10 TOPOIOIOIOtorotok Gb 292 Vva Gb. 292 Joy Platte. 18.05. Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für .8*# 379 m 38 die Stadt und das Herzogthum bemist omale med nothm andai ada hasi ose Magdeburg had on heat untistrofimod mod md ni nebst einigen Gebeten zur häuslichen Erbauung. danimad ng si mi se Ramsidali502.. hindu& Mit einem von dem Königl. Consistorium der Provinz Sachsen genehmigten Anhang e. Zwölfte Auflage. Mit Königl. Preuß. allergnädigsten Privilegio. Magdeburg, Im Verlage der Faber'schen Buchdruckerei. 1864. Adi8- vi 092291 Gb 2 Kudamals& buni mbilimidesttag Bemerkung. mudipogas and on 16018 900 Die am Schlusse jedes Liedes neben dem Namen seines Verfassers befindliche Nummer weist auf die Melodie Nummer in dem vom Herrn Consistorialrath sc. Koch ausgearbeiteten und im Verlage der unterzeichneten Buchdruckerei zu habenden ,, Melodien- Buche in Ziffern zu dem Magdeburgischen Gesangbuche" hin. Die Faber'sche Buchdruckerei. 20 od n. 19 alginö msd 100 Leipalicis maigidinggin Univ.- Bibl. Giessen = »»» o****. spun chissld mand mimpi tisur of Godblat did hit mond, man magast Michshüte du sdnöill bilrsdödomu spinis suyun Böngur manist stotinfred 89 Vorrede. di 394 muroja lain and idhi mdn@ og ridnüpop tim bijd ist gubim Durch die Veränderungen, welche feit der vor 67 Jahren für die hiesige Stadt veranſtalteten Sammlung geistlicher Lieder, sowohl in unserer Sprache, als in der Art und Weise Gedanken und Empfindungen darzustellen, vorgegangen ist, war eine neue Ausgabe dieses Gesangbuchs theils wünschenswerth, theils nothwendig geworden für eine große Anzahl Derfe nigen, welche den hohen Werth guter, geistlicher Gesänge zu schäßen, und solche für ihre edelsten Fähigkeiten in den seligsten Stunden ihres Lebens zu benutzen wissen. Indrar Das Königl. Consistorium veranlaßte daher, daß von dem geiſtlichen Miniſterio der Altſtadt Magdeburg eine neue Auswahl von Liedern zur öffentlichen und Privaterbauung gemacht, und nach abermaliger von Seiten des Königl. Confistorii geschehenen Durchsicht dem Drucke übergeben ward. Dieje Vorrede. Diejenigen, denen dieses Geschäft aufge= tragen war, haben sich bemüht, solches, so weit einige unabänderliche Umstände und Rücksichten es verstatteten, seinem Zwecke gemäß auszuführen. Daher sieht das Königl. Consistorium der Erreichung seiner Absicht mit gegründeter Hoffnung entgegen, indem es die künftige Einführung dieses Buches zum gottesdienstlichen Gebrauche, welche auf Beranlassung des hiesigen Magistrats zunächst in den Stadtpfarrkirchen veranstaltet werden wird, mit Zustimmung der höchsten geistlichen Behörde, auch für alle übrigenen Gemeinden des Herzogthums Magdeburg genehmigt und verordnet. isidroung pidmat Toch Möge dadurch religiöse Gesinnung und Empfindung bei Bielen erweckt und belebt, und christliche Andacht und Gottseligkeit befördert werden! non ngunsd urg Brod Magdeburg, den 12. Januar 1805. idofing row And 2017 1390912 Had Königl. Preuß. Magdeburgisches Consistorium. godsdpofte di instjä choing grundsindre du mobilijä smo? Ipinöft and motiv. Bangerow. = vodi shur mid childbin2 nanosching invoi drot#dop Inhalt 3140* 6 shrif shiline( sto tra du fis VI 1888-181 shold 2 ser be 815-01500s- sossz silni43 108- cer 19 od 21-11e $$$- 819 maitamano no al 18 mond no Ese in spise and gostion Inhalt. V - mi mlade dur estilning 17 Werth der Religion. Nummer 13. I. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke, 4-74. Es ist nur Ein Gott, 7. Gottes Größe, 18 13. Ewigkeit und Allmacht, 17 16. Allmacht, 1719. Allwiffen= 25. Weisheit, 26-28. Heilig34. Wahrhaftigkeit und Treue, Dasein Gottes, 4-6. unendliche Vollkommenheit und Unveränderlichkeit, 14-16. 20 keit und Gerechtigkeit, 29 35 36. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, 37 44. Lang45 48. Höchste Seligkeit Gottes, 49. Schöpfung der Welt und 50 54. Schöpfung des Geisterreiches, 55-58. Schöpfung des Menschen, 59— 61. Erhaltung, 62 70. Regierung, 71 74. - - II. Der Mensch, 75-104. Natur, Fähigkeiten, Würde und Bestimmung des Menschen, 75 80. Bernünftige Seele, 81 82. Freiheit, 83. Gewissen, 84 85. Erinnerungskraft, 86. 87. Sprache, 88. Menschenwürde, 89 Einsicht und Fehlerhaftigkeit, 93 104. Nachahmungstrieb, 92. Mangelhafte - III. Erlösung und Erlöser, 105- 183. 122 Rathschluß Gottes, die Menschen zu erlösen, 105 107. Sendung und Geburt Jesu, 108 121. Lehrgeschäft Jesu, 125. Jesus, Beispiel und Muster der Tugend, 126 137. 132. Leiden Jefu, 133-135. Am Delberge, 136 Falsche Anklage, 138. Mißhandlung, 139. Jesus am Kreuze, 140. Jesu Worte am Kreuze, 141-145. Todestag Jesu, 154. Das Grab Jesu, 155. Anwendung des Leidens und Sterbens Jesu, 156-164. Auferstehung Jesu, 165-176. Hingang Jesu zu Gott, 177 Hird DIE 146 183, IV. Geift - 1 - Inhalt IV. Geist und Wort Gottes, Christliche Kirche 184-223. Geist Gottes, 184-192. Wort Gottes, Lehre Jesu, Bibel, 193-201. Christliche Kirche, 202-209. Taufe, 210-213. Confirmation, 214 215. Vor der Confirmation, 216. Bei der Confirmation, 217. Nach der Confirmation, 218 222. Erweiterung des Reiches Chrifti, 223. V. Bater, Sohn und Geist, 224-232. VI. Christliches Gesinntsein und Verhalten im Allgemeinen, 233-279. pilse ved at Thätiger Glaube an Jesum, 233 236. Selbstprüfung und Erkenntniß der Fehlerhaftigkeit, 237 245. Nothwendigkeit der Sinnesänderung, 246 247. Demüthigung vor Gott, Reue, 248 252. Entschluß zur Besserung, 253 256. Glaube an Gottes verzeihende Batergüte, Trost der Sündenvergebung durch Christum, 257 263. Beharrlichkeit und Fortschritt in der Besserung, 264 279. es mo - VII. Christliches Gesinntsein und Verhalten in Hinsicht auf Gott und Jesum, 280-429. Gott, 296 barkeit, 302 Gott, 321 339- 341. - unic Streben nach Erkenntniß Gottes, 280 283. 284 285. Gehorsam, 286 288. Demuth, 289 Heiligung des Namens Gottes und Jesu, 291. Heilighaltung 292 20 1 - 299. Nachahmung Gottes, 300 306. 338. 1 Ehrfurcht, 290. 301. Dank= Lob Gottes, 307-320. Vertrauen auf 08 Zufriedenheit, Ergebung, Hoffnung zu Gott im Leiden, 342 352. GeUnterwerfung, Vertrauen Gebet, 367 372. Das Vater 373. Bitten, 374 381. Fürbitte, 382. Deffentliche Gottesver= ehrung, 383 387. Beim Anfange des Gottesdienstes, 388-398, Nach dem Gottesdienste, 399 401. Anerkennung und Verehrung der Verdienste und der hohen Würde Jesu, 402 404. Liebe gegen Jesum, 405. Dankbarkeit gegen Jesum, thätige Benugung seiner Verdienste, Nachahmung Jesu, 406 411. Treue, 412 414. Andenken an Jesum, Abendmahlsfeier, 415 424. Vor dem Abendmahl, 425 426. Nach der Abendmahlsfeier, 427-429. VIII. Chrift1 Inhalt. VIII. Chriftliches Gesinntsein und Verhalten ge= ngen uns selbst, 430-478. Anerkennung der Menschenwürde und Sorge für die Seele überhaupt, 430 432. Streben nach Einsicht und Weisheit, 433 435. Streben nach Tugend und Anwendung der Tugendmittel, 436 437. Umgang mit guten Menschen, 438 439. Einfamkeit, 440. Selbstbeherrschung, 441. Aufmerksamkeit auf sich selbst und Wachsamkeit, 442 445. Andenken an die Ver= gangenheit, 446. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe, 447 448. Weiser Gebrauch des Lebens, 449 453. Vernünftige Selbstliebe, 454 455. Sorge für Lebenserhaltung, Körperpflege und Gesundheit, 456 459. 459. Mäßigkeit, 460. Fleiß und Arbeitſamkeit, 461 465. Christlicher Gebrauch und Genuß der irdischen Güter und sinnlichen Freuden, 466 470. Keuschheit, 471 473. Christliche Ehrliebe, 474 - - - - - - over IX. Christliches Gesinntsein und Verhalten gegen andere Menschen, 479-542. - - 490. Menschenliebe überhaupt, 479 482. Sorge für Anderer Weisheit und Tugend, 483 485. Gutes Beispiel, 486. Wider Intoleranz, 487 Sorge für Anderer Leben und Gesundheit, 491. Schonung der Ehre Anderer, 492. Billigkeit in Beurtheilung des Nächsten, 493. Gerechtigkeit und Billigkeit 494 497. Aufrichtigkeit, 498 499. Gemeinnüßigkeit und Dienstfertigkeit, 500-502. Wider Neid und Schadenfreude, 503. Nachsicht, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit, 504- 508. Wohlthätigkeit, 509-513. Umgang, Freundschaft, 514-516. Dankbarkeit gegen Wohlthäter, 517. Für Eltern und Erzieher, 518 521. Kindespflicht, 522 524. Christliches Verhalten gegen Nachbarn, 525. Lehrer und Zuhörer, 526. Fürbitte für den König, 527 528. Unterthanenpflicht, 529 530. Pflicht der Höhern und Wohlhabenden, 531. Pflicht der Dienenden und Aermern, 532 534. Pflichten gegen alte Personen, 535. Landeswohlstand und bürgerliche Gesellschaft, 536. Vaterlandsliebe, 537 538. Der Landmann, 539. Für Soldaten, 540. Vernünftiges Verhalten in Ansehung der vernunftlosen Geschöpfe, 541 542. X. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben, 543-556. XI. Sterblichkeit und Unsterblichkeit, 557-602. Erweckung zur weisen Benußung des Lebens durch den Gedanken an den Tod, 557- 564. Ruhiges und freudiges Andenken - 478,0 Inhalt. 1572. an den Tod, 565571. Sanftes Ende des Frommen, Das Grab, 573- 575. Bei der Beerdigung eines edlen und verdienstvollen Mannes, 576. Am Grabe Frühverstorbener, 577. Unsterblichkeit, 578-586. Gericht und Bergeltung, 587-590. Strafe der Ewigkeit, 591. Ewige Seligkeit, 592- 601. Trost des Wiedersehns, 602. dusput ban tim- onoomil dari XII. Für besondere Zeiten und Veranlassungen. pisimeto dun is) Jind vid 603— 653. Bei dem Jahreswechſelommer, 616-618. Ernte, 619 603 611. Frühling, 612- 613. 623. Ausfaat, 614-615. Bei einer Mißernte, 624 625. Herbst, 626. Winter, 628. Witterung, 629. Bitte um Regen, 630. Nach dem Regen, 631 634. Dank für erflehten Sonnenschein, 627 635 636. Gewitter, 637 638. Nach dem Gewitter, 639. Am allgemeinen Bettage, 640. Litanei, oder allgemeines Gebet, 641. In allgemeinen Nöthen, 642 643. In Theurung, 644. Nach der Theurung, 645. Krieg, 646-647. Friede, 648-650. Bei Einweihung einer Kirche, 651. Bei der Einführung christlicher Lehrer, 652. Am Gedächtnißtage der Reformation und des Westphälischen Friedens, 653. dice XIII. Für häusliche Andacht und Erbauung, 654-719. TORT - - Morgenlieder für Geburtstage, 668 684. Morgenlieder, 654 665. Kranke, 666 667. Am lieder, 670 674. Abendlieder, 675 Leidende und 669. TischJugend, 685 695. 690, 698. 687. Jüngling, 688. Jungfrau, 689. Häuslicher Umgang, Ehestand, 961 692. Bet Trauungen, 693 Bei einer Taufhandlung, 696, Vor der Reife, 697 Nach der Reise, 699. Dürftigkeit und Mangel, 700. Bei einem großen Verluste, 701. Krankheit, 702 703. Abendmahlslied Genesung, eines Kranken, 704. Fürbitte für Kranke, 705. 706-707. Hohes Alter, 708. Der sterbende Christ, 709-711. Am Sterbebette, 712. Beim Tode eines Kindes, 713. Beim Tode mehrerer Kinder, 714. Waisen, 715. Schullieder, 716. Vor dem Unterrichte, 717-718. Nach dem Unterrichte, 719. 500 toc distbildnfall du tbildnt 1X dad( 52 Werth od dru 8lo mnol ar dord nummed mis) droffis& nism and mediu@ millif muy not to 29 Indisimetox2, dan dia sim cim audis12 mm 8 Werth der Neligion. sed u st bodd maigilsi dnu büle mi fadarop urdu mi dnu mods? midis tiigilstalommid, anur sdo baddite n mgldd[ 80] islomit nion a la Bon and nism tisgéprudall set dnu Mel. Wer nur den lieben Gott 2cl flisnis Oder: iini miss In eigner Melodie. in 1. Religion, von Gott ge geben, sei ewig meinem Her zen werth! Wie dunkel ist der Weg durch's Leben Dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sich'rer Hand den Pilger hin in's Baterland. plays plays 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, gewiß sein, daß er mich auch hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl Dem, der seinen Willen thut! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick zur hellen Einsicht meiner Pflichten, und schreckt vom Böfen mich zurück? Du stärtest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. Alsp sind 4. Du giebst dem Geiste süßen Frieden; erheiterst mild den trüben Sinn; reichst dem Belasteten und Müden den £ sichern Stab der Hoffnung hin. Sn Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 5. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, verkündest mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht! 6. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg in's Todes: thal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! del taip [ 76.] 3. D. Thieß u. Ribbeck. Mel. Wenn meine Sünd. 2. Wenn ich mit Eifer säe den Samen guter That, und Neid und Aberglauben verwüsten meine Saat: wer uns terstüßt mich dann mit Kraft, daß ich nicht unterliege, daß nicht mein Muth erschlafft? 2. Wenn Feinde mich bestürmen; wenn bittrer Spott und Hohn die Uchtung mir zu rauben, mein Glück zu X hem Werth der Religion. 2 hemmen drohn: wer kann als dann mein Beistand sein? Wer kann zum stillen Dulden mir Muth und Kraft verleihn? 3. Wenn Kleidung, mich zu decken, wenn Brod, wenn Obdach fehlt, und wenn, verkannt von Menschen, mich die Verachtung quält: wer lindert dann der Seele Schmerz? Wer tröstet dann im Kummer das sorgenschwere Herz? 14. Und wenn der Tod Ge= liebte mir von der Seite reißt; wenn düstrer Gram und Unmuth die Welt mich fliehen heißt: wer trocknet dann die Thränen ab? Wer reicht dem Tiefgebeugten, daß er nicht finkt, den Stab? aidd 5. Wenn Gattin, Kinder, Freunde am Sterbebette stehn, mit rothgeweintem Auge bin auf zum Himmel flehn: wer giebt alsdann der Seele Licht, des frohen Wiedersehens trostvolle Zuversicht? 6. Wenn einst der letzte Schlummer mich dieser Welt entrückt, und Furcht und banger 3weifel den Geist darnieder drückt: wer hellet mir den dunkeln Pfad? Wer stärkt zum letzten Kampfe mich, wenn der Tod sich naht? 7. Du bist es, Heil der Menschen, du bist's, Religion, die er vom Himmel brachte, der Heiland, Gottes Sohn! Du, du gewährst in Glück und Leid, im Leben und im Tode uns Himmelsseligkeit! [ 95.] Weddigen u. Ribbeck. Mel. Wenn mein Stündlein. 3. Wenn hier in dieser Uebungszeit mein Herz voll Unruh bebet; wenn hier nach reiner Sittlichkeit mein Geist, oft irrend, strebet: so gibt Religion zur Pflicht dem Herzen Muth, dem Geiste Licht; gibt Trost und Seelenruhe. 12. Welch Glück, o Gott! zu dir kann sich mein Geist und Herz erheben, zum frohen Glauben, daß auch ich soll ewig, ewig leben; daß ich zu rein'rer Sittlichkeit, zu immer größ'rer Seligkeit ohn' Ende reifen werde. 3. Die Tugend hofft einst Seligkeit! Der Glaube kann nicht trügen. Im Kampfe mit der Sinnlichkeit kann die Vernunft nun siegen. Ein Blick hin auf die Ewigkeit und, Gott, auf deine Heiligkeit stärkt fie bei ihrem Kampfe. 4. Ja, Vater, meine Besserung, sie wird, sie muß gelingen; gen; ich will nach meiner Heiligung mit Muth und Eifer ringen! Rein wird dann meine Tugend sein; ich werde jedes Laster scheun, gestärkt durch diesen Glauben. 5. Wenn hier der Fromme dulden muß, der sich der Tugend weihet, und wenn der Sün Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Sünder im Genuß des Glücks fich pflichtlos freuet: so schwächt dies meinen Eifer nicht; ich übe standhaft meine Pflicht: Du, Gott, bist einst Vergelter! 6. Und wenn mein Aug' auf Gräber blickt, wo meine Brüder liegen: dann denk' und fühl ich hoch entzückt, daß Grab und Tod nicht siegen; daß über sie der Geist sich TIDA I. Gottes Wesen, Dasein Gottes. Mel. Herzliebster Jesu. 4. Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen! Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen; wer sähe meines stillen Kummers 3ähre, wenn Er nicht wäre? 2. Den Wurm im Staube müßt' ich dann beneiden; verfiegt für mich wär' jeder Quell der Freuden; mir würde jedes Lustgefild auf Erden zur Wüste werden. 3 hebt, und dort in bessern Welten lebt, wo Tugend nicht mehr weinet. Eigenschaften und Werke. rais ferne schon die Seele, die ihr schrecket. Flieht! Nur der finstre, blinde Wahn der Tho ren hat euch geboren. 5. Ich weiß, daß Gott ist; weiß, an wen ich glaube, weß Hauch mein Geist ist, wer den Leib von Staube so herrlich schmückt, mir schenket, was mir nüget, mich täglich schüket. 6. Ich weiß, worauf ich meine Wohlfahrt baue, wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Gott zu gefallen nur will ich mich üben; Gott will ich lieben! impinh 3. Dann würde mich der Durst nach Glück nur quälen, und meine Sehnsucht ihres Ziels verfehlen; dann würde nur der Lüfte wild Getümmel mein Gott, mein Himmel. sie 4. Flieht, lästernde Gedanken! Ihr beflecket von 7. O Glaube, der das Herz erfreut, nichts, nichts soll dich mir rauben! Mich lehrt an Gott und Ewigkeit Religion fest glauben. Dich, Vater, will ich lebenslang für diese Führerin mit Dank, im Tode noch, dich preisen.99 [ 96.] Plato, Dolz u. Köhler. [ 38.] J. A. Cramer. Mel. Wenn mein Stündlein. 5. Es ist ein Gott! fühl es, Herz! Erhebet Euch, Gedanken! Im höchsten Glück, im tiefsten Schmerz soll nie mein Glaube wanken! WoU 2 her Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4 her die Hoffnung, die mich hält in den Verwirrungen der Welt, wenn ich an Gott nicht glaube? adal 2. Bestimmt zur Tugend, leb' ich hier, und sehne mich nach Freuden. Wer stillt die heiße Sehnsucht mir? Wer rettet mich vom Leiden? Wenn sich mein Herz der Tugend weiht: wer knüpft an sie die Seligkeit? Wer reicht mir Siegeskronen? 3. Du bist es, Gott! Du bist und lebft! Gleich Felfen steht mein Glaube. Du lohnst der Tugend, du erhebst sie mächtig aus dem Staube. In deinen Werken, nah' und fern, erkenn' und seh' ich dich, den Herrn, den Schöpfer, den Erhalter. 4. Und sollt' auch Ulles, Alles hier vor meinem Blicke schwinden; doch würd' ich den Beweis in mir von deinem Dafein finden. Ich bin, ich bin! Wie könnt ich sein, wär' ich, o Herr der Welt, nicht dein, nicht dein Geschöpf, o Vater? E 108 6. Drum blick' ich, Herr, mit Zuversicht empor zu deiner Höhe. Du bist und lebst! Ich zweifle nicht, obgleich ich dich nicht sehe. Stets müsse dieser Glaube rein und stets durch Werke thätig sein: bann freu ich dein mich ewig..dre [ 96.] Pfranger u. Reche, d Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. 6. Wie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Lebens. Zu Zeuge deines Lebens. sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht: nichts ist an ihm vergebens! 2. Wohin, wohin mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; mit frohem Staunen sehe ich, wie alle Creaturen sich zu Einem Zweck vereinen. T 3. Eins muß dem Andern mußbar sein, daß alle sich des Daseins freun, und glücklich werden können: und dennoch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich! nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer: so könnte nichts entstehen. Du, Gott, du schufest die Natur, und, Schöpfer, deine Creatur ist alles, was wir sehen. d 5. Der mich aus feiner Quelle tränkt, mich speist von seinem Gute; deß Kraft in meiner Seele denkt, und wallt in meinem Blute, und fühlt und wirkt in Herz und Sinn; durch den ich ward, durch den ich bin,- Gott, du mußt sein und leben! sau als Pusfired 5. Du Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 5 $ 15, Du bist's, der die ge- nennt ihn Gott der Stärke? schaffne Welt in schöner Ord nung stets erhält, mit Weisheit fie regieret; du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unfres Lebens Pfad mit weifer Gnade führet. Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Völker, die er schuf: im Himmel und auf Erden ist keiner seines Gleichen! is no 6. wohl mir, Höchster, daß du bist, und daß dein Werk der Weltkreis ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel! ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergebens streben. nduct 7. Mein Sehnen nach Glückseligkeit, mein Dürsten nach Vollkommenheit wird ficher nun gestillet; wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth er füllet. 8. Drum soll es meine Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben; dann wirst du mir in jeder Noth ein Helfer sein und durch den Tod zu dir mich einst erheben. [ 53.] Diterich. 500 Es ist nur Ein Gott. E Mel. Es wolle Gott uns. 7. Wer ist dir gleich, du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer, und 2. Der Sterne ungezähltes Heer, die hoch am Himmel schweben, die Erd', o Gott, die Luft, das Meer, und die in ihnen leben, wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! Mit welcher Eintracht rufen fie: der Schöpfung Herr und Meister ist Einer! ist Jehova! 012 3. Sinkt in den Staub hin, betet an! Jehova ist der Höchste! Er ist's allein und Keiner kann ihm gleich sein, noch der Nächste! Gott spricht: ich bin allein der werde sein, der ich bin; kein bin, ich ich Underer im Himmel, auf der Erde hat meinen Ruhm und Namen! ud do mis 4. Und ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange: und ewig foll's kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange! Mein ganzes Leben weih' ich dir, mein Gott, auf den ich traue; ich weiß gewiß: einst zeigst du mir, wenn ich dein Untlig schaue, dich mehr in deiner Größe! [ 28.] id Münter. Gottes 6 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Gottes unendliche Voll- kennt und siehet, deß Auge kommenheit und Größe. Größe. nichts entfliehet. In die Vergangenheit zurück schaust du miti sonnenhellem Blick; schaust in die Zukunft; dir verhehle vergebens ich, was meine Seele tief in sich selbst verschlossen denkt. 5. Was dein Befehl, o Gott, gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Nie kann dein weiser Rathschluß fehlen, das Beste stets zu wählen. So oft ich dir auf deiner Bahn von ferne nachſeh', bet' ich an, und fromme Zuversicht im Leiden erfüllt mein Herz mit sanften Freuden und meinen Mund mit Preis und Dank. Mel. Komm, heil'ger Geift. 8. Ausel'ger, deine Herrlichkeit war vor dem Anfang aller Zeit, und wird in Ewigkeit bestehen, wenn Welten untergehen. Mit Wonne sät= tigt sich mein Geist, so oft er deinen Namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, dir danken, Herr, dir Ehre bringen und im Gebet zu dir mich nahn! 2. Du, der da ist, und der da war, dein Nam' ist groß und wunderbar! Wer kann sich bis zu dir erheben, dein Untlitz schau'n und leben? Kein Bild ist, das dir, Schöpfer, gleicht, so weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geist; nur Geifter können dich fühlen und dich Vater nennen, und deiner sich auf immer freun. 3. Du bist's allein, dem nie ein Tod durch alle Ewigkeiten droht. Dir, Lebensurquell, hat dein Leben kein Andrer je gegeben. Du lebst durch dich; dein Leben ist ein Strom, der unversieglich fließt, rings um dich Leben zu verbreiten, und Lebensglück und Seligkeiten von Ewigkeit zu Ewigkeit. 4. Allwissender, das hellste Licht umstrahlt dein göttlich Angesicht; du bist's, der alles S1100 6. höchster Geist, o führe du uns dir, dem Schöpfer, wieder zu, die du nach deinem Bilde schufest, zum Leben sie berufeft. Auch wir sind Geister, danken dir, daß du uns Leben gabst, daß wir die herrlichsten von deinen Gaben, daß wir Verstand und Freiheit haben; dir danken wir's, Allgütiger! [ 51.] Münter und Diterich. Mel. O Gott, du frommer. 9. Anbetungswürdiger, mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein! Laß stets mein Herz vor dir voll Ehrerbietung sein! 2. Du Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 7 kel sieht. 2. Du riefft dem, das nicht unser Blick, was er jetzt dunwar, um tausend Seligkeiten durch aller Wesen Reih'n, rings um dich zu verbreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und deiner Weisheit Ziel ist Segnen und Erfreun. 3. Du sprichst: und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. ahinhin 4. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein endlich Uuge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 65. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, das Leben giebt und nimmt, der unsern Odem schüßet. Was ist, was lebt und webt, das lebt und webt in dir. Willst du, so wird es nichts, doch du bleibst für und für. 6. Seht kennen wir dich, Herr, nur schwach und unvollkommen! Einst aber- Heil uns! wird der Vorhang weggenommen, der deine Herrlichkeit hier unserm Aug' entzieht. Hell sieht dann - - 7. Doch sei auch hier von uns bein hoher Ruhm besungen! Verschmäh' ein Loblied nicht von schwachen Men= schenzungen! Dort soll, wenn wir verklärt in hellerm Licht dich sehn, ein beff'rer Preisgesang dich, Ewiger, erhöhn! [ 71.] Rambach u. Diterich. