßt, wirst du mir geben; Du gibst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle Ich findlich leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! ( 55) Für die Jugend und das Alter. Mel. Ermuntere dich mein schwacher ic. Unsträflich wandeln möge. an, Daß ich auf meinem Wege 759. Ich trete vor bein 3. Mein Herz, noch unverAngesicht, Du Schöpfer meiner führt und rein, Ist jung und Jugend! Verwirf mein findlich unerfahren. Wie leicht geblendet Flehen nicht Um Weisheit und durch den Schein, Stürzt es sich um Tugend. Der du den Säug- in Gefahren! Ach, mache mich mir ling beten lehrst, Und gern sein selbst bekannt, Und gib mir Weisstammelnd Fleh'n erhörst, Hör' heit und Verstand, Stets auf auch mit Wohlgefallen Mein dein Wort zu schauen, Und nie betend Lied erschallen! mir selbst zu trauen! 4. Du pflanztest, Herr, in meine Brust Die Liebe zum Vergnügen. Ach, stärke mich, den Hang zur Lust, Die Sünde zu besiegen! Dein unausbleibliches Gericht Vergesse meine Seele 2. Eh' ich dich kannte, hast du mich Mit Schöpfermacht bereitet, Und durch die Kindheit väterlich Mich bis hieher geleitet. Jegt, Herr, da ich dir danken kann, Nimm dich auch meiner Jugend Für die Jugend. 449 nicht, Und lerne fromme Freuden| sein, Der nicht zu deiner Ehre Von Lüsten unterscheiden! 5. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, Bin ganz von dir umgeben; Vor dir bedeckt nicht mit ternacht, Noch Einsamkeit mein leben! Die Sünde, die im Finstern schleicht, Verbirgt vor Men fchen sich vielleicht; Vor deinem Angesichte Steht sie im hellen Lichte. 6. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, Das Böse zu erwählen; Den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, Das Merkmal schwacher Seelen; Die Trägheit, die den Geist verzehrt, Und jeden Trieb zum Easter nährt: Laß nie zu ihren Sünden, O Gott mich willig finden. Geschmückt mit Tugend wäre. 10. Ach, lebre mich den Werth der Zeit, Daß ich sie nie verschwende, Daß ich mit fluger Thätigkeit Auf Weisheit fie verwende! Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' Laß nicht umsonst sein, segne fie! Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden: 7. Wenn sich auf meiner Ju gend Bahn, Mich in ihr Ney zu ziehen, Verführer meiner Seele nah'n, So laß mich flüglich fliehen! Ihr süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; Ihr Spotten und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen. Dom 11. Erhöre gnädig mein Gebet, Du Schöpfer meiner Jugend! Erhör' es; meine Seele fleht Um Weisheit und um Tugend! Mein ganzes Leben dank' ich dir; Weich' nur, Erbarmer, nicht von mir, Damit ich meine Wege Unsträf( 126) lich wandeln möge! 8. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, O Gott, unendlich wichtig! Denn er macht mich gerecht vor dir, Und meine Wege richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, Das sich zur Sündenliebe neigt; Nicht Lust, zu widersprechen, Laß meinen Glauben schwächen. Im Ge Mel. Ermunt're dich mein schwacher ic. 760. Ich will in meiner Einsamkeit Zu dir mein Herz erheben. Du selber woll'st mir Freu digkeit, Dich anzurufen, geben! Vernimm, o Vater, mein Gebet, Das nicht aus falschem Munde geht! Um deiner Liebe willen Woll'st du, Herr, es erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: Mein Glück ist, dich zu lie ben. Ach, mache mich dir gleichgesinnt In allen meinen Trieben! Mein Herz laß unbefleckt und rein, Und treu in deiner Liebe sein, Und suchen, dir vor Allen, O Vater, zu gefallen! 3. Vor stolzer Selbstgefälligfeit Bewahre meine Jugend; Mein Vorzug sei Bescheidenheit, Und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften, stillen Geist, Der dich durch seine Demuth 9. Der Tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhal ter! Sie werde meiner Jugend Glanz, Und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen cein; Laß keinen meiner Tage preis't, Den Nächsten nie ver29 Häusliche Erbauung. 450 achtet, Sich selbst zu beffern trachtet. danila St SEE THE 15 mer uns're Seelen Neid oder Argwohn quälen. 4. Die Luft der Eitelkeit laß 9. Der du mich selbst durch nicht Mein junges Herz entzün- dein Gebot Den Weg zum Heile den. Sie macht mich untreu lehrest; Ich will dich preisen, meiner Pflicht, Und bahnt den meinen Gott, Daß du mein Weg zu Sünden. Gesuchte Zier Fleh'n erhörest! Ich opfre dir und Pracht der Welt Ist nicht mein Leben lang Der Unschuld der Schmuck, der dir gefällt: Du und der Tugend Dank: Dort will willst, ich soll bescheiden Mit ich in den Chören Der Engel dich Zucht und Scham mich kleiden. verehren. ( 126) 5. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, Damit er schon auf Erden Dir, den der ganze Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden! Der Leib ist Asche nur und Staub; Der Geist wird nie des Todes Raub; Mein erst Geschäft auf Erden Sei, schön am Geist zu werden. Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 761. Noch auf der Jahre höchster Stufe Blick' ich zu dir, mein Schöpfer, auf, Nach dessen weisem Allmachtsrufe Einst froh begann mein Lebenslauf! Gerührt schau' ich auf ihn zurück; Dir dankt mein Herz, mein Thrä6. Gott, lehre du mich eilen, ihn Mit Weisheit auszuschmük- nenblick. fen; Denn meine Tage flieh'n 2. Du bobst dem müden Greidahin, Gleich schnellen Augen- senalter Noch viele fromme Freublicken. Gib, daß zu leerer Tändelei Mir meine Zeit zu kostbar sei, Und laß es mir gelingen, Sie nüglich zuzubringen. den auf. Ich preise sie, Herr, mein Erhalter, Und segne meiner Tage Lauf! Ihr Lenz und SomWhmer war so schön; Nun auch ihr 7. Den Umgang, der Ver- Herbst soll dich erhöh'n! mon führung droht, Den lehre, Gott, 3. Da liegt es vor mir aufgemich meiden, Und lenke du mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden! Die Unschuld sei mein liebster Nuhm; Ein guter Ruf mein Eigenthum, Den Jeder gern mir gönne, Und Niemand lästern schlagen, Der treuen Führung Tagebuch. Ich lasse jedes Blatt mir sagen: Gott war's, der väterlich dich trug; Mehr Freuden sandt' er dir, als Schmerz; Gib, frommer Greis, gib ihm dein Herz!" je fönne! 8. Laß fromme Freundinnen 4. So nimm es hin; auf Ewigin mir Ein Herz voll Treue fin- feiten Weiht es sich, guter Vater, den; Verknüpf durch Unschuld dir! Im Schoos des Glücks, im uns, daß wir Der Freundschaft Kampf der Leiden Warst du der Glück empfinden. Laß uns're treu'ste Führer mir. In jeder Liebe sanft und rein, Wie deiner Schule nahm ich zu An Weisheit Engel Umgang, sein, Daß nim- Besserung und Ruh'. Für das Alter.supe 451 mich, Gott, dein Segen; Auch selbst im schwersten Leidenslauf! 5. Kommt, Kinder, Gottes Lob| tragen Von meiner Jugend auf! zu mehren, Kommt, wer das Auf allen meinen Wegen Umgab Greisenalter ehrt! Die Furcht des Herrn will ich euch lehren, Die meines Lebens Jahre mehrt. Wißt, wer an Gott und Tugend glaubt, Dem schmückt der Herr das graue Haupt. 6. Froh rühm' ich mich der Trübsalsstunden; Sie lehrtenDemuth und Geduld, Und bringen, obschon längst verschwunden, Erfahrung noch von Gottes Huld: Erfahrung, Christ, bringt Hoff nung; sieh, Und Hoffnung wird zu Schanden nie! 2. Oft hatt' ich große Sorgen; Doch wie ein heitrer Morgen Durch dunkle Nächte bricht; So hab' ich's stets erfahren, Du weißt uns zu bewahren, Und führst durch Finsterniß zum Licht. 7. Im Glauben fest, voll Gott4. Bis zu des Alters Tagen vertrauen, Geb' ich zum Himmel meine Bahn. Wer strebt, das Will ich dich heben, tragen, Und Höhere zu schauen, Gehört der dein Erretter sein." Dies hast du bessern Welt schon an. Ist dies mir versprochen, Und nie dein des frommen Alters Schmuck, Dann fühlt man nicht der Jahre Druck. 8. Der kurzen Herrlichkeit auf Erden Und ihrer Lust bin ich entfloh'n. Unsterblich, neu verjüngt zu werden, Deß freut sich meine Seele schon. Gott, mein Heil, an deiner Hand Find' ich mein bess'res Vaterland! 3. War Menschenrath vergebens, So warst du, Herr des Lebens, Mein Licht auf dunkler Bahn! Dich ließ ich thun und rathen; Denn du thust große Thaten, Und nimmst dich uns'rer huldreich an. 9. Am Scheidewege sei gepriesen Für meines Lebens läng're Frist, Für Alles, das du mir erwiesen, Du, dessen Gnad' unendlich ist! Herr, wie du willst! ich folge dir; zum Leben wird der Tod dann mir! ( 114) dif Wort gebrochen: Deß' will ich mich auch immer freu'n. 5. Du wirst in meinem Alter Mein Stab sein, mein Erhalter, Nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde; Bei dir ist Trost und Friede; Du stehst mir Schwachen mächtig bei. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 762. Du, Herr von meinen Tagen, Hast mich voll Huld ge6. Nach wenig bangen Stunden Hab' ich ganz überwunden; Ich bin dem Ziele nah', Dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden Erwarten meine Seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis, Herr, mein Gott, dein Wille Mich nach dem Kampfe krönt! An meiner Laufbahn Ende Sink' ich in Jesu Hände, Der mit dem ( 42) Vater mich versöhnt. 29* 452 Häusliche Erbauung. HISH HOUR Reiselieder. Mel. Befiehl du beine Wege 2c. brachter Neise Wir froh uns wiederseh'n; Soll dir zum Dank und Preise Dich unser Lied erhöh'n! ( 83) 763. Beglücke meine Reise! Gott, ich vertraue dir. Sei gnädig und beweise, Wie treu du bist, Mel. Wer nur den lieben Gott.ac. an mir! Auf allen meinen Wegen Begleite väterlich mit deinem Schuß und Segen, mit deiner Hilfe mich! 764. Dank dir, Erhalter meines Lebens! Du hast mich froh zurückgebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; Mich schüßte gnädig deine Macht. Dir, dir, o Herr, gebührt mein Dank; Dich preise fröhlich mein Gesang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen Mich deiner Vatergüte freu'n, Mit ihnen mein Gebet vereinen, Dir meines Dankes Opfer weih'n. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; Du stärktest, du beschütztest mich. 3. Erhalte meine Kräfte; Gelingen laß den Fleiß Und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis. Gib, daß ich christlich wandle, Und, wo ich immer sei, Nach deinem Worte handle, Dein heilig Auge scheu'! 3. Sei du mir Helfer, Schutz und Führer, Mein Gott auch in der Heimath nun, Und bleibe ferner mein Regierer; Laß mich 4. Laß dir auch meine Lieben in deiner Gnade ruh'n! Begleite Zu Haus empfohlen sein. Nichts mich stets ein und aus; Herr, müsse sie betrüben, Dein Segen segne mich und auch mein Haus! sie erfreu'n! Wenn nach voll( 183) 2. Ich bin in deinen Händen; Deß' darf mein Herz fich freu'n. Du kannst mir Rettung senden, Wenn mir Gefahren dräu'n. Wenn mich dein Flügel decket, Gleich einem sichern Zelt; Was ist's, das mich erschrecket, O Herr der ganzen Welt? In Niedrigkeit und Armuth; bei einem schmerz: 277971 lichen Verluste. aller Armen, Du, Herr, der von der Welt verkannt, Nur Spott und Haß und kein Erbarmen Im Leben und im Sterben fand! So arm ich sein mag, im Vergleich Mit dir, mein Heiland, bin ich reich. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 765. Du hattest nicht, dein Haupt zu legen, Hast ohn' ein Obdach manche Nacht Auf Bergeshöhen unsertwegen Zu Gott gebetet und gewacht. Soll ich mich grämen, arm zu sein? Ich hab' es ja mit dir gemein! 2. Du warst der Aermite 3. Bewohner armer Fischerhütten Geselltest du, o Herr, dir bei; Sahst nicht auf Glanz und In Niedrigkeit und Armuth, bei schmerzlichem Verlust. 453 7. Verzehre nicht des Lebens. Kräfte In träger Unzufriedenheit: Besorge deines Stands Geschäfte Und nüße deine Lebenszeit. feine Sitten, Nur auf ein Herz voll stiller Treu'. Wär' ich, wie ich's an Armuth bin, Doch Jenen gleich an treuem Sinn! 4. Gib, Jesu, mir ein Herz voll Treue, Das, wenn du rufst, 8. Bei Pflicht und Fleiß sich den Leidenspfad Dir nachzuwan- Gott ergeben, Ein ewig Glück in deln sich nicht scheue, Nichts Hoffnung seh'n; Dies ist der wünsche, wenn es dich nur hat, Weg zu Ruh' und Leben: Herr, Und, frei von irdischer Begier, lehre diesen Weg uns geh'n!( 55) Sein Eins und Alles find' in dir! Mel. Herzliebster Jesu zc. ( 21) ( 21) 767. Eigne Melodie. 766. Du flagst und fühlest die Beschwerden Des Stands, in dem du dürftig lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und sieh'ft, daß du vergebens strebst. 2. Ja, flage! Gott erlaubt dir Zähren; Doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther Ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden; Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden; Ein jeder Stand hat seine Last. Du haft es mir gegeben und genommen; Ich danke dir, Regierer deiner Frommen! 3war schwer wird's mir, mein Geist beginnt, zu wanken; Doch muß ich danken. 2. Unsträflich, Herr, und gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen Dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir, und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewesen wäre, Du hättest lieber Mehr mir zugewendet, Als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; Ich würde stolz des Glücks mich überheben, Und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im 5. Gott ist derHerr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit Stillen überlege, So preis ich weiser Hand; Nicht so, wie dich und chre deine Wege! Was wir zu wünschen pflegen, Doch hülf es mir, die ganze Welt zu so, wie er es heilsam fand. erben, Und zu verderben? 6. Willst du zu denken dich ertühnen, Daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 6. Auch ist noch Segen mir zurückgeblieben, Ein guter Ruf und Freunde, die mich lieben; Und Gott, noch mehr! mir ist ein gut Gewissen Noch nicht entrissen. 454 mil Hausliche Erbauung. isigindife 7. Sollt' ich denn nicht auf an's Ende, Und gib, daß nie die deine Güte schauen, Nicht ruhig Noth mich von dir wende! Wer sein und standhaft dir vertrauen? treu dir dient, den wirst du, Du wirst mir ja, was dienlich ist Gott, erquicken, Und einst bezum Leben, Als Vater geben. glücken! ( 126) 8. Erhalte mich nur redlich bis In Krankheit und bei Leibesgebrechen. Mel. Herzliebster Jesu zc. Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. 768. Verlaß mich nicht, 769. Ich hab' in guten mein Gett, in meinen Schmer Stunden Des Lebens Glück zen, Verbreite Trostesbalsam mir empfunden, Und Freuden ohne im Herzen! Ich brauche, Ba- Zahl; So will ich denn gelassen ter, feine andre Gabe, Wenn Mich auch im Leiden faffen: ich dich babe! Welch Leben hat nicht seine Qual? 20 and 2. Dhab' ich dich, so lebt mein Herz in Freuden; Wie Wolk' und Nebel flieh'n dann Schmerz und Leiden: Und wollten Leib und Seele mir verschmachten; Nicht würd' ich's achten! 3. Von nun an sei die Seele still und milde, Verflärt zu deines Sohnes heil'gem Bilde. Ach, mache mich vor Allem recht geduldig! Dir bin ich's schuldig. 4. Willst du mich schon für's Himmelreich vollenden, So laß mich trostvoll, freudig, selig enden; Laß eingehn mich in Christi reinem Kleide Zu deiner Freude! 5. Soll ich noch hier auf dieser Erde wallen, So laß mich thun nach deinem Wohgefallen; So hilf im neuen Leben mir auf's Neue: Gib fest're Treue! 6. Nun Herr, dir will ich Alles übergeben; Es ist ja dein: Gesundheit, Tod und Leben. Du fannst allein mich weis und mild regieren; Du sollst mich führen! ( 35) 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen: Du hilfft und du errettest gern! 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n! Jegt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein! 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade: Du, Herr, bist bei mir in der Noth! 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm fleh'n. Bei Krankheit und Leibesgebrechen. 455 Ich will den Tod bedenken; Der| Auch Plagen zum Gewinn, Zeigst Herr wird Alles lenken, Und was mir gut ist, wird gescheh'n.( 55) mir in meinen Schmerzen, Wie schwach, wie Nichts ich bin; Und läßt mich inne werden, Daß diese ganze Welt, Und alles Glück auf Erden Nicht Troft für mich enthält. Taberste store 6. Du reinigst mich von Sünden, Beugst meinen Uebermuth, Und läßt mich nun empfinden: Auch Veiden sei mir gut. Es schwebt vor meinen Blicken Mein Tod und dein Gericht; Sie geben Augenblicken Ein furchtbares Gewicht. 7. O Gott, dein Weg ist Güte, Und wird es ewig sein; Grab' tief in mein Gemüthe Mir diese Wahrheit ein! Auch in dem tiefs sten Leide Zeigst du als Vater dich, Führst mich durch Noth zur Freude, Bewährst und läuterst mich. 8. Gib mir nur Licht und Gnade, Lebendig einzuseh'n, Es sei mir gut, die Pfade Der Trübsal jetzt zu geh'n, Damit ich nie verzage An dir und deiner Huld, Und meine Leiden trage Mit siegender Geduld. 9. Und so gescheh' dein Wille! Erbarmer, Gott, in dir Ist meine Seele stille; Du hilfst gewiß auch mir! Wovor soll ich erbeben! Du bist, o Gott, mein Theil; Im Tode, wie im Leben, Bleibst du ( 204) Mel. Valet will ich dir geben 2c. 770. Zeit, die ich seufzend zähle, Voll Qual und lingemach; Betrübt ist meine Seele, Und Kraft und Odem schwach! Fast jeden Morgen mehren Bei mir sich Sorg' und Schmerz; Doch so auch Gott zu ehren, Ist deine Pflicht, o Herz! 2. Dent' jest in Noth und Plage An dein genoff'nes Glück, Und an die frohen Tage, Die Gott dir gab, zurück. Ď Tage, reich an Freuden, An tausend Segen reich; Wie wenig sind der Leiden, Vergleich' ich sie mit euch! 3. Gott, alle diese Freuden Verdank' ich deiner Huld, Und meiner Krankheit Leiden- Sind sie nicht meine Schuld? War ich der Kraft und Stärke Und der Gesundheit werth? Hab' ich durch Fleischeswerke Nie selber fie zerstört? WG- 100 honnig 4. D Gott, in tiefer Reue, Mir meiner Schuld bewußt, Komm' ich, der Ungetreue, Und schlag' an meine Brust! Laß mich nur Gnade finden, Und was ich leiden soll, O Herr, für meine Sünden, Duld' ich es demuthsvoll! 5. Du lenfest meinem Herzen mir Licht und Heil! Bei einer Kranken- Communion. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.| mit deines Reiches Gliedern Das heil'ge Bundesmahl begeh'n! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, Ist diese Freude mir versagt. 771. Ach könnt' ich doch mit meinen Brüdern Im Tempel, Mittler, dich erhöh'n, Und froh 456 the Häusliche Erbauung. 17 quicke mich in meiner Noth. 2. Ach hier, wo ich im Stillen| mels Vorschmack sein! Dein Leis bete, Genieß' ich nun dein Mahl den, dein Versöhnungstod Erallein; Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte Hast du verheißen, nah' zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, Da bist du, großer Menschenfreund.us im 5. Ich seh', ich seh' den Himmel offen; Ich fühle meine Seligfeit. Was kannst du, Seele, Größ'res hoffer, Als was dir hier dein Gott verleiht? Umringt mich auch ein Leidensheer, Mein Herz erbebet nun nicht mehr. 3. Um Trost ist meiner Seele bange; Ich suche, Herr, dein Angesicht! O du, an dem ich gläubig hange, Entzeuch mir deine Hilfe nicht! Ach, stärke bei des Leibes Schmerz Mein banges und verzagtes Herz! us asbhildregul! 6. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken; Ich bin getrost und zage nicht: Denn du, o Herr, wirst mich erwecken; Ich komme 4. Laß das Gedächtniß deiner nicht in das Gericht, und mich Leiden Mir Schwachen Trost und erfüllt dein Leib und Blut Auch Kraft verleih'n! Laß es die Quelle sterbend noch mit hohem Muth. hoher Freuden, Und deines Him- lone ND( 195) Trostlied für Blinde. Mel. Es ist gewißlich an der ic. du und Trost hinein In meines Lebens Nächte. og tonism 772. Im Dunkeln ist der 4. Durch Außendinge nicht zerstreut, Kehrt sich mein Blick nach Innen. Kann ich, vom Reiz der Eitelkeit Verlockt, sie liebgewinnen? Wie mancher Kampf ist mir erspart! Ja, leichter wird von mir bewahrt Ein unverlegt Gewissen. Herr mein Licht, Mein Führer und mein Hüter! Zwar sieht mein dunkles Auge nicht Der Schöpfung Pracht und Güter; Doch meines Geistes Auge schaut Den Vater, dem mein Herz vertraut: Ihn preiset meine Seele. 2. Der Menschen Antlig strahlet hier nicht freundlich mir entgegen; Doch bietet ihre Liebe mir Die Hand auf meinen Wegen. Du gabst sie mir zu Führern zu; Des Mitleids Trieb erwecktest du In ihrem Bruderherzen. 5. Ein sehend Auge dient mir nicht Bei des Berufs Geschäfte; Doch zu der Uebung stiller Pflicht Verleihst du mir auch Kräfte. Nicht ungenügt verzehr' ich sie! Du stärkst mich bei der Arbeit Müh'; Du hilfst, daß sie gelinge. 6. Die Welt ist mir in Nacht verhüllt mit ihren Herrlichkeiten; Doch in mir trage ich dein Bild, Du Welt der ew'gen Freuden. Dich seh' ich offen: wie entzückt 3. Mir geht nicht auf, mir leuchtet nicht Der Glanz der Erdensonne; Doch, Jesu, deiner Wahrheit Licht Ist Leitstern mir und Wonne! Mit deinem hellen Gnadenschein Strahlst Frieden Hebt sich mein Geist, wenn er Bei Krankheiten und Leibesgebrechen. 457 erblickt Die Gottesstadt dort Angesicht Im hohen Chor der oben! Engel. Verklärt mit Himmelsglanze freut Sich dein in alle Ewigkeit Mein Leib und meine ( 83) 7. Vom Dunkel dring' ich da zum Licht; Hinweg sind alle Mängel! Dich schau' ich da von Seele! Trostlied für Taubstumme. ( Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.) 773. Ach wie so gern mit 6. Und hör' ich, Herr, nicht meinen Brüdern Wollt' ich im deine Worte, Wenn mein Ges Tempel zu dir fleh'n, Und mit des wissen zu mir spricht? In meines Dankes heil'gen Liedern, Erbar- Herzens tiefstem Orte Vernehm' mer, deinen Ruhm erhöh'n! Nur ich das Gebot der Pflicht. Du, still anbetend preis ich dich, Und heil'ger Vater, sprichst in ihr; du, mein Gott, verstebest mich! Dich hör' ich, und ich glaube dir! 7. Auch ich darf dessen Glied mich nennen, Der für uns lebte, für uns starb, Uns dich, den Vater, lehrte fennen, und der und Ruh' und Heil erwarb. Sanftmüthig ruft auch mir er zu: Komm her zu mir, und finde Rub'! 8. Durch deines Sohnes Wort belehret, Erblick ich deine Herrlichkeit. Er sagt mir: ,, wer dich treu verehret, Erbt deines Himmels Seligkeit." Ich weihe dir, o Gott, mein Herz: O führe du es himmelwärts! HOUS 2. Wenn mit der Orgel Feierflange Hinauf zu dir das Herz sich hebt, Und im andächtigen Gefange Die Seele betend aufwärts schwebt; Dann thut mein stummverschloss'ner Mund Des Herzens Andacht dir nicht fund. 3. Wenn aus des frommen Redners Munde Das Wort des ew'gen Lebens fließt, Und deines Himmelreiches Kunde In alle Herzen sich ergießt; Wenn Jeder deine Stimme hört:- Ich bin's allein, der sie entbehrt! 4. Doch nein; wenn auch nicht Menschenstimme Zu meinem Herzen freundlich spricht; So hör' ich, Vater, deine Stimme, Die durch das tiefe Schweigen bricht: Dein Geist, o Herr, spricht auch zu mir; Du redest, und ich horche dir. Gottheit Spur In deinem Tempel, der Natur. 9. Ich fleh' zu dir; du hörst mein Flehen; Du blickft in meiner Seele Grund. Du kannst mein Innerstes verstehen; Dich ehrt dasHerz, ehrt nicht der Mund. Ein Herz voll Liebe, treu und rein, Will ich dir stets, mein Vater, weih'n! 5. Laut predigen die großen Werke Von deiner Weisheit Wundern mir. Von deiner Güte, deiner Stärke Erzählet deine Schöpfung mir. Ich sehe deiner frei von Plagen; Wohl dem, der 10. Laß mich, o Herr, gedulbig tragen, Was deine Hand mir auferlegt! Kein Menschenherz ist mot Häusliche Erbauung. 