BERRI deine Wer 1600 VK Gb 327 G6 397 2 265 Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt in Nürnberg Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes u. nach seiner Gerechtigkeit. Matth.6,33. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg. Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste fowohl als jur Privat- e Caffel, 1885. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg. rea. Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. Caffel, 1885. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. G6 327. { ពី ន រាល់ ៦ ladormitt sinsidesto milima ount for tod 3881 1 • ejusdalinnat Giessen u bar@ Univ.- Bibl. ST- 001 ujet godersjukd no( 11 Inilsmini 3sd no( St Collenstbeit al mi) dou uist 081-8TI bers 10%-rer mug use introds and mock( 1 uffed durfio sgilled mad mo( A 3d# 08( 61 Inhalt.d and not( 81 nopilist med noe( tad gadagas od 082( 81) and not( 0%) Abtheilung. 4sd Erste Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. esd gudrojul dan men A 08( 18) 1) Vom Worte Gottes, Nr. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Nr. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Nr. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Nr. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Nr. 70-77-198104 917 og 6) Vom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen, ats und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Nr. 78-88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überHaupt, Nr. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Nr. 99-119. do( 99 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Nr. 120-123. m( 62) 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Nr. 124-152.( ¹ Von dem Begräbniß Jesu, Nr. 153-155. 1* 4 3 n halt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Nr. 150-172. 12) Bon der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes, Nr. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Nr. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Nr. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Nr. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Nr. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Nr. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Nr. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Trost bei der Unvellkommenheit dieses Lebens, Nr. 242 bis 259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Nr. 260- 272. 21) Von dem ewigen Leben, Nr. 273-280. Zweite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. * 500 25 deir moth 22) Von der Buße und Bekehrung, Nr. 281-302. 23) Vom Glauben, Nr. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel übers haupt, Nr. 323-352. Inhalt. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 353-356. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 357 stabis 367. bor edi( Ob 27) Von der Furcht Gottes, Nr. 368-371. d 5 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Nr. 372-397. 29) Bom Gebet, Nr. 398-405. THE 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Nr. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Nr. 416 bis 418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Nr. 419. Im Kriege, Nr. 420-421. In Theuerung, Nr. 422. In Seuchen, Nr. 423. In Krankheiten, Nr. 424. Auf der Reise, Nr. 425. Bei Gewittern, Nr. 426-428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Nr. 429; für bie Prediger, Nr. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Nr. 431-432; der Aeltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Nr. 433-434; einer Waise, Nr. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Nr. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Nr. 438-458. 2. Besondere, Nr. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahres, Nr. 464-469. 33) Morgenlieder, Nr. 470-479. 34) Abendlieder, Nr. 480-489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Nr. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Nr. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 496-498. 6 Inhalt. 38) Von der Sorge für die Seele, Nr. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Nr. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Nr. 512-514. d 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Nr. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Nr. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zube reitung zum Tobe, Nr. 532-542. 44) Von der Liebe des Nächsten, Nr. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Nr. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Nr. 553 bis 555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Nr. 556-558. dal 934 ognojni mind tod ABA 008 750( 9) arrig spills 30 thums deu imuntet tolle stref me th dal San tie nodulesi mad Shabt til sio tour Erster Theil modvod aut Lieber, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. pr 2 st labu n omm heil ger Geift, erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft, in Einigfeit des Glaubens. Al- lelu- ja, TEK wine of fagurd 1) Vom Worte Gottes. Jaguig Idoar so Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. St Al- lelu- ja, Al- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die gange Gemeinde. Ta Hisnis ng 32 G 2 57 Mel. D Gott, du unser Bater. 2. 6 ott, der du unser Vater bist, durch Jesum Chrift, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehreft uns in deinem Bort, wirt auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! 8 Erster Theil. Tel. Herr Jefu Chrift, bich zu. 3. HEE Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. err Jesu! send uns deinen Geist, den Geift, der, wie bein Wort verheißt, mit ſeiner 5. Höchte, daß du uns bein Mel. Liebster Jefu, wir find hier- 4. Gott! wir danken bir, auch wir nach demselben heilig leben. Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß Gib dem Glauben solche Stärke, baß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Bater! bu, ber du lehrst uns, was wir sollen, schent uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Bollbringen! so wird alles wohl gelingen. Onabe uns regiert, und auf den Beg ber Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Manh, und mach uns deinen Willen fund; rühr unser Herz, stärt den Berstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in avger Freud 4.2 L me preift, bir Bater, Sohn und helgem Geift, dir heilige Dreieinigteit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Mel. Es ift bas hell und kommen x. , Gott, ben Grd und Sim- 6. Wir Menſchen find von felbft, o Gott, zum Geistlichen untüchtig; dein göttlich Wesen, bein Gebot, find viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg ju dir nicht zei- get. 2. Drum sind vor Zeiten ausge fandt Propheten, deine Knechte; fo wurden damals schon bekannt den Menschen beine Rechte. Zuletzt ist noch dein lieber Sohn, o Bater, bon des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. Nach dem öffentlichen Gottesdienste. iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzu hören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geiftes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufe Wort une merken; laß es une zum Leben stärken! 8. D bu Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Helligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre beines 3. Mit Lob und Breis, o höchster Hort, muß Herz und Mand dich ehren; da wir in beinem thenern Wert dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. Vom Worte Gottes. FUNGSIDO une durch deinen Geift bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Bilf, daß ber frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, and nimmt ein schrecklich Ende. D kß bagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns fich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst bas Herz, daß wir bein Wort recht faffen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen laffen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu leiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von ber Sorg und Luft der Welt verderbet und erfticket. 9 Rel. Wer nur den lieben Gott. 7. DE ein Wort, o Höchfter, ist vollkommen. Es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sinber und dem Frommen zum Leben fichern Unterricht. D felig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Fin sterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchfter, was bu bist, was theur in deinen Augen ift. 7. Mach uns durch deine Gnade 3. Dein Wort ermuntert, dich zu gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in lieben; lehrt, wie viel Gut's bu anserm Amt und Stande: daß mit ausüben, und wie du väterlich une denen gibft, die freudig dein Gebot beharrlicher Gebulb, gerithrt bon beiner Lieb und Huld, wir reichlich verspricht, bleibt ewig wahr; du litliebst. Und was, o Herr, dein Mund Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, beine Zeugnisse find besser, Gib uns ein Herz, das an dir haft und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! Gold. Ihr Werth ist töftlicher und unser Herz ist vor dir bloß; mach größer, als alles, was die Erde zollt. uns bon eitlen Sorgen los, und Wer bas thut, was bein Wort gebaut, allen bösen Listen. dem ist dein Segen ftets bereit. 9. Laß uns bein Wort beständig 5. Drum laß auch mich mit Luft fein ein Licht auf dunkeln Wegen. betrachten, was mich dein Wort, e Erhalt es bei uns hell und rein, Höchster, lehrt, und mit Gehorsam und laß une seinen Segen, Kraft, auf das achten, was es von mir zu Rath und Troft in aller Noth, im thun begehrt; so fließen Troft unb Leben und noch mehr im Tod, mit Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. frohem Herzen spüren. 10. Laß dies bein Wort zu beinerr al onaffus& nolim Thr, Gott, fich weit verbreiten. Wel. D Gott bu fremmer Gott. beine Herr Jefu, jeben leiten! D heilger Geift, 8. D u willft, Gett, bas setz durch dein Wort dein Wert bei uns beständig fort; ftärt Hoffnung, Glaub und Liebe. mein Herz zur Heiligkeit gene- se; Vom Worte Gottes. und die Bernunft alsdann gefangen drum gib, daß ich dein Wort, oft nehmen, wenn Gott fich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies 10 Erster Theil. - 4 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und einen Freund, der mehr, als ich sieht, frommem Ernst dadurch mich zu erleiten. Ein forschender Verstand, der banen. Du bists, der in der Schrift sich der Schrift geweiht, ein angezu meiner Seele[ pricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. fochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werty! 3. Mein Gott, vor welchem ich Es ist mein Glück auf Erden, und letzt meine Hände falte, gib, daß ich wird es einst noch mehr in jenem allezeit dein Wort für Wahrheit halte; Leben werden. Nie irre mein Gemülth und laß mich deinen Rath empfin- der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die bungsvoll verstehn, die Wunder am sie schmähn, bleibt doch dein Wort, Geset, am Wort vom Kreuze sehnl o Gott! 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort ſei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glüc, mein Licht in Ewigkeit. 4. Du, aller Wahrheit Gott, fannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus faffen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gib, daß dein kräftig Wort, Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D starte mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so faß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich Hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 09 Mel. Nun danfet alle Gott. STEE deslo elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. D, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. A 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. DHöchfter, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 fich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es fei mir Heit rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. SI zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der ma Mel. Ber nur den lieben Gott.- 7. 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. De gegeben, wie preis ich er das aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben dich, o Gott, dafür! Nie tann mehr ehre! Gib deinen Geist ins Herz, Dank dich gnug erheben! durch Chrider Luft und Kräfte gibt, daß man stum schenkteft du es mir. Kein Licht, die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. tein Troft erfreute mich, temmt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthuns sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Troft& Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. Mel. Ach Gott und Herz. 1 10. G ott ist mein Hort, und auf sein Wort foll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer bar mich seine Kräfte schmecken. Laß feinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? mein Theil. Gott, ohne sie verstind ich nie, wie 3. Wozu hat mich mein Gott er schaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott fünftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht beftehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Troft, den fie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod 5. Ja, du haft mich den Finster ah dich würdig ehrte. and miniffen des Irrthums, und der Sünde 4. Dein Wort erklärt der Seele Macht durch deine Lehre, Herr, ent Werth, Unsterblichkeit und Leben. riffen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir Nacht. Du zeigest mir des Höchten mir übergeben. Rath, und führft mich auf der Wahr heit Pfad. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Ren und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geift ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu veihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! bein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hafts uns gegeben. 6. Ich weiß, wozu mich Gott ers schaffen; ich tenne meine ganze Pflicht Mein Geift wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl beftehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Luft, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! Erster Theil. Theil. Vom Wesen Gottes Mel Liebfter Jefu, wir find bier. — 4. err, mein Licht! erleuchte 12. He mich, daß ich mich und 13. Dich erfenne; daß ich voll Bertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchfter, laß mich boch auf Erden weise zu bem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig baraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 8. Aber laß mich nicht allein richtig feinen Sinn verstehen, laß mein Herz folgsam sein, den erkannten - 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Troft und Freuden. uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. Gott, mit wildem 2. Ein Haufe Läftrer wagte, o ausgelaßnem auch Beg zu gehen. Denn sonst würd Spott, den Heiland, beinen Sohn, ich bei dem Wiffen boppelt Streiche leiden müssen. zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 5. Hilf, daß fich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben Lernen. Mel. bes 100. Pfalms. er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir 1 3. Ach, ihrer Lehre Peft, o Herr, schleicht fego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht fie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns bein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jefu Chrift, der du zur Rechten Gottes bift. Sei unser Schild und starke Wehri Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, ber barnach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet. 6. Du haft von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Bielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. leicht 7. D, verleihe mir die Kraft, dei- 7. Ach, wären sie dir, Herr, nem Bort gemäß zu handeln und vor bir gewissenhaft als bein trenes Kind uwandeln; so wird einft in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. versöhnt! fie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur erusten Ren thr Geift erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. D Gott bu frommer Gott. laß mich stets vor bir voll Chrerbletung fein. 14. ubetungswirdger Gott! mit Ehrfurcht ftets zu 2. Du bist das höchste Gut; bu nennen, du bist unendlich mehr, als weißt von keinem Leide; ftets ruhig wir begreifen können. O flöße mei- in bir felbft schmeckst du vollkommnt nem Geift die tiefste Demuth ein, und Frende. Dein ist die Herrlichkeit. es und seinen Vollkommenheiten. 18 Auch ohne Kreatur bist du dir selbst Mel. Allein Gott in der Höh fet Chr. genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. D er Herr ist Gott um Luft und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst fie und leiner mehr. Frohlockt ihm. gern zu segnen, zu erfreun. pealle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer fann im Fleisch dich sehen? Kein fterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle throust, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. seinem ganzen We- sen. 2. 3hn trifft kein Wechsel flichtger Zeit. Nie größer oder fleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ift er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein. Licht, das ihn vor uns verhtillet. Ihn' faffen alle Himmel nicht, wie weit er fie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offen bar in seiner Werke Wundern. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 5. 3ft er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Bungen! Dort soll, wenn 6. Wer schützt den Weltbau ohne wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, dich, o Herr, vor seinem Falle? Allein Lied im höhen Chor dich, großer gegenwärtig breitet sich dein Fittig Gott. erhöhn. dos über alle! Du bist voll Freundlichkeit 4. Was wären wir, wenn feineKraft uns nicht gebildet hätte? Er tennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ift Weisheit und Berstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. Mel. bes 8. Pfalms. - 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirft es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du mur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ift Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich), so vollkommen? 16. G Vom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnilge mir davon bein Unterricht. 6. Bon dir, durch dich, zu dir find alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif iché nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig fithrft. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu tein Mensch tann kommen. Was ifts, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünfel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. 5. Mein eigner Geift kann sich leicht Hintergehen. Dein Wort ist wahr; 7. Einft wirst du dich mir näher offenbaren. Einft werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden fei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 17. SE selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgibet. thin 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; tein Helfer, noch Erretter ist außer $ 100 ott mache du mich und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geift, der Bater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend Lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geift und in der Wahrheit. 15 tigkeit, und deine Wege preife, so wunderbar fie scheinen. Juster) 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Bater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Miffethat so fern hinwegge nommen, als Morgen ist vom Abend. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! tein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch liebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirft allzeit bestehen; es bleibet beine Herrlichkeit, wenn Himmel felbft vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz fich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirft einst alles richten. Laß mich bein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 100 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu Mel, bes 27. Pfalms. retten, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Nach 18. A Stad an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menfchen Grimm und Trut, mur deine Strafe schrede; du tödteft Leib und Seele. 10. Gott, deffen Wahrheit ftets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst ver geht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräueft; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst teine Sünden dulden, wer fagen will, er sei dein Knecht, der meibe Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Eraft befleiße, nachjage der Gerech11. Gott, wenn ich dich so fenn und ehr, dein Wort zum Grunde feßze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schätze, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. ispridsi dus no im 9mm 394 1901 720 uf! auf! mein Geift, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mi 18 Erster Theil. frohem Jubelschall, und geh und geh in die Lieb in alle Ewigkeit. Bom Wesen Gottes er Sitnder ftrafen soll, und bleibt fein erhabnes Heiligthum. 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Bater! fagen fann. Er, er ist es, den Gott 2. Er ist das große Besen aller den Seinen nennet! Gott fieht ihn Wesen, Gott von unendlicher Boll- als sein Kind recht zärtlich an! tommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts fann fo ihn ist, was gewesen, und ist, und sein wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Fr, hat seines Gleichen nicht: ein Gett, vor dessen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. herrlich sein! der höchsten Fürsten hocherhabner Stand ift, gegen dies zu rechnen, lanter Tand; es ist zu felbft gebüdt und zitternd steht! Sein Thron ift Licht, ein unzugänglich licht. 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ewgen Straft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets fich regt, und spricht: Er ist der Herr und feiner mehr. 8. D Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben! Auch mich haft du den Deinen zugezählt, in Chrifto brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es fommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Dede schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indes, mein Geift, anf! auf! ihn stets zu loben. Aufl auf! erwede 4. Was gut und fein mur tann sich und säume nicht! Was in dir genemnet werden, was uns mit Luft ist, werd sanft und still erhoben zu und Lieblichkeit anlacht, was in sich Gott, Jehovah, unserm Schild und faßt der Himmel sammmt der Erden, Licht! Herr! du biß würdig, Chre, der große Bau, voll Schönheit und Preis und Ruhm zu nehmen allezeit boll Bracht, und was dies Rund mur und überall. Lob ihn im Vorhof schon Köftlichs in sich schließt, das kommt mit frohem Schall, einst öffnet fich aus diesem unerschöpften Meer und dir selbst das Heiligthum. deffen unerforschten Fülle her; Er ift der Quell, der immer überfließt. 5. Bon und ohn Ende ist Er, und wird auch fiets 19. G derselbe sein. Er ist zu spilren, wo man fich hinwende, das Heimlichste wird tlar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, tennet er tein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 19. G ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werte, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find. und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, an seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 6. Was er verspricht, dem tann man freudig trauen, die That flimmt mit den Worten überein. Auf Men schen kann man niemals ficher banen; Boch Gottes Ja ist ja, fein Nein ist nein. Boll Billigkeit ift sein Ge richt allzeit, groß von Geduld ist er amd Mitleids voll, nur langsam, wenn und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnverSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das tennet Gott, 20. Gott, du bist von Ewigund seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. Zeit; sen. feit! dein herrlich großes Wesen ändert sich zu feiner du bleibst stets, was du geweLaß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzeft oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 5. Deine Worte trügen nicht! Du 11. Wer kann die Pracht von dei- bist ewig der Getreue, der das hält, nen Wundern fassen? Ein jeder Staub, was er verspricht. D, daß dies mich den du haft werden lassen, verkünftets erfreue! Laß nur deinen Geift digt seines Schöpfers Macht. mich treiben, dir, Herr, auch getreu 12. Der kleinste Halm ist deiner zu bleiben. Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm! 13. Du tränfft das Land, führt uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? P 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals fann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer Was dein bleibst du gleich gesinnt. Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 15. 3ft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Luft mich in beis nem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie au wahrem Wohlfein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlaffen. Nur du bleibst mir ewig slehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bift du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starten Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Troft zn bauen. 2 Erster Theil. Aus dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. 21. Herr err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warft es schon, eh Erd und Himmel 5. Du nur bleibest, wie du bist, ward, eh noch dein Arm sich uns was dein weiser Rath beschließt, ift geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle unwandelbar, wie du, gut und heilig Menschenfinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibeft, wie du bist; denn keine Zeit umgrenget doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schüßeft sie mit deiner starken Rechte, du läff'ft ihr Herz fich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode felbft bleibt er unitberwunden. Kein Tod, tein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 18 INSTR Mel Gott sei Dant in aller Welt. 22. U nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, mun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 3. Alle Werke deiner Hand waren bir, o Gott, bekannt, eh die Welt 6. Du bist nicht ein Menschenfind, daß du liigest! nicht gefinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zufagft, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vers traun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein fol sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht finte dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. Mel. D Gott bu frommer Gott err, du erforscheft mich; dir 8. 23. Du fennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. - 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffest, was ich thu, du ordneft, du bes schließest, was mir begegnen foll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geifte fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 19 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn,| du klar, du prilfest Herz und Nieren, Die Fittige vom Morgen; selbst an und nichts bleibt dir verborgen. dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlöffe mich doch deine Allmachtshand; denn du bift überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: fei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu versteden. Denn auch die Finsterniß ist bor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh fie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh fie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der bu ihren Anschlag siehst, so heiter als den Mor gen, den Wolfen nicht verdunfeln. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich tvunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du fannteft mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, ch ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich fann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich meine; ob ich recht schaffen bin, wie ichs von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig ftehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubrei ten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt ver schwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Belt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuches leien? Laß mich auch in der Einfam feit dich gegenwärtig denken! Wahrheit und Rechtschaffenheit allem Thun mich lenfen, und ftete mein Herz behüten. Las bei 24. Geist! des Auge alles fiehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es fann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 7. u weiser Schöpfer aller alles ganz genau versteht! nichts ift fo große nichts so geringe, das nicht nach deis ner Ordnung geht; du schreibeft der Geschöpfe Thor 3wed, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Berstand; der ganze Weltbau machts bekannt. Mel. von Nr. 17. uwissender, vollkommner 25. - 2. Selbst die Gedanken sind dir tund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Her- 3. Mit eben der allweisen Stärfe, zen offenbar; du kannst ihr Dichten mit welcher du die Welt gemacht, spüren. Den Rath der Seele siehst regierst du alle deine Werke, bie 2* 20 Erster Theil. Vom Wesen Gottes bein Verstand hervorgebracht. hervorgebracht. Du brauchft, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 3. Du haft dein großes Schöpfunge stehet eilend da, was noch zuvor fein Auge fah. 4. Was du zu thun dir vorgenom men, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. werk allmächtig ausgeführet. Es bleis bet ftets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort fie hält. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den fich dein Wille vorbehält, der aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen fann. MODDAN 6. D Weisheit! dede meiner Seele bie angeborne Thorheit auf, damit fe dich zum Leitstern wähle in ihrem fouft verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; e gönne mir bein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem flugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs befte mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. H err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein We sen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führefst deinen Anschlag fort bei allen Hindernissen. Du wintft, so 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weifer Billtir auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir fich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du bon unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läffft. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirst sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Beugen deiner Kraft, die aué dem Tode Leben schafft. 8. Dzünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der start und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles fans und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16 27. großer Gott! ber alle Ding erfüllet, vor des fen Blid tein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungefehn? 2. Könnt ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen: so hielte mich doch deine Hand auch da; denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge fieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du fennft genau das Jumre der Natur, ber ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Rein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Bolt das Fünftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 21 und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du fie, und ftrafeft mich zu meiner Behrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mit leid, Bater, zähleft du die Thränen, die ich meine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Troft mein Herz. 5. Du weißt und hörft, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seuf zen flagt. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, bem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und ber vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor bir, wenn nun dein Tag erscheint. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele.-$ 1. 42. 8. O prüfe selbst die innerfien Ge- 29. G SE banten, ob sie vielleicht von deiner Nichtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. 6. D drück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge schen, und dir zu dienen eifrig fet 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seift, das tröft und beßre meinen Geift. Von der Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes. ott, bor deffen Angefichte nur ein reiner Wandel gift! Ewges Licht, aus deffen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde. Mel. Machs mit mir, Gott, nach- 26. 28. Nie Die bist du, Höchster! von uns fern; du wirkft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich mur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weisseft du; dn pritfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Ang entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehu. Heiligung zu ringen. 2. Heilig ift dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Eivig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, 4. Du merfft es, wenn des Her- und mit deines Armes Stärke wirt gens Rath verkehrte Wege wäblet; bu stets vollkommne Werke. 8. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Hulb erfreut, lobfingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich bir immer trener fei. ftets von uns gescheut! Laß fie uns doch fräftig bringen, nach der 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sinder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bißt nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in feinen Sünden, fann vor dir nicht Gnade finden. 3. Biel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützeft sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigeft du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tu gend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was red und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. 5. Uns erlösen, Sein Wert und Dienst gefällt dir gabft du deinen Sohn dahin. D, so wohl, ist er gleich nicht so, wie er reinige vom Bösen durch ihn unsern soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott ganzen Sinn. Gib uns, wie du nicht scheut, dem frevelnden Ber felbft verheiff'ft, gib uns deinen guten brecher, der dein Gesetz und Recht Seift, daß er unfern Geist regiere, entweiht, bist du ein strenger Rächer. und zu allem Guten führe. daß der dir nie gefällig war, der hier Ihn strafend machst du offenbar, der Sünde dienet. 4. D, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, bor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer tann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 6. Reiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirft Su, Herr, nur die erheben, die im Blauben heilig leben. Rel. Es ift gewißlich an der Seit 30. S die aus der Art geschlagen, das 6. Der Untergang der ersten Welt, Feuer, das auf Sodom fällt, Negyptens lange Plagen, und andre Wun der deiner Macht find Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Süindern lohneft. 7. Bleibt hier viel Böses umbe ftraft, viel Gutes unbelohnet, so tommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet; de ftells du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann trium phirt der Fromme. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich ftellen. Du wirst in ihrem Ange ficht auch mir mein Urtheil fällen. D, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beflissen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Bebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen: fo laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem feften die mich von Straf und Schus be Thron auf alle Menschentinder, befreit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu beftehen. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirt inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz das lauter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. und seinen Vollkommenheites. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel Wer nur den lieben Gott- 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getren, was du versprochen, vollfithrst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist tein Mensch, daß dich gerene, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles ftets zur That. Scheint die ErfülLung gleich noch weit, so kommt sie boch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übeft, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. Obrüde dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer fann den Troft uns ie mals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, dein Bund steht feft. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie start find unsers Glanbens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß, Seele, laß dich dies be fchämen! O traue Gott, der treu es meint. Such ihn zum Muster anzunehmen, und sei auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu und Wahr heit findt. 23 Mel Gott bes Himmels and ber. 32. W eicht ihr Berge, falls ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: ste soll fest und ewig sein. Laft den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß beftehn. ge 2. Gott hat mir ein Wort bero sprochen, seinen Bund mit mir ge macht, der wird nimmermehr brochen, bis er alles hat vollbracht Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er faget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zwed erreichen, den fie ewig fich gestellt. 3ft die Welt voll Heuchelei: Gott ift fromm, gut und getren. 4. Will die Welt den Frieden Bres chen, hat fie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerbar, was er ist, und was er war. 5. Laßt fein Antlit fich verstellen; ift sein Herz doch treu gefinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich fel fein geliebtes Rind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empöxt. Ihre Liebe mag erfalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Soun und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbar mer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Troft! mun werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn fic mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 8. Nun, so soll mein ganz Ver 4. Und diesen Gott follt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! ehren? Und seine Gülte nicht verFelfen will ich auf ihn bauen; was stehn? Er sollte rufen, ich nicht höer fagt, das wird er thun. Erd und ren? Den Weg, den er mir zeigt, Himmel fann vergehn, doch sein nicht gehn? Sein Will ist mir ins Bund bleibt ewig stehn. Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich fiber alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. bes 66. Pfalms. mante 33. M ie groß ist des Also mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Stüd genießen? Jste nicht sein Arm, der alles schafft? 5. Dies ist mein Dank; dies ift sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, ftell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon uus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bift; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte find sie dein. Sich, barum mußte Christus leiden, damit du fönnteft felig sein. 6. Gott, laß deine Gült und Liebe mir immerdar vor Augen sein! fie stärt in mir die guten Triebe, tröste mich zur Zeit der Schmerzen; mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie fie leite mich zur Zeit des Glücks; und fie befieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. D Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe find deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gültig feit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was bu gemacht, und haft une Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießeft werden, da schufft bu uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. deiner Gülte voll; auch in dem Himmel broben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ift so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockeft uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns bein Wohlthun neu; du tommest unsern Sorgen jubor mit deiner Batertreu. Du, Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohl thun, das du übest, sind unfre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. Mel. Wie schön leuchtet der. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bift ftets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu fegnen, ist ewig deine Lust. Mit Dant dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Luft. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlft, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 25 Gott, des starte Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen 2. Seh ich den weiten Himmel an, fo viel ich davon sehen kann, so seb ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ge müthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß find deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Waffer, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güite bollt In allem, was mich nähren ſoll, schmed idh, Gott, deine Güte. Ich 6. Wer hier auf deinen Wegen seh und hör und fühle fie in Feld fich willig deinem Dienste weiht, den und Wald, an Thier und Vieh. Dies feteft du zum Segen schon hier, noch dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig mehr in Ewigkeit. Du fröneft seine ohn Aufhören zu berehren. Hoch zu Leiben mit herrlichem Gewinn, und loben sind ja deiner Güte Proben! führeft ihn zu Freuden, zu ergen 5. Schau ich mich selber achtsam Freuden hin. Wie theur ist deine- an, so viel ich mich beschanen tann, Gate! Gott, laß mich ihrer freun, so seh ich deine Gülte. Die zeiget und stets mein ganz Gemüthe voll mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ihres Ruhmes sein. ein jeder Tritt, mein Geift und ganz 26 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Gemüthe. Billig muß ich dir hin-| wer tann fie, Gott, so wie du, mit wieder meine Glieder ganz ergeben, voller Freud erquiden? Wer fann und nur dir zu Ehren leben. der Deinen reine Bruft mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will fie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch tennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlaffen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schüße sie, die alle Falschheit haffen! 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Beuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hütte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Der 36. Pfalm. Mel. des Pfalms. SE - 36. G ott, deine Huld und Von der Geduld und Langmuth Gottes. Gültigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen 37. Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig feft auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, Erbarmung vor dir finden. rung zu bewegen. 2. Dein find die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Bich! du, Gott, erhältst, er dich. Wenn sie sich gleich versteden, nähreft fie, wer tann dich gnug er- so suchst du fie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, fets fühlen deine Baterhuld, sahst und riefest du nicht ehmale die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Bolfe zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Ber, belehrte! wie trugt du nicht mit Univ.- Bibl. Giessen etreuer Gott! Wie viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ift verderbt von Jugend auf, und deinem Wint entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Bef= und seinen Vollkommenheiten. Gültigkeit die erste Welt so lange Beit, eh fie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'ft den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du warteft sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. scheinen. 2. Waffer, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Gülte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit ftreckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denten, was 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig stellt, oft und träge. Sie straucheln, fie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. wir sagen können, ist ein Schattere ur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, fo viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergibeft Sünde, hörft der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dränet, Chriftum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Fren5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägeft sie mit Baterhuld, bift willig, ihre Sündenschuld durch Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch fie faum weggeleget, zum erreget. denleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten laffen. Mel. Bunderbarer König. 38. 11 27 numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irbiſchen kaum taugen, daß fie in bie Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne 5. dir gegangen, flatt der Gnade Recht Herr, es hat noch keiner, der zu empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen sentet, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand ei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. 39. Gott er ein Mel. ein Gott in der Höh.- 15. unserm Sett allein sei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drüldet mun fein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich,| Pilgerschaft im Glauben felig schlie mit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regiereft ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden fann niemals wanten. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, baß Ang auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 6 3. D Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir berloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns Mel. Ce ist gewißlich an der Beft.- 30. alle starbst du ja! Erbarm dich un- 41. heiligste Dreieinigkeit! fer aller! nach 4. D heilger Geift! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie Teucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein wo wir wandeln, unser Licht! Ver- Wesen unerforschlich. laß uns auch im Tode nicht! Wir traun auf deine Treue! 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei feinem Worte! es zeigt uns ihn erst Mel. von Nr. 17. 40. Herr, unser Gott, wer ist recht, er heißt: Gott Bater, Sohn dir gleich? Du bist das der des arHöchste Wesen. Und doch hast du, an men Sünders. Snade reich, uns dir zum Dienst erlefen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Bater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Vater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewigfeit den Sohn, dein Bild, gezenget. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sinder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 4. Du schufft den weiten Erdenfreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'ft mit weiser Güte. 8. D Jefu, ewger Gottessohn! Du 5. D bester Bater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir fehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. O laß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh beines Segens Bater! werden, und dir im Glauben dienen. 6. Herr Jefu Christ, des Ewgen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'ft auf deines Baters Thron, zu unserm Heil erforen. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott 4. D heilger Geift, du Geift von Gott! Wehr in uns dem Berderben! Im Glauben an des Mittlers Tod Hilf uns der Slinde sterben! Du gibst jum Guten Luft und Kraft. Laß uns Des auch genießen! damit wir unsre geboren. und seinen Vollkommenheiten. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 102 8. Nun fitest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch's allmächtig jedes Land, und dämpfft der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlaffen. 29 10. O heilger Geift, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt bein Trost noch kräftig. 9. Von Ewigkeit warst du auch 12. Gott Vater, Sohn und heil schon, o Geist, Quell aller Wahr- ger Geist, wie groß ist deine Gülte! heit, Gott mit dem Vater und dem sei ewiglich dafitr gepreift, mit freuSohn, erfüllt mit höchster Klarheit. digem Gemüthe! Wenn dich der Engel Bom Vater und vom Sohn gesandt, Chor befingt, wo heilig, heilig, mach uns die Gottheit recht bekannt heilig flingt, so hör hier unser und ihr zu dienen willig. Lallen! Der 19. Pfalm. 3) Von der Schöpfung. 42. ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; dach wer hört ihre Stimme nicht? 11. Geift des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dant barkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jefum Christ getrost und selig sterben. 3. Die Ordnung funsterfüllter Ereise verherrlicht Gott durch jedes Zand und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? erwache, der Sonne strahlend Zelt, 4. Wer schuf, daß uns der Tag als Er? Sie fommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen fegnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß fie lebent, und gibt dem tranfen Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und Pflanzen fich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brin lauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verfündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, beffer und mehr der Sehnsucht werth, fließt auch der Sonne feurig Meer. als Gold. Ihr Werth ist köstlicher Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, und größer, als alles noch so feine von dir kommt auch das Wunder her, Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, daß mir die Schönheit dieser Welt und mehr, als der vom Stocke fließt. so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tanKnechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte sie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Rechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Vergib, das bitt ich, deine Bracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterfeit; nur Licht und StrahSünden mir! len find dein Kleid. COPED 8. Die Furcht des Herrn erhebt und fchmücket ein folgsam Herz, und macht 28 rein, und ewig bleiben die beglüt Tet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 11. Enthalte mich von frechen Slinden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Hulb, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß, zur angenehmen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Stande, bir mein Gebet gefeufzet 44. W enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weissein! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, mein Hort! 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Berwundrung steh, daß ich in deines Geiftes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh. Ach! reinige felbft meine Bruft von jeder schnöden Erdenluft. heit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, Mel. von Nr. 42. 43. Gott! den alle pimmel mein Herr und Vater! D ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht feines Menschen Denken nicht. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmitat, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer flei det sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde feinen Du bist es, der die Erde fleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? bem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Gott, deine Gülte reicht so weit, als mur die Wolfen gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in feiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. D, mache du mich flug un weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. QUE EN 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Rel. Ber nur den lieben Gott.- 1. 45. Gott des Himmels und O der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer fannst begriffen werden, vor dem tein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdente die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis, und gut der Schöpfer sei. D, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebel die Erd ist deiner Güte voll. D, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich fann, und hab, und bin, zu beinem Dienft auf ewig hin! 46. Mel. bes 140. Psalms. DE ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt feinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sich die Wuns derwerke, die die Natur dir aufge ftellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein Find die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von den Engeln. Mel. Jefus, meine Zuversicht Theil.- Von der Schöpfung. 47. err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln Mel Welt ich muß dich laffen. 48. DE u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geifter! mein Mund soll deinen Ruhun erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, bie Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Gülte mit dantbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diefe deine Knechte, durch deren Schuz ich sicher war. ferner diese Hüter zu meinem Schirm 4. Gib, Geber aller Güter, gib mit ihnen stets umgeben, so bleib mir bei. Es sei mein ganzes Leben ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir ich manches Fehltritts frei. dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß fie unsre Wächter sein. 6. Sie thun ja deinen Willen 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn leben völlig rein; laß mich, nach laß mich den auch erfüllen. Sie ich fünftig werde sterben. Laß mich deinen Worten, o Herr, an dann auch eben so deines Himmels Orten auch so, wie sie, die Sünde Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Ba- scheun. allen terland. 7. Wenn ich denn endlich scheide, 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl so führe mich zur Freude, auf ihren bei den Auserwählten stehen, wenn die Händen ein. Bei dir, o Höchster, Bösen in den Pfuhl der Verdammniß droben will ich dich ewig loben, zitternd gehen. Mache mich in deinem wenn ich den Engeln gleich werd Reich völlig deinen Engeln gleich. fein. Robot GT den drit 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm.dbringen: so isté im Augenblid ge 5. Er spricht, um etwas zu vollschehn. Er rufet unerschaffnen Dins gen: so find sie wirklich schon zn Allen Nath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. in bin Mel. des Pfalms. 49. hr Frommen, auf die sehn. ihr die Ehren des Gottes aller Ehren fingt; dieweil sein Lob von Bions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Miſcht der Orgeln Töne in den Jubelfang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weifen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn wirdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merte, seine Wahrheit dar. 2 e 33 6. Er wechselt niemals in Gedanten. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er fann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbften ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Bions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenfinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns bon oben fiündlich offenbar. 4. Er hält die Meer und Wasserschätze in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Gesetze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Got tes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geifter, Gott, des Don ners Meister, mit Erstaunung an! 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum fennt er deffen Haß und Luft, und was sich da Geheimes reget, ift eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er- riß, ist teinem Flüchtling, feinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller feiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Him- Die sich Gott ergeben, deren Gut mel Klüfte hieß sein Machtwort und Leben nimmt sein Aug in Acht. ſeyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen Licht und Weise schuf sein Hauch grauet, seiner Huld und Macht. allein. 10. Der Flitgel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weinen, so speist er uns in milder Ruh. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil vers schafft. 3 34 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 11. In dir, o Herr, in dir alleine| 5. Dein Wint gebeut den wilden erfreuen wir uns jederzeit. Der Troft Meeren, und stillet Wind und Fluth. für Ifraels Gemeine ist deine Treu Wenn Welt und Hölle fich empören, und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen so dämpfft du ihre Wuth. So weit ferner an uns Armen, du, o höchstes der Erde Theile reichen, erschrickt die Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Heidenschaft vor deiner wahren Gott Glaubens Krone, der auf dich beruht. heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du macheft fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends banket, was da lebet, dem Schußze deiner Macht. Wenn du erquicft mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. Der 65. Pfalm. Mel. des Pfalms.de 50. ME an betet, Herr, in Bions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelft deiner Kirche Glieder 7. Dein Brunn, der nimmermehr berfeiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Aehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Serr, so tränkst du sie, und thaueft Furch und Fluren sich verneuen, o Wachsthum und Gedeihen auf unfre Saat und Müh. 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit Fettigkeiten auf unser ganzes Land. fegensvoller Hand, und träufelft eitel Es triefen Wüsten, Haid und Weiden von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaafgedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann fingt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer fie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Haus- Thal erklingt. genossen zählt! 3. Du gießeft nach den bangen Zeld ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten, an allen Enden ans. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern sehn, 51. und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, deffen fichre Stärke die Berge gründen tann, und wareft zu dem Schöpfungs werte mit Allmacht angethan. Der 104. Pfalm Mel von Kr. 33. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jes hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmitckt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schredet, Licht ist dein strah lenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel ftretet zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du bauft in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus: und 35 wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Tedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nahft empor, gepflanzt durch deine Zucht. dich in Wettern fürchterlich; dein 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, Bagen donnert; willig tragen die die Störch in Tannen sich ihr Neft. Fittige des Sturmes dich! Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Moftd, o Gott, durch dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Minden, vor dir boran, Herr 3e baoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umfleidet, und über Berge floß ein Meer. 4. Du schaltst die Waffer, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner brohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler santen unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du haft dem Meer ein Ziel geftecket, das es nicht überschreiten fann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal er füllt; da trinkt, wenn Hitz und Durft fie quälen, der Felder Volt, des Waldes Wild. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. we - 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zu frieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquict. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Da machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Bon deinem Saft ernähret zeu 10. Die Sonn eilt, ohne zu er matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrille begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die uie der Sonne Strahlen sahn. 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst fie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von flei nern Heeren, die du ernähreft und beseelft. Die Schiffe finden sichre Bah nen, du führeft fie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du segneft; sie erquiden sich. gibft; fie fammeln. Deine Hände eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket fie ihr nahes Ende, wen fich dein Blick verborgen hatl 3* 36 GG Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entAtehn. Wie oft ernent dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr fich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie ergittert. Er tastet an der Berge Höhn; and Berg and Fels, durch ihn zerplittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Goit, will ich lobfingen! ihm, weil ich lebe, lie der weihn! ihm foll voll Ruhms die Harf erflingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 17. Und füß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bift! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot alled sid routs adam durch deinen Beistand wandeln. Mel. Allein Gott in der Höh. - 15. 52. Dir, unser Gott! ift niemel und auf Erden. Du bist der Höchfte, und dein Reich kann nie be griffen werden. Unendlich ist die Madeftät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. mand gleich im Him- 53. Foll 3. Du herrscheft weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegft nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmert, und immer ists dein liebftes Wert zu segnen, zu beglücken. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu di uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o fich auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht ftcts so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum boff in anch Bergebung. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du hanbelft stets nach Billigkeit in dieser wad der fünftgen Zeit, beim Strafen and Belohnen Sto og prodre billy wisd Mel. Wer nur den lieben Gott. - 7 bleibt für uns wunderbar. Umsonst verborgen! Dein Rath find alle unsre Sorgen; du sorgteft, eh die Welt noch war, für unfer Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Troft für mich.jun doct 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wiffen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden ,. wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Ge danken! Gott fann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du lieb den, der dich liebt, und deiner Füh rung fich ergibani min Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen| du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht fann fassen, auf fann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Derd me Ausgang zeigt doch immerdar, daß od dator Pets dein Rath voll Güte war. hur Der 145. Pfalm. or 6. Gib, daß dies mein Vertrauenheill and d mehre in Glück und Unglück, Freud 55. I will, mein Gott, und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Selig feit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. du König, dir lobfingen, und ewig Mel. bes 62. Psalms.id Ehre deinem Namen bringen Sei täglich, ewig fei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer lan ihn gnug erheben? wer tamm mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 8. Bon unsern Vätern wurdeßt da erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und beine Macht befingen, beiner Stärke beiner Stärke preisvolle Werke. 310130 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wunderit, Her Wundern, Herr, wie mächtig! bas preif ich, daß bein Nam erhober werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, beine Huld befinge, und Preis dir bringe. 54. A Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel fammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, des gleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich fräftig überall and groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. in 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Froft, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn ans ein Glüce wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so fehn wir deiner Allmacht Spuren. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemlithe, barmherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt fia seiner Werke, hat an allen sein Wohl gefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke follen bir jauchzend danken. Deine Frommes wollen aus allen ihren Kräften fic bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm vost deinem Reiche, daß teine Macht, Je-. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so hovah, deiner gleiche, das rühmen qutlet mich die Sorge nicht, wie mire fie, damit sie auf der Erde bewu och taftig möchte gehen. Du bist, bert werde. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Wek so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich bein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; Hilf dankbar fein in Segenszeiten. 38 Erster Thel. Von der Vorsehung Gottes. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; 2. Da ich noch tief verborgen im ewig währen dein Reich und deine Mutterleibe lag, ba wachte schon dein Macht, die wir verehren, und ewig Sorgen für mich; und wie vermag wird von aller Völker Zungen dein mein endlicher Verstand die Wohlthat Lob befungen. zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 81 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. -- 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand fie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; feiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Ffade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Dülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Fre vel fiben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 56. G 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und haft nie Luft uns zu betrüben; doch nützt uns eine laft, fo bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde fanft zu lindern, die fie mun treffen soll. dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch 4. Läff'st du mich Noth empfinden; dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit findlich treuer Sinn. Drum werf ich, was zu tragen täglich auf dich hin. mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. das sich auf dich verließ, so 5. Noch immer ist mein Hoffen, eingetroffen, wie mirs dein verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als iche erfinnen kann. 2396 6. Dein Name set gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund foll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte fingen jetzt und auch immerbar. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, mein Hort. 7. Du haft mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Lies besthaten ich nicht gnug rühmen tann. Hilf, daß ich ewig dort vera tlärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Here, da 67-24 ficher Wort in deffen treuen Händen mein gan- Aus dem 9. Pfalm. 4 s jes Leben ruht: Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. tagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. Mel. Balet will ich dir geben ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dant ich und erzähle die Wunder Erster Theil. von Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 58. Mein Auge fieht, o Gott, Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Well hervorgebracht. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich finge: Herr meine Luft bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Vor Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gesicht. Die Wage sinkt und steiget, wie sein Geset gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumeft keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. 3hr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 39 7. Herr! sei mir gnädig! Schane voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbft vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein lebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicher heit, sein Troft füllt dich mit Freudigteit. Er leitet dich auf ebner Bahn. und nimmt dich einft mit Ehren an. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. 5. Herr, segne und behüte mich! Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe die. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läff'ft noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Bon dir gefegnet, gibt der Baum den Schatten, den man fucht und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. D Herr, wer ist dir gleich? Dein Borrathshaus, Gott, die Natur, ift un erschöpflich reich). 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkommne erfüllt, Luft und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, ste zum beffern ist so gut, so treu, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählft und segneft unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlsein folgt ihr nach. Du führfi die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. CUADRAD 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und den noch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. D, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese turze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läffst du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehu: was wird in der Vollkommenheit der fünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blid in deine Wunder ein. D Herr, laß dies erhabne Glüd mir stets vor Augen sein! Mel. Wer nur ben lieben Gott.- 7. 60. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du hegst ein wahres Baterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern ben Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drüldet, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Voll entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bebedt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sor gen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als fenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für diefes 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hilf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du forgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest ich recht väterlich. id mo 10 matches sin JURU 61. 61. STE ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond sind laute Beugen; was sich regt und bewegt, fann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 41 fonft zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, feiner Werle; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. in 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Seel und Leib ift sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedente? Leben? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblid verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, Half Gott felber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er fann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! - 5. Er lasse meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm fchreie, so schent er mir aufs neue in Christo seine Baterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf wedt mich der Morgen wieder zu finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, so sei sein Wort mein Trost und Licht. Mel. von Nr. 18. Jehovah herrscht mit Ma jestät ett beffeibet, er glirtete Er sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, se fest, daß nichts es je erschüttern tann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, hauft Ströme schwellend blähn, siehst ihre von deinen Höhn, wie sich empörte Wuth, bie weit Verderben bränt. 2. Das Weltmeer tobt; der starten Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärferer siehst ruhig ihrem Grimme vom Him mel gu; bu wintst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was bir 4. Shm trau ich in Gefahren; Er versprichst. Zu jeder Zeit ist deines wird mich wohl bewahren, er, der Hauses Zierde Heiligkeit, fie nur, bie da will und kann. Such ich nur dir gefällt und ewig währt. mifford 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glüld und Blage, und böf und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. Md. D Welt ich muß dich lasſen. 48. en allen meinen Thaten 63. I 62. J laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat! mas in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, ber Helfer sein durch Rath und That. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe bes Himmels ganze Seligkeit. de to 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehel bein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. shis dre pfo fpuiv Der 93. Pfalm. 42 Erster Theil. Der 96. Pfalm. 200 du Mel. von Nr. 33. 64. Erhebet Gott durch neue Lieber, voll nie gehörter 65. Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet fie! Besingt den Herrn und feine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! - Von der Vorfehung Gottes. tidos Der 97. Pfalm. 2. Groß ist dies Heil! D, fagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! mur bor ben Göttern zittert nicht! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefällt! fallt hin in seines Tempels Sallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 2004/ Mel. des Pfalms. em er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder sammt den Meeren, frohlockt zu deffen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Gößen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Böller Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! Wettern ruft. 6. Bor unsere Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdfreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, feinem Rechte, Verdienste und Bergeltung gleichg ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um feinen Wollensitz erscheinet Blitz auf Blizz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolfen bricht! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein 4. O schämet euch forthin, und Himmel! die Erde dank und freue brauchet Aug und Sinn, die ihr mit fich! des großen Weltmeere froh Ge- Göten prahlet, und ihnen Opfer zahtümmel und sein Bewohner preise let! Berehrt den höchsten Geift, der dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer sich als Gott erweist, und welchen den aufhüpfen! Laffet jeden Hain und immerdar die demuthsvolle Schaar jeden Baum voll Jauchzens werden, der Engel selbsten preift. sein Lob ertönen, sein sich freun! 5. Belehrt, befehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Rene und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so flimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. 3hr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, bermeidet alles Erster Theil. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schützt fie winderbar. Verfolgt fie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht fie aus Gefahr. - Von der Vorsehung Gottes. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so dante jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. im ad mo Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. vertrauen, nicht unsers Werks sich PARTY an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ifts, daß er wacht. 2. Shr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mithe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt was er bedarf, im Schlummer. ad unerwartet gibt? at 67. B eng 66. Nimmt Gott, dem wir flest imer ungeschwächt, was guz 3. Dein Gott der Gnade, sei oder schade dem sterblichen Ge schlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln fann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und deine Wert auf ihn bauen, soll es vor ihm Grämen und durch selbsteigne Pein beftehn. Gott läßt durch Sorg und ich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. mis immi 43 efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege des, der den 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, sfo fann dein Wert nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! Hoff und sei unverzagt! Gott weiß es was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrüden, erwarte nur die Zeit, bis dich mit. Holden Blicken sein Angeficht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwer math Macht! Bist du doch nicht Re gente, der alles führen soll! Gott fizz im Regimente und führet alles wohl 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wunderu wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Wert hiuausgeführet, bas dich geängstet hat 8. Und blieb der Troßt auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ges 44 Erster Theil. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn bus am mindsten gläubst, und all bein Unglild wenden, so du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich beiner Treue! du trägt den Sieg davon. Auf! daß dein Herz fich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O, ende, alle unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns beiner Pflege und Treu empfohlen fein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. mindi - Von der Vorsehung Gottes. gesättigt werde. Than, Negen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt Find Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner fich, fennt, fühlet und empfindet bid, und hofft ein evig Leben. 6. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle feine Heere! Der Herr ist allenthalben ba, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preife dich! Wo ich nur bin, bist du um ich, und bist mir lieb und Gnade. Du rufft die Wolken übers Land teft mild die Erde, daß mit beiner Hand der Mensch| 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun o Gott, wir loben dich, und sind, wie des Himmels Heere sich; auch wir, fie, unsterblich. 9. Doch schwach ist, Vater, unfer Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einft würdiger dir fingen. Dir weihn wir unfre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. Mel. Es ist gewißlich an der Bett 80. 68. Lobt Gott, ber uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmildet! der mit allmächtig reicher Kraft bas, was er schafft, erquidet! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobfinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Ee frömet jeden neuen Tag sein Segen nen hernieder. Der Wurm, der in dem 69. Stanbe webt, der Bogel, der in Lüften fchwebt, erfreut sich seines Lebens. urch so viel Schein 8x1 gestärkt, fämpft Zweifel, wie ihr 8. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getimmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. wollt; Gott ist doch 3srael, doch reinen Herzen hold. Allein wie #f hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren Der 73. Pfalm. Mel. bes 89. Pfalms. ne Erster Theil.-Von dem Menschen, seiner Natur zc. 45 2. Des Tobes ernster Blid, sein Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Schmerz erschrect fie nie; in immer Gang und ihren Grund zu wissen. frischer Kraft des Wohlseins blüthen Umsonst! Mein Aug sah nichts in fie, von aller Müthe frei, worunter ihren Finsterniffen. Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ift des Halfes Schmud, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweist in Entwürfen aus, tennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh er richten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 0 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödés Aug ein göttlich Licht empfing. Da. ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, fab schnell sie hingestürzt, fie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll End, und all ihr Glück zernichtet. ihr 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettfern Schätze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel furz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Freblers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 4. Der Pöbel sieht ihr Glüd; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, fich zu. Sie Gott auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesege; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schäß auf Schäße. nis 5. So hab ich denn umsonst geſucht, Im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Ge- 10. Verschmachteten auch, Herr, züchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! id 6 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlöffest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, ndas soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! ad shes of du Bised of lid is in med en d de spec 2004 2003 A 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du faffeft meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Endel Was würde ohne dich mir selbst der Him. mel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! Vater, riefft mich aus dem Nichtsein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab ich dir zu verdans 70. Dei ist mein Leben! Wie tröftlich ist mein Ursprung mir! Du ten, Herr, der du mich bereitet haft haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schran ganies Meien fommt von dir. Du, fen des ersten Daseins noch umfaßt,.. Erster Theil.- Von dem Menschen, - 46 da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchfter, nur in dir. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische Tebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Berstand, Begierd und Wollen zuges zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. sistido- 3-894 2018 133 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Bater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei.et me 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein erges Leben sei mein Theil, so preif ich ewig dich, mein Heillut 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Wert von dir, ein Wert von deiner Weisheit. wandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper fehe, den du so tunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. fich Glied an Glied zusammen! Wie ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, meine Seele spät und früh des Leibes willig, Herr, gehorchen sie, wenn 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhal- Dienst verlanget. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nügte beine Rechte schüßzet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann fäh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, gethan. Beschämt empfindet mein durch deine weise Macht, was du Gemüthe die Schuld, die ich nicht erschaffen, schmückest. läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschredt, vielfältig Leib und Seel befleckt. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir diela 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. En M 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt fle auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herzl Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. dich, wenn ich die Sinne brauche, 7. D, pries ich, Höchster, immer geb, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin bein ich ewig dein mich freu! und daß Geist stets wohnen ( o Mel. Allein Gott in der Höh. 15. 1 71. Dich 72. ir, Gott, sei Preis und rihme Harf und Psalter! Ich bin in Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganto mdat men He 400 ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu 3. Anmuthig, prächtig zum Ent zücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. schaun, mich sein zu freun. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. as ist vor deinem AnMas ist der sonnenreiche Himmel gedanken- Gott, daß du sein gedenkst, und einen gefichte der Mensch, los und und Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, dung und Verstand. den Staub, hernieder senfft! Was ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdentloß.d dolom 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, find sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. D Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf. 47 erwägen, mit welcher Gite du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit BVerstand und Willen ſein. 5. Gott, ich fann denfen! Ich gewinne, weil ich zu einem Geifte ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich fann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt fie? Gott, der alles schafft! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu fennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was feh let mir? i din ser o sin lost dalbilsind amist flo Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. 19 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön ge baut, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du haft ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabeft ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denfet, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in delnem Worte zugesagt. peag 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schen. fen kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Rur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld.. 6. Und nimm indeß fie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn. wir in deiner Grade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. sestibol 8. Wie wundervoll ist das Bermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner ewgen gibt. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauen Erster Theil. Von dem Menschen, 48 Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. werden, von deinem Licht stets froh und fatt: so sollen sie auch beide dich 75. mächtig großer Gott! Wer gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd deine gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gültigfter, daß ich dein Bildniß wäre; drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zwed, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich be rufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glitc. D, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glüld. Der 8. Pfalm. roads Mel. von Nr. 18. - 74. voll ist deiner Ehren, was Tebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürficht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch trotzet und berneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerte, wo du des Monds und aller Sterne Licht fammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er fo theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine furze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffeft nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt.polog 7. Das zahme Vieh in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Thor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächstem sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. füßt, und wo er helfen tann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich felber fühle, wie wenig ich bir noch 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. 49 Mel. Es ist das Heil uns lommen.-6 mur 77. ie wichtig ist doch der uns seiner Natur und Bestimmung. im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ift Mel Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 76. Ich bin, o Gott, dein Ei- ber Ort, wo deine Hand das Glüc Du schufft Ende nimmt. Hier sind wir nur von uns ein traurig mich, dein zu sein; mein ganzes Le dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. ben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 3. D, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was 2. Du gabst mir den vernünftgen Geift, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. hilfts, wenn ich auch noch so viel Geld und Luft gewinn', wenn ich von Gütern dieser Erden, von Ehre, dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemeffen? Nur we Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Serold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um siene befren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einft darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns fich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einft dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig find; bis ich als bein be währtes Kind zu deiner Freude gehel wm and pop unge 5. D, mache dieser Pflicht mich treu, fo treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei ftets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchfter! zugethan, in dir Zufriedenheit. Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. on a 8 en mi i et diales de alto 4 ? und ist imm 50 6) - wards? Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 1978. D u, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum feligen Geschäfte, in Heiligfeit zu wandeln, stets recht vor 79. dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist tein Unterschied. Dein Ange, Höchfter, sieht auf alle Menschenfinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschulbig, auch nicht einer. 4. Berderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, mur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freveutlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, bie nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 854 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang. Des böfen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? el. bes 38. Pfalms. Jastrz efu, Arzt todtkranter Seelen! Wills uns fehlen an Er fenntniß eigner Noth, so daß wir die Laft der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: mach die Sirmen lebendig und auf 2. Ad, so gib Gefühl von innen, unfrer Seele fich bei deinem Licht geweckt; bis die gräuelvolle Höhle entdeckt. 3. Unfrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Ge fet uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Geset spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, fo wie euch. 5. Aber, ach! wer fanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Her, ift Haffes voll, und wie die Erfahrung zeigei, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. D Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Eruft entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßcung nachzujagen. 6. Jefu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen tann. Zünde bei uns allzue 8. Mohl dem, der fie gewinnt. fammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir finb, so willft im Herzen an. Sa Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 51 4 Mel von Rr. 79. 3. Hilf mir durch den Geist der N ch! was bin ich, mein Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! son ass 80. Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich fieg in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu ich nicht. 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! 4. Deinen Willen hier auf Erden täglich böser find ich meiner Seelen zu vollbringen wird mir schwer. Sell Stand! Drum, mein Helfer, nicht ich dazu tüchtig werden, mußt du verweile, Jefu eile, fomm und reiche felbft von oben her mir dazu die mir die Hand. Kraft verleihen, und mein fündhaft Herz erneuen. 3. Von Geburt bin ich ein Sinder und nicht minder sträflich durch geHäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist beine Gnad und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ift! Demuth fann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, fieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben wicht verderben, sondern ewig leben soll. simp el. Beuch mich, zeuch mich. 81. S Berderben. Ach! es regt in metuer Brust, wie bei allen Adamserben fich noch immer böse Luft, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böfe Thaten zeuget. 2. Wie verderbi find meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! 3ch empfind es, Gott, wie träge ich dir gu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wieberum erlösen? 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der fündlichen Begier mich mit Nach drud widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht fann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben.hent tro 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Situd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, a so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich fiegen, daß ich meinen den gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen fterben 82. GF roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienft erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, unb was ich bin, überlege: Dwie 4* 52 Erster Theil. 100 Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. dürftig und wie klein muß ich mir Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor iddir vertlagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächften, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewan delt, der Menschen von dir wendet, Ho und sich mit Schrecken endet. nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, taufend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Bruft regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben Flagt nur meinen lindant an; weil ich fie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn fie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth faft ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dantbarkeit in mir. Vater! laß das schwache Fallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle bor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. du aus Gnaden der Seele tiefen el. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, dir ist be wußt die innre böse Fuft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. D heile asd( blac S mich und droht, weil ich, dies schlägt 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und dei nen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? bunul 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gib mir Luft und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. 2.18 Mel. des 51. Psalms. 84. D ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, ober Bein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich bein felig Antlitz schaun. bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes FO Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heilig teit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmüldte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglüdfelger Fall, durch Satans Lift und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jetzund überall. Es ist das 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welten wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. 3ch zittre, Herr, und mein Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer tann, wer fann vor bir bestehn? dalis missti ud 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Rechti Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. W Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. fann der Stamm mit allen seinen 3weigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur mur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund bon Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; Aus dem 90. Pfalm.fo nichtig, als ein Wasserschaum, der, Mel. von Nr. 13 wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. Mie ein Geschwätz des 85. Wie Tags verfließt die Beit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sinder, eder Gott getreu. 