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 10. Der Herr ist Gott und Keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, fo herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein' Nam' ist groß; unendlich ist und grenzenlos der Herr in ſeiner Größe. 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Eh' Berg und Thal, und Land und Meer, eh' noch der Himmel war, war er; er ist und lebet ewig. det n 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, ihn, der sie all' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. miall 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns; fennet, was 8 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. was er schafft, der Wesen Welten mehr, als des Sanganze Kette. Bei ihm ist des? Allgütiger! Gott, unser Weisheit und Verstand, und Herr, wie würdig bist du unKraft und Stärke; seine Hand sers Ruhms! di mu kanis regieret Erd' und Himmel. 5. Er ist uns nah ist nie mals fern weiß unser Aller Wege Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in unsers Herzens Tiefen. 2. Und in diesem Heiligthume darf, Herr, bestimmt zu deinem Ruhme, auch ich mich deiner Größe freun; darf auch vor dein Untlik treten, dich, Weltenschöpfer, anzubeten, und deines Namens Herold sein. Wie vieler Himmel Pracht verkündigt deine Macht! Doch, o Schöpfer, der du sie wölbst, dich fassen selbst die Himmel aller Himmel nicht. 6. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der dei nen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein; hast Freuden, Gott, die Fülle. sure 37. Dir nur gebühret Lob und Dank, Unbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr, alle feine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? [ 22.] 3. A. Cramer. 10 Mel. Wachet auf, ruft uns. 11. Gott! wer ist dir zu vergleichen? Wer zählt in deinen weiten Reichen die Schaaren, die sich deiner freun? Sonnen über Sonnen geben zahllosen Welten Glanz und Leben; sie alle schufst du, du allein! Wer nennt ihr mächtig Heer? Sind nicht der 3. Wer bin ich, ich Staub der Erde, daß ich von dir gewürdigt werde, dich anzuschaun in deiner Pracht? Diesen milden Glanz des Lichtes, den Schatten deines Angesichtes, für mich auch schuf ihn deine Macht. Auch mir verherrlicht er von tausend Sternen her deine Größe. D wer bin ich, daß du auch mich mit deinem Lichte überströmst? on làng 4. Schwinge dich empor und singe; bis über alle Himmel dringe zu Gott, o Seele, dein Gesang! Seine Huld und Gnade gehen viel höher als der Sterne Höhen; fleug höher denn auch du, mein Dank! Barmherzig schauet er auf alle Seelen her, die ihn fürchten. Er sorgt für sie und läßt fie 09 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. fie nie umsonst zu ihm nach zücket, nur Schimmer seiner Hülfe flehn. be sid Macht. diald md balldog 5. Hab' ich's nicht von ihm vernommen? Ist nicht ein Wort zu mir gekommen, das selbst sein Mund geredet hat? » Berg und Hügel können zittern; doch nichts kann meine Huld erschüttern, sei gleich oft wunderbar mein Rath.« So sprach er liebevoll! Wer preist ihn, wie er soll? Ja die Gnade, die er verheißt jauchz', o mein Geist! ift höher als die Himmel sind.d [ 88.] 3. A. Cramer. Mel. Aus meines Herzens Gr. 12. Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranfen, ist unaussprechlich groß; er ist der höchste Geist; er will verherrlicht werden von Menschen hier auf Erden, wie ihn der Engel preift, ad ud 2. Rein Sinn kann ihn erreichen; kein Mensch, kein Engel ist dem Höchsten zu vergleichen, den kein Gedank' ermißt. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu feines Namens Preise mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne dein Strahlenantlit glühn; glänzt, Sonnen gleich, ihr Sterne: was seid ihr ge: gen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht, womit der Herr euch schmücket, womit ihr uns ent4. Von ihm strömt alles Leben; er ist der reinste Geist; hat alle Kraft gegeben dem Engel, der ihn preist. Der Welten ganzes Heer und zahlenlose Menge singt freudig Lobgesänge zu seines Namens Ehr'. nied instant 5. Stimm' in der Engel Chöre, du, meine Seele, auch! Sei voll von seiner Ehre, du, seines Athems Hauch! Dieß, dieß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf! nd au mie 6. Im Geifte bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an! Lieb' ich des Herrn Befeble, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblichkeit und Se ligkeit und Leben; das Alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht. [ 8.] id 3. A. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 13. Singt unserm Gott ein frohes Lied! Er ist's und Keiner mehr; groß, unaussprechlich groß ist er, der WeltFreis sein Gebiet.is o 2. Groß ist der Herr! Er will und spricht's: da steht voll Herrlichkeit der Welten Heer; und er gebeut: so fal len sie in Nichts. 191197 3. Er überschaut, was ist und war, in Himmel, Erd' und 10 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. und Meer; und seiner Werke zahllos Heer bleibt vor ihm offenbar.gi 4. Wer faffet deiner Wunder Pracht, die da sind, wenn du rufft? Ein jeder Staub, den du erschufft, verkündigt deine Macht. spol 5. Hell strahlet aus dem kleinsten Halm, Gott, deine Weisheit her; und Au' und Hügel, Luft und Meer sind deiner Ehre Pfalm. 6. Frohlockend preiset dich das Land, das deine Milde tränkt; und Korn und Wein und Freud' empfängt der Mensch aus deiner Hand. 7. Gerechtigkeit und Wahrheit ist die Beste deines Throns, Preis dir, der auch des Erdensohns, des Men schen, nie vergißt! 8. Du fenneft mich, du bist mir nah im Abgrund, in der Höh'; wohin ich flieh', wohin ich geh', bist du doch immer da. Hoje 9. Du bist um mich, vernimmst mein Flehn, schaffst meiner Seele Ruh'; siebst, wenn ich fehl' und Gutes thu', und eilst, mir beizustehn. is 10. Du wogst mir deine Gaben dar, schriebst auf dein Buch auch mich und meiner Tage Zahl, da ich noch unbereitet war. 11. Dir dank' ich alles, nichts ist mein, das dir nicht angehört. Herr, deine Huld, die ewig währt, soll stets mein Loblied sein! [ 56.] Gellert u. C. F. Neander. Ewigkeit und Unverän-= derlichkeit. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 14. Erhaben über Welt und Zeit lebst du, Gott, ohne Schranken von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mir schwinden die Gedanken. Mein Geist er staunt und sinnet nach, er denkt und forscht, und ist zu schwach, dein ew'ges Sein zu faffen. msm and bik 2. Noch hatte keine Sonn' ihr Licht durch unsre Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Trocknes, und kein Meer floß an der Berge Gründen her; du aber warft schon ewig. 3. Nicht eine Stunde ist's vor dir vom Anfang bis zum Ende. Nur Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 4. Ja, ewig bist du, du stirbst nie, bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur sichern Zuflucht wähle. Herr, deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Heil mir, wenn ich dir traue! 5. Ja, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 11 5. Ja, wohl mir, wenn ich d 4. Immer, Gott, mißfallen eifrig hier nach ew'gen Gü- dir Alle, welche Unrecht üben, tern strebe, und dir, Unendlicher, nur dir zum Wohlgefallen lebe: dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Frommen ewig Theil, und jauchze dir ohn' Ende. und nur die gefallen dir, die das Gute eifrig üben. Laß darin uns schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 6. Olehre mich hier in der Zeit, die du mir noch wirst schenken, der seligen Unsterblichkeit mit allem Ernst geden ken! Sie sei mein Trost, mein stärke mit Kraft und Muth, schon hier gerecht zu leben! b [ 22.] Münter. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 15. Gott, du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, wie du gewesen! Laß dieß meinen Seift beleben, ehr furchtsvoll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wisfen! Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zur Richtschnur wählen! 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bist du gleichgesinnt: was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlge fallen! siid you the s ទាំង ២ 5. Deine Worte trügen nicht; du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue, laß, Herr, deinen Geist mich treiben, dir auch stets getreu zu bleiben! dst 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe; wohl mir! wenn ich auch mit Lust mich in guten Werken übe, daß es niemals meiner Seele, Herr, an wahren Freuden fehle. add im 7. Erd' und Himmel wird vergehn, alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide; ewig bist du meine Freude. im 8. Laß mir deine Ewigkeit, Herr des Himmels und der Erden, für die ganze Lebenszeit immer neuen Untrieb werden, dich zu lieben, die zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen. [ 54] Größsch und Diterich. Mel. Da Jesus an dem Kr. 16. Gott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, in's Dasein riefft, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 12 320 riefft, um deine Macht und Huld zu offenbaren. si 2.Du wirst auch bleiben, wie du bist, wenn dieser Erdkreis nicht mehr ist, und längst schon jene Kronen, die du im Himmel aufbewahrst, den Ueberwinder lohnen. in 33. Ja, du bist unveränderlich, und so wird auch die Wahrheit fich unwandelbar erhalten, wenn auch die Wel: ten, die du schufft, wie ein Gewand veralten, sie 4. Bersinkt, ihr Berge, stürzt in's Thal! Fallt hin, und macht durch euren Fall die Erde weit erzittern! Bater, deinen Bund mit mir kann ewig nichts er schüttern. du di I 65. Was zaget denn mein Herz in mir? Warum beklag' ich's, daß ich hier kein dauernd But genieße, und daß voll Müh' und Unbestand dieß Le ben mir entfließe? mid 6. Mag doch die ganze Welt vergehn; mag keine Lust der Welt bestehn: ich weiß, an wen ich glaube. Ein Herz, b Gott, das dir sich weiht, wird nie dem Gram zum Raube. und bis 7. Nur Menschengunst verändert sich; doch du liebst unveränderlich, und willst mich ewig lieben. Des Frommen Name steht im Buch der Seligen geschrieben. din sid i8. Mein Geist entschwingt sich hoch erfreut dem eitlen Wechsel dieser Zeit, und schaut in's beff're Leben. O wohl ihm! Dort wirst du, o Gott, ein dauernd Glück ihm geben. 9. So schwinde denn die Welt vor mir! Unwandelbarer Gott, bei dir sind dauerhafte Freuden. Du giebst fie Dem, der treu dir war. Wer mag von dir sich scheiden! bil [ 14.] 0 mm Münter. him show escad Mel. Allmacht. tim Mir nach, spricht Christus. 17. Herr, deine Ullmacht reicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Nichts ist so groß und nichts so schwer, das dir, zu thun, nicht möglich wär'.d u mom 2. Du sprichst: und deiner Worte Macht durchdringt der Schöpfung Räume; dir glänzt die helle Sternennacht, dir grünen Feld und Bäume. Wenn du gebeutst: so stehet da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet; es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret; noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Der Ehrfurcht Staunen wirft vor dir tief in den Staub Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 13 wird sein Himmel schön. Staub mich nieder; doch, und ruft den Winden: schnell Mächt'ger, du bist Bater mir! Dieß, dieß erhebt mich wie: der. Ich freue deiner Größe mich, du starker Gott, und preise dich.onsimone 5. D schenke mir die Zuversicht, nur deiner Macht zu trauen, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn wir auf dich nur bauen; auf dich und deines Urmes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. dd [ 62.] Rambach. 3. Wer, wer gebeut den Wellen: hierher! nicht weiter! Legt euch hie! Wer schafft in Felsen Quellen? Sie rieseln und versiegen nie. Wer füllt auch Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann? Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren, und Segen zu verleihn? Mel. Nun lob', mein' Seel'. 18. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That; den Gütigen, den Weisen, der Keinen, der ihm gleich sei, hat! Der Herr thut große Werke. Wer hindert seine Kraft? wer seines Armes Stärke, die nur, was gut ist, schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will: und Sonnen flammen. Auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern: das Meer wird ungestüm; des Himmels Säulen zittern; die Erde bebt vor ihm. Er will: und Blige zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht, manie 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. auch wir erfreun uns ihrer! Ihr Lob sei unsre Pflicht! D Vater, o Regierer, wen hält, wen schützt sie nicht! Du lebst, du wirkst in 2llen. Dir, dir vertrauen wir! Wir stehn, wenn Welten fallen, gehalten, Herr, von dir. dal [ 68.] 3. A. Cramer. Mel. Es ist das Heil uns k. 19. Wie groß, o Gott, ist deine Macht! Du, Herr, durch den wir leben, wie viel hast du hervorgebracht, wie viel auch uns gegeben! Wer überschaut das Sternenheer? Wer zählt die Welten weit umber? Wer zählt die Wesen alle? 2. Herr, der du Erd' und Himmel füllst, dein Allmachtsruf: es werde! bewirkt im 14 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. im Himmel, was du willst, leber! Du giebst, was niebewirkt es auf der Erde. Zu mand geben kann, unendhoch ist nichts für deine Kraft. lich reicher Geber! In jeder Was ist, ist dein, und Al- Sorge, jeder Noth, in jeder les schafft dein unerforschter Angst und selbst im Tod ist Wille. Susten till deine Kraft mir nahe. 13. Du winkst der Welt und sie ist schnell auf deinen Wink entstanden. Du rufft das Licht, und es wird hell, und Wesen sind vorhanden, und Alles, was dein Hauch belebt, empfindet, freuet sich und strebt, zu wirken, zu genießen. 4. Rein endlicher Verstand ermißt die Größe deiner Werke. Was über mir und um mich ist, verkündet deine Stärke; und überall ist Trieb und Drang nach Ordnung und Zusammenhang, und Alles fest verkettet. güchte 5. Und nie ermüdet deine Hand! Du ordnest Erd' und Meere, den ungezählten Ufer fand, und aller Sonnen Heere. Du, Quell des Lebens und des Lichts, Herr, ohne dich ist alles nichts; nur du regierest Alles! 6. O du, vor dessen Angesicht viel tausend Sonnen prangen, mit welcher festen Zuversicht sollt' ich an dir nicht hangen! Mit welchem Ernst die Sünde scheun! Mit welchem Eifer thätig sein, nach deiner Huld zu ringen! 7. Ich bete dich mit Ehr: furcht an, allmächtiger Be8. Herr, deine Macht ist außer mir und in mir zu bemerken. Drum weiht sich meine Seele dir; du, du nur kannst sie stärken; und einst, gestärkt, o Herr, durch dich, wird sie in kühnem Schwunge sich zur Herrlichkeit erheben. [ 22.] [ 50] Allwissenheit und Allgegenwart. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 20. Der Herr ist in den Höhen, und in den Tiefen ist der Herr; wo Menschen zu ihm flehen, und wo ihn Engel schaun, ist er; ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah; ist, frei von allen Schranken, in jedem Raume da. Er faßt mit starken Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Er theilt von seinem Throne bald Freuden aus, bald Gram und Schmerz; gibt Fürsten ihre Krone, und lenkt, den Bächen gleich, ihr Herz. Mag doch aus eignem Willen der Frevler Böses thun, um seine Lust zu stillen; Gott spricht und er muß ruhn! Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 15 ruhn! Mag er die Welt er- Quelle, irrest nicht, und wirft schüttern und dem Verderben und kannst nicht irren; kein weihn: Gott spricht: und er Blendwerk, keine Täuschung muß zittern; Gott wird sein kann dich, Herr, wie uns, verRichter sein. wirren. 3. Ohn' alle Schranken schauet fein alldurchforschend Aug' umber; und, wer nur ihm vertrauet, den schützet, den verforget er. Er hört das Schrei'n der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er ist's, der, auch verborgen, uns nah ist, uns bewacht. 3. Wie sehr täuscht sich des Sünders Herz! Glaubt er, wenn ihn Gewissensschmerz und Furcht und Unruh' quälen, er könne dir sein Innerstes und seine Schuld verhehlen? QUE 4. Verhüllt uns gleich die Finsterniß, du, Gott, siehst uns, und weißt gewiß, was Undre nie entdecken; siehst auch der Frommen edlen Kampf, wie ihrer Tugend Flecken. 5. Wandl' ich vor dir der Tugend Pfad: so kennst du jede gute That; du kennest meine Sorgen, mein Ungstgefühl in Noth und Schmerz; nichts ist dir, Herr, verborgen. 6. welch ein Trost, daß du mich siehst, we ich auch sei, und nah mir bist zu meinem Schutz und Glücke. Heil mir!-- ich wandle meine Bahn, bewacht von deinem Blicke. [ 14.] Grot. Mel. Liebster Jefu, wir sind. 22. Gott, du kennst von Ewigkeit die Bewohner deiner Erde; siehst, ob ich die Uebungszeit dir zum Preise nügen werde; meine Thaten, meine Sorgen sind, o Herr, dir unverborgen. 2. Deine 4. Ja, er ist nahe Denen, die willig thun, was er gebot; er zählet ihre Thränen, kennt die Gefahr, die sie bedroht. Wohl mir! mir ist zur Rechten, zur Linken mir ist Gott; in meines Rummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo keinen Freund ich habe, wo nichts mehr hilft, ist Gott; im Sturm, im Tod, im Grabe, und überall ist Gott! [ 68.] 3. A. Cramer. Mel. Da Jesus an dem Kreuze. 21. Gott, dir ist alles of fenbar, was ist, was sein wird, und einst war, in aller Welten Zeiten; mit deinem grenzen losen Blick durchschaust du Ewigkeiten. 2. Dir glänzet stets der Wahrheit Licht; du, ihre 16 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 2. Deine Gegenwart er: Thun und alle meine Sorgen! füllt jede Tief' und jede Höhe; Was meine Seele denkt, war selbst die Finsterniß verhüllt dir bereits bekannt, eh' der nie vor dir, was ich nicht sehe. Gedanke noch in meiner Seel' Meiner Seele stilles Sehnen entstand. mist atbil hörst du, zählest meine Thrä- 2. Nie spricht mein Mund nen.idusland in ein Wort, das du, o Herr, 3. Alles überschauest du, merkst und siehst, worauf ich sinne, was ich wünsche, was ich thu', was ich thun will und beginne; wo ich bin, an allen Enden bin ich, Gott, in deinen Händen. infrin nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seb' ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 4. Uch, umsonst verhüllt ich dir mich mit allen Finster: nissen; gegenwärtig bleibst du mir überall, auch im Gewis sen; und vor dieses Zeugen Schrecken kann mich keine Nacht bedecken.dpus 5. Hören will ich deinen Ruf, nicht verkehrte Wege ge hen. Du, der Ohr und Auge schuf, würdest meine Thorheit sehen und zur Rechenschaft mich ziehen! Richter, wer kann dir entfliehen! de 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf: ſo bist du, Höchster, da. Führ' ich zur Tief' hinab: auch dort bist du mir nah'. diges 4. Und nähm' ich, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen: selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen; auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall und dein ist jedes Land.i 6. Ueberall vertrau' ich dir! Daß ich, was ich bitt', empfabe, hoff' ich; denn du bist bei mir, bist in jeder Noth mir nahe; hältst mich aufrecht, wenn ich wanke! Welch' ein 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen: so sucht' ich doch umsonst auch da dir zu entflie da dir zu entfliehen! Die dickste Finsterniß ist vor dir tröftender Gedanke! helles Licht: die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deinem Ungesicht. O [ 54.] Mudre. Mel. Gott, du frommer G. 23. Herr, du erforschest mich; dir bin ich unverbor: gen; du kennst mein ganzes snis S 6. Du wähltest schon mein Loos, eh' ich mich selber kannte; du bildetest mein Herz, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 17 Herz, eh' es dich, Schöpfer, 3. Wenn ich in stiller Einnannte. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. bund samkeit der Herzensandacht lebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bei, daß ich, Herr, deinem Rufe treu, der Tugend Pfade wandlersild lud Bou 7. Wie herrlich sind vor mir des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, sind ohne Maaß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. To 8. Erforschen lehr' mich, Gott, und prüfen, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu sein mir scheine. Und wenn mein Fuß vielleicht sich einem Frrweg naht: so leite mich zurück auf ebnen, bessern Pfad! og [ 71.] 3. A. Cramer. Mel. Es ist gewißlich an der. 24. Nie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schützet mich auf allen meinen Wegen. 2. Mein Denken, Wollen kennest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Blick entfliehn und nichts mich deiner Macht entziehn im Himmel und auf Erden. # 91 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und blieb auch eine böse That vor aller Welt verbeblet: du sah'st sie doch, und dein Gericht zieht aus dem Dunkel sie an's Licht und straft geheimen Frevel. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Troft mein Herz, und seine Klagen schweigen. 6. O drück, Allgegenwär tiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', die Sünde flieh' und willig sei, dir, meinem Herrn, zu leben! 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich han= deln; und stärke mich durch deine Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott, ftets um mich feist, laß diese B Wahr Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 18 Wahrheit meinen Geist zu allem Guten stärken. [ 23.] Sturm u. Bruhn. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 25. 3u Gott, o Seele, schwing dich auf und werde Dank und Wonne! Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der hohen Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, und allen Wesen Freude schenkt, Gott ist allgegen wärtig. 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit der Geist zu Gott er hebet, und, voll von hoher Seligkeit, in heil'ger Undacht schwebet: dann sieht fein milder Vaterblick mit Wohlge: fallen unser Glück; Gott ist allgegenwärtig. 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vorfaß fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jebes Laster basse: so stärkt mich Schwachen seine Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 4. Wenn er mir heitre Tage giebt und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden: so zag ich nicht; er ist auch da mit seiner Hülf und Güte nah'; Gott ist allgegenwärtig. 5. Und wenn mein Auge sterbend bricht; wenn jeder Sim mir schwindet; wenn selbst des Freundes Tröstung nicht das bange Herz empfindet und nicht mehr liebend schlagen kann: o bester Vater, dann, auch dann bist du mir gegenwärtig 6. Dann führet mich der Tod hinauf zu deines Him: mels Freuden, und ich beginn' den neuen Lauf, nun ewig frei von Leiden; dann seh' ich dich, der alles lenkt, der hier mir Trost, dort Wonne schenkt, mir immer gegenwärtig. [ 22.] Frau v. d. Recke. Weisheit. Mel. Aus meines Herzens Gr. 26. Ich, den du schufft, ich preise dich, Herr; du bist allein von Ewigkeit höchst weise und wirst es ewig sein. Laß immer meinen Geist in allen deinen Werken auf deine Weisheit merken, die auch der Engel preist. 2. Wohin mein Auge blicket, ist Ordnung, Kunst und Pracht; und jeden Sinn entzücket, Herr, deine weiſe Macht. Sie schaffet, fie erhält, zum Segnen und Ergötzen, nach herrlichen Gesetzen, den Bau der großen Welt. 3. Du schufst das Heer der Sterne, und gabst der Sonne Kraft, daß sie aus hoher Ferne uns Licht und Leben schafft. Es unterstützt fie Nichts; in ungemess'nen Weiten Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 19 ten ihr Wohlthun zu verbrei- überall? Wer macht die ten, bleibt sie der Quell des Feuerschlünde; legt in der Lichts. Tiefe Gründe die Steine, das Metall? 