458 fie gelassen trägt! Zu deines Reiches Herrlichkeit Führt uns die Trübsal dieser Zeit. 11. O führ' auf meinen lebenspfaden Mir immer gute Menschen zu; Und was sie liebreich an mir thaten, O Vater, das vergelte du! Für ihre Liebe, ihre Treu' Steh' du auch ihnen hilfreich bei! 12. O lohne du des Lehrers Liebe, Der aus des Geistes Finsterniß, Geleitet von des Mitleids Triebe, Mit frommer Sorgfalt mich entriß! Dir, Vater, dir verdank' ich ihn; Nimm meinen Dank auch dafür hin! 13. Einst will ich feuriger dir danken, Wenn meine Erdenhülle bricht, Und frei der Geist von allen Schranken Hinauf sich schwingt zum ew'gen Licht. Dann hört auch mein entzücktes Ohr Bei dir der sel'gen Geister Chor! ( 180 b) Fürbitte für Kranke und Sterbende. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 774. Barmherziger, erhöre Der Liebe heißes Fleb'n! Laß, den wir innig lieben, Bald deine Rettung seh'n! Er liegt und ringt und duldet, Gequält von bitterm Schmerz: Wir seh'n ihn an und weinen; Voll Mitleid's bricht das Herz. ihm bei, und führe Ihn hin durch's dunkle Thal; Dann lind're ihm, Erbarmer, Des Todes legte Qual! ( 136) Mel. Sollt' es gleich 2c. 775. Vater aller Menschen. finder; Jesu, Heiland aller Sünder; Helfer, der stets helfen kann: Höre uns're Fürbitt' an! 2. Du pflanztest ja den Menschen Des Mitleids Triebe ein; Wie solltest du nicht Helfer, Du nicht Erbarmer sein? Wir wollten gern ihn retten; Doch ach, wir sind zu schwach! Thu', Bater, thu', was Keiner Von uns für ihn vermag! 3. Sieh, deine Kinder flehen Für diesen Kranken dich. Geuß Balsam in die Wunde, Und hilf ihm väterlich! Des Leidens schwere Stunde, laß sie vorübergeh'n! Doch, Herr, nicht unser Wille, Dein Wille soll gescheh'n. 4. Reichst du des Todes Becher, O Gott, ihm heute schon, Und rufft aus unsern Händen Du ihn 6. Nimm an ihres Lebens vor deinen Thron: Dann steh'| Ende, Nimm sie auf in deine 2. Ach, mit göttlichem Erbarmen Komm zu Hilfe dieser armen, Hilfentblößten Creatur! Liebe bist du, Liebe nur! 3. Sei mit deiner Tröstung nahe! Was kein Aug' auf Erden sahe, Laß sie sehn in deinem Licht: Gib ihr Muth und Zuversicht! 4. Reinige sie ganz von Sünden! Laß sie Gnade vor dir finden! Der du sie versöhnet hast, Nimm von ihr die schwere Last! 5. Laß fie deinen Frieden schmecken; Laß den Tod sie nicht erschrecken! Quält sie unerkannter Schmerz, So gib Ruhe in das Herz! 459 Bei Krankheit und Leibesgebrechen. Hände! Führe sie durch deine Diesen Kelch getrunken, Und von Macht Durch des Todes finstre viel mehr Qual umringt, In das Grab gesunken; Um seines Todes Nacht! willen Hör unser thränenvoll Gebet, Das für sie um Gnade fleht; Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie sanft entschlummern! Trockne, trockn' in jener ( 94) Welt All' ihre Thränen! 7. Ach im letzten Augenblicke Tröste, Vater, und erquide Den im Kampfe müden Geist, Wie uns Jesus Christ verheißt! 8. Laß uns doch nicht länger weinen; Laß uns deine Hülf' erscheinen! Ohnmacht sind wir, Allmacht du: Hilf dem Sterbenden zur Ruh'! em 9. Jesu, Heiland, Freund, Erretter! Mittler, gnädigster Vertreter! Amen, Amen, du bist hier: Ewig, ewig Preis sei dir!( 105) Mel. Aus tiefer Noth schrei ich c. Mei. Mitten wir im Leben sind zc. 777. Für alle Kranken bitt' ich dich Mit brüderlichem Herzen. Mein Gott, erleicht're väterlich Die last von ihren Schmerzen! 776. Stärke, die zu dieser Sprich Tröstung allen Schwachen Zeit, Da wir, Herr, dir singen, ein, Und laß auf dich, auf dich Müde, stumm in faltem Schweiß allein Mit festem Muth sie trauen. Mit dem Tode ringen! Du nur 2. Den Werth der kurzen Pilfannst sie erquicken! Da liegen sie und seh'n hinab In das schauerliche Grab! Heil'ger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie nicht versinken In des Todes legter Angst! Erbarm' dich ihrer! un gerzeit, DieStrafbarkeit der Sünden, Und deine Treu' und Freundlichkeit Laß, Vater, sie empfinden! möchte doch dein Will' alleiv Ihr Will' und ihre Freude sein, Du Vater aller Gnaden! 3. Gib ihnen Glauben und Geduld, Die Schmerzen zu bes siegen. An deiner ew'gen Vater: huld Laß ihnen, Herr, genügen! Die leichte Qual der kurzen Zeit Laß durch den Trost der Ewigkeit Für sie versüßet werden. 2. Wer mit einem Wassertrunk Der Geringsten Einen Deiner Treuen labt, soll froh Im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, fie gerne! Allein fein Trunk mehr fühlet fie: Darum beten wir für sie. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen! Herr, Herr, Herr Gott, im Gericht Erbarm' dich ihrer! 3. Ach, weil Jesus Chriftus bat 5. Den Kranken, der nun 4. Ach Jedem, wär' er noch so schwach, Hilf du ihm übers winden, Und weise Tröfter, Vater, ach, Laß jeden Kranken finden! Die Laft der Krankheit und ihr Schmerz Erwecke manches Chris stenherz Zum zärtlichen Ers barmen! 460 Hausliche Erbauung. sterben soll, Den lehre, Vater,| genes't, Den lehre heilig leben; sterben! Ach, jeder Tugend werd' Der müsse, wenn du ihn erlös't, er voll, Geschickt dein Heil zu Durch Liebe dich erheben! Nicht erben. Ach, Jesu, mach' zum mehr im Traum der Sicherheit; Himmelreich Ihn fähig, deinem Nein, als ein Erb' der Herrlich Bilde gleich, Schon heilig hier keit Müss' er unsträflich wandeln! auf Erden! ( 105) 6. Den Kranken, der durch dich Nach der Mel. Fröhlich, fröhlich, immer zc. 778. Lieben will ich dich, mein Netter, Dich, Erhörer frommer Beter! Danken, danken will ich dir! Denn dein treues Vaterherze Ward bewegt von meinem Schmerze; Als ich rief, da halfst du mir! 2. Du kannst aus des Todes Rachen Da befrei'n und fröhlich machen, Wo sonst Niemand helfen kann. Noth war über mich gekommen: Du hast mein dich angenommen, Großes, Herr, an mir gethan! 3. Gottes Huld und Treu' erquicket Den, der gläubig nach ihm blicket; Gott ist unaussprechlich gut. Die mit Zuversicht ihm trauen, Werden mit Entzücken schauen, Daß er große Dinge thut. to mim Mel. Aus meines Herzens Grunde ic. 779. Als in der Krankheit Schmerzen Die Seele fast versank, Und nun aus vollem Herzen Mein Flehn zum Himmel drang; Da hörte Gott mein Fleh'n, Da half mir seine Liebe. Nun soll mit frommem Tricbe Ihn auch mein Dank erhöh'n. 2. Herr über Tod und Leben, Du meiner Väter Gott! Wie soll be ich dich erheben, Mein Retter vor dem Tod! Wann hat des Staubs Gesang Dich je genug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Des höchsten Engels Dank. 3. Und doch, wie könnt' ich schweigen, Ich, der gerettet ist? Ich will's, ich will's bezeugen, Daß du mein Retter bist. Hört's, Menschen! Gott nur fann Bewahren und erretten. Ach, wenn 4. Repre denn zu deinem Glücke Dankbar, o mein Herz zurücke, Und genieße deiner Ruh'! Danke deinem Gott mit Freuden: Er erlös'te dich vom Leiden; Dank', erlös'te Seele, du! Genesung. And're soll mein Dank bewegen, Unsers Gottes sich zu freu'n. 6. Ich will vor der ganzen Menge Dich erhöh'n durch Lobgesänge, Dich, der so viel Gutes thut. Du hast mich dem Tod entrissen; Alle Menschen sollen's wissen: Gott ist unaussprechlich gut! ( 105) 5. Das mir neu geschenkte Leben Will ich dir zum Opfer geben, Rein will ich, Herr, vor dir sein! Geh'n will ich auf deinen Wegen; Nach der Genesung. 461 wir ihn nicht hätten; Wer hülf'| deiner Gnade Ruhm! Dir weihen uns Ärmen dann? meine Zeit, Vor deinen Augen 4. Gott, laß mich ganz dir wallen, Dir dienen, dir gefallen, leben! Ich bin dein Eigenthum. Sei meine Seligkeit! Mein eifrigstes Bestreben Sei ( 24) Danklied einer Wöchnerinn nach der Entbindung. 4. Ach deine Huld sei unverloren; Sie stärke meine Zuversicht! Durch Leiben wird der Mensch geboren Für eine Welt voll Heil und Licht, Und tritt nach kurzem Kampf und Pein In's Land vollkommner Freuden ein. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 780. Vergiß der Erde Herrlichkeiten, Mein Herz, gehöre Gott nur an! Denn stünde er mir nicht zur Seiten, Wie bald wär es um mich gethan! Wie nahe gränzen Lust und Leid Jm Lande der Vergänglichkeit! 2. Ich denk' an euch, ihr trüben Stunden! Mir war um Trost und Hilfe bang, Als ich, von Todesgrau'n umwunden, 3u dir, mein Gott, die Hände rang, Der wo kein Arzt und Freund mehr nügt, Am off'nen Grabe hält und schüßt! 5. Drum bleib' ich glaubend dir ergeben In allem Dulden, allem Thun. Mein eignes und der Meinen Leben Laß ich in deiner Vorsicht ruh'n; Da ruhet ihr zukünft'ges Loos Weit sich'rer, als im Mutterschoos. 6. Mein Kind soll einzig dir 3. Wie deutlich, o mein Gott, gehören! Ich will schon frühe bemerkte Ich in den Stunden der Lieb' und Dank Für dich im zarGefahr, Daß deine Gnadenhand ten Herzen nähren, Daß es dir, mich stärkte, In meiner Schwach- Vater, lebenslang, Wie sein Erheit mächtig war! Die Herzens- löser, glaubenstreu In Glück und angst ward höchste Luft; Dein Leib ergeben sei! Bild ruht jegt an dieser Brust. ( 66) Beim ersten Kirchgang einer Wöchnerinn. Mel. Auf Christenmensch, auf 2c.. ling da, Geweiht zum Gnadenbunde. Hör', wie nun mein gerührter Geist Dich, Lebensvater, dankbar preist! 781. 3um erstenmal erscheine ich In deinem Hause wieder. In der Gemeine preifen 3. Allmächtig walte ferner dich Von neuem meine Lieder. nun Ob mir, ob meinem kleinen. Mein erster Gang zum Heiligthum Verkünde deiner Gnade Rubm. In deinem Schirme laß uns ruh'n; Wir sind ja, Herr, die Deinen! Des Kindes Leben las gedeih'n, Der Eltern Zucht ge( 83) segnet sein! the iss 2. Allwaltender, du warst mir nah In banger, schwerer Stunde! Durch dich nur ist mein Säug Häusliche Erbauung. Bei Annäherung des Todes. Sterbelieder. und Herz, Der du die Missethat vergibest. Den Tod des Kindes willst du nicht; Das, das ist meine Zuversicht, Daß du auch mich in Christo liebest. So fahre Furcht und Zweifel hin! Ich weiß, daß ich des Herren bin. 462 Eigne Melodie. 782. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht! Du hast mich an das Licht gebracht, Und du er hieltest mir mein Leben; Bestimmteft meiner Tage Zahl, Die Zeit, wann aus dem Erdenthal Mein Geist sich wieder soll erheben. Wann, wo und wie ich sterben soll, Das weißt du, Herr des Lebens, wohl! 2. Wen hab' ich sonst, als dich allein, Der mir in meiner legten Pein Kann Trost und Rath und Hilfe bringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, Wenn ich muß mit dem Tode ringen, Wenn allen Sinnen Kraft gebricht; Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Da liege ich nun fraftlos da, Dem letzten Augenblicke nah, Von Todesangst schon überfallen. Gehör und Rede nehmen ab; Die Augen sehen nur das Grab: Doch schreckt die Sünde mich vor Allen. Die Stimme des Gewissens spricht; Gerecht ist Gott und hält Gericht! 4. Ich höre der Posaune Ton; Ich sehe meinen Richter schon, Und vor ihm alle Völker stehen. Geöffnet liegt vor ihm sein Buch; Schon hör ich seines Urtheils Spruch; Ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen. Wer hilft mir doch in dieser Noth, Thust du es nicht, mein Herr und Gott? — 6. Herr Jesu Christ, dein theures Blut Vergosfest du auch mir zu gut; Ich weiß, daß ich dir angehöre! Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, So rette deines Leidens Ehre! Du haft so viel an mich gewandt; O laß mich nicht aus deiner Hand! 7. Nein, nein! ich glaube fest, mein Heil, Ich hab' an dir auf ewig Theil; Du bist im Tode voch mein Leben! So sieg' ich über Angst und Noth, Ob auch Gericht und Grab und Tod Mit ihren Schrecken mich umgeben. So lang ich lebte, war ich dein; Dein werd' ich auch im Tode sein!( 27) Mel. O Jesus, Christ mein sc. 783. Jesu, meines Lebens Licht, Mein Troft und meine Zuversicht! Tief beugt mich meines Elends Last; Ach unter ihr erlieg' ich fast! 2. Mein Gott, wo nehm' ich Kräfte her? Der Gang zur Ewigs feit ist schwer; Nimm deinen Pilger an der Hand, Und führ' ihn in sein Vaterland! 3. Wenn mir vergehet das Gesicht, So sende mir des Glaubens Licht; Und wenn ich nicht 5. In meiner Seele großem mehr sprechen kann, So nimm Schmerz Erheb' ich zu dir Aug' mein stilles Seufzen an. Sterbelieder.. 463 fterben. URD 4. Wenn mein Verstand sich| derben, Wenn kommt die Zeit, zu nicht befinnt, Und Menschenhilfe ganz zerrinnt; Dann steh' nach deiner Lieb' und Treu' In meinem schwersten Kampf mir bei! 2. Steh' mir an meinem Ende bei, Und hilf mir überwinden. Mach' mich von meiner Arbeit frei, Und sprich mich los von Sünden. In aller Noth Sei mir dein Tod Und unverschuld' tes Leiden Die Quelle großer Freuden! de dal 6. Ich seh' zu deinem Kreuz 3. Mich tröst' am Rand der empor, Und halte mir dein Ster- Ewigkeit Der Segen deiner Wunben vor; Mir fann in meiner den, Die du zu meiner Selige legten Pein Nichts süßer, als keit Aus lauter Lieb' empfunden. dein Sterben sein. Dein theures Blut Komm' mir zu gut, Und stärke meine Seele, Daß keine Angst sie quäle! 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, Nicht mehr den Mund bewegen; So nimm die schwachen Seufzer an, Die sich im Herzen regen. Ich halt' an dir; Laß dann in mir Den Namen Jesus" schallen, Wenn mir's Gehör entfallen. 115. Wenn nun mein sterbend Haupt fich neigt, Wenn meine Lippe nun erbleicht; So sei dein Wort: ,, es ist vollbracht!" Mein licht in meiner Todesnacht. 7. Als Sieger gingst du in das Grab; Als Sieger leg' ich meinen Stab Mit Frenden an dem Grabe hin, Und jauchze, daß ich selig bin. 8. Führ' mich aus diesem Jammerthal! Verkürze meines Todes Qual! Laß deinen Geist dann bei mir sein; Dann schlaf' ich sanft und selig ein. 9. Den Leib laß ruh'n in seiner Gruft, Bis ihn dein großer Tag einst ruft. Zerreiße dann mit starker Hand Des Todes und des Grabes Band.ishes in 10. Unsterblich werd' ich aufersteh'n; Verklärt werd' ich den Vater seh'n; Und du machst mich in deinem Reich Auf ewig deinem Bilde gleich! ( 14.39) Mel. Was Gott thut, das ist ic. 784. O treuer Jesu, der du bist Mein Hirt', mein Trost, mein Leben; Mein Freund, der treu und ewig ist, Dem ich mich ganz ergeben! Ich bitte dich: Gedent an mich, Und laß mich nicht ver5. Gott, auch im Tod bist du mein Gott; Dies Trostwort will ich faffen. In meiner legten, bängsten Noth Wirst du mich nicht verlassen. Ach gib mir doch Am Ende noch Den Trost in meinem Sterben: Gott läßt mich nicht verderben! 6. Herr Jesu, Heiland, Got= teslamm! Du starbst, daß ich soll leben. Du, der für mich vom Himmel fam, Wirst mich zum Himmel heben. Ja, komm' zu mir! Nimm mich zu dir, Aus diesem Meer der Leiden In's Reich der ew'gen Freuden!( 164) Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 785. Gott, ich Armer voll 464 Häusliche Erbauung. Gebrechen Nahe deinem Throne| Jesu Christ! Nun du wirst auch mich! Kaum zwar darf ich mit dir mich bemerken, Und mein Herz im sprechen; Denn ein Sünder, Tode stärken. Hilft kein Lebender Herr, bin ich! Aber reuend, tief mir mehr, O so bilf, Allmächtiger! zerschlagen, Will ich mich doch zu dir wagen, Weil du uns in Jesu Christ Gnädig und ein Vater bist. 2. Ich erkenne meine Sünden; Ach, ich fühle meine Schuld! Doch Vergebung laß mich finden; Beig' mir deine Baterhuld. Ach, erquicke meine Seele, Die ich deiner Treu' empfehle! Vater der BarmherGib mir Muth im legten Streit! se 7. Hilf mir mit dem Tode ringen; Schone meiner im Gericht! Ja, zum Leben laß mich bringen, Und dich seh'n von Angesicht. Du hast mir dein Wort gegeben: Jesu, du lebst; ich soll leben. Wenn mein Herz im Sterben bebt; Lehr' mich glauben: Jesus lebt! 3. Laß mich Alles willig leiden, Was ich hier noch leiden soll. Schenke mir den Geist der Freuden; mach' mich deiner Liebe voll. Laß mich deinen Beistand merken! Eile, eile, mich zu stärten, Daß ich könne ruhig sein, Und auf meinen Tod mich freu'n! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 4. Gott, entzünde mein Verlangen Nach dem Heil der Ewigkeit! Jesu, laß mich dir anhangen, Selig sein schon in der Zeit! Gib nicht zu, daß ich erliege! Kämpfen hilf, hilf, daß ich siege; Denn ich glaub', ich traue dir: Jesu, Jesu, du bist hier! hon som 786. Wenn nun mein sterbend Auge bricht, Mein letzter: Hauch verschwindet, Mein Leib dahinstirbt und selbst nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wenn um mich, den Entschlummernden, Nun alle meine Lieben steh'n, Und angstvoll zu Gott weinen:- 5. Wenn mir alles Licht ver- 2. Dann, Schöpfer, nimm auf schwindet, Nacht und Ohnmacht mich umgibt: Wenn dann nur mein Herz empfindet, Daß mich Gott, mein Heiland liebt! Diesen Trost laß mir nicht fehlen, Freund und Retter uns'rer Seelen! Deine Huld, ich bitte dich, Tröst' in meinem Tode mich! 8. Jesu, ach, bei deinem Tode, Deinem Blute bitt' ich dich: Ach verlaß mich nicht im Tode; Ach erbarm' dich über mich! Laß mich fromm und selig sterben; Hilf mir deinen Himmel erben. Hilf mir, wenn mein End' ist nah'; Hilf mir; für mich starbst du ja!( 105) meinen Geist, Der freudig zu dir fliehet, Und dankbar deine Güte preis't, Daß er den Tod nicht siehet; Und tröste, die betrübt um mich Mit Thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib 16. Mehr, als kein Erschaffner bleibt hier; Jhn wird das Grab faffet, Weißt du selbst, was ster- umschließen. Heil mir; das Grab ben ist; Denn du bist am Kreuz wird dennoch dir Ihn wieder erblasset Auch für mich, Herrgeben müssen! Du kommst, Er Sterbelieder. wecker! deine Macht, Die ihn aus Nichts hervorgebracht, Kann wieder neu ihn schaffen. 465 bebette; Sieh meine Noth mit Mitleid an! Verbinde, lindere, errette! Nur du bist's, der mir helfen kann. Beschüge den, der an dich glaubt, Daß Nichts ihm seine Krone raubt. Cadan 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod Mein Fleisch zu Staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da es Gott Vom Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach furzer Nuh' Mein Leib erwacht, wie groß bist du, Und welch ein Trost im Tode! 5. Mein Gott, des Todes Schmerz will ich, Wenn er nun fommt, nicht achten, Mit glaubensvollem Blick auf dich Nach meinem Ziele trachten; Und mich dem Ziele freudig nah'n, Mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, Das Jesus mir erworben!( 126) 5. Komm', Heiland, treib die Furcht zurücke; Besiege meinen legten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke Auf dein Verdienst, o Seelenfreund! Sprich mir Trost, Muth und Freude zu; Mach' Ende, bringe mich zur Rub'! midt 6. Jhr tobten Güter dieser Erden, Ihr machet mir den Tod nicht schwer! Zurück! ich werde selig werden! Dann acht' und brauch' ich euch nicht mehr. Wer einen Himmel erben kann, Der fiebt die Erde nicht mehr an. 7. Ich übergebe dir die Meinen, Du Vater der Barmherzigteit! Laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, Und bleib' ihr Gott zu aller Zeit. Behüte sie vor Ungemach, Und bringe sie mir selig ( 108) nach! Mel. Wer weiß, wie nahe sc. 787. Ich werfe mich in deine Hände; Ach, treuer Vater, halt mich fest! Verlaß den nicht an seinem Ende, Der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; Beschließ' auch selig meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte Beständig wohl an mir gethan. Erhör auch meine legte Bitte: Gott, nimm mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth, Ein guter Schluß, ein sel'ger Tod! 3. Du hast mich immerfort geliebet, Versorgt, gestärkt, beschüßt, regiert, Mit Freud' er quickt, mit Kreuz geübet, Oft wunderlich, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wohin ich sah, Gingst du mir vor und warst mir nah. Mel. Valet will ich dir ic. 788. Gern will ich Abschied geben Dir, eitle, falsche Welt! Ich geh' zum bessern Leben, Sobald es Gott gefällt. Im Himmel ist gut wohnen! Hinauf steht mein' Begier. Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. $ 2112 2. Rath gib dem bangen Herzen; Sohn Gottes, schenk' ihm Nuh'! Zur Zeit der Angst und Schmerzen Tritt hilfreich nun herzu. Verkürze mir das Leiden; 4. Tritt auch zu meinem Ster- Stärf meinen blöden Muth! 30 Häusliche Erbauung. 466 Laß selig mich verscheiden; Gib mir das ew'ge Gut! Und das Ende seiner Noth Ihm erscheinet mit dem Tod. 3. In meines Herzens Grunde 3. 3war ich bin nicht ungeErglänz' dein Kreuz allein In duldig, Daß mich Kreuz und dunkler Todesstunde; So kann Elend drückt. Mehr zu leiden ich fröhlich sein. Laß seh'n mich, wär' ich schuldig, Als mir Gott wie für Sünder Du mit dem zu leiden schickt. Weiß ich doch, Tode rangst, Und wie du, Ueber- daß mich kein Leiden kann von winder, Allmächtig ihn bezwangst! deiner Liebe fcheiden! Auch das 4. Verbirg mich bort aus Kreuz, von dir gesandt, Soll mir Gnaden In ew'ger Sicherheit; sein ein Gnadenpfand! Dort kann mir nichts mehr 4. Darum nur wünsch' ich schaden Im Reich der Herrlich- zu sterben, Daß ich Jesum möge keit! Dem ist hier wohl gewesen, seh'n, Und sein ew'ges Heil erDer kommt in's Himmelsschloß; Ja, ewig ist genesen, Der bleibt in deinem Schoos. werben: Ach, möcht es doch bald gescheh'n! Naht euch, ihr Erlösungsstunden, Da ich, aller Angst entbunden, Von der rauhen lebensbahn Mich entschwinge himmelan! 5. Jesus Christus ist mein Le ben, Und das Sterben mein Gewinn! Engel, kommt, mich zu ums schweben; Tragt zu Gott die Seele hin! Schon hab' ich von jenem Frieden Sel'ges Vorgefühl bienieden. Darum wünsch' ich, dort zu sein, Wo mich Schauen wird erfreu'n. 5. Schreib' in das Buch des Lebens Auch meinen Namen ein! Dein Blut laß nicht vergebens Für mich geflossen sein! Die hoch im Himmel grünen, Und ewig vor dir steh'n, Laß mich, vereint mit ihnen, Dich ewiglich erhöh'n! ( 77) Mel. Alle Menschen müssen 2c. 789. Gitle Welt, ich bin dein müde! Wann, ach wann erquicket mich Himmelsruh' und ew'ger Friede? Wann ruft mich mein Gott zu sich? Rufe, Herr! ich will mit Freuden Aus des Lebens Trübsal scheiden; Denn ich weiß durch Christi Blut Machest du mein Ende gut. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 2. Dem ist vor dem Tod nicht bange, Der des armen Lebens satt, Und dies Thränenthal schon lange Mühevoll durchwandelt hat. Alle Stunden wird er zählen, erheben; Selbst nah am Grabe Bis Befreiung seiner Seelen preis ich dich! Zum Segen gabst 790.Ich will dich auch im Tod 6. Euch, die ihr mich hier ge liebet, Die Ein Sinn mit mir verband, Die mein Abschied jetzt betrübet, Euch befehl' ich Gottes Hand! Gott versorget, Gott be schüget! Er wird geben was euch nüget. Also ist mein Haus be stellt: Gute Nacht, du eitle Welt! ( 67) Sterbelieder. 467 ich vor dir leben; Vor dir erfreu' ich ewig mich. O Tod, o Sterben mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset binan ( 40) du mir mein Leben: Nimmst du es mir, du segneft mich. Mein Gott, im Leben war ich dein; Dein will ich auch im Tode sein! 2. Gott, welche feierlichen StunMel. Herzlich lieb hab' ich zc. den, Wenn du mich nun der Erd'791. Mein Heiland, wenn entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Mit schonender Er- mein Geist erfreut Im Glauben barmung siehst! Allmächtiger, in auf die Herrlichkeit Des ew'gen dein Gericht Gehst Du mit mir Erbtheils blicket, Das du für Erlös'ten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die irdne Hütte, In der mein Geist hier wohnt, zerfällt. Schon gehen meine müden Schritte Den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn Gott ist selbst mein Heil mich bereitet haft; Wie leicht dünkt mir dann jede Last, Die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand In meinen Augen schlecht, wie Sand; Der Erde Pracht ist mir, wie Nichts, Beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Dies Heil verdank' ich deinem Tod! und Licht. 