Gb- 984 Butter Und sein wißig zu halten. de Lungſeit im Christ, der das trif in. Grand des Friedenſ. Epfeher. 4= 3 Katharina Bicher Saufträche mein Sohn, uf ein fröhliches Wiedersehen Lieben nungsten Tage. Johnem zeinrich Bester ist Better ist gebaren dem Jahr Schristi 1876 dmn 23 ven. ini. Sichtember Morgens 7 Uhr. gestorben im Jahr Thästi 1879. 42 Uhr ten Mai Morgenſ Beerdigt den 8ten Mai Mitden 6 den. G un tags 12 Uhr. Text war Luons 2, 15–49 Und die sich 17 bin ihn Jahren 10 unde ihn sahmer entsetzten sie seine Müetter sprach zie Mein Sohn warun hast du und das gethan Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Ummer schroch zu ihnen: Walift& daß ihr mich gesucht habt? Wäſchet ihr nicht, daß ich ſein muß in das meines Laters estt es, C n Gb 984 Univ.- Bibl. Giessen Neues Gesangbuch für die evangelisch- lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich- Heſsischen Landen. Caffel, 1859. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 1. Enthält die Lieder von Gott, von Nr. 1-10. 2. Von den Eigenschaften Gottes, Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11-30. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14. 15. c. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. d. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. e. Von der Allgegenwart Gottes, Nr. 19. f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. h. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 23-29. i. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 4. Von der Schöpfung, Nr. 35-39. 5. Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40-50. 6. Von den Engeln, Nr. 51-53. 191. 7. Von dem Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54-60. 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61-65. 9. Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72. 10. Von Christo, dem Erlöser, Nr. 73-76. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77-99. a. Advents- Lieder, Nr. 77-81. b. Weihnachts- Lieder, Nr. 82-93. c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. e. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. f. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99. 12. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100- 102. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103. 104. b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105- 112. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu, Nr. 113. 114. d. Gebät zu dem Versöhner, Nr. 115-118. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119-122. f. Das Leiden Jesu am Delberge, Nr. 123. 124. g. Gefangennehmung Jesu, Nr. 125. h. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 1* 4 Inhalt. i. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127-129. k. Das Leiden Jefu am Kreuz, Nr. 130-138. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. m. Begräbniß Jesu, Nr. 140. 141. 14. Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142-156. 15. Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sigen zur Rechten Gottes, Nr. 157-164. 16. Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181. 17. Vom Worte Gottes, Nr. 182- 193. a. Von den zehn Geboten insbesondere, Nr. 189, 190. b. Vom Evangelio, Nr. 191- 193. 18. Von der Taufe, Nr. 194-198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194- 197. b. Nach derselben, Nr. 198. 19. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. a. Vor und bei demselben, Nr. 199-211. b. Nach demselben, Nr. 212-215. 20. Von der christlichen Kirche, Nr. 216-225. 21. Vom Tode, Nr. 226- 253. 22. Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254-260. 23. Vom jüngsten Gericht, Nr. 261-267. 24. Von der Ewigkeit, Nr. 268-275. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276-296. a. Ueberhaupt, Nr. 276-294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324-327. 5. Von der Furcht Gottes, Nr. 328- 330. 6. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331— 333. 7. Von der Freude an Gott, Nr. 334-336. 8. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. 9. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339-354. 10. Vom Gebete, Nr. 355-362. Inhalt. 11. Vom Lebe Gottes, Nr. 363-370. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371-381. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382-392. 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393-398. 15. Von der Selbstliebe, Nr. 399. 400. 16. Von der Sorge für die Seele, Nr. 401-404. 17. Von der Sorge für den Leib, Nr. 405-408. 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409-413. 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414-417. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418-421. 21. Von der Zufriedenheit, Nr. 422-426. 22. Von der Geduld, Nr. 427-439. 23. Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440-445. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446. 447. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448-454. 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit, Nr. 455-458. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459. 460. 28. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. 29, Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463-472. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stånde und Vorfälle. 1. Von dem öffentlichen Gottesdienst, Nr. 473-483. a. Beim Anfange desselben, Nr. 473-481. b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482. 483. 2. Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. 3. Bei der Katechismus- Lehre, Nr. 488. 489. 4. Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490. 491. 5. Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492-494. 6. Bei Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. 7. Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496, 497. 8. Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. 9. Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. 5 6 Inhalt. 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504-508. 11. Neujahrs- Lieder, Nr. 509-514. 12. Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515-518. a. Vom Frühling, Nr. 515. b. Vom Sommer, Nr. 516. c. Vom Herbst, Nr. 517. d. Vom Winter, Nr. 518. 13. Morgenlieder, Nr. 519-532. 14. Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überhaupt, Nr. 533-540. b. Abendlied am Sonntage, Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. 15. Bei Reisen, Nr. 543. 544. a. Vor der Reiſe, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reife, Nr. 544. 16. Vor und bei der Erndte, Nr. 545-551. Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. 17. In allgemeiner Noth, Nr. 552- 554. 18. Witterungs- Lieder, Nr. 555-558. a. Um Regen, Nr. 555. b. Nach erhaltenem Negen, Nr. 556. c. Um Sonnenschein, Nr. 557. d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558. 19. Bei Feuersnöthen, Nr. 559. 560. a. Für Abgebrannte, Nr. 559. b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. 20. Beim Gewitter, Nr. 561-563. Nach dem Gewitter, Nr. 563. 21. In Wassersnoth, Nr. 564. 565. Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. 22. Jn Kriegszeiten, Nr. 566-569. Nach erlangtem Frieden, Nr. 568.569. 23. Jn Theurung, Nr. 570. 24. Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571. 25. In Krankheiten, Nr. 572-581. Nach der Genesung, Nr. 581. 26. In Todesnöthen, Nr. 582-587. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. 27. Bet Begräbnissen, Nr. 589. 590. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. Gott. Mel. Nun danket alle gott 2c. Mel. Sey lob und ehr' dem, höchst. zc. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit Der herr ist gott und keiner mehr; 2. Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn! alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam' ist groß! Er ist unendlich grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 1) Von 2. Du riefft dem, das nicht war, Um luft und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bist. 7. Indeß sey auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In Hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn. 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die ſeine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst büllt ihr in finsterniß? Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein auffehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn. Hast freuden, gott, die fülle. Erste Abtheilung. 8 8. Dir nur gebühret lob und dank, werdet gottes lobgefang, Ihr alle, seine heere! Der herr ist gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 2c. oder: Eigene Melodie. 3. rhabner gott, was reicht an deine größe; Denk ich an dich, so findt sich meine blöße; Ich fühle, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend denken ist. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o gott, erhöht. 2. Du bist der herr, und keiner mehr; Nichts sind der heiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr; Kein Helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück bloß auf dich bauen, Und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der höchstvollkommne 3. Dein ew'ges seyn, dein ganz voll- geist, Der vater aller geister; Dich kommnes wesen: Das, was du wirkst, preiset, was vernünftig heißt, Als und was dein rath erlesen, Ist viel zu seinen herrn und meister: Laß meiner hoch für menschlichen verstand: Von seele hohen werth Mich diese tugend engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. lebren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich ehren, Im geist und in der wahrheit. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlig zu ergründen; O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glaubens richtschnur ſey. 5. Mein eigner geist kann sich leicht hintergehen; Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht: So gnüge mir davon dein unterricht. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet deine herrlichkeit, Wann himmel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben Zu meinem wahren vaterland, Und mich nach dem recht streben, Was ewig mich erfreuet. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die welt regierst: So sey mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sey wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. Mel. Chrift, unser herr, zum 2c. gott, mache du mich selbst 4. treten, Und deine große herrlichkeit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, herr, vor deinem angesicht Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die finsterniß zerstreuen, Die mich hier noch umgiebet. 5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines beifalls mich zu freun, Auch dann rechischaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch strafrecht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schuß Stets, als ein schild bedecke; Mich auch nicht menschengrimm und truß, Nur dein gericht erschrecke: Du strafest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Ümringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden; Bewahre 1. Von Gott. 9 mich, daß ich mich nicht mit bangen| laufbahn eilet, Und wie durch beide sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit tag und nacht der erde Regieret werde. zuversicht Mein wohl und weh befehle, Und kindlich auf dich traue. 5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahrtausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen Nicht darin lesen? 6. Sich, mensch, du edler unter kreaturen! Sieh an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen? 7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den Herrn der rache. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffenheit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig; gott, und gut, Vergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder: Laß reichen trost, von deiner huld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder ruh genießen, Und dann vorsichtig handeln. 10. Gott, dessen wahrheit stets besteht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde seße: Erfreu' ich mich darüber mehr, Als über alle schäße; Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Eigene Melodie. eft 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für seine güte? 10. Im wohlstand tropig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, häst fleisch für deinen retter; Elende götter! 11. O hilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen. 3. O! sieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren kreisen drehen, Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, Kein haarbreit weichen. 12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir 5₁ noch also fragen? Hört man nicht laute stimmen, die es sagen? Es zeigen schrift, vernunft und kreaturen, Der gottheit spuren! Mel. Wach auf, mein herz 2c. 2. Sich um dich her! sich himmel, 6. gott, aus deinen werken länder, meere; Sich der geschöpfe unzählbare heere! Schließ von dem bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. Kann ich dein daseyn merken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt. du ehren! 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung einst zum himmel wirst erheben, Bei dir zu leben. 4. Sieb, wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine| wäre? 10 Erste Abtheilung. 4. Wer ließ in jenen höhen Das ster-| dies ist dein beruf. Auf! widme deine nenbeer entstehen? Wer hieß des donners kräfte Dem würdigsten geschäfte, Wozu brüllen Die welt mit furcht erfüllen? dich gott erschuf. 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du des berrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! 5. Du bists, gott! deine werke Erzählen deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der sünder rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfurcht nennen, und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlitz schauen. Mel. Aus meines herzens grunde. 7. Schwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, zu dem kein auge dringt. 2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt? 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was feyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du hervorgebracht? Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lobgefänge In seiner brüder menge, Im ganzen bimmelsbeer, 6. Stimm in der engel chöre, O; meine seele, auch; Sey voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies, Mel. Mein gott, das herz ich br. 2c. oder: Nun danket all', und bringet zc. 8. Singt unserm gott ein frohes lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam! er will und sprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng; und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll seligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Ist er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und seiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deff' freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. Die feste seines throns. Lobt ihn, der 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. Im abgrund, in der höh, Wohin ich 7. Er kennet uns; er ist mir nah, fliche, oder geh, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner feele ruh, Sichts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich noch unbereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 11. Wer fasset deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschufst, Verkündigt deine macht. 1. Von Gott. 12. Hell strablet aus dem kleinsten halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre psalm. 15. Ich fürchte, bleibest du mein schutz, Gefahr und schrecken nicht, und biete voller zuversicht Der ganzen hölle truß. 13. Frohlockend preiset dich das Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2. land, Das deine milde tränkt! Und 10. Web dem, der leugnet, daß und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling bin, und ich, Ich freute nicht des trostes mich, Daß deine huld mich hält? gott menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor ihm, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! Mel. Herzliebster jesu, was hast 2c. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. W 9. ann ich, gott, meinen geist zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe: So mußt du selbst, recht groß von dir zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, höchster, was auf erden, Das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 3. Dich suchen, ist die herrlichste der sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen; Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht hassen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke: Auch hast du selbst, sey hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 6. Ach, möcht ich, gott, aus allen meinen frästen Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein Herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil ihre fräste leicht ermüden; Ernst, luft und frieden. 11 8. Dann werd ich immer besser dich erkennen, Und täglich mehr von deiner lieb entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Und, gott, dir leben. 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, Und wer regieret dann die welt? Wer sorgt auch für mein leben? Wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein- gott: und arm ist der; Dann wär vernunft und freiheit, spott; Und schreckenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie graunvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält. 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein guth auf erden seyn, Und kann ichs froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner band, Was nüßt ein gut gewissen? Bist du nicht, ſo erfreun sie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß; kein licht Strahlt her von deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein lohn; Und hier folgt ihr oft schmach und hohn. 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seyst, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die Welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es ein schnöder frevel ist, Dich fühlen und dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir: Du ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel untergehn, Wird dich der gottesleugner sehn. 12 Erste Abtheilung. 2) Von den Eigenschaften Gottes. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster jesu, wir sind hier. 11. Gott, du bist von ewigkeit! Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich nie das vergesse, Nie auf kreaturen baue, Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir einmal wahrheit war. Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisheit fehlen, Nur das beste zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte! Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch hinauszuführen. 4. Sünden bist du ewig feind! Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du 13 1neließt mit ihren schranderer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen dingen Deinen willen treu vollbringen. 5. Immer ist dirs eine lust, men schenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit lust Ternt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 6. Deine worte trügen nicht, Du du bist der ewig treue, Der das hält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst erkalte, Fest an deine wahrheit halte. 7. Mag doch dann die welt vergehn, Mag mich alles doch verlassen: Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine huld wird mich umfassen, Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreieinigkeit, der gottheit zc. oder: Erhabner gott, was: c. 12. Herr gott, du bist die zu aller du bist gott in allen ewigkeiten; Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh du dich noch uns hast geoffenbart. 3. Du hast vorhin die erde zubereitet; Dein arm hat, gott, den himmel auswie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der trost, die hoffnung aller frommen: Du schüßest sie und läßst sie nicht umkommen. Ihr redlich herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sey mein trost in allen trüben stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur fünd trennt mich, o gott, von dir, Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. 2. Was bin ich, herr, was alle menschenkinder? Staub ist vor dir der heilige, der sünder. Wie schnell enteilt dies leben doch von mir! Du, böchster! du nur bleibest für und für. Mel. Sey lob und ehr dem zc. den keine zeit ten! Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht wie ichs fassen soll: Du bist und bleibest ewig. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die künftge welt entstehen, Und maßest ihre zeit ihr zu, Und sahst sie untergehen. Vom engel bis zum wurm herab Wogst jedem du sein schicksal ab Und nanntest ihn mit namen. 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Einst kommt sie ihrem ende nah; Sie eilet zu veralten. Denn ihrer jahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein ziel, 5. Kaum eine stund ist es vor dir Vom anfang bis zum ende. Kaum augenblicke leben wir, Die werke deiner hände. Niemals nimmt, gott, dein alter zu: In aller ewigkeit wirst du Derselbe seyn und bleiben. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, 2. Von den Eigenschaften Gottes. 13 den stervend ich für sie Zur sichern| deinem beil, Gott, deinen wahren freunzuflucht wähle. Denn deine gnad und den theil: Auch mir gewiß mit ihnen! wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlig schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du uns auferwecken. 9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 8. Wenn alles um mich her vergeht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem b. Allwissenheit Gottes. 10. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sey mein trost, mein Höchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben! 14. A Mel. Christ, unser herr, zum jordan 2c. Ulwissender vollkommner geist! Deß auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen. 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz und nieren, Und alle gründe Mel. D gott, du frommer gott. ſiebst du klar, Die unfer thun regieren; 15. Herr, du erforſcheſt mich, Nichts bleibt vor dir Dir bin unverborgen; Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der gedanke noch In meiner seel' entstand. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 4. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: So wird dein auge künftig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht, Und schande, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o böchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergeht Mit falschen schmeicheleien. Durchdringe kräftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist dein verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor detnem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Mich deinem aug entziehen? Führ' ich gen himmel auf; So bist du, böchster, da; Führ' ich zur tief hinab, Auch bier bist du mir nah. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Blieb ich dir nicht verborgen: Auch da umschlösse mich Erste Abtheilung. 14 Doch deine allmachtshand; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land. 5. Wollt ich in finsterniß Mich det nem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entfliehen: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht; Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eh ich ans licht gekommen, da ich im Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Eigene Melodie. c. Weisheit 16. Dinge, der alles weiß, u weiser schöpfer aller erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eh' ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 8. Was für erkenntnisse, Für köftliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner Hand. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn mir scheine. Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. Gottes. lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichres licht. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, Mel. Gott des himmels und der 2c. So auch durch deine weisheit da. 17 Unerforschlich sey mir imgottes weg Unendlich, herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchst frei hervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weiseste geführt. Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. und rath, Und die nacht sey ohne schimmer, Die mich hier umschattet bat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein Geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem tinde thorheit ist? Kühner tadler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir ge fällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! 2. Von den Eigenschaften Gottes. 5. Hier in meinem Pilgerstande Sey mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel seyn. d. Allmacht Gottes. Rel. Machs mit mir, gott, nach 2c. err! deine allmacht reicht 18. wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bet allen bindernissen. Du winkst, so stehet plößlich da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du hast dein großes schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort sie hält. 15 6. Darum auch auf rauhen wegen, Christenseele, klage nicht: Was hier schmerzet, wird dort segen, Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz vollendet bin, Ich bin, wo ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Ich leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstüßest mich). e. Allgegenwart Gottes. In voriger Melodie. alle meine fehle; Du zeigst sie mir, 19. Du bist, o unermeßlicher, und züchtigst mich zu meiner beßwirkst rung 5. Du börst auch meinen seufzern zu; Schaffst, daß mir bülf erscheine; Voll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und kummer flieht. 6. S drück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zuflucht wähle; Daß ich dein Heilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sey! 7. Laß ohne falsch und heuchelei mich alle sünde meiden, Daß ich vor dir unsträflich sey, Im glück und auch im leiden; Weil deine huld so mächtig ist, Weil du allgegen2. Was je mein herz empfunden hat, Was ich verwerf und wähle, Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der seele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein Herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siehst es herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey! 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer! dein vermögen Weit bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest zu neuen körpern werden läßt. 6. Ach zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, herr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner kraft, Die alles kann, und alles schafft. 4. Du kennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle; Siehst jedes werk der finsterniß, Siehst wärtig bist. 16 Erste Abtheilung. f. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. erechter gott! vor dein Muß alle 20. sich stellen; Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. laß mich jede ſünde ſcheun, Und 21. ott! vor desſen angeſichte hier mit ernst beslissen seyn, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Beſtimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schüßest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Ja, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er foll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5 Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, Elend, schmerz und hohn, Gewissensmarter sind sein lohn Oft schon in diesem leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, Šo kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme. 7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute eifrig lieben; Gicb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die fünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit 8. Und weil vor dir, gerechter gott Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tod Bei wahrer reue füllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! La jederzeit Kräftige ermuntrung geben, doch deine heiligkeit Unsern herzen Nach der heiligung zu streben. 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke. 3. Herr! du willst, daß deine kinbesteht vor dir der fünder; Denn du der Deinem bilde ähnlich seyn. Nic bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. fünden, Kann vor dir nicht gnade Wer beharrt in seinen finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der fünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von fünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! ſo reinige som bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne heilig kett! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, herr! nur die erheben, Die im glauben heilig leben. 2. Von den Eigenschaften Gottes. g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. och nie hast du dein wort 22. tund, o gott, verlegt; Du hältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd' und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was, du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht. Der dich, o gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor jeder sünd' sich scheut; Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze werde das von Was Mit deiner strafgerechtigkeit; Nie dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest: Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 17 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals trügt; Und daß dies allen beifall finde, Hast du den eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. h. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und traue gott, der's treulich meint. Sey gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit freund, der lügen feind, Beweise dich als gottes kind, Dem treu und wahrheit heilig sind. Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel' und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schüßte mich vor der gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thust's: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Von ganzem Herzen liebst du mich. Von ganzem Herzen preis' ich dich. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. 23. Dir, gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist: Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, gott, du bist ganz gnad' und treu, Gieb, daß mein Herz ganz freude sey. 2. Dich preisen alle engelbeere, Dir fingen die verklärten dank. Dir, herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu; Es sey kein solcher gott, wie du. 3. Dir, höchster, ist nichts zu vergleichen; Denn deine gute reicht so weit, Als über uns die wolken reichen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin: Du siehst, erhältst und schüßzest ihn. 4. Auch, vater, hast du mein geműthe Durch manche gnadengab' ermir nach güte Den trieb zur frohen bankbarkeit. 24. Ja Evang. luth. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. auchzt unserm gott! er ist von großer güte, Barm2 Erste Abtheilung. 18 berzig, und von duldendem gemütbe; Will denen heil und ew'ge lust bescheren, Die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern fünden, Und läßt verschonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er geliebet werde, Die huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, Und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner kinder Erbarmet, so erbarmt sich gott der fünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Ihm treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten währet Die güte gottes dem, der tugend chret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd' ich ewig deiner huld genießen; So wird mein leben sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich fröhlich ehren. Mel. Es ist das heil uns kommen zc. oder: Eigene Melodie. 25. Lobsinget gott und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie Herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner macht Mit allen ihren heeren Die himmel! wie viel licht und pracht Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge sieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! 3. Nicht wunder für das aug' allein: Auch wunder für die seele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An keiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. 4. Wo ist ein gras, wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o mensch, nicht gottes rath Und kraft verherrlicht werde? O, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? 6. Dein gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie verstegen. Gieb nur auf seine güte acht; Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre freude. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erwecken! O hätt' ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vor hof schon So schön, wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget gott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! Mel. Nun lob, mein seel', den 2c. 26. uns wohlzuthun ist deine gott, du bist die lust. Drum preist mit frohem triebe Dich unsre dankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gütigfeit! So weit die bimmel glänzen, Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht, Und hast auch uns, uns allen, Viel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufft du uns und deine welt, Die hier schon zum entzücken So viele wunder in sich 2. Von den Eigenschaften Gottes. n hält; Noch größrer güte proben Hat für uns deine hand Im himmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandst du den sohn r berab, Der huldreich selbst sein leben tFür uns verlorne gab. e 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Siehst du uns voller 1 langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Voll reue dir zu fuße, Voll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze fündenschuld. 3 t 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine güte neu! Selbst unserm wunsch und sorgen Kommst du zuvor mit vatertreu. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns zu segnen Ist ewig deine luft; mit dank dir zu begegnen, Sey stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und heil, Ihn freudig zu erfüllen, Sep unser bestes theil! 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, Den setzest du zum segen Schon hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 27. o weit nur deine sonnen glänzen, Reicht deine buld, die uns erhält; Reicht über unfers himmels grenzen, D vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewigen 19 gebirgen währt Die güte, die dein volk verehrt. 2. Dir, gott, ist kein geschöpf verborgen! Nicht eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst alle deiner ſorgen; Sie danken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem freudigen gemüthe Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte Wie liebst du uns so väterlich! Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun! 4. Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o herr, in deiner sonne, Den segen deiner huld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles auffehn nicht! Herr, deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! In eigner Melodie. 28. Mie groß ist des allmächtmensch, den sie nicht rührt? Der mit gen güte! Ist der ein verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte vergessen; Vergiß, mein herz, auch pflicht. Der Herr hat mein noch nie seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel gut's genießen? Ists nicht sein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist, Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest felig seyn. 2* 20 Erste Abtheilung. 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, und ſeine güte nicht verstebn? 29. Wie, Die du mir, herr, Mel. Sey lob und ehr' dem höchst.: c. viele frenden dank ich Er sollte rufen, ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir in's herz geschrieben; Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten so, wie mich. wie er. 5. Dies ist mein dank, dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, So lang' ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht, Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die fünde nicht. 6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die furcht des legten augenblicks. verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld Währt ewig deine liebe. 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, Blick ich in jene ferne, Und überseh des himmels pracht Und sonne, mond und sterne; so bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmeſt? 3. Dein auge schaut auf ihn herab; So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, Und wenn ich schlafen gehe; Denn du, mein vater, kannst verleihn, Was ich von dir erflehe. Drum seufz' ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen. i. Geduld und Mel. Ein lämmlein geht und 2c. 30.& etreuer gott, wie viel geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich wohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. Langmuth Gottes. von zeit zu zeit, Verziehest voll barmberzigkeit, Ibn gänzlich abzubauen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen. 2. Der menschen elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich bekehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh' sie die fluth verheerte. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein| 4. Langmüthigster! so große buld Bezeigst du frechen fündern; Und o! nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig nege stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. 5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterbuld, Bist willig, ihre fündenschuld Durch christum zu vergeben: Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft Ein ewig freudenleben. 6. Laß diese langmuth und geduld, 3. Von der heiligen Dreieinigkeit. 21 Gott, unsre herzen rühren; Nie müß'| sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns deine vaterhuld Zur sicherheit ver- uns noch in der gnadenzeit Den führen! Trag uns erbarmend ferner- reichthum deiner gütigkeit Zur beßhin; Doch gieb uns auch dabei den rung leiten lassen. 3) Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. 31. Allein gott in der höh' sey ehr', Und dank sey seiner gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschieht, was du bedacht; Wohl uns, daß du regierest! 3. jesu christ, des böchsten sohn! Dich seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelsthron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, beg're, tröste, Die jesus chrift durch seinen tod Zum dienst des Herrn erlößte. Auf deinen beistand hoffen wir; Ach, leit' uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. Mel. Ich glaub' an einen gott 2c. stand er siegreich auf, Und fuhr verklärt zu gott hinauf; Kömmt einst, wenn diese welt vergeht, Und richtet dann soll majestät Die lebenden und todten. 2. Ich glaub' an jesum, gottes sohn. Er herrscht mit gott auf einem thron, Er wurde mensch, vom bösen Mich sünder zu erlösen. Er tilgte meiner sünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes buld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode 3. Ich glaub' auch an den heil'gen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lehret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ew'ger wahrer gott! Er tröstet mich in feder noth, Läßt in der noth der sünden Mich gnad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und kraft. Er führet mich zur seligkeit, zu der, wann gott die welt erneut, Mein leib auch auferstehet. Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. 33. Lobsinget gott! dank, preis und ehr' Sey unserm gott je mehr und mehr, Für alle seine werke! Von ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit Mit weisheit, güt' und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder! 32. Ich glaub' an gott, den eini. Gott ist herrlich; Unausſprechlich groß selig. gen, Den ewigen, und herrlichen. Der himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein vater, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschüßet. 2. Lobsinget gott! dank, preis und ruhm Sey von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Du, mittler zwischen uns und gott, Haft, durch gehorsam bis zum tod, Das leben uns errungen. Heilig, Selig Ist die freundschaft Und gemeinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geift des Herrn, Sey nie von unserm geiste fern, Mit kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, Hilfst uns getrost und siegreich seyn Im streit mit unsern lüsten. Leit uns, Stärk' uns In der freude, wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. 22 Erste Abtheilung. In bekannter Melodie. 34. Wi ir glauben an den ein'gen gott, Schöpfer himmels und der erden. Er, aller vater, unser gott, Hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, Jedes wahre gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, Unsre rettung in gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, Und alles steht in seiner macht. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebornen, Den Herrn, der mensch geworden ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete 4) Von der Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 35. Beherrscher himmels und der erden, Der du allgegenwärtig bist, Bon niemand kannst verborgen ist; Auch ziehe mein gemüth gu dir, Und deine größe leb' in mir. ding 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bei; Rühmt, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe! Die erd' ist deiner güte voll. Verleih' mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem dienst auf ewig hin. sein leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht, hoch erhöbet, In dem reich, das nie vergebet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unsern göttlichen regierer, Den fesus christus uns verheißt, Uns zum betstand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt, mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt, vergebung finden Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns im todesschmerz Des ew'gen lebens trost ins herz. Schöpfung. gefällt; Und end' ich diesen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh' mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 36. Gott, deſſen starke hand die welt und noch erhält, Ich sehe deine güte; Sch sehe sie und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, Sobald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke Und dich denke, Find' ich ärmer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck' ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werke. 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe fund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Darauf achten, Und betrachten Deine werke, Rühmen deine huld und stärke. 5. Hilf, daß die güter dieser er den Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, Und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Mein lettes ziel sey du allein. 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brod und kleider, seh' ich an Und schmecke deine güte; Ich rieche, fühl und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller fluren blüthe. Von dir Zeugen Alle dinge, So geringe Sie mir scheinen: weise, daß ich bier thu', was dir| Wie im großen, so im kleinen. 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum mache du mich fromm und 4. Von der Schöpfung. 5. O zeuch mich über welt und zeit Mel. Warum sollt' ich zc. Zu dir, o herr der herrlichkeit. Durch 38. Sey zufrieden mein gemüGott ist gut. deine große Auf laß mich in allem sehn. Für jedes gute dich erhöh'n. Belebe meine triebe, O mein vater, Dir in allem zu gefallen; Dir zu leben Sey mein einziges bestreben. er thut, Ist voll lieb' und güte. Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath, Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müſsen sie beweisen. Sonn' und mond, das heer der sterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah' und ferne. Mel. Ein lämmlein geht 2c. 37. Lobsinget gott! er schuf die welt Zum schauplaß seiner güte: Lobsingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigkeit Mit jedem morgen sich verneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schufst du, o gott, der himmel heer Und unsre erd' aus liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest sie zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, kein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine güte reicht so weit, Als deines reichs unendlichkeit, So weit, herr, als dein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todtem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben. 23 4. O vater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgesang erreicht Die wunder det ner werke. Doch ist dirs angenehmer dank, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thätig liebe! Und gern in meiner lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Du bist die liebe, dank sey dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, Will glücklich machen, will erfreu'n, Will helfen und die gleichen. Von diesem beit und dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. 3. Schau die werke seiner hände! Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm ohn' ende. Was wir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh', In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab' ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, | Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja, kein augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7. Setzen mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfst du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. 8. Nun, mein herz, das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht: Er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem willen, Heiße gut, Was er thut, Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Wie von that; Er, er wirds wohl machen. Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 39. Wenn ich, o schöpfer, beine macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Erste Abtheilung. 24 Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein gott, mein Herr und water! 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O gott der macht und Herrlichkeit, Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der fand am 5) Von der Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Ist auch ein gott? wer c. 40. D ein reich, o gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. 2. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Der höchste hilft den unterdrückten allen; Ist stets bereit, mit segen, die ihn bitten, zu überschütten. Vorsehung Gottes. 3. Nach dir, gott, schauen aller menschen blicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden seine speise, Daß er dich preise. 4. Herr, du erhältst mit deinem wohlgefallen, Was lebt; thust deine hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 6. Der herr behütet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren guten üben; Er thut, was diese, die ihn so verehren, Mit recht begehren. meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, bat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand, Dich zu erkennen, leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Sft sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 7. Der Herr beglücket alle, die ihn lieben; Die aber, die betrug und frevel üben, Verstößt er, bis er alles das vollführet, Was sich gebühret. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott unser vater, sey gepreist, Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den herrn, Und hoff' auf ihn, gehorch ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? 8. Auf ewig will ich seinen namen loben. Von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, herr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! Mel. Sey lob und ehr' dem: C. 41. Dir, unserm gott, ist nic mand gleich Im himmel und auf erden: Du bist der höchste, und dein reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die kron' und scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh' ich deine größe. Weit, über alle himmel weit, Geht deines reiches herrlichkeit. Du berrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut Nach heiligen gesehen: Du willst auch deiner treuen hut Das kleinste würdig schäßen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ists dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns! daß du das regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher unterthan, Ich bete dich in demuth an; O, sich auf mich in gnaden. 5. Von der Vorsehung Gottes. 25 5. Ich bin verderbt und fehlervoll: und leid. Schick' alles, herr, zu Bin auf dem tugendwege Nicht stets so deiner ehre Und meiner seelen seligkeit. eifrig, wie ich soll; Bin oft zum guten So preif' ich einst vollkommen dich; träge. Doch du bist gnädig, und voll So freu' ich dein auf ewig mich. huld Vergiebst du reuenden die schuld; Drum hoff' ich auch vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben Mein jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sey: Auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Zürwahr, du bist, o gott, für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich: Dies sev genug zum trost für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt! Warum dein rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln weg gewählt. 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden theil; Gabst mirs mit huld und freund42. bin, zu 3. Nie sind die tiefen zu ergründen Von deiner weisheit, macht und güt': Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche gedanken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', seele! in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erhöht. Ja, herr, du liebst den, der dich liebt Und deiner führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, Mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, bin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. Mel. Vater unser im himmelreich 2c. ott, 6. Gieb, daß dies mein vertrauen mehre Im glück und unglück, freud' 43. erhält Die ganze lebenvolle welt, Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebst. 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit wohlgefallen sättigt sie Dein aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbe-. kannt. zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlaffen, meine zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand. Du schmückst die blume königlich; Doch hat sie nicht verstand, wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit. Du gabst mir weisheit und verstand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt, Gleicht mir an hoheit und an werth. 7. Von dir, der das an mir ge than, Werd' ich auch speis und trank empfahn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun, Doch mehr noch deiner, der du dich So, freundlich zeigest gegen mich, Erste Abtheilung. 26 Und selbst des segens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewahr'| Dir jauchz' ich, höchster, zu. mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. Mel. Von gott will ich nicht 2c. 44. ott, der an allen enden Unzählig gutes thut, Du bist's, in dessen Händen Mein ganzes schicksal ruht; Der für die übungszeit Mir feden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen; Ach! vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben Mir huldreich zugewandt! 3. Du bist schon treu im lieben, Noch eh' wir sind, und hast Nie lust, uns zu betrüben; Und, drückt uns müh' und last, So bleibst du mitleidsvoll; Hilsst liebreich deinen kindern Sie tragen und vermindern; Beförderst stets ihr wohl. 4. Stets hat in meinem leben mir dieses trostes licht Von neuem kraft gegeben, Und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufz't ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein Herz und mund soll dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen, Jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohlgerathen, Und lauter guts gethan; liebe thaten Ich nicht g'nug kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen, Mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. Die wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh; ich singe: Herr, meine lust bist du! Dir, dem ich lieber bringe, 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die fünder schmähen, Dann strafft du ihren spott; Du sprichst, und sie vergehen Vor deinem hauch, o gott! 3. Du, herr, hast zum gerichte Dir deinen thron erhöht. Vor deinem angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen fünder zittert: Bereut noch euern spott! Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut, Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. 45. th Mel. Befiehl du deine wege 2c. ott, meine ganze seele Macht deinen ruhm befannt. Dir dank ich und erzähle 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie trau'n auf dein erbarmen, Wenn ihnen unfall droht. Die thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, gott, versäumest keinen, Der deinen schuß begehrt. 6. Ihr finder gottes preiset, Verfündigt in der welt, Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wenn er klaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sey mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, dem ich vertraue: Du hilfft auch selbst som tod. Nach überwundnen leiden r Geh' ich ins heiligthum; Und über dich, r voll freuden, Erheb' ich deinen ruhm. Daß deiner 46. rühmen 46. Mel. Mein gott, das herz ich br. 2c. lust, Bor bir, berr, bocht singe meiner e erfreut; Sch sing' aus dankerfüllter brust Von deiner gütigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub, h vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den himmel ausge pannbl Der unser aug' entzückt? f Giessen 5. Von der Vorsehung Gottes. Wer hat mit göttlich milder hand, Den erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt sie mit regen und mit thau? Und giebt der saat gedeihn? 5. Wer führt die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer frönt mit segen jedes jahr, Daß unser herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wenn sein donner dräut? 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar Aus gegenwärt'ger noth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du! 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser baar, Stebst uns allgegenwärtig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit geduld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der sünden schuld, So siehst du's und verzeihst. 11. Sa, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn; Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir: du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o menschenfreund, Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. 13. Weh dem, der, herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst; Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt, zu helfen, eh' du flehst. Vertraue gern dem Herrn! 27 15. Er schaut herab von seiner Höh' Auf den, der niedrig ist. bebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel bat er an dir gethan! Vergiß es, feele, nicht. Mel. In dich hab' ich gehoffet ac. ch 47. Jh weiß, mein gott, daß all' Auf nem willen muß beruhn, Von dir kommt glück und segen; Was du regierst und fördern willst, Geht seinem ziel entgegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das geschah, was er bedacht, Und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, macht's allein, Daß menschenrath gedeihe. 3. Oft denken wir mit sicherm muth, Dies oder jenes sey uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwählet. 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh, Mein vater, daß ich nicht besteh Auf meinem eigenwillen; Sey du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. 5. Was dir gefällt, gefall auch mir, Zufrieden sey mein herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und, was dir mißfällt, laß mich nie In meiner seele begen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine hände, So kömmt, was angefangen ist, Gewiß zum guten ende. 7. Ist gleich der anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe meer Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub' an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir vertraut, Wird alles das, wovor ihn graut, Mit tapferm muth bezwingen. Du heißest seine sorgen fliehn, Hilfft ihm den steg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der tugend pfad, Den uns dein wort gewiesen hat; Doch, wer ihn muthig gehet, Wird endlich, herr, durch deinen geist Zu steter wonn' erhöhet. Er- 10. Du bist mein vater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du in voller gnüge. So hilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt und herrlich siege. 11. Dein sey, gott, aller ruhm und ehr': Ich will dein thun je mebr 28 Erste Abtheilung. und mehr Aus hocherfreuter seelen Vorgehe, wie es gehe! Dein vater in der deinem volk und aller welt, So lang'| Höhe Weiß doch zu allen sachen rath. ich leb', erzählen. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 48. Jdid, er, athen, Der en allen meinen thaten Laß ich alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein helfer seyn mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen Vom abend bis am morgen; Nichts meine ungeduld. Du magsts mit meinen sachen Nach deinem willen machen: Ich traue deiner vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, Und für mich nüßlich hält. Ich nehm es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab' ich völlig auch erwählt. 4. Ich traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schützt. Leb' ich nach deinen säßzen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir wirklich nüßt. 5. Laß mich nur meiner sünden Vor Mel. Beficht du deine wege zc. dir vergebung finden, Und tilge meine 50. Nin immt gott, dem wir ver Verschuld! Zum heiligungsgeschäfte leih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder, Weckt mich der morgen wieder zu meines lebens pflicht; Irr' ich auf finstern wegen, Geh' ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. trauen, Nicht unser werks sich an: Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann; Will er die stadt nicht schüßzen, Er E groß durch rath und macht, Was wird der wächter nüßen? Umsons& ist's, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß spät und früh Ihr est voll traurigkeit Das brod der sorg' und mühe, Und häuft euch gram und leid? Was nützt der bangs fummer, Da gott dem, der ihn liebt d Was er hat, wie im schlummer Und i unerwartet giebt? e 3. Weil denn an deinem segen, Wie niemand läugnen kann, gott is so viel gelegen: So segne du un dann. Laß deines sohnes segen Di seele recht erfreu'n, So wird auf un r fern wegen Gewiß auch segen seyn. 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdroffen, Mit froher hoffnung, gehn. Kein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 8. Dir hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebeut; Es sey mein end' verborgen, Es komm' heut oder morgen, Du weißt dazu die beste zeit. Mel. Vor deinen thron tret' 20. G Von deinem r throne bilf du mir! Mein heil kömm 49. Mein auge sieht, o gott, nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 9. So sey nun, seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat! Es 6) Von den Mel. Nun ruhen alle wälder zc. 51. Dem tausend engel dieu herr der seraphinen! nen, Und zu gebote stehn; Gott, aller C 2. Getrost, mein herz! mein treuer hirt Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht; In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sey mir fürchterlich: Denn gottes rechte schüßet mich: Durch seine treue vaterhand Wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein schuß gewährt mir sicherheit, Sein trost füllt mich mit freudigkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren an. I 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg' aus dieser zeit Mi bis in fene ewigkeit. C Engeln. geister könig! Ich bin zwar viel zu wenig Um deinen ruhm recht' zu erhöh'n. 2. Doch preis' ich deine güte Müt dankbarem gemüthe Für deiner engel e 6. Von den Engeln. schaar; Das menschliche geschlechte Beschüttet deine rechte Durch ihren 53. Wie du zu deiner ehre, Mel. In allen meinen thaten zc. er zählt O herr der welten, schufft? Sie freu'n sich, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch seiner krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren, gott, sich fünder Und werden deine kinder, Die dir dein sohn gewinnt: Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. beistand in gefahr. 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, Und sie auch stets ausüben, So mach auch mich dazu bereit. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein; Olaß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets so wie sie, die fünde scheun. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam seyn; Nie durch ein böses leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, Und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich seyn. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. err, du hast in deinem 52. Hreich Millionen beil'ger engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister seyn? 2. Mich verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit fraft und muth, Daß ich hier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sey gesinnt. 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auferden; Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. 29 7) Von dem Menschen Mel. O gott, du frommer gott ic, 54. A Ilmächtig großer gott! Wer kann dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt 4. Sie jauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum himmel vorbereitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. 5. In solchen geister- chören Dich ewig zu verehren, Welch eine seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von sünden, Sich, ihrer gleich zu werden, freut. 6. Giebst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich nur; dir vertraue, Gott meines heils, ich mich Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig, rein von mängeln, Dein Antlig schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zu meinen höbern brüdern, Vor deinen thron mich rufft: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft. 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu deinem ruhme Der ganze himmel ein gesang. und seiner Bestimmung. Bewegung, kraft und leben. Was geist und körper heißt, Was erd und himmel schmückt, Hat deine huld gebaut, Die alles noch beglückt. Erste Abtheilung. 30 Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 2. Du schufft, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, gnädigster! Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir leben. 55. ein bin ich, gott; dein tröstlich ist mein ursprung mir; Du lebt und denkt, Mir zur unsterblich- bast den odem mir gegeben; Mein keit Aus freier huld geschenkt. Du, 3. D welch ein großer zweck, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Wohlthätig seyn, wie du! wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben: Mein aller stärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinem thun Sey dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gesinnet möge seyn. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die fünde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich, so wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich seiber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem finn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freu'n. ganzes wesen kömmt von dir. vater, riesst mich aus dem nichts Zum froben anschaun deines lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Die nur so lang' im fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein wohlfeyn fehle, Dein ruf zum bessern stand erhebt; Gedächtniß, willen und verstand Hab' ich allein von deiner hand. 3. Wenn ich auf meinen körper sehe, Den du so kunstvoll ausgebild't, So wird, o vater in der höhe! Mein Herz von ehrfurcht ganz erfüllt: Ein jedes glied, ein jeder sinn, Reißt mich zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädig's walten, Die mich von tindheit an umfing, Bin ich bis hierher noch erbalten, so daß der tod vorüberging. Ich stehe noch und preise dich; Herr, deine rechte schüßzet mich! 5. Ich bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemütze Die schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sebr erschreckt, Vielfältig seel' und leib befleckt. der zu fündengliedern oft gemacht. 6. Ja, herr, ich habe meine glieVor dir fall' ich in demuth nieder; Vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, vater, nicht vor dir, Schaff selbst ein reines herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe Zum dienste der gerechtigkeit! Daß ich bis in den tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sey. 8. Fällt dieses leibes hütte nieder, Vollend' ich dieses lebens lauf: O gott, so richte du mich wieder Verherrlicht aus dem staube auf. Dein ew'ges leben sey mein theil, So preis ich ewig dich, mein heil. 7. Von dem Menschen Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 56. Dir, gott, fey preis und dank gebracht! Dich soll mein lied erheben! Ich bin ein wunder deiner macht, Du schufft auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr, herz, mund und hand, Die ich zu dir erhebe; Die haut, so künstlich ausgeſpannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sey, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Ach hättest du mein auge nicht So künstlich zubereitet: Was nützte mir der sonne licht, Der glanz, den sie verbreitet? Dann süh ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch beine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an; Ibn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgesang und opfer. 5. Wer leitet meines lebens lauf? Regiert des Herzens schläge? Bewegt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preiſe. 6. prief ich, höchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geh', lieg' und ausruh', oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! Und daß mein leib ein tempel sey, Worin dein geist stets wohne. Mel. Wer nur den lieben gott zc. ott werde stets von dir erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt' ich nicht meinen vater loben, Den jedes ſeiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu seyn, Ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Ist gottes ganze körperwelt. und seiner Bestimmung. 31 Wer zählt die reize, die sie schmücken? Was ich hier sehen kann, gefällt! Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sey, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele, fauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die Empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer giebt sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürftet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reu't. Doch, das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften seyn! 8. Gott, meine lust sey, dich zu kennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sey mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch christum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der tag: c. 58. Ich bin, o gott, dein eigenthum: Auf ewig dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist ewig dein zu seyn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, herr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preiſe reizt mich hier Selbst jede jahreszeit. Erste Abtheilung. 32 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn, Und dich, herr! rühmen nicht? Ein herold deines ruhms zu seyn, Dazu bin ich verpflicht't. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich ſoll. Mein berz, mein mund, mein wandel sey Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gieb auch mir die kraft, o gott! Gehorsam dir zu seyn. 7. Was du befiehlst, ist für uns gut, Du willst nur unser heil. Wohl dem, der deinen willen thut, Du bist sein trost und heil. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn, Und selbst in traurigkeit Schmeckt er, dir, höchster! zugethan, Durch dich zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmt ihn der himmel ein. Herr! laß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben seyn. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer: c. 59. gott! ich preife deine güte, Die mich so wunderbar erschuf, Und mit frohlockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf, Ein herold deines ruhms zu seyn; Und deiner wunder mich zu freun. Daß er auf immer rubig werde, Bedarf er mehr, als ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze welt Sein wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar ist er tief herabgesunken Von seines Ursprungs herrlichkeit, Sucht oft, von lust der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht und findet nicht, Was ihm der äußre schein verspricht. 7. Du prägtest ihm durch sein gewissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich seyn, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 8. Dem tugendhaften ist hienieden Oft ein sehr widriges geschick Zum loos für diese zeit beschieden; Dem lasterhaften oft viel glück. Gewiß! erst eine andre welt Ist zum vergeltungsort bestellt. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket Zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses lebens schranten Für seinen forschenden verstand. Der keim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher erfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein guth der erde; Kein zeitlich glück, so groß es sey, 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So hofft er schon unsterblichkeit. Noch stärker fühl' ich mich beweget Beim licht, das mir dein wort verleiht; Da seh' ich weit gewisser ein, Daß ich auch einst soll selig seyn. 10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mich täglich hier die aussaat streu'n. Laß deinen geist das wollen geben Und das vollbringen auch verleihn. O wonne der unsterblichkeit! Sey stets mein trost in allem leid. Mel. Allein gott in der höh' 2C. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger! mir diesen geist, Der zwar zu schwach ist, zu ergründen, Wie herrlich du, mein schöpfer! seyft; 60. Wie wichtig ist doch der was an gethan, uns kennen und bewundern kann. herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel Von gütern dieser erden, Von ehre, geld, 8. Von der Sünde und dem und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmelreich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner übungszeit Um fene beßre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 8) Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. vor dir erkennen, Und von dem ernst 61. D", der kein böſes thut! entbrennen, Der fünde zu entſagen, Du menschen gut; Du, höchster, gabst ihm fräfte Zum feligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der unschuld ruhm? Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 3. Hier ist kein unterschied. Dein belles auge sieht Auf alle menschenkinder, Und find't sie alle sünder; Verderben des Menschen. 33 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, Und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tügend übt, Und sich vor sünden scheuet: Ein solches Herz das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlitz schauen. 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den geseßen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich als dein bewährtes kind Zu deiner Freude gehe. 4. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren follte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben zu wählen und zu üben. Mel. Nun freut euch 2c. Da ist vor dir, herr, keiner Unschul- 62. Gott, du bist heilig und dig, auch nicht einer. gerecht allen deinen wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser knecht; Den frommen krönt dein ſegen. Auf ihm ruht deine vaterhuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. 5. Der finne lust und schmerz Rührt, leider! unser Herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigfeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser bang Reißt uns mit starkem triebe Zu schnöder fündenliebe. Ach, können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt Evangel. luth. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen geseßen, Die deine weisheit festgestellt, mußt du die menschen schätzen; Mußt übertretern strafe bräun, Und, wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeck ich schon auf erden. Dut läsfest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon innen werden, Daß du auf unsre thaten siehst, Und ein gerechter 1 richter bist, Das böse heimzusuchen. 3 Erste Abtheilung. 34 4. Es flagt uns das gewissen an, Wenn wir dir widerstreben, Und sagt, daß wir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're ruh', Und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat verdienet. 5. Oft stäupst du hier den fünder schon Für seine bösen thaten, Und läsfest ihn in schmach und hohn Und andre noth gerathen. Hat ihn der sünden luft erfreut, So muß er auch das Herzeleid, Das sie gebiert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafft du noch hier die fünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft deine trägen finder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet! 7. Den aber trifft dein zorngericht, Das ohn' aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Er hat veracht't sein ewig heil, Drum wird er dort, herr, keinen theil An deinem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein klares wort. Wahrhaftig ist dein dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der fünde scheuen. Erbarm dich unser allesamt, Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. Mel. Alle menschen müssen sterben ic. roßer gott, erhab'nes we- 64. Herben, Uch! es regt in Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. du kennest mein vermeiner brust, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein herz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 63. sen, Das voll segnender begier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! wos ist der mensch vor dir? Wenn ich deine größ' erwäge, Und was ich bin, überlege: O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber seyn? was dein, Ach! was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben, Oder damit groß getban; Oft voll leichtsinn sie verschwendet, Und zu fünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Sieh', hier lieg' ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankVater! laß das barkeit in mir. schwache lallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. 7. Meine kräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ehrerbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sey die quelle meiner freuden, Gott und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. 2. Ach, es herrscht der trieb zur fünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem finde, Das vor seinem vater flieht. Ach, ich seh' mit reu' und schrecken Tausend fehler, tausend flecken, Und in der verderbten brust Regt sich öfters böse luft. 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe Hast du, herr, mir zugewandt; Selber auf dem fündenpfade Trägt mich schonend deine gnade. Nähmest du zurück 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner finn! Ich empfind' es, gott, wie träge Sch dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom hang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seelen schaden Durch des mittlers freuzestod; Tilge alle meine fünden; Laß mich vor dir gnade finden. 4. Deinen willen hier auf erden zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt 9. Von der Erlösung des Menschen. 35 du selbst von oben her Kraft und 2. Des bösen herzens grund Wird stärke mir verleihen, 2nd mein sündhaft herz erneuen. oft durch thaten kund, Die mich vor dir verklagen Und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, Den nächsten und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; Ich bin den weg gewandelt, Der menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 5. Schaffe dann ein reines herze, Herr, durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze; Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, Und auf deine hülfe sehen. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sünd' in mir sich regt; Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen; so hilf mir wieder auf! Laß durch deine kraft mich siegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter deinen treuen händen Möge gut und selig enden. Mel. Wo soll ich flichen hin, weil ic. 65. Me're böse luft; Dein gott, dir ist bewußt, Die quelle meiner fünden, Die menschen nicht ergründen. heile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. Mel. Sey lob und ehr' dem höchst. zc. 66. Auf, christen, laßt uns unsern gott Mit frohem dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum heile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn, auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein werk vollbracht, Und sich nach kurzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich( dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. 9) Von der Erlösung des Menschen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der fünder. Gebrochen ist uns nun 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, herr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wähle. Wer kann mich sonst vom bösen, Als du, o herr, erlösen? 6. Drückt mich der fünden joch Gleich mächtig, so bleibt doch Weit mächt'ger deine gnade; Wie groß auch nun mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und leben mir ertheilen. 7. des In mir ihr werk vollbracht: So gieb mir lust und stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. die bahn, Die von der erd' uns himmelan Zur ew'gen wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der herr so lieb! Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und sein größtes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn! der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. D laßt uns ihm uns anvertraun Und seine stimme hören; Auf seine mittlers- hülfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen 3* 36 Erste Abtheilung. wohl; Der weg, auf den man friede-| Allen kummer zu zerstreun; Ihrer größe mich zu freun; Durch ihr anvoll Auch schon auf erden wandelt. schautn schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zeuch uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; So preisen wir dich ewig. Mel. Von gott will ich nicht laffen. 67. Sh Erhebt den herrn, ihr from hält, was er verspricht. Der heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwerden von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben, Gnad' und freibeit zu erwerben. 3. D ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und hülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die fünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgefang. Erlöste menschen, singet Dem mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seelen schaden. Snehmt ihn gläubig an. 5. Du freund der menschenkinder! Verwirf uns, jesu, nicht. Dein name, heil der fünder, Ist unsre zuversicht. Gieb unfern seelen ruh; Hilf jeden reiz zu sünden Uns glücklich überwinden! Gieb muth und kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird uns mehr fehlen; Dann werden unsre seelen Vollkommen selig seyn. 4. Doch, du hast, o weise liebe! Daß Eine ordnung auch bestimmt, darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler glaubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. Mel. Werde munter, mein gemüthe. w'ge liebe, mein gemüthe 68.& Wagt mit kindlichem vertraun, In den abgrund deiner güte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, 5. Da du keinen zum verderben Ohne grund bestimmet hast: Tragen sünder, wann sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lohn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig sey mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen rath, Den der glaub' in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend hört, Wo der engel tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Met nes heils gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen möge: Ich sey auf dem rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn: So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod entgegen gehn; Keine kreatur wird mich, Den du liebest, ewiglich Deiner huld entreißen können, Noch von deiner liebe trennen. 9. Von der Erlösung des Menschen. 37 14. Erfüll' mein herz mit dankbaredanke, leben keit, So nur nenne, Und 69. giebt Wer kann dich ganz hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. durchdenken? Also hat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre kraft empfinden. Mel. Ich dank' dir schon durch: c. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tod ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein Herz empfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragen; Nicht gott und mein erlöser ist: Wie angstvoll werd' ich zagen! 6. Ist christi wort nicht gottes sinn: So werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen trost der christenheit, Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit Und halte fest am glauben. 8. Ich bin nun ganz dein eigenthum, Und auch des himmels erbe: Dies, sohn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes kraft, Im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. 10. So lang' ich gottes willen gern Mit reinem Herzen thue; So fühl ich freude in dem Herrn, Und im gewissen ruhe. 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zu dir, herr, trete, Weiß ich, daß dein herz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 16. Sa, sollt' ich gleich nicht für und für Des glaubens freud' empfinden, So lebe er doch so in mir, Daß er mich schüß' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt( Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? Mel. Herzliebster jefu, was haft 2c. oder: Ist auch ein gott? 2c. 70. G ott, der du für uns deinen sohn gegeben: Wer kann doch gnugsam deine huld erheben? Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der gnade stärke! 2. Dein ew'ger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der fünder; Der seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 3. Er wird das lamm, das aller fünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlornen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger gesebe, Verdient verschwendung unschäßbarer schätze, Verdient gehäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer 12. Ich weiß, daß du, mein hei- triebe? Du thust weit mehr zu unserm land, lebst, Und mich einst aus der erde Erweckst und dann dahin erhebst, Wo ich dich schauen werde. wohlergehen, Als wir verstehen. 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für dich jemals erkalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von Herzen halten. 7. Ach lehre mich recht deine huld erkennen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, Und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für gestorben, Von deiner huld mich Erste Abtheilung. 38 durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen heile Nun auch zu theil ein friede wobne ſtets in meinem 72. Heil uns! aus unfrer fün dennoth Ist rettung uns erworben. Der herr will nicht des Was adams fall versünders tod. dorben, hat er aus gnaden uns erfeßt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten sündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 9. berzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sey mit mir, deinen guten willen Treu zu erfüllen. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. oder: Lobsinget gott, und 2c. Mel. Wenn mein stündlein 2c. ott, hätte 71. fohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herab gekommen, So müßte mir vor ew'ger pein, Gerechter richter, bange seyn, Um meiner fünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner sünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit erwürbe. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Faßt kindliches vertrauen. Ich kann auf sein versöhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gereinigt hat Von aller meiner missethat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger kümmerniß, Sey, feele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten sohn erwarb, Da er in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nüßet die gerechtigkeit, Die stolz auf werke bauet; Der ist von seinem heil noch weit, Der eignen kräften trauet. Er erntet schaden statt des lohns: Nur die gerechtigkeit des sohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch ewig selig macht sie mich, Weil ich nicht von ihr laffe. Gott, der erfüllt, was er verheißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines sohns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld Auf deinen sohn, als bürgen. Du, jesu, ließest in geduld Dich, als ein lamm, erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigkeit sey du, Dreieiniger, gepriesen. 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der sünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sey gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und froh in gott zu seyn, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertrau'n, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mittlershülfe bau'n, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg zum ew'gen wohl, Der weg, auf dem man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Doch über alles schäßen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht: Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, gott, unserm vater! 8. lenk auf dies erhab'ne glück Der seele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück Von schnöder fündenliebe. An dem uns theu'r erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. 10) Von Christo, dem Erlöser. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 73. Du stelltest dich zum mittein, für die fünder, Und wolltest haupt und bürge seyn Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 2. Du, deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Ertrugst in früher kindheit schon Die größesten Mel. Ein lämmlein geht und 2c. beschwerden: Nahmist nach und nach an. Nob, ebre, preis und dank weisheit zu; Durch frühe tugend wur74. sey dir, O jesu, unser 3. Anjahren reif, an weisheit groß, Verließest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des vaters wille. Am jordan weihetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. dest du Ein vorbild frommer jugend. leben! Preiswürdig bist du für und für: Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höchsten sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der kreaturen beere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Du bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf: Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Haft willig unser fleisch und blut, O berr, an dich genommen; Aus der erschrecklichsten gefahr zu retten, was verloren war, Wardst du ein knecht auf erden. O huld, die sonst nichts gleiches bat! Du starbst für unsre missethat, Ein heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; Suchst liebreich von der sünde joch Und ihrem schnöden lohne, Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwerter herzen trost zu seyn, Ist deines Herzens freude: Du giebst den müden seelen ruh, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst 4. Dein vater goß vom himmels thron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, D'ran ich gefallen habe. So wurdest du, herr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als auserforner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Den adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht erlaubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht froh. Du standst als held, und satan floh. Die engel sahn's und fauchzten. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straftest du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigtest gewaltig. 7. So warest du das wahre licht Mit aufwand deiner kräfte; Jedoch, o herr, dies war noch nicht Dein wichtigstes geſchäfte. Zum Hohenpriesterthum bestellt, Gabst du zum opfer für die welt Dein eignes theures leben. herrschest und regierst Zu unsernt heil und segen. 9. Herr jesu, großer mittler! sey Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu, Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam seyn, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. 8. Dem tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels höhen, Wo dich in deiner siegespracht Die himmelsbürger sehen, Und wo du unsre sache führst, Als könig 140 Erste Abtheilung. bis zeit und welt vergeht, Bei uns| zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, noch alle Tage. Herr, dir sey ewig Erhabner menschensohn! Mit freuden dank und ruhm Für deinen tod und dir zu dienen, Stehn sie vor deinem marterthum, Für alle deine liebe! thron. Wer sollte dein sich schämen? Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, Werth bist du, preis und ruhm Auch daß ich mich, so lang' ich bin, In herr, von uns zu nehmen, Uns, deideinem Lobe übe. nem eigenthum. Mel. Nun lob', mein seel', den ic. 75. Mein ein heiland! deine größe Geht über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller kreatur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeit. Eh' noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der Himmel und die erde Sind durch dein kräft'ges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, Das dich noch eh'r erkannt. Ein erbe über alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Drum jammert dich des falles Von deinem eigenthum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt! Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die todten wiedergeben, Wenn deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr' erzeigen, Die keinem andern wiederfährt: Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das heil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfft du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenheit, Und machst ihn einst zum erben Vollkommner seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jetzt, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan, Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich die gläubig zu erkennen. Laß nichts, dich erkannt, Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! 76. Mel. Herr christ, der einig gottes ic. ohn gottes, eingeborner, Von ewigkeit gezeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein herz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Ihm, wie du stets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu suchen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Erkenntniß deines heils; Daß keiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schäßen, An dir sich gern ergößen, Macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ew'ge kraft, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein Herz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der fünden Durch deinen kreuzestod, Und hilf mir überwinden, Was mit verführung droht. Dein triumphirend leben Kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist. 6. Dank, lob und preis und ehre Sey gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lehre, Womit er uns erfreut? Sie tröst' uns, wenn wir leiden; Sie stärk' uns, wenn wir scheiden; Sie schüß' uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Und vor aller freatur Es zum wohlthun dir erwählet! Ja, in dir, du auf dem thron. gottessohn, Herrscht die menschheit 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen Jetzt schon kinder gottes seyn. Hat die sünd' uns gleich verdorben: O so bast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o herr, zu seyn. Advents- Lieder. a. Mel. Lobt gott, ihr christen 2c. oder: Nun danket all' 2c. 77. A liebt, daß er aus freiem so hat gott die welt getrieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit zu unserm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater und mein friedefürst, So, wie das heil der welt. 6. Was mir zum seligseyn gebricht, Das, herr, erwarbst du mir: Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn' ich herrlichkeit. 8. Gelobt sey gott, gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch, mein geist. 41 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Haft der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzugehen. Und da gottes herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme, faffet zuversicht, Glaubet fest; nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl gott verlassen, Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sitzt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Voll von deinem ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine huld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu Dir auf ewig dankbar sey. Mel. Sollt' ich meinem gott zc. 78. D er du uns das heil errungen, Mensch gewordner gottes- sohn! Ewig sey dir lob gesungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch gekommen; Der du voller freundlichkeit, Längstens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sey gelobt, herr jesu christ! 2. Sey gelobt! denn dir geböret 79. Preis und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, Mel. Lobt gott, ihr christen 26. oder: Nun danker all', und 2c. Lobsinge gott, o christenheit! Und danke deinem Herrn! Ihm, welcher dich so oft erfreut, Dir hilft so herzlich gern.:,: 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, gehört, Erste Abtheilung. 42 Und heute wirds an diesem ort Von neuem dich gelehrt.:,: 3. Herr, dir und deiner vatertreu Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet sey Im neuen kirchenjahr.:,: 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt' uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit trost das Herz erfreun,:,: 5. Erleuchte, was in irrthum steckt. Gieb, daß zu deiner ehr' Der fünder, durch dein wort erschreckt, Rechtschaffen sich bekehr'.:,: 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nußen schafft!:,: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm kirchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißst, Ohr und Herz offen stehn.:,: 8. Wie wir auf eine kurze zeit Allhier versammelt seyn, So werden wir in ewigkeit Uns miteinander freun.;; Mel. Nun kommt der heiden heil, ic. 80. ohn, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rath, kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsproffest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu: Wunderbar erscheinest du.. brachtem edlem lauf Fuhrest du zu ihm hinauf. S. Lob sey dir! du kamst herab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, daß er uns zu jesu bringt. 3. Gottmensch, du betrittst die welt, Eilest mächtig als ein beld, Ruhst nicht, bis, was uns bekriegt, Ganz zu deinen füßen liegt. Bekannte Melodie. 81. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller sterblichen! Du freude, du verlangen Der trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, Dich meine seele nennen, Dich würdig preisen soll. 2. Dein zion streut dir palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsalmen Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein Herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. 4. Deinem vater gleich an kraft, Hast du steg und heil geschafft. Herr, von rath und hülf' entblößt Waren wir; und sind erlöst! 5. Preis sey dir in ewigkeit; Auf, die ihr erlöset seyd! Nühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöſet hat. 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach voll3. Nur daß du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. Da jammerte dich meiner, Da kamst und halsest du. 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreisfest mich den schanden Der fünde, machst mich groß, Und bebst mich hoch zu ehren, Und schenkest güther mir, Die unvergänglich währen. Dank, ewig dank sey dir. 5. O du, an den ich glaube, Was wars, das dich bewog? Was war's, das dich zum staube, Zu mir herniederzog? Dein göttliches erbarmen! Ja, du, o jesu, haft Mit mitleidvollen armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure herzen, Betrübte, trau'rt nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Als ob kein helfer wär'. O sehet auf; ihr habet Den besten helfer nah. Der eure seele labet, Der treue freund ist da. 7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint: Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der men 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 43 schenfreund, Ruft heilbegier'gen sün-| stets gewußt? Erfreun ist seine freude dern Der gnade trostwort zu, Macht Und wohlthun seine lust. sie zu gottes kindern, Schafft ihren seelen ruh. 8. Er übersiehet keinen Und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschüßt? Nicht sie in ihrem leide Zu trösten 9. Er kommt zum weltgerichte Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und heil dem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine wege gehn, Und einst mit freudenthränen An seiner rechten stehn! b. Weihnachts- Lieder. Mel. Wir christenleut': c. oder: Eigene Melodie. 82. Auf, schicke dich, Necht feierlich Des heilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! D, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem sohn geliebet? 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um gottes reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. 4. 2n ihm nimm theil! Er ist das heil: Thu' täglich buß, und glaub an seinen namen! Der ehrt ihn nicht, Wer: herr, herr, spricht, Und doch nicht sucht sein beispiel nachzuabmen. 5. Aus dank will ich In dürft'gen dich, Dich gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trösten. Gelobt sey gott, Gelobt sey gott, Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr erlös'ten. Mel. Vom himmel hoch, da 2c. 83. Dies ies ist der tag, den gott gemacht; Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch jesum christ, Im himmel und auf erden ist. 2. Die väter haben dein geharrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da sandte gott von seinem thron Dich, heil der welt! dich, seinen sohn! 3. Wenn ich dies wunder fassen will, So stebt mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unfrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. 5. Und zu erfüllen gottes rath Sprachst du sowohl durch wort als that: Gott, deinen willen thu ich gern. Lob sey dir, der da kam vom herrn! 6. Dich, der du mensch geboren bist, Mit uns vereint, dich, iesum christ, Auf den die vöiker hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein heiland, an. 7. Du unser trost und höchstes guth! Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und gottes finder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das berz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt. Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, Der in des vaters schooße sizt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt; Und erde! die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied. 11. Herr, der du uns den tag gemacht, Der uns solch großes heil gebracht, Dich preise, wer durch jesum christ Dein freund und dein verehrer ist. 44 Erste Abtheilung. Bekannte Melodie. 84. elobet feyst du, jesu christ, Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wardst wie wir, Preis sey, o welterlöser, dir, Auf ewig preis! 2. Dich, unsern heiland, unsern Herrn, Sahn die väter schon von fern; Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuversicht. Gelobt sey gott! 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt sey gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus christ, Der schöpfung herr, kömmt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sey gott! 5. Jauchzt himmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich; Uns, adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sey gott! 6. Gelobet seyst du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Deß freue sich die christenheit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sey gott! du erschienen, Um mir zum heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Verachtung, fumUnd doch mer, schmerz und tod; kamst du auf erden, Ein menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Du sahest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stelltest, unser heil zu seyn, Nach deines vaters rath dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 6. Dein, sohn des höchsten, freu' ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bists, der mich mit gott vereint, Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste hin; Ich will dich ohn' aufhören Mit leid und geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; Doch wirst du wiederkommen, Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, herr jesu christ, Dich schau'n, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. 85. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. deine gnade sey gepreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erheben. Denk an die nacht, da auf der welt Des höchsten sohn sich dargestellt, Um sein so theures leben Für fünder hinzugeben. 2. O große that! erwünschte nacht! Von engeln selbst besungen; Du hast den mittler uns gebracht, Der uns das heil errungen. In dir erschien der starfe beld, Der alles ſchuf und alles 86. Dankt ihm, seine from Mel, Jesu, meine freude, meines 2c. ottes kommen! hält, Der freund der menschenkinder, Des todes überwinder. men, Dankt ihm, daß er kam! Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm. Mensch, wie wir, Erschien er hier, Um des vaters gnäd'gen willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danken! daß er allen Freund und bruder ist, 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, Aus deinem himmel famest, Und unser fleisch und blut so gern demuth an dich nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich So tief erniebrigt auch für mich! Wie arm bist In 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 45 Gott, auf seinem throne, Liebt uns| meinen habt gethan, Das, spricht er, in dem sohne, Hilft durch jesum habt ihr mir gethan. Und er, er christ. Welch ein heil! An christo will's vergelten. theil, Theil an seiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott vereint, Kann nicht seine brüder hassen, Noch sie hülflos lassen. 4. Wer ihn mit treuem herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertraut auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig ehre! 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in frieden In des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr fünder! Werdet gotteskinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seyd wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. Mel. Fröhlich soll mein herze spr. 88. Qaßt uns unserm gott lobsingen! Hoch erfreut, Laßt uns heut Ihm anbetung bringen. In des himmels hohe chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm gott sey ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der könig aller wesen, Steigt herab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fafsen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt' er nicht die menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm er dann Menscheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erdFreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. höhen, mit feierlichem lobgesang Des heilands fest begehen! Preis sey dem vater, der ihn gab! Preis sey dem sohn! er kam herab, Und ward das heil der menschen. 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schätzt und lieb' gewinnet? Nimm froh an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein christ. Der herr erkennt die seinen. 3. In dürft'gen laßt uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Sa, laßt uns frohe geber seyn, Und sein dabei gedenken. Was ihr den 5. Eilt im geist nach bethlems hütten, Seht, was er, Euer herr, Schon für euch erlitten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein freund! Er Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. 87. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem erscheint Feinden ſelbst zum ſegen. erer für eure Armuth, noth, Schmach und tod Göttlich groß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 7. Dankt ihm, der das innre sehnen Sehen kann, Betet an, Opfert freudenthränen. Liebt ihn, der von liebe brennet, Traut dem Herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden kränken, Eilt herzu, Suchet ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier so manche plage; Euren schmerz Fühlt sein Herz, 46 Erste Abtheilung. Kein erlöster zage. Bringet ihm an| stimmt, Und der sich liebreich dein seinem feste Preis und ehr'! Wisset, annimmt. er Wählt für euch das beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie Gegen ew'ge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach Obwohl schwach, Doch um so viel treuer. Keine kreatur kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du kömmst einst zum weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die fünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. 2. Ihn fandt' er, unser trost zu seyn, Vom fündendienst uns zu befrei'n! Mit licht und kraft uns beizustehn Und uns zum himmel zu erhöhn. 8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sey ihm willig unterthan. Durch seine lehre zeigt er dir. Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst des himmels thür! 3. O welch ein liebevoller rath! Ounaussprechlich große that! Gott thut ein werk, dem keines gleicht, Das keines menschen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, Uns vom verderben zu befrei'n, Und schämt sich nicht uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in knechtsgestalt, Verleugnet hoheit und gewalt, Und läßt, selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, Und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nüßen wir dem höchsten guth, Daß es so großes an uns thut? 7. Nimm, seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den gott zum helfer dir be10. Sein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der fünder, majestätisch seyn. 11. Zu ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12 Gelobt sey gott, der ihn gesandt! Sein ruhm erfülle jedes land! Gelobt sey von uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist! Bekannte Melodie. 89. Lob sey dem allerhöchsten 90. Lobt gott, ihr christen gott! Erbarmend er unsre noth, Und sandte jesum, seinen sohn, Zu uns von seiner himmel thron. freuet euch! Von seiner himmel thron Beruft er uns zu setnem reich Und sendet seinen sohn. 2. Der sohn kommt, nach des vaters rath, Mit heil uns zu erfreu'n, Und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu seyn. Mel. Lobt gott, ihr christen, allzugl. oder: Nun danket all', und 2c. 3. Bei seinem eintritt in die welt Umgiebt ihn keine pracht, Die gläns zend in die Augen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahrbeit macht Zu gott uns hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die fünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und ruh. 7. Er bringt den trost der bessern. welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen, geist kein grab. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 47 8. Er öffnet uns dereinst die thür| gekommen. Mit uns ist gott Nun in Zu seinem himmelreich. Ihr christen, der noth. Froblockt dem Herrn und wie beglückt sind wir, Lobt gott und hofft auf ihn, ihr frommen! freuet euch. 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank. Du würdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß und ewig los Vom fluch der sünd' und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sey gott! Auf unsre noth Sah er mit hülfe mitleidsvoll hernieder. christenheit! Preif' ihn erfreut! Des höchsten sohn bringt das verlorne wieder. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 91. mein ein jesu, du hast unsre schuld, mit ihrer strafe plagen,( O unerhörte lieb und huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum fünder machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht jesus nur: Du bist auch, was du heißest, Weil du die menschliche natur aus allem jam that mer dem namen ein: Du wolltest, was du heißest, seyn: Mein heil, mein seligmacher. 3. In keinem andern ist ja heil: Kein mittel ist gegeben, Wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann; Verehret werd' dein name! Mel. Wir christenleut' sind 2c. oder: Auf! schicke dich zc. christenheit! Sey hoch92. welt, der mittler, ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil; Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dahin gegeben. Ein menschenkind, Doch : ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der fünde macht auf uns Mel. Vom himmel kam der engel 2c. 93. Vom bimmel ward der engel schaar den hirten offenbar, Und große freude that ihr mund Mit lautem jubel ihnen fund. 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der fünder heil, der frommen lohn! 3. Seyd fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch gleich; Selbst gott, doch euch durch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mehr fünd' drohn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes sohn. 5. Auf ihn sest eure zuversicht, und seyd gewiß, er läßt euch nicht, Fiel auch ein ganzes heer euch an: Truß, daß euch einer schaden kann. 6. Ihr seyd nun göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts; Ihr siegt, nur stehet fest im streit; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. c. Von der Erscheinung Christi. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. fammelt er sich selber schon Die erst 94. Dein beil hat heut', voll linge der beiden. Zu ihrem neugebor gottes, sich zu nähern sie angefangen, Ein helles licht ist auch stern Aus fernen landen führen. für dich Den völkern aufgegangen. Dies sey dir, welt, ein freudentag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 3. Der vor'gen zeit denkt, christen, doch. Heil euch! sie ist verschwunden. Was war't ihr, eb' der Herr euch noch, Eh' ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches volf, 2. Kaum sandte gott mit seinem sohn Der erde große freuden, So 48 Erste Abtheilung. erwecket dir Dein vorges bild nicht leben Hast mit der vernunft gegeben. Daß du gott bist, muß ich merken, grauen? 4. Ein volt, mit gott ganz unbe- Herr, aus deinen großen werken; Und kannt, Von seiner lehr' entfernet, Das, die pflicht, dich zu verehren, Kann von der tugend abgewandt, Nur böses mich deine schöpfung lehren. thun gelernet; Das todten stein, geschnitztes holz, Wohl gar auf seine blindheit stolz, Als seine götter ehrte. 5. Du gingst in schand' und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die die natur schon fündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des gößendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil gesendet! Da gott, in dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Nun auch die heiden dankten. 7. Nun prüfe heut', volk gottes, dich Vor seinem angesichte. Beharrst du unveränderlich In seiner wahrheit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott, wenn du noch stets Der fünde sclavisch fröhnest? 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Ich soll mich mit gott verbinden; Doch dies hindern meine fünden: Und ich kann sie nicht verfühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade, Aber wie find' ich nun gnade? 8. Was hilft es, daß du gott erkennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst, zu träg', ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst: Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? 3. Hier erscheint in größter klarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches, göttliches erbarmen. Hier ist heil für menschenkinder; Hier ein bürge für die fünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum himmel offen. 4. Lob und preis, und dank und ehre Sey dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen welt gegeben, Sehn wir unsers gottes klarheit, Und empfangen guad' und wahrheit. 9. Ach prüfe dich! gott nimmt sein licht, Wenn man's nicht schäßt, zurücke. Steh auf vom schlaf, damit er nicht Sein wort auch dir entrücke. Gott, hör' nicht uns zu tragen auf, Und fördre deiner lehre lauf Noch zu den fernsten heiden. Mel. chmücke dich, o liebe seele 2c. gott! dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses 95. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen, Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die that bekennen? 6. Ist dies nicht von uns geschehen; O vergieb uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue, Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! d. Auf die Darstellung Christi im Tempel. Mel. Vom himmel hoch, da komm' 2c. zens trost und theil, Erfreue mich 96. Dich bitt' ich, beiland aller mit deinem heil. welt! An sich 2. Weil du mein treuer heiland mein glaube hält, Sey meines her- bist, Der mir von gott gegeben ist; 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. So reinige Herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig' mir die bahn, o helles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein auge blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wann es dir gefällt. Mel. Kommt Her zu mir, spricht 2. 97. Moblauf, mein herz! verlaß die welt, Demt, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sey gewiß, Er werd' auch deine finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel seyn! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den lüsten frohnen. 49 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte welt Dem satan, ihrem goite. Sie erndtet schaden blos für müh; Für ihren sündendienst wird sie Einst ewiglich zu spotte e. Am Tage Mariä Verkündigung. jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den verlornen fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschenkindern. 3. O jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und uns'rer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Hast nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen reichs empfangen. D'rum werden wir Auch einst bei dir Ein ew'ges 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem himmel sehnt: Der opfert rechte gaben. 