4. Wer hält im Gleichge: wichte so vieler Körper Kraft? Wer füllt die Welt mit Lichte? Du, du, der Alles schafft! Du thust's; du sorgst, daß sie einander nie erreichen, aus ihrer Bahn nie weichen, aus ihren Kreisen nie. 9. Herr, deine Weisheit schmücket, bereitet und erhält, und segnet und beglücket die lebenvolle Welt. Šie rühme mein Gesang! Ich finge dir und preise dich, Gott; denn du bist weise. O bringt ihm Alle Dank! [ 8.] 5. Wer rief, uns zu umgeben, der Luft, die alles trägt? Durch sie hat Alles Leben, wird Alles stets bewegt. Da sammeln Dünste sich und werden Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier' und mich. 6. Du hast sie so bereitet, daß sie den Blit gebiert; daß fie den Bind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, den leichten Vogel hebt, der Wolken Lasten träget, sich unsichtbar beweget, der Lunge Kraft belebt. 7. Wer gründete die Erde auf unsichtbarem Grund; hob, daß sie fruchtbar werde, sie aus der Wasser Schlund; goß Ströme aus; wer bricht die Wasser, wenn sie schwellen, spricht zu des Meeres Wellen: bis hierber, weiter nicht? 8. Wer schafft das Laub der Wälder? Wer ruft das Gras hervor? befruchtet unsre Felder, thürmt Berge hoch empor? Wer schmückt sie 3. A. Cramer. Mel. Religion, von Gott gegeben. 27. Schöpfer, jedes deiner Werke macht deiner Größe Ruhm bekannt, verkündigt deine Macht und Stärke, verfündigt Weisheit und Verstand. Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen ungemeßne Zahl! 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist denn du wählest stets das Beste ein Spiegel deis ner weisen Macht. Wie mannigfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut! - 3. Was du nach ihrem Rath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Wink geordnet hat. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Oft ist uns, Herr, dein Rath verborgen, und bleibt B2 doch 20 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. doch immer wunderbar; der 2. Wer kennt den Plan, Ausgang deiner weisen Sor gen macht hell, was unbe greiflich war. Was du beschließest, das besteht; und was dir mißfällt, das vergeht. 5. Der Mensch, begabt mit freiem Willen, muß doch, wie frei er immer wählt, gehorsam deinen Rath erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. Du machst zu Schanden Tück' und List, und zeigst, daß du allweise bist. nach dem du schufft? Wer kann ihn je verstehen? Wer kann, was du in's Dasein rufft, im Ganzen übersehen? Und wer erforscht der Kräfte Gang? Wer sieht sie im 3ueindruc sammenhang? 6. Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich das Gute nicht; doch, daß sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht; deckst du mir Trug und Täuschung auf: so wandl' ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir! ich lebe nicht vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Seligkeit. [ 76.] Rambach u. Cramer. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 28. Wer kann, o Gott, wie groß du bist, hier jemals ganz empfinden? und wer, was deine Weisheit ist, durch denken und ergründen? Wem wird sie je enthüllet sein? Wer dringt in ihre Tiefen ein? 3. Ich blicke still zu dir hinauf; nur du, du bist allweise; bestimmst den Sternen ihren Lauf und ihrer Bahnen Kreise. Auch unsern Erdball leitest du und wägst ihm Schmuck und Segen zu. 4. Wohin mein forschend Auge sieht, in Thieren, Steinen, Pflanzen, fügt Alles, Alles, Glied an Glied, sich wundervoll zum Ganzen. Hier zielt Verlust und dort Gewinn auf's Beste deines Reiches hin. 5. Bei aller Mannigfaltigkeit in deiner Hände Werken lehrt dennoch Ordnung, weit und breit, mich deine Weisheit merken. Bei allem Wechsel in der Welt bist du der Gott, der sie erhält. 6. Selbst was die freie Seele denkt, hast du vorher= gesehen; durch dich wird jeder Plan gelenkt; nichts kann dir widerstehen. Gerecht und heilig führest du den Menschen seinem Ziele zu. 7. Dir will ich stets mit 3uversicht mein Schicksal überlassen. Du weißt allein, was mir 21 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. mir gebricht; brum will ich der Augenblick, wo er muß Hoffnung fassen, auch wenn fich mir auf dunkler Bahn Gefahr und Schmerz und Elend nahn. [ 62.] i angstvoll beben. Dein heiliges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt ihm nun nach seinen Thaten. d 5. Gerechter Gott, dies warne mich, wenn mich die Sünde locket, eh' meine Seele forglos sich verschlimmert und verstocket! Der Tugend Würde gebe mir stets Trieb und Kraft, o Vater, dir mit Ehrfurcht zu gehorchen! Grot. * H Heiligkeit und Gerechtigkeit. sust noch in tuo Mel. Allein Gott in der Höh'. 29. Du bist, o Gott, ge recht; du gibst uns heilige Gefeße, und willst, weil du das Gute liebst, daß Reiner fie verletze. Dein Wort und die Vernunft erklärt uns dei nes Willens hohen Werth. Sei, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehist, machst du uns leicht durch Antrieb und Vermögen. Wer nicht von deiner Vorschrift weicht, hat hier schon großen Segen; er ist sich keiner Schuld be: wußt, und Friede wohnt in seiner Brust, die Ruhe des Gewissens. 3. Du bist der Frommen Zuversicht, du wirst gerecht vergelten; wer dir gehorcht, den täuschet nicht die Hoff nung beff'rer Welten; groß wird für ihn vor deinem Thron der hier verkannten Tugend Lohn, reich seine Ernte werden. 4. Oft scheint der Sünder hier im Glück in stolzer Ruh' zu leben; doch bald erscheint [ 5.] 3. A. Cramer. Mel. Es ist gewißlich an der. 30. Gerechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst vor Aller Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. Dieß lehre mich die Sünde scheun, gerecht und fromm und heilig sein, damit ich dir gefalle. 2. Du siehst von deinem hohen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest Jedem seinen Lohn, dem Frommen, wie dem Sünder. Dich täuschet nicht des Heuchlers Schein; du prüfft und siehst in's Herz hinein, gerechter, weiser Richter. 3. Viel Gutes und Barm: herzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, worin die Sünder kommen, und zeigest so vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Doch 22 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4. Doch Dem, der nicht schäße. Wer davon weicht, das Böse scheut, dem freveln- der weicht zugleich von seinem den Verbrecher, der dein Ge- Glück: in deinem Reich ist seg und Recht entweiht, bist nur der Fromme glücklich. du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn, oft schon in diesem Leben. mmbs di saat 5. Bleibt hier auch Böses ungestraft und Gutes unbe lohnet: einst kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; dann, Heil'ger, stellst du dein Gericht vor aller Welt ins hellste Licht; dann triumphirt der Fromme. Rulle om 6. Laß mich, gerechter Gott, gleich dir, das Gute eifrig lieben! Erwecke selbst die Kraft in mir, es freudig auszuüben, und regt in mir die Sünde sich: so müsse der Gedank' an dich und dein Gericht mich warnen! ( b) [ 23.] Rambach. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 31. Gott, du bist heilig und gerecht in allen dei nen Wegen. Du frönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch willst du unsre Frömmigkeit, weil sie nur zur Zufriedenheit und ew'gem Glück uns leitet. 2. Drum willst du, daß in deiner Welt ein Feder die Gesetze, die deine Weisheit festgestellt, verere stets und 60 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läsfest, fürchten wir dich nicht, uns hier schon Zeugen werden, daß du auf unsre Thaten siehst und ein gerechter Richter bist, zur Ahndung alles Bösen. 4. Es flagt uns das Ge wissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben; da flieht die Rub' aus unsrer Brust, und auf die schnöde Sündenluft folgt eine bittre Reue. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für seine bösen Thaten, und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Ungst und Noth gerathen; hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut: ſo fühlt er ihre Leiden. 6. Doch bloß zu ihrer Bef= serung strafft du, o Gott, die Sünder, und züchtigst nur zur Heiligung hier deine schwachen Kinder. Wohl Dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet.onu 7. Web' aber Dem, der in der Zeit nicht deine Wahrheit höret, dein ernstes Straf gericht nicht scheut, und nicht zu 23 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. zu dir sich kehret! Wie schreck beharrt in seinen Sünden, lich ist dereinst sein Theil, kann vor dir nicht Gnade wenn du den Frommen volles finden. Binnustadig duit Heil in jener Welt wirst geben! 4. O so laß uns nicht ver18. Herr, dies bezeugt dein wahres Wort: du kannst umsonst nicht dräuen. O hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unser dich erbarmend an, und leit' uns auf der Tugend Bahn, daß Jeder selig werde.. gros scherzen, was du uns haft zugedacht! Schaff' in uns stets reine Herzen! Tödt' in uns der Sünden Macht! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. [ 22.] us Heeren. Mel. Freu dich sehr o meine. 32. Gott vor dessen Un gesichte nur ein reiner Wan: del gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, heilig und gerecht bist du, und uns allen rufst du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde. 5.10 Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu beinem Himmelreich wirst du, Herr, nur Die erheben, die im Glauben heilig leben. Di [ 26.] Chr. 3immermann. Mel. O Gott, du frommer. 33. Preis dir, dem Heiligen! O lehr' uns dir gefallen durch Aehnlichkeit mit dir! Du schenktest ja uns Allen Erkenntniß deines Rechts; schenk uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig sein und fromm und gut wie du. ad 2. Wer schützet so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eignes Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer beugt des Sünders Trot? Wer gibt der Tugend Ruh', auch wenn sie kämpfen muß? Du thuft's, Vergelter, du! 3. Wer 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets voll: kommne Werke, mi thomper 3. Heilig sollen deine Kin der, ähnlich deinem Bilde sein. Herr, vor dir besteht kein Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Huld und Gnade freun; wer Gl 24 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. heit glückt, die ihn nur fester noch zu seinem Fall verstrickt. 3. Wer seinem Schöpfer trogt, ertroßt sich sein Verderben. Sei er auch noch so stolz: bald wird er dennoch sterben. Wer kennt die Stätte dann, da sonst der Frevler stand? Hinweggenommen hat ihn Gottes Richterhand. fe 4. 3. Wer fromm ift, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe, gibt Zeugniß ihm sein Herz, daß er, was Recht ist, thue. Froh ist im Unglück selbst, wer innern Frieden hat; durch ihn belohnest du, Gott, jede gute That. add 4. Wer von der Frömmigkeit, von dir, Gerechter, weichet, umsonst flöb' er vor Ihr, die ihr Gott verdir; denn dein Gericht erreichet ehrt, o traut nur seiner Liebe! ihn dennoch; es verfolgt, wo Er sorgt für euer Wohl. It's kein Verfolger ist, ihn selbst um euch her auch trübe: hofft! sein eignes Herz, durch das Eure Tugend strahlt, der hodu Richter bist.hen Sonne gleich, einst durch 5. laß mich, Heiliger, die Wolken hin; erst aber die Sünde stets verachten! prüft er euch. Laß auf der Tugend Ruf, auf dein Gebot mich achten! Unsträflich sei mein Sinn, mein Herz und Wandel rein: dann werd' ich ähnlich dir, werth deiner Gnade sein! [ 71.] 3. A. Cramer. Mel. O Gott, du frommer. 34. Wenn sich der Frevler bläht und Tugendhafte leiden: soll dennoch nie mein Herz des Thoren Glück benei den; wie glänzend es auch sei, oft welkt im Augenblick, wie leicht verborrend Gras, dies unverdiente Glück. 5. Wann sah wohl je ein Mensch den Frommen ganz verlassen? Ihn konnte nur die Welt, doch nie sein Vater hassen. Und leidet er auch viel: wie lange währt sein Leid? Bald stehet er vor Gott in voller Herrlichkeit. 6. Christen, übet nur, selbst leidend, edle Werke! Seid muthig, wanket nicht, der Herr ist eure Stärke! Das Elend, das euch drückt, das Uebel, das euch droht, verwandelt er in Heil. O Christen, hofft auf Gott! 2. Nicht immer wird der Herr dem stolzen Frevler schweigen. Er kommt, der Heil'ge kommt, als Richter fich zu zeigen. Wähnt nicht, daß ungestraft ihm seine Bos: 7. Ein Richter naht sich einst, in Macht und Huld gekleidet. Dann bebt, wer Ünrecht thut; dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn; Gefahr und Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 25 dnu und Elend fliehn! Der Herr und wankst! Er wird deine ist Gott und hilft; ihr From: Leiden wenden, daß du ihm men, hofft auf ihn! noch freudig dankft. Seiner [ 71.] maler Gnaden Bund allein müsse deine Stärke sein! Halte nur mit festem Muthe dich zu Gott, dem höchsten Gute. 3. A. Cramer. Wahrhaftigkeit und Treue. g Mel. Freu' dich sehr, o meine. 35. Treu ist Gott! Das nehmt zu Herzen, Menschen, die ihr jammernd klagt! Hört in allen euren Schmerzen, was sein heilig Wort euch fagt! Er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübsal Last euch leicht; macht das Ende bittrer Leiden euch zum Anfang ew'ger Freuden. 2. Laß mir an der Gnade g'nügen, die du, Herr, mir Schwachen schenkst! Nimmermehr werd' ich erliegen, da du gnädig mein gedenkst. Du, der meine Thränen zählt, haft auch schon die Zeit erwählt, da du meine Klagen stillest und mein Herz mit Troft erfülleft. 3.» Heben will ich dich und tragen, spricht der Herr wenn schwach du bist.« Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergist. Die Verheißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt; nie versäumt auf Die zu schauen, die ihm kindlich sich vertrauen. 4. Nun so ruh' in seinen Händen, Seele, die du klagst - 5. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Gott, meine Zuversicht! Mögen doch Verzagte weichen: mein Vertrauen weiche nicht! Gott der Treue, ich bin dein; du wirst mein Erretter sein; wirft mir, wenn mich Leiden kränken, deines Trostes Labsal schenken. [ 26.] 20 Mudre. Mel. Gott des Himmels und d. 36. Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Hügel! Felfen, wankt und stürzet ein! Gottes Treue hat dieß Siegel: sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn: Gottes Gnade muß bestehn! 2. Gott hat mir ein Wort gesprochen, einen Bund mit mir gemacht; der wird nimmermehr gebrochen: was er spricht, das wird vollbracht. Erd' und Himmel mag vergehn: was Gott sagt, das muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig und getreu. 4. Scheint Idis-.vinu 922$ iQ 26 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4. Scheint er oft mein nicht her, strömt aus ihrem Flamzu achten, und verbirgt sein menmeer Leben uns und Licht Angesicht, läßt mich rufen, und Wonne. Wie erquickt ihr läßt mich schmachten: so ver milder Schein! Gott, wie gißt er mein doch nicht; denn herrlich mußt du sein! er bleibet immerdar was er ist und was er war. 2. Ullenthalben find' ich Spuren: Gott ist weise, gut ist Gott. Herr, dich lobet auf den Fluren früh der Thau beim Morgenroth. Herrlich glänzen die Gefilde, wenn der neue Tag erwacht. Gott, der weiten Schöpfung Pracht predigt deine Treu' und Milde. Wer kann auf zu deinen Höh'n ohne Dank und Rühmoins d rung sehn? hus 3. Hüte dich, o Mensch, zu klagen, daß der Herr nicht Liebe sei! Sieh den Wurm; er wird dir sagen: Gottes Huld ist täglich neu. Wer ernähret im Gesträuche noch den Bogel, wenn es schneit; wer das Wild zur Winterszeit? Und in deinem großen Reiche hätte deine Lieb' und Macht mich, den Menschen, nicht bedacht? chi li d 5. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem ( Sott nur werth! Er, der mei nen Kummer stillt, ist mir im mer Schirm und Schild. i 196. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich felbst genannt. Welch ein Troft! Nun bin ich Urmer ficher unter seiner Hand. Er will meine Zuflucht sein; nie wird ihn sein Wort gereun. 7. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruhn; ewig will ich dars auf bauen: was er sagt, das wird er thun. Erd' und Him mel mag vergehn: Gottes Treu' bleibt ewig stehn. i [ 28.] asbord Schmold. Liebe, Güte, Barmherh zigkeit. ndip 65 Mel. Sollt ich meinem Gott. 37. Alles rühmt des Schöpfers Ehre, Alles rühmet sein Macht. Ohne Zahl sind jene Heere, die sein Wink hervorgebracht. Herrlich strahlet deine Sonne, Gott, von deinem Himmel 4. Keine Blume blüht vers gebens; denn sie duftet und erfreut. erfreut. Drum gib, Vater meines Lebens, meinem Herzen Achtsamkeit, deine Zwecke zu erfüllen, dir mein Leben ganz zu weihn, Alles um mich zu erfreun und zu thun nach deinem Willen! Laß mich wirken jeden Tag, was ich Gutes nur vermag! 5. Gabst Univ.- Bibl. Giessen Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 5. Gabst du, Schöpfer dei ner Werke, die kein Auge völlig sieht, allen Thieren ihre Stärke, ihrem Mund ein frohes Lied, mir Verstand, es einzusehen, Liebe, Liebe sei'st du nur: o so laß mit der Natur mich auch deinen Ruhm erhöhen! Dir gehors chen sei mein Dank, Gutes thun mein Lobgefang! du [ 81.] Reiber. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 38. Gott, mein Vater, deine Liebe reicht so weit der Himmel ist. Groß sind dei nes Wohlthuns Triebe, ewig, wie du selber bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit, und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? di 2.at 21s ich noch, der Welt verborgen, in der Mutter Schooße lag, wachtest du, für mich zu forgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht; und was hat mein ganzes Leben, Herr, das du mir nicht ge geben? la sina ubl 3. In den schwachen Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschir mer in Gefahren; an dir bab' ich bis in's Grab einen Bater, der mich liebt; einen Freund, der gern mir giebt, was zum wahren Wohl mir 27 nüget; einen Herrscher, der mich schühet. iftam 4. Sichrer ist der Weg und besser, den an deiner Hand wir gehn; und dein Wohl thun ist viel größer, als wir wünschen und verstehn. Schallte gleich so hoch mein Dank, als der Engel Lobgefang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nur schwach erhoben. 5. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir! Stärk' und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir! Laß mich ganz dein eigen sein und mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werdende pri 6. Laß mich, jede deiner Gaben recht zu brauchen, mich bemühn, und den 3wedk vor Augen haben, wozu du sie mir verliehn! Deine Güte reize mich, inniger und reiner dich, Gott, zu lieben, deinen Willen freudiger stets zu er füllen! doar [ 26.] v. Schüß u. Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich. 39. Laßt unserm Vater, laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied! Laßt uns empor zu ihm uns schwingen, zu unserm Gott, der auf uns niedersieht, uns hört von seiner Höh'; und 28 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. und reine Lust, wenn wir bis an unser Grab; uns vollihm danken, strömt in unsre bereiten, uns vollenden, im Brust! di di Tobesthal uns Stecken sein und Stab; und, leben wir dir unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 2. Laßt uns ihm fingen! Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle seine Gaben, für alle Batertreu' bei Freud' und Schmerz, für jeden Trost, den, zu ihm hingewandt, das bange Herz in seiner Liebe fand. 3. Er ist die Liebe! Voll Erbarmen hat, eh' wir waren, er uns schon geliebt! Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt; ruft uns zurück von des Verderbens Bahn; beut uns die Hand, und nimmt sich unser an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen oft undankbar, was er an uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, die keine Sprache würdig nennen kann; vergeffen sein, der unser nie ver gißt, den Undank sieht, und Doch Erbarmer ist. 5. Seit wir auf dieser Erde wallen, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns fegnen, war dein Wohlgefallen; uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trö sten, wenn wir weinten, unbewußt uns Freude schaffen, Gott, war deine Lust. 6. Wohl uns! du wirst mit Baterhänden uns ferner leiten 7. Gott, Gott, wie gut bist du! o Seele, sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fleuß, Freudenthräne, und erzähle, was Gott, mein Gott, aus Huld an mir gethan! Ihm ähnlich werden sei mein beff'rer Dank, mein ganzes Leben ihm ein Lobgefang! s Niemeyer. [ 16.] Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 40. Lobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplat seiner Güte! lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe; rühmt es laut, ihr Frommen, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret. 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud' und Leben bliebe; drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Unendlicher; du ließest sie zu ihrem Heile werden. 3. Kein Engel und kein Mensch ermißt dein Wohlthun, deinen Segen; wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, 29 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Gott, deine Güte geht so Antlig fliehn die bangen, düweit, als deines Reichs Unendlichkeit, weit über alles Denken, plit daw ding, stern Qualen, wie leichte Wolken, hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie sich uns verklärt. [ 80] 4. O Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe, wie an Stårke, kein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, ist dir noch mehr als Lobgefang, wenn ich dich thätig liebe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne; und, dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch ich, ich will ganz Liebe sein, will Unglück wenden, will erfreun, will helfen, und dir gleichen. 3. Wer wollte sie nicht loben, die Huld, die Allen Alles gab, vom höchsten Engel droben bis zu dem kleinsten Wurm hinab; fie, die der Kreaturen zahllose Menge nährt, und sich durch Segensspuren uns täglich neu bewährt! Von ihr, aus der Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, der weite Erdkreis voll. milk ud fini 4. 3u ihrem Lob erwecke vor Allen du dein Herz, o Christ! Komm her und sieh und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ift! Auf! Seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl! Bon seiner Güte sage, wie treu fie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der andern Nacht! [ 22.] Münter u. Diterich. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 41. Mit fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Güte und Vaterliebe ewig währt! Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an Heil und Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an seinen Werken neu. 5. Gott, Schöpfer aller Dinge, nimm unser schwaches Danklied an! Wir sind viel zu geringe der Treu', die du an uns gethan. Du schenkst den Sohn uns Sündern, begnadigst uns durch ihn, er= 2. Herr, deine Güte reichet so weit, als Erd' und Him: mel geht, und ihre Dauer gleichet dem Fels, der unbe weglich steht! Vor ihren bei tern Strahlen, vor ihrem Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. erwähleft uns zu Kindern, dir zu Fuße, in Reu', die willst selbst uns zu dir ziehn. Beff'rung zeugt: so schenkest Uuf! da in Jefu Namen ihm du uns Armen aufs neue deine unser Lob gefällt: lobsingt Huld, und tilgest aus Erbarihm. Amen! Amen! Lobsing' men der Sünde Schmach ihm alle Welt. und Schuld. no big 30 [ 68.] J. A. Schlegel. Mel. Nun lob', mein' Seel. 42. Gott, du bist die Liebe; uns wohlzuthun, ist deine Lust. Drum preist mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Ganz ohne Maaß und Grenzen ist deine Gütigkeit; so weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du erschufft, und Freude schenkst du allen, die du zum Leben rufft. mynd 2. 3u fegnen, zu beglücken, zogst aus dem Nichts du deine Welt, die hier schon zum Ent: zücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat, Gott, uns deine Hand im Himmel aufgeho: ben, im wahren Vaterland. Dahin uns zu erheben, kam einst dein Sohn herab, der liebevoll sein Leben für uns Verlorne gab. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. lockest uns zur Baße, und, fallen wir gebeugt in Reue Du 4. Mit jedem neuen Morgen kommt neuer Segen, Gott, von dir. Du sorgft, eb' Menschen sorgen; eh' ich noch klage, hilfst du mir. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, versagest du uns nicht. Gott, jeder unfrer Tage ist deines Wohl thuns voll; selbst feine Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lie ben? Du liebtest uns zuerst, und bist dir immer gleich ge blieben, ein Gott, der immer huldvoll ist. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Luft: mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust! Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn! Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, dem schenkst du deinen Segen hienieden und in jener Welt. Du kröneft feine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führefst ihn zu Freuden, die nie vergehen, hin. O möcht' ich, deiner Güte, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 31 Güte, Gott, immer werth zu dir geschützt und unterstützt, fein, mit freudigem Gemüthe durchlauf' ich fröhlich meine mein Leben ganz dir weihn! Bahn. i [ 68.] id Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 43. Auf! Erwacht, ihr frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe; er ist's in alle Ewigkeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig fegnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja, felbst der Engel faßt es nicht. 4. Trüben auch sich meine Tage: hinweg mit jeder Jam: merklage! Nur du, mein Va ter, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und. Troft und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Echmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht: ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 2. Bundervoll find deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet auch da, wo Macht und Weisheit wohnet; ich feb' es, und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe; der kleinste Wurm, der Donner: sturm, und alles, Ulles prei: fet fie. 5. Uch, wie kann ich dir vergelten, was du, Beherr fcher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf' ich oft auf Sünde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbarmer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und focft mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! Den begna: digst du. 3. Freundlich riefft du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben und Freuden um mich her zu streun. Jeder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von 6. Ja, du willst der Sünder Leben; selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Hengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geift! Wie staunt er nun, und preift deine Liebe! Dein Sohn erschien! Du 32 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Du fandtest ihn! Wie hoch erschaffen bist, wo du, mit hast du die Welt geliebt! bind Herrlichkeit umgeben, merken7. Gott, ich will dir folg nen wirst, wie gut er ift. Du sam werden! Wer ist im Him- haft ein Recht zu diesen Freumel und auf Erden, der so, den: durch Gottes Güte find wie du, beglücken kann? Einst sie dein; auch darum mußte umstrahlet, gleich der Sonne, Christus leiden, damit du mich ewig, ewig Licht und könntest selig sein.#hommid, Wonne, geb' ich nur gern auf 4. Und diesen Gott sollt' ich deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! Herr der Zeit und Ewig: keit! Ich weiß, daß du die Liebe bist.dim fois u [ 88.] Reche nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Auf seinen Ruf sollt ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; Vernunft und Schrift belehren mich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, ſo wie dich. Mel. Die Tugend wird durch's. 44. Wie groß ist des Almächt'gen Güte! Ist Der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr ge bührt? Nein, feine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat meiner nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! did 2. Wer hat mich wundervoll bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf! Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft ver warf! Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glücks genießen? Ift's nicht der Herr, der Alles schafft? fise aia tai 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für welches du 35. Dieß ist mein Dank; dieß ist sein Wille: ich foll vollkommen sein, wie er; und wenn ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele: so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Baterliebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; fie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' im bangen Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! [ 15.] Gellert. Lang Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Langmuth, Gnade. Mel. Aus tiefer Noth ruf. 45. Ach! wäre nicht, o Herr! bei dir Vergebung unfrer Sünden: wer hälf uns dann? Wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie oft vergessen wir, o Gott, dich und dein väterlich Gebot, und folgen schnöden Trieben! 2. Das schwache Herz, voll Sinnlichkeit, weicht oft von deinen Wegen, und geht in stolzer Sicherheit dem nahen Fall entgegen. Sollt's uns dann nach Verdienst ergehn: wer könnte wohl vor dir be stehn? Auf Erden, wahrlich! Keiner. 3. Und dennoch, Vater, schonest du; du willst nur unser Leben, siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Bergeben, und tilgst er barmend unsre Schuld, so bald wir uns durch deine Huld zur Bess'rung leiten lassen. 4. Erbarmen ist's, und nicht Verdienst, daß du uns, Gott, so liebest; daß du in Jesu uns erschienft und uns so gern vergiebest, so gern ein reuerfülltes Herz zur Bess' rung stärkst und und ſeinen Schmerz mit deinem Troste heilest! blins i tot 5. Wohl uns, daß du mit so viel Huld Verschuldeten 33 begegnest, und mit Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segnest! Auf ewig, Bater, sei mein Dank und deiner Gnade Lobgesang ein dir geweihtes Leben! 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? wer nicht, von Sundenliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen dazu deine Gnade rührt, wen sie zum Fleiß der Beff'rung führt, Den führt sie auch zum Frieden. [ 9.] sid Lavater. Mel. Wunderbarer König. 46. Aller Welten Herrscher, groß ist deine Güte in dem ganzen Weltgebiete! Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Ullen, die wir hier auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, nein, auch selbst die Sünder. 62. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden, aber niemals ganz ergründen. Frevler so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich hassen; Herr, wer kann dies fassen? 3. Ach, du bist barmherzig, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen, linderst ihren Kummer, fristest oft ihr Leben, daß auch S fie 34 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4. daß dieser Reichthum deiner Baterliebe uns zur fie nach Tugend streben. Voll noch länger stehen. Du warvon Huld und Geduld, lockft test sein;- umsonst!- und du ihre Seelen, deinen Weg doch pflegst du des Baumes zu wählen. immer noch, verzeuchst, ihn abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer faßt Sinnes änd'rung triebe! die Größe deiner Huld? Wer daß wir voll Reue unsre Schuld bedächten, und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz: follten wir noch weilen, zu dir hinzueilen? 5. Dank sei dir, o Bater, daß du unser schonteft, und nicht nach Verdienst uns lohntest! Nöthig ist uns Schwachen deine Huld und Gnade auch noch auf dem Zugendpfade. Leit' uns doch ferner noch, bis wir dich einst dro: ben ohne Sünde loben! [ 105.] Rambach u. Diterich. Mel. Ein Lämmlein geht und. 47. Du trägst mit Lang muth und Geduld, o Gott, uns Menschenkinder, und schonest bei gehäufter Schuld auch selbst der größten Sünder. Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen; daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, damit sie in sich gehen; auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du kann sie ganz durchschauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr, o Bater, selbst der Sünder: so trägst du schonend noch viel mehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach und werden sie im Kampfe schwach und träg' in guten Werken: so jammert's dich; du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Du warnst sie gütig vor Gefahr, no eb' sie irre gehen; und reichst Gefall'nen Stärke dar, bald wieder auf= zustehen. Du lockest sie mit Lieb' und Huld, verheißest ihnen, ihre Schuld durch Christum zu vergeben. Und stehn sie auf: wie feuert dann dein Trost, Gott, ihren Eifer an, vorsichtiger zu wandeln! 5. Wenn sie oft zaubernd und mit Angst den Weg des Glaubens wallen; nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlgefallen; wenn sie nur schwer und mühsam sich entschließen können, Herr, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll ge= Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. gewöhnst du sie zum Tugendkampf und dessen Müh'; wie lohnst du sie mit Freuden! 6. Langmuth, der nichts gleichen kann! Gedenk', o Herr, der Sünder! Nimm mit Geduld dich ihrer an, als deiner schwachen Kinder! Uch, Keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, von dir erneut, durch deine Huld und Gütigkeit zum Himmel leiten lassen! [ 18.] 3. Chr. 3immermann. Mel. Wer nur den lieben Gott. 48. Dwelch ein Trost für meine Seele, daß, Gott, bei dir Vergebung ist, und daß, wenn ich aus Schwachheit fehle, du nicht ein strenger Richter bist! Nun kann ich einst vor dir bestehn, und freudig in die Zukunft sehn. 2. Ja, diese Lehre gibt mir Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu! Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger, als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, du willst nur unsre Seligkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, lehrt uns, gesandt von dir, dein Sohn; durch ihn steht uns der Zutritt offen zu dir, zu deines Himmels Lohn, wenn wir nur ernstlich uns bemühn, der Sünde Sclavendienst zu fliehn. 35 4. Wohl mir! wenn deine Huld und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Besf'rung führt; dann find' ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Gieb, daß ich dieß zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Güte leiten lasse: so fehlt mir nie Beruhigung. welch ein Glück, im Herzen rein, und dir, Gott, wohlgefällig ſein. [ 99.] Diterich. Höchste Seligkeit Gottes. Mel. Vom Himmel hoch. 49. Aus deiner Quelle, Schöpfer, nimmt der Mensch, zur Seligkeit bestimmt, zahllose Freuden; täglich fließt ihr Strom, der unerschöpflich ist. 2. Vom Himmel strömt dein Segen ber, strömt durch Gebirg' und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schäßen gleich! 3. Sie fließen durch die Schöpfung hin, gewähren uns für jeden Sinn, für jeden mäßigen Genuß Befriedigung und Ueberfluß. 4. Fließt so viel reine Lust von dir, kannst du uns Sterbliche schon hier mit so ( 2 viel Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 36 viel hoher Wonn' erfreun: wie felig mußt du selber sein! 5. Ja, du bist selig: denn du bist unendlich; unermeßlich ist, o Fülle der Vollkommenheit, der Reichthum deiner Herrlichkeit. 6. Der Engel dort an dei nem Thron sieht durch Jahr tausende dich schon, wird immer weiser, wird, o Herr, stets durch dein Anschaun seliger. inim 1 7. Und er, wie hoch er strebt, umfaßt doch nimmer, was du bist und hast; du nur durch schaust dich ganz allein: wie selig mußt du, Gott, nicht sein! 8. Und deine hohe Seligkeit kennt keine Grenzen, keine Zeit. Aus dir, du aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her.main Digon 9. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks! Frohlockt ihm, Jubel des Gesangs! Der Herr ist selig; und dies Heil wird seinen Kindern auch zu Theil. Sang2 s 3. A. Cramer. [ 85.] Schöpfung der Welt und Erde. Mel. Sollt ich meinem Gott. 50. Gott, aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O, wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: gut und groß ist, der uns schuf. Betend werf' auch ich mich nieder; Herr, dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne, und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Werm= sten ja bekannt; näher werd' ich dir verwandt, hab' ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Uthemzug. 3um Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Ga ben hingestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir giebt, o der zeigt, daß er mich liebt! idoples 5. Ja, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 37 Der 5. Ja, wer wollte je ver den nicht angefüllt. messen mitten in der schönen Schöpfer sprach: zahllose Welt deiner Herrlichkeit ver: Heere lebend'ger Thier, zahm geffen, und nicht thun, was und wild, entstanden, und erdir gefällt? Du, der selbst füllten bald Luft, Wasser, dem kleinsten Wurme seine Berge, Feld und Wald. Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! dp tisomut istbil Kämpf. Mel. Religion, von Gott geg. 51. Noch glänzten nicht die schönen Sterne; kein Firmament war ausgespannt. Gott sprach: und jene blaue Ferne, und jenes Sternenheer entstand, und Sonnen strahl: ten nun ihr Licht mit aufge: decktem Ungesicht. 5. Nun zogen Schaaren hin und wallten durch Luft und Meer, Gebirg' und Thal; und Berg und Thal und Luft erschallten von ihrer Stimme Wiederhall; doch keinem war der Herr bekannt; keins hatte Weisheit und Vera stand. [ 81.] 6. Gott sprach: der Mensch ein Wesen werde, das seinen Schöpfer kennt und preist! Da ward der Mensch, gebaut von Erde: doch ward er mehr noch, ward ein Geist; ein Geist, durch Freiheit und Verstand mit seinem Schöpfer selbst verwandt. 2. Noch war er nicht, der Ball der Erde, noch keine Tiefe, keine Höh'. Gott sprach allmächtig: Erdball, werde, vertheile dich in Land und See! Nun stand er da; nun floß das Meer um die geschaffne Erde her. 3. Noch war die Erde nicht bekleidet; noch waren Berg' und Thäler kahl. Gott sprach: entsteht, Gewächse, kleidet den Berg, die Hügel und das Thal! Und die sonst nackte Erde stand nun da im lieblichsten Gewand. 4. Noch waren Land und Luft und Meere mit Leben 7. Preis ihm und seiner Macht und Milde! Preis ihm! Wie hat er uns beglückt, wie liebevoll nach seinem Bilde mit Freiheit, mit Verstand geschmückt! Ist auch der Mensch, der Staub, es werth, daß so viel Huld ihm widerfährt? 8. Preis ihm und Ruhm, dem Gott der Stärke, ihm, der durch seinen Wink und Ruf so unermeßlich große Werke, wo nichts vorhan: den war, erschuf! Wer kann, der preise ihn, den Herrn, vera 38 verehre ihn und dien' ihm gern! 9. Du kannst es, du bist Geist und Leben, verkündige des Schöpfers Ruhm, o Mensch, sein Bild! Sei ihm ergeben, sei ihm geweihtes Eigenthum! Erzähl', von ihm belebt, erfreut des Schöpfers Lob in Ewigkeit! [ 76.]. 2. Weiß Mel. Religion, von Gott geg. 52. Gott, den alle Wel ten ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, fehn und hören, das hast du, Gott, her vorgebracht. Doch deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Ge schöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt, mit Anmuth unsre Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bist's, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling neues Leben schafft: Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 3. Daß Gras und Pflanzen sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlge ruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Ge: $ 757 sichtes, und willft auch da durch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. Ship 350 5. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit über meine Fasfung, weit geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 138) 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ' mich ihr Unblick stets auf dich; und wo ich geb' und wo ich stehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist, und meines Herzens Tiefe siehst! Radi mun not 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Undacht weihn! [ 76.] Georgii u. Diterich. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 53. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr Herr und Vater! 2. Mein Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 39 2. Mein Auge sieht, wohin Und alle Welt fürcht' ihren es blickt, die Bunder deiner Herrn, und hoff' auf ihn, und Werke. Der Himmel, präch ehr' ihn gern! Wer wollte tig ausgeschmückt, preist dich, Gott nicht ehren? du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? maniat ast [ 22.] Gellert. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 54. Wer machte diese schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel aufgestellt die Sonne, Mond und Sterne? Woher der Thiere große Zahl? Wer schuf die Felder, Berg und Thal und Blumen, Bäum' und Früchte? 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Wolken regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du, Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Himmel reichen. hisgn 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unferm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder voll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, 2. Das Alles, Alles, groß und klein, der Wesen tausend Stufen, hast du, o Erster, du allein vom Nichts an's Licht gerufen. Durch deine Macht, auf dein Gebot ist Alles, unnennbarer Gott, ist auch der Mensch geworden.o 3. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh' ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was ge schaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn' und Mond und Wald und Thier und Korn und Wasser nüßen mir, und allen deinen Men= schen. der Schöpfung Ruhm und 4. Für dich nicht, für GePreis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. schöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die herr= liche Natur, den Himmel und die Erde. Dich, der uns, wie ein Vater, liebt, und Ülen alles Gute gibt, dich soll mein Lied erheben. 5. Wie 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt fag' Amen! Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 40 5. Wie bin ich froh! Du schufft auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudi gem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft, und du erhältst auch mich zu immer größern Freu: den. [ 22] Lavater. Schöpfung des Geister reichs. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 55. Gott, deine Güte, deine Macht kann jedes Auge se hen; sie zeigt sich in der Erde Pracht und in des Lichtes Höhen; und doch begreift bei aller Müh' der größte Weise niemals sie. in toate 2. Du bildetest im Stufen gang, sich deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen. Vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgend leerer 3wischenraum. 3. Auch Engel, deren Geistesblick kein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück in reichem Maaße glänzet, auch Engel schufft du, Gütigster, der Wesen Vater und ihr Herr. 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft bethöret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft entehret, voll Kraft sia zu jeder guten That, gehn fie der Tugend sichern Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit, sucht Jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in Wonneliedern gern dich, seinen Schöpfer, seinen Herrn.st 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Mitleid Theil an guter Menschen Leiden; und wenn der Sünder reuig weint: so werden sie des Sünders Freund. 7. Drum gib, daß ich, den Engeln gleich, o Gott, mit frommem Triebe, voll Eifer und an Tugend reich, dich und die Brüder liebe: dann werd' ich einst, wie Engel, rein, mich deiner, o mein Bater, freun. [ 62.] Burim Grot. Mel. Ich dank dir schon. 56. Mit heil'gem Schauer blick ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt empor gethürmet stehen. 2. Auf mich im Staube glänzt herab aus ungemess'ner Ferne des Mondes sanfter Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 3. Vom Staube wag' ich's, hinzuschaun, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 41 dort, Herr, deines Reiches 4. Doch hier auf Erden Grenzen. 4. Umsonst! Den grenzen lofen Raum der fernsten Son nenheere mißt kein Erschaff ner; zahlenlos sind sie, wie Sand am Meere. a thin nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, die auf zu dir, dem Vater, fehn, und Glück und Heil von dir er flehn! add then a 5. Du zählst, o Unermeßlicher, der Sterne Millionen, und herrscheft hier, und herrscheft dort, so weit Geschöpfe wohnen. D 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit hö: hern Wesen; auch sie hast du zur Ewigkeit, wie mich, den Staub, erlesen. 7. Mit euch, ihr Brüder, werd' ich mich von Sonn' zu Sonne schwingen; mit euch dem Weltenschöpfer Dank und Preis und Ehre bringen.no [ 42] Sturm. im Mel. Vom Himmel hoch da. 57. Wer mißt und zählt der Wesen Reih'n, die deiner fich, o Schöpfer, freun, zu dir hinauf, o Bater, fehn, zu dir aus allen Welten flehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und die, schon felig, unsre Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die deine Hand noch wunderbar zur Erde künftig senden wird, und durch den Tod zum Leben führt.bus 5. Ein ungezähltes Geister heer riefst du ins Leben, Gütigster, die deine große Huld geweiht zu unnennbarer Seligkeit. 6. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln hier entreißt: dann werd' ich unter ihren Reih'n auch ihnen gleich und selig sein. 7. Dann preif' ich dich, deß Allmachtsruf mit ihnen mich verschwistert schuf, und nur dem Leibe hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. [ 85.] Niemeyer. Mel. In allen meinen Thaten. 58. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun sich, deinen Willen in Allem zu erfüllen, wohin du sie, o Bater, rufft. 2. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Nur Der wird sie empfinden, der hier, entwöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich zu werden, freut. 3. Laß, Gott, mich dir auf Erden und ihnen ähnlich werden: dann freu ich hier schon mich, daß ich mit deinen Engeln Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 42 Engeln einst heilig, rein von Mängeln, dein Untlik schaue ewiglich. mis ons 4. Sie, über mich erho: ben, sie lehren, dich zu loben, mich dann noch höhern Dank. In deinem Heiligthume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel Ein Gesang. [ 49.] 3. A. Cramer. is Schöpfung der Menschen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 59. Dir, Gott, sei Preis und Dank gebracht; dich rühme Harf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhal ter! Der ganze Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv' an mir ist Denkmal deiner Größe. 2. Haut, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgeſpannt, der Adern fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, voll Weisheit ausgebildet. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's leugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spät und früh zu ihrem Dienst fie fordert. 4. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet: was nügte mir der Sonne Licht, so wunderbar verbrei tet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, die Welt, die du gemacht, zum Sitz der Freuden schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden! Dich bet' ich, Bater, staunend an; denn wer kann dich ergründen? Mein Mund sei voll von frommem Dank, und deiner Schöpfung Lobgesang sei mein Gehör geweihet! insistis dubit 6. Wer lenket meines Blutes Lauf? Wer hält das Herz fo rege? Wer drängt die Brust und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Du bist es, der dies Alles thut; dir schlägt mein Herz, dir wallt mein Blut; Preis dir und Dank, mein Schöpfer! 