3 Nur du, mein Gott, du bleibef mir das, was du bist, ich traue bir; und fallen Berg und Hügel hin, fo bleibt mein Sinn getroft, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glodenschlag. Tod und Leben sein. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkeft du, sieh dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blid, und ruft zum Glütd, zum Leben meinen Leib zurück. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets nein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jefu, nur bei dir. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem fel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ift mir bereit't! Gott sei gedankt in non Ewigkeit! ni 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh bor deinem Throne fteh, so lehre du, mein Heiland, mich und 48, sib, daß ich nichts so begierig such, 88. Die Staub und Aſche Herrlichkeit der Erders ale bich. des annexadone d NÊN TI N werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergetzet, was man für ewig schäßzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen le ben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? GALAN Mel. von Nr. 86. ott hab ich alles heim87. Gott gestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gültigkeit. 2. Auch meine Zeit fommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe ftill. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unfrer turzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer bar im Streit. 1 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Roth. Sint du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. Bound 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; Es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. pagrind ins Mel. Welt ich muß dich laffen. - 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwin den muß? e mod hip 6. Was find selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverweltlich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur bich bedecken? die Krone dich dem Tod 6. Heil mir! daß mein Herr Jefus Thrift für meine Schuld gestorben is; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. nie entziehn? id 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blühend stehet in ihrer scheid't. D, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwelt fich Erster Theil. heuget, eh fich der Abend neiget; so blühen und verwelten wir. - Von der Erlösung der Menschen 2c. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und Hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht une des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 89. W 07 Mel. Jefu, meine Freude. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben fchafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott felbft gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Beit uns allen, Gott, bestimmet hat: was font dunkle Schatten vorgebilbet hatten, das bollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereut, jeigst du mun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 65 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hilflos uns be weinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gefendet, der verheißen war. Jefus, der sein Leben wollte für uns geben, fellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 101 me Ained 4. Da uns Strafen drohten; was the frohe Boten! troftreich ist ihr Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leha ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 7100 5. Aufl und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; fommt zu deffen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Chrifto mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm mir will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig tren ihm fein. So werd ich auch einst durch und den Himmel erben. dich, mein Heiland, selig sterben pe dr Solttog i dasi n Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt 90. urch Adams Fall f erft verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Sch), 56 Erster Theil. Von der GOGO Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sinder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deat deine Huld! nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf fie fest baut, der wird den schauen. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drildt der Tod. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gna- denn dies Licht führt zu Chrifto fort, denthron, damit wir möchten leben. dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, so faffet man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir mur Glauben haben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, fo Mel. Freu dich sehr, o melne. 29. rettet Gott durch Christi Tod, die 91. Ege Liebe, mein Gemfithe ihn berdarben. - 4. Gott hat uns feinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurüd, einen Blid der ist für uns ans Kreuz gehenkt, voll Heiterkeit, der die Finsterniß zererstanden, aufgefahren. Tod und Ge- streut, die mein blödes Auge drücket, richt trifft uns nun nicht, so wir wenn es nach dem lichte blicket. ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, Dem 3u erwerben. 5. Er ist das Licht, der Weg, die der verdammnißwerthen Welt durch Pfort, die Wahrheit und das Leben, Sohnes Sterben Gnad und Freiheit ein theures Lösegeld, durch des eignen des Baters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Feind zum Truß umgibt sein Schutz voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. D, ein Rathschluß voll Erbarmen, uns alle, die wir glauben. Er ist uns hülslosen Armen Gnade, Troft der Hirt, die Seinen wird aus seiner und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns Hand nichts rauben. nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 6. Der Mensch ist gottlos und ver flucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß fich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mitt ler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, fann nie zu Schanden 5. Da du feinen zum Verderben werden. Wchl, wer auf diesen Fel- ohne Grund verbannet hast, tragen fen baut, trifft ihn schon hier auf Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Erden viel Angst und Müh; hab Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deis ich doch nie den Menschen sehen fal- nen Sohn, der hat Fluch und Tod jum len, der sich nur fest auf Gott ver- Lohn, fein muthwillig Widerstreben fäßt. Gott hilft den Seinen allen. schließt ihn aus vom Seil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig fet mit Dant besungen, zen schaun; da findet sich zu aller was dein Stath beschloffen hat. Mit une preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De mith ehct, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, bie er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte felbft mein ganzes Leben jo nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hiec schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hano entreißen können, noch bon deiner Liebe trennen. - Mel. Wer nur den lieben Gott 7. 92. I habe nun den Grund gefunden, der meine Hoffrang ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er bor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeMel. Es ist gewißlich an der Beit.- 30. weglich steht, wenn Erd und Himmel 93. Nun, Christen, laßt uns fröhlich Gott Dant und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Lust ihm singen, Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Bom Teufel hart verstrict war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbi war ich geboren. Ich sant auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wolit er helfen lassen! zu mir wandt er sein Baterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes foften. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit fommt, zu erbarmen! Étt, meines Herzens werthe Kront set du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 2. Es ist das eroige Erbarmen, das alles Denten übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen tam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel sieg reich ein. Nun ruft sein Wort und Seift uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ift Ruh. 103 4. D Abgrund, welcher unfre Sünden durch Chrifti Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinben, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquickens tann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 3 6. Darein will ich mich gläubig senTen, dem will ich mich getroft vertrann, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Her 7. Ich kann in meinen besten Werten, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler mer. fen; o, toie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Troft bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 201 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Ec wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; ste währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so fing ich einst nach dieser Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit. 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einber in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. D USD 200 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es foll dir jetzt gelingen. ich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. bu follft, wo ich bleibe, sein. fol der Tod nicht scheiden. Auch Uns 7. Bergießen wird man mir mein Bhat, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geift dir geben, der dir in Trübfal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet, dilti CO Von der Erlösung der Menschen 94.0 国 軒 Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 2. Für uns ein Mensch geboren, der teuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erfittft du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Ge rechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Luft an dir. shop Chrifte, EingeborChrifte, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserforner, zu dem sein Herz fich neigt! Mit ihm von einem Wefen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 4. Der du trägst alle Dinge, deo Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 9. Was ich gethan, was ich gelehet, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu feines Namens Ehren. Nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den 95. Schatz leicht rauben tann, dies sei mein Abschiedssegen. ichd 0001218 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dant, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröft uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schüß uns im Gericht. Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt. edanke, der uns Leben gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsterniffen, füllt du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. 3ch fann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergrün den; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So tann mein Geift den hohen Rath des Opfers Jefu nicht ergrin den; allein das Göttliche der Thot, das tann mein Herz empfinden. und dem Erlöser überhaupt. 59 5. Nimm mir den Trost, daß Jefus Mel Mein Gott in der Hôb.- 15. Thrift am Streuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unsrer Stine Erlöser getragen, ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. 3ft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. dennoth ist Rettung erworben. Der Herr will nicht des Sünbers Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth find wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir tein frecher Spötter ranben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte feft am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geift, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu aden guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmede Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde tränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glanben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dantbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt belenne. 15. Sollt ich dereinst noch wirdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiben: so laß mich teine Schmach noch Bein von deiner Liebe scheiden. st 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirt er doch sein Bert in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sehn ge schenkt, so laß mich noch im Tode benten: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dent verdienten Sindenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, Tod, dein Stachek nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsere Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sinde, deine Kraft? Hier is der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt fein Sohn, der Retter unsrer Seelent nun kann uns auch auf Erden schone das wahre Glück nicht fehlen, getrof und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er se liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, dieihm trauen! ming wind 5 fid 6. D, laßt uns ihm uns ander trann, und niemals sein uns schä men! Auf seine Mittlershülfe baun und sein Joch auf sich nehmen, das in der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. sid 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schäßen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersehen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuver ficht zu dir, Gott, unser Bateri 8. D lent auf dies erhabne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen aase. Herz zurüld von schnöder Süln-| suchst liebreich von der Sünde Joch denliebel An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch bienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Troft zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den milden das Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn bon bir scheide. 601 bsd ind Mel. An Wasserflüssen Babylons. pomer 5. Du hörft der Deinigen Gebet und endeft ihre Plage. Du bleibft, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib deinem Lobe übe. daß ich mich, so lang ich bin, in 97. Liter W ob, Ehre, Preis und Dank fei dir, o Jefu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich, Gottes Sohnl gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch weffen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Ber sprach zum Engel: Werde! Du bift es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer ich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen! haft willig unser Fleisch und Blui, o Herr, an bich genommen. Aus der erschredfichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. D Huld, die souft nichts gleiches hat! bu starbft für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; Mel. Allein Goti in der Höb. -- 16. 98. Liebesglut, wie kann ich dich nach Würdigteit besingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu munft? gib Gott die Ehr! Gott lieben auserlesen. Du staunft, Berwollt unendlich lieben mehr, als da begreifen solltest. 3. D Liebe, die Gott seinen Sohn von seines Baters Thron zu uns heraus seinem Schooß genommen! Er ist abgekommen. Sein Mangel, Knechtsfland, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. Inbed 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Abams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Borne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund fließeft. 5. D, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich fie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich bir aufe stärkste zu verbinden. Herr, die sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz und dem Erlöser überhaupt. D 61 bas die allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer fann, dich recht inbrüne und Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott fet 6. O liebster Vater, nimm es an, meine Luft; laß ewig nichts in meis and reinge seine Triebe, daß ich, so ner Brust, als deine Liebe bleiben. AUD 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 99. Es lag die ganze Welt mit und alle Sünden trägt. Born beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preifet. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jefu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd auch unser Theil; 2. Gott, wer fann thun wie du? Johannis Amt und Lehre verherrliche Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Troft baren, den jenes Engels Mund ver- auf alle Zeit. Wer Buße thut und heißen, sollt allein der keuschen Jung- glaubt, der bleibt in Ewigkeit. frau Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigteit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehreft du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Bater wird erst stumm; Stumme schnell beredt und weisfagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.- 56. der 100. Mit Ernst, v Menscheno finder, das Herz in euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. D, hemmt nicht seinen Lauft Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er bast; werdet eben, wenn Thale sich erhe ihre Berge senket euch; senkt euch, und ben; ihr Krümmen, werdet gleich. bei Gott am höchsten steht; ein Herz, 3. Ein Herz, das Demuth übet, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ift, und folget Gottes Leiten, das fann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Chrift. 4. Das Kind wird stark am Geift, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Belehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. belegt, für uns geschlachtet ward, 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüft erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen fund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin verweift er seine Jünger; allein auf Jefum zeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, das ift Gottes Lamm, das mit dem Fluch 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Gilte und Era barmen, Herr Jesu, selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies fet ftatt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 62 101. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 102. WE the lio hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen fann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ift Gott mit mir wer ist dann wider mich? 400 rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und licht. Gett, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöft. 2. Erlöft! D, welche Gnade hat uns Der Herr erzeigt! der uns betroffie Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er tam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Boll Mühe und Be schwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er fich mit Freuden, bis er durch Tod mnd Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D, bringet Gott euren Lobgefang! Erlöfte Men fchen! singet dem Mittler ewig Dant. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. O, nehmt ihn gläubig an! 5. Du, Sohn des Allerhöchften, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürft, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad erweift! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geift. d Rel. bon Rr. 61. 5. Du Freund der Menschenkinder! Bertoirf uns, Jesu, nicht. Dein 103. Last aßt uns unserm Gott lobfingen! Hoch erName, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Verehrung Zuversicht. Drum fomnien wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glitdlich überwinden! Denn dein, Gott sei Ehre! o Herr, find wir. 2. Jeder, der fich fühlt verloren, freue sich inniglich! Chriftus ift ge boren! Er, der König aller Wesen, freigt herab, bis ins Grab, Situder zu erlösen. 6. Bei dir steht unser Leben. Bu auferm ewogen Heil hast du dich hin gegeben. Gib uns am Himmel Theil! Taß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Ber fann Gottes Rathschluß anfre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Von der Geburt Jesu Christi. 63 fann uns nicht haffen! Kommt der 13. Du kommst einst zum Weltge Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? simp om 919 richte! dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein Haffer beben! Dann werd ich beiner mich freun und ewig leben. he Erster Theil. Theil. - 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er ſpricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. GREET Erdfreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, feht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lerut den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern feine Brüder nemmet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöfter zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her, wiffet, er wählt fitr ench das Beste. de vc 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure fleine Zeit der Leiden und der Mith, was ift fe gegen ewge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann beine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll fie mein Herz empfinden elobet feift du, 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch am so viel treuer. Reine Kreatur, tein Leiden, teine Noth und kein Tod foll von dir mich scheiden. dod 0 Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Bölfer Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Babrheit nun herab. Halle lujah! 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Chrift, der Schöpfung Herr fommt in fein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seift du Jesus Chrift, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! joid 679128 Mel. Die schön leuchtet der. 85. Friedensfürft aus DaStamm! e met- 105. ner Seelen Bräutigam! mein Trost, sind mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Beicht ihr Leiden, fingt mit Freuden, Ho fiannal seht er fommt jekt: Sofianna! 64 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Sch selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Imvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was fonnte dich bewegen, soll dem auserwählten König! mein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in selbst und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir felbft freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, feine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. - 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so wird es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will teine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der fich Mel. von Nr. 17. 106. Gottessohn und Men- dir schenket, will allein mit Glaub schenkind! Mein Bru- und Liebesarmen in Dankbarkeit um der, Gott und König! Mein Stam- faffet sein. Aus ewigem Erbarmen meln, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit fich kehrt um, wo Engelzungen Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. fallen, da bliebe man woh, ewig 107. Gottes und Marien Sohn! wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. Sei willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Was alles Denten übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranten tennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weittreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Miffethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgefandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und bloß, zu fleiden mich mit Segen; verließeft deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquiden. 3. Du bist worden, was ich bin: laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sindenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur 4. Was aller heilgen Bäter Schar ein Stall war dir noch leer; aber verlangte zu erblicken; was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die schon verheißen war; was Lamech bei dir wohnen werden für und für. tonnt erquicken; was Jacob fah; was er besang; was Hiobs Troft ge wesen; und was durch Davids Harf erflang: das alles ist zu lesen in met nes Heilands Krippe.sts][ omo 5. Stedt mein Herz in böser Luft, laffe du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, gang mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. B 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelezier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du füßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn:| und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich Kinder Gottes sein. Hat die Sünd stets vor seinem Thron einen Vater uns gleich verdorben: o so hast du neue an ihm finde! Er ist ja nicht mehr Kraft uns zur Heiligung verschafft, mein Feind, denn ich bin dein wahrer und die Tüchtigkeit erworben, einst, Freund. von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel fich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so 4. Du bist Mittler! Heil uns Sinhab ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Inmannel! dern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern mun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nuv hat meine Zuversicht einen Anter, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hafsen? Hier ist ja Immanuel. Soll: er mich wohl hülflos laffen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer fennt und mich seinen Bruder nemt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. Meine Seele freut sich dein. Laß doch 6. Herr, wie groß ist deine Gülte! stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhmne sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich folgen, auf 108. - er du uns das Heil errungen, Mensch geworduer Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: fei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dant und Ruhm mit Recht. D, wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Luft dir auserwählet. Ja, in dir, du, Gottes Sohn, fißt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völler Segen, famft, vom Fluch uns zu befrein, dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hoch da tomm ich her. 109. D ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in FEE aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völler haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfülllet ward, da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohnl 5 Von der Geburt Jesu Christi. 66 Erster Theil. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Chrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinft im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, 3ion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirft! Immanuel und Friedefürft! auf den die Väter hoffend fahn: dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Troft und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gebante voller Majestät! du bißt es, der das Herz erhöht. Gedante voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ifts, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Baters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 110. G ott! deine Gnade fei gepreift! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geift, ibr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn APEX sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. D große That! Erwünschte Nacht! von Engeln felbft befungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Ueberminder. 3. Der du zu uns, gesandt hom Herrn, aus deinem Himmel tameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeft! Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. D, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschenfohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du fabest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmteft, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardft Mensch, und famst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungstraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, fitr deine Treue geben? Du Erster Theil.- Von der Geburt Jefu Chrifti. - sists, der mich mit Gott vereint, du bringt mir Heil und Leben. Herr! 112. err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dant, der Lob gesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß da auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? ten und nimmt sich eurer an. Deß 3. Er, unser Freund, mit uns verfreuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott barum immerdar. eint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gib mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dant will ich in Brildern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun und dein dabei gedenken. was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel berehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. - Rel. Balet will ich dir geben. 57. shr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist gebo111. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun fich mit uns zugleich und fingen: große Freude verfündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bei Gott dereinft zu leben in fteter Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! bies Rind zerbricht das Joch; bringt euch des Baters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schat ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt fie darnieder. Nun seid ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Ge schlecht. 67 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift dich erfreut, und aller Knie foll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn fucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn unb jauchzt ihm, ihr Erlöften! 5. So rühmen fie; mit ihnen frohGott im Fleisch erſchienen, der Herr ſein Bruder ift. 113. Orrent! das Hell der Christenheit, sei hoch Dein sind nun unsre Herzen. Herr, bir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glüd uns erlöft und ewig tröft't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren 5* Mel. von Nr. 112. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 68 8. D große That! nach Gottes Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfandoch gen, ohne Sind, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sindenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott mun in Der Noth. O jauchzt dem Herrn, und tofft auf ihn, ihr Frommen! Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. SUMMA 4. Auch mein Gefang, Herr, bringt dir Dant. Du wurdeft Mensch, damit wir selig witrden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sind und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Roth sah er als Vater mitleidsvoll Hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Berlorne wieder. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerilhrt? E zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, foll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlaffen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube faßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Frieb und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Sch lag in schweren Banden, du Mel. von Nr. 112. 114. Miri, blöder Sinn, den kommſt und machſt mich los; ich fland Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner frän en? Hallelujah! Sein Sohn ist da, roie follt er uns mit ihm nicht alles schenken? in Spott und Schanden, du kominst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenfft mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, and Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den fein Himmel hält, als nur die Sinden fränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm sur Tugend Kräfte schenken. 6. So jauchze nun von Herzen, di hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit chlauen Ränken? Erschrid nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald Hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränten? D, faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 7. Sollt euch nun noch erschreden der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld.. Er kommt, er fommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigteit verfenten. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Goit mit ihm nicht alles schenken. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird fie zerstreuen in einem Augenblick. Er fommt, der große König der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. Erster Theil.. Von der Geburt Jesu Christi. 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschensohn, in maje- dürftig und voll Mühe wär? Hab ftätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ift flüchtig. Hab idy ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Reichthum, was ists mehr, als ein und leucht in vollem Glanz, erfüll wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, mit ewger Wonne das Herz der was ist sie werth? Was ist, das mich Deinen ganz. heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? to Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. W ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jezo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gelehret. Aufl heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da tlag ihm, was dic Equälet. Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Troft erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Chrift; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hütlfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; ftille des Gesetzes Dräun! Denn bies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verfündigt Fluch und Tob. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sich, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als nikt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriffen. 4. Flich ich dann, die Angst zu lin8. Wohl dir, daß dich Jefus liebet! Wo ist, was dir schaben kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst berüibet, das fiebt was sich in der Welt Böses bir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, bir nur lauter Glüd und Segen. 16 9. Dir dient selber das zum Helfe, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deiner Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er bir ift, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werbeft loben. id Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und ber.. - bern, da ich ſo beängſtigt bin, an der 117. Gott der Juden, Gott Heiden! Wer Kindern, fall ich vollends ganz bahin. Da ift Freude, die betritbt; Troft, der nicht Erquitfung gibt; Helfer, die mir Unluft machen; Freunde, die wohl meiner lachen. Böller Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet fommt von fern, dich zu sehn, da Jacobsstern. CAS 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Chrifti. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und infelaus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erbkreis, und anfer Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Rind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfaffet dich. 4. Die an der Ströme Ufern pflflgen, befingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es fommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. - 3. O, mit welchen irdschen Schäzja mag ein armer Sterblicher dich erquiden und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschent, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, fet dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein find wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns 119. M mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen fann, so nimm ung bei seiner Wuth, starter Gott! in deine Hut. 6. Heilig führeft du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Troft erscheinen, nimm dich zufer mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. Der 98. Pfalm. Mel. von Rr. 33. hr Völler, ftimmet nun 118. r mit Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger fiber Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jegund! sein starker Arm ift offenbaret; sein Recht wird allen Böltern hund. Von dem Namen Jefu. Mel Aus Hefer Noth schrei. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Ifrael verhieß. Die Hulb, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen tedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Fichte auch den entferntsten Ländern Har. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließeft dich zur Sünde machen, daß ich mich in E bir gerecht fann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißeft. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wollteft, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ift uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bifts allein, der jeder mann ein ewges Leben geben fann. Gelobet sei dein Name! 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, was preift Gott mit Saiten und Gefang! verborgen ist in dir, fein fleischlich der Barfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geiftes alles beffen Ehre, der als der größte Gnabenlicht blieb es unaufgeschloffen Erster Theil. Vom Wandel Jeju auf Erben. 71 5. Laß mich empfinden deine Kraft,| rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Bater unfer im Himmelreich. 120. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Men schen fichrer Rath. Es freut mein Geift im Glauben sich, Herr Jesu, bein und lobet dich. 2. Du tamft zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theithaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 121. 3. Du saheft in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. gestärkt von dir, mit fefter Tren dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, ftammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite ftets mit Nutzen schafft! deiner Kraft ihr Amt, damit es 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam fei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut. 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinften Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland! deine Men schenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bift in Knechtsgestalt erschienen. D, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! Erster Theil.- Vom Wandel Jesu auf Erden. 72 Mel Machs mit mir, Gott nach). 26. 2. Ueber seine Feinbe weinen, je dermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr ale väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemilthe. 122. u wesentliches Ebenbild der allerhöchften Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zwed, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, 3. O du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrteft ihn auch unter Schmerz Segen, Trost und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu bir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Bater an. dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, fie dem Kummer zu entrüicken, die Un wissenden zu lehren, die Verkehrten zu belehren; Sünder, die sich selbst verfloden, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O, wie hoch stieg bein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst vab unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Siindern ließ'ft verhöhnen und zum Schimpf nát Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 8. Du suchteft nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterBaters Willen. Dein Hauptgeschäft warfst dich bis zum Tod ganz deines war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Berdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schreden! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Mel von Nr. 12. freundlich zu begegnen, für die Läfte- überzeuget feine Macht! Wenn wir Schmach und Laft zu tragen; allen 123. Mie göttlich find doch rang zu segnen, deine Feinde zu verJesu Lehren! Wie treten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littft dn, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaben, bie man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze trößte mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men fchenliebe! Laß mich immer mehr auf Erben deinem Bilde ähnlich werden 3. Er schenkte das Gesicht den Blinben, den Tauben gab er das Gehör, der Aussat mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ihm Dant und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. - - Von dem Leiden und Sterben Jeju. 73 Erster Theil. 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten fte die Menschen schonen, und plöglich in den Abgrund fliehn! Berief er feiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, du, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Stuem gehorsam nach. So fahe men in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! 6. Wir danken, Höchfter, deiner Stärke, die Jefuta vor der Welt verflärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und stud ihm willig unterthan. 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Hers zen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Tren bis in den Tod beständig feil 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. - Mel.Zeuch mich), jeuch nich. 81. du, und ein Rächer, und doch schonft du der Verbrecher. 124. Gott! was muß dein Sohn ertragen! welche Mar- 7. D, Geheimniß welfer Gülte, das ter! welchen Tod! Allem Troft muß fein Engel ganz burchschaut: rithre er entfagen! Ronnt ich denn in mei- träftig mein Gemüthe! wie mein Herz ner Noth bei dem Schreien meiner auf dich vertraut, Gottmensch! so laß Sünden sonst nicht Trost und Ret- auch mein Leben dir Lob, Preis und tung finden? Ehre geben! 2. Schöpfer! fäme denn uns Armen ohne sein Bersöhnungsblut nicht bein väterlich Erbarmen, deine Guate nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du verföhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn feiner hier auf Erden, wac tein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Reiner kann bei feinen Sünden ohne Mittler Gnabe finden. 2. Wie fommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schreden bir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn fie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch feiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott berföhnen, mich mit Heil und Segen trönen. 3. Ach ja, der Lob, der dich um. gibet, ift gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir serülbet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum tam sein Sohn hernie denn du fühlst die Pfeile, und des ber, mm zugleich ein Mensch, wie Fluches steile; jene filhlens nicht; roir, und verföhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten burch seinen Tod mit bir. Heilig bift ihre Seelen deiner Freuben Licht. Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. Jesu, Brunnquell aller Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schreden aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feucrsglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getroftem Muth. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf seinen Schultern wil- ftürmet werden? - Tig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sitnbenknecht Schaafe fein Heures Leben niederlegt. war ich. Ich sollte Blutschweiß Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. Es sollten billig mur auf das erdulden, was wir all verdient; mich der Rache Wetter blitzen. Ich auf dir liegts alleine, daß wir wür- Armer, wie entrinn ich dal vor den reine, und mit Gott verfühnt. Gottes Borne müßt ich ja ohn allen Troft versinten. Und da fömmst du, daß du ihn stillft. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornfelch trinken. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Bagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geift gebeuget sei bis in den Tod. Dieses die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 5. Heil mir, der Sohn des Höchften hat für mich sich richten laffen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer fann dein Thun noch faffen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gefehn, so trägt er fie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd ben Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst richt in bein traurig Ringen mir indeffen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! 6. Doch dent, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erlaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für Mel. An Wafferflüssen Babylons. 97. dich mit Blut getaufet! ach Seele, 126. ( o gehst du, Jefu, wil sorge, daß dich nie die Sünd in ihre figlich, dein Leiden Netze zieh, nichts deine Treu erschüttre! anzutreten, mit heißen Thränen auch Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! für mich zu kämpfen und zu beten. schau hin ins furchtbare Gericht, Du, der du nichts verbrochen hast, das Jefum traf, und zittre! gehst hin, um aller Sündenlaft auf sich allein zu laden. Da schon das Schwert gezildet war, stellst du dich feinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 82. ottes Lamm, durch Gottes deffen Wunden unser 2. Du Held, der andern Stärte 127. gibt, was fann dich so erschüttern? Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunten auf die Knie, arbeitet er in schwerer Mith, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verMürzt. Wer sieht dies, und wird nicht Sestürzt? O schauervolle Stätte! wirst du gebunden, und dein heilger Leib verlebt! Deiner Feinde ftrenge Hände wiffen ihrer Wuth fein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. SU Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, ftehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, en Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Von feinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entfeßt sich nicht? Für Schweiß 3. Du bist selber reich an Stärke, träuft Blut zur Erden. Der du in die sich jetzt auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie fonnteft hier in diesem Werke geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 76 der Allmacht vor. Denn sonst müß er anders nichts verlanget, als uns inten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Stride springen; und der führen ein, laffen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schlä heit Strahl. WED 4. Starter Held, um meinetwillen stredft du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schoneft du der frechen Schar, wehrft dem Schwerte deines Freundes, heilft die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Feffeln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ift zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen haft. 6. Heiland, roie ist deine Gülte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Laffe mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berütten, daß ich von der Sünde frei, dir mun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlöften Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'ft: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strid und Feffeln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einft bie Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Feffeln prangen und für dich Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu bich sehr, o meine. - 29. 128. 11nfer Heiland steht ge gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armend deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Troft mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Siinde, Jesu, deine Gunft verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. was leiden ſoll: ach, ſo laß mich in 129. Seht, welch ein Menſch i Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. ach seht! Schand ift er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und er fchredet! Des Höchsten Sohn habt the jo tief herab gebracht! so schwere Mith hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! nich bunden, voller Strie ench, wenn hier noch vor den Sitn den nicht eure Seele graut! Sein Zorn wird fich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für ench empfand, so ihr euch nicht be fehrt, im Zorn von eurer Hand. - 5. Herr, du litteft nicht vergebens.. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ac, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Bein. Luß mich auch voll Zuversicht, wem dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; feft will to auf dich vertrauen. - men, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe farm! und wir denken faum daran, daß er wegen unfrer Schulden dieses alles muß erdulden. 3. Seht, welch ein Mensch! bie 2. Da die Welt in Seide pranget, ihr in Beiligkeit ihm dienet, schaut, teht ihr König nadt und bloß; da wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß ganz entzündet für mein Heil! Nichts feine Schmach euch schmerzet und schenest du, nicht Marter, Schmach betrübt. Erfreuet euch des Heils, das und Hohn, um aus der Noth mich diese Schmach euch gibt. ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallft dahin durch Kidrons schwarfehtl wie ist sein Leib zerriffen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts fann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Borsaß hindern; des Menschen Flath! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unfre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewiffen stillt. findern. 6. Seht, welch ein Mensch! ach feht schmerzhafte Dornen krönen fein majestätisch Haupt! doch mag 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einsiger Berather! so oft mit Ernst zu die Welt dich höhnen! Mein Jesu, deinem großen Bater für unser Heil mir bleibst du ein König auch noch hier! Bol Ehrerbietigkeit beug ich die nie vor dir. die Engel beten sahn. Jetzt wurdeft du in Traurigkeit versenkt, mit Tobesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und fränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schredt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du fintft vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, Sünder, höre fie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Miffethaten. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frebels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Slinder, und erschrecket! da fo viel Speichel ihm sein Antlitz über dedet. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft beinen Sohn um mich! Mein Dant ergießt vor dir in heißen Thränen fich. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Berbrechern gleich zu fangen, bringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Buth befeelt, bie Schar der Sünder ein. Du ftellft big dich dar; doch ihren harten Sinn fann weder beine Macht noch Unschuld rühren; gefeffelt führen sich die Frevler 130. Mann ich dich mein verspüren. Me ein Lebensfürft! mun hin, die bei dir nichts als Willigkeit Mel. von Rr. 84. gi Thell und meinen Troft, und meinen Retter nennen. Wie loberst du, nie 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wäreft du der werd tchs gnug erkennen, von Eifer größte Mifsethäter. Was that der 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiben schon mir ewgen Trost versprehen: Herr, ich fann ihrer nie mich ohne Behinuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 zürn ich mit der Juden Wuth? Ac hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. 12. Das Mordgeschrei, das an der Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Silnden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, entdeckten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden. Dlo! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich mundurch deine Wunden worden. HOOSSAR Freund? Ach, er wird ein Verräther! Mit Abscheu seh ich seine Bosheit an. Doch Judas schmerzt dich jetzo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bleibeft du ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. 7. Der Richter seines Volts steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut vertlagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frebler ist die Schmach noch allzuvenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ift fte! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst dr bein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gebrildet. Furchtsamkeit verläugnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Aug erblicket? Wie schonervoll wirft öfters hab ich Treu gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. ein Scheufal, nackt und bloß; folli Und darum hast du den treulofen er denn nicht mein Mitleid gang er Knecht beständig noch zu lieben fort- wecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ein Berg! wie groß! und er verlangt ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist nicht Mitleid, sondern Schreden. dies schwache Rohr bewahren. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplatz nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und vor Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich ießt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, gefchreckt, wird Er dahin gerissen. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplaß, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Born in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwi11. Dir durfte man den Mörder schen Mördern. Mich wollt er derBarrabas, o Theuerster! gar an die Schar der Seelgen zugesellen; hier Seite setzen, und, was entseßlich ist! will ich dann zu seinem Krenz mich. bich schlimmer schätzen. D Raferei! O, mehr, als Cains- Haß! Doch warum ftellen, der Deinen Treu und Wehmuth rithret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Wasser fleußt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 17. Das Bundesblut erwies die 22. Kommst du mit Blut und Was erste Kraft am Schächer, der noch in ser nun zu mir, so will ich, Herr! ber letzten Stunde durch wahre Buß dir mich zum Opfer bringen! beim und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: fo ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geift laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Him mele Freuden. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, Pilgrim bin, soll in mein Herz dein 23. So lang ich aber noch ein will tein Licht mehr scheinen. Du, terbend Bild sich schließen; mein Mund Helfer, mußt als ein Verlaßner wei sterbend Bild sich schließen; mein Mund nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der soll sich in Lob und Dank ergießen; Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? ganz geb ich mich zu deinem Opfer der Löw aus Juda brüllt; den Sohn hin. Die Sünde, die dich mit so der Liebe trifft des Vaters Ruthe. schwerer Laft für mich gedrückt, will Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! D, du mein Troft! Was schmeckst du mir zu gute. ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet haft, mit Lieb und Treu dir zu bergelten suchen. Mel. Herzliebster Jesu, was haft. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos stehen, und schmachtend 131. hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. D, sollt ich je von dir geschieden fein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. nschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie etrübt find deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus and stirbst, und übergibst den Geift schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. Kreuze sterben, wie Sünder sterben. Schmach gekrönet, ins Angesicht ge 2. Gegeisfelt wirst du und zur du ermattet. 21. Mert auf, o du in mir er schrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deiner schau wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haben 3. Du trägst dein Kreuz, du eilft auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Sch sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 bich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, ftets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafel bezahlt der Mitt181. ter, der Gerechte, filr ſeine Knechte! 132. Herleiden zu bedensen, Mel. Herzliebster Jefu, was. err! stärke mich, dein für 6. Der Fromme stirbt, der recht and richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! - mich in das Meer der Liebe zu verfenfen, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Bereint mit Gott, ein Mensch, 7. Ach, unsre Seele war entstellt gleich uns, auf Erden, und bis zum bon Sünden! an uns Verbrechern Tod am Kreuz gehorsam werden; war nichts Guts zu finden! das an unsrer Statt gemartert und zer hätten wir, von Gott verworfen, schlagen, die Sünde tragen. müffen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszufprechen! du willsts! an dir soll es der Hächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willft leiden! 3. Welch wundervoll Hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, fo zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schreden und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Gülte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott in ergründen? 9. Wer tann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabft, mit vollen Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du fagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor bir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geift, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dant betrachten, was du gethan haft, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, teine Schmach und Plagen; uns follen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. - 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor Deinem Throne, geschmücket mit der 8. Das Größt in Gott ift: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebteft mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. Mel. Uch Herr, mich armen S.— 67. zu dir und deiner Tren, und bis ich 133. Der du voll Blut und einst erkalte, ganz nur der Deine ſell Wunden für uns am 9. einst soll Kreuze starbft, und unsern letzten Stunden den größten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. LOUNDAR Von dem keiden und Sterben Jeju. 3. Entblößt von allem Reize, oer Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Krenze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf nich Armen, der Born verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Miffethat. den, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze fein, dann reiß mich aus den Äengsten traft deiner Angst und Pein. Mel. Liebster Jeju, wir find hier. 134. Mbich, Seju liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe 4. D schreckliches Empfinden! da sich jetzt bein Blick voll Andacht lenfühlteft das Gewicht vom Fluche unsrer| fen, daß dein Herz der großen Trene Sünden und Lindrung ward dir nicht. deines Jesu fich erfreue. Stets wuchsen deine Plagen; fein Helfer am für dich. Man hörte bich felbft tlagen: Gott! wie verläsffi ba mich! 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz gehefter! Hier hängt er von Schmach und John, blutig, schmerzenvoll, entfräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ift größre Lieb erhöret? 3. Du, da solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig feru von allens Freuden. Da trägt Jesus deine Sitaden, daß du fönntest Gnade finden. 10. Erhebe dann mein Hoffen, gac bessern Welt zu gehn, und laß im Geift mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so ftirbt, der stirbt wohl. 7. Du haft mir durch dein Leiden sergebung, Beßrungskraft, in Trübfal Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst 4. Sein verdienstlich Leiden ftillt gehen? berwirf bu mich nur nicht!! deines Richters Zorn und Rache. Er Wo soll ich Ruhe finden, wenn du hat das Gesey erfüllt, gut gemacht mich, Herr! nicht liebst? wo Reini- die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod gung von Sünden, wenn du sie mir bezwungen, und das Leben dir errungen. nicht gibst? 5. Nun, toas liegt dir vb, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. d), ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er vers 8. Ich danke dir von Herzen, vbind't uns ihm zu sehr. Meine Träg bu, mein größter Freund, für deine heit muß ich schelten, daß ich ihn ſo Tobesschmerzen. Wie gut haft du's lau geliebet, la durch Sinden oft gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betrübet. Erster Theil. 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Sörfülle, Herr! doch felbf andern mein mit reinem Andachtstriebe. Ich dent an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz fei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! ench fann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! hab ich dies doch recht bedacht, und Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist tein Leben, feine Gnade, kein Vergeben. dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, bir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich tränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf tann ich fröhlich sterben. Bon dem Leiden und Sterben Jefu. 81 - Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 12. Nun dann, nimm mich ganz bahin! Jefu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll mich von Jefu treiben. Du wirft, Jesu, mich nicht laffen. Ewig will ich dich umfaffen. 13. 3ft schon jetzo, ist schon hier folche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehrel was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott bort loben, wenn er mich zu fich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freubenvolle Leben! Heiland, bir sei Dant! durch dich wird es mir bereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir flets walten. 2. Rath, Kraft und Friedefürft, und Held, in Fleisch und Blut gelletdet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringft mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Mens schen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Miffethäter Lohn, und hattest nie gefündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du dulbeft göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jefu, war auch ich; denn Gott warf alle Siind auf dich, damit wir Friede hätten. 4. ftalt, Erniedrigt bis zur Knechtsges und doch der Größt im Herzen, erträgst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unfre Zuberficht, verbarg man selbft das Ange sicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Frenzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlacht bank führet. Freiwillig, als der Hel den Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist boll bracht. Du ftirbft, die Erd' erschüt tert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was i der Mensch, den du befreit? D wär 6 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie freuzige mit Siinden. 2. Dein emger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteft ftrafen. 4. Was ist der Mensch, daß d sein so gedenkest, und deinen Sohl ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung uns schätzbarer Schätze, verdient ein selbft gemachter böser Schade des Richters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Bater nennen, und zum Gehorsam dir unschuldig am Kreuz für uns gemein ganzes Leben willig ergeben. schlachtet, befunden stets geduldig, 8. Was mir dein Sohnt, da er fitr mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! - 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gefstehn, und dich durch ihre Lafter schmähn, als wirkliche Berhöhner. Wer dich nicht fiebt, fommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hafts gesagt; du wirft die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Troft verschafft, wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glüid, mein Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden. Mel. D Lamm Gottes, unschuldig. 136. Gottes Lamm, wiewohl du wurdt verachtet; die Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Sesu, Jesu. 2. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl bu wurdt 138. verachtet! Die Sünd hast du getragen; fonft mitßt auch ich verzagen. Lob fei bir ewig, o Jesu, Jesu! Mel von Nr. 55. 137. Sott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer tann doch gnugsam deine 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröfte mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geift set mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Rel. Chriftus, der rns selig macht. AVA ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich fittest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bitteft, Erster Theil. GROD Von dem welche Wohlthat ift für mich dein verföhnend Leiden; D, wie preif ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o ber großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Feiden Bürde. 3. Nun fann meine Miffethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewiffen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Num tann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Ret tung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich lommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib nich mächtig dadurch an, Gottes Born zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Drüldt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewiffen: of dann laß aus deinem Tod mich den Troft genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bift gestorben, und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. Leiden und Sterben Jefu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth fiegreich überwunden: of so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dant ich ewig dir für dein bittres Leiden. med m Mel. O Melt, ich muß dich lassen.- 48. Welt! fich hier bein 139. Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil fintt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig fich beschweren mit Ban den, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleißet mit Blut und Todesschweiße ist ganz fein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmedt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie find dir Strafen auferlegt? 4. 3ch, ich und meine Sünder, der sich so viele finden, als Sandee an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen he ewgen Finsternissen, was nun deia Tod verfühnt: die Geißel und bie Banden, und was du ausgeftanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rüden die Lasten, die mich drücken, wie eise Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie guadenreich ist er! 7. Du setzest dich zum Bürgen, fa läffest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läff'st du die trönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 8. Für mich ihn zu erlegen, eifft du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht fterbe, noch ewiglich verderbe; o un erhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel und Leib dich preifen, umh dir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, flatt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Ren und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöfer hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfaffen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Frenz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und ich sollte nun an Sünden Luft noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden freuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht erfüllen? Theuer hat er mich erlauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. POSTED 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Bergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, if meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für fie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten feine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; mas deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. ME ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöfer hängt am Kreuz. Größ und Hoheit find verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen troftlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Laft, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Ms du starbest, starbat du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o bere. 141. U U Im Gnade für die Sünderwelt rufft du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Erster Theil. - Von dem wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergib o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, Leiden und Sterben Jesu. 85 Kraft. Herr Jefu Chrift! der letzte Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Troft im Tode bift. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o, so erinnre mich daran, Herr Sesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein Gebet felbft deinen Mördern Guad erfleht. verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth Hohen Werth, und danket ihm beweget. 6. Mich tröste dein Bersöhnunge tod! es bilde mich dein Geift, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Beuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch. ums ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift, gelobt ſeift du für deinen Tod! Gott 142. ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sün ber, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. D Jefu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! bertritt du mich bis in den Tod. Mel. Sesus, meine Suversicht.- 47. Schwing dich auf gen Golgatha! schau den Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein gur Buße reize. Härter bist du noch, ale Stein, so du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schauel ach, erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. D Lamm Gottes ohne Schuld alles das hätt ich verschuldet, und da haft aus freier Huld Bein und Schmach für mich erduldet. Aus bes ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Wird wo mein Herz vom Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du fteheft mir als Mittler bei, der meine Schulb bebedet. Mein Geift blidt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fitrchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebel schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich triffte 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, mur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, flerbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Troft aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. mga 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchftes Gut, immer unberwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig Perbend überwinden. Nirgends müffe mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Gasthil lehren, dein göttlich Kreuz im Glanben zu berehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. Leiden und Sterben Jefu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glüd! du litteß uno zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du haft mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichte meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben lämpf, im Glauben wach und bete, so i mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jefus lebet. Mel. von Nr. 55. aß deinen mich 12. dein den Klu143. 2 fete, mein Heiland, gen dieſer Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, trots alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 5. Fir welche du dein Leben felbst. gelaffen, wie fönnt ich ste, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, zicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Blieder, schaltft auch nicht wieder. 11. Lodt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize, so schrede mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 80 0 3. Da du dich selbst für uns dahin- 14. Wenn endlich, Herr, mich meine gegeben, wie fönnt ich noch nach mei- Sünden tränken, so laß dein Kreuz nem Willen leben? und nicht vielmehr, mir wieder Ruhe schenken! dein Krenz, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dies sei, wenn ich den Tod einft 4. Sch sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Krenz mich trifft, gelaßuen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 13. Gott! eile nicht, fie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern fich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. Mel. von Nr. 55. ei hochgepriesen, Herr, 144. Se für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Flirwahr, du trugest unfrer Stinden Schmerzen. D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? da Regest unsre Schuld an dir bestrafen, une Heil zu schaffen. Erster Theil. 8. D laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für Fichern Troft auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Frende, wenn ich einft scheide? Von dem Leiden und Sterben Jefu. 87 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das haft du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in die sem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frebelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erföfter, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichte soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis da mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. Die letzten Worte Jefu. 145. BITE egleite mich, Chrift! wir gehen zum schmer zenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie fönnen dir den Trost im Leben, und einft den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften lann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrid und zittre, frommes Herz! Sich deinen Retter, fieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Miffethäter, Wertzeuge feiner Pein und Schmach! D Mensch, den Rach und Zorn verfilhren, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich fromuner Triebe, als, unter Leiden ohne Zaby, der Herr dem Singer seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Troft verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, fommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe fterbend spricht: du wirft, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens megen mit mir im Paradiese fein. D Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. Von dem Leiben und Sterben Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft berleihn! Der Tod Jesu. 6. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Chriftus an dem Kreuze rief: 146. S Mein Gott, wie haft du mich vers Laffen? wie beuget ihn die Laft so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Bein mitßt er ver schmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da geHangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lafterfuechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget feine Dornenkrone, und büßet unsern Frebelmuth. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquicft, entblößt, wünscht, daß sein Durst geſtillet werde! Mensch, der dich so theur erlöft, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, bir geführt, wie Uebelthäter. Wer kann 2. Unser göttlicher Vertreter wird zur Seite, die Hunger, Durft und seine Leiden zählen? Eine Welt verMangel drückt: Oselig, wer den forner Seelen erlauft er sich um die Ruf erfüllet! denn wer den Durft sen Preis. des Armen stillet, der hat den Hei3. Seht den Schönsten unter Allen land selbst erquict. 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner ben; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. feine Macht. Heil uns! Wer darf es mun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden fage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Chrift, du hast ihn sterben wolleft du mir Weisheit schenken. sehn. Bald wirst du ihn durch Freu- Mich vom Lafter abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erweden, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- ftets vor Augen sein. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, flagen, der wird als Held nach dreien Tagen bom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du bort bei den Berklärten zur Rechten seines Vaters sehn. COM 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottverföhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Mit den, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Strafl er trägts gelaffen! seine Kraft hat ihn verlassen; er fintet wieder in den Staub. für uns ringen im Gebete. Schauet 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu rich ten mit Gerechtigkeit. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 89 - Rel Berbe munter, mein. 116. 8. Ja, noch an demselben Tage geb 147. Heute eute, sprach mein Hei- ich in den Himmel ein, los von aller land, heute, an sein Blutges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Guabe fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. Furcht und Plage, Herr, bei bir daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Rel. Wer nur ben lieben Gott- 1. 2. Theures Wort aus Jefu Mundel 148. Es ist vollbracht! so ruft durch Blut! In am des sterben. der finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. D, Wort boll Freudigkeit und Muth. Wenn der Trost und Leben, reize zur Freude Christ nun scheiden soll, bleibt er Das große fefter Hoffnung voll, fieht die Nacht Gott auch in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. meines Herzens Grund. Opfer ist geschehn, das mir zum Heil ersehn. 3. Ohne Bagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. 3hr broht nicht nur fein Berderben, auch fein Schlaf betäubet fie, wo sie erft aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröfte du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens mei nen Geist der Trennung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort bes treuen Beugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiben eine heilge Luft in mir. Dort find unbefleckte Freuben, aber Müh und Sünden hier. Rein auch noch so frühes Grab tütrzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerben, zeitiger beredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüiberlich begrüßt von Engeln, der im Herru entschlafne Chrift. Was sein Glaube je gethan, jebes gute Wert folgt dann feiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die burch dich erlöfte Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärleft mich; rufeft mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 2. Mein Jesus ftirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret fich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; ber Borhang reißt, die Erde fracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, haft du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! neßt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu bein Tod mir Kraft ge währt. D stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littft so viel zu meinem Se ben: brum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und feine Schmach dabei zu fcheun. Dein Dienft, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz beln Elgenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäuste Schmerzen zu meiner Prüfung aus ersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es fommt das Ende meiner Bein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes| auf der fündgen Welt; doch er lam Schreden, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit feinem Laft. Laß mich den Troft auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so tren, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Uleberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Mel. An Wasserflüffen Babylons. 97. rhebe vom Geräusch der Welt, o Seele, deine 149. Cheb Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmell welch ein das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferwedt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit feiner 2. Geduldig siehet er sein Blut gleicht, der Herr der Herrlichkeit er in bollen Strömen fließen! fleht für bleicht. Was Wunder, daß die Erde die Haffer, die voll Wuth es im fracht, die Welt deckt Nacht! denn Triumph vergießen. Gottes Sohn wird umgebracht. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun sentt sein Haupt sich nieder. D, meine Seelel freue dich! dir gab, der hier am Krenz verblich, das Recht zum Himmel wieder. die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt, freudentese Kreatur flagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. so werd auch du, o Mensch, bewegt! 4. Weil denn die Kreatur fich regt; Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? - 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. DSeele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich Mel bon Nr. 86. wohl Je151. gemacht! mein Seun ist es alles fus ruft: Es ist vollbracht! ber neigt der dir erwirbt das Erbe, welches sein Haupt, o Mensch, und stirbt, bedacht? Du haft den Herrn ans 5. Du selbst, hast du es gmg Die Wunder seiner Kreuz gebracht. Ihm, der für dich der Vater an. und stirb dem Sündengräuel ab. Güte tann fein sterblich Lied erheben. sein Leben gab, folg in sein Grab, Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. Garden Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. 6. Ach, Bater! ach, in Pein und Sohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist lein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. Santan 150. 7. Ich will mit ihm zum Grabe in deinem Heiland an. Was felbft gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod foll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einft Sohn gethan. sanft und felig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Zornielch trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttet hängt er, da er in Tod hinsinkt. 3. Wir Sinder sollten sterben; 9. Tödt, Jefu, selbst in meiner Fluch lag auf Adams Erben, Fluch Brust, was sich noch find't von böser 8. Und nun dient ich der Silnde noch? Wie drüdet mich ihr schweres Joch! auf, Seele, daß du dich erheb, mur Jefu lebst, mur Jefu zu gefallen strebft! robloce, mein Gemülthe, und bete Gottes Güte Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Luft! dein Tod, der mir das Leben| Müh! durch dein Kreuz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und sie; denn es führt durch kurze leiden Muth auf meiner Pilgrimschaft. zum Genuß von ewgen Freuden. 10. Ja, Herr, mein Heiland, fräftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze frendig auf dein Wort den Kampf fiets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Ueber Alles, was zum Stanbe meine Seele niederdrückt, wird mit starter Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Troftes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigfelt, die du, Herr, als du gestorben, mir, mir am erworben. 11. Wie dant ich gnug dir Jefu Chrift, daß du für mich geflorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. auch hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, fo befteg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufft du, und ich habenun gnug gekämpfet, um zu ruhn, Herr, so dant ichs deinen Wunden, daß ich sieghaft liberwunden. misdan - Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Fren dich sehr, o meine 6.- 29. 152. Je, und Wunden, deinen martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Mich sollt ich durch Siind entweihn? Nein, ich denk an deine Bein. Ach, den ganzen Gräul der Stinden läßt mich die mit Grann empfinden. Heb 8. Ja, auf dich sieht mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, retteft mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Hers, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wolluft Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blid ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. S Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn Inftig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Bornes Laft, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Hau fen ins Berderben hinzulaufen. Von dem Begräbniß Jesu. Luist Mel. Der Tag ist bin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Mülh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 4. Hält mein schredendes Gewissen mir der Sünde Menge ver: o, in meinen Rümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles eh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Troft: Sie sind vergeben. 5. Hier fuch ich in Unruh Friede; 4. Ich weiß, du wirst, mein Sebensin der Angst Beruhigung; neue Kraft, fürst, wie dich auch mich erwecken. wenn ich ermüde, und in Qualen Sollte denn mein gläubig Herz vor Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, fondern bald aus eigner Kraft aus bem Grabe gehen. 92 Erster Theil. 5. Hier werd ich einft, bis du er scheint, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. 3hr, die die Welt gefeffelt hält, jagt mur bor der Verwesung! ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. Mel. Der Tag ift bin 153. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Im Kreuz erblaßt, der aus und zum dem Grabe gehen. 200 Von dem Leiden und Sterben Jesu 8. So fint ins Grab mein Zeib hinab! ich will mich drum nicht fränTen; theurer Heiland, mir zum Troft an dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlajt getragen, und als ein Fluch ist an das Freuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröftlich Bild, o gnadenvolles Beichen, das aber nur der Glaube famn erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 7. 3ch darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läffefst decken. Dein Grab macht meins jum stillen Schlafgemach; da ruh ich einft bis an den legten Tag. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Berwundrung jederman ein Borpiel der Erhöhung sehen kann. - qualen müde, findet mein Erlöser erft in dem Grabe Fried 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schützeft mich, und über dich gehn aller Trilbfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlöften! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. macht. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Leben, mein Versöhner, göttlich frei Du zeigt, daß du dein habeft hingegeben. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigleit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht 7. Allmächtig rief Er, der entgebrochen werden; drum muß dein schlief, den Todten; sie erstanden! Leib auch ruhen in der Erden. Was Leicht entriß der Lebensfürst sich des Jonas Beispiel lehrreich vorgebilb't, Codes Banden. feh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 8. Das finftre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ifte mir der Pfab zum Schauen. 5. Du bist das Waizenforn, bas man berscharret; doch wenn man nur bes dritten Tages harret, wird man bich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 9. 3ch preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, bu fieheft, wenn ich still meinen Dant dir weine. 6. Hochheilge That! des Höchften Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 10. Bergeß ich dein so werbe mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, beine Lieb ermessen. 11) Von der Auferstehung Jesu. Rel. Dennoch bleib ich stets an bir. 156. Y** uf mein Herz ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. D, wie hoch sind wir getröft't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. that, Ewig set er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unfre Schulden find zwar groß, boch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis getrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der fann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. Del Ghrift lag in Tobesbanden. 157.2 93 er Herr lag in das Grab geftredt, für uns dahin gegeben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Laffet drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uno erfreun, Halleluja ihm fin- gen. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Troft und Rath, denn alle waren Sünder. fället uns der Tod so bald. feiner furchtbaren Gewalt find wir doch nun gerettet. Halleluja! Drum Bon 5. Hier ist das rechte Ofterlamm, 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am mar Ruhm, und mein Troft ist nicht verstervollen Kreuzesstamm ward es für gebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet une on die Quelle meines Lebens. Hoch fein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet fing ich dir jest und ewig Der Würger geht Dank dafür. Stärt und Muth. vorüber. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Feft in großer Freud und Wonne, bas uns der Herr erscheinen läßt. Er felber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Ser erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Stinden. Halleluja! 3. Der einige Sohn Gottes ift zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkün digt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Num fann fein Tod uns schaden. Halleluja! Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 94 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sei fern vom thenern Wort der Gnaden! Christus felber will allein der Seele Speis und Nahrung sein! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! - Mel. Herr Chrift, der einge Gottessobn.- 94. 158. D er Held hat überwunden der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Bornesflaumen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Na gen, dein Sorgen und bein Zagen in Chrifti leeres Grab. 2. Wie sträubte fich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob fie ihn in die Fersen sticht, so siegt fie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. ilberwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ift Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Chrift, und sieh er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wiffen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Ist Christus auferstanben mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrlict. 3 er dem Tod entriffen, so läffet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Chrift! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bift. Laß nicht mehr die Gebauten in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, Sewing ihn auch in mir; du bist 7. Dies ist die große Seligkeit, ber hindurch gedrungen! zeuch mich, ich wir theilhaftig werden, Fried, Freude, folge dir; laß Teufel, Höll und Süln- Heil, Gerechtigkeit im Himmel und den mich auch nun überwinden, wie auf Erden. Hier sind wir still und du für mich gethan. hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Citelu fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem feiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 8. D Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott fei gedankt, der schwere Strieg ift mun geendigt, und der Sieg durch Mel. Es ist gewißlich an der Seit.- 30. 159. Tob, wo ist dein Christum uns gegeben. Stachel nun? dein Sieg, a Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. überwindet! Geendigt ist der schwere Frieg! Gott sei gedankt, daß er den Steg durch Christum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlodt Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. MOD ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Sefu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf3. Gott felbft, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers Hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestätis befestigt unfern Glauben. Wer kann, Mel. bes 32. Pfalms. da dich dein Gott nun ben Troftgrund rauben, daß bu fir 161. JE du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du mun ewig lebest. Du lebst und fiegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter feift, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Halletuja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle. Halleluja! 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, bes Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einft, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da foll auch wirst ihn, wenn du nun erscheinft, einst dein Jünger mit bir leben. Du zu deiner Freud erheben. Laß auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! dies INTER L ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerleßte und vertheilt Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßet, trotz, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm feineswegs gesunken, er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höh, tein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir den Raub. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 96 zu Höll und Tod, es trifft dein Voll mun ewig teine Noth. - 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todestampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns feinen Theil; Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. erweckt uns hier, reiß ab die starken 163. Kaum steigt zu ihrem frohSeil, die und Seel an diese in Erde heften. Erfüll uns jetzt mit voller Pracht herauf; seht! so verneuen Lebenskräften, und ruf einmal läßt der Herr sein Grab, der erft für die Leiber aus dem Grab, daß Leib uns sein Leben gab. und Seel in dir das Leben hab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erftritt, der bringt uns seinen Frieden mit. hier ist fund 109. 162. Dich bet 187 Erretter gemacht, was er uns aus dem Grab Mel. Vom Himmel hoch, da. ich an, ner Held! einer Sinderwelt, du, unfre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele bir! gebracht; der edle Schat, die reiche Beut, der sich sein Boll vor ihm erfrent. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfft mich nicht. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. Debler Sieg, o starter Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Chrifti Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger fahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun tühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut verfiegelt es ihr Heldenmuth. - 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gabft und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen fann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Him mel sind, der ist mein Bater, ich sein Rind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplatz meiner Huld und Tren! wir sehen deine Huld und Tren auf deiner Erde täglich neu. 10. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollender, schaun! 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Troft, der meinen Geift erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligfeit erwartet mich nach dieser Zeit! ea findet der verklärte Chrift das Beil, das unaussprechlich ist. 9. Lebt Chriftus, was bin ich be trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab gnug, daß ich Chrifti Liebe hab. 10. Er nährt, er schütt, er trößtet mich. Sterb ich, s nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, tomm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott verföhnt; durch ihn mit Gnad und Heil getrönt. Mein banges Hers ermanne fich! Gott und die Engel lieben mich. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Troft, du starter Held, mein Jefu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. - esus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tob, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! - 29. Mel Freu bich sehr, o meine Seele. reiset Gott in allen daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzwed ist; daß zu jener felgen Ruh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlösten, gebet seinem Names Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Mel. von Nr. 34. Lobfinge, meine Seele, dem 166. ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, Er hat für dich gerungen. was bir zum Heil der Herr gethan! Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, fein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da fland er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! 165. erlöfte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entriffen, unser schüchternes Gewissen. Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tob? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. 2. Jesus ruht den Sabbat über, Der todt war, sich, er lebet! er nach dem Sabbat steht er auf. Einst lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. fomm id) zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Jünger wanten, er vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mic stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, feine Straf; einst erwach ich von freun fich, danken dem Auferstande dem Schlaf; dann werd ich mit seinen. Sie sehn empor ihn steigen, nen Theuern jenen ewgen Sabbat und gehn, wie er gebot, mit Freufeiern. den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. 4. Herr, deine Boten fiegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdkreis wird Geift, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Ihn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 der mein Netter ift. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies metu ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. du lebft. Theil.- Von der Auferstehung Jeja. Erster Theil. 167. Rel. Hoflanna, Davids Sohn. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne: laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: sb, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl geluuMel. Allein Gott in der Höh.- 15. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Wach auf, mein Herz, bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Besen bringt mir diese Sonn zurütd, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibft flare Siegeszeichen, machst den 4. Bald reizt dich freilich noch die Feind zum Friedensbot, läff'ft den Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Tod zum Heil gereichen; denn wie Doch wer sich fest an Jesum hält, follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erweden. schaft fönnen schrecken, die mir sagt Wirf deine Sorgen auf den Herrn; von Auferwecken, nichts von Todes er sorgt für dich, und thut es gern, drum ist er auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch fiegreich überwinden. die Sonn ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er fein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh von dem Tod der Sünben auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, mun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ift, such nun, was droben, als ein Chrift, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glitcken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jefu kannst du nur allein Ruh und Erquicung finden. Bitterleit? 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jefu Chrift! das du, Lebenssonn! durchscheineft; mun bist du auferstanden. Du kennst so fomm ich zur süßen Ruh, da du des Satans Macht und lift, o, mache mich mit dir vereineft. Wenn du einst fie zu Schanden! daß wir in biefer Erster Theil. Von der Auferstehung Jefu. 0099 Brüfungszeit, mit ihm und mit der bim, mit allen Frommen aller Zeit Welt im Streit, zuletzt das Felb soll ich mich freun in Ewigkeit. behalten. 11. Zu welchem Glück, zu welchem erhebt uns nicht das Christenmit dir gefreuzigt, Gottes sind wir auch auferstanden 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärt uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einft wird er herrlich glänzen. 00 Mel. Vom Himmel hoch, da. 109 Corinnre dich, mein Geift, 169. erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Septe 5. D Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geift mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Mel. Es ift gewißlich an der Zeit. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als 170. Freiwillig haft du barspräch er: Friede sei mit dir! o freue dich, mein Geift, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und bein Freund. gebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dire zu geben. Und darum fiebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenebeit, von unn an bis in Ewigkeit. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung fämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnft; und du erfüllst einst mein Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürft, in Wolfen göttlich tommen wirft, erwedt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. Ruhm thum! Sohn, schon. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru12. Nie fomm es mir aus meinean Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe tren, zu deinem Bilde ftets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstand n tst. 2. Du warst mur eine kleine Zeit von deinem Gott verlaffen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengft aus dem Grabe. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schaffteft, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schaus 7* Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 100 den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch deffen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel Bachet auf! ruft uns die Stimme. 171. S alle lujah! Jefus lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Frende Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele! dein Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jefu Jünger, wehrt dem Leide! lobfinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 3. Nun verzagt auch nicht, Ber. brecher! Gott ist euch nun tein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ift er versöhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolt hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist verföhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schretten? nicht ewig wird das Grab uns becken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einft wird er zum beffern Leben sich aus des Todes Stub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie berneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. D Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald find Seil beines Lebens. Halleluja! der fie unser Theil. Bald frönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! add Mel. Dennoch bleib ich stets an bir.- 156. - 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. wo nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder fich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jefus lebt; sein Heil ist mein; sein sa auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen dnicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jefu ic. Existente 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts oll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. sado ug fjöls? 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. sid time! Rel. Auf diesen Tag gebenten wir. 173. 20 101 6. Jefus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Troft in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es versüßet. Alle 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in können wir nichts wünschen. Me Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr lujah, Alle- Allelujah! med foo lujah, Alle- Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun be ceit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starten Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüftet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Melujah, Alle- Alelujah! 201 loden wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch = zen dir; o laß auch uns erfah- # ren: daß wie voll With das Leben 174. Der Stel mit hellem Mel von Nr. 101. Herr gen Jubelschall, mit jauchzendem Getilmmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. heign j 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, berlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Chrifti Himmelfahrt nicht an der Erde fleben. Allelujah, Alle- lelujah! Me zusammen kommen. Allelujah, Alle Allelujah! 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun fich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfremm. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet fteht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie fichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden bie hier das Elend baun; wir sollen himmfisch werden, und Jesum ewig schann. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Sefue hingegangen, dahin fteh eur Berlangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Beuch uns bir nach, Herr Jefu Chrift, daß wir, so lang wir leben, zu bir, ber bu nun droben bift, uns. 5. Gen Himmel laßt uns dringen immerbar erheben. Wir sehn hin mit herzlicher Begier! mit Subruns auf, du fichft herab, an Tren und laßt uns fingen: dich, Jesu, suchen Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, a Gottes Sohn, fell fic Erster Theil. Bon der Himmelfahrt Jesu 102 der Geift erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, ba gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergötzen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns fich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. - 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner HerrlichMel. Dom Himmel hoch, da. 109. 175. Shau, großer Herr der vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wint bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschloffest du den edlen Par und fuhrft in königlicher Pracht au deinem Vater wieder auf.offadire 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun fitest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Chron. 4 Dein Arm, du Gottmensch, Herrscht und siegt, du bist uns allentSalben nah! und selber das Berborgne liegt vor deinen Augen offen da. den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geift erft dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was dreben ist, und unser Herz ist schon bei dir. Mel. Dom Himmel hoch, ba.- 109. leit? da Tag, wann wirst du fein, 176. Auf! Jeſu Ilinger, frenet euch, Herr fährt da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erbliden? Tag, brich bald Herein! 11. Bollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unfre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! 1 auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobfinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigteit. Er ift ihr Haupt. Lobfinget ihm! lobfinget ihm mit hoher Stimm! 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du fennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, 6. Du bist in deine Herrlichkeit bei dir steht Kraft und Macht, und schon eingegangen; aber wir, wir dein sind wir. Nimmst du dich unser find noch immerdar im Streit, und hilfreich an: was ist, das uns ge seufzen noch im Elend hier. plo brechen fann? 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und fchligt. Du, unsre Kraft und unser Light, bist mitten unter uns auch ist. 8. Bon deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erfirittfti daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unfre Füße trittst. uns in den Himmel auf. 9. So setzen wir denn unverzagt, and freudig unsre Wallfahrt fort, 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbft. 9. Du haft die Stätte uns bereift, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach tren vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du 10. Dzeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Siten zur Rechten Gottes. Dem mrr trachten, was da ift, wo du, verklärter Heiland, bift. 11. Dein Eingang in die Herrlichfeit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 103 finden, und einft ewig bei dir fein, ewig deiner sich zu freun. 7. D, was sind wir Menschenkin der, daß du unser so gedenkft, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil." 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schredt: laß uns dein Verdienft vertreten, welches unfre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geiftes Kraft und flärken. Hilf uns durch die Brü fungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 709 Mel. bon Nr. 101. Mein Dein Jefus triumphiret, und nimmt den Him mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstanduen Leiden. Lobfingt, lobfinget ihm!) 1619 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. Hout Mel. Alle Menschen miffen sterben. 82. 177,( roßer Mittler! der zur Rechten seines großen Baters fitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen; bessen Reich und Majestät über alle 178. Dinge geht. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ift aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Troft ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel cin. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die er worbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch 4. Herr, du schaueft voll Erbarmen einft zu werden, erwarb der Herr uns stets auf diese Welt herab. Liebreich Heil. Erlöste! macht euch auft wo suchst du jeden Armen, der sein Herz Jesus hingegangen, dahin schickt das der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu ers weden. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denten und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Reiner, feiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung ans der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung fuchet und den Sindendienst verfluchet. Seiner Seele schentest du Leben und Gewiffensruh. 5. Was sind der Erde Frenden? wie bald find fie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn bereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrft und stärkeft fie, daß fte bir vereinigt bleiben; daß fie die fes Lebens Müh standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring aus immer weiter zu deiner Herrlichkeit! - Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu 104 bis diese Zeit borbei, bis wir bich, Helland! sehen, und freudig vor dir fieken, bis Erd und Himmel neu. 1 bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr zu loben. Ihm jauchzt der SeraJefu Chrift, daß phinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. da zur Rechten Gottes bist. Du starter Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du siteft auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. 3hm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet fiber alles. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Du, unser triumphirend Haupt! bie felig ist, wer an dich glaubt! du bift sein Licht, sein Trost, sein Theil, fein starker Schutz, sein eiges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele fich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigteit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Beforgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Was uns gebricht, ist bir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von teiner Seele bist du sern; du siehst auf fie, und hilfft ihr gern. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf 8. Sieh auf uns gnädig allezeit meinem Stuhl, als Gottes Kind, und vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf er soll ewig leben, wie ich gestegt, als unserm schwachen Glauben auf, und Gottes Sohn, und bin auf meines Basegne unsern Lebenslauf. inters Thron voll Herrlichkeit gefeffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Mel von Nr. 34. 10. Laß uns dann freudig vor dir ftehn. 181. Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel Dann triumphirt der Glaub an weit. Wer ist, der sie ermesse? Du bich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. warst bei Gott von Ewigkeit. Du Hilf uns dazu, Herr Jefu Chrift! bift der Erstgeborne vor aller Kreatur; der du zur Rechten Gottes bift. tamft zwar für uns Berlorne in mensch licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratt du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, Hattft du schon Herrlichkeit. Mel Allein Gott in der Höh. 1 15 180. Mei ein Jefus fitt zur rechten Hand des Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde find meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein fräftges Wort gemacht. sebe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werde! entstand - 4. Umsonst, umsoust empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch beine Macht ist er besiegt. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habeft uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschloffen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da fein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Chrift, dir ähnlich, ewig schauen. 4. 3euch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jebund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schas und Ruh nur sei bei dir bort oben! 5. Was droben ift, laß tünftighin uns unabläffig fuchen; was eitel is, das laß uns fliehn, was fündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. bie Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf beine Hand, so wie das Heer der Geifter, bas bich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über alles! das ist dein erger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägeft alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die feinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen! benn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hiffft du vom Berderben, schaffft ihm Bufriedenheit, und machst ihn einft zum Erben vollkommner Seligkeit. 6. D Kleinod, das im Himmel 5. Wie herrlich ist dein Name schon strahlt, ich will nach dir nur laufen! jetzt, o Herr, in aller Welt. Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn fie vor beinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und belehre die, die dir noch nicht zugethan; bie deinem Wort nicht glauben, und dir, Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. ker für uns fitt, bie fchuldge Chre 183. Hoftanna, Davids Sohn, rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich glänbig zu erkennen. Laß nichts, die bich erfannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann fomm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! Namen sich erhebet auf den Thron fiber Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden enblich müiffen dienstbar werden, und bas felbft fein Ende nimmt! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. CATOR 182. Herr err Jesu, beiner Glieder Ruhm, du star 2. Sei gesegnet, theures Reich, das tes Haupt der Schwachen! bu haft ein solcher Herr befizet, dem tein Herr ein ewigs Priesterthum, fannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit felig machen; du bist, der das Gebet| Nachdruck schüket! Schwinge dich in 106 Erster Theil. ftetem Flor, groß durch Frieden, reich an Frenden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! Batson Von der Himmelfahrt Jesu 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volf verehren, und so weit die Sonne geht, miffe fich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! id, will bir, so gut ich tann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im großen Aus dem 72. Pfalm. Mel. D Gott, du frommer Gott 185. Gott! gib dein Gen O richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden: durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Voll befreit, uno wer die Sünde fühlt zu deinem suo erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze piegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Bolts sich an, er, dessen ftrengen Born fein Frebler tragen tann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, fo lange Sonn und Mond an den ges Rel. Allein Gott in der Höh. 15. 184. Jhr Böller in der ganzen wölbten Bühnen im alten Prachte Welt stehn. und Kindeskind und Händen! jauchzt unserm Gott! erschallt, wie groß und schön, Herr, erhebt den Held, der sich an allen deine Werke sind. Enden fiets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und ftärkend wird auch Zions Gott er 2. 3hr, die ihr seinen Zepter ehrt, blicket; er fommt, und seht, durch ihr werdet einft regieren; ihr werdet ihn wird der Gerechte blühn, mit diefe Welt zerstört zu euren Füßen ihm wird Fried und Ruh in alle spüren. Zu seinem Erbtheil wählt Gränzen ziehn. er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen 3. Den Himmel nahm er jauchzend fich, die in der Wüste wandern; er ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wirft mit mächtger Hand die Feinde wollt ihr länger träge sein, lobfin- in den Staub, und macht, des Siegs gend ihm zu dienen? Rein, auf! gewohnt, aus ihnen einen Raub. Tobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ift Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 6. Bis an das fernste Meer wird fich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschent und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt mur groß und mächtig heißt, von Heiden felbft wird auch sein hoher Ruhm gepreift. and die dein Hofianna schreien, wc man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt. und schwört den Huldgungseid! kommt umb tüßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. ishod midw Aus dem 47. Pfalm. - do Thron; der Höllen Heere fehn ben Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und fich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen fich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. 4. Mit tlugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Cifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem und seinem Sigen zur Rechten Gottes. 107 7. Warum? fein starter Arm wird 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit die Elenden retten, sein mild und theilt Gott, die Quell der Seligleit, hülfreich Herz bricht ihre schweren dem, welcher vor sein Antlig tritt, Retten; von Trug und Frebel macht recht überschwenglich gnädig mit. fie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget fich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die rechsten Saaten deden, so reichlich wird sich auch der Segen einft erstreden, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreift. 10. So Sonn 22110 im alten Glanze blitzen, wird sich der Nachahmung des 21. Psalms. Nachwelt Troft auf seinen Namen 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hocht und soll euch recht geholfen sein, fo nehmt den Ehrenkönig ein. 7. 3hr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts fommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ewger Kraft, der statt des Streite bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thork geht aus der Finsterniß hervor! er fommt, der Herrscher Zebaoth! bor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! 152 Mel. Wie schön leuchtet der. 35. filtzen, durch ihn gesegnet, Iniet der 187. Here, err, der du deinen thenren Sohn mit Hülf Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sei der Herr, den Ifrael berehret, der einzig Wunder thut und Feind und Lift zerstöret! gelobet sei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr belaunt. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du. auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blickteft! Siehe! Wrübe Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, Aus dem 24. Pfalm. im Glanze deines Angesichts erl erhebt er Mel. Dom Himmel hoch, da. 109. deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unfrer ausgeföhnten Num Erd und 186. Die turen in, das Meer, preift sein Geift deiner Liebe parts Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt fo felfenfeft gegründet hat, daß fie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Ja, Herr, was nur fein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gefehrt, das hast du ihm geschentet: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war 3. Wer darf sich dieser Stätte ftets sein Sinn gelentet. Kronen, nahn? wen nimmt er zum Bewohner Thronen und ein Regen deiner Segen an? nur den, der durchs Versöh- muß ihm werden. Selger Wechsel nungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! fich thut. 4. Ums Leben bat er, Bater, dich, 4. Nur dem, der reines Herzens da Troß und Vater von ihm mich; bleibt und feine falsche Lehre treibt, du gabft ihm langes Leben. Ber des Meineide fich nicht schuldig macht, mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Sob, nur dem ift Segen zugedacht. den Schmuck, den du ihm dranj in 108 Erster Theil. deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jeju fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spiirt, da haft es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest der Feinde Rachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte fucht die Rotte dich zu tödten: Gott fieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolt, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Schenfal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfülllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Famm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. D Weis helt! die du Macht und Lift, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden lehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfelle des erzürnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiben zu den Freuden, zu den Kränzen, die ſo schön in Zion glänzen. Von der Himmelfahrt Jesu 188. Mel. Freu bich sehr, o meine Seele.- 29. err! du fährt mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiben dieses Lebens, dieser Beit! Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in bir zurüde lege, daß ich stets dein bleiben möge. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in thr Eitles ist! und nach dem, was bort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bift. Wolluft, Ehrfucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müffe mir nichts rauben du erwarbst fie theuer mir; jekund seh ich fie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelft ihre Leider in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufft du frithe oder späte mich zu meines Grabes Ruh: feucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke beiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär fie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. bern 189. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele.- 121. 2. Laß mir deinen Geift zurfide, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, fo öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es beinem Bater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß * ch mich befehr und lebe. gleichet, deffen Ruhm fein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, fich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß Gib mir, Jesu! Muth und geschehen. Fluch und Segen, Tob und Leben, alles ist dir fibergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: bie nach deiner Bor schrift leben, dir nur zu gefallen fireben, alles gern für dich verlaffen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 109 Mido ( 17) 4. In dem Reiche deiner Ehren hört an des Regimentes Länge, an Beguaman stets dein Lob vermehren von dem digung der Freunde, und an Siegen Himmlischen Geschlechte, von der Menge über Feinde. deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen Diesen Reichen, dir ift niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Rel. D Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und feiner fehlt. 190. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen. Laß mich deinen Schut genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder fommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinft, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Miel. Aus tiefer Roth schret ich.— 119. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. Er fo er fommt dein Gott, erhöht. For kommt, zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. D weigert euch, Erlöfte, nicht, jegt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine: Stimme hört, und sie nicht mit Gehors sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen.. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf dei nen Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten 4. Du sammelft fie vor deinem Thron, um jebem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Chrift! daß du der Erden Richter bist? 5. D gib, wenn nun dein Lag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, gans frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die fleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemale ermüde hier mein Geift, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. 110 Erster Theil. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrfich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müffen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Breis fich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Chrift! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 61 Von der Wieberkunft Jefu Chrifti 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wieder hall der Erde Grund erschüttern; und 5. Wer spottet dann noch deiner plötzlich nun der Bau der Welt mit Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für Krachen stürzt, in Trümmer fällt; ihre Schuld zur Rechenschaft mit Maje- wenn alle Menschen zittern, und vor tät wirst ziehen? wenn nun ihe Augejden Richter hingerückt, der Spötter dich erblickt, und sie dein Strafgerichte glaubet und erschrict: brudt, dann werden sie verstummen. 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschridt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dirl ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Hebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du haft auch, Jesu, mich erlöft. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel fibrest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Snade war, die Deinen zu beglücken. 7. Dlaß mich dann, Herr Jesu Chrift, mit Freuden vor dir stehen, und dir, jo herrlich du auch bist, getroft entgegen fehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glütd erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, and nie dich zu verläugnen. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frift zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald fommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Boru euch decken. Denn min nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! - 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Wonne sein. Rel. D Ewigfelt, bu Donnerwort. 190. 192. De er unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, fam, fommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zutunft Zeit! in aller ſeiner Herrlichkeit 193. steigt Jesus dann hernieder. O sichrer Erdkreis beßre dicht der Tag Ses Schreckens nahet sich. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. Beder Ledenke, Mensch, bas Ende, bedente betnen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, fann mor zum Gericht. D 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sindern und den Deinen gibst du fein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedente, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöft von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft fie. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Šatan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein furzes Freuen, dort aber ewiglich ein fläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Kuechten ihr Theil in ewger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Ge wichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron beftehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bebenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein milder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Beiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu fenten, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. 3m 195. S Im Lod und vor Gerichte fteh mir, o Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. chon ist der Tag von Gott bestimmt, da, Jeful bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er fommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. ch dent an dein Ge194. Ich richte, bu Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Sajwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majeſtät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder por deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenfinder wirst du zur Rechnung 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und Lift; hier gilt kein falscher Zeuge. 1963 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar atehn. Du rufft, und sie erscheien vor deinem Richterthron. Den tungsvoll und tief gebeugt. Kommt 112 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf! ruft und die.- 171. achet anf er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Wahr Sünder! erwacht! bie widerspenstig war, heißt er mun von sich weichen. denn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ift zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er fommt gewiß, und hält Gericht. PO 5. O Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sim ber, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist berloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! nun. fehir fie mit erstauntem Blid, daß Glaub und Lieb das höchste Glüd, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn mun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Bolltommenheit! kein Kummer, teine Traurigkeit flört ihre ewge Freude. Das Stüdwerk wird 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden tränfen. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedent der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. d #dop 14) Von dem heiligen 197. omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde fie so wie du weißt, daß dein Ge schöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröfter dich belannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. brennen; dann wird der Spötter ihn 2. Schrecklich wird sein Zorn enterkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen? fommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gekrönt! mit reinem Herzen zu empfangen, 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns be reit! Amen! Amen! die Zeit ist naht bald ist sie dal gelobt sei Gott! Hallelujah! fupe Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. des Feindes Lift. Dein Friede sei mit 5. D, mach es träftig, treibe fern uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärt uns im Glauben an den Sohn und Bater, bis das Schaun ihn frönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob erfönt. fost spilis und dessen Gaben. I Mel. von Nr. 33. 2013 198. The erhebt und preiſet, hr Christen erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich und wir nehmen den Geift der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gefalbet mit dem Del der Frenden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geift, in den Aposteln träftig, schmidt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das mun, in feinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verfündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. Ď, daß ein Geift des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Chrifto schaffen will! lit 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geift und nicht im Fleischesftum. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Feft uns kein Gewinn. Wir müiffen neu geboren werden, so daß fein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schent une armen Sündern durch deinen Geist Genad amb Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben tann. Mel. Bater aller Gnade. 199. G SE ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. 3d bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schäßen, Würden und Ergötzen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünftig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Ärge Bäter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thẳteft du wohl minder? werden deine Kin der von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; beines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeiheft du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Bater! Komm, du Geift des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du fannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Glanben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erfenntniß ftammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jefu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brilnstger Triebe, Fener Teuscher Liebe, laffe deine Glut auch men bringen, Gott, mein höchstee Outf mein Herz durchdringen und in FlamGut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 114 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 9. 3ft bei schweren Plagen ganz| rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geift zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband tulipfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshige, daß meine Hand, zur Erleichtrung ber ich schmachtend size, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten niitLaß des Troftes Ströme fließen, und lich werden. fich in mein Herz ergießen. 10. 3ch fann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefften Leide mir des Himmele Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. - 7. Gib mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu beffern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblid meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn ich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. Mel. Werde manter, mein. 116. - 200. er du uns als Bater liebeft! treuer Gott! und deinen Geist denen, die dich bit ten, gibest, ja, um ihn uns bitten heiß'ft: demuthsvoll fleh ich vor dir; Bater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und 9. Was fich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbft den Trieb haft du entzündet, daß mich, mein Herz bleibt dir entriffen, und Herr, verlangt nach dir. O, so setze dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. durch dein Wort deine Gnadenwir tung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Gitter, hochgelobter Gottes Geist! der du menschliche Gemüther befferft, und mit Troft erfreuft! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Rindestren stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen bent und handle. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs 201. Mel. bes 77. Pfalms. Size eilger Geift, du Himmelslehrer! starker Tröster und Befehrer! fehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Denten sich mein Herz zu Gott mag lenten; flopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben.( 2 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden trößte mich durch gum Guten stetig führe, gib selbst Jefu Wunden. Luft und Kraft dazu, daß ich Gottes 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als Willen thu. Gib mir stetiges Ber- ein Glied an seinem Leibe, und wenn langen, Jefu fester anzuhangen, im- ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es mer mehr von Sünden rein, heilig, auch bleibe, und als eine gute Rebe unbefleckt zu sein. Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung fei ftets die Zierde meiner Seele; in Bersuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Reu fiber mein Bergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erben, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeift, in mir wohnst und träftig feift. 5. Komm! erfülle, komm! bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gaft, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und bort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jefu, wir find hier.- 4. du 202. Sott! bu haft in deinem Sohn mich von Ewigfeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sinden todt, and zum Guten ganz verloren: heilger Geift, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe mweg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Bermunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Henchelei verrichten, chriftlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einft erben. Mel. von Nr. 37. 203. Dir ir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich denke dir, dağ du den Geift, der deinen Sohn durch Wunder preift, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit tam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie bein Wert vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn fie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unfrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit fiegen; das Lafter und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen, 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Bein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König tren, be fannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geift der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer mich oft mit Reu und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden fränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkt du Buß und Leid, in frommen| heißt! schent une Muth und Kraft im Seelen Troft und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkeft du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den b. G. - 5. Des Vaters und des Sohnes Geift, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einft in Todesnöthen! Rel. Gott des Himmels und der. - 32. Comin, o komm, du Geißt 205. 204. Kom 1 des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was mur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! bas, was dich betrüben fann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden Fatt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärt uns dann mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Beftes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o fo mache den Beschluß; sprich der es Vaters und des 7. Ddu Geist der Kraft und Stärfe, bu gewiffer neuer Geift, fördre in une beine Werte, wenn uns Satan wanken Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr une Je sum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. D du, der Liebe Geift! erhöh unsre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligte Gliedern, Jesum ftets uns lieben. 4. Du höchster Troft in aller Noth! hilf getren uns sein bis in den Tod Heilig laß uns leben, und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden bertlagen vor der Welten Richter! Mel, Freu dich sehr, e meine, 29. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Gdler Geist im Himmels und throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geift, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Hera und dessen Gaben.. and mach es nen, daß Gott selbst mit Mel. Freu bich sehr, o mehve.- 29. seiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. G eift vom Bater und 2. Du, der Tugend Wiederbringer, bom Sohnel der bis macht es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unfere gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hilfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir mäch mr bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden shon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geift des Troftes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Troft der Seele bei dir finde, und den Ummuth überwinde. 5. Geift des Raths! wenn mir berschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hilfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir faft un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geift der Freuden, mein Gemüthe fucht an bir nur seine Luft. Schmed ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erbenft, welche mur die Seele träntt. Rechte Freude muß den Frommen eingig von Gott selber kommen. 7. Geift des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten fräftig sei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach bem Flehn ein träftige Amen! Birt Aus bem 46. Pfalm. el. Ein fefte Burg ift unfer Gott. 208. 117 15) Von der christlichen Kirche. ming in starter Schuß ist 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müffe mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo u Sünde, mein Gemüth versuchet wirt. daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so ftrafe selbst mein Herz, daß ich, unter Neu und Schmerz, mich vor Gott darnieder benge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Berlangen von dem Bater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden fiets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden beines Troftes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unfer Hof- fen. Er hilft uns treu aus alle 118 Erster Theil. Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht 10 Von tein Feind auf Erden. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es tämpft für uns der rechte Held, den ane Gott felbft erforen. Fragst du, wer er ift? er heißt Jesus Chrift, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 4. Das Wort steht fest! die ftolze Belt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, ramben Gut und Ehr: fie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. der christlichen Kirche. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre fie prüfen, daß fie falsche Freuden flüglich ver meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke fie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz Um uns wirft erlösen, bis wir zum Unte gang der verklärten Frommen froh lockend fommen.ated tis Mel. Bom Himmel hoch, da On 109. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott! der uns immez Gutes gab, schan und droh uns zu verschlingen. Trop gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, deis Es soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig flellt, schreckt er uns doch nicht. Er in ja längst gericht't. Ein Wort fann ihn schon fällen. 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift fie ehren, denn sie vertün bigt beines Mundes Lehren. Außer ihr fuchen Sterbliche vergebens Worte bes Lebens. Der 67. Pfalm.co 2. Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltfreis freue fich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! fein Bolt sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erfennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut fich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du big ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer un, wer ist FR Mel. von Nr. 55. 209. as boch, o Jefu, laß der so beschiltzen kann? dein Reich auf Erden 6. Es mache aller Völler Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit ben! Schenke doch ihnen, deiner Lei- fund! fein Boll sei auf der weites ben wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Gülte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zn erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei nen guten Willen treu zu erfüllen. 7. Die Erde ist nicht mehr ber flucht, fie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hun gersnoth; fiets fegne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, m Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neul dir biene deine ganze Welt mit einem Dienft, der dir gefällt. 1803 Erster Theil. - Von 211.6 rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Chri ftum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Thrift der du Herr aller Herren bift; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 213. ott ist uns Stärk und Schutz in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdtreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschüttern, Berg tern, und sänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig 3. Gib, heilger Geist, uns einen toben, und stürzten vor der Wuth Sinn, nimin alle 3wietracht von uns hinab in seine Fluth: sie bleibet doch Gebirge, ihrem Grund enthoben, hin. Vor deines Wortes Licht und mit ihren Bächen die Stadt des Macht entflieh des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird thums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott hier! sein. Schau unsre Noth; wir find ja dein. der christlichen Kirche. 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlodend müffe dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. Mel. von Nr. 50. 3. Gott wohnet selbst in ihren Erhalt im Glauben uns Mauern, der Herr beschützet sie, fie getreu, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird fie dauern, den frei. Sie dichten, Herr! ein Frevel- der Höchste hilft ihr frilh. Die Völker 5. stüdl es fall auf ihren Kopf zurück! fie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze fie! tobten, und im empörten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßzet Jacobs Gott! fommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 3erstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Krieg 34 steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, 2. Laß deine Wahrheit rein ver- daß er nicht tödten kann. Er zündet des fündigt werden. Mach ihre Siege Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. herrlicher auf Erden. Sib Muth 6. Laßt ab, und wißt, und lernt und Weisheit denen, die sie lehren, mit Freuden, ich sei Gott, Herr dein Reich zu mehren. be der Welt! groß will ich werden vor 3. Du haft noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ift Gott! führe fie endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der bienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schiltzet Jacobs Gott! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche feft, die fich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 212. chütze die Deinen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jefu, bor der Welt be fennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 120 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. MOO 214. W enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes fitt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt F zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle 3. Der Frebler mag die Wahrheit schmähn; uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift; wer hier sein Finger ist, sein Wort von Herzen hält, dem tann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. erbar men! wie wenig Herzen find noch dein; entzieh dich nicht uns Ar men! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht fen- nen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwig erfindet. In feiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft fich brüsten. wüthen. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge 2. Gott sieht die Fürften auf dem doch des Irrthums freche Lehren. Thron sich wider ihn empören; denn Wie lange sprechen Frevler noch die den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen fich empören. B 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht fein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 4. Gott siehts und spricht: balb fommt die Zeit, daß ich dem Frebel steure, damit sich in der Christenheit tein Heidenthum erneure. Indeffen greif den schnöden Wahn mein Work mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 5. In Feuer fiebenmal bewährt, glänzt ebles Silber heller; und, durch Berspottungen bewährt, strahlt Got 4. Auf, Christen! die ihr ihm ner tes Wort auch heller. Der Strah. trant, laßt euch kein Drohn erschreden. len siegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, unb blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? Die Feinde. 6. Sein Licht beschüß uns, daß feine schlauen Nege zich, nie unter uns nie bas frebelnde Geschlechte in uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Straft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. nise 7. D dämpfe felbft, bu starter Gott, die bir bie Ehre rauben. D Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk erster Theil. träftig unfern Glauben. D heilger Geist, verleih uns Gnad, daß wir vor Abfall und Berrath mit ganzem Eruft uns hüten. Von der christlichen Kirche. Mel. Fren bich sehr, o meine. 29. T 217. reuer Hirte deiner Heerde, du, der Deinen starter nd Schuß! stehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truk tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bift ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der beinen Rettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo bu nicht sein Wilthen dämpfeft, und für deine Wahrheit tämpfeft. - Sel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 216. Bater ber Barmher D zigkeit, verwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigfeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie bein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Bater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Maumb im Geift der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. D Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich bente. 3. Es betrifft ja deine Ehre, co betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und bich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedroheft Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestlim. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul be fehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, adh, befehre die durch Lügen sich selbst um thr Glüd betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dränen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit schenen, unfre Hilfe steht bei bir. Käm es auf une selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glau ben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis Zeig uns selbst bald die Gefahr. mit Zärtlichkeit verschonen: o, was fann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirft dich ihrer freun, und sie mit Segen frönen. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. Git us on tag o 121 - dry mods? manded 803 med ind issdung 122 16) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. g Rel. Chrift, unser Herr, jum Jordan. 218. M ie Chriftus felbft gunn Jordan kam, und nach des Baters Wil- len die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfill- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergeffen, dazu ich selbst mich dir verband, ale mir mit Heil entgegen famst. du in deinen Bund mich nahmst, und IC 4. Du bist getren. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets fefte ftehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Baterherz mich sehn! du flopfft an mein Gewiffen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufe neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwede mich zu neuer Trene, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es jetzt entfag ich euch. Bater, Sohn und heilger Geift! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Boll, das dir geheiligt heißt. D, welch ein Glüld wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du haft mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein felig Theil haft bu, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes, felbft mein Belstand sein. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Bater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! dur Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölfer, und und Mel. Liebster Jefu, wir find pler. ein Erlöser! der du Seift tauft munmehr alle Boller. 220. M mich dir um ei Völker. Ei- 4 Wer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, als dein Jünger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort feft am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heiße. gehen. ad dind somon tap Mel, von Nr. 72. San 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes 219. Ich bin getauft auf dei- Wohlfsein achten, daß ich, Jeful deinen nen zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurüice. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glülde. Davon ift auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dire gefällt, deinem Dienft, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einft auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Mel. Piebster Jefu, wir find hier.- 4 221. err! wir stehen hier Here! vor dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jefu! rein 4. Laß uns alle in der Welt als durch dein Blut von seinen Sünden; rechtschaffne Chriften leben! endlich laß es deinen Geift erneun und mit auch, wenn dirs gefällt, christlich bir genau verbinten! da wir ihm den unsern Geift aufgeben, und im HimNamen geber hreib es in dein mel zu den Frommen, zu den wahBuch zum Leben! ren Christen fommen. - Bon dem heiligen Abendmahle. 222. Y 17) Von dem heiligen Abendmahle. Einsetzung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Pfalms. 18 Jesus jezzund fterben wollt unfre Missetha- ten, in jener Nacht um schnö123 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt! mach es zu deinem Gliedek Lehrer! zeig ihm deine Bahn! Friedefürft! sei du sein Friede! König! laß es deinen Willen tünftig immer den Sold aufs schändlichste verra then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Fingern noch das jetzt wird für euch gebrochen, daß eureSchuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Danffelch nahm er auch hieraus; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tiige nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschloffen, fest zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; sun denft an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein, gespeiset und getränket, fagt lant: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meis ner Ehr, als witrdge Himmelserben Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun jeir ich keinen Fefttag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brache, und dankt, und sprach: nehmt hin 8. Die Welt, die nicht ihr Heil and effet, damit ihr nicht im Glau- versteht, bleibt an dem Neußern hanben wantt, und meiner nicht vergeffet; gen, und meint damit, wenns übel bas ist mein Leib, der durch viel Qual geht, Genade zu erlangen! doch dich 7. Kein Tropfen labt den reichhen Mann in seinen schweren Leiben, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schidsal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 124 Erster Theil. Von des heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem 5. Mein Heiland, den der Himmel ernftlichen Gerichte; soll dies bein preift, dich will ich ewig loben. D Troft, o Siluder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuen Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl ver mehr in mir des Glaubens Kraft, aul daß ich dir mit neuer Treue biene. 14 9. Der rechte Labtraut ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn, daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelobe feift, den gersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns dae 10. 3ch bleib in dir und du in Heil erworben! wie haft du, Gott, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geift getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich geftorDank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlodt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlaffen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ewger Treu amfaffen. mir. O Bater, ich lobfinge dir. Gib, daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Baterhuld erfreu. Gott meines Heils! sei ewig mein, sei ewig mein und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht on beine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. 2. Voll hoher Ehrfurcht beug id mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel id dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft haft du, o Herr auch mir verschafft, was mich vor dem Berderben schüßt, was meinem Geifte ewig nützt. Herr Jesu Chrift! wie liebst du mich! wie liebst du mich gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu bir! beförbre du doch selbst in min ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge erftritten. Errettung von der Sünden bricht. D stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. du auch mein Berföhner seift, und Dant ihm für diese Liebe! mich vom emgen Tod befreist. Herr, dieser Trost set feft in mir, sei feft in mir, so dien ich boller Freuden dir. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bift bu mir ausersehen. Auch mir zum herr fichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein 4. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, er wird einft wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann besteht, und mit ihm in den Himmel geht, ihm ewiglich zu banten. lehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! berMel. Allein Gott in der Höh. 15. 223. Haft alt im Gedächtniß Jefum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gelommmen ift, ein Heiland dir zu werden. Bergiß sein nicht, denn dir 31 gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! - Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 125 5. Ja, Herr, mein Glfick ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. D gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laßt mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preifen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweifen. laß mich nicht, verlaß mich nicht, fo Tomm ich einst nicht ins Gericht. 5. 3u deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß fie mich einft genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, die und ehre vor der Welt. O Mel. von Nr. 84. Berr, mein Heil, ſei flets mit mir, 226. Jeful Lebensquell, D Menschenfreund, fei stets mit mir, so fomm ich einft gewiß zu dir. danyd of beplied der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immannel! ich stehe hier mit Furcht Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 225. Ich komme, Herr, und und Angst belegt; ich flag es bir, da suche dich, meiner bist ein und beladen. Herr! mein Heiland, Arzt, der franker Seelen pflegt, du segne mich mit den erworbnen Gna- bist der Hirt, der selbst sein Schaf den! ich liege hier vor deinem Thron, will führen. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde ste im Glauben der Erlöften. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich dent an deince Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du haft mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet fich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod ge tauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre sie im Glauben; und laß durch feine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke bich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich taum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bangeBrust, der Sünden Sitz, die mich bon dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich fieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felfen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Ted! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, it mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu. jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquide mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. 126 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 227. M ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jefu Chrift, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speiseft mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Dentmal sein, daß du mich auf dein Opfer weiseft, mich glauben heißest. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfelt! ach, mach uns allesamt bereit, and laß in einem Geist die Deinen Ach fest vereinen! 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner TaMel. An Wasserflüssen Babylone.- 97. fel geh, und Brot und Wein mir 229. u, Herr! haft aus geben seh, du werdest meiner Seel imgleichen dich selber reichen. Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühfelge, kommt zu mir. Du Weltverföhner! ja zu bir komm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 120 330 Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. tren geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich ihn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort ben Sündern droht. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gefegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dant ich dir dafitr! 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab tch meinen Gott betrülbet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenten. Meines Jesu Todesqual soll mir Troft im Leiden schenken, und mein Leben foll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig find. Ach, daß uns deine Lieb entjinb't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. mein reuiges Gemüthe. S 2. 3war meine Missethat ift mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie bridt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Gitte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh mein Herz auch an, 3. Es seufzt um Troft und angftigt sich, gebüdt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach seinem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dant gelaben. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich eines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich derein in deinem Reich, verflärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, der gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! tomm mit brüinstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entgaß mich Gnad empfahn und Leben. labe, gibt er heute Gnab um Gnabe. 3. Herr! ich mit Beben. Du willst dich hier mit den Deinen Gnad und Leben. durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränfen, und dich ihnen selber schenfen. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! ich du Mel. Dennoch bleib ich stets an bir.- 156. 230. Di nicht; bu tannst mein Jefu, laß Seelen recht erquiden! du bist meine Zuversicht, du allein fannst mich beallein glüden! bu, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt fie fich wohl tiefer finden? Mag die Treue fefter ftehn, oder näher fich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! fobre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! fein Berlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jefus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das pricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. 18 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich bergeblich sehnen, meiner groß und shweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel fingen, daß fie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. finden, dricket dich die Laft der Sünden, fomm, Verge bung an empfangen, denn dein Licht ift aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich ein6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Befehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; ach, laß witrdig mich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. un7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmad jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du m aussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Got tes schreckten, als du selbst für mich ge storben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, 231. dir will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben! einft werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfius den; hilf mir, hilf mir überwinden. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. von Nr. 72. 128 Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. AND 232.00 ih preife bid), bet 233. Hertillen, was du in ch deiner Leidensnacht, nach deinem guadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht. Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Frenden? Du wardst ein Opfer auch filr mich. O gib, daß meine Seele für fich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze ftarbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o Bärte mein Gemüthe zum gläubigen Bertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Laft von meinen Sünben. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Troft empfinden, daß du, aus Gottes Baterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er färke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Luft der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, it gar nicht zu ermeffen. D, mache felbft mein Herz geneigt, fie nimmer in vergeffen! daß ich aus ächter Ge gentren bir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen 3wed mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weift, und die einst den erlöften Geißt zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abend mahl erwecke mich, mit Eruft dar nach zu streben. Herr, mache mich bazu geschickt, und werd ich einft der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. sim tog im 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele fich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie star? find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib bon deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Situde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleibt. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Trene vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbßt fite mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewiffen findlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was verfieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie fomm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Simdenlaft du mir aus Huld erlaffen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! bem Böllern sichtbar zeigen wirft. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dant und Leb, Gebet und lehn, Erster Theil. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Helland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. sic sulle siddip b 234. N - Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten haft, und deine Liebe nie bergeffen, die so viel Segen in sich faßt. Daß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrütbe, der du für Laß beines mich gestorben bist. Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, dwell bu mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbft für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 5. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sinden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schent mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich fiets als seine Brilder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speift und träntt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unfres Hellands Namen sein Boll vor ihm versammelt war, so fommen wir noch ein zusammen bor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, thr Auserwählten, in sein Reich. 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich tranf, Herr, deines 9. So soll denn weder Spott noch Bundes Wein! voll Freude hab ich Leiden, noch Ehre, Freud und Lust dir versprochen, dir, treuster Sesu, der Welt mich, Herr, von deiner treu zu sein. Ich schwör es nun noch Liebe scheiden, die selbst im Tode mich einmal dir; schent du nur eine erhält. Du bist und bleibeft ewig mein, Gnade mir! o laß mich deiner würdig sein. bam 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabßt du für uns selbst deinen Sohn. taloj.3% 70 18) Von der Vergebung der Sünden. mhit Mel. von Rr. 72. TES er litt, damit wir Friede hätten, Er für 235. Gott, beine Gnab it filt uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! fie Gott, wie haft du uns geliebt! fchafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, 3. Dant! ewig Dant fei deiner und willig ist dein Herz dazu. Dem Treue, die niemand gnugerheben dir verschuldeten Geschlecht schenkft kann! nun nimmst du jede wahre bu zum Leben neues Recht.n Reue mit Baterhulb noch gnädig an. Wohl dem, der fich zu dir belehrt, and gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du bon den zu dir! Gott, du fiehest mein VerPlagen, die dem Gewiffen furchtbar trauen. Sicher fann ich auf dich find; der kann getroft und freudig bauen. Deine Vatertreue ist ewig, fagen: Gott ist für mich, ich bin sein wie du selber bist. Idamasdi she Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, bor deinem Angesicht. Alle Sünden, uns reuen, willst du, Bater! ja verzeihen. O so höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. die 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm bergeben, wenn er fich zu dir belehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquideft die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be trübt. Freude schenket deine Gitte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlaft licbreich abgenommen haft. bertritt. 5. D Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie tlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. D laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuver sicht auf deine Bundestreu verlaffen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Bergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Nel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 236. J ch erhebe mein Gemüthe 237. Ich fleh in tieffter Reue sehnsuchtsvoll, mein und Gott, zu dir, denn ich fenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Dwie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! fei ser harrt auf dich vergebens. Nur Berächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. mir Armen meine Schuld! eröffne meinem Sehnen, o Bater! Herz und Ohr, und laffe meine Thränen unb meine Seufzer vor! giler G BUT 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lebre mich, Herr, deine Wege, für Guade Recht ergehn, so würde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst beftehn. Du aber heileft gerne sera Erster Theil. thirschter Seelen Bein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dank bar fein. 5. Mein Schirm bist du; zu bir 3. Ich trau von ganzer Seelen flieh ich, wenn drohende Gefahren auf dich, du höchster Hort! wenn mich mit Schrecken überfallen. mich die Sünden quälen, so tröstet machst dich mir in der Gefahr als mich dein Wort. Nach dir nur schau meinen Retter offenbar, und läß'ft ich immer, wenn mich ein Schmerze mich sicher wallen. drückt, wie nach des Morgens Schim- 6. 3ch zeige, sprichst du selbst in mer der müde Wächter blickt. mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Šeligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freu den. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig feft, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr From men, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Bon allen seinen Knechten bleibt Gott der Troft, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Doubye Von der Vergebung der Sünden. 131 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bift gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in beiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. 238. W Der 32. Pfalm. Mel. Rommt ber zu mir, spricht. ie selig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schredet! dem, weil ihn feine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein € 239. Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Troft, ben deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und Täß'ft die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du bleibeft ihre Zuversicht; Mel. von Nr. 16. A Ich schone doch, o großer Menschenhüter! ach ftrafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich tommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf taufenb muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst fann ich nicht vor deinem Thron bestehn! 7 000 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Born, als unfern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin war Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* NAJ 132 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. bas bald zu Staub wird werden: doch sprichst zu mir: du follft leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen thum; ach nimm mich auf! gedent an deinen Ruhm! must 34 Schulb ist dir vergeben; sei getroft, mein lieber Sohn! tomm zu meinem Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirft 7. Seht, wie sich der Abgrund mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfaffen. Drum tröst ich mich und faffe guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. d schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Him melstind verklagt? 8. Richter, der mich losgesprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Drittler, der, was ich verbrochen und ge raubt, Gott wieder gibt! Geift, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! Gott der Gnaden! dir sei Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 1 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 240. 82. chöpfer aller Menschenfinder, großer Richter aller Welt! fieh, hier wird ein ar mer Sünder, Herr, vor dein Gericht gestellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Pastern fich befleckt, der in tiefen Schulden ftedt.dh minut 2. Mein erwachendes Geriffen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerriffen, nebst dem Satan, fehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gefehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. Fre her Sünder, du mußt sterben! wird Mel. Wer nur den lieben Gott.-1. mein strenges Urtheil sein. Es erzit- 241. Mie thener, Gott! ift deine Güte, die alle tert meine Seele vor des offnen Ab- Missethat vergibt, sobald ein renengrunds Höhle; es erstarret Geift und des Gemüthe die Sünden, die es fonft Blut vor der ewgen Flammen Glut. geliebt, erkennt, verdammt, und ernft4. Doch, Gottlob! die Furcht verlich haßt, und Zuversicht zum Mittfchwindet, weil ein Bürg ins Mittel ler faßt! tritt, weil sich ein Vertreter findet, 2. DI laß mich ja nicht sicher wer der für den Verklagten bitt't. D, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. den, weil du so reich an Gnade bift. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Beil gegebne Frift! gib, daß fie mir recht wichtig sei, daß ich fie meiner Beßrung weih! 5. Richter, siehe meinen Bürgen, fiehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Geset erfüllet, der hat deinen Zorn gefstillet. Herr! ich glaube! fteh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, find Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erklihnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfallt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frebelnd Schuld auf Dwie brüldt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort fann ja nicht tritgen, zu Jefu faffen, der zwar auf fein Sandern gönnst du deine Hd. Du Verdienft fich steift, doch in der Stude 9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein befliffen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, gu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein berwund't Gewiffen mit Trost an deiner Vater huld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! 11 will ich durch Uebung guter Werke beweis.n. Mache selbst mich tren, Herr, in der Liebe gegen dich! fie dränge stets und leite mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Bater, mein Gewissen rein, und hei 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frebler sich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, bie fromme Seel entfernt; fich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. für Kinder auch erkennen. Bedür E 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; wir mur tren auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unfern Vater nennen, und er will uns er Herr ist gut, in deffen Dienst wir stehn; wenn fen wir im Kampfe Troft und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ift gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will ber Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersicht der Frrenden Berbrechen; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er trößtet den, der Schatten sucht, ber Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Frommel was er amacht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spren, die der Wind zerftrent. 6. Der, der sich gegen Gott emer ist versöhnt durch seines Sohnes pört, besteht nicht im Gericht, in der Blut. Was will ich mehr zum Troft 2 Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der der Herr ist gut! dog den d Berbrecher nicht. Be Bad 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schauft im Zorn den Sünder an, bes Sünders Weg vergeht. vid Mel. Ses 1. Pfalms. 243. 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit. Er geht uns nach undst merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum feiners Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ift gut! de 9* 94 4. Der Herr ift gut! in feiner Liebe Schoof trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Chriften 2c. und Neigung, uns zu schützen; es fann| belehrt, der wird nicht, wenn er der Geift in ftillem Frieden sitzen, fleht, erhört. well unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! - Corm 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmedt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entbedt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, bielmehr darin mit Luft und Freude fiehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer beffer fieht: der Herr ist gut! 5. 3ch aber, Gott, durch deine Güte erquict, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, haden Lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du lein Waffertrunt ift unvergolten blie- wirft mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Sewer, wenn du, Herr, bei mir bift, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! 106 OF 08 7. Wenn meine Feinde vor mir Heucheln, wenn sie nach meinem Unfall fehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir bertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei thren Feinden, Herr, zum Trutz, fiets der verlaßnen Frommen Schutz. 2007) Der 5. Pfalm. Na 244. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, 4. Die Frevler mögen nicht beste hen; du haffest jeden falschen Geift, der sich aus deinem Joche reißt, unb fich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. hilf und sei gnädig mir! d 2. Ich will auf dein Gebot aufmer ten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber reinl du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sinden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht di aps) 90D Mel. bes 90. Pfalms. 245. M ein Salome! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geift beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze tehret, so kann ich bald von dir Erquichung spüren. Dein Gnaden blid ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von beines Geiftes Gaben! nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. thin 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ifts, womit fie ihre Diener lohnte? Es fann ja nicht die milden Seelen laben. Mein Jefus fanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O befter Freund, du tröftest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine underbare Güte, die alle Angst, die 3. Dein Wort, das Wort der Selichteit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Troft im Elend zu, verfüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! duolyan 35/ Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 1 alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Se zur o Gott! in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienft sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 4. Es müsse dann mein Herz nur Chriftum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhel daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und fönne schlechterdings der Gnade tranen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich 2. D, wie erhaben ist das Recht, darnieder schläget, und fast den Geift das du uns gibest, dein Geschlecht der Kindschaft in mir dämpfet, so und Bundesvoll zu heißen! Bei dir daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will tämpfet, und dieser Streit mir neue deiner starken Hand, Allmächtger! Angst erreget, so laß mich bald dein uns entreißen? Wenn wir gleich bler huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft müffen streiten, und zu Zeiten schwach und Zuversicht entstehn. uns finden, hilfft du uns doch überwinden. tue bilo she safens ins 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läffest deine Huld mich tröftlich schmecken. Bon dir geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunft mein frohes Herz genießt. d 3. Du deckest unfre Schulden z schenfft unsern Seelen wahre Such und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes find auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? disar adam idin spa 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unfer Haupt, Gerichtstag hält, dann wire er sichtbar werden. Alsdann fieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volt 100003 and Mel. Rommt her zu mir, spricht. 238. 246. festem Muth auf deine Onad und Chrifti Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Bater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligfeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 5. Wie glücklich, Gott, find Chri- 7. Zu diesem Glid bin ich erkauft, flen dann! wie viel hast du an uns o Herr, durch deine Leiden. Auf dei gethan! o laß une unsre Würde vor nen Tod bin ich getauft, wer will Augen haben jederzeit! fo tragen wir mich von dir scheiden? Du zeichneft mit Willigkeit der furzen Leiden Bürde. mich in deine Hand; Herr, du bist Herr, gib den Trieb in die Seelen, mir, ich dir bekannt. Mein sind des dich zu wählen und das Leben ganz Himmels Freuden. zu Jesu Dienft zu geben. D ni bu 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde ste, o Seelel vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel Aus tiefer Noth schret ich. 119. 248. Ich weiß, an wen mein Seele! der Erde glänzend Nichts verGlaub hält. Kein geht; nur des be Feind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer beffern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ift, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jefu Händen. siddip Mel. von z. 65. d 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. 249. reis, Breis fei Gott! und Glüd und Heil Lang ist der Tag des Sieges. Ich und Segen sei dem, der Gott ehrt fämpfe filt die Ewigkeit. Erwünschter und auf seinen Wegen einhergeht und Lohn des Krieges! Der du für mich fich freuet, seinen Willen stets zu den Tod geschmeckt, durch deinen erfüllen! Schild werd ich bedeckt; was fann 2. Er ift beglückt, und mächtig mir denn nun schaden? dsdsd wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läfft ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfülllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. - 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Bon fern lacht mic mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 13 4. Herr! lente meines Geiftes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf EwigLeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur Furze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd iche froh empfinden. Der 112. Pfalm. du mi 6. 3m Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist nein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! hin 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß si 36 mit ihnen theilet! fein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergeffen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens tommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und trant mit freudigem Gemüthe auf Gottes Gülte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen ic. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod 1 Herr! und gittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? bir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 101 7. Würdig dir an leben, bies fei mein Bestreben, meine Luft und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüiget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! fub 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelfeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. de Rel. Jefu, meine Freude. 89. 250.00 Die getroft und heiter, Mie du Gebenedeiter, machst du meinen Geift! der du, die dir trauen, führft zu grünen Auen, 9. Deinen hohen Frieden schmed und so gern erfreuft! niemals wird ich schon hienieden. Und was hoff bei bir, o Hirt und Beruhiger der ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seelen, mir Erquicung fehlen. Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer fann sie mir rauben? is al i 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Richts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekten, willst du mich bedecken. 10. Voll von deiner Güte frohlodt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiben, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einft durchs Chal des Todes dringen, dort dein Lob zu fingen. 3. 3ch fann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag SRBIOS AD 38 E eines Frevlers Herz erschüttern: was 251. W wiffen habe, so hab bi Mel. von Nr. 42. ich Ge branch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Situde; doch ich große Seligkeit; es ist des Himich aberwinde fie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glad dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiben erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlöften Rechte. did w 9. Er ftreuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirfchen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche fich erforen, das ist verloren. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Troft und Hoffnung habe, bant ich dir allein. Daß bein Geift mich unterweist und mich führt auf deinem Pfabe, das ist beine Guade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe: groß ist deine 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, baß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag iche, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreubigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. tur 138 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Chriften zc. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blid gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen fich einst ganz in jenem Leben. - 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Berfolgung, Läftrung, Schmach und Hohn; denn des Gewiffens innre Freuden find süßer, als der Welt ihr Lohn; und was fann Höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Hergen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt.bl 6. Ich eile mit gefeßtem Schritte des Lebens letter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Siinde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch fein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! denn of was 253. m W könnt ich ohne dich? and spen 12091 6. Wenn einft, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer finket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die nous alles übersteiget. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252. Sin Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, deine Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erwedt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das furze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies trößtet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret fie, daß sie dein Heil nicht fehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. Bo 7. Herr! diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wen ich vom Tod erwache! os das Mel. des 4. Pfalms. ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'st du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, fo eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werdrden, is erquickt an deiner treuen Bruft. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Chriften 2c. 139 mich dich felbft erwählen, du felbft ich schon auf Erden; hier fuch mein Gott, vergnügeft mich! zu dein nem Wort gib dein Gedeihen, las mire des Himmels Borschmad sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleient nichts fann, als Jefus, mich erfreuen. O reicher Troft! mein Freund ist meint CULLCR und find ich Ruh und Luft. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Geficht, so wie sie fann, viel Guts erweisen, fie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. BE bir gefellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Moses mit erzirnten Bliden mir großem Sinder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tüden mich selbst anklagen, schüchtern bliden: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'ft des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusam men: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 10 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; fie enden sich in lauter Segen, du fommt mit Trofte mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht mei nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläff'ft du feinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuben aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! pin mbi mising Mel. bes 46. Pfalms. eglfickter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zwed, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Nath die Welt und sich verlängnet hat. 350 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! än wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibeft, in seiner Liebe dich nur best, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Luft und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Silnder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrilgt und eilt dem Schatten nach wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betritget? 3hr tappt im Fin stern ohne Licht, ihr sorgt, ihr fürcht, und findet nicht. D 6. Wie wohl ift, Jesu! meiner 4. O füße Luft, die der empfindet, Seelen, weil du mich fiebst; ich trau der fich im Glauben dem verbindet, auf dich mich fann Welt, be Noth und nur zu dem das Herze tenkt, und Tod nicht quälen, du heißeft/ der fich uns selbst zu eigen schenkt 140 Erster Theil.- Bon der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Frenden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. ungeschieden. 5. Laß, Jesu, mich den Borsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen fann! Zeuch mich dir nach auf beiner Bahn! laß deinen Geist mich ftets regieren, und hier durch Welt und Brilfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bift. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. JF ch freue mich, 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Berderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 9. Noch hats tein menschlich Dhr gehört, was uns dein Himmel einft gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Bollkommnes Heil- ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Troft, und was kann mir in deiner 256. M Liebe jehlen? du, Herr, bist mein, and ich bin dein: was mangelt Mel. Ich ruf zu bir, Herr Jesu. ein treuer Gott! BESERIEI dein gutes Wert, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Zid gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste d 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröftet meine Seele. bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht 4. Du bist mir der bewährte Freund, ber es aufs Beste mit mir meint, Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. zu treiben.com 2.0 Herr! wie genau ist dein Gebot, and wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Luft und Noth, manch guten Borsatz breche. Ich bin nicht gung auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tüden mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, aus so viel Striden? ad lisen his Darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Bater! beine Treu und in dir les ich zufrieben. So dort, Macht, doch, Mittler! bein Ver5. Du bist mein Leben, Troft und ficht, mein Fels und Heil; brum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. ANGINA Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 141 treten, doch, Geift der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja felbft den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Bater wird sein armes Kind im Hoffen nicht besajämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir ge schenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gefsenft, wird feinen Abgang merken. Er wird durch seines Geiftes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leis ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Filhrt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachfamkeit mich mächtig unterstiltzen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich haffen. Ach nein, er fommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er fennetmich, er liebet mich, wer will fich unterstehen, mich zu verderben? feine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. An meiner Statt hat Jesus fich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer flaget mich nun weiter an? wer fann mich nun vers dammen? id 3530 5. Mit dem mein Glaube sich ver band, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? tipp to 6. Ich bins, auf den sein Auge fieht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin fein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schitzen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er ver dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir feinenGeist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geift soll ewiglich, sagt Chriftus, bei mir bleiben. Er stärket und verfiegelt mich, nichts fann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmad jenerSeligkeit, die ich ererben werde. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! tein Tod, tein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Luft, nicht Schmei chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird fein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 30 sto Mel. Es ist gewißlich an der Bett.- 30. etroft, mein Herz, und 257. Gero, zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bunbesgott verspricht, daß er mich will sibewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er fann und will mich schützen. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. J in mein Freund! in 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. ch Gott bin der Gnadenzeit durch Wort und ist Geift geboren. Der Gnadenrath, der ftarke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd, o Herr, betrübent gib, daß ich mög bei seinem Sicht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich bich dorten lobe! Ystated them tod dieser hohen Würde steh ich und fürchte feinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser Pilgrimfchaft des Lebens und der Leiden. mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Waffer fließen, und läffet mich der stillen Ruh genießen. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit and Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend fegnet Gott mit Leben und mit Friede. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens turze Frift, Gott, gegen das, was ewig it? follt ich nicht muthig kämpfen? 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich tein Grauen doch befallen; du, Höchfter, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Steden mit allen seinen Schreden. Gott will mein sichrer Trost vor allen Todesmich aus bes Grabes Nacht zum gro- schreden. Noch mehr, du willst, daß fen Tag erwecken; ich fürchte nicht der ich an deinem Tische im Angesicht Höllen Glut, erfauft durch des Erlö- der Feinde mich erfrische. fers Blut zum Eigenthum und Erbe. Vom Tode der Glaubigen, 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; er ist zu fest gegründet. Er füget fich voll Zuversicht auf Jesum Thrift, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Berdienft sich zu und trotzet Welt and Hölle. 259. Der 23. Psalm. DEE er Herr, mein 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquidet meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget beine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume blei Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung thisid is der Todten. - Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. in meiner letzten Stunde mir Geift ern will ich mich erge- und Leben sein. 260. Ge ben, dich zu verlaffen, Welt! Ich geh zum bessern Leben, fobald es Gott gefällt. Was wärs, bas mich betrübte? dort schau ich ewig ben, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinber, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wante in meiner To2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: fommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, Munde laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin sgid und der Auferstehung der Tobten. bes Himmels Erbe; dein Wort sagt, baß ichs bin. 5. Du schriebft ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, bich lobt, was in mir ift, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Mel. von Nr. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Freuden, ihre Plage sah dein Auge, Ewigkeit. noch als auf Hand steht unsre Zeit. Du haft der Erden mich ließ'st einen Pilgrim werganzen Menschenschar ihr Todesjahr den. Da schon schriebst du meinen bestimmt, ale teine Zeit noch war. Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 2. Wenn mun auch unser Ende tömmt, und deine Hand bas Leben Hemmt, dann hilf uns in der Todes noth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von beinem Angesicht! and mid bh 4. Drückt uns dann noch der KrantHelt Schmerz, so stärke bas beklemmte perz, daß es, auch in der Schmergenswuth, mit starkem Muth in deimer weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der egen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht bes Todes schaun. 143 Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 262. och bin ich dein Gast, Noch o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts z wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geift des Herrn! Zeig uns den Himmel bann von fern; laß uns, wenn wir zum Bater flehn, getröstet fehn, wie der une liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? GUA 8. D sei uns dann nicht fürchter fich! erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Auge sterbend bricht, feit uns dein Licht! so fehlt uns Troft tm Tode nicht. wird mein reger Leib zu Staub, 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welten, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Bermodrung schnöder Raub. Neu be feelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. neuen Kräften; und von Schwäch und 6. Hör, o Seele, einft mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist dat denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir er warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 144 Erster Theil. Mel Jefus, meine Zuversicht. 47. 263. Selig, Gott, sind die, die mun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch du willsts, wir leben noch mithsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! SEASO Bem Tode der Glaubigen, 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf beftehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine turze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herc, und Kraft, diese Stunde wohl zu nittzen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wolleft du uns unterstützen, daß wir frenbiy auf dich sehn, und getroft zum Tobe gehn. 6. Daß wir bein sind, nicht der Welt, daß du uns wirft auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. I in Indon 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollft du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einft: es ist vollbracht! 0 dus - der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem beffern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer tröften. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch volbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 6. Wie wird mir dann, mein Heis land, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werbe? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden Met. Wie schön leuchtet der. jene Freuden offen stehen. Ewig will ie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirfti Mel. bes 103. Pfalme. duz, ganz befreit von Sünde und von 265. M 35. 264. Wi Wie dan ie komm ich doch Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich tunig! stärke, tröfte dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann bein Gott wird geben. mein Heil, zu dir hinüber? Du 2. Ich freue mich und bebe doch; fo briidt mich meines Elends Joch, bift mir ja, mein höchstes Gutk 5. Vielleicht find meiner Tage biel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erge ben, daß ich droben dich unendlich fönne loben. albe 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich fann in deiner Liebe ruhn. an unc ng und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher fommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? 266. B egrabt den Leib in Wie kommts, daß dem, den deine feine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einft Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Mit Dant muß ich von deiner Gülte sagen, wie du mich durch die Wüfte durchgetragen, und meine Seel mit vielem Troft erquickt; ich weiß, 2. Aus Staube schuf ihn einft der wie manche Noth mir kam zu Han- Herr; er war schon Staub, und wirds den, doch weiß ich auch, wie du mir nur mehr; er liegt, er schläft, verbeigestanden, daß mich die Last der west, erwacht dereinst aus dieser ToTrütbsal nicht erdrückt. desnacht. is pius mad 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. Joldes 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. S 5. Du bist mein Fels; die Wunden find die Höhlen, dahin ich flieh, was fann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so fomm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, 5. Gott blieb er tren bis an fein und nie den Glanz verlieret, das Grab: nun wischt Gott seine Thränen bleibe mir in Todesfinsterniß! gehab; was sind die Leiden dieser Zeit, auf, Sonn, mit deiner Kraft zu Gott, gegen deine Herrlichkeit! hellen, laß deinen Troft die finstre Wolf vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 6. D Gott! du bists, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an dir fest flebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erweden, e 4. Hier hat ihn Trübfal oft ge drückt: nun wird er, Gott, von dir erquidt; hier wandelt er im finstern Thal: mun ist er frei von Schmerz und Qual. 0 6. Nun, du Erlöfter, schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mis Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jefu Chrift, dein bittrer Tod stärt uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und frene dig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, bas it wohlgethan. 267. JRE ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd anses 10 146 Erster Theil. Vom ATOURD stehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Helland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 1014 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen tann, Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 44. 3ch hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigfeiten mich würdig zu bereiten. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläubel Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode dein im Tode nicht verbleibe. dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübfal, Angst und Schrecken, wie die Heuchler, decken. fo, Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott fich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. Tode der Gläubigen, 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub ,, er wird doch wieder Leben, und einst aus der Verwesung Staub fich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürft, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd la dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'ft in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. D, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmel. reich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbft bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr follt leben. OL 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, ner Herrlichkeit. D, was find Leiden von Seligkeit umgeben, genießen deidieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? mir stets vor Augen schweben, und 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drüdt, wo wir, der Sterblichkeit entrüdt, frohlockend vor dir wandeln. Mel. Allein Gott in der Höb- 15. ein Heiland lebt! Er 268. Me hat die Macht des beßres Leben. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste felbft damit mein Herz: es kommt eiu the ute Mel. Herzlich lieb hab ich dich.— 141. 269. Fein Heiland! wenn Meir mein Geift erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht dünft mir dann alle Laft, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Chrift, mein Herr und der Auferstehung der Tobten. 147 Mel. Jefus, meine Zuversicht. and Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdant ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ift mein Geift des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschüßt, ins Todesthal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener beffern Welt schaff, wenn mich Dunfelheit befällt, in meinem finstern Her zen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. 3ch bin durch der Hoffnung 3. Und wenn mein Geift aus Band zu genau mit ihm verbunden; Schüchternheit sich dennoch vor dem er hält mich bei meiner Hand in den Tode scheut, weil ihn die Sünden dunkeln Todesstunden, er führt mich tränken; dann laß mich, Herr, auf auf rechter Bahn und nimmt mich deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht ge- 4. Fleisch bin ich, und muß daher denken. Der Troft, den du auch mir auch einmal zu Staube werden. erwarbst, als du zum Heil der Sitn- Dieses weiß ich; doch wird er mich der starbst, und fühlteft, wie dich erwecken aus der Erden, daß ich in Gott verließ, der mache mir das der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewig, Sterben füß. O Jesu Chrift, mein feit. Herr und Gott, mein Herr und Gott! berlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf turze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geift und mein verflärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibeft meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann ftehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich fehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir ju, ich foll lebendig fein, wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! ftärt diesen Glauben einst im Tod. 1 im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Ge meinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, tein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! pa 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, fint ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 8. Freudig bin ich und getroft! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb, ift er mein Troft, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune flingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefum Chriftum, werd ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, er hebt von den Lüften dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebft, mit dem du vereint sollst werden! Willst du bleibst meine Zuversicht. du seines Heils dich freun; mußt du fost did indiges Seele, heilig sein! sub 9 273. M 6. In diesem Glauben stärte mich. Laß mich den Troft empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Lod fann liberwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn Mel. Machs mit mie, Gott, nach.- 26. 271. err! du bist meine 3uDu werd auch leben. Du wirft mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einft geben. Dein Singer kommit nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. de 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine guversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einft trifft den Spötter dein Gericht, und dann iegt meine Zuversicht. od und die 4. Sint immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Tross Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. Adis 3. Ewges Lob sei dir gefungent wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle 5. Herr, diesen Segen dank ich auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, dir! Mich aus der Gruft zu heben, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. giengst du aus deinem Grab herfür. Kein Auge sahe ste, dem Ohr erscholl Du lebst, und ich soll leben. Ich sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei glaub es dir und zweifle nicht: dein dir geweiht, Herr, unser Dank und Wort ist meine Zuversicht. b Ehr und Preis. WIR ees and Joinen man findisid nä Mel. Wachet auf! ruft uns die 171. 272. Machet auf! so ruft die Stimine einst nach der Zeit, der Engel Stimme, ver laßt das Grab, verlaßt die Gruft! wachet auf, erlöste Sünder! verfammelt euch, ihr Gottesfinder! der Des Todes stille Nacht ist nun vor Welten Herr ists, der euch ruft. bereit zur Ewigkeit! sein Tag, fein bei erwacht! Halleluja! macht euch großer Tag ist balese 2. Erd und Meer und Hölle beben, bie Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; the Bersöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn frönt ihren Lauf. licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöfer, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 35078 da bi da dis bil 100 smond I hop dan 21) Vom ewigen Leben. hya 120 Mel. des 84. Pfalms. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel int mein Vaterland! ich finde teine Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott felbft fest begründet hat, da werd ich Erster Theil. - Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland.s 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehu, so flicht mein Leben schnell bahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erfeuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Chrift.d 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der . Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und fann oft feinen Ausweg sehn. 4. Oft feh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron. 149 Mel. bes 16. Pfalms. 274. 20 uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefeffelt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigfeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, haft bu nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig fann ergötzen, nur droben fei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum liber alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern brum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? glos STE 3. Ifraels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finftre Blindheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um so mit aufge addedtem Angesichte bein ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden 4. Schenk Augensalbe für die Blöbist, ba du mein Fleisch haft ange digkeit, die mich verhindert, flüglich nommen, laß mich auf der Verläug- zu vergleichen des Himmels Schäße nung Pfad, den mir bein Fuß ge mit dem Dampf der Zeit; laß nie das zeichnet hat, dem Ziele täglich näher Kleinod aus den Augen weichen, das kommen. Gib, daß ich standhaft du mit theuerm Blut haft wollen ftreite hier und ewig herrsche bann laufen, für alle, die in Lebensschranmit dir.ands ten laufen. 6. Berleihe mir Beständigkeit, und 5. D felges Bolt! bas du ane laß mich stets mit Freudigkeit und freier Gnad zum Licht berufen, und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall Jehovah kennet; das Augen, um zu ich noch oft, so hilf mir auf, daß fehn, empfangen hat, das in verich vollende meinen Lauf. Laß in der borgner Herzens- Andacht brennet, um Noth mich feste stehen, getroft auf über Sonn und Sterne sich zu schwindeine Hülfe traum: so werd ich einft gen, und bis ins innerst Heiligthume bas Leben schaun! slaan bringen. zu 150 Erster Theil. Bom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit ftöret, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst verläret in Klarheit seh! o, dich will ich dort oben mit reinem Geift und reinem Munde loben. id dies verheißne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Bater geh ich hin. - 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz find diese Leiden, fie verwandeln sich in Freuden, wenn ich chriftlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 300 275. Menschen ists gesetzt, zu fterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht fieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Ru an vorhanden für jeden 2. Wollt ich länger hier verweilen, Gott ergebnen Geist, wenn er sich als es meinem Gott gefällt? feinem dieses Körpers Banden nach Gottes Reiche zuzueilen, laß ich gern die Willen einst entreißt und nun nicht Brüfungswelt. Jefus tilget meine mehr so eingeschränkt, als hier auf Sünden, stärkt mich, hilft mir über Erden, lebt und denkt. winden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn fie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig mun ihr Herz erquict. 3. Wie Mütter ihre Kinder tröften, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlöften, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut ftets deine Führung war. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würbig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! da bringt, mit frohem Lobgefang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen fie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort tu Licht und Schaun verwandelt, und 5. Wie Gott von seinen Werken in Wonne jedes Leid; weihen ihm ruhte, als er die Welt hervorgebracht, die neuen Lieder, werfen ihre Kronen so sehn auch mit zufriednem Muthe nieder vor dem Herrn und opfern Dant ihr unendlich Leben lang. vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ewgen Offic, 6. Baterland verklärter Frommen! auf ihr vollend'tes Werk zurüid. Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, tein Sterblicher vernommen, Gottes fein Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommnen scheult er denen, die erst hier gesät Freuden und frönet sie mit Preis und mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. O unaussprechlich füße Nuh, Sind und Elend find nicht mehr. wie herrlich, Höchfter, fegneft dul 33 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein foll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freubenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! Erster Theil. 7. Wer tann hier beine Gnabe faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh laffen, die dieses Leben noch umgibt. D mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volt verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so erut ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. ( 2 196 the worladi Mel. Wie schon leuchtet der. 35. Vom ewigen Leben. 151 5. Bor seinem Katlitz wandeln fie auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier flört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Luft kein feindliches Gemüthe. Rein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, felbft mit Engeln, Freundschaft pflegen: D, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. 277. Mein ganzer G- 1, Gott, Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, wird entzil t, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ift, mich will erheben. hod so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken fehen. Da wird, mein Hirt, von den Freunden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! fein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du haft die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Ce pion 1 COLON 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellt uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ift vollkommnes Leben.and 3. Kein Tod ist da mehr und fein Grab. Dort wijchest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, tein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles nen, das Alte ist vergangen. Hinfort find dort von gerechten Gottestnechten feine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt feines Namens hoher Ruhm bon lanter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz besungen. Völlig gibt sich den Erlöften, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Bater nennen. Mel. von Nr. 234. siis end 278. Nach einer Prüfung tur zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblic; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glüd. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu d 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil. Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt. Bald finit er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leibet, bas Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Beflimmerten vergißt; hier kann Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. der Mensch nie frei von Bein, nie 279. Du gabft mir, Eroger! fret von eigner Schwachheit sein. dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Be lohnung dort.n 2. Du schenkteft mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. - Vom ewigen Leben. die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! id sida 3M 290 5. Hier such ichs nur, dort werd iche finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Danm läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schichtung im Zusammenhang. 8. Da werd id) zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gosseft über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wollteft sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Tand des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüfte widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehu.d 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu 12. Was seid ihr, Leiben dieser sein, und diese turzen Prüfungstage Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Gott und der Tugend blos zu weihn, 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glüid. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 8.8 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Woune ift. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns bort ber Mittler leiten, der uns dieses Glüc erwarb, als am Kreuz er für uns ſtarb. in schleur geder? 10. Gott, gib deines Geistes 5. Da wird deiner Frommen Menge Stärke, der du in Schwachen mäch ein Herz, eine Seele sein, Dienst tig bist, dem, der zu diesem großen und Dank und Lobgesänge dir, erWerte zu flein, zu schwach, zu sinn- habner Gott! zu weihn, bir und lich ist; lehr mich das Irdische ver schmähn, und stets nach meinem Ziele fehu. dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unferm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. Erster Theil. Vom ewigen Leben. 10 wenn nte mein Fuß den Pfad verliert, ber mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, bort gekrönet bin! 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei bes Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, höhern Lebens fähig sei. des RIST 1000 # Mel. Alle Menschen müssen sterben. -182. 280. wie unanssprechlich D felig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in feines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden fast deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, ble bir trann, noch mehr, als sie hofften, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glidt erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die bem, der dich reblich tiebt, deine Baterhand dort gibt. throp s doptine bom nito 152. an 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer flört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so föstlich sei, ifts doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Eust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo fein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glud beständig steigt.mg and m 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das bir einst bein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Eruft, dahin zu tomTrachte, weil du hier noch men. bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird feiner, Herr, in deinen Himmel gehn. D, fo mache immer reiner hier mein Herz, bich einft zu sehn! hilf du selber metner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher bahin bringt, wo man ewig bir lobsingt. ist aid tim gol stast that dago sim tidado sd Jod nivnu( TO dillo od is more bit sloot dur dh 154 075-6 muncile mod 578510 and wedi di 3 weiter hier eisid 3weiter Theil. Der 51. Pfalm. 17 Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre sensite nommer mind is andal 1 tur for Mel. von Nr. 84. si 201 4. Ich bin Anssäßgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Bersöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen fibi ani she sain gehören. usard spaslapdo? din fra of Quid punog- sim ad 22) Von der Buße und Bekehrung. Uutta Robes 281. ei gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, Siinden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsse nun kein Schrecken, Furcht und Leid und tilge durch dein göttliches Erbar- der Seelen Ruh und Wonne nicht men die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer find fiel ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Miffethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Neu und Weh die Missethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geift hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur 6. Verwirf mich doch von deinem geh und steh; an dir allein, o Gott, Antlitz nicht! entreiß mir nicht das vergriff ich mich, du sahest es, und Siegel deiner Gnade, den Heilgen folltest du es rächen, so müßte man, Geift! laß ihn auf deinem Pfade mich so müßt ich selber dich ganz frei und leiten, nie verlösche mir sein Licht! los von allem Unrecht sprechen.derwed in meinem Herzen Fröhlichkeit 3. Von Jugend auf bin ich durchaus durch deine Hüllfe, gib den Geift der verderbt; mir war bereits, da ich Freuden, der unterstily und mache unwiffend lebte und annoch kaum in mich bereit, was dir mißfällt, mit Mutterleibe webte, der Sünden Gift allem Ernst zu meiden. und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib fie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Berborgnen wiffen! 4370 .01 DA mehr stören. 5. Sich meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche fie ganz aus in deinem Buche, und zichtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geift, der dich erwählet, und mach ihn feft, damit dein Knecht vor dir nie wie derum der rechten Bahn verfehlet. 7. Alsdann wird sich noch mancher Süindenknecht, wenn er mich fieht, zn dir, o Gott, befehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, mrr mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Seil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich tann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dant erheben! bir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Luft daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geift, zerknirscht durch Kummer über feine 283. Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Ange finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geift fie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! 1 Von der Buße und Bekehrung. 155 derlich. Dein will ich ewig sein. D Gott, erhöre mich. bro Der 95. Pfalm. erbebet 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich fie; o tröfte du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o trener Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dirlo, daß ich Hülfe fändel für Recht laß Gnab ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. fred sitt afing and 4. 3ch will, o flärte mich! ich will die Sinde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlaffen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bift die Liebe jelbst, ganz unveränrhebt, Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte F Schar, wie herrlich und wie offenbar sein Schutz und Segen bei SE Aus dem 143. Pfalm. dd Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. err! höre mein Gebet uns wohne. 282. Herr! um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich und wirft mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja tein 2. Nut unfer Gott ist groß vont Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter sibet. Er is, der alles ficht und trägt, was je ber Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stiltet. ng gob Sterblicher gerecht. fis mais mi 3. Das weite Meer und trockne Land find Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünigfeit dem großen Schöpfer auf deur Knieen! p 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir fein erfauftes Boll und Theil, und Schafe seiner Weid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie cure Bäter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchter dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. 3hr rohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bes 156 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mithet. So fahrt denn, sprach ich, und vor deinem Heiland fliehest, desto mur bahin in euerm blind' und tollen Sign, weil ihr doch meine Wege fliehet! mehr wächst dein Gericht. D, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thatent zgodna du 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endlich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theueru Eib: daß fie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Gitte mit demüthigstem Gemüthe. Chriftus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurüde treiben, wenn dich loat die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. Aniling Mel Liebster Jefu, Troft der Herzen. Ate 284. uf, o Sünder! laß dich lehren, fomm, den großen Gott zu hören, säume säume feinen Augenblick! komm bald, an dem frühen Morgen, fomm mur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könneft chriftlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint bir bie Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne.on 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieſer Frucht genieße, wenn ich meinen Lau beschließe. How vorzulegen. 2. O, bas wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die d Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Sonne untergeht! konnm am Lage 285. Schaffet, schaffet, men. die nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! fomm, weil du fie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. schaffet eure Seligfeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch! ringet nach dem 8. Scheu dich nicht, wenns andre Himmelreich, und bemüht euch, hier auf merten; Gott ist's, der nach deinen Erden heilig, felig dort zu werden. Di Werken, nicht nach andrer Urtheil Urtheil 2. Doch soll dieses recht geschehen, fragt. Ferne, will man dich verlei- o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt ten, alle Menschenfurcht bestreiten; und Satan widerstehen. Nur was Gott, sei getroft und unverzagt! sich der das höchste Gut, von euch fordert, muß böfen Welt entfernen, heißt, die wahre allein eures Lebens Richtschnur sein, Weisheit lernen. antes mag eurem schwachen Herzen Freude 4. Schrecket dich die Macht der bringen oder Schmerzen. Slinben? Ei, du fannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben fämfinden; er, dein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, richt. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 157 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. CONT den Reiz der Welt verschmäht! unter: Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Gott! hilf mir, daß ich will ererben, muß erst seinen Siin den sterben. sogenadildo onis 4. Wertet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und läffig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. Buße thue, weil mid noch deine Stimme lodt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstodt, wenn du selbst das Gewissen rithrst, und zum Gefühl der Sünden führft. FIST? bi dna 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sindere Tod; drum weckst du oftmals fein Gemilthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme 5. Sich voll Leichtsinn stets zer- hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Berbers streuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti machst ihn zu deinem Kind und Er Geift. Wer ihn wünscht zu haben, ben, daß er frohlockend rühmen kann: fann auf der Engend rauher Bahn wie groß ist Gottes Baterhuld, er nicht in ficherm Stolze leben, und tilget meine Sündenschuld. den Lüsten sich ergeben. 4. Sollt ich die Güte denn beco nd dip achten, die mir noch Kraft zur Bef rung reicht? Bom Trofte leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. dimit rim adie dan he 5. So gib, daß deiner Gnaden lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstoffung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu beinem Zorngefäße macht. SEITE 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frift, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, mur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. him ulur nd 7. Drum entreißet ench den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweis fet euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte.csffust 020 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich feinen Beistand finde, in der Gnade 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die une vom Sündendienst befreit, zu beftehn. Ja, mein Heiland, ach! und leite mich selbst auf dem Pfadegeh nicht mit mir Armen ins Gericht der christlichen Rechtschaffenheit! wiegib mir deines Geiftes Waffen, meine felig bin ich dann schon hier! wie. glüdlich einft, mein Gott, bei dirl Seligkeit zu schaffen. arbol sit d none 81. 9. Gib mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Dibig, pert, bei ben Mel, Beuch mich, zeuch mich. ir allein hab bezwingen, lehre mich, mich selbst und verleih Beständigkeit. von deinem Chron den berheißnen Gnadenlohn, daß ich mache, bete, ringe, und also aum Himmel dringe. Zeige mir ich Gnade fuch! ein gerecht Gelet verfündigt jedem Uebertreter Flatch.. Und was tann vor seinem Schreden, Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machtest Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze freil was mir nützte, bir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stirzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermeffen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns 3wed vergeffen ind 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Gülte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich geslindigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! bir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Situdepfade schnell zurück durch deine Gnade! - 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist feine Ruh. Dein Er barmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und Tannft vergeben; ach, vergib und laß mich leben! fajor 10. da 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth milde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. und und fica 5. Mich für straffos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines 6. Dir ergeb ich mich aufs nene! Sünders Thränen, dich, o Heiliger, gib, daß mein beschwerter Geift deiversöhnen? pner Baterhuld fich freue, die dein 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, tröstend Wort verheißt. Was dein dein für mich vergoßnes Blut und Sohn auch mir erwarb, da er fitr dein Tod erlöst mich Armen, heilet die Sünde starb, Fried und Frende mich und gibt mir Muth. Dein Ver- im Gewissen, ach, das laß auch mich dienst ists, was mich decket, wenn genießen. mich dein Gerichtstag schredet.mobel 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß feine Kraft mir fehle, folg sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Mel Freu dich sehr, o meine Seele. 29. öchster! denk ich an die Mel. Liebster Jesu, Troft der. 1 284. 288. Gûte, bie du mir bis 289. Liebster Jeſu, Troft der so wird mein ganz Her erzeigt: o, Herzen! Stiller banGemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres bengt, daß ich dich gering geschätzt, Heil der Welt! wenn ich bei mir dein Gebot hintangesetzt, und dich, überschlage, was für Sündenschuld der du mich geliebet, mit Vergehun- ich trage, die des Höchsten Buch entgen betribet. hält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. D, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 1616 - 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie 2. Von Geburt bin ich ein Siinder, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 8. Herr, wohin soll ich mich wen-| so fahr hier fort, nur schone bort, muß ich auch hier viel büßen. sid 5. Bergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, baß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, mies büntet dir: du stärkst mich, es zu leiben! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zubersicht kann es mein Glaube Hoffen! durch Chrifti Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 48. Herr Jesu Chrift, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du ftarbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. - Was tann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Roth; teinen Trost im Weltgetüm mel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, fomme mir zu statt! fei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. 3war ich muß vor Gott gefte hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich fomme wieder, fall in tieffter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Vater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder fehrt mit Lelde wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich fomme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin bestreben, beffer, als bisher, zu leben. Mel. Es ift bas hell und lommen.-6. 1 7. Weg, ihr vorgen Štindentriebel 291. Herr Jesu Chrift, du höchweg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und füir, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich bort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. also se 10. Gott Ehr und Ruhm! fein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. quell aller Gnaden! ich tomme mit gebeugtem Muth, mühselig und be den; da das Gesetz, das mich verflagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, bu, der du mich versöhnet haft am Krenz is Mel. Ach Gott und Herr.- 10. 290. № Ich Gott und Herr, wie mit Angst und Schmerzen, damit ich groß meine vielen Slinden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? bin sind nicht mit meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 2. Flöh ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu sein: würd ich sie doch nicht wenden. 3. Ja, Herr, wenn mein erwed ter Sinn an mein Betragen dentet, so fint ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und fränket und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. dahin din 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, dein Sohn hat mich verfühnet. wer weinend seine Schuld beklagt, 3. Zu dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht! 4. Solls ja so sein, daß Straf and Pein auf Sünde folgen müssen: dem will ich sie vergeben; ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich 160 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geift im Glauben dich von Jugend auf getränft: fe zu dir nahet: hid s 5. So komm ich, Herr, denn auch au dir in meiner Roth mit Thränen, bu tennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, tch Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. in him id or kann es sich nicht rathen. Ich fülndigte voll Uitverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zmn Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, 6. Ach Herr! erbarm dich meiner zum Schein es zu erfüllen. So gieng boch um deines Namens willen. ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht bu fannst sein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh ver mich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles saheft du. gänzlich dir ergeben sein, in findLichem Gehorsam. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich lich Dräuen schredte mich; es jog des Herzens böse Tücke. Kein ernst7. Dein freudger Geift stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein To- mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, desschweiß in meinen letzten Stunden, Borte hörte ich dich, und achtete verführte mich; in deinem und fithre mich, wenn dirs gefällt, jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf mein Heiland, selig aus der Welt, zu war ganz verderbt von Jugend auf. jenen Auserwählten. Do 01 5. Die Schuld ward mit den Jah ren groß, brach aus zu wildem Wefen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuche an Hoffart, Uleppigkeit, an Frechheit, Wollust, Troß und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. that dus liv m thu.be Rel. Allein zu dir, Herr Jefu. 308. 292. J ch schäme mich 95 vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottesjohnl ich bin voll voll Sündenfchmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch) mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächtiger ist deine Gnab, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. O 7. Hilf mir, von Siinden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geiftes Kraft, die Wollen und Bollbringen schafft, voll Neu und Leid mich dir allein zum Dienste weihn. Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wafferflüffen Babylons. 97. König, deffen Ma jeftät sich über alles ma per 293. - Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurücgebenkt, mit wie viel Misfethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienfie Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 fieht, vor dem der Erbfreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bift voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. von Rr. 201. Sünder hat 294. W mishandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich fuche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch mei- wird, steht der Himmel wieder offen; ner Fehler große Zahl schreckt und Friede wird mit Gott getroffen, Buß verfolgt mich überall, mein Glaube und Glaub an Chrifti Blut machet alles neu und gut. ist nicht thätig; drum schlag ich nieber mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewiffen; brum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerriffen. Ich, der ich mich von dir gefehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winfft, so bet ich mit ganz zertnirschtem bangen Geift, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! - 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ifts, bei dem ich Ruhe find, er ist ja ftets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 2. Bei stets fortgesetzten Sfinden magst du teine Gnade finden, und fannst nicht vor Gott beftehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sind entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden ftets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Näch sten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon tein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werte seiner Langmuth, Gült und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein 5. Doch viel heller ist die Klarhet, Gott, und was ich bin, bleibt ewig die sich zeigt im Wort der Wahrheit; bir ergeben. Ach heilige mich ganz tomm, o Sünder, und vernimm Jefu, und gar, mach meinen Glauben des Versöhners, Stimm; fomm zu immerbar durch wahre Liebe thätig. dieser Quell der Gnaden, tomm mithLäßt sich dann noch viel Schwachheit felig und beladen; er sagt deiner Seele fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth Ruh, er sagt dir Erquidung zu. flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Jesu, Troft der müden Seefen! 6. Mein Leben und mein Sterben du fannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffft selbst durch deinen Geißt geh es übel ober gut, gib, daß es in uns, was bein Wort uns heißt. mir nicht schabe. Und kommt mein Sel zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärt mich auf selbst dein Wort so träftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Stin- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre ben lebig; and wenn ich nicht mehr Buße würt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. - 1930 n dir allein hab ich gefündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigfeit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, elle du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du rubn. 296. linder, willst du ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehreft, da du Gottes Stimme höreft! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blizet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sün den, die dich jetzt noch schrecken, wirft du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir haft, wird sonst wie ein alter Aft; dessen Kritm men gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom gefloffen, der durch Damm und Deich geschoffen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. 297. Hitter! wird die Nacht der Sünden, balb verschwinden? Hüter! is die Nacht Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der| widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Simmen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Ist deine Pflicht von Golt, wie fannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung fommen ift? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir fo ferne bift? GOMARY 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach beinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Ge schäfte fliehn. 6. Herr! du winfft, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es fann Troft und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit fann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas tangen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Rel. D Gott, bu frommer Gott. 298. illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Gind? Und wer verschiebt sein Heil gen einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ifts nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden - - 8. 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, mem dienst du? Ringst du nicht nach dei ner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ift, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott bent die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwins gen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugneft ste? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschrect, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Wert von wenig Augenblicken? Kann dich fein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Befferung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. 3fts gnug zur Seligkeit, des Glitdes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getröften; ist das Bekenntniß gnug, daß und 11* 164 3weiter Theil. die Sünde reut: so ist kein leichter Bert, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. GRU Von der Buße und Bekehrung. 12. Der Glaube heiligt dich. 3 299. Laß mich doch, mein Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. o Gott, die Buße nicht diefer und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Bort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott gulegt dahin? 13. Hat Chriftus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch fein Blut, das Lafter höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und felne Stimme hörest, noch heute schicke bich, daß du vom Bösen fehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Bein, dein hier versäumtes Glüd nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich felber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch fein Wort. 19. Sprich selbst, ist dies fein Glad, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Ölüd genießen, und mäßig und gerecht in dem Genuffe sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; nnd läßt dich fein Gefeß erst ihren Fluch empfinden, to widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirft eine Reu in dir, die niemals dich gereut. verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie fönnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinneft nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich er tühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, filllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Berstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden wi derstehn, und seine Liste dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 17. So süß ein Lafter ift, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glüld beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Hell. 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott fennt Hang, die That zu wiederholen. Schen und liebt dein Glüd, fie führt zu ich mich heute nicht, Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Berstand und Muth zu briner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte bar, une felber an beftegen. Der Steg, so schwer Zweiter Theil. er ift, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. GO Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut lebst du, heut befehre dich; eh morgen kommt, tanus ändern sich. Wer heut ist start, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du mum ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und befehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut jederzeit zum letzten Abschied 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja tein Wert von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch mich nicht Heiligung. 10. So gib denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier verMel. Beuch ein zu deinen Thoren. fäumtes Glüid, wiewohl zu spät, 301. W ie treu, mein bereun. guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, frank und schwach, in fein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; Hier findest du Troft, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o felig, wem die Sünd ist leid! Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Slinder lockt! Ach, sprächeft du im Grimme: weicht, die ihr euch ver3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, immer zur Buß ists Zeit, ich will mich meines Lebens stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, freun, und werd ich dessen milde ich will euch nicht erkennen! wer wolle fein, alsdann will ich bekehren mich, Wer sind wir? es unrecht nennen? Wer bist du? Gott wird wohl mein erbarmen sich. Mel Bater unser im Himmelreich).- 120. 300. ( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sinders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich befehr, fich befre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. und ſei bereit. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir tund; verborgen ist die Todesstund 3. Doch heißt dein Ruf uns kom men; und merken mir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchfi du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurückgeführet werde, da von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bift da viel gelinder, als man es benten kann. Sein Ziel verlängerst du, er tann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Bußlied eines schwermüthigen Birt! mein treufter Freund! was sollt Christen. ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödften Lüfte; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zuide bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den Stöben Unverstand, und daß ich meine Lage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seift. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile tren zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberfluffe, zum wirtlichen Genuffe, stets Gnade schöpfen soll. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. S trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zul reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbur froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und von Seufzen milde. sehnet sich nur umsonst nach Friede. Meine Seele Ach! wie lang soll ich bang, Heiland milder Seelen, trübe Stunden zählen? 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entftehn; erwed und fithre mich, daß nichts von dir mich wende; so preis Weinen. Nie vergißt Jesus Christ ich sonder Ende, als meinen Hirten, M seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. Ich jei verehret, er, der Ich glaub an Gott! hoch Schar. der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preift. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jefum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er tam, und durch die Kraft des Höchften gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Bein und Schmach das Herz! 167 Glauben. 11. Auch an dem Geift, der ehmals mächtig in Chrifti erften Beugen war, glaub ich; noch stets ift er geschäftig, und mehrt der frommen Christen mun gedämpfet: dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er fiegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße fiegreich Tod und Grab. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einft noch werden, wenn jene Klarheit ibr erscheint! 13. Glüldselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verütbt. 14. Laßt seinen Leib in Staub vers wesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Ber trauen, und geht zu feinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen und ewig voll des Lobes sein. 16. heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! 6. So stirbt der Gottmensch und Mel. Es ist das Heil une tommen.- 6. bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns kom men aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig fonnt erfüllen, erschredt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Troft und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier fie einst mit ihm sich freun. 3. Und doch mußt es erfüllet fein, sonst mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter fommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn sich ein, wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder mun mit sich in sein ewig ben schweren Zorn gestillt, bes Laft Steid. uns alle brüdte. 168Zweiter Theil. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, so laß dir noch nicht grauen. 4. Da es durch den erfüllet ift, burch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Chrift, des Glanbens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bift mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du haft für mich gebüßet. 12. Bon allen Zungen set gepreift, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefangnes Wert zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich fomm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier geschebricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird ge- Verzeih, was wir versehen, als wir tauft, dem ist die Seligkeit erkauft, den Schuldigern verzeihn! Versuchung der gehet nicht verforen. laß fern von uns sein! Hilf une vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke find des Glaubens Schein; Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. ohn den wird er nie bleiben. Er 305. Herr! ohne Glauben kann lehrt, in Gottes ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld bestehen. und Sanftmuth üben. 7. Wer bei Gott Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Nath, ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. Drum wend ich mich zu 3830 dir mit demuthsvollem Flehen. D zünde selbst in mir den wahren Glanben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach feines Herzens Sinn, ben Lüften fich 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er mich ihm völlig trauen. Nie wanket ihn führ, mit seinem Geist ihn stets deine Tren; laß mich darauf stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. bauen. Gib, daß ich dir in Glüd 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, bon Herzen folg sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam sei. fehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten, ehrt und preist in Chrifto Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freter vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will ers oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewiffer sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel 6. Wie selig leb ich dann im Glau ben schon auf Erden! wie herrlich 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. ftärt im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu mei nem Troft bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du haft ange zünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärt meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! Rel. Aus Hefer Roth schret ich. 119. 306. Gottes Sohn, Herr D Jefu Chrift, an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. Dhilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater tenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geift, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich bazu an meinem Theil mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. ſchicken. Nur in dir find ich rot 307. Ishte bir Friedensund Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. first! zu Erbar mend rufft du ja auch mir, den Frie den zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Troft nicht leer! laß es die Rub erlangen, die du dem tiefgebeugten Geift, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz ven Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 6. Noch ist mein Glaube schwach und flein, oft kann ich ihn faum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du fannst mich mächtig stärfen; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, fo mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 7. Gib, daß ich Schwacher ledigfich auf deinen Beistand sehe, und 3. Du, du bist meine Zuversicht; bann, mit Macht gestärkt durch dich, durch dich entflieh ich dem Gericht, fest in dem Glauben stehe. Mit dem schweren Lohn der Sünden. Durch Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, dich kann ich dem Fluch entgehn, und 4. D gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlaffe; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben fich des Bluts, bas bu vergoffen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 1 170 Zweiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Berlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jefu Chrift! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. - 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einft am Tage des Gerichts, nichts Bier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzench mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich stegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. Vom Glauben. hier ist, was fie retten fann: Jefus nimmt die Sünder an. 2. Reiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen les bens Pforte durch sein Blut selbft aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, fuchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her, tommet, ihr betrübten Sünder! Jefus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und betenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die Ver- an! traun fich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, tein Mensch, fein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. Mel. Jefus, meine Zuversicht.— 47. - 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, Be reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zn Gnaden an. So bin ich los der Sündenlaft! mein Glaub umfaßt dich, der du fie getragen haft. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Mel. Alle Menschen müssen sterben. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen fann: Jesus nimmt die Sünder an! - 82. - Prüfungszeit ein Helfer voll Barm- 310. Jeful daß du meine Seele herzigkeit, die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad and rette mich. selbst durch bit tern Tod aus des Abgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgeriffen, läß'ft du mich Verzagten wiffen; dieses predi309. Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch dieses Troftwort allen, welche von der rechten 2. Blindlings, als verirrte Schafe, Bahn auf verkehrten Wegen wallen! eilten wir der Hölle zu; aber unfre Zweiter Theil. Vom Glauben. Weld Schulb und Strafe, treuer Hirte,| der Drangfal mir erwecken. trugest du; und nun rufst du allen ein hart und banger Streit! Herr, Sündern: fommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 3. Jch betenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 10. Hilf durch deine blutgen Wun den, denn durch diese werd ich heil.. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. DeineSchmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Nath. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß anch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf id). Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. - 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt mun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; ach, gib Troft, die Angst zu lindern. Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmer zen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 7. Mac) es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes seß ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fithn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrellen nene Furcht und Bangigkeit in 172 311. Jefu! Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82 Seful fich mich an in Gnaden! sieh mein. Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Sollte du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, dae in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mi zum Troft geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu! so geben auch meiner; dent an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht me Sammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmed tes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur reg ten, war die Hülfe schon bereit, wen die Lippen sich bewegten, schallte Iqu ter Seligkeit; ach, fie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starten 172 Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müth. 5. Jesus, sollt ichs denn nicht wagen? sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirft du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Striden, brich der Hölle Band in Stüden! nimm mein ganzes Herz and Sinn, Leib und Seel und alles hin! 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Zweiter Theil.- Vom Glauben. Rel. D Gott du frommer Gott. 8. 312. Mag doch der Spötter Heer des - Jesu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, fie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube ftärkt, ists Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, fonnt'st uns mit Gott verföhnen, und me mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. D! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, and eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 3. Wer kann die Majestät der Lieb and Großmuth faffen? als Sohn des Erigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold fein, und sich verspottet sehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmfischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein eges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde tirbt. 5. Dies müffe mein Vertrann zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht faffen tann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. Herr Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. 313. err, allerhöchster Gott, bei dem wir alle Gaben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben; o, fieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, meil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hillfe doch von mir nicht ferne sein! D, reiche du mir selbst aus Grade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß fich mein Kummer ende. Ift schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 3. 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so träftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beffiffen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du etnft für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Bater fie vertrateft; o unterstüß auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. Mel. Mache mit mir Gott nach. - 26. 314. Mer, Gott, dein Wort nicht hält und spricht: ich tenne Gott, der liget! in solchem if die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Miffethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt 316. G Christi Beispiel, als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrfich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Sieb ift's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb1 an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. 156. Mel. Dennoch bleib ich stets an bir. Jeinen Jefum laß ich 315. Meine nicht. Da er fich für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. - 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meis nen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet bort, 5. mich zu erquiden, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Weder Welt noch Himmel ifts, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, biftel denn für du Born und Gericht. Dich, mein mich mit Fluch beschweret, wandteft Jesu, laß ich nicht. nichts von dir mich scheiden. Weh 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verfischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das Mel. Herr hör, ach höre mein. ucht man die Freundschaft in der Welt mur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß fich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, et die Quell des Lichts; er noch so start, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so tlein: ift er doch mein, unb ich bin sein Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, bes raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth So bleibet mir doch nicht rauben. ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöfte, hier beide schützet, pfleget, speift, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Wizz, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Vom Undant hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leider! nichts, als Schand und Ketten. Doch er hat alle meine Laft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. feder 10. Nun zürn und stürme 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! Feind! er soll mir doch nicht Angst sur er ist meiner Seele Leben. Da erwecken. Und ist der Richter selbst er mich zu den Seinen zählt, so soll mein Freund, wie kann das Weltauch ich nach ihm nur streben. Ist gericht mich schrecken? Ob Erd und ers nicht, der mich herzlich liebt? Simmel bricht und fracht; ob Leib 3 ers nicht, der sich ganz mir und Seele gleich verschmacht't; ob gibt? Was kann ich mehr von ihm meine Glieder gleich verwesen: burch begehren? Was kann er Beffers mir ihn bin ich vom Tod genesen. Was gewähren? Nun blendet ferner mich sollt ich Tod und Grab noch scheun? fein Schein. Mein Freund ist mein Mein Freund ist mein und ich bin sein. and ich bin sein. Theil. Zweiter Theil. 174 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel fich den noch wieder zu verbinden. Mein treuFer Freund, mein Jonathan, fieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnüigt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusam menfügt! von ihm auf ewig unge schieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, haffen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur fann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Laft, ohn ihn der Himmel felbft tein Himmel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. mel. Durch ihn find ich in Arbeit 317. Fins ist Noth! ach Herr, Raft, und mitten dies lehre meine mel. So viel Geräusch auch um mich Seele doch! Auch beim schimmerreichfei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn fich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund it mein und ich bin sein. sten Scheine ift sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz fich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergeht. Zweiter Theil. Vom Glauben. 175 2. Seele, willst du dieses finden:| dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich fuchs bei teiner Kreatur; laß, was dich nur haben, was kann mich wohl irdisch ist, dahinten; schwing dich über Süßers laben? Wo ist, was mich die Natur, wo der Gottheit Füll mehr erquict, als wenn dich mein erscheinet, mit der Menschheit fest Glaub erblickt? vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht amb hört nur, Jesu, dich. 8 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, fich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth." 4. So steht, Jefu, mein Verlangen Mel. Wie schön leuchtet der. ganz und einzig nur nach dir. Ach, 318. Wie herrlich ftrahlt der Morgenstern! o weld an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ift, was von deinen Lippen fließt. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! fich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesul schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 5. Ja, mich reizt der Weisheit Füille, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmud, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit, 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Mens schen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, fich vergebens. 3. In bir mur fann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, 7. Nun so gib, daß meine Seele, die Flamme deiner Liebe! daß in mir Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir nichts als Inbrunft sei, tein Weltbist du, den ich erwähle, auch zur sinn deine Leiden scheu, fein Undanf Heiligung gemacht. Was nur dient aum wahren Leben, das ist mir in ir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in bir mein Herz mur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; haft mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig aahn, findlich Abba rufen kann. - - 85. dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht laffe, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freu denlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! bein Wort, dein Geift, dein Leib und Blut, tann Seelen recht erquiden. Speis mich, tränt mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erbe Him melsfreuden inne werde. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude tfte, was meine Seel ergetzt. Hirt, 5. Und wie, Gott Bater, preis auf wie so gute Weide hast du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig haft du Zweiter Theil. Vom Glauben. 176 mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm feft vereint. Er felbst, mein König, ist mein Freund. Trotz dem nun, was betribet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl zum Freunde! und dann fürchte teine Feinde. MAY kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Eil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. 3hm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm miß unser Lobgefang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde gang boll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Thrift, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließeft felig meinen Lauf, du wedst mich auch von Todten auf; des Nopf ich in die Hände. Amen! Amen! la wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlig du meine Freude. schauen. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewiffen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Bagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst Mel Jefu, meine Freude.- 89. 319. Jefu, meine Freude, bester 320. bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz bräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bliten! Jesus will mich schützen. 8. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod fich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Frendig, daß ich Jesum sehe, blid ich auf zur Höhe. 4. Wer ists, der den Glauben met nem Herzen rauben, ihn erschüttern lann? Bei der Hölle Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jefu Macht hält mich in Acht, die Mel. bes 25. Pfalms. HEE öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich über Herz und Thaten nicht sorgfältig hab gewacht. Wie hat die Erfah rung mich meine Thorheit oft gelehret, wenn mit eiteln Sorgen sich mein be trognes Herz verzehret. JALA Zweiter Theil.- - 3. 3war der Schluß ward oft genommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That follt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Retten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du fannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem ftill. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach befferm Gut zu trachten. Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. Gib 322. W o flieh ich Sünder hin, der ich so ftrafs 6. Gib mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung fin dir bekannt, laß in deinen Liebesflam den? Mich schrecken schwere Sütnmen Herz und Seele sein entbrannt, Iden; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Troft erlangen? Gedanken, 7. Weicht, ihr eitelen stört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jefu zu. Jefu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe tränten. Vom Glauben. 177 drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode fannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Sefu, dem Zerknirschten! 119. wer Wer 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin ge fährlich frant und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. sin, Jesu, dem Zerschlagnen! 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Rath fommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Gülte; laß du auf mein Gewiffen ein Gnadens tröpflein fließen. 3. 3ch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. Mel. Aus tiefer Noth schret ich. - 321. o soll ich hin? Mº hilfet mir? führet mich zum Leben? Bu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Ver Lorne fucht; du segneft das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; ins Meer fie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröff't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du haft mich erlöft; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Ogefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müssen! mir, was mich naget! du weißt es du heileft mein Gewiffen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 5. 3ch thue nicht, Herr, was ich foll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. ich Elender endlich, frei vom Leib des geschehen, daß Todes, bei dir feil ich danke Gott durch Christum. 6. 3war meine Schuld ist groß doch werd ich ihrer los, wenn ich bein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du spricht zu mir: verzage Saffe. Wer so sich zu dir werbet, nicht! du rufft: ich bin das Leben! Acht be sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil.- 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut ver öhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht berzagen, mit dir tann ich es schlagen; bein Blut darf ich nur zeigen, so muß thr Trotz bald schweigen. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. Greb rheb dein Herz, thu auf die Ohren, du 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Boll, das du verstocket bist, und Gott fich doch zum Volk erforen! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Berehre feine fremden Götter; du hast ja feinen Gott, als mich. 3. Du soll den Dienft der Bilder fliehen; mach feins, es sei, wovon es well, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, bein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, schen, liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, fo ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der fiebente gehört dem Herrn; bien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Uleppigkeit und Unzucht frei, baß beine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes fel. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann schelden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 9. Vergreif dich nicht an jemande Guse; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnfigtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewiffenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Bes schäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdammi, ale Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in dir rege wirben, fo tilge sie bei Reiten aus. 12. Zehn 2orte sind dir vorges schrieben, doch eins fast alles unter fich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrede heftig, da Gott mit mir im Donner spricht. Durch deinen Geist wirt auf im Gericht. mich träftig; vertritt du selbst mich Gebet über die zehn Gebote. Mel. bes 116. Pfalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. ven Nr. 79. fahren als Gib, daß ich, o bu höchftvoll- 325. Goth w Wenn ich höre, ott! wie rein beine Lehre. 2. fommner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und feinen Dienft zu leisten mich erfühne, worauf mich nicht dein heilges Wort verweist. wie wir vor dir sollen sein: ol fo dringen die Befehle in die Seele, wole ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werten 3. Es nenne deinen Namen nie mein mehr zu merken, als der wahren Mund vergeblich; falsches und un- Tugend Schein? Doch, o Höchfter! nilges Schwören sei von mir fern; voll deinen Willen zu erfüllen, muß das Demuth dich zu ehren, so gut ich Herz geschäftig sein. tann, erheischt von mir dein Bund. 3. Ich soll selbst sein innres Dich ten also richten, wie es dein Geset befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur laffent, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Bor ungerechtem Gut behfite mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe: anch jedem geb und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht bergnügt und emfiglich. 9. O trener Gott! regiere Herz end Mund, daß ich, wie du, Betrag und Lügen baffe, und iedermann in feinen Würden lasse, der Wahrheit ftets getreu von Herzensgrund. 179 Von der Beschaffenheit ber wahren Heiligung. 10. Berleih, daß ich auch die ges ringfte Luft, die dir entgegen ist, von Hergen meide; was dir gefällt, das fei auch meine Freude, mit Luft zu bir erfülle meine Brust. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllten? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel Dotgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes ieines Gottes fich mit allem | Ernst bemühn. 8. Dazu wolleft du mich Schwachen tichtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich han deln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. M W enn zur Vollfüh rung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme bid 12* 180 Zweiter Theil.- der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Bollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: fo thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glüid der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werben, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volt der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Roth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch haft du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles tein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennení beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befizen, so wird ein Leben uns nichts mitten, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Wert allein; sieh auf die Quell, aus der fie famen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; fie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; fie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu bich sehr, o meine Seele.- 29. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. 327. Komm Dommt, laßt euch den und fernet allzumal, welche die find, Herren lehren! fommt die gehören zu der rechten zahl: die im Glauben fest Seiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den einen nennen. Christenbeftehn, 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott 5. Läg ihm an unsern Werken mur: allein, sich nie erhebet, wenn er groß fo könnt er uns, fie zu vollbringen, und glitdlich ist: Gottes Huld wird sehr leicht durch Feffel der Natur, ihn erfreun, und das Himmelreich ist burch Kräfte seiner Allmacht zwingen. sein; Gott wird dort zu Ehren fetzen, Bor ihm, der alles schafft und gibt, die sich hier geringe schätzen. gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werte, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten jern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröftet erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. oder bem christlichen Wandel überhaupt. 181 4 Gelig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud und Schmerz. Bater! hilf feinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werkel bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschügen, und Mel. Nun banket alle Gott.- 9. er 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. J banke meinem Gott der Sinn als gerecht, wie Gott, zu sein; die gegeben, so gut ich immer kann, zu feft an dem Guten hangen, und sich seinem Preis zu leben. Du weißt, ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. vermehrt. Gott wird Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du fie mir; bei dir ist Rath und That. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos fich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, güchtig, feusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft wider stehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glüd zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich deffen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Las diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott ftraft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich fets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn iché der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mic ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führft, so hat es keine Noth. 5. Die Gnabe wintet mir! nie fel es, Herr, vergebens; dein Wort fei jederzeit die Richtschnur meines Le bens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fize, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. AUTOT 10. Herr! bu wollst mich selber Mel. von Nr. 46. Leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Mer darf in deine Hütte daß hier und nimmt 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang bort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich bemüthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, bir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. 2. Der, der vor dir unsträflich wan belt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä- sanftes Joch und seine Laft an tra het, und groß durch seine Redlichkeit, gen, mach mich bereit und seinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun sich schent: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Berläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Sichtung würdig schätzt: 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich fann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und sich Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Troße vér Gejete, 331. Bewahre mich, Herr, daß der Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jefu sagen, und Mel. von Nr. 324. 330. Ich weiß es wohl, ich nicht dabei mit Ernst zugleich der selbst verdient es Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir berstoßen werden. - auf ungerechten Wucher leiht; und burch gerecht erworbne Schätze die, bie Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! tcht, daß du, o Herr, mich vom Berderben riffest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tob mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werten preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich bir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich 4. Mein Leib und Seel soll, als handeln. O laß in Freude und in dein Eigenthum, von dir, o Gott! Schmerz mich richtig vor dir wanund deiner Gnade zeugen; nicht nur deln. Dein Wille sei mein Augender Mund soll niemals hiervon schwei- merk. Hilf mir selbst ihn vollbringen, der Thaten Stimm erhöhe dei- gen; durch dich muß jedes gute Werl nen Ruhm. dem glücklich noch gelingen, der deine 5. Des Glaubens Kraft kann ich Hilfe suchet. ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Unwiffenaus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu sten reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werte Licht! 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einft mit den Deinen dir ohne 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ein bin ich, Herr, dir 332. Dein will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, tromm und rein will ich vor deinen Hugen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. 3ch fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und firbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was ir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirte, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir serhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster mar, ein Licht in deinem Lichte! besteh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. Rel. Romm, o Gott, Schöpfer.$ 197. 333. Dein ein, Gott, ift Majeftät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde 1 Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Winf erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, muur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harmonie; und ich, mit deinem Bild ge schmüct, empöre mich und störe fie. 4. Du schusst das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kins zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich beinem Dienste weihn. ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, berbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesete gibt, fein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Laft und sanft sein Joch. Wers willig trägt, sest seinen Lauf ftets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erwedt sein Geift: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil.. Bitten um Heiligung. 334. Hverleihe mir, daß Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ilf mir, mein ich nur dich begehre; mein ganzes Glüid nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 184 - Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Bant und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Gott! Sanftmuth schlichten. 90. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemlithe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigteit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, baß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsay je verleben. Der Seele Heil, mein ewges Thell, laß mich recht theuer schäßen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verLeih mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getroft amfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde seinem gib, daß Mel. von Nr. 55. ich mich ſtets übe, auf ihn zu seht, 335. Ich habe ich ger ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudig teit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Born und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemüthe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segneft du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Adh, gib mir deinen guten Geift, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirft mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sich, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit alleu Kräften ftrebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Slinde Schmeicheleien! ftets werde mir das Gleiffende der Lafter nur mehr verhafter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ich, hab ich deinen Beifall, tann mit 7. Die Falschheit, Lift und Heuchelei hilf mir sorgfältig fliehen; nie müiß ich mich durch Gleisnerei um Menschengunft bemühen. Laß Ja und Freuden Berachtung leiden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirft billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode nur bewährt erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, und werden Freuden! Mel. Herr Chrift, der einge Gottessobn.- 94. 336. Herr err Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! laffe mich forthin mit einem heilgen Leben mir felbft das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir fräftig, auf daß ich fitr und für der Sündenwelt abfterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was bein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald laffe, hald berübe, ift böse und nicht gut. 185 8. Ich lebe deiner Guaden, utid stützet deine Treu; dir zeig ich mel nen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen be ftändig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! Mel. von Rr. 17. 