2. Wenn nun auf deinen Wink mein Geist Des Körpers Banden sich entreißt; So stärk ihn aus der Höhe, Daß ich, gelehnt auf deinen Stab, In's finst're Todesthal hinab Getroft und freudig gehe. Wenn dann mich Dunkelheit befällt, So schaff' ein Strahl der bessern Welt In meinem finstern Herzen Licht, Und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, Da du, mein Heiland, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, Das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn seh'n; Wie du, so werd' ich aufersteh'n. 5. Laß Qual und Leid mich noch umringen; Laß mir die letzten Schrecken dräun! Du, Herr, halfft mir die Welt bezwingen; Mit dir darf ich den Tod nicht scheu'n. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, So nah' am Ziele wank ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, Wenn ihre Stärke sich verliert; Gibst deinem Engel schon Befehle, Der sie zu deinen Freuden führt, Und ihr von fern den Himmel zeigt, Wenn nun dem Aug' die Erd' entweicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben; Selbst nah am Grabe preis ich dich: Denn ewig werd' 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit Sich dennoch vor dem Tode scheut, Weil mich die Sünden fränken; Dann laß mich, Herr, auf deinen Tod Die Hoffnung bau'n, es werde Gott Der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, 30* 468 Häusliche Erbauung. Als du zum Heil der Sünder| Zu dem Throne seines Sohnes, starbst, Ünd fühltest, wie dich Zum Genusse seines Lohnes. 2. Dank ihm für dein Pilgerleben! Wie viel Gutes hat er schon Dir in dieser Welt gegeben, Und wie groß ist dort sein Lohn! O wie herrlich, wenn du Gott 4. Auf kurze Zeit schließt sich Auch in Kummer, auch in Noth zur Ruh' Mein thränenvolles Fest vertraust und freudig gläuAuge zu, Und schlummert in dem best, Und sein Werk nie lässig Staube. Doch du, der mich zum treibest! Grabe ruft, Du rufft mich einst 3. Reine, ungestörte Freuden auch aus der Gruft; Ich weiß, Kennen Gottes Pilger nicht. an wen ich glaube! Er lebet, und Dennoch bleiben sie im Leiden ich werd' durch ihn Der Grabes- Muthig und voll Zuversicht. nacht gewiß entflieh'n. Mein Ihres Glaubens läuterung Ist Geist und mein verklärt Gebein die Frucht der Züchtigung. Alle Wird sich einst meines Heilands Dinge müssen ihnen Endlich doch freu'n. Herr Jesu Christ, Mein zum Besten dienen. Herr und Gott, mein Herr und Gott! Zum Leben hilfst du mir vom Tod! 4. Friede fommt nach bargen Sorgen Auf der rauhen Pilgerbahn; Endlich bricht ein heitrer Morgen Nach der bängsten Nacht doch an. Endlich ruht der Wand's rer aus, Und sein väterliches Haus Tröstet nach der Erde Leiden Ihn mit tausend sel'gen Freuden. Gott verließ, Der Trost macht mir das Sterben süß. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Berlaß mich nicht in meinem Tod! 5. Du bleibest meine Zuversicht, Mein Trost, wenn einst das Weltgericht Die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd' ich dann steh'n, Dich, Richter aller Völker, seh'n, Dich seh'n und froh erstaunen. Auch mir zeigst du alsdann dein Heil, Der Auserwählten ew'ges Theil. Du lebest und du sagst mir zu, Daß ich auch leben soll, wie du. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Stärk' die sen Glauben mir im Tod!( 195) 5. Darum sehn' ich mich zu scheiden, Und beim Herrn daheim zu sein; Doch geh' ich auch still durch Leiden Zu der ew'gen Freude ein. Nur daß meine Seele sei Gott bis in den Tod getreu, Um, erscheint die Zeit zu sterben, Seines Sohnes Reich zu erben. Eigne Melodie. 792. Freu' dich sehr, o 6. Jesu, den ich hier bekenne, Gib, daß weder Lust noch Schmerz Mich von deiner Liebe trenne! meine Seele! Selig, selig wirst Wo mein Schatz ist, sei mein du sein. Gottes, dem ich dich be- Herz! Mache du mich selbst bereit fehle, Sollst du dich auf ewig Für das Heil der Ewigkeit. Ich, freu'n. Aus der Trübsal dieser von dir erlöst zum Leben, Will Zeit Führt er dich zur Seligkeit,| mich ewig dir ergeben. Sterbelieder. 469 7. In des Todes bittern Stun- schieden bleib' In Todesnoth und den laß mich deine Huld erfreu'n; laß, mein Heiland, deine Wunden Meiner Seele Zuflucht sein! In mein himmlisch Vaterland Wird mich deine treue Hand Hin zu deinem Vater führen, Um bei dir zu triumphiren. 8. Sie, zu deiner Wonn' er hoben, Wird mit neuen Kräften sich Ewig üben, dich zu loben, Ewig lieben, Jesu, dich; Sicher, daß ihr Leib dereinst, Wenn du zum Gericht erscheinst, Auferwecket aus der Erde, Auch, wie sie, verherrlicht werde. 9. Nun, so freue dich, o Seele! Selig, felig wirst du sein! Gottes, dem ich dich befehle, Sollst du ewig dich erfreu'n. Aus der Trübsal dieser Zeit Führt er dich zur Herrlichkeit, Hin zum Throne seines Sohnes, Zum Genusse seines Lohnes. Schmerzen. Und sterbe ich, so sterb' ich dir; Ein ew'ges Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, kann ich im Grab nicht bleiben; Und deine Auffahrt, Jesu Christ, Kann Todesfurcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin: Drum fahr' ich hin im Frieden. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 793. Wenn meine Zeit vorbanden ist, Und ich im Tod erblaffe; So steh' mir bei, Herr Jesu Christ, Daß ich dich gläubig faffe! Herr, ich befehl' an meinem End' Dir meinen Geist in deine Händ': Du wirst ihn wohl bewahren! 5. Zu deinen Freuden geh' ich ein; Mein' Arme sich ausstrecken! Ich schlafe ein und ruhe fein; Mich kann das Grab nicht schrekfen, Weil du, o großer Lebensfürst, Des Himmels Thür' mir aufthun wirst, Und mich zum ( 78) Leben führen! Mel. Wachet auf! ruft zc. ( 61. 207. 24) 794. Seib geſegnet, legte Stunden! Im Glauben hab' ich überwunden; Als Sieger zieh' ich fröhlich hin, Gott zu schau'n mit neuer Klarheit, Erfüllt zu seh'n die große Wahrheit, Daß ich ers lös't und selig bin. Erhört ist mein Gebet; Gott gibt, was ich erfleht: Ich soll sehen Die Seligfeit, Die nach der Zeit Uns aufbehält die Ewigkeit. 2. Jene Lust verklärter Frommen Hat nie ein Menschenohr vernommen; Kein Auge hat sie je geseh'n. Kein Verstand kann sie ergründen; Kein irdisch Herz fann sie empfinden, Kein Sterblicher kann sie versteh'n. O Tag, ich segne dich, Der du zum Engel mich Wirst verklären! Ich sterb' dem Herrn, Und bin nicht 2. Wird bei der Sünden schwerer Schuld Mich mein Gewissen nagen; So zeige du mir deine Huld, Und laß mich nicht verzagen. Laß mich in dieser bangen Noth Dein Blut und deinen bittern Tod Erquicken und erhalten! 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib; Deß tröft' ich mich von Herzen. Von dir ich unge 470 Häusliche fern, Von meinem großen Ziel nicht fern. 3. Herr, ich sterb' auf deinen Namen! Komm, Tag des Todes, Amen, Amen! Hallelujah, Hallelujah! So, wie müde Wandrer pflegen, Seh' meiner Heimath ich entgegen, lind freu' mich, denn ich bin ihr nah. Ich leb', ich sterbe dir: Im Todeskampf hilf mir, O mein Heiland! Komm', Ewigkeit; Ich bin bereit: Herr Jesu, komm', ich bin bereit! Erbauung. 5. Laß Vergebung mich von Sünden, Und Kräfte jener Welt empfinden; Mein sanftes Ende preise Gott, Daß auch die, so um mich stehen, und mich getrost verscheiden sehen, Auch froh erwarten ihren Tod. Durch sein Versöhnungsblut Erwarb mir Trost und Muth Jesus Christus. Mich tröstet dies; Ich bin's gewiß: Er führt mich aus der Finsterniß. 6. Stammelnd hier, mit schwa chen Zungen, Sei dir, Herr, lob und Dank gesungen; Und wenn des Leibes Hütte fällt, Wo ich, wie im Kerfer, wohne, Dort, o 4. Mit dem heiligsten Entzücken Laß, Gott, mich deine Stadt erblicken! Mein Glaube sieht von fern sie schon. Hier am Vorbereitungsorte Vertrau' ich, mein Gott, an deinem Throne, Vater, deinem Worte, Und dort In jener neuen bessern Welt empfang' ich deinen Lohn. Der Sing' ich vollkommner dir! HinHerr verläßt mich nicht; Er füllt auf, hinauf hilf mir! Laß im mit Zuversicht Meine Seele; Und Sterben Getrost mich sein, Des macht sie frei, Von Nöthen frei, Himmels freu'n, Und sanft und Und von der Sünde Sclaverei. selig schlafen ein! ( 85) Einsegnung eines Sterbenden. Namen! Als er auch starb, hatt' er's vollbracht. Ach, mehr, als du verstehst, Und sehnend von ihm flehß, Wird er geben! Bon Sünden rein, Wirst du dich freu'n; Der Engel Heer nimmt dich nun auf. Mel. Wachet auf! ruft ic. 795. Sei gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, Vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende; Dein Vater nimmt in seine Hände Die Seele, die der 3. Nimm noch einen Troft und Erd' entfleucht. Hör', o erlöster Segen! Du eilest zwar der Gruft Geist, Der bald am Thron ihn entgegen; Doch zittre deine Seele preis't: Jesus Christus Hat dich nicht! Irdisch werden wir dich versöhnt; Von ihm gekrönt, Em- säen; Doch himmlisch wirst du pfängst du nun das Himmelreich!" 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, Ist dir der Tag nun aufgegangen Des Lebens nach der Todesnacht! Sei gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf in Jesu Christi Leben aufersteh'n! auferstehen, und schauen deines Gottes Licht. Geb' ein zu deiner Ruh'! Du cilst dem Vater zu, Der dich liebet. O Todter, du, Nach kurzer Ruh' Wirst du zum ( 94) Bei dem Tode geliebter Personen. Bei dem Tode geliebter Personen. Mel. Jesu, meine Freude zc. 796. Gott hat mich betrübet! Freund, den ich geliebet, Ach, du bist nicht mehr! Tiefe ftille Trauer, Bange Wehmuthsschauer Herrschen um mich her; Und der Schmerz Zerreißt mein Herz! Ich bin Mensch; ich muß hier flagen, Doch als Christ nicht zagen. 2. Christen dürfen weinen Ueber den Gebeinen, Die das Grab verschließt; Doch nur eine Zähre, Die dem Freund zur Ehre, Und nicht immer fließt. Denn ihr Blick Sieht nach dem Glück, Das der Menschenfreund dort oben Für uns aufgehoben. er selig abgeschieden, Ruhet dort im Frieden. 4. Durch des Lebens Wüsten Wandern fromme Christen Hin nach Kanaan. Und auf diesen Wegen Ging zu seinem Segen Unser Freund voran. Seele, du Wirst auch zur Ruh' In das Land des Friedens gehen, Und den Bruder sehen. 5. Brüder treffen dorten An des Himmels Pforten Ihre Brüder an, Und ein David fennet, Ewig ungetrennet, Seinen Jonathan. Aeltern geh'n In jenen Höh'n Frommen Kindern an der Seite Mit erneuter Freude. 471 3. Christen, welche hoffen, Seh'n den Himmel offen, Wo ihr Tröster ist, Der die Thränen stillet, Erd' und Himmel füllet, Kein Geschöpf vergist. Und der Freund, Den sie beweint, Wenn Christen! 6. Es gescheh' dein Wille, Vater! seufz' ich stille Unter meinem Flor. Meine Augen schauen, Glaubend, voll Vertrauen, Zu dem Herrn empor. Träufle du Geduld und Ruh', Gleich dem Thau in dürren Wüsten, In das Herz der ( 179) 797. Geh' zum Schlummer Ohne Kummer, Theures, gottvertrautes Herz! Nun ist's stille; Deine Hülle Schläft hier aus den legten Schmerz; Und die Liebe, Wenn auch trübe, Schaut durch Thränen himmelwärts! Bei dem Tode eines Chegatten. Mel. Sieh', hier bin ich Ehrenkönig i. die Deinen, Die hier weinen, Gönnen doch dir deine Nuh'. 2. Geh' zur Ruhe! Thu', o thue Friedenvoll die Augen zu! Viel geliebtes, Viel geübtes Herz, o meine Wonne du! All' Schlaf, o schlafe! Seine Schafe Kennt auch hier der treue Hirt. O hier schwindet, Was da bindet, Was die Seelen quält und irrt. Dies Verwesen Schafft Genesen, Das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, Wiedersehen Wird dich uns're Liebe dann, Deren Zähre, Gott zur Ehre, Bitter, doch im Glauben 472 ar Häusliche Erbauung. rann. Dann bei'm Krönen Wird| Stets behüte Deine Güte Dieses ertönen, Was die ew'ge liebe Grab mit Freudenlicht! Laß dich fann! loben Hier und droben; Denn die Liebe stirbet nicht! ( 95) 5. Herr, umfasse Uns, und lasse Leuchten hell dein Angesicht! Bei dem Tode der Aeltern. Mel. Brich mein Herz, in Jesu zc. 798. Vater, hier im Erdenschoose Ruhst du lange nun forthin; Bald wird auch mit grünem Moose Sich dein stilles Grab umzieh'n. Ach dein Herz, so treu uns Allen, Muß in Asch' und Staub zerfallen! 2. Doch in unsern treuen Herzen Wird dein Geist, dein Bild, dein Wort Unter tiefen Liebesschmerzen Unvergänglich leben fort, Wie du liebend uns umfangen, Und im Frieden hinge4. Schlafe wohl, o Bater, schlafe Deiner Wallfahrt Leiden aus, Bis der Hirte seine Schafe Sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, Dein Erwachen ohne Kummer! geben Deiner Wahrheit hellen Schein, Daß, verklärt zum höhern Leben, Unser Vater ohne Pein Spreche bei des Herrn Erscheinen: Sieh, hier bin ich und die Meinen! ( 95) gangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, Da der Herr dich hingelegt! Ostunde! wie theuer ist die Stätte, Die nun dein Gebeine hegt, Das wir jegt in Schwachheit säen, Um in Kraft einst zu erstehen! Mel. 3ion flagt mit Angst und ic. 799. Eingeſargt zum legten Schlummer, Bleich, im weißen Sterbekleid, Frei von Schmerzen und von Kummer, Seh' ich dich mit stillem Leid, Vielgetreue Mutter, du! Jego trägt man dich zur Ruh! Schlafe sanft im stillen Grunde Bis zur Auferstehungs5. Jesus Christus, Herr der Todten, Der du Nichts von dem verlierst, Was dein Vater dir geboten, Daß du's zur Vollendung führst! Unsern Vater nimm am Ende Seines Laufs in deine Hände! 2. Auge, das mit Lieb' und Sehnen Öft die Seinen angeblickt; Segnend, mit viel tausend Thränen Haben wir dich zugedrückt! Nie auf dieser Erde mehr Blickst du freundlich zu uns her; Doch zu Wiedersehens Grüßen Wirst du selber dich erschließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, Die uns nichts, als Liebe, gab, Freud' und Troft um uns verbreitet: Ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, Und dein Tagewerk war heiß; Wann die Todten auferstehen, Wird auch dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, Und zu Lieb' und 6. Komm', in unser Herz zu mildem Wort Freundlich, lieblich Bei dem Tode geliebter Personen. 473 aufgeschlossen; Nimmer tönest die Grüfte sich bewegen, Schlage du hinfort! Aber was die Lippe wieder uns entgegen! sprach, Tönt in unserm Herzen nach, Bis nach langer Grabesstille Hallelujah dir entquille. 6. Dann wird froh die Thräne fließen, Wie sie jest in Kummer fließt. Froh wird dich dein Kind begrüßen, Das dich heut' in Thränen grüßt! Dann, dann wird der schwere Stein Weg von deinem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; Ewig darfst ( 95) 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen Für den Gatten, für das Kind, Das uns sterbend noch getragen; O wie ruhest du so lind! Weinend, dankend rufen wir: Ew'ger Segen lohne dir! Wann du vor ihm schweben! Bei dem Tode der Kinder. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. 800. Für deinen Himmel reiften sie; Doch meinen Wünschen noch zu früh! Es war, o Herr, dein Wille! Wie blutet mein verwundetHerz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Wo find' ich, was ihn stille? Zwar für den Himmel reiften fie; Doch meinen Wünschen noch zu früh! 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so hoffmungsleer, So freudenlos mein Leben! Ich sah voll Jugendkraft sie blüh'n. Und hoffte dir sie zu erzieh'n, Dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreu'n, Und Troft mir noch im Tode sein. 3. Du, Ew'ger, sprachest: ,, gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh' fie dir; Ich will sie hoch erhöhen. Sie sollen hier dich nicht erfreu'n, Nicht Trost dir noch im Tode sein; Du sollst sie sterben sehen!" Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah! Ich war es, der sie sterben jah. 4. Herr, ich verehre dein Ge bot! Doch darf ich meiner Kinder Tod Mit heißem Schmerz beweinen. Vor dir, der du barmherzig bift, Voll Mitleid unsern Jammer siehst, Vor dir, Herr, darf ich weinen! Auch Aelternliebe stammt von dir; Nicht zürnen kannst du, Vater, mir! 5. Auch meine Thränen preisen dich. Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest Und jetzt in reiner Heiligfeit Und himmlischer Vollkommenheit Vor deinem Throne übest! Bisher vertrautest du sie mir; Herr, meine Seufzer danken dir! 6. Rufft du, o Vater, einst auch mich; Auch dann preis ich mit Thränen dich;-Doch dann mitFreudenthránen! Dann werd' ich meine Kinder seh'n, Vor dir mit ihnen dankend steh'n, Mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd' ich stets bei ihnen sein, Und ewig mich mit ihnen freu'n.( 126) 350 od or And Anhang. Sammlung einiger Gebete für die häusliche und einsame Andacht. Morgengebet am Sonntage. Vater des Lichts, von welchem alle gute und alle vollkommene Gabe herabkommt; zu dir erhebet sich unser Geist, und unsere Seele freuet sich deiner! Auch in der vergangenen Nacht, als Finsterniß uns umgab und Dunkel die Erde bedeckte, warst du unser Licht, unser Heil, unser Schuß; unter deiner Obhut lagen und schliefen wir ganz im Frieden, und auf's Neue sehen wir jeßt durch deine Gnade das Licht des Lebens. Dies ft der Tag, den du, Herr, uns gemacht hast, um von irdiſchen Geschäften und Sorgen zu feiern, und anzubeten mit der Ges meinde in deinem Heiligthume, da man höret die Stimme des Dankes, da man prediget alle deine Wunder, du Höchfter. D Herr, hilf, o Herr, laß gelingen! Deinen Segen erbitten wir für diesen Tag. Segne die Verkündigung deines heiligen Wortes, das unseres Fußes Leuchte ist und ein Licht auf unserem Wege; gib den Lehrern Kraft und Weisheit und Freudigkeit, und thue selber den Hörern das Herz auf. Gib uns erleuchtete Augen des Geistes, daß wir sehen die Wunder an deinem Gefeß, und in dem Evangelium des Friedens schauen die Wunder deiner 473 Gebet beim Anfang des Gottesdienstes. Gnade in Chrifto Jesu, daß wir erkennen, welche da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches reiche herrliche Erbtheil deinen Heiligen aufbehalten sei in dem Himmel. Vertreibe aus unserer Seele die Nacht der Sünde, und mache sie rein zu ungefärbter Bruderliebe im Gehorsam der Wahrheit. Laß uns die Seligkeit der Gemeinschaft mit dir und mit deinem Sohne Jesu Christo empfinden, und hilf uns an diesem Tage und an allen, die uns deine Gnade hienieden noch schenken wird, wandeln vor deinem Angesicht, in deiner Furcht und liebe, von keiner Schuld befleckt, des Evangeliums würdig, im Aufsehen auf den Anfänger und Vollender des Glaubens, und dem zur Ehre, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wenn wir beten an der heiligen Stätte, erhöre uns; wenn wir dir danken und deine Gnade und Treue verkündigen, laß dir es wohlgefallen; wenn uns um Trost bange ist, so sei du mit uns, und schenke uns den Frieden, welcher höher ist, denn alle Vernunft. Was wir im Irdischen bedürfen, verleihe aus deiner Fülle; was uns heute und künftig begegnen soll, ordne und lenke nach deinem allweisen Rath: dein Rath ist Weisheit und Liebe. Führe uns, Herr, an deiner rechten Hand, und nimm uns endlich zu Ehren an. Amen. Gebet beim Eintritt in die Kirche. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes, da man prediget alle deine Wunder! Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, als sonst tausend. Auch heute komme ich, in Demuth dich anzubeten und dein Wort zu hören. Deffne mein Herz; sende mir den Geist der Andacht; erhöre mein Gebet und nimm meine Glaubenslieder in Gnaden an; laß mich in deinem Heiligthume Licht und Kraft, Frieden und Trost finden, Worte des Lebens hören, und nicht als vergeßlicher Hörer, sondern als eifriger Thäter deines Wortes hinweggehen. Wo du deines Namens Gedächtniß gestiftet haft, willst du zu uns kommen und uns segnen. Herr, ich lasse dich nicht, du segneft mich denn! Amen. Abendgebet am Sonntage. Gebet beim Schluß des Gottesdienstes nach dem Segen. Gelobet seift du, mein Gott, daß du mir jetzt abermals dein heiliges Wort und das Evangelium des Friedens haft verkündigen lassen, welches meine Seele selig machen kann! Dank dir, daß du mein Gebet nicht verschmäht, daß du mir vergönnt haft, mit dir zu reden, wiewohl ich nur Erde und Asche bin. Verleihe mir nun auch die Gnade, dein Wort zu bewahren in einem feinen und guten Herzen, ihm folgsam zu werden und allewege nach ihm zu leben. Was ich Wahres gehört und gelernt, Gutes gedacht, Heiliges empfunden und dir angelobt habe, laß es zur That werden, damit ich Frucht bringe in Geduld, fest bleibe im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung, in allen Nöthen des irdischen Lebens mich deiner Gnadenverheißungen trösten, und, wenn ich in Christo sterbe, das ewige Leben ererben möge. Dein Geist leite mich immerdar, dein Friede ruhe auf mir und wohne in mir; dein Segen begleite jetzt meinen Ausgang und einst meinen Eingang in die himmlischen Wohnungen, da ich dir dienen werde immerdar in deinem höhern Heiligthum! Amen. 476 Abendgebet am Sonntage. Almächtiger Gott, lieber himmlischer Vater! Mit demůthigem und dankbarem Herzen erscheinen wir nochmals vor dir an dem Abende dieses dir geheiligten Tages, und rühmen den Reichthum deiner Barmherzigkeit. Großes hast du auch heute an uns gethan, deß sind wir fröhlich: unsere Seele lobet dich, Herr, und Alles, was in uns ist, preise deinen heiligen Namen. Unter deinem Schuße lebten wir froh und sicher; dein Aufsehen hat unsern Odem bewahret, und keine Plage durfte zu uns sich nahen: für alle unsere leiblichen Bedürfnisse hat deine milde Güte gesorgt und uns überdies gesegnet mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Ein Tag des Heils war dieser Tag für unsere Seele, die nach dir, dem lebendigen Gott, dürftet und nur in dir Ruhe und Seligkeit finden kann. Geschieden vom Geräusche der Welt konnten wir uns mit freiem Geiste zu 477 Abendgebet am Sonntage. dir erheben und dich in deinem Heiligthum anbeten; reichlich hat das Wort Chrifti unter uns gewohnet in aller Weisheit, und reich wurden wir durch ihn an Lehre und Erkenntniß; vernommen haben wir abermals die Botschaft des Friedens und der Versöhnung, die Verheißung des ewigen Lebens, und das heilige Gebot, das uns gegeben ist von dem Herrn Jesu, wie wir sollen wandeln und dir gefallen. Dein Geist hat sich nicht unbezeugt gelassen an unserm Herzen; jeder Gedanke an deine Allgegenwart, heiliger Vater, jedes Aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, jeder stille Blick auf sein Vorbild, jedes Wort des lebens aus seinem Munde, jede Freudenthräne über die Liebe, mit der er uns bis zum Tode geliebet hat, jede tröstende Hoffnung, die sich auf seine Auferstehung und Verherrlichung gründet, jede ernste Mahnung an seine Wiederkunft zum Gerichte war ein Gnadenwerk deines Geistes; jede Rührung unseres Gewissens, jede Warnung vor der Sünde und jede Erweckung zur Tugend und Heiligung war ein Gnadenzug von ihm, und sollte dir und dem Himmel uns näher bringen. O wäre es ihm und deinem Worte gelungen, offene Herzen bei uns zu finden, tief einzubringen in unsere Seelen und alles das Gute in ihnen zu wirken, das er in uns zu schaffen unablässig bemüht war! O hätten wir ihn aufgenommen, den köstlichen, unvergänglichen Saamen, der heute von dir in uns ausgestreut wurde, und ihn nicht durch Leichtsinn und Weltsinn erstickt, sondern bewahrt und gepflegt, damit er Frucht bringe zum ewigen Leben! O könnten wir jetzt vor deinem Angesicht stehen ohne Vorwurf und Reue, ohne Schuld und Tadel, mit voller Freudigkeit zu dir, zurückblickend auf viele Thaten des Glaubens, der Gottseligkeit und der Liebe, mit dem Bewußtsein im Herzen, heute dir gelebt zu haben und reifer zum Himmel geworden zu sein! Herr, sei uns Sündern gnädig und gehe nicht mit uns in's Gericht. Verwirf uns nicht vor deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Zum Abendopfer bringen wir dir das heilige Gelübde, morgen und alle künftigen Tage mit festerer Treue dir anzuhangen, einen dankbareren Gebrauch zu machen von deiner Gnade, mit größerem Ernste deine Gebote zu halten, eifriger für das Eine zu sorgen, was Noth ist, unsern lauf so fortzusehen und zu vollenden, daß wir am Ziele eingehen 778 Morgengebete. fönnen zu jener höhern Ruhe, die noch vorhanden ist für dein Volk. Dazu stärke, das hilf uns! Bleibe bei uns, Herr Jesu, da es nun Abend geworden ist und der Tag sich geneiget hat. Sei mit uns in dieser Nacht, du Hüter der Menschen, der nicht schläfet noch schlummert, und schenke uns durch einen sanften Schlaf neue Kraft, morgen unser Tagewerk zu beginnen zu deiner Ehre. Wache auch über den Uns'rigen; beschirme den Ort, da wir wohnen; breite deine Güte aus über Alle, die dich fürchten und dir vers trauen. Laß sie liegen und schlafen im Frieden, und mit dem neuen Morgen werde über ihnen und uns auch deine Barmhers zigkeit neu. Erbarme dich Aller, von deren Lager Krankheit und Schmerz, Kummer und Sorge den Schlaf verscheuchet; erbarme dich der Sterbenden, deren Auge sich in dieser Nacht zum Todess schlaf schließen wird: und soll sie für uns die legte sein, Herr über Leben und Tod, so erbarme dich unser und hilf uns aus in dein ewiges Reich; Amen. Morgengebet am Werktage. Dein, o Herr, ist die Nacht und der Tag, dein der Abend und Morgen; dein Auge stehet über uns offen bei Tag und Nacht; deine Güte ist alle Morgen neu, und waltet über uns bis zum Abend. Hüter der Menschen, du schläfest und schlummerst nicht; uns Müden aber sendest du erquickenden Schlaf, Vergessenheit unseres Kummers und unserer Sorgen im friedlichen Schlummer: mit deinen Fittigen deckest du uns, und unsere Zuversicht ist unter deinen Flügeln. So warest du auch in der Nacht, die jest vergangen ist, unser Schirm und Wächter, unseres Lebens Kraft und unseres Odems Bewahrer; durch dich sind wir aufgewacht und sehen umher, und siehe, wir haben so sanft geschlafen. Und beim Erwachen füllest du uns frühe mit neuer Gnade; Leib und Seele sind gestärkt und verjüngt; Alles was uns theuer und lieb ist, finden wir eben so wieder, wie wir es am gestrigen Abend verließen, und freuen uns von Neuem des Anblicks deiner herrlichen Werke. Neue Kraft gewährest du uns zum Vollbringen des Guten und neue Gnadenfrist zum Schaffen unseres ewigen Heils: mit dir beginnen wir unser Morgengebete. 