7. Sch will in Thätigkeit und Ruh' dir für die Sinne danken; Furcht meines Gottes, halte du mich stets in heil'gen Schranken! Selbst mein Bedanke müsse rein, mein Leib ein Tempel Gottes sein, den Lafter nie entweihen! [ 22] 3. A. Cramer. Mel. Aus meines Herzens Gr. 60. Erfreuender Gedanke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich alles danke, rief auch in's Leben mich! Er, der mit Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 43 mit Licht und Pracht den gan= kann bei blinden Trieben, die zen Weltkreis schmücket, und es befolgen muß, nichts suchen jeden Wurm beglücket, er hat und nichts lieben, als finnauch mich gemacht. 2lichen Genuß; tief steht es auf der Leiter der Schöpfung unter mir, und nimmer steigt es weiter; ich bin sein Herrscher hier. 2. O seliger Gedanke, der mächtig mich erhebt, der, wenn ich irr' und wanke, wohlthätig mich belebt! Ich weiß, ein guter Gott gab mir dies erste Leben, wird mir ein bess'res geben, und ist und bleibt mein Gott. bid in 13. Entzückender Gedanke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich alles danke, rief auch in's Leben mich! Er wägt mein Glück mir zu und machet meine Leiden zu Quel len größrer Freuden: Gedanke voller Rub'! desde sie [ 8.] Frau von der Rede. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 61. Ich jauchze dir, ich finge dir, Gott, dem Preis und Ruhm gebührt, dem Schöpfer aller Dinge, dir, Herr, der weislich sie regiert! Du riefft auch mich in's Leben und lehrtest meinen Geist mit Muth nach Ullem streben, was groß und edel heißt; verliehst mir hoher Gaben und reger Kräfte viel; denn glänzend und erhaben und herrlich ist mein Ziel. 3. Stets weiter fortzuschreiten, gelingt nur menschlichem Bemühn. Mir hast du Fähigkeiten, die ewig wachsen, Gott, verliehn! Durch Achtsamkeit vergrößert mein Wis sen täglich sich, und Selbstbe herrschung bessert und stärkt im Guten mich. Ich darf nur standhaft ringen: so mehrt sich meine Kraft, zum Ziel hindurch zu bringen; ich werde tugendhaft. din Jouk 4. Ja, leg' ich meine Mängel durch stete Selbstveredlung ab: so prang' ich einst als Engel, umfaßt gleich meinen Staub das Grab. Dort sieht mein Geist dann heller, was er hier dunkel sab, und wächst im Guten schneller, als einst es hier geschah. Ich wandle hier auf Erden als Kind an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden an Kraft und an Verstand.d 5. Ich jauchze, ich lobsinge 2. Was sind die Seelen- dir, Herr; denn ewig ist mein kräfte des Thiers, das nicht Loos! Gib, daß ich streb' und vernünftig denkt? Auf nie- ringe, zu werden edel, gut und drige Geschäfte ist all' fein groß! Laß mich der Leiden Streben eingeschränkt; es Bürde ertragen glaubensvoll, fie, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 44 fie, die des Geistes Würde er höhen kann und soll.» Stets vorwärts, nie zurücke!« dieß foll mein Wahlspruch sein. Bestimmt zu ew'gem Glücke, Gott, bin ich ewig dein! [ 68.] Friedrich Mohn. Erhaltung. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 62. Dich preis' ich, Herr, mit Herz und Mund; denn dir gebühret Preis. Froh mach' ich meinen Brüdern fund, was ich von dir nur 191 weiß. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath, daß du die Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gefest? Wer ist's, der gnädig unser Feld mit Thau und Regen nett? bedeckt und schützt uns hier, und läßt uns sicher ruhn! mi 5. Wer ist's, der uns gedeihen läßt? Wer hält mit seiner Hand den edlen, gold nen Frieden fest in unserm Vaterland? s di 69 6. Herr, unser Gott, das kömmt von dir; du nur, du kannst es thun! Dein Schild sij 7. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 8. Du trägst uns Sünder mit Geduld; du strafest väterlich, und reut uns ernstlich unsre Schuld: erbarmst du unfer dich. 9. Oft, wenn der Chrift verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt, und keine Thräne, die er weint, bleibt von dir unbemerkt.ism 1pm 10. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Welt vergeht. 3. Was sind wir doch; was haben wir, wenn du nicht Segen gibst? Kömmt alles Gute nicht von dir, der du die Menschen liebst? ist und bleibt dein Gut. 11. Wohl auf, mein Herz! Frohlock' und sing' und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst 12. Er ist dein Schat, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 13. Was kränkst du dich in deinem Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf Den, der dich gemacht. 14. Hat er dich nicht mit milder Hand von Jugend auf er= Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 45 ernährt; nicht manches Un- gebreitet. Wer nügt die Erde glück abgewandt und dir zum mehr als ich? Hat sie mein Glück gekehrt? Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ge birg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf jährlich grünen Triften? Quellen rieseln; Winde wehen; Flüss' und Seen werden Meere, mir zum Segen, Gott zur Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken; noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu ent zücken! Seine Güte wird die Werke seiner Stärke auch erhalten, schüßend über ihnen walten. 6. Wie hat mein Gott an mich gedacht! Wie hat mich seine Huld und Macht begnadigt und erhoben! Zu ihm, den laut die Schöpfung preift, erheb' auch du dich, o mein Geist, anbetend ihn zu loben! Rühm' ihn dankbar! Es er= schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 3. A. Cramer. Mel. [ 100.] 15. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 16. Wohlan! so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Friede ruhn, und ewig fröh: lich sein. [ 56.] Gerhardt u. Weiffe. Mel. Wie schön leucht't uns. 63. Crschalle laut, mein Lobgefang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Pfalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu feinen Himmeln: seid! und zu dem Erdkreis: werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise feiner Macht, die Himmel und die Erde. Er gebot es: da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten! 3. Er hat der Sonne ho: hes Zelt, die Himmel über feine Welt für mich auch aus: 46 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Mel. O Gott, du frommer. 64. Durch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Aumacht bist du mir und auch mit Gute nah'. 2. Du bist der Gott der Kraft! Dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde: was frag' ich außer dir nach allem Glück der Erde? In Wolken donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet was ist vor dir der Mensch, daß du, Herr, fein gedenkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? das 5. Als Schaafe läßt du uns auf grünen Auen weiden; nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest [ 001] mein, eh' noch die Mutter mich gebar; du sabst mich, eh' der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuh; du bist der Müden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl:» gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn!«< [ 71.] Gellert u. Diterich. Mel. Vater unser im Himmelr. 65. Gott, deine weise Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Üller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich; auf dich, der du sie Ulle liebst und Ullen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand: so fließt herab, was Jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie find Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mir's mit Huld und Freundlich Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. lichkeit, so lang' ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin gewiß, du thust mir wohl, so lang' ich hier noch leben soll! Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; doch nährst du ihn mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, doch hat sie nicht Verstand, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Freiheit und Verstand, und mach teft selbst dich mir bekannt; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Ho: heit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst Dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, gewährtest du fie dennoch mir. 8. Drum will ich stets genügsam sein; will deiner Gaben mich erfreun, und mehr noch deiner, der du dich so 47 freundlich zeigest gegen mich; der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt! 9. Bei deiner Gaben Ueber= fluß erhalt' mich mäßig im Genuß; bewahre mich in Dürftigkeit vor schnöder Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott, mein Le belang! [ 84.] Münter. Mel. Aus meines Herzens Gr. 66. Gott, der an allen Enden viel große Wunder thut, du bist's, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; für diese Prüfungszeit hast du, Herr meiner Lage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Mich schützte, mich beglückte, Gott, deine Baterhand, eh' ich das Licht erblickte und deine Huld verstand. Mein Lob ist zu gering, das Gute zu erheben, was durch mein ganzes Leben ich, Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh': so führt auch sie zum Segen, und du erleichterst sie. Du bleibeft mitleidsvoll: hilfft liebreich deinen Kindern des Lebens Noth vermindern, und förderst gern ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben, Herr, dieses Trostes Licht 48 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Mond in dunkler Nacht: dem Menschen leuchte du? th 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, auch wenn sein Donner dräut? vim i Licht mir Muth und Kraft uns zu? Wer spricht zum gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war: so seufzt' ich und war stille, und es entriß dein Wille mich immer der Gefahr. lors h 5. Dein Name sei gepriesen, der bis hieher an mir so herrlich sich erwiesen! Ja, Vater, ich will dir auf Erden und einst dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen frohlocken immerfort! mismos a [ 8.] Fr. v. Gersdorf und Diterich. ad aid ud 7. Wer sichert, Herr, uns vor Gefahr, die oft uns furchtbar droht? Wer rettet oft ſo wunderbar aus gegenwärt'ger Noth? nd goo 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu! Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 67. Ich finge meiner Seele Lust vor dir, Herr, hocher: freut; ich sing' aus danker: füllter Brust von deiner Gütigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis age ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au', und ziert mit Pracht den Hain? tränkt sie mit Re: gen und mit Thau und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag 9. Weh' Dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unser nicht! tistim 10. Er liebt dich mehr, als du verstehst; ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flebst. Vertraue fest dem Herrn! 11. Er schaut herab von seiner Höh' auf Den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. tabel 12. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuver sicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, Seele, nicht! aistenistungün P. Gerhardt u. d [ 56.] did ud and Neander. Mel. Mel. Eine feste Burg ist unser. 68. Nur du, no Schöpfer unfrer Welt, nur du kannst sie erhalten. So lange noch dein Arm sie hält, wird sie auch nicht veralten: Was dein Wort erschafft der Wesen Kraft, wird von dir immer dar, wenn es dein Wille war, gestärkt und unterstüzet. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 2. Noch strahlt der Sonne mildes Licht herab aus hoher Ferne; noch weicht aus seinem Gleise nicht das große Heer der Sterne. Immer noch er neut zu rechter Zeit der Mond sich; Tag und Nacht gehorchen deiner Macht in unverrückter Ordnung. ngon ony of 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind und Reif und Thau und Regen, die deiner Güte Boten sind, den Ländern reichen Segen; noch strömt auf dein Wort die Quelle fort. Wenn sich die Ernte naht: so rauscht die reife Saat des Schnitters Urm entgegen. 4. Noch folgen auf des Frühlings Pracht des Som mers Wehrenfelder, auf sie des Herbstes trübe Nacht, des Winters öde Wälder. Noch haucht durch die Luft die Blume Duft; noch stellt in jedem Jahr verjüngt sich wieder dar, was unser Aug' entzucket.dd 3618 49 5. Kein Saamen Gott, kein Kraut vergeht, und kein Geschlecht von Thieren; 10 lange noch die Erde steht, soll keines sich verlieren. Du bist's, der die Welt allmächtig hält. Es pflanzet, auf dein Wort sich jede Gattung fort in uns gezählten Schaaren.bgd, Di 6. Die Menschen sind des Todes Raub, um nie zurück zu kehren, und auch die Thiere werden Staub: die Zeit wird sie der Erde nie, und wenn fie zerstören. Dennoch fehlten ihr auch der Tod sogar Entvolk'rung droht: sie wird doch nicht entvölkert. 7. Ja, Gott, du forgst, als Herr der Welt, auch für des Menschen Leben. Du bist es, der es uns erhält; du hörst nicht auf, zu geben, was den Leibernährt, die Kräfte mehrt. Wer sollte nicht sich freun, nicht dir sein Leben weihn? Wer sollte dich nicht preifen? Grot. [ 17.] Mel. Vom Himmel hoch, da. mumol 69. Seh' ich erstaunt der Welten Pracht, und denk' ich Gottes Güt' und Macht, der sie erschuf: so steigt mein Geist empor und betet an und preist. 2. Er, der den Himmel ausgespannt, umfasset ihn mit starker Hand, und seines Reichs Unendlichkeit ist ohne Grenzen, Maaß und Zeit. 3. Hoch Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 50 3. Hoch schwinget sich der Welten Heer in Kreisen um einander her; es rückt aus feiner Ordnung nicht, bleibt stets durch ihn im Gleichgewicht.Tomlin iseg mlin 1192 sid 19 4. Und diese Erd', im Schöpfungsreich ein Punkt, ist doch an Pracht so reich, und nährt Bewohner ohne Zahl; ist voll von Wundern überall! d bun de nordat ug 5. Doch sorgt er nicht für's Ganze nur, der große Vater der Natur: den Wurm, der sich im Staube nährt, hält er auch seiner Sorge werth. 6. So forget auch sein Baterfinn für mich; und was ich bab' und bin, ist alles seiner Güte Pfand, ward mir aus seiner Baterhand. es 17. Er wog nach meiner Fähigkeit mir meine Wohl fahrt und mein Leid, mein Schicksal bis zur Grabesruh, und meines Lebens Dauer zu. der 8. Stets heilig sei Glaube mir, o Gott: was kommt, das fommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, ist herrlich, weis und immer gut! as [ 85.] Frau von der Recke. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 70. Wo ist ein Volk, wo ist ein Land, o Geber aller Gaben, wo Menschen nicht aus deiner Hand des Lebens Güter haben? Wie weislich, 000 Herr, vertheilst du nicht, was Dieser hat und Dem gebricht, um Völkerwohl zu gründen! ni2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen; von dir des Bürgers Muth und Kraft, durch nützliches Bemühen in seinem Amt, Beruf und Stand, wozu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Besten mitzuwirken. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande; verknüpfest alle unter sich durch deines Segens Bande. Vom fernen Oft, vom fernen Nord strömt deines Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf in Strömen und in Meeren; thust täglich neue Quellen auf, Geschäftige zu nähren; zeigst überall und allezeit zur Nothdurft und Bequemlichkeit dem Fleiße sich're Wege. 5. Du, Herr, gibst Weisheit und Verstand, daß Jeder Freuden finde. Du schaffest, daß sich Land mit Land und Volk mit Volk verbinde; hier durch des Landmanns Müh' und Schweiß, dort durch des Künstlers regen Fleiß, durch Umtausch, durch Gewerbe. 6. Wer reichlich so gewinnen kann, Der segne seine Brüder, wenn er durch ihren Fleiß Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 51 Fleiß gewann, durch Fleiß väterlich regierst: so kann und Wohlthun wieder! Er sei zu seinem Glücke klug, doch fern von Urglift. und Betrug, mit Redlichkeit und Treueldad dis dy de7. 1 Herr, unser Gott, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe; du herrschest un veränderlich mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, um alle zu beglücken.[ SA] mein Herz sich stillen; Be= ruhigung find' ich genung in deinem weisen Willen. s4. Von keinem blinden Ohngefähr, von seiner Liebe kömmt es her, das Leid, das mir begegnet, die, wenn sie schlägt und Kreuz auflegt, durch Leiden selbst mich fegnet. mist moldslag hours boo 8. Hilf, daß ein Jeder redlich sei in seinem Amt und Handel, rechtschaffen, brüder: lich und treu in seinem gan: zen Wandel! Wie gern, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet! mim 19[ 22.] 3. A. Cramerae 90 din. jau bon dau aldaar 5. Eh' er der Welt ihr Dasein gab, wog Gott das Maaß der Leiden ab, das uns hier treffen sollte. Auch wog er schon den Gnadenlohn, den er uns schenken wollte. und 6. Wie oft hat in der Vorzeit Gott durch Trübfal, durch Gefahr und Noth die Heiligen geläutert! si Doch ward ihr Herz, nach kurzem Schmerz, mit Trost von ihm erheitert. tam Regierung. 7. Ich übe meine Christenpflicht, bin fromm vor Gottes Angesicht, befehl ihm meine Sache! Ich will ihm traun; einst werd' ich schaun, wie wohl es Gott sters mache. [ 30.] Liebich. 1 Mel. Ich dank' dir schon. 72. Preist, Menschen, preist den Herrn der Welt! Seht seiner Vorsicht Spuren auf Berg, im Thal, im Wald und Feld, auf Wiesen und auf Fluren! Mel. In dich hab' ich gehoffet. 71. Gott führt die Seinen väterlich! Ich glaub' es fest, und schicke mich, ihm willig nachzugehen: purkann gleich mein Wahn nicht jede Bahn zu meiner Wohlfahrt sehen. 1972. Die Wege, die sein weiser Rath uns selber vorge zeichnet hat, sind oft nicht unsre Bege. Doch fass' ich Muth sein Weg ist gut und Heil sind seine Stege. 3. Wenn du, allweifer Gott, mich führst, mein Schicksal tin2. Durch seine Macht, die Alles schafft, erhält, belebt, regie2 52 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. regieret, steht alles da; durch uns begegnet; gibt, was er seine Kraft wird alles aus geführet. bi da prupidur für uns nüßlich fand; er ist es, der uns segnet! dn11. Wohl, wohl uns! denn wir dürfen nicht vor Kreuz und Leiden beben; zu Gott kann sich mit Zuversicht froh unser Herz erheben. 3. Nichts läßt er durch ein Ohngefähr, nichts ohne 3weck geschehen; sein Wink ruft die Geschöpfe her, sein Wink läßt sie vergeben. im 4. Und nichts von Allem, was er thut, kann seinen 3weck verfehlen; sein Rath ist heilig, weif und gut, das Beste zu erwählen.dog mis 5. Er, er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht Ordnung und Zusammenhang zum sichern Wohl des Ganzen. 6. Uns bringt zum fröhlichen Genuß das Lehrenfeld Getreide; dem Vieh gibt Gott im Ueberfluß der Kräuter fette Weide. sambo 7. Er machet, daß die Saat gedeiht, ihr Saame sich vermehret, und daß uns die Natur erfreut, die alle Wesen nähret. ibis 8. Die dürren Felder tränfet er mit Thau und mildem Regen; der Donner kracht und rollt daher, und bringt den Menschen Segen. 9. So forget Gott auf! rühmt es laut, ihr frohen Christenchöre, daß, wer hier feine Werke schaut, ihn kindlich lieb' und ehre! Tuo 10. 2uch uns führt er mit Vaterhand, und lenkt, was siger MUNG - sist 12. Drum, Christen, auf! und lobt den Herrn, den Gott von großer Güte! Erhebt ihn, dankt ihm, singt ihm gern mit fröhlichem Gemüthe! 3 [ 42.] hulpad Grot.Jo Mel. Werde munter, mein G. 73. Nichts auf Erden und im Himmel ist, was Gott nicht kennt und sieht. Hier auf Erden und im Himmel lenkt er Alles, was geschieht. Alle Kräfte seiner Welt, die mit Allmacht er erhält, sind von ihm bestimmt, gezählet, und nach weisem Rath ge chweifem wählet. 2. Ohne dich kann nichts geschehen; du lenkst aller Kräfte Gang: Alles, Schö pfer, was wir sehen, stehet im Zusammenhang; nichts kann blinder Zufall fein; keine Wirkung ist so klein, welche nicht, von dir geleitet, immer weiter sich verbreitet. 3. Jeder von den Millionen, die durch deine Schö pfungsmacht fern und nah' die Welt bewohnen, wird von deiner Huld bewacht. Deine Menschen sind dir werth, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 53 werth, du kannst, was uns Meeresfluth und Feuersgluth widerfährt, keinem Zufall uns schon ereilet hätten: ſo überlassen, noch im Leiben kann er doch noch retten. uns verlassen.per tha 4. Alles willst du uns gewähren, was uns gut und nüglich ist; wer kann deiner Hülf entbehren, der du aller Bater bift? Oft wird unser Zweck verfehlt; doch, wenn ihn dein Rathschluß wählt, muß es uns durch dich gelingen, ihn auch endlich zu erringen. 915, Was sind unsers Geistes Kräfte, Klugheit, Einsicht und Verstand, Fleiß und Eifer im Geschäfte, und die Werke unsrer Hand? Mangelhaft und schwach sind sie. Dann gelingt nur unsre Müh', wenn du, Herr, uns unterstüßest und bei unserm Thun uns schüßzest. 15 6. Auf dich will ich immer bauen, Gott und Vater dei ner Welt; fest will ich auf dich vertrauen, der mich schuf und mich erhält! Deine Hülfe fehlt mir nie; denn du sendest gnädig sie, wenn in deiner Furcht und Liebe ich Recht und Tugend übe. [ 98.] Mel. Was Gott thut, das. 74. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht mir den verdächtig? Wenn stets Grot. 2. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbst was der Mensch für kleinlich hält, ist ihm nicht zu geringe. Sein Auge sieht in mein Gemüth; eh' ich zu seufzen wage, versteht er meine Klage. 3. Was jag' ich? Gott Tregiert die Welt, und Gott ist der Ullweise. Mich reizt einst, was mir jetzt mißfält, zu feines Namens Preise. führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reiner Freuden. Er 4. Was zag' ich? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. Gott ist nicht fern; er hilft uns gern; wo Menschen zu ihm flehen, da eilt er, beizustehen. 5. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was Dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Mein Gott ist gut; dies giebt mir Muth. Sollt' er nicht seine Treuen gern segnen, gern erfreuen? 6. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vor Gericht uns stellt, find felbst 54 al du Der Mensch. hier verlassen scheinen. di Sie bleiben stets die Seinen. dian felbst die Frommen schuldig; doch sein Gericht trifft Fromme nicht; er schonet als Erbarmer! Was wär' ich sonst, ich Urmer? nd sie 1967. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, wird ewig sie regieren. Wenn Alles gleich in Staub zerfällt: mich wird Fein Leid berühren. Gott stirbet nie; er sorgt für Die, die di 40 8. Wohl uns, daß du die Welt regierst! Nun will ich nie verzagen. Ich folge dir, wie du mich führst; nichts soll mich niederschlagen! Sch hoff' auf dich; du segnest mich, wenn ich auf dich nur schaue, und freudig dir vertraues E [ 91.] 3. A. Schlegel.d any as aum Hi Ho u II. Der Mensch.dns us dig og Ang ur big d Natur, Fähigkeiten Würde und Bestimmung is des Menschen, d brud Mel. Ich dank dir schon durch. 75. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wer follte Gott nicht preifen! Wer feiner Menschheit fich nicht freun und würdig sich be weifen! das mal din 2. Nicht nur den Leib, Gott, dank ich dir: du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl, mit ihr, durch die ich denk' und wähle. 3. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft im Geist dich an, und kann dir ähnlich werden. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit; gabst mir ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl, zur Menschlichkeit, zur Freundschaft und zur Liebe. QUIST 5. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zur Muth und Kraft, und Ruh' und Troft im Leiden. 6. Dich, dich erkenn' ich, meinen Gott, erkenne, deine Werke, mich selbst, dein heili ges Gebot, dein Wohlthun, deine Stärke, 7. D welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Dich, Bater, will ich preisen, mich meiner Menschenwürde freun, mich ihrer werth beweisenim onu [ 42.] Münter u. Küfter. Mel. Vom Himmel hoch, da.. 76. Wie wundervoll bin ich gemacht, mit welcher Kunst mit welcher Pracht! Ich finne nach und tiefer Dank weckt meinen Geift zum Lobgesang.sid 1791037 2. Bie dank ich dir für mein Gesicht! Ich sehe bei des Himmels Licht die Wun det, Der Mensch. der, die du, Herr der Welt, an allen Orten aufgestellt. 393) Sch seh' in jenen fernen Höh'n sich unzählbare Welten drehn, die Sonn' am Tag, und in der Nacht den Mond in stiller, sanfter Pracht. 