5. Wer durch das wort, darauf er traut, Im glauben seinen heiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens seyn, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wann dirs gefällt, In frieden wirst aus dieser welt Hinauf zu dir erheben. Mel Durch adams fall ist ganz 2c. oder: Das jesulein soll dich 2c. 98. Nun un ist der tag der seligkeit Den sündern angebrochen, Die langerwünschte gnadenzeit, Die gott der welt versprochen: Denn gottes sohn Ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste guth Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt; Denn glück erlangen. öffnetest du, gott, Die schäße deiner gnaden. Dein sohn erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn Dem herrn bereiten soll, Als seinen knecht, f. Von dem Vorläufer- Amte Johannis. Mel. O gott, du frommer gott zc. du, Um deinen sohn zu ehren. Sein lag welt Mit wird stumm; Der 99. Csündennoth beladen: Da schnell beredt, Und weiſsagt, da auf ihn Der geist des Herrn geräth. voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest Evang. luth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jeſum zeigt Sein ausgestreckter finger. Seht gottes opferlamm, Das mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt. 4 48 50 er gr to tf f Erste Abtheilung. 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den johannes weiset, Mit festem glauben faßt Und dankbar heilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich jesu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. 12) Vom Wandel Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. u wesentliches ebenbild 100. Der allerhöchſten liebe!. Du warst, o jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Ihm folgtest du mit heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille: Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz, Mit höchst zufriedner stille; Auch auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot, Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Tein hauptgeschäft war dies allein, Vollführer seines plans zu seyn. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die marter auszustehen; Bereit, mit göttlichgroßem sinn, Für mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schande und der marter last! 5. Herr, lehre mich, dein eigenthum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt seyn, sey mein ruhm, Und wonne, so zu leben. O hilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu. Mel. Bater unser im himmelreich 2c. 101. Sein lehrer ist dir, jeſu, gleich An weisheit und an liebe reich Warst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sich'rer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von gott gesandt, Und machtest uns den weg befannt, Auf dem wir frei von fündenschuld Theilhaftig werden seiner 5. Das werd auch unser theil! Johannis amt und lehre Verherrliche noch stets, Gott, deines namens ehre. Wer buße thut und glaubt, Hat trost zu jederzeit. Wer glaubt und heilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. Christi auf Erden. huld. Auf ewig sey dir dank und ruhm, Herr, für dein evangelium. 3. Sm lichte der allwissenheit Sahst du mit aller deutlichkeit, Was nach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten hat; Und machtest dann durch deinen mund Das künftige den menschen kund. 4. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich sich'res pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahrheit sey, die gott uns lehrt. Nie schwäche mir der frevler spott, Den glauben an dies wort von gott. 5. Du lehretest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heil'gen wandel an.. Gieb, herr, daß ich auf dieser bahn Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, herr! von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehrer mund Noch jetzt dein heil den menschen kund. Begleite stets mit deiner fraft Jhr amt, damit es nutzen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt, Noch immer deinen guten geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt. 8. Mein heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Von eigendünkel mich befrei, Damit ich dir gehorsam sey; Bis mich dereinst in ewigkeit Ein hellres licht bei dir erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe seele 2c. 102. orbild wahrer menschenV Hebe, efu, mitleids triebe Zogen dich herab auf 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 51 Gottes strafen abzuwenden, Unter frecher mörder händen Angst und unerhörte schmerzen Littest mit gelaßnem herzen; Als ein missethäter starbest Und uns ew'ges heil erwarbest. 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben; Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. erden, Der verlornen heil zu werden, Und für sie sogar dein leben In den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und huld ermesse? 2. Ohne vortheil zu begehren, Sich in andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts erzeigen, Zu beleidigungen schweigen, Auch an seinden wohlthun üben: Das heißt, menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe. 3. D du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen: Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 7. Demuth war bei spott und hohne Deiner tugend schmuck und krone; Nie hast du nach ruhm getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Deines vaters heil'gen willen Mit gehorsam zu erfüllen, Und uns heil und trost zu geben, War der zweck von deinem leben. 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Unverständ'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren; 8. Laß mich, herr! zu reichem segen, Sünder, die sich selbst verstocken, Lieb- Deinen wandel oft erwägen. Laß mich reich zu dir hinzulocken, War dein tägliches geschäfte, Selbst mit schwä chung deiner kräfte. in der angst der sünden Trost und bülfe bei dir finden! Heilige auch meine triebe Zu rechtschaffner menschenliebe. Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 5. Und wie hoch stieg dein erbarmen, Da du, mittler, von uns armen 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu. Mel. Christus, der uns selig 21. 4. Drohet mir die höllenpein Um 103. Deine leiden, gottes sohn, der fünde willen: Ach, so tritt ins Herzlich zu bedenken, Wollst du mir von deinem thron Geist und andacht schenken. Ach erschein in diesem bild, Jesu, meinem Herzen, Wie du gottes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. mittel ein, Hilf die schrecken stillen. Laß mich dann mit heilbegier Dich, mein jesu, fassen. Salt ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht haffen. 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach' war auch ich, Ich und meine sünde: Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das freuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern', Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungszeit Nimmer vor dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. Hilf, ich in buß und reu Dieses recht bedenke, Und dich fünstig neu die Dämpf in mir die fündenlust, Laß mich alles meiden, Was du, jesu, büßen mußt mit so schwerem leiden. 104. Herleiden zu bedenken, Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. err, stärke dein mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 4* 52 Erste Abtheilung. 2. Vereint mit gott, ein mensch| vor dir im staube; Verliere mich mit gleich uns auf erden, Und bis zum tod am freuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! inn ich ihm nach, so sinken meine kräfte, Mein berz erbebt; ich sehe und empfinde Den fluch der fünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 6 O herr, mein heil! an den ich herzlich glaube. Ich liege hier gebückt dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des böchsten thun ist gnad' und lieb' erweisen; Uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen Für das erbarmen das du mir erwiesen! Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit freuden deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue fräfte! b. Dankbare Erwägung der Leiden Jeſu. treffen müsſen. Wie verpflichtet bin ich dir nicht auf ewig, herr, dafür. 5. Frevler krönten dich zum hobne. Deine stirn, die blutete Unter einer dornenkrone, König aller könige. Mir zu gut hast du's erlitten; Mir die ehrenfron' erstritten. Preis, anbetung, dank sey dir, Liebenswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im tode noch dafür. Mel Jesu, meines Lebens leben 20 u, der menschen beil 105.. D" und eben, Deß sich meine seele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter meiner seligkeit; Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen im verderben: Ach, wie dank, wie dank ich dir, Mein erlöser, g'nug dafür! 2 Menschenfreund, von gott gesendet, zu erfüllen seinen rath, Längst bast du dein werk vollendet, Weg zu thun die missethat! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jefu, fagen Deine theu'r erlösten dir Billig neuen dank dafür. 3 Eu betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im berzen. Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sey sie mir. du bande, Littest du der lästrer ſpott, Achtetest 106. du nicht der schande, Mein versöhner und mein gott. Mich hast du der schmach entriffen, Die mich hätte 7. Rub' im leben, trost am grabe, Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein herz zu geben, Deiner tugend nachzustreben. Dir zu traun, zu sterben dir; Dies, dies sey mein dank dafür. Mel. Nun ruhen alle wä der zc. Troblocke mein Und bete gottes gülte In deinem heiland an. Was selbst der engel schaaren Zu thun nicht fähig 13. Von dem Leiden, Tode waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der sünden knechte, Den bittern zornkelch trinkt; Wie er, ans kreuz erhöhet, Für seine mörder flehet Und siegreich in den tod hinsinkt. 3. Wir sünder sollten sterben. Fluch lag auf adams erben, Fluch auf der argen er Und gab mit seinem blute Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Kein freund meint es mit freunden So treu, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preis ihm, dem überwinder, Nun sind wir gottes finder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein vorh. 2c. 107. Hund vein Und dein err jesu, deine angst versöhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen seyn, Die fünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Und deinen herben, bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen: Das präge tief mir, jesu, ein, Und laß mir's ernste warnung seyn, Wenn mich die fünde reizet. du, 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. der meine sündenlast So willig bat getragen; Ach liebster heiland, schone mein, laß diese schuld vergessen seyn, Für recht laß gnad' ergehen. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Vertrugest schläge, spott und hohn, Und wurd'st ans kreuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Uns unsre schwere missethat Bei gott verföhnen möchtest. 5. Drum soll mein herz voll dankbarkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, dein erlöseter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'gen loben. und Begräbniß Jesu. 53 6. Herr jesu; deine angst und pein Und dein versöhnend leiden Laß meine letzte zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden. Uch hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. Mel. Christus, der uns selig 20. 108. eu, meiner ſeelen licht, den, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimm den dank in gnaden an, den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg es hin und her, Was dich angetrieben, Eine sünderwelt so sehr, Wie du thatst, zu lieben; Uns verlor'ne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geißeln, schmach und todespein Willig ausgestanden. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines Herzens freundlichkeit Und dein treu gemüthe; Dies hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng' und macht Das gewisfen nagte. 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that, Die man nirgend findet! Sünden, deren gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. den theuren bürgen! Er ließ sich aus 5. Meine große sündenschuld Traf So hat er uns heil gebracht; Sollt' großer buld, Mir zu gut, erwürgen. uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sey mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes herz Sich aus deinem herzen, Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt Ueber seine fünden, Wenn auf dich mein glaube blickt, Mich, herr, gnade finden! Sieh, ich fall', zerknirscht von reu', Mit wahrhafter buße Und dem vorsatz beßrer treu, Jesu, dir zu fuße. Erste Abtheilung. 54 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', Und bei wem ich bleibe, Wessen für sprach ich vertrau', Und an wen ich gläube. Jesu, du, du bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem ruhm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem grab erstanden: Meines jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. Das wort von deinem freuze so zu ehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 11. Lockt böse lust mein herz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze, Und Mel. Herzliebster jesu, was hast ac. 109. Laß beinen geist mich stets, werd ich matt in übung guter werke, mir's 12. Seh' ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden: So sey's doch mir, trop alles frechen spottes, Die weisheit gottes. 2. Das gute thun, das böse flichn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt' ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? da du für mich gestorben, Dies glück erworben. 3. Da du dich selbst für mich dabin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnen herzens werden, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine brüder, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 9. Ich bin ja dein, schon selig bier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine krone rauben; So werd ich dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf', im glauben wach und bete: So ist mein beil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dank für deine freuzesschmerzen; Und gott giebt uns die kraft, in deinem namen Dich nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute, Du hast auch mir, 13. Wenn endlich, herr, mich meine fünden kränken, So laß dein kreuz mir wieder ruhe schenken; Dein sterben sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. Mel. Christus, der uns selig 2c. 110. ein erlöser, gottes sohn, Der du für mich littest, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein versöhnend leiden! O, wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner freuden. 2. Unermeßne herrlichkeit War dir, berr! gegeben; Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, der großen huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. 3. Nun kann meine missethat Noch vergebung finden; Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Meiner seele troft und ruh Gnädig zu verschaffen. 4. Was mir luft zur beßrung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue kraft Durch dein kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 55 durch deinen tod erworben, Das hast du, von barmherzigkeit geleitet, Auch mir bereitet. um kraft bewerben, Gottes willen treu zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich dem todesthal Froh entgegen sehen; Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, haft aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die frucht von deiner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir kraft( Du hast sie in händen), Was du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem kreuz Mich mit muth beleben, Ernstlich jedem sündenreiz Hier zu widerstreben, Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes zorn zu scheuen: Was ich unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen; O! dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, meine Mel. Ein lämmlein geht, und 2c. Büßend bist gestorben, und mir alle 112. Wat gebenfft? Was as ist der mensch, gnad' und huld Hast bei gott erworben. du 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnoth Siegreich überwunden: O! so bilf dazu auch mir. Laß mich fröhlich scheiden; Herr! so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res leiden. bin ich? gott! erbarmer! Tu, der du tausend welten lenkst? Was bin ich, herr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden? Der Herr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden. 2. göttliche barmherzigkeit! Der sohn soll für uns sterben; Der mittler, wohlzuthun bereit, Entzieht uns dem verderben. Er kleidet sich in fleisch und blut, Und was kein freund, fein bruder thut: Wer kann was größers denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch denk' ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golgatha im geist ich seh, Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein' und klage über mich Und über meine fünde. Mel. Herzliebster jesu, was zc. oder: Ist auch ein gott? zc. 111. en hochgepriesen, herr, für deine liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll sünder selbst dein leben Dahin zu geben. 2. Führwahr, du trugest unsrer fünden schmerzen. O welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zu schaffen. 3. O laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 4. Du bist mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt 5. Erhalte selbst mein herz bei diesem glauben; Kein banger zweifel müsse mir ihn rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der fünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt' ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein heiland, sey mein ganzes leben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. Erste Abtheilung. 68.81 56 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die knechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte. Mein ist die last, die jesus trägt, Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert hat; Des todes sollt' ich sterben. 5. O sünde, fünde, gute nacht! Zu lang, ach viel zu lange, Hast du das herz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich baffen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am kreuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. 6. Herr! laß mich aus barmherzigkeit, Wie freundlich du bist, schmecken. Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelennoth, Herr jesu, dein versöhnungstod, Die kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In heißen prüfungsstunden. 7. Dank, mein erlöser, dank sey dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du hier An seel' und leib getragen. Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich fünder rangst, Sey ehre deinem namen. Gedenk, herr, meiner in der noth, Gedenk auch meiner einst im tod, Und im gerichte, amen! odail Mag c. Kraft und Trost des Leiden Jesu. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. 5. Ja, für alles, was mich frän113. J esu christ, durch deine ket, Schaffen deine wunden rath; wunden, Deinen martervollen tod, Hab' ich heil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges ein, Denk ich, herr, an deine pein; Die verbietet meinem Herzen, Mit der fünde je zu scherzen. Wenn mein geist an sie gedenket, Geh' ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket keine müh, Denn der trost erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 2. Schmachtet nach verbotnen freuden Mein verderbtes fleisch und blut: O so blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ehre nach, Und ich denk an deine schmach; Schnell erniedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 6. Auf dich setz' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreist mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem Wahrlich, herr, ein himmel theil. ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. Mel. Wenn meine sünd' mich 2c. 3. Reizen, herr, mich manche plagen, Während meiner prüfungszeit, Oft 114. Wenn mich die fünden Mein zu bangen zur unzufriedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe droht: O, in diesen kümmernissen, Denk' ich, herr, an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem freuz getragen hast; Dies kann mein gewissen stillen, Und mein Herz mit trost erfüllen. land, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des beil'gen kreuzes, Auf dich genommen hast. 2. O wunder ohne maßen, Für sündiges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du, wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen Dich selber in den tod. 3. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 57 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern hohn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. un sie mir nicht schaden, große last: Ich bin bei iden, Weil du bezahlet meine schulden tilgt dein darf den zorn nicht fürchicht die höllenglut. rum sag' ich dir von herzen Jetzt und mein leben lang Für deine pein und schmerzen, O jesu, lob und dank, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die fündliche begier Mit allem ernst zu meiden, Und fromm zu seyn vor dir: Es komme nie mir aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. VAUTE SING Bekannte Melodie. 115. Christe, bu lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Erbarm' dich unser! b. Gebet zu dem Versöhner. 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Er barm' dich unser! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. Mel. O lamm gottes! unschuldig: c. Einst lag 116. Erlöfer, der im staube schweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und fünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein klagen, Dein todeskampf, dein zagen Sey meine ruhe, herr jesu! 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Ihm dienen, wo ich kann, Obn' eigennuß und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein, In jenen finstern stunden, Mir trost und zuflucht seyn. O herr, auf den allein ich trau', Erbarm' dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau'! d 0 001#s 2. Du littest ganz unschuldig Von frevlern schmähung und schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichen Herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jeſu! uns ab von sünden: Er müss' uns dir verbinden zu innigem danke, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc.. 117. Laßt uns doch christo dankbar Daß er für uns in große pein Sich willig bingegeben; Auch laßt uns sevn der fünde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie christus selbst an uns gethan. D menschenkind! betracht es recht, Wie gottes zorn die fünde schlägt! Herr jeſu christ! Mein herr und gott! schrecke mich dein tod. Mein herr und gott! Von sünden Bekannte Melodie.. 118. O lamm gottes, unschulfreuzes geschlachtet! Allzeit erfunden dig Am stamm des geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet. Die sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, v jesu! 3. Am kreuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein tod belehr' uns täglich, Wie 3. D lamm gottes! unschuldig 2c. doch du seelen geachtet. Er schreck'| Gieb uns deinen frieden, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig zc. Erbarm' dich unser, o jesu! 58 Erste Abtheilung. olya. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung. Mel. Dir, dir, jehovah 2c. 119. Ah, sieh ibn dulden, bluten, sterben! O meine seel', sag' ihm frommen dank! Sich gottes ein'gen sohn und erben! Wie mächtig ihn die menschenliebe drang. Wo ist ein freund, der je, was er gethan? Der so, wie er, für fünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene stunden, O herr, und welche lasten drückten dich! Wie quoll das blut aus deinen wunden! Und ach, es floß zum heil und trost für mich; Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer dulder, du. 3. So sollt' es seyn, du mußtest leiden; Dein tod macht mir des vaters liebe kund. Er wird für mich ein quell der freuden, Ein fiegel auf den ew'gen bin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des todes schrecken? Du schliefst auch einst im grab, o seelenfreund. Mag sie doch meine asche decken, die erbe, wann des todes nacht erscheint. Der gott, der dir das leben wiedergab, Wälzt einstens auch den stein von meinem grab. 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treuste liebe bringt. Dort will ich dirs noch besser sagen, Wenn dich mein geist im engelchor besingt. Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze himmel soll dann zeuge seyn. dich gott für mich zum opfer giebt, So feste stehts, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und gottes erbe; Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn sonn' und mond und erde untergehn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum trost und dir zur ehre, Gereicht dein ganzer kampf, dein kreuzestod; Bestätigt ist nun deine lebre; Sch baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch preis und ruhm Ist auch im kampf der unschuld eigenthum. 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lehren, Des lebens unschuld sey mein chrenkleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort gebeut. Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein beiland, hier von dir; Nie gottes schickung widersprechen, Wär' gleich sein pfad jezt noch so dunkel mir. Auf dornen giengst du selbst zum ziele Mel. Ein lämmlein geht und: c. 120. Ein lamm geht hin und abgefallnen finder; Geht hin und büßet in geduld Die sünden aller sünder. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Doch gern und willig leiden. 2. Das lamm ist jesus, unser freund; Zum heiland unsrer seelen Wollt ihn der strenge fündenfeind, Der ew'ge vater, wählen.„ Sobn", sprach er, nimm dich derer an, Die außer dir nichts retten kann Vom schweren fluch der sünden. Groß ist die schuld, die strafe groß; Doch übernimm's, so sind sie los, Und sollen gnade finden." 3. sohn, " Ja, vater", sprach der große Kein fünder soll verzagen! " Ich steig' herab von deinem thron, Und will die fünden tragen." O liebe! liebe! deine macht Ist stärker, als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Du dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte, 4. Er büßt für uns am freuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. wird geschlachtet, wie ein lamm, Zum opfer für die sünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein theures leben sich In milden strömen blutes. Lamm gottes, ewig dank' ich dir! Doch nie genug, du thatest mir, Eh' ich noch war, schon gutes. 5. So lang' ich lebe will ich dein, O jesu, stets gedenken; Mein herz soll dir geweihet seyn, Ganz will ich dir es schenken. Nur dir gefallen, sey mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben. Nur du bist meine zuversicht, Und wann mein aug' im tobe bricht, Bist du auch dann mein 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles, was mich kränket, Wenn meine seel' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust Zur zeit der trübsal sanfte lust, Läßt mich nicht unterliegen, Und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt, zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und deines himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworben; Dann werde dir in ewigkeit Anbetung, preis und dank geweiht, Daß du für mich gestorben! 59 5. Der feind nehm alles, alles hin! Das glück, daß ich versöhnet bin, Ist meiner seelen höchstes guth, Und macht mir auch im tobe muth. 6. Wann des gesetzes fluch mir droht, Dann tröstet mich dein mittlerstod: Ich weiß, daß du auch meine last Am freuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick ich hin nach golgatha; Der trost, daß ich begnadigt bin, Macht mir das sterben zum gewinn. ACT 122. Mie grundlos sind die Mel. Herzliebster jesu, was heft ca tiefen deiner liebe! Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen Herzen, Du mann der schmerzen. 2. Was zieht dich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! in 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel selbst gelüsten. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 4. Des höchsten sohn büßt für die menschenkinder: Der heiligste bezahlet für die fünder; Des lebens fürst, und aller bosheit rächer, Stirbt für verbrecher! Mel. Diesu christ, mein's lebens 2c. 5. Herr, lehre selbst mich deine 121. bu mein mittler und huld erkennen, In rechtem glauben mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himnels feligkeit, Und hier gewissensruh' verleiht. meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 2. Ach, glaubt' ich deine gottheit nicht, So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich kein geltend opfer seyn. 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheitel, Mein Herz ist trotzig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich: Ich fehle stündlich. 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gekreuzigter! So würd ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut versöhnet seyn. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dein kreuzestod: Und diefes troftes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebesarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine sünden haffet, Und dich umfaffet. 8. Was machst du, feind, mir christi huld verdächtig? Schweig! seine kraft ist in den schwachen mächtig. 60 Erste Abtheilung. Er selbst macht den gerecht, der an| deinen tod erworben; Das werde mir, ihn gläubet Und in ihm bleibet. 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu deinem kreuze, Damit dein blut die feele dring und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden hast durch mel. Christus, der uns selig 2c. err des himmels, starker 123. Held! Was wird mit dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? Trost ist es, was du verlangst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angst Deine seele quälen? 2. Vor dir liegt,( denn dir kann ja, Herr, sich nichts verhehlen;) Eine welt voll fünden da, D, wer kann sie zählen? Niemand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als für deine sünden. 3. Liebe strahlte dir sonst stets Aus des vaters blicken, Und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes straf dich schreckt: Da er in gewittern Furchtbar fich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? zu meinem ew'gen heile, Nun auch zu theile. f. Das Leiden Jefu am Delberge. 4. Hier fühl ich der fünden gränl, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein heil, Hier im staub gezittert. Held, da fünd' und strafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräul der sünde nicht Meinen geist bestürzen? 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben! O hilf mir jetzt und in den letzten stunden Durch deine wunden. 5. Aber du versöhnest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. 6 Nun, herr, meine zuversicht, Hilf du meiner feele, Daß im letzten kampfe nicht Sündenangst sie quäle. Ach, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Alsdann keine hülfe weiß, Mir zu statten men. Mel. Ein lämmlein geht 2c. wil124. Slig bin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um aller sünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den, der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hingesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh, Und betet, kämpft und zaget! Er wünscht den schweren kampf verFürzt; Wer siehts und höret nicht bestürzt, Wie leidenvoll er klaget? 3. Ein Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. knecht, ein engel muß sogar Den herrn vom himmel stärken. Er ringt, sein heilig angesicht Träuft blutschweiß, wer entsetzt sich nicht? Wer litt, er, auf erden? Der du in reiner unschuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, O herr, bestürmet wie werden? 4. Du zagst, mein heiland; ach nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den kelch vorüber gehn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten hat Für mich sich richten lassen, Gott, wer kann deinen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. wen die sünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: Er wird vor gott besteben; Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will verdammen? gott ist hier! Du wirst den tod nicht sehen. 6. Doch denk, um welchen theuren preis Dein heiland dich erkaufet. Er g. Die Gefangennehmung Jesu. Mel. Jesu, meines lebens leben 2c. 125. Jesu christe, deſſen wungebracht. Ach wie hart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem heldensinn Cich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Tie um deines vaters thron, Seines winks zu warten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn Nur ein wink, du bist befreiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht, Du winkst deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch bier sich nicht verlor, Aber herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch marter scheun, Aus der höll' uns zu befrein. h. Ueber die Verlassung Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c 126. Mein fefu, für dein herz Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als striemenschläg' und wunden! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar Die erst sich hoch vermessen, Eh' sie der treu' vergeffen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 61 rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit blut für dich getaufet. Ach, wache, daß die sünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu' erschüttre. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau bin zum ölberg ins gericht, Das jesum traf und zittre. 3. Der fühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er flicht, eh' bande drohen; Schämt sich, daß er geflohen: Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 4. Treuer bürg' um unsertwillen Streckſt du deine hände dar; Gottes du der frechen schaar: Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern kann. 5 Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu', Und befreie mein gemüthe Vor der sünden sclaverei, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Des versuchers arglist nie In sein nezz mich wieder zieh 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich, deines geistes voll, In bekennerfeffeln prangen, Deinetwegen leiden soll: Gieb dann mir in meinen banden Reichen troft aus deinen banden, Taß, gleich dir, ich sie nicht scheu, Ich, gleich dir, gelassen sey. Jesu von seinen Jüngern. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube; Erloschen ist sein glaube; ein kühner muth gedämpfet, Ach christen, wacht und kämpfet! 5. Wo ist nun petri treu? Der jesum vormals frei Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte? Der hat vor jesu ohren Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück Er fühlte sein verbrechen, kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich 62 Erste Abtheilung. gütig! Seyd gläubig, nicht kleinmü-| Die stets mir neßze stellt, Einst, jeſu, thig, So groß sind keine sünden, von den deinen; Laß mich mit petro Sie können gnade finden. weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 8. Ach, trennt mich auch die welt, i. Das Leiden Jesu vor Mel. D gott, du frommer gott 2c. 127. eht, welch ein mensch! ach seht! Mit schand ist er bedecket, Der glanz der Herrlichkeit! Schaut, menschen, und er schrecket! Des höchsten sohn habt ihr So tief berabgebracht! So viele noth hat ihm nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den fünden Nicht euren herzen gräult! Sein zorn wird sich entzünden: Dann for dert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekehrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er sünden büßt Und wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des heils, Das diese 4. Seht, welch ein mensch! bier steht, Verbrechern gleich, gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, Wie könnt er da für uns Ein gültigs opfer seyn? 5. Seht, welch ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unsre schäden heilt Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch! ach scht! Schmerzhafte dornen krönen Sein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich böhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Voll ehrerbietigkeit Beug ich die knie vor dir. 7. Seht, welch ein mensch! ach seht! Er muß, vom rohr zerschlagen, Noch in der eignen hand Des frevels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese dem weltlichen Gerichte. hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß sie euch Nicht einst, gereizt, zerschlägt. 8. Seht, welch ein mensch! schaut hin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlig überdecken? Gott, wie viel bittrer spott Trifft deinen sohn um mich! Mein dank ergießt vor dir In heißen thränen sich. 9. Seht, welch ein mensch! mein herz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freuden schenken! So laß, herr, ihrer nie Mich ohne beßrung freun, Und laß mich ja für dich Nie spott und schande scheun. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 128. Seht, welch ein mensch! ihm die last der sünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, thr menschenkinder! So leiden sah von anbeginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 2. Der sohn des höchsten und selbst gott, Ein helfer, ein gerechter, Ward frecher missethäter spott, Und seines volfs gelächter. Wie ein verbrecher stand er dá, Verklagt, verläumdet; wer ihn sah, Der sah ihn mit verachtung. 3. Ganz unbegränzt war ihre wutb, Bedeckt Den heiligsten zu plagen. mit striemen und mit blut, Zergeis selt und zerschlagen, Mit einem dor nenkranz gekrönt, In tönigskleidern ausgehöhnt, Stand er vor seinen feinden. 4. Den beiden, der sein richter war, Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu erwecken. Seht, welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdam 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 63 men; denn die unschuld spricht Zu| zur schmach gekrönet, Gegeißelt, und mächtig für sein leben. von schmerzen schon entkrüftet, An's freuz geheftet. Die 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des beiden; aufgebrachte wilde schaar Sah jesu schmach mit freuden. Sein tod befriedigt sie allein; Sie stürmten auf den richter ein Und schrie'n: er sterb' am kreuze! 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach, unsre sünden haben dich geschlagen. Zu ihrer tilgung hast du, herr, erduldet, Was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch dieſe strafe! Du, guter birte, leidest für die schaafe; Die schuld bezahlst du, herr, für böse knechte, Du, der gerechte. 6. Du denkest ohne schaudern nie An dieses wort der fünder; Du sprichst: die rache strafe sie, Und straf' noch ihre kinder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine sünden? bist du frei von schuld am tode jesu? 5. O große lieb'! o liebe, kaum zu fassen; Auch mir zum heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne sünden ernstlich meiden, Willst du, herr, leiden. 6. Ach, großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine treu ausbreiten? Kann ich sie dir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Sieh, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine sünden tragen. Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, fünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter gottessohn, Du tilger meiner fünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir seyn Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine lieb' erkalten. Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich lebe, herr, an dich Und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der lüste gluth, Lockt mich die welt zur fünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk', welch ein mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben? Bekannte Melodie. 129. Unschuld'ger jeſu, was baft du verbrochen, Daß man das todesurtheil dir gesprochen? Du, heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit einem dornenkranz 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, Dir folge und des fleisches lüste dämpfe; So sey dann auch forthin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen geschäfte mir schwachen deines guten geistes kräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll deine huld betrachten, Die lust der welt, aus lieb' zu dir, verachten; mit allem eifer suchen, deinen willen Treu zu erfüllen. 10. Zu deiner ehre will ich alles wagen, Kein drohen achten, keine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten: Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem throne Aus deiner band der überwinder krone; So soll dich, höchster, unter engelchören Mein loblied ehren. 64 ape angst Erste Abtheilung. k. Das Leiden Jesu am Kreuz. Mel. Ein lämmlein geht und zc. 130. Begleite mich nach golgatha, auf dessen böhen Die welt die höchste liebe sah, Sah, was sie nie gesehen! Komm, denke jenen worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie können dir im leben, Und, betest du gott gläubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch trost im tode geben. 11 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz, Für seine feinde beten; Und fieh sein sanftmuthvolles berz Noch sterbend sie vertreten. Vergieb, ver" gieb( ruft er gott an), Sie wissen nicht, was sie gethan!" Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verfübren! 6. Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so theu'r Sein durst gestillet werde. O mensch! noch jetzt ruft er zu dir Aus tauſend armen neben dir, Die noth und mangel drücket. O selig, wer den ruf erfüllt! Denn wer den durst des armen stillt, Hat jesum selbst erquicket. 7. Der beiland spricht: es ist vollbracht!" Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden f gen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! 3 Dein zärtlich herz, o herr, empfahl, Aus kindlich frommem triebe, Die mutter, unter schmerz und qual, Dem jünger deiner liebe Ach, wenn auch einst mein auge weint, Einst sterbend für die meinen weint, Dann soll dies wort mich trösten. Du wirst auch ihnen trost verleihn, Ihr beistand, Helfer, pfleger seyn, Auch sie sind dein' erlösten. 4. Wer sich bekehrt, fürcht fein gericht! O reuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer:„ Du wirst noch heut' mit mir dich freun, Mit mir im paradiese seyn!" So ruft er ibm entgegen. O herr, dies gnadenreiche wort Schenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. 5. Als jesus an dem kreuze rief: „ Gott, hast du mich verlassen?" Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Verlassen da gehangen? Mein herr und gott, verlaß mich nicht; Du bist, auch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und kraft verleihen. Du rufest: vater, ich befebl' In deine bände meine seel'!" Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst: Ach, laß mich auch so sterben! Mel. Werde munter mein gemüthe 2c. 131. Der am freuz ist meine liebe! Meine jesus christ, Dem ich treu zu seyn mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede sünde hasset gott, Ihre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland, starb für mich; Er hat mich mit gott versöhnt, hat mit gnade Jesum will ich nie mich gekrönt. Meinen jesum will ich betrüben, lieben. 3. Der am kreuz ist meine liebe! Aller sünd' entsag' ich gern, Daß ic Sünde tri ihn nur nicht betrübe, Meinen bei land, meinen herrn. sein blut mit hohn, Kreuzigt wiede 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 65 gottes sohn; Drum will ich ihn nie| schuldet hat, Und hilf mir aus erbarbetrüben, Meinen jesum will ich men von meiner missethat. lieben. 4. Der am freuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeiht durch christum mir. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jeſum will ich lieben. Mit aller zuversicht. Wohin soll ich 5. Ich will auf dich stets sehen, sonst geben? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo retnigung von sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden, sal trost und freuden, Die ewig sind, Vergebung, beßrungskraft, In trübverschafft. O gieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, kraft, troft und heil. 5. Der am freuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ. Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, fein fürstenthum! Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit sünden dich betrüben. 6. Der am freuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Dies verwesliche zerstiebe; Dann werd' ich mit gott vereint. Auf des glaubens kurzen streit Seh' ich seine herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben! 7. Mit innig frobem triebe Bring ich dir meinen dank: Die größte defGieb nur, daß ich mich halte Zu dir ner liebe Bleibt stets mein lobgesang. mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sey. himmel einzugehn. Laß mich im geist 8. Belebe dann mein hoffen, Zum ihn offen, Und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ihn im scheiden Zu deiner In bekannter Melodie. 132. Du, der voll blut und wonn' hinauf. wunden Für uns am kreuze starb, Und unsern lebensstunden Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Den größten trost erwarb: Du, ber 133. Es ist vollbracht! ruft nach dem leiden Des theures leben, ich war, auch mir zum beil hast hingegeben; Mein jesu, dank sey dir. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem Freuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmerzen, Da traf dich spott und schmach, Schwer lag auf deinem herzen Angst, die das Herz dir brach. den erlösers mund. O wort voll trost's die erlösung fund. Das große opfer und heil'ger freuden! Du machst mir ist geschehn, Das gott auch mir zum heil ersehn. ben; Der sonne schein verlieret sich; 2. Mein jesus stirbt! die felsen beIn todte dringt ein neues leben; Der hang reißt, die erde kracht; Der welt heil'gen gräber öffnen sich; Der vorversöhnung ist vollbracht. 3. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden Uns zu erretten, rangst. Die last gehäufter plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläß'st du mich? vollendet, Als dir das herz im tode 3. Wie viel, mein heil, hast du brach! Du hast die straf hinweggewendet, Die auf der welt voll fünder Zur froben ewigkeit gebracht. lag, Und uns aus finst'rer todesnacht 4. Ach diese last und mübe Hab' ich dir auch gemacht. O mein erlöser, siehe Vom throne deiner macht In bringen, Was wahre dankbarkeit be4. O hilf mir, herr, nun auch vollgraden auf mich armen, Der sich vergehrt; eaß nach der heiligung mich Evang luth. 5 Erste Abtheilung. 66 ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beß'rung ist vollbracht. lich dich verklagen, Daß ich könnte sicher seyn; Daß ich möchte rostreich prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Du litt'st so viel zu meinem leben. Wie, sollt' ich nicht voll eifer seyn, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein beiland, sey mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. 6. Du warst ganz von fluch bedecket, Und litt'st alles mit geduld; Herben tod hast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losge6. Soll ich, bei dir ergeb'nem her- zählet, Wardst du bis zum tod gequäzen, Auch hier durch manche trübsal let: Tausend, tausendmal sey dir, gehn, Und hat mein gott gehäufte schmerzen Zu meiner prüfung außersebn; So laß die hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn. Liebster jesu, dank dafür. 7. Fühl ich zuletzt des todes schmerzen, So stärke mich in solcher last, Und mach' es lebhaft meinem herzen, Daß du den tod besieget hast. So geh' ich froh zur grabesnacht Mit fiegsgesang: es ist vollbracht! 7. Deine tiefe demuth büßte Meines finns vermessenbeit, Und dein herber tod versüßte Mir des todes bitterkeit. Was dich quälte, wird mir armen Heil und trost, durch dein erbarmen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von herzen Jefu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für den herben bittern tod; Für dein zittern, für dein zagen, Für die tausendfache In eigner Melodie. 134. esu, meines Lebens leben! Jefu, für mich hingegeben In die tiefste seelennoth! Ach, du scheutest kein verMel. In allen meinen thaten 2c. derben, Nur, daß ich nicht durfte 135. welt, sich hier bein sterben: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. leben Am stamm des kreuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große herr der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, bohn und spott. 2. Du, ach, du haft ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und banden, Du gerechter gottessohn, Nur, mich von den sündenketten Und vom tode zu erretten: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt. Aus seinem edlen berzen, Für unerhörte schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsre sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer: Die haben dich geschlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und für meine seelenruh, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. ich ewig dankbar seyn. 4. Ach, wie hart warst du verhöhnet, Und sogar zur bittern schmach mit der dornenkron' gekrönet! Was litt'st du für ungemach? Mir einst kronen aufzusetzen, mußten dornen dich verlegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, Abzuwenden meine pein; ließest fälsch5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren gottes buld; Die geisseln und die banden, Und was du ausgestanden, Verdient' ich wegen meiner schuld. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 67 6. Du nimmst auf deinen rücken| so getrost, wie du, Den geist an meiDie lasten, die mich drücken, Bis zum nem ende In deines vaters hände ertödten schwer. Du wirst ein fluch, Befehlen zu der ew'gen ruh. dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie herrlich und wie groß ist der! 7. Du sehest dich zum bürgen; Ja läffest dich erwürgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst, auch meinetwegen, Der todesnacht entgegen Mit wahrem Heldenmuth; Du stirbst, mir vom verderben Frrettung zu erwerben, Und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil, zu allen stunden Bin ich dein eigenthum. Es thätig zu beweisen, Soll seel' und leib dich preisen. Mein ganzer wandel sey dein ruhm. 10. Was könnt' in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun; Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergößen, Ich sey auch, wo ich sey; Es soll mir seyn ein spiegel Der unschuld, und ein siegel, Von deiner großen lieb' und treu'. 12. Wie strenge gott verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn; Wie viel die werden leiden, Tie nicht die fünde meiden, Will ich aus deinem leiden seyn. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. oder: Meinen jesum laß ich nicht. 136. Seele, komm zum goljesu treuze, Und bedenke, was dich gatha, Hin zu deines da Für ein tod zur buße reize. Hier muß dich die sünde reun. kannst du nicht fühllos seyn; Hier 2. Schaue jesum, dir zu gut, Hier met hier sein blut! Alle kraft ist ihm am kreuze hülflos bangen. O wie strövergangen. Gott, was duldet er für noth! Jesus duldet meinen tod. Alle strafen meiner schulden Willst du 3. D lamm gottes, ohne schuld, willig, blos aus huld, Um mich zu befrein, ervulden; Selbst am kreuze willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, für mich. mer, o mein heil, vergelten; Viel zu 4. Solche liebe kann ich dir Nimwelten. Was ich habe, herr, ist dein! wenig ist dafür Aller reichthum aller Ach, wie soll ich dankbar seyn? Dies mein berz soll ich dir geben. Dir 5. Nun ich weiß, was du begehrst: gehört es, du gewährst Ihm auch unin noth, Dein im leben, dein im tod. schuld, heil und leben. Dein, o jesu, seps 6. Laß mich nur vor dir bestehn; Laß mich in der trübsal stunden Deiner liebe größe sehn, Deine huld in deinen wunden; Und, wenn ich zu ihnen flieb, Ach, so tröste mich durch sie. Stets verabscheun und verachten; Laß 7. Was du hassest, laß mich, herr, mich immer eifriger Nur nach deinem reiche trachten, Führe mich durch glück und leid, Wie du willst, zur seligkeit! Froh und standhaft überwinden. Nir8. Laß mich auch die legte noth gends müsse mich der tod Als im stand der gnade finden. Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht! 13. Dein beispiel soll mich lebren, Des höchsten rath zu ehren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen Bis gottes hülfe mich erquickt. 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit spott vergelten; Nie, wenn ich leide, bräun. Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Wie du, von herzensgrund verzeihn. 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entsagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen haffen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen welt. Mel. D lamm gottes, unschuldig ic. 16. Soll ich denn endlich sterben, 137. Sieb, gott und herr, wir fallen Anbetend So laß dein reich mich erben, und vor dir nieder. Zu deinem himmel 5* Abtheilung. m no 81 68 Erste schallen Die jubel deiner brüder. Du Hast den sieg errungen, Für uns den tod verschlungen. Preis sey dir ewig, o jeſu! 2. Du fabst von fern die bande, Die dir die bosheit drobte; Sahst vor dir qual und schande Und martern bis zum tode; Doch du, voll huld und gnade, Gingst gern die marterpfade. Preis fey dir ewig, o jesu! 3. Vor deinem antlig standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und thränen Willst du uns, herr, versöhnen. Preis sey dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie hattest du gezittert! Doch überwand dein glaube. Dich faßte todesgraun; Doch bliebst du voll vertraun. Preis sey dir ewig, o jeſu! 5. Für uns untreue kinder Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die großen fünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sieg errungen, Dir singen alle zungen Preis, dank und ehre, herr jeſu! Herr jesu chrift! Gelobt sehst du Für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser gott. 3. Daß gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gebäufter schuld, Der fünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt Und ihnen frist zur buße schenkt, Eh' nach verdienst er lohnet: Daß ich noch fröblich sagen kann: Auch mich, mich fünder, nimmt gott ah! Hast du durch deiner fürsprach' kraft, Mein treuer heiland! mir verschafft. O jeſu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis an den tod. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. m gnade für die fünder 138. 11 welt Fleht jesus, blutend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am freuz ihn auch verspotten. Doch sieht er mit erhabnem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd' und himmel hört: Vergieb, o gott! Und führe nicht Sie in gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. 4. Wird je mein herz vom troste leer, Weil meiner fünden furchtbar heer Aufs neue mich erschrecket; O dann versichre mich aufs neu, Du stebest mir als mittler bei, Der meine schuld bedecket. Mein geift blickt glaubensvoll auf dich, Und freuet deiner hülfe, sich. Beschließ ich meine pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer fraft. Herr jesu christ! Der lette kampf Wird mir versüßt, Wenn du mein troft im tobe bist. 2. Estaunend seh' ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so begegnet! Ihr, die ihr euren heiland ehrt, Fühlt seiner großmuth hohen werth, Die selbst die feinde segnet. Er hat, durch segnendes gebet, Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer ruh, Erbarmen und vergebung zu. 5. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin; Drum flöße deinen sanften sinn Doch auch in meine seele; Gieb daß, bei unverdientem schmerz, Sch dir des feindes heil und herz Und meine sach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde gluth Mein herz zur rachbegierde an; O so erinnre mich daran, Herr jefu christ! Wie du am kreuz Durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erfleht! 6. Mich tröste dein versöhnungstod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde O zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde! Du bist das baupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner pein Und deiner fürsprach ewig freun. Herr jesu christ! Wie selig ist, Wie selig ist Der mensch, dem du ein heiland bist. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach' gott: c. 139. Nun ist es alles wohl ruft: es ist vollbracht! Der neigt ſein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hobeit keiner gleicht, Der Herr der herrlichkeit erbleicht. Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nacht Verhüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligthum steht aufgedeckt, Die felfen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du, mein herz bewegt, Empfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes huld Starb jesus auch für deine schuld. 5. Sein tod( o nimm es wohl in acht!) Hat trost und heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. 6. Ja, vater, unter pein und hohn Erbleicht am kreuz dein eigner sohn; Rel. O traurigkeit, o herzeleid 2c. 140. Am [ m kreuz erblaßt, Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlöser erst In dem grabe friede. 2. Ein heil'ger schmerz Durchbringt mein herz; Und herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerühret, schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Gehn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger erretter. 4. Du hast's gethan. Dich bet ich an, Du könig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. m. Begräbniß Jesu. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein leben, Mein versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 69 Nun ist kein zweifel, deine huld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit 7. Hin auf sein kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu' erböhn; Trost soll er mir im sterben seyn, Mich dann erfreun. So schlaf ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der fünde noch? Fern sey von mir ihr schnödes joch! Auf, feele, daß du dich erhebt, Nur jesu lebst, Ihm zu gefallen dich bestrebst. 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleib mir kraft Im kampf mit meiner leidenschaft. 10. Gestärkt von dir, besieg' ich fie, Und scheue dabei keine müh. Ich sege, freudig auf dein wort, Den kampf bier fort, Und volle ruh' erwart' ich dort. 11, Wie dank' ich dir, herr jeſu christ, Daß du für mich gestorben bist! Dich preif ich hier schon bocherfreut, Doch, nach der zeit, Noch froher in der ewigkeit. 6. Hochbeil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth ehren. Der erwerber meines heils Wird mir's einst erklären. schlief, Den todten; sie erstanden. 7. Allmächtig rief Er, der ent leicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. 8. Das finstre thal Will ich einmal Durchwandeln ohne grauen; Denn durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad zum schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. Erste Abtheilung. 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem frieden liegen. 141. kann 70 In voriger Melodie. ur grabesruh Entschliegestorben Und am kreuz uns schmerzensvoll Ew'ges heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o herr, und bast Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen hielt dich Einst das grab umgeben. 3. Doch, heil sey mir, Du konn test hier nicht die verwesung sehen. Bald hieß dich des höchsten fraft Aus dem grabe geben. 4 Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken; Sollte denn mein gläubigs herz Vor der gruft erschrecken? Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. oder: Lobsinget gott, und 2c. und grab bestegen. 6. Ihr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlösung. ringt preis und ruhm 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auf erstehen, Und zu himmelsglanz verklärt, Aus dem grabe gehen. 14) Von der Auferstehung Jesu. 8. So sink ins grab, Mein leib, hinab! Ich will mich drum nicht kränten, Sondern, jesu, mir zum trost, An dein grab gedenken. 6. Dein ist das reich, dein ist die Du macht, Verstorbne zu erwecken. rufft einst, und der gräber nacht Wird uns ewig du, herr, auferstanden bist, So werd' auch ich, ojesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaffen handeln; Daß ich, wenn ich einst aufersteh', Und dich, des todes sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 142. lockt ihm alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus dem grab' gekommen. Gelobet seyst du, jesus christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unfern glauben. Wer kann, da dich dein gott erhöht, Den großen trost uns rauben: Daß du uns von der sünde macht Befreiung haft ans licht gebracht, Den himmel uns geöffnet. 3. Gott selbst, der dich dem grab' entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und dich als sohn geehret; Und deines opfers hoben werth Hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Daß du nun ewig Mel. Ermuntre dich, mein schwacher zc. und fiegst, daß du auch mir das 143. Das grab ist leer; des ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seyst, und neue kräfte mir verleihst, Mit freuden gott zu dienen. 5. Mein herr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von sünden. Laß mich für meine seele ruh' Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott erge ben, hier, Als dein erlöster, wandle. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner freud' erheben. Laß dieses auch mein erbtheil seyn; So werd' ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom tod erstanden. des todes banden! Nun schallete der jubelton: Der herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist, Entreiße du doch meinen geist Den lüften dieser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen; So nimm du 14. Von der Auferstehung Jesu. 71 nach vollbrachtem lauf Auch mich in| Nun kann ich meines tods mich freun. deinen himmel auf; Nimm, berr, an meinem ende Den geist in deine hände. Gelobt sey gott! 3. och soll ich einst, o gottessobn, In deinem reich dich seben, So muß ich auf der erde schon Vom sündentod aufstehen: er lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefesselt hält Nach gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben 4. u auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o herr, dein eigen seyn: Laß mich mit ernst die fünde scheun; Und gieb selbst muth und kräfte Zum heiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer In voriger Melodie. christ Jeßt leben und einst sterben: 145. Der herr hat alles wohl Und endlich kommne freuden erben. Dahin, mein heiland, hilf du mir; So bring' ich, ewig froh in dir, Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. große werk vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt sey gott! 2. Aus liebe sandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab ohervor, Und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sey gott! 3. Er hat auf erden gott geebrt, Gewandelt so, wie er gelehrt. Folgt, christen, christi lehr' und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Gelobt sey gott! Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. 144. Dein heiland lebt, christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sey gott! 2. Wo ist dein stachel, nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott: Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm trost, des menschen fohn. Gelobt sey gott! 3. Gelobt, gelobt set jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sey dem Herrn der herrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt sey gott! 7. Er führt mir nach des todes ruh Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ihm eingehn in sein reich. Gelobt sey gott! 8. Durch seiner auferstehung traff Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr, hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten thaten fleißig sey. Gelobt sey gott. 9. Tann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt, Und führe mich an deiner Hand Hin in mein himmlisch vaterland. Gelobt sey gott! dies mein trost: ich leb' mit Das haupt läßt seine glieder nicht: Dies bleibe meine zuversicht. Geløbt sey gott! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich seyn: 4. Auf diesen felfen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flehet noch zu gott für mich, Flebt göttlich, und fleht brüderlich. Gelobt Mel. Vor deinen thron tret' 10. 5. Bei aller leiden ungestüm Sey 146. Diner held, Erretter einer Dich ihm. sünderwelt; Tu, unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, hell und majestät. Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir, benn du verwirfst mich nicht. 4. Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit ans licht gebracht. Gelobt sey gott! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint! Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sey gott! Erste Abtheilung. 72 3 Herr, meine seele preiset dich. Erlöst hast du auf ewig mich; So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst, und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der gott, durch den die himmel sind, Der ist mein vater, ich sein kind. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein So lang' segensreicher weg zu dir ich hier bin, herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 6. Zwar trifft noch mancher schmerz uns hier, Noch, o erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: D troft, der meinen geist erhebt! Hierdurch gestärkt, seh' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. 8. Welch' neue welt voll seligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich, mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! 3 6. Vor seinent thron, in seinem reich, Unsterblich, beilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn, Herr, welche berrlichkeit mein! 7. Mein Herz erfreut sich des schon hier; Lieb und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehefurcht, dank und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Verkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wann du, des lebens fürst, Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und froh zu deiner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sohn, Mit engeln dort vor deinem thron, Mit allen frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu'. Mel. Vom himmel hoch, da 2c. oder: Wo gott zum haus nicht 2c. 13. Er ist's, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der von dem tod erstanden iſt. 147. Erinn're dich, mein geist, erfreut, Des der herrlichkeit. Halt im gedächtniß jeſum christ, Der von dem tod erstan- 148. Echrift, Der unfer troft Mel, Erschienen ist der herrlich 2C. erstanden, den ist und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sey gott! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er für uns das leben ließ; Drei tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt! 2. Führ alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien; Als spräch' er: friede sey mit dir! So, freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet' ihn an. Er mißt den sternen ihre bahn. Er lebt und herrscht mit gott vereint, Und ist dein könig und dein freund. 4. Kraft, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Cein name sey gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 5. D glaube, der das Herz erfreut, Was ist der erde herrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das iesus hier und dort mir schenkt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme, meine stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Und folgt mir nach! 4. Er wird's erfüllen, jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich heil Und neues leben unser theil, In ewigkeit, 14. Von der Auferstehung Jesu. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 149. reue dich, des herren Flag wat die nacht der höchste tugend. furcht vertrieben. Christus, der im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn. Ewig sey er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichtbor es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er prophezeihet hat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit preis gefrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der fünden sold: Nun ist christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun' deine ketten? Hier ist gott, der hülfe schafft; Hier ist jefus, der kann retten, Wenn gleich Mel. Nun danket all', und 2c. unser fleisch und bein Wird in staub 151. Froblodt, ihr christen, preist verwandelt seyn. und ehrt Gott, eures mittlers gott! Der vater hat den sohn erhört, Erhört in seiner noth. 6. Herr, dies glaub' ich, dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht vergebens, Denn ich bin dein eigenthum, Du, der schöpfer meines lebens. Hocherfreuet sing' ich dir Jeßt und ewig dank dafür. 2. Die mörder triumpbirten schon: Wo ist des sobnes macht? Der Herr errettet seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. 3. Der sohn befabl in seine hand Dem vater seinen geist; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verheißt. uns, o 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing' und bet' ihn an. 5. Preist jesu vater, denn er hat Nicht seines sohns gebet, Nicht, was er für die fünder that, Sein opfer nicht verschmäht. 6. Das ist des mittlers preis und lohn: Der, welchem er verzeiht, Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 150. Freiwillig bast du dargedein leben. Du hattest, es zu lassen, macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein kreuz, daran man dich erhöbt, Verwandelt sich in majestät, Denn du gingst aus dem grabe. 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein kreuz schien 73 zwar der welt ein gräul; Doch sterben für der feinde heil, Dies ist die 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschenebre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum kreuze seyn; Dies war, herr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Nach deines kreuzes schanden. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein heil, mein fels, mein hort, Der Herr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom tod erstanden bist, So werd' auch ich, herr jesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. Sagts aller welten völkern an: Bekehret euch zum herrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern. Erste Abtheilung. 74 8. Tes vaters reich ist auch das reich Tes sohnes; er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Tem aller ruhm gebührt. 9 Es fehl' ihm an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Cer arm des herrn erhält. Mel. Auf christenmensch! auf! 2c. 152. Herr, du bist meine zuversicht. ich werd' leben mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Tein jünger kommt nich ins gericht: Lies stärke meine zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Ten saamen auszustreuen: Dort wird der herrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen Ich leide, doch verzag' ich nicht, Cenn du bist meine zuversicht. 3 Und sinkt dereinst mein leib in staub, Gott wird ihn neu beleben. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Gnade Lästert ihn und gottes ebre bat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre en, der folgt, verstößt er er nicht: Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sey auch mein ganzes leben. Reines Herzens will ich seyn, Und den lüften widerstreben. Er verläßt den schwachen nicht: Dies ist meine 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, keine macht der finsterniß, Steine herrlichEr giebt fraft zu feit, kein leiden dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, herr! meine zuversicht. Mel. Heut' triumphiret gottes zc. Er werde der verweſung raub, Dort 154. Lebt christus, was bin ich leben. ist dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht! wie herzlich er mich liebt; Und stirbt auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde hab! Lob sey dem herrn! 4. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür: Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 2. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem Herrn! 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, Daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und verwesung schreckt mich nicht: Denn du bleibst meine zuversicht. 3. Durch ihn bin ich mit gott versöhnt; Durch ihn mit gnad' und heil gekrönt. Mein banges herz ermuntre sich! Gott und die engel lieben mich. Lob sey dem Herrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, und bin dort Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 153. efus lebt, mit ihm auch seinen engeln gleich. Lob sey dem berrn! ich. Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den tobten auferwecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuversicht. 5. Für solchen troft der seligkeit Dankt dir, herr, deine christenheit. Wenn wir dereinst dein antlig seyn, Soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sey dem Herrn! 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben, Und ich Mel. Wachet auf, ruft uns: c. werd' mit ihm zugleich Ewig dort in 155. Lobt den höchsten! jesus lebet! menschen, freuden leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. Io erhebet Des welterlösers majestät! 15. Von der Himmelfahrt Jesu zc. Hörts, betrübte fünder, gebet Der freude raum; denn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht. feele, dein gesang Erschalle ihm zum bank! Ihm zur ehre! Dich, großer held, Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. 2. Jesu jünger, wehrt dem leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seyd thr gleich des grabes finder; Er ist des todes überwinder. Er herrscht, 75 5. D erstandner, welch ein segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Etnst krönet uns das heil Deines lebens. Gelobt sey gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. Mel. Wer nur den lieben gott 2c.. der für euch starb und litt Was 156. Mein jeſus lebt, mag ich wollt ihr trauig seyn? Getrost könnt ihr euch freun! Jesus lebet In ewigkeit, Zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. sterben! ist mein, haupt und triumphirt: Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte. 3. Nun verzagt auch nicht, ver- seinen fluch nicht mehr: Mein jesus brecher! Gott ist euch nun kein stren- lebt, sein grab ist leer! ger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes überwinder Ist er dem reuerfüllten fünder Ein vater der barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, Mit fraft zum tugendlauf Ibn zu segnen. Preis sey der huld, Die unsre schuld Vertilgt und trägt mit uns geduld! 2. Mein jesus lebt; er hat bezwungen, Was mir das leben rauben kann; Er hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der Hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jesus lebt! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn jesus den entschlafnen ruft. Dann wird des todes feld zu einer regen welt. Alles lebet, So wie verneut Zur frühlingszeit, Sich alles regt und alles freut. 3. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geh' ich in die gruft, Auf seine stimme will ich hoffen, die vom mich tod ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, Der tod soll mir nicht schmerzlich seyn. Ich will ihm dienen, ihm ergeben, Mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum himmel hebt, So wahr er jesus ist und lebt! 15) Von der Himmelfahrt zur Rechten Mel. Komm, o gott, schöpfer 2c. 157. Anbetung, Lob und preis sey dir, Sohn gottes, auch von uns geweiht! Du fährest auf, dess' jauchzen wir, Zu deines vaters herrlichkeit. Jefu und seinem Sitzen Gottes. 3. O segne heut' in uns das wort, Das uns von deinem throne lehrt: Es sey zur ew'gen freude dort, Zum trost hier stets dem herzen werth. Mel. Allein gott in der höh' 2c. 2. Zu unserm vater fährst du auf, 158. Auf chrifti himmelfahrt allein sich die wohnung gottes Laß nach vollbrachtem pilgerlauf Auch uns dort ewig bei dir seyn. glaube gründen; Und sorge, zweifel, furcht und pein Dadurch stets über Erste Abtheilung. 76 Nun winden. Mein haupt, das nun im himmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, zu sich gen bimmel holen. 2. Gen himmel fuhr mein heiland zu: Zu gott ist er gegangen. kann mein Herz auch seine ruh' Im himmel nur erlangen; Dennt wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein berz und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach, herr, laß deine auffahrt mich, Dein kind, doch dahin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen; Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr, höre doch mein flehen. 9. Du hast die stätte uns bereit't, Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den himmel auf 10. Dzeug uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifriger begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter heiland, bist. 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlig schaun. 4. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als sieggewohnter held; Er herrscht, bis unter seinen fuß, Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt: lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du menschenfreund, erfreun. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. Mel. Vom Himmel hoch da komm 2c. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. großer der 159. Auf! jefu freunde, freuet 160.& rechten Gottes, feines euch! Der berr fährt auf zu seinem reich, Er triumphirt, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! vaters, sitzt, Und die schaar von seinen knechten Ueberall beglückt und schüßt; Dir frohlocken, dir zur ehre, Aller deiner engel chöre, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dank. 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preis gekrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit; Jhm dienen selbst die seraphim. Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 2. Denn du kamst, uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Allen giebst du heil und leben, Die sich gläubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre Herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bei dir Steht kraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner hand ist unser beil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst. 3. Alles sollen wir empfangen, Was uns noth ist; denn du bist In den bimmel eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes werk und sendest Deinen geist auf die herab, Die zum erbe gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine lehre, Denn du giebst ihr licht und kraft, Sünder macht sie, gott zur ehre, Gläubig und gewissenhaft. Alle lehret sie, der fünden Widerstehn und überwinden. Straucheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Du vertrittst bei gott die deinen; Du versäumst sie, heiland, nie. Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belohnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters Haus. 15. Von der Himmelfahrt Jesu zc. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein Herz dir aus erbar men Ueber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werk vollführest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüsten, Weil sie deinem thron sich nahn, Deine krone zu empfahn. und ehre dir. Können wir einst nicht mehr beten, Wollest du uns noch vertreten, Bis der ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preist. Mel. Von gott will ich nicht zc. 8. Großer mittler, sey erhoben! Weil wir leben, wir Deiner Herrſchaft würde' loben, Opfern bant 162. Mein fefus triumpbiret, Mel. Freu dich sehr, o meine feele zc. 161. Herr, du fährst mit glanz ner herrlichkeit; Doch mich drücken noch die leiden Dieser armen lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und kraft, Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zurückelege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir; Wenn ich nach dem himmel blicke, O so, öffne du ihn mir. Neig' zu meinem flehn dein ohr, Trag es deinem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 77 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes ruh; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziehn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre hoffnung habe. 4. Laß nichts diese hoffnung rau ben; Du erwarbst sie theuer mir. Jeho seh' ich sie im glauben, Dort find' ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertraun Deiner gläubigen durch schaun; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem ende dieser zeit: O ſo fammle meine glieder, Wenn verwesung sie zerstreut; Heil'ge und verklär sie ganz, Daß der leib im himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. mel ein. Er hat sein werk vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen seraphim Empfangen ihn mit freuden Nach überstandnem leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun jeſus triumphirt, Steht uns der auch offen, Der zu dem himmel führt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, Jhm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist unser bestes theil. Um selig einst zu werden, Erwarb der berr uns heil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen, Dahin blickt mit verlangen, Dahin geh euer lauf. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit. Laß unsern fleiß gelingen, Und stärk' uns in dem streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Vereitelt und uns stört, Auf deinen ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sey du selbst unser Leiter In unsrer prüfungszeit, Und bring' uns immer weiter Zu deiner herrlichkeit; Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, 78 beiland, sehen, und freudig vor dir stehen, Von allem kummer fret. Erste Abtheilung. 163. Wter held, Du retter fer helb, Du retter Mel. Wie schön leuchtet der zc. berrlich, jesu, stareiner fünderwelt, hat sich dein kreuz geendet! Nach überstandnem leidenslauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk vollbracht, Nach über standner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden können werden Gottes finder Und des todes überwinder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt auf uns heil und leben. Was unsern seelen nußen schafft, Licht friede, freude, tugendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, Und entfagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. 4. Zeuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein, Und flöß uns muth und eifer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, Und mit freuden Unser leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sey unser schuß und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, Ist noch mit leid vermenget. Von dir Kommt hier Trost im Herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Deinen bimmel sehn, und hoffen. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergoßnem blut, Zur freude eingegangen. Zeuch, jesu, zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem ungemach, 3ur freude auch gelangen. Dafür Soll dir Von uns allen Dank erschallen. Ohn aufhören Wollen wir dich, heiland, ehren. Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. ir freuen 164. 164. W jesu christ, Daß du erhöht gen himmel bist. O du, den unser loblied preist, Stärk' auch im glauben unsern geist, Der auf dich hofft. 2. Du sigest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, fede freatur Ist dein, beherrscher der natur! Gelobt seyst du! 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine hasser wider dich; Dein thron steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein troft, sein theil, Sein starker schuß, sein ew'ges heil. Gelobt seyst du! 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst, Bist unser trøst. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, Und alles ist in deiner hand! Von feinem deiner freunde fern, Bemerkst du ihn und hilfft ihm gern. Erbarmender! 8. Blick auch uns an mit freundlichkeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauben auf, Und kröne unsern lebenslauf Mit deinem heil. 9. Gen himmel fuhrst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub' an dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser beiland bist, Sey ewig preis! 16) Vom heiligen Geist. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 165. D'Liebest, Treuer gott, er du uns als vater und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Ja, uns um ihn bitten heißst. Demuthsvoll fleh' ich vor dir: Vater! send ihn auch zu mir. Daß er - meinen geist erneue Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter treu' Meinen gott und herrn dich nennen, Stehet mir dein geist nicht bet. Drum fo laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als mittler ehre Und auf deine stimme höre. 4. Ew'ge quelle heil'ger güther, Hochgelobter gottesgeist, Der du menschliche gemüther Besserst und mit trost erfreust! Nach dir, herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preiſe, Heilig und zum himmel weise. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, Und mir's rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine hand, Zur erleicht'rung der beschwerden, Kann dem nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen Die verborgnen fehler sebn, Sie voll demuth gott bekennen, und ihn um vergebung flehn. Mache täglich ernst und treu, Sie zu bessern, in mir 79 neu; Zu dem heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue fräfte. 8. Wenn der anblick meiner fünden Mein gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir zweifel finden, Tie mit angst mein herze hegt; Wenn mein aug' in nöthen weint, Und gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen Nicht an trost und stärkung fehlen. 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, herr, verlangt nach dir. O so seze durch dein wort Deine gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. 5. Fülle mich mit hell'gen trieben, Daß ich gott, mein höchstes gutb Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem muth Seiner vaterhuld mich freu, Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und recht- Wo schaffen denk und handle. Mel. Un wasserflüssen babylon: c. 166. ir, vater, ber bu betnen heil uns hast gegeben, Dir dank ich hier mit freuden schon, Noch mehr im du den geist, Der uns der finsternis höhern leben. Ich danke dir, daß entreißt, Zur erde bast gesendet. Er boten stärke gab, Daß sie dein werk kam auf jesu wort herab, Der seinen vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gehn sie, die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die völker hören, hocherfreut, Die botschaft ihrer seligfeit, Vernunft und wahrheit siegen. Die blindheit und das laster fliebt; man den finger gottes sieht, Muß beides unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein name, jesu, wird gelobt; Dein wort ist fraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müb, Dein geist, o vater, stärkte sie In martern und im tode; Sie blieben ihrem Herrn getreu, Bekennen seinen namen frei, Und preisen ihn im tode. 4. Noch jest bist du der geist der kraft; Noch jetzt der menschen lehrer. Du machst sie weif und tugendhaft, Des sündenreichs zerstörer. In fün Erste Abtheilung. 80 dern wirkst du reu und leid, In frommen seelen trost und freud', Und muth im kampf der fünden; In bangen stunden schenkest du, So. wie im tode, seelenruh, Und lehrst ihn überwinden. 5. Des vaters und des sohnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den jesus betenden verheißt, Ach beil'ge meine triebe; Gieb über meine glausünden schmerz, Und muth zum ben in mein herz; Hilf mir mit andacht bäten; In bangen stunden tröste mich, Und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. Mel. Komm, gott schöpfer 2c. fibrer, der mit 167. Du trenere band Den weg uns zu dem himmel weist; Du unsers erbes unterpfand! Gepriesen senst du, heil'ger geist! 2. Auch dich preist deine christenheit, Du geift des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. voll! Stärk, herr, in brangsal unsern muth! Tröst uns in angst und leit uns wohl! 3. Der gottheit willen that'st du kund. Durch dich weissagte der prophet. Du legtest ihm in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 10. Des vaters liebe, christi gnad', Und die gemeinschaft deiner kraft Verleib uns tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen pilgerschaft. 2. von allen Die uns gott in christo gab! Du träufſt als ein milder regen Aus des himmels schoos berab. Du machst harte herzen weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der Drangsal hizze drücket. 3. Du kannst alle herzen prüfen, Du durchschaust sie ganz und gar; Selbst der gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar. Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weisheit und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Du bist selber rein, und siebest. 14. Nichts schließt vor deinem blick sich zu. Den abgrund der unendlich- Auch an reinen deine lust. Böses keit, Der gottheit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. bassest du und fliehest Aller sünden gräul und wust. Heilige du selbst mich dir! Schaff ein reines herz in mir, Daß ich, was du liebest, liebe, Nie mit vorsaß dich betrübe. 5. Du hast dem erdkreis offenbart, Was keine weisheit je erkannt; Als dich, nach deiner himmelfahrt, Der herr den seinen zugesandt. 6. Welch eine pracht verklärte dich. Ein schnelles braufen füllt das haus. Da giessest du dich sichtbarlich Auf sie in feuerflammen aus. Mel. Jesu, deine tiefen wunden 2c. frommen beßte 168. Dfreude, Und ihr trost in traurigkeit, Der ihr herz in allem leide, Und im tode selbst erfreut: Geist des höchsten, komm zu mir, Und indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum opfer bringe, O so höre, was ich singe: 7. Nun scheuten sie nicht schmach nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, die sie nie erlernt. 8. Wir haben, geist der gnad' und stärk, An deinen gaben gleichfalls theil. Unsichtbar schaffest du dein werk In uns, zu unsrer seelen heil. 9. Seß uns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes, 5. Du, herr, machst mein herz zufrieden, Wenn mir menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeschie den, O so feblts an trost mir nicht. Bleib ich nur dein eigenthum, So werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemühen, Und die fünde standhaft fliehen. 6. Nur bitt' ich, daß du mich stär kest; Stehe mir im kampfe bei. Hilf mein helfer, wenn du merkest, Daß mir hülfe nöthig sey. Den verkehrten eitlen sinn Nimm aus meiner seele bin, Daß ich mich nun ganz verneue Und mein gott sich meiner freue. 16. Vom heiligen Geiste. 7. Sey mein beistand, wenn ich sterbe! Zeige dem gebrochnen blick, Mir erbe, Ewig unverwelklich glück! Stärke du das matte herz, Daß ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater heiße. Mel. 3ion klagt mit angst und 2c. 169. geist vom vater und vom sohne! Der du unser tröster bist, Und von unsers gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir kräftig bei, Daß ich gott ergeben ſey: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel got tes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens triebe, Daß ich, meinem gott getren, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sey, Als in seiner huld zu stehn. Seinen namen zu erhöhn; Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, D so rühre du mein herz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor gott darüber beuge, Und mein herz zur beßrung neige. 81 Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. 170. Gott! bu baft in deinem du hast sohn Mich von ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gieb mir des geistes gaben: Durch sie werd' ich alles haben. 2. Mich umfangen noth und tod Auf dem finstern fündenpfade; Heilger geist, mein herr und gott! Rette mich durch deine gnade; Mach mich los von dem verderben, Laß mich nicht in sünden sterben! empfangen. 6. Stehe mir in allem leiden Stets mit deinem troste bei, Daß ich auch alsdann mit freuden Gottes führung folgsam sey. Gieb mir ein gelaßnes herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden Deines troftes fraft empfinden. Evengel, luth. 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweifelnder gedanken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, O, wo will ich weisheit lernen? 4. Schaffe mir ein reines herz, Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit reu und schmerz Üeber meine sünden kränke; Laß mich, nach dem. schmerz der sünden, Trost bei meinem jesu finden. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ehre lebe. 6. Glaube, lieb' und hoffnung sey Stets die stärke meiner seele: In versuchung steb' mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Gieb mir demuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Ohne heuchelei verrichten; Christlich leben, selig sterben, Und dein himmlisch reich einst erben. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum christ, Als auf meinen mittler schau', Und auf ihn die hoffnung bau', Gnad' um gnad', auf el. Fröhlich soll mein herze zc. mein verlangen, Von dem vater zu 171. Höfteder. Geist des Herrn, Sey nicht fern, Stärke jesu glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volk versprochen. 2. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr' uns freudig 6 Erste Abtheilung. 82 vor gott treten, Sey uns nah, Und ſprich ja, Wenn wir gläubig beten. kämpfen, Gieb uns muth, Fleisch und blut, Sünd' und welt zu dämpfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schent uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 5. Sey in schwachheit unsre stüße, Steh uns bei, Mach uns treu In Mel. Gott des himmels und der zc Führ, wenn gott 174. Komm, o komm, du geist des lebens! uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in unserm pilgerlauf Um das beil, das gottes rath Für uns ausersehen hat. 2. Gieb in unser aller seelen Weis heit und entschlossenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein wort gebeut, Steh mit deinem der prüfungshiße. uns nach dem leide Sterben heißt, Unsern geist In des himmels freude. 6. Becke aus dem sündenschlafe, Rette doch heute noch Die verlornen schaafe! Reiß' die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Im gericht Der verstockung sterben. 173. Mel. Liebster jesu, wir sind: c. des Herrn, Lehr' uns Domm auf uns, o geist zu dem vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll glaubens zu ihm treten. So wird er, um chriſti willen, Unser bitten gern erfüllen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen. Jedes herz sey dir geweibt! Schmück es aus nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine falbung haben. Mel. Komm, heiliger geist 2c. 172. Hör unfer gebet, geift licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. des Herrn! Du hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser herz dir geben; O lehre heilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, muth und kraft, Du, der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinden. Wir trau'n auf dich! Wir trau'n auf dich! 3. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wahren wohlfahrt an, Räume alles aus dem wege, Was daran uns hindern kann; Wirke reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß þaben, Daß wir gottes finder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns find't: Lehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 2. Du heiliges licht, starker hort! Laß uns der wahrheit helles wort Auf dieses lebens pfaden leiten, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrthums nacht, Laß siegen deiner wahrheit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt und angebetet werde. O hilf dazu! O hilf dazu! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten Kindlich und mit freudigkeit, nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuversicht gemehrt. 3. Laß, freudiger geist, voll vertrau'n, In noth auf deine hülf' uns schau'n. Lehr uns, wenn wir zum vater treten, Mit froher zuversicht beten! Mach uns durch deine kraft bereit Zum sterben und zur ewigkeit! Daß wir mit frohem muthe ringen, Zu dir durch tod und leben dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! 6. Wird uns auch um hülfe bange, Seuf t das herz voll traurigkeit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? so wende unser leid! Sprich der seele tröstlich zu; Gieb ihr muth, geduld und ruh. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werke, Und im kampfe 16. Vom heiligen Geiste. gieb uns kraft, Wenn versuchung auf uns dringt, Daß uns dann der sieg 3 gelingt. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und spott i Niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser schuß, o gott. Sagt das Herz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, Oso steh mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, o gott schöpfer zc. 5. Gott, unserm gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach' diese kenntniß in uns hell. 6. Lob sey dem vater, lob dem sohn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preist. 83 nicht, Die tovesstunde, das gericht Den himmel und die Hölle. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle sündenfreud'Aus meinem herzen bringe; Damit ich dich mein lebenlang Verehre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. Mel. Mein gott, das herz 20. oder: Nun danker all': c. Domm, schöpfer, komm, o Schaff Kº 175. deiner menſchen herzen neu! Du kennest dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sey. 177. Nicht um ein flüchtig guth der zeit; Ich fleb' um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des besten theils. Den himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 2. Die weisheit, die vom Himmel stammt, O vater, lehr' er mich; Die weisheit, die das Herz entflamint Zur liebe gegen dich. 3. Des lebens wort, das gottes 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; sohn Vom himmel uns herab gebracht, Gern thun, was dir gefällt, Wirkt Erleuchte jede nation Durch deiner lei- edlere zufriedenheit, Als alles glück tung sanfte macht. der welt. 4. Vercine deine christenheit Durch deines fel'gen friedens band. Erinnr' uns pilger dieser zeit Stets an das beßre vaterland. 2. Ob böse lust auch hier und dort Mich ansicht, weil ich lebe: So hilf mir, daß ich ihr sofort Im anfang widerstrebe; Und daß ich ja vergesse 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Des herzens mir bezwingen. Steh mir in diesem kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sey, Und immer überwinde. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit hin, 3ur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines herz, Versiegle deine buld, Und er bewaffne mich im schmerz Mit muth und mit geduld. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. Bekannte Melodie. 176. Laß, water, deinen guten 178. Nun bitten wir den beilgen geist, Welchen geist Mich allezeit regieren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Mich lasse nichts verführen; Der fünde reizung widersteh', Und stets auf deinen willen seh', Darnach allein zu handeln. jesus christus vns verheißt, Daß er uns behüte vor falscher lehre; Alle, die im irrthum sind, bekehre. Erbarme dich, herr! 2. Du geist der wahrheit und der kraft! Mach uns durch dein wort auch tugendbaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns 6* Erste Abtheilung. 84 bringen will zum rechten vaterland. Erbarme dich, herr! 3. Du geist der lieb' und einigkeit! Mach uns allesammt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben; Gern verzeihen und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod; Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. im sterben Einst vollkommnes glück ererben. 2. Du quelle, d'raus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, O schenk' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd' erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den frieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 179. Ogroßer gott, du reines wesen, Du nur reine herzen dir zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff ein reines berz in mir, Ein herz, das unbefleckt und fret Von allen bösen lüsten sey. 4. Stärk' uns durch deines trostes 2. Ich falle dir, mein gott, zu fuße, kraft Zum kampf mit jeder leidenschaft, Mich mache christi blut auch rein; Darüber herr zu werden; Und sind Laß redlich meines Herzens buße, Und wir we dem falle nah, So sey mit ernstlich meinen glauben seyn: So deiner hülfe da, Erheb' uns von der mache mich zur reinigkeit Des lebenserden. Neue Treue Gieb uns schwafertig und bereit. 3. Dein guter geist, o gott, regiere Mein ganzes herz und stehe mir In meiner schwachheit bei und führe mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir getreu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Durch deine gnade stärk' mich schwachen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt bewahr'. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. heil'ger geist, kehr bei laß 3. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rechten pfad Des heils, den wir nicht wissen, Verleih uns willigkeit, daß wir Dir treulich folgen, wenn wir hier Auch fast Muthlos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, Und die trübsal überwinden. chen, Du kannst machen, Daß wir siegen, Und im kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an dein göttlich wort. Nichts muß von ihm uns trennen. Gieb, daß wir ihn von Herzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Sesum Christum Ohn' aufhören Necht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hing Erfülle uns nach deinem sinn Mit wabrer menschenliebe, Daß unser herz mit buld und treu Stets zugethan dem nächsten sey, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried' und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit; Sey uns bleiben unbewußt Der eitelkeit, der sinnen lust, Und ihre schnöden werke. Rühre, Führe Unsre sinnen Und begin nen Von der erden, Daß wir himmels180. deine wohnung seyn, Du unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein In unsern herzen kräftig seyn, Zu steter freud' und wonne; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, Ruhig leben, Underben werden. 17. Vom Worte Gottes. Mel. Komm, heiliger geift 2c 181. gepreist! Du sandtest uns den theuern geist, Der uns in alle wahrheit leite, Und uns zum himmel zubereite. Er lehret uns des glaubens kraft, Stärkt uns in dieser pilgerschaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die krone zu erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 2. Durch deines geistes kraft erfreut, Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft gegen falscher götter heere, Und siegt durch deines kreuzes lehre. Begabt mit stärke, ging ihr wort Bis an der erde grenzen fort, Erleuchtete die nationen, Und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 3. O send' ihn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach, dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch seine gnade! Er lehr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Und wenn wir straucheln und ermüden, Dann stärk' er uns durch gottes frieden! Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! Mel. Ber nur den lieben gott zc. 182. Dein wort, o höchster, ist vollkommen: Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem fünder und dem frommen zum leben sichern unterricht. O'selig, wer es achtsam hört, Bewahrt, und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums finsterniß: Verkündigt gnade, heil und segen, Und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, höchster, was du bist, Und 17) Bom Worte Gottes. was ist. 85 4. Hier, in dem heiligthum des des 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit freuden üben, Und wie du väterlich uns liebst. Und was, o herr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine tröstungen sind besser, Als alles silber, gold und geld; Ein herrn, Wir christen, unsers hauptes glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden trennen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 5. O leit' uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verderben: Erhalt uns gläubig, bis wir sterben. Dann stärk uns in des todes schmerz Das schwache, freudenleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar, Die hier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stehet, Und deiner werke preis erhöhet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir kommen Durch dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! schatz, weit köstlicher und größer, Als Wer das alle schäße dieſer welt. thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit luft betrachten, Was mich dein wort, o höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen trost und seelenruh Auch mir aus deinem worte zu. Rel. Chriftus, ber uns selig 2c. 183. Der du selbst die wahrheit bist, dem singe. Gott, den kein verstand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir zu den menschenfindern. Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein ver कमर g it HEALE 86 stand weicht nicht Von der lautern wahrheit. Was du denkest, das ist licht, Richtigkeit und klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrheit und sein recht Läffet er dich wissen. Weit erschallt das wort des Herrn, Das die welt bekebret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! de for It Erste Abtheilung. fre bir 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß geschehen; Deine drohung kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Unfehlbar erfahren? 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr, herr, wenn uns dein Mel. Wir christenleut haben 2c. oder: Auf! schicke dich zc. arm nicht bält; So reißt ſie uns zum 186. Herr, bir sey preis! Sch und Der tod fort. durch dein wort. 5. Beschütze uns, herr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sey 18 unser schild und starke wehr! Nichts m ist vor dir der spötter heer. grund des heils sind deine lebens worte. Bei diesem licht Verfehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 2. Wir menschen sind Verkehrt und blind, Und keiner weiß den weg ins ew'ge leben. Den unterricht, Der uns gebricht, kann uns allein das wort der wahrheit geben. 3. Daß jesus christ Mein heiland ist, Daß er für mich und meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöse bin, Daß mir sein blut die seligkeit erworben; Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem zc. 184. er spötter strom reißt viele fort. Erhalt uns, herr, bei deinem wort! So fönnen, vater! wir uns dein Im leben und im tode freun. 2. Ein hause läst'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelasnem spott, Den heiland, deinen sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein heil zu sehn. 3. Ach! ihrer lehre pest, o herr! Schleicht jeho nicht im finstern mehr: Sie bricht am mittag selbst hervor, Und hebt ihr tödtend haupt empor. 6. Du hast von ewigkeit gesehn, le Wie lange noch ihr trog bestehn Und wider dich hier toben soll. ist nun ihr maaß bald soll. Vielleicht 7. Auch sie, o herr, hast du verföhnt, Sie, deren spott dich jetzt verhöhnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht zur ernsten reu ihr herz erwacht. Mel. Kch gott und herr! wie zc. 185. seele trauen; Ich wandle hier, Mein gott, vor dir Im glauben, nicht im schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen spott, O herr, mein gott, Mich von dem glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. ott ist mein herr! Auf 4. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Dein ew'ger rath, Die missethat Der fünder zu verfühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies licht nicht durch dein wort erschienen. 6. Nun darf mein herz In reu' und schmerz Der sünden nicht vergehen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen geist Recht kindlich zu dir flehen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ich's nie; Dein wort giebt mir die kräfte. 8. Erhalt uns, herr, Nur deine lehr'! Du hast sie uns gegeben. Sie sey mein theil, Sie sey mir heil, Und kraft zum ew'gen leben. 4. Daß sich mein geist Dem leib entreißt, Daß er durch gott unsterb und 17. Vom Worte Gottes. hirt Erwecken wird, Wenn gleich den| demuth lernen, Und von zweifelsucht leib des todes macht zerstäubet; entfernen. 5. Daß einst die welt In trümmern fällt, Wenn gottes sohn wird majestätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann geben wird den bösen und den frommen; 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Davon hat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigfeit, Und lindert mir den kummer, der mich drücket; Die schwermuth weicht, Das herz wird leicht, Wenn mich in angst, o herr, dein wort 8. O laß hinfort Dein gnadenwort Mein ganzes Herz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Ich besser dich im himmel werd' erheben. Mel. Liebster jefu, wir sind hier zc. 187. Herr, mein licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne; Daß ich voll vertrauen dich Meinen gott und vater nenne: Daß ich dadurch auf der erde Für den himmel weiser werde. 2. Lauter wahrheit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebübret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam seyn, Den erkannten weg zu gehen. Denn sonst würd' ich, bei dem wissen, Doppelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfabre. Ja, es sen in meinem leiden Mir ein quell von trost und freuden. 5. Hilf auch, daß von zeit zu zeit Meine kenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch dunkelheit Bei des glaubens hohen lehren: O so laß mich 6. Lenke, höchster, meinen sinn Bon den gütern dieser erde Durch dein wort zum bimmel hin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, Und nach ew'gen freuden trachten. 7. O verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der tugend pfad zu wandeln: So wird einst in jenem leben mich ein hell'res licht umgeben. Mel. Aus tiefer noth schret ich ze. 188. Wir menschen sind zu gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort unt licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesand Propheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Tein bell unt deine rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner sohn, O vater, von des himmels thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Daß wir dem worte gläuben, Daß wirs annehmen jederzeit Mit ehrfurcht, treu und willigfeit, als gottes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafft gewiß am ende. Erweckt uns durch der wahrheit kraft, Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb' und leid, in freud' und schmer Es aus der acht nicht lassen; Daß wi nicht hörer nur allein, Nein, aud desselben thäter seyn, Frucht hundert fältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst une gleich Dem fruchtbar'n guten lande Daß wir, an guten werken reich, Ir unserm amt und stande Das thun was uns dein wort gebeut, Und, fre 58 Erste Abtheilung. vom dienst der eitelkeit, Des glaubens| licht auf unsern wegen seyn. Hilf, daß kraft beweisen. wir d'raus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Beständig auf dich trauen. 9. Es müsse sich zu deiner ehr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög' und leiten! O heil'ger geift, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerfort Lieb', hoffnung, troft und glauben. 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der fünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im wohlstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein a. Von den zehn Geboten insbesondere. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. 189. Herr, eine rechte und gebot, Darnach wir sollen leben, zu halten, wollest du o gott, mir kraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sey, Mit forgfalt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Dich über alles liebe; Auf menschenbülf' und trost nicht bau', Nicht muthos mich betrübe: Daß mir nicht indrer menschen gunst, Macht, anjehn, reichthum, wiß und kunst Zu einem abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Recht schätze und erkenne; Von herzen, nicht blos mit dem mund, Dich und dein wort bekenne: Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr mich meiner tause eid Zum dienste dir verbindet. 7. Unreine werk' der finsterniß Laß Du siehst mich sorgfältig meiden. und strafest sie gewiß Mit schwer gehäuftem leiden! Schaff in mir, gott, ein reines herz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr, Mich böser ränke schäme; Mein herz niemals zum geize kehr, Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und hoffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf zu retten mich befleiße, Bon ihm abwende schmach und schimpf; Doch böses nicht gut beiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abschen jederzeit Am lästern und an lügen. 4. Am tage deiner heil'gen ruh' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab' meine luft an dir, Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nuße mache. 10. Laß mich des nächsten haus und guth Nicht ungerecht hegehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh' auf erden; Daß ich für ihre forg' und treu Recht folgsam und recht dankbar fey, Und sie niemals betrübe. 11. Mein gott! dein mir gegebnes recht Und deinen heil'gen willen, Wie mir gebühret, deinem knecht, Auf immer zu erfüllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen kräften. 12. Drum gib du mir von deinem 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach' thron, vater, gnad' und stärke! An meinem feinde übe; Und die mir Verleih, herr jesu, gottes sohn, Daß zugefügte schmach Verzeih', vielmehr ich thu' rechte werke! O heil'ger geist, ihn liebe: Sein glück gern gönne jeder- hilf, daß ich dich Von ganzem Hermann; Seh', ob ich jemand dienen zen, und, wie mich, Den nächsten fann, Und es dann thu mit freuden.thätig liebe! 17. Vom Worte Gottes. 89 5. Der geist, von fündenliebe rein, 190. jeder Soll sich zu gott erheben, Soll impflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der fünden sclaverei Der wille unterworfen sey, Das wirst du leicht erkennen. In voriger Melodie. err, dein geseß, das du bast gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wornach wir sollen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche gesebe. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht schlägt, noch draut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Und unbefleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht, Ob man kein sabbathsschänder, Kein frevler, der die che bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von sündlichem geschwäß: So ist dein beiliges gesetz Doch damit nicht zu frieden. 