479 Tagewerk, und segen an deiner Hand unsern Weg fort nach dem Ziele, welches uns vorhält deine himmlische Berufung in Christo Jesu. D Dank sei unser erstes Gefühl; Preis und Lob unser erstes Geschäfte! Das ist ein köstlich Ding, dir, Herr, danken und lobsingen deinem Namen, bu Höchster, des Morgens deine Gnade, und des Abends deine Güte und Treue verfündigen. Gott, du bist unser Gott, frühe suchen wir dich: früye wollest du unsere Stimme hören; frühe wollen wir uns zu dir wenden und aufmerken auf dein Wort. Wecke unsere Seele aus dem Schlummer der Trägheit; hilf, daß wir aufstehen aus dem Schlafe der Sünde und ablegen die Werke der Finsterniß, daß wir anziehen die Waffen des Lichts und ehrbarlich wandeln als am Tage vor dir und den Menschen, geschmückt mit dem Sinn Jesu Christi und unzertrennlich ver einigt mit ihm, der unser Haupt ist. Unsere erste Sorge sei. ju trachten nach deinem Reiche und nach deiner Gerechtigkeit. dann wird alles Andere uns zufallen; was uns heilsam ist, wirst du uns geben, und in dem Maße, in welchem wir dich lieben, werden uns alle Dinge zum Besten dienen. Was sich heute begeben mag, wir wissen es nicht, aber unsere Hoffnung stehet zu dir: dir befehlen wir unsere Wege und sind die Deinen im Leben und Tod. Alle, die du uns gegeben haft, übergeben wir dir, dem Allmächtigen; für Alles, was Kinder heißt, beten wir: du haft mehr als einen Segen, segne sie alle, o Vater! Sei du ihr Schuß, ihre Stärke und ihr Schirm, behüte sie vor der Sünde; dein guter Geist leite fie auf ebener Bahn. Der du das Herz erfreueft und das Angesicht fröhlich machst; sei der Troft der Traurigen, der Arzt der Kranken, der Helfer der Sterbenden, und erhebe uns Alle einst dahin, wo keine Nacht mehr ist, weil du selbst unsere Sonne, unser ewiges Licht und unser ewiger Preis sein wirft; Amen. C Ein anderes Morgengebet. Die Nacht ist vergangen, der Tag ist herbeigekommen; unter deinem Schuß, allmächtiger Vater, hat uns kein Unfall betroffen, und sanfte Ruhe hat die Müden gestärkt. Es 480 Morgengebete. ist Morgen geworden; wir leben noch und freuen uns unseres Daseins und deiner Gnade. Herr, was bin ich und was ist mein Haus, daß du uns bis hierher gebracht hast! Herr, wir sind viel zu gering der Barmherzigkeit und Treue, der Geduld und Langmuth, womit du uns bisher getragen hast. O wie wenig haben wir die uns geschenkten Tage zu unserem wahren Heile benußt, wie viele in unserm Leichtsinn verschwendet, wie viele nur dem Dienste der Eitelkeit und des vergänglichen Wesens, nicht aber dir und unserm ewigen Heile geweiht! Mit Uebertretungen und Sünden bezeichnet sind sie entflohen; in dem Schuldbuche unseres Lebens, in deinem Buche, du Richter aller Welt, stehen sie angeschrieben und klagen uns an vor dir. Herr, gehe nicht mit uns in's Gericht; sei uns Sündern gnädig; vergib uns unsere Schuld und erbarme dich unser! Noch währet die angenehme Zeit und der Tag des Heils; noch ist Raum zur Buße; noch vergönnest du uns Frist, auf daß wir uns befehren und leben, und schaffen, selig zu werden, mit Furcht und Zittern. Aber der Ewigkeit und dem großen Tage, an welchem der Herr kommt, Jedem zu geben nach seinen Werken, führt jeder, auch der heutige Tag uns näher: bald wird der letzte Tag uns erscheinen, und dann ist keine Zeit mehr für uns. So lehre uns denn bedenken zu dieser unserer Zeit, was zu unserm Frieden dienet, und das Heil suchen, dieweil es noch zu finden, es ergreifen, dieweil es noch nahe ist. Gib uns Weisheit, unsere Tage zu zählen, und wohl zu benußen, hilf uns wirken die Werke, die du uns befohlen hast, so lange es Tag ist, ehe auch für uns die Nacht kommt, da Niemand wirken kann. Dein Wille und dein Geist regiere uns, du Heiliger! Auch heute hilf uns leben im Glauben und in der Nachfolge deines Sohnes, der uns geliebet und sich selber für uns dahingegeben hat. Hilf uns trachten nach dem, das droben ist, und nicht nach dem, das auf Erden ist; kämpfen hilf uns den guten Kampf des Glaubens, und ergreifen das ewige Leben, zu dem wir berufen sind. Alle unsere übrigen Angelegenheiten überlassen wir findlich deiner weisen und väterlichen Regierung. Das Heil der Ewigkeit gabst du uns und wir dürfen uns rühmen der Hoffnung auf die zukünftige Herrs Abendgebete. 481 lichkeit; o so wirst du uns auch nicht versagen, was uns im irdischen Leben Noth thut; so werden alle Wege, die du uns gehen heißest, Pfade des Heils und Wege zum Himmel sein; so wird auch die Trübsal uns, die wir durch sie geübet werden, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit bringen, und uns würdiger machen zu deinem Reich; so kann weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod uns scheiden von deiner Liebe. Gott unseres Heils, Herr, unsere Hoffnung, wir warten auf dein Heil, wir vertrauen auf deine Gnade. Herr, segne uns und behüte uns! Herr, laß dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig! Herr, erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden in Zeit und Ewigkeit; Amen. ( au senj0-305 but for Abendgebet an Werktagen. 21911 Zu dir, o Gott der Treue und Huld, erhebt sich mein Herz; dich suchen die letzten Gedanken meiner Seele nach einem Tage, den ich mit dir, mein Erbarmer, glücklich vollbracht habe. Leben und Wohlthat hast du an mir und den Meinigen gethan, Gefahr und Unfälle gnädig von uns abgewendet, als ein treuer Vater uns versorgt und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freude. Deine Kraft war mächtig in unserer Schwachheit; dein Segen begleitete unser Werk; was wir Gutes vollbrachten, gelang uns durch dich; des Tages Last und Hiße halfst du uns tragen. Auch unserer Seele haft du dich angenommen, Vater der Geister; zu dir hast du sie gezogen, treuer Freund und Führer der Seelen, und dein guter Geist hat uns geleitet auf ebener Bahn. Wie sollen wir dir vergelten alle Wohlthat, die du an uns gethan hast? Nicht rein und ohne Sünde sind wir vor dir, der du die Herzen prüfest und unseres Wesens innerste Tiefen kennest; vor dem kein Gedanke, kein Wunsch, keine Neigung, kein Gefühl unseres Herzens verborgen ist. Auch am Schlusse dieses Tages müssen wir beten: Herr, gedenke nicht an unsere Sünden, und handle nicht mit uns nach unserer Missethat! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe uns auch die verborgenen Fehler! Hilf, so wir länger leben sollen, daß wir uns immer mehr reinigen 131 482 Abendgebete. von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, und so lange wir auf Erden wallen, unsern Wandel führen in heiliger Furcht. Nimm uns auf's Neue hin zu einem lebendigen, hei ligen, dir wohlgefälligen Opfer, und bereite uns in der Zeit, wie du uns haben willst in der Ewigkeit. Und da wir nicht wissen, wie nahe sie ist, und wie bald die Stunde schlägt, zu welcher unser Herr kommt, uns zur Rechenschaft abzufordern, so lehre und wacker sein allezeit und beten, und gleich sein den Knechten, die auf ihren Herrn warten, damit er uns wach finde und in seinem Dienste geschäftig, er komme nun am Morgen oder am Abend, um Mittag oder um Mitternacht. Bedecke uns auch in der bevorstehenden Nacht mit deinem Schuße und Segen. In deinem Namen legen wir uns zur Ruhe und befehlen Leib und Seele in deine Hand. Sei unseres Schlummers Hüter; gib uns im Schlaf neue Kräfte, dir zu dienen, und unser Werk wohl auszurichten! Und wie mit uns, so sei mit allen unsern Brüdern. Sei mit den Reisenden zu Land und auf dem Meere, mit den im Dunkel verirrten Wanderern, mit allen, denen Gefahr droht, mit den Einsamen und Vers lassenen. Sei mit uns bis zum Morgen, und erwecke uns dann fröhlich wieder zu deinem Preis. Sollen wir aber nicht wieder erwachen zum irdischen Leben, so wecke uns zum ewigen Leben, auf das wir hoffen durch Jesum Christum. Amen. Abendgebet, Sonnabends am Schlusse der Woche. Der Abend ist da, welcher den Anstrengungen und Mühen des Tages ein Ziel segt; der Feierabend ist angebrochen, der nach den Arbeiten einer geschäftevollen Woche uns zur ers quickenden Ruhe einladet. Preis und Dank sei dir, Vater, Erhalter unseres Lebens, für deinen Beistand zur Arbeit, für deinen Segen zu unserm Werk, für deinen Schuß in Gefahr, für deine Hilfe in Nöthen, für alle Barmherzigkeit und Treue, welche du auch im Laufe dieser Woche an uns gethan haft! O daß wir jetzt so ruhen könnten von unserer Arbeit, wie du, Ewiger, ruhest von deinen Werken! Daß wir zurücksehen könnten auf unser vollbrachtes Werk mit dem Wohlgefallen, mit asibendis Abendgebete. 183 welchem du deine vollendete Schöpfung anschauest, und siehest, daß Alles wohlgemacht ist! Herr Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergib uns, was wir versehen, was wir übel gemacht, was wir nur unvollkommen und ungenügend geleistet haben. Ach wie nachlässig waren wir oft in unserer Pflichterfüllung; wie viel weniger ist geschehen, als du von uns forderst; wie mancher Augenblick ist unbenugt uns entflohen; wer kann merken und wissen, wie oft er gefehlt habe! Selbst an unsern besten Thaten findest du Mängel, wenn du sie vor deinem Angesichte in's Licht stellest; unrein und böse war oft das Denken und Wollen, das Dichten und Trachten unseres Herzens; nicht als Werkzeuge deiner Gnade und deiner Güte, sondern als solche, die nur das Ihrige suchten, als Störer der Ordnung und des Friedens in deinem Reiche haben wir oft gehandelt. Rechne uns unsere Sünden nicht zu; vergib uns um Christi willen die Schuld; verwirf unsere Reue nicht und gib Ruhe und Trost dem bangen, sich selbst verdammenden Herzen. Was ist Ruhe von Außen ohne Ruhe der Seele! Nicht gefunden haben wir sie in der Befriedigung unserer Begierden und Lüste; vergebens haben wir sie gesucht in der vergänglichen Welt; Ruhe sucht darum unsere Seele bei dir, du Gott der Gnade: zu dir nahen wir, nahe du dich zu uns; stille du unser Herz; nimm es hin, reinige, heilige, erfülle es mit deinem Frieden. Entzünde in uns den Eifer, deinen Willen zu thun; rüste uns mit Kraft aus der Höhe und mache uns immer treuer in deinem Dienst. Mühe und Arbeit ist unser Leben, so lange wir hier sind: hilf uns tragen die Last und Hiße der kommenden Tage; gib uns unter den Sorgen und Beschwerden dieses irdischen Lebens ein findliches Vertrauen zu dir, und tröste uns ferner mit deiner Hilfe. Wie jest das Ende dieser Woche und der. Feierabend von ihrer Arbeit gekommen ist, so kommt auch vielleicht schneller, als wir jegt ahnen, das Ende unseres Lebens, und damit das Ende aller unserer Sorgen und Mühen auf Erden. Du aber haft eine ewige Nube bereitet deinem Volke; zu dieser Ruhe hilf uns Allen, früh oder spät, wie es bei dir beschlossen ist, durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen! Site qulojuanic aggising manist, ung 31* 484 Abendgebete. Gebet am Weihnachtsfeste. Abendgebet für Kinder. Gottlob, der Tag ist nun vollbracht! d Mein Vater, du hast mich bewacht! Froh hab' ich diesen Tag verlebt, Von deiner Gnade, Herr, umschwebt. for stift - 2. In deinem Namen schlaf' ich ein, Du, Vater, willst mein Wächter sein! Laß du mich in der Morgenstund' Erwachen fröhlich und gesund. ud andisar Ond 3. Herr, sei mir gnädig, hab' Geduld! Fehlt' ich, vergib mir meine Schuld! Schaff' du ein reines Herz in mir; Laß mich dein Kind sein für und für! Amen. ( 180 b) 5391# Gm Gebet am Weihnachtsfeste.iene dine Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr! In diesen Preisgesang des Himmels stimmet heute die Erde mit ein; auch ich stimme mit ein, mein Gott und Erbarmer; denn auch mir ist heute der Heiland geboren. Ach was wäre ich ohne ihn; was bin ich, was soll ich werden durch ihn! Um meinetwillen ist der Sohn, der bei dir Herrlichkeit hatte, ehe die Welt war, Mensch geworden und hat Knechtsgestalt angenommen, auf daß ich durch den Glauben an ihn dein Kind werden möge, und ein Erbe deines ewigen Reiches. Mich seinen Bruder zu nennen, schämt er sich nicht; meine Niedrigkeit hat er geadelt. Mich von der Sünde und ihrer Schuld zu erlösen, mich Verlorenen zu suchen und selig zu machen, ist er gekommen; Licht in meine Finsterniß hat Er gebracht, das wahrhaftige Licht, das alle Menschen erleuchtet; mein Friedefürst ist er geworden, durch den ich Vergebung und Gnade, bei bem ich Ruhe finde für meine Seele; in die Gemeinschaft meiner Leiden ist er getreten, versucht allenthalben gleich mir, mein Vorgänger, mein Tröfter, mein barmherziger Helfer; für mich hat er nach deinem gnädigen Rathschluß den Tod geschmeckt und dem Tode Gebet am Weihnachtsfeste. 485 die Macht genommen. Ehre sei dir in der Höhe! Dein ewiger Friedensrathschluß ist ausgeführt, deine Verheißungen sind erfüllt, der Heiland ist da, das Heil ist erworben, der Himmel ist aufgethan! Und Preis und Ehre, Dank und Huldigung auch dir, Herr vom Himmel, der du zur Erde herabsteigst, Menschgeborner, in welchem die ganze Fülle der Gottheit wohnt! Dich preise mein ganzes Leben; dir, der sich selbst mir gegeben hat, sei mein Herz zur Gabe und zum Opfer gebracht! Nimm es hin, reinige es ganz und gar von dem ungöttlichen Wesen und von allen weltlichen Lüsten; treibe mich an, stärke mich, aus Dankbarkeit für die heilsame Gnade Gottes, welche in dir allen Menschen erschienen ist, züchtig, gerecht und gottselig zu leben in dieser Welt, damit ich warten könne der seligen Hoffnung und der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, der zukünftigen Offenbarung deiner Herrlichkeit, du mein Heiland! Friede auf Erden! Auch mir gib den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, den Frieden mit Gott; Eins laß mich werden und Eins bleiben mit dem heiligen Vater, daß ich heilig sei und unsträflich vor ihm in der Liebe, daß Gottes Wille mein Wille und seine Gnade mein Trost sei! Besänftige jede Leidenschaft, die mein Inneres empört, und schenke mir die Kraft, die von dir kommt, sie zu bekämpfen und zu bezwingen, daß es stille werde in meiner Seele; Friede laß mich halten mit Allen, für welche du geboren bist, wie für mich, und ihres Heiles mich freuen und beitragen, was ich kann, daß sie theilhaftig werden der Seligkeit in dir mit ewiger Herrlichkeit. Frieden in dir laß mich haben, auch wenn ich Angst habe in der Welt und mitten im Drangsal des irdischen Lebens; mit ihm erquicke mein brechendes Herz und laß deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben dich, den Heiland, gesehen. Den Menschen ein Wohlgefallen! Auf daß mein Gott sich auch meiner freuen und mit väterlicher Huld auf mich herabsehen könne, schaffe du selbst den Sinn in mir, der ihm angenehm ist, und gib mir die Gnade, durch welche ich ihm wohlgefällig dienen soll mit heiliger Scheu und Ehrfurcht; ein ihm wohlgefälliges Opfer sei meine festliche Andacht, meine Weihnachtsfreude, mein Lobgesang; er segne mich und die Meinigen heute; er thue wohl an uns immerdar nach seiner Barmherzigkeit; er segne in dir alle Völker der Erde, und zeige bort ewig allen Erlös'ten sein Heil! Amen. Gebet beim Jahreswechsel. sagles miss 43 mense tehn40 sid Gebet beim Jahreswechsel. is dit op In Wieder ein Jahr meiner Pilgerschaft habe ich durch deine Gnade vollendet, mein Gott und mein Vater, und trete nun im Namen Jesu an deiner Hand in ein neues Jahr ein. Dank und Lob sei dir gesagt für die Wohlthaten, mit welchen jeder Tag des vergangenen Jahres erfüllt war! Für Leib und Seele hast du gesorgt, mich und die Meinigen hast du behütet und uns bis hierher geholfen. Von dir kam jede Freude, die uns erquickte, Kraft zur Arbeit, Ge deihen und Segen zu unserem Werk; du warest bei uns auch in der Noth, und züchtigtest uns, wenn Trübsal da war, nur aus Liebe zu unserm Heile: du wirktest in uns beides das Wollen und Vollbringen des Guten, und handeltest nicht mit uns nach unseren Sünden, sons dern erbarmteft dich unser, wie sich ein Bater über seine Kinder erbarmt. Ach laß die Sündenschuld dieses Jahres, die groß ist und uns von ganzem Herzen gereuet, getilgt sein aus Gnade um deßwillen, dessen Name genennet ward: Jesus, der Sünder Heiland. Gib uns aber auch mit dem neuen Jahre ein neues Herz, und mache neue Menschen aus uns durch den Geist der Gnade. Wir sind Alle deine Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. So hilf uns denn auch wandeln als die gehorsamen Kinder, und nach dir, der uns berufen hat und heilig ist, auch heilig sein in unserm ganzen Wandel. Christi Sinn sei unser Schmuck; Christus lebe in uns; unsere Gemeinschaft mit ihm laß mit jedem Tage inniger und vollkommener werden, und erhalte uns in derselben bis an das Ende. Unsere Jahre entfliehen, unserm Leben ist ein Ziel gesteckt, das wir nicht überschreiten können; unser Ende kommt täg lich näher: wir sind Pilgrime, die hier keine bleibende Stadt haben, aber die zukünftige suchen; hier ist die Zeit der Aussaat, und was wir jegt säen, werden wir ewig ärnten. Laß uns die Kürze der Zeit und des Lebens ernstlich bedenken und den wahren Zweck desselben nie vergessen; ernuntere uns, zu wirken und unser Heil zu schaffen, so lange es Tag ist; nach dem, das droben, und nicht nach dem, das auf Erden ist, lehre uns trachten und auf den Geist säen, damit wir vom Geist das ewige Leben ärnten. Mit findlichem Vertrauen sei alles Uebrige dir, getreuer Vater, und deiner allweisen väterlichen um se mis mat10110 mallin greto trad 58198 486 Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. 487 Regierung ganz überlassen! Alle unsere Sorgen bei'm Eintritt in dieses neue Lebensjahr werfen wir auf dich, denn du sorgest für uns. Gib uns, was wir bedürfen und was du für heilsam erkenneft; führe uns durch Leid oder Freude, wie es dir gefällt, wenn nur immer dem Himmel zu; mache es wohl mit uns im Leben und Sterben, und verlaß uns im Tode nicht, wenn dieses Jahr unser letztes ist. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, und deine Jahre nehmen kein Ende; deine Weisheit und Liebe ändert sich nicht, und deine Verheißungen können dich nicht gereuen; der Mensch in seinem Leben ist wie Gras, das verdorret, und gleich einer Blume bes Feldes, die da bald verwelket; deine Gnade aber währt von Ewigfeit zu Ewigkeit über die, so dich fürchten. Gott sei uns gnädig und segne uns; laß uns dein Angesicht leuchten, daß wir auf Erden ertennen deine Wege, unter allen Völkern dein Heil. Es banken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker: die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regiereft die Leute auf Erden. Es gebe das Land sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott; ja segne uns Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen. and.jun. Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. gilia Dadurch preisest und verherrlichest du, barmherziger Gott und Vater, deine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. Des eigenen Sohnes hast du nicht verschonet um unsertwillen, sondern ihn für uns Alle dahingegeben zur Erlösung, und durch ihn die Welt mit dir selber versöhnet. Wir gedenken in dieser heiligen Zeit seines bitteren Leidens und Sterbens; wir begleiten ihn im Geist nach Gethsemane und nach Golgatha; wir treten unter sein Kreuz, sehen ihn den bangen Todeskampf kämpfen, hören das Siegeswort: es ist vollbracht! mit welchem er sein dornengekröntes Haupt neiget. D erfülle du selbst uns mit dem Geiste der Andacht, mit ftillem Ernste, mit tiefer Rührung! Gib uns den großen Zweck seines Leidens und Sterbens recht zu erkennen und die Größe der Liebe, die ihn bewogen hat, sein Leben für uns zu lassen. An seinem Kreuze laß uns erblicken den Ernst deiner Heiligkeit und den unergründlichen Reichthum deiner Barmherzigkeit, dein Gericht über die Sünde der Welt und deine 488 Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. Huld und Gnade gegen die sündige Menschheit. Laß diese Gnade an uns nicht verloren sein; nicht vergebens laß für uns das Blut deines Sohnes, des unschuldigen und unbefleckten Gotteslammes, geflossen sein! Reinige durch dasselbe unser Gewissen; schenke uns Glauben, das Heil zu ergreifen, das uns so theuer erworben ist. Wir sind nicht unser eigen, wir sind theuer erkauft: so hilf, daß wir dich preisen, beides mit unserm Leibe und Geiste, daß wir hinfort nicht uns selbst leben, sondern dir und dem, der für uns gestorben ist; daß wir dann auch unsere ganze Hoffnung seßen auf die uns angebotene Gnade und Frieden haben mit dir durch unsern Herrn Jesum Christum, im Leben und Sterben. Und so danken wir von Grund des Herzens auch dir, Herr Jesu, eingeborner Sohn Gottes, Heiland der Welt, Mittler zwischen Gott und den Menschen! Wie groß war dein Leiden, wie schwer deine Pein, wie vielfach deine Marter, wie bitter dein Tod! Du hast am Delberg um unsertwillen getrauert, gezagt und gezittert, für uns die Bande getragen und der Schmach nicht geachtet, für uns das Kreuz erwählt und dich selber Gott dargebracht zur Gabe und Opfer. Um unserer Missethat willen bist du verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen; die Strafe lag auf dir, auf daß wir Friede hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet. Aber nicht zu gute kommen kann uns dein heiliges Opfer, wenn wir fürder muthwillig sündigen und in der Sünde beharren; nicht versöhnen kann uns dein theures Blut, wenn wir uns nicht versöhnen lassen mit Gott; nicht rühmen dürfen wir uns deines Kreuzes, Herr Jesu, wenn wir nicht dein Joch willig auf uns neb men und dir nachfolgen, freuzigend unser Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Dazu bringe uns dein Leiden und Sterben, dazu stärke uns deine Kraft; das sei das Opfer des Dankes, welchen wir dir, du für uns Geopferter, darbringen! Zeuch uns zu dir, laß uns bleiben in dir! Waffne uns mit dem Sinne, mit welchem du gelitten haft; deinem Vorbilde laß uns nachfolgen, in deine Fußstapfen treten und die Deinigen sein im Leben und Tod! Amen. bu turadesia dan banist hoor moze nid en die muurause Gebet am Ofterfeste. d Dies ist der Tag, den der Herr machet; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf; o Herr, laß gelingen! Gebet am Ofterfeste 489 un Ich walle an diesem festlichen Morgen zu dem heiligen Grabe, in welchem mein Herr und Heiland Ruhe gefunden hat nach dem Kampfe des Todes. Der Stein ist weggewälzt, das Grab ist offen und leer, und Engel Gottes verkündigen mir: er ist nicht hier, den du suchest; Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden, wie er gesagt hat. Ausgeführet hast du von den Todten, Gott des Friedens, allmächtiger Vater des Lebens, den guten Hirten, der sein Leben gelassen hat für die Heerde. Um unserer Sünden willen war er getödet, um unserer Gerechtigkeit willen ist er wieder auferwecket; vollendet ist sein Werk, gestiftet ist die Erlösung, vollbracht die Versöhnung, das Heil ist unser, der Gnadenbund ist besiegelt und der Auferstandene ruft uns zu: fürchtet euch nicht, Friede sei mit euch! In Ehre verwandelt ist die Schmach, die auf ihn gefallen war; aus der Angst und dem Gerichte ist er genommen und durch Leiden des Todes gekrönet mit Preis und Verherrlichung. Ich weiß, an wen ich glaube; ich bin gewiß, daß er ist Gottes Sohn, der treue Zeuge, der Erstgeborne von den Todten, der Fürst des Lebens! Mit ihm werde auch ich auferstehen, mit ihm und bei ihm soll ich leben; er hat die Schlüssel des Grabes: Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? Preis und Anbetung sei dir, Allmächtiger, der allein Wunder thut; gelobet sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Preis in Ewigkeit dir, erhöheter Mittler, starker Held, mächtiger Siegesfürst, Fürst des Lebens und Herzog der Seligkeit! Du hast die Bande des Todes zerrissen und lebest und herrschest in der Kraft Gottes. Du lebest für uns, und wie du uns geliebet hast, ſo lange du in der Welt warest, so liebest du uns auch in dem Leben der Majestät und der Berklärung, Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe in Ewigkeit. An dir haben wir einen ewigen Hohepriester und einen beständigen Fürsprecher bei dem Vater, einen gewaltigen Schuß, einen treuen Beistand und Tröster in aller Noth, einen mächtigen Erretter vom Tode; durch dich kommen wir zu dem Vater, und sind wiedergeboren durch deine Auferstehung von den Todten zu einer lebendigen Hoffnung, zu einem unbefleckten, unvergänglichen und unverwelklichen Erbtheil, welches im Himmel wird aufbehalten für uns, die wir durch Gottes Macht und durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit. Ach gib uns Theil an den Früchten deiner Auferstehung und deines Sieges, und laß uns 490 Gebet am Ofterfeste. dieselben im Glauben genießen. Erwecke in unsern Seelen ein neues leben, und gib uns Kraft, in ihm zu, wandeln dir zur Ehre und zum Preise des Vaters! Hilf uns Ostern halten, wie es dir wohlgefällt und beiner Herrlichkeit würdig ist, nicht in Untugend und in Bosheit, sondern in Lauterkeit und in Wahrheit. Unseres Herzens Vers langen und Sehnen wende hinweg von dem Irdischen und Vergänge lichen, empor zu dem, was unvergänglich und ewig ist, nach der Krone des Lebens, welche du, Erster und legter, der bu tobt warest und bist lebendig geworden, geben willst Allen, die dir bis zum Tode getreu find. Verleihe uns freudigen Muth, daß wir der feines fürchten, was wir hienieden noch leiden sollen, und vor dem letzten Feinde, den du entwaffnet hast, nicht erschrecken. Und wenn es Abend wird und unser Tag fich geneigt hat, bleibe bei uns, Herr Jesu; laß uns entschlafen in dir, und sprich an unserem Leichenhügel, wenn die Pforte des Grabes sich hinter uns schließet: gehe hin, Erlöfter, in deine Kammer, bis das Ende komme, und ruhe, daß du aufstehest am Ende der Tage; da liegen sie, meine Freunde, und schlafen; ich aber gehe hin, daß ich sie auferwecke, und daß sie sehen die Herrlichkeit Gottes." Gelobet sei, Jesus Christus, Triumph und Heil dir, Ueberwinder des Todes! Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum! Amen. Gebet am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Hod s 198 op ban- 316 317 3 Meine Seele lobsinget dem Herrn, und mein Geist freuet fich Gottes, meines Erretters! Der herniedergefahren war in die Tiefe und in das Land der Todten hinabgestiegen, ist aufgefahren in die Höhe über aller Himmel Himmel, auf daß er alles erfülle, und hat den Menschen Gaben gegeben. Da stehen wir, und sehen gen Him mel; in deine Herrlichkeit blicken wir dir nach, erhöheter Mittler, Herr und Haupt der Gemeinde! Dein Bauf hienieden ist nun vollendet; die Pforten der höheren Welt öffnen sich dir, und dahin, woher du gekommen warest, kehrst du zurück. Aus Liebe bist du gekommen in diese Welt; Liebe und Wohlthun war dein Wandel auf Erden; zu suchen und selig zu machen, was verloren ist, war das Geschäft deines Lebens; liebend hast du gelitten für uns und bist ge Gebet am Tage der Himmelfahrt Chrifti. 491 horfam geworden bis zum Tode am Kreuze: liebend hast du die Erde verlassen, und liebest uns ewig auf dem Throne der Majestät in der Höhe. Denn zu seiner Rechten hat Gott dich geseßt und dir gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde; dir müssen Aller Kniee sich beugen, und alle Zungen bekennen, daß du der Herr seist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Nun kannst du selig machen Alle, welche durch dich zu Gott kommen; dort lebst du nun immerbar und bitteft für uns, besorgest mit brüderlicher Treue die Angelegenheiten unseres ewigen Heils, verwendest deine ganze Macht und Herrlichfeit uns zum Segen, und regierest und herrscheft mit Weisheit und Stärke und Gnade in Ewigkeit. Wohl uns des guten Herrn; wohl Allen, die dir gehorsam sind und in deinem Reiche dir leben und dienen! Nicht mit den Schäßen der Erde füllest du ihre Hände, aber mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern ihre gläubigen Her zen; nicht groß machst du sie vor der Welt, aber groß machest du sie in dem Reiche der Himmel, und stärkest und trösteft sie in der Trübsal der Erde. Herr, du bist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende; vom Himmel herab sendest du in unsere Herzen den Geist der Wahrs heit, der Kraft und der Gnade; wie mit deinen Aposteln, welche du erwählt hattest, deine Zeugen zu sein, so wirkst du mit uns bei jedem Werke des Glaubens, bei jeder Arbeit der Liebe: was wir bitten in deinem Namen, gibt uns der Vater; schon hienieden sind wir mit dir in das himmlische Wesen verseßt, und unsere Namen sind anges schrieben, unser Bürgerrecht ist im Himmel; bu bist vorangegangen, broben eine Stätte für uns zu bereiten, und wirst wiederkommen und uns zu dir nehmen, daß wir da sein mögen, wo du bist. So zeuch uns dir nach, verherrlichter Heiland; wo unser Schaß ist, sei unser Herz. Herrsche, regiere in ihm; reinige es immer mehr von den Lüften der Erde und von der Liebe zu der vergänglichen Welt; weihe es zu deines Geistes heiligem Tempel, und laß uns deiner Hand Nichts entreißen. Hilf uns, Herr, allezeit und aller Orten würdige lich wandeln dir zum Ruhm und zum Wohlgefallen, und deinen Willen mit Freudigkeit und Treue vollbringen. Sei unser Schuß, unser Hort, unser Führer und Vorbild, unsere Hilfe und Hoffnung. Mit Allen, die mit reinem Herzen dich anrufen, die gleich uns Glie der sind an dir, dem verherrlichten Haupte, verknüpfe uns durch die Bande der Einigkeit im Geist und des Friedens, und segne dein 492 Gebet am Pfingstfeste. ganzes Volk und erbarme dich deiner Erlösten. Verlaß uns nicht in der Noth, sei mächtig in unserer Schwachheit; tritt heran zu unſerm Sterbebett, unsern Geist aufzunehmen in der Stunde des Abschieds. Und kommst du, um uns zu dir zu nehmen; o dann mache uns bereit, mit Freuden dich zu empfangen und mit dir in deine Herrlichkeit einzugehen! Mit Freudigkeit laß uns dann stehen vor dir, dem Richter der Lebendigen und der Todten, und nicht zu Schanden werden in deiner Zukunft. Amen. anind adres elin du rindaiset shu jsblared dan foysiest ing iha Home & non Gebet am Pfingstfeste. Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, Vater der Herrlichkeit! Großes hast du für uns gethan auch an dem Tage der Pfingsten; deß sind wir fröhlich, und verkündigen heute lobpreifend deine herrlichen Thaten und Wunder. Du warest in Chrifto und versöhntest durch ihn die Welt mit dir selber, und hast unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung; bu sandteft aus deine Boten, die Herolde des Auferstandenen und Erhöheten, es zu verkündigen allen Völkern der Erde, und herzuzurufen zum Heile in Chrifto die Nahen und Fernen; du, der einst das Licht hervorleuchten hieß aus der Fin. sterniß, gabst einen hellen Schein in ihre Herzen, auf daß durch sie entstünde die Erleuchtung durch Erkenntniß deiner Herrlichkeit, die in Chrifto Jesu geoffenbart und erschienen ist. Sie, die nur in irdenen Gefäßen den köstlichen Schatz trugen, zogst du an mit der Kraft aus der Höhe und machtest sie voll deines heiligen Geistesum aufzuthun die Augen derer, deren Verstand verfinstert war und die entfremdet waren vom Leben aus Gott durch die Un wissenheit, die in ihnen war und durch die Blindheit ihres Herzens, daß sie sich bekehreten von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen Vergebung der Sünde und das himmlische Erbe sammt denen, die geheis liget werden durch den Glauben an Jesum. Auch zu uns und zu unsern Brüdern ist gekommen das Wort ihrer Predigt, das Evangelium von unserer Seligkeit, die Botschaft des Friedens und der Versöhnung; zu der Gemeinde, die sie dem Herrn gesammelt haben, sind auch wir hinzugethan, und gerufen von dir mit einem heiligen Ruf; auch in unsere Herzen willst du Gebet am Pfingstfeste. zalihe 493 aldomding senden den Geist deines Sohnes, der uns erleuchtet und heiligt, der uns umschafft zu neuen Menschen, der uns tröstet und stärkt, und in uns ruft: Abba, lieber Vater; der da ist das Pfand unseres ewigen Erbtheils, und mit dem wir versiegelt sind auf den Tag der Erlösung. Welche Liebe, o Vater! Mit welcher Treue sorgst du für unser Heil! Wie hoch gewürdigt haft du die Kinder der Menschen, uns, die wir nur Erde und Asche sind, daß in ihnen dein Geist Wohnung macht, daß du uns von deinem Geiste gegeben haft! Und welche Gnade, Sohn Gottes, hast du uns erzeigt! Dich hat Gott erhöhet durch seine Rechte, und von dort herab gießest du aus den verheißenen Geist, wie wir heute sehen und hören; nicht mehr dem sterblichen Auge sichtbar bist du zugegen auf unserer Erde, aber im Geiste kommst du zu den Deinen wieder und sendest ihnen einen andern Beistand und Tröster an deiner Statt; bu fand und Trößt lebst in der Herrlichkeit, aber du zeigest, daß du noch lebeft, daß du für uns im Himmel lebst; du lebest in Allen, die beines Geistes theilhaftig sind, in allen durch ihn wiedergeborenen und geheiligten Seelen, in deiner Kirche, in deinem Wort: für uns hast du die Erlösung vollbracht, und daß sie auch in uns vollbracht werde, ist das Gnadenwerk des heiligen Geistes vom Himmel gesandt, ohne welchen Niemand dich einen Herrn heißen und an dem Heile der Erlöseten theilnehmen kann. Ach komm' auch zu uns, Geist des Herrn, und bleibe bei uns; deine Gemeinschaft sei mit uns Allen! Durchstrahle unsere Seelen mit deinem Licht; erneue unsern Sinn und erhebe ihn über die Erde; geuß aus in unsere Herzen die Liebe Gottes; hilf unserer Schwachheit auf, daß wir kämpfen den guten Kampf des Glaubens und ergreifen das ewige Leben, zu dem wir berufen sind. Siehe, wir öffnen uns dir; zeuch ein und weihe uns dir zum Tempel, zu einer Behausung Gottes, zu einem herrlichen Eigenthum Jesu Christi; entflamme uns zur Andacht und zum Gebet, zu inbrünstiger Liebe unter einander, zu feurigem Eifer im Werke des Herrn; fange in uns an und vollende immer mehr bis auf den Tag Christi das göttliche leben, das ewig ist, und führe uns auf ebner Bahn zu dem himmlischen Vaterlande. Erquicke uns in der Trübsal, wenn 494 Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. aller Trost und alle Welt uns verläßt; weiche nicht von uns am legten Ende; vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen, wenn unser Mund nicht mehr reden kann, und dein Friede sei in uns, ob auch des Todes Angst uns durchbebt. Und wenn wir dann droben vollendet stehen vor Gottes Thron und vor dem Stuhle des verherrlichten Mittlers; o wie werden wir dann mit neuen Zungen reden von seinen Thaten und ihm ein neues Lied singen im Heiligthum! Wie werden wir ewig beine Gnade preisen, die uns zum Himmel geführt und bereitet hat! Amen. Gebete bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahl und am Tage des Genusses Selbstprüfung zur Vorbereitung auf die Feier des heiligen Abendmahls. Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von dem gesegneten Brode, und trinke von dem Kelche des Herrn. So wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Eingedenk dieses Worts, da ich mich jetzt zu einem würdigen Genusse des heiligen Abendmahles bereiten will, erscheine ich vor deinem Angesichte, allwissender Gott, Heiliger und Gerechter, und prüfe und richte mich selber vor dir. Herr, du erforscheft mich und kennest mich; selbst meine Gedanken verstehest du von ferne und siehest alle meine Wege. Deffne auch mir die Augen, baß ich mich selbst recht erkenne und im Lichte deiner Wahrheit mich so erblicke, wie ich bin; zerstreue alle falschen Vorspiegelungen der Eigenliebe, alle Blendwerke des Selbstbetrugs, alle nichtigen Vorwände, durch welche das Menschenherz so gern seine Verkehrtheit und seine Abweichungen von deinem heiligen Willen zu entschuldigen sucht; laß, indem ich mein Gewissen und meinen Wandel erforsche, mich nicht vergessen, daß, ob ich auch mich selbst hinterginge, ich doch dich nicht täuschen kann, der du aller Welt Richter bist, der du einst auch mich vor teinen Richterstuhl forderst, ans Licht bringst, was im Finstern ver borgen ist, und den Rath der Herzen offenbareft. Wohlan, so vehme ich den Spiegel des Gesetzes vor mich, um mich in ihm 495 Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. zu beschauen, und betrachte mein inneres und äußeres Leben nach deinem Wort. Habe ich dich, mein Gott und mein Vater stets vor Augen gehabt und im Herzen, und dich geliebt über Alles, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe, aus allen Kräften? War es meine höchste Freude, dein zu gedenken und zu dir mich zu halten? Galt mir kein irdisches Gut mehr, als du, keins höher, als deine Gnade? War Menschengefälligkeit oder Menschenfurcht niemals stärker in mir, als die kindliche Ehrfurcht vor dir, die Anhänglichkeit an dich, der Eifer und das Bestreben, bir wohl zu gefallen? Lebte ich nur mir selbst nach eigenem Gelüsten, oder dir und nach deinem Gebot? Betrat ich alle Wege, die du mich führteft, auch wenn sie nicht meine Wege waren, mit demüthiger Unterwerfung und stiller Ergebung? War ich für alle deine Wohlthaten dankbar, auch für die fleinsten; bei deinen Züchtigungen gelassen, auch bei den härtesten und empfindlichsten; voll Vertrauen und Hoffnung zu dir, auch wo Nichts mehr zu hoffen schien? Habe ich dir mein getreuer Heiland, der du für mich dein Leben gelassen hast, Liebe gegeben um Liebe, und mich dir ganz und gar geweihet zum Opfer und Eigenthum? War ich gesinnt, wie du, und bin ich dir nachgefolgt? Habe ich festgehalten am Glauben, und erkannt und innerlich erfahren, daß du bist Christus, der Weltheiland, der Sohn Gottes, des Hochgelobten? Bewies dein Evangelium seine ganze Gotteskraft, zu heiligen und selig zu machen, an mir? Bin ich frei von dem Dünfel der Selbstverblendung, der seine eigene Gerechtigkeit aufrichten will, und deiner Vermittlung, beines Verdienstes, der von dir erworbenen Vergebung nicht zu bedürfen wähnt? Suche ich nur bei dir und durch dich allein meinen Frieden? Habe ich den Trost der Versöhnung, welchen du uns gegeben und mit deinem Blute besiegelt haft, nie zur Bestärkung in der Sicherheit, im Leichtsinn und in einer falschen Gewissensruhe bei einem unbußfertigen Sinn und fündigen Leben gemißbraucht, nie das Gelübde der Treue, das ich dir bei meiner Einsegnung, bei jeder Abendmahlfeier geleistet habe, vorsäglich gebrochen, nie widerstrebt dem Geiste der Gnade, der von dir ausgesendet uns erwecken und treiben regieren und leiten soll? Bin ich jegt in der Verfassung, um 496 Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. würdig und wohlbereitet zu deinem Tische zu nahen? Warum erscheine ich bei demselben, was führt mich zu ihm? Ist es etwa nur die Gewohnheit; nur der Heuchelsinn, der vor der Welt fromm scheinen will; nur die Hoffnung, schon durch die heilige Handlung, die ich als einen bloß äußeren Gebrauch, ohne Theilnahme, ohne Andacht, ohne rechtschaffene Früchte der Buße zu bringen, begehe, meine alte Sündenschuld zu tilgen und die Erlaubniß zu neuen Sünden mir zu erkaufen? Oder ist es inneres Bedürfniß, herzliches Verlangen nach deinem Heile und deiner Gemeinschaft, der heilige Trieb inbrünstiger Dankbarkeit, der Drang, dich auch vor der Welt zu bekennen und neue Stärke und Kraft zum Leben in dir zu sammeln? Liebe ich alle meine Miterlöseten wie mich selber; verlangt mich von Herzensgrnnde nach ihrem Heil, und war ich immer mit Ernst bemühet, es nach Kräften zu fördern? Habe ich Keinem, für welchen du gestorben bist, Aergerniß und Anstoß gegeben, Keinen, auch nicht der Geringsten Einen, verachtet, Keinen mit ungerechter Härte behandelt, Keinem, dem ich dienen konnte mit irgend einer von Gott empfangenen Gabe, meine Dienste verweigert, nie mehr auf meinen eigenen Vortheil gesehen, als auf das, was Andern nüßt und ihnen zur Besserung und zum Frieden gereicht; habe ich gerne mit Selbstverleugnung ihrem Wohl jedes Opfer gebracht, selbst dem Beleidiger und Feinde vergeben, wie Gott mir in dir vergeben hat, wie du, mein Heiland, vergeben haft? Habe ich, wenn ich Gutes that, es gethan nur um deinetwillen, zu Gottes Ehre, aus christlicher Nächstenliebe, im Hinblick auf die Ewigkeit, nicht aber aus eitlem Ehrgeiz, aus eigennüßiger Lohnsucht, aus selbsüchtigen Antrieben, aus unlauteren irdischen Absichten, durch welche auch die beste That befleckt, verunreinigt und werthlos gemacht wird? Bin ich der vollkommene Christ, der nie auch nur Unrecht vorgehabt und gewollt, auch nur Arges gedacht, auch nur mit einem Worte gefehlt hat? Bin ich unablässig gewachsen an dir, der das Haupt ist, und weiter fortgeschritten auf der Bahn zum Ziel der Vollkommenheit, der Aehnlichkeit mit dir, der vollendeten Heiligung? Suchte ich und suche ich vor Allem, was droben ist, wo du, Herr, bist, und nicht, was Selbstprüfung. Sündenbekenntniß. 497 auf Erden ist? Kann ich mit Freudigkeit vor dir eingehen zu deiner Freude, wenn du kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten? Und der besondern Verhältnisse, in denen ich nach Gottes Ordnung und Fügung stehe, kann ich mir ihrer bewußt werden mit dem erhebenden Gedanken, keine Pflicht meines irdischen Berufes und Standes vernachlässigt, Alles, Alles gethan zu haben, was ich als Christ deiner Gemeinde und Kirche, als Bürger den Mitbürgern und dem Vaterlande, als Unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über mich hat, als Ehegatte, als Vater und Mutter, als Sohn und Tochter, als Bruder oder Schwester, als Verwandter und Blutsfreund den Meinigen, als Vorgesegter meinen Untergebenen, als Diener meiner Herrschaft zu thun und zu leisten schuldig bin? Herr, Herr, erleuchte mich, daß ich erfahre, wer ich bin und wie ich's meine, daß ich über mich selbst richte ein strenges und rechtes Gericht, um nicht von dir ohne Schonung gerichtet und mit der Welt verdammt zu werden, daß ich mir nichts verhehle, was an mir verwerflich ist und mich verwerflich macht in deinen Augen, welche heller find, als die Sonne. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünden bekennenund das will ich mit aufrichtiger Seele so bist du treut und gerecht, und vergibst uns unsere Sünden und reinigest uns von aller Untugend. Darum bitte ich dich, Vater in Chrifto! Das thue um deines Sohnes, um seines auch für mich vergossenen Blutes, um deiner theuren Verheißungen, um deiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit willen! Amen. atid -- Beichtgebet. Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, Vater unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi! Ich armer fündiger Mensch erkenne, bekenne und klage vor deiner göttlichen Majestät, daß ich in meinem ganzen Leben von Kind an bis hierher deine Gebote oft und vielfältig übertreten habe in Gedanken, Worten und Werken: dich, meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher, habe ich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und aus 32 498 inten Sündenbekenntniß. allen Kräften nicht geliebet, auch nicht meinen Nächsten, wie mich selbst, ohne Falsch, in der That und Wahrheit. Geneigt zum Bösen und träge zum Guten; irdischen Sinnes und gefesselt von der vergänglichen Luft dieser Welt; oft überwältigt von der Schwachheit des Fleisches, wenn auch der Geist willig war; oft in meinen besseren Vorsäßen wankend, vom Reiz der Versuchung besiegt, bald ermüdend in dem Kampfe, bei den Mühen der Pflichterfüllung, bei den Leiden um der Gerechtigkeit willen; auch wenn ich nach deinem Willen that, ihm nur unvollkommen genügend und mehr aus Zwang oder Eigennuß, denn aus freier Liebe und mit freudiger Luft ihm gehorchend; unfähig, vor dir zu bestehen und auf Tausend dir Eines zu antworten, wenn du mit mir in's Gericht gehen willst, bin ich nicht werth, dein Kind zu heißen, und gebe mich schuldig deiner gerechten Strafe und deines ernsten Gerichts. Ich schäme und scheue mich, meine Augen aufzuheben zu dir; meine Sünden sind mir leid von Herzen und reuen mich sehr; gern möchte ich sie auslöschen und vergüten, und ich Armer vermag es nicht. Aber ich nehme meine Zuflucht zu deiner ewigen Barmherzigkeit; ich sehe meine ganze Hoffnung auf dich, auf die Gnade, die uns angeboten ist durch die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi und verbürgt durch seinen versöhnenden Tod am Kreuz; ich flehe im Glauben, ich bitte in seinem Namen: Gott, sei mir Sünder gnädig; verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Schaffe in mir ein reines Herz; befestige in mir den Entschluß und stehe mir bei mit deiner Hilfe, meinen Sinn und mein Leben zu bessern; mache mich fertig zu allem guten Werk zu thun deinen Willen, daß ich mit neuem Eifer dir diene, und meinem Herrn und Heilande getreu bleibe bis in den Tod. Laß auch mich hören Freude und Wonne, wenn jetzt dein Diener allen Bußfertigen und Gläubigen verkündigen wird, daß ihre Sünden ihnen vergeben sein sollen so gewiß und wahrhaftig, so reichlich und vollkommen, als Jesus Christus dasselbe durch sein Leiden und Sterben verdienet, und durch das Evangelium in alle Welt zu predigen befohlen hat. Diesen Trost bekräftige mir und erquiche mein zerknirschtes Herz bei dem Genusse seines heiligen Abendmahls und der theuren Unterpfänder unserer Erlösung und Seligkeit, des gesegneten Brodes, welches ist die Gemeinschaft seines Sündenbekenntniß. 499 Leibes, und des Bundes- und Friedenskelches, der seines Blutes Gemeinschaft ist. Ach Herr, höre, ach Herr, erbarme dich meiner, und laß mich Gnade finden! Amen. Band on Nach der Beichte. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben errettet und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! So hoch der Himmel ist über der Erde, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten und auf ihn hoffen; so fern der Morgen ist von dem Abend, so ferne läßt er unsere Uebertretungen von uns sein, und erbarmet sich unser, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenket daran, daß wir nur Staub sind. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Auch mir ist Jesus Christus gemacht zur Weisheit von Gott, zur Gerechtigfeit, zur Heiligung, zur Erlösung; auch für mich ist sein Blut vergossen zur Vergebung der Sünden; auch mir ist durch ihn Barmherzigkeit widerfahren. Freue dich und frohlocke, begnadigte Seele! Vergiß nicht der Reinigung deiner vorigen Sünden, und siehe zu, sündige hinfort nicht mehr! Bewahre die empfangene Gnade, und liebe um so mehr, je mehr dir vergeben ist! Herr, ich bin dein, du bist mein, und Nichts soll uns scheiden; ich gelobe und will es auch halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will! Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, und meinen Gott loben, so lange ich hier bin: gelobet sei deine Gnade und dein heiliger Name von nun an bis in Ewigkeit! Amen. shiups mia Am Communiontage, vor dem Empfang des heiligen Abendmahls.amisemi sign Göttlicher Erlöser, Herr Jesu! Noch in der Nacht, da du verrathen wurdest und in die Bande und in den Tod gehen 32* 500 Abendmahls Gebete. wolltest, hast du ein Gedächtniß deiner Liebe gestiftet, welche stärker war, als der Tod, und das Leben selbst nicht zu theuer achtete, es für uns zu lassen und hinzugeben. Du nahmst das Brod und brachst es, und sprachft zu deinen Jüngern und zu Allen, die durch ihr Wort an dich glauben würden: nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben; du nahmst den Kelch, weihtest und segnetest ihn, und sprachst, indem du ihn darboteft: nehmet hin und trinket, das ist mein Blut, das Blut des neuen Testaments, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünde: solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß! So oft wir nun von dem gesegneten Brod essen und von dem Kelche des Herrn trinken, sollen wir deinen Tod verkündigen, bis du wiederkommst zum Gerichte. Erinnern sollen wir uns bei deinem Abendmahle des großen, ewig giltigen Opfers, das du unserm Heile gebracht haft; bekennen unsern Glauben an dich, den Heiland der Welt, unsern Versöhner und Mittler; was wir dir schuldig sind für deine Erbarmung und Treue, mit dankbarem Gemüth und frommer Rührung erwägen; uns selbst dir übergeben zum Opfer und zum Volk deines Eigenthums, und uns stärken in der Hoffnung des ewigen Lebens, das du uns erworben haft. Da willst du uns theilhaftig machen aller Früchte und Segnungen deines Leidens und Sterbens, wenn wir sie im Glauben uns zueignen; versichern willst du die bußfertigen und reuigen Seelen der Erlassung ihrer Schuld, des Friedens mit Gott, ihrer Begnadigung und Versöhnung; neue Kräfte des geistlichen Lebens willst du den Schwachen mittheilen und uns mit bir, bich mit uns inniger vereinigen; da sollen wir als Solche, die von Einem Brode essen und aus Einem Kelche trinken, Gemeinschaft haben unter einander, und Ein Leib werden und Ein Geist, Ein Herz, Eine Seele; da soll uns dein Friede erquicken und ein Vorgefühl der zukünftigen Herrlichkeit uns erheben; da bist du selbst gegenwärtig und mitten unter uns nach deiner Verheißung und erfülleft uns mit allerlei Gottesfülle. D wie ist deine Barmherzigkeit so groß; wie heilig und herrlich ist deine Stiftung; wie bist du so freundlich, daß du auch uns zu ihr einladeft und deinen Gnadentisch uns bereitest! Bereite doch auch unsere Herzen, daß wir als würdige Gäste hinzunahen. Abendmahls Gebete. 501 Sammle unsere Seelen aus der Zerstreuung, mache sie rechtschaffen und aufrichtig vor dir! Heilige uns durch und durch, und laß uns Heil und Leben empfangen, nicht aber essen und trinken uns selbst zum Gericht. Deines Mahls Genuß mehre den Glauben, nähre die Liebe, belebe den Muth und den Eifer im neuen Gehorsam, beruhige das Gewissen und gebe ins zu empfinden, wie selig wir als die Deinigen sind. Dein Leib speise, dein Blut tränke, dein Leiden und Sterben erfreue und tröste dein Opfertod entsündige, dein Geift regiere, deine Gnade erhalte uns unsträflich bis an das Ende und auf den Tag deiner Zukunft. Amen; das Lamm, das erwürgt ist, ist würdig, zu nehmen Preis und Dank und Lob und Ehre in Ewigkeit! Amen. Gebet während der Communion, beim Empfang des gesegneten Brodes. Habe Dank, göttlicher Heiland, daß du auch für mich deinen Leib in den Tod gegeben und für meine Sünden dich geopfert haft! Dank für die kostbare Seelenspeise, mit welcher du, das wahrhaftige Brod des Lebens, das vom Himmel gekommen ist, mich auch jetzt beim Empfange der geheiligten Zeichen deines für uns geopferten Leibes erquickt und gestärkt hast. Nimm auch mich hin zum Opfer; dein bin ich und dir will ich leben, was ich noch zu leben habe im Fleisch. Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! Amen. Beim Empfange des gesegneten Kelches. Sei gelobet, mein Heiland, daß du auch für mich dein theures Blut vergossen hast zur Vergebung der Sünden, daß ich auch jetzt aus dem Kelche des Heils getrunken, und die Versicherung meines Antheils an der versöhnenden Kraft deines blutigen Todes auf's Neue empfangen habe. Nimm mich auf in den neuen Bund der Gnade und des Friedens, den du gestiftet; laß mich treulich halten an dem Bunde des Glaubens, der Liebe, des neuen Gehorsams, der erneuerten und befestigten Gemein 502 Abendmahls Gebete. schaft mit dir, in den ich getreten bin und in welchem ich jetzt stehe. Entsündige, reinige, heilige mich durch dein Blut; hilf, daß ich an dir, dem rechten Weinstock, aus welchem alle Kraft, alle Freude, alle Seligkeit und alles Leben mir zufließet, bleibe als ein lebendiger Rebe, und hingehe und viele Frucht bringe, durch welche dein Vater geehret wird. Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! Amen. = Nach der Communion. Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen in der Versammlung der Frommen und in der Gemeinde; ich preise ihn in der Stille der einsamen Andacht. Er hat ein Gedächtniß seiner Wunder gestiftet, der barmherzige und gnädige Herr. Er gibt denen, die da hungert und dürftet nach Gerechtigkeit und nach Frieden, das Brod des Lebens, daß sie satt werden, und den Kelch des Heiles und der Erquickung, daß fie nimmermehr dürften. Er sendet eine Erlösung seinem Volk, und verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll; heilig und hehr ist sein Name! Der Herr ist mein Hirte, mir mangelt Nichts mehr; er hat sich selbst mir gegeben, seinen Leib und sein Blut, die Schäße seiner Gnade, das Unterpfand meines ewigen Erbtheils; was konnte er GröBeres geben? Er in mir, ich in ihm: was sollte uns scheiden, was sollte mich seiner Hand entreißen? Ist Gott für mich, wer kann wider mich sein? O mein Heiland, laß den Segen dieses Tages, laß Gutes und Barmherzigkeit mir folgen mein Leben lang; laß mich der Zusage nicht vergessen, die ich dir heute gethan, und stärke mich, die frommen Entschließungen auszuführen, die ich an deinem Altar auf's Neue gefaßt habe! Mache mich fest im Glauben, treu in der Liebe, unverdrossen und unbeweglich in deinem Werk, muthig und siegreich im Kampfe wider die Sünde, standhaft in der Geduld, fröhlich und stark in der Hoffnung. Hilf mir die Welt überwinden und wachen und beten, daß ich nicht in Anfechtung falle. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir: denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet hat und TU Gebet für Kranke. 503 sich selbst für mich dahingegeben. Bist du, mein Heiland, mein Leben, dann ist auch Sterben mein Gewinn. Getrost und selig vollende ich durch dich meinen Lauf, und du nimmst mich, der ich mit dir in der Gemeinschaft des Glaubens, des Sinnes der Liebe, des Leidens stehe, auch auf in die Gemeinschaft deiner Herrlichkeit, daß ich bei dir sei allezeit und das Abendmahl mit dir halte in deinem Reiche. Amen. Gebet eines Kranken. Vater meines Lebens und Herr meiner Tage! Arzt der Kranken, Tröster der Traurigen und Helfer der Elenden! Von dir kommt Freude und Schmerz, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod. Ohne deinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupte und kein Sperling vom Dach; ohne deine Fügung kann Nichts uns begegnen, und was du thuft, ist wohlgethan; alle deine Wege sind lauter Güte und Treue. Nach deinem Willen muß ich jest Schmerzen leiden, und es ist nichts Gesundes an meinem Leibe. Aber mit stiller Unterwerfung demüthige ich mich unter deine gewaltige Hand; mit kindlicher Ergebung spreche ich: dein Wille geschehe! und rufe im Glauben mit fester Zuversicht: eile mir beizustehen, Herr, meine Hilfe! Habe ich Gutes von dir empfangen mehr, als ich zählen kann, wie sollte ich das Böse nicht auch annehmen? Wie viel gesunde und frohe Tage haft du mir geschickt; wie viele ruhige Nächte habe ich schmerzlos und ungestört, vor jedem Unfall behütet, durchschlummert; wie lange hast du meine Kraft mir erhalten und mit jedem Morgen sie neu gestärkt und erfrischt mir geschenkt! Darf ich klagen, wenn nun auch Tage der Schmerzen kommen und die Stunden herzutreten, von denen ich sagen muß: sie gefallen mir nicht? Darf ich murren, wenn jetzt der Schlaf mein Lager flieht, wenn ich nun bange Nächte durchseufze und die Schwachheit, die Hinfälligkeit meiner zerbrechlichen Hütte mir fühlbar wird? Und habe ich denn meine Gesundheit und Kraft immer so geschäßt und geschont, wie ich sollte; habe ich dir so herzlich dafür gedankt, wie es die Größe dieser Wohlthat erforderte; habe ich sie angewendet zu deiner Ehre und dich gepriesen mit meinem Leibe und Geiste, die de pagalie Moest if pli dnevn 504 Gebet für Kranke. beide dein Eigenthum find? Habe ich sie benußt, um Gutes zu schaffen, um Andern zu dienen, um mit angestrengtem Eifer und frommer Treue das Werk zu vollbringen, das du mir gegeben hattest, um zu bedenken, was zu meinem Frieden dient, und die kurze Gnadenzeit für die Ewigkeit auszukaufen? Kann man mit Wahrheit jetzt von mir sagen, wie von Lazarus, dem Freunde des Herrn: der, den du lieb hast, liegt krank? Ach, Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, und gebenfe meiner Uebertretungen nicht; laß mich das Friedenswort hören: sei getrost, tir sind deine Sünden vergeben; heile du mein verwundetes Gewissen und erquicke mein frankes, reuevolles Herz! Deine Gnade müsse mein Trost sein! Zur Genesung des Geistes laß mir die Krankheit des Leibes dienen, und was ich jest muß leiden am Fleische, sei dazu gesegnet, daß ich aufhöre von Sünden und von ganzem Herzen dich suche, auf daß mein Geist selig werde auf den Tag des Herrn Jesu. In meiner stillen Einsamkeit öffne mir das Tagebuch meines bisherigen Lebens, und enthülle mir mein Innres, daß ich es erforsche und prüfe, wie ich es meine, und mir selbst Rechenschaft gebe von meinem Haushalten mit der Zeit und mit allen mir von dir verliehenen Gaben und Kräften, ehe ich Rechenschaft vor deinem Richterstuhl ablegen muß. Gib mir meine Sündhaftigkeit und Sündenschuld recht zu erkennen, lehre mich erkennen die Richtigkeit aller irdischen Dinge, die ja doch weder helfen noch trösten zur Zeit der Noth; reiße mein Herz immer mehr los von der Welt und erhebe meinen Sinn zum Himmel; laß mich den Werth und die Kraft des Glaubens empfinden und heilbegierig zu dem kommen, der allein die Mühseligen und Beladenen erquickt, bei dem Ruhe zu finden ist für die Seele, der selbst unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich genommen, der, versucht allenthalben, wie wir, als ein treuer, barmherziger Hohepriester Mitleid hat mit unserer Schwachheit und denen helfen kann, die versucht werden. Gib mir Geduld in der Trübsal; Muth, auch wenn die Schmerzen sich häufen und die Leidenszeit sich verlängert; Dankbarkeit für jede Erquickung in meiner Pein, für jede Leidensmilderung und Verfüßung; Freundlichkeit, Sanftmuth und Schonung gegen die, die sich meiner annehmen und mich liebevoll pflegen; Kraft, sie durch Gebet für Kranke. 505 mein Beispiel zu erbauen und als ein Christ vor ihren Augen zu leiden; Vertrauen zu dir, der mich nimmer verläßt und versäumt, wenn ich von menschlicher Hilfe verlassen bin. Du hast die Last mir aufgelegt, hilf sie auch tragen! Wir haben an dir einen Herrn, der vom Tode erretten kann; deine Rechte kann Alles ändern; dein allmächtiger Arm ist nicht verkürzt! Wenn du beschlossen hast, mich genesen zu lassen und mein Leben zu fristen: dir, dem Erhalter, sei es dann für immer geheiligt; vor dir will ich dann wandeln im Lande der Lebendigen und mit neuem Eifer dir dienen; verkündigen will ich, was du Großes an mir gethan hast, der alle meine Gebrechen heilt, und dir die Gelübde bezahlen, die ich auf meinem Krankenlager gethan habe. Soll aber die Krankheit zum Tode sein, Herr des Lebens und des Todes, so thue mit mir, was dir gefällt. Mache mich nur bereit zum seligen Sterben; laß mich mein Herz und mein Haus bestellen, und fest machen meinen Beruf und meine Erwählung zum ewigen Leben; vertreibe aus meiner Seele die Furcht des Todes und hilf mir kämpfen den legten Kampf, Glauben halten, den Lauf vollenden, daß mir hinfort beigelegt werde die Krone der Gerechtigkeit. Dir, dem getreuen Schöpfer, befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und Ende. Herr Gott Vater, was du erschaffen, Sohn Gottes, Weltheiland, was du erlöset, Geist der Gnade, was du geheiligt haft, sei dir übergeben! Unser Keiner lebt ihm selber und unser Keiner stirbt ihm selber; leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum ich lebe oder ich sterbe, so bin ich des Herrn; denn dazu ist Christus gestorben und auferstanden und lebendig geworden, daß er über Todte und lebendige Herr sei. Amen! 1117 Gebet, einem Sterbenden vorzusprechen. Allmächtiger Herr des Lebens und des Todes! Die Zeit meines Abschieds ist vorhanden, und die Stunde nahe, da ich aus dieser Welt zu dir gehen soll. Nicht verlassen kann ich die Erde, ohne Preis und Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, welche du zeitlebens an mir gethan hast. Ach viel zu 506 Gebet für Sterbende. gering bin ich dieser unverdienten Gnade! Für alles Gute, das ich als Mensch und als Christ empfangen, für alle Freuden, die ich genossen, für alle Leiden, die ich nach deinem Willen erduldet, für jedes Werk des Glaubens und der Liebe, das ich mit deiner Hilfe vollbracht habe, sei Lob und Ehre deinem heiligen Namen! Sei gelobet für die Geduld, mit der du mich bei meinen Sünden getragen, für die Erweckungen deines Geistes und deines Worts, für die Führungen deiner Weisheit und Liebe, durch welche du mich zur Buße geleitet, für die verzeihende Huld, mit der du den Wiederkehrenden aufgenommen, für die Tröftungen, mit denen du mich erquickt, für alle Beweise deiner väterlichen Fürsorge, durch welche du mir die Wallfahrt durch dieses mühevolle Leben erleichtert haft. Nun stehe ich am Ziel und blicke zurück auf die durchwandelte Laufbahn. Ach wie Vieles entdecke ich da, was mein Gewissen beunruhigt, was ich mit tiefer Betrübniß der Seele bereuen muß, womit ich vor dir nicht bestehen kann! Heiliger Herr und Gott, wenn ich nun vor dein Gericht treten soll, Herr, gehe nicht mit mir in's Gericht! Laß mich durch Christum Vergebung finden und erlaß mir um seinetwillen meine große und schwere Schuld. Das ist je gewißlich wahr und ein theures werthes Wort, daß Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen; und das Blut deines Sohnes macht uns rein von allen Sünden. Wer an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen; an denen, die in Christo Jesu sind, soll nichts Verdammliches sein. Zu dir komme ich denn, göttlicher Heiland, erbarme dich meiner; gib auch mir Theil an der Gnade, die du uns angeboten, an der Versöhnung, die du gestiftet, an dem Frieden, den du uns theuer erworben hast. Richte mich auf durch den Glauben, laß mich bleiben in deiner Liebe, verlaß mich nicht in der legten Noth, laß deinen Diener in Frieden fahren. In deine Hände empfehle ich meinen Geist, mein Schöpfer und Vater, mein Heiland und Mittler, göttlicher Tröster, Geist der Kindschaft und Gnade, mit dem ich versiegelt bin auf den Tag der Erlösung! Dir gebe ich die Seele zurück, welche du zum ewigen Leben erschaffen, erkauft und geheiligt hast. Der du auf der Pilgerbahn mich geleitet haft, führe nun den müden Wanderer auch ein zu der verheißenen Ruhe; sei im dun Gebet für Sterbende. 507 feln Todesthale sein Licht, sein Stab, sein Begleiter! Der du selbst die Bitterkeit des Todes empfunden haft und weißt, was Sterben ist, hilf mir in dieser Stunde und laß dein Leben offenbar werden in meinem sterblichen und ersterbenden Leibe! Dein Geist vertrete mich mit unaussprechlichem Seufzen, und rufe in meinem brechenden Herzen: Abba, lieber Vater, und sei mit seiner Kraft mächtig in meiner Schwachheit! Sei du mein letzter Gedanke; mein Gott von meiner Jugend an, sei auch jetzt mein Gott, da ich deinen Beistand am allernöthigsten habe; und wenn mir Leib und Seele verschmachtet, bleibe du meines Herzens Trost und mein Theil. Herr, ich warte auf dein Heil; ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein. Segne meinen Ausgang aus der Zeitlichkeit, meinen Eingang in die frohe Ewigfeit. Deine Gnade sei auch mit denen, die du mir gegeben hast und die ich nun hienieden zurücklasse. Ich sterbe, aber du wirst mit ihnen sein, der du mächtig bist, sie zu erbauen und ihnen zu geben das Erbe sammt denen, die geheiliget werden. Bewahre sie vor dem Argen; bei deinem Namen erhalte, in deiner Wahrheit heilige sie und bringe sie mir selig nach in die himmlischen Wohnungen, da wir uns wiedersehen und unser Herz sich freuen und unsere Freude Niemand von uns nehmen wird. Erhöre mein letztes Gebet, erlöse mich von allem Uebel, nimm mich in deine Herrlichkeit auf. Herr Jesu, dir leb' ich, Herr Jeſu, dir sterb' ich, Herr Jesu, dein bin ich todt und lebendig! Amen. stand Alphabetisches Register. A. Abgestreift, wie dürres Laub.. 329 Ach bleib' mit deiner Gnade 10 Ach daß wir Friede sollten hören 165 Ach Gott und Herr wie groß und 464 Ach ihr seid vorangegangen.. 152 Ach könnt' ich doch mit meinen 771 Ach nur eines Menschen Sünden 344 Ach Seufzer, ach, und Thränen. 312 Ach fieh' ihn dulden, bluten, sterben 57 Ach stets regt sich noch in mir.. 338 Ach wann werd' ich von der Sünde 346 Ach wie nichtig, ach wie flüchtig 311 Ach wie so gern mit meinen Brüdern 773 Ach wird denn dein Erlös'ter nie 347 Alle Menschen müssen sterben 320 Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 270 Allein vor dir, mein Gott, hab 458 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 468 Allen Christen und auch mir.. Allen welche nicht vergeben. Alles ist euer, o Worte des Alles, was ich bin und habe... 663 Allgütiger, du gabst dem Herzen 335 Allmächtig großer Gott. 291 Almächtiger, ich Staub, ich 461 Als in der Krankheit Schmerzen 779 Am Kreuz erblaßt 85 Amen, Lob und Preis und Stärke 98 Anbetungswürd'ger Gott 238 An dich, mein Gott, zu denken 547 Befiehl du deine Wege An diesem Tag erscheinen wir.. 712 Beglücke meine Reise .. Nro. 695 Auch diesen Tag hab' ich vollbracht 746 Auch dieser Tag ist wieder hin.. 749 Auf, auf, mein Geist, betrachte.. 496 Auf, auf, mein Geist, erhebe dich 213 Auf, beschwört den Bund 187 Nro. An guter Aeltern Grabe 116 Auf Christi Himmelfahrt allein Auf, der Erlös'ten heil'ger Chor. 96 Auf dich, Gott der Güte 594 Auf dich, o Jefu, Gottes Sohn. 376 Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du 383 Auf ewig ist der Herr mein Theil 420 Auf Gott und nicht auf meinen. 574 Auf Gräber blickt am Tag der 154 Auf meinen lieben Gott Auf, meine Seele, finge Auf, o Seele, werde munter Auf, schicke dich 581 259 743 27 34 Auf will ich von Sünden stehen. 454 668 Aus beffrer Welten Heiligthum 678 Aus deiner Quelle, Schöpfer 409 Aus der Tiefe rufen wir Ausgeblutet, ausgerungen Aus irdischem Getümmel. Aus meines Herzens Grunde... 725 82 .... 358 B. Barmherziger, erhöre Barmherz'ger Vater, höchster ● **• . ♦ ● .... • ● 267 . 153 774 384 299 763 Register. Nro. Begrabt den Leib in seine Gruft. 229 Bei'm theuren Namen: Vaterland 703 Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt 421 Bestg' ich nur ein ruhiges Gewissen 406 Bester, weisester Regierer 580 Beter an, ihr Kinder der Erde. 355 Betet an, ihr Menschen, bringet 283 Betet an, laßt uns lobsingen Bewahre meinen Mund Bis hierher half uns Gott Bis zum Tode liebtest du. Bleibe, es will Abend werden Bringt ihm in seinem Heiligthum Bringt Preis und Ruhm.. ● 509 Nro. Des Todes Grau'n, des Grabes. 