337. er du Verstand und Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb toh hier vergebens. Denn, wen dein Geift nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß fie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, bas sei auch mein Ergezzen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergeßt, berderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schätzt, bringt Nachren, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geift nichts. lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, dentet, als was den Glauben stärkt Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oftschenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flieh, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland fieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. - openen Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. ott! dir gefällt tein 338. Gº gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsats Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leißte, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben sei! fo fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fohle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquice mich mit deinen Freuden, schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. - 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirrten Sinn zu himnilischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffest jeden falschen Schein. Mit Ernst will it willen! Erhebe den gebeugten Muth! du verehret um Jesu Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jes doch du trugst mit mir Geduld. Laß. Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß michs als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doc) meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, bor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. D Gott, du frommer Gott Mel. Un Wasſerflüffen Babylons.- 97. 340. Mein Vater und mein rbarm dich, Herr! du 339. tennst mein Herz. Gein diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heilges Wort gegeben: regiere neigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch doch mein Herz durch deinen guten Freude und durch Schmerz oft auf Geist, daß ich dem folgsam set, was, ben Irrweg leiten. So manft ein Gott, dein Wort mich heißt. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Berleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens trex, und in der Hoffmung start und feft gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Chrift, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 187 mir sterben, dir zu leben, und mac in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott das wahre Christenthum! Tel. Wer nur ben lieben Gott- 7. 341. Mei ein Gott! ach, lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Chrifti Glieder sein. Ach, wirl in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben fei; laß mich 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer den, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirt in mir zu deinen Ruhm, mein Gott! das wahre Chei stenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, meiu Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muthe und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Krenz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirf in mir zu deinen Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Ulebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus Welt o Mel. Run bantet alle Gott.- 9. Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du fagst: ich bin eine Christ. Wohl dir.. bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Wert und Leben dir deffen, und froher Hoffmung nicht. was du sagst, Beweis und Zeugnis geben, und wenn dein ganzes Thun durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Chriftenthum die ächten Proben weift. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfrent; wenn ich mit Gott vereinigt werbe, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhin, mein Gott! das wahre Christenthum 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ifts, der Jefum fernet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dans auch dabei, was Christus ihm gebeur Thast du das nicht, so ist dein Ruh nur Eitelfeit. Zweiter Theil.- Von der Heiligung, statbetongs 188 8. Du fagft: ich bin ein Chrift. zeigt Born und Haß und Neib, so Ber fichs will nennen laffen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch teln Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 6. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt? dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie flagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als fie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name machts nicht aus; ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber sein. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah6. Du sagst: ich bin ein Christ, rer Christ zu sein, und nicht nur so weil ich die Gnadenlehre zu Haus und zu heißen! denn wer den Namen offentlich beständig les' und höre. Ja, hat und nicht die That zugleich, geSeber, thust du auch, was Gottes langet nimmermehr zu dir ins HimBort dich lehrt? Nur wer es hört melreich. and thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Befferung nach solchem heilgen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, les und finge; ich geh ins Gotteshaus. D lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfermet bist, und deiner Andacht 3wed die Ehre Gottes ist. 9. Du sagst: ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er könne folches denn aus deinem Wandel sehen? Nahrt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so fag: ich bin ein Chrift. Kampf der Heiligung. 90. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ft denkt mein Herz, 343. wie schwer es sei, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ift's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Granen. Der 11. Doch wenn man noch an bir Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt das Gegentheil verspüret; wenn Stolz nichts als Mühe blicken, doch weiter und Uebermuth dein eitles Herz regie fort führt er zum Heil, und endlich vet, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzüden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 Wachsthum in der Heiligung. 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu fränken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ift's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Bollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr befommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja felbft mein Herr und Meister. Herr, aller guten Gaben Quell. Sie laß mich nie des Frechen Spott auf leuchte mir in voller Klarheit bestän dig und daß nie der diesem Pfade hindern. Mein wahrer Sünde Täuscherei gefährlich deinem Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht Kinde sei. bei Menschentindern. in deiner Liebe mache mich, weil ich 6. O bilde, Bater, meine Seele! 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedent an meine zu meinem Troft dich wähle, getroft Bahre. Das Kleinod, das der Glaube und unveränderlich. Denn bin ich hält, laß neuen Muth mir geben, erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch und zu den Freuden jener Welt mich auch dein Ruhm. oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets unverzagt, Mel. von Nr. 72. 344. chön ist die Tugend, und meiner ganzen Liebe werth. Mit mein Verlangen, Seel auch oft begehrt. Ach könnt aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle Berstand ist Licht, sein Wille ist Ordzu denn sein feit her war er gut; er bleibts, und mung und Vollkommenheit! Von Ewigs recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finster nisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen. Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum fommt tein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müdel wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 46 Mel. bon Nr. 234. wenn mir nicht immer glücket; 345. Wie felig, Here! in der Gerechte, wenn so viel auch magt, ftets neue Schwachheit drücket. bift sein Schild und großer Lohn.. Dr siehst nicht auf die That allein, O, daß ich ganz gerecht sein möchte! du fichst auf meinen Willen; ein doch ach, wie wenig bin ichs schon. göttliches Verdienst ist meint dies Du weißt es, Gott, ich bin noch weit laß mein Herze ftillen. entfernt von der Vollkommenheit. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 190 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner VorSchrift stimmt! oft übereilen mich noch Siinden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - - 3. Wer fann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erwed und mehr in mir die Triebe zu dem, was wahre Behrung schafft. Laß 347. Den fennet, Ewiger, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82 u, der Herz und Nie meinen Fleiß gesegnet sein, und meine Heiligkeit gedeihn. erforsche mich! ach ich war von dir 5. Du wirst das demuthsvolle getrennet, aber du erbarmtest dich, Flehen des Sünders, der dich scheut hörtest mein Gebet, mein Sehnen, and ehrt, o Gott der Gnade, nicht sahst die Inbrunst meiner Thränen, verschmähen. Du bist es, der Gebet schenktest mir selbst deine Huld, und erhört. Mein Fels, mein Heil, ich vergabst mir alle Schuld. traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. Mel. Ich ruf zu bir, Herr Jeſu. 256. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, un gewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch fieht mein Blick auf der Lafter Bahn zurüd. 346. Herr, err, mein Erlöfer! nur von dir kann ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das felige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das mollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlit wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht 2. Du haft dein königlich Gebot zu überwinden! thre Schrecken jah mir tief ins Herz geschrieben: von ich nur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich 4. Wenn, von Andacht hingeriffen, ben Nächsten lieben! wenn ich nach itm oeu Himmel offen fah, lag die beinem Worte thu: o bab ich schon| Wen zu meinen Füßen und, Gott, hienieden großen Frieden, uno welches deinem Throne nah, mischt ich in Heil haft du den Frommen dort beder Engel Chöre den Gesang von fchieden. deiner Ehre, von ver Huld, die ewig liebt, Sünden dedet und vergibt. 4. Gib, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir flebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und ftrauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in De muth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Troft empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 3. Laß mich fein Leiden dieser Zeit, fein Weltglüd dir entreißen. Dem du haft deine Seligkeit ben Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh fie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaben schenkst du fie, and du erwarbft Sie ihnen. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelfeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Luft! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verchrt, mehr als Erd nub Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunben, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, fonnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine enge Siegestron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er fommt nicht ins Gericht, Airbt des Tods der Seele nicht. Mel. Ce wolle Gott uns gnädig feln. ( Im Choral, und im Melodienbuch für Kurbeffen ist zu diesem Liebe bie achte Beile wegzulaffen, ble vorlegte Rote e in der sechsten Seile aber zweimal ju fingen.) C 348. JTE charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets dich erbarmst, daß du noch dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach meiner meiner 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Bater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrict, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel felbft verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Handi sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ifi eng und der nur dringt durch sie zu Gott ember. der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode jein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herabl auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staubt erbarm dich mein, und steh mir bet, daß ich des Kleinods würdig fel, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, verföhnter Gott und Vater, dich. Vont Leibe dieses Tods befreit, führst bu mich einft zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wanft, und bir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie bein Gnadenlohn beglückt, und deiner Ste ger Krone schmidt. 192 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. nicht Schmach, nicht Tod noch leiden. ald oder spät des bin Blut 349. Bo Raub, wall ich bin auf ſeinen Tod getauft. ich noch hier auf Erden, ich Sterb- 10. Der uns in Chrifto alles gibt, licher, doch dieser Staub soll einst Gott, wird mich nicht vernichten! unsterblich werden. Und dann, dann der uns bis in den Tod geliebt, der ist mein ewges Theil, o Gott, Ver- wird mich einft nicht richten! wenn werfung oder Heil. Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 2. Mit Furcht und Bittern soll der Chrift nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübfal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. - - 11. Nicht Trübsal mehr, nicht leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht flagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. 3hr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann finget mein verklärter Geift in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobs gesang. 14. Du, der uns dieses Heil ers warb, laß, Jesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getren bis in den Tod dir sei. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu ülben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Troft, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit solf nie mir meinen Glauben, den füßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach find Fleisch 350. und Blut, und eitel unsre Werte. Der Glaub allein gibt Kraft und Dauth, und nur durch Christi Stärke find wir, in Angst und Traurigkeit, getroft, und überwinden weit. 8. Was ist die Tribsal dieser Zeit and alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an une soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig felig bin! 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiben! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. elch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! jollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heilig teit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzwed Gottes Ehre; hier schafff du mir Zufriedenheit, und dort einst ewge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich, and ftiegst vom Himmel nieder, ward oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranten gabst du Trost und Ruh, und warft start in den Schwachen; bu trugt die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllt für uns des Vaters Rath, und bit238. gehorsam bis zum Tod, und ehrtest 352. K tommt zu mir, ſpricht Mel. Kommt her zu mir, spricht. her, auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gefinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, fomm, folge mir, und thu, wie ich. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern felbft ein Beispiel ſei. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe fich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jefu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gefinnet! recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Chrift gesinnet war. So sei auch du gesinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl zuthun bereit. So sei auch du gefinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Stath. So sei auch du gefinnet! 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so fanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. I wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquicung findet sich bei Mel Gs ist das Heil uns kommen.- 6. 351. D Seele, schaue Jesum mir, und troſtreich werd ich mich gehier kannst du an TI - Gottes Sohn, o fommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heife euern Schaden. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir fein Retter ist, bei dir ift Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmilthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröftlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Eude meiner Tage. 13 ACURY MON 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 11. Dann werd ich immer eller 353. Soll ich mein Geist, o dich erkennen, und täglich mehr von Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! Mel. von Nr. 72. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. Wo find ich Gott, den meine Seele mich stets erfreuen, meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz vertläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so fille, als beine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werte uns deine Weisheit, deine Git und Stärke; auch haft du selbst, fet hoch dafür gepriesen! uns unter wiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrft, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, fintt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von bir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit fie nicht ermüde, Eruft, Luft d Friedel allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich. keit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flitgel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; fönnt ich im Antlit deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier taum stammeln kann, lob sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werte mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von bir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweift? 7. Doch, wenn in meinen Finsterniffen er auch mein blödes Aug erhellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wiffen bleibt immer Stüldwert in der Welt. Ich suche dich, unb - - Von Zweiter Theil. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lernt o ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobfinge dir dann, wie ein Mann. - Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. ein Gott, du wohnest 355. Meir zwar im Lichte, dahin fein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forhen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz fets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; fein Zweifel sei mir hinderlich. der Erkenntniß Gottes. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in det nem Wort es selbst gelehrt, bis einf sich meine Einsicht mehrt. 4. Dich tennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich 5. Vor allem laß bei mir lebendig, Höchfter, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß. was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erfemt* niß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lente, Here, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Troftes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glau ben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe- 68 356. Mie felig bin ich, wenn mein Geift hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn seinen Schöpfer preift, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ift fo geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das felig ist, und ihm lobsingt, das nie mand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichenk dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit fehu. d quise 13* 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel von Nr. 234. 357. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können feine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sein. ie sollt ich dich, mein Gott, nicht lieben? Du hast mich jia zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rithrend an, wie huldreich du mir zugethan. 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent ich an deine Treu, denn Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit füße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 2. Bon Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebteft mich von Anbe ginn, und haft mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, baß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. Dwelch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! aib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ift deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich war die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denfft noch meiner, wenn auch auf Erden feiner mein eingedent mehr ist. 5. Führst du mich gleich auf rau Hen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. du mich als ein 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359. Der Vater liebst, und ferbe, Herr, deine Baterhände zu. Dann tröste mich mein fünftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst, dann fülhre mich in deine Ruh. Mit Gott, meiner Seelen Freude! ich bölliger Zufriedenheit lieb ich dich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, bann in Ewigkeit. mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältft mich bet Mel Beuch ein zu deinen Thoren.- 301. ' n 358. An dich, mein Gott, meiner rechten Hand, regierest meiner gedenken, ist Pflicht und Troft für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Lebenslauf, und hilfest meiner Schwach heit auf. D Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. ng auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Gorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf 2. Dent ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter Zweiter Theil.- Von der Liebe und Dankbarkeit zc. 197 auher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf, ich warte drauf; nime mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigteit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so fönnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so fehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gok! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibeft doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe fest, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. Mel. D Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. M ohlan, mein Herze sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem bu ganz eigen bist; des liebstes Wert das Wohlthun ist; des Heil uns J überall begegnet; der den bere fluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glüd. Er ists, in dem ich leb und bin; durd den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan fend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend fieh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen fein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. D Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Troft erfreuet; sein Wohl thun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen find für mich oft pflichtvergeßnes Kinb Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geift entzündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, and zage nicht, auch selbst im tiefsten 6. Ich zähle leichter Stern und Leide. Dein Wort, o Höchster, soll Sand, als alle Güter deiner Hand. allein mein Trost und meine Richt- Der felgen Engel hohe Sprach ift schnur sein, bis sich einst in der selbst für deinen Ruhm zu schwach. Ewigleit mein Herz vollkommen dei- Wie kann es dann mir Wurm gelin uer freut. Gott meines Heils! ich gen, dein Hallelujah recht zu fingen? 1983Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich tann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Feib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir berschreiben; du sollst mein, ich will bein verbleiben. contention 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behülte mich doch! gerecht ist Gott, es ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. Von der Liebe 9. Wie köftlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! Der 116. Pfalm. Mel. von Nr. 324. 361. We Gott zu meinem Mie ie lieb ist mirs, daß Flehn. Schrein sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Debet nur ihm geweihet sein! 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, faum schien Mel. von Nr. 42. ein Hoffnungsstrahl noch meinem le- 362. Du Bater deiner Menben, tief und Noth: 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst and fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe fehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 5. Du machtest mich vom nahen Tade frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube fiegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich anch in meinem größten Zagen: Gott in wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm mim mein danterfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 10. Dir opfr' ich Dant, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Bolt solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing ich: Hallelujah! dir fei die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gültig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater. liebst, und so gesinnt zu sein mich itbe, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich 8. Ich will den Heilskelch nehmen, thn erhähn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Bolt solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn!" behutsam sein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 Laß 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärt und mehre selbst die Triebe was mir bein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Auch Trübfal führt zu ewgen Freu mich ganz dein eigen sein, so mich den. Wer ihre Last gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nütt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. 363. der Himmel ist. Deines Wohlthuns Mel. Werde munter, mein. 116. ott, mein Vater, deine Liebe starke Triebe find so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? - 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachteft du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedentet mein Gemüthe, ohne brünftge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlöften voller Zuversicht darf tröften. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir mittet, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verftehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dant, wie der Seraphim Gefang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. von Nr. 42. 364. Mein Herz, ermuntre dich zum Preife des Gottes, der dein Vater ist! bedente, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich verfehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmft allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll. D, könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe foll! boch meine Kraft reicht nicht Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59 dahin. schwach ich bin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geift erſtaunt, Allwenn er 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefalten auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Gilte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich volkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. WORD 365. Mel. Dennoch bleib ich stets an bir.- 156. abe deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud und Lehen; und er wird, denn er gibt gern, bir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, fuchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten haft, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschic, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glüld! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fitrchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquidte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glüd des Lebens Trost mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen fann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Rein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. 3ch will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn frachend einst der Ban der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 201 14. Dich, der mich bei der Welten| bereitet war; eh ich zu sein begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst und zu dir rufen konnte, da wogft Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! du schon mein Theil mir dar. Mel. D Welt, ich muß bid affen.- 48. 367. D ir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Gülte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblid. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich Mel. O großer Gott von Macht. 368. D 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, beß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschente; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausritstest, dies, Bater, dank ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft, dies alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüißt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Weiten, o Herr, vor deinem Schelten. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Him mel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du haft durch deine Kraft den Himmel ausgeftredt; die Erde fest gegrüinb't, bem Meer sein Ziel gestedt. will verleiten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. durch die Vernunft und Schrift dein Du lehrst das menschliche Geschlecht Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mir stets so Seligkeit, als Pflicht. mit deinem Licht. Dich fürchten, fei Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals bein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß beine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dun teln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen Zweiter Theil. Von der Furcht Gottes. 202 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Chrifto dich als Vater lieben fann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geift, mit Freuden dir Gehorsam leift, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen libe. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der taun ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet 7. Laß, Vater, deine Furcht des uns dir, Höchster, gleich; sie stillet Lebens Leitstern sein, so nimmt kein unsre Herzen, versüßet unsre SchmerIrrthum mich zu meinem Schaden zen, und bringt uns in dein ewig ein. Reich. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Luft zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Troft und Theil. Mel. bes 26. Pfalms. 369. D -- Gott, wer ist 370. Vo findlich scheuen, iſt Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. or dir, Gott, dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer tann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben fund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da beine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einft vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lentte bloßer Zwang den ungewiffen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensc kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die findlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn roer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bift, und das zu thun mich ernftlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ift; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke fteten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligkeit Soll nichts mein ewig Glütd erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemithn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgsam ſei; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott zc. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie| Gott als Zeugen vor fich hat, des före Furcht und Luft der Welt mich, freut sich jeder guten That. das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffeft heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth ver leihn, wird dich die Furcht des Herrn erweden, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Ange ficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung. merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt Wer Gott, dem Weisheit verachten Mel. von Rr. 72. illst du der 371. Welle tennen? Es Höchsten, wohlgefällt,- ist glitchlich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapfer feit, wenn uns der Menschen fol zes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. In deiner Furcht laß mich einft serben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Se gen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Laft; nur das wirst du vor ihm bereuen, baß du fie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der Weisheit führen, so werd ich niemals. irre gehn. Wohl dem, der sich stets findlich scheut; dich fürchten, Gott, 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung Willen. in seinen Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 372. Vou oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann fann fein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles fich zu freun, noch so verborgne Netze stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall ge bracht! so werd ich dennoch nicht ver.. sagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebeft den Gerech ten, befreift thn gern von jeder Laft; 204 3weiter Theil. Hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechten, und haffest feden, der sie haßt. 374. Meiß ich walten. Sch Mel. von Nr. 72. Hort ihn 6. Weh dem, der den Gerechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frebler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten tann! hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. Comate Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, ülbet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott thut, das ift.- 267. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich meinen Rath, ohne dich. meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirft mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 8. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mit gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, bein Wille, Herr, geichehe. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. schont, er zichtigt viel gelinder, als wir verdient, and hat Geduld. hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre feiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! 4. 3ft nicht ein ungestörtes Glüd weit oft als selbst das widrige Geschic, bei deſsen Last 375. Der ersicht, mein einzger Mel. Was Gott thut, bas tft.- 267. Herr meine wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es feinem fehlen. fundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch verfütfen. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Wert vollenden. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ift's überwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen nechten. 8. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'ft ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Troft genießen. Des Frem und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich versündigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter fammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfein und mein Leben. Mein Hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. - 376. D u haft, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Frende einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenft, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fele, mein Hort, mein findlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich belimmert, lenfe du zu meinem ewgen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Gütel und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Beftes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies fei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirft du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Pfalm. Mel. von Nr. 54. Mein ein Geift soll nun in Gott allein, als seinem Schutze, ruhig sein. Ich stehe ja bei ihm in Gnaden. Genug: ist dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall foll mir doch nichts schaden. 377. Mein 2. Wie lange beutst du, rober Hauf, Verläumdung, Lift und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frebler eilt mit allerMacht, wie eine Wand, die hängt. und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenfand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr teine Tücke nicht. She 206 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, fegnet mich ins Angesicht, und flucht den dich um mich zur Mauer machst. mir gleichwohl in der Seelen. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, and auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Shr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele fucht und findet darin_großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. 7. Verlaffet euch auf Frebel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf and seid auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, bor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! fein: wirst du doch von den Beschwerand fommet ihr zu Geld und Gut, den dieser Zeit mich einst befrein. To laßt euch nicht zu Uebermuth, noch D, erwünschte felge Stunden! ewig fchnödem Geize je verleiten. aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchften Throne, der Richter, dessen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Berdienste lohne. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. schauen wir einst gewiß, o Herr, ott der Wahrheit! deffen bei dir. 378. Greue unsre Hoffnung fügt und hält, ich erkenn es voller Rene, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Troft mir bringen. Dwie oft vergeh ich mich, ängstlich aweifelnd, wider dich. - 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser Tein, und meine Sehnsucht bald vergnitgen. Er ist der eine, der mich tützt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnicder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquidet mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Gülte. - Mel. von Nr. 33. Der er ewge Gott und höchste Vater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preift, der diese 2. Gott, vergib mir diese Sünde! Welt aus seinen Schätzen blos durch nimm die Strafe von mir hin. Schenke, sein Wort hat aufgestellt, und der Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, Gewicht und Ordnung hält: ben nicht falsche Hoffnung täuschet, bie das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, ben er von Ewigkeit gezeuget, und 3. Laß mich Gram und Sorgen ber nun herrscht auf Gottes Chron, meiben, weil du für mich sorgft und um dessen Willen will er heißen mein wacht, und bei allem Drud ber Lei- Bater und mein Bundesgott, auch und der Ergebung in seinen Willen. 207 väterlich sich mir erweisen in aller| ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater 6. Was sind vor Gott der Mentrauen? sollt ich nicht, wann mich schen Sachen? sein starker Arm verUnglück trifft, voll Zuversicht aufs mag sogleich den Reichen klein und arm Ende schauen, da seine Zucht viel zu machen, den Armen aber groß und Gutes stift't? ich will es thun von reich; wie leicht ist es bei dem gethan, ganzer Seelen, mein Herz sei ganz der bald erhöhn bald stürzen kann. auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott 4. D wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, setzt, den verläßt er nicht. reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesseilen zu dir stets angezogen sein: so stellt dein 381. Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. Rel. Wer nur ben lieben Gott- 7, er nur den lieben 380. Mer Gott läßt walten," und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchften traut, der hat auf feinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid uur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht fille, und warte, bei sich selbst vergnligt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was ans fehlt. ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will seguen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Wibrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurüde, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 4. Er fennt die wahren Freudenfunden, weiß, wenn ein Glück uns müßlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 5. Dent nicht in deiner Drangfalshige, daß dich dein treuer Gott 6. Hast du Angst vor bösen Leuten: vergißt, und daß der ihm im Schooße ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit size, der reich und groß und mächtig Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle fich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er fiehet deiner Kummer, und liebt noch väterlich. - 7. Wiffe, wen die Allmacht schiltzet, ben erschlägt tein Donnerknall, ob der diden Wolken Fall gleich mit Flamm und Reilen bliget; la ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ dein Leben nur mit Freuben, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden; schweige gern zu allem ftill, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! barum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 382. ch danke dir von ganzem Herzen; dir sing ich, Herr, vor aller Welt. Dein Name findert meine Schmerzen; wenn mich bein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blid entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquickt. 4. Es mag der Zorn der Feinde withen: doch reicht der Herr mir seine Hand; fein rechter Arm wird mich behütten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Wert in mir! 2. Sinds Silnden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, body trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigfeit der Welt. - 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüss fen, die Wahl des Besten zu. Sprich), wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Troft der Ewigkeit! wer fann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Nath ist wunderbar. Einst wirft 67. du überführet, daß er der beste war. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 383. Chrif, alles was dich Du denkst wohl unterdessen: der Herr tränlet, befiehl ge erbarmt sich nicht; der Herr hat mein troft dem Herrn. Er, der die Himmel vergeffen! doch höre, was er spricht: 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in feinen Wegen hochheilig, weif und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, fann tein Er schaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wilthen! um sonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, dene seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, Christ! und könnt sie ihn vergeffen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergeffen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich deftomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf turze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. o err, mache meine Seele Mel. von Nr. 72. 384. mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhften Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrfich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. D 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glitc erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Alagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Mel. Jesu, meine Freude. 89. 385. See ( eele, sei zufrieden! was dir Gott befchies den, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! ftellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 1 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr das hin; droht ein hart Geschide alle Angenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen be ftimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll wohl machen. Unverstand! wer tann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 4. Ungeduld und Grämen tann von uns nichts nehmen, macht nur grös ßern Schmerz; wer sich widerseget wird nur mehr verlegzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! dricket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds doch 5. Wer ein Chrift will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mtag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht feft, den Gott nicht läßt. Drum lcß alle Wetter trachen: Gott wirds doch 14 5. Nur du, du kennst und wählft das Beste. O Bater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich wohl machen. Gott, 7. Liebt den Herrn, ihr seine Rin der! die ihm traun, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Reinem, der ihn liebt, wirds fehlen, darum stärket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! 210 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf 6. Kronen soll der tragen, der des Freuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglüd zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. err! dir trau ich; auf Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. Herr ist meines Le 119. 387. Derene raft. 386. Herr! der Erde keinen Freund, als bich. Damit ich nie Golf mir shamroth werde, rette, du Gerechter, vor Unglid grauen? Er ists, der mich! neige mir dein Ohr und eile Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein schnell daher zu meinem Heile, sei Herz vertrauen. Er schützt mich! mir, wenn das Unglück dräut, Fels Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, und Burg und Sicherheit. nur zum Freunde. 2. Ja, du bist mein Fels, Erret- nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn ter! meine feste fichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reis der Feinde Netz entzwei! fteh mir, meine Stärke, bei! 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geift wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Belt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frebel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich fing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlaffen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verfkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübft, nicht gefeffelt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine milden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, beine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, bie in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, tren sich mir erwie - 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg bein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlaffen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich haffen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frebel schmähen; so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt bes Herrn, mein Herz! benn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. Rel. D Gott, du frommer Gott 8. sen hat! angsvoll nannt ich mich 388. Ge hilft uns unſer Gott, verstoßen, und dein Auge mir verschloffen; doch, als meine Stimme er höret Flehen; wir dürfen stets getroft zu seinem Throne schrie und dir rief, vernahmst du sie. gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur und der Ergebung in seinen Willen. flagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser fehnliche Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; sein Herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig fann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht fteht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer kränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 1 301. 389. W as hilfts, daß ich mich quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Bergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen finnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dire wird nützlich sein. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedantan Regt, das wirf in seinen Schoof; Dertrau auf seine Güte, und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, and beffer, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff211 nung blidt? ein Herz, das ihm ver trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet ftete ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, fann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh lassen; er reißt sie endlich draus. 6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts fann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was mei nem Stand und Leben wird gut unb felig sein. Mel, von Str. 16. 390. Serr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in dei nen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was due thuft, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmfi dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glüd. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogf mein Wohl, du wogft mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so mütffe feine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Troft, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. If mer mein Beh nicht meine eigne Schuld, fo zag ich nicht. Du gibst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glüid, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn mir dennoch bald und mächtig Hu ersehn. 14* 212 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe fingen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, du soll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Sort, ift im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du machest meinen Gang gewiß bor des Verfolgers Stride, und treibft die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trotz mit deinem Mel. von Nr. 54. GOELDUSANY as grämst du dich, mein 391. banne Sorgen, Furcht und Schmerz! bestehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was mur geschieht, ist sein Geheiß; wer fann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, feine Noth fann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod er auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so bente doch, daß Gott nicht ligt, der fich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnaden bund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich belehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gat! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ift dir der Weg be wußt, so hab am Herren deine Lust; bu magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmad, jenes Freudenleben. denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuberficht das Graun der Nacht bestegen. Mir brohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, fann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich wie die Sünder mir zur Lehre dienen müſsen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. alle Teufel toben, so bin ich in ge 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn trofter Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und fein Neid mich jemals berziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege fei, wo hin ich mich nur wende. Der 91. Pfalm. Mel. bon Nr. 222. 392. er unter Gottes Schat lein Feind bezwingen. Er tann, bei seiner Allmacht Hut, mit frohem 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern frümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brillt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh. dein träftges Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft mir triumphiren, und wirft mir, bin mag des der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Seligkeit bescheeren. und der Ergebung Aus dem 146. Pfalm. Rel. Gott des Himmels und der.. 32. 393. ut mein Geift, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Dantlied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich guf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschenfinder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürften sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. - 3. Oso lehnt euch nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein fann euch beschützen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, ber auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ift zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. - 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. in seinen Willen. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist tinblich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich tiben, und dich, mein Vater, lieben; benn du verläßt die Deinen nicht. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dire, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörft, du gern. du hilfft, du segneft gern. 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. 394. Was soll ich ängstlich leiden, den Dank, der beiner Huld gebührt. 308 flagen, und der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele 4. Der du die Blumen tleideft, und alle Thiere weideft, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenten, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56. kein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Von Gott win ich nicht zum Herz, für dich! laffen, mein Gott fam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hilfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemithn. 2. Der Menschen Gunft verkehret fich wohl in Haß und Neid; des Höchfien Freundschaft währet in alle Ewigkeit & r hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und e8 icht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schutz ergeben; er thu, was ihm Beifte nagt, werf ich auf dich, den gefällt. 270 214 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm fann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nützlich ist. Gut meint ers 3fts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jesu er jegnet es, und sorgt für mich. Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedentet! der uns den Sohn geschenket, versaget uns tein Gut. - 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einft werden, wenn dort sein Pob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach turzem Harren bald auf, und lauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde bas mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das fonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlaffen find. Er läßt uns seinen Troft erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich." 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Chrifto sett er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geift zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 396. Gott sorgt für mich, was sorgt für mich. will ich Er if mein Vater, ich sein Kind. Er forgt für heut, er sorgt für morgen, fo, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt and schützt. Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Pfalm. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich Mel. von Nr. 201. leht und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Meine Stimme ruft zur Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel and Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur feftiglich vertraut, und glaubt: Gott forgt für mich. Höhe, wo mein Hetter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich stredt fich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geift, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten laffen. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst Beiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schreckte mich! meiner noth tann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten fie in 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, unb Leib und Seel vereingen fich, und singen froh: Gott sorgt für mich. und der Ergebung in seinen Willen. 215 größre Schwäche. Und die Augen Zebaoth? Er nur zeigt durch Wun| hieltest du, daß fie wachten ohne Ruh! derwerte allen Völfern seine Stärke. 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! Mächtig machte seine Treu Jacobs, mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Josephs Kinder frei. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte feine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 7. Als du wider ihre Haffer an zogft, sahn dich, Gott, die Waffer; ängstlich fahn die Waffer dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, bolle Wolken goffen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschloffen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 8. Um und um aus deinem Size brüllten Donner, strahlten Blige furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungeftüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm fund, und es bebte selbst ihr Grund. 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufft du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mofis, Arons, deiner Knechte, dein Bolt, Ifraels Geschlechte, Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheißnes 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Reich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 4. Sein Heil von dir, o Gott, ein Heil, mein Geift, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nützet, gibst! 398. Dein nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 2. Welch Glüld, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu ftehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich feines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, bie uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs tlagt. 3. Doch spricht du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu ſein, und flößt das ange botne Glüd muthwillig selbst von fich jurid. 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns träftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der em pfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich fommen mit Gebet. Nie fei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Domm oft und mit 399. Bergntigen, mein Geiſt, vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 216 Zweiter Theil.- Vou Gebci. zeit dich befiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch bitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. 10. Bet ft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prisen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht er ist ein Geist. Wie können dir die falten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der feinen Sohn rührt ihn, nicht leerer bittet, zu. Borte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet seiner nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dant, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach unterstützt. Mel. bon Nr. 234. 400. Von el met de gue Gott, fannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchftes Gut. fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid verfüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Mitden Troft und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preife seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ift mur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. 2. Umsonst ist alle meine Mithe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht frönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Ulebel, das mich schreckt, dein mächtger Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Troft mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobfingen, ist gut, ist für uns Seligfeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu bir flehn, verschmäheft nicht ihr schwa ches Lallen, wenn sie lobfingend dich erhöhn. Du ehrft den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Zweiter Theil. Vom Gebet. 217 6. Mit Segen uns zu überschütten, 6. Herr, wenn mich nach Leib und bift bu, o Bater, stets bereit. Was Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entritdt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanten, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danten. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne - Mel. Nun danfet alle Gott. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Mohl auf, mein Herz! er regiere meinen dich, betend, würdig preist. Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater iste, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ifts, der dir bersprach, dich zu vertreten; der werthe Tröpler flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, fein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, fann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was bein Wort verspricht. Mel. von Nr. 320. 401. Jefu esu, meiner Seelen Retter! sei bei dein und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben find wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunft, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. - 9. 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du haft unsre Schuld verfülhnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. sture 4. Berr, wenn wir jetzt beten wol- 403. Gottl'daß mir, wie Mel. von Nr. 17. Bater, len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, einem Kinde, verstattet wird, in aller du weißt, was uns gebricht! Wenn Noth, wie groß auch meine Stimbe, der Mund nicht sprechen kann, wenn mein Herz vor deinem Gnadenthron wir nicht mehr fönnen beten, so laß in Einfalt auszuschütten; das machet deinen Geift alsdann uns mit Seuf dein geliebter Sohn, der heißt mich freuzern noch vertreten. dig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. D Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seift mein treuer Vater! mark sid das 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. D angenehmer Baternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz Tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich fiebest. Du wirst, weil du den Sohn file mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu ftatten. Er spricht: ich bete felbft mit dir; mein Geift soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm fall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüill im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten füzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Bater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. 156 201 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns fannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. - - 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir feine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge müth auf unser Wert nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen merth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Bater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir find gewiß, daß uns nicht fann dein Bas terherz verlaffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlan gen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wolleft es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns träftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, in danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 3. Beuch unser Herz zu dir hinauf it Seufzen flag ich im Beten und im Singen; und thu dir, mein Gott! uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt ich eifrig beten, und, drückt dir zu bringen, daran dein Herz Ge- mich meiner Sünden Noth, voll Stan405. Mit Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieber. 219 ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. - 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr fann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu falt und schwer, bleibt es ara Eiteln fleben. Träg ift oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies tränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geift nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine 5. Ach, leider! Vater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachläffigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erfalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel in Ruh, sich fret 2. Dein Name müß uns heilig fein; erhalte dein Wort bei uns rein, bamit, wie du selbst heilig bist, auch unfer Wandel heilig ist. Bewahr, was beinen Namen nennt; befehre, was ihn noch nicht fennt. Das Gebet des Herrn. Rel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; 406. Bater! groß in du kennst am beſten unsre Noth. Dif im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut finget bor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß uns! entferne Krieg und Streit, Best, bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. Gebetlieber. Fleisch und Blut, das wider deinem Willen thut. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, und trage, Herr, mit uns Geduld; durch dich erwedt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, un deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem llebel fos. 4. Dein Will gescheh auf Erden Ach, unfre Schwachheit ist sehr groß schon, wie er geschieht vor deinem o tröste du uns in der Noth; vera Thron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen selgen Tod. Herr, Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimm gefällt, bereit, und webre allem uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 9. Das Reich, die Kraft, die Herr- 6. Stolze haben mich umgeben und fichkeit ift dein, o Vater, allezeit, Thrannen; meinem Leben drohen sie, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör und scheuen nicht dein allsehend Anuns, Herr, es ist dein Ruhm; im gesicht; aber du bist ganz Erbarmen, Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, ein Verschoner, mild den Armen, treu du willst, du wirst es thun! den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. BERNS 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So fing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schutz umgibst! Der 86. Pfalm. Mel. von Nr. 201. Mel Aus tiefer Noth schrei ich. err, erhöre meine Kla119. 408. Gott, ott, deine Gülte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du frönft uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, bernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. 3ch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 407. Herr, gen! schaue her auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig bir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangefichts. 2. 3u dir ruf ich alle Tage: Herr, fei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohl gefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist bie Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufeft, einft mit Freuden zu dir mahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und feiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, baß ich richtig wandeln möge, laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Genithe; herzlich rühm ich beine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus Sem tiefsten Grabe riß. - Mel. von Nr. 13. Ich ch fomme vor dein An409. gesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Schmerz voll Dant und Demuth sich ergibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? - Allgemeine Gebetlieber. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wie stets auf deine Hülfe sehn. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärf ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glüd, was du mich lehrft. Das sei mein Glüd, daß ich zuerst nach beinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu feinem Fleiße Glück und Heil. 2. Drum komm ich auch mit mei nem Beten, o Gott, vor deinen hell gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du mur fannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glau ben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, unb stärke mich mit heilgem Muth; se fieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewiffen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets befliffen, das sich vor deinem Auge scheut. Und feht ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglicten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Pla gen vor dir still und demüthig ift; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders tren mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibi. 7. Das andre wird sich alle filgen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. Zu frieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Las 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Lob vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag. an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. Mel. von Rt. 234. 410. D W er lann, Gott, je was 411. Gott, du frommer Gott, du Brunn Gutes haben, das quell aller Gaben, ohn den nichts ist, nicht von dir den Ursprung hat; du was ist, von dem wir alles habent bift der Geber aller Gaben, und im- gefunden Leib gib mir, und daß i - 222 Zweiter Theil.. folchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. S Allgemeine Gebetlieber. Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, baß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich tann bestehen; laß fein unnützes Bort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachbrud ohn Verdruß. 4. Find't fich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Helbenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und zur Verföhnlichteit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Laft hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Baterhand. Habe Dank für deine Treu! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 7. Laß mich an meinem End auf Chrifti Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dir Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort berflärt ins Leben ruft. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß fie täglich so gerathen, daß mein Herz bich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werf, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Trener Gott! du wirst mich lehren, wie ich flüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und sich mir bei, daß der Feind durch List und Tüde mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Pla gen, meines Amtes Bürd und Laft und sonst alles freudig tragen, was du auferleget haft. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles bir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herri du wirft es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine 6.- 29. 412. Liebster Jesu! Gnaden. Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und sonne, meines Her es gar aus zu gene Zuversicht, meine Freude, meine sein: laß mich ruhn in deinem Bonne! ich fomm vor dein Ange- Willen, und damit den Kummer ficht. Ob ich schon ein Sünder bin, stillen. werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig fann, bir ein schwaches Danklied bringen, daß Su mir viel Guts gethan. Wollte bh von Jugend auf, durch den ganzen 9. Muß ich auch Berspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von bir veracht't! wohl! mach immer was bu willt, Gott ist mir doch Sonn und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. 4. Stärke mich mit deiner Gülte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. Zweiter Theil. 10. Soll ich hier noch länger leben, nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach mich dir getreu, gib gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. com Allgemeine Gebetlieder. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blitzest; schrei ich im Staub, hör von dem Thron, wo du, Weltherscher, sigest. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senfet. Wo fommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geift zu bir hinauf. Ruht im Grabe, müiden Jesus kommt und wedt Glieder, euch wieder. Mel. In bich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. ch weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs fich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Wert mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon fiber alle Berge hin, und wenn er um fich fiehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemülhet. 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, bas, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ift etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Wert von dir begleite Glüd; ists nicht von dir, so treibs zurüld, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir. gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmög lich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier brauft die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zu weilen graut, zu seinem 3wede fommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der fichre Pfad, der dich zur Freude führet. - - Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner See len, vor deinem Volt, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegft, so laß mich dir vertrauen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, mur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich Rel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. on ganzer Seele preis einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glüd und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? mur du schaffft Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so fann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierft die Belt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 415. E yi erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja tein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gettselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. b. Besondere Gebetlieder. In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. Da Du und Blut, und noch der Geift dars wider fämpfet, wird oft dadurch ge fränkt der Muth: drum leg ich mich 416. u bist ja, Jesu! meine bor dir mit Flehen, ach stärke mich Frende! warum ist in diesem Streit! laß Hülfe mir, denn mein Geift betrübt? fann denn mein Heil, geschehen, daß ich mög die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geift mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, fie teine 3ung aussprechen fann. 2. Weil aber noch nicht ganz ge bämpfet in mir mein böses Fleisch überwinden weit. 3. Du haft, o Held! ja überwinden, gib mir auch Ueberwindungstraft, und laß mich in den Kame pfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich fann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod mun unter deinen Zweiter Theil. Füßen liegen, so mach sie auch an mir zu Spott. - Besondere Gebetlieber. 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie fann Gott dein Vater sein? 4. 3ch trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun haft du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, umb in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüste mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir bringe; da wird die Freude ewig sein. Rel. Ach, mein Jesu, fich, ich trete. 417. Q ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verilbt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? eins og mun ha 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stirmen auf mich Triibfalswinde, wird mein Glaube vollends flein; und ich schließe mir zur Bein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Chriftum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geift belehrt, fann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich fehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Vatertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Bucht mich erweckt. Dir will ich mich ganz verschreckt, und mir Schmerz und Angst schreiben. Herr, dir leift ich Tren und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel Entbinde mich, mein Gott x. 418. B B efreie meinen Geift, o Gott, von schnöden Banden. Du fiehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des 15 226 Zweiter Theil. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich; Dant sei dir, Gott! du haft mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrid findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ift Rath und That. -10 Besondere Gebetlieder. außer dir, ift Eitelkeit und Pein. D möcht ich ungestört mit dir vereinigt sein. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'st, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen; du gibt den Mülden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 4. D, dieser Leib des Tods befchwert die arme Seele; der Sinnen Bauberkraft entrüict dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, bes Wege verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thn, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. to'g meinem Blick den Himmel. Des Bei6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, mert ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsaß thut. 7. Ich trau auf Gott: was tann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schreden bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geift nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Troft in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbeund störet meine Ruh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich dringet Jesu lieb, und ich bin noch so flein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starter Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, bon allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie würd ich denn zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Feffel, die mein Herz mit Freuden trägt und füßt, reicht deine Liebe mir, die unaus sprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Bans den bleibt er ein recht freier Mann. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, Wie willig laß ich mich mit Liebeses sei dir geflaget! noch lange nicht seilen binden! ich folge dir mit Luft fo fehr, als selbst mein Herz begehrt, auf der bestimmten Bahn. Befreie das oft noch in die Welt verstohine du mich nur von mir und von ber Blide waget, und damit seine Ruh Welt, damit mein edler Geißt sein and deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. comision Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. POEM Im Kriege. 8. Enel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 419. nie gnädig warst du, Mie Gott, vor Alters beinem Lande! wie halfft du ihm! 420. Gezieht, o Gott! ein wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schonteft deines Volks mit väterlicher Huld, vergabft die Miffethat, bedeckteft seine Schuld. Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, fo ifts für unser Land zu schwer. Siehl wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken bräun. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es fich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, foll er ewig glühn? und willst du beine Hulb auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurüd dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß ans dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Troftes trösten! Heil gibt er seinem Bolt und Ruhe den Er löften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn fich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube tommt zurück und bifht auf Erden wieder; die Gnade fieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Bolt, das seinem Dienft geweiht, thut, was thm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergeha: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* 2. D laß mich hier allein, o Bater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns träftig schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Bölter, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegestiften bereitelt leicht bein weiser Rath. Nie wird das Land das dich, Gott, zum Beschilger hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger fich öfters geiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage fleiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff und Wagen tark Gedränge ifts nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg tömmt nur vom Herrn. 228 Zweiter Theil. 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. 9. Die fleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. - 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschiltz und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gültigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 421. Gott! wir treten hier hilf uns immerdar um Jesu Christi ch vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthigwillen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, fich, rett uns durch deine Güte. die Macht und Ehre! - Besondere Gebetlieder. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih uns wieder Fried und Ruh, und wehre allen Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach! laß fie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, bas hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum beffern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmHerzger Gott! das Vaterland. Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet.ngung In Theuerung. 2. Gedenke, Bater, jetzt nicht mehr, Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 50. daß wirs verdienet haben. Gedente 422. Du reicher Gott der D" Schöpfer nicht, daß wir so uns berfiehnen Gaben geschändet, und so Lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gedrüldet und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und Lift das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jefu Chrifti willen! o, der für uns gelitten hat, fann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt mur ftillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollt Slinde trägt, die du ihm selbft haft du uns vergeben nach trener Bater aufgelegt, hat sie ja, Gott, versöhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; 2. Herr, unsre großen Sünden berdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, fie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. Zweiter Theil. boch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der All macht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja fegne, was man pflügt, und tränks mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und fröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! - Besondere Gebetlieder. 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns fündge Schaar in beinem Born verzehren; 5. Wir haben dir oft widerfirebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrilbet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Ze baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sinden plötzlich sterben. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum fleben wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 8. Beschüß uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. In Seuchen. Mel. von Nr. 79. Mel In dich hab ich gehoffet. 1 413. mich 423. Ah Gott, du unser Le- 424. Sim Grimme, und be benslicht, Herr, unfre stimme über mich kein Rachgericht! Burg und Zuversicht, du Troft und rüge meiner Sünden Menge nicht Heil der Armen! wir bitten dich de- mit Strenge, und verstoß mich Armilthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. men nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Born geschlagen hat. Mein Gebein erquidit fein Friede, fiech und müde macht es meine Missethat. 3. Wir beben, Herr, bei deiner 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiStimm. Ach, straf uns nicht in dei- get, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Noth, daß sie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Laft. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz zerbricht.) 4. D, wie triibet meine Tage manche| Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! frumm gebüdt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude fennt mein banges Herz nicht mehr. 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh Herr, mein Gott! tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölfet Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde 1 Auf der Reise. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. fehn als Feinde meine Qual und 425. In deinem Namen e AnverwandHerr Chrift! will ich ten und Bekannten fliehen und ent- nun weiter( zur Reise) gehen; du, fernen sich. 7. Die mein Tod ergebet, stellen, mich zu fällen, Nege; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, beuken, mich zu fränken, auf Betrug und auf Verrath. der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt befcheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit 8. Ich soll taub sein und nicht stets mit Gefahr umfangen; auch werd hören, noch sie stören, wenn die ich in der Sterblichkeit nie völlig Rub Samach das Herz mir bricht. Taub erlangen. Ich bin ein Pilger, der soll ich ihr Lästern tragen, und nichts den Fuß und Stab stets weiter setzen fagen, wenn die giftge Zunge sticht. muß, und hier kein Bleiben findet. 9. Doch ich harre dein, du höreft und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Roth!) 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Heimath finde. Da sind dann Mith und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjeßt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider dei nen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang follen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemithe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blide, Herr, von deiner 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be fannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dan tes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ber leih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolle fie, mehr als ich fann, mit treues Zweiter Theil. Huld umfassen. O, laß fie dir empfohlen sein, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. - Besondere Gebetlieder. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüfte Sin. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß; und weffen Lift, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? Der 29. Pfalm. el. von Nr. 46. 426. Bringt her, ihr Mächtigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. 3m heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Rächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt bort ewig bei dir wohnen. das ist Gott von Ewigkeit. Bei Gewittern. 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ift Majestät und Kraft. 9. Erschredt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt fie. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, fie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 10. Gott spricht, daß er verherr. licht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 12. Gott wird in aller Feinde Stütrmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschir men, um sie wird großer Friede fein. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 427. Höchfter, deſſen Kraft Luft, Meer und Erde träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wint beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend fracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen fehen; heult gleich mit Ungeftüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wafferfluth: 3. So zittert, blitzt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet feine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wollen Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 1 4. Gott führet väterlich, zum Nugen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blitze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränft auch das dürre Land. 5. Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Baterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Chrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdfreis bebt, da er fie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht Mel. von Nr. 42. erzittern! schredt dich bes Schöpfers 428. Desebrille wird schwäMacht, so bente doch dabei, daß er zu deinem Schutz nicht minder mächtig sei. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu tuechtisch bebest, und unter Blitz und Knall in lauter Aengsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht jo machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen fann. - cher, und die Blizze fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirtet seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein findliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich part den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nütt und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Pänben ftehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inmiglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 3. D Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter fo majestätisch hören ließ, der selbst des Blizzes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünfte Glithen sowohl die Menschen als das Vieh den Odem matt und feuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde ruft. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die umgeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 6. Wie lieblich hebt sich das Ge traide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verfündigt des Erhalters Ehr. 7. O Gott! wie viele Segenspro13. Drum, Herr, erbarme dich! ben verbreitest du auch durch den erbarme dich aus Gnaden! laß dies Blitz; dich muß man auch im Wetter Gewitter doch den Unsrigen nicht scha- loben. Du meinst es gut und wie's den. Gib, daß der grause Sturm, uns nüß. Dir sei mein Herz ein gib, daß der Schlossen Heer uns Dankaltar; dir bring ich Lob zum weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schuß als Nut dir jeder dankbar sei! 11. So oft wir bligen fehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Gülte schon den Blitz her vorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil.- Besondere Gebetfieder. Fürbitten. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 429. ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Bebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schützen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist feine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern braut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geift, daß ich die Obern ehre, wie uns bein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam liben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 233 Bei der Einführung eines Predigers. Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß ftets durch ihr Bemüthn den Frommen ficher stehen, der Bösen Nath vergehen, und alle Stände blüthn. 430. G rlöser! sich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. und deinen Boten zugezählet, wenn 2. O selig, welchen du erwählet, er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, und solchen würdig zu verwalten fich da er sich deinem Dienst geweiht, binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen beleben, und leiten ihn als bei der Hand; geben, mit Licht und Kraft den Geift dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geiftes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herscheft selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue dem schüchterne Gewissen sei! 5. O laß ihn, Herr! durch dich be lehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem brückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben 8 Erhalt ihn in den rechten Schran führen in wahrer Frömmigkeit. Herr ten, in Wort, in Wandel und GedanGott du fegnest gern; mir bitten ohn| ten! gib ihm, nur deinen Geist zu Ermüden: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Vorsatz nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wonten, und bis ans Ende treu zu sein. Besondere Gebetlieder. Mel Vom Himmel hoch, da. 431. und zur Seite 3. Gott schmüldet ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Croft stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ewge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. 1- 109. voller Rath den Eh stand eingesetzet hat, der du ihn segneft, schützest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß fie flets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Wert auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Tren zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dant; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. - Mel. Wie schön leuchtet der. 35 432. Gott ist es, dessen weiser Rath den Ehestand gefstiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann beglidt, wenn Gott ihm eine Gattin chickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andere zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden gibt. DI wie viel Wohlfein regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geift regiere Mann und Weib, daß fie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werte. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. Gott, der 433. Sorge doch für meine du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. 1 2. Du haft sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlitz fieht, sich doch für fie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Gülte dir nicht herzlich dankbar sein, und mit dankendem Gemüthe mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödften Kaltsinn zengen. Zweiter Theil. 4. Berr! du bists, was mich ergezet, meiner Seele Troft und Heil, Sas mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß fie doch in feiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterben. - Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sündel nie hab ich sie so geliebt, wie es einem feden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigenfinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. d 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß fie nie ein Unfall schrect, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jefum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nach. ahmungswerth. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft umb ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 7. Lege viele Jahre zu meiner Itern Zeit auf Erden! Laß fie, Herrt in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, fauern Lebenstagen: so gib du bor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Elterns hier überstandnem Leide, einft mit Lohn. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunft gegeben; Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ewig will ich dich erheben. 1900 435. 自 les Eines Waisen. 47. 434. Gott, mein Bater! Dank sei dir! du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern frith Zweiter Theil.- Vom Lobe Gottes. Bedeckt mich durch der Engel Wacht entriffen hat; demüthig shr ich als Gott und Helfer Tag und Nacht. 236 deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir eht meine Zuversicht; verlaß mich, befter Vater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herr! leit und führe mich. Laß mich Sei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; daanit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe 5. Beschütz mich auch, o treuer sein. Erlang ich dieses nur, so acht Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst ich weder Noth noch Qual in diesem und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. jammervollen Thal." Mel. bes 134. Psalm6. [ if g 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. 436. mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! fein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schanet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn erhöhn! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 6. O Brunnquell aller Gültigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die leicht für jeden Rath, den deine Hand Mittel meines Glücks; du weißt ja erschaffen hat. uf, Christen! preist schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu effen, o du reicher Gott! 8. Sch werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 4. Wie wird der Geist dadurch entgildt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, ftets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die une so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe follt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr mun ihm dafttr? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 237 Dienste wacht! 11. Auf, Christen, preift mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preift nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. - 3. Euch segne Gott von seinem 437. Erhebet Gottes Heiligkeit Thron, und set dort ewig euer Lohn; ihr, die er vor Gott, Welt er indern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dit ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut fich mein Gemüthe, rühmit sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Sa, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! taffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! lasset, laffet uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. - 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, ale wie die Engel seinen Ruhm! b. Allgemeine Loblieder. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 4. Bittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, ans zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes ftarke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu steht beim nahen Tod uns bei. 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Bertraun, als bu? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlte an Segen nie; du ernährst und segneft fie. 7. Was die Frommen sich erwer ben, das verdirbt nicht bein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, 3. Herr, du haft mein Leid vernom- höret, wie der Herr euch segnen kann! men, du sahst meine ganze Noth! nehmet, Kinder, was er lehret, mit mein Geschrei ist vor dich kommen: da bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt halfft du mir, o mein Gott! und du ihr selig leben, eure Herzen Gott eilteft auf mein Beten, mich aus mei- ergeben; euer Herz und Mund muß ner Noth zu retten; ftreckteft, ach, rein, ganz das Leben heilig sein! wie dant ich dir, deine Baterhand zu mir! 9. Fliehet eurer Zunge Sfinden, laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sind euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht and jaget nach bem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechteftets mit Wohlgefallen an! er ifts, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen fann; in sein Buch find alle Klagen seiner Frommen eingetro gen; ihre Thränen und ihr Schmerz 6. Schmecket, Freunde Gottes, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! feine Gnad und Huld bedecket jeden, ber fich seiner freut. Gott tann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm verrühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. 11. Aber Gottes Zorn verzehret| weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. Rache nicht schnell wider euch erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. ton 12. Web dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquidet ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Troft empfinden. Er heilt mein 13. Züchtigt Gott gleich unsre See- Weh und tilget meine Schuld. Der fen: er meints immer mit uns gut, Verderben, und frönet mich, als einen Herr, mein Gott, erlöst mich vom fäßt, wenn uns die Leiden quälen, Himmelserben, mit heilgem Schmuck doch nicht sinken unsern Muth. Gott und ewig reicher Huld. beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glüd, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er fann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. - Allgemeine Loblieber. Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da 109. Völter, jauchzt mit 439. Threr, at den Gott der Götter überall! erscheint in feinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlich uns unser Sein, Wir find sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Hulb und Gültigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. Der 103. Pfalm. Mel von Rr. 265. Lobfinge Gott mit wahrem Andachtstriebe, o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich fann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sei! 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Friedens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr fiegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mofe Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns gar verlaffe, und droht er uns mit ſeinem schweren Hasse: so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Seligteit. findlich trauen, viel höher noch der 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Situde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und Weft sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu und Thränen flehn. 7. So zärtlich schont tein Bater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 heilt und findert ihre Bein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle auf schauet. Er denkt daran, daß wir 4. Er baut den Wundern, die fein aus Staub gebauet, und wieder Staub Arm verrichtet, ein Denkmal, welches in turzem werden sein. teine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tagel wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur fieht. 9. Nur Gottes Treu kann nimmermehr bergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enteln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein Gesetze halten, und was er will, von ganzem Herzen thun. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wint regiert die Völfer aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns . Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 6. Die Thaten seiner Hand find Recht und Treue. Gott spricht fein guädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget! er hats auf Stein und uns ins Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. Der 113. Pfalm. 441. Selobt fei Gott! ihm 442. Jhr nechte Gottes, fob Rel Allein Gott in der Höh.- 15. lobt Herrn, lobt seinen will ich fröhlich fingen, ihmn Dank und Ruhm mit den heilgen Namen! gelobet sei er nah Gerechten bringen, und der Versamm- und fern, und jetzt und ewig! Amen! lung aller frommen Seelen sein Lob Vom Aufgang bis zum Niedergang erzählen. sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Groß, majestätisch sind des Höchften Werte, und würdig, daß man fie erforsch und merke! aus ihnen strömen Heilige Bergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmud und Ere, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. Der Höchste 10. Bon ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Chr und Schmuck ihn tleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Bebaoth, der auf das Niedre siehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Poblieder. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefteder ilber seine Jungen streckt, so hat( dankte ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der fiber mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank ichs dir! H Der 117. Pfalm. Mel. von Rr. 46. 443. Lobt obt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlodt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 444. LITE obet den Herren, alle obet den Herren, alle Hei- den, preiset ihn alle Völ- ter, denn seine Gnade und Wahrheit waltet ilber uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geifte, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 3. Für mich Armen, mich Berlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergrimmden? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Tren! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröfter, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird ftille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, ftrömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir beditre fen in der Welt, was die Hütten ftützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere find zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge tehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Ge est treide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, find Mel. von Nr. 108.2 mir Nahrung, sind mir Freude; vom 445. Sollt ich meinem Gott Gedeihn und Uleberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! nicht fingen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreun? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er so oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, bätte mich 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgibt; dann, dann bet ich und verhehle nichts dem Zweiter Theil. Allgemeine Loklieder. 241 fein Angesicht nicht erquickt, so wär Gnade, Treu und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genesen! Tag und Nacht; denn was ich nur bin vom Allsehenden bewacht, gieng ich und habe, kommt von dir, ist deine durch die dunkle Nacht! Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafitr. 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz fein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham geste gleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein fündliches Vergehen ranbt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägst an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dant dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, 9. Wohlthat ist das Kreuz der mit wie großer Gütigkeit du durch Christen, ifts gleich, wenn es da ift, so viel Wunderwege mich geführt die Pein, führt er uns in dürre Wüsten, Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu scheints gleich oft Gericht zu sein! finden, noch die Tiefen zu ergrilnden. und, was haben wir gelitten? dul- Tausend, tausendmal sei dir, großer deten die Märtyrer nicht viel mehr, König! Dank dafür. als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erftritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießeft du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie haft du meine Seele fiets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal set dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werten deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großer Kö nig! Dant dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern nützlich ist: so haft du mich auch geliebet, Gett, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs Höchfte 16 10. 3ft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Triibsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heill die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des furzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Bater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollft Gnade geben, die mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ift er, der sein wird, war und ist! 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. omit soll ich dich wohl 446. loben, mächtiger Herr Bebaoth? sende mir dazu von oben deines Geiftes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Taufend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine - 242 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. gleich gekommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft, der Herr ist fromm 10. Trägst du nicht in deinen Ar- und gut. Er hilft aus Reizungen men mich oft treu und väterlich? riß zum Bösen, und gibt mir zu der mich nicht oft dein Erbarmen aus Tugend Muth. Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemitthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung turzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Bergiß nicht deines Gottes, Seele! vergiß nicht, was er dir ge than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. - 11. Bater! bu haft mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Seful deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geift der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlig sehen, so werd ich, dein Eigen thum, ewig preisen deinen Ruhm. Mel. bon Nr. 46. 447. Du bists, bem Ruhm und Dank gebühret, und Ruhm und Dank, Herr! bring ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte nahte, ſo hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sant in Schmerz und Krantheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß be trübte, tlagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 5. Um Troftwar meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. Mel. von Nr. 34. 448. uf, meine Seele, fingel an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröftet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schaun: so thut Zweiter Theil.. Allgemeine Loblieder. 243 Gott an uns Armen, wenn wir in nen! da half mein Helfer mir vom Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr bal wir Sterbliche vergehen! fiets ist der Tod uns nah. Tod, und ließ mir Troft erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach dantet, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemale nicht von seinem Volk geschieden; ex, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, fo hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget fein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre sei bir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir fingens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preift. Anbe tung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns nur; boch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Or ten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Lob, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein Anhöchsten Gut, dem Va- gesicht mit Freud und Zittern drin ter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Wunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Troft hat alles mohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm fillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die Mel. Nun danfet alle Gott. - auf Erden, Luft und Meer in deinem 450. Nun Jun danfet alle Gott mit Herzen, Mund Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie herborgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weiſsen Nath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laß une, sein Volt, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Land Noth: ach Gott, vernimm mein Wei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Mülden Ruh; eis von allem Böser, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, ben fann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. fchüt uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein berehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! AUTON 4. Dir, Gott, dir, und nicht une fei Ehr und Preis gegeben, was in une ift soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. 451. Durch dich, großer das Lafter blitht. Ich haffe ſeinen Gott! bin mich dein ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Glite nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörft der Menschen Flehn, und du erretteft gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel Lonnerst du, und Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn mich beschüßt der Almacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Vcond, den du bereitet, fo sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schentft? 8. Herr, dein Gebot ist Heil, den Weg ist Fried und Leben. Wie förme ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glüd, in dem 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trant, und füllst das Herz mit Freuden; du fahst mich, eh der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogft mein Glüld mir ab, und Leiden, die mich üben, und meis ner Tage Zahl war auf dein Buch gefchrieben. Du bist der Frommen 9. Auch wenn kein Mensch mich) sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einft ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelitft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich vie Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 100 1 171. Mel. Wachet auf! ruft uns oie. 452. Jauchze, auserwählt Ge schlechte! freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchften hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so fommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Halleluja! sein Wort ift süß; was er verhieß, ift Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Gülte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Hal lelujal er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts. 1 Zweiter Theil Allgemeine Toblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, Ben! er wendet Völkern die Gedanken; ihr Schild und Licht. Wenn wir mit er macht zunicht der Heiden Rath. den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Ewig fann sein Rath nicht wanken, Lust, mit dem Feind in unsrer Bruß, er ändert sich nicht in Gedanken, er wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt ist gleich groß an Rath und That. er uns zum Kampf und Lauf, und Wohl dem Volk, deffen Gott heißt hilft unsrer Schwachheit auf. Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja felig ist, wen Gott erkieft, und sich zum Erbtheil auserliest. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd und Himmel wird mir flein, gegen dich verächtlich sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die mur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! - 4. O Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hütgeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchften treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Chrifti großes Opfer ist. Ich ſpiel ein Danklied dir da auf der mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! Mel. Allein Gott in der höh.- 15. 454. Stimmt unſerm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. bon Nr. 108. 453. Ginge find, und wirken ott, durch welchen alle und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärt mich, daß ich dich die großen Wunderwerte, die Maje befinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweift in ben du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding er Tiefen feiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immerbar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schützt, der täglich schenket, was uns nützt. Drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem - Allgemeine Loblieber. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es fiehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, and seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets burch sein Wort regiert, und auf den Weg seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in fich hält. Drum danket ſeinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preift ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Mel. von Nr. 101. 455. obt Gott, den Gott der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werte, aus aller eurer Kraft. 3hr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch streichet, verbreite seinen Ruhm. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wollen oben auf sein Geschöpfe fieht. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft deffen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel gibt. der, als der treuste Freund, selbst 6. Lobt Gott, der euch regieret, dann euch weislich führet, wenn ihr erlegt; laßt uns in solchen Proben das Kreuz beweint, das er euch aufihn dennoch findlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kin der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wem ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für fie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör uns gnädiglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! 2. Erhabne Himmelsgeister, erwettet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dant, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrosische Lobgesang oder Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, das Te Deum. ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben tann. 456. an err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Zweiter Theil. - Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Licht, verlaß uns auch im Tobe nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, Zebaoth! ich sing aus danferfüllter die Himmel alle singen ihm: höchst- Bruft von deiner Güte, Gott! heilig ist er, unser Gott, groß ist 2. Was ist der Mensch, der Staub, dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr alle Himmel weit geht deine Macht aller Welt, was haben wir, wenn und Herrlichkeit. du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und An tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar belehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preift dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Chrift, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderfraft in Sindern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes fitest du, mit deinem Vater herschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe läsjest du uns nicht, du kömmst, du tömmst und hältst Gericht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59 457. Herr ch singe meiner Seeke 7. Hilf deinem Volke, Jefu Chrift, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch fie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! fei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenstauf, e Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Tren! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geift, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die fillfte Pähre, die er weint, bemerkt dein Baterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn berzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ift, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. - 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, Mel. von Nr. 201. 458. Großer Gott, Herr aller wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, Götter! heilig Bater und Erretter! alles rufet weit Wandel heilig ist. Andre möcht ich und breit, rühmt den Herrn der Herr- gern erwecken, deine Freundlichkeit zu lichkeit! Engel preisen deine Werke. schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Wenn ich sie erstaunend merke, so Gott, dein Ruhm sei allgemein. schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blidt mein Geift mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich Mel. Alles ift an Gottes Segen. 459. H Besondere Loblieber. und Güte, Wahrheit und Parmher zigteit zu des Sünders Heil bereit. 3. Bon Begierde, dich zu kennen, tann mein Herz mai gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so fann ich gelehrtes Wiffen ohne großen Schaden miffen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. c. Besondere Poblieder. err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieber stimm ich an? was soll ich gum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig singen, was du, Herr, au mir gethan? 2. Du haft meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlitz sah. 3. Heilig, Herr! find deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierft? 4. Nun will ich dir feft vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn ftill sein, hoffen, schweigen, stets vor des Kreuzes Laft mich drückt; ich will bir, o Herr, mich beugen, bis bein Antlitz mich erquidt. Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 249 5. Willst du deine Hülf aufschieben? 6. Mein Mund, mein Geift und willst du meine Demuth üben? Herr mein Gemüthe find deines Ruhms, ich bin ein sündger Knecht. Willst du mein Helfer, voll. Die Wunder aber strafen, willst du schlagen, schickst du deiner Güte mit Dank zu preisen, Triibsal, Noth und Plagen? Herr, du wie ich soll, reicht mein Vermögen bleibest stets gerecht. nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 6. Doch weiß ich, daß deine Trene ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, sind ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Doch läß'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 460. Mei ein Herz, ermuntre dich nun wieder, und finge mit erquictem Muth iegt neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu sing Herrn, der große Dinge thut; denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dantbare feit, und dir zum Lobe Lieder fingen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht. ich dir, in diesem nimm es an von mir! Danklieder bei der Erndte. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz beMel. Nun dantet alle Gott.- 9. gehrt; hingegen ist mein zaghaft Hof- 461. Frohlocket, Jung und Alt, werth; und doch erträgst du mit Geduld des wantenben Vertrauens Schuld. Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. lich erhört. Was euer Wünschen war, ist väter3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Troft, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief ver2. Auf! danfet unserm Gott, daß borgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth be- Fried und Ruh hier wohnet. Mit bacht, und dich zu helfen aufgemacht. Krieg und Hungersnoth hat uns der 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch Herr verschonet. Kein Feuer, feine böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was wird's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Mülh, usonst wär Säen, Pflügen. Wir wür den sonsten nie ein Körnlein wieder 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth fich häuft, bist du schon meine Stärt und Befte. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmeft schleunig ihren Lauf. Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 250 triegen. Wir möchten früh aufftehn Mel. 3euch mich, zeuch mich.- 81. und bis zur Mitternacht nicht wieder 462. Gott im Himmel und auf Erden! Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank and Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, itberall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du hast Armen manches, manches Glütd gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ift, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht fatt mit Wohlgefallen. 6. Gib mun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. - 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vater segen macht, daß unser Wert bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und finget, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute frönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volt und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Waffersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand erfrene jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 7. Schent uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undant nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schent uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigteiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geift! den man vor seinem Thron, und hier auf 463. BEE Erben preift. Danklied auf den Frieden. efingt Gott Ze Zweiter Theil. — Gebet- und Loblieber 2c. baoth; befinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, 4. Befingt Gott Zebaoth, befinget unsern Gott! das Rachschwert legt und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es berheeret und bis aufs Mart verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 7. Dein Geift mach uns bereit, daß wir zu feiner Zeit in deinem 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, Dienft erkalten, dein Wort beständig welche die Gefahr des Krieges hart halten, und nicht mit neuen Sünder geplaget, zerstreuet und verjaget; um des Krieges Wuth entzünden. Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 251 er nieder, führt uns den Frieden wie der, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den fein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und ver find gewesen, wir und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns tommen.- 6. Troft bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 464. D¹, u, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jest mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld von den verfloffnen Tagen, und daß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Straft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich), Herr, fiets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geift belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt lieben. 3. Herr! ewig währet deine Tren, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblic, da nicht von ihr stets neues Glüd mir zugefloffen wäre. spurt 5. Nun, Gott! wir loben dich und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einft im Frieden sterben. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen. Biel beffre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Baterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszutaufen. Lak mich 252 Zweiter Theil. die Bahn der Ewigkeit mit heilger Borficht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei bir tein Wechsel weiter störet. Gebet- und Loblieder 10. Ihr eiteln Tage flicht denn immerfort; ich halt euch nicht, verdeppelt euer Eilen; mich lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort; Mel. von Nr. 324. 11. Dort, wo der Hafen der Glüld465. So o ist von meiner fur- feligkeit; dort, wo das Kleinod meizen Pilgrimschaft ein ner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs fich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erfauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst neue Schuld von mir erfahren, mich nicht sinken, stärk mich wiederum. - ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieber hingefloffen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gefränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib esa, mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 5. Wie eilt die Zeit! sie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 6. Nur wenn ich mein betrüiglich Herz betracht, so wär es doch ohn deine Gnad vergebens; ach! würde nur das Restchen meines Lebens zu deinem Preise beffer zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock mur beftehn; die Säfte, die in Jefu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Neben sehn. 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was librig ist, wie Golb abwägen! möcht fein Obem mehr in mir fich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glütd, o Welt, macht nicht die Seele fatt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Seben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betritbte Spuren hat? 14. Se länger ich auf deinen Wegen geh, ie flarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein kleines nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ott ruft der Sonn und 466. Gott schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen sei bir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Fried und Ruh für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Berleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 uns, und du vermehrst der Menschen 468. Aber Glitd, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. ner Furcht zu leben. Du schügeft| Mel. Freu dich sehr, o meine C. 29. bermal ein Jahr( ein Tag) verfloffen! näe her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was foll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heimir, ich muß vergehen! denn wer liger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; id, bin ein verzehrend Feuer, und mein Born brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich verföhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr thenres Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willft behütten? 5. Auf, mein Herz! stell dich mir wieder dem versöhnten Vater dar.. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirft du bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleihn. Deine Trene bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, die auch ewig treu zu bleiben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glüd der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur ftärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volte väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glüd jeder That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns jeinl dies, Bater! wollst du uns verleihn in Chrifio, deinem Sohne. Mel. D Welt, ich muß dich lassen.— 48. err! der du mir das 467. Herr Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich befinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemülthe freu ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heill bin ich der Schuld ent- el.& Gott, du frommer Gott- 8. O laden, und nur bei dir in Green, 469. Ein Jahr der Sterblich. 5. D leite mich im Segen dem großen Ziel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist bein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist! benstage, ist abermal dahin mit seiner Luft und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. Zweiter Theil. Morgenlieder. 254 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dant denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. - 3. Wir schließen uns aufs neu in bein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärt im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 33) 470. M ein erft Gefühl fei Preis und Dant; erhebe Gott, o Seelel der Herr hört deinen LobMorgenlieder. gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Fries den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem ift vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, ftets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen feinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mirs eht neu gegeben. 6. Gelobet feift du, Gott der Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich diefes Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und Lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuberficht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Kned) t nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergebn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn bu gebeutst, beschließel mom Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 471. Noch leben! mit fröhlichem schen Schein. Mel. Uch Herr, mich armen Sünder.- 67.| Lippen sein; er hat als das reinste och läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne falGemüth eil ich, ihn zu erheben; er 3. Deine Pflicht fannst du erlernen hört mein frühes Lied. Zu ihm ent- von den Sternen, deren Glanz der zückt mich wieder der Morgensonne Sonne weicht; so muß sich vor Gott Pracht, ich falle vor ihm nieder, der mit Schweigen alles beugen, was uns fie und mich gemacht. groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergegen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. - 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Bertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich beines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Chrift, laß mich den Troft empfinden, daß du mir gnäbig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen TugendDu Ewigweiser, leite mich felbft nach deinem Rath. pfad. 5. Nur eins laß mich erflehen, das Ghriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstür men zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag fören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Dent, daß er auf deinen Wegen ftets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Siln den kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir find an den Lauf der Stimden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh Himmel schauend, dent: Herr, mich fiehest dul Bereit, den Lauf zu schliegen 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern Ben auf deinen Wink, o Gott, und fanftes Schlafen sei, und daß ich lanter im Gewissen: so finde mich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. der Tod. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchften Huld erquidt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. Mel. von Nr. 79. 472. eele! bu mußt munter werden, denn der Erden blidt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb bermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was 2. Doch, daß man auf würdge Weise dir nittet, und beschüßet den, der fich Gott recht preise, wollen nicht mir ihm anvertraut. 256 Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. Memein innigstes Beein erster unich), 474. Ihm, der das Licht ents und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dant! des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. Zweiter Theil. 473. ftreben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß fich deine Vorsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. ORGAN 4. Und fie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgft für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein bankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 950 150 5. Nimms gnädig an! gedent nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nemmen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Bertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starter Fele, mein Helfer immerdar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft un neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Laft. 9. Dein Auge fieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du bernimmsts, Erhörer des Gebets! 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu wird, wohin es blickt, von Wundern aus deiner milden Hand. Mein Auge deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten tann, dich, Bater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht vers wirfst du, Hocherhabner, nicht. erwecke mich durch deinen Geift zu 5. D du, den meine Seele preift, meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. Mel. Wie schon leuchtet der.- 35. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmst bu, Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Dich seh ich wieder da, Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar.com that sodel sed und 6. Ein gut Gewiffen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Machti bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Ers barmer, sorgft für mich. freue mich der edlen Pflicht, dem brannt von Danktbegier, o mildester Höchsten lobzusingen. Ich will, ente Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! detne Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben seheft du iegt einen neuen Tag hinzu; sei doch dafüte Zweiter Theil. gepriefen! durch dich bin ich! und ich merte neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliche, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemtihe. Prüfe, fiehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. S 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig seil Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärt mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt foll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, bir dort ewig Lob zu singen. - Morgenlieder. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werten, die mir mein Beruf gebent; laß mir deinen Geist mich stärken, mindre de Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Šatan feinen Raum, wenn er mir sein Nege stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache unr, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trütbsal schenen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben tann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. 476. Her! Mel. Werde munter, mein. 116. err! es ist von mei nem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir zur sanften Ruh gemacht, und nun tommt mir schon dein Segen mit der Morgenröth entgegen. 477. hab ich erreicht, die Sonne schan ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjest gelingen. 2. Dwie theur ist deine Gülte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte feine Plage fich ge naht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dant zu geben. 2. Was nur mein Auge steht, ist um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich dir mich selber schente, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon bein. Seel und Leib gehöret bir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von bir, Herr, empfangen habe. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entlommen, von dir in Schutz genommen. 4. Du lenfft von Jugend auf fo 4. 3ft mein Auge munmehr lichte, gütig meinen Lauf; läffft mich fo so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 Mel. von Nr. 463. shr trüben Sorgen 258 Zweiter Theit. gönnft mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. 3ch selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquict und nähret, das hast du mir gewähret; du haft mir Leib und Leben und diese Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemüthet, deinen Willen auf richtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Mel. Gott des Himmels und der.- 32 Was du haft angefangen, bas laß 479. Gott des Himmels und der zum Ziel Erden, 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt und Gott dem Herren. 478. W ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. Morgenlieber. Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da fannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, zum 6. Dein Werk wollft du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollft mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. und heilger Geift! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß dn mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Süinden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jefum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Fithre mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; fet und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schuz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollft deinen Engel senden, tvenn Gewalt und ist mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Nuh. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 480. G 34) Abendlieder. o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bift, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor Follte mir denn graun? mich schützet beine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade mur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie. Doch mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Bater, Sohn und heilger Geift! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würdger an. 1 8. Bielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Sch lebe bir, ich sterbe dir, ja bein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bift bei mir, und hilfft aus aller Noth. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 481. Fit Folir alle Gülte ſei gepreißt, Sohn heilger Geist! thr bin ich zu geringe. Vernimm den Dant, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist bein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist allee deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb umb Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sin den. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel. von Nr. 49. 482. dein Erbarmen, on Gott der Langmuth und Geduld! du trägft uns stets auf Baterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gege ben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich aa Gütte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer See len, die heut verletzte Christenpflicht; wir merfen nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenfinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gebente dran! wer wird uns erretten, wenn wir did nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht une Maden den stärfend süßen Schlummer 17* 260 Zweiter Theil. zu. Wir legen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schutz, o Herr, bift du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Müh ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir find, auch wenn wir terben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wolleft allzeit bei uns fein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einft vor dir zu ftehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirft erscheinen, dir entgegen gehn. uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, un Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, Mel von Nr. 16. 483. Dagsefu, bleibe, entfeelt, umhüllt von Finsternissen, er ist hin, wenn wir und wir von uns nichts wissen. daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gefungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bift gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, Herzenständiger! ich strauchle noch, Abendlieder. 2. Des Lebens Müh und Elend zn versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer fann fie zählen? 3. Noch immer läßt er uns Erbarwie ein Unmündiger. 4. Bergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewiffen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingeriffen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! R Mel von Rr. 55. 484. Fontflohen find auch die fes Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glüid empfunden; mit frehem Dant laßt uns den Herrn erheben, dach den wir leben. Mel. Werde munter, meln.- 116. 485. erde munter, mein We Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er heut gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor fo mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet aller Schaden. 5. Duschlummerft nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dant sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelragen, daß du Lebensfonn, erquide meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann wedst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Gülte. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort und Kräfte fehlen, fang ich nur zu zählen an; deiner Wohlthat ift zu viel, ihr ist weder Maaß noch Ziel. Wär ich nur bei deinem Lie ben bir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Stind und Missethat, die ich heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Titd, Gott, durch deine Kraft zurüd; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue fomm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. D du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jefu Chrift, da es Abend worden ist! tröfte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in beinen Schuß geschlossen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Waſsersnoth, Pest und bösen schnellen Tod! keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich ftets berehre, bleibe du mein Schutz und Rath. O du werther heilger Geift, stärt mich, der du Beistand heifft. Herr! erhöre dies mein FleHen. Amen! Ja! es soll geschehen. Mel. Werbe munter, mein.- 116. 486. Auf, o Seele, werde munter! Lob ift immer deine Pflicht; denn die Sonne geht awar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Troft gewähret, Dor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstüzet. Abendlieder. 261 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war iche schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Lelb befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Met nen, zähl sie alle zu den Deinen. 4. Ach, laß uns kein banges Schrelten, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt une fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Bater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geist, las mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. Feldern, in 487. Schon ruhet auf den und in Wäldern ein Theil der müden und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was enerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh ich einst aus; bagegen wird Chriftus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Häube sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. Abendlieder. 5. Num geht, ihr matten Glieder,| und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, geht hin und legt euch nieder, da ihr als ein Geschöpf von Gott, der Tugend die Ruh begehrt. Einft wird nach allen mich zu weihn, und züchtig und gerecht, Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, und Gottes Freund zu sein? im Grab die stille Ruh gewährt. 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerithret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 488. Waumen! Gott, stärke Umgangs füße Stunden? fühlt ich Mel.. Ach Herr, mich armen S. 67. ie lang ich noch 6. Und wie mein des meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorg falt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? Prüfung am Abend. 9. Gott! der du alles weißt, was fönnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Chrifti Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 489. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. er Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Febens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachge Frebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 10. Ja, du verzeiheft dem, den seine Sinden fränken; du liebst Barmherzigfeit, und wirft auch mir fie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter 2. Wars in der Furcht des Herrn, über mir! leb ich, so leb ich dir, baß ich ihn angefangen? Mit Dant sterb ich, so sterb ich dir! 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschloffen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß Teine Noth mich wecke, tein Unfall, Teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager ficher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre tein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schüße seiner Engel Schaar! - 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, Taß meine Sünden auch mit verschwunben sein; streich fie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich som Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. MES 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Rr. 42. 490. Mi ie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes fich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärfft mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wan deln fann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Troft auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erft zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißes, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. der Erlöften Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geift soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde frenen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele jum Trost dich wähle. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, fich freuet. D, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 263 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall bon deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 7. Dein Tag sei mir ein Dentinal deiner Güte; er bring mir Heil und lente mein Gemüthe auf jenen Trok, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dem Grab verlaffen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff' er mir stets heilig werden! Lob fei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 436. Gott! du bist mein 492. D Preis und Ruhm. ist der Tag, 491. Dies in het geweihet, wahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, and gern ihn deinem Dienste weihn. mein Gemüth be 3. Erinnre selber meinen Gelft, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drüd alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Behr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; sei unser Trost in aller Noth; stärt uns im Leben und im Tod. - 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Vom Himmel hoch, da. - 109. Herr des Himmels ies, Christen, ist der 494. Der er de mill 493. schäft und Müh sei von uns fern! tommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. Tag des Herrn, Ge- daß die Welt gerichtet werde; mit strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungs3. Rühmt seine Weisheit, Kraft tagen, wie wir gehandelt, ernstlich und Rath, da er aus nichts erschaffen fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, hat den Himmel und die ganze Welt, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die und alles, was sie in sich hält. Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des sind alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Freviers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, bon meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgesang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Men schenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der fühn den Bund der 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preift und lobt ihn allesammt. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Chrift von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübfal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sinden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. 265 Gnabe bricht, mit Majestät und Eifer erzeige, so meinst du, ich sei gleich | spricht: wie wagst bu's, andern einzu- wie du, und sähe dir mit Beifall an. schärfen, was deine Lüfte doch verwerfen? Allein, ich will mich an dir rächen, was rühmst du mich und meinen Bund? im Wetter will ich mit dir sprechen. was predigt ihn dein falscher Mund? Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 10. Hört, immer freche Sünber, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst fomm ich, euch hinwegzureißen, euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. Dnehmet meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; füß, tiefgebeugter Sünder, ist ber Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermülde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau - 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläumbung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich fchweige; und weil ich Langmuth dir mein freundlich Angesicht. 36) Von der Selbstliebe. Rel. D Gott, du frommer Gott- 8. 5. Nie blende mein Gemülth der 495. ein Will ists, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit Gott, ich foll mich ihrer Lust vergeht doch einst auf felber lieben. O laß mich diese Pflicht immer. Was hilft uns kurze Luft? nach deiner Vorschrift üben, und Was hilft uns eitle Pracht? Nicht schränke selbst den Trieb, froh und ein vergänglich Gut ist's, was uns beglückt zu sein, den du mir einge- glücklich macht. pflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich bein Auge findlich schene. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 3. Kein schnöder Eigennuß behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glad ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 7. O felig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glüd, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Nuh und einst vollkommne Seligkeit. 4 Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt bei nen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 8. Das sei mein Zwed, mein Fleiß. D segne mein Bemüthen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es wohlgefällt. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Ber nur den lieben Gott. 7. Mel. von Nr. 265. 496. Wer bin ich? woh, 497. ich der Eugend biene, michtge Frage! Gott, Here! welche err! lehre mich, wenn lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß nicht mein Herz des Stolzes sich daß ich mir die Wahrheit sage, und erfühne, nicht auf sie sicher und verlaß mich achtsam auf mich sehn. Wer messen sei. Herr, lehre mich, wie oft sich nicht selbst recht kennen lernt, ich fehle, merken. Was ist der Mensch bleibt von der Weisheit weit entfernt. bei seinen besten Werken? Wann find sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Wert von deinen Händen, du schufst mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? - 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, Jugend; gedenke nicht der unvollund ob ich auch im Glauben fteh. fommnen Tugend der reifern Jahre 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, meiner Lebenszeit. Wenn ich noch die uns selbst unergründlich sind. Drum oft aus Stolz nach Tugend ftrebe, laß mich oft und ernstlich prüfen, wie aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Be- ergebe: was ist vor dir, Herr, meine freie mich vom falschen Wahn, der Frömmigkeit? auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen Berstand; drum mache mich mit mir belannt. ist 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigenmußze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlaffe; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft find unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern von rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. D laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. sei mein Ruhm? Herr! mache mich schon hier recht flug, 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam 7. Wer gab mir Muth, Herr, und frei vom schnöden Selbstbetrug. dein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil. Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist die Quell, die mich mit Weisheit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefft mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes träftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabft mir zur Beßrung deinen Se gensblick. - Von der Sorge für die Seele. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schentest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Straft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnüißer Kuecht. 267 und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich ans deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. FONICER 3. Das Glüld, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 6. Das nittlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gültig zuge wandt, dein treuer Knecht zu werden: das sei mein Fleiß auf Erden; dazu du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. as ich nur Gutes habe, 498. ist deine milde Gabe, 4. Mit großer Treue willst du ste selbst durch des Lebens furze Muth zu 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn: mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bes wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals deffen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238.| diesem Ziele führen. O laß mich nicht 499. Herr! err! meiner Seele grodurch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. ßen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich 5. Mit dir, o Gott, vereint zu. mit Ernst bedenken, und auf die sein, mich ewig deiner Huld zu freun, Sorge für ihr Wohl so unermüldet und dich zum Trost zu wählen, bas als ich soll, den größten Eifer lenken. sei mein Fleiß und höchster Zweck! 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! laß mich dazu den rechten Weg aus welch Glück hast du ihr zugedacht! Leichtsinn nie verfehlen. wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu sein, und haft, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 6. Wer böse ift, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet; das seine Schuld vor dir berent, und das zu deiner Gültigkeit durch Chris stum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese turze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; Glauben und Gottseligkeit, zu größe- und was ich hier im Fleisch noch leb, rer Vollkommenheit im Himmel reif laß mich im Glanben leben an dich, zu werden. Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. 268 3weiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiben dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht selal schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht in deinem Reich erheben. wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Önaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht fich anvertraun; denn, die folgfam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; fich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Behrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Chriftum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. Rel. Aus tiefer Noth schret ich. Jach meiner Seelen Se 500. ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die furze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in bein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wem man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. - 119. - 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; brum laß auch hier auf Erden des Geiftes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts anter so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber melden: was hülfe mirs? fann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnab ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was tann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßeft, und mich zur Tren in dieser Pflicht, mit Kräften unterstützest? Ostärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort bas ewge Leben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Steu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach beffern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glüc entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Von der Sorge für die Seele. 269 8. Einst läß'st du im Gewiffen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. D, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, ftets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' find; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vater land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt dir, Gott, verleihe fie auch mir! bon laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. bares Gut ist, Herr, Weg des Friedens leiten. Mel. Es ist gewißlich an der Belt.- 30. welch ein Vom Gewissen. ein rein Gewiffen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert Mel D Welt, ich muß dich lassen.- 48. nicht, ihn schredt fein Tod und fein 502. in ruhiges Gewiffen laß, Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Bruft, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Bungen, wirt seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet fich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht felbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme fiegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, bes Lebens allerbesten Theil, zu haben fei befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu ents weihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf fetne Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu und Glaubes suchen. Ben. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Troft erquidet, so oft mich Tribsal drüldet: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß wird meine Thorheit sein! 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns bestegen, welch feliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden felbft in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns bazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Bu bir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Bertrauen fich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, sich deiner Huld zu trösten: welch Blid, mein Gott, kann größer sein? 270 3weiter Theil. 7. Mit deiner Gnade tröste mich and stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Borsatz feble. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Troft dich, Allerhöchster! 10 Von der Sorge für die Seele. Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwad), und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, burch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blid, ein Bort verführt. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das straucheind geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 8. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz filtr Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselft nur dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ift es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott,- 7. Der Trieb des Neids, der Schmäh- 505. Damit ich meine Seele fucht Triebe, erwecken bir so manchen rette, so gib, Herr, Feind. Dn wirst behutsam, schränkst daß ich bet und wach! wenn ich dich bich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nicht zum Beistand hätte, wär ich zum nur den Schein. Guten viel zu schwach. Und Tugent ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn fein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft ftirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tagend 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Mißiggang? 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht Str befreit; jetzt sollst du eine Schmach 11. Du bist gerecht: denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet berbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibeft. Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rllhrt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft fchläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach berschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache fahrt an. Die Sicherheit droht mir den Seite; die greift der Feind der WohlFall. Hilf, daß ich wache überall! 506. Rel. Straf mich nicht in deinem. 302. ache dich, mein Geist, bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Süindenschlafe. Chriftus ist nun felbft dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten bich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans List bich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, fibergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt burch Gewalt bezwinge; oder, wenn fie fich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; tran nicht deinem Herzen. Leicht tann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. D, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 8. Auf denn! du mußt immerbar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünftger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. 507. Hieringszeit. Hier find Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. noch unsre wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flich den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bet Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Lafter fünftlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist luftig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es berführt zu sein begehrt. 272 3weiter Theil. 6. Dn Jeful mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laß von dir. FACE Von der Sorge für den Velb. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllen pein. Drum fteh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde fet. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich feft bis in den Tod. ie mannigfaltig sind 9. Wenn schon die Trilbfal auf mich dringt und überall mich Angst umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam sein. 39) Von der Sorge für den Leib. Mel. von Rr. 72. uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geift als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit fegensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchfter, fo befiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. deiner zu freun, mich mäßig im Genuffe sein. 4. Mit Speis und Trant sein Herz beschweren, steht niemals wahren Chriften an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quiden tann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tob erzeugt. 10. Mit dir, o Herr, kann ich beftehn, follt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht lommt ja, wer an dich glaubet, nicht. geschäfte, untüchtig zur Gottfeligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Bank, 508. und hindert ſchuldgen 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem tein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dies Lafter scheun, und mäßig stets und nüchtern fein. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebent; uacht träge zum Berufs11. Du bist es auch, dem ich vers trau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre front. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. 7. So oft ich Speis und Trant genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir verfüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquicung gibst. Mel von Nr. 234. 509. er Wollust Reiz zu Der widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet nnfre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der fie übt, und sich in ihre Feffeln gibt. Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 8. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; fie führt Reu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wolluft Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind fie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knecht schaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Luft nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und feusch zu sein mich stets bemühn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. 273 4. Gefunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? 3ft nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein flört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geift den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogft dir selbst bein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Gfieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und fegne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht ber treibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbeftehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzwed meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei ftets auf meinen Geift gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. Mel. von Nr. 234. 510. Des Leibes warten in 511. W Leben, das du mir, Mel. O Welt ich muß dich laffen.- 48. as ist mein zeitlich und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muth- Gott, gegeben? Ein unschätzbares willig seinen Bau versehren, verbietet Gut. Du gabft mirs, hier auf Er mir bein Unterricht. Oftehe mir mit den zum Himmel reif zu werden, Weisheit bei, daß diese Pflicht mir worauf mein wahres Glütd beruht. heilig sei. 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering ein Kunftstück schätzen, was du, o Schöpfer, felbft erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer ſein? 2. Hier wird die Saat geftreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glütd dort sein. 3. Sollt ich dies Glüd mir ranben? D Herr! laß mir, im Glauben der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst bein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verflirzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wiber meine Pflicht; ist Undant deiner Gülte. Ein 18 8. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Berstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? follte fie denn mir es sein? 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verfäßt ja seinen Poften nicht. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage| wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf mur dem guten Willen auf. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. o 512. Laß mich doch nicht, 513. Wohl dem, der bere Gott! den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr haftig fod beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich schiden. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. D Gott, so wehre doch den un gerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Gilter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf send sie verzehrt, bald geizig fie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen werben. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die Herrlichsten Bergnügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geiftes Kraft zu ewgen Giltern htn. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus bir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir ber Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil. and in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? Von der Arbeitsamkeit zc. AUFGDER 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habft sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du haft ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Hab sucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Best der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! - Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 514. Herr! laß mich doch gewissenhaft mein zeit lich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabft es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergeffe. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, forglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glüc gewährt, wie strafbar toürd ich handeln!" d. C8 ift geroißlich an der Bett.- 30. ott ift's, der das Ber515. Gott mögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und fäßt fie uns gelingen. Was man 5. Mein größtes Trachten sei allhter nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die fann haben! Hab ich mir, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er feinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Gütter nie verschwenden, die du mir gabft, in dieser Zeit fie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müth erleichtre. 8. Es fommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Gliter dieser Zeit zu nützen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. mur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Hauptzwed macht, vor ihm gerecht zu werden, ihm und erst nach seinem Reiche trachtt 18* 276 Zweiter Theil. bem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nilget. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, frönt er fie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit bedeckt er sie, und segftet bei des Lebens Müth ihr Herz 517. 3 Müßigsgang, find wir, Mel Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. ur Arbeit, o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebenlang kein Knecht der Trägheit werden. Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, tren und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. - Von der Arbeitsamkeit zc. mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Luft und Freuden in mei nem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu, daß fie auch andern nüße. 6. Sei liberall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. die 516. D" pflicht zur Arbeit auf erleget, und Fleiß in dem Beruf uns Der Biggang ist dir, o Gott, verhaßt, für ans der Lafter Netz, und unserm Nächsten Laft. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 8. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbft für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Buversicht deiner Fügung ruhn. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. D Herr! vor träger Weichlichfeit wollst du mein Herz bewahren, meine Kräfte sparen. Erholen werd so werd ich aus Gemächlichkeit nie ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verDas müffe mein Vergnüigen ſein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Laften. 6. Laß mich vor dir, Herr, unber rückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrict. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienft zu weihn, so müglich, als ich kann, zu sein, das fei mis Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit zc. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zwed 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissensweises Almachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einft mißfällt, was nüßet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. 1839 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 518. Gott! ott! du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufriedne Geister! fie quälen fich, völlig erfüllet. und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. Mel, von Nr. 46. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entehre nicht, mein Herzl mit Gott, bangen Sorgen für den noch ungewiffen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? der dich zum Glück erschuf. Die Mus des Lebens zu ertragen, und froh zn sein, ist dein Beruf. 8. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glütd beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirft du mir, auch ohne Sorg und Kränten, was nützlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werte meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Seift mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquiden, und stets beglücken. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, 2. Der Christ murrt nicht bei ben Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertrant, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nüzet, und was dem Nächsten nügt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glüc, fie seufzen unter schweren Bürden, und oft ftürzt sie ein Augenblid. 8. Dir ward fein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbfi betrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ift beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; 521. Sei, Seele, stark und wenn dir vertraun, lieben, miß ewig meine Wollust sein! - Mel. D Welt ich muß dich laffen. ill mich, o Gott, hie520. Will nieden des Lebens Loft ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden fränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Tribsal heißt. - 48. - 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange if unsrer Seelen bange? so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Die Laften, die uns preffen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer fein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, fo finds nur Liebesschläge, womit du uns belegft; nicht Schwerter finds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Luft der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben amb Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch schei den von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib berwesen, wird doch mein Geift ge hefen; er eilt zu Seligkeiten hin. 9. D! drüide meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tieffte ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr, die Hand des Höchften schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei mur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erwedt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, mur turze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübfal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 8. bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Troftes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend übft, den Unmuth überwinden! und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. in Herz, o Gott! in 522. duldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergeffen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Ulebertreter? Thu ich zu viel, 48. - wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich hab is geben Sie Mel. O Welt ich muß dich lassen.- Stunden des Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unfrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir ste uns, die Missethat zu haffen, züchtigen laffen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierft, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die fer Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend felbft verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so fann ich mich der Hilfe der Erlöften sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden miffen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 279 zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer [ pricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wiffen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geiftes 12. Das Kreuz des Herrn wirft Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz fteht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du erretteft gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und Be reun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, detn Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schredt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirft alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sel zufrieden. 524. ME arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit - rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, Hülfelos, arm und blos einst ans Sicht getreten; nichts nehm ich auch ich dich ewig werd umfangen. von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglid wenden. Mel. Was Gott thut, das ist.-267. 8. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. Was Gott thut, das ift Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, bers gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm ers hin, ich preis es bleibt meine Sachen an, will ich ihm halten Wille. Wie er fängt stille; er ist mein Gott, der in der drum laß ich ihn nur walten. Noth mich wohl weiß zu erhalten, ihn doch durch meine Lieder. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlaffen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten fönnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in G sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod befriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebene Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. niemand fann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig bort ergeßen. Hier ist fein recht Gut zu finden; was die Welt in fich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, bort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und - 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er lässet mich nicht fallen, er filhret die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglüid wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stilget! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ift nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergetzt mit fitßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. nichts verborgen, was Freudent bu bist mein, ich bin bein; auf der ganzen Welt geschicht, was 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526. Verborgner Gott, dem und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als| baß ich gelaffen fie ertrage, und machst wüßteft du mein Elend nicht? ber- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer ftellet gleich dein Antlig sich, dein folgt zufriedner Dant, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgesang. 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zei ten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 2. Mich und mein Loos hast du gefehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Ange fiehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erfennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hafts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Troft nichts ranben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfilllen, bu hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Troft. Er schützt dein Wohl. Einst danfft du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sich fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelft du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. D sich dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Troft zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer deffen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. Mel. von Nr. 234. as ist mein Leben auf 527. Wª der Erde? ein Wechsel ifts von Luft und Leid. Hier stört oft Uluruh und Beschwerde die sanfteste Hier noch Bufer Welt, die kein vollkommnes 528. Waquäle? harr nur auf Mel. D Welt, ich muß dich lassen.- 48. as ists, daß ich in einer Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trößten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach beiner Batertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärfst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nälket; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch fannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. 282 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meifleht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wäre auch die größte Last der Welt. 4. 3ch lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glitc verletzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Tribjal ein. zet, fei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Mitden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 5. Er ward beleidigt ohn Bergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Krenz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 3. Wenn uns die Welt nicht noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hilfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn feine Laft ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquidt? 7. Drum laß mich mit dem Trofte fiegen: Gott gibt nach kurzer Prüfungszeit das allerfeligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Berschmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einst aufersteh. Trost in geistlicher Schwermuth. 530. D n flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verges ben? hat Gott mir Slinder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geiftes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 529. Was Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. as ist das Leben hier auf Erden? Wo if hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt Hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legste in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und be Gnaden, der uns zu Chrifti Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld im Leiden. bet, und fann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 283 12. 3war ist um Troft dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. nachmals wird sie friedsam Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie gelibet ward. Doch geben 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfülllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt fann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geift deckt Finsterniß. 5. Oft fithl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag nicht, o Chrift, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie fönntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Gite für und für. Laß dir an seiner Gnade gnilgen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dirk 14. Anf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlöften; und will mich Gott nicht eher tröften, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. u flagst, und Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und fein Erbarmen fuchen heißt. fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest 8. Vertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe fehnen; er fennt und will dein Glüld. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebft. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends 2. Ja, flage! Gott erlaubt die fommen, und stand ihm mächtig bei. Zähren; doch dent in Klagen auch Du sollst dein Nichts erkennen ler- zuritd. Ist denn das Glück, das nen, sollst das Vertraun auf dich wir begehren, für uns auch stets ein entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glüd? Gnade sei. 531. D 3. Nie schenkt der Stand, nie schen. 10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ten Güter dem Menschen die Zufries ren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemü ren, und schickt dir diese Last. ther ist Tugend und Genügsamkeit. reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du halteft, was du haft. Er 4. Genieße, was dir Gott befchie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Laft. 11. So wie ein Bater ilber Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde fein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weifer Hand; nicht so wie wirs zu winschen pflegen, doch so, wie er's une heilsam fand. 284 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erfühnen,| deines Stands Geschäfte, und nütze daß seine Liebe bich vergißt? er gibt beine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehu, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. du träger Unzufriedenheit; beforge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Ber nur den lieben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532. Es eift der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Tagen, die du hier Herr, zu Ehren an! lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Zeitl und statt zu klagen, ste sei zu turz, gebrauch sie treul nimm mit er fenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so ficher Jahre weg! bift 533. ME du, zu fühner Sterblicher, des nächften Augenblickes Herr?" as sorgft bu ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollft es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als berlörst du's nicht. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts ver- 2. Der Tod soll dich nicht traurig borgen; ich bin vor deinem Angesicht, schrecken, doch, dich zur Weisheit zu und will, mich deiner Huld zu freun, erwecken, soll er dir stets vor Augen mein Leben gern der Tugend weihni sein. Er soll den Wunsch zu leben 6. Erleucht und stärke meine Seele, well ohne dich sie nichts vermag. Du göunst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find. Sprich: sollt 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, Kräften nach Gottes Reiche hier gemeine Zeit, es auszuüben, ift kurz Grebt, in Gott gefälligen Geschäften bie und fie verfliegt geschwind. 3. Einft Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich niltzen, und thun, was bir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: fich, Eins ist Noth! was säumest du? 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzensfündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 4. Drum ell, errette deine Seele, und dente nicht: ein andermal! sei wader, bet und fiberzähle der Menfchentage fleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! und der Zubereitung zum Tode. 285 4. Denk an den Tod, wenn böse 2. Daß du, o Höchster, meinem LeTriebe, wenn Luft der Welt, wenn ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, ihre Liebe dich reizen, und erstice fie. und daß die Zeit, die mir gegeben, Sprich: tann ich nicht noch heute vielleicht gar bald ein Ende nimmt: sterben? Und könnt ich auch die Welt das flöße mir die Weisheit ein, stets ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. auf mein Heil bedacht zu sein. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 3. Hier hab ich lebenslang zu ler nen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent fernen, und um den Himmel zu bea mühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrict. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Bergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich Leben soll. 7. Denk an den Tod; wenn det nem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Dent an den Tod, wenn Leiden tommen; sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ifts, der mir die Krone reicht. 9. Dent an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir steden; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 10. So suche dir in allen Fällen 535. Herr! den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Troft im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Hell. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. S 6. Willst du mich länger leben las fen, so laß es mir zum Hell gefehn. Doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Bater, auf mein Flehn: fei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erge ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe bir.. Sei nur mein Troft, so gnilget mir. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. err! ich hab aus beiner Tren, mir zum Heil, noch Zeit in Händen. doch, daß ich sorgsam sei, fie anch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wint mich ruft. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Ch 534. D mans dahin, und auf Niemale u, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Reim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. ewig uns verschwunden. fehrt ein Augenblick, uns zum Heit, davon zurüld. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergeffen, wie 286 Zweiter Theil. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschäßbar sei die Zeit, die du uns| deine Zeit ist Gottes Sache. Lern Hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. sieht. UNBEY 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden anszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie 6. Taß mich meine Befferung für 537. Wie fiche taub! ſein Le Mel. von Nr. 13. lebt der der mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade fteh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nützlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! Mel. Jefus, meine Zuversicht.— 47. - 536. eine Lebenszeit verMei streicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent, o Seele, an den Tod! fäume nicht, denn Eins ift noth. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, witnschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würben, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Gitter sind nicht dein. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schann einst in diesem meinem Leibe. der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. Er, 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenten... Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieses Herz, von Gott ernent, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich fein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und feiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glad und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn. gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens fleinster Theil ift eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen bors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen. war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod. vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sinden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen tehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. Hirchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Dinh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkt sie nicht, Gott wirket fie. und der Zubereitung zum Tode. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Wert von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, bein höchstes Ziel, nach dem du strebt, und was dir ewig Glück verschafft, ift Tugend in des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingebent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinmre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel Entbinde mich, mein Gott 418. 