4. Es fordert, daß das herz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen kräften übe. Es will, daß, wie du beilig heiß'st, Auch unser Herz und ganzer geist Sey heilig und unsträflich.. b. Vom Mel. Ich ruf zu dir, herr jesus 26. 191. Heit eil deinem volke, dem offenbarest, Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 7. Entschließ dich drum, zu deinem heil, Dem mittler zu ergeben; Komm, nimm an dessen gnade theil, Durch den die fünder leben; Nimm dankbar, froh und glaubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise seine liebe! 2. Web denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolzen seelen! Du selbst berufft sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, Nicht zu sterben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der flügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sey schon das licht, Dich würdig zu verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig sehen, Sicher gehen; Nein, sinket, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein gesetze schreiben, Thu' alles willig, was er beißt, Laß seinen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben si bemüht, Der bleibet im gerichte. Evangelio. 4. Zwar die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein böchster, gebot; ooch guten nicht zu stärken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unter thränen Siehst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir 3um traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! von dir Des himmels hoffnung brächte. Der sünder kann durch jesum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach theu'r und werth sey uns dies wort; Denn du bast's uns gegeben! És leit' uns hier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen leben! Lehr' auch die Spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach seinem reiche trachten. Erste Abtheilung. 90 Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. 192. Köftlich, o mein be maden 193. W Wort, som friedens. Mel. Jesu, meine freude, meines 2c. aus gottes munde! Deines lehre. Gieb, daß ich mit folgsamkeit Treulich ihre vorschrift ehre; Dem, was sie verheißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich gott erschallen! Du bist unser ruhm! Gottes kraft, Die glauben schafft, Gute botschaft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. 2. Deines wortes unterricht Lehret uns gott recht erkennen, Ihn mit berzenszuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach seinem heil'gen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Unerforscht gelassen haben, Das hast du ins licht gestellt, Und durch deines jeistes gaben Bringst du es in unsre so seelen, Daß wir heil und leben wählen. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet bat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein rath. Daß dein eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in jesu namen Wird er ja und amen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, TUnd der fünde großen schaden; Aber auch des höchsten huld, Und den reichthum seiner gnaden; Lehrst uns aller unfrer sünden Gnädige vergebung finden. 5. Du rufft uns voll liebe zu: Kommt zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch| friedensboten Heil von gott uns fund. zu eurer ruh' Nicht am troste bei mir fehlen; Werdet ihr von mir nur lernen, je Wird der fummer sich entfernen. 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, Der verheißen war. Jesus, der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er hat Des höchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lehre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten Was für holde lehren Lassen sie uns hören! Welch ein theurer bund! Gottes huld Tilgt unsre schuld, Und wer ihn mit glauben ehret, Wird von ihm erhöret. et 5. Auf, und wehrt den schmerzen; Kommt ihr, deren herzen Das geseb zerschlug; Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jesu tod Verfühnt euch gott; Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Ihm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm seyn. So werd' ich Auch einst durch dich O mein heiland! selig sterben, Und den himmel erben. 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend, tausend zeugen, Die zu deib nes namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Daß du noch dies wort erfülI left, Und der seele kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrfurcht bringe; Höre b meinen lobgesang, Den ich hocherfreut dir singe: Du heilst allen meinen scha8 den, Herr, und krönest mich mit gnaden. 3 8. Köstlicher, als gold sey mir, Was dein göttlich wort mich lehret! Ir Dank, ja ewig dank sey dir Für den trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. 18) Von der Taufe. a. Vor und bei derselben. im glauben dir genaht; Nie unerfreut den von dir ließest, Der dich um deine 194. gnade freundel. Wer nur den lieben gott zc. err, der du keinen je 18. Von lichkeit, Die gern erhöret und erfreut! 2. Du wiesest ehmals nicht die kleinen, Die dir die ältern brachten, ab; Erkanntest, herr, sie für die deinen, Und ließest huldvoll dich herab. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir, Und wißt, das himmelreich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der finder, Die auch durch dich erlöste sind, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergisfest ihrer ewig nicht. der Taufe. 91 2. Du hast mich für dein kind erkläret, D vater, in der taufe schon; Du haft auch mir das heil gewähret, Das du erworben, gottessohn; Du, geist des höchsten, stehst mir bei, Daß ich dir ganz geheiligt sey. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen famst. 4. Du bist getreu; auf deiner feite Bleibt dieser bund stets feste stehn. Und falls ich ihn auch überschreite, Läßt du dein vaterherz doch sehn; Du klopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. 5. So geb' ich denn, mein gott, aufs neue Mich ganz zu deinem opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. weih es nun in diesem bade Zu got- Weich, eigner sinn! o sünde, weich! tes find und erben ein. Das glück, daß es dir angehört, Herr, sey ihm ewig theu'r und werth. 5. Laß durch dies siegel deiner gnade Sein christenrecht bestätigt seyn, Und Gott hört es; jest entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich! Gott meines heils, sey ewig mein, Und laß mich dein auch ewig seyn. 4. Dir sey auch dieses kind empfohlen, Dir, dessen treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. O segne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! Mel, Liebster jesu, wir sind hier zc. 195. He err, hier siehst du uns vor dir, Siehst dies kind auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarMel. Christ, unser herr, zum jordan 2c. men, Daß es gottes find auf erden 197. O gott, bei dir iſt heil einst möge gnad' aller noth zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer fün den. Du lehrst, o vater, sohn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. 2. Heiland, jesu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heil'ger geist, kehr bei ihm ein, Laß es deine fraft empfinden, Die in ihm den sünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 3. Mach uns alle in der welt Dir von Herzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds leben; Und daß wir auch nach dem sterben Unsrer taufe segen erben. 2. Du hast uns, herr, durch deinen bund Zu kindern angenommen; Machst jedem deine wege kund, Willst, daß sie alle kommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du( wer kann es fassen?) Vereinigst uns, o gott, mit 196. Und Mel. Wer nur den lieben gott 2c. ch bin getauft, nach vater, deinen sohn und geist So zu bekennen und zu ehren, Daß herz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein chrift zu seyn, Mich hier und ewig zu erfreun. willst uns selig machen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachheit an mir find't, Das läßt du mir nicht schaden. Du giebst 92 Erste Abtheilung. zur heiligung mir kraft, Erhörst mich,| nur dich, Dazu bin ich erforen, Erwenn ich bete. Und wenn ich fromm und tugendhaft, Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochheilig sey denn mir die pflicht, Der fünde macht entriffen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o vater, sohn und geist, Blos meinen herrn zu nennen; Dich, wie dein wort mich unterweist, Mit thaten zu bekennen, Dir nur, und gern zu dienen. 5. Der sünd' hab' ich entsagt, o gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken! Zu deinem tempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, herr, Mel. Nun lob', mein seel', den ic. eweiht zum christen198. schaffen und erlöset. 6. Dem alten sinne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und deinem muster bis ins grab zu nähern mich bestrebe. Der fugend bang ich eifrig an Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines geistes stärke. b. Nach der Taufe eines Kindes. kind nun gott geweiht! Erzieh' es, dir zum ruhme, O vater der barmherzigkeit! Verlängert deine liebe Sein leben; so verleih Durch deines geistes triebe, Daß es dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern'. Es ziere seine jugend Die sel'ge lust am Herrn! 7. Gott vater, sohn und geist, verleih, Daß ich an dich festgläube; Mich deines bundes tröst' und freu', Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flich und haff', Auf deiner bahn nicht gleite, Im guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. uns zum vertrauen, Mit kindlich frouns, hem sinn Gen himmel aufzuschauen, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten pflicht. 3. Du vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach deinem wohlgefallen: Laß deinen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben. Verleih ums nur alsdann Die besten deiner gaben, Daß wir durch jesum christ Theil an dem erbe haben, Das unvergäng2. Auch wir sind gott geweihte, Durch unsre taufe gott geweibt; Dies glück entflamm' uns heute Zu lob und preis und dankbarkeit; Erweck' lich ist. 19) Vom heiligen Abendmahl. a. Vor und bei demselben. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 199. Die ihr christi jünger mit 1 erlöste brüder! Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! kommt, erneut Euren bund der seligkeit. 2. Die, so jegt mit zuversicht, Jesu! deines heils sich freuen, Die laß stets in diesem licht Wandeln und sich ganz dir weihen; Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner 3. Tröste, die in traurigkeit Ueber ihre feelen wachen; Stärke, herr der herrlichkeit, Ihren glauben, hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist In den himmel eingegangen; Segne uns, 19. Vom heiligen Abendmahl. herr jesu christ! Da wir nun dein mir. O vater, ich lobsinge dir. Gieb, mahl empfangen. Hilf, o herr! daß wir es nicht Jemals nehmen zum gericht. daß ich jeden tag aufs neu Mich deiner vaterhuld erfreu. Gott meines heils! Sey ewig mein, Sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn. Mel. An wasserflüssen babylon c. 200. D u, herr, haft aus barmmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufft: mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erheb' ich meine seele. Entzeuch mich deiner gnade nicht, Sey auch mein trost, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist's, der helfen will und kann, Daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem troste sehn' ich mich, Gebückt vor dir im staube! Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach der bess'rung trachten. Stets bleibst du deinen worten treu, Und wirst ein gläubig herz voll reu, Auch meines, nicht verachten. 4. Regiere nun auch künftig mich, Daß ich vorsichtig handle, Und heilig, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem willen wandle. Gieb, daß aus dank für deine huld, In liebe, glauben und geduld Ich dir auf erden lebe! Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig froh erhebe. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. gelobt seyst du, herr, 201. unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben giebt, Ist auch für mich gestor ben. Mein ganzes Herz frohlockt in 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, sohn gottes! der du komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge kraft Hast du, o herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schüßt, Was meinem geiste ewig nüßt. Herr jeſu christ! Wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit inbrunst fleh' ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Mich dürstet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, stärke meine zuversicht, Daß du auch mein versöhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser trost Sey fest in mir, Sey fest in mir, So dien' ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auf diesen herrlichsten gewinn Laß mich treu richten meinen finn, Mein streben und mein flehen: Mein beiland, zieh mich ganz zu dir; Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelenruh, Und meines herzens bess'rung zu. Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! Nur du bist meine zuversicht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sey, freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O herr, mein heil, Sey stets mit mir, Sey stets mit mir: So komm ich einst gewiß zu dir. 9.94 Erste Abtheilung. Mel. D jesus chrift, mein's lebens cc. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 202. Hammartervollen 203. bereiten zu deines du willig, Am kreuzesstam, Beschwert mit unsrer fün- mables seligkeiten; Sey mitten unter denlast, Dich selbst für uns geopfert hast. 2. Hier fei'r ich deinen mittlerted; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschäßbare guth, Das du mir giebst, dein leib und blut. ihnen, gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig sie zum heiland naben, und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu, dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen höh'n, Von fern der überwinder lohn! 3. D liebe, welcher keine gleicht! O wunder, das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und doch wahr; Du sagst es, und dein wort ist klar. 4. O gott- mensch, hilf mir, daß ich ja mit tiefster ehrfurcht dir mich nab! O herr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gericht! 5. Hier deinen liebevollen tod Vertündigen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes Herz Dich jetzt für deinen todesschmerz! 6. O wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Shm ists ein pfand der seligkeit, Ein siegel Mel. Wer nur den lieben gott 2c. ich, zu 7. Ach, wie so reich ergießer fich 204. Hierfüllen, was bu in Hier meines gottes lieb' in mich! Hier schmeck' ich voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe dich. 9. Ja, herr, dich lieb ich unverrückt, Wenn sünde lockt, wenn kummer drückt, Verschmachtet leib und seele mir; Doch lieb' ich dich und bleib in dir. 2. Nehmt und eff't zum ew'gen leben Das brod, das euch der Herr will geben! Sein trost und friede sey mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Ererbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in weg ist schmal, Seyd in der zahl Der den tod getreu! Amen, amen! Der sieger, die der richter krönt. 10. Herr, dieses heil'gen mahles kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den feinden treu zu widerstehn, Die mir nach meiner seele stehn. 11. Es steuert allem stolz und neid; Vermehret lieb' und einigkeit; Giebt trost, der nie das Herz verläßt; Und macht den guten vorsatz fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur that, Und leite mich nach deinem rath; So bring' ich in gelaßner ruh Die tage meiner wallfahrt zu. 13. Und wenn du mich, du lebensfürst, Zur seligkeit einst führen wirst; 50 nehm ich wohl vollkommen theil An deinem uns erworbnem heil. deiner leidesnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Verleih, zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, Daß ich, der fündenschuld entrissen, Durch dich bei gott vergebung fand; So freuet meine seele sich In deinem heil, und lobet dich. liebe, Womit du unser heil bedacht; 3. Bewundernd denk' ich an die Wie stark sind deines mitleids triebe, Es mache, herr, dein todesschmerz Die dich bis an das kreuz gebracht! Jetzt neuen eindruck auf mein herz! 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du, erlöser, starbft; Durch schnöden mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, O du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei 19. Vom heiligen Abendmahl. 95 deinem mable feierlich. Dein eigen geben. Nur soll ich dem, der für mich will ich ewig seyn, Du starbst für mich, drum bin ich dein. starb Und mir so großes heil erwarb, Von ganzem Herzen leben. 6. Nie will ich mich vor iemand schämen Der ehre, die man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen sündlich heißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o here, gesinnt zu seyn. 7, Laß mich mit ernst den nächsten lieben, Und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanft muth üben, Aus wirklich christlichem gemüth; Stets eingedent der schuldenlast, Mel. Es ist das beil uns kommen 2c. oder: Lobsinget gott, und 2c. Die mir, 8. Es stärfe sich in mir der glaube, 206. mein heil, Für deine J preise o herr, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebensfürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst. todesleiden. Hab' ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich: gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 9. Im geist lieg' ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß neue gnade auf mich fließen! Mein beiland, laß es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl gesegnet sey. 2. Du läsfest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, Gewissensruh, zur bess'rung kraft, Das hast du, herr, auch mir verschafft, Da du am freuze starbest. 3. Dein abendmahl ist mir ein pfand du an mein Von dieser großen güte. Wie viel hast Mel. Un wasserflüssen babylon 2c. ch komme, herr, und 4. Ja, herr, mein glück ist dein gebot: Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Die kraft zu diesem willen; Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes leben dir zu weihn, Und deine huld zu preiſen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 205. und beladen. O, mein erbarmer, würdge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn gottes und des menschen sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh', Ich suche ruh' und finde sie Sm glauben der erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das heil der fünder, Haft ihre schulden abgethan, Und wir sind gottes kinder. Ich denk' an deines leidens macht, und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mir heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte gott die welt, Da du für sie gestorben. gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deiner gnade halte. 4. Ich fühle, herr, voll reu' und schmerz Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost empfinden, Daß du, aus gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld 2uf buße hast erworben. 5. Der trost, den mir dein tod verschafft, Werd' ewig mir zum segen; Er stärke mich mit neuer kraft Auf allen meinen wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt, Standhaft zu überwinden! 6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben 3. So freue dich, mein herz, in mir; Er tilget meine fünden, Und läßt, bei seinem mahle bier, Mich gnad' um gnade finden; Er hört der reue fehnlich flehn, Will gern mich frei und glücklich schn, Will mir die schuld ver- sey, Und dir zur ehre lebe. Erste Abtheilung. 96 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hindernisse weg, Die ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weist, Und die einst den erlösten geist Zu deiner freude führet. 8. Zu meinem heile hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein abendmahl erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So sey dein tod mein leben. Mel. Schmücke dich, o liebe seele zc. 207. esu, freund der menschenlinder, Der du dich bohen freuden zu den bangſsten todes. 208. Jleben In den tod für zum der Von des himmels Mel. Sellt' es gleich bisweilen ze esus christus hat leiden Willig haft herabgelassen, Wer kann dein erbarmen fassen? Tief gerührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des lebens pfade Zum genuß der seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des himmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vorbereiten. 6. Hilf mir wider alles stretten, Was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten reiz zu fünden Hilf mir glücklich überwinden. Daß ich hier stets im gewissen Deinen frieden mag genießen, Und dereinst auch über'm grabe Theil an deinem segen habe. 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben Zu den freuden deiner frommen( Herr, ich hoff' es) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von sünden, Deinen frieden ganz empfinden. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was zum wahren wohl mich leitet; Licht, den weg des heils zu finden; Trost, bei den gefühl der fünden; Kraft, der bess'rung nachzujagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die Hoffnung beff'rer zeiten Indig ist und trinkt! dem reich der ewigkeiten. 4. Nun, so sey der bund erneuet: Ganz sey dir mein Herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hasfest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk in mir die triebe Dankbeslißner gegen liebe, Daß ich, bis ich einst erkalte, Treu dir sey und glauben halte. uns gegeben, Uns vom tode zu befrein, Uns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leib's, und wein Deines blut's gemeinschaft seyn. 3. Willst du diesem mahl dich nahen: Such' es würdig zu empfahen! O, in was für elend sinkt, Wer unwür4. Gott den vater sollst du preisen, sein eingeborner starb, Und vergebung Daß, die gnade zu beweisen, Selbst dir erwarb. wanken, Daß er ist das heil der 5. Glauben sollst du, und nicht franken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sey bußfertig, fürchte nicht Dann fein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir helfen; dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9. Doch, fühlst du, was du be kennest, Wenn du deinen herrn mich nennest; Dann bist du geschickt, und ich Stärke durch mein mahl auch bich. 19. Vom heiligen Abendmahl. 10. Gläbg mußt du dann dich üben, Deinn nächsten auch zu leben. Nimm dich seines elends an, Denn gott hat's an dir gethany Mel. Het jesu chet, mein's 2c. iefu chriſte, lamm, gottes Der du aus 209/ lieb' am treuzesstamm, 3ur tilgung meiner fündenlast, Den schwersten tod erduldet hast. 2. Ich komm zu deinem abendmahl, Gebeugt durch manchen fündenfall; Doch meines herzens zuversicht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht! 3. Du bist der arzt, der seelen heilt; Der reuerfüllten trost ertheilt, Und zur rechtschaff'nen heiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. 4. Darum, herr jesu! bitt ich dich: Von meinen sünden heile mich; Mach in mir das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen seyn. 5. Erleuchte durch dein wort mein berz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dank barlich Ich deiner lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum heile thu', Zur förd'rung meiner feelenruh', Zur stärkung in der heiligung Und wabrer lebensbesserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein Herz mit glaub und liebe zier', Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb mir, was meiner seele nügt Und mich vor dem verderben schüßt. Du bist mein heil: laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit kraft, Damit ich glücklich welt und fünd", Im glauben an dich, überwind'. 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes leben preise dich! Den guten vorsatz, den ich bier Erneure, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sey meiner pflicht, und mich nach deinem willen richt' So bring ich christlich und in ruh Auf erden meine tage zu. Evang. luth. 97 12. Bis du mich, o du lebensfürst, In deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. 210. Mel. chmücke dich, o liebe secte ic. chicke dich, erlöste seele! Herrn befehle, Seinen mittlerstod zu Gläubig, nach des feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In den bängsten tod gegeben, Dir auf zeit und ewigkeiten Heil und wohlfahrt zu vereiten. 2. 3um genusse seiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. demuthsvoll entgegen, Und nimm theil Eil' ihm an seinem segen. Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf' aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe Zur verehrung seiner liebe. Glaubensstärkung zu empfangen; Der 3. Herr, ich komme mit verlangen, auch mir bast beschieden. Hier fall' du huldreich deinen frieden Sterbend ich zu deinen füßen; Laß mich würdig doch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preise. 4. O, wie sehnt sich mein gemüthe, Menschenfreund, nach deiner güte! Ewig währet deine treue, Und du siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zähren Deine tröstung auch gewähren. Meiner fün den nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine gnade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer kraft, zum werke Meiner heiligung, mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges leben Wirst du mir gewiß auch geben. Ganz mich deinem dienste weißen, 6. Deiner will ich stets mich freuen, Nur nach deinem willen leben, Und huld ist unermeßlich; Herr! fie fey dich dankbar frob erheben. Deine mir unvergeßlich, Daß ich dich auf alle weise Herzlich lieb' und thätig preise. 7 in Erste Abtheilung. 98 7. Du, dem die verklärten schaaren, Die, wie ich, auch schwache waren, Ewig dank und jubel singen, Daß sie hier dein heil empfingen: Laß auch mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meinen jubel weihe. ich, herr, auf dein gebot, Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenkt' an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig heil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben, Sey mein eifrigstes bestreben. 2. Ich empfind' es jetzt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer treue Ganz dich mir zum dienste hin; Wiesest mir den weg zu gott, Und ertrugst den schwersten tod, Mir im leben und im sterben Sich're tröstung zu erwerben. Mel. Jesu, deine tiefen wunden 24. 211. V und freuden, Komm zu brechen. oller ehrfurcht, dank nem tische nahn? Ja, nt neuem ernst will ich mich vor sünden scheun, und dich Durch ein dir geheilht leben Mit vermehrtem fleiß erheben. 5. Diesen vorfab, den ich habe, Thätig dankbar dir zu seyn, Präg ihn, jesu, bis zum grabe Tief in meine feele ein. Gieb mir traft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsicht fliehn, Was ihn könnte bet mir schwächen, Was mich zt, ihn gar Mel. Gott sey gelobet und ic. 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, Immerfort mit hülfe nach, Daß ich als ein christ stets handle; Und wird ja mein glaube schwach, O so bilf mir liebreich auf, Daß ich in dem tugendlauf Nimmer wanke, nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir schwache wanken, Deine treu' beständig ist. Herr, i hoff' es froh und fest, Daß sie mic 4. Sollt' ich, jesu, denn vergebens auch nicht verläßt. Zu des himmels Diese deine huld empfahn? Nicht zur seligkeiten Wird sie mich gewiß auc beff'rung meines lebens Mich zu dei-| leiten. 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt, und die kraft, Auf der tugend sel'gem pfade Fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufst aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 6. Laß mich über alles schäßen Dein mir theu'r erworb'nes heil, Und nie aus den augen sehen, Wie nur der daran hat theil, Der auf deine stimme hört, Mit gehorsam dich verehrt, Und in deinem dienst auf erden Immer besser sucht zu werden. b. Nach dem heiligen Abendmahl. 212. Her Hou haft bein leben err, fey gelobet, daß Für uns fünder hingegeben! Stärk' unsern glauben! deine himmelsspeise Heilige uns, dir zum preise! Du versöhner gottes! niß deiner pein Mir immerdar ge segnet seyn. 2. Und euch, ihr seines leibes glie der, Die jesu heil, wie mich, erfreut Euch lieb' ich stets als seine brüder Als erben seiner herrlichkeit. Wi haben einen herrn und gott; Un tränkt und speis't ein wein, ein brod 3. Hinfort soll weder spott noc leiden, Noch ehre, freud' und luft de Mel. Wer nur den lieben gott 2c. liebe, von deiner 213. Nun habe dank für deine mittler, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß das gedächtscheiden, Die selbst in tode mich er bält. Du bist und bleibest ewig mein Und ewig will ich dein auch seyn! 20. Von der christlichen Kirche. Mel. Alleir gott in der höh' fez c. oder: obsinget gott, und ic 214. ieiu! bir sey wig dank Für dein treu' und gaben. Ach laß durch diese speis' und trank uch mich das leben haben: Denn du giebst mir des lebens brod: Men wird dein leiden, blut und tod: Wie son ich dir dank sagen? 2.iesu christ! du kannst allein Mein Herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find' ich trost und leben. 3. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott! du wollst mir geben, Daß ich, kraft die ser speis' und trank, Stark bleibe, wenn ich schwach und krank Die letzte prüfung dulde. Bekannte Melodie. 216. A gott, vom himmel sich darein, Und laß es dich erbarmen, Wie wenig herzen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott; Empört sich wider dich, o gott! Will deinen sohn nicht kennen. Met meinen jesum laß ich 10. 20) Von der christlichen Kirche. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von aller macht des bösen, Und aller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. 99 den mir herr kunt215. 2gemacht; Sey gefegnet, tag der freude! Du erhellst des mers nacht, Und erquickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir: Gott, wie dank' ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab' ich meinen gott betrübet, Ihn, der mich zum glück erschuf, Und mich stets so treu geliebet: Ich verdiente straf' und tod, Den er frechen fündern droht. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wieder auf zu seinem kinde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner fünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heilig's mahl, Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todesqual, Soll mir trost im letden schenken, Und mein leben foll allein Seinem dienst gewidmet ſeyn. 5. O herr, beschüß' uns, daß uns nie Das frevelnde geschlechte In ſeine schlaue nege zieb', Nie unter uns sich flechte: Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst traft gewinnt; Sein gift ertödtet feelen. 6. Ja, dämpfe selbst, du starker gott, Die dir die ehre rauben. O jesu christ, bei ihrem fpott Stärk kräftig unsern glauben. O heil'ger geist, verleih' uns gnad, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet, wandeln. 3. Man rühmt sich großer ehrlichMel. Sey lob und ehr' dem c. oder: Herr jesus chrift, du höchstes ic. keit, Die edles denken übe, Ja glän- 217. Die feinde beines Freuzes warmer reich zender menschenliebe, Und zählt auf gnad' und huld bei gott, Auch ohne seines sobnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott siebt's, und spricht: bald kömmt die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenbeit Kein Heidenthum erneure. Indeffen greif den schnöden wahn Mein wort mit starken waffen an Und bleib' un überwindlich. herr, zu verwüsten; Du aber, mittler, gottes sohn, Beschüßzest deine christen. Dein thron bestehet ewiglich: Vergeblich wird sich wider dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenkindern: Druim konnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine Hasser nie Dein erbe rau 100 Erste Abtheilung. ben; selbst durch sie Wird es vergrößert der welt Sich schon grimmig stellt, Uns doch schreckt er nich, Er ist ja längst gericht't. Ein wot kann ihn schon fällen. werden. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein ſo sanftes joch Die völker alle leiten! Vom aufgang bis zum niedergang Bring' alle welt dir preis und dant, Und glaub' an deinen namen. 4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n, Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen himmel schau'n, Und unerschüttert im vertrau'n, Auf deine zukunft warten. 5. Uns, deine chriften, wolleft bu Fest in der gründen, Daß wir durch sie beil, trost und ruh' Für unsre feelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewabr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freu'n, Sey unser heil auf erden! 7. So wird dein volk dir unterthan, Und lernt die sünde meiden, Und du führst es auf ebner bahn Zu deines reiches freuden: Und berrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit Dein großer name werden. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig loben! Der herr mit uns! der starte halb! Der giebt uns sieg von oben. Tödten ſie den leib, Nehmen kind und weib, Rauben gut und ehr'; Sie nehmens: was ist's mehr? Uns museer himmel bleiben. Betannte Melodie. 219. Erbalt uns, herr, bei deinem feinde list und mord, Die jesum christum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen droh'n. 2. Zeig' deine macht, herr jesu christ! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh' des wahns und irrthums nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn In aller noth; wir sind ja dein. Er halt' im glauben uns getreu; Mach uns nur von der fünde frei. 2. Nicht unsre macht ist's, die ihn fällt; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erkoren. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesus christ, Der berr zebaoth. Er, unser berr und gott, Er muß den sieg behalten. Mel. Eine feste, burg ist unser 2c. 218. Ein starker schuß ist unser gott! Auf ihn steht unser boffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So uns hat je betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, 220. Eseyn, und seinen ſegen Mel. Es woll' uns gott genädig 2c. wolle gott uns Rüstet sich mit list, Troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. geben. Mit seines wortes hellem schein Erleucht' er uns zum leben. Laß uns erkennen, unser gott, Dein großes werk auf erden; Laß jesu chriſti heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren. 5. Laß alle welt erkennen doch, Du, unser herr gott, lebest noch, Und stehst bei deiner kirche fest, Die sich allein auf dich verläßt. 3. Und wenn die welt voll feinde wär', Und wollten uns verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wenn der fürst 2. So danken dir und loben dich, gott, die völker alle! Und alle welt erfreuet sich, Und singt mit großem schalle, Daß du auf erden richter bist, Die sünd' nicht läsfest walten, Und daß dein wort das mittel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. 20. Von der christlichen Kirche. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten. Es bringe frucht und beff're sich; Dein wort laß wohl gerathen. Der vater segn' uns und der sohn, Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns gott von seinem Mel. Nun danket alle gott 2c. thron, Tröst uns in allen leiden, Und 223. Sehr groß, berr, ist die uns selig sterben. an uns erwiesen; Sey dafür inniglich Gelobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht 221. La doch, o jeſu, laß dein reiche Früchte bring' Zu deines namens ehr! reich auf erden Unter den sündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. Mel. Herzliebster jesu, was zc. oder: Ist auch ein gott? zc. 101 4. Ewig, o heiland, sey dein nam' erhoben; Ewig frohlockend müsse dich einst loben, O du beschirmer deiner schwachen heerde, Himmel und erde. 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen, Zu unserm wahren heil Und dir zum wohlgefallen! Breit' 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu deine lehre aus; Schüß deine christenerkennen, Daß sie dich gläubig ihrenheit; Und führ' uns allesammt Zum beiland nennen; Gieb ihnen eifer, det- licht der ewigkeit! nen guten willen Treu zu erfüllen. 3. Laß sie dein wort mit frommer achtung Denn verkündigt deines mundes lebren. Außer ihm suchen sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, erbarmer! deiner feinde grimme: Warne die deinen vor des irrthums stimme: Lebre sie prüfen, daß fie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sey du ihr licht in ihren finsternissen; Hetle selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein kummer ihre Herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter böſen, Bis du von ihnen ganz wirst uns Bis wir zum umgang der verklärten frommen Frohlockend kommen. In voriger Melodie. 222. chüße die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 3. Du haft noch niemals, herr, dein wort gebrochen; Führe die deinen, wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem kampf hienieden Zum ew'gen frieden. In bekannter Melodie. 224. Berleib uns frieden gnädiglich, Herr gott, zu unsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre wohlfahrt streiten; Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. Mel. Ein' fesie burg ist unser gott. 225. Menn christus seine kirche So mag Hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schüßt, zu seinem ruhm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wider ihn empören, Die den gesalbten, seinen sohn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht betbört, Durch wollust ganz verkehrt, Ist's christenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelob 102 sev jesus christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hält, Cem kann die ganze welt Tie seligkeit nicht rauben. Erste Abtheilung. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Bekannte Melodie. 21) Vom Er, welcher von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der herr, der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns dann erschrecken? 226. Alle menschen müssen sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an unsterblichkeit. Zode. 7. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen boffnung voll, Zag' ich nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug! Mel. Ich hab' min sach' gott zc. 2. Darum will ich dieſes leben, 227. Dein sind wir, gott, in es gott Willig ihm zurücke geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden Gnade, heil und ruh gefunden, Und mein trost in todesnoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er er füllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine berrlichkeit zu sehn. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten thron Dank und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln fingen: Heilig, beilig, beilig heißt Gott, der vater, sohn und geist! 5. Baterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh, Was kein sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenkt gott denen, Die erst hier gesä't mit tbränen; Alle thränen trocknet er, Sünd' und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub', im licht zu sehn, Jene krone zu empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese bütt' zerfall in staube! Sch, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist sterben ein gewinn, Denn zum vater geh' ich hin. hand steht unsre zeit. Eh zeiten wa ren, ward schon mir mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unfrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der frankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! 4. Verleih' gelassenheit und ruh! In unsern herzen wohne du! Und laß mit freudigem vertrau'n, Und obne grau'n, Auf unser nahes grab ins schau'n. 5. Sey von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des Herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade seyn? 7. O sey uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wenn unser auge sterbend bricht Leit' uns dein licht: So fehlt uns trost im tode nicht. 21. Vom Tode. Mel. Von gott will ich nicht laffen. er meiner Mcl. Befiehl du deine wege 2c. oder: Balet will ich dir geben 2c. 228. DJst mir vielleicht nicht 229. Die auf der erbe wallen, fern; O dann wird lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und gott setzt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing' ich mich der erde, Und geh' zum himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finstre gruft. Mich bebt zu höh'rer würde Mein water, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod: Der reißt die fündenglieder, Den trägen leib darnieder: Mich selbst führt er zu gott. 4. Jch, der gefahr entronnen, Geh' aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub' empor. Da tret ich in die reih'n Der engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm' ich mit fauchzen ein. 103 5. Gott schaut von seinem throne Mit huld auf mich herab, Dem er in seinem sohne Das recht der kindschaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat, von gott gefä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube geben, Der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr, meines lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets bereit Im glauben deiner frommen: Laß dann die stunde kommen, Die mich und sie erfreut. 8. Dann geh' ich, frei von kummer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der letzte meiner tage! Er kommt, und meine klage Wird lobgesang dem þerrn. staub; Sie blühen auf und fallen, Des todes sich'rer raub. Verborgen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 2. Getrost gehn gottes finder Die schreckensvolle bahn, Zu der verstockte sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese bahn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wann meine fräfte beben Und wann mein Herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß uns nicht! 4. Hilf, todes- überwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, heil der fünder! Selbst mit dem tode rangst! Und wann des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset haſt. 5. Des himmels hobe freuden Ermißt kein sterblich herz; O troft für kurze leiden, Für kurzen todesschmerz! Dem sünden- überwinder Sev ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns sünder Den kelch des todes tranf. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Die, aufgelös't zu werden, mit heil'ger furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies ihr sterblich leben hin zur unsterblichkeit. Mel. Wer nur den lieben gott 20. 230. Du, herr und vater mei ner Du daß ich, dein schwaches find, Des todes teim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sey bereit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborgnes ziel be stimmt Und daß die zeit, die w 104 Erste Abtheilung. gegeben, Vielleicht gar bald ein ende| bigen entzücken Laß meine seele sehn, nimmt: Das flöße mir die weisheit Wie im gericht für fünder, Du mit ein, Recht für mein heil besorgt zu dem tode rangst, Und wie du, überseyn. winder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein her von sünden abzuziehn, Mich von der weltluft zu entfernen, Und um den Himmel zu bemühn: mache mich dazu geschickt, Eh' mich der tod der welt entrückt. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bet dir, gott, meiner feele theil, Ist mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich vollkomm'nes heil; Da, wo dies heil ist, sey mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; zu leben der gerechtigkeit, Um einst dein himmelreich zu erben, Dazu laß meine sterblichkeit Mir stets, mein gott, vor augen seyn, Und deine hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, So laß es mir zum heil geschehn; Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, vater, auf mein flehn! Sey, wann mein herz im tode bricht, mein trost und meine zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir! Sey nur mein trost, so g'nüget mir. Mel. Besicht du deine wege zc. oder: Valet will ich dir geben 2c. 231. G ern will ich mich ergeben, Dich zu verlassen, welt. Ich geh' zum bessern leben, Sobald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, erbarmen Kommt ber, beladne berzen, zu mir, und findet ruh'. aus Laß, herr, mich zu erfreun, In meiner letzten stunde Mir geist und leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläu5. Du bist der herr des lebens, Sch aber bin ja dein: Kann denn dein blut vergebens Für mich vergossen seyn? Dir trauet meine seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bist. Mel. Mit fried' und freud' ich fahr' zc. 232. Betroft und freudig geh ich hin! In gottes willen Ergeb' ich mich; er, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 2. Erbarmend sprach der herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sey mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin er lös't Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, Ihn zu schauen, Dürstet meine seele lang, Und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten schlummer soll der tod mich nur entfleiden. Dann komm, o tag, bestimmt von gott, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor ihm dann nieder. Mel. Jesus, meine zuversicht: e. err, bitte, stärke 233. Hemich, denn dés toves schrecken nahen, Und das grab eröffnet sich, meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht. 21. Vom Tode. 2. Lind're, wenn es dir gefällt, Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Seyn verbannt aus meinem herzen! Steure jeden eitlen sinn, Daß der tod sey mein gewinn! 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der letzten noth, Daß ich in den letzten stunden, Wann mein mattes herze bricht, Standhaft gehe zum gericht. In voriger Melodie. 234. He err, ich hab' aus deiner treu', Mir zum heil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sey, Sie auch weislich anzuwenden; Denn, wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dabin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein gott, doch nie vergessen, Wie unschäßbar sey die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaufen, Mir zur Wohlfahrt, dir zum preis, Jede stunde auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld, Trage mich hier nicht vergebens! Ach vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele wohl nicht gebraucht ſo, wie ich foll: 6. mich meine Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sey, Und ich reif zum himmel werde. Nahet dann mein ende sich, O so stärk' und tröste mich! Mel. Vater unser im himmelreich 2. 235. He err jesu christ, mein herr und gott; Der du erlittest angst und spott, Für mich 105 den tod des kreuzes starbst, Und mir des vaters huld erwarbst; Ich bitt', kraft deiner todespein: Du wollst mir sünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm' in sterbensnoth, Und ringen werd mit dem tod; Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird; So steh' im letzten angstgeschrei Mir, herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ' mich aus dem jammerthal. 4. Laß deinen geist stets bei mir seyn, Und seinen troft mein Herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt: Dann nimm sie, herr! in deine händ'; Der leib ruh' in der finstern gruft, Bist einst dein großer tag ihn ruft. 5. Dann laß ihn fröhlich auferstehn Und mich dein gnädig antlig sehn. Gedenke nicht mehr meiner schuld, Gedenk an deine lieb' und huld: Das leben( herr! ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, herr! meine schuld: Schenk' mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest, Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig seyn. Mel. Dewigkeit, du donnerwort. deiner macht: Du 236. Jch bin ja, herr, in haft mich an das licht ebracht, Du sorgest für mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich fünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner feele an, Wann ich von dem, was ich gethan, Gott rechenschaft soll geben? Wer ist, der alsdann für mich spricht, Thust du es, o mein heiland, nicht? 106 Erste Abtheilung. 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon;| kannt, Und nach der erdengüter tand, ich seh, Daß ich am finstern grabe steh', Mit todesangst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. Nach großem überfluß gegetzt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem schnöden prunk der eitelkeit Mein herz und mein bemühn geweiht! 4. Wie viele nimmt dies blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht hat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt findisch dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt, Was seinem wahne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seyst sein feind. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höchsten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterblich seyn. Dies leben ist ein augenblick; Ein frühlingstraum sein längstes glück. 7. Gedanke der unsterblichkeit! Du hebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher lust Vom guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! 4. Ich hör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu sprechen; Ich seh' vor seinem angesicht, Ich sehe in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan; Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint' ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan: Nichts schüßt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner straf entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geh nicht ins gericht! Verwirf mich armen fünder nicht! 7. Voll reu und buße such ich dich. Errette, gott, bekehre mich, Und tilge meine fünden. Geheiligt sey dir meine zeit, Dein dienst sey meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! Zum tode stets bereitet sey. 8. Die rosen um der laster haupt Verblühen, eh' ihr sclav es glaubt. Ihr schändlicher genuß entweiht; Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuSind den, die der himmel nährt, meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesu chri2, mein's lebens. Ich weiß, mein ende Mel. Vater unser im himmelreich 2c. ch fühle, daß sterb238. Mit je 237. In ein leben dem pulsschlag rückt die zeit, Die off so ungenügt verstrich, Mich näher hin zur ewigkeit. welft, wie gras, dabin Wer weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Mensch, kebre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2 Wenn man ins finstre grab mich fenkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich hier beständig angelacht, Und glänzend vor der welt gemacht. 3. O thorheit! hätt' ich mich ver2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn ungenüßt vergehn. 3. Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint; So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleihe sterbensklugheit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sey meine 21. Vom Tode. 107 seele ganz bei dir, Der für mich starb| daß ich vielleicht Allhier noch zu leben und auferstand. habe? Denk, o mensch, an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 5. Mich stärk, ob auch mein Herz erbebt, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihn, Und bei zufriedenem genuß, Mich dank bar gottes zu erfreun. 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In dessen hand mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit jeſu glückt. Mel. Wenn mein stündlein vorh. 2c. st nun auch stunde 239. Iba, Bon dieser welt zu scheiden: So sey mit deiner hülfe nah, Du treuster freund im leiden! Nimm du dich meiner seelen an, Dir übergeb' ich sie alsdann O jesu, mein erlöser. 2. Sind meine sünden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder! So ist mein senszen auch vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth An deine liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 3. Ich bin an deinem leib ein glied, Deß tröst' ich mich von herzen. Erbarmer der mich leiden sieht. Du linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb' ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir Durch deinen tod erworben. 4. Du, herr, erstand'st, so werd' auch ich nicht in dem grabe bleiben; Ja, deine auffahrt lehret mich Die todesfurcht vertreiben. Wo du bist, 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Werden dich dann nicht erfreun; Diese güter sind nicht dein. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 240. Meine lebenszeit vereil ich zu dem grabe; Und was ist's, 3. Nur ein herz, das gutes liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das vor gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen; Dieses herz, von gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben; Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein, und bet und wache, Daß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Uebe dich, recht fromm zu seyn; Lerne, dich des todes freun. 6. Ueberwind' ihn durch vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinem leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem tode seine macht. 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siche dein gebein versenken; Sprich: herr, daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, Daß ich täglich weiser sey, Bis zum tode dir getreu.; Mel. Wer nur den lieben gott 20. da kommi auch hin, Daß ich bei dir 241. Mein gott! ich weiß wohl, mit stets leb' und bin. freuden. 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh; nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o gottessohn, Du menschenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern ich sterbe! bin ein mensch, der bald vergeht; Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. danken. 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Rein augenblick geht sicher bin; Wie bald zerbricht doch eine scherbe; Die blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält; Erste Abtheilung. 108 Mel. Ich hab' mein sach' gott 2c. Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn fener sanft und ruhig fällt. Doch wie du willst; gieb nur dabei, 243. Mein leben steht in gotte Daß ich wohl zubereitet sey. hand; Er thu', was er mir heilsam fand; Er zählte mit so wie mein baar, Schon' eh' ich war, Auch meine lebensstunden dar. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das beil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt. So kann dies mir gleichgültig seyn, Die erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster vater! wenn ich sterbe, So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab' ich jesum nur bei mir; So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Chriftus, der ist mein leben. 242. Mein jesus ist mein leben, Reißt schon der tod mich hin; Was sollt' ich ängstlich beben? Der tod ist mein gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig; Dies wort steht ewig fest; Die freuden sind unzählig, Die es mich hoffen läßt. 3. Drum geh' ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ, Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest meinen glauben, Und keine furcht noch pein Soll mir dies kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest vereinigt Und bald mit preis gekrönt. 6. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, sohn gottes, dich Für uns dahin gegeben, Ünd, wohl mir! auch für mich. 2. Ich nüße mit zufriedenheit Di tage meiner sterblichkeit. Wie väter lich versüßt sie gott! Doch müh' unt noth Sind ihr gefolg', und dann de tod. 10. Owohl mir! ich vollende Vielleicht bald meinen lauf, Und geb' in deine Hände Den geist; du nimmst ihn auf. 3. Die blume pranget und fällt ab; So blüht der mensch und sinkt ins grab Nicht jugend schüßt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist, was ihn dafür sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit muth und kraft Auf's ende meiner pilgerschaft? Und wer beruhiget mich bier? Allein von dir, O herr, kömmt muth und rube mir. 5. Du bringst mich, steh' ich nur bereit, 3um sichern glück der ewigkeit. Wo man des kurzen grams vergißt, Wo mancher christ Schon froh vor angegangen ist. 6. Frob werd' auch ich, wenn's dit gefällt, Ein bürger der vollkommner welt. Den meinen sag' ich auf dein wort: Gott, unser hort, Vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu! dank' ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir Du hast gefaget: ihr seyd mein, Auch ihr sollt seyn, Wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Herr jesu chrift, mein's 20.3 Im mein theil. theure hohe gnade! O unaussprechlich beit! 8. Zu dir, herr, will ich fleben, So lang ich fallen kann; Du kannst mein inn'res sehen, Und nimmst auch seufzer an. 7. Geheilt ist nun mein ſchade. 3m 244. der du einst gestorben O bist, ewig jesus christ! Mein herz erhebt sic ganz zu dir, Und ruft und schreit: sey gnädig mir! 2. Des lebens letzte stunde naht Mein leib und jedes glied ist matt; 9. Du selber hilfft mir ringen, All- Doch dich, der neu beleben kann, mächtig hilfst du mir, Ins leben Bet' ich mit frohem glauben an. durchzudringen; Und dann bleib ich bei dir. 3. Dein wahres wort, herr, sey mein licht! Mein glauben an dich wante nicht; Mein herz verlange nur nac dir; Und deine huld sey alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht Dem schwachen berzen bange macht; 21. Vom Tode. 109 So rufe du dem Herzen zu: Ich lebe,| mehr, als wir, Hat er auf der erd' leben sollst auch du! gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. 5. Mein trost sey, wann der tod mir dräut, Unsterblichkeit! unsterblichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Ihn schreckt kein grab und kein gericht. 6. Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurück; Dring' ewig, frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kömmt auf dieſe stunde, Die gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nüßen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstüßen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getroft zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmecken! Flöß' uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, Zu den tødten gottes gehen: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht! 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen buld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Verzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstest mich. 9. Für mich vergosfest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder sünde machst du rein; Vom tode kannst du mich befrei'n. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! Herr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte fünder an, Und hilfft, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Sanft bin ins beßre vaterland, Ich 246. Selig sind des himmels erben, todten, sterb', um, heiland, dich zu sehn; Ich sterb', um herrlich aufzustehn. 12. 3u frommen seelen eil' ich hin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt, Den find' ich, hat er dir geglaubt. 13. Ofrohe aussicht, nahes ziel! Wie warten mein der freuden viel! Wie selig bin ich, wenn mein geist Sich dieser bütte bald entreißt! die im herren sterben, Zur auferstehung eingeweiht! Nach den letzten augenblicken Des todes schlummers folgt entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! Im frieden ruhen sie, Los von der erde müb! Gelobt sey gott! Vor seinem thron, Zu seinem sohn, Begleitet ihre tugend sie. Eigene Melodie. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 245. Gelig, gott! find bie, 247. Was sorgst du ängstlich die nun Schon im friedenvollen grabe Von des lebens arbeit ruh'n, Und sich deiner größten gabe, Eines ew'gen lebens freun. Möchten wir es auch schon seyn. 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam hier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens fron' erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich gott gelassen übergeben, Ist wahre ruh' und deine pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, Es dankbar, als ein glück, besigen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein herz erschrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr die kraft dazu verleihn. Erste Abtheilung. 110 Mel. Wenn mein stündlein c. 3. Ermattest du in deinen pflichten: So laß den tod dich unterrichten, Wie wenig deiner tage sind. Sprich: 248. Wann einst mein sterbend sollt' ich pflichten wohl verschieben? Nein, meine zeit, sie auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. auge bricht, Mein letzter hauch verschwindet, Mein leib erstarrt, und selbst es nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wann um mich den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehn, Und traurig zu dir weinen: 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dankbar deine güte preist, Daß er den tod nicht siehet: Und tröste die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefall'ner leib bleibt bier, Ihn wird das grab verschließen. Wohl mir! das grab wird dennoch dir Ihn wieder geben müssen. Di kommst! erwecker! deine macht, Die ihn aus nichts hervorgebracht, Kann auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn gott Vom tode wieder fodert? O hoffnung, daß nach kurzer ruh' Mein leib er wacht, wie groß bist du, Und welc ein troft im tode! 4. Denk an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben, Und könnt' ich auch die welt ererben, Beging' ich doch solch übel nie. 5. Denk' an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schäße sich vermehren, Daß du sie nicht so heftig liebst. Denk an die eitelkeit der erden, Daß, wann sie dir entriffen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbefleck- 5. Des todes schmerzen, gott, wil tes erbe, Dann ist des himmels reich- ich, Wann er nun kommt, nicht ach thum mein. ten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig nahn, Mein himmlisch kleinov zu empfah'n, Das jesus mir erworben. 8. Denk' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoff nung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht. 9. Denk an den tod, wenn freche glaubens und der tugend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erHöhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebbaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein trost im klagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. In eigener Melodie. oder: Wer nur den lieben gott 2c. 249. Wer weiß, wie nabe mi Die geht hin; es kommt der tod. Ach wie geschwind, ach, wie behende Kan kommen meine todesnoth! Mein gott ich bitt' durch christi blut, Mach nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war So lang' ich lebe auf der erden, Leb ich in steter tod'sgefahr. Mein gott 3. Herr! lehr mich stets ans end denken, Und laß mich, eh' ich sterba 21. Vom Tode. muß, Das heil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß'. Mein gott 2c. 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein gott 2. 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o gott, Mich fest an meinem heiland hangen: So überwind' ich leicht den tod. Mein gott 2c. Rel. Ermuntre dich, mein schwacher zc. 251. Wie ungewiß ist, berr! Der fahrt auf der erde! Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weist's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, Vom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. 2. Befrei mich, gott, von wahn und dunst, Von irdischen beschwerden, Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. 3. Hilf, daß aufs vorgesteckte ziel Mein auge stets sich kehre, Daß nicht der weltlust eitles spiel Mein schwaches herz bethöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, herr! in Mel. In allen meinen thaten: c. 250. Wie sanft sehn wir den zeiten Auf solchen weg mich leiten. frommen bald 4. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe: So mache mich mit ihm bekannt Vorher, noch eh' ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen seyn, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 6. Ach, vater! deck' all' meine sünde Mit dem verdienste christi zu, Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein gott 2c. 7. Nichts ist's, das mich von jesu scheide, Nichts, es sey leben oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schußz, mein alles in der noth. Mein gott 2c. 8. So komm mein end' heut oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Er ist's, der mich in allen sorgen, Er ist's, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. der erd' entnommen, Sich seinem ziele nahn! Wo sich des lebens freuden Vom frechen fünder scheiden, Da gehn des christen freuden an. 2. Er freut sich auf sein ende Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf. Gesichert vor verderben, Kann er nun fröhlich sterben. Nach einem wohl vollbrachten lauf. 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht fennt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des gottes, den er vater nennt. 111 um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue wegen, Erfüllt gott seine segen, Und weichet auch von diesen nie. 6. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt; Damit ich, als ein erbe Der seligkeit, auch sterbe So freudig, wie ein frommer stirbt. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, Und fried' und freude in dem schmerz. 5. Er segnet froh die seinen, Die 5. Gieb, daß ich dich mit frohem muth, Als meinen gott betrachte; Hingegen freunde, glück und gut Nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir angenehm, Ein schlaf mir seyn, und nichts von dem, Was du mir hier verliehen, Mein herz zur erde ziehen. 6. Laß des erlösers herrlichkeit Mit hoffnung mich erquicken, Und mitten in der dunkelheit Mich diesen trost erblicken. Dann nimm, herr! nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im reich der deinen' Wird neugebaut erscheinen. 112 Erste Abtheilung. genoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preis dir! Daß mir leiden stehen! Ewig will ich dich erhöhen! Mel. Mitten wir im leben sind ze. ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! alsdann werd' ich auch ganz befreit Von sünde und von erde. Freu' dich Innig, Meine feele, uns 253. Wir, der erbe pilger, find Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 252. Wie wird mir dann, mein erwähle Schon hienteden, Was dir dient zum ew'gen frieden. 2. Besiege denn des todes graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der Herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre macht, Eh' ich das flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen händen; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; So sey mein leben dir geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich obn' ende könne loben. 5. Wie wird mir dann, mein heiland, seyn, Wann ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von sünd' und leid, Ein mitumfangen. Ach! wer nimmt sich unser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich, herr, erzürnet hat. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Ja, herr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung! Da engeln gleich, Im him2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird uns dann Vor'm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine. Denn wegen unsers heilands tod Finden wir nun gnad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Sey von uns nicht ferne In der allerleßten noth; Erbarm dich unser! 3. Ach, wann uns in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? 3u bir allein, versöhner! Vergossen ist dein heilig's blut, Das g'nug für die fünde thut. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barm herziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch des rechten glaubens kraft; Erbarm dich unser! 22) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das zc. 254. Ich freue mich der frohen auf erstehen. Dann werd' ich in der herrlichkeit Dich, gott, mein heiland, sehen. Dann werd' auch ich, O herr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur ew'gen ruhe kommen. melreich Ich ewig werde leben, Mit herrlichkeit umgeben. 3. Der du die auferstehung bist, Du bist's, auf den ich traue! Ich weiß, Einst daß ich durch dich, herr christ, auferweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht Vor dein gericht, Wie die, dich verschmähten, Mit angst und schrecken treten. die 4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor dir, mein haupt, zu stehen, Und mit dir in die herrlichkeit Frohlockend 113 6. Dann werd' ich in hellem licht Seine große lieb' erkennen; Und wie freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 7. Was verweslich Deel. Christus, der ist mein leben ze. ch geh2 ohne beben 255. Teinen tode vin; Fleisch und blut kann gott nicht ſehen. " Irdisch wird mein leib gesä't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verwefet mein gebein; Dann wird's unverweslich seyn. 22 Von der Auferstehung der Todten. einzugeben. O hilf mir doch Aus gnaden noch Zum glück der ewigkeiten mich würdig zu bereiten. Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott; So geh' ich hin mit freuden, und sterb' auf sein gebot. 4. Ich hoff' ein beßres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. Nimm den staub hin; ohne grauen 9. Wo ist dein triumph, o tod? Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern jesum schauen. Dann wird schwachheit und verdruß Liegen unter unserm fuß. 10. Laß uns nur den geist erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns 256. Denn wer schon hier dem ergeb'n, Dem wir seiner sich will freun, Muß hier rein und heilig seyn. 5. Dann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh' entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie. resus, meine zuversicht, 8. Seyd getrost und hocherfreut! Jeſus kennt uns, seine glieder. Chri sten, wehrt der traurigkeit! Sterbt ihr, jesus ruft euch wieder. Dann verlassen wir die gruft, Wann uns gott aus solcher ruft. ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht mir auch für gedanken macht? 2. Jeſus, mein erlöſer, lebt, Und ich kann ihm sicher trauen, Daß er mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch des glaubens band Zu genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, Hat für mich auch überwunden. Er erstand! und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getrost 4. Ich bin staub und muß daher und unverzagt, Weil du den deinen Wiederum zu staube werden. Dieses zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. weiß ich, aber er Weckt mich wieder 3. Wird gleich mein leib des todes aus der erben, Daß ich in der herr- raub, Er wird doch wieder leben, Und lichkeit Bei ihm sey in ewigkeit. einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich ann Vor dir, mein heiland, stehen! 8 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum bessern leben; Und in diesem leib seh' ich meinen fesum ewiglich. Evang. luth. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 257. Mein beiland lebt; er macht todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des grabes nacht Zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben seyn, Und ihm will ich auch sterben. Erste Abtheilung. 114 Dann nimmst du mich mit ehren an; Läff'st in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, Hingegen herrlich, ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd' ich in deinem himmel reich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die hier der folgen, leben, Und ewig frei von schmerz und müh, Von 259. Warum erbebst du, meine Bei dem deiner Herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr, gegen jene freuden. 7. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft in dieser prüfungszeit Mein herz dahin erheben, Wo teine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz, So tröste felbst damit mein herz: Es kommt ein begres leben. ken an das grab? Nicht dich umſchließt einst seine höhle; Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie der verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen; Schwingst dich empor zu gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewun derst deines gottes macht In jener welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen einzu sehen, Des wissens trieb umsonst be gehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finster. niß wird licht. 4. Dann ach, den Wadie stimme, Des soberblicken, Den hier allein der glaub sieht; Den, der dich ewig zu be glücken, Für deine fünd' am freu verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wann nun der tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir ver einet, Wird er unsterblich, so wie du. O feele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht! Mel. Bachet auf, ruft uns die zc. 258. Machet auf, ruft einst 3. Ew'ges lob sey dir gesungen! Wir sind zum leben durchgedrungen! Am ziel sind wir beim großen lobn Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne hülle, Ihn, unsern freund und gottesföhn. Kein auge sabe sie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. In ewigkeit Sey dir gewetht, Herr! unser dank und lob und preis! nes gottes allmachtsstimme: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Wachet auf, erlöfte fünder! Versammelt euch, ihr gotteskinder! Der welten herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht Ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den berrn! Macht euch bereit Zur ewigkeit Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd' und meer und hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Shr versöhner kommt voll klarheit, Vor ihm ist gnade, treu' und wahrheit, Des glaubens lohn krönt ihren lauf. Licht ist um deinen thron Und leben, mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer zc. löser! dir, Dir folgen wir zu deines vaters herrlichkeit. Mel. Befiehl du deine wege 20. oder: Balet will ich dir geben 2c. 260. W enn einst in meinem grabe Des todes stille nacht Sch durchgeschlummert habe, So weckt mich jesu macht, Giebt die 115 sem leib aus staube Des himmels herrichkeit. Otrost! den mir der glaube Ah gottes wort verleiht! stehen, Die in dem keime war. Es wächset jede blume Aus ihrer saat hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felfen ruht, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrift beben, Sinkt er in tod und gruft: Ich kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 6. Kann gott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Es werden diese glieder, Wie saamen ausgesä't. Gott will: sie 3. Den beiden hier auf erden Warleben wieder; Der neue leib entsteht. 23. Vom jüngsten Gericht. dieser trost verdeckt, Daß wir dereinstens werden Aus tod und grab erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschattenUnd furcht der grabesnacht. 4. Des spötters kühnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sachen Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf; Ihm klarheit auch zu geben Durch seiner allmacht ruf. 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt gott ja alle jahr Die neue frucht entMel. Dewigteit, du donnerwort. 23) Vom jüngsten Gericht. 7 Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des toves here. Daß todte leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib erwacht? 261. der himmel thron, Als herrscher, eingenom men, Du wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wieder kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun. 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, Wann du auf lichten wolken einst mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen: Dann siebt die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 8. Die aus des grabes banden Gott eh'mals schon erweckt, Und jesum, der erstanden, Da er den tod geschmeckt, Betrachtet unser glaube, Und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem staube Zum leben einst der herr. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare heer Der todten wieder Dann zeigt that, rhöhter jeſu, gottes sobn! bösen schmach und pein, Den frommen aber führst du ein In das verheigne christ, Daß du der erden richter bist. 5. O gieb, wann dieser tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen freund Und treuen heiland finde; Daß ich mit freuden vor dir steb, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei von aller sünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd' ich dann so selig seyn! 6. Dein name fey mir ewig werth, Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müsſe hier auch schon mein geist Aus allen träften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. geben. Sie stehn durch dich, herr! neu 262. Er kommt, er kommt zum alle auf, keiner weltgericht, Der hei4. Du sammelft sie vor deinen thron, Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben. Dann trifft den land, den wir ehren: weigert euch, erlöste, nicht, Jeßt auf sein wort zu bören. Wer hier nicht seine stimme 8* Erste Abtheilung. 116 bört, Und sie nicht mit gehorsam ehrt, Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie berrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht jener tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Web bann mir in ewigkeit, Wenn 3. Da, wann vor dir die erde bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, ich deme gabe, Meine kräfte, meine was dir widerstrebt, Bird völlig beu- zeit Hier gemißbraucht habe! Weh gen müssen: Wann alle engel vor dir dann mir, Hab' ich hier Dein geschenk stehn: Da wird auch jedes auge sehn, verschwendet, Und nicht angewendet! Wie hoch dich gott erhoben. 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß verletzte! 4. Da werden, herr, auf dein geheiß Die tobten wieder leben; Dein feind mit furcht, dein freund mit preis Sich aus dem grab erheben; Und wer wird da, herr jesu christ, Daß du der Herr des lebens bist, Noch ferner leugnen können? 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft, Nur was gut ist, wäblen! Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täglich und auch beute, Zum gericht bereite. 5. Wer spottet dann noch deiner kraft, Wann du, die hier dich fliehen, Für ihre schuld zur rechenschaft mit 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furcht majestät wirst ziehen? Wie wird, wann bar in der nähe, O! dann ist es ſelten dich ihr aug' erblickt, Und sie dein strafzeit, Daß ich in mich gehe: Wann gerichte drückt, Der spötter heer verder tod Mir schon droht, O dann ist stummen! gewißlich Meine buße mißlich! 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede fünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde; Rufe du Dann mir zu: Alles ist ver geben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' auch ich im gericht Vor dir, herr, bestehen, Und vor deinem angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich seyn, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen Händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Gieb, daß ich dann, herr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist, Getrost entgegen sehe. Wann deiner feinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele! Bäterlich Führst du mich Auf des lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer kraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten Denn du willst vergelten. Mel. Ach herr! mich armen 2c. 264. Du richter aller welt! Das Dem thor sey's ein gedichte, schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen leh ren: Du haltest einst gericht. 2. dann Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. err, ich 263. Her ein ist auch vor deines armes kraft. Herr, alle 8. Daß ich dies glück erlangen mag, So laß in diesem leben, O heiland, deinen großen tag Mir stets vor augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, In deinem dienste treu zu seyn, Und so mein heil zu hoffen. mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm, Hast du mir's gegeben. menschenkinder Ziehst du zur rechenschaft. Du rufft, und sie erscheinen 23. Vom jüngsten Gericht. Vor deinem richterthron. Den sündern und den deinen Giebst du gerechten lohn. 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht. Nun triumphirt ihr hoffen; Erlös't von aller müh', Sehn sie den himmel offen, Und du, herr, segnest sie. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein fündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sündenknechten Ihr theil in jener pein, Und führest die gerechten Zu deinen freuden ein. 5. Drum laß, Herr, dein gerichte Mir stets vor augen seyn, Und drücke fein gewichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und hier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorhanden, Wird diese welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst mich dann zur rechten Von aller schuld befreit, Führst mich mit deinen knechten In deine 266. W ihr fünder! Erwacht! Mel. Wachet auf! ruft uns die sc. achet auf herrlichkeit. denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, tod und leben Wird der gerechte richMel. Es ist gewißlich an der zc. 265. Schon ist der tag von gott 117 der, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur höllen. Da trifft sie unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du herr, nimmst sie zu ehren an, Erklärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich), Das gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, engeln gleich, Ihr wohlseyn ausgebreitet. Das stückwerk wird vollkommenheit, Kein kummer, keine traurigkeit Stört forthin ihre freude. 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht, Wenn hier mich leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft Nach deinem wort zu wandeln. wer ter geben. auf erden wandelt, Sein loos aus got- zeit. tes händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des menschen sohn; Er kommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen, Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält, Wird feine bosheit fiegen; Hier ist zur buße nicht mehr frist, Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen; Die fünGerecht, gerecht ist gott, Er bört der frevler spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht, Er kommt gewiß und hält gericht. 2. Plößlich wird sein zorn entbrennen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr, seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die fünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gekrönt. 3. Send bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem Herzen zu empfangen, Denn plößlich bricht sein tag herein, Und der richter wird vom bösen Sein voll, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrei'n. Dann ist vollkomm'nes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt, 118 ihr frommen, Seyd stets bereit Auf diese zeit Und singt gott dank in ewigfeit. Erste Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer: c. 267. Wenn ich auf gottes wegen wanke, Und straucheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verKündigt; sein gericht Ist unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Der weg der tugend, den ich walle, Sey rauh und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich gott gefalle, Weil ich getreu und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine bulb Zur selbstverläugnung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer luft: Wohl mir, wenn ich bei allen plagen, mir keines frevels bin bewußt! Es kommt, es kommt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befrei't. 4. Denn jesus wird vom himmel kommen; Ich werd' ihn, meinen heiland, sehn, Ihn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab' auch auf erstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme hören: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehren; Nimm hin, was dir bereitet ist! Sey, treuer christ, den engeln gleich! Komm, erbe meines vaters reich! 6. Du hast in deinen armen brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm in meines leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Komm nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür. Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. oder: Lobsinget gott, und 2c. 268. Der freuden füll' iſt, gott, bei dir; Und in dem höhern leben Wird deine huld daraus auch mir zu voller g'nüge geben. Was mich mit reiner lust erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich ohn' ende mehret. 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb', und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Be trübte sehn, und nicht erfreun? erbarmen Nie menschenfreundlich sich 8. Dort, dort trifft den, der ohn' beweist; Der, fühllos bei der noth der armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. 9. Fühllose( wird der richter sagen), Verschlossen habt ihr eure hand, Verachtet eurer brüder klagen: Entweicht; ich hab' euch nie erkannt! Wer mich bekennt, und doch nie sucht, Was menschen froh macht, sey verflucht! 10. So wirst du jede sünde richten, Die nicht bereu't ist; wenn du einst Den übertretern ihrer pflichten In deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme mur bestehn; Wer lasterbaft blieb, wird vergehn. 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten werke, Bewährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, gott, erfreun. 24) Von der Ewigkeit. ich dann Auf ewig dein erbarmen an, Das mich zum himmel führte. 3. Wann mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann er dein unumschränkt gebiet Noch heller überschauet: Gott, welche wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden! 2. Dich lern' ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, Und mit vollkommner zuversicht Dich meinen 4. Noch größre werke seh ich dann Von deiner schöpfersgüte, Als ich auf erden sehen kann, Und mein entzückt vater nennen. Mit hoher freude bet'| gemüthe Verliert voll dank und freude 24. Von der Ewigkeit. 119 sich In deiner herrlichkeit, die ich In| merkt, wie oft er fehle? Doch einst vollem glanz erblicke. werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig seyn. Dies tröstet meine seele. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als hier, verstehen; Dir danken, daß du mich den pfad Der tugend hießest gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glück der ewigkeit So väterlich bereitet. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage; Wenn sie in mir die sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das kurze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, Und was dein wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. O welche quelle reiner lust, Sich keiner sünde mehr bewußt, In allem richtig handeln! 7. Mein leib, aufs herrlichste verklärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der hohen wonne theil, Die meinen geist entzücket. 8. Den heiland, den ich hier geliebt, Seh' ich dort, mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein herr, mein freund, Durch den Mel. Wer nur den lieben gott it. ich, gott, mit dir vereint, Stets neue 270. Es ist noch eine ruh' vorschmecke. jeden gott 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen zugesellt, In reinster freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner brust Mein ganzes herz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. Ich schöpfe d'raus, doch bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel, Wenn mein stündiein c. 269. in fremdling bin ich in welt, meine tage: So manche noth, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur klage. Doch, vater, jene seligkeit Verfüßt mir meine pilgrimszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb ich froh; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem Herzen. Es stärke mich die seligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sey in meinem tod mein heil Und einst mein längst gewünschtes theil, Wenn ich vom tod erwache. 2. Jetzt, da die sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange seele; Wie bald ist nicht mein herz berückt! Wer ergeb'nen geist, Wenn er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als bier auf erden, lebt und denkt. 2. Die, herr, zu dieser ruhe kommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Ruh'n sie von dieses lebens müh'. Nach aller laft, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 3. Wie mütter thre kinder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. 4. Da schweigen alle ihre klagen; Da bringt mit frohem lobgesang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele frohen dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der herr hat alles wohl gemacht! 5. Forthin bekümmert sie kein letden, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den höch 120 Erste Abtheilung. A sten freuden, Und krönet sie mit preis| neu besungen. Völlig Giebt sich Den und ehr. O unaussprechlich süße ruh! erlösten, Sie zu trösten, Der zu kenWie herrlich, herr, beglückest du! nen, Den sie hier schon vater nennen. 6. Wer kann hier deine gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgiebt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit. 5. Vor seinem antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ihrer brust Und ihre tauſendfache lust Kein feindliches gemütbe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Find' ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln, Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. O, ein umgang voller segen! 7. Da komm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um dessen thron Viel tausend fel'ge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd' ich da, herr jesu christ, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden Nichts mich scheiden, Die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden Der leiden joch getragen hast; Will ich des lebens müde werden, Und fühl ich meiner bürde last; So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die gottes volt verheißen ist, Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gewiß vollkommne seligkeit. 271. Me Mel. Wie schön leuchtet der zc. Dein ganzer geist, gott, wird entzückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du da hast verbreitet. Mächtig Fühl ich mich getrieben, Dich zu lieben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort bet dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Dort ist nur vollkomm'nes leben. 3. Kein tod ist da mehr und tein 272. Nach einer prüfung kurzer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage In himmlische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugendfleiß, Dort aber reichst du uns den preis. grab, Dort wischest du die thränen ab Von deiner kinder wangen. Da ist kein leid mehr, kein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern heiligthum Erschallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie 8. Wie selig werd' ich da erst seyn! Wie sicher werd ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jesu! berr der herrlichkeit! Du hast dies glück auch mir bereit't, Hilf mir es auch erringen! Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, Daß ich dort dein erbe werde! Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen sel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh' Nimmt in der seele ab und zu. 24. Von der Ewigkeit. 121 Der retter einer seele seyn! 3. Bald stören ihn des körpers O gott, wie muß dies glück erfreun, schmerzen, Bald das geräusche dieser welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt; Hier könMel. traurigkeit, o herzeleid 2c. nen wir nic frei von vein, Nie frei 273. D schrecklichs leid Der von aller schwachheit seyn. ewigkeit, 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; Dich, gott der liebe, werd' ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt seyn; Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter sinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel ſah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und dank Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, beilig, beilig singen Dem, der für mich geopfert ward; und aller himmel sel'ges heer Jauchzt ihm einstimmig preis und ehr'. 9. Da werd' ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 12. Was seyd ihr, leiden dieſer erden, Doch gegen jene herrlichkeit, Die an uns offenbar soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! 10. Da werd' ich dankvoll dem begegnen, Der gottes weg mich gehen hieß, Ihn mit entzückter rührung segnen, Daß er mir ihn so treulich wies; Da find' ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu bessern waren. 2. Durch ihre schuld Von gottes huld Und angesicht geschieden, Sehn sie nimmermehr das licht, Haben nimmer frieden. 3. In dieser welt Zum ort bestellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erden. 4. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr gemüth zerstreuen. 5. In jener welt, Die nichts entbält Für sie an guten gaben. Auch ein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben; 6. Und wo forthin Ihr böser sinn Umsonst zerstreuung suchet; Da, da fühlen sie sich nun Von dem Herrn verfluchet. 7. Ihr wurm, der nagt Und sie zerplagt, Stirbt nimmer im gewissen; Nie verlischt des feuers brand, Den sie leiden müssen. 8. So draut der herr; Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein dräuen. Wehe denen, welche doch Sein gericht nicht scheuen. 9. O gott des heils! Wir unsers theils Verehren dich im glauben, Laß den troft der beff'ren welt Keinen feind uns rauben! 10. O rette doch Auch fünder noch, Die jetzt dir widerstreben! Laß sie recht zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben! Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. 11. Da ruft( o möchte gott es geben!) Vielleicht auch mir ein sel'ger zu:" Heil ſey bir! denn du hast mein 274. O wie unaussprechlich selig Werden wir im leben, Die seele mir gerettet, du!"| himmel seyn! Da, da ernten wir un 122 zählig Unsers glaubens früchte ein. Da wird, ohne leid und zähren, Unsfer leben ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den from men Dort für glück bereitet hast, Noch in feines Herz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue wunder deiner güte Werden da ihr glück erhöhn. Mit erstaunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sey überschwänglich, Und das gute unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiten, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem kreuze starb. 5. Da wird deiner finder menge Ein herz, eine seele seyn; Liebe, dank und lobgesänge Dir, erhabenster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. Erste Abtheilung. 6. wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu seyn, Wo, nach kummer, noth und tbränen, Ew'ge güter uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser Flagelied in psalmen, Unfre angst in lust verkehrt, Die forthin kein kummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sey, Ist's doch nie ganz von beschwerden, Sor gen, furcht und kummer frei. Schnell folgt hier auf luft oft weinen; Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. 8. Sey, o seele, hocherfreuet Ueber das erhabne glück, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner hoffnung blick Oft nach jener stadt der frommen, Mit dem ernst, dahin zu kommen. Trachte, we du hier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. D so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. Met. Wer nur den lieben gott 20. 275. Mie wohl thust du, mein gott, den deinen! führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und weinen Mir nur ein dunkles traumbild seyn. Da wird auf leicht verschmerzte pein Vollkommne wonne mich erfreun. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn! Da sind ich aller wünsche fülle; Was ich gehofft, das schau ich nun; Ja, über alle Hoffnung weit Empfind' ich da glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die woune, Die den erlösten geist entzückt, Wenn deiner herrlichkeit erblickt. Und so, er nun dich, der deinen sonne, In mein heiland, seh ich dich, Und freue dein auf ewig mich, 4. Da komm ich zu den edlen seelen, Die nun, durch höh'res licht verklärt, Sich gottes führungen erzählen; Der sie durch prüfungen bewährt, wundervoll nach seinem rath Zum ew'gen glück erhoben hat. Und 5. Nie geht ein frevler, ein empörer Ins reich der sel'gen geister ein; Kein schadenfroher friedenstörer, Kein menschenfeind wird da mehr seyn, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da seyn, wo klarheit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahr. heit Des himmels bürgerschaft vereint, Und wo du dich, herr jesu christ, Verklärt uns zeigest, wie du bist. 7. Zur hoffnung solcher feligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich vollbereiten; Drum. schaff ein reines Herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele seyn. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1) Von der Buße und Bekehrung. mel. Jesu, meines Lebens leben 2c. 276. Ad, wann werd' ich von der fünde, Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen; Ach, zu oft noch regt sie sich, Und versucht zum bösen mich! dista 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo mein geist die wahrheit hört, Hab' ich oft das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Habe auch gar sehr hienieden, Mir gewünscht den innern frieden, Und ein herz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir treu zu seyn, Und mit wachsamem gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt' ich da mein leben Dir, mein gott, zum dienst ergeben, Aller sünde widerstehn, Standhaft deine wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empöret Sich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt und störet, Was ich sonst so gut bedacht. Plößliche versuchungszeiten, Beispiel, reiz der eitelfeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ist's, was zum fall mich bringt. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft schmerzvolle reue Und so oft doch fruchtlos quält! Ach! wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit? 6. Du verzeihst, gott, die gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht schwachheit wirst du rächen; Bösen 123 vorsag strafst du nur. Hätt' ich nicht den trost, ich würde Unter meiner fehler bürde Ganz erliegen, und mich dein, höchstes gut, nie können freun. 7. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich oft so schwach; O, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei Und von bosheit ferne sey. 8. Wenn ich wanke, laß mich's merken; Laß mich streben fest zu stebn; Eile, mich, dein kind, zu stärken; Lehre selbst mich sicher gehn; Warne mich; sey mein begleiter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit. Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. ch, wider dich, mein gott, hab' ich gesündigt! O laß die gnade, die dein sohn verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Er selbst hat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die fünden, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 3. O schaff' in mir, gott, eine reine seele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe, gieb den geift 124 der freuden, Damit er, weil ich keine fraft besize, Mich unterstüße. Zweite Abtheilung. 6. Mit neuer treue will ich dich verehren; Ich will die fünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 7. O böre, gott, erbarmend auf mein fleben. Wie solltest du ein reuend herz verschmäben, Das deine huld im guzten ernstlich suchet, Der fünde glauben fluchet? Du 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. Befannte Melodie. 278. Allein audir, berr jefu christ, Steht mein vertraun auf erden. Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen belfen kann. Dich ruf ich an: Du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch nehm' dich als den þeiland an, der auch genug für mich gethan, Dann werd' ich los der sündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit, Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, zu jedem guten werke; Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kömmt die letzte stund' heran, So stärk mich dann, Daß ich mich dein getrösten kann. 4. Lob sey gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, seinem sohn, Der uns schafft heil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben seyn, Daß wir uns dein, Und deines heiles ewig freun. 279. A gebeugtem berzen, Ruf Mel. Herzliebster jesu, was haft 20. einem vor dir ich zu dir in meinen fündenschmerzen: mache mich, gott, meines fummers ledig, Und sey mir gnädig. meine sünden; Laß, vater, mich er 2. Beschämt erkenn' und fühl ich barmung vor dir finden. Willst du wird beteben übertretung ſeben, Wer 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? 4. Verzeihe mir, herr, alle meine fehle; Dein barret, vater, meine müde feele; Laß troft und ruh, um des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Von einem tag bis an den andern morgen, Hoff' ich auf dich; o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz auf gottes gnade! Viel größer ist sie als dich von allem bösen Herrlich erlöſen. dein seelenschade; Und endlich wird sie Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. err, an 280. Herfündigt: Dein ge rechter urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt Jedem übelthäter fluch. Und was kann vor deinen schrecken, Richter aller welt, mich decken? 2. Kann ich deinem arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flich' in deine hände; Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat kein ende; Wer ist gnädiger, als du? Du bist gott und kannst vergeben; Ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine sündenschulden, Ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär, müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken, 1. Von der Buße und Bekehrung. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet nicht bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in zähren, Fänd' ich darum doch nicht ruh. Können eines sünders thränen Dich, o heiliger, versöhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth; Dein verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff' ein reines Herz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, Zich mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. Von ihm vergebung zu empfahn Und kraft zum neuen leben. 2. Wie drückt mich meiner fünden last! Nimm du sie mir vom herzen, Der du auch mich versöhnet hast Am kreuz mit todesschmerzen; Daß nicht mein Herz vor angst und weh Bei der empfindung ganz vergeh, Wie sehr ich mich verschuldet. 8. Stärk' auch mit deinem freudengeist Mich in den letzten stunden, Wenn sich mein geist der erd' entreißt, Von sünden ganz entbunden, Und nimm mich so, wenn dirs gefällt, In wah281. Herr jefu christ, bu böch. rem glauben aus der welt, Zu deiIn eigner bekannter Melodie. nen auserwählten. stes gut, Du zuflucht der erlösten! Ich komme mit gebeugtem muth Zu dir, mich dein zu trösten; 3. Denn, denke ich mit ernst zurück An mein geführtes leben, An das durch sünd' verscherzte glück, Was kann mir da trost geben? Doch sind ich ihn bei dir allein, Und brauche nicht trostlos zu seyn, Weil ich dein wort nun habe. 4. Dies ewig theure wort verspricht Ja allen gnad' und leben, Die sich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, Und nun vom sündenjoch befreit, mit ganzer herzenswilligkeit Treu deine wege wandeln. 125 sie auf euch und faßt Die hoffnung, ruh' zu finden. 5. Du rufst ja sündern selbsten zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff' euch ruh' Und richt' euch auf rom falle; Mein joch ist sanft, leicht meine last, Nehmt willig 6. Drum komm ich, herr, auf dein gebot, Erfüllt mit haß der fünden, und hoff', in meiner feelemnoth, Bei dir auch trost zu finden: Erbarme dich doch über mich; Vergieb mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch seyn bereit, Herr, deines vaters willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich gehorche und fortan Nur dir zu ehren lebe. Mel. Jesu, deine tiefe wunden 2c. 282. e güte, Die du mir bisher erzeigt: D so wird mein ganz gemüthe Zu der tiefsten schaam gebeugt, Daß ich dich gering geschäßt, Häufig dein gebot verlegt, Und dich, der mich so geliebet, Doch mit fün den oft betrübet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glieder, sind ja dein, Und sie sollten zum geschäfte Deines dienstes fertig seyn; Doch hab' ich der eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht: Ja zum schnöden dienst der fünden Ließ ich mich oft willig finden. Ueber mir, o vater, neu. Von wie 3. Deine huld war jeden morgen mein herze frei. Was mir nützte, gabst manchen schweren sorgen machtest du du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? O wie hab' ich, so vermessen, Deiner langmath zweck vergessen! 4. Bei so hellem licht der gnaden Sollt' ich ja die fünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner ſeele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstecken. 126 und Zweite Abtheilung. 5. Ich bereue meine sünden, Beuge| gott, der gern vergiebt, Und lieber mich, mein gott, vor dir. Laß mich segnet, als betrübt. bei dir gnade finden, Neige deine huld zu mir; Ach vergieb, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom fündenpfade Auf den sel'gen weg der gnade! 6. Sprich dann zu mir: dir ist vergeben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So sprich du träft'ger, als mein herz. Dein gnadenwort mach' alles gut Und schenke selbst zur beßrung muth. 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die fünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner feele Den entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mirs an kraft nicht fehle, Mel. Jesu, meines lebens leben 2c. Kolgfam deinem wort zu seyn. Stehe 284. Ich erhebe mein gemüthe mein mir stets mächtig bet, mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein herzliches bestreben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 283. charmer mensch, o herr, vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geh' mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade wiederfährt. 7. Ich zweifle nicht: ich bin erhöret; Mein glaube sagt mir, daß ich's hin. Der trost, der sich im herzen mehret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigst mich. 2. Um trost ist meiner seele bange; Die last gehäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Bon dir, mein gott, entfernet hat. Weß tröst ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, barmherzigster? 3. Soll ich an deiner huld verzagen, Ich, dein geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuver sicht. Du, gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem verderben hin. gott, zu dir. Ich verehre deine güte; wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Keiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 3. Ach, gedenke an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh' nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, vater, ja verzeihen: O so höre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des fünders leben, Seine seele ist dir werth; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem fündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst zu nicht. 4. Du siehst die folgen meiner fünden; Und denk' ich: wer vertilget die? 5. Du erquickest die elenden, Deren So läsfest du mich ruhe finden, Und herz sich dir ergiebt, Die sich flehend sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schen- zu dir wenden, Ueber ihre schuld be kest mir an jesu heil, Zur stillung trübt. Freude schenket deine gute Dem meiner unruh, theil. geängsteten gemüthe, Welchem bu bie 5. Auch mir hat er dies glück erwor- sündenlast Liebreich abgenommen hast. ben, Getroft zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, dem 2. Lehre mich, herr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Leite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du in jener bessern welt Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und 1. Von der Buße und Bekehrung. 127 glauben hält, Offenbarst du allen see-| ner werth zu seyn, Im glauben nich len, Die zu ihrem theil dich wählen, Deinen theuern gnadenbund Machst du deinen kindern kund. bestrebe. Wenn ich das gute tu Das mir dein wort gebeut: So der ich stets felbst Und meiner feit 3. So süß ein laster ist, So giest doch keinen frieden. Der tugend nu allein Hast du dies glück beschieden. Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Verläßt sein eignes heil. 4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist, Befiehlst du, es zu hassen. Was säum' ich länger noch, Der tu7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu seyn meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der sünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. Mel. Herzliebster jesu, was hest zc. 285. h ch Wer großer güte, Zu dir, mit heilsbegierigem gemüthe. hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Du gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch ge schenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur bess'rung haben. 3. Wenn sich der fünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glaubige gesinnung ehret: So willst du seiner sünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinetwillen soll ich meiner sünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reue, Mit der ich bess'rung dir gelob' aufs neue; Sie wirst du, der du in das Herz kannst sehen, Gott, nicht verschmähen. 6. Stärk, mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzuziehen; Mit heil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Beständig treue. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 286. Laß mich doch, o mein gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort gebeut; Wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre besserung nicht meiner seele glück? O warum säum ich denn Noch einen augenblick? 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, deiglücklich macht, Befichlst du sie allein. 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr zu dauerhaften freuden; Macht meine seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre rub, Und muth zu meiner pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes berz bekämpfen; Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Je stärker wird der hang ,, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, Dein feind, o herr, zu seyn, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheun? 8. Du reichst ja träfte dar, Uns selber zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du gott, mir nah, Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig augenblicken. Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein bier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. 128 Mel. Schwing' dich auf zu deinem 2c. Zweite Abtheilung. Willst, daß ich redlich handeln soll Zu Lichfter vater, ich, dein meinem und des nächsten wohl. 4. Und doch verlegt ich diese pflicht, Und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Das siehest du, und wie's entbrennt, zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum christ, Daß sie auch mir verliehen ist. Falle vor dir d. Du weißt, was mein herz Pfind't: O erbarm' dich wieder! oß ist meine sündenschuld, Die ch innigst reuet, Größer deine vahuld, Die mich noch erfreuet. 2. 3war ich bins nicht werth, zu Kindlich aufzusehen; Doch du ibst ein vater mir, Du vernimmst ein flehen; Kennst mein herz, ernunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich Noch um christi willen. 3. Du bist meine zuversicht; Obne dich ist's keiner; Mich, voll reu, verwirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben! Sein erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der sünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. " 5. Preis sey dem allgütigen, Der mein seufzen kennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, feele, vor dem Herrn, Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd kind, Noch aus schwachbeit fehle: So gedenkst du, der du weißt, Mel. Wenn mein stündlein 2c. Daß mein herz dich ehret, Meiner 289. O vater der barmher wiederkehret. zigkeit, falle dir zu füße, Und thu' noch in der gnadenzeit Von ganzem Herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir Nach Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 288. Nach dir verlanget mich, 8. Doch nie entfall' es meinem sinn, Daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner hand: Dies wird die große frage seyn, Bricht dein entscheidungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott ge weiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter fordert's schon alsdann. hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? Gott, meine großen 2. Ach, mein erbarmer, rechne du Mir meine missethat nicht zu! Sie reuet, gott, sie reuet mich, Und meine feele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot! Du willst, ich soll dich lieben, gott; 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, water, ich bin schwach. Mein trost sey mein vertraun auf dich, Und redlichkeit behüte mich. 2. Du geber wahrer seelenruh', Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der heiligung, Daß ich in meiner besserung Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du haft aus freier Huld auch mich Erlöst zum 1. Von der Buße und Bekehrung. ew'gen leben. Mein seligmacher und mein gott, Erbarm dich meiner seelennoth, Und gieb mir deinen frieden. 4. Für fünder floß dein theures blut Zur rettung vom verderben: So fomm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es halte von verschuldungen, Der reichthum der erbarmungen Des böchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der feelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich ans weltgericht, Wenn ja mein herz will wanken; Damit ich jedes laster flich, Und ehrsucht, geiz und wollust nie Mein herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden! Laß meine feele troft bei dir, Du gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der tod, Mich doch zum leben führe. 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, Sondern träg' und lässig seyn, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelft die himmelskrone. 129 die pflicht zur freude machen; Unablässig sich bemühn, Selbst beim spott und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 6. Drum entreißet euch den lüsten, Wenn ihr noch gefesselt seyd, Und beweiset euch als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten sünde nicht, Wär' es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Zittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich seinen beistand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh' nicht mit mir armen in's gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. Mel. Jefu, deine tiefen wunden. 290. chaffet, schaffet, men schenkinder, Schaffet eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre sünder, Auf die ungewisse zeit; Unverweilt bekehret euch, Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erden Heilig, selig dort zu werden. 