433 Dich, Allgütiger, zu lieben 555 621 Dich bet' ich an, erstandner Held 109 Dich Jesum laß ich ewig nicht.. 615 Dich, o Jesu, meinen Freund Dich seh' ich wieder, Morgenlicht 722 Die auf der Erde wallen. 279 Die Bahn ist rauh, auf der ich 551 Die Ehe foll uns heilig sein... 689 42 Die heiligste der Nächte 191 Die Herrlichkeit der Erden 319 602 38 C. Christ, Alles, was dich fränket Christ ist erstanden 196 Christe, du Lamm Gottes Christen, auf, stimmt frohe Lieder 529 ● 310 112 Die hier vor deinem Antlig steh'n 182 225 Die ihr seine Laufbahn lauft 203 100 Die Kinder, deren wir uns freu'n 691 Die Nacht bricht an; sonst war. 747 Die Ruhe senkt sich wieder . 742 Die Seele kann die wahre Ruh. 497 .. 733 591 Die Sonne sinket nieder 94 81 28 729 758 692 Die Sonne stand versinsteit Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag zum Segen Dir dank' ich für mein Leben Dir, dir, Jehovah, will ich singen 533 Dir empfehl' ich meine Kinder Dank dir, Erhalter meines Lebens 764 Dir, Gott, dir will ich fröhlich. 568 Das Amt der Lehrer, Herr, ist. 221 Dir, Gott, sei Preis und Dank. 289 Deines Gottes freue dich 556 Dir, großer Herrscher, Jesu Dein Heiland lebt, o Christenheit 97 Dir hab' ich mich ergeben Dein Heil, o Christ, nicht zu.. 532 Dir, Herr Jesu, sei dies Kind.. 179 Dein Heil, o Gott, erbitten wir. 222 Dir, Herr, sei dieses Kind Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit 661 Dir jauchzet froh der Christen Dein Wille ist's, o Gott. 624 Dir sei Preis; ich lebe wieder Dein Wort, o Herr, ist milder 514 Dir fing' ich Lob, Herr Zebaoth Dem Allgütigen und Weisen 488 Dir sterb' ich einst Dem Worte deines Mundes 373 586 176 378 724 286 486 296 45 534 177 528 Dir, unserm Gott, ist Niemand. Dir, Vater, soll die erste Feier Dir versöhnt in deinem Sohne Dir wird jeßt dieses Kind Du aller Menschen Vater... 672 666 Du befter Trost der Armen..159 639 Du bist ein Mensch, das weißt. 588 377 Du bist mein Ziel, erhab'ne 443 . 265 Du bist's, dem Ehr' und Ruhm. 567 Du, deines Vaters Ebenbild 501 367 418 Du denkst in deiner tiefsten Noth 77 240 339 252 563 336 Du, der Alles steht und fennet Du, der du anf dem ew'gen Du, der fein Böses thut Da, der Menschen Heil und Da, des Vaters Eingeborner 735 Du, deß sich alle Himmel freu'n 214 Du gabft mir, Ewiger, das 60 617 542 325 84 679 Den Höchsten öffentlich verehren. 521 Der am Kreuz ist meine Liebe. Der du, dem Tode nah', für die Der du der Erst' und Leßte bist. 14 Der du die Liebe selber bist Der du Gedanken, Wort und Der du, o Höchster, den Thron Der du selbst die Wahrheit bist Der du uns als Vater liebest Der du zu den beglückten Schaaren Der Herr ist Gott und Keiner. Der Herr ist in den Höhen Der Lüste Reiz zu widerstreben Der Morgen kommt, und meine. 728 631 Der Tag ist hin, mein Jesu... 739 Der Tag ist wieder hin Der Weihetag ist da Des besten Baters reichster Segen 684 Du Geber aller Gaben Des Ew'gen Saatgefilde . ... • ... ... ... 731 282 Du, Gott, du bist der Herr der. 49 ..... Register. Nro. 498 Du, Gott, haft's angefangen Du hast es mir gegeben und.. 767 Du hast, o gnadenreicher Gott.. 168 Du hattest nicht, dein Haupt zu 765 Du Herr und Vater meiner Tage 659 Du Herr von meinen Tagen.. 762 Du flagst und fühlest die. Du Lebensfürst, dein Sieg ist Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ 121 Du leitest mich nach deinem Rath 304 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit. 662 Du schufft mich, Gott, dein Bild 290 Du vertheilst der Menschen Loos 700 766 437 510 ♦ .. .• .. Festgegründet stehet fie 504 13 15 235 36 104 .. Für alle Kranken bitt' ich dich Für deinen Himmel reiften fie 777 800 167 368 305 444 797 .. 87 Fest steht dein Bund, wie Felsen Freude sei des Kirchenjahres Freu' dich sehr, o meine Seele 792 Freuet hoch euch, all' ihr Frommen 138 Freund der Herzen, sich die Edler Geist von Gottes Throne. 131 Fröhlich soll mein Herz lobsingen Eh' noch die strahlenreiche Sonne 244 Frohlvikend, Vater, wach' ich auf 730 Ehre dir, du Herr der Zeiten 51 Frohlockt, frohlockt, er lebet Ehre sei Gott in der Höhe; der. 32 Früh, mit umwölktem Angesicht. 756 Ein' feste Burg ist unser Gott.. 137 Ein Fremdling bin ich auf der.. 328 Gingefargt zum legten Schlummer 799 Ein heiliges Feuer durchdrang.. 134 Ein Herz, o Gott, in Kreuz und 693 Ein Kind, dem keines jemals 33 Ein milder Regen sinket Eins ist Noth; ach Herr, dies.. 899 Einst rauscht die Stimme seiner. 382 Einst rief der Herr vor dem 79 Ginst selig dort zu werden 326 Eitle Welt, ich bin dein müde.. 789 Empor zu Gott, mein Lobgesang 31 Entfernet euch, ihr matten Kräfte 633 Erbarm' dich, Herr, du kennst. 340 Erforsche mich, erfahr' mein Herz 88 Ergrünt, ihr Siegespalmen Erhebe, Christ, dein Herz und Erheb', mein Geist, erheb' den Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geist, erfreut Er kommt, er kommt, der starke Er lebt, o Freudenwort, er lebt. 110 Ermuntre dich, mein schwacher 40 Erwach' am neuen Morgen 720 Es brausen aufgethürmet. Es eilt der letzte von den Tagen Es glänzet der Christen inwendiges 410 Es jauchzet froh die Christenheit. 135 Es ist genug; so nimm, Herr.. 438 Es ist nicht schwer, ein Christ zu 480 Es ist noch eine Ruh' vorhanden 448 Es ist vollbracht; so ruft am 83 Gedanke, der uns Leben gibt.. 395 Gedenk' ich, Heiland, an dein Geheimnisvoll in tiefer Nacht Geh' und fäe Thränensaat Geh' zum Schlummer ohne Geist der Andacht, senke du Geist vom Vater und vom Sohne 300 Gelobet sei der Herr, mein Gött 272 Gelobet feist du, Gottes Sohn Gelobet seist du, unser Gott. Gerechter Gott, vor dein Gericht 263 114 Gern will ich Abschied geben 788 180 Getauft sein auf des Vaters 610 Getreuer Gott, wie viel Geduld 260 20 Getrost und freudig geh' ich hin. 435 380 Sib, Gott, wenn ich dir diene 99 Gib mir, o Gott, ein Herz 39 202 527 627 667 16 541 295 162 656 701 11 Gott, deine Gnad' ist unser Leben 400 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, beme weise Macht erhält Gott, deinen heiligen Befehlen.. 558 Gott, deinen weisen Willen Gott, der die Welten lenker Gott, der du die Menschen liebest 677 Gott, der du Herzenskenner bist. 552 Gott, ber bu in den Himmeln 543 Gott, der du uns're Zuflucht bist. 92 Gott der Ordnung, Herr der Gott der Wahrheit, dessen Treue 606 703 ... Nro. ... Gs foftet viel, ein Chrift zu sein 479 68 ruft am feftlichen Altar 228 Es wolle Gott uns gnädig sein. 510 Es zieh'n, o Gott, die Kriegeswetter 164 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe. Gwig neues Wort der Wahrheit. 518 Ewig sei dir Lob gesungen 849 29 .. .. ... .. • ... . ● .. 511 Nro. 23 557 220 Nro. Gott des Himmels und der Erden 721 Gott, dessen Allmacht sonder Ende 287 Gott, dessen Macht des Feuers Gott, dessen Stuhl der Himmel Gott, dessen weise Macht die. Gott, dir sei mein Dank geweiht 163 261 Heiland, der verheißen war Heilig, heilig ist dein Wille Heilig, heilig sei uns Allen 549 Heilig ist der Herr der Welten. 312 Heiligster Jesu, Heiligungsquelle 366 693 Heiligster Jesu, Sohn des Heil uns, denn aus der 626 Heiter strahlt der Morgen Held aus David's Stamm 80 356 Gott, du bist von Ewigkeit 245 727 Gott, du erforschest mich 484 352 Herr aller Welt, der Jedem sein 653 Herr, deine Allmacht reicht so 246 Herr, den die Sonnen und die 46 732 • ♦ Herr, der du mir das Leben. Herr, der durch der Liebe Band. 227 Herr der schönen Himmelslichter. 157 Herr der Zeit und Ewigkeit Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforscheft mich 54 386 250 . Gott, du hast uns kurze Zeit 699 Gott führt die Seinen wunderlich Gott, großer Geber aller Gaben Gott hat mich betrübet. Gott hört der Wittwen Flehen Gott, ich Armer voll Gebrechen. 785 Gott, ich darf mich zu dir nahen 275 Gott ist die Liebe, hegt Erbarmen 515 Gott ist die Liebe; liebt ihn Alle 256 Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu; sein Herz, sein Gott ist mein Hort Gott ist mein Licht Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen Gott, laß den Unterricht gedeih'n Gott, mein Vater, ich, dein Kind Gott, mit seinen Sonnentagen. Gott, Schöpfer, jedes deiner 708 175 Gott sorgt für uns: o singt ihm Gott, unser Fürst erfrene sich Gutt, unsrer Jugend Gott Gott, von Außen und von Innen 638 Gott, vor dessen Angesichte 262 Gott, wer ist dir zu vergleichen. 239 Gott, wer kann je was Gutes 540 Gott winkt, so stürzen Regengüsse 757 Gott woll' uns hochbeglücken Gottes Gnade sei mit euch: Gottes Stunde wird bald kommen 432 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 658 Gottlob, ich weiß, wohin ich gehe 427 Großer Gott, erhab'nes Wesen. 337 Großer Mittler, der zur Rechten 372 Groß ist der Herr, die Berge 579 Größter Morgen, den die Erde. 107 Groß wird des Sünders Elend 345 189 • • Register. .. 603 142 796 • 525 266 Herr, du fährst mit Glanz und 512 Herr, du hast in deinem Reich Herr, du rufft aus diesem Leben Herr, du willst dein Reich 306 237 652 709 466 52 253 143 174 $. 561 103 Hallelujah, bringet Ehre Hallelujah, Jesus lebet. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 273 Hallelujah, Preis und Ehre! Die 172 Hait' im Gedächtniß Jesum Christ 209 Heiland, deine Menschenliebe 365 ...• 311 Herr, du wollst uns vorbereiten. 195 Herr, es gescheh' dein Wille! 68 Herr Gott, dich loben wir, dein. 173 Herr Gott, dich loben wir, Herr 215 Herr Gott, dich loben wir( der 124 284 146 .. 559 391 Ambrosianische Lobgesang Herr Gott, du bist die Zuflucht. 243 Herr, hab' ich jetzt zum Leßtenmal 737 Herr, ich bin bein Eigenthum Herr, ich hab' durch deine Treu' 654 Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu, Gnadensonne 457 467 472 646 375 Herr, lehre mich gewissenhaft Herrlich ist's in deinem Reiche Herr, mein Erlöser, nur von dir 475 Herr, mein Licht, erleuchte mich. 517 Herr mein Versöhner, der du für 680 Herr, meiner Seele großen Herr, segne mein Bestreben 59 675 634 .671 Herr, sei gelobet, daß du haft.. 210 Herr, stärke mich, dein Leiden zu Herr und König aller Geister Herr unser Gott, dich preisen wir 713 Herr unser Gott, wir bitten dich 707 Herr, vor deinem Angesicht Herr, welch Heil kann ich erringen 412 Herr, wenn einst deine Stimme. 385 Herr, wir singen deine Ehre 5 ... 30 Heut' ist der Ruhetag des Herrn 7 Heute, sprach mein Heiland, hente 78 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 208 512 ... Hier steh' ich unter Gottes Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn Himmel, Erde, Luft und Meer. Hin an dein Kreuz zu treten Hinauf, hinauf zu jenen Höhen Hinauf zu dir erheben wir Hinauf zu Gott mit frohem Dank 140 Hinauf zum Thron der Majestät. 26 Höchster, denk' ich an die Güte 460 Hosianna, zu der Erde.. 73 Jefus, Jesus, nichts als Jesus 563 Jesus ist gekommen 35 197 379 106 102 101 .. 18 620 711 Jesus kommt, von allem Bösen Jesus lebt, er lebt, ja Amen Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jeßt bringen wir dir Preis und Jeßt leb' ich; ob ich morgen lebe 318 Ihr Glocken, schallt zu Gottes Ihr Mitgenossen, auf zum Streit 630 Im Beten suchst du deine Stärke Im Dunkeln ist der Herr mein 526 Im Glauben nur ist Seligkeit 782 Im Jubelton frohlucken wir 405 In allen meinen Thaten 473 In aller Welt.. 219 6.7 .. ♦ ♦ ♦ ● Register. • Nro. 745 Jesu, hilf mir standhaft glauben 43 Jesu, hilf stegen, du Fürst des 428 Jesu, Jesu, stärke mich 280 Jesu, meine Freude Ja, Tag des Herrn, du sollst mir 524 Ich bin der Angst entronnen... 402 Ich bin erlös't durch meines... 370 Ich bin getauft auf deinen Ich bin fa, Herr, in deiner Ich bin im Himmel angeschrieben Ich bin nicht mehr mein eigen Ich bin zur Ewigkeit geboren Ich, dein Pilger, walle hier Ich denk' an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich glaube, lieber Herr Ich hab' in Gottes Herz und Ich hab' in guten Stunden Ich hab' von ferne Ich kniee hier, o Gott, vor dir Ich komme, Herr, und suche dich Ich preise dich, o Herr. mein Ich finge dir mit Herz und Mund 293 Ich Staub vom Staube, wer bin 485 Ich sterbe täglich; hier auf Erden 660 Ich Sünder darf mein Auge nicht 463 Ich trete vor dein Angesicht..759 Ich und mein Haus, wir sind.. 688 Ich verlass'nes Waisenkind... 697 Ich weiß, an wen ich glaube; denn 476 Ich weiß, an wen ich glaube, und 429 Kommt, und laßt euch Jesum Ich weiß, an wen mein Glaub'. 426 Ich weiß, mein Gott, daß all' Ich weiß, und bin gewiß, daß. 483 Ich werfe mich in deine Hände. 787 Ich will dem Schöpfer Lob... 566 Ich will den Bund mit meinem. 199 Ich will dich auch im Tod erheben 790 Ich will dich lieben, meine Stärke 612 Ich will in meiner Einsamkeit Jehovah ist mein Licht und Jefu Chrift, durch deine Wunden Jesu, der du einst gerungen Jefu, Friedensbote 582 ** **** 327 In Freudentönen werde laut 148 In Leidensthälern wallen wir 392 In stiller Andachtsfreude. 462 Sft Gott für mich, so trete 477 . • .. ● ♦ Nro. 474 481 71 425 618 772 470 118 298 676 218 604 194 416 . 585 K. 769 207 206 374 537 445 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. 359 459 Kleinod unentweihter Tugend. 640 König, dem kein König gleichet Könnt' ich in meinen Nöthen.. Komm, heil'ger Geist, erfüll' die 1 Komm, heiliger Geist, Herr und. 126 Komm, komm, Gott heil'ger... 2 Komm, laß uns Jesum sterben Komm, o Geist, du heilig Wesen 502 Komm, o komm, du Geist des Komm, Schöpfer, komm, o. Kommt, Christen, preis't den 72 132 128 417 363 489 492 58 Laß, Herr, nach eiteln Ehren.. 645 Laß, Jesu, deinen guten Geist Laß meines Nächsten bestes Theil 670 Laß mich, o Herr, in allen Laß mir die Feier deiner Leiden 760 Laß, o Jesu, mich empfinden 268 Laß uns im Eifer uns'rer Pflicht 490 63 Lasset uns mit Jesu ziehen.... 619 622 Laßt dem Tode seinen Raub... 232 404 Laßt unserm Vater, laßt uns 569 669 Register. Nro. 655 Mit Ernst, o Menschenkinder 636 Mit fröhlichem Gemüthe 360 Mit frommer Freude dank ich dir 62 Mit heil'ger Freude nahen wir 778 Mit Preis und Ruhm gekrönt 166 Mitten wir im Leben find 3 Mittler, in Gethsemane Morgenglanz der Ewigkeit Lehr' mich meine Tage zählen Lehre, Herr, mich recht bedenken Lehrer aus des Himmels Höhen Liebe, die du mich zum Bilde Lieben will ich dich, mein Retter Lieblich scheint die Sonne wieder Liebster Jefu, wir sind hier Lob dir, Herr Jesu, starker Held 123 Lob, Ehre, Preis und Dank sei. 351 Lob, Chr' und Dank sei dir, o 170 N. Lob, Preis und Ehre bringen wir 276 Nach einer Prüfung kurzer Tage 439 Lob sei Gott, der den Frühling 752 726 531 50 577 Nach meiner Seele Seligkeit... 635 Nehmt gläubig an, was Gott.. 471 Nein, ich will nicht sorgen Nicht, daß ich's schon ergriffen Nicht um ein flüchtig Gut der.. 499 Nichts Betrübters ist auf Erden. 698 Nichts soll mich von meinem Jesu 469 Lobt Gott in seinem Heiligthum. 181 Nie bist du, Höchster, von uns Lob sei Gott, der den Morgen Lob und Dank sei dir, mein Lob von uns Allen dem ewigen Lobe den Herrn, den allmächtigen 571 Lobfingt dem Herrn im Heiligthum 139 Lobt Gott, ihr Christen 486 37 249 Nie kann ich meines Gottes Wege Nie will ich wieder fluchen. Nimm. hin den Dank für deine Mag auch der Glaube zagen Mein Abend kommt. ● • • M. 482 Mache dich, mein Geist, bereit Macht Bahn dem Gottesgeist Macht, Kraft und Stärke 136 357 Mächtig kannst du mich bewahren 303 430 431 535 64 61 718 ● .. .... ● .. Noch läßt der Herr mich leben Noch lebt der Christ im 513 Nro. 25 719 387 183 117 161 Noch auf der Jahre höchsten... Noch ist zwar im Herrn • 66 723 • 307 681 Noch schauen woir im dunkeln Noch sing' ich hier aus dunklen 523 Mein bester Troft in meinem Mein Erlöser, auch für mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erster Wunsch, mein 230 560 : 570 119 9 301 Noch wallen wir im Thränenthal 440 Nun bitten wir den heil'gen Geist 127 Nun bringen wir den Leib zur Nun danket alle Gott Mein erst Gefühl sei Preis und. 715 Nun danket All' und bringet Mein Geist ermunt're dich, und. 487 Nun, Gottes Kinder, freuet euch Mein Geist erstaunt, Allmächtiger 300 Nun Gottlob, es ist vollbracht Mein Glaub' ist meines Lebens 397 Nun last uns Gottes Güte Mein Glück im kurzen Raum der 398 Nun last vor Gott uns treten Mein Gott, der Tag ist nun Nun ruher alle Wälder Mein Gott, du wohnst im ew'gen 520 Mun fich der Tag geendet hat.. 736 Mein Gott, ich weiß wohl, daß. 316 Nur Christus ist mein Leben Mein Gott, wie bist du so Mein Heiland lebt; er hat die.. 384 Mein Heiland nimmt die Sünder 403 Mein Heiland, wenn mein Geist 791 Mein Herz sei stark und unverzagt 395 47 738 741 434 254 .. Nur du, v Schöpfer unsrer Welt 292 Nur Einer, Einer bist du, Gott 269 D. Mein Leben, das du mir verliehen 649 O Chrift, in diesen Leidenstagen 598 641 du allersüßte Freude 130 Mein Leib soll, Gott, dein Meine Lebenszeit verstreicht 314 D du, den Alles Vater nennt Meinen Jesum laß ich nicht 616 O Gott, aus dessen Segensmeere Meines Herzens reinste Freude 419 O Gott, du frommer Gott Menschenfreund, nach deinem 665 Gott, wie wird mein Geist Mir nach, spricht Christus, unser 364 O großer Gott, du reines Wesen 455 Mit dem Haufen deiner Frommen 205 Haupt voll Blut und Wunden Mit den Deinen in der Stille.. 687 O heil'ger Geist, kehr' bei uns. 129 33 447 74 211 761 393 717 704 441 690 643 495 514 heil'ger Geist, laß uns dein Oheiliger und guter Geist Heiligster, wir kommen hier Herr, mein Gott, durch den Herr, vor dem sich Erd' und Jesu, Freund der Seelen Jesu, heil'ges Gotteslamm Jesu, Herr der Herrlichkeit 223 Jesu, Licht und Heil der Welt 506 Jesu, meines Lebens Licht 783 O könnt' ich dich, mein Gott 362 O Lamm Gottes, unschuldig.. 56 O rühmt euch eurer Weisheit 550 O selig, wer zufrieden 746 O sich mit Baterhulb herab... 184 treuer Jesu, der du bist Ursprung des Lebens Register. Nro. 6 Sanft, wie er gewandelt hat 133 Schau' hin in die vergangnen Schlaf', du liebes Kind 93 587 390 508 89 323 706 90 Schlaf, Kind, du liegst am 217 Schmücke dich, erlös'te Seele 611 Schon ist der Tag von Gott 201 Schüße die Deinen, die nach dir Schwing' dich auf gen Golgatha Seele, suche doch dein Glück Segne, Vater, unsern Fleiß Seht am Kreuz den Mann der Seht, welch ein Mensch; wie Seid barmherzig, Menschen, höret 673 Seid gesegnet, legte Stunden 794 Sei gesegnet, Amen, Amen 784 Sei Lob und Ehr' dem höchsten 413 Sei mit den Deinen, Jesu Christ 4 753 Sei still, o Seele, still zu Gott. 578 682 Sei uns gesegnet, Tag des 70 795 294 8 334 Sei zufrieden, mein Gemüthe 216 O Vater, welche Lebensfülle O welch ein Segen ist ein O welch ein unschäßbares Gut Welt, sich hier dein Leben O wie heilig ist der Ort O wie lieblich ist's, wenn Brüder 694 Owie selig seid ihr doch, ihr.. 147 Dwie unaussprechlich selig O wie wichtig und wie richtig 411 Deffentlich mit der Gemeine 212 Oft halt dein Antliß fich 2.309 Oft flagt dein Herz, wie schwer. 629 449 • .. 75 Selig find des Himmels Erben Selig sind die, welche nun Seufz' in des Kummers Höhle 95. Preiset, Lippen, das Geheimniß 200 Preis ihm, er kommt, des 394 Preis ihm, er schuf und er erhält 271 Preis sei dir, meinem Gott... 744 19 Quelle der Vollkommenheiten. 553 R. 442 Reif ist nunmehr der Felder Saat 755 Reiß dich los, mein Geist von Rings um mich her ist Alles Rühmt den Herrn, ihr frommen Ruh' und sich're Freuden 754 572 65 Ruht sanft, ruht sanft, ihr 150 . ♦ • Nro. 236 650 751 750 204 297 145 149 605 198 465 710 190 224 Sichrer Mensch, noch ist es Zeit 452 Sieh, da steh'n die jungen Seelen 185 Sich diese jungen Seelen Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh uns betend, Gott, vor bir. 178 Sie kommt, sie kommt, die Zeit. 24 So beschließen wir auch heut' So bleib' es ihm denn ganz So gehe hin denn von den So hoff' ich denn mit festem So Jemand spricht: ich liebe So lang ihr auf der Erde lebt Soll dein verderbtes Herz Sollt es gleich bisweilen scheinen 599 Sullt' ich jetzt noch, da mir schon 491 Sollt' ich meinem Gott nicht Sollt' ich meinem Herzen 564 Sonnen leuchten, Erden wallen So schlummerst du 401 664 193 516 St 456 331 86 258 So weit, Herr, deine Wolken Stärke, die zu dieser Zeit 776 Steil und dornicht ist die Bahn. 423 Stets werde Goft von dir 330 Such', o Seele, Gott. den Herrn 544 Tag des Herrn, an dem die Tausend Jahre sind vor dir 389 53 Sãe deine Thränenfaat 609 Theures Wort aus Gottes Munde 513 Sammlet euch, ihr Christen, gern 522 Töne des Weinens, Gesänge der 91 Nro. Trauernd und mit bangem... 111 Triumph, Triumph und Preis 95 Tugend ist der Seele Leben.. 322 Bich 115 Ueber aller Himmel Heere Ueberwinder, nimm die Palmen 105 Um Gnade für die Sünderwelt 76 Umsonst, umsonst verhüllst du dich 251 Unendlicher, den keine Zeit. 1. 242 Uns bindet, Herr, dein Wort 505 Uns und die Unf'rigen verbindet 686 Unser Gott, der Herr der Welt 348 Unser Gott ist groß und mächtig 277 Unserm Gott laßt uns lobsingen 180 Unser Wandel ist im Himmel 446 Unwiederbringlich schnell entflieh'n 748 Urquell aller Seligkeiten 632 .. Register. il from 44 Vater aller Menschenkinder. 175 Wenn Vater, den mein Herz verehret. 554 Vater, dir sei Preis und Ehre.. 12 Vater, gib mir auch die Gabe. 503 Bater, heilig möcht' ich leben. 341 Bater, hier im Erdenschoose 798 Vater, mach' mich fromm und Vater, Sohn und heil'ger Geist 186 Bater, weil an deinem Segen 158 Vergiß der Erde Herrlichkeiten. 780 Verlaß mich nicht, mein Gott, in 768 Versäume nicht, dich selbst zu 628 Verstunimt nun, ihr Klagen und 233 Viele Freuden streust du hin 644 Vollendet ist dein Werk, vollendet 125 Bollendet ist die heilige 192 Voller Ehrfurcht, Dank und 198 Vom Geräusch der Welt geschieden 414 Vom Tagwerk müde, suche ich. 734 Von der Herrschaft schnöder 685 . ▲ Von dir, du Gott der Einigkeit 226 Von dir, o Vater, nimmt mein 601 Von eitler Erdenlust zurück Von Furcht dahingeriffen. • 8515 Nro. Wachet auf, ruft einst die... 381 Wachet auf vom Schlaf, ihr.. 388 Wagst du vor Gottes Thron zu 538 Warum betrübst du dich, mein 597 Warum sollt' ich mich denn... 600 Warum steigst du herab von 369 590 144 546 648 596 288 583 264 451 Was Glaube thut, ist wohlgethan 714 Was Gott thut, das ist! Was Gott that, ist stets Was ist im Himmel, Höchster Was ist mein zeitlich Leben. Was ist's, daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was mein Gott will, gescheh' Was sollt' ich ängstlich klagen 575 Was wär' ich ohne dich gewesen 362 Was zagst du? Gott regiert die 424 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Weinet nicht mehr um die Weisheit, hohe Gottesgabe Welche Stimme spricht in mir. 332 Welch hohes Vorrecht schenkst du 536 an Alle untren werden 614 Wenn Christus seine Kirche schüßt 507 Wenn heiße Thränen mir. Wenn ich ein gut Gewissen habe 407 Wenn ich, o Schöpfer, deine.. 278 Wenn ich vor meinen Schöpfer 539 Wenn meine Zeit vorhanden ist 793 Wenn Menschen streben, die an 683 Wenn nun mein sterbend Auge. 786 Wenn uns dein Auge nicht 160 321 422 493 592 625 519 Wenn wir in höchsten Nöthen: 156 Wenn zur Vollführung deiner Wer auf seinen Gott vertraut Wer bin ich, welche wicht'ge Wer da hat, dem gibt man doch Wer das Kleinod will erringen Wer Gottes Wort nicht hält. Wer in des Höchsten Schatten Wer ist der Mann voll großer. 