55 mein Geschäft nach Wunsch mir glückt.$ foldit thirt sid10. Wer zieht der Seele Vorhang auf? Wer kennet der Gedanken Lauf? Wer mißt des Willens freie Kraft, die selbst Gesetz und Bahn sich schafft? bid en m s11. Mit Wonne fühl ich, daß ich bin; denn Wonne schafft mir jeder Sinn. Vor Freude wallt dir, Gott, mein Blut! Wie weise bist du, Gott, wie gut! pind [ 85.]. E. A. Overbec met. Sel Lob und Ehr' dem. 77. Lobfinget Gott, und betet an! Es danke, rühm' und singe, es preiſe, wer nur preifen kann, den Schöpfer aller Dinge. Erhaben, groß ist feine Kraft, und herrlich und untadelhaft find alle Teine Werke. 4. Auf Erden, in der Luft, im Meer erblick ich der Ge: schöpfe Heer, mit Kunst ge baut, an Kräften reich, und feines doch dem andern gleich. Bo5. Und seh' ich mich, dein Kunstwerk, ano Gott wie sehr bewundt' ich dann den Leib mit seiner Glieder Kraft, den Geist, der die Gedanken schafft! munun nedbinske 6. Das Uuge, wunderbar gebaut, der Blick, der auf zum Himmel schaut und nach der Erde Pracht zurück wie mehrt et meines Daseins Glück! bi lis nigra bi Auch Weisheit, Kenntniß meiner Pflicht und Freun: 2 destrost entbehrlich nicht geiftvoller Rede Kraft und Sinn dringt durch das Ohr zum Herzen hinaist noch SIN 90WS77 his Jung Wie ſchön, wie würdig seiner Macht find aller Himmel Heere! Wie strahlen sie voll Licht und Pracht Dem, sidder fie schuf, zur Ehre? Das Auge sieht sich niemals fatt; sieht, was es auch geſehen bat, doch immer neue Wunder. 13. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäubchen auf der Erde, wodurchg Mensch nicht Gottes Rath und Machtverherrlicht werde? Dwie ist die Natur fo reich; und was ist deiner Trägheit gleich, 8. Und Wohlgeschmack wird mir ngewährt durchid Alles was mich stärkt und nährt. Ich athme in der reinen Luft mit süßer Luft der Blumen Duft. Justunt us 9. Durch meine Adern fließt das Blut; ich fühl in ihm die Lebensgluth; der Glie: derbau ist so geschickt, daß -gils 56 Der gleich, wenn du's nicht siehst, nicht fühlest? billy i $ 14. Gab feine Macht, die Schöpferin, zum Führer dei nes Lebens dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, erhält und schmücket feine Kraft so viele große Werke? 5. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung, dir Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, o Mensch, nicht glücklich sein? Will sich nicht deine Seele freun, nicht immer froher werden? 6. Er pflanzte selbst in deine Brust die Sehnsucht nach Vergnügen, und schuf dir Quellen, deren Lust und Freuden nie versiegen. Gib nur auf seine Wunder Acht: dann wird's im Anschaun ihrer Pracht dir nie an Freuden fehlen. 7. O darum kommt und betet an! Es danke, rühm' und singe und preise, wer nur preisen kann, den Schöpfer aller Dinge! Uns wohlzuthun, ist stets sein Ziel; laßt uns mit innigem Gefühl, wie gut Gott ist, empfinden! in [ 22.] 3. A. Cramer. 3. A. Cramer. Mel. Religion, von Gott geg. 78. Gott werde stets von dir erhoben, du, deines Mensch. Schöpfers Bild, mein Geift! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Jhn, der mich schuf, fein Bild zu sein, und seiner Werke mich zu freun? 2. Voll Pracht und Anmuth, zum Entzücken, ist feine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmükken, die Güter, die sie in fich hält? Und dennoch kann sie nicht verstehn, wie wundervoll sie sei, wie schön. ilmu. 3. Verständ'gen Geistern nur, nur Seelen, die Gott zu dieser Würd' erhob, dem Menschen nur, nur mir erzählen die Welten ihres Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geifte schuf. 4. Gott, ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Ge danken tausendfacher Art! Uch, strebt' ich, alle dir zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon sein! magis coming d 5. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, fie trennen, wie es mir gefällt; ich kann die Welt, kann mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft von dir, o Gott, der Alles schafft. end 6. Wie feurig dürftet meine Seele nach Ruhe, Luft und Selig Der Mensch. Seligkeit! Nur, daß ich oft ein jedes Glied erwecktiszum aus Frrthum wähle, was mich nach dem Genusse reut! Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist Mißbrauch deiner Baterhuld. daim ud fidia 7. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich dich, Gott, nur lieb gewinnen, dich nur; und was gebräche mir? möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften fein! as the 8. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Quelle der Vollkommenheit! Wer kann mir rein're Freuben nennen? Wo find' ich höh're Seligkeit? Bewahr', o Seele, dieß Gefühl; nur Gott und Tugend ſei dein Ziel! [ 76.] J. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 79. Dein bin ich, Gott, dein ist mein Leben; mein gan: zes Wesen kömmt von dir. Du hast das Dasein mir gegeben! wie troftvoll ist mein Ursprung mir! Du, Bater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. ons 52 fl 12. Wie wird, o Bater in der Höhe, mein Herz von Freud' und Dank entzückt, wenn ich den Bau des Leibes sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt! Ein jeder Sinn, slope 57 Preise mein Gemüth.md 3. Doch mehr noch gabst du mir die Seele, den Geist, der meinen Leib belebt, durch den ich denke, prüf und wähle, den einst dein Ruf zum Himmel hebt; Vernunft und Freibeit und Verstand empfing ich, Gott, aus deiner Hand. 85 4. Der Wunder deiner Huld und Liebe wie wünsch' ich, ihrer werth zu sein! Wie wallt mein Herz vom regsten Triebe, sich dir, Allgüt'ger, ganz zu weihn! Wie viel hast du an mir gethan! Ich bete dich in Demuth an. [ 99.] Mel. Anonym u. Diterich. Sei Lob und Ehr' dem. 80. Uns schuf ein großer Gott! So ruft die Welt mit ihren Heeren in Fluren, Wäldern, in der Luft, in Strömen und in Meeren. Auch deine Sonnen preifen dich; doch nur dein Seraph, Herr, und ich kann dir, dem Schöpfer, danken. 2. Mein Leib kam, Herr, aus deiner Hand; von dir kam meine Seele, begabt mit Freiheit und Verstand, daß sie ihr Bestes wähle; Erkenntniß, Weisheit, Wissenschaft ist nur durch ihre hohe Kraft uns, Herr, von dir verliehen.monid 3. Durch sie wächst unser Wissen fort in tausend neuen Zwei 58 Der Zweigen; und wenn ihr Ohr Vernünftige Seele. der Wahrheit Wort vernimmt, muß Irrthum schweigen. So führt sie uns im Lauf der Zeit stets näher zur Vollkommen heit, der Menschheit hohem Siele. Ju misd is mad 4. Preis dir! du gabst zu Bonn und Schmerz dem Auge seine Zähre; schufft Bruderlieb in unser Herz, neigst es zu guter Lehre; vermehrst der Tugend Unterricht und läsfest uns ihr himmlisch Licht aus edlen Seelen leuchten. im apareldur mudir un Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. SL. Wie dank' ich, Gott, wie dank' ich dir! Auch eine Seele gabst du mir, das höchste der Geschenke! Daß du ganz Gnad' und Liebe sei'st, zeigt der mir eingehauchte Geist, durch den ich leb' und denke.) hid 2. Durch meinen Geist er kenn' ich dich und deine Werke, Herr, und mich; durch ihn kann ich empfinden; durch ihn will nich; durch seine Kraft kann ich, was bös und tugendhaft, was wahr und falsch ist, finden. 3. Gebräche mir der Seele Licht, wie elend wär ich! Würd' ich nicht, als Thor, stets thöricht handeln? Ich säh' und flöh' nicht die Gefahr; ver= blendet würd' ich immerdar den Weg zum Unglück wandeln. 14. Du schufft sie zur Vollkommenheit; Unsterblichkeit, Unsterblichkeit ward Seele, dir gegeben! Wenn einst der große Bau der Welt auf Got tes Ruf: vergeb zerfällt, wirst du, mein Geist, noch leben. mis au bim sis Mensch. 5. Du hast vor uns ein wei tes Feld des Segens ausgebreitet, und überall in deiner Welt zu Freuden Stoff bereitet. Gesundheit, Ehre, Glück und Ruh, läßt unser ew'ges Heil es zu, wirst du uns nicht versagen. - 6. Dir ist kein Seufzen und Fein Flehn des Leidenden verborgen; du hast uns Allen Heil erfehn, wirst für uns Alle for: gen. Die Liebe, die uns Je sum gab, führt uns mit Freudigkeit in's Grab, und burch das Grab zum Himmel. 7. Ich freue mich, und bete an vor dir, dem Gott der Güte! Dich rühm' und preise Federmann mit dankbarem Ge müthe! Du, der vom Staube mich erhob, einst sing'ich wür diger dein Lob mit Engeln, meinen Brüdern au 113[ 22] desuot ni trof i 1508 [ 53.] nundin Liebich. Mel. Es ist gewißlich an der. 82 Biel hast du uns, Alliebender, des Gutend bier ge geben; durch tausend Gaben, Gütigster, beseligt unser Leben. Doch Herr, zum würdigen Gebrauch der vielen Güter gabst Der Mensch. 59 gabst du auch Vernunft uns, deinen Menschen. lohnt Den, der ihn ehrt, mit freudigem Gewissen.oo gun 2. Sie ist's, die uns zu dir 7. Durch Jefum Chriftum erhebt, du Bater aller Wesen; die unser schwaches Aug' be lebt, din der Natur zu lesen, und Ordnung, 3weck und weifen Plan, und deiner Vorsicht hohe Bahn zu sehn in deinen zu fe Werken, du be mix selbst erschien Vernunft in himmelsklarheit; wir freuen uns, belehrt durch ihn, der lautern, reinen Wahrheit. Wer haßte blinden Glauben mehr? Und wer empfahl so stark, als er, die Prüfung seiner Lehre? 3. Führt sie uns auf des Lebens Bahn, dann wird es um uns helle; vor ihr zerrinnt des Frrthums Wahn, und aus der Wahrheit Quelle strömt uns ihr unvergänglich Licht, und bange Zweifel stören nicht des Herzens Ueberzeugung.e 8. Gott, lehr' uns dieses hohe Gut, das du uns gabst, erhalten! Gib uns, es zu beschützen, Muth, wenn sich in Trugge stalten, uns einzuschläfern, Frömmelei und Aberglaub' und Schwärmerei uns hinterlistig nahen! 100 bi Max 4. Ihr heiliges Gesetz ge 9. Dann werden wir in beut, für Recht und Pflicht zu ihrem Licht dich, Vater, recht leben, und uns dadurch zur erkennen; dann wird uns Aehnlichkeit mit dir, Gott, zu Wahn und Irrthum nicht vom erheben. Mit Glauben an Un- Weg der Wahrheit trennen; sterblichkeit, mit Hoffnung fro- dann werden wir dir ähnlicher, her Seligkeit erfüllt sie unsre zu allem Guten williger, und Seele. mis narès; is mol immer froher werdendnu 197 5. Sie ist es, die nicht angst[ 23.] 190 fut Schink. voll bebt, wenn Wetter um sie immol s12 cad bin dinit blitzen; die sich voll Muth im Freiheit. do 19 Kampf erhebt, der Menschheit Recht zu schützen; fich niemals furchtsam täuschen läßt, und unerschütterlich und fest für Pflicht und Wahrheit streitet. 6. Sie ist die weife Lehrerin der Demuth, macht beschei: den; fieb gibt uns wahren Christensinn und hohen Muth im Leiden; sie zeiget uns der Menschheit Werth, und sie be Mel. Es ist gewißlich an der. 83. Der Mensch soll hier aus eigner Wahl nach Gottes Willen leben, und nicht zu sei ner Schmach und Qual dem Laster sich ergeben Gott schuf vernünftig ihn und frei, daß er fein Bild auf Erden ſei und seiner Huld fich freue. su 2. Bon Gott geschaffen, kann und soll ich Gottes Wege wan= Der Mensch. 60 wandeln, und, heiliger Gesin nung voll, gerecht und edel handeln. Mein Wille kennet feinen Zwang; Gott gibt mir Kräfte, selbst den Hang zum Böfen zu bekämpfen.sed 3. Wohl mir, wenn ich mit Muth und Kraft den hohen Sieg erringe, und durch Vernunft die Leidenschaft, stets Gott getreu, bezwinge! Dann quält mich bittre Reue nicht, und Tod und fünftiges Gericht sind dann mir nicht mehr schrecklich, nisam notte 4. Bleibt frei mein Wollen, mein Entschluß, und thu' ich Gottes Willen: o dann erquickt mich der Genuß des innern Lohns im Stillen. Schön und gefahrlos ist mein Pfad; denn jeder tugendhaften That folgt himmlische Belohnung. 5. Unfriede tobt in dessen Brust, den eitler Wahn bethöret, und der, berauscht von Sinnenluft, der Weisheit Rath nicht höret. Wie könnt' er froh im Herzen sein? Er selbst ist Schöpfer seiner Pein; ihn trifft gerechte Strafe. 6. Der Mensch ist frei und Gottes Bild; frohlocket laut, Gerechte! Der Mensch ist frei, und Gott vergilt; erbebt, ihr Lasterknechte! Du wirst nach unserm Thun uns einst, Herr, wenn du zum Gericht erscheinst, als freie Wesen richten. [ 23.] di Bol Mohn. Mohn. 1007 Gewissen.dog sono meniad Mel. Wer nur den lieben Gott. 84. 3um Trost in unsern Kümmernissen, zum Licht auf dunkler Pilgerbahn gab uns der Schöpfer das Gewissen; das zeigt uns jeden Frrweg an, mahnt Sünder noch zu rechter Zeit, und schenkt den Frommen Seligkeit. E 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wär' des Unrechts mir bewußt: es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust. Um Rub' im Herzen gäb' ich gern die Welt; doch Ruhe wär' mir fern. niline 3. Selbst wenn ich über Meere flöhe und einen menschenleeren Ort zu meiner Wohnung auserfähe: mich fände mein Gewissen dort. Bergebens schläfr' ich's mühsam ein; es wacht einst auf zu größrer Pein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann, sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß er nach seiner Pflicht gethan; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewissen hält! 5. In jedem Alter, jeder Lage wird's liebreich ihm zur Seite stehn, die kleinste Freude seiner Tage durch stillen Beifall ihm erhöhn, und, wo Verfu= Der Mensch. fuchungen ihm dräun, fein Führer und sein Retter sein. 36. Ja, Unschuld, du ver: scheuchst die Sorgen; o welch ein großer Schatz bist du! Du wachst mit mir am frühen Morgen, drückft Abends mir die Augen zu. Du schwebst mir selbst im Traume vor, und führst zum Himmel mich em: porn T3 17. Ich zage nicht, wenn ich auch leide; du tröstest mich in aller Pein, und machst es mir zu hoher Freude, auch, unter drückt, noch fromm zu sein. Die Hütte wird mir zum Pal last, wenn sie mit mir auch dich umfaßt. ml He 8. Und wenn ich einst vollen: det habe, mein leßter Schweiß die Stirne deckt: wie fliehn die Schrecken dann vom Grabe, wenn mich kein inn'rer Richter schreckt! Dann ruf ich froh felbst im Gericht: mein Herz, mein Herz verdammt mich nicht! and [ 99.] Pfranger. Mel. Religion, von Gott gegeben. 85. Hoch über mir dein Sternenhimmel, und dein Ge fez, o Gott, in mir erhebt den Geist vom Erdgetümmel anbetungsvoll hinauf zu dir! Ein heiliges Gefühl durchglüht mit hoher Andacht mein Gemüth. bud and coid 2. Es flößt Empfindung meiner Würde und reinen Tu 61 gendfinn mir ein; felbst bei des Erbenlebens Bürde fühl ich das Glück, ein Mensch zu sein, und thue mit Ent schloffenheit, was bein Gesetz in mir gebeutnoj doj 3. Ich soll und will das Gute lieben, nicht darum, weil der guten That Belohnung folgt: ich soll es üben, weil Tugend inn're Würde hat; fie hebt uns über Grab und Zeit zur Hoffnung der Unsterblichteit.id anar aslaug 4. Nach reiner Seligkeit auf Erden streb' ich mit Angst und Sorgen nicht; nur würdig will ich ihrer werden, und immer Gutes thun aus Pflicht! Richt? ich auf Gottes Reich den Sinn, so wird mir herrlicher Gewinn.nu e sds asid dn5. Drum segne, Vater, mein Bestreben, dem Ruf zur Tugend treu zu sein! Laß ganz mich meinen Pflichten leben, nur ihnen meine Kräfte weihn! Stets leuchte dieses inn're Licht mir bell und rein: dann irr' ich nicht. de [ 76.] d) Doljod df und Erinnerungskraft.si Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 86. Welch sterblich' Auge kann ergründen, wie weit, Gott, deine Einsicht reicht? Und wo ist ein Verstand zu finden, der deiner Kenntniß Tiefen gleicht? Du kennest aller 62 Der Mensch. sei es dein! Ich will, zu deis nem Wohlgefallen, auch diese Geisteskraft vor allen dir, Herr, und deinem Dienste weihn. minim in finan [ 101.] K. F. Senff. aller Sternen Heere, und was men; du gabst es mir ganz auf Erden und im Meere sich regt; du zählst des Meeres Sand. Was Menschenwille je begonnen, was menschlicher Verstand erfonnende war dir von Ewigkeit bekannt.& lis2. Auch uns, die wir dein Lob nur flammeln, verliehst du hohe Fähigkeit, heilsame Kenntniß einzufammeln in dieses Lebens flücht'ger Zeit. Mit Uug' und Ohr dem nach: zuspüren, was dir gefiel; es auszuführen, und was des Menschen Kunst erfand, was wir aus früher Vorzeit hören, ruhmwerthe Thaten, Weis: heitslehren zu fassen, gabst du uns Verstand. 100 juo hi 3. Was wäre doch für uns dies Leben, was Kunst, Er: fahrung, Wissenschaft, und was du sonst dem Geist gegeben: befäßen wir nicht auch die Kraft, was wir empfinden und erwägen, uns in's Ge: dächtniß einzuprägen, und die fes Schatzes uns zu freun? Selbst über uns so weit' erhaben, schufst du uns, auch in diesen Gaben, wissender, dein Bild zu sein. 4. Es weihe frohe Lobge: sänge dir, wer dich kennt, wer denken kann! Es bete dich der Menschen Menge für das Gedächtniß dankbar an! Das Böse darin aufzunehmen, deß müsse jeder Mensch sich schäallo im dny im Nachahmungstrieb, als das Mel. Befiehl du deine Wege. 87. Nicht Sündern nachz zuahmen, riefst du uns, Gott, als wir auf diese Erde kamen: nur deinem Sohn und die in unferm Thun auf Erden, in unserm ganzen Sinn stets ähnlicher zu werden führt zum Heile hin.nsor fol 2. Mit welchem Wohlges fallen, Gott, bildet schon das Kind sich unvermerkt nach Allen, die ihm nur nahe find! So schufst du es; voll Liebe, Allgütiger führst du uns auch mit diesem Triebe froh unsrer Wohlfahrt zu. mi dis 3. Wer zählt die Schaar der Schwachen, die bloß nachahmen kann? Stets über uns zu wachen, Gott, treibe dieß uns an! Ja, jede Sünde fliehe der Christ mit festem Sinn, und unser Beispiel ziehe zum Bösen Niemand hin. Tuonid Domsprutad 4. Doch ach! wie viel Ge fahren umringen stets uns hier, wenn, durch der Sün der Schaaren schnell fortge riffen, wir da glauben recht zu Der Mensch. 63 1918 zu wandeln, wo viele vor uns 4. Süßers wird mir das gehn, und daß wir unrecht handeln, oft nur zu spät erst ſehn. bus archidsig 5. Herr, hilf uns, jede Blöße am Beispiel Andrer sehn; und feines Menschen Größe reiz' uns, ihm nach zugehn! Dir nachzuahmen, werde uns Wonne; wir sind dein! Dann wird auf dieser Erde uns nichts gefährlich sein. [ 10] K. F. Senff. on Tim Vergnügen, schneller kann ich Gram besiegen, reiner strahlt der Wahrheit Licht, fanfter flieht des Lebens Stunde, wenn im treuen Freund schaftsbunde Feder redlich denkt und spricht.ne 15. Nimmer könnt' ich hier auf Erden weise, froh und glücklich werden, müßt' ich ohne Sprache sein. Schwerer fühlt' ich jede Bürde; unbeich einst in's Grab hinein.& kannt mit meiner Würde, sänk i6. Wohl mir! Du hast nicht nur Leben, haft auch Sprache mir gegeben! O mein Gott, wie freu' ich mich! Schon der Kinder frohes Lallen schafft mir süßes Wohlgefallen. Vater, o wie lieb' ich dich! duni 897. Laut und freudig dir lobsingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Bater, das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, daß mich deine Liebe schuf.madagan [ 6.] Ju Reche.b hus Sprache star Mel. Alles ist an Gottes Segen. 88. Laut und freudig dir lobfingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Vater, das ist mein Beruf! Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, daß auch mich dein Urm erschuf. 2. Du, du gabst mir Kraft zu sprechen, Wünsche, Sorgen und Gebrechen meinen Brüdern zu gestehn, und mit kindlichen Gebeten, Herr, vor deinen Thron zu treten, laut um deinen Schuß zu fleh'n. 23909 3. Was ich fühle, weiß und wähle, alle Schäße mei: ner Seele kann ich um mich her verstreun; kann die Menfchen, die mich hören, liebs reich warnen und belehren, fie durch Rath und Trost er freun.lst siddl Menschenwürde. mu pims each Mel. Die Tugend wird durch's. 89. Wie groß ist meine Menschenwürde, wie hoch mein Rang schon in der Welt! Nur jetzt traglich des Körpers Bürde! einst werd' ich Engeln zugesellt. Wie hoch bin ich schon hier erhoben, wie herrlich 64 Der Mensch. dessen werth zu machen. dag lich ist mein Erdenstand! Ich nur von dir bestimmt, uns Fann Gott kennen, ehren, lo ben; der Himmel ist mein Baterland didnad 2. Mein Geist, bestimmt, noch fortzuleben, wenn dieser Leib in Staub zerfällt, wird über Sonnen sich erheben in Wohnungen der bessern Welt. Erinn're mich an diese Würde, Gott, dessen Hand mich dazu schuf! Sie sei mir bei des Le bens Bürde Ermunt'rung, Troft und Tugendruf! Inm ! 3. Sie stärke mich zu allen Pflichten, zu Ullem, was dein Bort gebeut! Das Gute freuz dig zu verrichten, sei hier für mich schon Seligkeit! Sie 3. Olaß mir doch dies große Biel durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', und doch dabei nicht fähig bin der reinen Geiftesfreude? eu soysu 2. Nicht hier ist unser Va: terland; nur, Gott, bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie, das nie ein Ende nimmt; hier sind wir 4. Auf kurze Zeit nur bin ich hier; laß mich dies nie vergeffen! Nur wenig Tage hast du mir zur Uebung zugemeſ= sen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dieſer schönen Erde Pracht wird dann auch mir vergehen. mijdal atra 5. O laß mich jene Herrlichkeit, Gott, stets vor Augen haben, und hier in der Erzie hungszeit um jene beff're Gas ben, die mir im Tode nicht entflieha, vor allen Dingen mich bemühn, und so zur Ernte reifen. lehr' mich Alles fliehn und mei den, was meinen Menschen stand entehrt; denn jene Welt mit ihren Freuden ist auch des größten Opfers werth. [ 15.] E. G. 2. Meister. Mel. Wenn mein Stündlein. 90. Wie wichtig, Herr, ist mein Beruf, den du mir selbst 6. gegeben! Als deine Liebe Menschen schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du uns hier erziehen. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, sich seiner Würde freuet, das so, wie Jesus, Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet: ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun in jenem hőhern Leben. she son 7. Zu diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich immer möge hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gül: Der Mensch. 65 wornach der Mensch so lüstern geizt, nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär' es auch voll Bitterkeit. nis gültig sind, bis ich einst, als dein heil'ges Kind, dein Baterantlig schaue. nsdrid [ 96.] ad fi Diterich. Mel. Religion, von Gott geg. 91. Du gabft mir, Bater, dieses Leben nicht bloß für eine kurze Zeit: du hast es mir, mein Gott gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier soll ich treu den Saamen streun; die Früchte ernt' ich dort erst ein. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, des künft'gen Lebens werth zu sein, und diese kurzen Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. d dziet 349) 2. Du schenktest mir Ver- 7. Wohl mir, wenn ich den stand und Willen; die Wahr- Hang zur Sünde, die Lust des heit zu erkennen, Licht; Kraft, Fleisches und der Welt, und dein Gebot gern zu erfüllen, jede Lockung überwinde, die und lehrtest felbst mich meine meinem Herzen Netze stellt; Pflicht; für Tugend gabst du wenn ich- o feliger Gewinn! mir Gefühl, und Freiheit, was als Sieger dort gekrönet ich wählen will. aun di 3. Du gosfest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus, und schmücktest durch dein mächt ges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus; gabst mir der Sinne fein Gefühl, und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil diese Hülle fallen muß; darum soll ich der Welt genießen mit wei fer Vorsicht im Genuß. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. i dan ist 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so leicht sie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, - bin! 2007 791 8. gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! mond 9. Laß oft mich in gesunden Tagen im Geist zu mei nem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig ſei! Jonadprie tion Weiffe. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 92. Schuf mich Gott für Augenblicke? Nur für dieſen [ 76.] Der Mensch. 66 Traum der Zeit? Nur zu ihrem eitlen Glücke, aber nicht zur Ewigkeit? Spötter sagen: nur ein Hauch ist der Geist, und schwindet auch wie ein Strahl in Nacht verschwin: det, daß man seine Spur nicht findet. dal no 2. Bin ich, wenn ich sterben werde, völlig der Verwefung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde, und ein bald verwester Staub. Uch, erreicht' ich hier mein Ziel; hätt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren: lieber wär' ich nicht geboren! 