2. Duch, soll dieses recht geschehen, So müßt ihr mit Aller sünde widerstehen, Nur was gott, das höchste guth, Von euch fordert, muß allein Eures lebens richtschnur seyn, Wenns gleich eurem schwachen herzen Freude dünket oder schmerzen. vom schlafe! Nahe ist die ewigkeit, Nahe lohn und strafe. Hör', gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hören, Und dich zu bekehren. 3. Selig, wer durch glauben kämpfet! Selig, wer im kampf besteht, Wer der inde lüste dämpfet, Standhaft ihren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach; 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, So könnt ihr den himmel erben, Fröh- Unter fündenfreuden, Deines lebens lich leben, rubig sterben. 2. Noch weckt der posaunen schall Nicht die tooten alle; Noch bebt nicht der erdenball, Nahe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes ruf: zur erden Sollst du wieder werden. legte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein herz, Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen, Wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlit fich Jede sünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 9 5. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die versuchung weislich fliehn; Sich Evangel, luth. 8. Gieb zum wollen das vollbringen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst bezwingen, Und verleih beständigkeit! Zeige mir von deinem thron Den verheißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum himmel dringe. Mel. Mache dich, mein geist 2c. 291. Gichrer mensch, noch ist es zeit, 130 5. Nah' dem untergang, wirst du, An des grabes stufen, Bang um troft und Dann rufen: Rette, gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich von dem verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ew'gen gnade. Eil' ihr zu, Daß du ruh Für dein herz empfindest, Und vergebung findest. Zweite Abtheilung. Mel. Vater unser im himmelreich. 292. wahr ich lebe, spricht mein nicht lieb des fünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr'; Sich beßre in der gnadenzeit, Und mit mir leb' in ewigkeit. 2. O sünder, drum verzage nicht, Bedenk' es, was gott selbst verspricht, Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugesaget hat. Und er besiegelt's mit dem eid, Sey nur zur besserung bereit! 3. Hür dich dabei vor sicherheit, Denk nicht: zur buß' ist's immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: gott. ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch fündigst du auf gnade bin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein beil, So nimmst du nie am himmel theil. 5. Um christi willen hat zwar gott Verheißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir künd; Verborgen ist die todesstund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, Ist morgen krank, vielleicht auch todt. Stirbst du nun ohne bess'rung bin, Wie willst du denn der höll' entfliehn? 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir, Daß ich jest komme gleich zu dir, Und mich bekehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt: Damit ich heut' und jederzeit Zu meinem hingang sey bereit. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 293. Wie theuer, gott, ift deine güte, Die alle missethat vergiebt, So bald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernst lich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß ſie mir recht wichtig sey; Daß 3. 3war deine ghade zu verdienen, Sind reu und bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erkühdir versöhnt zu nen zu glauben, seyn, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld auf schul den häuft! Der kann kein herz zu jesu fassen, Der zwar auf sein verdienst sich steift, Doch in der sünde noch be harrt, Dafür er aufgeopfert ward. 5. Drum fall' ich dir, mein gott, zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwundt ge wissen Mit trost aus deiner vaterhuld. Ich will mit ernst die fünden scheun, Und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschenket sey Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu Herr, in der liebe gegen dich! Si dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner ehre leben Der du die missethat vergiebst! Das Dai hassen, was du mir vergeben, lieben, was du selber liebst. Laß vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel seyn. Bekannte Melodie. 294. Wenn ich beschwerd soll flichen hin bin Von dem gefühl der sünden? W soll ich rettung finden? Wer wird sic mein erbarmen? Wer schaffet trof mir armen? 1. Von der Buße und Bekehrung. 131 2. O, mein herr jesu, du Rufft| gute gabe, Die ich noch nöthig habe. auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Du wirst mich unterstüßen, Und in gemüthe Flich ich zu deiner güte; Du versuchung schützen. hilfft beladnen seelen, Die dich zum helfer wählen. 3. Ich traue froh auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von sünden, Läss'st mich den frieden finden, Den der hat, der dich liebet, Und den die welt nicht giebet. 4. Wie groß die sünde sey, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl' ich neues leben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir Kommt jede Bußtagen. schüß' uns, nicht ihr raub zu seyn; Laß 295. land dein, D laß sicherheit das land erfreun. Herr, unser Und sicherheit das land erfreun! 4. Sohn gottes, der zur erde kam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, Um gott uns zu verföhnen; Der durch den tod ins leben drang, Sich dann zur rechten gottes schwang, Wo ehr' und preis dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärk' uns in unsrer prüfung lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Im tod, im grab, im weltgericht. b. An öffentlichen Mel. Herzlich lieb hab' ich dith zc. u gott, der unsre zu 6. Wie unerschrocken ruht Das Herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg' ich nur deiner lehre. 7. Darum verlaß ich mich, O jesu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, deß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden: So leb' ich dir, und erbe Den himmel, wann ich sterbe. mittler, jesu christ, Gott, heil'ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein angesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld, Du gott der langmuth und geduld! Und merk auf unser heißes flehn, Daß wir dein beil, erbarmer, sehn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, Und geb' mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieh, wir kehren voller reu Zurück zu dir; o laß aufs neu Uns deine rechte faffen! Laß sie uns leiten auf den pfad, Den dein befehl geheiligt hat; Daß irrthum und versuchung nie Uns auf die bahn des lasters zieh. Herr, unser gott! Vor ungeduld, Vor aller schuld Behür' uns deine vaterhuld. 3. Dein antlig leucht' auf unser land; Ringsum bedeckt von deiner hand, Laß es der ruh genießen! Wend' ab von uns, mit deiner hut, Der flammen grimm, den zorn der fluth, Des krieges blutvergießen. Sey rettend mit uns, wenn die noth Des mangels und der seuchen droht, Und 5. Schüß' uns vor irrthum und gefahr; Erhalte deiner frommen schaar Der eintracht glück und segen! Uns leite, gott, dein guter geist, Und was dein wort verspricht und heißt, Sey licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr' und wandel rein Die diener veines wortes seyn, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irrenden zurück. Herr, unser gott! Breit' aus. dein wort An jedem ort, Gieb geist und kraft zu deinem wort. 6. Auch die regenten lenke du, Dağ sie durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben; Dem fürsten, 9* Zweite Abtheilung. 132 der uns schützt und liebt, Gieb, der in ihm so viel uns giebt, Das beste spät'ste leben! Noch lange sey sein vaterblick Uns, seinen kindern, schuß und glück; O! schütt' auf ihn, und 8. Du thust weit mehr, als wir auf sein haus, Und seine räthe seg- verstehn, Kannst mehr gewähren, als nung aus! Herr, unser gott! In wir flehn; Laß uns erhörung finden! deiner hand Ist unser land; Beglück! neig' auf unser flehn dein ohr, es, segne jeden stand. Vereitle der verfolger rath, Und lehre sie den rechten pfad. Herr, unser gott! Durch alles leid Der pilgerzeit Führ' uns zu deiner herrlichkeit. 7. Vernimm der leidenden gebet; Wer in gefahr und noth dir fleht, Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb kranken linderung und ruh; Die sterbenden erlöse du, Erhör' ihr christlich beten! Sey aller unterdrückten heil, Der witwen und der waisen theil; uns, leit' uns väterlich! Heb' unser Herz zu dir empor, Und mach uns rein von sünden. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, Im leben und im tode dein; Wir sind durch christi blut erlöst; O du, der fünder nicht verstößt, Herr, unser gott; Erbarme dich, Erbarme dich! Vergieb c. Nach geschehener Bekehrung. 4. Selbst konnte ich dich wohl Beleidigen mit sünden; Doch konnt' ich ohne dich Den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht von meinem fall aufstehn. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 5. Du hast mich aufgericht't, Und 296. ich mir weg nun dank, O herr, dir da- wandeln soll; Dafür sey, herr, gefür sagen, Daß du mich mit geduld So priesen! Sey hochgelobt, daß ich Die lange zeit getragen: Da ich in großer alten fünden hass'; Und das, was dir fünd' Und übertretung lag, Und dich, mißfällt, Nun willig unterlaß. o heil'ger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb' und huld Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und widerstrebte dir; Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gieb mir deinen geist, So lang' ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk', Und in mir mächtig sey, Auch mein gemüthe stets zu deinem dienst erneu. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Verdank' ich deiner gnade; Du, du riefft mich zurück Von des verderbens pfade. Durch deine gut' und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein har tes herz Gerühret und erweicht. mid 2) Vom Glauben und In voriger Melodic. 297. Herr, allerhöchster gott! Bei dem wir gaben, Und was uns nüßlich ist, Getrost zu suchen haben: O sieh erbarmend 7. Ach leit' und führe mich, So lang' ich leb' auf erden; Laß mich nicht, ohne dich, Durch mich geführet werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich leicht verführt; Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 8. D gott, du großer gott! O vater, hör' mein flehen! Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege gehen; Regier', o heil'ger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit, seinen nächsten Folgen. mich In meiner schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht ver2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 133 di zweifelsucht Mir alle Hoffnung| daß ich dir im glück Und unglück stets ruben. Wer macht das Herz gewiß, getreu, Und dem, was du gebeutst, Als du, o herr, allein? Laß deine Von herzen folgsam sey. hülfe doch Von mir nicht ferne seyn. 3. O reiche du mir selbst Aus gnaden deine Hände! Mach, daß dein gutter geist Sein werk in mir vollende. Ist schon, dem senfforn gleich, Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum seyn. 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Ihn meinen Herrn und gott, In geist und wahrheit nenne; Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund und that Als meinen heiland ehrt. 4. Gieb, daß sich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater seyst, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeben sey: Damit mein herz sich dein, Als seines gottes freu. 5. Sein göttliches verdienst Sey mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier Vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit kraft, zu deines namens ruhm, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch herrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd' ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schaun Und du erfüllst dann ganz Mein kindliches vertraun. 5. Mach diese zuversicht In mir o gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In deinem dienst geschäftig, Und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt: So hab' ich, schon in dir, Den himmel auf der welt. 6. Mein Heiland! der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie Mel. Kommt Her zu mir, spricht 20. wanketen, Beim vater fie vertrateft: 299. Jh boff, o gott, mit fe ch stem muth deine Ach, unterstüß' auch mein sehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum flebt. 7. In deiner mittlershand Ist heil und aller segen. Herr, unterstüße mich Auf allen meinen wegen! So geb' ich freudig fort, In dieser pilgerzeit, Zu meines glaubens ziel, Der seelen seligkeit. gnad' und christi blut; Ich hoff' ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeiht, Hast mir das recht zur seligkeit Durch deinen sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem Himmel haben! Im herzen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert seyn Bon deines geistes gaben! 298. He, the old vor dir keit, Wirtt göttliche zufriedenheit, 3. Dein das wort der err, ohne glauben kann bestehen; Drum, wend' ich mich zu Wenn wir es treu bewahren: Es dir Mit demuthsvollem flehen; Ospricht uns trost im elend zu, Verzünde selbst in mir Den wahren glau- süßet uns des lebens ruh, Und stärkt ben an, In welchem ich allein Dir uns in gefahren. wohlgefallen kann. In voriger Melodie. 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. 2. Laß mich, gott, daß du seyst, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das wort Aus meinem herzen rauben: Daß du dem, der dich fucht, Stets ein vergelter seyst, Und hier und ewig ihn Mit deinem heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein wort. Gieb, 300. I tu dir! Erbarmend Mel. Herzlich lieb hab ich dich 20. Ich komme, daß ich darauf traue, Und meine hoffnung fest Auf deine treue bane; Gieb, rufst du ja auch mir, Den frieden zu Zweite Abtheilung. 134 empfangen. Die sündenlast ist mir zu schwer: O laß mein herz von trost nicht leer, Laß es zur ruh gelangen! Die jedem tief gebeugten geist Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von sünden rein? Herr jesu christ, Mein trost, mein licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich flehen nicht. 2. Anbetend steh' ich, herr, vor dir; Dein antlig neige du zu mir. Und sey mir sünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am kreuz gelitten hast, Du trügst auch meiner fünden last, Als du zum heil der fünder starbst, Und ihnen gottes huld erwarbst. Herr jesu christ, Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den trost, begnadigter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich kann ich der straf' entgehn, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an seinem segen theil! Er schaff' auch mir beruhigung, Und wahre lebensbesserung. Herr jesu christ! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes leben preise dich! Erlöst, mein mittler, bast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts; Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals deine hand; Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein Herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod. einer bessern welt, Leb' ich bier ny im glauben; Dort schau' ich, wa ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu händen. Mel. Sey lob und chr' dem zc. ober: Zobsinget gott, und 2c. Ich weiß, an wen mein 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und berrlich ist die krone. Das glück der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du hast für mich den tov geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 3. O berr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein kleinod zu; Du schaffst mir nach dem streite rub, Und reichst mir meine krone. 4. Herr, lenke meines geistes blid Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze zeit, Im himmel sey mein wandel. 5. Jeßt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wann mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seh ich's flar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des himmels freuden. 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde sie, o seele! Von lust der erde unentweiht, Erhebe gott, o feele! Der erde glänzend glück vergebt, Nur 301. alle feind soll mir ihn rauben; Als bürger ewigkeiten. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. 302. J ch weiß und bins gewiß, 303. Gleich alles wider mich: Mel. Befiehl du deine wege it. gott so trete daß ich Erlöst bin, gottes schn, durch dich Vom schnöden dienst der fünde. Gelobt sey gott! ich bins gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. Denn wenn ich gläubig bete, Zeigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum freunde, Und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott? 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du freund der menschen, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir rauben. 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am kreuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir Und deinem reiche trachten. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur fünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller bösen lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus fündenlust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Ihr helles licht gar bassen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine Hoffnung mir Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb' und traurig seyn, Mein leben eine bürde. 7. Dann würd' ich nach dem himmel nicht mit freud', o herr, im angesicht, Mit seelenruhe sehen: Dann hätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. 135 8. Gewissensschrecken würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit jedem tage häufen. 9. Der du für mich am kreuze starbst, Und hoffnung mir und trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt mir meines glaubens ruh', Und meinen wandel lenke du Nach deinem wohlgefallen. 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rühm' es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sey. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stebn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut: In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge gut. An meinem armen leben Ist nichts auf dieser erd'; Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre, So täm' ich ins gericht. Wie würd' ich da bestehen Vor seinem richtersiz? Ich müßte gleich vergeben, Wie wachs in feuers hiß. 5. Doch jesus hat sein leben, Zur tilgung meiner schuld, Am kreuz dabingegeben; Wie groß ist diese huld! Ich darf mich seiner freuen, Hab' einen beldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Denn jesus starb für mich; Die höll' und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will mich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im Herzen, Regiert mir meinen sinn, Stillt forgen, furcht und schmerzen, Nimmt jeden fummer bin: Giebt auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann, vater, sagen, Durch seines wortes fraft. 8. Der spricht auch meinem geiste Manch andres trostwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet rub, Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einst schauet, Was es geglaubet hat. ei Zweite Abtheilung. 136 9. Da ist mein theil und erbe Mir herrlich zugericht; wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein jesus hilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freuden, Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein Mel. Es ist gewißlich an der zeit. glück und keine leiden, Nicht angst, 305. O gottes sohn, herr jefu gefahr, noch wir christ! Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nüße ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum hilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freudenvoller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist, Von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein großes gnadenheil Im rechten licht erblicken, und mich allem denken können, So groß es immer sey, Soll mich von jesu trennen; Ich bleib' ihm ewig treu. 11. Mein Herz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig seyn? Ich achte nicht der leiden, Seh heitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet Ist mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzen machet, Ist, was im himmel ist. Mel. D gott, du fiommer gott ac. 304. Mag doch der spötter deines 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, und deine große lieb' Durch schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil. O glaube, der erfreut! Gelobet sey der herr, Gelobt in ewigkeit. namens schämen; Ich freue mich, dein heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, und keiner spottet sein, Der gottes wege geht. 2. Du kamst, des höchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, kraft und trost, Und gnade zu erwer ben. Du wardst der welt ein licht; Und folg' ich seinem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich seyn! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große wunder fassen: Gesandt vom ewigen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun Als eingeborner sohn, Und dann am freuz empfahn Der missethäter lohn! 4. Doch kann mein herz gar wohl Der wahrheit kraft empfinden, Die meinen geist belebt, Mich reiniget von sünden; Auch bab' ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und heil, Und an der seligkeit Der gottversöhnten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath Der gottheit zu entdecken, Nehm ich dein großes heil Mit dank und freuden an, Und folge dir getreu Auf ebner tugendbahn. schicken. Durch dich nur sind ich trost und ruh, Und ew'ges heil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Es tief zu herzen fasse; Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse; Daß zur gerechtigkeit mir werd', Der ich mit sünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen, Nicht anders trösten, als daß ich, Zu deinem dienst entschlossen, Durch seine kraft die arge welt, Und was sie dir entgegenstellt, Besieg' und überwinde. 6. Zwar ist mein glaube schwach und klein; Oft fann ich ihn kaum merken; Doch willst du mir, herr, kraft verleihn, Und kannst mich mächtig stärken. Das schwache rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest kein noch glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen. 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig sey, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei den gefahren Der welt sey wachsam allezeit, Durch früchte der gerechtigkeit Des glaubens kraft beweise. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 8. O laß den glauben stets in mir So wachsen und sich stärken, Daß er sey fruchtbar für und für, Und reich an guten werken, Daß er sey thätig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb' In dem, was gott gefällig. 9. Insonderheit gieb mir die kraft, Daß ich an meinem ende Den letzten schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. D, mache mich, berr, stets bereit, Daß ich der seelen seligteit, Des glaubens end', erlange. Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. er gottes In mir noch 306. Whält, und spricht: ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sink ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine huld tilgt meine schuld, Nie läßt du reuvollen seelen Dein erbarmen fehlen. Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wies ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird dieſe steigen. Der glaub' erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das Herz und macht es rein. 3. Durch jesum rein von missethat, Sind wir nun gottes kinder; Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der fünder, Folgt christi beispiel als ein chrift, Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen willen thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätig's christenthum: Das ist des glaubens frucht und ruhm. 137 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein seligmacher, Schenkst mir kraft und muth, Wenn die welt Erbebt und fällt, Wenn gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen Tod und grab anschauen; Mein erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern: Was brauch ich zu zittern? 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb' ists, die die seraphim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die lieb'! an seinem heil Hat ohne liebe niemand theil. 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn vater nenne, Und mich ewig seyn; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und mich führt auf deinem pfade, Dank' ich deiner gnade. 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, O mein gott, das gnüget Meiner seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die fünder trachten, Reich in vir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind nicht auch die ehren, Die den Mel. Jefu, meine freude 2c. ie sinn eitelkeit? Du 307. Wher, mein licht und erfreuſt, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben, Selbsten im betrüben, Doch so gern erfreust. Niemals wird Bei dir, mein hirt, Freund und tröster meiner seelen, Mir erquickung fehlen. 9. Deinen hohen frieden Schmeck' ich schon hienieden: Und was hoff' ich dort? Unbegrenzte zeiten Voller selig keiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind 138 Zweite Abtheilung. mein, Durch dich allein; Bleib' ich| dir; Dieser geist der freuden Stärke dir getreu im glauben, Wer kann sie mich im leiden, Weiche nicht von mir! mir rauben. Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's that des todes dringen, Dort dein lob zu singen. 10. Voll von deiner güte Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt. Mel, Christ, unser herr, zum jordan 2c. 308. Bewahre mich, herr, daß der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit dienen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die herr! zu jesu sagen, Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen. Nur die, die deinen willen thun, Läßst du als deine kinder, I gott, in ew'gem frieden ruhn, Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen christen hie Blos äußer- 4. Wer dich sieht von gott verlassen lich bekennen. Gieb, daß mein glaube In der tiefsten traurigkeit; Dich, erlöthätig sev, Und tugendfrüchte bringe, ser, sieht erblassen Nach vollbrachtem Daß ich, vom sündendienste frei, Mit schweren streit; Und läßt doch zum eifer darnach ringe, Im guten zuzu- dienst der sünden Seine lüste sich entnehmen. zünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Ohne doch dir nachzuahmen; Rühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur fünde Neizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur sünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekäm pfen, Und die macht der lüste däm pfen! Steh' uns in versuchung bei, Und erhalt' uns dir getreu! 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen, Uns besieg' die sünde nie. Laß dein beispiel uns erbauen! Stärke selbst uns Mel. Alle menschen müssen sterben zc. er du uns mit deinem thum erwarbst, Und uns fündern, uns 309. die abſicht deiner zen Präge tief in unsre herzen, Daß 4. Du kennst, o gott, der menschen berz, Und liebst, die redlich handeln; O laß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wandeln. Dein wille sey mein augenmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen, Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu an mir barmherzigkeit, Und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erhalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. zu gute, Schmachvoll an dem kreuze starbst; Ach, wie dienen deine christen Immer noch der sünde lüften; Leben ohne besserung, Fern von wahrer heiligung. 2. Herr, du litt'st, uns vom verderben, Von der fünd' uns zu befrein; Und wir wollen lieber sterben, Lieber ihre knechte seyn? Glauben immer noch, in fünden Unsers lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 3. Ach, wann werden wir's erkennen, Warum du gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein geſez erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine leiden schmähn? 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. wir, von der sünde rein, Heiligster, dir ähnlich seyn. Mel. Ein lämmlein geht und zc. rbarm dich, herr; mein 139 gewissen; Nie wird es jemals dich gereun, Wenn du, unsträflich fromm zu seyn, Dich redlich haft beflissen. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine kräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der heiligung mir kraft verleihn, Mein Herz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine kraft erheben. 310. zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann komm' ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein herz nicht fernerhin In seiner neigung wanken. Stärk' meinen ungewissen sinn Zu festeren gedanken. Wenn von der lust zur eitelkeit Mich deines geistes kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen; Mich ganz zu deinem dienst zu weihn, Soll stets mein ernster wille seyn, Gieb dazu das vollbringen. 5. Gott siehet jene ew'ge nacht, 3. Auch wenn ich auf der tugend pfad, Wo fünder, die ihn hier verlacht, In Bisweilen gleitend walle, So unter- tiefem jammer schmachten. Gott kennt stüße deine gnad' Mich vor dem nahen der tugend hohen werth, Und den hat falle. Wenn in mir böse lust aufsteigt, jesus dich gelehrt; Und den willst du Und ich zum weichen bin geneigt, So verachten? lenke meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaf ten wuth Durch dich, herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die tugend! Und doch frugst du mich mit geduld; Laß, vater, 312. G los wesen; Wer bös Mel. Wer nur den lieben gott 2c. ott! laß mich dieſe huld Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres heil: O laß mich's, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. ist, bleibet nicht vor dir, Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff' ein reines Herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. Mel. Kommt her zu mir, spricht. rmuntre, seele, dich und sey Dem gott, dich erschuf, getreu, Und folge dem 311. der 2. Gehorch nicht deinem fleisch und gut; er Er blut; Gehorche gott! gott meint es liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfade. Die lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segensreicher gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der fünde hell vor augen seyn, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott kennt den quälenden verdruß, Der auf die sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, Zu deinem glück und gottes preis: Er siehet dein bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe hier, Der freuden fülle geben. 2. Laß mich auf die begangnen sün den Mit inniger beschämung sehn! Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der tugend gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 3. O stärke mich in dem gedanken! Gieb meinem vorsatz festigkeit: Und will mein schwaches berz je wanken, So hilf der unentschlossenheit! Wie viel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geist nur nicht von mir. 140 Zweite Abtheilung. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe| zum muth, Und hilf dem schwacher leiste, Und muth und kräfte mir ver- siegen! Mein auge laß allein Auf deine leth, Daß ich mit kindlich treuem weisheit schaun, Mein Herz dir folgsam geiste Dir bis zum tod ergeben sey: seyn, Und dann dir froh vertraun. So sieg ich über sünd' und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten seele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein Herz von deiner huld gewiß. 7. Ich bin ein pilger hier, Umringt von vielen sündern; Ihr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh' mir bei, mein gott! 8. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der fünder nie verblende, Ihr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mir Doch ja vor augen seyn. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff' ein getreues berz in mir; Und stärke mich in freud' und leiden, So halt ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit Der deinen erbtheil mich erfreut. 9. So werd' ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Frohlocken, das mein Herz Sich dir geheiligt hat. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 313. Hem err, höre mein gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner babn zu wallen. Ergreife, Mel. Herr chrift, der einig gottes st. leite, stärk Den ſchwachen, der die 314. Her fefu, gradenton bitte Des lebens licht! Laß leben, licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes herz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Dies glück versag mir nicht. 2. Bergieb mir meine sünden, Und laß mich, herr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich, Daß an des friedens gabe mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! 3. Tilg ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe. Weil ich erlöset bin. 4. Beförd're dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein verständniß Durch dein heilsames wort; Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir erlaube, Sey selig hier und dort. 5. Ach, zünde deine liebe In mei ner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Verleih auch mir die kraft Zu jedem mir von herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder tugend übe, Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe, In wahrer heiligkeit, In guten werken seyn; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner seele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück! Ich wünsche gut zu seyn; Und doch giebts immer noch So vieles zu bereun. 4. Das siehst du, herr, mein gott, steh es mit erbarmen, Und reiche väterlich Doch deine hand mir armen! Gieb meinem geiste licht, Gieb meinem vorsaß kraft; So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Eröffne den verstand, Stets heller einzusehen, Daß sünd' uns elend macht, Daß wahres wohlergeben Und innrer friede nur Aus reinem Herzen fließt; Daß du mit deiner huld Der freuden quelle bist. 6. Laß in versuchung mich Nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. atten werke, Die dein geist in uns schafft. Mein eigenes bestreben In diesem armen leben Ist viel zu mangelhaft. 7. Ich hoff' auf deine gnade; Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh' mir kräftig bei. Mel. Was mein gott will, das ic. oder: Das jesulein soll doch 20. 315. zen mich verlange; Daß ich dich suche mit begier, Und standhaft dir an hange. Verleih, daß ich mit freuden dich In deiner bülfe schaue, Im herzen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke baue. und stets bete; ilf mir, mein gott, hilf, 2. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Ich nach dem guten strebe; Gottselig, züchtig allezeit In deinem reiche lebe; Und wanke ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, Und stets dabei, mit wahrer treu, Der tugend pfad zu gehen. 14 Der wahrheit freund, Laß mich aufrichtig wandeln; Und jederzeit Nach billigkeit mit meinem nächsten handeln. 7. Gieb, daß ich stets den müſsiggang Mit wahrem Abscheu fliche; Daß ich dem nächsten lebenslang zu dienen mich bemühe; Laß meinen fleiß, Zu deinem preis, O gott, mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wird's auch nußen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund 3. Laß glauben, lieb' und hoffnung sich In meinem herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang'ich hier noch walle: Damit dabei, Von fummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig sey In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelet Und ehrgeiz werd' verführet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennut entehre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit Des nächsten ruhe störe. 5. Steh' du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte güt Auch selbst den hasser rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffarth sich Will in der seele regen, So hilf du mir, Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. So viel ich kann, Und alles unrecht meide An allem ort, Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide. Mel. Wenn mein stündlein 2c. ch bin ein christ; gott 316. J dieser hohen würde Steh' ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll' mit muth und kraft Mein herz in dieser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 2. Mein glaube steht und wanket nicht; Start, fest ist er gegründet. Er stüzet sich voll zuversicht Auf jesum christ, und findet Bei ihm, kraft, rath, trost, ruh und heil, Und nimmt an allem segen theil, Den christus hat erworben. 3. Mich soll binfort nicht eitelkeit, nicht bitterkeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner feele that, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herrlichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht 6. Lehr' mich auch, herr, enthalt- Zu jenem licht der freuden, Darinnen samkeit, Und gieb ein rein gemüthe, ich, nach allem leid, Shn seh' in Daß ich in dieser übungszeit Vor böser seiner herrlichkeit Und ewig mit ihm lust mich hüte: Der lügen feind, lebe. 142 Zweite Abtheilung. Mel. Ich hab' in gottes herz: c. oder: Das jesulein soll doch zc. 317. lag' nicht, mein berz, bat, genommen. wie schwer es sey, Hier als ein christ zu wandeln, Und täglich gottes willen treu, Zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die tugend kostet müh', Und sie besiegt die lüste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz hienieden? Sie sind die sclaven eigner pein Und haben keinen frieden. Der fromme, der die lüste dämpft, Hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen:' Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär' es, hätt' uns gott vergönnt, Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt, Die lüste frei zu stillen; Ließ er den raub, den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Von diesem gotte denken? mehr bekommen; Wer sie nicht brau chet, dem wird auch Das, was e 6. Shm folgen, das ist weisheit nur, Und freiheit ist's, dies wählen: Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der seelen. Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur geschmack am wort des Herrn Und seiner gnade finden; Und übe dich, getreu und gern, Dein berz zu überwinden. Wer träfte hat, wird durch gebrauch Von gott noch 8. Du streitest nicht durch eign kraft; Drum muß es dir gelingen Gott ist es, welcher beides schafft Das wollen und vollbringen. Wan gab ein vater einen stein Dem sohn der brod begehrte? Bet' oft! got müßte gott nicht seyn, Wenn er did nicht erhörte. 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn! Drum gab er uns geseße. Sie Mel. Jesus, deine tiefe wunden 2c. find es, die das berz erfreun, Sie 318. K jejum lebren! Komm Kommt und sind des lebens schäße. Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wüblen müssen. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister: Ihn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sey stark, o seele, allezeit, Denk' oft an deine bahre; Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk' endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch verschuldet. Gött liebet herzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der ver zeiht, Und er hat lust zum leben. und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten christenzahl! Die im glauben fest bestehn, Freudig gottes wege gebn, Und den beiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein: Gott wird dort zu ehren sehen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine sünde Web muthsvoll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld ver 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. zeihn, Kraft zum guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf erden Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Seinem feinde niemals flucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. Mel. Dir, dir, jehovah 2c. 5. Selig, die mit ernst verlangen, 319. Laß mich, o herr, in allen Recht gesinnt und fromm zu seyn: Die fest an dem guten bangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren herz nichts mehr begehrt, Als was gottes rühm vermehrt. Gott wird ihr verlangen stillen, Und den frommen wunsch erfüllen. dingen Auf deinen willen sehn, und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab' und bin. 6. Selig, wer der noth des armen Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichem erbarmen Wohlzuthun sich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Ihm mit hülf' und trost erscheint. Dieser wird auch hülf' empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, keusch und rein zu seyn; Die der wollust neßze fliehen Und der heiligkeit sich weihn. Die der lockung diefer welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden gottes antlig sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet: Wer die ruh und einigkeit zu erhalten sich bestrebet, Und wenn feindschaft, haß und streit Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt. Die des friedens sich befleißen, Werden gottes kinder heißen. 9. Selig, die ums guten willen Leiden und sich desſen freun; Standhaft erfüllen, der tugend müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bet, Und will sie für ihre treu Einst mit wonn' und siegeskronen Auf das herrlichste belohnen. 143 11. Daß ich bülfreich mich gewöhne, Immer hab' ein reines Herz, Die in feindschaft stehn, versöhne, Dir anhang in frend und schmerz. Vater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub' an deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich dieser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey, Meine schuld vor dir bereu, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an feinden sanftmuth übe. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig seyn, Daß man an seinen früchten merke, Er sey kein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wanderschaft, Und gebe mir zum kampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage seyn vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb furcht und demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und trost, wenn du mir trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf vollbracht, Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 320. Mein vater und mein diesem leben Die reine christuslehr Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein herz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sey Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst Nach deinem beifall trachte, Und kein vergänglich gut Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt schon bier zum lohn, Was wahre ruhe bringt. 144 Zweite Abtheilung. 3. Gieb, daß ich von der sünd Mich| und muß, So gieb den worten kraft unbefleckt erhalte, Und daß in mir der Und nachdruck ohn' verdruß. trieb Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, Im kampf des glaubens treu, Und in der hoffnung stark Und unbeweglich sey. 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt; So bleib ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer seele liebe, Und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Demüthig, dankbar laß mich bei des glückes schein: Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes leben Sey von betrug und neld, Von unbarmherzigkeit, Von ungerechtem guth Und stolzem sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier Auf rauhe wege leiten: So unterstüße mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hülfe bau'n, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getrost vertrau'n. 4. Find't sich gefährlichkeit, So laf mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und trost in leidenstagen. Gieb, daß ich meine feind' Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf' und rath Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried und eintracht leben, So weit es christ lich ist. Willst du mir etwas geben, An reichthum, ehr' und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nichtungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sey. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter man cher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein from mes herz bewahr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues haar. In bekannter Melodie. 321. gott, du frommer gott, Du quelle aller gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein' unverlegte seel Und rein gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret; Wozu mich dein befehl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes wort Aus meinem munde gehen; Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll 7. Laß mich auf christi tod Einf froh von hinnen scheiden, Die feele nimm zu dir Hinauf zu deinen freu den; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachts wort Ins neue leben ruft. 8. Wenn alle todten dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch mei nen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig don Mit allen frommen seyn. 8. Erlöse endlich mich von allen mei nen leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser welt zu scheiden: vater, so verlaß, wenn meine bütte bricht, Mich sterbenden mit troft Und froher Hoffnung nicht. 322. W chrift zu seyn, Wenn Mel. Ein lämmlein geht und 2c. as es mir, ein ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, worten blos, nicht durch die that Und gute werke preise? 2. Was hilft der glaub' an jesum chrift, Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die furcht verliere; Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefan gen bält, Ich thre fesseln liebe, Und, fühlbar für der sünde reiz, Zorn, hoffarth, fleischeslüste, geiz In wert und thaten übe? 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich christum kenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Ihn herrn und heiland nenne. Als der, der in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle. 4. Und woher nehm' ich trost und ruh, Wenn leiden mich umgeben, Und meine sünden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten noth, Wenn sich der schauer. volle tod Mir zeigt mit seinen schrekken, Und mein gewissen wachet auf, Von meinem ganzen lebenslauf Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat, Den glauben zu bestärken? Denn meine ganze seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben. Der geister zahllos heer, Die ganze körperwelt Hat deine hand gemacht, Die jetzt noch alles hält. 145 gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus deiner huld geschenkt. 2. Du schufft( ich dank' es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, 3. O welch ein großes ziel, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das theil, Dazu du mich berufest! Dir, böchster, ähnlich seyn, Vollkommen seyn, wie du. O wobl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. Evang, luth. 4. Laß dieses große ziel Mir stets vor augen schweben! Des berzens größter wunsch, mein eifrightes bestreben In allem meinen thun, Sey dies, o gott, allein, Mit ernst je mehr und mehr, Wie du, gesinnt zu seyn. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein wandeln mich bestrebe; Gieb mir er freund der menschen werde, Dem wohlkenntniß, kraft und muth, Damit ich thun freude macht, Der kummer und welt und fleisch und blut Im glauben beschwerde Dem nächsten gern erspart, überwinde, Und dann, nach wohldurch- Sein leben ihm versüßt, Und, wo er lebter zeit, Den lohn in jener ewig- helfen kann, 3um helfen willig ist. keit Um christi willen finde. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverdroßnem fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit fübrt, Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. Mel. D gott, du frommer gott 2c. Mer kann großer 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber ich dir noch Im 323. We gott, Dich würdig guten äbnlich bin. bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die fünde flichn, Des fleisches lüste zähmen, Nur das, was recht ist, tyun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. 10 146 4) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel kam der engel 2c. oder: Wo gott zum haus nicht 2c. ganzen ott, beilig sey dein nam' 324. menschlichen geschlecht! Dich bete, roer dich denken kann, Im geist und in der wahrheit an! 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werke, überall, Daß alle lernen, wer du seyst, Der allerhöchst und beste geist. 3. Durch jesum christ, den du gefandt, Werd' immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völker heiland ist. 4. Lehr uns doch deinen rath verstehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und kraft Mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht' uns allen unsre bahn. Das laster tilg' aus unsrer brust Und tödt' in uns die böse lust. 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Sie ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit Von nun an bis in ewigkeit, Und ewig ist ihr frommer dank, Herr, deiner gnade lobgesang. Mel. Wer nur den lieben gott it. 325. Mein gott, du wohnest zwar im lichte, Dahin kein sterblich auge dringt. Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster, bist; Was mit uns deine absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein licht im dunkeln ori; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So hilf selbst meinem forschen fort. Für deiner wahrheit bellen schein Laß aug' und herz stets offen seyn. 3. Hilf, daß ich deinem worte glaube, Tas mich macht klug und tugendhaft, Damit kein falscher wahn mir raube, Was mir ein ew'ges heil verschafft. Kein spöttergeist verführe mich; Kein zweifel sey mir hinderlich. 4. Das ist der weg zum ew'gen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den du zum heil uns haft gegeben, Erkennen, die ser bahn Mich auch zu diesem glücke an. 5. Vor allem gieb, daß stets leben. dig Bei mir, gott, dein erkenntniß sey, Und daß ich dir darnach beständig Lieb', ehrfurcht und gehorsam weih'. sieb, daß ich thu' mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 6. Was hilft das richtigste erkenntniß, Wenn's nicht zu deiner liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das berz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der wahrheit treu, Und daß mein glaube thätig sey. 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden Die quelle wahren trostes seyn; Um mich, wenn leib und seele scheiden, Des beßren lebens zu erfreun. Da irr und wank' ich weiter nicht, Und sehe dich im hellern licht. Mel. Lobt gott, ihr christen 2c. oder: Nun danket all', und 2c. 326. Mie felig bin ich, wenn mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er sei nen schöpfer preist, Der engel werk vollbringt.:,: 2. Wer gleicht ihm, wer ist so ge schmückt mit herrlichkeit und licht? Wie berrlich ist er; wen entzückt Sein werk, die schöpfung, nicht?:,: 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner güt' und kraft; Denn er ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das werk der zeit, Um nicht für sich allein In grenzenloser ewigkeit Der selige zu seyn.:;: 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den seligen ein heer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das nie. mand zählt, als er.:,: 6. So will es der, der mich erschuf; Auch ich soll selig seyn. Heil, seele, dir, denn dein beruf Ist, gottes dich zu freun.: 7. Noch siehst du, als im widerschein, Den unaussprechlichen; Einst Zweite Abtheil.-5. Von der Furcht Gottes. 147 6. Noch heller scheint von allen seiten, In deinem worte, gott, dein licht; Doch blendwerk schnöder eitelkeiten Verdunkelt da oft mein gesicht. Drum gieb mir deinen guten geist, Der mich dadurch recht unterweist. wirst du größern lichts dich freun, Und ihn viel heller sehn.:,: Mel. Wer nur den lieben gott 20. 327. W no find' ich gott, den meine seele Weit über alles schäßt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist? Zwar deine werke, herr, beweisen, Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im spiegel Und bete dich in schwachheit an Ach, hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn: Wie würde sie sich deiner freun! Wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am fuße deines thrones Mit deinen engeln dich erhöhn; Könnt' ich im antlig deines sohnes Wie deine seligen dich sehn; Ich, der ich jetzt schwach loben kann, Welch hobes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir deiner allmacht stärke, Und deinen weisesten verstand, Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig g'nug erhob. 5) Von der Mel. Wer nur den lieben gott 2c. noder: Du weiser schöpfer 2c. 328. Dich, höchster, ehrerbietig scheuen, Ist unser glüd und unsre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre kindesehrfurcht ein. 7. Zwar, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug erhellt: Was lern' ich, gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stückwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach, Und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Doch hört ich nur auf deine stimme In deinem worte, hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der dir lobsingenden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein, Mich deiner herrlichkeit erfreun. 2. Sie leite mich auf meinen wegen; Sie sey mir weisheit und verstand, Und treibe mich, das abzulegen, Was ich als unrecht hab' erkannt. Denn wer lieben! Mit welchem eifer würd ich 9. Wie feurig würd' ich dann dich mich Dir, water, zu gefallen üben! Wie selig würd ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen geist, Gleich kindern, tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch elend! vater, ich empfinde, Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte ganz die macht der sünde; Dein geist der weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der täuscherei Der sünde stets gesichert sey. Furcht Gottes. noch lust zur sünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. 3. Gieb, daß ich stets zu berzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Was dir, mein gott, zuwider ist. Der Und das vor dir zu thun mich schäme, beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 11. Gieb, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben lette, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr klarheit Als hier an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier nur stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. 4. Nie laß mich dein gericht vergessen, Mich nie mit fündern fündlich freun; Nie muthlos, doch auch nie vermessen Und stolz in deinem dienste seyn: Nie führe mich zur sicherheit Der reichthum deiner gütigkeit. 10* 5. Von der Furcht Gottes. 148 Zweite Abtheil. 5. Laß mich mit weiser vorsicht fliehen, Was mich zu fünden Mich um ein reines herz bemühen, Und nimm dich meiner bülfreich an: So komm' ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit Mel. Wer nur den lieben gott: c. reizen kann, 330. Willst du der weisheit quelle 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal scheu', Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, Und stets, ich sey auch wo ich sey, Nach deiner vorschrift redlich handeln, Entfernt von aller heuchelei. Wer dich von herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd' ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig seyn. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 329. Laß boch in meines berzens grund Gott! deine furcht stets wohnen! So werd' ich auch mit meinem mund, Herr! deine ehre schonen, Und nicht durch fluchen sie entehr'n, nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen lästern. 2. Groß, majestätisch bist du, berr, Im himmel und auf erden Soll deines großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namens heiligkeit Turch lästrung, fluch und schwur entweiht, Den treffen deine strafen. 3 wehe dem verwegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten leichtsinn fund, Der so dich, herr, entehret. Wer oft so schwöret, fündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Serr! laß voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, findlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr', zum guten nur, Nach deinem willen rege. die furcht vor gott, dem berrn! Nur der ist weis' und klug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott fie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern' gottes größe recht empfinden, Und fühle deine nichtigkeit! So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 4. Wenn nacht und dunkelheit dich decken, Die dem verbrecher muth verleihn, Wird dich die furcht des herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem an gesicht Ift finsterniß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich verehren Sowohl als in der einſamkeit; Auf des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des berrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihm entfernst: Die furcht des höchsten wird dich stärken, Daß du dich selbst recht schäßen lernst. Wer gott, dem böchsten, woblgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächt'gen scheuen, Giebt heldenmuth und tapferkeit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist gott mein schuß, mein beil und licht, So beb' ich vor den menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich, den höchsten, stets zu sebn; Laß sie mich zu der weisheit führen; So werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut. Dich fürchten, gott, ist seligkeit. 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Aus meines herzens grunde. 331. und mein gott, von trost für mich. Wenn sorg' und gram mich kränken, So sieht mein aug' auf dich. Dann mindet sich mein schmerz, Dann fliehn die ngen sorgen, Wie nebel vor dem m Fift den, Und ruh' erfüllt mein herz. 2. Denk' ich eine liebe, Wie werd' ich dann at! Dann fühl' ich neue triebe 3 dankbeslissenheit, Mein herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Die seligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein berz so rege, Dir ewig treu zu seyn! 4. Mit hoffendem gemüthe Dent' ich an deine treu', Und harre deiner güte; Sie ist mir täglich neu. Du unter stüßest mich; Auch wenn ich schweiß vergieße, Wird mir die arbeit süße, Seh' ich dabei auf dich. 151 du mir dazu vorschrift giebst; Was dich, mein gott, zu dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts OGT selber bist, Und dessen herz auch gegen fünder Noch gütig und voll mitleid ist; laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen kräften seyn! 2. Gieb, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt ich je die kreatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach deiner huld, Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das tbut, was dir, gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste fünde selbst zu scheun, Laß, vater, mich behutsam seyn. 6. Aus lieb' zu dir will ich auch leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsal auch zu freuden, Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nüßt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd' ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd' ich einmal völlig rein Dich lieben und ganz selig seyn. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die welt mag immerhin Ihr herz auf's böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott! Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein troft im tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang' ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh' ich zwar Mel. Alle menschen müssen sterben zc. die bahn, Da mich die welt vergißt; 333. Quelle der vollkommenbeiten, Gott, Doch du, noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. gott, wie lieb' ich dich, Und mit welhen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel' und leib mag mir verschmachten: Hab' ich dich, will ich's Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 332. Du, vater beiner menschen nicht achten, Mir soll deine lieb' allein die liebe als und himmel 2. Denk ich recht an deine güte, Wie froblockt mein herz in mir! Mit dem frohesten gemüthe Seh' ich fie, und danke dir. Jeder blick auf deine werke, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Von bekümmerniß und schmerz. 140 Zweite Abtheilung. 3. Floß aus deiner segensfülle Mir| ruhig hier auf erden, Ohne dich zu nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, lieben, werden Ohne dies nach dieser das war dein wille; Daß ich noch bin, zeit Würdig seyn der seligkeit. das machst du; Taß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt vir meine seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der fünde Inniglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Ind es zu erfüllen trachte. Heil mir du verbirgest nicht Einst vor mir de inangesicht. 4. Du erlöstest vom verderben Mich, durch deinen sohn, o gott; Ließest den gerechten sterben, Mir zum leben ward fein tod: Dadurch hast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von dir geliebt zu seyn. 7. Noch lieb' dich unvollkommen; Meine seel erkennt es wohl. Dort, im vaterland der frommen, Lieb' ich dich, herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen willen Kennen, ehren und erfüllen, Und empfahn an deinem thron Der vollkommnen liebe lohn. 5. Sollt' ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt' ich 7) Von der Freude an Gott. Mel. Christus, der uns selig 2c. 334. Deines gottes freue dich, Sorget er nicht väterlich, Daß dir glück nicht fehle? Schüßt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren dräuen? It's nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein gott, ich hab' an dir, Was mein herz begehret: Einen vater, welcher mir, Was mir nüßt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten lenket, Und mit himmelswonne bort Meine feele tränket. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr' und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: O wie ist mir dann so wohl Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 4. Tann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht' ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöh'n mich weit Ueber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine wohl fahrt werth! Der du mir das leben Schenktest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die Welt gekommen; Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ibm vertrau ich, bet' ich an, Glaub' an seine leiden; Folg ihm treulich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sey der tod, Er wird sie nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier In der fremde walle Das bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein gott, gefalle! Diese sanfte freudigkeit, Die ich zu dir habe, Sey mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe. 10. Laß die lust zur fünde nie Die ses heil mir rauben! Rüste selbst mich wieder sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und 7. Von der Freude an Gott. 151 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fülle, Des wohlfeyns größte sicherheit, Vollkommne rub und stille. Nie reize mehr Lust, geld und ehr', Zur sünde mein verlangen! Bis 335. gott, mein thun regiere, Daß ich mein vertrau'n auf dich Ewig nicht verliere. Mel. Was mein gott will, das: c. oder: Das jefuiein soll doch zc. ter no es hin, Dir sey Getrost mein herz anhangen. 111 as hat die seele en fündenleben? es ganz ergeben. für Der fünden tand nicht bestand, 336. hin bir, Du bist mein gewinn Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. ch freue mich, mein Und statt den geist ut nähren, Füllt er das berz Mit Iu' und schmerz; Wie sollt' ich's schweren? trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein ,. Und ich bin dein; Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt Und deinen kindern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnadenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergiebst durch christum mir die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. An seinem heil Hab' ich auch theil; Dies tröstet meine seele. 4. An dir bab' ich den treuen freund, Der es auf's beste mit mir meint; Wo find' ich deinesgleichen? Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Wenn berg und bügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein herz; drum acht' ich nicht Zu sebr das gut der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Selbst was mich kränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir binauf, Zu deines himmels freuden! Und da vergißt Der sel'ge christ Des lebens längste leiden. 8. Zwar hat's kein menschlich, obr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh' ich's schon im glauben! Vollkommnes heil Ist da mein theil; Und niemand wird mir's rauben. 2. Nur du, bist das höchste gut; Nach dir st mein verlangen. Erfülle mich mit kraft und muth, Allein dir anzuhangen. O, hätt' ich doch Dein sanftes joch All'zeit auf mich genommen! So wär' auch ich Schon längst durch dich Zur wahren ruh' gekommen. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor kummer schützen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost une unterstüßen? Sein glanz verschwind't, Wie rauch vor'm wind, Und schnell flieh'n seine freuden; Nur deine treu Wird täglich neu Und giebt auch ruh' im leiden. 4. Wer dich zu seinem trost er wählt, Sein herz zum guten neiget, Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und volles heil Ist einst das theil, Das du ihm bast beschieden. 5. Wie thöricht irrt' ich doch umher! Fern von dem sinn des christen, Sucht' ich, an wahrer freude leer, Ruh' in der erde lüften. Welch ein betrug! Es sey genug, Mich so getäuscht zu baben. Richt meinen sinn, O gott, forthin Nach wünschenswürd'gern gaben! 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten begier Nach deiner gnade strebe; Dir folgsam sey Und dein mich freu', Du meiner seele leben! Denn, gott, nur du kannst wahre ruh Und trost dem herzen geben. 152 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Mel. Sollt' ich meinem gott ic. oder; Du weiser schöpfer 2. 337. Gehorsam ist die beste 338. 3 und beilig ist dein ille, Wie du selbst gabe, Die man, o gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch' ruh' und freud' empfind' ich dann! Nur muß ich, dir zum preis und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen willen gern; Will ich des christen ruhm erlangen, Und ihm gefallen, meinem herrn; So muß auch ich von lastern rein, Gleich ihm, zum guten willig seyn. 3. Laß deine heiligen gefeße mir immer vor den augen seyn, Und gieb, daß ich sie nie verlege; Stets fürchte, was sie fündern dräun. Wie schwer's auch meinen lüsten däucht; So ist dein joch doch sanft und leicht. 5. Beut mir die welt gleich tausend freuden, Damit ich ungehorsam sey, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib' ich dennoch dir ge treu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir, mehr als menschen, bis in tod. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Von ganzem Herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Belohnst du in der ewigkeit. 進 Du gebeutst! in ö die schöpfung dein immel dir lobsingen, es bist, o gott tiefster stille gebot. Die im Stehn um deine thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennt's oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 3. Oft empört sich seine seele, Herr 4. So oft ich deine stimme höre, und schöpfer, wider dich. Deine herrSo mache leib und geist bereit, Daßlichen befehle Wirft er thöricht hinter ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, sich, Läßt sich nicht von dir regieren; was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter seyn. Klüger oft, nach seinem wahn, Wählt er eine andre bahn, Die ihn foll zum heile führen: Aber seine bahn, sein sinn Führt ihn ins verderben hin. 7. Trum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehorsam seyn; O laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der zeit Und selig in der ewigkeit. 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne Sel'ger geister zahllos heer. Deine feste, deine sonne, Sturm und donner, erd' und meer, Alles dienet einem willen; Alles, höchster, was wenn du rufft, Dein gebot stets zu drängt sich, erfüllen; Nur der mensch erkennt's oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 4. Gott, laß es uns doch empfin den, Daß uns unser herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Uns zulegt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns hin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf erden Wie im himmel, dein gebot, Willig ausgerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir seyn, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. 153 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Mel. Alles ist an gottes 2C. 339. A lles ist an deinem segen, Großer gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes gut. Üeber alles hoch dich schäßen Und auf dich die hoffnung sezen, Giebt allein getrosten muth. 2. Der du mich bisher ernähret, Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du, mein vater und regierer, Wirst mein helfer und mein führer Durch mein ganzes leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg' und unrub' machen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben Und im tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist herr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und trübsal, tod und leben, Alles sey dir heimgestellt. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, Oso wirst du ihn erfüllen, Und gewiß zu rechter zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; Wie du willst, so soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemüh'n, Was in ewigkeit bestehet; Alles irdische verge het Und fährt wie ein strom dahin. Mel. Was gott thut, das ist ic. 340. uf gott, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenns meine wohlfahrt litte. Er sorgt für mich Recht väterlich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr' und pracht Sind nicht das glück der feelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübſal auch versüßen. 6. Was ist der Verden herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den berrn! Er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr gerechten! Der herr hilft seinen knechten. Mel. In allen meinen thaten 2c. 341. Auf deine weisheit schauen, Gott, deiner güte trauen, Das schafft zufriedenheit. Wer kann mein wohl entscheiden? Wer schenkt mir beß're freuden, Als du, herr aller seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie, sollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du, herr, gabst mir mein leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret, Macht uns für wahre güter blind. 4. Der hang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenruh. Wann wir dir unser leben, O vater, übergeben, Dann fließt dem herzen friede zu. 5. Dein rathschluß sey mein wille, Ich will in heil'ger stille Mich deiner 154 Zweite Abtheilung. vorsicht freun. Dein ewiges erbar-| und bahn, Der wird auch wege finmen. Dein beistand soll mir armen Zufriedenheit und muth verleihn. den, Die dein fuß gehen kann. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines lebens, Mit kindlichem vertrauen fliehn. 7. Erleicht're meine leiden Durch deines geistes freuden, Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann sprich zu meinem Herzen: Ich, dein erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dein erlöster; Sonst weiß ich keinen tröster, Sonst keinen schuß, als dich allein. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil ic. 342. Auf meinen lieben gott Trau ich in aller noth. Die ihn um rettung flehten, Verließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget nicht mein herz. Auf christum will ich bauen Und fest auf ihn vertrauen; Ihm bleib' ich stets ergeben Im tode wie im leben. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ist's dennoch mein gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erkalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein heiland, jesu christ; Der du aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben: Du schenkst nach allem leiden Den deinen ew'ge freuden. 5. Ich barr' und traue dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein versprechen, Das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, Des ew'gen lebens erbe. 2. Dem berrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn: Mit sorgen und mit grämen Und mit selbsteigner pein Läßt gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten seyn.. Bekannte Melodie. 343. du deine Und was dein herze fränkt, Der treuen vaterpflege Deß, der den weltkreis lenkt: Der wolken, fluth und winden Giebt ordnung, ziel 3. Dein aug', o gott der gnade! Sieht immer ungeschwächt, Was gut sey oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann erleſen, Dein rath für's beste bält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir wohlgefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir's, allweiser, nicht: Dein thun ist nad' und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk kann niemand bindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehn, So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff', o bedrängte feele! Hoff, und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den kummer, der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein angesicht erfreut. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sißt im regimente, Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Das werk hin ausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit verziehn, an seinem theile, als hätt' in seinem sinn Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schwe ben, Als fragt er nichts nach dir. 9. Vom Vertrauen auf Gott ec. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da du's am mindsten gläubst: Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den Sieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit siegespalmen Gewiß einst deine band, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach ein fröhlich ende Mit aller unsrer Noth, Und reich' uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns deiner pflege Und treu empfohlen seyn: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. In voriger Melodie. 344. Chrift, alles, was dich tränket, Befiehl getrost dem Herrn! Er, der die himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem schlummer, Zu gott erhebe dich! Er siehet deinen kummer, Und liebt dich väterlich. 155 6. Gott zählet deine zähren, Und wird, was gut ist, gern Auch deinem wunsch gewähren; Harr in geduld des herrn, Der's niemals böse meinet, Hoff' unverzagt auf ihn; Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sey stark durch seine fraft! Sey auch zur zeit der leiden Ein christ und tugendhaft! Und dann ergreif' im glauben Den trost der ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 8. Sey froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar: Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanken, Als dächt er deiner nicht. Wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. 2. Sind's sünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld; Doch trau' mit ganzem Herzen Auf deines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu', die gott gefällt; Allein den tod gebieret Die traurigkeit der welt. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschen Herz erfreut. Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss', daß seine güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Ver zeucht er; harre seyn! 11. Wohl dir alsdann, du treuer, Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter dein befreier Reicht dir die fiegeskron. Auf kurze prüfungstage Folgt ew'ger preis und dank; Dann schweiget jede klage Und wird ein lobgesang. 3. Trau' gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, Dein schöpfer oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem augenblick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ze. 345. Du haft men wir un 4. Der gott, auf beffen fegen Dein ganzes stets in mein gott! Mich durch wegen Gerecht und weis und gut: dein wort belehret, Daß deine hand Und was er seinen kindern Zu ihrem der frommen noth Dereinst in freude heil ersah, Kann kein erschaffner bin- kebret; Und daß ich alles, was mich dern; Wann er gebeut, steht's da. kränkt, Auf dich, der unser schickſal lenkt, Mit zuversicht soll werfen. 5. Vergeblich toben feinde Auch noch so fürchterlich; Hast du nur ihn zum freunde, Ist er, dein gott, für dich. Wer gleicht ihm? seinen winken Gehorchen erd und meer; Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der sorgen mich entschütten. Erböre, gott, mein vater! mich), Erhör' mein kindlich bitten. Gieb meiner seele wahre ruh. Was mich bekümmert, lenke du Zu meinem ew'gen besten. Zweite Abtheilung. 156 3. Der forgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen. Stets hab' ich nicht auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab' ich durch ungeduld Vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch versäumen. 5. Seh' ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch Auf deine hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an ratb, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein trost, dies sev mein licht, Wenn mich die sorgen kränken. Erfüllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir auf's reichlichste ersetzen, Wenn ew'ge freuden mich bei dir In deinem reich ergößen. Da ist mein erb' und höchstes gut, O, stärke mir dadurch den muth Eis an mein selig ende. mel. Was gott thut, das ist 2c. u, herr, bist meine zu346. trost im leben. Mir fehlt es nie an trost und licht, Weil ich mich dir ergeben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. Mel. Alle menschen müssen sterben. versicht, Mein einz'ger 347. Gott der wahrheit, deffen 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weisheit werke. Herr, groß von rath Und stark von that! Mit gnadenvollen händen Wirst du mein glück vollenden. 4. Hoff', seele, hoffe nur auf gott: Des sünders trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, It er ein held, Er steht, wenn jene zit tern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf ich nicht die hoffnung hin, Die mir mein glaube reichet. Wie elend, die zu menschen fliehn! Wohl! wer von gott nie wei chet! Mein beiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden, Mir ew'ge himmelsfreuden. 6. Getrost bin ich, wenn um mich her Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln. Die zeit der qual, Der thränen zahl! Zählst du, du wiegst die schmerzen Und wälz'st sie von dem herzen. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlaffen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der fünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger! ver lassen, Und muth und hoffnung faffen. 8. In deine hand befehle ich Mein wohlseyn und mein leben. Mein hof fend auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sey du mein gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antlig schaue. stützt und hält! Ich erkenn' es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeh' ich mich, Nengstlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese fünde! Nimm die kleinmuth von mir hin, Schenke, vater, deinem kinde Einen dir ergebnen sinn, Der von dir nur hülfe beischet, Den nicht falsche boff nung täuschet, Die dein herz aufs eitle zieht Und so schnell wie rauch entflieht. 3. Laß mich gram und sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, Hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sey: O, so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Tann werd' ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht Und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sich meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wähle, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auf erstanden, macht mich los von todes banden, Führt mich zu dem leben ein, Wo kein leid wird weiter seyn. 157 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen. Wer hat es je genau erkant? Wie oft sind unsre wünsch' und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergebn Zum schaden dient, ganz übersehn? nieden kränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bist, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 6. Muß ich gleich noch bier auf erden, Gott, vor dir ein pilgrim seyn, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrei'n. O erwünschte sel'ge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd' ich dich, mein heiland, seh'n, Und, wie du, zur freud' eingeh'n. 7. Herr, berr, meine zuversicht! Bis das 349. und sinn Mein berz I Mel. Was mein gott will, das 2c. hab' alles eingetroffen, Was auch mir dein wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens! Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 2. Das kann mir nimmermehr, Mel. Wer nur den lieben gott 2c. err, mache feele 348. He as mich bie- Mein vater muß mich lieben; Läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben Und mein gemüth In seiner gür' Gewöhnen, sich zu fassen; Ueb' ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du mich zur glückseligkeit; Von jeder trübsal ernt' ich segen, Ist dir nur, gott, mein berz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich seyn, Siehts gleich mein blöder geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir prüfung bast bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. O vater, mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste; So ehr' ich auch im größten schmerz Dich stets mit der entschlossenheit: Was gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird ihnen offenbar, Daß nur dein rath der beste war. 7. Da ernt' auch ich von meinen plagen Die sel'gen früchte ewig ein! Da wird mein herz, statt aller flagen, Nur voll des frohen lobes seyn; Der herr, der für mein heil gewacht, hat alles mit mir wohlgemacht. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Entsprungen aus der erden; Gott ist's, der mich zu seiner ehr' Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das seyn Dem leib allein, Der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jetzt ihn preist, Und der ibn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit allgewalt Mir jede kraft zum leben? Wär' ich nicht längstens todt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit ſeinem arm, Der alles warm, Gesund und 158 fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. Zweite Abtheilung. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen fassen; Er hat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud', Er weiß, wann leid Uns, seinen findern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was sinnenlust begehret, Als sey mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh Auf selbstgewählten wegen, Und denkest nicht, Daß, was geschicht, Geschebe dir zum segen. 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen- wohlfahrt nicht Bei lauter guten tagen. Wie bitter sey Die arzenet, Schafft sie doch neues leben; So muß das leid Zu neuer freud' Und wahrem glück erheben. 8. Ey nun, mein gott, so fall' ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dir's gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem pfade führest. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm' ich's an mit freuden; Soll's aber schmerz und trübsal seyn, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens kraft erhalten; Wie du mich führst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 10. Auch noch im tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen. Du bist mein hirt, Der alles wird zu solchem ende kehren, Daß ich mit dank Und lobgefang Dich ewig werde ehren. mel. Wer nur den lieben gott 2c. ein 2. Räum alles weg aus meiner seelen, Was deinem willen widerspricht, und wollte mirs sich auch ver. behlen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehlt an tindessinn, Und neige dann mein herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht und beil, Verzeihst mir gnädig meine schwächen, Und schenkst auch mir an christo theil; Du bist mein allerbester freund, Der's treu und redlich mit mir meint. 4. Denn darf ich mich dein kind nur nennen, Bist du mein vater und mein freund; So muß mir alles nüßen können, Was mir auch noch so böfe scheint. Das bitterste wird mir ver Wenn du nur, gott, mir gnädig offe 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demuthsvoll, doch unver zagt, Mein hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir ſagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Mein herr und gott, dein eigen thum; Trum gieb, daß ich, zu dei nem preise, Und deines großen namens ruhm, Dir biene in gerechtigkeit My williger ergebenheit. 7. Du schaffst das wollen und vollbringen, Von dir kommt weisheit und verstand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand. Erbarme meiner schwachheit dich Und stärk' zu allem guten mich. 8. Legst du was auf, so bilf's auch tragen. Gieb mir geduld in leidenszeit, Und sey in gut und bösen tagen Meir trost und meines herzens freud'. Gieb bemuth, einfalt, lieb' und zucht; Was unrecht ist, das sey verflucht. 9. Nun, herr, du siebest mein be streben; Verleth' mir deines geistes traft! Du willst sie ja dem gerne geben, 350. am allerbesten Das, was mir gut und nüßlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein helfer, wie bu's ewig bist. Gieb, daß 351. Mein ſchuß ist gott! the dir menschenhülfe bau'. auf ihn walten; Sch hoff' auf ihn, er kennét mich. Ihm Dann zeigt mein redlich frommer sinn, Daß ich dein ewig bleib' und bin. In voriger Melodie. 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. fehlts, die seinen zu erhalten, An mitteln nie, und sein bin ich; Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein heide, Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der herr erzieht hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser buld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an unserm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterherz. 4. Die lieb' ist gott! wie kann ich en? Gab er für mich nicht jesum t? Was könnte mir ein gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugefaget hat. In bekannter Melodie. 2. Wenn menschen- gunst und liebe in kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein flehen ört. Er hilft in jeder noth, Hilft von der sünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet felbst vom tod. 552. on gott will ich nicht lassen: Denn er verläßt mich nicht; Im kummer mich zu faffen, Giebt er mir kraft und licht. Mel. In allen meinen thaten 2c. Er steht mir hülfreich bei! Mit jedem 353. Was soll ich ängstlich der neuen morgen er mich zu verforgen, Ich sey auch, wo ich sey. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sey es heimgestellt; Leib, seele, gut und leben Will ich ihm übergeben! Er mach's, wie's ihm gefällt. 159 er auch gewähren, Was unsern leib ernähren, Den geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Ibn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht die zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon. selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergehen Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. 3war schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel' ist unverloren In gottes vaterhand; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland; Wie selig werd ich seyn! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Kommt doch die ewigfeit. So großer freuden voll, Die, da ich christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nüglich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines sohnes fülle Empfahn wir gnad' um gnad'; Er giebt uns seinen geist, Damit er uns regiere, Tie bahn zum himmel führe. Hoch sey der herr gepreist! noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlfeyn fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen Und jeden neuen morgen. Mit neuem fummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh' ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergebn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir findlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen Kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. 160 Zweite Abtheilung. Drum, seele, was dich quälet, Befiehl| traurigkeit. Wer gott, dem allerhöch dem Herrn, und glaube nur. sten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem herzen nagt, Werf ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülse fragt. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So klag' ich dirs, dem Herrn: Dir, vater, dir befehle Ich jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, Und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich bekümmert, quält und fränkt. 3. O halte doch dem höchsten stille, Und sey mit seinem rath vergnügt; Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 8. Du führest, herr, die deinen Nie so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe; Das zeigt der ausgang mit der that. 4. Er kennt die rechten freudenstun den, Weiß, wenn uns hülfe nüglich sey! Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne heuchelei, So kommt er, eh' wir's uns versehn, Und lässet uns viel gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner drangsals 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und hiße, Daß du von gott verlassen seyst, es nicht ganz verstehe, Was du mit Daß ihm nur der im schooße sige, Den mir gethan, Kann ich doch deß mich alle welt für glücklich preist; Die zu trösten: Du nimmst mich, mich erkunft ändert oft sehr viel Und seget lösten, Gewiß dereinst zu ehren an. jeglichem sein ziel. 10. Dort bei den frommen schaaren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit freuden, Nach überstandnem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. In bekannter Melodie. er nur den lieben gott 354. W läßt walten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und 10) Vom 6. Es sind ja gott sehr leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Er ist der herr, der jedermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getreu! Trau ihm und seinem reichen segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf gott seßt, den verläßt er nicht. Gebåte. was dir nüßt, geschehen, Ist dir helfen niemals fern; Und thut, 355. Dein heil, o christ, nicht du nur zu ihm flebst, Mehr, als bu bittest und verstehst. zu verscherzen, Sey wach und nüchtern zum gebät! Ein findlich flehn aus gutem herzen Hat gott, dein vater, nie verschmäht; Er ist die liebe selbst, und hört, Was seiner finder herz begehrt. 3. Welch glück, so hoch geeht zu werden, Und im gebät vor gott zu stehn! Der Herr des himmels und der erden, Bedarf der eines menschen flehn? Er will blos deim seligkeit, Wenn er zu beten dir ge beut. 2. Erbebe dich zu seinen höhen Mit dank und flehen oft und gern. Er lässet, Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer zc. 10. Vom 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des gebätes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt freund zu ſeyn; hjevnt; und ſtößt das angebotne glück 357, wie bein rubm, Sch Muthwillig selbst von sich zurück. Mel. Was mein gott will, das zc. ott! nam' ist, 5. Sein glück von seinem gott begebren, Ist wahrlich keine schwere pflicht, Und seine wünsche gott erklären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. wag's zu dir zu treten, Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt christen nicht g'nug freuden; Drückt mich kein joch, So kränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 6. Sich in den leidensstunden stärken, In dem vertraun, daß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerhaft erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem berzen Zu dir um bülf' und gnade fleht; So höre mich von deinem thron Durch jesum christum, deinen sohn. Mel. Sey lob und ehr' dem 20. 356. ott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken geben; Du frönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flebn, hör mich, dein find! Tenn ich will vor dir beten. 2 Jch bitte nicht um überfluß Und schäße dieser erden, Laß mir, so viel ich haben muß, Turch fleiß und arbeit werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten namens eigentbum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der rubm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. Gebäte. 161 mich zur seligkeit Der glaubenden gerechten. 2. Du schufst ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und leben; Willst allen auch, von lieb entflammt, Die seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Tie jego noch, Bei dicken finsternissen, Sich selbst allbier Den weg zu dir Durch sünd' und wahn verschließen. 3. Erweiche der verstockten herz, Bekehre die verführten. Ach! daß ſie doch der fünden schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite fie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. D stärke, die im glauben stehn, Und kindlich dich verebren, Daß deinen weg fie freudig gehn; Und deinen ruhm vermehren. Hilf ihnen auf In ibrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine kraft bestreiten. 5. Hilf, daß die ganze christenheit Dich, als den höchsten, ehre, Daß weder hochmuth, haß, noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß seine macht Des irrthums nacht, Der fünde reich bestreiten, Und seinen schall Sich überall Zu unserm glück verbreiten. 6. Gieb, daß sich ehre, recht und treu Im ganzen lande küsse; Daß jeder fromm und heilig sey Und richte jedes füße Vom sündensteg zum himmelsweg, Daß deines nainens ehre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 4. Co bitt' ich dich mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir geben. Miß mir zu, 7. Tie armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit nähren; Den kranken wollest du geduld, Betrübten troft gewähren. Wer dich verehrt, Sich wie du willst, die zeit, Nur führe| redlich nährt, Dem wollest du, herr, Evang, luth. 11 Abtheilung. 8. Mach' uns von allem übel frei, Daß unser heil vollkommen sey; Bewahr' uns vor dem ew'gen tod; Hilf uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unsern lauf, Und nimm uns in den himmel auf. 9. Tas reich, die kraft, die herrlichkeit Ist dein, o herr, in ewigkeit. Wir alle sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als mir verstehn, Kann stets durch deine hand geſchehn. 10. Herr! amen! ja es werde wahr! Stärk' unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Turch deine gnad' erfüllt zu sehn. Ein freudig amen sprechen wir, D vater! auf das wort von dir. 162 Zweite geben Zu aller zeit Zufriedenheit, Glück, hülfe, trost und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schutz sich von uns wenden. Du bist ja der, Tem nichts zu schwer; Drum sprich durch jeſu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein ja, und mächtig amen. Mel. Bater unser im himmelreich 2c. 358. ott vater, an erbarmen reich, tracht uns zugleich Als brüder heissest zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, herr! unsers mundes flehn Aus unsers herzens fülle gehn. 2. Dein name müss uns heilig seyn; Dein wort erhalte bei uns rein; Damit, wie du heilig bist, Auch heilig ſey ein jeder chriſt. Behür uns, 359. Jsicht, Verwirf, o gott, Mel. Vor deinen thron tret' 2c. vor dein angeherr, vor falscher lehr', Und die im irrthum sind, bekehr. mein flehen nicht; Vergieb mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 3. Dein gnadenreich komm' in der zeit, Und einst das reich der herrlichkeit. Steh' uns mit deinem geiste bei; Mach' uns von sündenknechtschaft frei. Dämpf' aller feinde macht und wuth: Nimm deine tirch' in deine hut. 2. Schaff' du ein reines herz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebelang. 3. Sey mein beschützer in gefahr, Ich harre deiner immerdar; Wo ist ein übel, das mich schreckt, Wenn deine vaterhand mich deckt? 4. Ich bin fa, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht' und leit' ibn immerfort. 5. Laß, deiner güte mich zu freun, Sie stets vor meinen augen seyn; Laß meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst; Das sey mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht' und treu In allen meinen pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner kraft, Zur dämpfung meiner leiden schaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt, So viel mir nüßt und dir gefällt, Bet wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße beiterkeit. 4. Dein will' gescheb' auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thron. Mach' uns, o gott! in freud' und leid zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des fleisches übermuth, Das wider deinen willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth. Hilf uns, entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit. Laß bei uns heil und friede blühn, Und laß uns geiz und sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget von dir dem Herrn, Verzeihn wir unsern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Herr! in versuchung führ' uns nicht, Und wenn's im kampf an kraft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns kraft zum widerstand, Daß wir zulegt als sieger stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. 10. Vom 9. Schenkst du mir aber überfluß, So laß mich mäßig im genuß, Und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. Gebäte. 163 6. Bet' oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, So find' ich ehr bei gott gehör. nur 30 10. Gieb mir gesundheit, und verleih, Daß ich sie nüß' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. sey gewiß, daß gott ihn thut. 7. Doch säume nicht, in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn, Und seinen namen, mit den seinen, mit deinen brüdern, zu erhöhn. Fühl' der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 8. Bet' oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied soll seyn des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet' oft, so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb' und eifer nicht erkalten, Und reich an guten werken seyn; Denn muth und kraft und seelenruh Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 360. Komm betend oft und mit Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. christ, 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn: Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersehn, Weil der, der dir zur rechten sißt, Mich als mein mittler unterstützt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res ziel, Und werden meiner tage viel: So sen, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sey, durch christum, deinen sohn, Mein schirm und schild, mein großer lohn. vor gottes angesicht. Laß keine trägheit dich besiegen In der erfüllung dieser pflicht. Sübe sie, zu gottes preis Und deinem heil, mit treuem fleiß. 2. Bet' oft in einfalt deiner seelen; Gott sieht aufs berz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen, Wenn In voriger Melodie. nur dein herz dich beten heißt: Der 361. Wer kann, gott, je was glaub' an gott und seinen ihn, nicht leerer worte ton. sohn Rührt gutes 3. Bet' oft zu gott, und schmeck' in freuden, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet' oft zu gott und fühl im leiden, Wie treulich er das leid verfüßt. Gott hört's, gott ist's, der hülfe schafft; Er giebt den müden trost und kraft. 4. Bet' oft und heiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern fatt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn' und preise seine huld. 5. Bet' oft, durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deff', der mit seinem theuren blute Uns vom verderben hat befreit; Und eigne dir zu deiner ruh' Und heiligung sein opfer zu. nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebät und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, gott, vor deinen heil'gen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre rub'. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben, Laß meine liebe thätig seyn. Will 11* Zweite Abtheilung. 164 etwas mir dies kleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit fraft und muth, So sieg' ich über fleisch und blut. 5. Bewabr' in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz, auf's gute stets beslissen, Das sich vor deinem auge scheut; Und fehl' ich, gett, so zücht'ge mich, 3u meiner beff'rung, väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, D vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen; Du weißt am besten, was mir nüßt. An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die schwache mächtig unterfügt; Zufrieden, vater, folg' ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag: So sey mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. u dir, mein der du mich liebst, Mir leben, 362.3 heil und segen giebst, Erheb' ich herz und hände. Was deine weisheit will und thut, Nimmt stets ein gutes ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nüßlich ist, Du weißt's, der du mein vater bist, Und willst mein wohlergehen. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinen wunsch bestehen. 11) Vom 3. Wenn unser blödes auge wählt, Dann wird sehr leicht das ziel verfeblt, Nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst, wir sollen voll vertraun Auf deiner vorsicht wege schaun Und dir uns übergeben; Denn du, du forgst mit vaterhuld Für unser ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein beßrer freund? Wer kann den, der verlassen scheint, Mit segen überschütten? Du, gott, thust überschwenglich mehr, Als wir verstehn und bitten. Mel. Nun danket all', und ic 363. Auf, christen, bringet preis und ehr' Tem herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd' und meer, Und alle himmel hält. 2. Lobt gott mit frobem jubelschall, Ihn, unser höchstes gut, Der große wunder überall, auch an uns menschen thut. 6. Cu hast die welt in deiner hand; Dein unermeßlicher verstand Weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine macht für mich gea beut, Wie könnte meine sterblichkeit Und ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schuße decken. 8. Ach lite mich durch deine kraft Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh Und einst das ziel erreiche. 9. will gnade schaun Und nicht auf menschenbülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches herz Mit deiner huld begnüget 10. Gabst du mir deinen sohn zum beil, So wirst du mir gewiß auch theil An deinem himmel schenken. Ich kann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. Lobe Gottes. 3. Von unserer zarten kindheit an Hat er uns unterstüßt; Er, der allein uns helfen kann Und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, Und unfern seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er breitet stets auf unserm pfad Viel freuden um uns her. Die noth, 11. Vom Lobe Gottes. 165 womit sein weiser rath Uns prüft,| Die sprache dankt ihr ihm allein, Und erleichtert er. wolltet nicht voll rühmens seyn? Er 6. Er trägt, nach güt'ger vaterart, Uns schwache mit geduld; züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 7. Er weckt uns das gewissen auf, Ruft uns zur besserung, Und stärft uns, achten wir darauf, Mit kraft zur heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt verläßt, Zum glück der bessern welt. Mel. Vom himmel hoch, da komm' 2c. oder: Wenn gott zum haus nicht zc. 9. Drum, christen, singt ibm preis und dank Dort preist sie unser lobgesang Noch 365. Hertt, wir danken dich wir! mehr in ewigkeit. dir! Dein, vater, ist in ewigkeit Das reich, die kraft, die herrlichkeit. Die welt, dein werk und eigentbum, Verfündigt deines namens rubm. Der engil beer, die seraphim, Lobsingen dir mit hoher stimm'; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott, Der herr, berr zebaoth! 2. Weit über alle bimmel weit, Geht deine macht und herrlichkeit: Sie, die den erdireis wunderbar Bekehrten, deiner boten schaar; Sie, deiner lehre märtyrer, Erheben ewig dich, o berr! Auch deine ganze christenheit Preist dich auf erden weit und breit, Dich, vater, auf der himmel thron, Und jesum, deinen ein'gen sohn, Samt deinem geiste, dessen kraft Ein neues leben in uns schafft. 3. Du herr der ehren, jesu chrift, Der du der fünder heiland bist, Du wardst, um unser trost zu seyn, Ein mensch, wie wir, doch sündenrein. Du hast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht bast du zerstört. Nun herrschest du in's vaters reich An majestät und gnad' ihm gleich. Im grabe läsfest du uns nicht: Du kommst dereinst und hältst gericht. 4. So hilf uns denn, dir dankbar seyn, Tir folgen und uns beiner freun. Einst sey im himmel ew'ges heil, mit allen frommen, unser theil. deinem volt, herr jesu christ, 364. Auf, christen! preiſt mit mir den herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Ist unsers höchsten lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist ruhm; Unendlichkeit sein eigenthum. Dies grenzenlose meer von licht Durchschaut der höchste engel nicht. 3. Ja, freuet euch, ihn zu erhöyn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das Herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. 4. Wie wird der geist dadurch entzückt; Hinauf zum himmel hingerückt; Mit seinem hocherhabnen freund, Mit gott, stets inniger vereint. 5. Welch ein so herrlicher beruf, Zu dem gott selbst die engel schuf! Welch eine theure, süße pflicht, Die uns so reichen lohn verspricht! 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ew'gen fennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn Und seine größe fühlen kann. 9. Wer ist guttbätiger, als er? elche gabe sollt' uns der Nicht Denn schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese pflicht. Gebt ihm ein herz voll dankbegier, 10. Was gebet ihr nun ibm dafür? Das ganz in seiner lieb' entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. 11. Auf, cbristen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, was er an uns gethan; Wer ist, der ihn g'nug loben kann? In bekannter Melodie. Zweite Abtheilung. 166 Und segne, was dein erbtheil ist. Leit' uns durch unsre prüfungszeit Bis zu der frohen ewigkeit. 5. Täglich, herr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich. Vor aller ungerechtigkeit Behüt' uns heut und allezeit. Sey gnädig uns, o treuer gott! Sey gnädig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer, flehn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unsre zuversicht; Verlaß uns auch im tode nicht! Amen! 11. Du kennest unsrer arbeit müh' Und bist mit kraft nicht fern! Du för derst und vergilist uns sie, Erfreust und segnest gern. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit gütern, die bestehn, Wenn dieses leibes irdisch haus Einst wird zu trümmer gehn. 13. seele, die du zaghaft bist, Sey froh und fasse muth, Gott, alles guten ursprung, ist Und bleibt auch stets dein gut. Mel. Nun danket all' 2c. 14. Er ist dein schuß, dein ewig theil, Sn finsterniß dein licht, In ch 366. I finge dir mit herz und aller noth dein troft und beil; Schafft und dich nicht. mund, Herr, meines herzens lust! Ich sing' und mach' auch andern kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit Die reiche quelle bist, Woraus uns allen jederzeit Viel beil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art, Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben ward? 4. Du hast des himmels schönen bau So prächtig ausgeschmückt. Du bists, der unser feld mit thau Und regen stets erquickt. 5. Du sorgst für uns beim größten frost, Bei allem sturm und wind. Du machst, daß fährlich korn und most Für uns Mel, Nun lob', mein seel', den 2c. lobt dich in 6. Du giebst uns leben und gedeihn. 367. MaDenn du erbörst gebät, Du schenkst mit treuer hand Den frieden, deß wir uns erfreun In unserm vaterland. o gott. Aus deiner segensfülle Fließt alle freud' und hülf' in noth. Nur du bist herr auf erden, Der frommen zuversicht; In trübsal und beschwerden Läßt du die deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren Mein mund vor jedermann, Und deinen ruhm vermehren, So lang' er reden kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deiner gute größe kennt; Und deinem dienst sich weihen, Wer jesu christi namen nennt. Hoch seyst du stets gepriesen, Du bist's, der wunder thut, Und hast auch mir erwiesen Das, was mir nüß und gut. Drum geb' ich mich mit freuden Dir zum gehorsam bin. Nichts soll mich von dir scheiden, So lang' ich hier noch bin. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles beil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schuß bist du. 8. Du nährest uns von fahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. 9. Cu trägst uns fünder mit ge duld Und strafft nie allzusehr; Sa endlich nimmst du unsre schuld Und wirfft sie in das meer. 15. Was fränkst du dich in deinem sinn Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg' und wirf sie bin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von jugend auf Versorget und ernährt Und wunderbar der dinge lauf Zu deinem glück gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end'. 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun Und red' ihm nicht darein; So wirst du hier in friede ruhn Und ewig fröhlich seyn. 10. Das unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und die schon gegenwärt'ge noth Verwandelst du in glück. 11. Vom Lobe Gottes. 167 mein heil beschlossen hat. 3. Herr, du hast deinen namen test mich nach deinem rath, Der nur Sehr herrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir kamen, Hast du mit hülf an sie gedacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib auf des lebens pfade Noch fernerhin mit mir; So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, Und dir zur ehre leben Hier und in ewigkeit. 8. Von deiner güte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos seyn; So stimm' ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben. Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget mit der engel chor Mein lobgesang zu dir empor. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 369. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 368. D könnt' ich dich, mein gott, recht preisen, Wie du des preises würdig bist! Könnt' ich dir g'nug den dank beweisen, Den dies mein herz dir schuldig ist! Dies herz, das deiner gütigkeit Sich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein berather, Eh' mein bedürfniß ich empfand; Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte leben, und läßt es nie ganz freudenleer; Zum höhern glück mich zu erheben, Schickst zu zwar manche trübsal her; Doch stehst du auch mit kraft mir bei, Daß ich nicht trost- und muthlos sey. 5. So oft hab' ich in meinen tagen Mit freud' und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen 3war wunderbar, doch gut geführt: Ich werd' in drohender gefahr Stets deines trostes licht gewahr. 6. Wie, sollt' ich denn nicht voller freuden Beständig deinen ruhm er höhn? Wie, sollt' ich, auch im tiefsten leiden, Nicht freudig trauend auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des tummers höhle Mein sorgendes gemüthe los, Und rufe mit erfreuter seele: Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du leihöchsten guth, Dem vater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen trost erfüllt: Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ehre! 2. Es danken dir des himmels heer', Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer, In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen bat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner In seinem ganzen gnade walten. königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner noth: Ach gott, vernimm mein wetnen; Da half mein helfer mir vom tod Und ließ mir trost erscheinen. Drum dank', o gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! Gebt unserm gott die ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Ihr segen, heil und frieden. Mit vaterhänden leitet er Die seinen glücklich bin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die sonsten nirgends finden ruh'. Gebt unserm gott die ehre! 168 7. Ich will mein ganzes leben lang, gott, dich freudig ehren, Einst follen lobgesang deine himmel hören. Mein geist und leib erhebet dich: Mein ganzes herz erfreuet sich! Gebt unserm gott die ehre! 8. Shr, die ibr christi namen hennt, Gebt unserm gott die ehre! Ihr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unserm gott die ehre! Die falschen gözen macht zu spott; Der Herr ist gott! der herr ist gott! Gebt unferm gott die ehre! Zweite Abtheilung. 9. Kommt, laßt uns vor sein an geficht Mit frober ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der berr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! Mel. Nun danfet alle gott 2c. 370. Go lang' ich athme, gott, Will dein lob verbreiten. Das leben giebst du mir, Und glück von allen seiten. schenktest mir verstand, Der dich erkennen kann, Und botest ew'ges heil Durch deinen sohn mir an. 2. Was bin ich, gott der buld, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der mensch, der staub, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor der welt an mich, Und denkst noch meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und trau auf deinen segen. Mein ganz bestreben sey, Zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letzten bauch Sey dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch, da 26. oder: Wo gott zum haus nicht giebt. ich, berr und kam, Voll huld mich, als sein kind aufnahm. und neu 371. Delt! preist mein ge- Die proben deiner vatertreu. Dir fließt, sang, und dir mißfällt Ter frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht. o gott! der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit. 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dankt es meine seele dir, Taß du auch jetzt mein vater bist, Der seines findes nicht vergißt! 9. Gott weil ich nichts vergelten kann, So nimm dies schwache opfer an. Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge seyn. Mel. In allen meinen thaten: c. Geweihet dir und deinem fobn. Und 372. Dir dank ich für mein 3. Früh ward ich in der taufe schon Was gab mir der für kraft und licht! 