538. ein Lebensfürst, zeig Mein mir, in deines Geistes 287 naht, je stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen feinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. - 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einft, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöft, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben unb im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irdische so gar vergänglich ist. Ja alles, alles macht 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallzulegt die Zeit zu nichte; und du, fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig Mensch, der du doch so gebrechlich bift, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Tod. oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug fträflicher, verwegner Sicherheit! als andre, die an Jahren und Mun meine Sorge sei, bir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben ft- t, und in der Liebe tren, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. terfeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts ge macht: so würd ich oft mit Schretten mein eigen Herz entdecken. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich fterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein, and so von ihr entwöhnt ich meinen letten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunft der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, beffen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ist Noth bebeden, je mehr der Tod fichife, der bedenkt, wie viel von fel 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Beiten sein Herz fucht zu bereiten. Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 5. Erinnre mich ane große Ziel, 3. Kaum, daß ich das Leben habe, dazu du mich geschaffen, damit ich mich so theilt sich der Tod mir mit. Von nie in das Spiel der Weltlust mag der Wiege bis zum Grabe ist ein furg bergaffen. Und sieht dein Auge, daß gemeßner Schritt. Meine Kraft entmein Schritt noch nicht den rechten wickelt sich, und zugleich verzehrt sie Weg betritt, so wollst du, Herr, in sich. Dich merk, indem ich steige, Beiten, auf folchen Weg mich leiten. wie ich mich zum Sinken neige. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand 4. Menschen! was ist euer Leben, des Todes nicht entfärbe, so mache. wenn ihr gleich so sicher seid! Stunmich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer un ter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggeritat, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus die fer Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel. Fren dich sehr, o meine.- 29. ch, Herr! lehre mich den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des fichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. von Nr. 42. 540. Joh einmal sterben muß. Den wird einf 541. Ich will dich noch im Tos der Tod nicht fränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. erheben, selbst nah ar Grabe preis ich dich; zum Seger gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du fegnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbren- 2. Gott! welche feierliche Stunden, nen, deffen Schein mich noch erfreut. wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir voll schonender Erbarmung fiehst! benn nicht in den Sinn, da ich so Allmächtiger! in dein Gericht geh vergänglich bin, wie geschwind mein du mit mir Erlöften nicht. und der Zubereitung zum Tode. 8. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geift hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müiden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Weft. Ich bin getroft und jage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Code beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schretten bräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärte sich verliert, gibt deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, felbft nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie fegnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel Chriftus, der ift mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 289 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig fest. Die Freu den sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Chrift, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du fennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch fie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis getrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du haft, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wollteft Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgteft meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schabe. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnadel o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! Fich, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir ge schafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du fanng kannst mein Innres sehen und nimmt auch Seufzer an. 12. Du selber hilft mir ringen; allmächtig hilfft du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, balb bin ich bei dir. 13. D wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geift, mein Heia land! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Rr. 87. dein Feind noch ist, mit Wehlthum 543. er du die Liebe selber doch begegneft: o bilbe meinen Sinn Der bift, und gern uns nach dir, und laß mich doch, mein Menschen segneft; ja selbst dem, der Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. 290 wandeln. Die können feine Christen fein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Ärmen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schafft den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten fucheft du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Scufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. - nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig fei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die mur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Ta gen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier ge than, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Näch ften beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu tlagen. Laß mich dem, der sein Herz mir Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. weiht, ein Herz voll frommer Red- 545. Gib mir, o Gott! ein lichkeit und Treue nicht versagen. Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigenmuß und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glüd, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gültig eilen, von dem, was bu mir gibst, ihm hüllfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich berehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 544. Mel. Mache mit mir, Gott, nach.- 26. jemand spricht, ich liebe Gott, und haft 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe doch seine Brüder, der treibt mit dienen. Mich treibe nicht erst Dant Gottes Wahrheit Spott, und han- zu milder Wohlthat an; nein, was delt ganz dawider. Gott ist die Lieb, ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, und will, daß ich den nächsten liebe, gethan. gleich als mich. 4. Ein Trumf, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll find eines Leibes Glieder; drum diene Troft, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir find segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brilder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre flärft, Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gftigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. - nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! bu sprichst: ich will bergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich Gib, daß ich dem verMel. von Nr. 13. Henche seih, der mir zu ſchaben jucht, ben 547. Nure, siehe ohne He liebe, der mich haft, den segne, der mir flucht. lei zeigt, ob man neu geboren sei; sie zeigt vom wahrer Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blid bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glüd erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, fennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend 8. Den, der im Glauben wanft, fehn, und ungerührt vorüber gehn: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleisches- so ist dein Christenthum nicht ächt. werfen, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir ftets vor Augen sein. Mel. von Nr. 55. 546. ilf, Jesu! daß ich meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränte fein Herze fränte. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer farm, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Bilf, daß ich flüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für fie in Todesbanden viel ausgeftanden. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht ftete geliebt? Gott, welchen du so oft be. trübt? Gleichwohl vergißt er Born und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm gibt. So schränket sich der Chrift nicht ein; auch Feinden wird er gültig sein. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bift, gib, daß ich als ein wahrer Chrift nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigfte vereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her ju mir, spricht.- 238. den sucht, und andre fcänkt, wie lann 548. D u liebst, o Gott! Ge- das Brüder lieben? rechtigkeit, und haffest mein ganzes Herz bestrebe sich, dem 4. Nie seufze jemand über mich! den, der fie entweiht, am nächsten nächsten gern zu geben, was er mit Unrecht bet. Du bifts, der jedem feinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, fets meine Seele lenten. Nie fomm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des NächBen Recht zu fränken. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, bas nur auf Unrecht denkt, nur Scha- vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. zorns Raserei nie des Herzens Meiott, der du die Men- fter sei. 549. Gott, schen liebest, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade ülbest an dem fündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Banken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Vater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, fiebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollft den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne du Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht ftrebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und fo lang ich hier soll wohnen, bleibe Bantsucht mir verhaßt! denn das ist, Gott, dein Wille, und die Eintracht liebeft du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Mel. Herzliebster Jefu, was.- 131. Banksucht und der Haß verzehret nach 550. err, mein Verföhner! Herr, und nach des Körpers Kraft, hemmt der du für mich fitden Lauf von unfern Jahren, macht teft, und noch zur Rechten Gottes sum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bitteft: erwed in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wolleft mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. Zweiter Theil.- Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 err! deine Sanftmuth 2. Wann haft bu jemals Haß mit Mel. Herzliebster Jefu, was.- 131. Baß vergolten? du schaltst nicht wieber, als man dich gescholten. segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde. Du 551. Herr! ist nicht zu ermeffen! wie viel hast du vergeben und ver geffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte femals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Nachgier Samen. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigteft unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland I ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, flagen, mein stolzes Herz und schwerlich weiß ich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 7. Wenn meine Brüder sich an mir 6. So hilf mir denn, die wilde vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht Glut ersticken; laß sich dein Bild in übersehen. Laß mich, wenn sie mich meine Seele drücken, so werd ich auch empfindlich fränken, an dich mich versöhnlich finden laffen, bem den 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Eden bir ähnlich werden. gedenken. 8. Erwede denn, o Herr, in mei- Feind nicht haffen. nem Herzen aufs neue das Gedächtniß fener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth mei8. Verleih mir das um deiner nem Feind begegnen, den, der mir Sanftmuth willen, so erb ich auch flucht, voll Großmuth, wie du, seg- im Lande deiner Stillen die Selig. nen. Herr, mache gegen alle, die feit, wozu sie jenes Leben einft wird mich hassen, mein Herz gelassen. erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, Mel. von Nr. 50. so laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Nie will ich dem zu scha den suchen, der mir dich dann sehen. zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haf mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn sege nen; dies ist des Herrn Gebot. Zweiter Theil. Von der Dienstfertigkeit zc. 294 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? - 3. Wahr ists, Verläumdung dulden mtiffen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so beffert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. wirft seine Gütigkeit. Er fieht auf ie selig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als. er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, ale träf ihn selbst der Streich. 4. Ich will mich vor den Fehlerm hilten, die er von mir erfann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen fann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 553. Wi der Dienstbegierde tennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch fein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienftbefliffenheit sucht er dies zu Mel. D Welt, ich muß dich lassen.- 48. erreichen; er hält für eignes wohl 554. Du, aller Menschen Bater! bu gütigster Be sich nicht allein gemacht; er hält sich rather in allem, was uns brüldt! für die Welt von dir hervorgebracht. was wir hier Guts genießen, das 3. Die Welt, denkt er, hat Recht läßt du uns zufließen; du bifts, der auf meinen Dienst und Kräfte, ihr unser Herz erquidt. nügen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Ms Glieder schuf uns Gott, als Birger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohl ergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schüßt. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Men Sherlebe. Kein Stolz noch Eigennut 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Chriftum werden! boll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich fann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, ung segnend zu erfreun. Zu ewgen Se. ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Armer vergebens ie um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. mindste Zweiter Theil. Vom rechten 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber fiebet, fei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. - Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 6. Wer für der Armen Heil und 555. Wer hat, und fieht den Zucht mit Nath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, bas oft fie ditrftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geift, vermagft es nicht, stets durch die That zu leben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebeft du. Gebrauch der Zunge. 295 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gültig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, fobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. Rel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 556. Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Gefchent! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, fie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen fündgen. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Dent oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Nächsten Glimpf und Nutz, der Unschuld und der Schwachen Schutz beschäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchfter, preift, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, feusch und ehrbar ift, was wohl und lieblich flinget, das redet billig nur der Chrift. Er spricht, wenns Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet fich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß 6. D wehe dem verwegnen Mund, dann auch, wenn ich reden soll, mich der einen Fluch nicht schenet! wie biesen Zwed bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtfimm fund und 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät bereuet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.-67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wº ohl dem, der richtig Buße folgt, den Tod; Gott wolle mich bewahren! wandelt, der, als SUNDAR ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lütgen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit Mel Alle Menschen müssen sterben.- 82. nicht mit Vorbedacht verletzet, und 557. Laß mich, Höchster! dar- der an allem Ort sich dies vor Augen nach streben, der setzet: Gott merkt auf jedes Bahrheit Freund zu sein; jenes freu- 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, denvolle Leben nimmt nicht freche Lüg- Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet ner ein; denn vor deinem Angesichte deine Güte, er wird von dir geliebt. werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lütgen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets befliffen der Treu und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb, und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles bir befehle, burch den die Unschuld siegt. 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Felnd, des Teufels Arglist haffe, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einft vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. 2. Andern zu gefallen litgen, leeren Schwäßern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betritgen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Nedlich sei des Herzens Grund, reblich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, 3. Die der Falschheit sich ergeben, find vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr fünftige Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Nedlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränten Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zenge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hütte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens sind. 8. Ein Herz voll Tren und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, alss dein Kind, dich mit den Frommen ehen, die reines I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. A. Ubermals ein Jahr verfloffen U Gott, du unser Lebenslicht Nh Gott und Herr, wie groß und Ach Gott, vom Himmel sieh Uch Gott wir treten hier vor dich ch! Herr, lehre mich bedenken Uch schone boch, o großer Ach was bin ich, mein Erretter Kumächtig großer Gott! wer fann Kuwissender, vollkommner Geift! Als Jesus jegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marterlast Unbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken In diesem Tag frohloden wir Un dir allein hab ich gesündigt Kuf! auf! mein Geist, auf! auf! Kuf, Christen, preift mit mir den Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! Auf dich, Herr! nicht auf meine Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, singe! an dir Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Zag Uuf, o Seele, werde munter Xuf, o Cünder, laß dich lehren Auf, träger Geist! laß das, was B. Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl bu deine Wege, und was Befreie meinen Geist, o Gott Begleite mich, o Chrift! wir gehen Beglüdter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Befingt Gott Zebaoth; besinget 463 Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, ihr mächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem heil. 160 C. Ghrift! alles, was dich fränket Num. 468 423 290 215 421 540 239 80 75 24 222 102 155 14 358 173 295 18 436 308 373 176 448 393 156 486 284 274 D. Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; bein ist mein Dein bin ich, Herr! dir will ich Dein, Gott, ist Majestät und. Dein Heil, mein Geist, nicht ju Dein sind wir, Gott! in Ewigkeit 349 193 67 418 145 383 505 70 332 333 398 261 Dein Win ists, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist vollk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Liebe selber bist, und Der du mich als ein Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der ewge Gott und höchste Bater Der Held hat überwunden der Der du Verstand und Tugend schenkft Der du voll Blut und Wunden 297 num. 495 Der Herr des Himmels und der E. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in dessen Dienst Der Herr ist meines Lebens Kraft Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab gestredt Der Herr, mein Hirt, behütet mich Der König aller Welt ist Gott Der Spötter Strom reißt viele fort Der Tag ist hin, du aber, Jesu Der Tag ist wieder hin, und diesen Der unsre Menschheit an sich nahm Der Wollust Reiz zu widerstreben Des Donners schredendes Gebrülle Des Leibes warten und ihn nähren Des Baters und des Sohnes Geist Dich bet ich an, erstandner Held Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenliche Die Erd und was darinnen ift Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Chre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch Du, der Herz und Nieren tennet Du, der kein Böses thut! du 7 11 548 359 200 108 337 133 379 158 494 174 15 248 387 375 157 259 65 18 88 46 42 84 556 287 Dies, Christen! ift der Tag des$. 498 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen 491 Die Zunge, die vernehmlich spricht Dir allein hab ich gefündigt Dir bank ich für mein Leben Dir, Gott, sei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen Dir, unser Gott! ist niemand Dir, Vater! dankt mein Herz und Du, aller Menschen Vater! du 367 71 488 52 203 554 416 Du bist ja, Jesu, meine Freude Du bists, bem Ruhm und Dant 483 489 192 509 428 510 205 162 230 475 186 447 847 78 Du gabft mir, Emger! dieses Leben 279 Du Gott, du bist der Herr der Belt 464 298 Register. 376 516 48 Du baft, mein Vater und mein Du hast uns, herr, die Pflicht Du perr der Seraphinen, dem Du, Herr, hafi aus Barmherzigkeit 229 Du, pert und Meister meiner Tage 534 Du tiagst, o Chrifi, in schweren Du flagft und fühlest die Beschw. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Durch Adams Fall ist erst verderbt Durch dich, o großer Gott! durch Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Urmen, du Du sagst: ich bin ein Chrift 530 531 548 90 451 69 422 342 Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge 25 Du wesentliches Gbenbild der allerh. 122 Du willst, Gott! daß mein Herz 8 208 519 484 339 135 16 Gdler Geift im Himmelsthrone Gin Herz: o Gott! in Leid und sin Jahr der Sterblichkeit, der Gin Pilger bin ich in der Welt Gin ruhiges Gewissen laß, Herr Gins if Roth! ach Herr, dies Ein farfer Schuß ist unser Gett Entebre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Grbarm dich, herr, du kennst Grfülle, perr! doch selbst mein Grhabner Gott, was reicht an Grhalt uné, Herr, bei deinem. 211 Grheb dein Herz, thu auf die Ohren 323 Grhebet Gott durch neue Lieder Erhebet Gottes Heiligkeit, ihr Erhebe vom Geräusch der Welt Grhebt den Herrn, ihr Frommen Grhebt, erhebet Gottes Ruhm Erhöhter Jesu! Gottes Sohn Grinnre dich, mein Geist, erfreut O tommt, er kommt zum Weltger. Grläser, sich auf uns hernieder Geilt der legte von den Tagen G8 hilft uns unser Gott, er höret Es ist das Speil uns fommen her 68 if noch eine Ruh vorhanden 64 437 149 101 283 190 169 191 430 532 388 304 276 148 99 & ift vollbracht! se ruft am Kreuz Es lag die ganze Welt mit Born Es zicht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Gwge Liebe, mein Gemüthe waget 91 F. Freiwillig haft du dargebracht Frohlode, mein Gemüthe, und Frohlodet, jung und alt, ihr Für alle Güte sei gepreißt, Gott Fürwahr, bu bift, o Gott, verb. Gedankt, der uns Leben gibt Geiß vom Vater und vom Sohne Gelobet feift du, Jesu Chrift Gelobt sei Gott, ihm will ich 206 522 469 252 502 317 170 150 461 481 53 95 207 104 441 Gelobt seißt du, Herr Sebaoth 224 Gelebt seift du, o Gott, für 9 Gepriesen, Gott, sei bein Erbarmen 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht 30 Gern will ich mich ergeben, dich 260 Getreuer Gett! wie viel Geduld Getroft, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein Herz, das Gott! deine Gnade sei gepreist Gott, deine Gnad ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebeft Gott, der du für uns deinen Eehn Gott, der du unser Vater bift Gott der Juden, Gott der Heiden Cott! der uns immer Gutes gab Gott der Wahrheit, dessen Treue Gott des Himmels und der Erden Gott, dir gefällt fein gottlos Wesen Gott, du bist von Ewigkeit! und 20 Gett, du bleibst ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haft in deinem Sohn 202 Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Lamm, durch dessen Wunden Gottes und Marien Sohn! Liebster Gott, groß von Erbarmen! weise Gott hab ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Buße thue Gott im Himmel und auf Erden Gott ist es, deffen weiser Rath Gott ist mein Hort, und auf sein Gott ist mein Lied! er ist der Gott Gott ists, der das Vermögen schafft Gott ist uns Stärk und Schus Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze Seele macht Gott, mein Vater, dank sei dir Gett, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft Gott sorgt für mich, was will ich Gott, unserm Gott allein fei Ghr Gott, vor dessen Angesichte nur ein Gott, was muß dein Sohn ertragen Gott werde stets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Lehre Großer Gott! erhabnes Wesen Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten Habe deine Luft am Herrn, bei Hallelujah! Sesus lebet. Erlöste Halt im Gedächtniß Jesum Chrift Heiland! deine Menschenliebe Heilger Geift, du himmelslehrer Speil uns, aus unsrer Sündennoth Herr, allerhöchster Gott! bei dem Herr, deine Umacht reicht so weit Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn Herr, der du mir das Leben 37 257 545 110 235 408 36 56 549 137 2 117 210 378 479 338 453 127 107 199 87 286 462 432 10 19 515 213 17 57 434 363 466 396 39 29 124 72 325 82 458 177 365 171 223 121 201 96 313 26 551 187 467 Register. 386 271 23 188 47 81 407 476 21 282 535 291 182 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 233 perz, biz man ich; auf bez Orde herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich; dir bin pert, bu fährt mit Glanz und pert, bu haft deinem Reich perr, du tennest mein Verderben perr, erhöre meine Klagen bert, es ist von meinem Leben feri, Gott, du bist die Zuflucht herr, höre mein Gebet um beiner herr, ich hab aus deiner Freu' perr Jefu Chrift, du höchftes Gut herr Jesu, deiner Glieder Ru Herr Sesu! Gnadenfenne! wenn Herr Jesu! send uns deinen Geist herr, laß doch mich recht feierlich herr, laß mich doch gewissenhaft herr, lehre mich, wenn ich der pert, mache meine Seele fille pert, mein Erlöser! nur von dir pert, meiner Seelen großen Werth perr, mein Licht! erleuchte mich Herr mein Licht, mein heil unb pert, mein Versöhner! der bu perr, chne Glauben fann fein. herr! Bärte mich, dein Leiden zu perr, unser Gott! dich loben wir pert, unser Sort, wer if bir gield perr: wir stehen hier vor dir peute, sprach mein heiland, heute Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen pier ist noch unsre Prüfungszeit 507 pier liege ich zu deinen 3.-B. 9 233 546 334 288 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. hilf mir, mein Gott! verleihe pichfter! bent ich an die Güte höchster Gott! wir danken dir höchft erwünschtes Seelenleben posianna, Davids Sohn! der in hüter! wir bie Nacht der Sünden ő 320 183 297 452 348 258 219 76 382 328 194 236 237 287 255 303 335 92 34 fchäme mich vor deinen Thron I finge meiner Seelen Euß I weiß, an wen mein Glaud 34 weiß es, Gott! mein ganzes 34 weiß es wohl, ich selbs So weiß gewiß, daß mein Erlöser 3 will dich noch im Tod erheben I wil, mein Gott, du König Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, her und König der Jesu, Arzt todtfrenter Serien Jesu, daß du meine Seele selbst Jesu, durch dein Blut und Wunden Jesu, meine Freude! bester Trof Jesu, meiner Seelen Retter Jesus Chriftus, unser 299 292 457 248 412 330 161 541 55 62 eiland Jesu, sich mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ic Jesus meine eiebe lebt, dem es tft Jefus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an Jhm, der das Licht entsichen hieß 3hr Christen rühmt, erhebt und Ihr, die ihr mart verloren! hört 401 164 311 172 167 270 309 474 198 111 Ihr Frommen, auf! die ihr die 49 Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn 442. Ihr trüben Sorgen weicht, den 477 438184. Ihr Bolter, jauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt Ihr Völker, ftimmet nun mit St. In allen meinen Thaten Laß ich In deinem Ramen, a perr Chriß 118. 62: K. Raum fieigt au ihrem frehsten Lauf Kein Lehrer i bir, Jesu, gleic König, dem ein König gleichet Kemmt betend oft, und mit Bergn. Komm heiliger Geiß, erfül die Komm, o Gott Schöpfer beilger Romm, o tomm, du Seift bes 2. Kommt her, Mühselge, fommt Rommt, last cud den herren L. 429 78 310 152 319 Eaß deinen Geiß mich fiets, mein Laß doch, o Jesu laß dein Reich Eaß mich doch nicht, s Gott! ben Laß mich boch, e mein Gott! die Laß mich, Höchfter! darnach fireben faßt uns unsern Gott lobfingen 426 163120189 39%1 Jauchze, auserwählt Geschlechte 3 armer under, wer bin ich 3 bin ein Chrift: Gott ist mein Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin, o Gott, dein Eigenthum 3 dante dir von ganzem Herzen Ich bante meinem Gott, der mir Ich dent an dein Gerichte, du Ich erhebe mein Gemüthe sehns. Ich eh in tieffter Reue zu deiner Ich freue mich der frehen Zeit 3 freue mich, mein Gott, in Ich glaub an Gott; hoch sei Ich habe, Gott! mir ernftlich Ich habe nun den Grund gefunden 523 Ich hab in guten Stunden des 246 Ich hoff, Gott, mit feftem M. Ich tomme, Friedensfürft! zu bir 307 Ich komme, Herr! und suche dich Ich fomme vor bein Angesicht S preise dich, Herr, mein heil 232 gobt, lobt den perin, ihr Rationen 44 Lehre mich, herz! recht bedenken Liebster Jesu! Gnadenfenne, meines Liebster Jesu, Troft der Herzen Liebster Jesu! wir sind hier, dich Sob, Ehre, Preis und Dant[ ei Lob, Ehr und Preis dem höchsten Lobet den perren, alle peiden 2obsinge, meine Seele, dem 28. Lobkinge Gott mit wahrem End. Lobt Gott, den Gett der Stärfe gobt Gott, der uns den Frühling 225 409 68 197 204 352 327 142201 51% 299 557 103 501 412 289 97 449 444 166 440, 455 300 Register. M. 506 312 50 58 324 536 315 220 138 140 473 470 134 397 277 Mache dich, mein Geist, bereit Mag doch der Spötter Herr des Man betet, Herr, in 3ions Stille Mein Auge sicht, o Gott zu dir Mein Bundesgott! ach, unterweiſe Meine Lebenszeit verstreicht, fündl. Meinen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erlöser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigſt. Mein erst Gefühl sei Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jesu Meine Stimme ruft zur Höhe Mein ganzer Geist, Gott! wird 366 Mein Geist erstaunt, Kamächtiger Mein Geift soll nun in Gott allein 377 241 Mein Gott! ach, lehre mich erk. Mein Gott, dir ist bewußt die 83 Mein Gott, du wohnest zwar im 355 Mein Heiland! deine Größe geht Mein Hetland lebt. Er hat die Mein Heiland! wenn mein Geift Mein Herz, ermuntre dich nun Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott! thn laß ich Mein Jesu, du hast unsre Schuld Mein Jesus ist mein Leben. Reißt Mein Jesus sigt zur rechten Hand Mein Jesus triumphiret, und Mein Leben ist ein Pilgsimstand Mein Lebensfirst! nun fann ich Mein Lebensfürft! zeig mir in Mein Salomo! den freundliches Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der Menschen ists gesett, zu sterben Mit Ernst, o Menschenkinder, das Mit Seußen flag ich dir, mein N. Nach einer Priffung kurzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit nicht, daß ichs schon ergriffen Nie bist du, Höchster, von uns Nie will ich dem zu schaden suchen Nimm Gott, dem wir vertrauen Roch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich Noch läst der Herr mich leben Nod nie hast du dein Wort gebr. Nun, Christen! Laßt uns fröhlich Nun banket alle Gott, mit Herzen Nun habe Dant für beine Liebe Nun h es alles wohlgemacht Nur Liebe ohne Heuchelei zeigt D Christe, eingeborner, von D Christenheit! sei hech erfreut Derhabner Gott, an Macht und 181 268 269 460 264 374 119 542 180 178 273 130 538 245 256 340 275 100 405 278 500 504 28 552 66 262 59 471 31 93 450 234 151 547 94 113 368 D Freund, oer meine Schuldenlast D Friedensfürst aus Davids Oft benkt mein Herz, wie schwer D Gott, den alle Himmel ehren D Gott des Himmels und der G. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des starke Hand die W. D Gott, du bist die Liebe! Xlein D Gott! du bist mein Preis und D Gott, du frommer Gott, du D Gott, es fehlt uns Kraft und D Gottes Lamm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ D Gottes Sohn und Menschenkind D Gott! gib dein Gericht dem A. D Gott, wer ist dir gleich! wie großer Gott! der alle Ding Dheiligste Dreieinigkeit, nach W. D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers Lebens DHöchsier! dessen Kraft Luft Jesu, Brunnquell aller Freuden DKönig! deffen Majestät sich D Liebesglut, wie kann ich dich O Menschenfreund, o Jesu D Seele, schaue Jesum an! hier D Tod, wo ist dein Stachel nun O unser Gott, wie voll ist deiner D Bater, allerhöchster Gott! daß Vater der Barmherzigkeit bei D Vater! groß im Himmelreich O welch ein Leiden, das mich D welch ein unschägbares Gut Welt! sich hier dein Leben am Dwie unaussprechlich selig werden D, wohl bem Menschen, der dem D Wandergott! der alles schafft P. Preiset Gott in allen anden Preis, Preis sei Gott! und Sthl K. Schaffet, Schaffet Menschenkinder Schau, großer Herr der Herrlichkeit Schön t die Fugend, mein Verl. Schöpfer aller Menschenkinder 154 105 343 43 45 431 35 34 492 411 Schen ist der Tag von Gott bestimmt Schon ruhet auf den Feldern, in Schüge die Deinen, die nach bir Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir Gott Geele, willst du Ruhe finden Selig, Gott! sind die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht Sei feurig, Scele, Gott zu loben Sei gnädig, herr nach deiner Sei hochgepriesen, Herr! für 404 136 306 106 185 369 27 41 390 60 427 125 293 98 226 351 159 74 403 216 406 435 503 139 280 242 54 Dual und Angst muß th empfinden 417 S. 165 249 285 175 344 240 195 487 212 142 472 383 231 263 146 129 51 281 Eel, Seele! start und unverzagt Sci zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unsre Tage hin! auch So gehst du, Jesu! widiglich So jemand spricht: ich liebe Gott So ift von meiner kurzen Pilgr. Soll sich mein Geist, o Gott! zu Sollt ich meinem Gott nicht singen Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller Ruh So wahr ich lebe! spricht dein G. Stimmt unserm Gott ein Loblied Strafe nicht, o Heiligster! mich Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der Sünder! willst du sicher sein T. Tag, den mir der Herr gemacht Treuer Hirte deiner Heerde, du U1. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe, gönne Berborgner Gott! dem nichts verb. Verleih uns Frieden gnädiglich Vernimm, o Gott! vernimm mein Voll Glauben will ich zu dir beten Bon dir kommt jede gute Gabe Bon ganzer Seele preis ich dich Bon Gott will ich nicht laffen Bor dir, o Gott, sich findlich W. Bach auf, mein Herz! auf, träger Bach auf, mein Herz! und singe Bachet auf! so ruft die Stimme Bachet auf vom Schlaf, ihr S. Warum sollt ich mich denn grämen Bas Gott thut, das ist wohlgethan Was grämst du dich, mein blödes Was hilfts, daß ich mich quäle Was ich nur Gutes habe, ist deine Was ist das Leben hier auf Erden Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich Leben, das Was ists daß ich mich quäle Was ist vor deinem Ungesichte Was soll ich ängstlich flagen, und Was sorgft du ängstlich für dein 2. Weicht, ihr Berge! faut ihr H. Welch hohes Beispiel gabst du mir Benn Chriftus seine Kirche schüßt Benn der Sünder hat mißhandelt Register. 521 61 480 126 544 465 353 445 433 153 300 454 302 424 316 296 228 217 141 22 131 128 38 526 415 244 372 400 414 395 370 168 478 301 251 Wenn ich ein gut Gewiffen habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 44 Wenn zur Vollführung deiner Pflicht 326 Wer bin ich? welche wichtge Frage 496 Werde munter, mein Gemüthe 485 Wer darf in deine Hütte gehen 329 555 314 410 380 392 218 85 Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! dein Wort nicht hält Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt mo. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Christus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäß des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Wie getroft und heiter, du Gebeneb. Wie gnädig warst du, Gott, vor Wie göttlich sind doch Jesu Lehren Wie groß ist deine Menschenliebe Wie groß ist des Namächtgen Güte Wie groß ist unsre Seeligkeit 86 250 419 123 Wie herrlich strahlt der Morgenstern Wie komm ich doch, mein Hell Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig stehen Wie lieb ist mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben Wie selig bin ich, wenn mein Geift Wie selig, Gott! wie selig ist Wie selig, Herr! ist der Gerechte Wie selig lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, o Jefu Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte Wie treu, mein guter Hirte 227 33 247 318 265 488 116 361 490 508 356 238. 345 553 537 115 357 241 301 539 Wie ungewiß ift, Herr, das Ziel Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist, Jesu, meiner Seelen Will mich, o Gott, hienieden des Willst du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch, die Gott Wirf, blöder Sinn! den Kummer Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift Wir Menschen sind von selbst 272 196 524 525 391 389 498 529 527 511 360 Wo find ich Gott, den meine Seele Wo flich ich Sünder hin, der ich Wohlan, mein Herz, set fiets bereit Wohl auf, mein Herz! wohl auf Wohl dem, der beßre Schäße Ilebt Wohl dem, der richtig wandelt 402 613 528 558 73 Wohl dem Menschen! der von Herzen 381 394 Womit soll ich dich wohl loben 446 533 Bort aus Gottes Munde! Bort 89 Wo soll ich hin? wer hilfet mir! 321 32 350 3. 214 294 3ur Arbelt, nicht zum Müssiggang 517 77 264 253 520 371 298 114 179 6 354 322 302 II. Verzeichniß Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieber. der in diesem Anmerkung. Unter der Bezeichnung, Neue Melodie" werden diejenigen Melebicen verstanden, welche im Jahre 1770 von Becker, im Jahre 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Eeştere sind mit bezeichnet). 1. Rene Melodie( seit 1835). 1. Komm heiliger Geist, erfül. 2. D Gott, du unser Bater bist. ¡ 2. Gott, der du unser Vater bist. 3. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. 3. perr Sefu, send uns deinen Geift. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 5. höchster Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein Licht, erleuchte mich. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134. Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du hast in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Herr, wir stehen hier vor bir. 5. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Bir Menschen sind von selbst, G. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilger bin ich in der Welt. 291. Herr Jesu Chrift, du höchstes S. 304. Es ift bas beil uns kommen her. 351. D Seele, schaue Jefum an. 464. Du Gett, du bist der Herr der. 814. Herr, laß mich doch gewissenhaft. Können auch nach Nr. 15, 30, 119 u. 215 gefungen werden. Ⓡ 7. Wer nur den lieben Gott läßt w. 7. Dein Bort, Höchfter, in volt. 11. Der du das Dasein mir gegeben. 25. Du weifer Schöpfer aller Dinge. 31. Roch nie haft du dein Wort gebr. 45. D Gott des Himmels und der e. 83. Fürwahr, bu bift, o Gott, verborg. 60. D Herr unb Schöpfer unfers. 70. Dein bin ich, Gett, dein ift mein. 73. Was ist vor deinem Angesicht. 92. Ich habe nun den Grund gefund. 148. 66 ist vollbracht! fe ruft am K. 241. ie theuer, Gott, ift deine S. 276.@s if noch eine Stub vorhanden. 279: Du gabft mir, Greger, die es. 286. Gott, hilf mir, das i Buße tbu. 338. Gett, bir gefällt lein gottles. 341. Mein Gott, ach lehre mich ert. 355. Mein Gott, du wohneft zwar. 370. Bor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott sorgt für mich, mas soll. 399. Komm betend oft und mit Vergn. 420. Gs zicht, o Gott, ein Kriegesw. 460. Mein Herz ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich, welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf E. 532. G8 cilt der lepte von den Tagen. 534. Du herr und Meißter meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 und 234 gesungen werden. 8. Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott, daß mein Herz. 129. Seht, welch ein Mensch, a ſett. 185. D Gott, gib bein vericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298. Biust du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 805. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spötter Heer. 313. Herr, allerhöchster Gett. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. s hilft uns unser Gett. 411. D Gett, du frommer Gott. 419. ic gnädig warst du, Gott. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Wiu ifts, großer Gott. 516. Du haft uné, Herr, die Pflicht. 553. Bie felig lebt ein Mensch. Können auch nach Kr. 9 gefungen werden. 9. Nun banket alle Gott. 9. Gelobt feift du,. Gett. 14. Inbetungswürbger Gott. 23. Herr, bu erforscheft mich. 75. Xumächtig großer Gott. 99. 66 lag bie ganze Welt. 328. 3 bante meinem Gott. 342. Du fagft, ich bin ein Chrift. 402. Wehl auf, mein ber mehl auf. 427. Difter, beffen Kraft. 450. Stan bantet alle Gett. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch bich, o großer Gott. 461. Srohlocker, jung und alt. 512. Saf mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz. Können auch nach Nr. 8 gesungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 200. Ich Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lob. Mel. 13. Der Spötter Strom reift. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. 85. ie ein Geschwäß des Tags. 409. Sch tomme vor dein Angesicht. 637. Wie ficher lebt der Mensch. 547. Sur Liebe ohne Heuchelei. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 15. Der Herr ist Gott und feiner. 39. Gott unserm Gott allein sei. 44. Wenn ich, Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist niemand. 96. Heil uns, aus unsrer Sünd. 98. D Liebesglut, wie kann ich. 168. ach auf, mein Herz auf. 180. Mein Jesus sist zur rechten. 184. Ihr Völter in der ganzen Welt. 223. halt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. Jch preise dia, o herr, mein. 268. Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich. 442. 3hr Knechte Gottes, lobt den. 449. 2ob, Ghr und Preis dem Höchft. 454. Stimmt unserm Gott ein obl. 466. Gott ruft der Gonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30, 119 u. 215 gefungen werden. 16. Psalm 8 der Lobw. Mel. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unser Gott wie soll in dein. 154. D Freund, der meine Schuld. 239. X, schone doch, o großer. 390. D perr, mein Gott, durch den. 473. Mein erster Bunsch, mein. 483. Der Tag ift bin, bu aber, Jefu. 17. Neue Melodie. 17. Gett, mache bu mich selbs. 24. Zuwissenber, volltemmner. 40. Herr, unser Gott, wer ift bir. 106. D Gottesfohn und Menschenkind. 331. Dewahre mich, Herr, baß der. 337. Der du Berstand und Jugend. 403. D Bater, allerhöchster Gert. Rönnen auch nach Str. 218 ger fungen werden. 18. Pfalm 27 der Lobw. Mel. 18. Kuf, auf mein Geist, auf! 63. Jehovah herrscht mit Majestät. 19. Neue Melodie. 308 19. Gott ist mein Lied. 22. Gott sei Dant in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, deine Umacht reicht so. 28. Nie bist du, öchster, von uns. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine 3uversicht. 314. Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabit. 513. Wohl dem, der beßre Schäße. 544. So jemand spricht, ich liebe. 555. Wer dieser Erden Güter hat. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Lob. Mel). 29. Gott, vor deffen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Heiland sieht gebunden. 162. Sesu, durch dein Blut und. 165. Preiset Gott in allen 2anden. 188. Herr, du fährt mit Glanz und. 206. Edler Geist im Himmelsthrone. 207. Geist dem Vater und vom. 217. Treuer Hirte deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffet, Menschent. 288. böchter! bent ich an die Güt. 327. Rommt, laßt euch den Herren. 412. Lieber Jeju, Gnadensonne. 468. Ubermal ein Jahr verfloffen. 501. Lehre mich, herr, recht bedenken. 540. Xch, Herr, lehre mich bedenken. Können auch nach Nr. 116 ge= fungen werden. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Gericht. 41. D heiligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Frühl. 71. Dr, Gott, set Preis und Dant. 93. Run, Christen, laßt uns fröhl. 159. D Teb, wo ik dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 195. Schon ift ber Tag von Gott. 216. D Bater der Barmherzigkeit. 257. Getroft, mein Herz, verzage. 258. Ich bin ein Chrift, Gott ist. 503. D welch ein unschäzbares Gut. 515. Gott tits, ber bas Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 u. 215 gefungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Beicht, ihr Berge, falt thr. 117. Gott der Juben, Gott der beiden. 304 204. Romm, o tomm, du Geist des. 393. Auf, mein Geist, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der G. Melodieen- Verzeichniß. 83. Psalm 66 der Lobw. Mel. 33. Wie groß ist des Umächtgen. 51. Sei feurig, Seele, Gott zu. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder. 118. Ihr Völker, stimmet nun mit Fr. 47. Jesus meine Zuversicht. 198. Ihr Christen, rühmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchste. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 84. Neue Melodie.( Ursprünglich: Nun lob, mein Stel, den H.) Gott, du bist die Liebe. 34. 166. Lobsinge, meine Seele. 181. Mein Heiland, deine Größe. 448. Xuf, meine Seele, singe. 35. Wie schön leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke Hand die W. 105. D Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit. 264. Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geist, Gott. 318. Wie herrlich fitrahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, deffen meifer Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenlicht. 86. Pfalm 36 der Lobw. Mel. 36. Gott, deine Huld und Gütigkeit. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Gott, wie viel Geduld. 135. Erfülle, Herr, doch selbft mein. 203. Dir, Bater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. Können auch nach Rr. 97 gta fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Liebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehret. 43. D Gott, den alle Himmel ehren. 251. Wenn ich ein gut Gewiffen. 362. Du Vater deiner Menschenkinder. 364. Mein Herz, ermuntre dich zum. 382. Ich danke dir von ganzem Herzen. 428. Des Donners schredendes. 490. Wie lieblich ist doch, Herr, die. 841. 3ch will dich noch im Tod erheben. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 372. Voll Glauben will ich zu dir. 426. Bringt her, ihr mächtigen. 443. 2obt, lobt den Herrn, ihr. 447. Du bists, dem Ruhm und Dank. 519. Entehre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gefungen werden. 46. Psalm 140 der Lob. Mel. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Ich glaub an Gott, hoch set. 323. Erheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf in deine Hütte gehen. 47. Herr du haft in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gemacht. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dant sei dir. 535. Herr, ich hab aus deiner Freu. 536. Meine Lebenszeit verstreicht. Können auch nach Nr. 156 ges fungen werden. 48. D Welt, ich muß dich laffen. 48. Du herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. D Welt, sich hier dein Leben. 150. Frohloce, mein Gemüthe. 367. Dir dant ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich tlagen. 467. Herr, der du mir das Leben. 487. Schon ruhet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Gin ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Will mich, o Gott, hienieden. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was ins, daß ich mich quale. 554. Du aller Menschen Vater. 49. Psalm 33 der Lobw. Mel 49. Ihr Frommen, auf! die ihr ble. 125. O Jesu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, fel bein Grb. 50. Psalm 65 der Lobw. Mel. 50. Man betet, herr, in 3ions. 213. Gott ist uns Stark und Schup 552. Nie wil ich dem zu schaden. 54. Psalm 62 der Lobw. Mel. 54. D Wundergott, der alles schafft. 377. Mein Geift soll nun in Gott. 391. Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 gest fungen werden. 55. Neue Melodie. 55. Ich wil, mein Gott, du Röntge 137. Gott, der du für uns deinen. 143. 2aß beinen Geift mich fiets. 144. Get hochgepriesen, Herr, file. 209. Saf doch, Jesu, laß dein. Melodieen- Verzeichniß. 212. Schüße die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis sei Gott und. 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geift, o Gott, zu. 441. Gelobt fei Gott, ihm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dies ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid und. 546. Hilf, Jefu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 gta fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht laffen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Ernst, o Menschenkinder. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Valet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. Shr, die ihr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentlich. 76. Ich bin, Gott, dein Eigenth. 242. Dwohl dem Menschen, der dem. 356. Wie selig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geift erstaunt, Numächt. 457. Sch finge meiner Seelen Lust. Können auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. 61. Neue Melodie. 61. Sei zufrieden, mein Gemüthe. 103, 2aßt uns unserm Gott lobsingen. Können auch nach Rr. 524 gts fungen werden. 65. Psalm 97 der Lobw. Mel. 65. Der König aller Welt. 66. Pfalm 130 der Lobw. Met. 66. Nimmt Gett, dem wir vertr. Kann auch nach Rr. 57 u. 67 gefungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder. ( Herzlich thut mich verlang.) 67. Befiehl du deine Wege. 115. Wie soll ich dich empfangen. 133. Der bu voll Blut und Wunden. 193. Bedenke, Mensch, das Ende, 194. Ich denk an dein Gerichte. 237. Sch fleh in tiefster Reue. OSI 260. Gern will ich mich ergeben. 383, Chrift, alles was dich träntet. 471. Noch läßt der Herr mich leben. 488. Bie lang darf ich noch fäumen. 305 558. Mehl dem, der richtig wandekt. Können auch nach Nr. 57 und 66 gefungen werden. 69. Pfalm 89 der Lobw. Mel. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde stets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 2. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine Gnad ist unser 2. 344. Schön ist die Tugend, mein. 354. We find ich Gott, den meine. 371. Bilst du der Weisheit Quelle. 374. Mein Hort ist Gott! ihn laß. 384. Herr, mache meine Seele fille. 398 Dein Heil, mein Geist, nicht. 504. Nicht, daß ichs schon ergrigen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die Saben. 526, Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 43 und 234 gesungen werden. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der fein Böses thut. 83. Mein Gott, dir ist bewußt. 322. We flich ich Sünder hin. Können auch nach Nr. 463 gts fungen werden. 79. Psalm 38 der Lobw. Mel.( Meine Armuth macht mich schreien.) 79. Jesu, Urzt todtfranter Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Erretter. 297, Hüter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine Lehre 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. Beuch mich, zeuch mich mit den ( Unser Herscher, unser Kön.) 81. Herr, du kennest mein Verderb. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein hab ich gefündigt. 462. Gott im Himmel und auf. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127. Gottes Lamm, durch deffen. 177, Großer Mittler, der zur Rechten. 236. Ich erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Menschenfinder. 262. Noch bin ich dein Gast, o Grbe 275. Menschen ists gefept, zu sterben. 280. Dwie unaussprechlich selig. 310. Jefu, daß du meiner Seele. 311. Jesu, fich mich an in Gnaden. 317. Eins ift noth, ach bere, bies. 347. Du, der Herz und Nieren. 20 306 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386. herr! bir trau ich auf der Erde. 438. Dir, mein Gott, will ich lotsing. 446. Womit soll ich dich wohl loben. 557. Laß mich, Höchster! darnach ftr. 84. Psalm 51 der Lobw. Mel. 84. Die Quell, woraus der Mensch. 130. Mein Lebensfürst! nun kann ich. 226. Menschenfreund, o Jesu. 281. Sei gnädig, Herr, nach deiner. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Wie fleucht dahin der Menschen. 87. Gott bab ich alles heimgestelt. 89. Jesu meine Freude. 89, Wort aus Gettes Munde. 250. Wie getroß und heiter. 319. Sefu meine Freude, 385. Secle, sei zufrieden. Melodieen- Verzeichniß. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist erst verd. 334. Hilf mir, mein Gott. 343, Dft dentt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Herr Christ, der einge Gottes. 94. D Christe, Eingeborner. 158. Der Held at überwunden, 336. Herr Jeſu, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt.) 95. Seda te, der uns Leben gibt. 97. An Wasserflüssen Babylon.( Ein Lämmlein geht und tr.) 97. Lob, Shre, Preis und Dank. 126 So gehst du, Jeju, willigt ch. 149. Erhebe vom Geräusch der Welt. 225. Sch tomme, Herr, und suche dich. 229. Du, Herr, baft aus Barmherz. 293. D König, dessen Majeſtät. 339. Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges fungen werden. 101. Neue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, thr Fremmen. 1: 4. Der Herr fahrt auf gen Himmel. 178. Mein Sesu triumphiret. 455. obt( Sett, den Gott er Stärke. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 ge ungen werden. 102. Neue Melodie. 102 so hat Gett die Welt geliebt. Kann auch nach Nr. 39 und 480 gefungen werden. 104. Gelobet jeist du, Jesus Chrift. 104. Gelobet feift du, Jesus Chrift. 108. Neue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das Heil errungen. 445. Gollt ich meinem Gott nicht. 109. Vom Himmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstandner H. 163, Kaum fteig zu ihrem frohsten. 169. Erinnre bich, mein sein, erir, 176. Xuf, Jesu Junger, freuet euch. 179, Wir freuen uns, Herr Jesu Christ. 186, Die Erd und was darinnen is. 210, Gott, der uns in ner Gutes. 431, Gott, des gnadenvoller Rath. 439. Ihr Völker, jaucht mit frohem. 493, Dies, Christen, ist der Tag des. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 und 436 gesungen werden. 110. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ermuntre dich mein schwache. Geist). 110. Gott, deine Gnade sei gepreift. 539. Wie ungewiß ist, herr, bas 3. 112. Neue Melodie. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. Christenheit, set hoch erfreut. 114. Wirf, bleder Sinn, den Kummer. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. e lang soll ta traurig stehen. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Bater liereft. 363. Gott, mein Vate, deine Liebe, 433. Sorge dech für meine Kinder. 476, Serr! es ist von meinem Leben. 455. Werde munter mein Gemüthe. 486, Uus, o Seele, werde munter, Können auch nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 119. Mein Jesu, du hast unire Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm. 191. Ec fommt, er fommt zum Weltger, 248. Ich weiß an wen me.n Glaud. 306. D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ. 321. Wo soll ich hin? mer hilfer mir. 376. Du hast, mein Vater und mein. 387. Der Herr ist meines Lebens. 404 D Gott, es fehlt uns Kraft und. 408. Gott, beine Güte reicht so weit. 500. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. 3ur Arbeit, nicht zum Müßigg. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gefungen werben. 120. Vater unser im Himmelreich. 120. Rein tehrer ist dir. Jesu, gleich. 300. So wahr ich lebe, spricht bein. 406. D Bater, groß im himme.reich. 507. Hier ist noch unsre Prüfungszeit. Melodieen- Verzeichniß. 121. Schmülde dich, o liebe Seele. 121. Heiland, deine Menschenliebe. 189. Konig, dem kein Konig gleichet. 231. Seele, willst du Ruhe finden. 181. Herzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jefu, was har du. 132. Herr, tärke mich, bein Leiden. 550. Herr, mein Ver öhner! der du. 551. Herr, deine Sanftmuth it nicht. Können auch nach Nr. 55 ge= fungen werden. 136. D Lamm Gottes, unschuldig. 136. D Gottes 2amm, unschuldig. 138. Christus der uns felig macht. ( Schwing dich auf zu deinem). 138. Men& löser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. Mein Erlöser hängt am Kreuz 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Sünderwelt. 224. Gelobt seist du, herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. Ich komme, Friedensfürst, zu. 359. Der du mich als Bater liebst. 145. Neue Melodie. 145. Begleite mich, o Chrift. 146. Neue Melodie.( Kommt heraus, all ihr Jungfranen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 153. Der Ta, ist hin, mein Geift. 153. So schlummerit du in stiller Ruh. 155. Am Kreuz erblaßt. 156. Dennoch Li b ich stets an dir. ( Meinen Jesum laß ich nicht). 156. Xuf, mein Herz! ein froher Tag. 172. Jesus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jefum laß ich nicht. 365. babe beine Quit am Herrn. Rönnen auch nach Nr. 47 gra fungen werden. 157. Chrik lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab gestr. Kann auch nach Nr. 160 ge= fungen werden. 160. Neue Melodie. 160. Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ges fungen werden. 161. Pfalm 32 der Lobw. Mel. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Heiland. 164. Jesus Chriftus, unser Heiland. 167. Hofianna, Davids Sohn. 167. Jefus, meine Liebe, lebt. 183. Hosianna, Davids Sohn. 307 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171. Hallelujah, Jesus lebet. 196. Wachet auf vom Schlaf, thr. 272. Wachet auf! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwählt Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenten wir. 173. An diesem Tag frohloden wir. 190. Ewigkeit, Du Donnerwort 190. Erhöhter Jefu, Gottes Sohn. 192. Der unsre Menschheit an sich. 197. Komm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, beilg. 175. Schau, großer Herr der perrt. 333. Dein Gott ift Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 und 436 gesungen werden. 199. Vater aller Gnade. 199. Gett, groß von Eibarmen. 201. Psalm 77 der Lobw. Mel 201. Seilger Geist, du Himmelstehs. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur H. 407. Herr, erhöre meine Klagen, 458. Großer Gott, Herr aller. 205. Nun bitten wir den heilgen G. 205. Des Baters und des Sohnes. TIME 208. Eine feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schuß ist unser 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Serr, bei deinem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109 197 und 436 gesungen werben. 214. Neue Melodie 214. Wenn Chriftus seine Kirche. 215. Ach Gott vom Himmel fieb. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen flag ich dir m. 421. Ach Gott, wir treten hier s. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Junge, die vernehmlich. Können auch nach nr. 6, 18, 30 und 119 gefungen werden. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Mie Christus selbst zum Jord. Kann auch nach Rr. 17 go fungen werden. 20* Melodieen- Verzeichniß. 308 222. Pfalm 91 der Lobw. Mel. 222. 18 Jefus jegund sterben w. 392. Wer unter Gottes Schatten. Können auch nad Nr. 90 fungen werden. ge= 227. Psalm 5 der Lobw. Mel. 227. Wie groß ist deine Menschenliebe. 284, Neue Melodie. 284. Nun habe Dant für deine. 278. Nach einer Prüfung turzer T. 945. Wie feltg, Herr, ist der Ger. $ 57, ie follt ich dich, mein Gott. 400. Bon dir fommt jede gute Gabe. 410, er fann, Gett, je was Gut. 809. Der Wollust Reiz zu widerstred. $ 10. Des Leibes warten und ihn. 897. Was ist mein Leben auf der. Rönnen auch nach Nr. 7, 42 und 72 gefungen werden. 288. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie selig, Gott, wie selig ist. 246. Ich hoff, o Gott, mit frohem M. 302. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen B. 548. Du llebst, o Gott, Gerechtigkeit. 248. Psalm 1 der Lobw. Mel. 243. Der Herr ist gut, in deffen Dienst. 244, Neute Melodie. 244. Bernimm, o Gott! vernimm. 245, Psalm 90 der Lobw. Mel. 245, Mein Salomon, dein freundlich. 253, Psalm 4 der Lobw. Mel. 253. Wie wohl ist, Jefu, meiner Seelen. 254. Palm 46 der Lobw. Mel. 254. Beglüdter Stand, getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und der. 258. Ich freue mich, mein Gott, in. 414, Bon ganzer Seele preis ich dich. 481. Für alle Güte sei gepreift. 621. Sel, Seele, stark und unverzagt. Können auch nach Nr. 415 ges fungen werden. 266. im laßt uns den Leib begz. 266. Begrabt den Leld in feine Gruft. 267. Was Gott thut, das ist wohlg. 287. Ich freue mich der frehen Belt. 373. Auf dich, Herr, nicht auf meinen. 375. Der Herr ist meine Zuversicht. 525. Bas Gott thut, das ist wahlgeth. 273. Psalm 84 der Lobw. Mel. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimstant. 274. Pfalm 16 der Lobw. Mel. 274. Kuf, träger Geist! Iaß das. * 283. Neue Melodie. 256. Sch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256. Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 969. Neue Melodie. 259. Der Herr, mein Hirt, behütet. 265. Pfalm 103 der Lobre. Mel. 265. ie tomm ich doch, mein Hell. 440. 2obsinget Gort mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich ber. 283. Erhebt, erhebet Gottes Nuhm. Kann auch nach Nr. 54 gefun= gen werden. 284. Liebster Jefu, Troft der Herzen. 284. Kuf, e Sünder! laß dich lehren. 289. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 292. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. Sch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chrift. 295. Neue Melodie. 295. Un dir allein hab ich gefündigt. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gefungen werden. 255. Jch weiß, mein Gott, daß all. 302. Straf mich nicht in deinem 8. 302. Strafe nicht, o heiligster. 506. Mache dich, mein Geist, bereit. 316. Herr hör, ach höre mein Gebet. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobw. Mel. 320. Höchft erwünschtes Seelenleben. 401. Sefu, meiner Seelen Retter. 324. Pfalm 116 der Lobw. Mel. 324. Mein Bundesgott, ach unterwetfe. 330. Ich weiß es wohl, ich selba verd. 361. Ble lieb ist mirs, daß Gett. 465. So ist von meiner furzen Pilgr. GEN 326. Neue Melodie. 326. Wenn jur Vollführung deiner. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, winst du sicher sein. 301. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Hirte. 358. An dich, mein Gott gedenken. 389. Was hilfts, daß ich mich quale. Können auch nach Nr. 56, 101 und 429 gefungen werden. Melodieen- Verzeichniß. 348. 68 woll uns Gott genädig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, D Herre Gott. 348. Ich armer Sünder, wer bin ich. 360. Gott Bater, ich glaub an dich. 860. Wohlan, mein Herz sei stets. 368. großer Gott von Macht. 368. D du erhabner Gott. 369. Psalm 26 der Lobw. Met. 369. D Gott, wer ist dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Bobl bem Menschen, der von H. 418. In bich hab ich gehoffet. 418. Ich weiß es, Gott, mein ganzes. 423. X Gott, du unser Lebenslicht. Können auch nach Nr. 255 ge: fungen werden. 415. Berleth uns Frieden gnädiglich. 415. Verleib uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! sich, ich trete. 417, Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist. 538. Mein Lebensfürst! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 66, 101 und 801 gesungen werden. * 430. Reute Melodie. 480. Gelöser, sich auf uns bernieder. 435. acum betrübst du dich, mein. welch ein Leiden, das mich. hm, der das Licht entstehen. 436. Pfalm 134 der Lobw. Mel. 435. 474. 438. uf, Ghriften! preist mit mir den. 437. Erhebet Gottes peiligkeit. 809 492. D Gott bu bist mein Preis und Können auch nach Nr. 3, 18, 109, 197 u. 211 gefungen werden. Robe 444. Lobet den Herren, alle Heiden 444. 2obet ben Herren, alle Helben. 456. Neue Melodie. 456. Herr, unser Gott, dich loben wir. 459. Alles ist an Gottes Segen. ( Jesu, deiner Kirchen GL) 459. Herr, mein Licht, mein pell. 463. Neue Melodie. 463. Besingt Gott Zebaoth. 477. Jhr trüben Sorgen welcht. Können auch nach Nr. 18 ges sungen werden. 470. Neue Melodie. 470. Mein erst Gefühl fel Preis. 478. Nun laßt uns Gott dem Herren 478. ad auf, mein perz! und finge. 480. Nun fich der Tag geendet hat. 480. So flichen unsre Tage hin. Kann auch nach Nr. 89 und 102 gesungen werden. 524. Neue Melodie. 524. Barum felt ich mich henn grêm. Kann auch nach Rt. 61 gez fungen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du flagst, Chrift, in schweren. 531. Neue Melodie. 531. Du tlagst und fühlest die Beschw. Kann auch nach Rr. 46 und 295 gesungen werben. 533. Neue Melodie. 533. as forgft bu dngftlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Sesus ift mein Leben. 2010-10 310 III. Alphabetisches Register ber in diesem verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. I Gott und herr 10 Ich Gott, vom Himmel sieh darein 215 Ich Herr, mich armen Sünder Ich mein Jesu, sich ich trete 67 41: 15 292 82 Hein Gott in der Höh sei Ehr llein zu dir, Herr Jefu Chrift He Dienschen müssen nerben es ist an Gottes Segen Ku Wasserflüssen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 459 97 173 78 429 119 Ghrift lag in Todesbanden 157 Chrift, unser Herr, zum Jordan tam 218 542 138 156 153 90 208 97) 418 211 348) 110) 6 30 348 29 104 32 22 94 316 3 141 67) 131 167 86) ( Ich hab mein Sach Gott heimg. Ich ruf zu dir, Herr Jefu Chrif 256 Zo weiß, mein Gott, daß all mein 255 459) 89 164 47 Was meines Herzens Grunde Kus tiefer Roth schrei ich zu dir Ghristus, der ist mein Leben Ghriftus, der uns selig macht Dennoch bleib ich stets an dir Der Tag ist hin, mein Geist Durch Adams Fall ist ganz verberbt Gine feste Burg ist unser Gott ( Gin Lämmlein geht und trägt die Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bei deinem ( Grbarm dich mein, o Herre Gott ( Gemuntre dich, mein schwacher 68 lft das Heil uns kommen her 03 ist gewißlich an der Zeit moll uns Gott genädig sein Breu dich sehr, o meine Seele Globet seifst du, Jesus Chrift ott bes Himmels und der Erben Gott sei Dank in aller Welt terr Christ, der einge Gottes Sohn herr, hör, ach höre mein Gebet Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend Herzlich lieb hab dich ( Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Iefu, was hast du Hoflanna, Davids Sohn ( Sefu, deiner Kirchen Glieder Jesu, meine Freude Jesus Chriftus, unser Heiland Jesus, meine Zuversicht. In dich hab ich gehoffet. Herr ( Komm heiliger Seift, erfül Kemm, o sot, Schöpfer heilger Kommt her zu mir, spricht Gettes Liebster Jesu, Trost der Herzen Liebster Jesu, mir sind hier Lobet den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gott, nach deiner ( Meine U.muth macht mich schreien Meine Liebe hängt am Kreuz Meine Seele, wiuft du rubn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den heilgen Geiß Nun danket alle Gott Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns Gott dem Herren ( un lob, mein Seel, den Herren Nun sich der Tag geendet hat DEwigkeit, Du Dennerwert D Gott, du frommer Gott D Gott, du unser Vater bist D Gott Vater, ich glaub an dich D großer ott von Macht O Lamm Gottes, unschuldig D Welt, ich muß dich lassen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott ( Sollt ich meinem Gott nicht fingen Straf mich nicht in deinem Born ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Vater aller Gnade Vater unser im Himmelreich Verleih und Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm th Bon Gott will ich nicht lassen 413 Wer nur den lleben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern Wohl dem Menschen, der ven Bunderbarer König Beuch ein zu deinen Thoren Beuch mich, zeuch mich mit den 197 238 284 4 26 70) 140 206 156) 50 295 9 266 478 34) 480 190 8 360 368 136 48 121 136) 108) 303 81) 199 120 415 109 BA 179 Wachet auf! ruft uns die Stimme Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe 116 7 35 381 38 301 81 311 eɓete. Morgengebete. Bott, Schöpfer und Herr Himmels habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient Sei in thäter und Vater der Menschen, dich bete Christo, deinem Sohne, und verzeihe ich als den Urheber und Erhalter meines mir um seinetwillen alle meine Sünden. Lebens, als den Gott meines Heils, als Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. die einige und unerschöpfliche Quelle Ich verabscheue das Böse, das ich bisher meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir gethan habe, und wünsche nichts mehr, danke ich mit Freuden für mein Leben, als immer besser, immer tugendhafter für meine Gesundheit, für meine Kräfte, und heiliger zu werden. Ich erneuere für alle geistliche und leibliche Vortheile, hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentdafür, daß du mich diese Nacht mit dei- lichen Begierden, die in mir aufsteigen, nem mächtigen Schutze bedeckt, daß du zu unterdrücken, alle bösen Gewohnalle Gefahren, die mir droheten, von heiten, die ich noch an mir habe, zu mir abgewandt, daß du meinen Leib durch bestreiten, und mich in meinem ganzen einen sanften Schlaf erquicket, und mir Verhalten nicht nach den Willen meines neue Kraft und neues Leben eingeflößet Fleisches, noch nach dem Beispiel der haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen Lasterhaften, sondern allein nach deinen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie guten und heiligen Geboten zu richten. übertrifft alle unsere Verdienste unend- Dir, meinen Schöpfer und Herrn, zu lich: sie ist weit größer, als daß wir dir gehorchen, deiner Gnade und deines jemals witrdig genug dafür danken könn- Beifalls mich zu versichern, nach deinem ten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, Bilde erneuert, und dadurch deiner seligdaß du auch mein gedenkest und dich mei- sten Gemeinschaft fähig zu werden: dies ner so annimmst? ich bin ein Sünder, soll meine Ehre, mein Ruhm, meine der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltft uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget und dir den schuldigen Gehorsam verweigert ernstliche Bemühung und meine Seligfeit sein. Ja, ich schwöre es, und wil es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbs wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden findlichen Gedanken, jebe unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Bor 312 stellung von deiner Alwissenheit und Al. gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und bie Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brilbern so nützlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesetet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Borsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Onade, o Gott, empfehle ich alle Men schen. Laß das Licht deiner Offenbarung fich über alle Völter ausbreiten. Wehre bem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs ber Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, bie du über uns gesetzet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster ber wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne biefen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere biejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfülllen, baß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Chre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Bater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater 2c. Morgengebete. Aum Umächtiger und unendlich gültiger Gott, deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum ermacht, und gesund aufgestanden bin. Du haft nächtliche Schreden und Gefahren in Gnaben von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, baß mir ohne beinen Schutz hätte begegnen können. Ich erlenne beine Gülte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu bir, bem Allgenugsamen: bereite mich selbst zn einem bir wohlgefälligem Lobe, daß ich bich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlge fallen führen möge. Deinem mächtigen Schuße befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir bie Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschliesfungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es beinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemülth, daß ich willig und mit Munterfeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in weichen bu mich gesetzet hast, mir aufleget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Leistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhülte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allen Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung feble, so wirte burch beine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei bir Bergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünben hüte. O bu weiser und gültiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirste wohl machen, Amen. 313 Abendgebete. Joh freue mich beiner Güte, o Gott, nützlich zu werden, begierig ergriffen, und tomme mit Danken vor bein allen Reizungen zum Stolze, zur EitelAngesicht. Jeder Tag, jebe Stunde, keit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, jeber Augenblick meines Lebens gibt mir zur Wollust widerstanden, und mich recht neue Beweise von deiner väterlichen Huld sorgfältig gebültet, weder mit Gebanken und Gnabe, und legt mir neue Ver- und Begierben, noch mit Worten und pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Werken zu fündigen? Habe ich meine Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl Wohlthäter auf. Auch heute hast du angewandt, als ich es hätte thun follen dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt und thun können? Habe ich meine Pflichgelaffen. Auch heute hast du mir in ten gegen dich, gegen meinen Nächsten allen Absichten viel Gutes gethan. Wie und gegen mich selbst mit der Willigkeit, viele belannte und unbekannte Gefahren mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, und Uebel haft bu durch deine gnädige wie es deine Wohlthaten und meine Borsehung von mir abgewandt! Vor Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich wie vielen Slinden, die unter allen Uebeln in einer solchen Verfassung, daß is die größesten sind, hast du mich Schwa- freudig sterben und mich einer seligen den bewahret! Wie viele geistliche und Ewigkeit getrösten könnte, wenn es bir leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner gefallen sollte, meinem irbischen Leben freigebigen Hand empfangen! Womit in dieser Nacht ein Ende zu machen? soll ich bir, dem Herrn, alles das Gute o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt vergelten, das bu an mir gethan hast? mich diese Prüfung: Herr, wer fann Nimm meinen Leib und meine Seele merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir zum Opfer hin. Sie find bein und auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht deinem Dienste, deiner Verherrlichung ins Gericht mit mir, denn vor bir ist follen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir nur mein Eifer, bir zu gefallen, be- meine Sünden und Uebertretungen. J ständiger, möchte der Gehorsam, den ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entbir leiste, reiner und vollkommener sein! schließe mich, in deiner Furcht mich immer Aber, o mein Gott, wie weit bin ich mehr von allen Befleckungen des Fleinoch von dem Ziele der christlichen Vollsches und des Geistes zu reinigen und fommenheit entfernt! Wie vieler Nach- meine Heiligung zu vollenden. Stärke Tässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Bergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zufünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung beiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt, und durch mein Berhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des bemüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gefiunten Jefu sei? Habe ich jeden Anlag, mich selbst zu beffern und Andern mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsaße. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich alles was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was bein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenben Tag beiliger sein, als ben heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilbe erneuert werden. Hege ich haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und bereinst 314 Das Gebet des Herrn, umschrieben. vor deinem Richterstuhle zu erscheinen Barmherziger, gnädiger Gott, unter wünsche. mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns fein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquidenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibesund Seelenträften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor bir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und befehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte bich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. abermals einen Tag zurückgelegt. Ic danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir beine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurüd, und sei mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Stacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schutz. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke une eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet baft. Erhöre mich um Jesu Chrifti, deines geliebten Sohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. nser Vater, der du bist im licher auf dem ganzen Erdboden werden Himmel, Herr der ganzen Welt, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu deffen Thron der Himmel ist, welche ihrem Niedergang Jedermaun dich recht Ehre und Gnade ist es für uns, daß erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, wir, die wir von Natur Kinder des und mit Gedanken, Worten und Werken Bornes sind, dich mit Zuversicht und preise. Und damit dein Name je länger, Bertrauen unsern Vater nennen, und je herrlicher werde, so tomme bein insgesammt unsere Herzen und Hände Reich, so laß dein Reich, das du durch zu bir aufheben dürfen! Großer Gott deinen Sohn auf Erden aufgerichtet und versöhnter Vater in Chrifto, was haft, sich immer mehr ausbreiten, daß Bönnen beine so hoch begnadigten Kinder alle Welt sich dir unterwerfe und bir mehr wünschen und bitten, als daß diene! Regiere und herrsche du in une bein Name gebeiliget werde? durch dein Wort und durch deinen Geist. Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, Zerstöre das Reich des Satans und und würdig von allen erkannt, geehret erweitere die Grenzen deines Reiches und gepriesen zu werden. O laß deinen durch Erleuchtung derjenigen, die noch Namen, deine Tugenden und Volkom- in Finsterniß leben und durch Bekehrung meuheiten immer befannter und berr- so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 bes Lasters und des Unglaubens wandeln. so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur bein Wille geschehe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erben, wie im Himmel, nicht als bu uns vergibst. Denn wenn wir unser verkehrter Wille, sondern dein nicht vergeben, so wirst du uns auch guter und vollkommener Wille geschehe, nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, so daß wir sowohl in guten als in bösen wie leicht wir in Sünde fallen, und Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, wie stark und listig unsere Feinde, der beständig willig und freudig ausüben, Satan, die Welt und unser Fleisch sind, gleich wie sie von den Engeln und um uns zu stürzen, so führe uns vollendeten Gerechten im Himmel voll- nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur zogen werden. Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, bemüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigfeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich setzen, und uns arbeitsam und tren in unserem Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns wir bitten und verstehen. unsre Schuld, als auch wir die Herrlichkeit in Ewigkeit. vergeben unsern Schuldigern. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Erlaß uns alle unsere Schulden, die Preis, und wir wollen dich ewig preisen wir so sehr gehäuft haben, und versichere und verherrlichen. Amen. Ja, das ist uns der Vergebung unserer Sünden in unser sehnlicher Wunsch und Begierde. dem Blute Christi. Wirte du selbst in Erhöre unser Gebet, das uns bein lieber uns eine göttliche Traurigkeit, Reue Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten und Leid über unsere Sünden, daß wir dich in seinem Namen, und haben das ste haffen und verabscheuen. Gib uns Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß auch ein versöhnliches Herz gegen die, erhören werdest, Amen. Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Detn ist die Kraft, du bist allein mächtig, und fannst unendlich mehr thun, ak Dein ist Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig,| gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, geduldig, von großer Gülte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außer ordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer waha ren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Er kenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bieteft du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnabe, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Zeichen eiland Herr Jesu Chrift, Beun ich, mit wahrer Bußfertigkeit, bu haft ein Gedächtniß der unter Se wenn du mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Gülte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein ferne 1 es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigteit und Menschenliebe. Ich wünsche fehnlich, an den Früchten der Erlösung, ble durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und feltg zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschätzbaren Vortheile anbieteft, zu erfüllen. O Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber stebe, ich komme wieder zu bir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Antlitz suchen. Sch suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein beiliger Wille soll von nun an die einzige Nichtschnur meines Verhaltens sein. Ach, scheute mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübbe zu erfüllen. Lo bie Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlich feit, bie du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfälle, und bir bis in den Tod getren verbleibe. deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setzteft du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöfeten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich wit de mir bie Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschredlich der Anblid des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes befannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquidet, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht bein Gedächtuiß sein! Würde ich nicht der undantbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich bein vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, bir die Ehre und den Dant zu geben, die dir gebüh reu? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierbe und Freude. Ich fomme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glüd und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu uchen, und ergreife mit Nach dem Genuffe des heiligen Abendmahls. 317 Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, gesegnet sein Erlaube nicht, daß ich die du mir anbietest, und das große mich blos mit den Lippen dir nahe, Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, aber mit dem Herzen ferne von dir. dir für dein Leiden und Sterben feierlich Sende mir dein Licht und deinen Geff, zu danken, mich dir zum Eigenthum und laß den Gedanken, daß du Herzer aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz und Nieren prüfest, alle Falschheit und zu erneuern, nicht mehr mir selber, Verstellung aus meiner Seele vertreiben. sondern nur dir zu leben, der du für Laß mich die Wunder deiner Barm: mich gestorben und auferstanden bist. herzigkeit so bedenken, daß Glaube, Ich komme, meine Gemeinschaft mit Liebe und Hoffnung dadurch in mir allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gestärket, und ich auf das Kräftigste bewogen werde, die Bersprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrichlicher Treue zu halten. Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe obe den Herrn, meine Seele, und nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerbar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverweltlichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich leben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dant opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volle. was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet fich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist tein Falsch ist! Ich sprach: ich will bem Herrn meine Uebertretungen betennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit dem foftbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, find wir dem Höchsten an genehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder Großer Erlöser, meine Seele erhebet den freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärfe, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwilrget worben, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sitnde und des Todes erlöset, und barf mich der Hoffnung der zukünftigen Herzlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Lelb für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergoffen zur Vergebung ber 318 Gebet eines Kranken. Sünden. Du bist für mich gestorben. Du| heiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinigesein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, bir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, bir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, bein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Sefigkeiten. die ich als ein Christ besitze, verlustig und meine Verdammniß umso viel schwerer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sei du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß beines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ebre bringen, in Ewigkeit, Amen. habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So babe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines Hoogelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum find. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergäße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Berantwortung, welch ein Bericht, wenn ich nun noch der Sünde biente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse GewohnGebet eines Kranken. mein Gott, bu Quelle des Trostes ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. und der Gnade, ich bemüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen fehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand brüdet mich. Dein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umpfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette barnieber liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, fannst bie Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspreffet. Bu bir allein wenbe Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ibnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, bu aber unendlich gerecht bist. Ich babe gesünrigt wider dich und vor dir. meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglüc Gebet eines Kranken. 319 feliger! A, daß ich dich zum zorn| Jayren und zeigen möge, daß ich in der wider mich gereizet habe! Du bist die Schule deiner Züchtigungen gelernet Liebe selbst. Du haft mit so vieler Gnade habe, wachsamer über alles mein Thun mich überhäuft, und nicht aufgehöret, und Lassen zu sein, und mich von aller mir Gutes zu thun. Wie konnte ich Unreinigkeit der Welt zu entfernen. doch so undankbar sein, daß ich mich Hast du aber beschlossen, den Lauf meines wider bich, meinen großmüthigsten Lebens durch diese Krankheit zu endigen, Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so und mich vor deinen Richterstuhl zu for frech, so treulos sein, daß ich mich gegen dern, so setze mein Herz in eine solche meinen Vater und König empörte! Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig daß es meine Sünden sind, die dich befinden müssen, wenn du uns von hier gegen mich reizen, daß ich mein Leben abrufeft. Reiße mein Herz ganz los von damit beflecket habe, und durch sie mich der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nun an den Rand des Abgrunds geführet nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet fehe, wenn anders deine Barmherzigkeit sein.( Denn was hat die Welt, das mich nicht noch ins Mittel tritt, und den an fie feffeln sollte? Es ist war, die, Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. Dan welche mich so starke Bande knüpfen, Doch auch deinem erbarmungsvoller Gott, höre die Stim- geben mir nahe me des Blutes, welches mein theuerster Sohne lagen die Seinigen bei seinem Erlöser für bußfertige Sünder vergossen herannahenden Abschiede am Herzen. Er hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß liebte fie allezeit, er liebte sie bis ans ich dich beleidiget babe. vib mir Kraft, Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine daß ich allen dir mißfälligen Neigungen Hände befehlen wollte, so sorgte er noch widerstehe, und mich gänzlich deinem liebreich für seine Mutter. Soll ich die Heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Meinigen verlassen, so verlasse du sie Gott, ich füffe die Ruthe, welche mich nicht. Ich werde mich dann nicht, wie schlägt. Ich lege meine Hand auf den bisher, ihrer ferner annehmen. Aber bu Mund, und will gar nicht murren. lebest immer und ewiglich. Sei du ferner Ich preise deine Barmherzigkeit mitten ihr Vater, thr Berather, ihr Beschüßer in deinen Züchtigungen. Gib mir Ge- und Helfer. Laß sie bei meinem Hinduld in meiner schweren Krankheit. Laß gange nicht weinen als solche, die feine mich einen sanften Sinn und Freund- Hoffnung haben, sondern dadurch belichkeit gegen alle die, so um mich sonders erweckt werden, so lange fie herum find, beweisen, und alle Sorg- hier noch streiten müssen, sich täglich zu falt, so man an mir beweiset, mit ihrer Veränderung zu bereiten. Brirge Dant erkennen. Laß die Mittel der du mich indessen selbst immer mehr in Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, die beilige Fassung, daß du mir ungleich denn ohne deinen Segen arbeitet doch lieber bist, als alles, was ich auf Erden der Arzt vergeblich, uno alle Mittel lieb habe.) Versiegele mich auf den sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte Tag der Erlösung. Gib neue Stärke ich alles. Mache es mit mir, wie es meinem Glauben, meiner Liebe und deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht Hoffnuna, daß ich diese Welt ohne mein, sondern dein Wille geschehe! Ver- Rummer verlassen, und mit Freuben laß mich nur nicht. Unterstütze mich aus derselben geben möge. durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwaden! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll, so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Nun, mein Gott, ich erwarte in tieffter Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, beiner Etimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu tir aus der Tiefe, und um Chrifti Jesu, meines Heilandes willen, Amen. * 1992 CASA 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Große roßer Gott, höchster Gebieter und| nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit Herr über unser Leben, der du und Muth, damit ich allen Versuchunallein in das Grab, und auch wieder gen widerstehen, und alle Lockungen und heraus führeft, ich werfe mich in tiefster Drohungen einer verführerischen Welt Demuth vor dir nieder und danke dir großmüthig verachten möge. Sei du mir von Herzen, daß du mich von den zur Rechten, damit ich niemals wante. Pforten des Grabes zurückrufest. Ach Deine Hand erhalte mich! Dein Nath ja, Herr! schon schien es, daß ich ein führe mich! Dein Geist reinige mich! Opfer des Todes sein sollte. Ich rief Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um und dein Wort anstatt eines zweischneideiner großen Barmherzigkeit willen, digen Schwertes, um allen Anläufen denn im Tode gedenket man dein nicht, der Feinde zu widerstehen, wider die ich und wer will dir im Grabe danten? werde zu streiten haben. Gott, so Du haft meine Klagen erhöret, und Mancher ist nach erlangter Gesundheit meine Thränen angesehen. Du bist von in das Verderben der Welt zurüdgeMitleiden gegen mich gerühret worden, fallen, und hat seine vorige Lebensart und haft mir die Gesundheit und das wieder angefangen; und ich habe dir Leben wiedergegeben. O, daß ich deine auch bei anderen Gelegenheiten so große Liebe und deinen Beistand nach Würde Berheißungen gethan, aber sie nicht genug erheben könnte! Sch erkenne es erfüllet. Es überfällt mich deswegen vor Federmann, daß ich dir allein meine ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Genesung zu danken habe. Auch die Sch bitte dich, laß mich nicht von größte Klugheit, beste Sorgfalt und neuem untren werden. Es erschalle Bemühung der Menschen ist ohne dich doch ohne Aufhören die Ermahnung in vergeblich. meine Ohren: Siehe zu, du bist gefund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenfest, ich doch einstens aus dieser Welt weggeben muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die etn Schauplatz ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Baterland ist, und unsere Herzen und Begierden bahin gerichtet sein müssen, weil da unfer Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Nengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Sch hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod tren zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedente, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungeftimes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gib mir das angelegentlicher sei. 3218 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Erbarme dich auch, o mein Gott, sie die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was beine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstülte und stärke alle, die du mit mir von ihren Krantenlagern aufstehen läsfest, daß Gib einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals verges sen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunft um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. und barm- bein in herziger Gott und Bater, du willst, Streite empfunden und ausgestanden daß wir dich in der Noth anrufen, hat. Linbere, verkürze und vermindere und verheißest uns Erhörung, daß die Furcht und die Schmerzen bes wir bich preisen; darum erscheinen Todes und gib ihr alles, was sie wir auch jetzt vor beinem heiligen zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, Angesichte, und bitten bich für diese franke Person, die nicht mehr mit ins, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette fie. und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren falten Lodesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde gefloffen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. tärke in Gnaben ihren Geist. sie willig und freubig ju ftreiten, und laß beine Kraft in ihrer Schwach. heit mächtig sein. Ach, Mache Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten bich herzlich und findlich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind, sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein: Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sei getrost, bir sind deine Sünden vergeben. Stärke und er halte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie bir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, bie O liebster Heiland Jesu! du haft verheißen, wenn du werdeft erhöhet sein, so wollest du uns alle zu bir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast Sprich zu daselbst alle unsere Miffethat ver föhnet, sondern bu bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Angesichte beines himmlischen Vaters für uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die träftige Wirkung deines Geistes zu bir, baß ste bir nachlaufe; ziehe ihre Seele 21 3228 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. gid aus dem bald einfallenden Kerfer Oheiligster Seligmacher, wirke ihres Leibes, darinnen sie gefangen in ihr bei ihrem Abschiede gute und ist, daß sie bald mit Freuden von heilige Gedanken, und laß deine der Erde in den Himmel, von der heiligen Engel sich um sie her lagern, Sünde zur Gerechtigkeit, aus der und ihre Seele in das himmlische Unruhe zu der Ruhe, aus der Finster- Paradies, und in den Schooß ihres niß in das Licht, aus allem Jammer Erlösers führen. in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so er halte in ihrem Herzen das Licht des feligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir fich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für ste mit unaussprechlichem Seufzen bitten.d His Unser Vater 2c. Uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichteit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: usin usulig misis na diy pardo stoljan sdr3sid the mon8 ditu di do nd diru lips picts 5 SEPTE andis? avadi puudentul to di don S po ad diuiduud 30 # 051 612 vid ng 500 and Holleet of # TH 1 d d m od dun nodrout 150hs sid hoid alisons dag dos named rund forud slapstra dan tim fic a lomid sil 1981 piloniding dout and 190517 dan sibos hou daai ste dril de bilend pidust dis pillius hofne podur) 13 mnd dat dit dan tombe dini sest sind wel nis) pilbam list bir ist das st 100#i#sid masuk use mist on and Luis dalis apdail C Hist droso is! 19/ b] lumnis soni stoljeni dugirda yogilisd ols of hi vi 819e solist sit dhe sheh siaid osas de mad and id 2356 mero 301 bos Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, Matth. 21, V. 1-9. gangen, der Tag aber herbei gekommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Rammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. a fie nun nahe bei Jerusalem famen, gen Bethphage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; Löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geſchah aber alles, auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luc. 21, V. 25-33. und es werden Zeichen geschehen ar der und den Sternen, und auf Erden wird ders Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und por Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und als= dann werden sie sehen des Menschers Sohn kommen in den Wolfen mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so jehet auf, und hebet eure Häupter auf. darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so Epistel, Röm. 13, V. 11-14. Nieben Brüder, weil wir folches seht ihr es an ihnen und merkt, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht ans gehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch wissen, nämlich die Zeit, daß die dies Geschlecht wird nicht vergehen, Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, bis daß es alles geschehe. Himmel fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn und Erde werden vergehen, aber ba wir es glaubten; die Nacht ist ver- meine Worte vergehen nicht. 1 Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Fütlen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volt aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der ba kommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, V. 4-13. an mir ärgert. Da die hingingen, Wist uns zur Lehre geſchrieben, as aber zuvor geschrieben ist, das fing Jesus an zu reden zu dem Boll ist uns zur Lehre geschrieben, von Johanne: Was seid ihr hinausauf daß wir durch Geduld und Trost Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der gegangen in die Wüste zu sehen? der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wind hin und her wehet? Oder was euch, daß ihr einerlei gesinnt seid Wolltet ihr einen Menschen in weichen unter einander nach Jesu Christo, auf Kleidern sehen? Siehe, die da weiche daß ihr einmütiglich mit einem Munde Kleider tragen, sind in der Lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet Häusern. Oder was seid ihr hinaus euch unter einander auf, gleichwie gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen euch Christus hat aufgenommen zu der auch mehr ist, denn ein Prophet. Ja, ich sage euch, Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Denn dieser ist's, von dem geschrieben Jesus Christus sei ein Diener gewesen steht: Siehe, ich sende meinen Engel Könige vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißing, den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen fingen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volt! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völter! Und abermal spricht Jesaias: Es wird fein die Wurzel Jeffe, und der auf erstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des Heiligen Geistes. 2 Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Epistel, 1. Kor. 4, V. 1-5. Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimniffe. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Jch bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Matth. 11, V. 2-10. a aber Johannes im Gefängnis Evangelium am 4. Sonntage die Werte Christi hörte, fandte des Advents, er seiner Jünger zween und ließ ihm fagen: Bist du, der da kommen soll, Joh. 1, V. 19-28. oder sollen wir eines andern warten? Und dies ist das Zeugnis Johannis, da antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, salem Priester und Leviten, daß fie was ihr sehet und höret: die Blinden ihn fragten: Wer bist du? Und er sehen, und die Lahmen gehen, die bekannte und leugnete nicht. Und er Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt, und selig ist, der sich nicht bekannte: Ich bin nicht Christus. Und fie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er aut Am heil. Christtage. Am 2. heil. Christtage. wortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gefandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jefaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharifäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den thr nicht fennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufte. 3 Und es vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volt widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohl gefallen! Epistel, Phil. 4, V. 4-7. reuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott hund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Epistel, Tit. 2, 3. 11-14. enn es ist erschienen die heilfame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der HerrEvangelium am heil. Chrifttage, Luc. 2, v. 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daßlichkeit des großen Gottes und unsers fid Heilandes Jesu Christi, der sich selbst ein Gebot vom Kaiser Augusto für uns gegeben hat, auf daß er uns ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die erlösete von aller Ungerechtigkeit, und allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt reinigte ihm selbst ein Volt zum Eigena tum, das fleißig wäre zu guten Werten. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, V. 15-20. Nazareth, in das jüdiſche Land, zur Und da die Engel von ihnen gen die da darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria, seinem Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns, 1* 4 Am Sonntage nach Christtag. Am Neuen Jahrestage. der Herr fund gethan hat. Und sie ihrem Manne nach ihrer Jungfraus Tamen eilend und fanden beide, Maria schaft, und war nun eine Witwe bek und Joseph, dazu das Kind in der vier und achtzig Jahren, die kame Krippe liegend. Da sie es aber gesehen nimmer vom Tempel, diente Gott hatten, breiteten sie das Wort aus, mit Fasten und Beten Tag und Nacht. welches zu ihnen von diesem Kinde Dieselbige trat auch hinzu zu derselbiger gesagt war. Und alle, vor die es Stunde, und pries den Herrn, und lam, wunderten sich der Rede, die redete von ihm zu allen, die auf die Ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria Erlösung zu Jerusalem warteten. Und aber behielt alle diese Worte, und be- da sie es alles vollendet hatten nach wegte sie in ihrem Herzen. Und die dem Gesetze des Herrn, fehrten fie Hirten tehrten wieder um, priesen wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt und lobten Gott um alles, was sie Nazareth. Aber das Kind wuchs, und gehört und gesehen hatten, wie denn ward start im Geist, voller Weisheit, zu ihnen gesagt war. und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, 3. 1-7. J ch fage aber: So lange der Erbe Epistel, Tit. 3, V. 3-8. enn wir waren auch weiland unweise, ungehorsame, irrige, ein Kind ist, so ist unter ihm und bienende den Lüsten und mancherlei einem Knechte fein Unterschied, ob er Wollüsten, und wandelten in Bosheit wohl ein Herr ist aller Güter; fons und Neid, und hasseten uns unter dern er ist unter den Bormündern einander. Da aber erschien die Freund- und Pflegern, bis auf die bestimmte Richkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Zeit vom Vater. Also auch wir, da Heilandes; nicht um der Werte willen wir Kinder waren, waren wir gefans der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, gen unter den äußerlichen Satzungen. sondern nach seiner Barmherzigkeit Da aber die Zeit erfüllt ward, sandte machte er uns selig durch das Bad Gott seinen Sohn, geboren von einem der Wiedergeburt und Erneuerung des Weibe und unter das Gesetz gethan, heiligen Geistes, welchen er ausgegossen auf daß er die, so unter dem Gesetz hat über uns reichlich durch Jesum waren, erlösete, daß wir die KindChristum, unsern Heiland, auf daß schaft empfingen. Weil ihr denn wir durch desselbigen Gnade gerecht und Kinder seid, hat Gott gefandt den Erben seien des ewigen Lebens nach Geist seines Sohnes in eure Herzen, der der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hler kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, V. 33-40. Evang. am Neuen Jahrestage, nd sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, Luc. 2, V. 21. bieſer wird geſetzt zu einein Fall und Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, das Auferstehen vieler in Israel, und zu ward sein Name genannt Jesus, einem Zeichen, dem widersprochen welcher genannt war von dem Engel, ehe wird. Und es wird ein Schwert denn er im Mutterleibe empfangen war. durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlechte Aser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit Epistel, Gal. 3, V. 23-29. he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf der Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 -Siauben, der da follte offenbaret| denn es war aus mit ihnen. Da werden. Also ist das Gesetz unser aber Herodes gestorben war, fiche, Buchtmeister gewesen auf Christum, da erschien der Engel des Herrn dem daß wir durch den Glauben gerecht Joseph im Traum in Ägyptenland würden. Nun aber der Glaube gekom- und sprach: Stehe auf, und nimm men ist, sind wir nicht mehr unter das Kindlein und seine Mutter zu dir, dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle und ziehe hin in das Land Israel; fie Gottes Kinder durch den Glauben sind gestorben, die dem Kinde nach an Christum Jesum. Denn wie viele euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist Tein Jude, noch Grieche; hier ist kein Knecht, noch Freier; hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Örter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllt würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, V. 13-23. a fie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des D sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Ägyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Ägyptenland; und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllt würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes mun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist erfüllt, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, viel Klagens, Beinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, Epistel, 1. Petri 4, V. 12-19. Chr Lieben, lasset euch die Hike, ( die euch widerfährt, daß ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Chrifti; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Bei ihnen ist er verläftert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Übelthäter, oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er fich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Matth. 2, V. 1-12. 6 Am Sonnt. der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Evangel. am Sonnt. der Erschei-| Denn siehe, Finsternis bedeckt bas Erdreich, und Dunkel die Völker; aber nung Christi( Epiphaniä), über dir geht auf der Herr, und feine Herrlichkeit erscheint über dir. a Jesus geboren war zu Beth- Und die Heiden werden in deinem Licht lehem im jüdischen Lande zur wandeln, und die Könige im Glanz, Beit des Königs Herodes, siehe, da der über dir aufgeht. Hebe deine kamen die Weisen vom Morgenlande Augen auf und siehe umher, diese alle gen Jerusalem und sprachen: Wo ist versammelt kommen zu dir. Deine der neugeborne König der Juden? Söhne werden von ferne kommen, Wir haben seinen Stern gesehen im und deine Töchter zur Seite erzogen Morgenlande, und sind gekommen, ihn werden. Dann wirst du deine Lust anzubeten. Da das der König Hero- sehen und ausbrechen, und dein Herz des hörte, erschrak er, und mit ihm wird sich wundern und ausbreiten, das ganze Jerusalem, und ließ ver- wenn sich die Menge am Meer zu sammeln alle Hohenpriester und Schrift dir bekehrt, und die Macht der Heiden gelehrten unter dem Volt, und er zu dir kommt. Denn die Menge der forschte von ihnen, wo Christus sollte Kamele wird dich bedecken, die Läufer geboren werden. Und sie sagten ihm: aus Midian und Epha. Sie werdent Zu Bethlehem im jüdischen Lande; aus Saba alle kommen, Gold und denn also steht geschrieben durch den Weihrauch bringen, und des Herrn Propheten: Und du Bethlehem im Lob verkündigen. jüdischen Lande bist mit nichten die fleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr fei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und wies sie gen Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, V. 41-52. Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mires wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er fam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, feiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, and thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Und feine Eltern gingen alle Jahre gen Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Be= kannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem und fuchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sißen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten fie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das Mache ache dich auf, werde Licht; denn gethan? Siehe, dein Vater und ich dein Licht kommt, und die Herr- haben dich mit Schmerzen gesucht. lichkeit des Herrn geht auf über dir. I Und er sprach zu ihnen: Was ist es, Epistel, Jes. 60, V. 1-6. Am 2. Sonntage nach Epiphania. 7 daß ihr mich gesucht habt? Wisset| ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ihr nicht, daß ich sein muß in dem, ist noch nicht gekommen. Seine Mutter daß meines Vaters ist? Und sie verspricht zu den Dienern: Was er euch standen das Wort nicht, das er mit sagt, das thut. Es waren aber allda ihnen redete. Und er ging mit ihnen sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, hinab und kam gen Nazareth, und nach der Weise der jüdischen Reinigung, war ihnen unterthan. Und seine und gingen je in einen zwei oder Mutter behielt alle diese Worte in drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. an Weisheit, Alter und Gnade bei Und sie füllten sie bis oben an. Gott und den Menschen. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet mun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister fostete den Wein, der Wasser gewesen war, nicht, wannen Epistel, Röm. 12, V. 1-6. ch ermahne euch, lieben Brüder, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, er tam( die Diener aber wußten es, das da lebendig, heilig und Gott wohl die das Wasser geschöpft hatten), gefällig sei, welches sei euer ver- ruft der Speisemeister den Bräutinünftiger Gottesdienst. Und stellet gam und spricht zu ihm: Jedereuch nicht dieser Welt gleich, sondern mann gibt zum ersten guten Wein, verändert euch durch Erneuerung eures und wenn sie trunken geworden sind, Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, alsdann den geringeren; du haft welches da sei der gute, der wohlge- den guten Wein bisher behalten. fällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich fage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich's gebühret zu halten; sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgeteilt hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe vicle Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrs lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. CLOS Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. 11nd nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jefus spricht zu ihr: Weib, was habe Epistel, Röm. 12, V. 7-16. at jemand Weissagung, so sei fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, fo thue er es mit Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Haffet das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhs 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. lichen, und weinet mit den Weinen-| Gehe hin, dir geschehe, wie du ges den. Habt einerlei Sinn unter- glaubt hast. Und sein Knecht ward einander. Trachtet nicht nach hohen gesund zu derselbigen Stunde. Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Epistel, Röm. 12, V. 17-21. Evangel. am 3. Sonntage nach Haltet euch nicht ſelbſt für llug. Epiphania, Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Matth. 8, V. 1-13. Da a Jesus aber vom Berge herab Menschen Frieden. Rächet euch selber a Jesus aber vom Berge herab nicht, meine Liebsten, sondern gebet ging, ihm viel nach. Und siehe, ein Ausfäßiger tam Raum dem Zorn, denn es steht und betete ihn an und sprach: Herr, will vergelten, spricht der Herr. So geschrieben: Die Rache ist mein, ich so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es thun; sei gereinigt! Und alssobald war er von seinem Aussatze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, fage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu ihn, dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn nun deinen Feind hungert, so speise du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß sondern überwinde das Böse mit dich nicht das Böse überwinden, Gutem. Epiphania, einem Beugnis über sie. Da aber Evangel. am 4. Sonntage nach Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Matth. 8, V. 23-27. Und Jefus trat in das Schiff, und ch will kommen und ihn gefund siehe, da erhob sich ein großes Ungestüm feine Jünger folgten ihm. Und machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, mit Wellen bedeckt ward; und er im Meer, also daß auch das Schifflein daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, sprachen: Herr, hilf uns, wir vers dazu der Obrigkeit unterthan, und derben! Da sagte er zu ihnen: Ihr habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! furchtsam? Und stand auf und bes Kleingläubigen, warum seid ihr so so geht er, und zum andern: Komm dräuete den Wind und das Meer, da her! so kommt er, zu meinem und Knechte: Thue das! so thut er's. Da aber verwunderten sich und sprachen: ward es ganz stille. Die Menschen das Jesus hörte, verwunderte er sich Was ist das für ein Mann, daß ihm und sprach zu denen, die ihm nach- Wind und Meer gehorsam ist? folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom und mit Epistel, Röm. 13, V. 8-10. Seid niemand nichts schuldig, denn und Jakob im Himmelreich sitzen. denn wer den andern liebt, der hat Aber die Kinder des Reichs werden das Gesets erfüllt. Denn das da ausgestoßen in die Finsternis hinaus, gesagt ift: Du sollst nicht ehebrechen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. du sollst nicht töten; du sollst nicht Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: I stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis Am Sonnt. Septuagesimă. 9 welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Evangel. am 5. Sonntage nach Worten oder mit Werken, das thut Epiphaniä, alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am 5. Sonnt. nach Epiphania. geben; dich soll nichts gellisten, und o ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten verfaffet: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich felbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Matth. 13, V. 24-30. & r legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute schliefen, tam sein Feind und fäete Untraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hauswater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unfraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit außraufet, so ihr das Untraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen fanımelt mir in meine Scheuerit. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, V. 1-16. as Himmelreich ist gleich einent Hausvater, der am Morgen Arbeiter zu mieten in ausging, seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbei o ziehet nun an als die Auser- tern, und gib ihnen den Lohn, und wählten Gottes, Heilige und Ge- hebe an, an den letzten bis zu den liebte, herzliches Erbarmen, Freund- ersten. Da tamen die um die elfte lichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, Stunde gedingt waren, und empfing amd vertraget einer den andern, und ein jeglicher seinen Groschen. Da vergebet euch untereinander, so je- aber die ersten kamen, meinten fie, mand Klage hat wider den andern, sie würden mehr empfangen, und sie gleichwie Christus euch vergeben hat, empfingen auch ein jeglicher seinen also auch ihr. Über alles aber ziehet Groschen. Und da sie den empfingen, an die Liebe, die da ist das Band murrten sie wider den Hausvater der Vollkommenheit. Und der Friede und sprachen: Diese letzten haben nur Gottes regiere in euren Herzen, zuleine Stunde gearbeitet, und du haft Epistel, Kol. 3, V. 12-17. Am Sonntage Sexagesima. eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertres ten, und die Bögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dor nen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das fagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reiches Gottes, den andern aber W iffet ihr nicht, daß die, so in in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, den Schranken laufen, die ob sie es schon sehen, und nicht vers laufen alle, aber einer erlangt das stehen, ob sie es schon hören. Das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr ist aber das Gleichnis: Der Same ist es ergreifet. Ein jeglicher aber, der das Wort Gottes. Die aber an dem da kämpft, enthält sich alles Dinges; Wege sind, das sind, die es hören; jene also, daß sie eine vergängliche darnach kommt der Teufel und nimmt Krone empfangen, wir aber eine das Wort von ihrem Herzen, auf daß unvergängliche. Ich laufe aber also, fie nicht glauben und selig werden. nicht als aufs Ungewisse; ich fechte Die aber auf dem Fels, sind die, wenn also, nicht als der in die Luft streicht, sie es hören, nehmen fie das Wort sondern ich betäube meinen Leib mit Freuden an, und die haben nicht und zähme ihn, daß ich nicht den Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und andern predige und selbst verwerflich zu der Zeit der Anfechtung fallen fie werde. Ich will euch aber, lieben ab. Das aber unter die Dornen fiel, Brüder, nicht verhalten, daß unsere sind die, so es hören, und gehen hin Bäter sind alle unter der Wolfe unter den Sorgen, Reichtum und gewesen, und sind alle durchs Meer Wollust dieses Lebens, und ersticken, gegangen, und sind alle unter Mose und bringen keine Frucht. Das aber getauft mit der Wolle und mit dem auf dem guten Lande, sind, die das Meer, und haben alle einerlei geist- Wort hören und behalten in einem liche Speisen gegeffen, und haben alle feinen guten Herzen, und bringen einerlei geistlichen Trank getrunken. Frucht in Geduld. Sie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. 10 fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins geworden um einen Grofchen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Betten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind beru fen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, 1. Kor. 9, V. 24 bis Kap. 10, V. 5. Epistel, 2. Kor. 11, V. 19 bis Kap. 12, V. 9. Evangelium am Sonntage Sexagesimä, Luc. 8, V. 4-15. Denn ihr vertragt gerne die Narren, dieweil ihr flug seid. Ihr vertragt, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so auch jemand nimmt, so euch jemand trott, so euch jemand in das Angesicht freicht. a nun viel Volfs bei einander war| Das sage ich nach der Unehre, als wären und aus den Städten zu ihm wir schwach geworden. Worauf mun je D Am Sonntage Quinquagesima. 11 mand fühn ist( ich rede in Thorheit), 1 schen( ob er in dem Leibe oder außer darauf bin ich auch fühn. Sie sind dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Esräer, ich auch. Sie sind Israe- Gott weiß es). Er ward entzückt liten, ich auch. Sie sind Abrahams in das Paradies und hörte unausSamen, ich auch. Sie sind Diener sprechliche Worte, welche kein Mensch Christi( ich rede thörlich), ich bin wohl sagen kann. Davon will ich mich mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich rühmen, von mir selbst aber will ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin mich nichts rühmen, ohne meiner öfters gefangen, oft in Todesnöten Schwachheiten. Und so ich mich rühmen gewesen. Von den Juden habe ich wollte, thäte ich darum nicht thörlich, fünfmal empfangen vierzig Streiche denn ich wollte die Wahrheit sagen. weniger eins. Ich bin dreimal ge- Ich enthalte mich aber des, auf daß ftäupet, einmal gesteinigt, dreimal nicht jemand mich höher achte, denn habe ich Schiffbruch erlitten, Tag er an mir sieht, oder von mir und Nacht habe ich zugebracht in der hört. Und auf daß ich mich nicht der Tiefe( des Meeres). Ich habe oft hohen Offenbarung überhebe, ist mir gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge- gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämwesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter lich des Satans Engel, der mich mit den Mördern, in Fährlichkeit unter Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht den Juden, in Fährlichkeit unter den überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn Heiden, in Fährlichkeit in den Stä- gefleht habe, daß er von mir wiche; dten, in Fährlichkeit in der Wüste, und er hat zu mir gesagt: Laß dir in Fährlichkeit auf dem Meer, in an meiner Gnade genügen, denn meineFährlichkeit unter den falschen Brü- Kraft ist in den Schwachen mächtig. dern, in Mühe und Arbeit, in viel Darum will ich mich am allerliebsten Wachen, in Hunger und Durst, in rühmen meiner Schwachheit, auf daß viel Fasten, in Frost und Blöße; die Kraft Christi bei mir wohne. Ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwach- esus nahm zu sich die Zwölfe und heit rühmen. Gott und der Vater sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen unseres Herrn Jesu Christi, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird fei gelobt in Ewigkeit, weiß, daß ich alles vollendet werden, das geschrienicht lüge. Zu Damastus der Land- ben ist durch die Propheten von des pfleger des Königs Areta verwahrte Menschen Sohn; denn er wird überdie Stadt der Damasker und wollte antwortet werden den Heiden, und mich greifen; und ich ward in einem er wird gespottet und geschmähet Korbe zum Fenster aus durch die und verspeiet werden. Und sie werMauer niedergelassen, und entrann den ihn geißeln und töten, und am aus seinen Händen. Es ist mir ja dritten Tage wird er wieder aufer das Rühmen nichts müße, doch will stehen. Sie aber vernahmen der keines, ich kommen auf die Gesichte und und die Rede war ihnen verborgen Offenbarungen des Herrn. Ich kenne und wußten nicht, was das gesagt war. einen Menschen in Christo, ver vier- Es geschah aber, da er nahe zu Jezehn Jahren( ist er in dem Leibe ge- richo tam, saß ein Blinder am Wege wesen, so weiß ich es nicht, oder ist er und bettelte. Da er aber hörte das außer dem Leibe gewesen, so weiß ich Volk, das durchhin ging, forschte es auch nicht, Gott weiß es), derselbige er, was das wäre. Da verkündigten ward entzüdt bis in den dritten Him- sie ihm, Jesus von Nazareth ginge mel. Und ich kenne denselbigen Men- vorüber. Und er rief und sprach: Evangelium am Sonntage Quinquagesima. Luc. 18, V. 31-43. Jefu 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich in einem dunkeln Wort, dann aber mein! Die aber vorne an gingen, be- von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ers bräueten ihn, er sollte schweigen. Er kenne ich es stückweise, dann aber werde aber schrie vielmehr: Du Sohn Da- ich es erkennen, gleich wie ich erkannt vids, erbarme dich mein! Jesus aber bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffstand stille und hieß ihn zu sich nung, Liebe, diese drei. Aber die führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn Liebe ist die größte unter ihnen. brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, Dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, folgte ihm nach und pries Gott, und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, V. 1-11. a ward Jefus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeg= lichen Wort, das durch den Mund Teufel mit sich in die heilige Stadt, Gottes geht. Da führte ihn der und stellte ihn auf die Binne des Tempels und sprach zu ihm: Bist Du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ die Engel zu ihm und dienten ihm. ihn der Teufel, und siehe, da traten W enn ich mit Menschen Epistel, 1. Kor. 13, V. 1-13. und mit Engelzungen redete, und hätte ber Liebe nicht, so wär' ich ein tönend Erz, oder eine flingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erfenntnis, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und Hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nüße. Die Liebe ist langmütig und freundLich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, fie blähet fich nicht, sie stellt sich nicht ungeberdig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit. Sie verträgt alles, fie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weisjagungen aufhören werden, und die Sprachen aufHören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwert, und unser Weissagen ist Stückwert. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwert aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war Tug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir ermahnen aber euch, als Mit Wir einen ihr nicht vergeblich Epiftel, 2. Kor. 6, B. 1-10. Am 2. und 3. Sonntage in der Fasten. 13x nehme und werfe es vor die Hunde Sie sprach: Ja Herr, aber doch effer die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß; die geschehe, wie du willst. Und ihre Toch ter ward gesund zu derselbigen Stunde.. ble Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhört, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Seht, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laßt uns aber niemand irgend ein Ärgernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen laßt uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefäng nissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Reuschheit, in Erkenntnis, in in lichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und boch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Epistel, 1. Theff. 4, V. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir in Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wißt, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, Denn Gott: sondern zur Heiligung. Evangel. am 2. Sonntage in der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, V. 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und nd er trieb einen Teufel aus, der U entwich Gegend Tyrus Sidon. Und siehe, ein kananäisches Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verIorenen Schafen von dem Hause Israel. Sie tam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brot war stumm. Und der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, der: Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vers nahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüste, unb ein Haus fällt über das andere. St denn der Satanas auch mit sich selbst. uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr sagt, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, Evangel. am 3. Sonntage in der Fasten( Oculi), Luc. 11, V. 14-28. 14 Am 4. Sonntage in der Fasten. durch wen treiben fie eure Kinder aus?| dieser willen Tommt der Born Darum werden sie eure Richter fein. Gottes über die Kinder des Un= So ich aber durch Gottes Finger die glaubens. Darum seid nicht ihre Teufel austreibe, so kommt je das Mitgenossen. Denn ihr waret weiReich Gottes zu euch. Wenn ein starker land Finsternis, nun aber seid ihr Gewappneter seinen Palast verwahrt, ein Licht in dem Herrn. Wandelt To bleibt das Seine mit Frieden; wenn wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber ein Stärkerer über ihn kommt und aber des Geistes ist allerlei Gütigkeit überwindet ihn, so nimmt er ihm und Gerechtigkeit und Wahrheit. seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus. Wer nicht Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Joh. 6, V. 1-15. mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durchwandert er dürre Stätte, fucht Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er fommt, so findet er es mit Besemen gelehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit dem felbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volte die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Damer an der Stadt Liberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volts zur ihm kommt, und spricht zu Philippo Wo kaufen wir Brot, daß diese effen 2 ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thum wollte.) Philippus antwortete ihm 3weihundert Pfennige wert Brots ist nicht genug unter fie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist: ein Knabe hier, der hat fünf Gersten ( o seid mun Gottes Nachfolger, als brote und zween Fische, aber was ist: die lieben Kinder, und wandelt das unter so viele? Jesus aber sprach: in der Liebe, gleichwie Christus uns Schaffet, daß sich das Bolt lagere. geliebt hat, und sich selbst dargegeben Es war aber viel Gras an dem Ort. für uns zur Gabe und Opfer, Gott Da lagerten sich bei fünftausend Mann. zu einem süßen Geruch. Hurerei aber Jejus aber nahm die Brote, dankte und alle Unreinigkeit, oder Geiz laßt und gab sie den Jüngern, die Jünger nicht von euch gesagt werden, wie aber denen, die sich gelagert hatten. den Heiligen zusteht; auch schandbare Desselbigengleichen auch von den Worte und Narrenteidinge, oder Fischen, wie viel er wollte. Da fie Scherz, welche euch nicht ziemen, aber satt waren, sprach er zu seinen fondern vielmehr Danksagung. Denn Jüngern: Sammelt die übrigen das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, Brocken, daß nichts umkomme. Da noch Unreiner, oder Geiziger( welcher sammelten sie und füllten zwölf ist ein Gözendiener) Erbe hat an Körbe mit Brocken von den fünf dem Reiche Christi und Gottes. Gerstenbroten, die überblieben denen, Laßt euch niemand verführen mit die gespeift wurden. Da nun die vergebl ichen Worten, denn um Menschen das Zeichen fahen, das Epistel, Ephes. 5, V. 1-9. Am 5. Sonntage in der Fasten. 15 Jesus that, sprachen sie: Das ist wahr-| ihr seid nicht von Gott. Da antlich der Prophet, der in die Welt worteten die Juden und sprachen zu tommen soll. Da Jesus mun merkte, ihm: Sagen wir nicht recht, daß du daß fie kommen würden und ihn ein Samariter bist und hast den haschen, daß sie ihn zum Könige Teufel? Jesus antwortete: Ich habe machten, entwich er abermal auf den feinen Teufel, sondern ich ehre meinen Berg, er selbst alleine. Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht und richtet. Wahrlich, So mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich! Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und di der wird den Tod nicht schmecken ewigSo jemand mein Wort hält, lich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was wortete: So ich mich selbst ehre, so machst du aus dir selbst? Jesus antist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn, und so sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich fenne Wort. Abraham, ihn und halte sein Wort. euer Bater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Gal. 4, B. 22-31. D enn es steht geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von ist nach dem Fleische geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, benn das sind die zwei Teftamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langt bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, und brich und nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, find Ifaats nach der Verheißung Kin der. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also geht es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, Lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, fondern der Freien. Epistel, Hebr. 9, V. 11-15. Evangel. am 5. Sonntage in Christus aber ist gekommen, daß er ſei ein der Fasten( Judica), Joh. 8, V. 46-59. Güter, durch eine größere und volltommenere Hütte, die nicht mit der zu das die unter euch fann mich einer Sünde also gebaut ist, auch nicht durch der zeihen? So ich euch aber die Wahr- Böcke oder Kälber Blut; sondern er heit sage, warum glaubt ihr mir nicht? ist durch sein eigenes Blut einmal in Wer von Gott ist, der hört Gottes das Heilige eingegangen und hat eine Wort; darum hört thr nicht, denn ewige Erlösung erfunden. Denn so 16 Palmsonntage. Am grünen Donnerstage. ber Ochsen und der Böcke Blut und| er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt die Asche, von der Kuh gesprengt, er es nicht für einen Raub, Gott gleich heiligt die Unreinen zu der leiblichen sein, sondern äußerte sich selbst und Reinigkeit, wieviel mehr wird das nahm Knechtsgestalt an, ward gleich Blut Christi, der sich selbst ohne allen wie ein anderer Mensch und an Ges Wandel durch den heiligen Geist Gott berden als ein Mensch erfunden. Er geopfert hat, unser Gewissen reinigen erniedrigte sich selbst und ward gehors von den toten Werken, zu dienen dem sam bis zum Tode, ja zum Tode am Lebendigen Gott! Und darum ist er Kreuze. Darum hat ihn auch Gott auch ein Mittler des neuen Testaments, erhöht und hat ihm einen Namen auf daß durch den Tod, so geschehen ist gegeben, der über alle Namen ist, daß zur Erlösung von den Übertretungen, in dem Namen Jesu sich beugen sollen die unter dem ersten Testament waren, alle Kniee derer, die im Himmel und bie, so berufen sind, das verheißene auf Erden und unter der Erde sind, ewige Erbe empfangen. und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, V. 1-9. D a fie nun nahe bei Jerufalem tamen, gen Bethphage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, V. 1-15. hin in den Fleden, der vor euch liegt, Vor dem Feft aber der Ostern, des und bald werdet ihr eine Efelin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; Töset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so-= bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schone der Teufel hatte dem Juda Simonis schariot in das Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekom men war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete fich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da tam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Ejelin und das FülTen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volt aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna bem Sohne Davids! Gelobt sei, der ba kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, V. 5-11. Sin in jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob Am heiligen Ostertage und am heiligen Oster- Montage. 17 Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn| Evangel. am heiligen Ostertage, die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Berräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wißt ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißt mich Meister und Herr, und sagt recht daran; denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Marc. 16, V. 1-8. Da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und falbten ihn. und sie tamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzt war; denn er war sehr groß. und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht. Ihr sucht Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Ga liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsetzen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1. Kor. 11, V. 23-32. Epistel, 1. Kor. 5, V. 7-8. ch habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmaht, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von dieſem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot ist, oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig ißt und trinkt, der ist und trinkt sich und der Wahrheit. selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn ſo wir uns felbernd siehe, zween aus ihnen gingen an eget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig feid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laßt uns Ostern halten nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauers teige der Bosheit und Schaltheit, son dern in dem Süßteige der Lauterkeit Evangel.amheil.Oster- Montage, Luc. 24, V. 13-35. Wenn wir aber gerichtet werden, so der war von Jerusalem sechzig Feld werden wir von dem Herrn gezüchtigt, weges weit, des Name heißt Emmaus, auf daß wir nicht samt der Welt und sie redeten mit einander von allen verdammt werden. diesen Geschichten. Und es geschah, da 2 18 Am 1. Sonntage nach Ostern. fie so redeten und befragten sich mit auf dem Wege, als er uns die Schrift einander, nahte Jesus zu ihnen und öffnete? Und sie standen auf zu ders wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen selbigen Stunde, kehrten wieder gen wurden gehalten, daß sie ihn nicht Jerusalem und fanden die Elfe vers fannten. Er aber sprach zu ihnen: sammelt und die bei ihnen waren, Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Voll. Epistel, Apost. Gesch. 10, B. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf Petrus und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person Wie ihn unsere Hohenpriester und nicht ansieht; sondern in allerlei Obersten überantwortet haben zur Ver- Volt, wer ihn fürchtet und recht thut, dammnis des Todes und gekreuzigt. wohl von der Predigt, die Gott zu der ist ihm angenehm. Ihr wist Wir aber hofften, er sollte Israel er- den Kindern Israel gefandt hat und Lösen. Und über das alles ist heute der verkündigen lassen den Frieden durch dritte Tag, daß solches geschehen ist. Jesum Christum, welcher ist ein Herr Auch haben uns erschreckt etliche Weiber über alles; die durch das ganze jüdische der Unsern, die sind frühe bei dem Land geschehen ist, und angegangen in Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht Galiläa, nach der Taufe, die Johannes gefunden, kommen und sagen, sie haben predigte. Wie Gott denselbigen Jesum ein Gesicht der Engel gesehen, welche von Nazareth gesalbt hat mit dem fagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden heiligen Geiste und Kraft, der umher es also, wie die Weiber sagten, aber gezogen ist und hat wohlgethan und ihn fanden sie nicht. Und er sprach gefund gemacht alle, die vom Teufel zu ihnen: O ihr Thoren und träges mit ihm. Und wir sind Zeugen alles überwältigt waren, denn Gott war Herzens, zu glauben alle dem, das des, das er gethan hat im jüdischen die Propheten geredet haben! Mußte Lande und zu Jerusalem. Den haben nicht Christus solches leiden, und zu fie getötet und an ein Holz gehängt. feiner Herrlichkeit eingehen? Und fing Denselbigen hat Gott auferwedt am an von Mose und allen Propheten, und dritten Lage, und ihn lassen offenbar legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen werden, nicht allem Bolt, sondern uns, nahe zum Flecken, da sie hingingen, die wir mit ihm gegessen und getrunken den vorerwählten Zeugen von Gott, und er stellte sich, als wollte er fürder haben, nachdem er auferstanden ist vor gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat fich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen antereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete den Toten. welche sprachen: Der Herr ist wahrshaftig auferstanden, und Simoni ers schienen! Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, B. 19-23. m Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, lam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede Am 2. u. 3. Sonntage nach Oftern. 19 Sei mit euch! Und als er das fagte,| Meinen, und bin bekannt den Meinen, zeigte er seine Hände und seine Seite. wie mich mein Vater fennt, und ich Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn fahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, B. 4-10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeugt, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Beugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größzer; dem Gottes Zeugnis ist das, daß er gezeugt von seinem Sohne. Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat Beugnis Evang. am 2. Sonnt. nach Oftern ( Misericordias Domini), Joh. 10, B. 12-16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter tenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, B. 21-25. enn dazu seid ihr berufen, fintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen feinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtig teit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, B. 16-23. über ein Kleines, so werdet ihr mich und aber ein fleines, so werdet ihr mich fehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, daß er sagt zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß zum Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, sie: Was ist das, daß er sagt: Über des die Schafe nicht eigen sind, sieht ein kleines? Wir wissen nicht, was ben Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die er redet. Da merkte Jesus, daß fie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr 2* 20 Am 4. Sonntage nach Ostern. mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich hin? Sondern dieweil ich solches zu fage euch: Ihr werdet weinen und euch geredet habe, ist euer Herz voll heulen, aber die Welt wird sich freuen; Traurens worden. Aber ich sage euch ihr aber werdet traurig sein, doch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß eure Traurigkeit soll in Freude ver- ich hingehe. Denn so ich nicht hinlehrt werden. Ein Weib, wenn sie gehe, so kommt der Tröster nicht zu gebiert, so hat sie Traurigkeit, denn euch. So ich aber hingehe, will ich ihre Stunde ist gekommen, wenn sie ihn zu euch senden. Und wann deraber das Kind geboren hat, denkt sie selbige fommt, der wird die Welt nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch mun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll fich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht seht; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten; denn er wird nicht von ihm selbst reden, er wird, wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derfelbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verfündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch vertündigen. Epistel, 1. Petri 2, V. 11-17. Lieben Brüder, ich ermahne euch als haltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führt einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preifen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, lle gute Gabe und alle vollkommene daß ihr mit Wohlthun verstopft die von oben herab, von Unwissenheit der thörichten Menschen, dem Vater des Lichts, bei welchem ist als die Freien, und nicht als hättet keine Veränderung, noch Wechsel des ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehrt den König! Epistel, Jal. 1, B. 17-21. lichts und Finsternis. Er hat uns gezeugt nach feinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, V. 5-15. Nun un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du Am 5. Sonntage nach Ostern u. am Himmelfahrtstage. 21 Evangelium am 5. Sonntage| fleckter Gottesdienst vor Gott dem nach Ostern( Rogate), Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrer Trübfsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Wat Joh. 16, V. 23-30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort gerebet, es tommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen; und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebt und glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm feine Flinger: Siehe, mun redest du frei heraus und sagst kein Sprich wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jal. 1, V. 22-27. eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch felbst betrügt. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, sein leiblich im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich befchaut hat, geht er davon und vergift von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und Darinnen beharrt, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thater, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im 3aum, sondern verführt sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbeEvangelium am Tage der Himmelfahrt Christi, Marci 16, B. 14-20. Zuletzt, da die Elfe zu Tische faßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten deneit, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt, und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubt, der wird ver dammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Bungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Krankter werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzt zur rechten Hand Gottes. She aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Ap. Gesch. 1, B. 1-11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber von Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln. welche er hatte erwählt, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancherlet Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und rebete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalent wichen, sondern warteten auf die Bera 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. heißung des Vaters, welche ihr habt gehört( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen getommen waren, fragten ihn und Sprachen: Herr, wirst du auf diese Beit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolte nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, V. 23-31. Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Epistel, 1. Pet. 4, B. 8-11. ( o seid nun mäßig und nüchterre zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murmeln, und dient einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guter Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott dar reicht, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern( Exaudi), Wer mich liebt, der wird meins mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung hei ihm Joh. 15, V. 26 bis Kap. 16, V. 4. W machen. Wer aber mich nicht liebt, mein Wort Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, enn aber der Tröster kommen weil ich bei euch gewesen bin. Aber wird, welchen ich euch senden der Tröster, der heilige Geist, welchen werde vom Vater, der Geist der Wahr- mein Vater senden wird in meinem heit, der vom Vater ausgeht, der Namen, derselbe wird es euch alles wird zeugen von mir. Und ihr werdet lehren und euch erinnern alles des, auch zeugen, denn ihr seid von An- das ich euch gesagt habe. Den Frieden fang bei mir gewesen. Solches habe laffe ich euch, meinen Frieden gebe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die ärgert. Sie werden euch in den Bann Welt gibt. Euter Herz erschrecke nicht thun. Es kommt aber die Zeit, daß, und fürchte sich nicht. Ihr habt ge= wer euch tötet, wird meinen, er thue hört, daß ich euch gesagt habe: Ich Gott einen Dienst daran. Und solches gehe hin und komme wieder zu euch. werden sie euch darum thun, daß fie Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr weder meinen Vater noch mich er- euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich Tennen. Aber solches habe ich zu euch gehe zum Bater; denn der Vater ist geredet, auf daß, wenn die Zeit größer, denn ich. Und nun habe ich Tommen wird, daß ihr daran gedenkt, es euch gesagt, ehe denn es geschieht, Am Pfingst- Montage. 23 auf daß, wenn es nun geschehen wird,| Evangel. am Pfingst- Montage, ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und Joh. 3, V. 16-21. hat nichts an mir. Aber auf daß die Abaß er seinen eingeborenen Sohn geliebt, Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Bater geboten hat: steht auf, und laßt uns von hinnen gehen. gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der tommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gesch. 2, 3. 1-13. nd als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmültig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilt, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, Epistel, Ap. Gesch. 10, V. 42-48. daß sie mit ſeiner Sprache redeten. Und der Herr hat uns geboten, zu Sie verwunderten sich und sprachen unterein- daß er ist verordnet von Gott ein ander: Siehe, sind nicht diese alle, Richter der Lebendigen und der Toten. die da reden, aus Galiläa? Wie Von diesem zeugen alle Propheten, hören wir denn ein jeglicher seine daß durch seinen Namen alle, die an Sprache, darinnen wir geboren sind? ihn glauben, Vergebung der Sünden Parther und Meder und Elamiter, empfangen sollen. Da Petrus noch und die wir wohnen in Mesopo- diese Worte redete, fiel der heilige tamien und in Judäa und Kappa- Geist auf alle, die dem Worte zudocien, Pontus und Asien, Phrygien hörten. Und die Gläubigen aus der und Pamphylien, Ägypten und an Beschneidung, die mit Petro gekomden Enden der Libyen bei Kyrene, men waren, entsetzten sich, daß auch und Ausländer von Rom, Juden auf die Heiden die Gabe des und Judengenossen, Kreter und heiligen Geistes ausgegossen ward, Araber; wir hören sie mit unsern denn sie hörten, daß sie mit Zungen Bungen die großen Thaten Gottes redeten und Gott hoch priesen. Da reden. Sie entsetzten sich alle und antwortete Petrus: Mag auch jewurden irre, und sprachen einer zu mand das Wasser wehren, daß diese dem andern: Was will das werden? nicht getauft werden, die den heiligen Die andern aber hatten es ihren Geist empfangen haben, gleichwie auch Spott und sprachen: Sie sind voll wir? Und befahl sie zu taufen im füßen Weins. Namen des Herrn. 24 Evangelium am Sonnt. und 1. Sonnt. n. Trinitatis. Evangl. am Sonnt. Trinitatis,| also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, B. 1-15. 58 war aber ein Mensch unter den Epistel, Röm. 11, B. 33-36. welch eine Tiefe des Reichtums, beides der und mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jefu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissent, daß du bist ein Lehrer von Gott ge- nis Gottes! Wie gar unbegreiflich kommen, denn niemand kann die sind seine Gerichte und unerforschlich Zeichen thun, die du thust, es sei seine Wege! Denn wer hat des Herrn denn Gott mit ihm. Jesus ant- Sinn erkannt? Oder wer ist sein wortete und sprach zu ihm: Wahr- Ratgeber gewesen? Oder wer hat lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei ihm etwas zuvor gegeben, das ihm denn, daß jemand von neuem ge- werde wieder vergolten? Denn von boren werde, kann er das Reich Gottes ihm und durch ihn und in ihm sind nicht sehen. Nikodemus spricht zu alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigihm: Wie kann ein Mensch geboren keit! Amen. werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sei denn, daß jemand Evang. am 1. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, V. 19-31. geboren werde aus dem Wasser und war ein reicher Mann, der Netdete sich mit Purpur und köftSeift, so kann er nicht in das Reich licher Leinwand, und lebte alle Tage Gottes tommen. Was vom Fleisch herrlich und in Freuden. Es war aber geboren wird, das ist Fleisch, und ein Armer, mit Namen Lazarus, der was vom Geist geboren wird, das lag vor seiner Thür voller Schwären, ist Geist. Laß dich's nicht wundern, und begehrte sich zu sättigen von den daß ich dir gesagt habe: Jhr müßt Brosamen, die von des Reichen Tische von neuem geboren werden. Der fielen; doch kamen die Hunde und Wind bläst, wo er will, und du hörst leckten ihm seine Schwären. Es besein Sausen wohl, aber du weißt gab sich aber, daß der Arme starb, nicht, von wannen er kommt, und und ward getragen von den Engeln wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, in Abrahams Schoß. Der Reiche der aus dem Geist geboren ist. Nito- aber starb auch, und ward begraben. demus antwortete und sprach zu ihm: Als er nun in der Hölle und in der Wie mag solches zugehen? Jesus ant- Qual war, hob er seine Augen auf wortete und sprach zu ihm: Bist du und sah Abraham von ferne und ein Meister in Israel und weißt das Lazarum in seinem Schoß, rief und nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage sprach: Bater Abraham, erbarme dich dir: Wir reden, das wir wissen, und meiner, und sende Lazarum, daß er zeugen, das wir gesehen haben, und das äußerste seines Fingers ins Wasser thr nehmt unser Zeugnis nicht an. tauche und kühle meine Zunge; denn Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von ich leide Pein in dieser Flamme. irdischen Dingen sage, wie würdet ihr Abraham aber sprach: Gedente, Sohn, glauben, wenn ich euch von himm- daß du dein Gutes empfangen haft lischen Dingen sagen würde? Und in deinem Leben, und Lazarus daniemand fährt gen Himmel, denn der gegen hat Böses empfangen; nun vom Himmel hernieder gekommen ist, aber wird er getröstet, und du wirst nämlich des Menschen Sohn, der im gepeinigt. Und über das alles ift Himmel ist. Und wie Moses in der zwischen uns und euch eine große Büste eine Schlange erhöht hat, Kluft befestigt, daß die da wollten Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 von hinnen hinab fahren zu euch, I gehen und ihn besehen; ich bitte dich, Yönnen nicht, und auch nicht von entschuldige mich. Und der andere dannen zu uns herüber fahren. Da sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen sprach er: So bitte ich dich, Bater, gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu daß du ihn sendest in meines Vaters besehen; ich bitte dich, entschuldige Haus; denn ich habe noch fünf mich. Und der dritte sprach: Ich habe Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf ein Weib genommen, darum kann ich daß sie nicht auch kommen an diesen nicht kommen. Und der Knecht fam Ort der Qual. Abraham sprach zu und sagte das seinem Herrn wieder. ihm: Sie haben Mosen und die Da ward der Hausherr zornig und Propheten; laß fie dieselben hören. sprach zu seinem Knechte: Gehe aus Er aber sprach: Nein, Vater Abra- bald auf die Straßen und Gaffen ham; sondern wenn einer von den der Stadt und führe die Armen und Toten zu ihnen ginge, so würden sie Krüppel und Lahmen und Blinden Buße thun. Er aber sprach zu ihm: herein. Und der Knecht sprach: Herr, Hören sie Mosen und die Propheten es ist geschehen, was du befohlen haft; nicht, so werden sie auch nicht glauben, es ist aber noch Raum da. Und der ob jemand von den Toten auferstände. Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Bäune, und nötige sie herein zut kommen, auf daß mein Haus voll Männer feiner, die geladen sind, mein werde. Ich sage euch aber, daß der Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 4, V. 16-21. Sott ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laßt uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe. Ebang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, V. 16-24. Epistel, 1. Joh. 3, V. 13-18. Verwundert euch nicht, meine BriiWir ob euch Welt haßt. wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Totschläger, und ihr wißt, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Lebert bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder Laffent. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Es war ein Mensch, der machte ein und Wahrheit. dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entſchuldigen. Der habe einen Acker gekauft, und muß hinaus- ihn hörten. Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, V. 1-10. s nahten aber zu ihm allerlei und Sünder, daß sie Und die Pharifäer uns Luc. 6, V. 36-42. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Schriftgelehrten murrten und sprachen:| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., Dieser nimmt die Sünder an und tßt mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis baß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er Heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Frende im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht an zünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 26 Epistel, 1. Pet. 5, V. 6-11. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe, und sucht, welchen er verschlinge; dem widersteht fest im Glauben, und wißt, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlich keit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine fleine Zeit leidet, bollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Berdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und die siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge zieheft. Epistel, Röm. 8, V. 18-23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert ſei, die an uns soll geoffenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemat die Kreatur unterworfen ist der Eitelteit, ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des verz gänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnt sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geiftes Ersilinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. 27 Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit.,| der schweige feine 3unge, daß fie Luc. 5, V. 1-11. s begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Neße, trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf gehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werft eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will s sei denn eure Gerechtigkeit besſer nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denne die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, fo ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet. euch aber vor ihrem Troßen nicht, Heiligt aber und erschreckt nicht. Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit. Matth. 5, V. 20-26. ich das Netz auswerfen. Und da sie thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen und hälfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und füllten beide Schiffe voll, also, daß fie fanten. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ange- wenn du deine Gabe auf dem Altar kommen, und alle die mit ihm waren, opferst und wirst allda eindenken, daß über diesen Fischzug, den sie mitein- dein Bruder etwas wider dich habe, ander gethan hatten, desselbigengleichen so laß allda vor dem Altar deine auch Jakobum und Johannem, die Gabe, und gehe zuvor hin, und verz Söhne Zäbedäi, Simonis Gesellen. föhne dich mit deinem Bruder, und Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte alsdann komm und opfere deine Gabe. dich nicht, denn von nun an wirst Sei willfährig deinem Widersacher du Menschen fangen. Und sie führten bald, dieweil du noch bei ihm aus die Schiffe zu Lande, und verließen dem Wege bist, auf daß dich der alles, und folgten ihm nach. denn der Schriftgelehrten unde Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Simmelreich kommen. Ihr habt gea hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet. der soll des Gerichts schuldig sein.. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts aber seinem Bruder fagt: Racha! der ist des Rats schuldig Wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Daruma Widersacher nicht dermaleinst übers antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich fage dir: Wahrlich, du wirst nicht vor dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlst. Epistel, 1. Pet. 3, V. 8-15. Endlich aber seid allesamt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wißt, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer gute Epistel, Röm. 6, V. 3-11. Mißt ihr nicht, daß alle, die wir 28 Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. die sind in seinen Tod getauft? So dieselben auch vortragen. Sie aßent sind wir je mit ihm begraben durch aber und wurden satt, und hoben die die Taufe in den Tod, auf daß, gleich- übrigen Brocken auf, sieben Körbe. wie Christus ist auferweckt von den Und ihrer waren bei viertausend, die Toten, durch die Herrlichkeit des Vaters, da gegessen hatten; und er ließ fie also sollen auch wir in einem neuen von sich. Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir Epistel, Röm. 6, V. 19-23. ch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gefreuzigt ist, auf daß der fünd- Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der begeben habt zum Dienste der Uns Günde nicht dienen. Denn wer geteit zu der andern, also begebt nun reinigkeit, und von einer Ungerechtigstorben ist, der ist gerechtfertigt von auch eure Glieder zum Dienst der Ge der Sünde. Sind wir aber mit rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn Sind mit Christo gestorben, so glauben wir, da ihr der Sünde Knechte waret, da daß wir auch mit ihm leben werden, waret ihr frei von der Gerechtigkeit. und wissen, daß Christus, von den Was hattet ihr nun zu der Zeit für Toten erwedt, hinfort nicht stirbt; Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämt; der Tod wird hinfort über ihn nicht denn das Ende derselben ist der Tod. Herrschen. Denn das er gestorben ist, Nun ihr aber seid von der Sünde frei, das ist er der Sünde gestorben zu und Gottes Knechte geworden, habt einem Mal; das er aber lebt, das Tebt er Gott. Also auch ihr, haltet das Ende aber das ewige Leben. Denn ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, cuch dafür, daß ihr der Sünde ge- der Tod ist der Sünden Sold; aber storben seid, und lebt Gott in Christo die Gabe Gottes ist das ewige Leben Jesu, unserm Herrn. in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, V. 1-9. Matth. 7, V. 15-23. u der Zeit, da viel Volls da war und hatten nichts zu essen, rief( eht euch vor vor den falschen Jesus seine Jünger zu sich und sprach Propheten, die in Schafsfleidern zu ihnen: Mich jammert des Bolts, zu euch tommen; inwendig aber sind denn sie haben nun drei Tage bei sie reißende Wölfe. An ihren Früchten mir verharrt und haben nichts zu sollt ihr sie erkennen. Kann man auch effen; und wenn ich sie ungegessen Trauben lesen von den Dornen, oder von mir heim ließe gehen, würden Feigen von den Disteln? Also ein fie auf dem Wege verschmachten. Denn jeglicher guter Baum bringt gute etliche waren von ferne gekommen. Früchte, aber ein fauler Baum bringt Seine Jünger antworteten ihm: Wo- arge Früchte. Ein guter Baum kann her nehmen wir Brot hier in der nicht arge Früchte bringen, und ein Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fauler Baum kann nicht gute Früchte fragte fie: Wie viel habt ihr Brote? bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht Sie sprachen: Sieben. Und er gebot gute Früchte bringt, wird abgehauen dem Voll, daß sie sich auf die Erde und ins Feuer geworfen. Darum an Lagerten. Und er nahm die sieben ihren Früchten sollt ihr fie erkennen. Brote und dankte und brach fie und Es werden nicht alle, die zu mir gab sie seinen Jüngern, daß sie die sagen: Herr, Herr! in das Himmelfelbigen vorlegten; und fie legten dem reich kommen, sondern die den Willen Voll vor. Und hatten ein wenig thun meines Vaters im Himmel. Es Fischlein; und er dankte und hieß werden viete zu mir sagen an jenem 29 Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in| Tonnen Öls. Und er sprach zu ihm: deinem Namen geweisfagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weicht alle von mir, ihr Übelthäter. Nimm deinen Brief, fete dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind fliiger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbt, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, V. 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebt, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Epistel, 1. Kor. 10, V. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbilde gedaß wir uns nicht lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als geschrieben steht: Das Voll setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag dreiundzwanzigtausend.. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., gebracht. Murret auch nicht, gleichwie den um Luc. 16, V. 1-9. jener etliche murrten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünten, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Versuchung bes treten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Ver mögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnt ertragen. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern war Mann, hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haus halten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem erſten: Wie viel bist du meinem Herrn sprach: Hundert Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, V. 41-48. Und als er nahe hinzu kam, fab er die an weinte über 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. se und sprach: Wenn du es wüßteft,| mancherlei Sprachen; einem andern; so würdest du auch bedenken zu dieser die Sprachen auszulegen. Dies aber deiner Zeit, was zu deinem Frieden alles wirkt derselbe einige Geist und dient. Aber nun ist es vor deinen teilt einem jeglichen seines zu, nach Augen verborgen. Denn es wird die dem er will. Zeit über dich kommen, daß deine Feinde Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit. werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen und keinen Luc. 18, V. 9-14. t Stein auf dem andern laffen, darum,& fagte aber zu etlichen, die sich ſelbst vermaßen, daß sie fromm wären, daß du nicht erkannt haft die Zeit, und verachteten die andern, ein solches darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften and tausten und sprach zu ihnen: Es fteht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohepriester und Schriftgelehrten und die Bornehmsten im Volk Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, son dern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich fage euch: Dieser ging hinab gerecht fertigt in fein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird ers. niedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Voll hing ihm an und hörte ihn. Epistel, 1. Kor. 12, V. 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wißt, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch fund, daß niemand Jefum verflucht, den Geist Epistel, 1. Kor. 15, V. 1-10. herinnere euch Bottes rebet; und niemand kann zeſumn I der, des Evangelit, das ich euch. einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in Allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in dem felbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern| leben, etliche aber sind entschlafen, verkündigt habe, welches ihr auch ana genommen habt, in welchem ihr auch. steht, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver fündigt habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsons geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörberst gegeben, welches ich auch. empfangen habe, daß Christus gestor ben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen, worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele 31' Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. Darnach ist er gesehen worden von| macht lebendig. So aber das Amt, Jakobus, darnach von allen Aposteln. das durch die Buchstaben tötet, und Am letzten nach allen ist er auch von in die Steine ist gebildet, Klarheit mir, als einer unzeitigen Geburt, ge- hatte, also daß die Kinder Israel sehen worden. Denn ich bin der Ge- nicht konnten ansehen das Angesicht ringste unter den Aposteln, als der Mosis um der Klarheit willen seines ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel Angesichts, die doch aufhört; wie heiße, darum, daß ich die Gemeinde sollte nicht vielmehr das Amt, das den Gottes verfolgt habe. Aber von Geist gibt, Klarheit haben? Denn Gottes Gnade bin ich, das ich bin, so das Amt, daß die Verdammnis und seine Gnade an mir ist nicht predigt, Klarheit hat, vielmehr hat vergeblich gewesen, sondern ich habe das Amt, das die Gerechtigkeit pres viel mehr gearbeitet, denn sie alle; digt, überschwengliche Klarheit. nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, V. 31-37. U Grenzen Tyrus und Sidon, kam [ nd da er wieder ausging von den er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Und nd er wandte sich zu seinen Jüns gern und sprach insonderheit: viste prieten und Könige wollten Selig sind die Augen, die da sehen, das seht. Denn euch: Viele ſehen, das ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr hört, da stand ein Schriftgelehrter auf, vers und haben es nicht gehört. Und siehe, suchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von Epistel, 2. Kor. 3, V. 4-9. ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich haft recht geantwortet; thue das, ſo selbst. Er aber sprach zu ihm: Du wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ante wortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlus gen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit, da er tam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, in solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denten, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn Der Buchstabe tötet, aber der Geist ging zu ihm, verband ihm seine Wun ders, und legte ihm die Finger in die Ohren und spützte und Führte feine Zunge, und sah auf gen Himmel, feufzte und sprach zu ihm: Hephatha! das ist: thue Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, V. 23-37. thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl die hörend und die Sprachlosen redenb. 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. den und goß darein Öl und Wein,| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., und hob ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Luc. 17, V. 11-19. Des anderen Tages reiste er und zognd es begab sich, da er reiſte gen zog er mitten zwei und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, V. 15-22. Dieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden; verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung welches gegeben ist über vierhundertunddreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Berheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da fönnte lebendig machen, so lame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin, und zeigt euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden fie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, kehrte er um und prieš Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, deine Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, V. 16-24. werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn ,. Bant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch, samt den Lüften und Begierden, 33 Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatts. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit.,| nicht eitler Ehre geizig feln, unterMatth. 6, V. 24-34. einander uns zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, Niemand kann zween Herrn dienen; mit entweder er so helft ihm und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an; sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also fleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Othr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, V. 11-17. fleiden? Nach folchem allen trachten und es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Bolts. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volls aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich fage dit, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam sie alle 3 die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, V. 25 bis top trud Rap. 6, V. 10. o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns mütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Laft, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünten, er sei etwas, fo er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe ſein selbst Wert, und alsdann wird er an sich selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fäet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so last uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. 34 Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. sp Epistel, Ephef. 3, V. 13-21.0 eine Furcht an, und priesen Gott und| Sabbattage? Und sie konnten ihm darsprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat fagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, sein Bolt heimgesucht. Und diese Rede da er merkte, wie sie erwählten, oben bon ihm erscholl in das ganze jüdische an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von jemand geladen wirst bin und and folet pid zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden. arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübfale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da fei die Breite und die Länge, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun fann über alles, was wir bitten oder verffehen nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. T- IL& ut Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, V. 1-11. Und nd es begab sich, daß er tam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen; und ſie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasserfüchtig. Und Jesus antwortete und fagte zu den Schriftgelehrten und Phärisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse ober Efel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Epistel, Ephef. 4, V. 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen feid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertragt einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf allerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Ne Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 34-46.00 Da aber die Pharisäer hörten, daß er den gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrtér, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. 35 sollst deinen Nächsten lieben als dich| Arges in euren Herzen? Welches selbst. In diesen zweien Geboten hanget ist leichter zu sagen: Dir find deine das ganze Gesetz und die Propheten. Sünden vergeben, oder zu sagen i Da nun die Pharisäer bei einander Stehe auf, und wandle? Auf daß waren, fragte sie Jesus und sprach: ihr aber wisset, daß des Menschen Wie dünkt euch um Christo? Wes Sohn Macht habe auf Erden die Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein denn David im Geist einen Herrn, Bett auf, und gehe heim. Und er da er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und ging heim. Da bas meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Volt das sah, verwunderte es sich Rechten, bis daß ich lege deine Feinde und pries Gott, der solche Macht ben zum Schemel deiner Füße? So mun Menschen gegeben hat. moting st David ihn einen Herrn nennt, wie d ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen.se mite and Epistel, 1. Kor. 1, B. 4-9. V. ch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft ſeines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Ma bilmed Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, V. 1-8. Tour a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Epistel, Ephef. 4, B. 22-28.m ( o legt mun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnt und fündigt nicht, laßt die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Gebt auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zut geben dem Dürftigen. 382 198 doe Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., 1175 Matth. 22, V. 1-14. Und Jefus antwortete und redete abermal zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung. 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. aus Etfiche aber griffen seine Knechte,| Galiläa, und ging hin zu ihm und höhnten und töteten sie. Da das bat ihn, daß er hinab käme und hülfe ber König hörte, ward er zornig seinem Sohne; denn er war totfrant. und schickte seine Heere aus und Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um und zündete nicht Zeichen und Wunder seht, so ihre Stadt an. Da sprach er zu sei- glaubt ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Jesus spricht zu nicht wert. Darum geht hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der die Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jesus wen ihr findet. Und die Knechte gin- zu ihm sagte, und ging hin. Und indem gen aus auf die Straßen und brach- er hinab ging, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, Böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und Gute, und die Tische wurden Dein Kind lebt. Da forschte er von alle voll. Da ging der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es besser die Gäste zu besehen, und sah allda mit ihm geworden war. Und sie spraeinen Menschen, ber hatte fein hoch- chen zu ihm: Gestern um die siebente zeitliches Kleid an, und sprach zu Stunde verließ ihn das Fieber. Da ihm: Freund, wie bist du herein merkte der Vater, daß es um die Stunde gekommen und hast doch kein hochzeit- wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt liches Kleid an? Er aber verstummte. hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte Da sprach der König zu seinen Dienern: mit seinem ganzen Hause. Das ist nun Bindet ihm Hände und Füße, und das andere Zeichen, das Jesus that, werft ihn in die äußerste Finsternis da er aus Judäa in Galiläa lam. hinaus, da wird sein Heulen und Bähnklappen. Denn viele sind be rufen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, Ephef. 6, B. 10-17. in Epistel, Ephef. 5, V. 15-21. dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an den Harnisch Goto seht nun zu, wie ihr vorsich- tes, daß ihr bestehen könnt gegen die tiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut Ichidt euch in die Zeit, denn es ist zu kämpfen, sondern mit Fürsten und böfe Beit. Darum werdet nicht un- Gewaltigen, nämlich mit den Herren verständig, sondern verständig, was da der Welt, die in der Finsternis dieser fet des Herrn Wille. Und fauft euch Welt herrschen, mit den bösen Geistern nicht voll Weins, daraus ein unordent- unter dem Himmel. Um deswillen liches Wesen folgt, sondern werdet boll so ergreift den Harnisch Gottes, auf Geistes. Und redet untereinander von daß ihr, wann das böse Stündlein Psalmen und Lobgesängen und geist- kommt, Widerstand thun und alles lichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Und sagt Dant allezeit für alles, Gott und dem Dant allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So steht mun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und Jefu Cristt. Und seid untereinander tigkeit, und an Beinen geftiefelt, als mit dem Krebs der Gerechunterthan in der Furcht Gottes. Stat efertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Gei-= ftes, welches ist das Wort Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit., 350 biats He Johannes 4, V. 47-54. no es war ein Königischer, des Sohn lag trant zu Kapernaum. Dieser Hörte, daß Jesus tam aus Judäa tn 37 Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit.,| über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin Matth. 18, V. 23-35. desselben in guter Zuversicht, daß, der Darum ist das Himmelreich gleich in euch angefangen hat das gute einem Könige, der mit seinen Wert, der wird es auch vollführen Knechten rechnen wollte. Und als er bis an den Tag Jesu Christi. Wie anfing zu rechnen, fam ihm einer vor, es denn mir billig ist, daß ich der= der war ihm zehntausend Pfund schul- maßen von euch allen halte; darum, dig. Da er es nun nicht hatte zu daß ich euch in meinem Herzen habe bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn in diesem meinem Gefängnis, daund sein Weib und seine Kinder und rinnen ich das Evangelium verantalles, was er hatte, und bezahlen. worte und bekräftige, als die ihr alle Da fiel der Knecht nieder und betete mit mir der Gnade teilhaftig seid. ihn an und sprach: Herr, habe Ge- Denn Gott ist mein Beuge, wie mich duld mit mir, ich will dir alles be- nach euch allen verlangt von Herzenszahlen. Da jammerte den Herrn des- grund in Jesu Christo. Und darum felbigen Knechts und ließ ihn los, bete ich, daß eure Liebe je mehr und und die Schuld erließ er ihm auch. mehr reich werde in allerlei Erkenntnis Da ging derselbe Knecht hinaus und und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, fand einen seiner Mittnechte, der war was das beste sei, auf daß ihr seid ihm hundert Groschen schuldig, und lauter und unanstößig bis auf den er griff ihn an und würgte ihn und Tag Christi, erfüllt mit Früchten sprach: Bezahle mir, was du mir der Gerechtigkeit, die durch Jesum schuldig bist. Da fiel sein Mittnecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles ad bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mittnechte solches ſahen, famen und brachten vor ihren Herrn fingen in seiner Rede. Und sandten alles, was sich begeben hatte. Da forberte ihn sein Herr vor sich und zu ihm ihre Jünger samt Herodis sprach zu ihm: Du Schalksknecht, wissen, daß du wahrhaftig bist, und Dienern und sprachen: Meister, wir alle diese Schuld habe ich dir erChristum geschehen( in cuch) zur Ehre und Lobe Gottes.sdsin dod nodronjon tasi fi ustcha 199 911191 Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. Matth. 22, V. 15-22.0 d wurden sie sehr betrübt unda gingen die Pharifäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn laffen, dieweil du mich batest; solltestlehrst den Weg Gottes recht, und du laffen, dieweil du mich batest; solltest fragst nach niemand, denn du achteſt du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich Darum sage uns, was dünft nicht das Ansehen der Menschen. über dich erbarmt habe? Und sein dich? Herr ward zornig und überantwortete Ist es recht, daß man dem Kaiser ihn den Peinigern, bis daß er be- 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus zahlte alles, was er ihm schuldig war. Heuchler, was versucht ihr mich? merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Also wird euch mein himmlischer Weist mir die Zinsmünze. Und sie Vater auch thun, so ihr nicht vergebt von euren Herzen, ein jeglicher reichten ihm einen Groschen dar. Und seinem Bruder seine Fehler. er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen D Epistel, Phil. 1, V. 3-11. 3th ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedente( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden), davon. 38 Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, V. 17-21. olgt mir, lieben Brüder, und seht Fo auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber fage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdanimnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirfung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. TORE 1067109 Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, V. 18-26. Dº a er ſolches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber tomm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derfelbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weicht, denn das Mägd lein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volt ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Kol. 1, B. 9-14. ou spot, HOO GRIT ties erhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllt werdet mit Erlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr fenntnis seines Willens in allerlei geiſtwandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Ermit aller Kraft, nach seiner herrlichen fenntnis Gottes, und gestärkt werdet Macht in aller Geduld und Langmütigteit mit Freuden. Und danfsagt dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigfeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, durch sein Blut, nämlich die Vergebung an welchem wir haben die Erlösung der Sünden. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, V. 15-28. d Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon daß er stehe an der heiligen Stätte gesagt ist durch den Propheten Daniel, ( wer das liest, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Däche ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der lehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübfal fein, als nie ge= wesen ist von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Phropheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daßß verführt werden in den Irrtum ( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherbergt? Oder nact und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krant oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch fagen zu denen zur Linken: Geht hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Fener, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht belleidet. Ich bin frant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., ihm auch antworten und sagen: Herr, We Matth. 25, V. 31-46. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nadt, oder frant, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Je wil Mir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben es meines ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der billig ist; denn euer Glaube wächst so geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Auf gang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. par ab Epistel, 1. Theff. 4, V. 13-18. ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Chrifto werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingericht werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten than 3& 38 untereinander. S sedot tisdim God P Epistel, 2. Theff. 1, V. 3-10. 40 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. fehr, und die Liebe eines jeglichen Da antworteten die flugen und spra unter euch allen nimmt zu gegen chen: Nicht also, auf daß nicht uns einander; also, daß wir uns euer und euch gebreche; geht aber hin zu rihmen unter den Gemeinden Gottes, den Krämern und tauft für euch selbst. von eurer Geduld und Glauben in Und da sie hingingen zu kaufen, tam allen euren Verfolgungen und Trüb- der Bräutigam, und welche bereit jalen, die ihr duldet; welches anzeigt, waren, gingen mit ihm hinein zur daß Gott recht richten wird und ihr Hochzeit, und die Thür ward verwürdig werdet zum Reiche Gottes, über schlossen. Zuletzt kamen auch die anwelchem ihr auch leidet. Nachdem es deren Jungfrauen und sprachen: Herr, recht ist bei Gott, zu vergelten Trüb- Herr, thue uns auf! Er antwortete fal denen, die ench Triibfal anlegen, aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch aber, die ihr Trübfal leidet, euch, ich kenne euch nicht. Darum Ruhe mit uns, wenn nun der Herr wachet, denn ihr wist weder Tag Jesus wird offenbart werden vom noch Stunde, in welcher des Menschen Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, Sohn kommen wird. mit Feuerflammen, Hache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorfam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not euch Welche werden Pein leiden, das zu schreiben; denn ihr selbst wißt geewige Verderben von dem Ange- wiß, daß der Tag des Herrn wird sicht des Herrn und von seiner kommen wie ein Dieb in der Nacht. herrlichen Macht; wenn er tommen Denn wenn sie werden sagen: Es ist wird, daß er herrlich erscheine mit Friede, es hat keine Gefahr, so wird seinen Heiligen und wunderbar mit sie das Verderben schnell überfallen, allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Epistel, 1. Theff. 5, V. 1-11. gleich wie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Jhr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnt euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. 1910 THE Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, V. 1-13. dis D ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren flug, und fünf waren thbricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Öt mit sich; die flugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da mun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mit ternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen! Da standen diese Jung frauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebt uns von eurem OI, denn unsere Lampen verlöschen. HIERD nches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO SAR 5 13 Magenta 14 6 15 White 17 16 17 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black