353 Wer ist's, der mit Himmelslichte 108 Wer ist wohl, wie du. 22 478 494 302 Wer nur den lieben Gott läßt. 589 Wer Sünde thut, o wie entweiht 343 Wer weiß, wie bald in tiefer.. 317 Wer weiß, wie nahe mir mein. 315 Wer zählt, Unendlicher, die... 285 Wer zündet an in finstrer Nacht 41 Wie Augenblicke flichen. Wie fleucht dahin der Menschen Wie getrost und heiter.. Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist Gottes Herrlichkeit 281 33* 234 657 408 255 55 69 Von Gott will ich nicht lassen. 576 Von Herzen lieb' ich dich, o Herr 613 Vor dir, o Gott, sich findlich.. 548 2. Wach' auf, du Geist der ersten. 509 Wach' auf, mein Herz, und finge 716 * 516 623 Wie groß ist uns're Seligkeit Wie groß, o Gott, ist deine Wie groß, wie angebetet ist Wie heilig ist die Stätte hier Wie herrlich fand der Deinen Wie herrlich ist, o Gott Wie herrlich strahlt der Wie hoch haft du mich, Gott Wie mannichfaltig sind die Gaben 642 Wie oft, wie oft mißfallen wir 342 Wie sicher lebt der Mensch, der. 313 Wie sie so sanft ruh'n, alle die 151 Wie so tief herabgelassen. Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich dich recht loben Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, o dann mir Wie wohl ist mir, o Freund der Wieder ist ein Jahr vergangen Will mich, o Gott, hienieden Willst du, wann Gott dich ruft Wir Alle, Gott und Vater ♦ Albendgebet am Sonntage Morgenbet .. 80% .... • Morgengebet am Sonntage Beim Eintritt in die Kirche Beim Schluß des Gottesdienstes. ... .. .. ● ♦ ... ● ● 066 801 164 Verzeichniß der Gebete. and bust Register. Nro. Nro. 396 Wir kommen, Retter, dir Gefang 169 247 Wir nah'n zu deinem Throne 171 17 Wir sind, wenn es die Pflicht.. 705 530 Wirf, blöder Sinn 21 Wir freuen uns, Herr Jesu Christ 122 3ur Ruhe wird der Leib gebracht Wir glauben All' an Einen Gott 274 3u so viel Tagen, die mir schon 545 647 637 696 Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden 651 241 Wo sind' ich Gott, den meine 354 Wohl dem, der beff're Schäße Wohl dem, der richtig wandelt Wohlthätig sind der Erde Leiden Wohlzuthun und mitzutheilen Wort aus Gottes Munde Wunderbarer König 608 674 350 Wundervoll sind deine Werke 3. 371 19 361 324 450 Abendgebet Abendgebet am Schlusse der Woche 482 Abendgebet für Kinder Am Weihnachtsfeste. Beira Jahreswechsel. 3aget nicht, wenn Dunkelheiten. 308 Beit, die ich seufzend zähle. 770 415 Beuch uns nach dir 113 48 3u Gott, o Seele, schwing' dich. 248 607 Bum Erstenmal erschein' ich hier 781 453 3um Himmel erhebe dich. 141 Zum Trost in unsern 155 • 474| Zur Passionszeit: 475 Am Osterfeste 476 Am Tage der Himmelfahrt 476 Am Pfingstfeste 478 Selbstprüfung 481 Beichtgebete Abendmahlsgebete 484 Für einen Kranken 484 Für einen Sterbenden 486 190 ...• 573 257 333 231 740 stoll be stoff ... 487 488 490 492 494 497 499 0.1503 . 505 Verzeichniss der Fiederdichter. ( Die jedem Dichter beigefügten Zahlen bezeichnen die Numern der Lieder, welche er verfaßt oder doch umgearbeitet hat. In dem Gesangbuche weisen die unter den Liedern befindlichen Zahlen so auf die Dichter zurück, daß die erste Zahl den Verfasser, die folgende den Umarbeiter bedeutet. Ein Sternchen vor einer Zahl zeigt an, daß der eigentliche Verfasser unbekannt war.) djece 1. Alber, D. Erasmus, General- Superintendent in NeuBrandenburg, 1553. 119. + 2. Alberti, Heinrich, geb. 1604, Organist in Königsberg, +1651.721. 1 3. Albertini, Johann Baptist von, geb. 1769, Bischof der Brüdergemeinde,+ 1831. 444. 751. 4. Albinus, Johann Georg, geb. 1624, Rector in Naumburg, † 1679.- 320. + 5. Albrecht IV., Markgraf zu Brandenburg- Baireuth, geb. 1522 1557.- 583. + Ambrosius, gb. 340, Erzbischof von Mailand,+ 397. 6. 23. 559. 2 7. Arndt, Ernst Moriz, gb. 1769, Professor in Bonn.- 358. 8. Arnold, Gottfried, gb. 1665, Pfr. und Inspector zu Perleberg, 1740.- 633. + 9. Aschenberg, Johann Wilhelm, gb. 1769, Kirchenrath zu Hagen in der Grafschaft Mark,+ 1819.- 104. 10. Aschenfeld, 1817 Pfr. in Flensburg. 112. 11. Bachof von Echt, L. H., gb. 1725, K. Dänischer Ges sandter zu Madrid. 72. 598. 1350 12. Bäßler, Johann Leonhard, gb. 1745, Rector zu Memmingen,+ 1811.- 167. 13. Barth, M. Christian Gottlob, gb. 1799, Pfr. zu Möttlingen bei Calw.- 714. 14. Behemb, Martin( Böhme, Bohemus), gb. 1557, Pfr. in Laubau,+ 1622. 783. 14. Beyschlag, Johann Balthasar, Decan in SchwäbischHalle,+ 1717.- 592. 15. Bickel, Johann Daniel Karl, gb. 1737 zu Altweilnau, Superintendent zu Mosbach,+ 1809. 223. 552. 16. Birken, Siegmund von,( Bethulius) gb. 1626,+ 1681. SINO 619. 17. Borchward, Ernst Samuel Jacob, gb. 1717, Hofrath zu Berlin, 1776. 164. 748. 18. Breitenau, Christoph Georg, gb. etwa 1640.- 169. 19. Bruhn, M. David, gb. 1727, Pfr. zu Berlin,+ 1782. 208. 384. 501. 636. 637. 20. Brunn, Friederike, gb. Münter( f. 158), des Prof. Brunn zu Kopenhagen Gattinn.- 236. 21. Bürde, Samuel Gottlieb, gb. 1753, Kammerdirector zu Berlin. 152. 231. 321. 338. 419. 422. 423. 765. 22. Burmeister, Franz Joachim, t zu Lüneburg gegen 1710. 438. 23. Clausniger, M. Tobias, geb. 1618, Kirchenrath zu Pargstein in der Oberpfalz,+ 1684.- 3. 3 24. Cramer, D. Johann Andreas, gb. 1723, Kanzler und Prof. d. Theol. zu Kiel,+ 1788. 17. 23. 24. 169. 174. 221. 239. 240, 250, 251, 252, 258. 267. 279. 281. 283. 289. 307. 330, 344. 360. 456. 545. 546. 558. 641. 669. 671. 682, 683. 693. 730. 755. 779. 792. 25. Crasselius, Bartholomäus, gb. 1667, Pfr. zu Düssel800 borf,+ 1724.- 273. 366. 533. 26. Cronegt, 3. F. von, gb. 1731, Regierungsrath in Ans. bach,+1758.- 340. 742. 27. Dach, M. Simon, gb. 1605, Prof. in Königsberg,+ 1659. 148. 782. 28. Decius, Nicolaus, Pfr. zu Stettin 1524.56. 270. 29. Demme, H. C. G., Gen. Sup. zu Altenburg.-- 52. 56. 30. Derschau, Christoph Friedrich von, gb. 1714, RegierungsPräsident in Ostfriesland, 1799.- 323. 31. Deßler, Wolfgang Christoph, gb. 1660, Conrector in Nürnberg,+ 1722.0 415. - 32. Dilherr, Johann Michael, gb. 1604, Prof. in Jena, CT 1699.- 301. eaar 33. Dilthey, 3. D., gb. 1752, Pfr. zu Friedrichswalde, + 1793. 537. 34. Diterich, Johann Samuel, gb. 1721, Ober- Consistorials 058 rath zu Berlin, 1797. 20. 29. 31. 61. 75. 83. 132. 202. 206. 209. 269. 320. 322. 334. 336. 337. 351. 356. 364. 384. 390, 400, 447. 448. 455. 461. 508. 510. 594. 595. 607. 624. 625. 627. 634. 635. 642. 648. 652. 654, 666. 667. 672. 677. 680. 35. Döring, Karl August, gb. 1785, Pfr. zu Elberfeld.-- 135. 186. 256. 282. 377. 378. 470. 471. 473. 477. 563. 578. 638. 675. 727. 768. 36. Dolz, 3. E., gb. 1769, Schuldirector zu Leipzig. 711. 4 37. Dräsede, D. Johann Bernhard, gb. 1774, evgl. Bischof zu Magdeburg. 410. 421. 660. 38. Drese, Adam, gb. 1630, Capellmeister in Arnstadt, † 1718. 352. 39. Eber, D. Paul, gb. 1511, Gen. Sup. zu Wittenberg, † 1569. 156. 783. Cr 40. Eschenburg, D. Johann Joachim, gb. 1743, Prof. zu Braunschweig,+ 1820. 30. 92. 226. 414. 663. 686. 790. - - 41. Fabricius, D. Friedrich, Pfr. zu Stettin,+ 1703.- 460. 42. Feddersen, Jacob Friedrich, gb. 1736, Propst in Altona, +1788.762. 43. Flemming, Paul, D. M., gb. 1609+ 1640.- 298. 44. Francisci, Erasmus,( Finr) gb. 1627, lebte in Nürnberg, 1694.- 29. † 45. Frank, Johann, geb. 1618, Bürgermeister in Guben, + 1677. 204. 425. 457. 46. Frant, Michael, gb. 1609, Bäcker, dann Schullehrer in Coburg,+ 1667.311. 47. Frank, Salomo, gb. 1669, Secretär in Weimar,+1725. Adindami 86. 254. 48. Frante, D. August Hermann, Prof. u. Pfr. zu Halle, Stifter des Waisenhauses,+ 1727.- 658. 49. Freylinghausen, Johann Ambrofius, geb. 1670, Pfr. und Franke's Gehilfe zu Halle,+ 1739.- 21. 22. 607. 636. 50. Freystein, D. Johann Burkhard, Hofrath in Dresden, 000+ 1720.- 482. 50. Fritsch, D. Ahasverus, gb. 1629, Kanzler in Rudolstadt,+ 1701.- 447. 51. Fröbing, Johann Christoph, gb. 1746, Pfr. zu MarkOldendorf im Hannöverschen,+ 1805.- 402. 52. Füller, J. G., gb. 1738, Lehrer zu Roßleben,+ 1766.- 394. 53. Funk, D. Gottlob Benedict, gb. 1734, Consistorialrath zu + Magdeburg, 1814. 39. 73. 110. 319. 326. 388. 726. 752. o 54. Garve, Karl Bernhard, gb. 1763, Prediger der Brüdergemeinde zu Neusalz a. d. Oder. 514. 55. Gellert, M. Christian Fürchtegott, gb. 1715, Prof. zu Leipzig, 1769. 27. 28. 59. 88. 102. 207. † 237. 255. 278. 313. 314. 395. 401. 406. 407. 439. 453. 486. 493. 494. 508. 512. 516. 532. 541. 567. 574. 587. 593. 596. 627. 629. 631. 647. 664. 681. 715. 732. 735, 766. 769. 56. Gerhardt, Paul, gb. 1606, Archidiaconus zu Lübben, +1676. 19. 36. 47. 74. 75. 130. 293. 299. 416. 564. 570. 582. 584. 585. 588. 600. 716. 741. 57. Giesecke, Nicolaus Diterich, gb. 1724, Sup. zu Sondershausen,+ 1765.- 324. - - - - 5 58. Gittermann, D. Rudolph Christian, Pfr. zu Dornum in Ostfriesland.- 504. 59. Göpp, Deutscher Pfr. zu Paris. 219. 60. Gotter, Ludwig Andreas, gb. 1661, Hofrath zu Gotha, 383nt 1735.472.050## 7102 61. Graf, Simon, gb. 1603, Pfr. zu Schandau, † 1659. danie 434. 792. 62. Grot, Johann Christian, gb. 1733, Pfr. zu St. Petersdesburg, 1800. + 292. 343. 555. 63. Größsch, Johann Wilhelm, gb. 1688, Sup. zu Suhl, 0001++ 1752. 254. 64. Gryphius( Greif), Andreas, gb. 1616, Landsyndicus zu Glogau,+1664.310. 021 65. Günther, Cyriacus, gb. 1650, Prof. zu Gotha,+ 1704. 209. 0 - 66. Handel, Friedrich Christian, gb. 1763, Geh. Kirchenrath zu Mosbach. 52. 67. 478. 696. 753. 780. 67. Hanftein, Gottfrieb August Ludwig, Pfr. zu Berlin. +1821.789. 68. Hardenberg, Friedrich von( Novalis), gb. 1772, Bergbeamter zu Weißenfels,+ 1801.- 362. 614.10 69. Harms, Claus, Propst in Kiel.- 175. 70. Hävecker, Johann. Heinrich, Pfr. zu Calbe, † 1722. TO 646. 71. Hecker, Heinrich Cornelius, gb. 1699, Pfr. zu Meuselwiß, $ 8.018+ 1743. 71. 350. 517. 601 - 72. Heeren, Heinrich Erhard, gb. 1728, Dompastor zu Bre as men,+ 1811.550. 645. 707. 73. Heermann, Johann, gb. 1585, Pfr. zu Köben, † 1647. 0 63. 201. 363. 495. 708. 74. Heine, Georg, Diaconus zu Halle 1672-1685.- 489. 75. Helmbold, M. Ludwig, gb. 1532, Sup. zu Mühlhausen, + 1598. 576. 76. Hengstenberg, Karl, Pfr. zu Wetter in der Mark. 306. 544. 77. Herberger, Valerius, gb. 1562, Pfr. zu Fraustadt, 0 † 1627. 788., anordul 231100.00 78. Hermann, Nicolaus, Cantor in Joachimsthal,+ 1561. 37. 793. 10 SO 79. Hermes, Johann August, gb. 1736, Consistorialrath zu sants Quedlinburg,+ 1822. 33. 57. 327. 80. Hermes, Johann Timotheus, gb. 1738, Pfr. zu Breslau, +1821. 26. 436. 445. 655. 734.010.00 81. Herzog, D. Johann, gb. 1647, lebte in Jena, † 1699. bide 736. - 82. Hesekiel, Friedrich, Gen. Sup. zu Altenburg, † 1840. 518. 83. Heydenreich, D. August Ludwig Christian, gb. 25. Juli Uncense 1773 zu Wiesbaden, ev. Bischof das., vorher Prof. zu Herborn.- 7. 10. 14. 18. 34. 50. 51. 54. 70. 1 7 Alba 80. 84. 90. 91. 107. 113. 139. 148. 153. 157. 08162. 179. 180. 184. 191. 192. 194. 200. 214. 219. 225. 233. 311. 312. 369. 371. 389. 431. 480. 481. 490. 604. 605. 617. 633. 637. 639. 643. 653. 670. 675. 690. 704. 747. 763. 764. 772. 781. 84. Hiller, M. Philipp Friedrich, gb. 1699, Pfr. zu Steinheim,+ 1769.- 159. 351. 498. 519. 662. 666. 672. 85. Hippel, Theodor Gottlieb von, gb. 1741, Geh. Kriegsrath zu Königsberg, † 1796. 97. 182. 186. 286. 318. 385. 566. 673. 737. 794. 86. Hoffmann, M. Gottfried, gb. 1658, Rector in Zittau, + 1712.500. 87. Homburg, Ernst Christoph, gb. 1601, Rechtsconsulent zu Naumburg,+ 1681.- 123. 88. Hülsemann, D. Wilhelm, Pfr. zu Elsey bei Iserlohn. 41. 369. 371. 451. 704. hd 89. Hunold, Michael, gb. 1621, Archidiaconus zu Rochlig, +1672.698. 90. Huß, Johann, gb. 1373, Prof. u. Pfr. zu Prag; zu Kon 500 stanz verbrannt 6. Juli 1415. 475. 91. Jacopono, Franziscaner, geb. zu Todi, † 1306. 90. 92. Kaiser, Nicolaus, Oberconsistorialrath in München.- -529. 93. Keymann, M. Christian, gb. 1607, Rector in Zittau, +1662.616. 94. Klopstod, Friedrich Gottlieb, gb. zu Quedlinburg 1724, der Sänger des Messias,+ zu Hamburg 1803. 145. 149. 151. 195. 203. 259. 271. 381. 383. 420. 435. 441. 450. 485. 542. 630. 661. 776. 795. 8 95. Knapp, Albert, gb. 1798, Ober- Diaconus zu Stuttgart. BIS 009111. 114. 117. 175. 198. 199. 201. 287. 429. 797. 798. 799. 96. Knorr von Rosenroth, gb. 1636, Geheimerath zu Sulzbach,+ 1689.- 723. 97. Köhler, Johann Friedrich, Pfr. zu Wendischleuba. se 189. 98. Koißsch, Christian Jacob, Prof. zu Elbing.- 413. 99. Köpken, Friedrich von, geb. 1737, Hofrath zu Magdedioby burg,+ 1811.745.0 100. Krummacher, D. Friedrich Adolph, gb. 1767, Pfr. in Bremen. 31. 430. 101. Kunth, Johann Siegmund, gb. 1709, Sup. in Baruth, + 1779. 448. 102. Küster, Elieser Gottlieb, gb. 1732, Gen.- Sup. in Braunschweig, † 1799. 168. 521. 523. 670. 103. Lappenberg, Samuel Christian, gb. 1720, Pfr. zu Lesum bei Bremen,+ 1788. 201. 104. Laurentii, Laurentius, gb. 1660, Cantor zu Bremen, † 1722. 565. 105. Lavater, Johann Kaspar, Pfr. zu Zürich,+ 1801.- 48. 94. 106. 125. 205. 211. 247. 341. 440, 462. OUE 463. 487. 524. 531. 554. 572. 580. 601. 699. 701, 775. 777. 778. 785. 106. Lehmus, Johann Adam, gb. 1707, Sup. zu Nothenburg a. d. Tauber,+ 1788.- 107. 31 - 1 107. Lehr, Leopold Franz Friedrich, gb. zu Kronberg 1709, Diaconus zu Köthen, † 1744 403. 108. Liebich, Ehrenfried, gb. 1713, Pfr. zu Lomniß,+ 1780.110. 120. 143. 230. 266. 387. 417. 568. 594. 603. 615. 651. 787. 109. liscov, M. Salomo, gb. 1640, Diaconus in Wurzen, 1689.652. - 110. Loder, Friedrich Wilhelm, gb. 1757, Hofrath zu Ohrdruff, +1825.277. 111. köwenstern, Matthäus Apelles von, gb. 1594, Staats201 rath,+1648. 508. 112. Quise Henriette, Kurfürstinn von Brandenburg, geborne Prinzessinn von Nassau- Oranien, gb. 1617+ 1667.e 2900 101. 113. Luther, D. Martin, der Reformator, gb. in Eisleben 10. Novbr. 1483, Prof. in Wittenberg, + zu Eisleben 18. Februar 1546 um 2 Uhr Mor100000 gens.- 23. 33. 39. 94. 126. 127. 128. 137. 161. 210. 274. 510. 559. 114. Mann, M. Johann Karl Gottlieb, gb. 1766, Archidiacon zu Naumburg,+1821.- 304. 761. 115. Masius, Heinrich, von 1687-1708 Rector in Schwerin. 081 296. 116. Matthesius, M. Johann, gb. 1504, Pfr. in Joachimsthal,+ 1565.- 725. 117. Mayer, Johann Jacob, gb. 1769, Pfr. zu Biberach. 177. 9 - 118. Medem, Julius, Reichsgraf von,+ 1778.- 248.681 119. Meister, C. G. L., gb. 1738, Prof. und Pfr. zu in Bremen. 58. 141. 608. 609. 623. 650.. 120. Menger, Johann, gb. 1658, Pfr. zu Kemnig, † 1734. pom 84. 478. 562. 121. Meß, Johann Jacob, gb. zu Freirachdorf 1771, Sup. zu Neuwied. 488. 676. 684. 122. Meyer, Johann Friedrich von, gb. 1772, Schöffe zu Frankfurt a. M.- 511. 123. Meyfart, D. Johann Matthäus, gb. 1590, Prof. zu Erfurt, 1636.- 443. + Set 124. Mohn, Friedrich, seit 1803 Professor zu Mastricht. 261. - 10 125. Mudre, Johann Friedrich, gb. 1736, Pfr. zu Mittelseyda, +1810. 100. 689. 740. 126. Münter, D. Balthasar, gb. 1735, Pfr. zu Kopenhagen, + 1793. 35. 44. 53. 69. 71. 76. 81. 108. 115. 133. 167. 198. 199. 212. 242. 265. 275. 290. 295. 346. 347. 355. 376. 379, 380. 391. 397. 483. 484. 491. 534. 553. 556. 557. 586. 602. 631. 678. 679. 767 786. 800. 811 - - 127. Neander, Christoph Friedrich, gb. 1723, Pfr. zu Grenzs hof in Kurland,+ 1802.- 5. 36. 60. 85. 176. 408. 457. 461. 466. 468. 475. 499. 591. 656. 717. 718. 722. 128. Neander, Joachim, gb. 1640, Pfr. in Bremen,+ 1680. 132. 213. 268. 280. 465. 571. 573. 657. 739. 129. Ne be,+ als Consistorialrath zu Coblenz 1835.- 610. 130. Neuffer, Sup. in Ulm.- 38. 353. Des 131. Neumann, Kaspar, gb. 1648, Prof. zu Breslau.- 124. 132. Neumark, Georg, gb. 1621, Bibliothekar zu Weimar, +1681. 589. - 133. Neumeister, M. Erdmann, gb. 1671, Hauptpastor zu Hamburg, 1756.620. + 620.000 134. Neun herz, M. Johann, gb. 1653, Pfr. in Schmiede1874, berg,+ 1737. 111. # 506 091 135. Nicolai, D. Philipp, gb. 1556, Pfr. in Hamburg, + 1608.354. 381. n 86 136. Niemeyer, D. August Herrmann, gb. 1754, Kanzler und Prof. zu Halle,+ 1828. 8. 22. 32. 87. 117. 138. 172. 173. 178. 204. 228. 285. 335. 418. 429. 551. 569. 577. 665. 774. 137. Notfer balbulus, Mönch) zu St. Gallen,+ 912.- 162. 138. Olearius, D. Johann, gb. 1611, Oberhofprediger in Weißenfels, 1684. 54. 272. Lat E - 139. Otto, Johann Franz, gb. zu Rod a. d. Weil, Kirchenrath zu Brandoberndorf. 220.0 140. Otto, Wilhelm, gb. 1800, Kirchenrath und Prof. zu Herborn. 55. 140. 154. 141. Paulmann, J. L., gb. 1728, Pfr. zu Braunschweig.- 34017080674. 687. among 28 16.801 142. Pfranger, 3. G., gb. 1745, Hosprediger zu Meiningen, + 1790.232. 317. 348. 621. 143. Plant, Candidat der Theologie. 622. 144. Poliander( Graumann), gb. 1487, Pfr. in Königss berg in Preußen,+ 1541.259. 145. Prudentius, Aurelius Clemens,+ 405.- 233..10 146. Rambach, Johann Jacob, gb. 1693, Prof. und Sup. zu Gießen,+ 1735.21. 238. 243. 246. 253. 260. 263. 291. 349. 359. 365. 367. 372. 374. 2001+ 526. 606. - - 11 - 147. Ramm, 3. P., Diaconus zu Leipzig, 1741.- sdn? Im 535. * 05101 148. Reche, D. Johann Wilhelm, gb. 1763, Pfr. zu Mülheim psa. Rhein, 1835.185. 187. 197. 257. 303. 308. 375. 522. 644. 694. 702. + 149. von der Recke, Charlotte El. C., geborne Reichsgräfinn von Medem. 368. 539. 150. Reinold, J. K. D. P., Kirchenrath zu Mosbach am Neckar. 695. 151. Reinwald, W. J. H., gb. 1737, Rath in Meiningen. 649. - 152. Richter, D. Christian Friedrich, gb. 1676, Arzt zu Halle, + 1711. 410. 479. 480. 153. Ringwaldt, Bartholomäus, gb. 1531, Pfr. in Lengfeld in der Mark.- 467. 154. Ninfart, M. Martin, gb. 1586, Archidiacon in Eilenburg,+1649.- 560. 12 155. Nist, Johann, gb. 1607, Pfr. zu Wedeln, 1667.- 40. 43. 121. 202. 743. 156. Robert der Heilige, König von Frankreich.- 1. 157. Rodigast, M. Samuel, gb. 1649, Rector zu Berlin, wint 1708.- 590. 11 158. Rost, Friedrich Wilhelm Ehrenfried, gb. 1768, Rector opinis der Thomasschule zu Leipzig, 1835.- 710. + 159. Rothe, Johann Andikas, Pfr. zu Promniß bei Sorau, gb. 1688,+ 1758.- 515. 160. Rutilius, Martin, gb. 1550, Archidiacon zu Weimar, 1618.- 464. 161. Sachs, Hans, gb. 1494, Schuhmacher und Meistersänger zu Nürnberg, † 1576.- 597. 162. Sachse, Christian Friedrich Heinrich, Hosprediger in Altenburg.- 136. 150. 234. 163. Schalling, Martin, gb. 1532, Sup. zu Amberg, † 1608. 613. 164. Scheffler, Johann,( Angelus) gb. 1624, Kaiserl. Leibmisdi argt,+ 1677. 62: 113. 364. 611. 784.8) 165. Schenf, M. Hartmann, gb. 1634, Pfr. in Völkershauſen, 3-2+ 1681. 9. 166. Schiebeler, Johann Daniel, gb. 1741, Kanonicus zu Hamburg, 1771.- 16. 95. 167. Schink, Johann Friedrich, gb. 1755, Bibliothekar zu Sagan, † 1822. 329.08 - 168. Schirmer, M. Michael, gb. 1606, Conrector zu Berlin, + 1673.- 20. 129. 169. Schlatter, gb. Bernet, Anna, zu Zürich, 1826. 720. 750. 02 170. Schlegel, Johann Adolph, gb. 1721, Gen.- Sup. zu Hanover,+ 1793.23. 46. 63. 78. 84. 89. 309. 424. 425. 467. 693. 719. 10t 171. Schlosser, Ludwig Heinrich, 1663, Pfr. zu Frankfurt, 692. 2001 +1723.692. 172. Schlosser, Philipp Friedrich, gb. 1701, Pfr. zu Kassel, † 1741.- 132. 173. Schmidt, Johann Eusebius, gb. 1669, Pfr. zu Siebleben bei Gotha,+ 1745. 396. 173. Schmidt, Christian, gb. 1683, Pfr. zu Eilenburg seit 1723. 288. 174. Schmolke, Benjamin, gb. 1672, Pfr. und Inspector zu Schweidnig,+ 1737. 89. 144. 165. 216. 264. si 284. 297. 316. 392. 449. 513. 526. 540. 547. 548. 693.7 175. Schneesing, Johann,( Chiomusus), Pfr. zu Freimar bei Gotha 1522.- 468. 13 712..107 1010 Set 176. Schreiber, Christian, Sup. in lengsfeld. 177. Schröder, Aemil Ludwig Philipp, gb. 1764, Kirchenrath Set zu Hachenburg,+ 1835.— 685. 178. Schröder, Johann Heinrich, gb. 1666, Pfr. zu Möseistnieni berg bei Magdeburg, 1728.- 399. 481. 201 179. Schubart, Christian Friedrich Daniel, gb. 1739, Musif+ nunc † director zu Ludwigsburg, 1791.- 235. 409. 632. 796. 1 180. Schulß, Johann Justus, Pfr. zu Neuwied, früher zu 801 480 Hachenburg, gb. 1768,+ 1814. $ 190. 180. Schulp, Karl Wilhelm, Pfr. zu Wiesbaden, gb. 1801. 146. 773. 1 182. Schwarzburg, 181. Schüß, Johann Jacob, gb. 1640, Nath in Frankfurt a. M., + 1690. 294. - - +1706.315. Gräfinn Ludämilia Elisabeth, gb. 1640, +1672. 113. 618. 183. Schwarzburg, Gräfinn Aemilie Juliane, gb. 1637, 14 184. Seriver, M. Christian, gb. 1629, Oberhofpred. zu Quedlinburg,+ 1693.- 744. 185. Seebode, D. Joachim Diterich Gottfried, gb. 1792, Cons sistorialrath zu Gotha.- 640. 709. 186. Selneder, D. Nicolaus, gb. 1552, Sup. zu Leipzig, 1000+ 1592.- 6. 122. 187. von Senfft zu Pilsach, Ludwig Rudolph, Dompropst zu Naumburg,+ 1718.- 659. 188. Spalding, D. Johann Joachim, gb. 1714, Obercons os sistorialrath zu Berlin,+ 1804. 433. 562. 189. Speratus, D. Paul, gb. 1484, Bischof zu Liebmühl in Preußen,+ 1554.- 475. 190. Spieß, Joh. Christian, Pfr. zu Frankfurt a. M., † 1828, 183. 191. Spitta, Karl Johann Philipp, gb. 1801, Pfr. zu Has dan me[ n.- 688. 192. Stark, Johann Friedrich, Pfr. zu Frankfurt a. M., + 1756. + 1756.- 503. 193. Stegmann, D. Josua, gb. 1588, Prof. in Rinteln, + 1632. 10. 10. - 194. Stockhausen, - Johann Christoph, Sup. in Hanau, 171. +1784. 195. Sturm, M. Christoph Christian, gb. 1749, Hauptpastor zu Hamburg,+ 1786.- 64. 71. 77. 86. 98. 103. 181. 193. 249. 328. 386. 398. 426. 452. 575. 706. 728. 729. 746. 771. 791. 1081 196. Taddel, Christian Ludwig, gb. 1706, Kanzleidirector in Rostock,+ 1775. 105. -30 197. Teller, Wilhelm Abraham, gb. 1734, Oberconsistorialrath zu Berlin,+ 1804.- 144. 198. Tersteegen, Gerhard, gb. 1697, Kaufmann zu Mülheim a. d. Ruhr,+ 1769. 525. 199. Thilo, Valentin, gb. 1607, Prof. in Königsberg, + 1662. 25. 200. Thomas von Aquino, gb. 1224, Prof. zu Neapel, + 1274.200. 201. Thomas von Celano, Geistlicher 1250.- 389. 389. 813 202. Tiedge, Christoph August, gb. 1752, lebt in Dresden. 579. 203. Titius, Christoph,( Tieße) gb. 1641, Pfr. zu Herspruck, + 1703. 466. 599. 204. Tode, Heinrich Julius, gb. 1733, Sup. zu Schwerin, +1797. 443. 770. 205. Trautschold, Joh. Gottlob, Pfr. zu Gröbern bei & xmand - Meißen. 66. - 15 206. Ug, 3. P., gb. 1720, Director des Consistoriums zu Ansbach,+ 1796.- 4. 792. 207. Wagner, Regierungsrath zu Hildburghausen.- 12. 332. 348. 370. 208. Wegelin, M. Josua, Pfr. zu Presburg, 1660.- ovan -1- 110. 209. Wegleiter, D. Christoph, gb. 1659, Prof. zu Altdorf, + 1706. 421. 210. Weigel, Johann Andreas Valentin, gb. 1740, Pfr. zu Hasselbach bei Landshut. 626. 211. Weingärtner, Siegmund, Pfr. zu Heilbronn 1600. 581. 212. Weiß, Michael, Pfr. zu Landskron in Böhmen etwa 1540. 229. 213. Weiße, Christian Felir, gb. 1726, Steuereinnehmer zu Leipzig,+ 1804.- 325. 492. 583. 668. 214. Wilhelm II., Herzog zu Weimar, gb. 1598,+ 1662.- 4. 215. 3achariä, Friedrich Wilhelm, Prof. in Braunschweig, + 1777.- 300( nach Addison.) 16 216. 3immermann, Johann Christian, gb. 1702, Sup. zu llelzen, 1783.- 262. + 217. 3ollikofer, G. J., gb. 1730, Pfr. zu Leipzig, † 1788. 526. 218. 3 wid, D. Johann, Pfr. zu Constanz,+ 1542.118. 006 SOS DE TOS 190200018 AS bla S Inches 1 Centimetres Blue 99 G 1211 4 Cyan 2 15 To 1₂ 6 17 Farbkarte# 13 Green G 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8