4. Mich führte deine gütigkeit Langmüthig stets in dieser zeit, Und stürmte trübsal auf mich zu; Wer half mir überwinden? du. leben, Gott, mirs gegeben; Ich danke dir dafür, Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen; Durch deine güte bin ich hier. 5. Du sabst mich stets voll güte an, Und leff'st auf meiner pilgrimsbahn, Für mich so viele freuden blühn; Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und warest immerdar Mein schuß, mein retter in gefabr, Der stifter meines wohlergebns, Und der erbörer meines flebns. 7. Wie oft entfernt ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir. Der, wenn ich reuvoll wieder 2. Du, herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen augenblick. Du gabst mir frohe tage, Und selbst der leiden plage Verwandeltest du in mein glück. 3. Ich bin, berr aller dinge, Der treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du börtest schon mein sehnen, Und zähltest meine thränen, Eh' ich 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. bereitet war; Eh' ich zu seyn begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. O höchster, welch erbarmen! Du sorgest für mich armen, Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Dein größestes geschenke Ist er, durch den ich denke; Dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mit kraft mich stärkest, Auf meine tage merkest, Dies, vater, dank' ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest, Dies alles, water, dank' ich dir. Mel. Nun danket alle gott 2c. 373. Du bists, dem ehr' und ruhm gebührt; Und das, berr, bring' tch dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 169 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich fünder starb, Und der zu deinem guadenthron Den zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb' ihn, volk des herrn! Die erd' ist seiner güte voll; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurigkeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zu ew'gem glück erhöhn. Mel. Nun banket alle gott 2c. 8. Was mir in dieſem leben Noch 374. Durch dich, o großer gott, nüßt, du mir geben. ich hoff' auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich meinen leib und feele. Herr, segne und behüte mich. bin ich vorhanden; Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir, Und auch mit güte nah, 2. Du bist der gott der kraft. Dich preisen erd' und meere, Und himmel predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet' ich dankend an; Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn Und du errettest gern. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht; So hörtest du mein flehn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf und errettung sehn. 3. Und wenn ich deiner huld, O gott, gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach allem glück der 3. Wenn ich in schmerz und krankerde! Im himmel donnerst du, Und heit sank, Und rief: herr, rette mich! schrecken füllt das land; Doch fürcht' So halfst du mir: mit welchem dank, ich nichts, denn du Deckst mich mit Mein gott, erheb' ich dich? deiner Hand. 4. Betrübte mich des feindes haß, So flagt' ich dir den schmerz! Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins berz. 5. Wenn ich den rechten pfad verlor, Und mich verschuldet sab, Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und gnade war mir nah. 6. Herr, für die leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt. 7. Dir dank ich es, daß die natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder kreatur, Gott, deine freundlichkeit. 11. Vergiß nicht, seele, deinen gott; Nicht, was er dir gethan. Verehr und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. 4. Wenn ich die himmel seh, Die du, herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schenkst! 5. Voll güte läßt du uns Auf grünen auen weiden, Nährst uns mit speis' und trank, Und füllst das berz mit freuden. Du dachtest mein, eb' mich Die mutter noch gebar; Ja, sabst mich, eh' der grund er welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab Und leiden, die mich üben; Und meiner tage zahl War in dein buch geschrie Zweite Abtheilung. 170 ben. Du bist der frommen schuß, Du bist der müden ruh'; Ein gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich, mein schuß und mein erretter? Wie fanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, Und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried' und leben. Wie, könnt' ich einem gott Der liebe widerstreben? Der lasterhafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine nege ziehn. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die sünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüst, Bedenken, daß mein leib, O gott, dein tempel ist. 10. Sollt' ich nach ehr' und ruhm Mit fünd' und unrecht trachten? Nein, herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih'; Gieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sey. Mel. Freu dich sehr, o meine feele 2c. ott, mein vater, beine 375. Gebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starke triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den bei stand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenke mein gemüthe, Ohne warme dankbegier, Fener un verdienten güte, Die du durch die taufe mir Das erhabne recht gewährt, Daß, zu deinem find erklärt, Ich des fegens der erlösten Mich voll zuversicht darf trösten. 4. In den zarten jugendjahren Warst du meines lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab ich bis ins grab Einen vater, der mich liebt, Einen vater, der mir giebt, Was zum wahren wohl mir nüßet; Einen vater, der mich schüßet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine güte ist viel größer, Als die kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dank, Wie der seraphim gefang; Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so neig' durch deine liebe, Herr, mein ganzes herz zu dir; Stärk und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zu brauchen mich bemühn; Stets den zweck vor augen haben! Dazu du ſie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer treuer dich Lieb' und deinen heilgen willen Freudig suche zu erfüllen. Mel. Von gott will ich nicht laffen. roß ist des höchsten güte! 376. er fe nicht achte Welch fühllos berz verriethe Der un erkenntliche! Sie rettet uns aus noth, Erquicket uns im leide, Verwandelt es in freude, Versüßet selbst den tod. 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir Das himmlische vergnügen, Gott, lobzusingen dir! Nein, herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige Zu dir mein lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ich's auch bin; Treu bleibt zu allen zeiten Dein milder vaterfinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in fümmernissen Mir wohl zu helfen wissen; Dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine huld ist größer, Als es der mensch versteht; Dein rath unendlich besser, Als was sein wunsch erflebt. Herr, meine zuversicht! Dir 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. froh mich zu ergeben, Dich dankbar zu erheben, Sey meine liebste pflicht. Mel. Wach' auf, mein herz, und 2c. 377. Last unserm gott uns fingen, Shm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben Von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das leben Und seel' und leib gegeben. Er ist es, der sie schüßet, und giebt, was beiden nüßzet. 3. Dem leibe giebt er speise; Die seele macht er weise, Damit sie, frei von sünden, Mög' wahres glück empfinden. 4. Für uns dahingegeben, Ward christus, unser leben; Er, der für uns gestorben, hat uns das heil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich reuen Und wir forthin fie scheuen. 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben! 171 4. Du willst des menschen wahres Glück, Eh' er geboren ist; Und so ward ich( o welch ein glück!), Schon als ein find ein christ. 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wallen. 9. Leit' uns durch deine wahrheit, Bis wir in voller klarheit Dich sehn, und deinen namen Dort ewig preisen; amen! 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschützet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, herr, dein treuer rath Darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein schutz und meine wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. 8. In krankheit hast du väterlich Mir neue frist geschenkt; Und deine buld erquickte mich, Wenn sünden mich gefränkt. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von dir der freundschaft glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann; Dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir getban! 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm und preis; Ich will dich lieben und erhöhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefahr und noth, Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Und wenn einst erd' und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, und mich alsdann erhält. Mel. Lobt gott, ihr christen, allzugl. oder: Nun danfet all': c. 378. Mein geift erstaunt, aller das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. 2. Dann ist mein herz so hoch Mel. Wer nur den lieben gott: c. ein herz, ermuntre erfreut, Ganz beiner güte voll, und 379. M'vich zum preise Des weiß voll heißer dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir felbst verborgen, schlief: Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 14. Denn, herr, auch bei der welten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz Zu deinem lob und ruhm. gottes, der dein vater ist! Bedenke auf wie viele weise Du ihm zum dank verpflichtet bist. Bring' ibm, der stets dein helfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 172 Zweite Abth.- 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 2. Herr! deine hand ist immer offen,| und allen enden; Der uns von mutter Zu geben, was mir nüßlich ist. Und leib Und findesbeinen an Bis diesen dennoch wanket oft mein hoffen Auf augenblick Unzählig guts gethan. dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch gnade wiederfährt! 2. Der ewig reiche gott Woll uns, so lang' wir leben, Ein immer fröhlic herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad' Erhalten immer fort, Und uns aus aller noth Erlö sen hier und dort. 3. Unendlich groß ist dein erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt: Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, Von dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine treu Mit segen, trost und hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sorgen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt; So kommst du, eh' ich mich's versehn, Und mir mein flehn. 3. Lob, ehr' und preis sey gott, Dem vater und dem sohne, Und sei nem heil'gen geist. Er, der vom himmelsthrone Erbarmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! on wählst und wirkest stets das 381. Vantbegier Mel. Warum betrübst du dich 2. oll 5. Du freud' und beste, Und wenn auch meine noth sich häuft, so steht durch dich mein wohl doch feste; Und wenn mich elend ganz ergreift, So willst du mein erbarmer seyn, Mich vom verderben zu befrein. Erbeb' ich frommer meinen geist zu dir, Mein vater und mein gott. Wie froh und heiter machet mich Der himmlische gedank an dich! 6. Du bist mein heil! mein ganz gemütbe Ist deines ruhms, mein retter, voll. O könnt' ich deine große güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine kraft reicht nicht dahin, Du weißt es, gott! wie schwach ich bin! 2. Mein aug' erblickt die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. Du riesst, da wurden sie. Und erd' und himmel sind noch heut Ein spie gel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein zahllos heer lebendiger Der milden vaterhuld, Die neu an jedem morgen ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. 7. Und hätt' ich auch viel tausend zungen; So würde deines wohlthuns preis Nie würdig g'nug von mir besungen; Auch bei dem größten ernst und fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen kann, hat deine buld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit wohlgefallen Auch auf des herzens redlichfeit; Und höreft selbst das schwache lallen Der deinen mit zufriedenheit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner tinder schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen seyn. Ich will mit redlichem gemüthe Mein leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb' im höhern heiligthum. Bekannte Melodie. 380. Num un danket alle gott Mit händen, Der große dinge thut An uns 4. Du, herr, durch den ich leb' und bin, Giebst mir so vieles gute hin Zum fröhlichen genuß. Was ist der mensch hier, deß du dich So gnädig annimmst? was bin ich? 5. Den menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bildete dies berz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge hoffnungen Schenkst du nicht den erlöseten; Du stifter unsers heils! Verfüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu feyn, Die theuren lebensstunden weihn, Die mir noch übrig sind. Viel höhern hab Als dieſe mir geben kann. 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. sie dir der himmel singen: Menschen, engel, seraphim, Groß ist jesus, jauchzet ihm! Mel. Meinen jcfum laß ich: C, 382. D u, o herrscher, stiegst vom thron, Und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochgelobt Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. zu werden. Freund, der froh sein 383. Eins ist noth! o herr, und bleib' mir dies eine Lehre meine seele doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, Unter dem das herz sich quält Und der ruhe doch verfehlt. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. ewig groß! 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du hast gnade, trost und heil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein. Wie kann ich g'nug dankbar seyn? 3. Für die leiden ohne zahl, Für die leibs- und seelenschmerzen, Und für deine todesqual Dank' ich dir mit treuem Herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; Gieb zu besserm dank mir kraft. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb' ich dich, Und will dir zu ehren leben, Wir dir stets gehorsam seyn; Tenn ich' r ia ewig dein. 5. Nichts soll slittch so sehr erfreun, Als, daß ich angehöre, Jesum lieben, fesu seyn, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o heiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 6. An dir, jesu, balt' ich fest, Weil ich werd' auf erden wallen. Wehe dem, der dich verlaßt! Er muß in's verderben fallen; Meine ganze feele spricht: Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes find und erbe; Goit liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfft du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. 8. Drum, erlöseten des Herrn, Preiset ihn, lobsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern, Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der heiligste sich dar. 173 couns 9. Preis und dank, und herrlichkeit Müsse dir der weltkreis bringen. Und wenn aufhört erd' und zeit Müss' 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner kreatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wahres heil Und das allerbeste theil. 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria sich erlas, als sie, obne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören! La vergaß sie welt und sich, Als sie hörte, jesu, dich. 4. Also richt auch mein verlangen, Mein erlöser, stets nach dir; Deiner wahrheit anzuhangen, Schenke trieb' und kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit lust betrachten, Und, mich deines beils zu freun, Ihren lehren folgsam seyn. 5. In dir liegt der weisheit fülle. Was die seel' allein beglückt, Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn Und den weg des lebens gehn. 6. Mit vergebung aller sünden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bei gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mittlers gütigkeit Dank' ich diese sicherheit. 7. Aber du bist meiner seele Auch zur heiligung gemacht, daß sie nicht mit vorsatz fehle, Fliehe vor der sün Zweite Abtheilung. 174 den macht. Muth und kraft zum heil'gen leben kannst und willst du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöbe fündenluft zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das eine, Jesu, und mein alles seyn. Prüf und forsche, wie ich's meine, Tilge allen heuchelschein; Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir tréu sey bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. Mel. Seelenbräutigam, jesus 20. 384. Husettes famm! eld aus davids stamm, Selbst von gott zum heil erkoren Allen denen, die verloren; Wie erheb ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth, Ja selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen Uns auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 3. Jesu, höchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuren blut's hinlänglich, Und die gnad' ist überschwenglich, Welche gottes rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der gottheit tbron, Gottund menschensohn! Sizest du nun Hocherhaben, Und theilst deine gnadengaben, Als der herr vom haus, Deinen kindern aus. 6. Heiland voller huld! Unsrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den fünden seyn. 9. Deines geistes trieb In die seel gieb, Daß mit wachen und mit bete Wir, als kinder, vor dich treten; S verlischt das licht Unsers glauben nicht. 10. Ohne prüfung ist Nie ein wah rer christ; Willst du uns in leide führen, Laß uns dich nur nicht ver lieren! In der trübsalsnacht Nimmi du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn si uns erfreut, Treibe herz und munt zum danken, Und bewahr uns in de ficherheit. schranken Einer heil'gen freud', Ohn 12. Einen Heldenmuth, Der aud gut und blut Gern um deinetwille lasse, Und des fleisches lüste haffe Gieb zu deiner ehr' Uns je mehr un mehr. 13. Jesu, bilf, daß wir Ritterlich all hier Alles durch dich überwinden, Un durch deine kraft empfinden, Daß ein wahrer christ Treu und standhaft i 14. Wird's zum sterben gehn, Woll du bei uns stehn Uns zur seligke bereiten Und durch todestbal begle ten; Daß wir ei uns sehn, Di zur rechten stehn. 01 7. Was durch deine kraft Neuè herzen schafft, Was der sünden berrschaft wehret, Und die lust zur tugend mehret: Das erbitten wir, Heiligster! von dir. 8. Weck' uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Führ' uns fort mit treuen händen Auf der tugend bahn; Führ' uns himmelan. In bekannter Melodie. erzlich lieb hab' ich die 385. seele schätzt nichts mehr Als dein gnaden gaben. Die ganze welt- freut mich nicht, Nach ihren schät frag' ich nicht, Wenn ich dich ni sollt haben. Wenn auch mein be im tode bricht, Bist du doch mei zuversicht, Mein Heiland, der, w ich erlöst, Mich auch im tode ni verstößt, Herr jesu christ, Mein b und gott! Mein herr und gott! mir im leben und im tod. 2. Es ist ja dein geschenk und ge Mein geist, mein leib und was hab' In meinem ganzen leben. T ich es deinem lobe weib, Den näch damit nüßlich sey, Woll'st du gnade geben. Laß mein vertrauen dich rein Und heilig meinen wan seyn; In aller trübsal stärke mi Daß ich sie dulde williglich. F 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. jesu christ, mein herr und gott! Mein Herr und gott! Hilf mir auch in der letzten noth. 3. Verleih, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein Engel meinen geist In's reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein 3war erde, doch nicht länger seyn, Als bis zum letzten tage. Du läsfest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getrost als meinen richter schaun. Herr jesu cbrift, Erhöre mich! Erhöre mich! So preif' ich bier und ewig dich. Bekannte Melodie. Refu 387. M nicht, weil er sich In eigner bekannter Melodie. einen laß freude! Be386. Jetim leide! für mich gegeben, So erfordern dank und pflicht, Ihn zu lieben, ihm zu Er ist meines lebens licht: leben. meinen jesum laß ich nicht. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen jesum laß ich nicht. Meines Herzens theil! Deine mittler treue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich seyn. Laß die felsen splittern, Laß den erdfreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ist's mebr? Rings um mich her Mag es stürmen, donnern, blizzen! Jesus will mich schützen. 3. Wenn der fünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht, Das weltgericht: Freudig, daß ich jesum sebe, Blick ich auf zur höhe. 175 6. Weich', verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure luft: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, hochmuth, neid, Ihr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weg mit sorg' und zagen, Schweiget, bange klagen, Jesus ist ja mein! Jedem, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie Viel angst und müh: Jesu, auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei der feinde toben Stimm' Si ich, gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht, Des mittlers macht, Die kann selbst der feinde wüthen Auch in eil' gebieten. Daf 5. Lockt nur, gold und schäße; Ehre tersey der göze Der so stolzen welt! Mich follt ihr nicht blenden, Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. de Elend, noth, Kreuz, schmach und tod d Soll mich, ob ich viel muß leiden, en Nicht von jesu scheiden. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt' ich fest: an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines lebens ende; Ihm geb" ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht: Meinen jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang' und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, Und das matte herz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligkeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich hier Ihm zu ehren willig leide; Da schau ich sein angesicht; Meinen fesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erden ist's, Was des herzens wünsche stillet; Du, o jesu, du nur bist's, Der sie einst noch ganz erfüllet. Dich, mein reichthum, ruhm und licht, Dich, mein jesu, laß ich nicht. Zweite Abtheilung. 176 8. Dich, mein fefu, halt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr be raubt euch ew'ger freuden. Selig! wer in wahrheit spricht: Meinen jefum laß ich nicht. dich herzlich liebe, Und mich in dem was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worke übe, Bis sich Für mich Jenes leben Wird anheben, Wo die frommen Alle trübsal sind entnommen. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 7. Da werd' ich deine gütigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, 388. D iefu, jefu, gottes føhn, In vollem umfang schmecken; Da se Der ich war, mich schon Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; Mein Herz ist dir auch offenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden kann und soll mir theu'rer werden. ich in dem licht gnaden volles angesicht, Auf immer frei von schrecken. Wohl mir! Preis dir! Da mir droben Aufgehoben Ew'ge freu den; Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. 2. Dies eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher treue dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Taß ich durch thaten dich noch mehr, Mein beiland, lieben sollte. Laß mich Glaubig Teine güte In's gemütbe Stärker fasſen, Dir mich ganz zu überlassen. 3. Du stebst mit deiner kraft mir bei; Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anbangen. Nichts, was sonst menschen wohlgefällt, Nicht lust der sinne, ehr' und geld Befriedigt mein verlangen. Ohn'dich Kann mich nichts von schätzen Recht ergöz zen Und beglücken; Du nur fannst mein herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die feele rub Und troft für sein gewissen. Ob mich auch manche noth hier drückt, So werd' ich doch durch dich erquickt In meinen fümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird all' mein trauern schwinden. 4. Ihn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warst bereit, nach seinem rath, Zum beil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst du's auch, herr fesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht um murren reize; Wars 5. Noch hat kein aug' es je gesehn, gott gehorsam bis zum tod, Ja bis Es kann's auch hier kein mensch verzum tod am kreuze; Auch da was stehn Und würdig g'nug beschreiben, deine zuversicht Auf ihn allein und Was denen dort für herrlichkeit Bei fest gericht't. dir und von dir ist bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was bier Von dir, Ift gegeben, Unser leben Zu ergötzen, Ist dagegen nichts zu schäßen. 6. Von ihm verfassen, blieb deir herz An ihm, trop alles spottes Deir hoffen war im größten schine Di sichre hülfe gottes. Und was du host test, ist geschehn; Gott hörte d stimme flehn. 6. Erum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude seyn, Daß ich Ben Mel. Machs mit mir, gott, nach 20. jefu, wabrer frömmig feit exempel; Dein herz, dem vater gam geweiht, War jeder tugend tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. als 2. Wer war wohl eifriger, du, zu thun des vaters willen? Ti war es ruhm und seelenrub, Ibn treulich zu erfüllen; Dir keines eigen ruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine lust. 3. Wenn wo dein auge frevler sab, Warst du voll edler schmerzen: Dod wenn des vaters wort geschah, Quel freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer sinn; Auf ihr sah stets dein auge hin. 389, 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 177 7. Mit ehr' und preis von ihm ge-| mein herr und gott, Jemals von dir krönt, Lebst du zu seiner rechten Voll scheiden. Sünden, welt und eitelfeit majestät, und dir ertönt Von allen Und die bösen triebe, Alles überwind' gottesknechten Das lob, dess' du so ich weit, Herr, durch deine liebe. würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein exempel mir Auch nun zum muſter ſege, Und gott den herrn, gesinnt gleich dir, Weit über alles schätze, Mit freuden seinen willen thu' Und ganz in seiner fügung ruh'. 390. Mel. Schwing' dich auf zu deinem zc. ollt' ich jetzt noch, da mir schon Deine güt' erschienen, Dich verlassen, gottes sohn, Und der sünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Meines glaubens schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden, Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, hassen, Und mein recht an deinem tod Wieder fahren lassen? 10 3. Nein, ich bin und bleib' ein christ, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch list Meinen glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie kraft den müden, Den bedrängten trost und ruh, Sündern gottes frieden? Giebt sie mir die zuversicht, Daß ich, troß dem grabe, Jener ewigkeiten licht Zu erwarten habe? Mel. Seelenbräutigam, Jesu 2c. 391. Mer ist wohl wie du, 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völker stehen, Und das leben und den tod Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? Coll Jesu, freund der menschenkinder, Retter der verlornen sünder! Licht und seelenruh Fließt von dir uns zu. 2. Herr der herrlichkeit! Zur be stimmten zeit Kamst du uns zum heil auf erden, Warst zur duldung und beschwerden Unsrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 6. Dwie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes buld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die nung gründe, Daß auch ich unfehlbort Gnad' und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübfal nicht, noch freuden, Sollen mich, Evangel, luth. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den kreuzestod Haft, zur tilgung unsrer schulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Keine furcht der welt Schreckte dich, o held! Sünd und tod hast du bezwungen Und ein ew'ges heil errungen Für die ganze welt, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und prophet! Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wenn die welt vergeht. 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach gewissen handeln, Und mit freuden dir nachwandeln. Wahres christenthum Sey mein größter ruhm. 7. Zeuch zu dir mein herz, Laß in freud' und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich fränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig hier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eiteln hin: O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel verfehle! Lenke meinen sinn Auf das ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinem lauf Nichts von dir zurück mich halte und mein eifer nicht erkalte; In dem tugendlauf Hilf mir schwachen auf! 12 178 Zweite Abtheilung. 11. In versuchungszeit Stärke mich| schrecken flohen? Macht nicht, List zum streit; Laß mich wachen und mit nicht, Deine gaben, Mittler haben beten Voll vertrauen vor dich treten, Dich verkläret, Uns den weg zu gott Bis nach kampf und streit Mich der gelehret. fieg erfreut. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange seele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab' in solcher nacht Huldreich auf mich acht! 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hohe freuden. Welche Gnade, Daß wir fünder Gottes kinder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben Mag für ew'ges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut! 14. Soll's zum sterben gehn, Laß mich auf dich sehn! Bleib mir hülfreich dann zur seiten, Mich durch schmerz und tod zu leiten, Bis ich einst dich seh; Dir zur rechten steh'. fe 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der lobgesang Er 392. gerne dir vor dei retteter gerechten. Unzählbar sind die nem thron Ein würdig loblied brächten. Ihrer Mehr noch Jesu, werden Schon auf erden, Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herr lich bei den deinen! Führst du uns einst zu deiner ruh, O wie weit hen licher wirst du Den frommen dann erscheinen; Ewig Müsse, Dir zur ehre Ihrer chöre Lob erschallen, Durch die himmel widerhallen. Mel. Wie schön leucht't uns der, 2c. mie groß, wie angebeo herr jesu christ! Wie theuer deinem volte! Welch licht ging in der finsterniß Mit dir der welt auf, wie zerriß, Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, die dein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo sind sie, wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des gößendienstes nacht Und seine 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen thaten, 20. 393. ieb, gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu seyn. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 4. Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit chr und ruhm gekrönt, Nun machst du felig, die versöhnt Der sünden gräuel hassen. Ihnen Willst du Heil und leben Gerne geben, Und uns allen Helfen, daß wir gott gefallen. 2. Such' ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, als es dein wort gebeut? Trag' ich der tugend bürde Aus fenntniß ihrer würde Auch immer mit zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den sünden Auch stets aus rechten gründen? Aus wahrer frömmigkeit? Oft sind die guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. 4. Der fünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur ebre Rein meine tugend wäre, Wess' ist dies eigenthum? Wer ließ mich unterrichten! Wer ließ in meinen pflich ten Mein glück mich sehn und meinen ruhm? 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte meine kräfte Im heiligungs- geschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit. 7. Du schaffft, daß ich dich wähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden, Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner bessrung glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab' ich zum lohn ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. Mel. D cott, du frommer gott 2c. err, der du alles giebst, Was ist mein stand, mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster nüße; Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, befize? Bin ich drum mehr, als er? O, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach beinem rath begegnet ,. Und deine gitigkeit Mich mehr als andre, segnet; Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, Und andre unter mir Im kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 394. mir 5. Wie könnt' ich mich, o gott, Des guten überheben; Was ich besiz' ist dein! Von dir hab' ich mein leben, Und was ich gutes thu', Dazu giebst du gedeihn; Drum laß mich ewig fern Von stolz und hochmuth seyn. 179 was mich selbst entehrt, Mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was alles ich vermag und bin, Durch deine weise güte. 2. Du schufft mich nicht bloß fleisch und bein; Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und hast es ihr gegeben, Noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und lust gebiert, zu fassen, zu erwägen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. daß 395. Las mich des menschen wahren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Und dessen, 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 4. Du schusst mich zur geselligkeit Und für der freundschaft freuden; Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fähig ist, Sich dein, der du mein vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den jeder himmel preist, Auch preis und ehre geben. Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vorsicht rath beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese furze zeit Riefst du mich in dies leben; Zu freuden einer ewigkeit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt; Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn. und gleich den thieren handeln? Der fleischeslust ergeben seyn, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sey ein solcher sinn von mir! Bewahre mich, mein gott, dafür, Daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit mit allem 12* Zweite Abtheilung. 180 eifer trachte; Dich liebe, und mich beiner freu', Und so des vorzugs würbig sey, Den du mir hast verliehen. Mel. In allen meinen thaten 2c. 396. Was ich nur gutes habe, Ist deine milde gabe, Du vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nüßlichen geschäfte, hab ich aus deiner huld. Dein ist's, wenn gute thaten Dem vorsay wohl gerathen; Die fehler sind nur meine schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Collt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes widerfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, Herr aller dinge, Die du mir hast erzeigt. Olaß mich's nie vergessen, Wenn sich mein Herz vermessen Zum stolz und eigendünfel neigt. 6. Das nüßlich anzuwenden, Was du mit vaterbänden Mir gütig zugewandt: Ties sey in meinem leben Mein eifrigstes bestreben! Dazu gieb demuth und verstand. Mel. Ein lämmlein geht und 2c. 397. Wenn ich, o gott, von Auf nen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vorschrift handle; Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mebr dich liebt, Als alles gut auf erden: So laß durch stolz und sicherbeit Mich deiner huld und gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüfte! Sieht ruhig auf gefahren bin, Wovor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er schon zu seyn; Dentt, diese fünde sey nur klein Und jene pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem falle nah, Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. 3. So schwach ist, herr, der mensch, sobald zur fünde fortgerissen! Sein eifer wird gar leichtlich kalt, Nachgebend sein gewissen. Weh ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwach heit er vergißt, In sich nur stärke fiehet! Der irrthum und die sinnlichkeit Besiegen ihn in jedem streit, Wenn er nicht flüglich fliehet. 4. Wer sich selbst, gott, vor dir erhöht, kann nicht vor dir bestehen: Wer seine niedrigkeit gesteht, Nur den wirst du erhöhen. Veracht' ich andre neben mir, So mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube hat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Bergiebst du seine sünde. 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und niemals aus vermessenheit Auf meine kräfte bauen. Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von fern mir schon, Daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüste. 6. Du weißt's, zum guten, herr, bin ich Nur öfters kalt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find' ich mich auf der rechten bahn: So gieb, daß ich, so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeßne zuversicht den 7. Mein glaube, meine frömmigkeit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, du erschusst, Den du begnadigst und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, mit demuth deine gab' empfahn, Und dir die ehre geben. 8. So werd' ich, gott, von dir geführt, Auf deinen wegen wandeln, urch deinen guten geist regiert, Nach deiner vorschrift handeln. Sch 15. Von der Selbstliebe. 181 werde nicht durch sicherheit, Durch| Drum laß mich oft und ernstlich prüstolz und durch vermessenheit Von fen, Ob ich sey christo gleichgesinnt. deinem worte weichen. So bleibt auch Befreie mich vom falschen wahn, Der deine gnade mir, Und ich werd, un- auch den klügsten täuschen kann. terstüßt von dir, Des glaubens ziel erreichen. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des berzens zustand sich verheblt, Auf wahre beßrung seyn beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist verstand, Drum mache mich mit Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 398. Wer bin ich? wichtig lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein werk von deinen händen, Du schufft mich, gott, zu deinem preis; Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Doch, leb' ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem bekenntniß; Doch, bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geh' Und ob ich auch im glauben steh. 4. Du tennest unsers berzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind; Mel. Jesus, deine tiefen wunden 21. 399. Daß ich mich, mein gott, selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig seyn; Du, du pflanzest ja die triebe Tief biezu den menschen ein. Lenke du nur meinen sinn Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht mein glück verfehle Und selbst das verderben wähle. 6. Was mir zu meinem heil noch feblet, Mein vater, das entdecke mir! Hab' ich der wahrheit weg erwäblet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem licht, So täuschen mich verführer nicht. 2. Hilf mir, alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht auf das mein bestreben richten, Was wahrhaftig glücklich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. 3. Doch, wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser herz, Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es freud' und wählt den schmerz, 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern; So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gieb mir zur beßrung lust und fraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und bier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel klug Und frei vom schnöden selbstbetrug. 15) Von der Selbstliebe. Sucht und findet niemals ruh, Hofft fie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wabres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir gut's verrichten, Oft von eigennuß verführt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wahren rubm bei dir; Und, wie oft feblts uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen? 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher unart frei, Daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den trieb mir ein Mich vor allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten Und sie, wie du willst, zu achten. 6. Gieb mir dann auch das vollbringen, Mich zu lieben, wie ich soll; Zweite Abtheilung. 182 Laß mich eifrig darnach ringen, Was mir dient zum wahren wohl. Auch dem nächsten beizustehn, Liebreich stets auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich üben. Mel. O gott, du frommer gott zc. 400. Du willst es, herr, mein gott, Daß ich mich felber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner vorschrift übe, Und laß den sel'gen trieb, Mich meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich findlich ehr' und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch, als ein christ, Was deinem beil'gen rath, O gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder eigennuß Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg' und mittel wähle; 8. Das sey mein zweck, mein fleiß; So laß mich stets dabei Auf recht und O segne mein bemühen! So wird das wahrheit schaun, Und nie mein wohl- wahre wohl nicht meinem wunsch ent ergehn Auf andrer elend baun. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, fliehen. So liebe ich mich so, Wie dir es wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 401. Her, Den mir bein err, meiner feele großen theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schufft fie, gott, dein bild zu seyn, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen ſohn gesendet. der es sucht, Gott, deine wege meidet, Wer unrecht liebt und thut Erbt deinen himmel nicht, Nie treffe mich, o gott, Dies schreckliche gericht! 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer: Die welt mit ihrer luft Bergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze luft? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ist's, was uns glücklich macht. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit zu größerer vollkommenheit Im himmel reif zu 6. Ein gottergebnes herz, Ein unverlegt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tot Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 16) Von der Sorge für die Seele. werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens kurze müh', 3u jenem leben führen. O, laß mich 7. O selig, wer darnach Mit heil'gem eifer trachtet Und für sein größ tes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der find't schon in der zeit Die wahre ruh und einst Vollkommne seligkeit. nicht durch eigne schuld Das beil, verlieren! das deine vaterhuld Ihr ausersehn, 5. Wie du, o gott, gesinnt zu seyn, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum troft zu wählen: Das sey mein fleiß und höchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, in mir Ein berz, das fünden haffet, Das seine schuld vor dir bereut Und das zu deiner gütigkeit Durch christum boffnung faffet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb; Und was ich noch auf erden leb', Laß mich im glauben leben Un jefum chri stum, der auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine fraft, 16. Von der Sorge für die Seele. 183 Nach jenem kleinov trachten, Das 8. Nun, so will ich immerdar mir dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. Wachen, kämpfen, beten, Und vermehrt sich die gefahr, Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, Und welch eine krone Wird mir dann zum lohne! 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, Durch dich, gott, ruhig leben; Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. 402. Mache dich, mein geist, und bete! Daß dein Herz zur bösen zeit nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ Von versu chungsstunden Plößlich überwunden! 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es däucht, Daß er sicher stehe Auf der tugend höhe. 3. Wache! denn hier hat der christ Noch von allen seiten, Was der seele schädlich ist, Muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung Fallest. Mel. Was mein gott will, daß zt. oder: Das jesulein soll doch ic. 403. Mein gott, erschaffen haft du mich, Einst ewig frob zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein herz dahin erhewird zu theil, Der hier dich treu verehret; Wo alles leid Der prüfungszeit In wonne sich verkehret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die Hoffnung ist's, die mich erquickt, Einst auch mit den erlösten Bei dir zu seyn, Und, frei von pein, Sollt' ich In ewigkeit zu leben. denn hier nicht mit begier Nach solcher hoffnung streben? 3. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und auch alsdann gewissenhaft, Wenn sünde lockt, zu bandeln? Ein öftrer blick Auf jenes glück Des wonnevollen lebens; Nicht ich dahin Nur meinen sinn, So kämpf' ich nicht vergebens. 4. So gieb denn, daß ich allezeit Borzüglich darauf achte, Und nach dem glück der ewigkeit Vor allen dingen trachte; Damit ich treu Im glauben sey, Der tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges beil Wird nur zu theil Dem, der darnach recht ringet. 5. O wäre dieses heil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich finden, fret von pein, Und frei von allen leiden! Sieh dieser zeit Mit ruh' und freud' Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, steh' mir bei, Im guten treu, Den lauf zurückzulegen. 4. Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge; Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe. Wach' und sieh', Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir nege stellen. 5. Wach' und hab' auf dich wohl acht, Trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. Ach, es ist Voller list, Weiß sich selbst zu heucheln Und mag gern sich schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit Auf dem rechten pfade Durch erbet'ne gnade. 7. Nahe dich denn mit gebet Oft zu seinem throne; Wenn dein herz nur glaubig fleht, er in dem sohne. Er verheißt Seinen geist, 404. N feit Laß, verr, mich Mel. Es ist gewißlich an der ic. ach meiner seelen Mit ihm kraft und leben, Auf dein flehn zu geben. eifrig ringen! Sollt' ich die kurze gna se Zweite Abtheilung. 184 denzeit In sicherheit binbringen: Wie würd' ich einst vor dir bestebn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines berzens werden. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um erbarmung flehen, Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung; Drum laß auch hier auf erden Des geistes wahre besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärk' in mir dazu den trieb: Nichts sey mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; Was hülfe mir's? nie kann die Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 405. D er wollust reiz zu widerstreben, O christ, laß deine weisheit seyn! Bewahre, lichst du glück und leben, Dein herz von ihrem gräuel rein. Vor ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. 17) Von der Sorge für den Leib. 2. Die wollust kürzet unsre tage, Sie raubt dem körper seine kraft, Und armuth, seuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der baßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 3. Sie raubt dem geiste muth und stärke, Schwächt den verstand, der file licht; Sie raubt den, eifer edler werke, Und ernst und luft zu jeder pflicht. Sie führt reu und gewissensschmerz In das ihr hingegebne berz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer bürde Zur niedrigkeit des thiers herab; Gr schändet und entehrt die würde, Die ihm sein weiser schöpfer gab; Vergißt ben zweck, dazu er lebt, Weil er nach niedern lüften strebt. welt mit allem, was sie in sich hält, Mir deine gnad' ersetzen. 5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein 5. Was führt mich zur zufrieden heit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens freuden. 6. Nach diesem kleinod, berr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh' Und im gericht dereinst besteh', Sey meine größte sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor trägheit mich beschüßest, Und mich zur treu' in dieser pflicht mit kräften unterstüßest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find' ich bier schon wahre ruh Und dort das ew'ge leben. spott; Sie sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor bir, o gott! Der lastersclas entflieht dir nicht; Du forderst ihn vor dein gericht. 6. Du übergiebst den dem verderben Schon hier, der seinen leib entweiht; Und nie wird der den himmel erben, Der sich unreiner lüste freut. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, O schaff ein reines herz in mir! 7. Gieb, daß ich allen bösen lüsten Mit muth und nachdruck widersteh; Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'ger, seh. Denn, wer dich, gott, vor augen hat, Flieht auch verborgne missethat. In voriger Melodie. 406. es leibes warten und Das ist, o schöpfer, meine pflicht; Durch eigne schuld ihn zu zerstören, Verbietet mir dein unterricht. stebe mir mit weisbeit bei, Daß diese pflicht mir heilig sey! 2. Sollt ich, o herr, geringe schäzzen, Was deine band mir anvertraut? Den wundervollen bau verlezen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja 10 10. Von der Sorge für den Leib. deinoult' ich denn sein zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßzen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein: Wie sollte sie es mir denn seyn? 4. Gesunde glieder, muntre träfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn krankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heitrer muth? 5. Drum gieb, daß ich mit sorgfalt meide. Was meines körpers wohlseyn stört;' Daß nicht, wenn ich je krankheit leide, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh', Du zogst dir selbst dein übel zu! 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam seyn; Und drückt mich eine krankheit nieder, So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des Körpers pflege zielt; Und stets in jenen schranken bleibe, Die dein gebot mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sey meinem geiste, gott, geweiht, Daß er zum himmel weise werde. Noch in der vorbereitungszeit: So wird sich leib und seele dein In alle ewigkeit erfreun. Mel. In allen meinen thaten 2C. 407. Wa as ist mein zeitlich leben, Das du mir, gott, gegeben? Ein unschäßbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glück beruht. 185 3. Sollt' ich dies glück mir rauben? O herr, laß mir, im glauben Der künft'gen erndtezeit, Mein leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut." 2. Hier wird die saat gestreuet, Dort erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich hier lebe Und gut zu handeln strebe, Je gröher wird mein glück dort seyn. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undank güte; Entweicht auch dem berufe nicht. 5. Was leicht in krankheit stürzet, Das leben leicht verkürzet, Laß mich mit sorgfalt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für meine pflicht zu wagen, Was du mir, gott, für sie verliehn. 6. In deine vaterbände Befehl ich, herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sey mein ganzes leben Tir bier zum dienst' ergeben; Hilf du nur selbst der schwachheit auf. 7. Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab' ich lang' und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 408. Wie mannigfaltig sind die gaben, Wodurch, berr, deine huld uns nährt, Die alles gute, was wir haben, Beständig und so gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 2. Du giebst uns brød für unser leben; Und läsfest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben, So viel, so mannigfaltig seyn. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vater, jährlich deine milde, Daß keiner hungern mög', erneut; Daß jedermann, von sorgen fret, Gesättigt werd' und dankbar sey, 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch Freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein überfluß! 186 5. So will ich denn mit freuden effen, Was deine vaterhuld mir schenkt; Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß sie mich speist, daß sie mich tränkt; Nie, daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. Zweite Abtheilung. 8. Unmäßigkeit raubt uns die kräfte Zu dem, was uns die pflicht gebeut! Macht träge zum berufsgeschäfte, Un tüchtig zur gottseligkeit; Erweckt un ordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuld'gen dank. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnügen, Die du in speis' und trank gelegt, Mich nie, o höchster, so befiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse sevn.baltsam, mäßig, nüchtern seyn! 9. Wer sich den bauch zum gott er koren, Unmäßig deine gaben braucht: Der ist für's himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Ent 7. Mit speis' und trank sich so beschweren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser Herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. 10. So oft ich speis' und trank ge nieße, So laß es mit vernunft geschehn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nahrung und erquickung giebst. 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. von dir hernieder. Was deine hand uns zugewandt, Das fließet stets aus Mel. Allein gott in der höh' set 2c. 409. Aus deiner milden segensaller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du haus, Und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 2. Von dir kommt kunst und wissenschaft, Wodurch die länder blühen, Du schenkest jeglichem die kraft, Sich nüßlich zu bemühen In seinem amt, beruf und stand, Darzu dein rath ihn tüchtig fand, Zum besten mitzuwirken. 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit weisheit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser land, auf jedes haus Zu deines namens ebre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich sey In seinem thun und Handel; Recht schaffen, brüderlich und treu In sei nem ganzen wandel. Mit lust, o vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein volk bewohnet. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verMel. Herr jesu christ, dich: c. knüpfft ſie unter sich Durch deines segens bande. Zum fernen oft, zum fernen nord Strömt deines segens quelle fort Von westen und von süden. 410. Gott, dessen band die welt ernährt, jedermann sein theil gewährt, deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. n Laß 4. Du giebst den schiffen ihren lauf 2. Du sorgst für mich, doch so, Auf strömen und auf meeren, Und daß ich Auch sorgen soll, zu thun, hilfft dem flor der handlung auf, was mich Dein offenbarer wille heißt: Biel tausende zu nähren. Zur noth- Dazu verleih mir deinen geist. durft, zur bequemlichkeit Bertheilst du deine gaben weit von einem land 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt; Mich von der sünde zu befrein, Laß meine erste sorge seyn. zum andern. 5. Du segnest fedes menschen fleiß 3um nugen seiner brüder. 4. Stehts erst mit meiner seele wohl, nur gutes kann und weiß, Das kommt Dann lehre mich auch, wie ich soll, Was er 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 187 lebens müh', Ihr herz mit troft und hoffnung. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als dir mißfällig, meiden, Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Boll muth, mit luft und freuden, In meinem stand geschäftig sey; Dein segen kröne meine treu, Daß sie auch andern nüßze. 6. Sey überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner hände Befehl ich, allerhöchster, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von metnem fleiß In jenes leben folge. Auf meines leibes wohlergehn Mit wahrer christenweisheit sehn. 5. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 6. Mit beten geh' ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk'; Mit dir fang' ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mir der arbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist; Erfreut, daß du mein helfer bist, 8. Zu dir hoff' ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest blumen, laub und gras; Für deine sorg' ist nichts zu klein: Du wirst auch mein versorger seyn. 10. Verstünd ich nur nach deinem noch auf erden bin, Mit deinen gaben umzugebn; Wie 412. Mgeschäfte,& gott! du Mel. Wer nur den lieben gott 2c. it dir geb' ich an mein wohl würd' es dann um mich stehn! 11. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir thätig dankbar sey! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mir's wohl. giebst durch deinen geist mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen rath mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müßiggang verlebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Mel. Nun freut euch, lieben it. oder: Lobsinget gott, und 20. ott ist's, der das ver411. gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem hauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht't, Dem giebt er auch auf erden Vom zeitlichen mit milder hand, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der frommen schild und lohn; Er krönet sie mit gnaden: Was sollte ihrer feinde hohn Und mißgunst ihnen schaden? Mit seinem schuß bedeckt er sie, Und segnet, bei des Du bist's, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! 3. Du gabst, mit so viel andern trieben, Uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn aufs nüßlichste zu üben, Giebst du uns auch gelegenbeit. Du kennest unsrer arbeit müh, Und deine kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, Ihr folgen und mich ihrer freu'n. Wie, sollt' ich dabei irre gehen Und nicht vielmehr gesegnet seyn Von dir, der du der arbeit last Auch reichen lohn beschieden haft? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wie's werden soll; Ich geh' ihm doch gewiß Zweite Abtheilung. 188 entgegen Und bin der frohen hoffnung voll: Mein fleiß ist wohlgefällig dir; Du siebsts und du vergilist ihn mir. 6. Ich tröste mich dess' nicht vergebens, Bleibt er gleich unvergolten hier; Du reichst am abend meines lebens Auch mir der treue lohn dafür. Dann freu' ich mich in ewigkeit Des nüßlichen gebrauchs der zeit. el. Aus tiefer noth schrei ich ze. 413. Nach einem ratb, o gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden: Du willst es, daß wir alle hier Einander nüßlich werden. Gieb mir verstand und luft und fraft, Geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hilf, daß vor träger weichlichkeit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh' gebeut, Nie meine fräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb treuen fleiß und laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Und mit versäumung meiner pflicht Ver 19) Vom rechten Verhalten Reichthum, Ehre Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. 414. wissenhaft Mein zeiterr, laß mich doch gelich guth verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir traft, Damit wohl hauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig fey Zu größern gnadengüthern. 2. Mein hab' und guth kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl; Drum gieb, herr, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte guth, Vergänglich, wie die erde. Hilf, daß ich nie zum übermuth Dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer geschwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen seyn, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 4. Ein heil'ger trieb belebe mich, O höchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leichter unsre lasten. 5. Laß mich vor dir, herr, unverrückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein leben deinem dienst zu weihn, So nüßlich, als ich kann, zu seyn: Das sey mir ehr' und reichthum. 6. Dir zu gefallen, sey mein ziel Bei allem, was ich thue; So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe; Denn wer dir, heiligster, mißfällt, Was nüßzet dem die ganze welt mit allen ihren schätzen? 7. Gieb, daß mein fleiß in dem beruf, Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf, Mir eine stufe werde, Worauf ich nach vollbrachter zeit Zur höheren geschäftigkeit Des bessern lebens steige. gegen die zeitlichen Güter, und dergleichen. winn Mein Herz so weit zum eiteln hin, Daß ich mein heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze welt mit allen ihren schäßen, Verblendete mich guth und geld, Mich dir zu widerfeßen? Verschmäht' ich, was dein wort begehrt, Was mir ein ewig heil gewährt: Wie elend würd' ich werden! 5. Mein stärkstes trachten sey allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott, in dir, Kann ich nur diese haben! Besiz' ich, höchster, deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir seyn, Die wurzel alles bösen. Von sünden und gewissenspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts an 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter 2c. 189 tage des gerichts; Gold schützt da keinen fünder. 7. Nie laß mich ruhm erschmeicheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestreben seyn. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes lebenlang: So werd ich bei verständigen Das glück des guten namens Mir g'nug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o herr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit' mich auf rechtem pfade, Ein solcher mensch zu seyn, Den einst die ehrenkrone schmückt, Die ewig deine frommen In jener welt beglückt. 7. Lehr' mich die weise sparsamkeit, Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst in dieser zeit Es nüßlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich bier, Dadurch dem nächsten so wie mir, Des lebens müh erleichtre. 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein gemüth gewissenhaft Zur heil'gen sorgfalt lenken, Also die güter dieser zeit Zu nüßen, daß ich dort, erfreut, Noch segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd' mith 2c. 415. ich niemals geizig err, laß nach eitler ehre seyn. Gieb, daß dein geist mich lehre Der ehre mich zu freun, Die ewiglich vor dir beſteht, Und mit mir von der erbe himmel übergeht. 2. Nie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt, Das oft aus ihren händen Der böse auch erhält: Wer weis und fromm ist in der that, Ist edler als der größte, Der aber dies nicht hat. 3. Nicht im besitz von schäßzen, Und gütern dieser zeit, Laß meinen ruhm mich setzen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, Und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in demuth leben, Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein ansehn mehrt; Und schenkst du mir der erde gut, O vater, so bewahre Mich auch vor übermuth. kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissen haft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vorbild üben: Das sey mein wahrer ruhm. 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen kann; Wenn ich mich deß getröste, So hab' ich g'nug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bet allen guten thaten, Tie ich verrichte, fehlt. Mel. D gott, du frommer gott zc. 416. Laß mich doch nicht, o gott! Den schätzen dieser erden So sehr ergeben seyn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich gut Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besitz Nie blos in unserm willen. Nicht stets wird's dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein gut, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich seyn, Und für den geist sich schicken. Der fünder hat oft geld, und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. 4. O gott, so webre doch Den ungerechten trieben, Und heilige mein berz, Nie sclavisch das zu lieben, Was man mit müh gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Und bald mit fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das sey mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. 190 Zweite Abtheilung. 6. Wann dieses fehlt, dann ist Das| schmeichelnden gewinn Dich blind zu herrlichste vergnügen Nur süßen träu- manchem frevel bin. men gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott! den wunsch Vom irdischen gewinn, Durch deines geistes kraft, Zu ew'gen gütern hin. 6. Um vortheil wird er gar woh schon Aus dir mit meineid sprechen Dich zwingen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in di der witwen flehn, Der waisen thränem widerstehn. vom geize 7. Wie könnt ein bart, Des wohlthuns freuden schmecken, Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf' entdecken? Und wo is eines standes pflicht, Die nicht der getz entehrt und bricht? Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. dem, der begre 417. Whäseliebt, als schäre dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. 3war ächte tugend wehrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb seyn. 3. Doch, nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit, Und gottes beifall trachten: Ist dieses eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die eplern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, Und machet, der vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 11. Erhalte mich, o gott, dabei 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig. Läßt nichts recht frob genießen; Er als abgötterei, Von mir entfern' und quält durch habsucht deinen geist, Und hasse. Dich lieben, herr, mit frohem tödtet dein gewissen; Und reißt durch| muth, Sey meines lebens größtes gut. 20) Vom rechten Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Entziehst du dich den kindern, Uni 8. Du bist ein vater; und aus geiz läsfest dich des goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hindern; Und glaubst, di habft sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches amt Und du wirst dich erfrechen, Die sache die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen: Und selbst den tugend größter feind Erkauft an de sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist Die wabrheit frei zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich redem heißt; Ehrst, wo du nicht sollst ehren Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. Gebrauch des Lebens. 3. Der leib ist oft der seelen bürde; Doch schmücktest du, herr, dies ibi haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, mit vielen fähigkeiten aus: Und wie viel lust giebst du nicht hier Durch jeden meiner finne mir! 4. Du hast mich aber lassen wissen, Daß dies mein irdisch haus zerbricht; Ich soll zwar diese welt ge nießen, Doch als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüf fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 418. D u gabst mir, ew'ger, dieses leben nicht für den augenblick der zeit; Du hast es mir o gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit: Hier ist der vorbereitungsort, Belohnung und bestrafung dort. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen licht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du mir gefühl Und freiheit, wie ich wählen will. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 5. Dein unterricht sey nicht vergebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusse dieses lebens, Bu dir zu kommen, würdig sey. Vollkommne freude wohnt nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freude werth zu seyn, Und diese kurzen übungstage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem himmel führt. 7. Wohl mir, wenn ich den hang zur fünde, All' böse lust in dieser welt, Und jene lockung überwinde, Die macht, daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger hier, Werd' dort gewiß gekrönt von dir. 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 9. Laß, gott, schon in gesunden tagen, Im geist, mich oft zum grabe gehn, Und stets bei freuden und bei plagen Auf dich und jene zukunft sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fähig sey. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. oder: Du weiser schöpfer zc. 419. 8 eilt der lette von den tagen, Die du hier lebst, o mensch, herbei. Erkauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit kenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr, sie flieht. er2. Getäuscht von eiteln kleinigkeiten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten Und wirfst leichtsinnig fahre weg. Bist du, verwegner sterblicher! Des nächsten augenblickes herr? 191 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bät' und überzähle Der menschen tage kleine zahl. Gesetzt, dein ende wär' auch fern: So wandle du doch vor dem Herrn. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht. Denn dir, o herr! ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 3. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als peine saatzeit, weislich nüßen, Und tun, was dir der herr gebeut. rush dir menschenfreundlich zu: Sieh, eins ist noth! was säumest du? Er 6. Erleucht' und stärke meine seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt? 7. Wohl mir! wenn ich aus allen kräften Nach gottes beifall hier gestrebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du herzenskündiger! In deine treuen vaterhände Befehl' ich meinen geist, o herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. err der zeit und 420. Feit, Gieb doch, daß ich bis ans ende, So wie mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit verwende: Die mir noch dein weiser rath Auf der welt beschieden hat. 2. Wie ein traum so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und stunden, Das, womit wir uns bemühn, Jst mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten, Und auf solche art verbracht, Die mich jetzt bekümmert macht! 4. Doch, erbarmend schenkst du mir Jetzt noch zeit und raum zur buße; Herr, ich komm', und falle dir Bit Zweite Abtheilung. 192 tend und beschränkt zu fuße; Sey mir gnädig! sieh, mich reut Meine hier verlorne zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nüg' ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze frist, Die du mir haft zugemessen, So, wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergessen: Hier nur sey die übungszeit Zu dem glück der ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner saat, Wer hier treulich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geist Mich zu dieser weisheit führen, Und, wie es dein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes bier ausstreu' Und mich dessen ewig freu'. Mel. Ich hab' mein sach' gott zc. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich did 421. Wie flicht babin der men- feb, Und froh zu deiner rechten ſteb schen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, O mein erlöser! stärke mich, Daß eifri ich Bis an mein ende liebe dich. 21) Von der eh' ers gedacht, Ins todes nacht! C seele, nimm dies wohl in acht! 2. Dies leben ist gleich einem traum Gleich einem leichten wasserschaum alle seine herrlichkeit. Der strom de zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit 3. Nur du, mein gott, du bleibe mir Das, was du bist; ich traue dir Es falle berg' und hügel hin! Mit bleibts gewinn, Wenn ich dein tod und lebend bin. 4. So lang' ich noch auf erden wohn' Erwecke mich, o gottessohn Verborgen ist mein todestag! Gieb daß ich wach', Und wann er kommt bereit seyn mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth Was ehr und reichthum nach der tod? Bedenk's, o mensch, was eile du Dem schatten zu? Kein irdisc glück giebt wahre ruh. 6. Das eitle schafft nur kurze lust Mir ist ein beßres gut bewußt! Da bin geht stets mein Hauptbegier, Da bleibet mir. Herr jesu, mich verlang nach dir. 3. Was helfen meine sorgen? Ist mir mein glück verborgen, So ist's doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen, Du weißt, was meiner seelen Und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenns geschäbe, Schon morZufriedenheit. gen mich gereun. Nur einen wunsc von allen Laß dir, o herr! gefallen Mel. In allen meinen thaten 2c. 422. Dir hab' ich mich ergeben, Mein gott, allezeit zu leben, Im unglück wie im glück: Dir dank ich meine freuden; Dich preis' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, Noch eh' ich war und dachte. Du haft mit treuer hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und let den fand. 5. Wenn ich verlassen scheine, I leiden zag' und weine, Was wünsch mein banges herz? Ach, hilf es m besiegen! Es wünschet sich vergnügen Und was es wünscht, wird oft seir schmerz. 6. Drum will ich kindlich schweigen Zufrieden mich bezeigen Mit allem was du giebst. Du kannst uns nich verlassen, Die dir vertrau'n, nich hassen; Weil du die frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe Dein wille nur geschehe, Und was mi selig ist. Ich will dir ganz ergeben Getrost und ruhig leben, Bis ein der tod mein auge schließt. 21. Von der Zufriedenheit. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. 423. D quälst du dich, Und u bist ein chrift, was forgst schon heut' für morgen? Nur blinde beiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sey vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer hat gesorgt, wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon bein heil bedacht? Was that da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 3. Den leib schuf gottes weise hand, Ein wunder seiner werke; Gab fedem glied den rechten stand Und angemesne stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied ans andre ganz genau; Gab jedem seine kräfte Und fedem sein geschäfte. 4. Ist dir dein vorzug nicht betannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut', die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 193 Met. Wie groß ist des 2c. 424. Du flagst, und fübleſt die Des stand's, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und siebst, daß du vergebens strebst. Ja, Hlage! gott erlaubt die zähren; Doch denk im klagen auch zurück. Ift denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ift tugend und genügsamkeit. Genieße, was dir gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand hat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine last. 3. Gott ist der herr, und seinen segen Vertheilt er stets mit weiſer hand; Nicht so, wie wirs zu winschen pflegen, Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des lebens kräfte In träger unzufriedenheit; Beſorge deines stands geschäfte Und nüße deine lebenszeit. Bet pflicht und fleiß sich gott ergeben, Ein ewig glück in hoff nung sehn; Dies ist der weg zu rüh und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn! 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen? Durchdenke deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich, Und seine gnad' und treue Wird alle morgen neue. 6. Kannst du, was gott an dir 425. Gott kann allein das beſte uns wählen. gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang' bei der frühsten lindheit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sterne heer, Und dazu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen Zu millionen malen. 7.( Sott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum seg' ich meine zuversicht, Mit ruhigem gemüthe, Zu aller zeit, auf dich, den herrn; Du sorgest und du hilfft uns gern. Ich will stets mit vertrauen Auf deine hülfe bauen. Evang. luth. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? 2c. thöricht handeln unzufriedne seelen! Sie quälen sich und machen ihren herzen Vergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen Für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst: wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit fummer ringen, Und tag vor tag mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 13 Zweite Abtheilung. 194 4. Mein glück beruht, o gott! auf beinem segen. Vertrau ich dir und geh auf deinen wegen, So wirst mir, auch ohne sorg' und kränken, Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verHebnen harr' ich nur der heten fegensstunde; So kommt sie, 426. Jufrieden, d herr, und Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Ich mit deiner huld und dann werden meine thaten Zum glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sey der an fang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfüllen; Und dann mein herz mit froher Hoffnung stillen. Sollt' ich mit dem, was du, herr, mir beschieden, Nicht sevn zufrieden. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben, So gieb mir nur zufriebenheit, und gaben, Die mehr, als alles irdische erquicken, Und stets beglücken. 9. Dann werd' ich auch, o gott, mit allen frommen Zu dem genuß der himmelsgüter kommen; Dann wird mein wunsch, den irdisch gut nie stillet, Völlig erfüllet. 22) Von der Geduld. 2. Vor dir darf ich mein traurig herz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen fummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen; Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner fegensfülle; Und meine seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lebrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt begehren, Wenn teine leiden wären. dem, was du zum theil An glück und leiden mir beschieden: Dein weiſer rath sucht stets mein heil; Ob er gleich wunderbar oft scheint, Doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheit mir; Drum bin ich ruhig und vergnügt mit allem, was dein ratb, herr, fügt. 3. Wird mir die freudensonne schet nen, So dank ich's fröhlich deiner huld; Muß aber ich in trübsal weinen, So nehm' ich's auch an mit geduld. Denn das, was deine weisheit thut, Ist alles ewig recht und gut. Mel. Was gott thut, das ist 2c. börest meine flage; Du frönst mich 427. Die bahn ist rauh, auf einst, Wenn du erscheinst, In deinem der ich Mit wonne, preis und meiner Heimath eile. Wie viel gefahr seb' ich vor mir! Wie droht sie meinem heile! Gott, wärst du nicht, Mein troft und licht, mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst verzagen. 4. Dein wort giebt mir die zuversicht Du sorgst für meine tage, Dein auge schläft und schlummert nicht, Du ruhme. 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Ver gessen werd' ich ganz mein leid; Und nur dein heil empfinden. Mein lob gesang, Voll preis und dank, Wird dir zum wohlgefallen, Durch deinen himmel schallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dan Nicht mehr die sünd' entweihen; Mit unschuld steh' ich angethan In der ver klärten reihen. Und ewiglich Erfreust du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde! 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen; Beruhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth klagen. Du bist bereit, Zur rechten zeit, D gott, von allem bösen Mich herrlich zu erlösen! 22. Von der Geduld. Mel. In allen meinen thaten 20. 428. Du u fühlst, o christ! das geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufft: herr, wie so lange; Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. 2. Ist meine fünd' vergeben( Klagst du) und heil und leben Durch christum mir verschafft; Warum fühl ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und boffnung nicht in voller kraft? 3. Mühselig und beladen Hör' ich das wort der gnaden, Und ich empfind' es nicht; Bin träg', vor gott zu treten, Und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zuversicht. 4. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jest kann ich's nicht recht fassen; Sein licht will mich verlassen. Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit beffer überwinden, Und ich bestritt fie gern. Jest ist die fünd' geschäftig, heftig. ihre reizung feine fraft vom Herrn. 6. Christ, faffe muth! die schmerzen Sind zeugen beff'rer berzen, Als dir das deine scheint. Wünsch'st du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 195 11. Es jammert gott der fünder, Wie väter ihre kinder, Wenn sie ihn Er 8. Trau gott! er wohnt bei denen, Die sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, Von hochmuth dich entfernen Und sehn, was gottes gnade sey. 10. Die sicherheit zu hindern, Schickt gott oft seinen kindern, Auch dir jetzt, biese last. Er reinigt dich im feuer, Macht dir dein heil jept theuer, Da mit du haltest, was du hast. finden, Und schuld und straf' der sünden Von ihnen weit entfernet seyn. 12. Zwar ist dir jepo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird sie geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' betend fort zu wachen, Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein ausspruch kann nicht trügen! Er heißt: laß dir genügen An meiner gnad'; ich helfe dir. 14. Du willst in diesen nöthen Mich herr, also nicht tödten: Drum harr ich ferner dein. Du wirst mich, den erlöften, Einst schon noch völlig trösten, Da werd' ich dein mich ewig freun. Mel. Herzliebster jesu, wos haft zc. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. 429. Ein berz, o gott, in letb und geduldig, Das bin ich dir, gott, meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standhaft ertrage? 7. Vermagst du gott zu kennen, 3. Wie oft, o gott, wenn wir das Und jesum Herrn zu nennen, Als nur böse dulden, Erdulden wir nur unsrer durch gottes geist? Den hast du ja thorheit schulden, Und nennen lohn, empfangen; Er ist's, der gott- verlanden wir verdient bekommen, Trübsal gen Und seine gnad' dich suchen heißt. der frommen! 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer fünden Läßt du den weg zu unserm beil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu hassen, Erwecken lassen. 5. Streb' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, herr, regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fülle, 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erden, Nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ew'gen freuden, Dieser zeit leiden? 13* Zweite Abtheilung. 196 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, hier leid' und dulde; So kann ich mich der bülfe der erlösten Sicher getrösten. 6. Ich will den kummer wehren, 8. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Doch in der noth an Dich durch geduld verehren, Im seinen schöpfer denken Und ihm ver- glauben zu dir flebn; Ich will den traun, dies stärket unsre herzen Mit- tod bedenken; Du, herr, wirst alles ten in schmerzen. lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schau über dich: wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist er nicht auch dein belser und berather, Ewig bein vater?. 10. Willst du so viel, als der allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des geistes zu empfahen, Und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das freuz, o gott! wirft weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glauben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gott thut das beste! 2. Ja, berr, ich bin ein fünder, Und stets straffl du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Daß doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Und weder rup' noch leben Mehr lieben, als ben berrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfft und du errettest gern. 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau ich deiner gnade; Du, herr, bist bei mir in der noth. Mel. In allen meinen thaten 2c. 430. bab in guten ſtunden Des lebens glück ew'ger freude. empfunden, Und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Versüßen durch gebuld die qual. 4. Laß mich nur gnade finden, Mich alle meine fünden Erkennen und bereun. Jeßt hat mein geist noch kräfte; Mein heil laß sein geschäfte, Dein wort mein troft und führer seyn. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. seele! 431. Sverzagt, wenn irgend unBefiehl gott dich ein kummer plagt. deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn; er wirds wohl machen. 2. Kein leiden kommt von ohngefähr; Die hand des höchsten schickt es ber; Sein rath hats so ersehen. Drum sey nur still, Was dein gott will, Laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein, So solls dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein kind nicht hassen. Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit, Nach überstandnem leide Erquickeſt du ihr herz mit ruh, Und 5. Drum hab', o seele! guten muth: Vertraue gett! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. Er ziehet dich, Durch freuz zu sich Zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein gott! er ist getreu, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, Und nichts von trübsal wissen? 8. O bet und sich auf deinen gott In aller deiner angst und noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein will' is gut; Behalte muth! Gott wird dich einst erhöhen. 22. Von der Geduld. 9. Der du ein gott des trostes bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist 2c. I 432. Left mir geschieht, zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam ist, Was gott beschließt. Allweisheit, so wie gnade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seit erd' und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret, Und niemals hat noch ein versehn Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Ist alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, Durch ihren schmerz, Recht frei von den gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübsal dräut, Daß er doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum schaden mich betrüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib' ich stets ergeben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals beben. So wunderbar Der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 6. 3war schien der weg, den ich erlas, Mir besser: doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faff' ich muth. Ja, er ist gut, Der freuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. 197 der mich nicht bassen kann, Voll dank und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisbett bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für hell bringt in der ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, du doch meine zuversicht, Bist in der nacht, o gott, mein licht. 4. Verzage, herz, verzage nie! Gott legt die last auf, gott fennt ſie. Er weiß den kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, herr, weint' ich, und wie oft Half deine hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröstbar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen ausgang mehr; Dann weint' ich laut und klagte sehr: Wo bist du, gott? wie? schauest du Denn meinem elend rubig zu. 7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest, bald mir beizustehn, Du öffnetest mein auge mir: Ich sah mein glück und dankte dir. 8. Sagts alle, die gott je geprüft, Die ihr zu ihm um hülfe rieft; Sagts, fromme, ob er das gebät Geduldig leidender verschmäht? 9. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud' aus leid entsteht; Wo pein, die stunden nur gewährt, In freudenfahre sich verkehrt. 10. Du erntest deiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon; Viel leicht daß, eh' du ausgeweint, Dir gott mit seiner bülf' erscheint. 11. Schau deinen beiland glaubig an; Wenn niemand dich erquicken tann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der menschenfreund, Im thränenthale hier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 13. Ja, gott, du hilfft, ich zweifle Mel. Wenn wir in höchsten 20. nicht; Denn jesus, mein erbarmer, 433. un- an on dir, o vater, nimmt spricht: Folg' treulich mir, ich rette fall, freuben oder schmerz, Von dir, mich. 1 198 Zweite Abtheilung. Bekannte Melodie. 434. Warum betrübst du dich. mein Herz, Und quäleft dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Vertraue dem nur, der die welt Erschaffen hat, und noch erhält. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, Und bilft dir gern in aller noth. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergist Dein väterliches berz; Ich, staub und asche, habe hier Ja keinen trost, als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch beut, Als du es warst von ewigkeit; Zu dir steht mein vertraun. Mach' mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangelt reichthum, ruhm und pracht; Wenn jesus mich nur selig macht, So bin ich reich genug. Der erde glück währt kurze zeit, Und schenkt mir nicht die seligkeit. 6. Dir, jesu, gottes sohn, sey preis, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht; Gieb, daß ich, nun auch fest und treu Im glauben und im guten sey. 7. Lob, ehr und preis sey dir gebracht, Daß du es immer wohl gemacht! Du bist böchst weis und gut; Das zeigst du uns in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. Mel. Fröhlich soll mein herze zc. 435. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab' ich doch Jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes fohn Beigelegt im glauben. 2. Arm und blos kam ich in's leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm' ich auch. von der erde, Wenn ich sie Nach viel müh', Einst verlassen werde. 3. Was ich hab', letb, seel' und leben, Ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder geben, Nehm' ers hin; Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schickt er mir ein freuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein, Sollt'ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All' mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergößt, Sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich las sen schauen. Was sollt' er zu schrecklich finden? Auch den tod Hilft ihn gott Freudig überwinden. 8. Denn er kann den leib nur tödten; Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses Lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. 9. Dann wird sich an bessern schätzen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 10. Was sind dieser erden güter? Unbestand, Eitler tand, Lasten der gemüther. Dort, dort sind die edlern gaben, Da mein hirt, Christus, wird Mich ohn' ende laben. 11. Herr, mein heil, quell' aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. Bekannte Melodie. 436. Mas gott thut, das ist wohlgethan, Gut ist und bleibt sein wille. Er nimmt sich stets der seinen an; D'rum halt' ich 22. Von der ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohl gethan, Sein wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab' geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenfen, Zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken: Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In freud' und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich gleich bittres schmekken, So nehm' ich's doch geduldig an, Und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergößt Mit füßem trost im herzen; Da weichen alle schmerzen. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer zc. 6. Was gott thut, das ist wohlgeMel. In allen meinen Thaten. than, Darauf will ich stets bauen: 438. Was ist's, daß ich mich quäle? wann er die todesbahn. Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich In seinen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. as ist mein leben auf Geduld. 199 3. Du stärkst mir unter aller plage, O gott, auf mein gebät, den muth, Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner dank, Auf klagen froher lobgefang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so fummervoll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wäble, Was dir zum besten dienen soll. Einst dankst du ihm nach der gefahr, Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es seyn, ruf in gefahren Ihn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ibm die kraft zum helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 6. Empfehl' dich seiner vaterpflege; Hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sich fröhlich bin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden seyn. 437. ist's von lust und leid. Hier stört oft unruh und beschwerde Die sanfteste zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer welt, Die kein vollkommnes glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein heil, Und bleibst, wenn auch die noth am größten, Doch meines herzens troft und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 7. So laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getroft als christ. meine seele, Harr', und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet! Gott weiß es, und gott schüßet; Er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh' ich die welt noch ich vater nannte, er mir sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, schon mit bülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen st dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Daß dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergeht. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht. Zweite Abtheilung. 200 5. Was dieses glück vermehret, Sey mir von dir gewähret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verleget, Wenns alle welt auch schäßzet, Sey von mir jetzt und ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh', o gott! 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. In voriger Melodie. 439. Will mich, o gott! bie- Doch einst der himmel offen stehn. nieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist. Wenn mich die leiden kränken, So laß mich wohl bedenken; Auch das sey gut, was trübsal heißt. 7. Zu jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; Der tod ist mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wird doch mein geist genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. 8. Odrücke meinem Herzen Bei allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet, Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig seyn. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt: Und seufzen wir: wie lange Ist unsrer seelen bange? So wird das Herz mit troft erfrischt. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns selber gab. 4. Dein väterlich bemühen Will uns, als kinder, ziehen, zu thun, was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der fünde schwächen Und uns entwöhnen von der welt. 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Voll gnad' und voller huld. Du willst den eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch schei den Von dir und jenen freuden, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, 23) Von der Liebe des Nächsten. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 440. Allen menschen und auch mir Hat der herr dies vorgeschrieben: Euren nächsten sollet thr, Als euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was gott hier gebeut, Sey uns heilig allezeit. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er huldreich all' erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All' zum ew'gen glück erschuf. 3. Eine sterbliche natur Hat er jedermann gegeben; Und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander hassen? Und, zu unfrer eignen pein, Stolz und neid beherrschen lassen? Wer kein freund des nächsten ist, Ist fürwahr kein mensch, kein christ. 5. Was wir auch aus gottes hand Zum voraus vor andern haben: Ansebn, reichthum, hoher stand, Leibeskräfte, geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht Von der menschenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleinsten bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nüglich, wie er kann, zu seyn. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz, Voll von wabrer menschenliebe, Das an andrer freud' und schmerz Antheil nehm', und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns dein sohn erklärt. 23. Von der Liebe des Nächsten. 201 8. Laß uns, großer menschenfreund! Mel. D gott, du frommer gott sc. Alle dir recht werden, Daß wir, hier mit dir vereint, Nach voll brachtem 442. Gieb mir, o gott! ein lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir seyn, Deiner lieb' uns ganz zu freun. Mel. Ein lämmlein geht, und 2c. er du die liebe den So laß 441. De bist, und gern die mich liebreich eilen, Von dem, was du menschen segnest, Ja selbst dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können keine christen seyn, Die sich nicht andrer wohlfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. mir giebst, Ihm willig mitzutheilen! nicht aus dem eiteln trieb, Groß vor der welt zu seyn Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sey mir gottesdienst: Auch, unbemerkt von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein! was ich andern thu, Das sey dir, gott, gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit dem Mein Herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Im fummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrie den anzurichten; So laß mich sorgsam seyn, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernahmst die schwerste pein, Uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel thron Bist du das heil der fünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre ruh Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. O laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem näch sten beizustehen; Betrübter herzen trost zu seyn, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu flagen, Und dem, der mir sein Herz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen. schen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz, das eigennuß Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, So freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd' ich dich, herr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Auf's würdigste erheben. 6. Die rach' ich dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum lag mich stille seyn, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, Der mir zu schaden sucht; Den Liebe, der mich haßt: Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen mit eingeschränktem blick, Bet meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr sein seelenheil Mir angelegen seyn. 8. Den, der im glauben wankt, 3u leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werken, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu verleih mir fraft, Und segne mein bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner seelen triebe, Durch deine lieb' und Zweite Abtheilung. 202 furcht, zu wahrer menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß diese wahrheit, gott, Mir stets vor augen seyn. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. 443. Durch deine große güte, err! neige mein gemüthe Und Mich fremden glücks zu freun; fern von meinem Herzen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schadenfreude seyn. 2. Wer sich des guten freuet, Was deine huld verleihet, Er find' es, wo ers find't: Der ist nach deinem bilde Barmherzig, gütig, milde Und menschenfreundschaftlich gesinnt. Mel. Herzliebster jesu, was heft zc. oder: Ist auch ein gott? 2c. Ihn nicht verläumde, nicht durch falsche ränke Sein wohlseyn fränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, Wenn's meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sebe. 3. Hilf, daß ich Flüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner seele woblfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todesbanden Selbst ausgestanden! 444. Hilf, jesu, daß ich meinen nächsten liebe; Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, 4. Laß mich aufrichtig schäßen andrer gaben, Die sie doch auch von deiner güte haben; Es müsse nie mein herz des nächsten- freuden Und glück 3. 3war wird mit hindernissen Mein geist oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein Herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergehn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. Mel. Mach's mit mir gott 2c. 5. Doch, da hilfst du mir kämpfen, Die böse neigung Die mich zum hin; i neid reißt bin, wenn ich nur bei 445. liebe gott, Und haft nem triebe, Zur wahren nächstenliebe, In meinem leben folgsam bin. ich 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisheit hältst du haus, Und theileft unter allen, Nach weisem wohlgefallen, Die güter deines hauses aus. doch seine brüder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz darwider. Gott ist die lieb', und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid' den nächsten, Greift ia mein tabel an. D, welche schwere fünde! Wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was dein rath gethan. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht kleiden: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 8. Ich spür' an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o berr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück sey meine lust! 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum besten fehret, Verläumdern niemals widerspricht; Der liebet fei nen nächsten nicht. beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas übels gönne; Und allen zu beweisen güt und treue; Mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden, An lieb' und gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen frieden. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schuß Den nächsten unterstüzet, Doch nur aus stolz und eigennus, Aus weichlichkeit ihm nüßet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 203 5. Wer nur dem hilft, der sehr 10. Wir haben einen gott und gebückt Vor seinem stolz erscheinet; herrn, Sind eines leibes glieder. Wer nicht den dürftigen erquickt, Der Drum diene deinem nächsten gern; beimlich vor ihm weinet, Wer kärg- Denn wir sind alle brüder. Gott schuf lich giebt dem, dem's gebricht: Auch die welt nicht blos für mich; Mein der liebt seinen nächsten nicht. nächster ist sein kind, wie ich. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und ohne nachsicht straft und stürmt, Sobald sein nächster feblet: Wie bleibt bei solchem ungestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So fuch' ihn zu beleben; Denk' oft: gott ist die lieb', und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht mein: Sollt' ich, wie er, nicht gütig seyn? Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 446. Du liebst, o gott! gerechtigkeit, fest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen lohn, Ohn' alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. 2. Gerechter gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken! Nie komm' es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. 11. Sein beil ist unser aller gut. Ich sollte brüder bassen, Die gott durch seines sohnes blut So theu'r erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das gern auf unrecht denkt, Gern 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, herr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein erlöser, an, Als bätt' ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch seyn, Und dich in brüdern nicht erfreun? 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergeben, Der liebreich seinen nächsten nicht In noth eilt beizustehen; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preist. schaden sucht, und andre kränkt: Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich, Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz, Durch meine härte, je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich bier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd' ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen, Zweite Abtheilung. 204 Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem zc. oder: Wenn wir in höchsten 2c. sey 447. Feiton aller ungerechtigkeit; Wie könnt ich gottes freund sonst seyn, Und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte kränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, Verleget des gewissens pflicht, Und ehrt den gott der liebe nicht. 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir mißfällt, wenn dir's geschicht, Das thue du auch andern nicht. 4. Wenn ich dies billige geseß Durch ungerechtigkeit verley', Verurtheil ich ja selber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das sündern strafe droht, Schärft mir dies heilige gebot, Frei von unrechtem gut zu seyn, Mit noch viel größerm ernste ein. 6. Es drohet fedem deinen fluch, Der seinem nächsten durch betrug, 3. Wir geloben dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein; Vielmehr vor dein antlig treten, Und für unsre feinde beten. 4. Bater, stärk' uns, deine from men, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht: Laß uns sanftmuth dann empfinden, um sie schnell zu überwinden. Durch dieberei an seinem guth Und seiner habe schaden thut. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns dir gleichgesinnet seyn, Willig feinden 7. Das des diebes ist ver flucht, Wird hier auch schon oft heimge sucht, Und dort trifft vollends dein gericht Den ungerechten bösewicht. 8. Darum, mein gott, bewahre mich Vor allem unrecht väterlich: Beging ich's je, so sey mir's leid Und zum ersatz mein herz bereit. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 448. zu vergeben; Denn, wenn ihnen wir llen, welche nicht ver- verzeihn, Läsfest du uns gnade finder geben, Wirst, du, rich- Auch für unsre eignen sünden. ter, nicht verzeihn; Trostlos werden sie im leben, Trostlos einst im tode seyn, Unentladen ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade finden. 2. Wie dein Herz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für seine mörder bat; So soll auch der Mel. Sollt' ich meinem gott 2c. chriſt verzeihen, Und sich nicht der 449. Gott, der du die menschen liebest, Der du ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündlichen ge schlecht, Laß mich deinen geist bele ben, Daß ich, vater, als dein kind, Liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst den finn mir geben, Der bei fehlern nachsicht zeigt, Und mit sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang' ich hier soll wohnen, Bleibe zanksucht mir verhaßt! Auch das ist o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O so bilf mir auch dazu. 9. Wer andern schaden ein gethan, Und irgend ihn erstatten kann, Doch desf' sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm rubn, Eh' er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersetzet hat. 11. Gieb, herr! daß ich dies wohl bedenk, Und nie durch unrecht andre kränk. Die habsucht, auch die armuth nicht, Verleite mich von meiner pflicht. 6. Wohl uns! gott verzeiht uns fündern, Geht nicht mit uns in's gericht, Nimmt uns auf zu seinen kindern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 205 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 6. So bilf mir denn die rachbegier ersticken! Laß, sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich verföhnlich finden lassen, Nicht wieder bassen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden sucht und liebt, Das, statt rache, sanftmuth übt. 3. O, wie wird das Herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zankfucht, rachgier, haß verzehret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raseret Nie des Herzens meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung bat; Für die feinde will ich beten, Und vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke mit deiner kraft dazu. 5. Ewig heil ist dem beſchieden, 451. Der nach frommer eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er das Herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals über- macht gewinnen, Bis einst in der herrlichkeit Ew'ger friede uns erfreut. Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Ist auch ein gott? 2c. 450. H err, deine sanftmuth ist nicht zu ermessen; Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluchten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; Du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Verwerflich mache. 4. Dir, herzenskündiger, dir muß ich's flagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen! 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen: So erb' ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. In voriger Melodie. err, mein der Hebu für mich fitteſt, Herr du Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals haß mit hap vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Qu segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte femals baß mit haß vergelten, Und wieder schelten? 4. Wie kann ich vater zu dem höchsten sagen, Und groll im Herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, und feinde liebet. 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein heiland, durch den geist der wahren liebe; Daß nie die unglücksel'ge lust der rache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir vergehen, So lebre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mich > 206 Zweite Abtheilung. auch empfindlich kränken, An dich ge-| christ, zum frieden, Zu diensten will feyn. Wenn mich zu untertreten Ihn güte mehr erhißt, So will ic für ihn beten Und gott vertraun gott schützt! denken. 8. Erwecke dann, o herr, in meinem herzen Auf's neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du in deinen schweren leidensstunden Für mich empfunden. Mei. Uch, was soll ich sünder 2c. 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, maché 453. Sollten menschen, mein gegen alle die mich hassen, Mein Herz gelassen. brüder, Mir, mei gott, nicht theuer seyn? Sollt' id sie nicht gern erfreun? Sind nicht all christen glieder Dessen, der für all starb, Allen gottes huld erwarb? 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren: So zeig' mir, herr, dies sey mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 2. Alle sind wir eines stammes Gleich an dürftiger natur; Allen bilf ein opfer nur Des unschuld'gen gottes lammes, Und dieselbe seligkeit für alle gleich bereit. 11. Denn du beglückest den, der christlich handelt, Und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum laß in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. 3. Kinder gottes sollt' ich hassen Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinen feinde nicht verzeihn? Keine schulde ihm erlassen? Gott, nicht fürchten deir gericht? Dein erbarmen achten nicht 4. Herr, der du für übelthäter Ur vergebung batst, die last, Welche di getragen hast, War die last der über treter; Doch warst du von rache fern, Duldetest, vergabeft gern. 5. Wenn mein herz, vom hang zu fünde Hingerissen, dich verkennt, Und zu haß und rach' entbrennt: Hilf dann daß ich überwinde Meinen Haß, und laß mich sehn In den tod für uni dich gehn. 6. Wie dir deine thränen flossen, Als dein aug' um mich geweint; Wi du, großer menschenfreund, Auch für mich dein blut vergoffen, Wie du litt'st, mich zu erfreun: Das laß mi vor augen seyn. 7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich thu, wie du gethan. We nicht liebt, geht dich nicht an; I kein glied von dir zu nennen! 3 dem gott der lieb' ein gräu'l Und verscherzt sein eignes heil. 8. O so hilf mir, daß ich übe, Wal dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanst muth, gütigkeit; Daß ich, wie du lie best, liebe, Innig liebe, milde, tre Sanft, und leicht versöhnlich sey. 9. Ja, ihr meines hauptes gliede Christi, der für alle starb, Allen gnat Mel Herzlich thut mich verlangen zc.. 452. Nie will ich wieder fluchen, Wenn mir mein hasser flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm fanft begegnen, Nicht drohen, wenn er droht, Schilt er, so will ich segnen. Dies ist des berrn gebot. 2. Mein jesus, der gerechte, Vergalt die schmach mit huld, Die wuth ergrimmter tnechte Ertrug er mit geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie er dem feind vergalt? 3. Verläumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem er's böse meint. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er von mir ersann; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann. Durch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn, Und gutes von ihm sprechen: Wie? könnt' er länger schmähn? 5. Ich will niemals ermüden, Ihm thätig zu verzeihn, Und, als ein 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit 2c. und huld erwarb, Lieben will ich euch, ihr brüder! Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden und verzeihn. 207 5. Ihm folgen, ist dein wahrer ruhm. Beleidigern verzeihen Ist ebre für dein christentbum; Sich ihres falls nicht freuen. Nicht den, der dich schmäht, wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum woblergebn. 6. Im zorn denkt niemand ernstlich nach, Was gott gefallen sollte. Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, Wenn deine rachgier wild erwacht. Mel. Machs mit mir, gott 2c. 454. Berbitt're bir dein leben nicht, O christ, durch eigne rache; Verzeihen ist des christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die sanftmuth, die sein, Wort gebeut, Liebt feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, schmerz, Von menschen unrecht lei- Reißt glauben aus dem herzen, Stört den; Und dennoch soll des christen des gemüths zufriedenheit Und straft herz Am zorne sich nicht weiden, Soll mit bittern schmerzen. Sie hindert nicht ein eigner richter seyn; Soll dank, gebät, vertraun Und raubt alles unrecht gern verzeihn. den muth, auf gott zu baun. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben; Sonst bist du nicht des Heilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich, So sieh' auf ihn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Von sündern hier erduldet, Als er, der herr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuthsvoll, Daß keiner ewig sterben soll. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Mein herz nach deinem sinn. Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen; Nimm alle Härte von mir hin. 8. Durch sanftmuth( übe nur die pflicht!) Wirst du den feind besiegen. raube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. Dann wird der berr auch dir verzeihn, Dein vater und vergelter seyn. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir Ein gnädig urtheil sprechen. Von dir kommt auch der sanftmuth sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. Mel. In allen meinen thaten zc. heiland that, Der zärtliche erbarmer, 455. D, aller menſchen vater, Den kein bedrängter armer Vergebens um bat. Du berather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir haben, Sind einzig deine gaben; Du bist's, der unser herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns fündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; 3u ew'gen seligfeiten Uns sterbliche zu leiten, Wird immer bein vergnügen seyn. 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe; Wie du mir guts getban, So laß, um deinetwillen, mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem berrn der welt, Der frohe geber liebet, Sey, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Trost und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschäßbaren lohne, Die freuden einer ewigkeit. 208 Zweite Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 456. Nicht mürriſch, finster, ungesellig Ist, wer ein christ zu seyn sich freut; Ist ohne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernst. und freundlichkeit; Ist traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den 2. Es liegt in keinem seiner blicke, Als wie in einem hinterhalt, Auflaurend schadenfrohe tücke, Und haß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick der heuchelei, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Wird trüb und seine freud' entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht; Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Ist, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch ,, auch nicht übermüthig, Wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie jesus, liebt, In allem, was erfreut, geübt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch sündenreizende geberden Haßt, wie sein gott sie haßt, auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 6. Durch liebliches gespräch erheitert Er auch des blöden angesicht; Und jedes berz fühlt sich erweitert Und freudenvoller, wenn er spricht: Denn, was er sagt und was er thut It wohlgemeint, ist wahr und gut. 7. Er muß gefallen, er gebiete, Er warn', er straf auch; er gebeut, Er warnt, er straft- aus lieb' und güte, Mit ernst und doch mit freundlichkeit; Und tröstet er: wie leiht vergißt Sein nächster, was sein kummer ist. 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft, und anmuthsvoll und freundlich Soll jeder jünger jesu seyn. Ach wären wir's! ach glichen wir, O vorbild aller liebe, dir! 9. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o herr! Uns aller menschen freude werden, Dir, hei land, immer ähnlicher; So werden wir uns ewig freun Und gottes wahre kinder seyn. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 457. Send barmherzig! men höret, heilige gebot, Das uns jesus christus lehret: Seyd barmherzig! seyd's, wie gott! Gebt, so wird euch auch gege ben, Was euch noth ist, heil und leben! 2. So viel menschen, so viel brü der, Denn ein gott ist's, der uns schuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Seyd barmherzig! seyd's, wie er! Gebt den dürftigen und armen; Wat ihr gebt, empfängt der herr! Helf und eilt, auch ungesehen, Euern brü dern beizustehen! 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, Sie beschüßen und erfreun, Kummer lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes christen pflichten. 5. Herr, wir geben von dem dei nen, Was wir geben; laß uns nie Fühllos seyn, wo brüder weinen! Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch trost und hülf' empfahen. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 458. Mie selig lebt ein mensch kennet, Und andern wohlzuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihr auch kein eid Zum dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt Schon in sich selber find't. 2. Dir, höchster, ahmt er nach Im wohlthun dir zu gleichen, Durc dienstbeflissenheit Sucht er dies zu er reichen: Er hält für eignes wohl Sid nicht allein gemacht; Er hält sich für die welt Von dir hervorgebracht. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 209 ergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu seyn, Um einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothdurft beischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennuß Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eifers sey Mein leben hier auf erden, So müßlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu seyn! Dann geh' ich einst zu dir In's reich der liebe ein. 3. Er denkt, die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte, Ihr nützen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand, Die hand des andern hält. 4. So denkt der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten beil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf' ihn selbst der streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein ansehn und fein freund, Sein stand, sein wohl 27) Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. 459. dar ich nach streben, Stets der Mel. Befiehl du deine wege 2c. wahrheit freund zu seyn. Zu des himmels frohem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem angesichte Werden sie, beschämt, zu nichte; Denn vor dir sind immerdar 460. Mohl dem, der richtig Aller herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwätzern gleich zu seyn, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen orten Mich in werken und in worten; Redlich sey des herzens grund, Redlich sprech' auch stets der mund.. wandelt, Der als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein gräu'l; Und ein unglückselig leben Ist gewiß ihr künft'ges theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande! Denn ein jeder menschenfreund Ist der falschheit ränken feind. verborgen ist: Dies erwecke mein ge4. Schmäht mich, ohne mein verschulden, Der verläumder lästermund, Oso laß mich's still erdulden! Einst wird doch die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine unschuld zu bezeugen; So verleihe, daß dabei Herz und mund voll sanftmuth sey. Denn du liebst den wahrheitsfreund Und bist allen falschen feind. 2. Wohl dem, der lügen hasset, Und der, so oft er spricht, So seine reden fasset, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verleget, Und der an jedem ort Sich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Wohl ihm, wenn sein gemüthe. Gott, so die wahrheit übt; Jbn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Herr, drücke diese sache Mir tief ins herze ein, Daß ich's zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu seyn; Erinnre mein gewissen, 5. Daß du, herr, an jedem orte, Du hassfest heuchelei, Damit ich Zeuge meines wandels bist, Daß kein stets beslissen Der treu und wahreinz'ges meiner worte Deinem ohrheit sey. Evang, luth. 14 Zweite Abtheilung. 210 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie mich den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine feele leiten, Damit ich meine pflicht Mit Klugheit üb' und wisse, Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 28) Von der der Freundschaft. Mel. Nun danfet all' 2c. glück der ewigkeit, Nichts mehr an 461. Das glück ist groß, das wohlfeyn fehlt. 10. Da wir, vor gottes thron ver Ihn eint, Bon allen mängeln rein, sehn, den allerhöchsten freund, Mit ihm uns ewig freun. gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein christ rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir meint. 11. O gott, mein gott, wie dank ich dir, Wenn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glück stets unverleßt. 2. Man schätzt den freund in jedermann, Wär er auch nicht ein christ. Doch ganz unschäßbar ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 3. Als wahrheits- und als tugendfreund Besiget er mein herz. Ich theil mit ihm, der's redlich meint, Mein glück und meinen schmerz. 4. Ich schmeck' des lebens süßigkeit In doppelt starker kraft, Wenn mich bas edle glück erfreut, Das so ein freund verschafft. 5. Manch leid umwölket mein gemüth; Ich klag' es meinem freund, Fühl, daß schon halb der kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rath Des leidens herben schmerz. Oft hilft er mir auch mit der that; Und froh dankt ihm mein herz. 7. Freimüthig ohne bitterfeit Straft er mich, wenn ich fehl', Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht hehl. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wen er kümmerni, mich mit bösen tücken bringt: So stärke meine seele, Daß sie nicht unterlieg', Und alles dir be fehle; Du giebst der unschuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glauben, Das, gott, dein auge scheut, Das soll mir niemand rauben; So kann mit freudigkeit Sch hier zu dir auf sehen und dort vergilist du mir, Wenn falsche nicht bestehen, Mit wonn' und preis dafür. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil ich mit ihm vertraut; Und werd' in meinem christenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der zeit, Das uns, in jener welt Verklärt zum Mel. Allein gott in der höh' sey, 2c. 462. Welch glück, o gott, if freundschaft hier, In diesem pilgerleben! Sie kann im un glück und im glück Uns trost und freu den geben. Sie ist der tugend starkes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab vom fündenwege. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns sünder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns bier zum beispiel übtest; So göttlich lieb reich für uns stärbst, Selbst gottes freundschaft uns erwarbst, Uns ewig zu beglücken. 3. Schenk' mir auch einen frommen freund( Nur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, De mir in meinem leben Ein reizend tu gendmuster sey, Und bei mir standhaft und getreu Im glück und unglück stebe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor fünder 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. immerdar, Vor irrthum, schaden und gefahr An leib und seele warne. 5. Doch laß mein herz vorsichtig seyn, Mit wem es freundschaft machet. Kein spötter der religion, Der über tugend lachet; Kein wollüstling, kein stolzes herz, Wer fühllos ist bei andrer schmerz, Sey niemals mein vertrauter. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken, Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott ver211 leugnet, menschen treu Und redlich seyn und bleiben? 29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Wenn meine schuld mich beuget, Und dann dein geist bezeuget, Daß ich begnadigt bin; Wenn mich dein trost erquicket, So oft mich trübsal drücket: Wie unschätzbar ist mein gewinn! 7. Doch hab' ich einen wahren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie geçen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich seyn, Neid, falschheit, argwohn, schmeichelein Und eigennuß stets fliehen. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die mache mir zu freunden. Bild' unser Herz zur einigkeit; Lehr' uns, daß jene seligkeit Sey wahre lieb' und freundschaft! Mel. In allen meinen thaten 2c. 463. Ein ruhiges gewiſsen Laß, mich kann ßen. Denn hab' ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängstlich zagen, Nichts schreckliches in der natur. 4. Sein eignes Herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht; Doch, wenn wir uns besiegen, Welch himmlisches vergnügen Gewährt die überwindung nicht! 5. Nichts kann im wohlergehen So unser glück erhöhen, Als ein geruhig berz. Das schafft uns innre freuden, Und mildert auch im leiden Durch seinen trost den größten schmerz. 6. Die freuden zu verachten, Wornach die sünder schmachten, Was giebt uns dazu muth? Was tröstet gottes kinder Beim spotte frecher fünder? Ein ruhig herz, das beste gut. 7. Zu dir gen himmel schauen, gott, und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin dein; Im glauben der erlöften, Sich deiner huld getröſsten: seyn? 8. Läst du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll vertrauen, Auf dich noch, vater, schauen, So wird mir selbst das sterben leicht. 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten, Und mache selbst mich treu! Zum fleiß in guten werken Laß mich die Hoffnung stärken, Daß groß der lohn im himmel sey. 3. Sollt' ich solch ruhig leben Für lust der finne geben, Und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, Mel. Wer nur den lieben gott 2c. In meinem busen tragen? Gott, laß 464. Gott, deine gnad' ist un von mir ser leben, Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ist's, die fünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du nimmst die fünder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn, Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. O gott! wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sey deiner treue, Die niemand g'nug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre reue Um christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen mittler ehrt. 14* Zweite Abtheilung. Ce 212 4. Den, herr, befreist du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar find; Der kann getroft und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein find; Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei gott vertritt. 5. O berr, wie selig ist die seele, Die so sich deiner gnade freut! Ob auch groß irdisch gut ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit; Gott, deine huld ist weit mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 6. Dein friede stärkt mit frobem muthe Das berz auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ew'gen gute, Und macht getrost selbst in dem tod; Wer diesen frieden hat, genießt Lust, die des Himmels anfang ist. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am freuz ein fluch, Der aller menschen fünden trug. Mel. Sollt' ich meinem gott 20. mit dem tode streiten: Dann hilft er der schwachbeit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stoke sünder meiden, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns seine freuden; Unser berz empfindet ihn. Kann ich größers glüd begehren? Ewiger, bat dich mein herz: so wird es ohne schmerz Den besig der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine gnade seyn. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als wohlthat an Von der band, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterkeit, Und versüßest alles leid Durch die sanfte ruh' im herzen, Die mich stets mit muth belebt, Ueber alles leid erhebt, 8. O laß mich dies im glauben fassen, Und mich mit starker zuversicht auf deine vatertreu verlassen; Wenn alles wanit, wankt sie doch nicht. Wobl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil stebt unbeweglich fest. 9. Lobfingend will ich dich erheben, 466. Mei Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben In findlichem gehorsam weihn; Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergess ich diese huld. ott, durch welchen alle 465. Gott, dinge Sind und wir ken und vergebn, Stärk' mich, daß ich dir lobsinge; Lehre mich dein lob erhöhn! Laß mich dich im stillen loben, Mich, den du voll lieb' und huld Aus den tiefen seiner schuld Zu des christen glück erhoben! Dich erheb' ich immerdar Der mich schuf und neu gebar. 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber diesen rauhen pfad Geh' ich, va ter, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der fünder spott Und das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt ich meine frone mir! Nein, ich leb', ich sterbe dir. 2. Könnt ihr die gestirne zählen: Gottes gnade zählt ihr nicht. Er errettet unfre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, Mit versuchungen der lust, Mit dem feind in unsrer bruß, Wenn wir Mcl. Dewigkeit, du donnerwort. ein glaub' ist meine lebens ruh'; Und fühn mich deinem himmel zu, Odu, an den ich glaube! Ach gieb mir, herr, bestän digkeit, Daß diesen trost der sterblic feit nichts meiner seele raube. Tij präg' es meinem herzen ein: Weld glück es sey, ein christ zu seyn! 2. Du bast dem sterblichen geschlecht Zur sel'gen ewigkeit ein recht Durd deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch' und staub, Doch nicht des todes ew'ger raub; Du bist für Mir, der ich dein mich gestorben. erlöster bin, Ist, daß ich sterbe, nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein Herz ist ruhig, und vergißt Die schmerzen dieses lebens. Se dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein theil mir zu, Hier kurzen schmerz, dort ew'ge ruh. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Chriſten. 213 4. Was send ihr leiden dieser zeit| Bringt eine noth mich ins gedränge, Mir, der ich jener berrlichkeit Mit rub' So hab' ich doch den trost an dir, entgegen schaue? Bald ruft mich gott, Daß du auch leiden dieser zeit Stets und ewiglich Belohnet und erquickt er lenist zu meiner seligkeit. mich, Weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfreuden schmeckt mein herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der fünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht! Und wenn ich gleich hienieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall' ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner beiligung, Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes kraft Mich, herr, getrost und tugendhaft 8. Dank sey dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, redlich üben; Es macht mich ruhig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit: Wie, sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz dabei, So preis ich ewig deine treu'. deiner huld versichert seyn, Das ist die größte aller gaben, Die je des menschen berz erfreun, Das bleibt auch in der ewigkeit Die quelle der zufriedenheit. 4. Froh seh' ich deinem höhern segen, Den deine hand in jener welt Den deinen, aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Mein heil steht blos in deinen bänden, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine huld mir zugedacht; Nur du vollführst stets deinen rath. Wohl dem, der dich zum freunde hat. 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor fünden scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem finn verehrt, Der ist dein freund, der ist dir werth. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist: So seh' ich auch mit heiterm sinn auf alles andre ruhig hin. 7. Der hat dich auch in allen fällen Gewiß zum trost, und kann sein herz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schmerz; Den wird zum ew'gen wohlergehn Unfehlbar deine huld erhöön. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen berzen strebe, Und präg' es mir aufs tiefste ein: Kein größres glück sey auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 467. it dir, o höchster, M haben, andre zagen Mel. Mein gott in der höh' fey ac. 468. D welch ein unſchäßbares gut Ist doch ein gut gewissen! Hab' ich nur das, so hab' Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt tein tod und fein gericht: Denn ich hab' gott zum freunde. 2. Bin ich mir dessen, gott, bewußt, Und steh' bei dir in gnaden, So wohnet ruh' in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine liebe. 3. Beschämt mich meiner fehler men- 3. Trifft mich auch hier zuweilen ge: Du, vater, du verzeihst sie mir.| noch Das gift der lästerungen; Wird Zweite Abtheilung. 214 meines Herzens rube doch Dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein gewissen rein, Und flieh' ich auch den bösen schein, Wirst du mich schon beschüßen. 4. Ich sehe mit zufriedenheit Der fünft'gen welt entgegen; Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf allen meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Des lebens allerbestes theil, Zu haben sey beflissen. Mit dir, gott, ausgeföhnt zu seyn; Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sey mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer aufmerksam genug, Auf seine warnung hören. Erinnerts mich an meine schuld, so laß mich, vater, 470. Wer durch dein wort it So Voll glauben Mel. Wer nur den lieben gott 2c. neu vater! und von dir empfängt Ein herz, das dich zum heil erkoren, Der fünd' ent sagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer chrift! suchen. 7. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor sünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle: Denn wer nur reines herzens ist, Hat immer dich durch jesum christ, Allgütiger, zum troste. ich gutes nur allein; Such' ich, vater, mehr als allen, Such' ich stets dir zu gefallen, So sind ew'ge freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich menschen hassen, Mich auf dich nur, gott, verlassen, Und verdammt mein berz mich nicht: O, so bin ich voller freude, Und verlier', auch wenn ich leide, nicht den muth zu meiner pflicht. eitelkeiten Nie 6. Laß den reiz der von dir mein Herz ableiten, Bleib du mir mein höchstes gut! Hilf mir den betrug der sünden Sehn und standhaft überwinden; Gieb mir dazu kraft und muth. 4. Friede werd' ich im gewissen, Und den himmel bier genießen, Lieb' 7. Lenke, vater, mein bestreben Hin zu einem bessern leben; Lehre mich schon in der zeit An dem ewigen ergözzen, Hier den werth der dinge schäßen, Wie einst in der ewigkeit. 2. Befreit von seinen finsternissen Und von der sünde sclaverei; Begnadigt, ruhig im gewissen, Von strafen des gesetzes frei: Sieht er in dir, mein Herz mit dir vereint, Den vater und den 469. Verébret, Dem mein besten Freund. Mel. Alles ist an deinem 20. ater, den leben angehöret, Heilig sey mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Dei nen willen gern zu üben, Und dir treu zu seyn, o gott! 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die feele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Ihren durft kannst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 3. Gieb, herr, daß das glück der erde Nie für mich verführung werde; Deine huld sey mehr mir werth. Sie nur ist das glück der seelen, Und das werd' ich nicht verfehlen, Wenn mein herz dich findlich ehrt. 3. Er darf, o gott, von dir ver langen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, Weil er auch ihm zum heile starb; Verständniß, so wie muth und fraft, Zum kampf in seiner pil grimschaft. 4. 3um sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung Zu einem jeden guten werke; Im leiden trost und linderung; Und selbst, in dieser übungszeit, Den vorschmad jener herrlichkeit. 5. In seinem findlichen gebäte J er der frohen zuversicht, Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein find auch nicht: Ja, 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. deine vaterhuld gewährt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und bast, wenn er auch fehlt, geduld; Hilfft ihm in seiner schwachheit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich, Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle spötter ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Zufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde zu glücklich schon, zu reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm zu klein; Denn er wird ewig glücklich seyn. 9. Er sieht den tod von ferne kommen, Und zittert nicht, er ist' fein freund; Von dir zum erben angenommen, Frohlockt er, wenn der tod erscheint; Er endet fröhlich seinen lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie felig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erforen, Der sünd' entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist Dein kind, dein eigenthum, der christ! 215 zu bereun; Sucht ynad' und strebt noch mehr Der tugend treu zu seyn. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt, Zufrie den, frei von neid, Von habsucht und von geiz, Von stolz und eitelkeit. Mel. D gott, du frommer gott zc. 471. W er gottes wege geht, Nur der hat wahren frieden. Wie herrlich ist sein glück Ihm selbst von gott beschieden: Voll glaubens widersteht Er jeder bösen lust, Ist seiner tugend sich Froh vor dem Herrn bewußt. 5. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nützen; Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schüßen; Auch selbst beleidigter Bird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott gesinnt, Und milde wird er seyn. 6. Er kränkt den nächsten nie, Schützt seinen ruhm, sein leben; Er trägt ihn mit geduld, Ist willig, zu vergeben; Und übereilt ihn auch Der zorn, so faßt er sich, Und denket bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes herz Im guten zu bestärken; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu seyn, Mit ihnen eines Herrn Und heils sich einst zu freun. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark, Liebt immer mehr das gute. Ihn machet gottes geist Durch sein wort tugendhaft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an kraft. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket; Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gottergebnes herz. Mel. Wie groß ist des allmächt'gen. 472. Mie mächtig spricht in deine stimme voller buld! Du schonest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nich.; hast väterlich geduld; Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirst niemals müde, mich zu führen, Und sorgst für meine wahre ruh. 2. Erbarmer deiner freaturen! Liebreicher herr der ganzen welt! Die deiner güte reiche spuren In jedem sonnenstaub enthält: Zu groß sind sie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe kann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu meinem heil gethan. 3. Sollt' ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir ver 216 Dritte Abtheilung. giebt? Der mir, gebote zu erfüllen,| Die weder mensch noch engel büst; Gegeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, mein herz mit troft und freud' erfüllt? Wie freudig kann ich's dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! 5. Den großen tröstenden gedanken Geb' ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thronen wanken, 4. Sein dienst ist glück für meine Fest steht er, wenn die welt auch seele; Gehorsam meine seligkeit! Wie bricht. Es mögen fündigen und zitfindlich wein' ich, wenn ich fehle, tern, Die finder des verderbens sind! Vor ihm, dem vater, der verzeiht! Gott wird der erde grund erschüttern; Ich fühl die schwere meiner sünden, Ich bebe nicht: ich bin sein kind. Dritte Abtheilung. Dritte 317 Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1) Bei dem öffentlichen Gottesdienste. ald a. Beim Anfange desselben. Mel. Vom himmel hoch, da komm' 2c. oder: Wenn wir in höchsten: c. 473. Erbör uns, gott, wir flehn um licht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk' uns, und lehr' uns redlich thun Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir im tod. err, vor deinem ange3. Mach uns im Glauben start und 475. Het het en die frei Bon trägbeit und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit In christlicher rechtschaffenheit. bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns seyn trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unfre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unfre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn Und dann vollkommner dich erhöhn. In voriger Melodie. dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, nicht ohn ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerkſam hören. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, und durch seine fraft sofort Tief in unsre seelen dringen; Laß es unfern sinn erneuen Und mel. Liebster jesu, wir sind hier zc. 474. ieb, herr, daß dein theu- des irrthums nacht zerstreuen. res wort Unsern geist 3. Daß, mit deinem wort bekannt, heut so durchdringe, Daß es dann auch Wir, was du befohlen, üben; Dich immerfort Frucht in unserm leben und den, den du gesandt, Jesum 1. Bei dem öffentlichen Gottesdienste. 217 christum herzlich lieben! Daß kein leid| Daß ich mit fleiß gewissenhaft Und und keine freude Uns von dieser liebe treu dein wort vollbringe! Auch mache scheide. mir bis auf den grund Mein Herz mein ganzes leben kund, Daß ich nie heucheln möge! de cla 3. Gieb alles, was dein sohn verheißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank von herzen gehn, Und dir, o herr, gefallen! In bekannter Melodie. 476. Jesu christe, wir ſind hier, Um dein göttlich wort zu hören: Gieb uns andacht und begier Nach der wahrheit theuern lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach' uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, Kommt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte jetzt so unfern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen. Lenke du gebät und lehre Üns zum heil und dir zur ehre. In bekannter Melodie. 477. K Domm, heiliger geist! Erfüll' die herzen bei ner gläubigen, Und entzünd' in ihnen Das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit der zungen, Die völker der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit des glaubens. Halleluja, Halleluja. Mel. Ach bleib' bei uns, herr 20, 478. dein wort hören heut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lehr, Glaub', lieb' und hoffnung in uns mehr. 2. Erleucht' uns huldvoll durch dein licht, Verfag' uns deinen beistand nicht; Tröst' uns in aller unsrer noth, Gieb kraft zum guten bis in tod. 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann wird auch unsre and acht hier Recht beilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieſer zeit, Zur ruh in jener seligkeit Dereinst unfehlbar kommen. Mel. Herr jesu christ, dich 2c. 480.vater, fend' uns deinen geist, Den uns dein göttlich wort verheißt, Daß er uns stärke, tröst', regier', Und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Stärk' unsern glauben und verstand; Mach' deine lehr' uns recht bekannt; Treib' auch zur heiligkeit uns an, Und führ' uns auf der tugend bahn. 3. Mach' uns geschickt, den engeln gleich, Zu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In veiliger geiſt! laß uns ew'ger freud' und sel'gem licht. 4. Dir, gott, den erd' und himmel preist, Dir, vater, deinem sohn und geist, Dir, der mit hülf' uns gern erfreut, Sey lob und preis in ewigkeit. Mel. Liebster jesu, wir sind ic. 481. Wir erscheinen heut' vor o vater, Mel. Allein gott in der höh' sey zc. zu verehren, Und in deinem Hause 479. O herr, wenn deine leh hier Dein hochheilig wort zu hören; zum geräusch uns zu entfernen Und, was uns beglückt, zu lernen. mir Den weg himmel zeigen: So laß die feel' empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ihn fruchtbaren glauben; Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gleb vielmehr muth, licht und stärke Uns zu jedem guten werke. 2. Gieb, daß des wortes geist und kraft Mein ganzes Herz durchdringe, 218 Dritte Abtheilung. 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch| gen, was wir hören; Daß wir alle dein wort zu dir bekehren, Und wir fromm auf erden Und dereinst auch alle, gott, durch dich Treu vollbrin- selig werden. b. Beim Schlusse desselben. Mel. Jesus, deine tiefe wunden 2c. 482. ott, burch den wir sind und leben! Höre, wie der christ dich preist, Daß du uns dein wort gegeben, Das uns beilsam unterweist, Das uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem trost erquicket. 2. Gieb, daß wir dein wort recht Daß wir uns im guten üben, Und nicht bloße hörer seyn; Denn wer deinen willen weiß, Und ihn doch nicht thut mit fleiß, Der ist ärger als die heiden Und wird doppelt streiche leiden. 3. Darum drück, was wir vernommen, Tief in unsre seelen ein; Laß uns zur erkenntniß kommen-Und des wortes thäter seyn; Dein geist treibe stets uns an, Daß dich von uns jeder mann Recht erkenne, ehr' und liebe, Und mit fünden nicht betrübe. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 484. D en höchsten öffentlich verehren Und in sein haus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören Und ihn lobpreisend zu erhöhn, Ist eine pflicht, wozu der christ, So lang' er kann, verbunden ist. 2. Denn billig ist's, das höchste wesen, Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, Um neue huld ihn anzuflehn. 4. Um dies alles recht zu wissen, Sey dein wort uns rath und licht. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es versüß uns jede noth; Es erquick' uns auch im tod, Durch die Hoffnung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmelsfreuden. 2) Von der Feier 3. Wenn du nur in der still' ihn ehrest, Und jesum deinen heiland nennst; Doch ihn nicht öffentlich verchrest, Ibn nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein christ, Der seinem heiland dankbar ist? Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. reuer gott, 483. Zbir, daß du uns bein wort gegeben; Hilf uns ferner, auch wir Nach demselben heilig Gieb dem glauben solche stärke, Daß er thätig sey durch werke. daß leben; 2. Uns, o vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen; Schenk uns deine kraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen. Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. des Sonntags. 4. Wer sich dem dienst des Herrn entziehet An dem dazu bestimmten tag, Aus leichtsinn die versammlung fliehet, Und nicht mit andern beten mag: Der, der verlegzet seine pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauen, Mußt du zum hause gottes gehn; Wie viele sind, die auf dich schauen, Die sehr auf andrer beiſpiel sehn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflich ten, Und von der bahn zur seligkeit, Noch immermehr zu unterrichten, In dieser vorbereitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o christ, Der du geneigt zu fehlern bist! 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb' uns gott verband; Er 2. Von der Feier des Sonntags. 219 stärket unsers geistes kräfte, Giebt 7. O, laß auch heute deinen geist mehr erkenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft Zum glauben und zur tugend schafft. mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er leite mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. 8. Hast du nicht auch oft trost empfunden, Wenn du das Wort des 8. Dein tag sey mir ein denkmal. herrn gehört? Sind dir nicht lieb die deiner güte! Er bring' mir heil, und frohen stunden, Da man gott öffent- lenke mein gemüthe Auf jenes glück, lich verehrt, Und, um das ewige be- das du der welt erworben, Da du mübt, Sich dem geräusch der welt gestorben. entziebt? 9. Was gleicht dem bimmlischen entzücken, Das hier ein frommes herz belebt, Wenn es in stillen augenblicken mit andern sich zu gott erhebt, Und, voll des glücks, das es genießt, Von dank und freuden überfließt. 10. Kommt dann, o christen, theure brüder! Vereint im geist vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes glieder: Kommt, unfern vater zu erFrohlockend preiset christ, Der unser Herr und heiland ist. Mel. Herzliebster jesu, was hast 2c. oder: Ist auch ein gott 2c. 485, Dies ies ist der tag, an welchem deine frommen, Herr, in dein haus, dich anzubeten, kommen; Mit lob, gebät und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Er sey nun auch, o beiland, dir geweihet, Ihn feiert gern, wer deines heils sich freuet. O, laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten! 3. Dich preist der lobgesang der himmelsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unrer ehrfurcht flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlösten zungen Froh wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sich an deiner lehre weiden; Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, die findlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der fünde freuen, Kann nicht gedeihen. 9. Dich bet' ich an, du todesüberwinder! An diesem tag hast du zum heil der fünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es fei're dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines ruhmes werde! Lob sey, erlöser, deinem großen namen Auf ewig; amen! Mel. D jesu christ, mein's lebens 2c. du gott! bu bist mein preis und Mein herz sey ganz dein eigenthum, Laß mir den sonntag heilig seyn, Und gern ihn meinem glücke weihn. 2. Gieb, daß ich mein gemüth bewahr', Wenn ich mit deiner christenschaar Zu deines Hauses stätte geh'; Und so mit andacht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seyst, Damit ich deines geistes lehr Begierig und mit nußen hör¹. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, Und laß mich nicht blos hörer seyn; Steh' mir mit deiner gnade bei, Daß ich der lehre thäter sey. 486. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag; Bewahr' mich vor dem geist der welt, Der diesen tag verächtlich hält. 6. Was dein wort heute in uns schafft, Behalt' die ganze woche kraft; Daß jeder tag und allezeit Sey deinem lob und dienst geweiht. 487. Wher, die stätte, Wo Mel. Wer nur den lieben gott: c. heilsam deines namens ehre wohnt; O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belohnt, Die deiner lehre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. 220 Dritte Abtheilung. 2. Wohl dem, der dich in deinem 4. O, laß auch mir dein licht heut tempel, Gott, zu verehren, ernst be- scheinen! Dein tag, herr, bring' aud weist! Du hörst sein lob: und sein mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich exempel Stärkt auch des nebenmenschen mit den deinen Vor dir an beil'ger geist, Daß er auf deiner wahrheit bahnstätte bin. Laß dir das lob, das wir Rechtschaffen vor dir wandeln kann. dir weihn, Ein angenehmes opfer ſeyn. 3. Dein wort bleibt niemals ohne segen Wenn mans nur recht zu berzen nimmt; Es giebt uns trost auf trübfalswegen, Die du zu unserm beil bestimmt; Es giebt im kampf uns muth und kraft, So wie es sieg und freude schafft. 3) Bei der Katechismus- Lehre. Mel. Wer nur den lieben gott 20. 488. Du läffeft, herr, uns unterweisen, Durch deiner lehre helles licht. O gieb, daß wir dich dafür preisen! Und segne jegt den unterricht An uns, aus unsers lehrers mund! Mach' dich recht unsern seelen kund! 2. Hier wird dein saame ausgeftreuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weibet, Legt grund zu seinem wahren wohl. Aus jugendlicher frömmigkeit Quillt fegen unsrer fünft'gen zeit. 3. So gieb denn jetzt zu deinen lehren Auch bei uns allen das gedeihn; Laß uns mit lernbegierde hören, Und > auch der lehre thäter seyn. O pflanz' dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christenthum. 5. Du bist der vater aller frommen, O segne heute deine lebr'! Erhör, wenn wir zusammen kommen, Der frommen wünsch zu deiner ehr; Wir suchen nur, herr, deine gnad', Ach leit uns auf der tugend pfad! Mel. Nun ruhen alle wälder 20. 489. beten! Laßt uns zum Commt, tinder, anzuvater treten, Der aller vater heißt; Er ist's, der uns das leben, und seinen sohn gegeben; Er schenk' uns auch den heil'gen geist! 3. Lehr' uns den heiland kennen, Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, Sich unser herz erfreu! Hilf, daß wir an ihn gläuben, Und ihm gebor sam bleiben; Mach' unser Herz ihm recht getreu. 4. Präg' deine heil'gen lehren, Die wir anheute hören, Tief in die ber zen ein; Gieb, daß wir sie, zum segen, Behalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter seyn. 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und folgsamkeit; Mach leichtsinn und das laster Uns täglich mehr verhaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. 6. Wir sind schon jetzt als kinder, O vater, vor dir fünder, Ach, geh nicht ins gericht; Gott! sey uns gnädig, schenke Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer jugend fehler nicht! 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt in jungen jahren Der leichtsinn oft dahin; Laß uns die lust der sünde Daß sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlangen fliehn. 8. Herr! laß zu allen zeiten Uns deine gnade leiten, Auf jeder guten bahn; Führ uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum 2. Fehlts uns in unsrer jugend An weisheit und an tugend, Und kennen wir dich nicht: So mach uns, dir zum preife, herr, doch fromm und weise Durch deines theuern wortes licht.| glück des ew'gen lebens an. 4) Bei der Confirmation junger Christen. 490. Herz die treue! Und Mel. Wer nur den lieben gott: c. err! dir gelobt mein neuen Dir, 3. Oft hab' ich schon das wort gebrochen, Das ich dir in der taufe gab; Oft bab' ich besserung versprochen, Und ließ doch nicht von fehlern ab; Nun, heute kehr' ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. 4. Nie will ich hierin treulos werden, Nie deine guten wege fliehn. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, fünde, o unglaube, weich! Gott bört es, jegt entfag' ich euch. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. eju! geb ich mich aufs neue Zu dei- 491. Hein chrifto aller Herr, unfer erbarme dich In nem ew'gen eigenthum. Von deinem guten geist allein Will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, treuer gott! von deinem finde Den theuern eid der treue bin. Reizt mich in zukunft noch die sünde, So will ich ihre nezze fliehn; Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zeuge seyn. 5. Ja, ja, gott höret mein versprechen; Tief sieht er in mein herz hinein; Sollt' ich's in zukunft treulos brechen, So wird er einst mein richter seyn: Gewissensangst und ew'ge pein Wird meiner falschheit strafe seyn. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache selbst mein herz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm und weise sey! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 221 7. So werd' ich, herr! vor deinem throne Mich dieses heil'gen tages freun; Geschmückt mit jener siegeskrone, Werd' ich dann ewig selig seyn. O welch ein heil! wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! fünder, Und sieh auch jego gnädiglich Auf diese unsre kinder; Du nahmst sie schon bei ihrer tauf' Durch deinen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben, Gieb, vater, deines geistes fraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch fünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören: An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unvermerkt einst wagen: 4. Allein es kann doch deine gnad' In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh' ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sey Beständigkeit im guten. 5. Sie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen: In freud' und leid, bis in den tod Den taufbund nie zu brechen; Gieb ihnen doch durch deine kraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen und vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für sie: Du wollst uns liebreich tragen; Ja, nimm dich aller gnädig an Und leit' uns auf die tugendbahn, Die zu dem himmel führet. 5) Für die Obrigkeiten und Unterthanen. Mel. Uus tiefer noth schrei ich 2c. werden; Verleih ihr weisheit, trieb und kraft, Was wabres wohl dem lande schafft, Mit sorgfalt wahrzunehmen. gabst auf erden, mit wohlstand und 2. Gieb, daß sie, deinem vorbild mit sicherheit Durch sie beglückt zugleich, Uns väterlich regiere, Und stets, 492. Erhalt uns, herr, die obrigkeit, Die du uns Dritte Abtheilung. 222 an huld und weisheit reich, Die herrschaft glücklich führe, Daß sie ein schuß der unschuld sey, Den redlichen im land erfreu, Dem unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, durch ihren schuß bewacht, Des friedens glück genießen, Und ruhig unter ihrer macht Das leben uns verflichen. Hilf, daß sie in gottseligkeit Dir dienen, und in unsrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, mit ihrer list und ihrem truß Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unfer glück zur absicht hat, Dein segnendes gedeihen! 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu', Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beflissen sey, Nach seiner pflicht Mel. Run kommt der heiden heil. ic. zu leben. Erleichtre ihr des lebens 494. Wer gehorcht, der thua Und sey ihr lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beslissen seyn, In deiner furcht zu leben; Uns deiner oberherrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und volk sich beuge. 7. Um seinen stuhl sey immerda Recht und gerechtigkeit; Und dann beschüß ihn in gefahr, Wenn ihm und uns sie dräut. 5. Er zeig' in seinen tbaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern sey er fürchterlich, Der tugend schutz und lohn. 6. Beglückter völker liebe sey Sein edelster gewinn; Und kein gerechter seufzer schrei Um rache wider ihn. 8. Er wünsche nie der helden ruhm; Doch zeucht er in den krieg, Zu schüßzen recht und eigenthum, So folg ihm muth und sieg. 9. Auch ihm hast du bestimmt das den seiner tage viel, Und jeder se ziel, Das er erreichen soll; Laß wer gensvoll. 10. Sein werd' in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank gedacht. Erbör uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. sich wohl bewußt ,, Daß er nicht regie ren kann, Sey ein guter untertban. 2. Bist du niedrig, bist du groß, Sey vergnügt mit deinem loos, Schäm dich deines standes nicht; Nüßlich is doch jedes pflicht. 3. Mel. Nun danket all', und ic. 493. Es freu' der fürst des lan- gelten kann. des sich, Gott, deiner allezeit! Sein auge sehe stets auf dich; Sein herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner kraft, Und deines geistes voll, Gedenk' er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und kraft von dir. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu seyn; Und laß ihn, in dein bild verklärt; Sein volk, wie du, erfreun. 3ur gemeinen wohlfahrt se Dem geseße stets getreu; Gott will das von jedermann, Der es dir ver4. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. Thu, wie er, ohn' zwang und noth Deiner obrig feit gebot. 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst du's gott dem Herrn, Was du schuldig bist, stets gern. 6. Ördnung und gerechtigkeit, Schuß und fried' und sicherheit Ist ein glück, das man nur hat Durch der öbern rath und that. 7. Leben wir gewissenhaft, Einge denk der rechenschaft; So wird gott, der höchste herr, Uns dies geben mehr und mehr. 8. Obrigkeit und unterthan, Betet drum den höchsten an; Fürchtet ihn: denn sein gericht Wird gerecht seyn, fündigt nicht. 6) Bei der Einführung Rel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. err! hier stehet unser 495. He hirt, Der sein amt nun angetreten, Der uns künftig weiden wird; Höre sein und unser beten; Sein gebet, uns recht zu lehren, Unser flehn, ihn recht zu hören. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem flehn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zu zueilen, Frevler heilsam zu erschrecken, Und die trägen zu erwecken. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. Mel. Erhalt' uns, herr, bei zc. 496. D Du hast gestiftet, herr, die auf dies paar aus deiner höh', Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit Herz und mund. 2. Mit gnade schau auf sie herab, sie Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Bor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dich; Von untreu fern, im Herzen rein, Keusch auch in wort und thaten seyn. 4. Mach sie in heil'ger einigkeit Zu deinem lob und dienst bereit; 3um beten und zur freud' an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit munterfeit; Und so geling' ihr treuer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preis. 6. Und wenn des lebens last und müb Auch sie beschwert, so lenke sie, Daß jedes an dem sauern tag Des anden bürde hülfreich trag'. 7. Willst du durch finder sie erfreun, So feb zu deren zucht gedeihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn kreuz, nach deinem rafh, sie drückt, Laß sie darin nicht unerquickt; Gieb heitre tage nach dem leid, Und leite sie zur seligkeit. 223 eines neuen Predigers. 3. Ruf' ihm zu: so hab' nun acht Auf dich selbst und auf die heerde; Daß, wenn er für andre wacht, Er nicht selbst verwerflich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. 4. Legt er endlich in das grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der sauren arbeit nieder: Herr! so gieb ihm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. 9. Und trennet dann auch sie der tod: So wissen wir, daß unser gott, Die tugendhaft ander ewig wiedergiebt. Mel. Vom himmel hoch, da 2c. oder: Wo gott zum haus nicht giebt. gott! gnadenvol497. D fer rath Den ebſtand eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schüßzest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst. 2. Gieb diesem neuen paare heut' In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. 3. Auch wenn sie kreuz und kummer drückt, So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher trost ergößt. 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, Wenn sie einst finder auferziehn, Daß durch sie gottesfurcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, herr, durch deine hand; Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schußze ruhn. 6. Und so sey ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, gott vater, sohn und geist, Ihr froher dank dort ewig preist. 224 Dritte Abtheilung. 8) Für Eltern und Kinder. el. Aus meines herzens grunde. 498. us freudigem gemüthe Sing' ich zu gott hinauf; Es zeugt von seiner gute Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles, was ich habe, Auch kinder gabst du mir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ihrentwegen Dein sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nicht ärgre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheh' ja nie! 3. Dir, vater! dir zum preise, Wollt ich sie gern erziehn, O! mache du mich weise, Und segne mein bemühn. Dies sey mein augenmerk, Dir, gott, sie zuzuführen, Und keines zu verlieren: Welch großes, wicht'ges werk! 4. Zu schwach sind meine kräfte, 34 schwach ist mein verstand; Der finderzucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! darum bitt' ich dich, Um jesu christi willen.( Du wollst die bitt' erfüllen!) Regiere sie und mich. Mel. Herr jesu christ, mein c. 499. Die finder, deren wir uns freun, Sind alle, gott und water, dein; Sind deine beste gab', o herr! Bewahre sie, barmberziger! 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steb', damit sie glücklich sey, Mit deiner weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen kindern lehrbegier, Zum guten luft und lieb' zu dir; Und laß sie meiden ohne zwang Troß, eigensinn und müßiggang. 4. Gesegnet sey ihr unterricht! Laß sie durch deines wortes licht Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; leite sie. 5. Im glauben mache sie gewiß; Bewahre sie vor ärgerniß Und wider der verführung list, Weil jesus ihr erlöfer ist. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben und dein wort Und sich befleißen jederzeit Der tu gend, zucht und frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen christen sebn Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll lust und muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. Dhilf uns, water, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir mit allen unsern kindern dir. Mei. Jesus, meine zuversicht ic. ott, dir sey mein dank 500. geweiht, Heilig dir mein ganzes leben. Denn aus freier mildigkeit Hast du selbst es mir gege ben; Es durch eltern mir verliehn, Die zur tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein herz Kindlich sey und nicht blos scheine; Und daß ich, trifft sie ein schmerz, Zu dir fromme thränen weine, Fir ihr glück dir dankbar ses Und mic ihrer wohlfahrt freu'. 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten: Gern, was sie ver gnügt, vollziehn; Stets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das beispiel frommer kinder. Der der herr vom himmel war, Gottes sohn, das heil der sünder; Er war doch von kindheit an Seinen eltern unterthan. 5. Freude sey es dann auch mit, Folgsam seyn, denn das ist billig, Und gefällig, gptt! vor dir. Mach du selbst dazu mich willig. Wohl mit dann! es wird auch mein Dein ver heißner segen seyn. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich: c. 501. berr, mein gott! bitte dich um weis heit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen segen auf mir ruhn, Nut das zu lieben und zu thun, Was dit, mein gott! gefällig. 9. Für Herrschaften und Gesinde. 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre zucht an mir gedeihn zu meinem Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. 502. Durch dich, gott, bin ich, was ich bin, Und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn von meinen brüdern babe: Sie leihen ihre kräfte mir; Dies, höchster herr! verdank ich dir. 9) Für Herrschaften und Gesinde. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre kräfte, Und dulden gern des lebens müh In meinem hausgeschäfte. Laß dieses vorrechts fromm mich freun, Nie hart, nie stolz, nie lieblos seyn. 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben. Für ihn und mich hat jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. 4. Gott! präg' dies meinem Herzen ein. Als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich beslissen seyn. Wie sollt ich den betrüben, Der über meine grausamkeit Um rache still gen himmel schreit? 5. Laß mich ihm seine saure pflicht Durch lindigkeit verfüßen. Er soll, wenn hülfe ihm gebricht, Sie stets von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er frank, sein pfleger seyn. Mel. Was sorgft du ic. 503. beffen weisheits" Evangel. luth. 225 wohlergehen. Das gute, was sie mir gethan Von meiner ersten kindheit an, das vergilt du ihnen. jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig sein; Laß treif mich alle meine kräfte Sich gern und willig dem geschäfte, Zu dem du mich beriefest, weihn. 2. Du heißest mich den menschen dienen; Und dir nur folg' ich, dien' ich ihnen, Mit fleiß und treue, herr mein gott! Drum hilf mir, meiner herrschaft willen, Gewissenhaft und froh erfüllen, Als deinen willen, dein gebot. 3. Bewahre mich vor bittern flagen, Lehr' mich mein joch gelassen tragen, Und stets auf deinen willen ſehn. Herr! lehr' mich reden, lehr mich schweigen, Mich unbeweglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gehn. 4. Der herrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich bereuen. Und frömmer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, herr, wenn ich leide; Sey du mein trost in jedem schmerz. 5. D! gieb mir weisheit, mich zu schmiegen, Gehorsam, herr, scy mein vergnügen, Und freude sey mit jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geb' und wandle, Bei allem, was ich thu' und handle, O herr! vor deinem angesicht. 6. Du bist der treue, der gerechte, Der Herr der herren und der knechte, Der armen, wie der reichen heil. Der allerniedrigste auf erden kann groß in deinem reiche werden, Hat dort an ew'gen ehren theil. 7. Ja, wirst otten willen in nen, Sit deinem himmel werd' ich wohnen, Und mich mit deinen engela freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermessen, Nie dein und deines reichs vergessen; So werd' ich ewig glücklich seyn. 15 226 Dritte Abtheilung. 10) Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. Mel. In allen meinen thaten ic. 504. ott hat in meinen tagen Mich väterlich getragen, Von meiner jugend auf; Hat mich auf meinen wegen Geleitet und zum segen Gelenket meinen lebenslauf. 2. Sch hatt' oft große sorgenz 3. Wenn, vater, sich auf meiner Doch, wie ein heit'rer morgen Durchbahn, Mich in ihr neß zu ziehen, dunkle nächte bricht, So hab' ich stets erfahren: Der Herr weiß zu bewahren, Und führt durch finsterniß zum licht. Verführer meiner seele nahn, So laß mich klüglich fliehen. Ihr beispiel, herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner pflicht; Shr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen. 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend glanz Und einst mein troft im alter. Erhalte mein gewissen reir; Laß keinen meiner tage seyn, Der nicht zu deiner ehre Von mir geheiligt wäre. 5. Ach lehre mich den werth de zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daj ich mit weiser thätigkeit zum guten fie verwende. Laß meiner jugend fleif und müh Umsonst nicht seyn, und segne sie; Laß auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden. 3. War menschenrath vergebens, So kam der Herr des lebens Und half und machte bahn. Ich ließ ihn thun und rathen, Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. 4. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter seyn! Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Deff' will ich auch als greis mich freun. 5. Er wird in meinem alter Mich tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und müde: Bei ihm ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 6. Nach wenig bangen stunden hab' ich ganz überwunden; Ich bin dem ziele nah; Dem ziele meiner leiden! welche bohe freuben Erwarten meiner seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem kampfe Frönt. An meiner laufbahn ende Sink ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. 2. Du pflanztest, herr, in meine brust Verlangen nach vergnügen; Laß mich den hang zu jeder lust, Die du. verbeutst, besiegen! Dein unausbleibliches gericht Vergesse meine seele nicht; Und weder glück noch leiden Laß, herr, von dir mich scheiden. gesicht, Du schöpfer meiner jugend! Verwirf mein kindlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge. In voriger Melodie. 506. Ich will in stiller ein Mein zu dir erheben; Nur deinem dienste sey's geweiht, Dir ewig, gott, erge ben. Vernimm, o vater, mein gebät, Das stets um licht und stärke flebt, Ganz deinen guten willen Mit treu zu erfüllen! Mel. Ermuntre dich, mein schwacher zc. 2. Preis dir und dank, mein schö pfer, gott! Du gabst mir meine seele 505. Ich bein Preis dir und mein mittler gott! Du starbst für meine feele Preis sey dem geiste, dank und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein kind; Mein heil ist's, dich zu 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen 2c. lieben. O mache mich dir gleichgefinnt In allen meinen trieben; Lap 507. meine und Stets deiner liebe wohnung seyn, Und suchen dir vor allen, O vater, zu gefallen! 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sey ihr schmuck bescheidenheit, Und ihre schönheit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Den gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke, Um sie zu reizen, schmücke! 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth kleiden. 6. Auch sey mein auge, wie mein herz Unsträflich; nie entzünde Ein freier unfittsamer scherz Geheime luft zur fünde. Die unschuld sey mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum, Den ieder gern mir gönne Und niemand lästern könne. 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Sch eitle zeitvertreibe Stets gern entbehr, und allezeit Im guten thätig bleibe! Der umgang, der verführung droht, Sey mir mehr schrecklich, als 8. Mit wahren frommen müſs' ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen umgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel seyn, Daß mich, wenn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue. Mel. Wenn wir in höchsten ic. 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dies gern zu thun! erhöre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ehre. Dir weih' ich, gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Dich einst vollkommner loben. 227 gott, erbarme väterlich und der waisen dich! Sey ihr versorger; laß sie nie Verzagen; schüß' und segne sie. 2. Sey selbst ihr vater, trost und rath. Die witwe, welche kinder hat, Soll, dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, untadlig seyn. 3. Fromm, lehrreich, nur geschwäzzig nicht Sen jede; sey ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und hoffnung, Herr, auf deine Huld. 4. Es nehme, wer ihr dienen kann, Sich ihrer mild und liebreich an. Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und menschen werth. 5. Hilf ihnen! sey der waisen gott! Früh lebre diese dein gebot, Fleiß, demuth, dienstbeslissenheit, Zur tugend lust und willigkeit. Mel. Herr jesu christ, mein's lebens. der tod; Laß seine wilden freuden, 508. So früh bringt, gott, mich Wie eine pest, mich meiden. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach' auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite fie; Verlaß sie in versuchung nie; 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und beistand sey; Daß sie, bier glücklich, sich auch dein, O gott, in deinem himmel freun! einen kummervollen stand! Und ach! auf einer dunkeln bahn Tret' ich den lauf des lebens an. 2. Ich fasse deinen rathschluß nicht: Doch sey es, vater, meine pflicht, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr* ich einst; Vielleicht noch in der prüfungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 4. Gieb stärke, daß ich dir getreut In meinen frühen leiden sey! Laß nur der tugend weg mich gehn Und stets auf deine hülfe sehn. 15* 228 Dritte Abtheilung. 11) Neujahrs- Lieder. Mel. Es ist das heil uns femmen 2c. 509. Du, gott, du bist der berr der zeit, Und auch der ewigkeiten! Laß mich auch lob Eigene Melodie. verbreiten. Ein jahr ist abermal da- 510. Herbie erben Durch ihren err, die sonnen und hin, Wem dank' ich's, gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad' und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet' ich an, Dir hab' ich mich ergeben! Dir, den kein wechsel treffen kann, Vertrau' ich froh mein leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch frohe lobgesänge Der kreaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser herz stets deinem namen, Und unsern mund erfüllt dein lob. 3. err, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Uns zugeflossen wäre. 2. Wie deine kraft die welt bewahre, Verkündiget der tag der nacht. Ein jahr erzählt dem nächsten jahre Die großen wunder deiner macht. Dein thron, o gott, bleibt ewig stehen. Du bleibst derselbe; wir vergeben. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben, Im abgrund der vergänglichkeit. 4. Du hast auch im verfloßnen jabr Uns väterlich geleitet; Und wenn das herz voll sorgen war, Uns hülf und trost bereitet. Von ganzer seele preis ich dich. Auf's neue, gott, ergeb' ich mich Ganz deiner weisen fübrung. 3. Kommt! dies sey uns ein tag des bundes! Bleibt gott, dem höchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm' unverstellt das Herz auch bei; O land! gelobe, gott zu dienen; Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt treu auf seinen wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade fatt. 4. Gott, schau herab von deinen höhen! Du! der du deine menschen liebst! Erhöre unser kindlich flehen, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umgeben Allzeit auf seinem fürstenthron! Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines lan des wohlfahrt bauen, Und dann se du sein schuß und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur feite, Die um den stuhl des fürsten stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volkes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer forgfalt schauen, Sie, 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen, Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade rubn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 6. Gieb neue lust und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Tich, o du allerböchstes gut, Und sünde nicht, zu lieben. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Tie böse lust zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geift schon jetzt bemühen. Denn bier ist nur mein pilgrimstand; Im himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. treu vollenden. Der tage last erleichtre mir, Bis meine ruhe einst bei dir Kein wechsel weiter störet. S. O mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lauf der ewigkeit mit vorsicht 11. Neujahrs- Lieder. die des fürsten hülfe sind. Der unschuld flehn, des land's begehren, Laß sie mit wahrer sorgfalt hören, Sie, die das ohr des fürsten sind. 6. Schenk' weisen eifer unsern lebrern Für deiner lehre lauterkeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der sanftmuth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre lebren Nie ohne früchte wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen fegen auf uns fließen, Denn, herr, sie pflanzen und begießen, Von dir kommt aber das gedeihn. 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach' doch, herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreu. Bild' auch das Herz der zarten jugend, Und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend In allen unsern schulen blüh. Des landes hoffnung laß geDaß da bürger für die ſtaaten, Und für den Himmel selbst erzich. 8. Ach, keinen laß sein heil verscherzen, Mach' für ihr heil die sünder flug! Gieb trost und kraft bedrängten herzen, Und unsern armen brod genug. Dies unser flehn sey ja und amen Durch jesum; denn in jeſu namen Giebst du, was unser berz begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweise, Tu seyst es, der gebät erhört. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 511. Hilf, herr, laß es wohl gelingen, Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Neuen segen jedermann. Unsern leib, seel', hab und gut Nimm in deine vaterhut; Neues glück und neues leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein jahr der gnaden, Habe ferner noch geduld; Denn wir sind mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus huld! Wirke wahre reu' und leid, Dann laß aus barmherzigkeit Uns vergebung aller sünden In dem blute jesu finden. 229 3. Du hast uns dies fabr gegeben: Gieb, daß dirs geheiligt sey! Laß uns fromm und christlich leben, Redlich, ohne heuchelei, Und voll nächstenliebe feyn, Auch den feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf erden, Und dort ewig selig werden. 4. Im vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dabin; Was ist, das uns noch betrübe, Bei dem dir ergeb nen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stets gnädig seyn, Und uns, wenn wir zu dir treten, Schüßen, fegnen und erretten. Dieses angefangne jahr! Leit' uns, 5. O, so laß uns fröhlich enden doch' in gefahr. Steb' uns bei in aller herr, mit vaterhänden, Schüßze uns noth, Auch verlaß uns nicht im Dann so können wir mit freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. tod. Mel. Nun laßt uns gehn und 2. 512. M treten vor gott, ibn mit it freuden uns anzubeten! Denn er hat unserm leben Bisher noch kraft gegeben. 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern; Die schnelle slucht der stunden. Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage; Wir gehn auf rauhen wegen Cer ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefahren Uns schüßen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir sorgen ja vergebens, Wenn du uns nicht beschüßest, Mit kraft nicht unterstüßest. 6. Lob dir, o gott, dem treuen, Durch den wir uns erfreuen; Lob deinen vaterhänden, Die so viel noth abwenden. 7. Hör' ferner unser flehen, Und eil' uns beizustehen; Gieb mäßigung in freuden, Geduld und trost im leiden. 8. Gieb uns und allen denen, Die sich von herzen sebnen zu thun, herr, deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. 230 Dritte Abtheilung. 9. D, wehre du den kriegen, Laß menschenliebe siegen, Und wo nur thränent fließen, Sich deinen trost ergießen. 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen guten wegen. Laß großen, herr, und kleinen Die gnadensonne scheinen. 11. Sey der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen hülf' und habe. 12. Hilf gnädig allen Franken; Gieb fröhliche gedanken Den kummervollen seelen, Die sich mit sorgen quälen. 13. Vor allem, herr, verleibe Uns deinen geist auf's neue, Der uns mit tugend ziere, Und so zum himmel führe. 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. Mel. Vom himmel hoch da komm ic. jahr, uns 513. Verflossen ist das alte jahr der gnade war; Herr jesu, freudig bringen wir Dir unsern frohen dank dafür. 2. O gottes eingeborner sohn, Wir naben uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit. 3. Erhalte doch an jedem ort, Zum unterricht und trost dein wort; Erhalt uns, deinem dienste treu, Von sünd und aberglauben frei. 4. Laß uns dem bösen widerstehn, Und freudig deine wege gehn; Bestrafe dann durch dein gericht Des alten jahres fünden nicht. 11. Neujahrs- Lieder. der augenblick, Der cinst, o herr, aus dieser zeit Uns führt zu deiner herrlichkeit. 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. O treuer heiland, laß uns dein Im leben und im tode seyn! Mel. Allein gott in der höh 2c. 514. Wer schuf die sonne und den licht und freud' zu geben? Gott ist es, der uns noch verschont, Und noch erhält im leben; Er sørget für uns tag und nacht; Auf, laßt uns seine güt und macht, Voll frohen danks, erheben! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sey dir für das verfloßne jahr Ein hei lig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. Das du uns neu gegeben. Verleih 3. Laß auch dies jahr gesegnet seyn, uns kraft, denn sie ist dein, In de ner furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst Der menschen glüc wenn sie zuerst Nach deinem beifall streben. Des lebens ruh' und freuden; Doch 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, schadet uns das glück der welt, So gieb uns freuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig herz, Und lah uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr' unsre armen Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 5. Beweis' in diesem jahre dich An uns auf's neue väterlich; Wach' über unser ganzes land, Und segne huld- brüder. reich jeden stand. 6. Dem leib gieb sein bescheiden theil, Den seelen stets mehr licht und heil, Und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns feyn! 7. Laß fromm uns leben, uns zum glück; Dann schreckt uns nicht 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuble throne; Daß tugend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu und liebe bei uns sev; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinem sohne. 12) Von den vier Jahreszeiten. a. Vom Mel. Sollt' ich meinen gott 2c. och am himmel steht die Frühling. sanfte chöre; Hier der lauten nach515. dem ehre! Bring tigall, Dort der lerche frohen schall! auch du ihm lob und dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! uns nun ihr licht. Alles leben athmet wonne, Wonn' ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! und 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, tyd die vollen segel eilen Rubig wieder h s meer. Nicht mehr strömen regen, Deren fluth das thal erfüllt, Und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröhlich lied erschallet Hoffnungsvoll dem Herrn der welt. Er vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 7. Diese herrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort, vor gottes angesicht; Auch das freudenvollste leben 4. Seht, wie in die weiten felder hier auf erden, ist nur tod Gegen Freudenvoll die heerden ziehn; Fröh- jenes, das mir gott Dort verheißen lich wandern durch die wälder Satter hat zu geben. Opfre meinem schöpfer tbiere schaaren hin. Hört der vögel dank! Preis ihn ewig, mein gesang! b. Vom Mel. Allein gott in der höh set. 516. gott! so bald der tag erwacht, Erfreust du, was da webet; Und abends danket deiner macht, Was auf der erde lebet. Voll segens machst du unser land, Und schentest uns mit milder hand Die frucht, die uns ernähret. 231 2. Du giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget Von dir, por dessen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 3. Du krönft mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schütteft 5. Duftend und im feierkleide Prangt die blühtenreiche flur; Jede blume lächelt freude Vor dem schöpfer der natur, Der mit thau die erde, tränket Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt hat Sich von früchten schwer nun senket. Bringe meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 6. Dieser frühling, wie geschwinde, O mein gott, wird er verblühn! Wie ein schiff, vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Aber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger frühling seyn; Ewig wird er die erfreun, Die dich ehr'n in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich mein gesang! Sommer. auf das ganze land Des segens lieblichkeiten. Es trieft von ihrem milden guß Nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. 4. Das korn, von deinem segen schwer, Bedecket nun die felder; Die freude breit't sich weit umher, Auf wiesen und durch wälder, In jedem thier, das du ernährst, Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden satt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen. Dir schallt sein froher lobgesang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen dir, herr, dankbar seyn Für so viel reiche gaben. Dritte Abtheilung. c. Vom 517. D pfängt zum neuen leben Das Mel. Erhalt uns, herr, bei.zc. u gott und vater aller Herbst. 4. Bald wird ersterben die natur; Jedoch sie schläft und ruhet nur, Em deine hand ihr wieder schafft. Erleichtre allen ihre noth, Die in der 5. Inmittelst segne uns, o gott! rauhen jahreszeit Kein obdach, so wie uns, erfreut. 232 wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unpartheilichkeit. 2. Der nahen sonne glanz und kraft Hat uns nun freud' und brod verschafft; Nun eilt sie andern brüdern zu: So weis' und gnädig herrschest du. 3. 3war flieht uns jetzt die sommer- 6. Der armen hütten decke du Mit luft, Dafür erfreust du unsre brust deinem segen, vater, zu. Wenn frost, Mit dieses jahres speis' und trank: Owenn bungersnoth sie drückt, Schaff dafür sagen wir dir dank! hülfe, welche sie erquickt. d. Vom Mel. Auf, christenmensa! auf! 2c. 518. Des labres schönheit ist nun fort! Wie traurig stehn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer beladnen lüften. Cie erde starrt vom froste nun, Und ihre nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Ich darf vor frost nicht beben. Mich schüßt mein dach, mich wärmt mein kleid, Und brød erhält mein leben. Auf meinen betten schlaf' ich ein Und kann mich sanfter rube freun. 3. So hat's der arme bruder nicht, Dem brod und kleidung fehlet, Den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, Wenn krankheit plagt und finder schrein. Winter? 4. O zaubre, zaudre nicht, mein herz, Shm liebreich zuzueilen! Führ feinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth vergißt, Verdient nicht, daß er glücklich ist. 111/ 5. Vor tausenden bist du beglückt, Die in der stille klagen, Da wärm und nahrung dich erquickt In diesen in mir, Und bringe gott den dank rauhen tagen. Lobsinge, frohes Herz, dafür! 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt, Und mancher mehr besiget: Nein; auf die noth, die andre quält, Auf gott, der dich beschüßet. Ach vater! lindre jeden schmerz, Und gieb mir ein zufriednes herz. Morgen- Lieder. 13) cl. Uus meines Herzens grunde. 519. mächtiger, ich hebe heiterm muth erwacht. Mein aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer dank dafür! Herr, deine huld ist groß, Und niemals hat das lallen Des dankes dir mißfallen, Das aus dem herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei vom fummer, Ein sanfter schlaf erfrischt: Dies dank' ich deiner macht Und deiner vatertreue. Durch sie bin ich auf's neue Mit 3. Beschüßer unsrer seelen, Ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nüßlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf' er 13. Morgen- Lieder. mein herz bewahren, Helf' er mir die gefahren Der fünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du bie meinen Nach deiner gütigkeit. Verlaß der armen keinen, Wend' alles herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, Eilst allen beizustehen: Doch soll der liebe flehen Dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein segen rub auf mir. Mein seufzen, meine zähre, Erbarmer, ist vor dir; Deß soll mein herz sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. 520. Der Liebtest, gott, von Mel. Gott des himmels und der ze. er du alle deine werke ewigkeit, Du bist auch mit huld und stärke Ihnen nahe in der zeit. Deine güt' und deine treu' Ist mit jedem morgen neu. 2. Unter vielen millionen Siehst du liebreich auch auf mich; Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem dank Dich mein froher lobgefang. 3. Darf ich, erd' und staub, es wagen, Heut' zu dir empor zu sehn? Meinen kummer dir zu klagen? Kindlich frei dich anzuflehn? Ja durch christum habe ich Dieses zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine kümmernisse, Bin ich redlich fromm, entfliehn. So wie alle finsternisse, Da die morgensonn' erschien. Keine sorge raubt dann mir Meine freudigkeit zu dir! 233 den ganzen tag Mich so vor dir, herr, wandeln, Daß ich nicht blos fromm handeln, Nein, auch fromm denken mag. 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig, Und stark zur tugend seyn; Auch standhaft in der noth; Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor gott. 3. Was dein gebot verleßet, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergößet, Erweck es mir doch graun. Schnell wirkt des lasters gift. Nichts, nichts sey mir verhaßter; Doch daß mein baß das laster, Nicht meinen nächsten trifft. 5. Du gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht, Werd' ich da nur treu befunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der erhabne menschenfreund. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügun gen. Herr, mich sieht dein vaterblick: O, wie groß ist dies mein glück! 4. Des nächsten ehre schmälern, Entehrt mein christenthum. Ein ruhm aus fremden fehlern Ist schande und kein ruhm. Laß mich das richten fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten, Und, seb' ich andre gleiten, Es jedem aug' entziehn. 7. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am lezten meiner tage Giebt dies mir muth im tod. 8. Der tod komm, willst du, heute; Denn da ich dein, berr, bin, So giebst du, daß er leite Gewiß zu dir mich hin; Und wenn er kommen soll, Soll er mich frei von sünden, Dir wohlgefällig finden: Dann, vater, sterb' ich wohl. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Mel. Aus meines herzens grunde. 521. Dwill ich, mein gott, 522. Dich ſeh' ich wieder, more Des morgens dir weihn. Mein Herz genlicht, Und freue munde Zu deinem lobe ein. Ja, laß mich der edeln pflicht, Dem höchsten 5. Bet fleiß und arbeit schleiche Kein geiz sich in mein herz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß der freude Verzärtle mein gemüth. 6. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur hilf, v vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. Dritte Abtheilung. 234 lobzusingen. Ich will voll frommer dankbegier, O mildester erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind' ich deine güte! 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Zu meinem leben setzest du Jetzt einen neuen tag hinzu; Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue stärke; Dich erhebe Herz und mund, so lang' ich lebe! 3. Verleih, o gott der lieb' und macht, Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe! Daß ich die kurze lebenszeit, In christlicher zufriedenheit, Zu nüßen mich bemühe. Prüfe, Siehe, wie ich's meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein christ; o herr, verleih', Daß ich des namens würdig sey! Mein ruhm sey deine gnade. Denn ach, was ich bin ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein hirt auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall' ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde Mich der erde Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. Mel. Bor deinen thron tret' ich: c. water523. Dhuld erfüllt, Mich, huld erfüllt, Mich, gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst, und schüßest mich. 2. Wie oft warst du mit hülfe nah, Wenn ich den Tod fast vor mir sah! Wie oft sank ich in meinem lauf, Und du halfst väterlich mir auf. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing ich, herr, aus deiner hand, Ein christlich herz, das gern vergiebt, Und alles gute redlich liebt. 4. Vergossen hast du mir zu gut, Sohn gottes, dein so theures blut! Du bists, der liebreich für mich starb, Und mir des vaters huld erwarb. 5. Du starbst ja auch zu meinem heil, Durch dich hab' ich am himmel theil; Ich kann durch dein verdienst allein, Hier ruhig und dort selig seyn. 6. Gott, heil'ger geist, du, dessen kraft In uns ein neues leben schafft: Das gute, was ich hab' an mir, Kommt durch dein wort, kommt ganz von dir. 7. Durch dich erkenn' ich, als ein christ, Daß gott mein treuer vater ist; Und daß mein herz ihn kindlich ehrt, Hat mich dein theures wort gelehrt. 8. Dies wort ist meiner seelen licht, Dies giebt mir kraft und zuversicht In aller trübsal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 9. Drum preis' ich dich zur morgen ( mittags, abends-) zeit, Dreieiniger, voll dankbarkeit, Für deine langmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. 10. Sey auch nun ferner, berr, mein schuß, So biet ich jedem unfall truß: Leib, seel' und leben, haab und gut Befehl ich deiner vaterhut.. 11. Verleih, o herr, zu deinem ruhm, Daß immerfort mein christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sey, Nicht augenschein, noch heuchelei. 12. Dann wird mein ende selig seyn; Und bricht dein großer tag herein, So wecke und verkläre mich! Dann preif' ich ewig, ewig dich. In bekannter Melodie. ott des und 524. ber erben, Bater, ſohn tag und und heil'ger geist! Der es nacht läßt werden, Sonn' und mond uns scheinen heißt; Dessen starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Haft so gnädiglich bewacht, Und bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. 3. Ich gedenk an meine fünden, An die strafen, die mir drohn; Laß mich trost und gnade finden! Denn ich glaub 13. Morgen- Lieder. an deinen sohn, Der für meine missethat Sich am freuz geopfert hat. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Will dir treu, gehorsam seyn: Dann werd' ich erschrecken nicht, Wenn erscheinet dein gericht. 5. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschenk, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schuße sey ergeben Alles, was ich hab und bin. Dir vertrau' ich feel und leben, Werf auf dich die sorgen hin. Segne mich zu deinem ruhm, Denn ich bin dein eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sey leben oder tod. Sterb' ich, herr, so bringe du mich zu jener himmelsrüh. 8. Höre, gott, was ich begebre; Gieb mir, was dein wort verheißt! Dir sey preis und dank und ehre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebät und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. Mel. Warum betrübst du dich zc. hm, der das licht ent525. gesund erwachen ließ, Sey preis und froher dank! Ihm bring' ich dieses opfer heut; Ihm sey mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem todten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes gut, Empfang' ich jetzo deiner milden hand. wohin es blickt, Von huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, vater, bet' ich findlich an; Ich opfre dir mein herz. Ein herz, voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. 235 5. O du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 6. Ein gut gewissen sey mein theil, Dies wirk' in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf bekannt, Und alles steht in deiner hand. 7. Die blume kleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Sch werfe meine forg' auf dich, Du, mein erbarmer, sorgst für mich. Mel. Besicht du deine wege zc. dess' ich mich freu, wieder neu Aus Mein auge wird, wundern deiner 526. Lobt gott am froben morihn, in der nacht, Da wir ganz ohne sorgen Sanft schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unsre kraft erneut; Für uns die erde schmükket, Uns jeden tag erfreut. 2. Ihn preist der engel heere Mit bohem lobgesang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euern frohen dank. Wer sollte( gott nicht loben, Und ihm nicht dankbar seyn? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode hinz an ihren Bald ist es ganz verschwunden: Doch stunden, Das glück der ewigkeit. 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' und wähle, Was dir mißfallen kann: Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod: Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott! 5. Dann tröstet mich der glaube; Ich werd' nicht ganz vergehn! Ich werd' erweckt vom staube Zum himmel auf erstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden ſoll. 6. Durch dies gestärkt, ermüde Ich in der tugend nicht. Mich stärket gottes friede Mit kraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getrost! vielleicht ist heute Des kampfes ziel schon da. Dritte Abtheilung. 236 Mel. Ich dank' dir schon durch: c. 527. Memer Erhebe gott ein erst geschäft sey o seele! Der Herr hört deinen lobgesang, Lobsing' ihm, meine seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne macht, Lag ich, und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schüßt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer ruft dem tag und seinem licht, Uns wieder auf zuwecken? 5. Du bist es, gott und Herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs jest neu gegeben. 6. Gelobet seyst du, gott der macht! Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine seele. Sey mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb' und ruhe; Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Daß ich, als bein gehorsam kind, Dir zu gefallen Dir treu ergeben, gut gesinnt In deinem reiche lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergebn, Und ihrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. erwachen meine sorgen, Jedoch, auch meinen fummer hin Auf dich, durc vertraun zu dir. Ich werfe den ich leb' und bin. Mel. Wer hur den lieben gott 2c. 528. Mein gott, auch dieser neue 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit weh, Und ich, zu größerer beschwerde, So manchen fehltritt noch begeh. Gott, der mich schüßet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe werth. 3. Laß den entschluß mein herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem willen, O weiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend seyn. 4. Vergieb mir, vater, alle sünde, Vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem gnadenkinde Um meines mittlers willen an. In seinem namen bitt' ich dich! Er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen sachen rathen; Ich bin mir selbsten nicht genug. Be hüte mich vor misfetbaten, Vor böſer menschen lift und trug; Erhalt mich auf der tugend bahn; Was ich dann thu, sey wohlgethan. 6. Bewahre mir leib, seel' und leben, Verwandte, freunde, ehr' und gut. Willst du mir freuz zu tragen geben, So stärke mich mit trost und muth; Und willst du mich mit glück erfreun, So laß mich dir auch dankbar seyn. Mel. Christus, der ist mein leben 2c. 529. Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem gemüth Eil' ich, ihn zu erheben, Er hört mein frohes lied. 2. Zu ihm ruft mich jetzt wieder Der morgensonne pracht, Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten, Nimmst dich auch meiner an; Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen Und liebe, gott, von mir. 5. Drum will ich dir lobsingen, Hündigt deine gnade mir. Mit mir| Mich deines namens freun, Nach 13. Morgen- Lieder. deiner gnade ringen, herz dir weihn. Mein ganzes 6. O tilger meiner fünden, Mein heiland, jesu christ! Laß mich den trost empfinden, Daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. fübre mich auch heute Auf wahrer tugend pfad. Du, ewigweiser! leite Mich selbst nach deinem rath. 9. Noch eins laß mich erflehen: Das christlich weise herz, Auf dich stets aufzusehen In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, Als allen ruhm der welt. 11. Laß mich dir kindlich trauen. Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn. 12. Daß frei vom dienst der fünde, Getrost und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wenn ich einst sterben soll. 237 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; Zum bimmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sey meine speise Auf meiner pilgerreiſe. decktest du mich armen; Und stärktest mein vertrauen, Der sonne licht zu schauen. 3. Und dies, herr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue Mich met nes lebens freue. 4. Du mußt ein opfer haben; Hier bring' ich meine gaben: Mein leib, mein seel' und leben Sey dir, herr, ganz ergeben. 5. Hör meinen dank, mein flehen: Du kannst ins berze seben, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers habe. In bekannter Melodie. 530. Wach' auf, mein berz, preiſe. und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Des menschen hüter. Mel. Nun danket all' 2c. deiner 2. Mit göttlichem erbarment Be- 532. 3 erwacht, Drum bring 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner huldreich tragen: Mir deinen segen senden; Dein werk an mir vollenden. Mel. Werde munter mein gemüthe 2c. 531. Wenn ich einst von jenem schlummer, Welcher tod heißt, aufersteh; Und erlöst von allem fummer, Jenen schönen morgen seh; O dann wach' ich anders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd' ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst verklage, Er sey ganz von mir entweiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sey deiner güt' und macht; Laß mich heilig und im segen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich froh gen himmel sehe, Wenn mein letzter tag erscheint, Wenn zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten seyn, Daß ich ihn zum himmel weise, Und dich, herr des todes, ich ruhm und preis Eir, gott, der durch die ruh' der nacht Uns zu erquicken weiß. 2. O vater, deine gütigkeit Sst alle morgen neu. Du thuft uns wohl zu aller zeit, Und groß ist deine treu. 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem heil Von neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nüßen mag. 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom müſsiggang, In meinem stande treu, Und wem ich kann, mein lebenlang Bereit zu dienen sey. Dritte Abtheilung. 238 6. In allem, was ich denk' und thu', Sey dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh', So sey mein herz bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die lust, Ganz dein zu seyn, der du mich liebst Und so viel gut's mir thust. 14) Abend- Lieder. 8. Wenn sorg' und kummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem muthe traun. 9. An deiner gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes theil; Mein- trost und meine zuflucht hier, Und dort mein volles heil. Mel. Werde munter, mein gemüthe. oder tod Uns im sichern schlafe droht, 533. Auf, o feele! werde mun- Schickst du aber schnelles sterben, So geschehs nicht zum verderben. ter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar 7. Höre, vater! ach erhöre, Was unter, Aber gottes güte nicht, Heut' dein kind von dir begehrt. O sohn got auch hat sie mich genährt; Heut' auch tes, dir zur ehre Werd' es mir durch freud' und trost gewährt, Vor gefah- dich gewährt. Heil'ger geist! verlaß ren mich beschüßzet, Meine schwach- mich nicht, Gieb mir kraft und zu beit unterstüzet. versicht. Hör, dreieiniger! mein fle hen. Amen! ja! es wird geschehen. 2. Stets verehret, Hochgepriesen Sey, mein treuer gott, von mir; Was du gutes mir erwiesen, Dankk Mel. Nun ruhen alle wälder zc. mein ganzes leben dir. Du hast, war 534. Befreier, Rubt nun in von allem ichs schon nicht werth, Dennoch mein gebät erhört, Das ich heut, als ich erwachte, Dir durch jefum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll danks erzähle, Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Ihre zahl kst gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden können mir zur sünde werden. 4. Doch von ernster reu durchdrungen Wag' ich's, gott, mich dir zu nahn. Sieh nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprich mich frei von straf und schuld; Schenk mir ferner deine huld; Laß vergebung aller sünden Mich durch meinen mittler finden. 5. Gieb nun bis zum frohen morgen Meinem leibe sanfte ruh, Durch dich schlaf ich ohne sorgen, Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und leib befehl ich dir; Walt allmächtig über mir. Sey auch du der gott der met nen; Laß sie ruhen als die deinen. 6. Ach, laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersgluth, Plößlich aus dem schlafe wecken; Halt' uns, herr, in deiner hut. Hilf, wenn krankheit süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! Zum seligsten geschäfte, zu einem dank, der gott gefällt. 2. Lobsinge, seel'! und sage, Wie auch an diesem tage Mein gott mir wohlgethan. Durch jesu blut versöh net, Mit gnad' und heil gekrönet, Bet ich dich, vater, findlich an. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu' erhebe, Mich deiner liebe freu'. Zu jeglichem geschäfte Verliehst du mir die kräfte, Und standest mir auch segnend bei. 4. Zwar wank' ich oft und gleite. Ich weiß, mein gott, auch heute Sind meiner fehler viel; Doch du hast mich geleitet, Und, wenn mein fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Umsonst sinnt mein gemüthe, Wie es, herr! deine gute Nach wür den preifen soll. Doch hab' ich fie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohlthuns voll. 6. Stets bist du hoch zu loben, Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott! deine liebe wollte, 14. Abend Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquickung seyn. 7. Wenn wir die augen schließen, Im schlaf nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schuß. Willst du mich nun beschirmen, So biet ich allen stürmen Und aller list der bosheit truß. 8. Ich darf nicht ängstlich beben, Denn der bewahrt mein leben, Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe und ewig sein genieße, Zieht er von mir die hand nicht ab. Lieder. 239 6. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt' ich der freundschaft glück? Hab' ichs mit dank empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich pie meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? Mel. Nun danket alle gott 2c. 535. D er tag( das jahr) ist wieder hin; Und diesen theil des lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab' in der fürcht des herrn Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und goties freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen gott, gepriesen? Mir und der welt genüßt, Und jeden dienst gethan, Weil ihn der herr gebot, Nicht, weil mich menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen tag( dieses jahr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab' ich im vertraun Auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Nun, vater, ich befehle Dir 8. War mir mein fehltritt leid, alles, leib und seele, Und schlaf' in Sobald ich ihn begangen? Bestritt sich'rer ruh. Ich trau' auf deine gnade. ich auch in mir Ein unerlaubt verWas ist wohl, das mir schade? All- langen? Und wenn in dieser nacht mächtiger, mein schuß bist du.( diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergieb durch christi blut Mir die verlegte pflicht; Vergieb und gehe du Nicht mit mir in's gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine sünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht( dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb' ich dir! 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich seine huld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? = Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 536. Für alle güte fev gepreist! Gott vater, und heil'ger, geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, Hast großes heut' an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Haft väterlich Mein Haus und mich Beschüßzet und ernähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag, Ist alles deine güte. 4. Sey auch, nach deiner lieb' und macht, mein schuß und schirm in Dritte Abtheilung. 240 dieser nacht; Vergieb mir meine sünden. Und kommt mein tod, Mein Herr und gott, So laß mich gnade finden. 5. Du führst aus dunkler ferme Den mond und tausend sterne Mit majestät herauf: Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über erd' und meere, Und deine hand lenkt ihren lauf. 6. wenn der Mel. In allen meinen thaten 2c. err, der du mir das 537. Het his biefen tag Groß, wenn der abend thauet; Groß in der stillen nacht; Im sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme; Groß zeigst du, vater! deine macht. 7. Voll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs ver gelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner huld mir nah. 8. Wem kann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Ich dar um leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. gegeben, Dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeih'n zu meinem werke, Und schaffst ein reines herz in mir. 3. Gott! welche ruh' der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Zu dir, o gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem himmel ist mein theil. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl' ich, vater! meinen geist. Mel. Nun ruhen alle wäider 2c. 538. est fint bie ſonne nieder, Die stille nacht kommt wieder, Und schlaf und ruh' mit ihr. Sie schenkt uns neue kräfte Für jedes tags geschäfte; Das danken wir, o vater! dir. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter seele, Was du an mir gethan; Sey dankbar, mein gemüthe! Besing' des schöpfers güte! Stimm' ihm ein frohes loblied an. 3. Von dir kommt jede gabe! Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht, Auch alle andre güter Verdank ich, treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden und hüllst den kreis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle Und zeigst uns deine herrlichkeit. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und ferner dank zu bringen, Sey meine liebste pflicht. Ich leg' nun meine glieder Getrost und freudig nieder: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue träfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein leben enden, So wirst du mich vollenden Und auch mein gott im tode seyn. Mel. Werde munter, mein gemüthe. in ich einſt in jenen schlummer, In des todes finstre nacht, Wo kein frommer mehr zum fummer Dieser zeitlichkeit erwacht: O dann schlaf ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein Eil ich hin zu deren hütten, Die vordem auch standhaft litten. 2. Jetzt boff ich noch aufzuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Bater! zu der ewigkeit, Daß ich, als ein wandrer, sey Wacker, tugendhaft und frei Von den lüsten dieser erbe, Wenn ich ab gerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen; Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich, nach des lebens. müh, Ruhe, freude, sicher heit, Wonne, ew'ge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird mir mein sterben süße. 539. 14. Abend- Lieder. Mel. Nun sich der tag geendet hat. oder: Nun danket all', und 2c. o fliehen unsre tage 540. nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, herr! bleibest wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht Die finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befebl' ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau' auf dich; Mich schüßzet deine macht. 4. Hab' ich an deiner gnade nur Noch theil, herr, mein gott! So fürcht' ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod. b. Abend- Lied In voriger Melodie. 541. Nun bricht die finstre nacht schen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein, Spricht unser berz mit dir. 2. O vater, gott und herr der welt! Den niemand sehen kann, Du siehst, wer dir zu füße fällt, Sieh' uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o höchster! dein; Dir sollt er auch bis in die nacht Von uns geheiligt seyn. 4. Doch ach! wir müssens nur gestehn, herr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 5. Drum schenk' uns gnad' von deinem thron; Sieb' unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. 241 +5. Zwar ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie; Doch, mein versöhner, deine huld, Wie trostvoll 6. Ich eil' im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wachest über mich. mir, Du, jesu! wohn' allein In mei7. Flieht, bange sorgen, weit von nem herzen, weil es dir zu deinem tempel ein! 8. Ist dies vielleicht die letzte nacht In meiner pilgrimszeit; So führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. die uns gott verliehn. Die woche kommt( Das jahr tritt ein) und eilt davon! Vergangen ist auch diese( dieses) schon. Evang. luth. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfst aus aller noth. am Sonntage. 6. Schreib' das, was du uns heut' gelehrt, In unsre berzen ein, Und uns, wirs gehört, auch gehorsam seyn. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sey dein wort, Und thu uns ferner wohl; Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie man soll. 8. Nun suchen wir, gott! unfre ruh; Steh' deinen kindern bei, Und lasſe keinem übel zu, Daß es uns schädlich sey. 9. So stehen wir, wenn dirs gefällt, Froh morgen wieder auf; Und wir vollbringen in der welt Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude seyn. c. Am Ende der Woche. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 2. Dank dir, du ewigtreuer gott! 542. Unwiederbringlich schnell Für deinen beistand in der noth, Für entfliehn Die tage, tausend proben deiner treu: Denn deine huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz von schuld befreit Sich mancher guten that erfreut: Weß war die kraft? wer gab 16 Dritte Abtheilung. 242 gedeihn? Dir, herr! gebührt der ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht, Verzeih' uns die verleßte pflicht. Du siehst, erbarmer! unsre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näber bis zur ewigkeit. Du haft die stunden zugezählt, Die legte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du 15) Bei Reisen. a. Vor der Reise. mit mir; Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väterlich mit deinem schutz und segen, mit deiner hülfe mich. 2. Ich bin in deinen händen, Deß soll mein herz sich freun: Denn du kannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden; So fürcht' ich nichts, o gott! Du wehrest allem schaden, Mein retter in der noth. Mel Herzlich thut mich verlangen ic.. 3. So will ich denn mein leben 543. Dich bitt' ich, gott, beweise, Getroft und wohlgemuth, Dir, vaWie treuen Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll So führ' uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigkeit. 8. Da sind wir unsers heils gewiß Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser gott! verlaß uns nicht. 2. Gesundheit hast du mir verliehen Und schaden von mir abgewandt; Du hast gesegnet mein bemühen Durch deine milde vaterhand: Auch meiner b. Nach glücklich vollbrachter Reise. 16) Vor und In voriger Melodie. 545. Dir, milder geber aller gaben, Herr! dir gehuth: Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß Und meiner pflicht geschäfte, Zu deinem ruhm und preis. 4. Laß dir auch meine lieben Zum schuß empfohlen seyn; Nichts müsse uns betrüben, Dein trost uns stets erfreun. Und sehen wir uns wie der In rub und wohlergehn, Wie sollen unsre lieder Dann deine huld erhöhn! Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 544. Dank sey bir, vater mei- ches gute zu. nes lebens, Du hast mich froh zurückgebracht; Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich hier, Dein schuß und schirm war über mir. seelen wandtest du, O herr, so man3. Nun kann ich wieder mit den meinen Mich deiner güt und hülfe freun; Mit ihnen mein gebät vereinen, Und dir des dankes opfer weihn; Daß du mit deiner vaterhand Gefahr und schaden abgewandt. 4. Sep ewig, gott, sey bochgepriesen Für alles gute, das du mir Auf meiner reise haft erwiesen; Mein frohes lob gefalle dir: Dir will ich nun mich ferner weihn, Dein lebend und im tobe seyn. bei der Erndte. bühret ruhm und dank. Du hörst das schrein der jungen raben, und aller vögel lobgesang. O neige jetzt dein ohr 16. Vor und bei der Erndte. 243 zu mir! Du forderst dank; ich danke 3. Vater, du haft aus erbarmen, dir. 2. Die kleinste deiner freaturen Macht deine weisheit offenbar. Man siehet deiner güte spuren Und deine macht von jahr zu jahr. Ein jeder tag belehret mich: Du seyst mein gott; drum preif ich dich!" 3. Du sorgst nach treuer väter weise Für alle werke deiner hand; Und allem fleische giebst du speise, Beschirmst und segnest jedes land; Du liebest unveränderlich; Der bösen selbst erbarmst du dich. 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Von deiner weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll; Gieb, daß mein herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel gutes giebt. 5. Das saamkorn wird in deinem namen Auf Hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem saamen, Da du ihn schufft, die fruchtbarkeit. Zur Aussaat giebst du auch allein Dem landmann kraft, zeit und gedeihn. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was kalt ist, wärmt dein sonnenschein; Du theilst die zeiten, wie den segen, zu unserm besten weislich ein. Bei wärme, hiße, kält' und frost Grünt, wächst und reifet unsre kost. 7. Kommt, preist des schöpfers huld und stärke, Pringt seinem namen ebre dar! Groß ist der herr, und seine werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine macht erhöhn! Der herr ist gut! sein lob ist schön! Eigene Melodie. 546. ott im himmel und ott auf erden, Herrscher in der ganzen welt; Laß das Herz voll preises werden, Da man dir zu fuße fällt, Für den nahen erndtesegen Dank und opfer darzulegen. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und hügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au so schön nicht wäre! Uns unwürdige ernährt. Du haft reichen, du hast armen Milder gaben viel gewährt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sey gelobt und hochgepriesen. 4. Du hast sonnenschein und regen Uns zur rechten zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allenthalben hat erblickt. Berg und thäler, tiefen, höhen Lassen deine huld uns sehen. 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, Herr, daß trank und speise, Die uns deine huld gewährt, Sa nicht, nach der sünder weise, Werd' zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sünden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und getz laß ferne seyn; Laß den undank nichts verscherzen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr', Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. Mel. Nun banket all' 2c. 547. christen, singt ihm gern! Vom aufgang bis zum niedergang Trägt uns die huld des Herrn. ott forgt für uns! o 2. Vom menschen bis zum kleinsten wurm Reicht seine gnad' und macht; Im sonnenschein, so wie im sturm, Ist er auf heil bedacht. 3. Mit froh gerührter seele bringt Ein herz voll dank ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Ist sein; gott krönt das jahr. 4. Ja, höchster! wir verehren dich Mit lindlich frohem dank; Du nährst 16* 244 Dritte Abtheilung. uns und giebst mildiglich Auch mehr| Viel gute frucht zu bringen: So will als speis' und trank. ich dir, Dereinst dafür In ewigkeit lobsingen. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeibn Zu unsrer hände fleiß; Auch das giebst du, und dir allein Gebührt dafür der preis. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 6. Laß beines ſegens überfluß Uns 549. O, daß doch bei der nun auch nüglich seyn; Und hilf uns, daß wir beim genuß Üns dessen mäsig freun. reichen erndte, Womit du, höchster, uns erfreust, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, seyst; Wie gern du unsern mangel stillst, Und uns mit speis und freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, weith deiner güte, vater! unser herz sich freut; Und ein erkenntliches gemüthe Auch das, was du für diese zeit Uns zur Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 548. Liebreicher gott, dein fe- erquickung haft bestimmt Mit dant genswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nuß bestellt Und angebaut kann werden. 7. Vermehr' in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht feld und baus, So ist die müh vergebens. Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 3. Laß unsre saat gesegnet seyn; Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und früh, Nach sorg' und müh', Einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze jahr Vor so vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann verlegen, Und den, den heut Sein, feld erfreut! In kummer bald versehen. 5. Bei solcher saat seh' ich allhier Zugleich manch tröstlich bild von mir. Denn unter sturm und winden Erhebt sie sich; So muß auch ich Beim freuz den himmel finden. 6. Und wie das körnlein erst verdirbt, Und in der erde gleichsam stirbt Um neue frucht zu bringen; So werd', o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben dringen. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränenseat, Nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o gott! be reit Im glauben und gottseligkeit aus deinen händen nimmt. 3. So kommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt, christen, laßt uns seiner freun! Und bei den angefüllten scheuern Dem herrn der erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr' in uns die triebe zum thät'gen dank, zur folg samkeit; Daß preis für deine vater treu Auch unser ganzes leben sey. 5. Du nährest uns blos aus erbarmen, Dies treib' auch uns zum wohl thun an. Nun sey auch gern ein trof der armen, Wer ihren mangel stillen kann. Herr! der du aller vater bist Gieb jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu' deine milden segenshände, Uns zu erquicken, ferner auf. Versorg' uns bis an unser ende, Und mach' in unserm lebenslauf Uns dir im kleinsten auch getreu; Daß einst uns größres glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten segen; Gieb, daß uns sein genuß ge deih, Und unser Herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speist, Er quick auch ewig unsern geist. In voriger Melodie. 550. Mir fingen, herr, son wohl sie nicht zu zählen sind. Du gieb 16. Vor und bei der Erndte. 245 uns, sind wir es gleich nicht werth, Die frucht der erde reichlich nährt. uns sonnenschein und regen, Frost, hize, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre saat, Nach deinem wundervollen rath. 2. Der Himmel träufelt lauter güte, Die erd' ist deiner schäße voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise macht Das alles hat hervorgebracht. 3. So sey die liebe denn gepriesen, Gepriesen sey die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nährest uns, wir werden satt; Du giebst's, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines segens fülle Herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter wille, Daß feld und au und garten grünt, Undrath für uns ersehen hat. Mel. Was gott thut, das ist 2c. reist, christen, mit zufrieBei sparsamer Erndte. 551. den herrn der erndte, Taß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er seine welt; Was nöthig ist zum leben Will er uns alles geben. 2. Er ist der herr; in seiner Hand Ist, was die erde bringet. So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pfleget und bedünget: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt' entgegen, Und plöglich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als Herr der erde Von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So 5. Bewahre ferner unsre saaten, Und unsre Häuser, hab' und gut. Bewahre uns vor missethaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Weil sonst im reichsten überfluß, Die ſeele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergeffen, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der fluch den segen freffen, Mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vorrath nicht zerstreut, So mangelt doch zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten saamens auszustreun, Nie müde, nie verdrossen werden, Und uns vielmehr der erndte freun, Die einst nach dieser zeit der saat, Dein giebet er doch sicherlich, So viel wir und macht, ernöthig haben; Ist stets bedacht, Voll halten, Die ihn nur lassen walten. 5. Und, o, was ist's für ein gewinn, An dem sich gnügen lassen, Was da ist, und mit heiterm sinn Das feste zutraun fassen, Daß, der die welt Regiert und hält, Auch uns, so lang' wir leben, Was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, höchster, wir verehren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden fegen. Auch unser brod Wirst du uns, gott, Von zeit zu zeit gewähren, Wenn wir dich kindlich ehren. 7. Wir beten demuthssoll dich an, Der alles weislich füget, Deß vorsicht niemals irren kann, Deß wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, Und preisen deine güte, Mit g'nügsamem gemüthe. 17) In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben gott zc. bittern schmerzen Sich das gebät der 552. Es züchtigt beine band armen; Erbör' es mit erbarmen. Ohöchster, jeßt das land. Zu deinem vaterherzen Erhebt in 2. Du siehst des landes noth, Sie kam auf dein gebot. Du kannst mit 246 Dritte Abtheilung. mächt'gen Händen Sie lindern und| heiligster, mit deinem wort, Wie mit auch enden. Ein wort aus deinem munde Verändert zeit und stunde. der sünde, scherzen; Und wilde sittenlosigkeit, Gestärkt durch falsche sicher. heit, Kennt oftmals keine grenzen. 3. O herr, wir murren nicht; Gerecht ist dein gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unfre schulden, Und du bestrafft uns min der, Als wir's verdient, wir fünder. 3. Wir flehn, allmächtiger, zu dir, Du wollst dem übel wehren; Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und lust der welt Ist, was ihn in verblendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jetzt verführt, in sünden todt, Ihr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt in deinem segen; Gieb ihnen kraft, trop aller welt, zu gehn auf rechten wegen. Laß deine freue vaterhand Seyn deinen kindern wohl bekannt, Daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größter menschenfreund, Du fannst's nicht böse meinen; Drum traun wir dir, und bitten dich: Erhalt uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. 7. Dir treu zu seyn, ist freilith schon Gewinn für dieses leben; Doch wirst du einstens größern lohn Den trengebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem licht; Dann wird uns sel'ge ferner nicht Des lasters anblic fränken. 4. Doch, vater, deine huld Ist größer, als die schuld. Gedenke an die deinen, Die reuend vor dir weinen; Gedenke mit erbarmen An die gebeugten armen! 5. Verkürze doch, o gott, Die dauer unsrer noth! Laß, die voll angst dir flehen, Trost und erleicht'rung sehen; Verwandle alles leiden In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, berr aller welt, Es dir noch nicht gefällt, Die trübfal zu entfernen: So stärk uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns findlich beugen. 7. Ja, deine züchtigung Leit' uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser Herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil gedeihen, Und uns zuletzt erfreuen; So wird uns deine gnade Zum licht auf dunkelm pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; O sprich zu unsrer seele: Getrost; dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 10. Am ſchluß von unserm lauf, 554. Sebhn wir nur trübfal um 1 die aussicht heiter; Dann thränt kein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. keinen ausgang mehr, Und finden weder schuß noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann ist es unser troft allein, 553. zu dir, du treuer Daß wir uns deiner noch erfreun, Du bester helfer in der noth. 3. Wir heben unser aug' und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz, Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. Mel. Nus tiefer noth schrei c. err, deine langmuth ist gnug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos, Und seiner pflicht vergessen; Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ihn mit barmherzigkeit: Und willst nicht sein verderben. 2. Der leichtsinn herrschet immerfort In der verkehrten herzen, Die, 4. Nach deiner gnade sagest du Sie allen, die drum bitten, zu, Durch 18. Witterungs- Lieder. den, der unser mittler ist, Durch unsern heiland, jeſum christ. 5. Drum kommen wir, herr unser gott, Und klagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen sehn, Wie so verlassen wir da stehn! 6. Nur du bist unsre zuversicht, 18) Witterungs- Lieder. a. Um In voriger Melodie. 555. I men wir Gebeugt, doch n unserm fummer kom247 Vergilt nach unsrer schuld uns nicht, Steh' uns in allen nöthen bei Und mach' uns aller plage frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freud' erfülltem herzen dir: Gehorsam deinem theuern wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Regen. Hilf uns im elend! du allein Kannst helfer und erretter seyn. 6. Ach, gieb uns noch zu rechter glaubensvoll zu dir; Wir rufen dichzeit Den regen, der das land erfreut, im himmel an, Daß er für uns werd' aufgethan. Der die zerborstne erde tränkt Und sich in ihre tiefen senkt. 2. Die felder sind ein dürres land, Von langer hiße ausgebrannt; Sieh, es verdørret immer mehr, Send' einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt Der hoffnung und des troft's beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles da, Dem gänzlichen verderben nah. Die boffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 5. Wir alle schrein aus tiefer noth: Nimm uns nicht unser täglich brod; Mel. ch bleib' mit deiner 2c. 556. Sin in milder regen sinket Erquickend auf die flur, Wie labt sie sich, wie trinket Ihn freudig die natur! 2. Die sanften ströme tüblen Der lüfte weites meer, Und die geschöpfe fühlen nicht mehr sich träg' und schwer. 3. Gott spricht, das seufzen schweiget, Und hiß' und dürre fliehn; Der frommen danklied steiget Hinauf und preiset ihn! 4. Mit freud' im angesichte Sieht man jetzt flur und feld, Erquickt hat gott die früchte, Der vater dieser welt. 7. Straf' unfre sünden nicht, o gott, Mit theurung und mit hungersnoth; Vergieb uns gnädig unsre schuld, Du gott voll liebe, voll von huld. 8. Sey gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ists, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 9. Wir wollen dir gehorsam seyn Und dir nur unser leben weihn. Tröst uns o herr, verlaß uns nicht Und stärk' uns selbst in jeder pflicht. 1 b. Nach erhaltenem Regen. 5. Nun wird die saat, die ähren Von gottes fegen voll, Der seine menschen nähren, Und sie erfreuen soll. 6. Auf, preiset gottes milde! Er ist's, der regen schickt, Und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquickt. 7. Du sendest, vater, regen, Giebst milden sonnenschein; Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu erfreun. 8. Ach, laß uns nicht vergebens Doch diese huld empfahn, Erhalter unsers lebens, Zu dem wir dankbar nahn. 9. Laß keine huld vergebens Uns je von dir empfahn, Und nimm, herr unsers lebens, Dich unser ferner an. 48 Dritte Abtheilung. c. Um Sonnenschein. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich 2c. 557. gott, du kannst den himmel ganz Mit wolken überziehen; Doch müssen vor der sonnen glanz Sie, wenn du willst, entfliehen; Halt doch den regen jetzt zurück Und laß der sonne frohen blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die felder trauern weit und breit, Die früchte leiden schaden; Sie sind von vieler feuchtigkeit Ertränkt und überladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Scheint nahe dem verderben. 3. Herr! unsre sünd' und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig' uns deine, gnad', Weil uns dein 3. Herr, dein erbarmen kann Kein menschensinn erreichen; Wer ist dir, höchster, gleich? Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets unbeweglich stehn. sohn verfühnet. Wir nahen dir voll reu uns nun, Wir wollen ernstlich buße thun Und unser leben bessern. Sonnenschein. Mel. O gott, du frommer gett 2c. 4. Durch wolken ließest du Das 558. Mein gott! du bist ſonnenlicht bedecken: Wind, regengerecht, Und auch dabei voll liebe, Selbst, wann es dir gefällt, Daß leiden uns betrübe; Scheints gleich, als dächtest du, Bei unsrer fündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volk, Mit vatertreu und huld. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern sünden, und gleichwohl läsfest du Uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, und der gebrobte schlag Die menschen beilsam schreckt. Und laß uns hülfe sehen; Mach' 4. Gedenk', o gott! an deine treu deine gnade bei uns neu, Um die wir findlich flehen; Entzeuch uns freundlichkeit Doch nicht bei trauerzeit, Du bist ja unser vater! deine dieser d. Nach erlangtem Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 5. Gieb uns, o du liebreicher gott, Den heitern schein der sonne, Und überschütt' uns nach der noth Mit freude, lust und wonne; Und zeig' uns jetzt nach deiner treu, Daß außer dir kein segen sey Im himmel und auf erden. 559. jammervolle tage, Da angst Uns bart betroffen hat. Ein großes schrecken, Weil man den himmel nicht, Nur stetes regnen, sah, Und unsers landes frucht War dem verderben nah. schien die sonne wieder; Das trauern 5. Doch, herr, auf deinen wink Erist vorbei; Wir singen freudenlieder, Und preisen deine huld, Daß du auf unser flehn, Bei unsrer kümmerniß, Erbarmungsvoll gesehn. 19) Lieder bei Feuersnöthen. a. Für Abgebrannte. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. O sorg' auch fernerhin Für uns mit vatergüte; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Von Herzen dankbar seyn. maaß voll thränen Ist bei dem bangen sebnen Jetzt unſre ſpeiſe früh und ſpat. 2. Drum fallen wir in buße Dir, höchster gott, zu fuße, Erkennen unsre 20. Beim Gewitter. 249 schuld. Erbarme dich der fünder, Ver-| deinem dienst ergeben Und aufgeopfert stoß nicht deine kinder, Erzeig' uns seyn. Dein geist, herr, soll uns führen wieder gnad' und huld. Und jederzeit regieren: Dein wort, o herr! soll uns erfreun. 3. Gedenk an deine treue, Wir flehen voller reue, Ach, merk auf unser flebn! Du bist ja unser vater, Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünden schade: So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld. Du kannst uns nicht verder ben; Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnad' und huld. 5. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben zu c. Nach der 560. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ott, dessen macht des feuers fraft Zum segen und verderben schafft: Mit welcher schrecklichen gewalt Verwüstets! und wie leicht, wie bald! 2. So manche Häuser hats verzehrt; So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine hand gethan; Wir weinen, herr, und beten an. 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß sie nicht hüflos; tröste die, Die du gebeugt bast; segne sie. 7. Indessen gönn uns armen, O vater! dein erbarmen, Und steh uns mächtig bei; Daß künftig neuer segen Auf allen unsern wegen, Nach deiner huld, stets bei uns sev. 8. Erseße, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steur' fünftig allem brand; So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. 561. Kommt, laßt uns gott und seine größ' erheben; Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht( denn er kann segnen und uns schützen) Vor seinen blißen. 2. Sie können tödten uns und unsre beerden; Zerstörer seyn, und auch wohlthäter werden; Soll aber dann, Feuersgefahr. 5. O gieb, daß, wer verschont ward, nicht Vergesse seiner schönsten pflicht, Der pflicht, betrübte zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu seyn! 6. Was du uns nimmst, das kannst du, gott, Auch wieder geben; jede noth In heil verwandeln; weis' und gut Ist alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden: voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 8. Schüß' unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, krieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist! 20) Beim Gewitter. wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? 3. Ist gottes absicht, daß sie beben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Und daß, wo blize flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werke, O gott! von deiner weisheit, huld und stärke. Gleich herrlich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille. Dritte Abtheilung. 250 5. Von tiefer ehrfurcht, herr, vor dir durchdrungen, Sehn wir in der natur erschütterungen, Auch güte, die sie schmücket und belebet, Selbst wenn fie bebet. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübsal kommen. Wir leiden, durch geduld zu edeln werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tugend saaten 3u mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verfläret. 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. Verderbenschwangre dünft' entfliehn, und seuchen, Die uns und unsern heerden drohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer luft umgeben, Mehr kraft, mehr leben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr seyn wird leid und klage, Empor nach jenes weltgerichts getümmel Ein neuer himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegenschweben, In diesen neuen himmel aufgenommen mit allen frommen. 12. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer kraft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werke, Preis, dank und stärke. Mel. Nun danket alle gott 2c. 562. böchster! deſſen kraft Luft, meer und erde träget; Der erdeluft und meer Durch einen wink beweget: Ich traue deiner. güt', Und ehre deine macht, Obschon bei deinem bliz Der donner schreckend kracht. 2. Du führest väterlich, Der saat zum reichen segen, In wolken über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter her, Machst durch der blige brand Die luft von dünsten rein Und tränkst das dürre land. 3. O allmacht unsers herrn; O güte, der nichts gleichet! O weisheit, die kein wig Der sterblichen erreichet! Laß deine größe uns In deinen werken sehn, Und selbst im wetter auch Uns deine huld verstehn. 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes Herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schöpfers macht; So denke froh dabei; Daß sie auch groß genug Zu deinem schuße sey. 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, Wenn du nur knechtisch bebest, Bei jedem donnerschlag In ängsten troftlos schwebest: Sieh deinen starken gott Doch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich nicht auch beschüßen kann. 6. Es wirket seine macht Ein ehrfurchtvolles grauen; Doch diese macht wirkt auch Bei frommen das vertrauen. An uns liebt unser gott Zwar ehrerbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelassenbeit. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen, So suche christlichstark Die unruh zu bezwingen. Es kann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 8. Doch, weil so fester muth In unfrer macht nicht stehet, Und man sich nur durch dich Zu dir, o herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und kraft. 9. So oft wir blizen sehn, So oft wir donnern hören, Laß uns durch Hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht ehren. Hat deine güte ſchon Den bliß hervorgebracht, So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 10. Was ist's, das dir dein nichts mehr fühlbar machen könnte, mensch! als dieser sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft fo tropig ist, mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! 11. Gott, der die wolken lenkt, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, O vater! uns nichts schaden! Gieb, daß der feuerstrahl, 21. In Wassersnoth. Wind und der schloßen heer Uns nicht an leib und gut, Allmächtiger, versehr. 12. Ach, laß in der gefahr, Bei donner, bliß und stürmen, Uns deine Nach dem Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 563. So ist, nach gottes rath ter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmsten stille Lebt alles auf und lebt auf's neu. Herz! fordert dies nicht deinen dank, Und deinen frohen lobgesang? 2. D feele! preise den erretter; Der seine große kraft bewies; Den starken gott! der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des bliges strablen lenkt, Und stets an uns in gnaden denkt. 3. Wann die erhißten dünste glühen, So, daß die menschen und das vieh Den ødem matt und schmachtend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, So bald nur in die schwüle luft Der donner fühle winde ruft. Mel. Was mein gott will, das: c. 564. Wir sind in noth: Laß uns, o gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr ihrer macht; Du kannst die wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht Dein angesicht: Gedenk an uns in gnaden. Gott, wenn uns jeßt Dein arm beschützt: Was kann die fluth uns schaden? 251 lieb' und macht Bedecken und beschirmen! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schuß und huld Auch jeder dankbar sey. Gewitter. 4. Wie lieblich hebt sich das getreide, Getränket durch den regenguß! betritt Der neu belebten thiere fuß! Der muntern vögel frohes Heer Singt froher des erhalters ehr. 5. O gott! es bringt uns manchen segen Der bliß und donner deiner hand. Er bahnt den weg wohlthät'gem regen, Und fruchtbarkeit strömt auf das land. Drum wird dir, wann der frevler zagt, Vom christen freudig dank gesagt. 21) In Wassersnoth. 6. Jest sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig bleibst du für und für; Dein bliß droht nicht mehr zu zerschmettern, Doch bleib' ich ehrfurchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich, und zage nicht. 2. Doch mitten in der fluth Bewiesest du erbarmen, Und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, 2. Ach hilf uns, herr, Allmächtiger! Um jefu christi willen! Ach du allein Kannst uns befrein, Kannst sturm und wellen stillen! Erbarme dich; Hilf väterlich; Beschüß' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür Dank, preis und ehre geben. Nach geendigter Wassersnoth. Mel. Nun banket alle gott 2c. Daß du von berzen doch Die menschen 565, Lob, ehr und dank sey nie betrübst, Und im betrüben auch Sie, als ein vater, liebst. dir, O großer gott! gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu toben. Gott! du hast sie bedroht, Mit starker hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und angst, Nach hohen orten floh. 4. So sey denn nun gepreist, D vater aller güte! Nimm an, was 252 Dritte Abtheilung. wir dir jetzt Aus dankbarem gemüthe| zur ehre leben, Und nicht mehr, wie Für deine große treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser herz soll seyn Der lob- und dankaltar. bisher, Mit fünden widerstreben: So halt denn ferner noch mit deinen strafen ein, Und laß in deiner Hand Uns eingezeichnet seyn. 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet! Erquicke, Herr! dein volk, Das sich dir, herr, ergiebet Zu ewig treuem dienst; Gieb neue fruchtbarkeit, Und schenk auf diese fluth Uns 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hierher sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sehn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein| segensvolle zeit. 22) In Kriegszeiten. Mel. Ach gott vom Himmel 2c. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß 566. A, gott! wir treten hier Und bitten um erhörung. Gieb wahvor dich Mit trauri- ren ernst zur wahren buß Und eifer zur bekehrung; Damit wir nicht an unserm theil Durch neue sünden unser heil, Den frieden, selbst verhindern. 8. Breit' wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschüß' und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. gem gemüthe; Wir bitten dich demüthiglich: Rett' uns durch deine güte. Schau, wie die große kriegsgefahr Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu verderben drohet. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Daß wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliehne gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust, pracht und sicherheit Undankbarlich mißbrauchten. 3. Oft ward, der unser nächster ist, Gedrücket und betrogen; Durch schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere hand. Die fünde, die wir nicht erkannt, Wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns alle missethat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten hat, kannst du dies unglück stillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt, Die du ihm selber aufgelegt, Ist ja auch unser mittler. 5. Um seinetwillen schone du Und stille unsre klagen, Verleih' uns wieder fried' und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm', o herr! erbarme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von krieg und kriegsbeschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten Herz, Wie wasserbäche, lenken. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg' ihnen und den räthen ein, Was heißt, der länder väter seyn; Damit sie frieden lieben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 567.& zieht, o gott! ein friegeswetter über unser haupt einher. Doch, bist du unser schutz und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch gefahr und noth Den völkern und den ländern droht. 2. Gieb, vater, in so trüben tagen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn; Weil nie doch menschenhülfe nüßt, Wenn deine rechte uns nicht schüßt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Ein jeder wird schon inne werden, Daß deine hand die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schuß und hülfe baun. 4. Wir fallen gern in deine arme, Ovater der barmherzigkeit! Und flehen demuthsvoll; erbarme Dich über uns, zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 22. Jn Kriegszeiten. 253 5. Und findet, Herr, dein weiser| unsrer noth erbarmst du dich. Wir wille Noch ferner züchtigungen gut; sollen nur durch angst und pein GeSo fassen wir in frommer stille Den- läutert und gereinigt seyn. noch zu dir den frohen muth: Daß du gewiß zur rechten zeit Uns zu erretten seyst bereit. 7. Froh werden auch wir rühmen müssen, Wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen schlüssen, Zum heil uns auch durch noth die bahn. Du bleibest unsre zuversicht, uns wirst du nicht ganz verlassen; Und Barmherziger, verlaß uns nicht! 6. Du züchtigest doch stets mit maßen Und meinst es immer väterlich; Auch Nach erlangtem Frieden. In voriger Melodie. elobt, gelobt seyst du 568. der du liebreich an uns denkst, Und nun auch nach des krieges leiden Des friedens wonne wieder schenkst! Du heißest die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. 2. Herr, das thust du; was du behütest, Dem darf sich kein zerstörer nahn. Wenn du, allmächtiger, gebietest, Ist alle zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht! Auch uns die ruh zurückgebracht. 3. O christen! fühlt das ganz, und preiset Frohlockend ihn, der uns erfreut, Der seines armes macht beweiset, Und bei der macht barmberzigkeit; Der uns auf gnadenflügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 7. Nimm, vater, unsers dankes lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! dir, der uns so wohlgethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr, gott, wir danken, danken dir! 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben; Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr verdient er diesen dank! O lasset herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer seyn. Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 569. ott, unser froher lobgesang Erschallet dir zum preise! Vernimm gerührter herzen dank, Daß du nach vatersweise alle zwietracht abgethan, Der völker Uns wieder hast so wohlgethan, Und dich erbarmet. 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von kriegeslast beschweret; Von der zum streit erhobnen hand Geängstigt und verheeret! Nur du haft größerm leid gewehrt, Du haft gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 4. Preist ihn durch freudiges ver- 3. Wo furcht und angst die herzen trauen; Shr ſeht, was seine hülfe brach, Wo mordgewehre schreckten, kann. Er läßt sie uns auch ferner Wo zucht und ordnung niederlag, Das schauen Und nimmt sich unsrer mäch- feld erschlagne deckten: Da kehrt zu tig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nüßt, durch ihn geschehn. rück die goldne zeit, Erholung, ruhe, sicherheit, Und deines segens fülle. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, kleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sey. 4. Der landmann sammelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was, gott; ihm deine hand beschert, Froh deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt' und treu Begegnen wieder sich auf's neu, Der länder glück zu bauen. 5, Gott, unser vater, sey gepreist, Daß du die herzen lenkest, Und in der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, dir gebühret unser dank, Und dich preist unser lobgesang; Der du so gern erfreuest. 254 Dritte Abtheilung. 6. Wehr' ferner nun, nach deiner| In mißbrauch nicht verkehren, Und treu, Wehr' mächtig allen kriegen, nicht durch stolz, durch üppigkeit, Daß uns der friede lang erfreu'; Laß Durch leichtsinn, ungerechtigkeit Uns menschenliebe siegen! Beschüße du mit eigne noth bereiten. starker hand, Des fürsten stubl, das ganze land, Und jedes standes wohlfahrt. 7. Wir traun auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit lehren, Daß wir des friedens rechten brauch 23) In Theurung. Mel. Von gott will ich nicht laffen. 4. Die früchte laß gerathen, Und befter trost der uns Erquicke 570. Beherrscher aller welt! faaten, So oft fie traurig stehn. Herr, Du vater, voll erbarmen, Der ewig glauben hält! Du unsre zuversicht, Zu dem wir alle flehen, Auf den wir findlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht! baue selbst das land, Tränk' es mit thau und regen, Und füll' es an mit segen Aus deiner milden hand. 2. Erbarmender, ach wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, Uns zu versorgen, auf! Was irgend leben hat, Nährst du mit wohl gefallen. Nühr' uns auch! schaff uns allen, Bei unserm mangel, rath. 5. Erhör uns, Sater, kröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das berz gewöhne Zu wohlgefaßtem muth. Lehr' es, sich deiner freun; Stets zutraun zu dir haben, und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger, du rufest Dem nichts, damit es sey; Zu helfen ist dir leicht, Du kannst dem mangel wehren, In überfluß ihn kehren, Wenns uns unmöglich däucht. 8. Erhebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller güter! Er ist und bleibet, wie er war, Der menschen freund und hüter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sey allein die ehre. 24) Bei gefährlichen Seuchen. 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns her; erbarme dich; Laß uns nicht plößlich sterben! Entzeuch dem tod Uns, der uns droht; Entreiß uns dem verderben. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine treu. Oft hat uns noth betroffen, Und da stand'st du uns bei. Sprich nur dein mächtig wort! Das wird den mangel heben; Wir werden froher leben, Dich preisen hier und dort. Mel. In dich hab' ich gehoffet ac. 4. Kein reichthum schützt, kein stand, 571., gott, bist unſre hülf' kein ort; Hier weinen witwen, eltern und macht. Wenn uns dein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen. dort, Und da verwaiste kinder. Die feuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den sünder. 5. Deß alles sind wir werth! doch wir Beweinens, gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 3. Du bist ein gott, der gern verzeibt; Laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden; Und dein gericht Vertilg uns nicht, In unbeweinten fünden. 6. Auch glauben wir an deinen sobn. Um jesu willen duld' und schon', Und laß uns troft erscheinen! Streck aus die hand, Und laß das land Nicht länger hülflos weinen. 7. Sey mit den sterbenden, daß fie Dein antlig schaun und alle die Noch 25. Jn Krankheiten. leben, die bewahre; Tröst' in dem schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern du hilfst, erfahre. 8. Das ganze volk frohlockt dir 25) In Mel. Wer nur den lieben gott 20. 572. Yh! könnt ich doch um 573. Adich, bilf mir und Mel. Uus tiefer noth schret ich 2c. lieber gott! ich bitte deinen Im tempel, jeſu, dich erhöhn, Und freudenvoll mit deinen brüdern Das denkmal deines tod's begehn: Doch weil mich noth und krankheit plagt, Ist diese freude mir versagt. andern kranken, Und segne jeden doch, wie mich, mit heiligen gedanken, Gieb uns gelassenheit und ruh; Und unser bester arzt sey du, In schmerzen unfer tröster. 2. Sieh', hier auf meinem krankenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch, herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 255 dann, Und betet dich, erretter, an, Und pretset deine gnade. Dann wandeln wir, O gott, vor dir, Mit freuden deine pfade. Krankheiten. 3. Um trost ist meinem Herzen bange; Ich suche, herr, dein angesicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf' ich! und du erbörst noch nicht! Ach, stärke bet des leibes schmerz Mein banges und beklemmtes herz! 5. Laß das gedächtniß deiner leiden Mir schwachen trost und kraft verleihn. Laß es die quelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack seyn. Dein leiden, dein versöhnungstod Erquicke mich in meiner noth. 2. Belohne, treuer vater, die, Die liebreich meiner pflegen: Für ihre treue segne sie mit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzufriedenheit Sie nie durch murren fränken. 3. Soll diese krankheit tödtlich seyn, Soll ich die welt verlassen; So laß von sündenlieb' mich rein Im glauben dich umfassen. Gieb lust und kraft zu jeder pflicht, Lehr' mich, im glauben ans gericht, Die liebste sünde bassen. 4. Vielleicht, o herr! empfang' ich 4. Doch willst du, bester vater, mir heute Zum letzten mal dein leib und Gesundheit wieder schenken; So fleh blut; Drum gieb dadurch dem herzen mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so freude, Und der verzagten seele muth. zu lenken, Daß ich in meiner pilgrimsNoch einmal, jesu, flehe ich: Achzeit Mit neuer treu' und redlichkeit tröste und erfreue mich! Auf deinen wegen wandle. 5. Du weißt, wie wenig ich vermag, Du wollest selbst mich leiten; Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigkeit bereiten: Daß über alles, alles ich Dich lieb', und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 6. Ich sehe schen den himmel offen: Ich tröst mich meiner seligkeit. Was du, Als was dir ba dein gott verleiht? Nun 574. Avollbracht mit aller komm' ein neues leiden her, Mein herz erbebt dafür nicht mehr. seiner noth. Nur deiner vaterlieb' und macht Verdank' ich es, o gott. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich erwecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getroft, dein leib und blut Giebt mir im tode trost und muth. 2. Wärst du nicht meines lebens kraft, Mein retter und mein heil; So würd' in meiner pilgrimschaff Kein trost mir je zu theil. 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verging ich in der noth; Von freudigMel. Nun sich der tag geendet: c. oder: Nun danfet all': c. 256 Dritte Abtheilung. keit und hoffnung leer Wär' ohne dich| mein herz; zum himmel sey Gerichtet mein tod. mein bestreben. 4. Doch welchen trøst fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort versüßt mir meinen schmerz Und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem unfall soll mir graun, Du wirst mein helfer seyn. 6. Und sollt', o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. Mel. Wenn mein stündlein c. 575. Dein wille, herr und vater, ist, Daß ich jetzt schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du vater bist, Und dies ist meine freude. Dir ist die krankheit wohl bekannt; Mein leben steht in deiner hand, Du zählest meine tage. 2. Wenn in mir manchen augenblick Gesundes blut geflossen; So schenktest du mir, gott, dies glück, Das ich so oft genossen. Oft war ich frei von jedem schmerz, War gutes muths; drum, o mein herz, Leid' jetzt auch unverdrossen. 3. Nein, bester vater, gieb nicht zu, Daß ungeduld mich kränke; Gieb deinen geist mir, der mir ruh' Für meine seele schenke! Den geist, der stark in schwachen ist; Damit ich als ein wahrer christ Dies leiden willig trage. 4. Vergessen laß michs, vater, nie, Du seyst und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein herz doch je. Unglaubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist gränzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit Flieg ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn dies mein geist bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenkt, Wird mir mein schmerz zum segen. 6. Voll hoffnung wend' ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schenk' wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur für heuchelei O gott, 7. Ach, jeden, jeden augenblick Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh' von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zerstreuen; Kein glück der welt, kein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit, Sey meine höchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterkeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg' zum guten werke. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem kinde, vater, mach', Daß deine kraft ich spüre. 9. Laß nicht zu, daß der krankheit pein zu groß mir schwachen werde; Laß deine gnade mich erfreun Und mildre die beschwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches kind ertragen mag. Hilf mir, erbarm' dich meiner. Mel. Wer nur den lieben gott: c. er morgen und 576. D meine flage wird auch Wie traumit diesem morgen neu. rig eilen mir die tage Der bangen pilgrimschaft vorbei! Der sonne neugeschenktes licht Erheitert meine feele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und noth umringt, Wo täglich härtere beschwerde Zu klagen und zu thränen zwingt: Noch immer fleh' ich unerhört Um rettung, die mein herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir beizustehen, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein flehen Zu mir dein gnädig angesicht; Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes Herz. 4. Mir ist mein schicksal noch ver borgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich, gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Sst immer höchst gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen: Ich halte deiner fügung still. Mit 25. In Krankheiten. 257 dir zufrieden, will ich sagen: Herr, bester freund und tröster, Ach siebe! wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne falschen schein Geduldig, wie mein heiland, seyn. dein erlöster Liegt jetzt nach deinem willen kranf. 6. Nach allen leidensvollen stunden Rückt einst mein ende doch herbei: Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller trübfal frei; Und ich empfang vor deinem thron Den mir verheißnen gnadenlohn. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein jahr! Du, herr, bast mich gestärket; Ich hab' es kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. 3. Jetzt, da ich schmerz empfinde, Denk' ich an meine fünde Mit wahrer 7. Gestärkt durch diesen frohen glau- reu und leid. Du hast mich stets geben Vollend' ich meinen leidenspfad. liebet Und treu' an mir geübet; Doch Herr, stärke, stärke meinen glauben liebte ich dich nicht allzeit. Auch dann, wann sich der tod mir naht. Vielleicht erscheint er heut; wohl mir! Dir lebt' ich; und dann sterb' ich dir. 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erhabner, bin. Jetzt wirfst du meine glieder Aufs krankenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich erde bin. Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. ie krankheit, du 5. Ich wandte meine Nicht 577. Digott, die ich jest an mir stets zum bauptgeſchärte, Nicht ſtets spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Ja, jede stunde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit Und spricht: denk' an dein ende. zur tugend an. Das fühl' ich jetzt mit reue, Gelob' dir wahre treue, Dieweil ich gutes denken kann. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine liebe schlägt, Willst du mir damit sagen: Des todes ursach' ist in dir, Dein leben aber kommt von mir Und steht in meinen Händen. 6. Bie oft bin ich beim beten Ohn' ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht' ich dich! Jetzt lernt mein herz nun ringen Und ernstlich zu dir dringen, Jegt ruf' ich zu dir flehentlich. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eiteln tand zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vaterfinn Mir, wo es dienlich, helfen. 4. Beschlöffest du in deinem rath, Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln fräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt' ich; heile nur Die wunden meiner seelen, Wenn gleich im leiblichen die kur Und alle mittel fehlen. Denn leb' ich fromm vor dir, o gott! So werd' ich auch bis n den tod Stets deine wege preisen. 7. So hilsst du, herr, in gnaden Und heilst den seelenschaden, Wenn du den körper stäupst. Mein leiden wird mir segen; Auch auf den rauhen wegen Seh' ich, daß du die liebe bleibst. 8. Bernimm mein glaubig flehen, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquicke, lindre, heile, Denn meine hoffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Verlängre meine tage, Wenn es mir nüßlich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir ergeben, Und rühmen, daß du hülfreich bist. 10. Doch soll ich bald erblaffen Und diese welt verlassen, So waffne mich mit muth. Laß mich mein haus bestellen, Und mach's in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. Mel. Nun ruhen alle wälder: c. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 20. 578. Mein jefu, der vell schmers 579. Sie kommt, fie kommt die Schon ist Was für Und matt am leib und herzen Amölberg niedersank; Mein der richter vor der thür! Evang, luth. 17 Dritte Abtheilung. 258 ein wort aus seinem munde, Bestimmt gesegneter, berein!" Ach! oder? geb' 80. Boll schmerz und unge mach! Betrübt ist meine seele, Und kraft und odem schwach; Fast jeder morgen mehret Besorgniß mir und schmerz, Doch gott will seyn geehret; Ehr' ihn auch nun, mein herz. 2. Was zieht dich noth und plage Von freud' und danken ab? Gedenk der ersten tage, Die dir dein vater gab. O tage! reich an freuden, An tausend segen reich! Was sind nun diese leiden, Vergleich ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücket, Wem dank' ich's, gottes huld! Daß krankheit mich jetzt drücket, Wem dank ich's? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtsinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist! zur böllenpein." 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr mich recht, wie mein herz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter bahn, So nimm dich vater, meiner an. 3. Allwissender, ist mein vertrauen Auf jesum auch von rechter art? Nicht, wie auf ihn die heuchler bauen, Bei denen er zum spotte ward; Die niemals auf sein beispiel sehn, Nie folgsam seine wege gehn. 4. Hat auch mein glaube dank und liebe Vor dir, mein gott, in mir erzeugt? Entflammte er der demuth triebe, Damit ich findlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein vater trugst, Wenn du mich als ein vater schlugst? 4. Mein gott! in tiefer reue Mir meiner schuld bewußt, Komm' ich, der ungetreue, Und schlag an meine brust! Laß mich nur gnade finden; So duld' ich demuthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum guter leiten soll. 5. Du willst, ich soll die sünd' verlassen: Thu ich es treu und mit geduld? Vergab ich denen, die mich bassen, Mit band und herzen ihre schuld? That ich auch einem menschen leid, Der über mich noch rache schreit? 5. Denn du lenkst unsern berzen 6. Empfahl ich dir auch recht die Selbst plagen zum gewinn; Zeigst meinen? Hab' ich auch treu für sie mir in großen schmerzen, Wie schwach, gewacht? Darf ihrer keiner darum wie nichts ich bin; Und läß'st mich weinen, Taß ich nicht als ihr freundinnen werden, Daß diese ganze welt, gedacht; Und sterb' ich in der zuver- Und alles guth der erden nicht trost sicht: Der herr verläßt die meinen für mich enthält. nicht? 6. Du machst mich los von sünden, Dämpfit meinen übermuth, Und läſfest mich empfinden, Das leiden sey mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gehe, Verstößest du mich nicht. 7. gott! dein weg ist güte, Und ewig wird er's seyn. Drückt' tief in mein gemüthe Mir diese wahrheit ein, Daß in den tiefsten nöthen Ich doch von dir nicht laff', Und scheints, du wollst mich tödten, Ich dich im glauben faff. 8. O, schenk' mir licht und gnade! Lebendig einzusehn, Es sey für mich kein schade, Den trübfalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nimmermehr verzage An dir und deiner huld. 7. Such' ich in deinem wort erquifkung, Wenn mir um trost jetzt bange wird? Sehnt sich mein herz nach der entzückung, Die mir der herr, mein guter hirt, Erworben, und in jener welt, Am quell des lebens, vorbehält? 8. Mel. Befiehl du deine wege: c. eit, die ich seufzend zähle, Mir sagt dein wort und mein gewissen, Daß ich ein übertreter bin, Laß ich auch fromme thränen fließen Und fliche betend zu dir bin? Bleib' ich getrost durch christi tod, Auch wenn des grabes schrecken droht? 9. Gott! richter! vater! schone, schone! Weil er den kelch des leidens trank. Gieb fraft mir zu der siegeskrone, Die er dem frommen christ errang; Dann sag ich durch des glaubens macht Getrost und froh: es ist vollbracht! 26. In Todesnöthen. 259 9. Nun, so gescheh dein wille; Ge-| Wovor sollt ich erbeben? Du bist, o treuer gott! zu dir Ist meine seele gott, mein theil; Im tode, wie im stille: Denn täglich hilfst du mir.| leben Bist du mein licht und heil. Nach der Genesung. el. Aus meines herzens grunde. 3. Und doch von dir zu schweigen, 581. Al Is in der krankheit schmer- Wär' eine frevelthat, Ich wills, ich zen Die seele fast versank, Und nun aus vollem Herzen Mein flehn zum himmel drang: Da börte gott mein flehn; Der treue, der erbalter! Nun soll auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn. wills bezeugen, Wie gott errettet bat. Hörts, menschen! gott nur kann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht hätten, Wer hülf' uns armen dann? 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein beil, mein herr, mein gott? Zu wenig ist mein dant; Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgesang. 26) In Todesnöthen. 582. Mel. Run laßt uns den leib ic. es todes graun, des herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 2 Es falle nur die bütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing' aus den trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges gefühl Verfündigt mir mein höhres ziel; Dies streben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd' und zeit. 4. Dich höchster, hab' ich hier erkannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seelenwürde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die beff're welt; Nun ist mein glaube festgestellt. Wie herrlich wird der menschheit werth Durch jesu zusag' aufgeklärt. Und seyn dein eigenthum, Mein künf4. Dir will ich nun ganz leben, tiges bestreben Sey deiner gnade ruhm: Dir weih' ich meine zeit; Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefallen In alle ewigkeit. 6. Glücksel'ge aussicht, auch für mich! Entzückt hebt meine feele sich; Ich seh' im geist des christen lohn, Ich sehe meinen himmel schon. 8. Viel freude gabst du mir schon ungemach Die bier, O gütiger, wie dank' tchs dir? größere Versüßung nach 9. So hat schon dieser kindheitsstand Der höhern hoffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wann ich, von sünd und noth befreit, Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schrekkend seyn; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes kraft besiegt mein herz Ler krankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott vereint, Der letzte auch hat ausgeweint, Dann wird ein frohes wiedersehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, fübre du Uns alle diesem ziele zu, Daß uns, bei standhaft frommer treu, Des lebens end' erfreulich sev. 7. Da was dein guter rats zu meinem wohl geordnet hat; 583. He licht, Mein troft und Mel. jesu christ, mein's lebens 2c. err meines Genieße deines gnadenblicks Und der vollendung meines glücks. meine zuversicht! Tief beugt mich mei17* 260 Dritte Abtheilung. ner leiden last; Ach! unter ihr erlieg'| Wohin ich ging, wohin ich sah, War ich fast. 2. Mein gott, wo nehm' ich kräfte ber? Der gang zur ewigkeit ist schwer. Nimm deinen pilgrim an der hand, Und führ' ihn in das vaterland. 3. In mir tobt jeßt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir! 4. Ich seh' zu deinem freuz empor, Und halte mir dein sterben vor, Denn nichts kann, selbst in todespein, Mir tröstender, als dieses seyn. 5. Wenn dann mein sterbend haupt sich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sey dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in meiner todesnacht. 6. Mit sieg gekrönt gingst du in's grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich geb' zu gott mit freuden hin, Und fauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, auf deinen tod, In meiner letzten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf Und du nimmst mich im himmel auf. 8. Am jüngsten tag erweckst du mich, Da sieht mein auge froh auf dich: In fenes schreckliche gericht Führst du mich, deinen freund, ja nicht. 9. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du' machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 584. J ch fasse, vater, deine hände Und halte sie im glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Beständig wohl an mir gethan; Er hör' auch meine letzte bitte: Nimm, gott, mich doch zu ehren an! Ach! vater, ach! noch eins ist noth Ein gutes end', ein sel'ger tod. 3. Du hast mich je und je geliebet, Versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, Mich oft erquickt, durch leid geübet, Oft wunderbar, stets wohl geführt. mir stets deine güte nah. 4. Auch jetzt auf meinem sterbebette, Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bists, der mir helfen kann. Stärk' mich im guten bis an's end', Damit ich treu den lauf vollend'. 5. Mein heiland, treib' die furcht zurücke, Besiege meinen letzten feind; Lenk' auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach' ende, bringe mich zur ruh! 6. Jhr, meine güter dieser erden, Ihr machet mir den tod nicht schwer; Denn jetzund werd' ich selig werden, Drum brauch' ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bist's, wenn das eitle weicht, Der mir des lebens frone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein troftlicht scheinen, Und bleib ihr gott zu aller zeit. Behüte sie vor ungemach, Und bringe sie mir selig nach. Mel. Wer nur den lieben gott zc. dy tod im 585. 585. Job erheben, Selbst nah am grabe dank' ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, Und auch zum segen nimmst du's mir. Mein leben sucht' ich dir zu weihn; Drum bleib' ich auch im tode dein. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd' entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siebst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 3. Der leib wird schwach, die morsche hütte, In der mein geist hier wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie? sollt' ich vor dem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, Wie du, werd' ich auch auferstehn. 26. In Todesnöthen. 5. Laß auch das grab in seiner nähe Mir noch die letzten schrecken dräun, Du, herr, auf den ich hoffend sehe, Wirst auch noch dann mein beistand seyn. So nah' dem lohn, den gott verspricht, So nah' am ziele zag' ich nicht. 6. Du wachest über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verHiert, Giebst deinen boten dann befeble, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der rechtschaffne christ Durch jesu tod berechtigt ist. 7. Ich will dich noch im tod erheben, Selbst nah' am grabe preis ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben, Und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel, Kommt her zu mir, spricht zc. 586. Noch walle ich im thränenthal, von kummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus dieser zeit hinüber in vie ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 2. Dann sinkt der leib ins kühle grab, Der staub zu allem staub herab. Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jeſu christ, Unsträflich, rein und fähig ist Zum glück der ewigkeiten. 261 6. Wie wird mir dann zu muthe seyn, Wenn alle todten, groß und flein, O jesu! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Vor gott und engeln mich bekennst; Ich ewig dich soll sehen. 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wiedersehns! Wenn neu wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann seyn werde! 7. Wann ich in jener großen stadt, Die gottes hand gegründet hat, Im anschau'n mich verliere! Wann ich in deinem himmelreich, Den engeln und dir selber gleich Ein neues leben führe. 8. Ich, ich, der jetzt noch thränen weint, Ich werde, wenn der Herr erscheint, Dann leuchten, wie die sonne! Ich sünder werd' von sünden rein, Ich sterblicher, unsterblich seyn, Ich, gottes bild und wonne! 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zabl, Gott immer, immer näher: Dann steigt mit jedem augenblick Der seele unaussprechlich glück Noch unaussprechlich höher. 10 Und aller seraphinen schaar, Und wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und singen ewig, jesu, dir Aus frohem munde lieder! D 11. Wie sind der freuden, herr, so viel! freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sebnen! ewigkeit! o ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit? Wie nichts sind alle thränen! 12. Sey stark! sey freudenvoll mein geist! Gott lebt, gott hält, was er verheißt! Gott ist der gott der frommen! Glaubs nur, nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne sohn gekommen. 4. O hohes glück, vor gott zu stehn! O freude, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu seben Mel. Dewigkeit, du donnerwort. ann, heiland, meine ange sicht zu angesicht, Dich, größter after 587. Wapilgerzeit Nun ganz brüder! durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wann kaum mein sterbend berz mehr spricht: Tann jeſu, komm und schweige nicht zu seinen letzten bitten; Erhöre mich, wann mein gebät Um trost zu dir, um gnade flebt. Dritte Abtheilung. 262 2. Wann mich kein freund mehr trösten kann, Und doch mein herz bebt, fage dann: Die fünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein hetland, sprich: Ich leb' und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des todes schrecken sind besiegt! 3. Dann droh' mir nicht dein angesicht, Gleich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, herr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige verwerfung broht? 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, herr, dein heil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein, Sich boshaft weigert, fromm zu seyn, Mit vorsaß dich nicht achtet; Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung droht. met. Ich hab' mein sach' gott C. 588. Du wollst erhören, gott, gerichte mit ihm gehn, Der jezo deiner ewigkeit Sich naht, befreit Nun bald von dieser eitelkeit. Fürbitte für einen Sterbenden. 2. Des lebens und des todes herr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du hast gezählt des hauptes baar, Sein todesjahr Bestimmt, als keine zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er leidet jeßt das legtemal; Ach! sey in seines todes noth Sein freund und gott! Ein schlummer sey für ihn der tod! 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir getreu; İhm ist er keine strafe. Gelobet sey der herr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 6. In ihm vermehre deine ruh! Sein armes Herz erquicke du, Geist sein flehn! gottes, laß ihn vertraun, jesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 7. Mach ihn getrost, o geist des berrn! Zeig' ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und jefum stehn, Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeh' für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine huld sich freun? 4. Vollende, vater, seinen lauf, Nimm ihn in deinen frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! herr! mit deinem gnadenlicht. 6. Gelobet sey der herr, mein schild, Der mich mit ruh' und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der Finsterniß Zu seiner freuden erben. O welchen jubel stimm' ich dann Dem todesüberwinder an! 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, ruh' sein herz! Durch jesu todesschweiß und blut, So ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth. 7. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin euer heiland; freut euch! sprich: Ich will such nun vollenden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit. 9. Sey, richter! ihm nicht fürch terlich; Erbarme seiner feele dich! Auch aus der tiefe rufet sie; Erhöre fie! Erlöse, gott! erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem tod; Ihn segne, segne, segne gott! Wenh nun sein auge sterbend bricht, Leit' ihn dein licht; Tröst' ihn vor deinem angesicht! 27) Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib zc. In voriger Melodie. 589. Begrabt ben leib in feine 590. Grabt mein verwesliches gruft, Bis des richters stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf Und steigt verklärt zu gott hinauf. gebein, noch sterblichen, nur ein; Es bleibt, es bleibt im grabe nicht: Denn jesus kommt und hält gericht. 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. Er war schon staub, und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat Durch seinen fohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er, gott, von dir erquickt. Hier trug er jesu sanftes joch; Entschlief im tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Nun wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun, du erlöster, schlaf in rub'. Wir gehn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Durch glaub' und tugend uns bereit! 263 7. Ach, jesu christ! dein bitt'rer tod Stärk' uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze seele vein, Und selig unser ende seyn. 2. Du wirst mein aufgelöst gebein, O du verwesung, weit verstreun; Allein gezählt ist, wie mein baar, Mein staub, gott weckt mich wunderbar. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt Im tode nicht, die er erlöst, Die nicht, für deren missethat Der mittler sich geheiligt hat. 4. Bei euch hat trübsal mich gedrückt, Nun hat mich gottes rub? erquickt: Ich irug des heilands sanftes joch, Entschlief im tod, und leb' doch noch. 5. Ihm blieb' ich treu bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab. Was sind die leiden jener zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun lasset mich in meiner ruh' Und geht nach euern hütten zu; Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, Bis ihr euch auch der erd' entschwingt. 264 Register der Gesänge, nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Ad ch gott, vom himmel sieh Ach, gott! wir treten Ach! könnt' ich doch mit deinen Ach, lieber gott! ich bitte dich Ach, sieh' ihn dulden, bluten Ach, wann werd' ich von Ach, wider dich, mein gott Allein gott in der höh' sey Allein zu dir, herr jesu christ Alle menschen müssen sterben Allen menschen und auch mir Allen, welche nicht vergeben Alles ist an deinem segen Allmächtiger, ich hebe Allmächtig- großer gott Allwissender vollkommner geist Als in der krankheit schmerzen Also bat gott die welt geliebt Am kreuz erblaßt, der marter Anbetung, lob und preis Anbetungswürd'ger gott An dich, mein gott, zu denken Auch diesen tag bab' ich Auf, christen, bringet preis Auf, christen, laßt uns unsern Auf, christen, preist mit mir Auf christi himmelfahrt allein Auf deine weisheit schauen Auf gott und nicht auf Auf, jesu freunde! freuet Auf meinen lieben gott Auf, o seele! werde munter Auf, schicke dich recht feierlich Aus deiner milden segenshand Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemüthe 24 Befiehl du deine wege Befreit von allem Kummer Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beberrscher himmels und der Bewahre mich, herr, daß der Bringt preis und ruhm dem 216 Chrift, alles, was dich 566 Christe, du lamm gottes 572 573 119 Das glück ist groß, das Das grab ist leer; des 276 277 Daß ich mich, mein gott 31 Dein bin ich, gott; dein ist 278 Deine leiden, gottes sohn Teines gottes freue dich Dein heiland lebt 226 440 448 339 519 54 Dein heil bat heut, volk Dein heil, o christ, nicht zu Dein reich, o gott, ist herrlich Dein sind wir, gott, in 14 Dein wille, herr und vater 581 Dein wort, o böchster, ist Den höchsten öffentlich 77 140 157 Dank sey dir, vater meines 1 331 574 363 Der du die liebe selber bist Der du selbst die wahrheit bist Der du uns als vater liebest Der du uns das heil errungen 66 Der du uns mit deinem blute 364 Der freuden füll' ist, gott 158 Der herr hat alles wohl 341 Der Herr ist gott und keiner Der letzte meiner tage 340 Der am freuz ist meine liebe Der du alle deine werke 533 82 409 279 493 159 Der morgen kommt: und 342 Der spötter strom reißt viele Der tag( das jahr) ist wieder Der wollust reiz zu widerstr. Des jahres schönheit ist nun Des leibes warten und ihn Des morgens erste stunde Des todes graun, des grabes 343 Dich bet' ich an, erstandener 534 Dich bitt' ich, gott, beweife 130 Dich bitt' ich, heiland aller 589 Didy, herr und vater 35 Dich, höchster, ehrerbieti Dich seh' ich wieder 308 142 Die auf der erde wallen 344 115 544 461 143 399 55 103 334 144 94 355 40 227 575 182 484 131 520 441 183 165 78 309 268 145 2 228. 576 184 535 405 518 406 521 582 146 543 96 371 328 522 229 Die bahn ist rauh, auf der Die feinde deines kreuzes Die ihr christi jünger seyd Die kinder, deren wir uns Die krankheit, du gerechter Dir dank ich für mein leben Dir, gott, dir will ich fröhlich Dir, gott, sey preis und dank Dir hab' ich mich ergeben Dir, milder geber aller gaben Dir, unserm gott, ist niemand Dir, vater, der du deinen Dies ist der tag, an welchem Dies ist der tag, den gott Du, aller menschen vater Du bester trost der armen Du bist ein christ, was Du bist, o unermeßlicher Tu bist's, dem ehr' und ruhm Du, der frommen beste Du, der kein böses thut Du, der menschen heil und Du, der voll blut und Du fühlst, o christ! das leiden Du führer, der mit treuer Du gabst mir, ew'ger, dieses Du, gott, bist unsre hülf' Du, gott, der unsre zuflucht Du, gott, du bist der herr Du gott und vater aller welt Du hast gestiftet, berr Du hast, mein vater und Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen Du, herr, bast aus Du, herr und water meiner Du flagst und fühleft die Du läsfest, herr, uns Du liebst, o gott, gerechtigkeit Du, o berrscher, stiegst Durch dich, gott, bin ich Durch dich, o großer gott Du schufst, von vaterhuld Du stellest dich zum mittler Du, vater deiner menschenk. Du weiser schöpfer aller Du wesentliches ebenbild Du willst es, herr, mein Du wollst erhören, gott in frembling bin ich in Ein herz, o gott, in Ein lamm geht hin und Register. 427 Ein milder regen sinket 217 Ein ruhiges gewissen 499 577 199 Eins ist noth! o herr, dies Ein starker schutz ist unser Erbarm dich, herr! mein Erhabner gott, was reicht Erhalt uns, herr, bei Erhalt, uns, herr, die 372 23 56 422 Erhebt den herrn, ihr fromm. Erhöhter jesu, gottes sohn Erhör uns, gott, wir flehn Erinnre dich, mein geist Er ist erstanden, jesus 455 Er kommt, er kommt zum Erlöser, der im staube 570 Ermuntre, seele, dich und Es eilt der lette von den Es freu' der fürst des landes 423 Es ist noch eine ruh' vorhanden Es ist vollbracht! ruft nach 545 41 166 485 83 19 373 168 61 105 132 428 167 418 571 295 509 517 496 345 346 446 382 502 73 332 16 Es lag die ganze welt Es wolle gott uns gnädig 100 400 588 Es zieht, o gott! ein kriegesw. Es züchtigt deine hand Ew'ge liebe mein gemüthe 51 200 Gedanke, 230 424 Gehorsam ist die beste 488 269 429 120 Fern ern sey mein leben Fest glaub ich, daß, was Freue dich! des herren Freiwillig bast du bargebracht Frohlocke, mein gemüthe Froblockt, ihr christen Für alle güte sey gepreist Fürwahr, du bist, o gott 374 Gerechter gott! vor dein 523 Gern will ich mich ergeben Getreuer gott, wie viel Getrost und freudig geh' ich Geweiht zum christenibume Gieb, gott, wenn ich dir Gieb, Herr, daß dein theures Gieb mir, o gott, ein herz Gott, deine gnade sey gepreist Gott, deine gnad' ist unser Gott, deine güte reicht Gott, deine weise macht Geist vom vater und vom Gelobet feyst du jeſu Gelobt, gelobt seyst du Gelobt seyst du, herr 265 556 463 383 218 310 3 219 492 67 201 473 14% 148 262 116 311 419 493 270 133 99 220 567 552 68 edanke, der uns leben giebt 69 337 169 84 568 201 447 432 149 150 106 151 536 42 20. 231 30 232 198 393 474 442 85 464 356 43 266 Gott, dein unsichtbares wesen Gott, der an allen enden Gott, der du die menschen Gott, der du für uns deinen Gott der wahrheit, dessen Gott des himmels und Gott, dessen hand die welt Gott, dessen macht des feuers. Gott, dessen nam' ist wie Gott, dessen starke hand Gott, dessen weisheitsvoller Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sey mein dank Gott, du bist heilig und Gott, du bist von ewigkeit Gott, du hast in deinem sohn Gott, durch den wir sind Gottes sobn ist kommen Gott, hätte dein geliebter Gott, durch welchen alle Gott hat in meinen tagen Gott, heilig sey dein nam' und 324 Gott im himmel und 465 504 546 Gott ist mein herr! auf 185 Gott ist's, der das vermögen Gott kann allein das beste Gott, mache du mich selbst Gott, meine ganze feele Gott, mein vater, deine Gott sorgt für uns Gott, unser froher lobgesang Gott vater, an erbarmen Gott, vor dessen angesichte Gott werde stets von dir Grabt mein verwesliches Großer gott, erhabnes Großer mittler, der zur Groß ist des höchsten güte Gut und heilig ist dein wille Heil deinem volte, dem Heil uns! aus unsrer Held aus davids stamm Herr, allerhöchster gott Herr, an dir hab' ich gefündigt Herr, deine allmacht reicht Herr, deine langmuth ist sehr Herr, deine rechte und Herr, deine fanftmuth ist Herr, dein geseß, das du Herr, den die sonnen und Herr, der du alles giebst Herr, der du keinen je Register. 95 Herr, der du mir das leben 44 Herr, der du willig als 449 Herr der zeit und ewigkeit 70 Herr des himmels! starker 347 Herr, dir gelobt mein herz 524 Herr! dir sey preis! ich glaub' 410 Herr, du bist meine zuversicht 560 Herr, du erforschest mich 357 Herr, du fäbrst mit glanz und Herr, du hast in deinem Herr, du kennest mein • 36 503 312 Herr, du wollft sie vorbereiten Herr gott, dich loben wir Herr gott, du bist die zuflucht Herr, hier siehst du uns 500 62 11 170 482 86 71 411 425 Herr jesu christ, du höchstes Herr jesu christ, mein herr Herr jesu, deine angst und Herr jesu, gnadensonne Herr jesu, meines lebens Herr, laß mich doch Herr, laß nach eitler ehre Herr; mache meine seele stille Herr, meiner seele großen 547 Herr, mein erlöser, der 569 Herr, mein licht, erleuchte 358 Herr, neige mein gemüthe Herr, ohne glauben kann Herr, sey gelobet, daß Herr, stärke mich, dein 63 Herr, unser gott, erbarme 160 Herr, vor deinem angesicht 376 Herzlich lieb' hab' ich dich 338 Hier bin ich, jesu, zu 4 45 375 Herr, hier stehet unser hirt Herr, höre mein gebät Herr, ich bin dein eigenthum 21 57 590 Herr, ich bitte, stärke Herr, ich hab' aus deiner Hier ist mein herz. Herr, 191 Hilf, herr, laß es wohlgelingen 72 Hilf, jesu, daß ich meinen 384 Hilf mir, mein gott, bilf 297 Hoch am bimmel steht die 280 Höchster, denk' ich an die Höchster tröster, tomm 18 Hör unser gebät, geist des 553 189 450 auchzt unserm gott! er ist 190 Sch armer mensch 510 Sch bin ein christ, gott ist 394 Sch bin getauft, nach jesu 194 Ich bin ja, herr, in deiner 537 202 420 123 490 186 152 15 161 52 64 203 365 12 195 495 313 263 233 234 281 235 107 314 583 414 415 348 401 451 187 443 298 212 104 491 475 385 204 335 511 444 315 515 282 171 172 24 283 316 196 236 bin mit deiner huld Ich bin o gott, dein eigenth. Ich denk' an dein gerichte Ja erhebe mein gemüthe Ich fake, vater, deine hände Ich flehe gott, von ewig Ich freue mich der frohen zeit Ich freue mich, mein Ich fühle, daß ich sterblich Ich geb' einst ohne beben Ich glaub' an gott, den Ich hab' in gottes Herz und Ich hab' in guten stunden Ich hoff', o gott, mit festem Ich komme, friedensfürst, zu Ich komme, herr, und Ich komme vor dein angesich Ich komme vor dein anges., de Ich preise dich, o herr Ich finge dir mit Herz und Ich singe meiner seelen Ich weiß, an wen mein glaub' Ich weiß, mein ende nahet Ich weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß Ich will dich, gott, im Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe, wir sind Jesu, freund der menschenk. Jesu, meine freude Jesu, meiner seelen licht Jefu, meines lebens leben Jesus christus hat sein leben Sesus lebt, mit ihm auch Jesus meine zuversicht Jeßt sinkt die sonne nieder Ihm, der das licht entstehen In allen meinen thaten In unserm fummer kommen Ist auch ein gott? wer Ist gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde Kein lebrer ist bir, jesu Klag nicht, mein herz Köstlich, o mein heiland Komm auf uns, o geist Komm betend oft und Komm, heiliger geist, erfüll' Komm, o komm, du geist Komm, schöpfer, komm or after. 426 Kommt, tinder, anzubeten 58 Kommt, laßt uns gott und Kommt und laßt euch jesum 264 284 584 285 254 Laß doch, o jesu, laß dein Laß mich des menschen 336 237 Laß mich doch nicht, o gott 255 Laß mich doch, o mein gott 32 349 Laß mich, höchster, darnach Laß mich, o herr, in allen 430 Laß, vater, deinen guten 299 Laßt uns doch christo dankbar Laßt unserm gott uns singen Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Laßt uns unsern gott lobsingen Lebt christus, was bin 300 205 359 505 206 6 Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein 46 Lob, ehre, preis und dank 301 ehr und dank sey 238 ob e dem allerhöchsten Lobsinge go, o christenheit Lobfinge gott! auf, preis Lobfinge gott, er saf Lobsinget gott und betet a Lobt den höchsten! jesus Lobt gott am frohen morgen 476 Lobt gott, ihr christen 207 Mache vich, mein geist Mag doch der spötter Man lobt dich in der stille 47 302 585 506 113 125 Laß deinen geist mich stets Laß doch in meines 108 134 208 Mein auge sieht, o gott 153 Meine lebenszeit verstreicht 256 538 525 48 555 5 174 175 Meinen jefum laß ich nicht Mein erlöser, gottes sohn Mein erst geschäft sey preis Mein ganzer geist, gott Mein geist erstaunt, allmächt. Mein glaub' ist meines 303 Mein gott, auch dieser neue 239 Mein gott, dir ist bewußt Mein gott, du bist gerecht 101 Mein gott, du weißt am 317 Mein gott, du wobnest zwar 192 Mein gott, erschaffen bast 173 Mein gott, ich weiß wobl 360 Mein Heiland, deine größe 477 Mein heiland lebt, er hat Mein berz, ermuntre dich Mein jesu, der voll schmerzen 267 489 561 318 109 329 221 395 416 286 459 319 176 117 377 87 88 154 548 287 74 565 89 79 33 37 25 155 326 90 402 304 367 49 240 387 110 527 271 378 466 528 65 558 350 325 403 241 75 257 379 578 268 Mein jesu, du hast unfre Mein jesu, für dein Herz. Mein jesus ist mein leben Mein jesus lebt, mag ich doch Mein jesus triumphiret Mein leben steht in gottes Mein schuß ist gott, ihn Mein vater und mein gott Mit dir geh' ich an mein Mit dir, o höchster, friede Mit freuden laßt uns treten Nach deinem rath, o gott Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung kurzer Nach meiner feelen seligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig gut Nie will ich wieder fluchen Nimm gott, den wir Noch läßt der herr mich Noch nie hast du dein work Noch walle ich im thränenthal Nun bitten wir den bell'gen Nun bricht die finstre nacht Nun danfet alle gott Nun habe dank für deine Nun ist der tag der seligkeit Nun ist es alles wohlgemacht Anananan christenheit, sey hocherfreut daß doch bei der der du einst gestorben du, mein mittler und gott, aus deinen werken gott, bei dir ist heil und gott, des gnadenvoller gott, du bist die liebe gott, du bist mein preis gott, du frommer gott gott, du kannst den himmel gott, erbarme väterlich O gottes sobn, herr jesu gott, ich preise deine gott, sobald der tag erwacht großer gott, du reines O heil'ger geist, kehr' bei Dheil'ger geist laß uns O herr, mein gott! ich Oberr, wenn deine lehren O höchster, dessen kraft O jammervolle tage, da Rifter. 91 126 242 166 162 243 351 320 412 467 512 jesu christe, gottes lamm jesu, dir sey ewig dank jesu, jesu, gottes sohn jesu, wahrer frömmigkeit fönnt' ich dich, mein gott lamm gottes, unschuldis schrecklichs leid der ewigkeit vater der barmherzigkeit vater, send' uns deinen geist welch ein unschäßbares / welt, sieh bier dein leben O wie unaussprechlich selig 413 Preist, christen, mit 288 272 Queffe 404 uefe der vollkommenheit 333 177 affet, schaffet, menſchenk. 290 icke dich, erlöste 452 210 50 chon ist der tag von gott 265 529 222 22 7 586 136 554 Schüße die deinen, die nach Schwingt, heilige gedanken Seele, komm zum golgatha 178 Sehn wir nur trübfal 541 Sehr groß, herr, ist die 380 Seht, welch ein mensch! ach 213 Sebt, welch ein mensch, wie Selig, gott! sind die, die Selig sind des himmels erben 223 127 128 98 139 Seyd barmherzig, menschen Sey hochgepriesen, herr Sey lob und ehr' dem höchsten 209 214 388 389 369 118 273 289 480 468 135 274. 92 549 244 Sey, seele, stark und 121 Sey, weltversöhner, sey Sey zufrieden, mein 197 Cich'rer mensch, noch ist es Sieh, gott und berr, wie 6 497 26 486 Sie kommt, sie kommt, die Singtunserm gott ein frohes Sink ich einst in jenen 321 557 507 305 59 516 So flieben unsre tage hin So früh bringt, gott, mich So gehst du, jesus, willig Cohn, der uns verheißen war Sohn gottes, eingeborner 179 So jemand spricht: ich liebe 180 So ist nach gottes rath und 478 So lang ich athme, gott 501 Sollten menschen, meine 479 Sollt' ich jetzt noch, da mir 562 So wahr ich lebe, spricht 559 So weit nur deine sonne 551 245 246 457 111 369 431 181 38 291 137 579 8 539 540 508 124 80 76 445 563 370 453 390 292 27 Register. Wer durch dein wort ist neu 215 Wer gehorcht, der thus mit 483 Wer gottes wege geht wort nicht Um gnade für die fünderwelt 138 Wer ist wohl wie du, Stifter 13 Unendlicher, den keine zeit Unerforschlich sey mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du Unwiederbringlich schnell Wer kann doch, großer gott Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott Wer schuf die sonne und den Wer weiß wie nahe mir Wer zählt der engel heere Wie flieht dahin der menschen Wie getrost und heiter 381 433 102 Wie groß ist des allmächtgen Wie groß, wie angebetet ist Wie grundlos sind die tiefen 93 Wie heilsam ist doch, herr Wie herrlich, jeſu, starker 352 Wie mächtig spricht in meiner Wie mannigfaltig sind Wie sanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn Wie felig lebt ein mensch 266 Wie soll ich dich empfangen 248 Wie theuer, gott, ist deine 587 Wie ungewiß ist, herr Wie viele freuden dank' ich Wie wichtig ist doch der 530 258 531 Wie wird mir dann, mein Wie wohl thust du, mein 435 Will mich, o gott, hienieden 436 322 Willst du der weisheit quelle Wir, der erde pilger, sind 396 Wir erscheinen heut vor dir 112 Wir freuen uns, herr jesu Zag, den mir der berr Treuer gott, wir danken Va Pater, den mein herz Verbittre dir dein leben nicht Verflossen ist das alte jahr Verleih uns frieden gnädiglich Voller ehrfurcht, dank und Voll freud' und frommer Vom himmel ward der engel Von dir, o vater, nimmt Von gott will ich nicht lassen Vorbild wahrer menschenliebe Wach auf, mein berz, und Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom schlaf, ihr Wann einst mein sterbend Wann, beiland, meine Wann ich einst von jenem Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, dess' Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dank Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Web' dem, der leugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine kirche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen Wenn ich, o gott, von dir Wenn ich, o schöpfer, deine Wenn mich die sünden Wer bin ich? wichtig ist die 17 129 542 469 454 513 224 211 9 434 259 437 407 438 Wir glauben an den ein'gen Wir menschen sind zu dem Wir sind in noth; laß uns Wir singen, herr, von deinen 353 Wo find' ich gott, den meine 247 Wohlauf, mein herz, verlaß 10 Wohl dem, der bess're schäße Wohl dem, der richtig 296 462 225 260 267 Wort, aus gottes munde Wo soll ich fliehen hin Zeit, Deit, die ich seufzend zähle 397 39 Zu deiner ehr' bin ich erwacht 114 3u dir, mein gott, der du 398 3ur grabesruh, entschliefest 269 470 494 471 306 391 323 361 354 514 249 53 421 307 28 392 122 487 163 472 408 250 326 458 81 293 251 29 60 252 275 439 330 253 481 164 34 188 564 550 327 97 417 460 193 294 580 532 362 141 270 Einige Gebete. 1) Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht. Pf. 5, 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören? frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. St ütiger Gott und Vater! durch deine Gnade habe ich wieder diesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräften jezo von neuem gestärkt, und durch den Anblick des Tageslichts und der sichtbaren Natur erfreuet finde: das ist dein Werk. O gieb, daß ich das mit Aufmerksamkeit bedenke, und fa deiner nie vergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaltung zu danken babe. Dein allmächtiger väterlicher Schutz war über mir, da ich, meiner selbst nicht bewußt, in unbesorgter Ruhe lag; und nun stellest du mich in deine Welt hin, daß ich dich in deinen Werken sehen und bewundern und mit wiederhergestellter Munterfeit meiner Geschäfte wahrnehmen kann. So läsfest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen neu, und deine Treue groß ist. Nimm dafür, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrückt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriednes Herz und wahres dauerhaftes Glück finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer richtigen lebendigen Erkenntniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den Glauben an Jesum, meinen Heiland, seine Erlösung und Lehre, die so zuverlässig meine Seele, wenn sie darauf achtet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsatz, auch diese mir aufs neue geschenkte Zeit meines Lebens mit aufmerksamem und treuen Ernst dir zu heiligen und die Bewahrung eines unverleßten Gewissens böher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. Entferne von mir alle gefährliche Versuchungen, zu welchen mein Beruf, mein Umgang, meine Verbindung mit Undern, auch selbst meine eigene natürliche Gemüthsart mir Gelegenheit geben könnten; und wenn solche Versuchungen mir nahe kommen sollten, so stehe mir bei, o Gott! und unterstüße meine dann vielleicht wankende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohlthaten und deiner Vergeltung; damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Sünden gerathe, und mich nicht der tröstlichen Beruhigung eines guten Gewissens und deines Beifalls beraube. Gieb dein Gedeihen zu einem jeden dir wohlgefälligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleihe mir Muth und Kräfte, das recht auszurichten, was in meinem Stande und Berufe mir obliegt. Bewahre meine Gesundheit, mein Vermögen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnädigenBeschirmung über meine Angehörigen, daß uns der freudige Genuß deiner wohlthätigen Güte durch keinen Unglücksfall gestöret werde. Soll ich aber auch, nach deinem Rath, heute meinen Antheil an den Bitterkeiten des Lebens empfinden und von Widerwärtigkeiten 1. Morgengebete. 271 und Bekümmerniß befallen werden: so| Herzen für die Gnade, daß du mich waffne mein Gemüth mit der christlichen Standhaftigkeit und Ergebung in deinen Willen, mit dem kindlichen Vertrauen auf dich, und mit der getrosten Hoffnung einer bessern Zukunft, durch welche das Gefühl der Leiden so sehr gemildert und ihre Last um so vieles erträglicher gemacht wird. Führe du mich, Herr, wie es dir wohlgefällt; denn du weißt besser, was mir gut ist, als ich selbst. auch diesen Tag erleben lassen. Du hast mich die Nacht über beschüßt und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die Munterkeit, mit welcher ich nun abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten übernehmen kann. Gieb mir dies so zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinn komme, wie ich dir ganz angehöre, und wie viel ich dir schuldig bin. Leite mich nun auch an diesem heuZu dir, liebreicher Vater aller Men- tigen Tage mit deiner Gnade auf schen, der du allen gütig bist, und dich lauter guten Wegen. Bewahre mich aller deiner Werke erbarmest, zu dir bete ich auch für alle diejenigen, die neben mir von deiner Güte leben. Erfülle die Welt mit deinem Segen, der alles erfreuet. Segne unsern Landesherrn, sein Haus und seine Regierung, zur Sicherheit und zum Wohlergehen so vieler Tausenden. Breite über alle Stände und alle Ordnungen meiner Nebenmenschen deine Wohlthätigkeit aus, und wirke dabei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin deine Vaterhand erkennen und desto dankbarer gegen dich werden mögen. vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, die doch am Ende nichts anders, als das äußerste Elend nach sich ziehet. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mtr heute vorkommen könnten, damit ich nicht am Abend Vergehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Und so gehe ich, mein Gott und Vater, an die heutigen Pflichten meines Lebens, mit einem dir geweihten Herzen. Sey du mit mir, so werde ich sicher bleiben, und kein Uebel fürch ten. Ties hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit, und nach der Verheißung, die du mir durch Jesum Christum gegeben hast. Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf thn hoffen. b. Kürzeres Morgengebet. Pf. 63, 7. Wenn ich erwache, so rede ich von dir. Her err, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir danke ich jego wieder mit erfreuetem Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erbalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. p. 73, 23. 24. Ich bleibe stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgenliedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis 532 enthalten. 1. Morgengebete. 272 C. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebete hinzuzufügen. Gott; darum ist es für mich böchst noth wendig, denselben nach seinem Willen und zu den Absichten zu gebrauchen, zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deßwegen jezo wieder den Gedanken tief und lebendig ins Gemüth prägen, daß Rechtthun und Gottgefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, baben kann. Welt lebe. erleihe mir auch insonderheit, o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinem eigenen Besten recht zu Nuße mache. Es. ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt sind, an welchen das Andenken an dich und die Sorge 2) Ich will mich hieran diesen Tag für mein geistliches Wohl stärker und feierlicher erweckt werden soll. Mache über, so oft ich kann, auch während also den Eindruck davon in meinem meiner Geschäfte, und unter den Um Gemüthe auch heute so lebendig, daß ständen, worin ich mich etwa befinden ich mich von allen irdischen Zerstreuun- mag, wenigstens mit einem kurzen gen mehr, als sonst, Losreiße; mit ernstlichen Gedanken, zu erinnern su ernsthafter Ueberlegung meine Gedan- chen, damit es mir ja nie ganz aus ken zu diesem wichtigen Geschäfte dem Sinne komme, wozu ich in der sammle; den öffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksamkeit höre und annehme; bei der gemeinschaftlichen Anbetung mit meinen Nebenchristen mein Herz, so viel lebhafter gerührt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsübungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenken auf mich selbst und auf meine weitere Besserung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Taze wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen könne. Heilige mich ganz dir und deiner Verehtung, so werde ich glücklich seyn und dir dafür danken in Ewigkeit. Amen. 3) Ich will zum voraus mit Aufmerk samkeit bedenken, was für Gelegenheiten zu Verfündigungen in meinem Berufe und in demjenigen, was ich mit andern Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Bösem hinreißen lasſe. 4) Besonders will ich über die Nei gung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrschet und am leichtesten mich übereilet. 5) Ich will, so viel es sich thun lässet, solche Gesellschaften, Verbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo ent weder ein äußerliches Vergnügen zu leicht mein Gewissen betäuben, oder eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten könnte, etwas zu reden over zu thun, was mich hernach bittere Reue kosten würde. 6. In den Verrichtungen meines Berufes will ich mit Treue und Fleiß arbeiten; nicht allein um meines eige nen Vortheils willen, sondern auc vornämlich aus der Betrachtung, daß es Gottes Ordnung und Wille ist, der mich zu dem Ende in diesen met Ich ich darin neuen Tag meines Lebens, von thätig und nüßlich seyn soll. d. Nöthige Entschließungen am Morgen. Pf. 25, 4. 5. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. Leite mich in detner Wahrheit und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir hilft. 1. Morgengebete. 7) Jeder Betrug in meinen Geschäften, jede Berückung meines Nächsten, jedes unrechtmäßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern zeitlichen Absicht, soll mir ein Abscheu seyn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als etwas Erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott sieht mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. 8) Bei allen meinem Verfahren gegen meinen Nebenmenschen soll mir die große heilige Regel vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Billigkeit will, das sie mir thun möchten. 9) Wenn mir heute ein Hülfsbedürftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit herzlicher Willigkeit, nach meinen Umständen und nach dem Maaße meines Vermögens, und durch eigene Mildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Rath und Trost die Liebe an ihm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. 10) Ich will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder Anderen, mit welchen ich sonst umgehe, durch Worte oder Thaten keinen Anstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Sünde und zum Verderben geworden zu seyn. Vielmehr soll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu hoffen ist, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gleichförmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Nächsten zu seiner Besserung oder Befestigung im Guten beförderlich zu seyn. 11) Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemüth in Geduld und Gottergebenheit fassen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Sünde schuld bin, gewiß auch für mich zu etwas Gutem lenken werde. Evangel, luth. 273 12) Bet allem aber, was mir Erfreuliches und Glückliches wiederfährt, auch bei den gewöhnlichsten täglichen Wohlthaten der Gesundheit, der Ernährung, des Genusses von Speise, und Trank, der Gemächlichkeiten des Lebens, die ich etwa genieße: bet dem allen will ich es mir immer mehr zur Gewohnheit machen, mit dankbarem Herzen an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und rührender wird. 13) Ueberhaupt will ich den seligen Gedanken von der beständigen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Gemüthe immer so nahe zu haben suchen, daß er bei jeder Gelegenheit bald in mir merklich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke, daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die Last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Guten, oder zum Bösen; zu meinem Glück, oderzu meinem Elende. Ich will mit Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es kein verlorner Tag, kein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schrekfenden Andenkens für mich seyn möge. Und du, allwissender und heiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsäße; sey du aber auch mein Beistand, sie zu erfüllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen! Pf. 119, 5. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. 18 274 mundom 2) Abendgebete. Gieb jeder Regung in meinem Gemüthe, jeder Absicht bei meinen UnternehVerhalten zugesehen, und untrüglich mungen, in meinem erkannt, was darin gut oder böse ist: und also sind dir in dem hellsten Lichte auch alle die Vergehungen und Fehler offenbar, deren ich mich schuldig gemacht, und wodurch ich, in größerem oder geringerem Maaße, das wahre Glück meines Lebens zerstöret oder vermindert habe. nicht zu, guter und heiliger Gott, daß ich unwissend und gleichgültig Stelle mir darüber hinweg gehe. vielmehr mein Unrecht so klar vor Augen, daß es einen tiefen, dauernden Eindruck in meine Seele mache, und daß ich mit Reue und Schaam das betrachte, wodurch ich dir mißfällig und meiner eigenen Wohlfahrt schädlich geworden bin. Vergieb mir dann, nach deiner väterlichen Erbarmung die von mir begangenen Fehltritte, und laß den seeligen Trost des Glaubens an Jesum Christum, metnen Heiland, und an die Verheißungen seiner heiligen Lehre in mir lebendig werden, daß redliche Bereuung und thätige Umkehrung zu dir, für Niemand vergeblich seyn soll. Aber laß dann auch diese ernstliche Empfindung meiner Schuld und deiner Gnade bei mir zu einem kräftigen Antriebe werden, immer treuen Eifer in meiner Besserung und Gottseligkeit zu beweisen; damit ich mich ja nicht zu meinem eigenen Schaden, in unfruchtbaren Abbitten beruhige, sondern vielmehr in den folgenden Wäre doch nur auch dieser Tag Tagen meines Lebens wirklich Früchte in allen Stücken so von mir ange-| meiner Reue und meines bessern Vorwendet, daß ich mich deshalb mit sages zeige. Mach mich aufmerksam einem ganz reinen und zuversicht- auch auf die Mängel, die mir gerinlichen Herzen vor dir darstellen ger scheinen möchten; und lehre mich dürfte! Du, o Herr, kennest mich und so über mich selbst wachen, daß ich alle meine Wege. Du hast heute aus eigener glückseliger Erfahrung a. Längere Abend- Andacht. 1. Sam. 7, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Barmherziger Gott, ich komme jetzt am Ende dieses Tages wieder mit Dank und mit Gebet vor dich, der du mir bis hierher geholfen, und auch heute deine wohlthätige Güte so mannigfaltig bewiesen hast. Dein Auge hat über mich gewacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Unglück bewahret geblieben. Von dir ist mir Gedeihen und Fortgang in meinen Verrichtungen gekommen, indem du meine Gesundheit und meine Kräfte erhalten, mir Muth und Freudigkeit zu meinen Berufspflichten gegeben, und auch die äußerlichen Umstände zu meinem Nußen gelenket hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft froh geworden bin. Selbst die erquickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jezzo überlassen will, ist deine Wohlihat, um mich durch erneuerte Kräfte zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschickter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine liebreiche Fürsorge; Und so viel Ursache habe ich, mit dankbarer Seele mich deffen zu freuen, was du an mir thust. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinem Namen lobsingen, der du so gnädig bist. 2. Abendgebete. inne werde, wie sehr jeder Wachsthum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch in diesem Wachsthum im Guten übrig seyn mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heutigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner irdischen Wanderschaft näher, wo die gegenwärtige Vorbereitungszeit auf höret, und die vergeltende Ewigkeit anfängt. O Gott, verleihe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Stunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben, und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte seyn kann, und bewahre mich dadurch vor dem gefährlichen Aufschube der Sorge für meine Seele und vor aller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenheit. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit suche ich nun die leibliche Ruhe. Du, Allmächtiger und Allgütiger, wachest über mich während der Zeit, da ich zu meiner Beschüßung selbst nichts vermag. Nimm mich auch diese Nacht über in deine väterliche Aufsicht und Beschirmung. Wende Gefahr, Schrecken und Unglücksfälle ab von mir und von den Meinigen, von diesem Orte und von allen Menschen. Laß einen sanften gesunden Schlaf mir zu meiner Erholung und Erquickung gereichen; und laß mich morgen mit neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorsäßen zur christlichen Rechtschaffenheit und mit neuer Thätigkeit zu meinen Geschäften fröhlich wieder erwachen. Deine Gnade sey mit mir jetzt und immerdar. Amen! Pf. 4, 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, Hilfest mir, daß ich sicher wohne. -275 b. Kürzeres Abendgebet. Pr. 63, 7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Gnädiger Gott, unter deiner Beschüßung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an demselben hast wiederfahren lassen; für die mir erhaltene Gesundheit, für die Abwendung so manches sonst möglichen Unglücks, für den gesegneten Fortgang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe überlasſen kann. Das erkenne ich mit gerührtem Herzen, und freue mich deiner Güte. Siehe du aber auch mit Langmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein Herz und mein Leben etwa befleckt habe, und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstlicher Empfindung bereue, und mit treuer Gewissenhaftigkeit fürs fünftige vermeide. Laß mich dann mit Freudigkeit Antheil haben an der Vergebung der Sünden, und an deiner Gnade, welche auch mir dein Sohn, Jesus Christus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine hetlige Lehre versichert hat. Gieb mir, da wieder ein Tag dahin ist, hierdurch einen neuen lebendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben so anzuwenden, daß ich auch vor dem letzten meiner Lage, der vielleicht bald und unvermuthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jetzt getrost zur Ruhe, und übergebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmächtigen väterlichen Schuße. Wache du über mich mit deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, soll mein Herz wieder mit 18* 276 Freuden deines Preises voll seyn. Segne mich, mein Gott und Vater, nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Pf. 40, 12. Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. a. Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuche Nr. 535: Der Tag ist wieder hin 2c." Auch mehrere gute Abendgebete find enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuches von Nr. 533 bis 542. 3) Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. Vertrauen auf Gott und| meiner Seele, zuläsfest, daß ich nach rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. so unermeßlichen, unaussprechlichen, unzähligen Wohlthaten, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsäßliche Sünde gegen dich falle; oder daß meine Andacht und Christentugend einige Abnahme leide: so nimm mir lieber, so bitter und peinlich es mir auch immer seyn mag, meine Gesundheit, meine Bequemlichkeit, mein irdisches Vermögen( meine Ehrenstellen in der Welt); und belege mich dagegen mit schmerzhafter, langwie riger Krankheit, bitterer Armuth, unschuldiger Verachtung, und andern Leiden dieses bald, bald vorübereilenden Lebens. Nur bitte ich dich inbrünstig, laß mich nicht meine Letden etwa durch Unmäßigkeit, durch Lieblosigkeit, oder sonst eine Verletzung meiner Pflichten selbst verursachen. Und wenn dann ein Leiden aus deiner Hand über mich kommt, oder auch etwa durch meine Schwachbeit verursacht würde: so laß es mich, nach deiner väterlichen Absicht, in der Beherrschung aller unordentlichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der allerfeligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu machen, befestigen und stärken, mit meiner Seele die himmlischen Früchte einer festgegründeten und geübten Tugend geben. Laß mich auch auf den Fall vorbereitet seyn, wenn du von mir, für den Dienst der Wahrheit und der Tugend Barmherziger Vater und Schöpfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nahrung, Bekleidung und Erhaltung meines Leibes und Lebens, und überhaupt zu meinem ganzen Glücke in Zeit und Ewigkeit nothwendig und ersprießlich ist, erwarten; und ich kann dies auch, nach deiner gnädigen Zusage, bei einem redlichen Gehorsam gegen deine Gesetze erwarten. In deine allmächtigen treuen Vaterhände lege ich daher alles, was du mir von irdischen Gütern an Bequemlichkeit, Vergnügen und Ehre verliehen hast, in Demuth nieder. Dank sey dir, Vater! für den fröhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenkt hast. Durch deine Gnade will ich mich bereit balten, dies alles, wenn du es befiehlst, freudig wieder hinzugeben. Ja, ich bitte dich herzlich, laß mir alle meine irdischen Vortheile nicht einen Augen blick länger, als es mit Bewahrung und Stärkung meines Glaubens und guten Gewissens bestehen kann. Laß keinen meiner Wünsche, wovon du, nie irrende Weisheit! einstehest, daß er thöricht ist, und meiner unsterblichen Seele zum Fallstrick und Verderben gereichet, erfüllet werden; sondern vereitele sie alle. Ehe du, o Vater und Wandel vor Gott. 277 # e400 allem meinem Thun und Vornehmen mit meinem Erlöser sage: Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! daß ich allezeit und unter allen Umständen dich kindlich fürchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen. b. Demuthsübung. meine irdischen Vortheile( meine Gü-| nen Wünschen und Hoffnungen, bei ter, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer fordern, und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein unverlegtes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequemlichkeiten aufgeben, und mich drückenden Umständen blosstellen müßte. So soll denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regierung ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde ver- Durch deine Gnade, du heiligstes bannet seyn. Dagegen will ich mich und vollkommenstes Wesen, will ich es treulich bestreben, alle Mühseligkeiten stets zu meinem Hauptgeschäfte madieses Lebens, die Beschwerden eines chen, meine Seele von allem Unflat stechen Leibes, und was du mir sonst des für mich so thörichten, und dir an andern Trübsalen hinzufügen möch- so abscheulichen Stolzes zu reinigen. test, nicht allein mit demüthiger Er- Ach! noch immer ist in meinem Hergebung in deinen Willen, sondern zen ein so trauriger Ueberrest dieser auch als Erhörung meiner frommen schändlichen und schädlichen GemüthsGebete, und als wahre Wohlthaten art, und der ehemaligen bösen Gemit einem dankbaren und heitern wohnheit und Fertigkeit, vorhanden, Herzen zu tragen, und zu meiner der mich an der Ausübung der Tuimmer größern Reinigung und Bes- gend so sehr hindert, und mich in serung anzuwenden. Auch will ich so manche, und selbst grobe Fehlmich besleißigen, ein aufgeräumtes, tritte stürzt. So will ich denn( du freundliches Wesen im Umgange mit Gott, einziger Geber aller meiner meinen Nebenmenschen immer mehr Kraft zum Guten, wirst mir helanzunehmen, um dadurch deiner gött- fen!) so will ich denn mir die Belichen Regierung in der Welt Ehre, trachtung und Empfindung immer und meinen Nebenmenschen Freude zu gewohnter, geläufiger und kräftiger machen. Wie viel tausendmal habe zu machen suchen, daß ich alle meine ich dir, mein Gott! zu danken Ur- Kräfte und Gaben nur von dir emsache gehabt, daß du ehedem die- pfangen habe: daß ich ste nur dazu jenigen Wünsche vereitelt, diejenigen empfangen habe, um dadurch VerAbsichten mich nicht hast erreichen gnügen, Ruhe und Wohlfahrt in lassen, die mir damals so angenehm deiner Familie, unter meinen Nebenwaren, und mir zu meinem Wohl menschen auszubreiten, und daß ich unentbehrlich schienen! Hättest du mich folglich ein schändlicher Rebell in deidas vermeinte Glück erlangen lassen, nem liebevollen Reiche werde, wenn das ich so ängstlich und rastlos suchte; ich eine deiner Kräfte und Gaben hättest du mir die Vortheile ge- dazu mißbrauche, irgend einen deiner währet, die ich als mein Glück so Menschen ohne Noth und Recht zu sehnlich wünschte; so wäre mein gan- kränken, zu betrüben, zu beleidigen zes irdisches und ewiges Wohl zer- und zu beschädigen. Ich will es oft nichtet. Dies sehe ich jezzo ein, da erwägen, daß ich nur eine gar sehr der Ausgang deiner weisen und gü- geringe Brauchbarkeit in deinem tigen Führungen vor mir liegt. O! Dienste babe, vielleicht auch durch dies stärke mich, daß ich schlechter- Nachlässigkeit und Trägheit schuld dings keinen andern Willen habe, als daran bin; und daß hingegen so viele den deinigen; daß ich bei allen met hundert meiner Nebenmenschen viel 1 278 -3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn größere Kenntnisse und Geschicklich-| sonders derer, die sich mit mir um keiten besigen, und deinem Reiche weit mehrere und wichtigere Dienste leisten. Ich will es nie vergessen, daß der Tadel und die Widersprüche, die ich von Andern erfabre, in deiner Hand Segnungen werden, und Mittel sind, meine Einsichten zu berichtigen, meine Handlungen zu bessern, und so manche Tugenden zu üben. Oft will ich es meinem Gemüthe vorhalten, daß die wahre Ehre nicht in den meist leichtsinnigen, veränderlichen und nichts bedeutenden Urtheilen der Welt, sondern nur in dem Ruhme vor dir, und in deinem Beifall bestehet: und insbesondere soll es mir nie aus dem Sinu kommen, daß ich durch mein ehemaliges fündliches Leben, und durch meine noch immer fortdauernde große und viel fältige Mängel, Schwachheiten und Fehltritte, von dir nicht allein gar nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe verdiene. Ach, wie würde es mit mir stehen, wenn du mit mir nach Gerechtigkeit, ohne Erbarmung verfahren wolltest! Herr, mein Gott! thue du durch deine allwaltende Vorsehung, sollte es mich auch die fränkendsten Urtheile und Verachtung meiner Nebenmenschen kosten; thue alles, so bitter und peinlich mir es immer seyn mag, um diesen Stolz, den ich hasse, aber doch noch immer so sehr in mir fühle, zu schwächen und allmählig mit der Wurzel auszurotten. Gieb jenen Betrachtungen die Kraft in meinem Herzen, daß ich dadurch alle Regungen der Unzufriedenheit bei den Trübsalen meines Lebens, alle Regungen einer aufbläbenden Meinung von meinen Einsichten, Gaben und Vorzügen; oder einer verächtlichen Meinung von meinem Nebenmenschen, und insbesondere von denen, die mit mir in einerlei Geschäften ( oder Amte) arbeiten, mit Ernst unterdrücke; die Unleidlichkeit bei den Widersprüchen und dem Tadel Anderer, und alle verächtliche Beurthellung meiner Nebenmenschen, beeinerlet Sache und Vortheile bewerben, fliehe; so wie die übergroße Begierde nach Ruhm und Beifall vor der Welt; damit ich alle Regungen eines gebieterischen und auffahrenden Wesens, sogleich mit unerbittlicher Strenge aus meiner Seele verbanne. O Vater! jene uneingeschränkte, unverbrüchliche Unterwerfung unter dich, jene bescheidene Meinung von mir selbst, und jene liebevolle Beurtheilung und aufrichtige Werthschätzung meiner Nebenmenschen erhalte und vermehre täglich in mir; jene chriftliche Gelassenheit bei den auch ungerechten und bittern Widersprüchen und Tadel Anderer; jener sanfte nüßliche, menschenfreundliche Gebrauch aller meiner Kräfte und Gaben; diese ächte Demuth deines Sohnes und meines Herrn, ach, diese Zierde meiner Seele, und diese Grundlage aller meiner Tugenden, laß immer mehr mein Eigenthum werden. Darum bitte ich dich um Jesu Christi willen. Amen! c. Um Keuschheit und Mäßigkeit. Unter der Aufsicht deiner schützenden Vorsehung, mein Gott und Vater, und unter dem Einfluß deiner herzlenkenden, bessernden straft, will ich zu allen Zeiten meine christliche Mäßigkeit und Keuschheit zu bewahren und zu stärken trachten. Alle Gelegenheiten zu jenen unwürdigen, schimpflichen, viehischen Lüsten; alle neugierigen Anblicke, und allen unvorsichtigen Genuß der Nahrung will ich mit aller Sorgfalt, aber auch mit aller christlichen Klugheit zu vermeiden suchen. Da, wo ich diesen Gelegenheiten und Gefahren nicht ausweichen kann, ohne mich in Aengstlichkeit, Mutblosigkeit, Bestürzung und öftere Versuchung zn setzen, oder irgend eine meiner Pflichten zu vernachlässigen oder zu über und Wandel vor Gott. 279 treten! da will ich ihnen getrost und Vorsicht, Selbstbeherrschung und Entmuthig entgegen gehen, und suchen, haltsamkeit zu mir nehme, damit ich mich daran zu gewöhnen, und die ja nicht deine Geschenke schändlichergefährlichen Eindrücke davon auf weise mißbrauche, noch meine christmeine Seele zu verringern. Du, all- liche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschwissender Vater! der du weißt, daß beit, und andere Tugenden deines ich es nicht aus östvermessenheit Gefeßes, hindere und mir ſelbst oder Kühnheit thue sondern in der erschwere. Mit solcher christlichen frommen Absicht, deinen Willen desto Mäßigkeit will ich denn trachten, dein besser, leichter und freudiger zu kostbares Geschenk, meine Gesundheit üben: du wirst mich gewiß mit dei- und Leben, zu erhalten und zu bener Gotteskraft da nicht verlaffen, nugen. Ich will dir meine berzliche und mich der Sünde zur Beute nicht Dankbarkeit für deine väterliche Fürbingeben. Mit einem demüthigen sorge zu beweisen, und meine AnHerzlichen Danke nehme ich zu mei- dacht und christliche Tugenden auf ner Stärkung die trostvolle Zusage eine edle Art zu bewahren und zu Lehre mich, Vater, deines Evangelii an, daß du die üben suchen. unwillkührlichen Regungen dieser und eben solche Mäßigkeit auch in dem andrer mir abscheulichen Gedanken Gebrauche aller deiner andern irdiund Begierden, die ich basse, be- schen Güter, aller auch unschuldigen kämpfe, und zu verhindern suche, mir Vergnügungen des Lebens, die du um Jesu Christi willen gar nicht zu- mir gönnest. Ich will sie besigen rechnest; hingegen jeden treuen Kampf und genießen mit dem lebhaften dawider mit einem höhern Grade Gefühl der Geringfügigkeit und Verdeines Beifalls und Vaterliebe beloh- gänglichkeit aller, auch der besten nest. Hierdurch gestärket, will ich irdischen Güter, und mit der standalle muthlose Furcht und Aengstlich haften Entschlossenheit, sie auf deifeit ihrentwegen verbannen, und sie nen Befehl in deine wohlthätige Vaübersehen und verachten; aber auch terhand gern zurück zu geben. Ich durch deine Gnade, mein Gott, ih- will sie besitzen und genießen als ein nen nicht den geringsten Aufenthalt Christ, der unendlich bessere Güter in meiner Seele gestatten, sondern kennet, und für eine selige Ewigkeit sie augenblicklich durch Gebet, durch arbeitet. Stehe du mir dazu bei, Nachdenken und Betrachtung, oder um Sesu, meines Erlösers, willen. auch durch beilsame Beschäftigung, Amen. mit Haß und Abscheu in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, edlen, christlichen Glaubenskampf, mit unverbrüchlicher Treue fortsetzen, erquickt und gestärkt durch das fröhliche Bewußtseyn: daß du der liebevolle Zeuge und Richter desselben bist. Und so will ich mich von ganzem Herzen bestreben, daß ich dir heute und jederzeit mit einer ganz unbefleckten Reinigkeit der Seele, der Rede und des Wandels diene, und dir durch Jesum Christum wohlgefalle. Auch bitte ich dich um die Gnade, mich so zu regieren, daß ich die Speisen, den Trank und die Nahrungsmittel, die deine Baterliebe mir schenken wird, jederzeit mit aller d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. Liebreicher und gnädiger Gott und Schöpfer deiner Menschen, unendlich gütiger und wohlthätiger Regent der ganzen Welt! jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen ist ein Geschenk deiner allgemeinen Vaterliebe: Neid, Mißgunst, schadenfrohes Wesen machen mich folglich zu einem Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Durch diese feindseligen Leidenschaften werde ich den niedrigsten und unwürdigsten Geschöpfen, ja dem Teufel und seiner höllischen Gesellschaft ähnlich, und 280 in den allerunseligsten Zustand gestürzt, wo ich, ohne Gotteslästerung, von dir keine Gnade und Antheil an dem Verdienste deines Sohnes erwarten kann. Weit, weit größere Ehre und Freude schaffet es mir, wenn ich mit Selbstüberwindung das Vergnügen meiner Nebenmenschen empfinde, als wenn ich den glänzendsten Ruhm, und den lautesten Beifall der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstüberwindung mir diese Tugend kostet; desto edler und wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen Schäßung; und allen den Verlust, den ich je an eigenem irdischen Ruhme, Bequemlichkeit, und andern Gütern der Erde leiden kann, ersetzet sie mir durch den höhern Grad deines Beifalls und Vaterliebe unendlich. Durch diese Betrachtung gestärkt, will ich mir denn fene höllischen Leidenschaften, Neid, Mißgunst und Schadenfreude, immer verhaßter und abscheulicher machen, und fie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit aller Macht daraus verbannen. Hingegen will ich mich immer mehr an eine zärtliche, christlich brüderliche Theilnehmung bei der Noth meiner Nebenmenschen zu gewöhnen suchen; sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir mögliche Art, mit Gelde, durch thätigen Beistand, und vornemlich mit meinen Kräften und Gaben, zu erleichtern oder zu endigen suchen; und mich in die Bereitschaft verseßen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, so viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen laffen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch vielleicht Muth und Troft einsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohlthätigen Vater, der du mich, ohne mein Verdienst, mehr als ihn beglücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbesondere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn besonders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt und Vortheile haben, als mein eigenes Vergnügen mit Freude zu empfinden: vornemlich aber da, wo es meinen eigenen irdischen Ruhm und Ehre verdunkel und meine irdischen Vortheile verriert. Auch da will ich mich bestreben, Bestes auf alle mir mögliche Art zu suchen, zu befördern, durch gelegentliche, rühmliche Urtheile, Warnung vor Schaden, und Vereitlung böser Anschläge gegen sie, oder durch nüßliche Rathschläge, Nachrichten und Empfehlungen, oder auf andere mir mögliche Art und Weise; auch wenn das Gespräch hierauf in Gesellschaft fällt, so will ich durch geflissentliche Fortsetzung desselben meinen Neid zu kränken, und meine brüderliche Gemüthsart zu stärken suchen. Herr, mein Gott! hilf mir auch hierin die traurigen Ueberreste meines ehemaligen bösen unchristlichen Lebens immer mehr vernichten. Gieb mir Gegenwart des Gemüths und Weisheit, daß ich diese Christen- Tugend nicht blos zur Hälfte ausübe; nicht blos mein Herz vom Neide reinige, sondern auch die, noch so sehr schwache, zärtliche Mitfreude stärke, und die Mittel dazu immer besser erkenne, und treuer anwende. Um Jesu Christi, deines Sohnes, des größten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichthums deiner Langmuth, Batertreue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi willen immerfort schenkest, erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Ungestüm und Wandel vor Gott.high 281 und Hiße zu reinigen, die einem Unter-| Kleinigkeiten zu bemerken, und mit aller than und Kinde des so herablassenden freundlichen Gottes, und einem Erlöfeten des so farftmüth Heilandes äußerst, äußerst scheich ist. Laß mich täglich erweckt gestärkt werden, diesen bösen Ne, ungen mit aller Wachsamkeit den Eingang in meine Seele zu verschließen; und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann teine Rede und That eher zu erlauben, bis ich die Sache dir im Gebet vorgetragen, und mir da eine dir gefällige Art des Verfahrens vorgeschrieben habe. Ja, mein Gott! unter deinem Beistande will ich mich als ein Christ befleißigen, sowohl bei den Unordnungen und Bergehungen derer, die mir untergeben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmenschen unangenehm und verdrießlich ist, mich an eine immer gröBere Nachsicht zu gewöhnen. Ich will mich bemühen, die nöthigen Erinnerungen, Verweise oder Bestrafungen, die ich Ändern zu geben habe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben; und in der Belehrung und Besserung der Irrenden und Fehlenden nie zu ermüden; aber ich will auch, so viel immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen; und überhaupt so Treue und Lust ins Werk zu richten; und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde, dir, mein Gott, ähnlich zu werden; und deine Menschen aufs möglichste zu vergnügen, will ich mich antreiben und erwecken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auch in Kleinigkeiten gütig, sanft und freundlich zu seyn; und andern wohlzuthun auf die gefälligste Weise. Dies soll mich antreiben, die Ehre meiner Nebenmenschen mit der größten Zärtlichkeit zu behandeln, und allezeit wohl eingedenk zu seyn, welche schmerzende Kränkungen Andern durch die Verletzung ihrer Ehre und guten Namens verursacht werden; den großen Zweck, zu vergnügen und wohlzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ehre, Ruhm und Glück für mich, einen Christen, der berufen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. D Gott! laß mich dies bei keiner Gelegenheit vergessen, und erhöre mich um Jesu Chrifti willen. Amen! sanft gegen andere seyn, als strenge g. Um christliche Liebe gegen gegen mich selbst. Dazu bilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! Feinde. f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott! was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer verhaßter und abscheulicher zu machen, und alles mürrische, verdrüßliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich( hilf du mir selbst dazu!) immer mehr gewöhnen, alles, was irgend einem meiner Nebenmenschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissenden und väterlichen Vorsehung, Beleidiger, auch grobe Beleidiger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgsten Feinden sogleich und von ganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben hast, gegen welche auch die gröbsten Feindseligkeiten der ärgsten Bösewichter gegen mich wie nichts zu rechnen sind. Ich will auch meinen ärgsten Feinden aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne letsten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun und Liebe sie zu besiegen trachten. Dieſe 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Gesinnungen, barmherziger und verzei-| will ich wachsam auf den Beruf und die hender Gott, verleihe, erhalte und Gelegenheiten seyn, die du mir giebst, befestige in mir, zur Ehre deines Namens und deiner beiligsten Religion, und zu meiner eigenen Ruhe und Seligkeit. Amen! vor der Welt in dankvolles Bekenntniß meiner unenchen Verpflichtung gegen deine Religion d das göttliche, ewig theure Verdienst' meines gekreuzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schicklichen Anlässen will ich es meinen Nebenmenschen sagen, daß ich alle meine und Stärke zum Anfange in der Tu Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht gend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohe Aussichten jenseits des Grabes, nur dem Verdienste Jefu zu danken habe; und hierdurch will ich suchen, mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Werthschägung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprießlichen Religion zu erwecken. Verleihe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils! um Jesu Christi willen. Amen! 282 h. Um Heiligkeit der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß üble Reden, nicht selten, eben fo viel Unheil stiften, als üble Thaten. Gieb! daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschäften meines Standes( und Amtes), als im Umgange mit Andern, einer sorgfältigen Ueberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Treue und Wahrhaftigkeit, die allerstrengste christliche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht das geringste unwahre Wort gestatten. Laß mich auch über mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelet sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, unter deinem Beistande fasse ich hiermit die feste Entschließung: allenthalben soll mich der chriftlich liebevolle Geist in der Beurtheilung meiner Nebenmenschen so regieren, daß ich nie eine Unwahrheit, nie etwas erdichtetes Böses oder Nachtbeiliges von ihnen sage; daß ich ihre Mängel, Fehler und Verge hungen, auf jede rechtmäßige Art unter drücke und verberge; daß ich davon nie ohne Noth, nie anders, als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem innern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegentheil sagen zu können, spreche. Die allgemeine Menschenliebe, diese große und heilsame Pflicht des Christen, soll mich vielmehr antreiben, daß ich aller anderer Menschen rühmliche Eigenschaften und Handlungen sorgfältig bemerke, und diese zum liebsten Inhalte meiner Unterrebungen und Gespräche mache. Auch i. Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thorheiten und Laster meiner Nebenmenschen. Wenn ich Thorbeiten, Vergehungen und Laster von meinen Nebenmenschen sebe oder höre; so laß, o mitleidsvoller und barmherziger Gott! diese traurigen Erfahrungen meine Menschenliebe gegen sie nicht schwächen; und verhindre dies in mir durch die erweckenden Lehren deiner Religion. Denn diese überzeugt mich, daß auch dem ärgsten Bösewicht, in jedem Augenblicke, der Zutritt zu deiner Gnade eröffnet ist, um durch sie gebessert, geheiliget, begnadiget und zu deiner Freundschaft wieder aufge nommen zu werden; und daß böse Neigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwissenheits- und Schwachheits- Sünden seyn können, welche bei mir den Verlust des Gnadenstandes unausbleiblich verursachen würde, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besserung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Er fahrungen von den Thorheiten, Vergehungen und Lastern, nach der Beleh Miten und Wandel vor Gott.& 283 rung deines Wortes, 1s ein Christ| hierdurch die Erhaltung meiner Chrigebrauchen. Laß mich e anwenden, stentugend mir so sehr erleichtert und mich zur Demuth zu erecken und zu mir mein Leben heilsam, und nüßlich stärken; indem ich dadurch an für mich und andere gemacht wird. Ich mein eigenes ehemaliges Sündenleben, preise dich, gnadenvoller Gott, daß du und an die noch fortwät enden großen mir bisher dies Leben, diese Kräfte und Mängel und Flecken meiner Tugend Munterfeit meines Leibes und Geerinnere. Laß mich sie anwenden, meine müths, den fröhlichen Gebrauch meiner Dankbarkeit gegen dich zu erwecken Augen und anderer Sinne, meiner Verund zu stärken durch die Erinnerung nunft und Sprache, und andere irdische deiner unermeßlichen Gnade, die mich Gaben anvertrauet hast, und mir daaus dem Abgrunde des Lasters und des durch das ehrenvolle Zeugniß giebst, Unglücks herausgerissen, und mich vor daß du mich in deinem Reiche noch so manchen großen Sünden bewahret nüßlich findest. Aber nicht blos mein hat. Laß mich sie zur Erweckung und Mund, sondern auch mein Herz und Stärkung meiner eigenen Vorsicht und Wandel soll dir dafür danken, indem Wachsamkeit gebrauchen, durch die Be- ich diese deine Geschenke als ein treuer trachtung, daß ich selbst den Saamen Haushalter gebrauche. Durch deine zu allen solchen und andern Lastern in Gnade will ich die Geschäfte in dent mir trage, und meine Tugend ohne Stande und Berufe( in dem Amte und Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augen- Posten), den du mir in deiner Welt blick gleichen tödtlichen Gefahren aus- angewiesen hast, weil sie einen Hauptgesetzt seyn kann. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und zur Wohlthätigkeit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herzlicher Theilnehmung empfinde, und, anstatt fie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hinein zu stürzen, vielmehr alle Gelegenheiten sorgfältig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthäter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde zu werden. Laß mich auch hierin das Beispiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und zur Nachfolge vor Augen haben, und erhöre mich um desfentwillen. Amen. k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes. Mit Herzlichem, ehrfurchtsvollem Danke erkenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich hier auf der Erde in ein arbeitsames Leben, in einen solchen Stand und Verbindung gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben theil meines Christenberufs hier in dieser Vorbereitungszeit ausmachen, zuvörderst ausrichten mit aller Treue, mit Anstrengung aller meiner Kräfte, und nöthiger Selbstüberwindung in gewissenhafter Hintansehung der mir angenehmern Beschäftigungen. Ich will sie stets mit freudiger Unverdrossenheit, als einen christlichen Gottesdienst, verrichten; ich will dabei mit einem kindlichen Vertrauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als deine Anordnung geduldig tragen, die mir etwa meine eigene Schwachheit des Leibes oder andere Zufälle dabei verursachen, und ich will zufrieden seyn, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschäfte mißlingen sollte. Ich will vielmehr ohne alle ängstliche Ueberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fortgang u. Ausgang davon lediglich deiner weisen und väterlichen Vorfebung überlaffen. Insbesondere schenke mir, Bater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Sete 284 doch deswegen mein Herz, durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerfeligste Verfassung, daß ich alle meine Geschäfte, wo möglich o mein Gott! nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, deinem Reiche nützlich zu werden, und für die selige Ewigkeit beilsam zu arbeiten. Wie vernünftig, wie edel, wie heilsam ist es doch für mich, wenn ich, bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich überlasse, ob, und wie viel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Güter du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit halten, die andern menschenfreundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, mit aller Treue und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Belehrung und gutem Rathe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstüßung, Erquichung, Er- So vor dir, mein Gott, zu wandeln; freuung, Aufmunterung zum Guten, so vor dir als ein Christ zu wachen, zu oder etwas dergleichen ihnen geben oder kämpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, durch Andere verschaffen kann; dann und zu bandeln, soll mich ermuntern: will ich nie vergessen, an ihrer Wohl- 1) Die kindliche Liebe und Dankbarkeit fahrt und an der Wohlfahrt deines gegen dich. Ganz unzählig und unerReichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohl- meßlich sind deine Wohlthaten, womit thaten, die du mir selbst an Leib und du mich durch das Verdienst Jesu Seele erzeigen wirst, will ich mit frohem, Christi erfreuet hast, und noch immerdankbarem, unschuldigem, zufriednem fort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht Herzen genießen. Ich will darin deine sind mit neuen Gunstbezeigungen be Baterliebe schmecken und empfinden, zeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, mich über dich freuen, und durch solche den du mir schenkest! dieser fröhliche Freude meine Dankbarkeit und willigen Gebrauch meiner Augen, Ohren und Gehorsam gegen dich zu stärken suchen. anderer Sinne, meiner Vernunft und Jede Freude, die mir auf dem Wege Sprache; die Verrichtung meiner dir durch dieses Leben begegnet, laß mich wohlgefälligen und der Welt heilsamen mit einem solchen Herzen voll von Zärt- Geschäfte; mein zeitlicher Wohlstand; lichkeit gegen dich und voll Liebe zu meine Gemüths- und Leibeskräfte; die deinen Menschen, so ganz und inniglich gnädige Erlaubniß, zu dir zu beten: genießen. Denn du, Vater der Freude! diese neue Nahrung für meine Seele.. giebst sie uns nur dazu, daß wir uns Doch, Herr! mehr als Haare auf so freuen sollen; und sie so freudig meinem Haupte, mehr als Sandkörner genießen, ist Gehorsam gegen dich. an dem Ufer des Meers, mehr als Ich will endlich die allerfeligste Erlaub- Strahlen aus der Sonne seit dem Anniß, die du mir durch Jesum geschenket fang der Welt gefahren sind, sind die hast, in jedem Augenblicke mit kind- Gunstbezeigungen, die du mir bisher 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn licher Freimüthigkeit mich dir zu nahen, sorgfältig ben utzen; ich will das beständige Andenken an dich in mir erhalten; meine Seele rit öftern gottfeligen Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten für mich und meine lieben Nebenmenschen, zu dir empor schwingen, und mich also in die christliche Gesinnung des beständigen Gebets immer mehr zu versehen suchen. Freund und Vater meiner Seele! hilf du mir zu der Gegenwart des Gemüths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgründen und den schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen, und mich zu allen jenen guten, edlen, seligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig sey dir Ehre und Anbetung gebracht. Amen! 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. und Wandel vor Gott. 285 erwiesen hast, und noch it merfort durch| Freunde und Vater, ähnlich zu weralle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! den, und in allen Stücken meiner wie äußerst schändlich unstrafbar wird erhabenen Würde gemäß zu denken, für mich jede Sünde! wie stark und zu begehren und zu handeln. viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der allerniederträchtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheusal und Schandfleck in deiner Schöpfung seyn, wenn ich mich nur noch von irgend einer Sünde wollte sclavisch beherrschen, und durch irgend etwas in deinem Dienste muthloß und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vater! gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzüglichen Liebesproben sorgfältig bemerke; mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmüthigen und freundlichen Wohlthäter, durch innige Empfindungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und Dankes empor hebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät, und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllet werden; und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewigen Kampfe wider alle Sünde, und zu einem ungetheilten, recht willigen freudigen Gehorsam gegen alle deine, auch noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. Ich ermuntere mich dazu 3) durch die christliche erleuchtete Selbstliebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Mängel und Flecken ungeachtet, eine so göttliche Nube, Zufriedenheit, Heiterkeit, und so manche himmlische Freuden in meiner Seele verbreitet hat., Nur die Sünde allein ist der einzige Feind und Störer meines Glücks. Diese will ich daher von ganzem Herzen hassen und fliehen, und alle meine Kräfte darauf richten, daß ich die Zahl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaten immer vermehre, und dadurch neue göttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich ermuntre mich zu diesem frommen Wandel 2) durch die christliche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besitze und dereinst noch besigen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabensten Würde, um Jesu willen dein Freund und Kind zu seyn, soll mich mit Ekel und Abscheu gegen alle Sünde, als die alleräußerste Schande anfüllen; mir Ehrfurcht gegen mich selbst, und ein demüthiges Selbst gefallen einflößen, und dadurch ein kräftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Ich ermuntere mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerseligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergözungen, in meiner Einsamkeit und in meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freuden, unmittelbar zugegen, und der allwissende liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Neden, Begierden, und der geheimsten Gedanken meiner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich keine zu schwere Versuchung befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen kann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allem dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Jede gottselige Ergebung in deinen Willen, womit ich die Mühseligkeiten bei meinen Arbeiten, die Trübsale dieses Lebens, die Krankheiten oder Beschwerden eines siechen Leibes, die du mir etwa auf legen möchtest, ertrage, kennest du; jede Selbstüberwindung, die ich mir bei dem 286 Gebet für die, welche zum heiligen Genusse der Nahrung und erlaubter die Beschwerden und Mühseligkeiten Vergnügungen, oder bei den Beleidigungen anderer, bei den Negungen des Stolzes, oder bei andern Gelegenheiten, aus Gehorsam gegen dich anthue, ist dir nicht verborgen; jeder treue Kampf, den ich gegen die Unmäßigfeit, Heftigkeit, Zorn, und andere Reizungen führe; jede fromme, auch blos innere Bestrebung, womit ich dir wohlzugefallen trachten werde, siehst du, Allwissender; ja, jeder Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir die Empfindung meines geistigen Unvermögens, und das Andenken der bessern ewigen Welt auspresset: dies alles, so schuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, meinem Gott, mit Gnade bemerkt; bleibt, wenn ich es selbst schon lange vergessen habe, deinem allwissenden Verstande ewig gegenwärtig; wird mir von dir um Jesu willen mit deinem Beifalle und größern Liebe belohnt; mir ein Denkmal vor dir im Himmel, und wird mich noch nach Jahrhunderten in deinem Himmel ergößen. Dies soll mir neue Lust und Stärke einflößen, allenthalben nur nach glaubigen edlen Werken, und hierdurch nach dem ewigen Leben mit Geduld zu trachten. Endlich 5) laß mir das große Ziel aller christlichen Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen, die selige Ewigkeit, nie aus dem Gesichte kommen. Wenn 4) Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. a. Nachdenken über den Zweck und Nutzen des heiligen Abendmahls. dieses Leibes und Lebens mich niederschlagen; wenn die Peinlichkeit bei den Kämpfen wider die Sünde mich muthlos und verdrossen machen wollen; oder wenn die Mühe, die mein verdorbenes Herz mir bei der Ausübung und Befolgung deuter Gebote verursachet, mir eine Last werden will: alsdann laß die fröhliche Erwartung des künftigen bessern, durch die vollkommenste Tugend und feurigste An dacht ewig beglückten Lebens, und di Erinnerung, daß mich jeder Augenblick dahin einführen kann, mein Anter, meine Stüße, mein Labsal werden, Da will ich dann meine Glaubensblicke in jene ewige Welt richten, sie an mein Vaterland heften, und mich dadurch göttlich stärken. Du bist meine Hülfe. So will und so werde ich heute, mein Gott, und in der folgenden Zeit meiner Tage leben, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewis sens und mit Uebereinstimmung meines ganzen Lebens, sagen kann: ich habe den edlen Glaubenskampf gekäm pfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Treue gegen dich bewahret. Darum liegt nun auch die Krone der " Tugend für mich bereitet da, welche du, Herr, mein gütiger Richter, mir und allen den vielen tausenden geben wirst, die dich von Herzen lieb haben." Amen! Amen! Das heilige Abendmahl, das von Jesu Christo gestiftet und eingesetzet, und dessen Genuß mir und allen Bekennern seiner heiligsten Religion anbefohlen ist, ist eine gottesdienstliche Handlung, die ich eben so wenig, als die übrigen Anordnungen seiner Religion vorsätzlich unterlassen darf, wenn ich ein Chrift seyn will. Vielmehr lege ich durch diesen Genuß ein feierliches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es für eine Ehre und Glück halte, ein Christ zu seyn und daß ich mich meines Erlösers vor Gott und aller Welt rühme und freue. Und will ich von diesem Genusse Nußen haben, so bin ich nicht nur verbunden, mich desselben oft zu bedienen, und den Genuß fleißig zu Abendmahl gehen wollen. 287 wiederholen; sondern mir auch richtige| empfinde ich, wenn ich in mein voriBegriffe davon zu machen, und mit ges Sündenleben zurück sehe! Mehr dem Gebrauche desselben die rechten als Sand am Meer sind seine GnaAbsichten und eine schickliche christliche den! An dies alles erinnert mich das Gemüthsverfassung zu verbinden. Gedächtniß meines Erlösers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden widerfahren sind und noch widerfahren! und dies soll, dies muß mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Verehrung und Liche gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, erwecken. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes seyn, daß er mir durch Jesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt, und mir so unzählige schändliche und strafbare Sünden vergeben hat. Welch eine unaussprechliche Wohlthat ist es, daß Gott der Welt und mir einen Erlöser geschenkt, der mir durch seine heiligste Lehre den deutlichsten und zuverlässigsten Unterricht von dem Willen meines Schöpfers, von meiner Bestimmung, von meinen Pflichten, von dem Wege zu meiner Glückseligkeit, und dabei die trostreiche Versicherung gegeben hat, daß er für meine Sünden gestorben sey, damit ich durch ihn Gnade, Vergebung, Unsterblichkeit und ewiges Leben er langen sollte! Ach, was würde aus mir geworden seyn; wo wollte ich Ruhe des Gewissens, Muth und Kraft zum Anfange und Fortgange in der Tugend, hernehmen, wenn ich nicht die Wahrheiten der Religion und das Verdienst meines Heilandes hätte! Welch eine unaussprechliche Liebe Got tes, die so viel für mich gethan, mir so viel vergeben hat! Was thut Gott nicht noch an mir, indem er mir den Genuß dieser Gnade noch immer fortsebet; mich in der Theilnehmung an der christlichen Religion und der Erlösung Jesu noch immer bleiben läßt; mir täglich Erweckungen, täglich Hülfsmittel zur christlichen Frömmigfeit schenkt; mir jede Stufe der Heiligung erleichtert; mir die Versuchun gen zur Sünde überwinden, und die Hindernisse auf dem Wege der Tugend besiegen hilft! Welche unermeßliche Reichthümer von Langmuth, zärtlicher Vatertreue, Sorgfalt und Bemühung für meine Besserung, welche Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und Freundlichkeit Gottes erblicke und Der Genuß des heiligen Abendmahls soll mir 2) eine dankbare Erinnerung und Verherrlichung des am Kreuze gestorbenen Erlösers seyn. Jesus, der Sohn Gottes, der allererhabenste, der Gegenstand des allerhöchsten Wohlgefallens Gottes, stirbt am Kreuze aus Gehorsam gegen seinen bimmlischen Bater! Was für Begriffe gibt mir diese Unterwerfung von seiner erhabenen Seele! mit welcher Ehrfurcht muß ich ihn nicht preisen und verehren! Wie muß mir nicht dieser Anblick die Wahrheit tief einprägen, daß nichts als liebevoller Gehorsam gegen Gott, uns vor ihm theuer und werth mache! Dies soll meinen, himmlischen Sinn mit neuer Stärke beleben. Nicht in den Gütern dieser Welt, nicht in dem Beifalle und Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde, und der Macht der Erde; sondern in dem Besize der durch Jesum, den Gekreuzigten, uns erworbenen göttlichen Gnade und Seligkeit im Himmel, soll ich von nun an mit verstärktem Eifer mein Ein und Alles suchen. Ich soll mich dabei 3) des Heilandes dankbar erinnern, der für unfre Sünde gestorben ist. Welch ein einleuchtender, schrecklicher Beweis des beiligsten Hasses Gottes gegen alle Sünde, und seiner allervollkommensten Strafgerechtigkeit! Dies soll denn auch meinen Haß und Abschen gegen alle und jede Günde verstärken. Keine einzige Sünde darf ich hegen. Jede soll ich verabscheuen, ewig haffen und verbannen. Auch alles Glück der Welt soll mir nichts werth, soll 288 4. Gebete für die, welche zum heiligen Dies soll die Absicht, dies soll der Nußen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemüthsfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für seinen Jünger und Nachfolger erkläre, und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schätze, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und sein Verehrer, sein Erlöster, sein Unterthan zu seyn. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, die wahre Christen haben müssen? Halte ich mir schrecklich seyn, wenn ich es durch| b. Selbstprüfung vor dem GeSünden erkaufen muß. Dies aber soll nusse des heiligen Abendmahls. auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel u. Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem beffern, in Tngend und Andacht voll kommnen Leben aussehen. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlichste Gegenliebe gegen meinen Jesum Christum für denjenigen, der er Erlöser, an welchen und durch welchen wirklich ist? Verehre ich ihn als den Gott solche Wunder einer unermeß- Sohn und Gesandten Gottes, als den lichen Liebe bewiesen hat, stärken und Herrn und König der Welt? Weiß ich, mit neuer Kraft beleben. was er zum Besten der Menschen gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmüthigen, als für uns aufopfernden Liebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hinlängliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regeln des Verhaltens, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheißungen als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen können? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen, und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? Endlich 4) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes seyn, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich iheuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Sa, hier im Abendmahle überzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. Bei dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen esse; bei dem Freundschaftsbecher, aus welchem ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren- und Freuden mahle des Menschengeschlechts, zu dem auch ich geladen werde, bei dem Leibe und Blute meines Bruders und Herrn, gelobe und schwöre ich:„ Neid, und Groll, und Haß, und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde; jeder „ Mensch, auch der niedrigste Knecht, auch mein ärgster Feind, soll ein " Gegenstand meines Wohlwollens; Andern Vergnügen machen und Wohlthun soll meine Freude seyn!" Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirklich, we nigstens dem Anfange nach, die Frei heit, die er den Menschen zu verschaffen in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heidnischen Aberglauben und der jüdischen Aengstlichkeit in Absicht auf Religionssachen und gottesdienst liche Gebräuche? frei von allen knechti schen Gesinnungen gegen Gott, und von allen feindseligen Gesinnungen gegen Abendmahl gehen wollen. 289 die Menschen? frei von der Herrschaft| Vater verehrte? Ziebe ich, gleich ihm, der Sünde und des Lasters? von der seine Gunst und sein Wohlgefallen Tyrannei unordentlicher Begierden allen Gütern und Freuden dieser Erde, und Leidenschaften? von der sllavi- dem Beifalle der ganzen Welt vor? schen Furcht vor dem Tode und der Ist es mir, gleich ihm, vornehmlich Hölle? darum zu thun, seinen Willen zu erBemühe ich mich insbesondere, um füllen, die Absichten, weswegen er immer mehr ein Christ, und dadurch mich auf den Erdboden und in den immer seliger zu werden? Bemühe Stand, worin ich mich befinde, gesetzt ich mich ernstlich, meinen Sinn und hat, zu erreichen; die Gaben und mein Verhalten ganz nach dem Sinne Kräfte, die er mir verliehen, auf die und dem Verhalten Jesu Christi ein- nüßlichste Art anzuwenden, und seine zurichten? Dies, dies ist ja das we- Ehre durch ein heiliges Leben zu befentlichste Kennzeichen des wahren fördern? Richte ich, wie mein HeiChristen. Mein Heiland selbst sagt land that, meine Gedanken und mein mir: Wer mein Jünger seyn will, Herz auf Gott, um ihm alles Gute, der verläugne sich selbst, und nehme als unverdiente Wohlthaten, zu versein Kreuz auf sich, und folge mir danken, und alles Böse, als weise, nach. Ein Beispiel habe ich euch gütige Schickungen seiner Vorsehung, gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich von seiner väterlichen Hand anzuneheuch gethan habe. Das ist mein Ge- men? Finde ich, gleich meinem Heibot, daß ihr euch untereinander liebet, lande, ein inniges Vergnügen daran, gleichwie ich euch geliebet habe. Und mich mit meinem Geiste zu ihm zu seine Boten rufen mir allenthalben erheben; mich mit seiner Anbetung ju: Ein jeglicher se gesinnet, wie und Lobpreisung zu beschäftigen; ihn Jesus Christus gesinnt war! seyet auf öffentlich und gemeinschaftlich mit meiJesum, das höchste Muster der Treue nen Brüdern zu verehren, und durch und Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt, dies alles Gemeinschaft mit ihm zu wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, haben, und mich seiner nähern Geder soll auch wandeln, gleichwie er gemeinschaft immer fähiger zu machen? wandelt hat. Kommt denn wohl meine Gesinnung und Denkungsart, kommt mein Verhalten mit dem Sinne und dem Verhalten meines Herrn überein? Könnte wohl derjenige, der die Geschichte Jesu läse, und dann ein unbemerkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen wäre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesetzt hätte, und daß sich eine merkliche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? Bin ich ferner so gegen meine Nebenmenschen gesinnt, wie Jesus gegen die Menschen gesinnt war? Verhalte ich mich so gegen sie, wie er sich gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Brüder, als Kinder seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nüßlich zu werden, that gerne allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablaffend; bewies sich gegen alle demüthig, fanftmüthig, geduldig, versöhnlich; ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beleidigen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten; nie rächte er sich selbst, ob er 19 Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen himmlischen Vater gesinnt war? Wird mein Herz von den Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung; der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belebt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umständen seinen Evang. luth. 290 4. Gebete für die, welche zum heiligen gleich die Macht dazu in Händen hatte,| wissen und meiner Pflicht aufzuopfern, und das Unrecht allemal ganz allein wenn ich sie nicht behalten kann, ohne auf der Seite seiner Beleidiger war. diese zu verletzen? Wollte ich lieber Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, noch so arm, noch so verachtet, in Aufopferung, Leiden, Neden, Thun, den Augen der Welt noch so elend alles war dem Besten seiner Brüder, seyn, als daß ich vorsäßlich Böses dem Heile der Menschen, gewidmet. thun, und die Geseße meines Gottes Ist dies auch die Art, wie ich alle übertreten sollte? Suche ich hingegen meine Nebenmenschen ansehe; wie ich in der Erkenntniß der Wahrheit, in sie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie der Ausübung der Tugend, in einem ich ihre zeitliche und geistliche Glückselig- frommen, wohlthätigen, gemeinnüßikeit suche und befördere? Sind dies gen Leben meinen größten Gewinn die Regeln, denen ich in meinem Ver- und meine ganze Ehre, wenn ich gleich halten gegen sie folge, ich mag es vor der Welt unbekannt und wenig mit Niedrigen oder mit Vornehmen, geachtet und unbelohnt bleibe? Gemit Armen oder mit Reichen, mit währet mir jeder Sieg, den ich über Klugen oder Einfältigen, mit Fein- mich selbst erhalte; jede gute That, den oder mit Freunden zu thun ha- die ich verrichte; jeder Schritt, woben? Denke und empfinde, und ar- durch ich mich der christlichen Vollbeite und lebe ich eben sowohl und kommenheit nähere, mebr wabres Vernoch mehr für Andere, als für mich gnügen, als der glückliche Fortgang selbst? Welche Vortheile, welche Ver- meiner irdischen Geschäfte?-Betrachte gnügungen, welche Bequemlichkeiten ich mich, gleich meinem Erlöser, als opfere ich ihnen wohl auf?- Strebe einen Gaft und Fremdling bier auf ich wenigstens ernstlich und unablässig Erden, der seine höhere Bestimmung darnach, mir diesen demüthigen, ver- stets vor Augen hat, nach dem Hause föhnlichen, gemeinnüßigen, großmü- seines Vaters eilet, und schon jest thigen Sinn Jefu recht zu eigen zu mit seinen vornehmsten Gedanken und machen, und darin meine Ehre und Begierden da ist, wo er ewig zu seyn Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch gedenket? Sind Tod, Gericht und alle Welt für Schwachheit, für Nie- Ewigkeit, sind die Schicksale, die in derträchtigkeit, für Mangel des Muths der zukünftigen Welt auf mich war und der Empfindlichkeit balten sollte? ten, meinem Geiste oft gegenwärtig, und gewöhne ich mich daran, stets fo zu denken, zu urtheilen, zu handeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu haben? e Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gesinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde so, wie er sie beurtheilte? Halte ich fie, gleich ihm, für Dinge, die keinen großen Werth baben, deren Besitz wir nie zum letzten Ziele unseres Bestrebens allein machen, die wir nicht als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsere Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schäßzen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besige und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze, höchste Glückseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem GeAch, welche wichtige, viel in sich fassende Fragen! wie kann ich mit Ueberzeugung und Beruhigung dar auf Ja antworten! vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd; vielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! und doch ist keine einzige darunter unnöthig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnach Abendmahl gehen wollen. lässig bemühet, in allen Stücken so wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lebre, die er bekennt; das Abendmahl, das er hält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christengesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelet für einen Christen aus zugeben; um mich da mit gegründe ter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Eeschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abend mable meine Vorfäße und Entschliesungen zum Guten stärken und befetigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. 291 digen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Versaße, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Wertb deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welden du mir alle diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. D Gott! verzeibe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlig suchen. Sch suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gött, und dem Gehorſam deiner Gebote foll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur mei nes Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrach tung deiner unendlichen Liebe; lag den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn 19* c. Um Vergebung der Sünden. Herr, Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Trene! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du baft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gefandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du haft ihn für uns in den Tod dabingegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unsrer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwür 292. Gebet nach dem heiligen Abendmahle. empfangen werde; laß die Hoffnung| ich nicht der Undankbarste, der Nieder zukünftigen Herrlichkeit, die du derträchtigste unter allen Sterblichen mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke seyn, wenn ich dein vergäße, wenn auf mich machen, daß ich alle Ver- ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgülsuchungen zum Bösen mit neuem tigkeit an dich gedächte; wenn ich mich Muthe bestreite, alle Pflichten meines weigerte, dir die Ehre und den Dank himmlischen Berufs mit neuer Sorg- zu geben, die dir gebühren? Nein, falt erfülle, und dir bis in den Tod göttlicher Erlöser! ich folge deiner getreu bleibe. Amen! fiebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es jedermann zu sagen, daß ich es für mein größtes Glück und meinen höchsten Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den beiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Ge meinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich auf's neye zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit ſo bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit un verbrüchlicher Treue zu halten. Amen! d. Vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Christ! du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden septest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein: und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu beinen Erlös'ten und Freunden zählen darf! D, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen 293 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. Vaters und Wohlthäters, gewidmet.| dankbar gegen dich, und so feindselig So habe ich mich verpflichtet, als ein gegen mich selbst handle. Sey du in Jünger und Nachfolger meines hoch- meiner Schwachbeit mächtig. Befe gelobten Erlösers zu leben, und ihn stige meine guten Entschließungen, und mit meinem Geiste und meinem Leibe, verleihe mir Gnade, an der Ausfühdie beide sein Eigenthum sind, zu rung derselben unverzüglich und unerpreisen. Wie beilig sind diese Ver- müdet zu arbeiten. Schenke mir neue pflichtungen! Wie undankbar, wie Kraft deines Geistes, und leite mich unglücklich würde ich nicht seyn, wenn durch ihn zu allen Tugenden, damit ich diese Zusagen vergäße, wenn ich ich meine Heiligung treu und redlich diese Versprechungen nicht hielte! Welch vollende. Berabre mich vor allzugeeine Verantwortung, welch ein Gefährlichen Versuchungen; stärke mich, richt würde ich zu erwarten haben, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu wenn ich nun noch der Sünde diente; widerstehn, und laß mich die ewige wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Seligkeit, zu welcher du mich durch Gewohnheiten, die ich an mir habe, Christum berufen und erlöset bäst, nie ernstlich bestritte: wenn ich eben so aus den Augen verlieren. So werde träge und nachlässig im Guten wäre, ich den guten Kampf kämpfen, den als ich es ebemals gewesen bin! So Glauben behalten, und meinen Lauf würde ich mich ja aller Vorrechte und glücklich vollenden. So werde ich Seligkeiten, die ich als ein Christ dereinst die Krone der Gerechtigkeit besige, verlustig, und meine Verdamm- aus deiner Hand empfangen, und niß um so viel schwerer machen. Ach dir Lob und Ehre bringen in EwigGott! laß es nicht zu, daß ich so un- keit. Amen. 5) Gebete für Kranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit. verursachet hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! Ich bin Nun erfahre auch ich es in der zu geringe aller deiner BarmherzigThat, mein Gott! was der Mensch keit, und meine Seele ist stille zu dir, ist, wie hinfällig und wie leicht seine ohne dessen Willen und Leitung mir Gesundheit und Kraft dahin ist! aber nichts begegnen kann! Auch das wirst Dank sey dir, daß ich weiß: du kön- du wohl machen. Stärke mich in dienest nie deinen schwachen Geschöpfen sem dankbaren, die ergebenen und verzu viel auflegen, du habest auch jede trauenden Sinn. Füge sonst es mit Last der Krankheit gemäßiget, daß sie der Dauer und mit dem Ausgang erträglich sey, und du werdest auch meiner Krankheit, wie es dein väterdiese Veränderung mir zum Besten die- licher Wille ist. Ich weiß nicht, welnen lassen. Was sollt ich also unru- ches besser für mich und meine Verbig klagen oder ängstlich sorgen? bindung in der Welt seyn möchte, ein Was kann ich besseres thun, als zu langes over kurzes Krankenlager, das dir aussehen, dem Gott, der da Leben oder der Tod. Wähle du für hilft, und der es nie böse meinen mich! Auf dich traue ich! Nur lehre kann. Du hast mich bisher so väter- mich in meiner vielleicht noch ganz lich geleitet, mir so manche Freude kurzen Lebenszeit, meine Seligkeit mit geschenket, und mehr Gutes an mir ganzem Ernst schaffen. Wie ich dieſe gethan, als ich bitten und verstehen Zeit bisher angewendet habe; wie ich konnte. Auch mit alle dem, was mir mit den mir verliehenen Kräften und jemals Leid, Unruhe oder Schmerz Gelegenheiten zum Guten umgegan 294 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. gen bin; wie ich gegen alle meine| sind, die Friedfertigen, die SanftNebenmenschen gesinnet gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin; das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, und mir die Tröstungen des Evangelii Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit wiederfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens müthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten! Das erwecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünf tigen erbaulich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen, freudigen Gesinnung beharren. Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. b. Gebet bei Sterbenden. Siehe in diesem Besangbuche das Lied Nr. 588, wo auch noch mehrere gute Gebete für Kranke von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutreffen sind. Verzeichniß der Gebete. 1. Morgengebete. Seite a. Längere Morgen- Andacht 270 b. Kürzeres Morgengebet. 271 c. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebet hinzuzufügen 272 d. Nöthige Entschließungen am Morgen. 272 2. Abendgebete. a. Längere Abend- Andacht b. Kürzeres Abendgebet 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. a. Vertrauen auf Gott, und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn b. Demuthsübung c. Um Keuschheit und Mäßigkeit d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft: ♦ → b. Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls c. Um Vergebung der Sünden d. Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls e. Nach dem heiligen Abendmahle. 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit b. Gebet bei Sterbenden. g. Um christliche Liebe gegen Feinde h. Um Heiligkeit der Reden und des Betragens i. Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott ♦ + 4. Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahle gehen wollen. ✦ + a. Nachdenken über den Zweck und den Nußen des heiligen Abendmahls. + ✦ ♦ + + ♦ ♦ ✦ + 274 275 276 277 278 279 280 281 281 282 282 283 284 286 288 291 292 292 293 294 05 Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage. Um 1. Sonntage des Advents. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Evangelium, Matth. 21, 1-9. Tage, nicht in Fressen und Saufen, in Hader und Neid; sondern ziehet nicht in Kammern und Unzucht, nicht an den Herrn Jesum Christum, und nicht geil werde. wartet des Leibes, doch also, daß er a sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bet ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen; so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und rettet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, was ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und feßten ihn darauf. Aber vieles Volk breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Darids; gelobt sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Nöm. 13, 11-14.. wir wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten); die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so last uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. ( Ev. Luth.) Um 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25-36. Jº esus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber bütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über 1 Um 2., 3. und 4. Sonntage des Advents. 2 euch: Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Ulle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Lieben Epistel, Röm. 15, 4:13. lieben Brüder: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet send unter einander nach Jesu Christo. Auf daß ihr ein müthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich bich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal ſpricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Bolk. Und aber mal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Um 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2-10. a aber Johannes im Gefängniß sandte er seiner Jünger zwei, und ließ ihm fagen: Bist du, der da kommen soll, oder follen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wie: der, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Zauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir árgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seyd ihr hinaus: gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was sevd ihr hinaus: gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben ftehet: Giehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1 Cor. 4, 1-5. Dº afür halte uns Jedermann, nám. lich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu er: funden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans eicht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Um 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 19-28. und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden von salem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Eliaš? Er sprach: Ich bin Um 1. und 2. heiligen Christtage. es nicht. Bist du ein Prophet? Und ließe mit Maria, seinem vertrauten er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharifäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Propbet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Bethabara, fenseits des Jordans, da Johannes taufte, Epistel, Pbil. 4, 4-7. Lieben Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit laffet kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nichts; sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dankfagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher böher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Um heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ausging, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schazung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das zur die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schäßen 3 Weibe, die war schwanger. Und als fie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Naum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, stehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird; denn euch ist beute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der bimmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, 11-14. Es ist erschienen die heilſame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget ans, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottseelig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Hetlandes Jesu Christi. Der sich selbst für uns hat, er von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Am 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 23, 34-39. Der Herr sprach zu den Phartund Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselben werdet 1* Um Tage St. Johannis des Evangelisten. 4 ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geisseln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Bacharias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteft die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer aus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich fage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn. Lection, Apost. Gesch. 6, 8:15 und 7, 55-59. tephanus aber, voll Glauben und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexanderer und derer, die aus Cicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Låfterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesek. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Ungesicht. Als er aber voll heiliges Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Am Tage St. Johannes des D Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15:24, a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmale zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandelteft, wo du hin wollteft; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Underer wird dich gürten, führen, wo du nicht hin willst. Das fagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte und Um Sonnt. n. d. Christtage. Um Neujahrstage. sich um, und sahe den Jünger folgen, bar werden. Und es war eine Prophewelchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gele: gen, und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verråth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Je: sus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Beugniß wahrhaftig ist. tin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlechte Usser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Zempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieſelbe trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder nach Galildam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Galater 4, 1: 7. Lection, Sirach 15, 1: 8. thut der den Herrn fürchtet, und wer fich ch fage aber: So lange der Erbe an Gottes Wort hålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn trånken mit Wasser der Weisheit. Da durch wird er stark werden, daß er fest stehen kann; und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krdnen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Über die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. ein unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Geset gethan; auf daß er die, so unter dem Gesek waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Ubba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Um Sonnt. nach d. Christtage. Evangelium, euc. 2, 33-40. nd sein Vater und Mutter wun1 geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesegt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Ifrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offen: Um Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. 5 nd Kind beschnitten würde, da ward fein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen waró. Epistel, Gal. 3, 23-29. he denn aber der Glaube kam, wurden unter dem verwahrt, und verschlossen auf den 6 Um Sonnt. n. d. Neuenjahr. Am Fest Epiphania. Glauben, der da sollte offenbaret wer- Um Fest Epiphaniå, oder der den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glauben gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Got tes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Viele eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyy ihr aber Christi, so seyd ihrja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Am Sonntage n. d. Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13-15. D a die Weisen aus Morgenland aber hinweg gezogen waren, siebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliebe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir ſage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Epistel, Tit. 3, 4-7. Do a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan batten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1-12. a a Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siebe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus ſollte geboren werden. Und sie ſagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propbeten: Und du Bethlebem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr fey. Da berief Herodes die Weisen beimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet bin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und stehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen bin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an. Und thaten thre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befabl ibnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in thr Land. Lection, Jef. 60, 1-6. ache dich auf, werde Licht, denn verr lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Um 1. u. 2. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gebet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umber, kommen dir. Deine Söhne werden von ferne tom- J durch die Barmberzigkeit Gottes, men, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Ste werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung euers Sinnes, auf daß ihrprüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich balte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilt bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte baben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des anderen Glied, und haben mancherlet Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Um 1. Sonntage nach der, Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42-52. a Jesus zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnbeit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Ste meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und ihn. begab 7 er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behtelt alle dieſe Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1-6. euch, drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel sigen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsegten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Stehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und ste verstanden das Wort nicht, das Um 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Joh. 2, 1-11. Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Sesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern. Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwet oder dret Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit 8 Um 3. Sonnt. n. d. Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpfet hatten), da rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. seine Jünger glaubten an ihn. Und Epistel, Röm. 12, 6-16. ieben Brüder: Wir haben mancheruns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben ähnlich, Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermabnens. Giebt Je. mand, so gebe er einfältiglich. Negieret Jemand, so sey er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, baltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Erscheinung Christi. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will es thun, sey gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe bin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und bat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, dern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin; so gebet er; und zum andern: Komme her; so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das; so thut er's. Da das Jesus börete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Epistel, Nöm, 12, 17-21. altet euch nicht selbst für klug. Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Mattb. 8, 1-13. vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so babet mit allen nicht, meine Liebsten, sondern gebet n. d. Erscheinung Christi. 09 kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu Um 4. Sonntage nach der ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du Erscheinung Christi. denn, daß wir hingehen, und es ausEvangelium, Matth. 8, 23-27. gäten? Er sprach: Nein, auf daß 11nd nd Jesus trat in das Schiff und ihr nicht zugleich den Waizen mit seine Jünger folgten ihm. Und ausraufet, so ihr das Unkraut aussiche, da erhob sich ein großes Unge- gätet. Lasset beides mit einander stüm tm Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr bilf uns, wir verder ben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seyd thr so furchtsam? Und stand auf und bedrobete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? wachsen, bis zu der Erndte; und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Watzen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Coloff. 3, 12-17. Epistel, Röm. 13, 8-10. Um 4., 5. und 6. Sonnt. Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das ihust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Luß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sonst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Um 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 13, 24-30. efus niß vor, und sprach: das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker fäcte. Da aber die Leute schliefen, o ziebet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage hat wider den anben hat, also auch ibr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seyd in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisbeit, lehret und vermabnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Um 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 17, 1-9. nabm Jesus zu sich Petrum und Jakobum, 10 Um Sonntage und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und zu Jesu: Am Sonntage Septuagesima. Evangelium, Matth. 20, 1-16. Herr, bier ist gut seyn, winst du, u Jeſus ſprach zu feinen Jüngern: wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mesi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sobn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Septuagesima. gung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die hetligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Epistel, 2. Petr. 1, 16-21. W mir baben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschab von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme baben wir geböret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkelen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgebe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine WeissäDas einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen bin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig steben, und sprach zu ihnen: Was stebet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gebet ihr auch bin in den Weinberg, und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lobn und hebe an, an den letzten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten ste, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein Seglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm was dein ist und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu 11 trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der böre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben zu wissen Epistel, 1 Cor. 9, 24. 27. u. 10, 1-5. den andern aber in Gleichnissen, daß das Geheimniß des Reichs Gottes, W iffet ihr nicht, daß die, so in sie es nicht sehen, ob sie es schon den Schranken laufen, die lau- sehen, und nicht verstehen, ob sie es fen alle, aber einer erlanget das schon bören. Das ist aber dies Gleich Kleinod? Laufet nun also, daß ihr niß: Der Saamen ist das Wort Gottes. es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der Die aber an dem Wege sind, das sind, da kämpfet, enthält sich alles Dinges: die es hören; darnach kommt der TeuJene also, daß sie eine vergängliche fel, und nimmt das Wort von ihrem Krone empfangen, wir aber eine un- Herzen, auf daß sie nicht glauben und vergängliche. Ich laufe aber also, felig werden. Die aber auf dem Fels, nicht als auf das Ungewisse: Ich find die, wenn sie es hören, nehmen fie fechte also, nicht als der in die Luft das Wort mit Freuden an, und die streichet. Sondern ich betäube mei- haben nicht Wurzel, eine zeitlang nen Leib, und zähme ihn, daß ich glauben sie, und zu der Zeit der Annicht andern predige, und selbst ver- fechtung fallen sie ab. Das aber unter werflich werde. Ich will euch aber, die Dornen fiel, sind die, so es bören, lieben Brüder, nicht verbalten, daß und gehen hin, unter den Sorgen, unsere Väter sind alle unter der Wolken Reichthum und Wollust dieses Lebens, gewesen, und sind alle durch das Meer und ersticken, und bringen keine gegangen, und sind alle unter Mosen Frucht. Das aber auf dem guten getauft, mit der Wolke und mit dem Lande, sind, die das Wort hören und Meere; und haben alle einerlei geist- behalten in einem feinen guten Herliche Spetse gegessen, und haben alle zen, und bringen Frucht in Geduld. einerlei geistlichen Trank getrunken; fie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Um Sonntage Seragesimå. thun was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Um Sonntage Seragesima. Evangelium, Luc. 8, 4-15. a nun vieles Volk bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verborrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und er stickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und Epistel, 2 Cor. 11, 19-33. u. 12, 1-9. Lieben Brüder: Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand troßet, so euch Jemand in das Angesicht stretchet. Das sage ich nach der Unebre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist( ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer; ich auch. Sie sind Israeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnötben gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin breimal gestäupet, einmal gesteiniget, Um Fastnachts- Sonntage. 12 dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Obne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Gott und der Um Fastnachts: Sonntage. Esto mihi oder Quinquagesima genannt. Evangelium, Luc. 18, 31-43. Zwölfe, und Bater unsers Herrn Jefu Chrift, I ſprach zu ihnen: Sedet, wir gewelcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Areta, verwahrte die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht. Gott weiß es). Derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht hen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Ste aber vernahmen der Keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, daß durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber, und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und ließ ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat bir geholSemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der Hohen Offenbarung überbebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet babe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Am 1. Sonntage in der Fasten. fen, und alsbald ward ersehend, und folgte ihm nach, pries Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobte Gott. Epistel, 1 Cor. 13, 1-13. Wen enn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen des Erz, oder eine klingende Schelle, Und wenn ich weissagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erfenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässet sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, ste hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unfer Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenn ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. 13 Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die hetlige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich binab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Epistel, 2 Cor. 6, 1-10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch, als verUm 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. in Evangelium, Matth. 4, 1-11. award Jesus vom Geist in dieWüsten geführt, auf daß er von dem geblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sebet, jeßt ist die angenebme Zeit, ießt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand nirgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, Nötben, in Aengsten, in Schlägen, in in großer Geduld, in Trübfalen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, 14 Um 2. und 3. Sonntage in der Fasten. in ungefärbter Liebe, in dem Wort| welche Gebote wir euch gegeben haben, der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch den Herrn Jesum. Denn das durch Waffen der Gerechtigkeit, zur ist der Wille Gottes, eure Heiligung, Rechten und zur Linken, durch Ehre daß ihr meidet die Hurerei, und ein und Schande, durch böse Gerüchte und Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu gute Gerüchte, als die Verführer und behalten in Heiligung und Ehren, nicht doch wahrhaftig, als die Unbekannten, in der Luftfeuche, wie die Heiden, die und doch bekannt, als die Sterbenden, von Gott nichts wissen; und daß Nieund siehe, wir leben; als die Gezüch- mand zu weit greife, noch vervortheile tigten, und doch nicht ertödtet; als seinen Bruder im Handel; denn der die Traurigen, aber allezeit fröhlich; Herr ist Nächer über das alles, wie wir als die Urmen, aber die doch Viele euch zuvor gesagt und bezeugt haben. reich machen, als die Nichts inne ha- Denn Gott hat uns nicht berufen zut ben, und doch Ulles haben. Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Um 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21:28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich und Sydon. Und siehe, ein Canandisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlorenen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu der selben Stunde. Um 3. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Jef Evangelium, Luc. 11, 14:28. Resus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst un eins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, so bleibt das seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und Lvistel, 1 Theff. 4, 1: 7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir theilet den Raub aus. Ber nicht mit euch, und in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, der ist wider mich, wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und Um 4. Sonntage in der Fasten. mt findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er so findet er es mit Besemen gekehret und geschmückt. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die årger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen årger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephef. 5, 1-9. o fend nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Goßendiener), Erbe tat an dem Reiche Chrifti und Gottes. Laßt euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum send nicht ihre Mitgenoffen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber send ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Um 4. Sonntage in der Fasten, Låtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1-15. arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tyberias in Galilda. Und es zog ihm vieles Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber 15 ging hinauf auf einen Berg, und jetzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Feft. Da hob Jesus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3wei hundert Pfennige werth Brodes ift nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer feiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gersten: Brode und zwei Fische, aber was ist das unter so Viele? Jesus aber ſprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten- Broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das Welt kommen soll. Da Jesus nun ist wahrlich der Prophet, der in die merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Epistel, Gal. 4, 21:31. aget mir, die ihr unter dem Gesetz seyn wollt, habt ihr das Geseg nicht gehöret? Denn es stehet geschrie ben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Über der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist 16 Um 5. und 6. Sonntage in der Fasten. die Agar. Denn Agar heißt in Arabien| mich selber ebre, so ist meine Ehre der Berg Sinai, und langet bis gen nichts. Es ist aber mein Vater, der Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber euer Gott, und kennet ihn nicht; ich das Jerusalem, das droben ist, das ist aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, die Freie, die ist unser aller Mutter. ich kenne ihn nicht, so würde ich ein LügDenn es stehet geschrieben: Sey fröh- ner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne lich du Unfruchtbare, die du nicht ge- ihn, und halte sein Wort. Abraham, bierest; und brich hervor und rufe, die euer Vater, ward froh, daß er meinen du nicht schwanger bist; denn die Ein- Tag sehen sollte, und er sahe thn, und same hat viel mehr Kinder, denn die freute sich. Da sprachen die Juden zu den Mann hat. Wir aber, lieben Brü- ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr der, sind Isaaks, nach der Verheißung alt, und hast Abraham gesehen? Jesus Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, nach dem Fleisch geboren war, verfol- ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, geten den, der nach dem Geist geboren bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß war, also gebet es jetzt auch. Aber was sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg spricht die Schrift? Stoß die Magd sich, und ging zum Tempel hinaus. hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica genannt. Je Evangelium, Job. 8, 46-59. gesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zethen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und bast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Prophe. ten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Sesus antwortete! So ich Epistel, Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er ſey ein Güter, durch eine größere und volkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also ge bauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den hetligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Um 6. Sonntage in der Fasten. Palmarum genannt. Evangelium, siehe am ersten and Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5-11. Ein Jeglicher sey gesinnet, wie Je sus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, Um 1. und 2. heiligen Ostertage. hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich seyn; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde sind; und alle 3ungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes, des Vaters. Um heiligen Oster- Tage. Evangelium, Marc. 16, 1: 8. Und nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome, Specerei, auf daß sie kämen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie ent: segten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und sagt es feinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galilda; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entseßen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, 6: 8. uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr " den ganzen Teig versäuert? Darum ( Ev. Luth.) 17 feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Um zweiten Oster- Tage. Evangelium, Luc. 24, 13:35. und nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feld- Weges weit, deß Name heisset Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er solte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden fie ſprach zu ihnen: ihr Thoren und tråges Herzens, zu 2 18 Um 1. Sonntage nach Ostern. wecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, son: dern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. glauben allem dem, das die Propheten| gehänget. Denfelben hat Gott aufer: geredet haben; mußte nicht Christus folches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische ſaß, nahm er das Brod, brach es, es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und fie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wåre, an dem, da er das Brod brach. Lection, Up. Gesch. 10, 34-41. etrus aber that seinen Mund auf und erfahre Pet der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israels gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über Ulles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galilåa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Ulles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Evangelium, Joh. 20, 19:23. m Abend aber desſelben Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen, Friede sey mit euch! Und als er das ſag te, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Je fus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie be: haltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Joh. 5, 4:10. Alles lles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über: wunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeug: niß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von ſeinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. Um 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Evangelium, Joh. 10, 12-16. Jd ch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte lasset sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schaafe und fliebt; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliebt, denn er ist ein Mietbling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin befannt den Meinen, wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und die selben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. 2, 21-25. D enn dazu feyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drobete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden thr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe; aber thr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoff eurer Seelen. 19 ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ibruntereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebäbret, so hat sie Traurigkeit, denn ibre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren bat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz foll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und andemselbenTage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 Petr. 2, 11-20. ieben Brüder, ich ermahne euch, als Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seelestreiten; und führet einen guten Wandel unter den Hetden, auf daß die, so von euch afterreden, als vonUlebelthätern, eure guten Werke seben, und Gott pretsen, wenn es nun anden Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlicher Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache überdiellebelthäter, und zukobe Am 3. Sonntage nach Ostern, den Frommen. Denn das ist der Wille Jubilate genannt. Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht Evangelium, Joh. 16, 16-23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich als bättet ihr die Freiheit zum Deckel und Bosheit, nes, so werdet ihr mich sehen, denn ich gebe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er sagetzu uns: Ueber Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, 2* Um 4. u. 5. Sonntage nach Ostern. 20 nicht allein den Gütigen und Gelinden, sondern auch den Wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens Willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Rubm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthun willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Um 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Joh. 16, 5-15. Nun un aber gebe ich bin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du bin? Sonderndieweil ich solches zueuch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so fommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber bingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gebe, und ihr mich hinfortnichtsebet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. zeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab, alle Unsauberkeit und alle Bosbett, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen. Um 5. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Evangelium, Job. 16, 22-30. Jabrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, ſo werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündtgen von meinem Vater. An demselben Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gebe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Stehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jaf. 1, 22-27. eyd aber Thäter des Worts, und Epistel, Jak. 1, 17-21. Alle gute Gabe und alle vollkommene selbst betrüget. Denn so Jemand iſt Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichte und Finsterniß. Er hat uns geein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich be Um Fest der Himmelfahrt Christi. Um 6. Sonnt. n. Oftern. 21 schauet hat, gehet er von Stund an| nommen ward, nachdem er den Aposteln davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Watsen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. ( welche er batte erwählt,) durch den heiligen GeistBefehl getban hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebenbig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen sterzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt batte, befabl er ihnen, daß sie nichtvon Jerusalemwichen, sondern warteten auf die Verbeigung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem hetligen Geistgetauftwerden, nichtlang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf dieſe Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat: Um Fest der Himmelfahrt Christi. Evangelium, Marc. 16, 14-20. ulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, Die ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehobengen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Lection, Ap. Gesch. 1, 1.11. Die erste Nede habe ich zwar gethan lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgedie Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, siebe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und febet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr thn gesehen habt gen Himmel fahren. Um 6. Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Evangelium, Joh. 15, 26-27 und 16, 1-4. enn aber der W wird, welchen ich euch senden werde vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bet mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert, 22 Um heiligen Sie werden euch in den Bann thun, Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, aufdaß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Petr. 4, 8:11. o send nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er em pfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. So Jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort. So Jemand ein Umt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum, welchem sen Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Um heiligen Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 14, 23:31. Resus antwortete, und sprach zu ihm: Pfingsttage. freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch ge sagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hin: nen gehen. Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hålt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. háttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch Lection, Upost. Gesch. 2, 1:13. Und als der Tag der Pfingſten erfüllet war, alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig; und er segte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern 3ungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Månner, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt, denn es hörte ein mein mit ſeiner redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter: einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judda und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Uraber! wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber Ulle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Um 2. heiligen Pfingsttage. Um zweiten Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 3, 16:21. Resus sprach zu Nicodemo: Ulso hat eingeborenen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Lection, Up. Gesch. 10, 42-48. De er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sol: len. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geift auf Ulle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen werde. Denn sie hörten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Am Sonntage Trinitatis, oder, am Fest der heil. Dreifal tigkeit. Evangelium, Joh. 3, 1:15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisdern, mit Namen NicodeUm Sonntage Trinitatis. 23 mus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht ſehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehn? Jefus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Bahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, 33:36. D welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkennt: niß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine 24 Um 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. Wege! Denn wer bat des Herrn Sinn| ibnen ginge, so würden sie Buße thun. erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm fey Ehre in Ewigkeit, Amen. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16. 19-31. &$ 8 war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er seine Augen auf, und sabe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme, Abrabam aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in detnem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von binnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die fen Ort der Qual. Abraham sprach zu thm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben bören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propbeten nicht, so werden sie auch nicht glauben, obJemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1 Joh. 4, 16-21. ott ist die Liebe, und wer in der in und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er batuns erst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siebet, wie kann er Gottlieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von thm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Um 2. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 14, 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großAbendmahl, und ludViele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist Alles bereitet. Und sie fingen an, Alle nach einander sich zu entschuldigen. Dererste sprach zu ihm: ich habe einen Acker gefauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen; ich bittedich, entschuldigemich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu beseben; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Daward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führedte Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf Um 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. 25 die Landstraßen, und an die Zäune, und| lieret, die nicht ein Licht anzünde, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Månner keiner, die ge= laden sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1 Joh. 3, 13: 18. Berwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, Epistel, 1 Petr. 5, 6:11. der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder demüthiget euch nun unter die haffet, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgewerfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der, uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 3. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 15, 1:10. Es naheten aber zu Jefu allerlei 38lldaß sie ihn höreten. kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis das sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. ner Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und ſprach: welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Uchseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen ver0 Um 4. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 6, 36-42. D euer Vater barmherzig ist. Richarum seyd barmherzig, wie auch tet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überflüssiges Maas wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Junger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? 26 Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Oder, wie kannst du sagen zu deinem| ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Bruder: Halt still, Bruder, ich will Schiffe voll, also daß sie sunken. Da den Splitter aus deinem Auge ziehen, das Simon Petrus sahe, siel er Jesu zu und du siehest selbst nicht den Balken in den Knieen, und sprach: Herr, gehe deinem Auge? Du Heuchler, ziehezuvor von mir hinaus, ich bin ein sündiger den Balken aus deinem Auge, und be: Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ſiehe dann, daß du den Splitter aus dei angekommen, und alle, die mit ihm wanes Bruders Auge ziehest. ren, über diesen Fischzug, den sie mit: einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedai, Simonis Gesellen, und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. D Epistel, Rom. 8, 18:23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Um 5. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 5, 1:11. s begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und fahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er sette sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neg auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Nek zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kámen, und hülfen ihnen Epistel, 1 Petr. 3, 8:15. Sond Endlich aber seyd allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Bóses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich rom Bösen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, die da Boses thun. und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Um 6. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 5, 20:26. Es sey denn eure Gerechtigkeit beſſer, denn der und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehdret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zurnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha! Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis.. der ist des Raths schuldig. Wer aber saget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wer dest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. 27 seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. 6, 3:11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? so sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus Epistel, Röm. 6, 19:23. iſst auferweckt von den Todten, durch Ich musi menſchlich davon reden, um die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Die weil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde geftorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebeter Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. der willen eures Fleis sches. Gleichwie ihr eure Glieder bege: ben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jetzt schåmet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herrn. Um 7. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Marc. 8, 1-9. u der Zeit, da vieles Volk da war, und hatte nichts zu essen, rief Jesus Am 8. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 7, 15:23. Cehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Um 9. Sonntage nach Trinitatis. 28 Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also, ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringst, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel, Nöm. 8, 12-17. o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo thr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der felbe Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Um 9. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 16, 1-9. s war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und erforderte ihn, und sprach zuihm: Wiehöreich dasvon dir? ThueRechnung von deinem Haushalten? denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich ſelbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt geseßt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert TonnenDels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Dut aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, aufdaß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1 Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild geſchehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttigleichwie jener Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volksette sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hureret trteben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihnversuchten, und wurdenvonden Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwiejener Etlichemurreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich Um 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. läßt důnken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Um 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41-48. Unt nd als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verbor: gen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten angsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. 12, 1:11. on den geistlichen Gaben aber will 29 es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. Ja einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Undern Bunder zu thun; einem Undern Weisscheiden; einem Undern mancherlei sagung; einem andern Geister zu unterSprachen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Um 11. Sonntage nach Trinitatis. Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet; und Niemand kann Jefum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es sind mancherlei Aemter, aber Evangelium, Luc. 18, 9-14. er Herr sagte zu Etlichen, die sich wären, und verachteten die Undern, selbst vermaßen, daß sie fromm ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phärisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, auch wie dieser Zöuner. Ich faste zweiRäuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder mal in der Woche, und gebe den Zehnten von Ullem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine sondern schlug an seine Brust, und Augen nicht aufheben gen Himmel; sprach: Gott, sey mir Sünder gnådig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurbst. Darum ich euch J erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. 15, 1-10. cherinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelit, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch ste= het; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hät 30 Um 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, 4= 9. tet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für in solches Vertrauen aber haben unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln; als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Umt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Umt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Umt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. Um 12. Sonntage nach Trinitatis. Und Evangelium, Marc. 7, 31-37. nd da der Herr Jesus wieder aus: ging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galildische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Zauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und ſpüßte, und rührte seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl ge: macht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Um 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23:37. Jº Resus wandte sich zu seinen Jún. gern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da fehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesen geschrie: ben? Wie liesest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber. wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nách: ster? Da antwortete Jesus, und sprach Um 14. Sonntage nach Trinitatis. 31 Es war ein Mensch, der ging von Jeru-| Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht falem hinab gen Jericho, und fiel unter eines einigen Mittler, Gott aber ist die Mörder; die zogen ihn aus, und einig. Wie? ist denn das Geset wider schlugen ihn, und gingen davon, und Gottes Verheißung? Das sey ferne. ließen ihn halb todt liegen. Es begab Wenn aber ein Geset gegeben wäre, sich aber ohngefähr, daß ein Priester das da könnte lebendig machen, so kame dieſelbige Straße hinabzog, und da er die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem ihn sahe, ging er vorüber. Desselben Gesege. Aber die Schrift hat es alles gleichen auch ein Levit, da er kam bei beschlossen unter die Sünde, auf daß die die Stätte, und sahe ihn, ging er vor: Verheißung káme durch den Glauben an über. Ein Samariter aber reiſete, und Jesum Chriftum, gegeben denen, die da kam dahin, und da er ihn sahe, jam glauben. merte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zwei Groschen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege seiner, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sen gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jefus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, 15:22. Lieben Brüder, ich will nach menschreden: Verachtet doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugeſagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor beståtiget ist auf Chriftum, wird nicht auf: gehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefes aufhören, welches gegeben nachher. Denn so das Erbe durch das Gesez erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gefet? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame káme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 17, 11-19, Und es begab sich, da Jefus reiſete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galliläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausfähige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um, und pries Gott mit lauter auf sein Ungesicht zu feinen Füßen und dankte ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen.. Epistel, Gal. 5, 16-24. Rieben Brüder: wandelt im Geiſt, ſo werdet ihr die des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem esetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 32 Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, 3orn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuh, Keuſchheit. Wider solche ist auch im Geiste wandeln. Laßt uns Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, 1-10. o wir im leben, so laßt uns das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. nicht eitler Ehre geizig seyn unter einander( uns) zu entrüsten und zu hossen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanft: müthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geset Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dúnken, es sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Seglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unter: richtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unter: richtet. Irret euch nicht, Gott låst sich nicht spotten. Denn was der Mensch sået, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch sået, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 6, 24-34. nie iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen haffen, und den anderen lieben, oder wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie såen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Oihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden werden wir Womit werden wir uns kleiden? Nach folchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Erachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Um 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, 11-17. und es begab sich darnach, daß Jesus Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. 2018 er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus Um 17. Sonntage nach Trinitatis. der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Lånder. Epistel, Ephes. 3, 13:21. Lieben eben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trubsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reich thum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum, zu wohnen durch den Glauben in eurem Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite, und die Långe, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Um 17. Sonntage nach Trinitatis. Un Evangelium, Luc. 14, 1:11. nd es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Phari33 såer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm. der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schrift: gelehrten und Pharisåern, und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn heraus zieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Untwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sehe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephef. 4, 16. o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und send fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Ullen. 3 34 Am 18., 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34-46. a aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und ſprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gefeßz? Jefus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten Iteben als dich selbst. In diesen zwet Geboten hanget das ganze Geseß und die Propheten. Da nun die Pharisäer bet einander waren, fragte fle Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sezze dich zu meiner Rechten, bis das ich lege deineFeinde zum Schemeldeiner Füße? Sonun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1 Cor. 1, 4.9. ch danke meinem Gott allezeit euEvangelium, Matth. 9, 1-8. a trat in das Schiff, und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchtzu gen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er mein Sohn, deine Sünden sind dir verdem Sichtbrüchigen: Sey getrost, geben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen; Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchtgen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher tereinander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorne untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich send auf denTag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur GemeinEvangelium, Matth. 22, 2-14. schaft seines Sohns Jefu Chrifti, asHimmelreich ist gleich einem kh. unsers Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine ich bereitet, sen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Über sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu sei ner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zor nig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird feyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistel, Ephef. 5, 15-21. o fehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. 35 Evangelium, Joh. 4, 47:54. nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judda in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab kåme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das, Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm geſagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judáa in Galiláa kam. Epistel, Ephes. 6, 10- 17. 3⁰ ulest, meine Brüder, send stark in dem Herrn, und in der Macht ſeitier Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Untáufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen geftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet send. Vor allen Dingen aber Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 36 ergreifet den Schild des Glaubens, mit könnet rige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Um 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 1, 3:11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freu: den), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekráftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Chriftum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18, 23:35. as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Dajammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mittnechte der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn in das hielten einen Rath, wie ſie Jeſum Evangelium, Matth. 22, 15:22. a gingen die Pharisäer hin, und was Gefängniß, bis daß er bezahlte, er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herren alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalks: knecht, alle deine Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder feine Fehler, fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum fage uns, was dúnkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist Um 23. Sonntage nach Trinitatis. Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Da sie das höreten, verwunderten sie hund ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, 17: 21. olget mir, lieben Brüder, und sehet uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch mit Weien, die Feinde des Kreuzes Christi, welher Ende ist die Verdammniß, welchen er Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre 1 Schanden wird, derer, die irdisch sinnt sind. Unser Wandel aber ist im immel, von dannen wir auch warten es Heilandes Jesu Christi des Herrn, velcher unsern nichtigen Leib verklåren sird, daß er ähnlich werde seinem verTårten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Um 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 18= 26. a Jesus solches mit ihnen redete, fies he, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sabe sie, und sprach: Sen getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Uls aber das Volk aus getrieben war, ging er hinein, und er griff sie bei der Hand, da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht er scholl in dasselbige ganze Land. 37 Epistel, Coloff. 1, 9:14. Derhalben auch wir, von dem Tage da es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet allerlei geistlicher Weisheit und Verstand: daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig ge macht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseht in das Reich seines lieben Sohnes. Un welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Um 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 15:28. We Greuel der Verwüstung, davon Denn ihr werdet den gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte ( wer das lieset, der merke darauf!). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird als dann eine große Trubsal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsch Christi und fhe Bronk Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 38 hen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Stehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siche, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Bliz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Arler. Epistel, 1 Theff. 4, 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brütder, nicht verhalten von dener, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feld. geschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Bottes hernieder kommen vom Himmel; und die Torten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und über bleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bet dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und thr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich geträntet. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir gekommen. Dann werden ihm antworten, und fragen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich geſpeifet? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nadt, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank over gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir geihan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ja bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht geträntet. Ich bin ein Bast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antwor= ten, und sagen; Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, voer burstig, oder einen Gast, oder nackt, oder kranf, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Evangelium, Matth. 25, 31-46.. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, leich als ein Hirte die Schafe von den Um 27. Sonntage nach Trinit. Um Tage Mar. Rein. 39 Epistel, 2 Theff. 1, 3= 10. Wir ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld um Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trühsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wid, und ihr würdig werdet zum Riche Gottes, über welchem ihr auch leet; nachdem es recht ist bei Sott, zu vigelten Trübsal denen, die euch Jubsal anlegen. Euch aber, die ihr Jubsal leidet, Ruhe mit uns, wann m der Herr Jesus wird offenbaret erden vom Himmel, sammt den Engeln iner Kraft, und mit Feuerflammen, ache zu geben über die, so Gott nicht kennen, und über die, so nicht gehorm sind dem Evangelio unsers Herrn su Christi; welche werden Pein lein, das ewige Verderben von dem gesicht des Herrn, und von seiner rrlichen Macht; wenn er kommen rd, daß er herrlich erscheine mit nen Heiligen und wunderbar mit en Gläubigen. durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sey euch unverhalten, ihr Lichen, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheissung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hige zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Ulles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in wel= chem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hize zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Am 27. Conntage nach Trinitatis. vangelium, Matth. 17, 1-9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 3, 3-13. en Bruder: wisset das aufs Erste, ß in den legten Tagen kommen m Spotter, die nach ihren eigenen wandeln, und sagen: Wo ist die Vßung seiner Zukunft? Denn, nachdie Vater entschlafen sind, bleibet es, wie es von Anfang der Kreatuwesen ist. Aber Muthwillens wsie nicht wissen, daß der Himmel voen auch war; dazu die Erde aus W und im Wasser bestanden durch GWort; dennoch ward zu der Zeit diet durch dieselbigen mit der Sith verderbet. Also auch der Hi jegund und die Erde werden 11 Um Tage Marià Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22:32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jerufalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.( Wie denn geschrieben steht in dem Geseg des Herrn: Allerlei Mannlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen;) Und daß sie gåben das Opfer, nach dem gesagt ist im Geseg des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, cr hätte denn zuvor den Christ des Herrn ofahan und kam aus Unrent برجل 40 Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn tråten, wie man pfleget nach dem Geset; da nahm er inn auf seine Urme, und lobte Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Um Tage der Verkündigung Marià. Lection, Maleach. 3, 1: 4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr be: gehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wåscher. Er wird sizen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und lautern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Am Tage der Verkündigung Maria. Evangelium, Luc. 1, 26-38. 11nd nd im sechsten Monden war der Engel Gabriel gefandt von Gott, in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyete unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach sleich als cu zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebåren, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König seyn über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Kdnigreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel int= wortete und sprach zu ihr: Der helige Geist wird über dich kommen, unddie Kraft des Höchsten wird dich üer: schatten; darum auch das Heilge, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jegt im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Hern Magd; mir geschehe, wie du geſagt haft. Und der Engel schied von ihr. wird Lection, Jef. 7, 10:16. Und der Herr redete abermal zu Abus, und sprach: Fordere dir ein seichen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Uber Uhas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan! so höret ihr vom Hause Davids: If es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wirk euch der Herr selbst ein Zeichen geben Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebåren, den wird sie heißen Immanuel. Butter un Honig wird er essen, daß er wis Böses zu verwerfen, und( Butes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lerne Boses verwerfen, und Gutes erwählen wird das Land, dafür dir grauet, ver lassen seyn von seinen zween Königen e t Der Kleine Catechismus ni mog oblied( or Herrn D. M. Luthers. Frage und Antwort für die Kinder, so da sollen confirmiret und zum erstenmal zur Communion gelassen werden. Der Kirchendiener fragt das erste Dint. Bist du ein he s Ja, Herr! W- ser weißt du das? Daher, daß ich getest bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Chrifti, und die christliche Lesee weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in de Schriften Mosis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Das erste: Das andere: trauen. Fünf. Die zehen Gebote Gottes. ie Artikel des christlichen Glaubens. as Gebet des HERRN. as Sacrament der heiligen Taufe. Das fünfte: as Abendmahl des Herrn oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsei Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt ins gemein? G Das dritte: Das vierte: aß wir erkennen: erstlich, wer wir sind, und wie wir mit unserm Herr Gott tehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und mögebersöhnt und vereiniget werden. vie wir mit ihm Das erste Hauptstück. Von den zehen Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben, und ihm allein ver-. Das andere Gebot? Dsollst den Namen deines Herrn nicht unnüßlich führen. el Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern denselbigen in aller Nothen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. 2 Du sollst den Feiertag heiligen. day Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wor nicht nerachten: sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst demen wohlgehe, und du lange lebest aut Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir une Eltern und err nicht verachten, noch erzurnen, sondern sie in Ehren haen, ihnen diner gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. nd deine Mutter ehren, auf daß tirs Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten aneineLeibe keinen Schaden noch Leid thun: sondern ihm helfen und fördern alle Leibes- Nothen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtilebe in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehr. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. fall apple au wao Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten n G und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns inge sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächst. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nt får lich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumuth machen: sonin so ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehr Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. t 7, m en ell 21 Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechtes an uns bringen: sondern ihm dasselbe zu erhalten, förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. 3 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimfuchet, an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem 3orn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu sind uns die zehen Gebote Gottes nut? 3u zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir veranlaßt werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod, bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Gläubigen und Neugeborenen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. 20 Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gesetz erfüllen? Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, weil wir arme Sünder sind, und wann wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Rom. am 7. Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllet? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und ges recht, der hat für uns dem Gesetz genug gethan, anders nicht als ob wir selbst das Geset gehalten: und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstück. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. mis 6 Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? ma Dieses sind sie: 4 Der erste, von der Schöpfung.d pordoped in 1 Der andere, von der Erlösung. 3 is) oot Balla Der dritte, von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? rollo Von der Schöpfung. si bodo odnijs den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und Ich glaube an Gott, der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seel, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhålt, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Ucker und Bieh, und alle Güter, mit allerlei Nahrung und Nothdurft des Leibes und Lebens, reichlich und täglich verforget, wider alle Gefährlichkeit beschüßet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Farmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, deß alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. stoc mamist on Wie lautet der andere Artifel. in Von der Erldsung. Und ich glaube an Jesum Chriftum, seinen eingeborenen Cohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist; geboren aus Maria der Jungfrau; gelitten unter Pontius Pilatus; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zu der Hölle; am dritten Tage auferstanden von den Todten; aufgefahren gen Himmel; sißend zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfray Maria geboren, mein Herr sei, der mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, unschuld und Seligkeit, gleichwie er auferstanden von dem Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der heiligen; Bergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Umen. Das andere Hauptstück.. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält, im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo Jesu, ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein uns Wer ist nun Gott in seinem Wefen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen ewigen unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? ehitu Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige felige Leben. Wozu nützet uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens 2900 und Willens? msipid ni 39 100 5 Daß wir daraus einen rechten Glauben erlangen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, nåmlich: der ewige. Sohn Gottes. 393451 Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren: Mein Herr.( Oder kürzer:) Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers. Jesu Christi? ind Er hat mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und errettet von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? 170029 10 Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir sei? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schůzet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. emple donn Das dritte Hauptstück. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? an im Daß wir erkennen alles, was zur Erhaltung dieses zeitlichen und Er langung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben denn von Gott, und es derohalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. 8 Das vierte Hauptstück. Bom Sacrament der heiligen Taufe. #SEASES 20 TOTOKS Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen ( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbaren verheißenen Gna. dengüter versiegelt und übergiebt. Wozu sind die Sacramente eingeſetzt? 3ur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißung. Wieviel sind Sacramente im neuen Testament? 3wei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünde gnådiglich um Jesu Christi willen vergiebt, und uns zu seinen Kindern annimmt, und uns zu Erben aller seiner himmliſchen Güter macht. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matth. am legten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes, und des heiligen Geistes. 3um andern: Was giebt oder nutzt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. ( son Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 3um dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, der solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreiches Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zu Zito im dritten Kapitel: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland ausge goffen hat, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Das vierte Hauptstück. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Udam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich herauskommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? St. Paulus an die Römer am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in einem neuem Leben wandeln sollen. 9 Wozu nutzet uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnådiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismi: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns alles dieses erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er es uns geschenket und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Bom Abendmahl des HERRN oder 4 Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist eine göttliche Handlung, bei welcher der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blüt übergiebt, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas' und Sanct Paulus. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft trinket, zu meinem Gedächtniß. Das fünfte Hauptſtück. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte an:( Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden). Nämlich: daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird: Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? 10 Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, welche da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Bergebung der Sünden. Diese Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten: Nåmlich Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sacrament würdig? ING Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht: Aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, der den Glauben hat an dieſe Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch erfordert eitel gläubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nut? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater sein und bleiben will. und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu seinen Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsern Ungehorsam nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum, durch den Genuß seines Leibes und Bluts stårke, und meine arme Seele tröste. Glaubest und bekennest du dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jetzt gesagt haſt? Ja Herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und getreu halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Chriſti. Von der Beichte. Was ist die Beicht? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünden bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfange, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Von der Beichte. Welche Sünden soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Bater Unser thun. Über vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welches sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehen Geboten: Ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, oder Magd seiest? Ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, håß g gewesen bist? Ob du jemand Leid gethan haft mit Borten oder Werken? Ob du gestohlen, verfåumet, verwahrloset, oder sonsten Schaden gethan haft? Ein Mensch, wann er beichten will, soll also zum Beichtiger sagen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte Euch, Ihr wollet meine Beicht hören, und mir die Vergebung meiner Sünden sprechen um Gottes willen. 11 Wenn dann der Beichtiger ja gesagt hat, so sagt er weiter, also: charmer Sünder erkenne in meinem Herzen, und bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, Gott meinen Herrn gröblich erzurnt, und hierdurch zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches ist mir nun von Grund meines Herzens leid, habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vergebung derselben desto gewisser sein, auch das hochwürdige Abendmahl des Herrn, morgen geliebts Gott, desto freudiger empfangen möge: So bitte ich Euer Ehrwürden, Ihr wollet mir, vermöge Eures Amts, aus Gottes Wort Trost zusprechen, und die heilige Absolution meiner Sünden an Christi statt widerfahren lassen. Ich will ins künftige durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes mein Leben bessern und frömmer werden. Eine kurze Beicht für die Einfältigen. lieber bekenne Gott und ein armer Sünder bin: Denn ich habe gesündiget wider Gott und meinen Nächsten. Bin auch sonsten in allen Geboten Gottes stråflich. Das ist mir nun von Herzen leid: Uber ich bitte um Gnade. Ich will mich bessern und mit der Hülfe Gottes frommer werden. Besondere Fragstückel D. M. Luthers, für die, welche zum heil. Abendmahl gehen wollen. Glaubest du, daß du ein Sünder bist? Ich glaube ich bin ein Sünder. Wie weißt du das? el Aus den zehen Geboten, die ich nicht gehalten habe Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe. Was hast du mit deinen Sünden bel Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Zod und ewige Verdammniß. Rom. 6. * 16* 07900 12 Besondere Fragstücke. Hoffest du auch selig zu werden? Weß tröstest du dich denn? Wer ist Chriſtus? Gott und Mensch. Wieviel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Bater, Sohn und heiliger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen, zur Vergebung meiner Sünden. Ja, ich hoffe es. Meines lieben Herrn Christi. Gottes Sohn, wahrer Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein: denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geist auch: Über der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen. Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sacrament und bei seinem Leib und Blut im Sacrament, welche mir zum Pfand gegeben. Wie lauten diese Worte? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankete, und brachs und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl; dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi ſei? Ja, ich glaube es. Was bewegt dich das zu glauben? Nehmet hin und esset, das ist mein Leib: Trinket Die Worte Christi: ate daraus, das ist mein Blut! Wae sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir follen seinen Tod und sein- Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verfündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Greatur hat genug thun können für unsere Sünden, als Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Und daß wir lernen erschrecken vor unsern Sünden, und dieselbigen lernen groß achten und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Besondere Fragstücke. 13 Was hat ihn dann bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Röm. 5. Gal. u. Ephes. 5. Cap. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt. Und darnach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen reizen und vermahnen, das Sacrament des Altars oft zu empfahen? Von Gottes wegen sollen ihn beide, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, antreiben, um welcher willen solches Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. Was soll aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, als daß er erstlich in seinen Busen greife, und fühle, ob er auch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt. Gal. 5. Röm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt. Joh. 15 u. 16. 1 Joh. 2. u. 5. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äusserlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennet. Joh. 8 u. 16. 1 Petr. 5. Eph. 6. 2 Tim. 2. Morgensegen.. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. Such danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet haft: Und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Laffen möge wohlgefallen: Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Abendsegen. Das walte Gott Vatér, Sohn und heiliger Geist, hochgelobet in Ewigkeit, Amen. ch danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen unsern mich diejen behütet hast: Und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Gebet vor dem Essen. Aler [ ller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet, it Wohlgefallen. Vater unser 2c. 14 Die Haus- Tafel. He err Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet nach dem Essen. anket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen, der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten, und auf seine Gebote warten. Vater unser 2c. W Wir danken dir, Herr Gott himmlischer Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Die Haus: Tafel. Den Bischöffen, Pfarrherren und Predigern. in Bischoff soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, fittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht häßig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haberhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl fürstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu erz mahnen, durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 13, 2. Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen. sich vom Evangelio nähren. 1 Cor. 9, 11. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet: Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6 ut. 7. Die Aeltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. 1. Tim. 5, 17 u. 18., aus dem 5 B. Mos. am 25, 4. Wir bitten euch lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch fürstehen in dem Herrn, und euch vermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werkes willen, und seit friedsam mit ihnen. 1 Thessal. 5, 12 u. 13. Gehorchet euren Lehrern, und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Heb. 13, 17. Von weltlicher Obrigkeit. Jebe edermann fei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit feget, ber widerstrebet Gottes Ordnung: Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil em 7865 Gott geord. Gottes Ordnung origkeit feget, ber widerstrebet Dorperstreben, werden über sich ein Urtheil em Ratharma Broker 8% 8 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8