3. Ist dies Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad: sagt, warum mir's Gott gegeben, mir Vernunft gegeben hat? Glücklich wär' ich, hätt' er mir sie versagt, so wie dem Thier, das sich seines Lebens freuet, seinen Tod nicht kennt, noch scheuet! 4. Sein, und dann vernichtet werden; schrecklicher Sedanke, fleuch! Oder, ihr Gewürm auf Erden, neidisch seh' ich hin auf euch! Denn was nüßte mir der Flug, der so oft zu Gott mich trug? Wärst du, Grab, das Ziel des Lebens, dann hofft' ich auf Gott vergebens. 5. Nein, es soll mir meinen Glauben, daß mein Leib nur sterblich sei, keines Zweifels Blendwerk rauben, und kein Hohn der Spötterei! Nicht vergehen, wie ein Rauch, nicht verschwinden, wie ein Hauch, kann mein Geist, des Ew'gen Gabe; ihn verweht kein Sturm am Grabe. 6. Nein, Gott schuf nicht Menschenseelen bloß für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen: Gott schuf sie zu ew'gem Glück. Für das Leben schuf er fie; Menschenseelen sterben nie: selig machen oder richten wird sie Gott, und nicht vernichten.tid 7. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergänglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit- 3eugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe! bun 8. Du, o Schrecken im Gewissen bei Verbrechern; du, o Ruh', und, was Fromme nur genießen, hoher Friede Gottes du 3eugen, Bürgen seid auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, wenn der Leib zerstäubt zur Erde, daß mein Geist nicht sterben werde! 9. Ewig, ewig werd' ich leben! Sicher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit! Wandeln will ich feſt und stilljeden Pfad des Rechts, und will, was davon mich locket, - Der Mensch. locket, haffen, will die Ewigfeit umfassen! 10. Aber daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der selige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist we der Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! Dort ist, Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone. [ 26.] 3. A. Cramer. Mangelhafte Einsicht und Fehlerhaftigkeit. Mel. Ich hab' mein' Sach'. 93. Noch schauen wir im dunkeln Wort; noch reißt uns Wahn und Frrthum fort, und unser wankender Verstand hat, abgewandt von Gott, oft Gottes Rath verkannt! 2. Auch selber Der, der weiser denkt, sich nicht in jeden Abgrund senkt, zwar forscht, doch mit Bescheidenheit, dringt doch nicht weit, umringt von tiefer Dunkelheit. 3. Uns decket Dunkelheit vom Herrn! Um Grab hier, sollen wir nur fern des Ewigweisen Rathschluß sehn, von weitem stehn, und noch in's Heiligthum nicht gehn. 4. Wenn vor dem Schöpfer tief gebeugt die kühne Wißbegier auch schweigt: so tragen wir der Sünde Joch, so fliehn 67 wir doch, du Heiligster, dein fanftes Joch. thing that - 5. Uch, wir, der Uebertretung Raub, wir ew'gen Seelen, und wir Staub, wir Sünder, ach! was wären wir, erhöben wir nicht glaubend unsern Blick zu dir? 6. Hier wird der Sohn der Sterblichkeit nie von der Sünde ganz befreit! Ach, wären's Schwächen nur allein, die uns entweihn! Möcht' unsre Schuld nie Bosheit sein! [ 45.] 7. Du, der uns Urme nicht verstößt, wie wollen wir uns, einst erlöst von unsrer Sünden Elend, dein mit Fauchzen freun, und ganz uns dir, Bollender, weihn! Klopflock. Mel. Wo soll ich fliehen. 94. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden! 3. Hier ist kein Unterschied: dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Da ist vor dir, Der Mensch. 68 dir, Herr, Keiner unschuldig, auch nicht Einer.boesn * 74. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben und freudig auszuüben. ilck molan moin 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die gröBern Leiden, die wir, auf Ewigkeiten, selbst unserm Geist bereiten. 306, Dir folgen, dünkt uns 3wang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beff'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir find, so willst du uns doch bei len, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. najus tal [ 104.] [ 104.] 300 mnd Diterich. Mel. Vater unfer im Himmelr. 95. Der Hang zum Bösen wohnt in mir, und trennet mich, o Gott, von dir. Zu oft nur wird in meiner Brust zur Leidenschaft die böse Lust, daß ich, verführt durch Sinnlichkeit, vollbringe was bein Wort verbeut. 30012 2. Ich fühl's, die Tugend, Gott, ist schön; ich will auch ihre Pfade gehn, voll regen Eifers und voll Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seiner Pflichten nie vergißt, hier ruhig und dort selig ist. 3. Doch oft erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust und locket mich zu Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit. Gelingt es ihr: so glaub' ich dann, daß ich so leicht nicht fallen kann. 4. Und ach, wie nah' ist dann mein Fall, wenn ich versuchet überall von außenher und durch mein Herz, mit Lust, Gewinn, und Furcht und Schmerz nun kämpfen soll: wie leicht, wie leicht vergißt sich die Vernunft und weicht! 5. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! Mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreuung und Vermessen Der Mensch. messenheit, des Beispiels Reiz, die Weichlichkeit, ein stark Gefühl für Lust und Schmerz: wie leicht verderben die das Herz! sid minu 6. In diesem Kampf kannst du allein, Herr, meine Hülf' und Stärke sein! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen sein, daß ich von dir nie weich', und, meiner Pflicht getreu, dir bis zum Tod ergeben ſei! [ 84.] 3. A. Cramer. Mel. Alle Menschen müssen ft. 96. Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei? Immer noch, ich fühl's mit Schmerzen, regt sie sich in meinem Herzen; nur zu oft noch regt sie sich und versucht zum Bösen mich. 2. In der Undacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt; habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Ent: schlüssen, schwur ich dann, dir treu zu sein, stets mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, o Gott, 69 zum Dienste geben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn.fund 4. Aber wie so schnell em= pöret sich der Leidenschaft Gewalt! Sie entkräftet und zerstöret Eifer und Entschluß gar bald. Plögliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Menge mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. D, ich Urmer, dem zur Treue feste Seelenstärke fehlt; den so oft aufricht'ge Reue, und doch oft noch fruchtlos quält! Ach, wer wird mich ganz vom Bösen, von der Sünde Joch erlösen? Ich Elender, wer befreit mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Du verzeihefst, Gott, die Fehler meiner fündigen Natur; nicht die Schwachheit unsrer Seele, bösen Vorsatz strafst du nur. Hätt' ich nicht den Trost: ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden; bin und bleib' ich immer schwach: o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und der Bosheit ferne sei! 8. Wenn Der Mensch. 70 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; laß mich streben, aufzustehn; eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre felbst mich fester gehn; warne mich; sei mein Begleiter; führe, Gott, mich täglich wei ter, bis ich's in der Ewigkeit bringe zur Vollkommenheit! [ 4.] Mel. Ach Gott, vom Himmel. 97. Kein Mensch, o Gott, ist fündenfrei; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kenneft Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. Münter. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. und 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir können's auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken: und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir, und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz im Glück, auf dich zu schauen! Wie bald vergeffen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit feind, auch ihre Freuden mehren; doch wer ist immer liebevoll? Wer sorgt so gern für fremdes Wohl, wer hilft, so viel er könnte? sin 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir, fehlen. Sie sehn auf uns; die Lust erwacht, das Böse zu erwählen; gleich uns, verschmähn sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld vermehrt auch unsre Schulden.spillaspidom 7. O großer Gott, hier stehen wir, verklagt von unsern Sünden! Vor dir, Allheiliger, vor dir ist keiner rein zu finden! Wie kümmert unfre Seele fich! Wir Ulle fehlen wider dich! Erbarm' dich unfer Aller! Bleroad [ 2.] ma Reche. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 98. Gut und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst: in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Geister, die dein Loblied singen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen: nur der Mensch erkennt's oft nicht Der Mensch. nicht für sein Glück und seine Pflicht.pst die 2. Dir gehorcht mit hoher Bonne nicht nur aller Geister Heer; deine Beste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen; Alles, Höchster, was du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot auch zu erfüllen: nur der Mensch, der Erden sohn, spricht oft deinem Willen Hohn. Anda den 3. Stolz empört sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; deinem göttlichen Befehle widersetzt er frevelnd fich, läßt sich nicht von dir re: gieren, folget lieber seinem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die ihn soll zum Heile führen, und geht blind mit sicherm Sinn auf verkehrten Wegen hin. dadah 4. Bater, laß uns doch empfinden, daß uns böse Lust verführt, und daß jeder Hang zu Sünden nichts als Angst und Noth gebiert! Mach' uns deinen Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Frrweg fliehn; denn dein Weg allein ist rich: tig. Gib, daß unser Herz dir treu, unser Wandel heilig sei! 5. Dann, o Gott, wird hier auf Erden, wie im Him: mel, dein Gebot freudig stets befolget werden, und entwei71 chen manche Noth. Alle, alle, die dich kennen, werden unter than dir sein, und sich deiner Liebe freun, und dich ihren Vater nennen; denn, wer deinen Willen thut, der hat immer heitern Muth.c [ 81.] Münter. Mel. Vater unser im Himmelr. 99. Gott, welch Verder= ben wohnt in mir! Wie oft, wie oft mißfall' ich dir! durch wie viel Sünden! Wer erzählt, wie oft der Mensch nur täglich fehlt; er, der, so lang er lebt, noch irrt, und niemals ganz vollkommen wird? 2. Oft fällt er aus Unwissenheit; oft durch die Macht der Sinnlichkeit; aus Trägheit und aus Selbstvertraun vergißt er, stets auf dich zu schaun, verirret und versündigt sich erst unbewußt, dann wissentlich. 3. Ihm mangle weder Kraft noch Licht: wie oft ver= gißt er seine Pflicht! Wie oft fehlt ihm zum Kampfe Muth! Und wenn er seine Pflicht auch thut: wie zaudert er! Wie lässig ist nicht selten der geübte Christ! 4. Doch, wer zum Sündensclaven sich verkauft hat, wie vergißt Der dich! Mit welchem Frevel sündigt Der! Wie häuft er stets die Lafter mehr, wenn Leidenschaft und Sinnlichkeit, dir nicht zu folgen, ihm gebeut! 5. Er Der Mensch. 72 5. Er achtet nicht auf dich, o Gott! Sich zu betäuben, treibt er Spott mit allem dem, was göttlich heißt; betrübet frevelnd deinen Geist; verleugnet Zukunft und Gericht aus Haß der Tugend und der Pflicht. 6. Und hält in seiner Bos: heit Lauf ihn andrer Menschen Macht nicht auf: was achtet seiner Lüste Wuth der Brüder Jammer und ihr Blut? Wenn er erreicht, was ihm gefällt, was fümmert ihn das Wohl der Welt? al thesis 7. So schrecklich ist der Sünde Macht! Drum selig, wer sich selbst bewacht, daß er nicht falle wissentlich; dich lieb' und ehre, Herr, nur dich; und dir und deinem Wort ge treu bei aller seiner Schwach: heit ſei! song the oil spid daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge sei! atbing 12. Wer Sünde thut. Der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte; wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! ada di pund [ 84.] J. A. Cramer. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 100. Wer Sünde thut, Der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen; er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. D bilf mir, Gott, 3. Wer Sünde thut, Der haßt das Licht, das Gott uns angezündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. lehre, Gott, mich weise sein, und stets den Reiz der Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, Der trost dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! ma 8. Mach' uns von diesem Elend frei, und steh' uns, dei- 5. Wer Sünde thut, ach! nen Kindern, bei, daß wir der Der entzieht sich stolz dem Sünde Greuel fliehn, und uns in deiner Kraft bemühn, dein heil'ges Eigenthum zu sein, und dich durch Tugend zu erfreun! Ruf der Gnade; verkehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. O welch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folg fam bin! 6. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Tugend nicht; nun drohn ihm Tod und Weltgericht! 7. So Der Mensch. 73 daß sung mir; o send' ihn, mein Glaube sieget! Und ewig, ewig dank' ich dir! [ 15.] S. G. Bürde. da Mel. Herzliebster Jesu, was. 102. Wo ist wohl Noth und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde! Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. D wären wir, vom Jüngling bis zum Greife, dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise: was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn wir nur kämpften, jeden Reiz der Sünden zu überwinden. 4. Noch herrscht die Sünde, Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segens quell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Nie denkt der Sünder, ohne Furcht und Beben, an Tod und Grab und an der 3ukunft Leben; nie wird er freudig, ohne Furcht und Grauen, gen Himmel schauen. 6. Die Lust zum Bösen feffelt ihn und wüthet; er leidet selbst durch das, was fie gebietet, und bahnet sich den Weg durch ihre Freuden 7. Du, ni 7. So täuſcht die Sünde; fo beftraft fie selbst sich schon auf Erden. Einst wird zur ftrengern Rechenschaft ihr Sclav gezogen werden. Lehr' uns, o Gott, die Sünde fliehn: noch ist uns Zeit dazu verliehn! god slot C ans [ 62.] Mudre u. Grot. Mel. Die Tugend wird durch's. 101. Gott, welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle, er sehnt, o Tugend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Wil len, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüstern heit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschaften an. 2. Der gute Vorsak, den ich fasse, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Maft und Steuer: ruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. ape 3. Wer löst mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, UUmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur feligsten Gene: zu Gram und Leiden. Der Mensch. 74 7. Du, Gott, zu dem wir fromm die Hände heben, o führe du uns selbst den Weg zum Leben; und gib uns Kraft, im Kampfe mit den Sünden zu überwinden! [ 38.] 3. A. Cramer. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 103. Läftig ist der Sünde Joch, drückend sind des Lasters Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 2. In des Ungestümen Brust weilet keine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumellust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Seelenruh', und eilt neuen Lastern zu. 3. In der Unschuld frohen Reibn wandelt er mit trüben Blicken, will, und kann nicht fröhlich sein; nichts kann ihn hinfort beglücken; denn das Herz voll Gram und Neid störet seine Fröhlichkeit. 4. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Wald und Au' und Saatenfeld, was den Frommen stets entzücket, des sen Herz gefühlvoll wallt, läßt den Lasterhaften kalt. 5. Niedre Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft fanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen; übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut. 69160 6. Herr, dein heiliges Gericht straft Die, so das Gute haffen, die Verächter heil'ger Pflicht! Laß mich dies zu Herzen fassen, daß ich, meiner Pflicht getreu, für das Gute thätig ſein [ 48.] Niemeyer. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 104. Gott, nur Eines Menschen Sünden, was für Uebel zeugen sie! Und der wie viel Glück zerstören die! ganzen Menschheit Sünden, alle, seit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden, alle! 1020 2. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen; wie versenkt der oft in Noth! Und wie langes bittres Leiden folgt oft einer Thorheit Freuden! 3. Starke, Gott, verfol gen Schwache; Schwache- Schwächre! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen fie mit Plagen deine Welt; mit welchen Klagen! 4. Wie die Urglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heuchelei schleicht, um Der Mensch. um über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 5. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht ftrafe feines Elends Thränen, acht' auf unser La ster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich es sei kein Rächer? bil 6. Schrecklich, schrecklich find Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! Ach, dem Lafter folgt Verderben, Urmuth, Schmach und frühes Sterben! 7. Und wie quält Den sein Gewissen, der verworfne Tha: ten übt! Kann er jenes Troft's 6elda sig og en 75 genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erheben, denken an ein künftig Leben? III. Erlösung Rathschluß Gottes, die Menschen zu erlösen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 105. Auf, Christen, laßt uns unsern Sott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod; will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jefum Chrift erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvol: len Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Netter uns zu werden. Er ward's; er 8. Laß erschrecken mich und beben, Gott, so oft mein Herz vergißt, daß, wenn wir nicht heilig leben, unsre Hoff nung eitel ist, selig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden! 9. Laß der Sünde bittre Früchte stets mir in Gedanken fein; nie mich zweifeln am Gerichte; auch den kleinsten Fehltritt scheun; daß ich jeden Reiz der Sünde, stark durch dich, Herr, überwinde! 3. A. Cramer. [ 31.] Doudbi imm und Erlöser. hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, zum Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Die Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zu ew'ger Bonne leitet, ist childost 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unfer Bestes! Er gibt für uns Er ward's; er aus freiem Trieb sein Liebstes und 76 Erlösung und Erlöser. gut erziehet und sein Größtes. Preis ihm, seine Kinder lehrt, und alle der so viel an uns thut! Preis monsonn seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! bdin 29 8 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, und sein die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Dem, der an ihn glaubet! 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht einer ist verfäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! Owohl mir, alle Menschen sind des höch: sten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Ulle mild herab; führt auf verschiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 6. Ihm nur, ihm wollen wir vertraun, und seine Stimme hören; auf seine Mittlerhülfe baun; ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friebevoll auch schon auf Erden wan delt. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Ver nunft uns zieret, und kindlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet; der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! dar dot 17. Drum sei du selbst auf diesem Pfad, Herr, unser Licht und Leiter, und hilf durch Beistand und durch Rath uns Schwachen immer 5. Wie Wahrheit nie dem weiter: dann werden wir an deinem Heil und an dem Himmel ewig Theil mit allen Frommen haben. Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über alles siegt, und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sei dafür ge prieſen! [ 22.] Bai Diterich. Mel. Wenn mein Stündlein. 106. Nun laßt uns Alle fröhlich sein, daß Gott uns Jesum fandte! Laßt uns des Gottes hoch uns freun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt; der alle 6. Wir zagen nicht; was fann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sor: gen, Schmach und Weh, für Krant: Erlösung und Erlöser. Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schweren Schritt an's Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wir za gen nicht! Du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Him mels reinstem Licht einst un fern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür ge priesen! Stolo o dat [ 96.] G. W. C. Starke. Mel. Aus meines Herzens Gr. 107. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht; der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, Gott hat zum Heil und Leben uns seinen Sohn gegeben, und uns durch ihn erlöst. * 2. D welche hohe Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Batertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. od 3. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobgefang, erlöste Menschen; singet dem Mitiler ewig Dank! Er nimmt sich unser an, heilt unfrer Seele Schaden, und hilft uns gern aus 77 Gnaden, wo Niemand helfen tann. bid bad.' spar Bur 4. Shn wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beff'res Leben vor seinem Thron erfreut! Dann sind wir ewig sein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen sich seiner ewig freun. [ 8.] Schirmer u. Diterich. Sendung und Geburt on you Jesu. Mel. Befiehl du deine Wege. 108. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterb lichen, du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen? Gib selbst mir zu erkennen, wie, frommen Dankes voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Mit 3weigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein. Ich will in Freudenpsalmen dir meine Seele weihn. Dich, Herr, will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben: ach, nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, weihtest du selbst zum Opfer dich. Du sabst, von allen Keiner vermocht' es außer dir: da jammerte dich meiner; da kamst und halfst du mir. 4. O Erlösung und Erlöfer. 78 4. D du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog, das dich herab zum Staube, zu mir herunter zog? Dein göttliches Erbarmen! Ja, du Sohn Gottes, haft mit mit leidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt.vn 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte; Flagt nicht mehr! 3agt nicht in euren Schmerzen, als ob fein helob kein fer wär'! O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah'; der eure Seelen labet, der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, glaubt, daß er euch verzeihe; er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was Jedem nügt; hat immer noch die Seinen mit mächt'gem Arm beschüßt, und sie in ihrem Leide zu trő: sten stets gewußt! Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft. a midone 8. Er macht uns von den Ketten der schnöden Sünde frei; er nur kann uns erretten, und steht uns immer bei; gibt stillen Muth im Leiden, und Kraft zu jeder That, und fichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. ind day 9. Frohlockt, ihr frommen Seelen! Ihr habt das beste Theil. Was solltet ihr euch quälen? Er ist ja euer Heil. Wohl ewig allen Denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn. i [ 10.] P. Gerhardt und Neander. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth, und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn fandt' er, unser Trost zu sein, vom Sündendienst uns zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. welch ein liebevoller Rath! Dunaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Was sind wir, daß uns Gott so liebt, und seinen Sohn selbst für uns giebt? Was nüßen wir dem höchsten Gut, daß es so Großes an uns thut? 5. Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr; verschmäh' das Glück nicht undankbar das Gott durch Jesum dir be stimmt, der Sünd' und Irr thum von dir nimmt. 6, Bet' Erlösung und Erlöser. 79 6. Bet' ihn als deinen Ret: mit Freuden, dran, und bete ter an, und sei ihm willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir den Weg zum Les ben; folge ihr! 7. Bei dieser Treue haft du Theil an dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir muthwillig selbst des Him: mels Thür. 8. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! [ 85.] Mich. Weiß und Diterich. Mel. Vom Himmel hoch, da. 110. Auf! Freue dich, mein Geist, in mir und preise Gott, der huldreich dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir zum Trost bekannt, wie huldreich seine Batertreu', wie lieb und werth der Mensch ihm sei. 3. Er ist es, der den sichern Pfad zur Zugend dir gewie: sen hat; durch ihn hat Gott dir Muth und Kraft, auf diesem Pfad zu gehn, verschafft. 4. Darum vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk' oft, und stets Gott von Herzen an. 5. Uus Gegenlieb' und Dankbarkeit ſei ihm dein ganzes Herz geweiht; dein Herz, das ganz ihm ange. hört, und selig ist, wenn's ihn verehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis an's Grab; folg' ihm und wende dankvoll an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Frömmigkeit: dies ist der Preis, der ihm, dem Retter unsrer Welt, an dir und Allen wohlgefällt. [ 85.] Diterich. Mel. Nun kommt der Heid. 111. Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort so treulich hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat! 2. Was der frommen Väter Schaar heißer Wunsch und Sehnen war; er, nach dem ihr Auge sah, Jesus Christus ist nun da. 3. Lob sei auf der Himmel Thron Gott! Er sandte seinen Sohn! Ruh' der Seelen, ew'ges Heil ward durch Jesum uns zu Theil. KOTE 4. Menschenfreund, wie dank' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter vieler Last für die Welt bereitet haft! 5. Dei Erlösung und Erlöser. 80 3195, Deiner Hülfe mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach' es von der Sclaverei schnöder Sündenliebe frei! a 6. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförd'rung meiner Ruh' denke, wünsche, wähl' und thu'! dag 7. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz: tröste dann mein zagend Herz; wenn mir Niemand helfen kann: dann nimm du dich meiner an! 8. Wenn ich kämpfe, schenke du Kräfte mir und Seelenrub'! Hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwachheit mächtig auf! 9. Laß mich, wenn, o Menschenfreund, dein Vergeltungstag erscheint, dir getrost entgegen sehn, und gerecht vor dir bestehn! [ 29.] Heinr. Held u. Diterich. Mel. Lobe den Herren, den. 112. Chre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland, vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Laffet uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irrten Völker umber, wie die Heerden, verlassen von Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 73. Menschen, berufen, fich untereinander zu lieben, folgten der 3wietracht und Bit terkeit schändlichen Trieben. Jesus erschien lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben! 4. Wohlthun und Segen entsprossen des Göttlichen Schritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten; selbst er, ihr Freund, hatte vielfältig ge weint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe, und mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Ehre sei dir, Heiland der Menschen, schon hier! Ehre sei Gott in der Höhe! [ 55.] Niemeyer. Mel. Von Gott will ich nicht. 113. Mit Ernst, o Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder; er rettet sie fo gern! Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben Erlösung und Erlöser. 81 3. Auf reiner Tugend hoher Bahn ging Jefus muthvoll uns voran, und lehrte uns nach Heiligkeit so streben, wie es Gott gebeut. Durch Jesum ward in uns erneut der Glaube an Unsterblichkeit; als unfern Vater lehrt er Gott uns treu verehren bis zum Tod, 5. Fühlt, Christen, fühlet dieses Glück, und denkt an jene Zeit zurück, da dieses Licht von Gott erschien, und danket Gott und preiset ihn! [ 85.] Dolz. Mel. Nun danket alle Gott. 115. Preift den Allgütigen, preist ihn mit uns, ihr Brüder! Hebt euer Herz zu Gott, und singt ihm frohe Lieder! Auf! Feiert diesen Tag, da Jefus hier erschien, mit frohem Herzensdank; ihr Christen, feiert ihn! Leben versprochen hat zu geben; ihr sollt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen! Seld heilig und bereit, was ihm gefällt zu wählen, zu fliehn, was er ver- 4. beut! Ach, leben soll, wer glaubt; doch, wer nicht glaubt, wird sterben; der Sünder wird verderben, der selbst sein Heil sich raubt.rordenist 3. Das hat der Herr ge boten; sein Wort hat's uns gelehrt; es lebren's feine Boten; Heil Dem, der darauf hört! Wer ihm sein Herz ergibt, der wird sein Tempel wer: den, und dort, wie hier auf Er: den, erfahren, wie Gott liebt. 4. Doch, was vermag ich Schwacher, ich Sünder, obne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Mein Herz verlangt nach dir. Komm, komm mit deinem Segen mir, Gütigster, entgegen; dein Geist wohn' stets m mir! [ 86.] Valentin Thilo. Mel. Vom Himmel hoch, da. 114. Echebe dich, mein froher Geist, zur Andacht, die den Ew'gen preist; ihn, der uns heut ein Freudentest mit allen Christen feiern läßt! 2. Wo Nacht und Finster: niß sonst lag, da glänzet nun ein heller Tag. Unsterblich keit und Goit und Pflicht er kennen wir in helleim Licht. 2. Der Erdkreis war verderbt, mit Finsterniß umhüllet; vom Aberglauben war der Menschen Geist erfüllet. Die Finsterniß entfloh, und wo nur Nacht sonst lag, glänzt jetzt durch Jefum Christ dem Geist ein beller Tag. d 3. Durch ihn sind wir belehrt, der Tugend Bahn zu wandeln, nach dem Gesetz der Pflicht zu denken und zu handeln. Durch ihn fühlt froh das Herz Gott und Unsterb chkeit; es fühlt sich neu F belebt 82 Erlösung und Erlöser. belebt mit Muth und Kraft ner trösten. Von ihm beglückt, zum Streit. de 4. Auf! Laßt uns dieses Fest mit Herzensandacht feiern! Froh laßt uns den Entschluß zur Tugend heut erneuern! Auf! Bringet unferm Gott Anbetung, Preis und Dank, und laut erhebe fich des Herzens Lobgefang! 15)[ 65.] von ihm belehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freue fich die Christenheit des Stifters ihrer Seligkeit! Dir, Herr, sei ewig Ehre!! [ 22.] Dolz. Mel. Set Lob und Ehr' dem. 116. Laßt uns mit ehr furchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen; mit feierlichem Lobgefang des Hei lands Fest begehen; Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er fam herab, und ward das Heil der Menschen. 2. Der ist kein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und lieb gewinnet. Nehmt froh an seiner Wohlthat Theil, und seid ihm gleich gefinnet. Wer liebevoll, wie Jesus Chrift, ein Helfer feiner Brüder ist, Der bringt ihm würdig Ehre. 3. Im Urmen laßt uns ihn erfreun, ihn kleiden, spei sen, tränken, des Schwachen Schutz und Hülfe sein, und sein dabei gedenken. Was wir den Seinen hier gethan, das sieht er, der Erlöser, an, als wär' es ihm erwiesen. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, der darf sich seiKraft. d Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 117. Lobt Gott, ihr Chriften, freuet euch! Es kam von seinem Thron, zu gründen unter uns fein Reich, herab des Höchsten Sohn. sred 2. Er fam nach seines Vas ters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und uns ein Führer auf dem Pfad zur Ewigkeit zu ſein. 3. Er kam, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 4. Er lehrt uns jedes Unrecht scheun, und gibt uns Kraft dazu; er schenket uns, wenn wir's bereun, Begnadigung und Ruh'. 5. Er bringt den Troft der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, den from men Geist kein Grab. 6. Eröffnet ist uns nun die Thür zu seinem Him melreich. Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! [ 56.] Nic. Hermann und missd m Diterich. In Erlösung und Erlöser. de In bekannter Melodie. 118. Gelobet feist du, Jefu Chrift, der du uns geboren bist! Geweiht sei dieser Festtag dir! Zu deinem Preise singen wir: Halleluja! om 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, saben die Bölker schon von fern mit glaubensvoller Zuversicht, dich, aller Völker Troft und Licht; Halleluja! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an Denen, welche nie ihn sahn; auf sie, die Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab; Halleluja! 4. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich; der Menschen fündiges Geschlecht entsündigt er, macht uns gerecht; Halleluja!! noch] 3122 5. Gelobet feist du, Jefu Chrift, der du uns geboren bist! Deß freue sich die Chrifenheit, und danke dir in Ewigkeit; Halleluja! [ 27.] Luther und G. B. Funt. naflor Mel. Wer nur den lieben Gott. 119. Auch dir ist Gottes Gnad' erschienen; erheb', o Seele, Gott, dein Heil, und nimm, bereit, ihm treu zu dienen, im Glauben an dem Frieden Theil, den sein er barmungsvoller Rath durch Chriftum dir bereitet hat. p100 83 2. Allein, wie theuer auch und wichtig für uns des Höchsten Friede ist: bleibt dennoch Dessen Hoffnung nichtig, der sich verläßt auf Jesum Christ, hoch ihn und sein Verdienst erhebt, und doch im Dienst der Sünde lebt. d'aime toal 3. Willst du mit ihm schon hier auf Erden vereint und angenehm ihm sein: so mußt du gut und heilig werden; sonst ist dein Gottesdienst nur Schein. Ein Herz, von Sündenliebe rein, nur das kann Gott gefällig sein. 4. Hätt' ich dies Herz! was kann ich jemals ohne Doch, ach! ich Schwacher, dich? Erleuchte du, mein Seligmacher, mit deiner Wahrheit Lichte mich, und stärke mich mit deiner Kraft, die neues Leben in mir schafft. 5. Das ist dein Wille; ich geb' » Gib mir dein Herz!« Das ist dein Wille; ich geb' es dir zum Opfer hin! Du weißt, wie gern ich das erfülle, was ich, mein Heil, dir schuldig bin. O hilf nur meiner Schwachheit auf, und stärke mich zum Tugendlauf! 6. Die unermeßlich große Liebe, die dich herab vom Himmel zog, dich aus erbarmungsvollem Triebe selbst in den Tod zu gehn bewog, die halte mich von Sünden ab, F2 daß Erlösung und Erlöfer. 84 daß ich dir treu sei bis in's Grab! d in ond [ 96.] Sophie, Herzogin von Braunschweig. Mel. Warum sollt ich dich. 120. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre!« 2. Wer kann Gottes Rathschluß faff n? Aber dies ist gewiß: wir sind nicht verlaffen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her: so muß er wahrlich uns auch lieben. Chi 3. Wenn euch nun die Sünden fränken: eilt herzu! Suchet Rub'; er will Rub' euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht; denn er spricht: » ich will euch erquicken.«< 4. Eures Herzens banges Sehnen siehet er. Kommt nun her! Opfert Freudenthränen! Gnade tönet euch entgegen. Welch ein Freund! Er erscheint Feinden selbst zum Segen. 5. Drückt euch hier des Lebens Plage: euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöfter zage! Bringet ihm an seinem Feste Ruhm und Preis; denn er weiß und verschafft das Beste. 6. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, um euch stark zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? Die 7. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig foll freudenvoll sie mein Herz em= pfinden! third pa 8. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obgleich schwach, dennoch im mer treuer. Keine Weltluft und kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 1 [ 90.] Gerhardt und E. F. dp Neander. Mel. Wie schön leucht't uns. 121. Dank, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erfchienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, um Die dem Elend zu ents ziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich von Sünden frei zu sehen! 2. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft unter bitterm Leid auch mir den Weg Erlösung und Erlöser, Weg zur Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Got: tes Frieden schon empfangen, und einst volles Glück er langen. 3. gib, daß ich an die: sem Heil nun auch von ganzem Herzen Theil in wahrem Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schäme, bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen einst auch mich seh' aufgenommen. 4. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln! Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben wonnevoll dich ewig loben! [ 100.] de Diterich. 85 2. Wenn Kreuz und Widerwärtigkeit dir deines Lebens Tage verbittern: lerne dann von mir, wie man sie fromm ertrage. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Herrlichkeit? ms Lehrgeschäft Jeſu. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 122. Mühseliger, komm her zu mir; ich, ich will dich erquicken. Mein Joch ist fanft, und meine Last soll dich nicht niederdrücken. Die Welt vergeht, und wer ihr traut, hat nicht auf festen Grund gebaut. 3. Wenn dich der Zukunft düstre Nacht umhüllt mit bangen Sorgen: geht meines Lichtes Glanz dir auf, wie Sonnenlicht am Morgen. Der Glaube an Unsterblichkeit giebt Hoffnung, Trost, Zufriedenheit. 4. Wenn weinend an dem Sterbebett die Deinen um dich stehen: dann ruf' ich tröstend: hoffet, glaubt! Ihr sollt euch wiedersehen! Der Trennung Schmerz, herrscht hier allein; dort wird nicht Tod, nicht Trennung sein. 5. Trau' nicht den Gütern dieser Welt, die Zeit und Rost verzehren, und lern' zu deiner Ruhe fie, als Erdentand, entbehren. Such' Güter, die kein Rost verzehrt, kein Zufall raubt, kein Tod zerstört. 6. Auf, Dulder! Sei den Kämpfern gleich, die nach der Krone ringen; mein fanftes Joch, Religion, soll dauernd Glück dir bringen. Sie ist's, die Muth zum Kampf gewährt; wohl Dem, der ihre Stimme hört! [ 62.] P. F. Weddigen. Mel. 86 Erlösung und Erlöser. ewig durch sie selig fei! hind [ 99.] Mel. Wer nur den lieben Gott. deiner Wahrheit treu, und 123. Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, die, uns zu ew'gem Glück zu leiten, das Herz zur Gotteslieb' entflammt: dazu erschienst du, Jesu, hier, ein Licht der Welt, ein Licht auch mir. 1090 92. Um dieses Licht der Welt zu werden, wie willig übernahmst du nicht die schwersten Leiden dieser Erden; und drückte gleich dich ihr Gewicht: so trugst du doch voll Güt' und Huld sie gern, mit himmlischer Geduld. Auf 3. Auch bis zu uns ist sie gedrungen, die Wahrheit, die dein Mund gelehrt. ewig sei dir Lob gesungen, dir, der das Dunkel aufges klärt! Du kamst, da ward zum lichten Tag die Nacht, die auf den Völkern lag. 4. Wir sehen nun in größrer Klarheit, als es vor dir die Völker sahn, erleuchtet nur durch deine Wahrheit, zur Seligkeit die sich're Bahn. Wie groß um uns ist dein Verdienst, du, der du uns zum Licht erschienft! 30 5. Sa, Preis sei dir, du höchster Lehrer, zum Heil auch mir von Gott gesandt! O würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Gib, daß ich Diterich. Mel. Gott des Himmels und d. 124. Aus der Fülle deiner Wahrheit, aus dem unerschöpften Meer deines Lichtes floß die Klarheit unfrer Heilserkenntniß her. Herr, dein Licht, Religion, strahlet uns durch deinen Sohn. 2. Doch Jahrtausende verflossen vor dem Anbruch dieses Lichts; viele Völker, Gott, entsproffen und versanken in ihr Nichts, die auf ihrer langen Bahn doch nur Morgendämm'rung sahn. 3. Daß du Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erde bist, und daß jedes Menschenalter dir, Herr, unterworfen ist, sab einst schon die Vorwelt ein, doch nicht hell, nicht klar und rein. 4. Dich durch Heiligkeit verehren, nicht durch Opferdienst allein, forderten schon Mosis Lehren, und nur dir ergeben sein; doch dein Volk selbst bing aus Wahn falz schem Gottesdienst oft an. 5. Von der Tugend großem Lohne sprachst du zu der Vorzeit schon; doch den uns vor deinem Throne aufgehob nen, ew'gen Lohn ahnete kaum noch die Welt; den hat Jesus aufgehellt. 6. Konnte Erlösung und Erlöser. 87 6. Konnte sie es früher uns den Weg bekannt, wie faffen, ach! gern hättest du der Welt volles Licht früh scheinen lassen, alles Dunkel aufgehellt; aber selbst das schwächre Licht faßte jene Zeit oft nicht. ich 7. Doch auch schon die schwächern Strahlen mußten ihr zum Heile sein, und von namenlosen Qualen den Verstand, das Herz befrein; selbst uns brachte nach und nach jene Dämmerung den Tag. wir, befreit von Sündenschuld, uns würdig machen seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 319 3. Du sahest in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat, auch machtest du durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 2016 no Aller 8. Als den Höchstvoll- 4. Du zeigteft uns durch kommnen kennen wir dich nun in Jesu Licht; Aller Bater dich zu nennen, gab er uns die Zuversicht. Frei vom Opferdienst, nah'n wir uns in Geist und Wahrheit dir. Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingft voran; gib, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sei! 15166 9. Hilf, daß der voll kommnern Lehre wir uns Alle herzlich freun, und zu deines Sohnes Ehre ihr von Her zen folgsam sein! Wer durch Lafter fie entehrt, ist des hellern Lichts nicht werth. 5. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Vera föhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Umt, damit es Segen schafft! 6. Noch immer hilffst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der Dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu [ 28.] Senff und Tromler.d Mel. Vater unser im Himmelr. 125. Rein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! Un Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sich rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, und preist für deine Lehre dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest molg 88 zu der Wahrheit führ', von Eigendünkel mich befrei', da mit ich dir gehorsam sei; bis mich dereinst in Ewigkeit ein hell'res Licht bei dir erfreut. [ 84.] 3. Nambach. Jefus, Beispiel und Mulich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren Feiert seinen Tag, ihr Frommen; er ift euch zum Heil gekommen. Ju [ 54.] Demme. Mel. Liebster Jesu, wir sind. ster der Tugend. 127. Niedrig und in Dürfmitigkeit lebte Jefus einst auf Mel. Liebster Jefu, wir sind. Erden. Ihn, den Herrn der 126. Führer zur Vollkom- Herrlichkeit, drückten Mangel menheit, liebevoll kamst du und Beschwerden; aber still auf Erden; Muster reiner und ohne Klagen wußt' er seine Sittlichkeit deinen Brüdern Laft zu tragen. hier zu werden. Unser Herz Flopft dir entgegen, Jefu, dir, der Menschheit Segen! 2. Unserm Geifte gabst du Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit froher 3uversicht unsern Schöpfer: Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben, deine Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt; lehrtest uns des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. Erlösung und Erlöfer. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Grabesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist ins beff're Leben, in das Land vollkommner Freuden, daß wir sanfter können scheiden. 5. Dankt, o Christen, betet an! Laßt uns Christum herzAust 2. Er entäußerte sich gern seiner göttlich hohen Rechte, und, von eitlem Glanze fern, trat er in den Kreis der Knechte; denn er war hier nur erschienen, um in Demuth uns zu dienen. duh ni 3. Das Geräusch der großen Welt, Rang und Pracht und schnöde Freuden, und was Thoren sonst gefällt, konnte nie sein Herz beneiden. Seine Wonne war's, im Stillen Gottes Rathschluß zu enthüllen. 4. Nur der Ehre werth zu sein, aber nie fich zu erheben; nur die Menschen zu erfreun, war sein heiliges Bestreben. Ach, er liebte sie wie Brüder, und sein Vater liebt' ihn wieder. 5. Willig ließ er sich herab zu den Sündern, zu den Schwachen; trug sein Kreuz und ging in's Grab, um sie glau Erlösung und Erlöser. 89 glaubensvoll zu machen, um del rein von aller Schuld, mit Gott fie zu verföhnen, und zur Tugend zu gewöhnen. Gott werth und würdig seiner Huld. dua ni mai 6. Immer soll dein holdes Bild, Heiland, mir vor Augen schweben! Immer will ich fanft und mild meine Zeit, gleich dir, durchleben, und, wenn Undre mich verkennen, doch mich nie von Liebe tren nen! doisd nad misnisd 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Du fandest darin Seelenruh' und Rubm, ihn zu erfüllen. Nicht deine Ehre war dein Ziel: du suchtest nur, was Gott gefiel. dsdsł 7. Weise, fromme Thätigfeit will ich stets für Ehre achten, und, entfernt von Gram und Neid, niemals meis nen Stand verachten. Nur auf Sünden ruhet Schande, aber nicht auf niederm Stande. 8. Herr, mein Reichthum sei ein Herz, das den Armen nie verachtet, und auch unter Hohn und Schmerz stets nach höhern Gütern trachtet! Solch ein Herz wird schon auf Erden deinem Herzen ähnlich werden. vid nend 9. Aus der Tiefe schwangst du dich zu des Himmels Freu: denhöhe. Heil mir ewig, wenn auch ich dort vor deinem Throne stehe! O dann schau' ich, fern vom Staube, was ich hier nur hoff' und glaube. [ 54.] Reche. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 128. O Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Erempel! dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wan3. So oft dein Blick Vera irrte sah, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. Un ihm nur hing dein ganzer Sinn; auf ihn sah stets dein Auge bin.dile tusse 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil für uns, zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ! 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize; wardst Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze; auch da war deine Zuversicht der Herr allein; du wankteft nicht. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, trok alles Spottes. Dein Hoffen war im bängsten Schmerz die fichre Hülfe Gottes. Und, was du hofftest, ist geschehn: Gott half dir, hörte auf dein Flehn. Topsitesi G 7. Mit Erlösung und Erlöser. 90 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du bei ihm in Freuden. Dort herrschest du, und dir ertönt nach ausgestandnen Leiden das Lob, deß du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! di 18. Hilf, daß ich dein Erem pel mir, o Herr, zum Muster fege, und meinen Gott, gefinnt gleich dir, weit über Alles schätze; mit Freuden seinen Willen thu', und ganz in seiner Fügung ruh'! [ 62.] ind Diterich. Mel. Schmücke dich, o meine. 129. Vorbild wahrer Menschenliebe, Jesus, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlor= nen Heil zu werden, und für fie dein theures Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist Jemand, der die Größe deiner Lieb' und' Huld ermesse? 2. ud Ohne Vortheil zu be: gehren, sich in Andrer Dienst verzehren, Gutes Jedem gern erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben- das heißt Menschen göttlich lieben! Herr, dein ganzes Herz durchglühte diese himmlisch reine Güte.d 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen, auf sein redliches Verlangen; Hülfe, Ruh' und Troft empfangen? O, wie pflegtest du zu eilen, THE? das Gebetne zu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden zu verbreiten. 4.0 Menschenfeelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Unverständige zu lehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken dieß, Herr, war in deinem Leben dein beständiges Bestreben.mostatis - 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Sünd' und Strafen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaff'nem Herzen, als ein Missethäter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest! in 6. Deine Huld hat dich ge trieben, Sanftmuth und Ge duld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Ullen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu fegnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone: nie hast du nach Ruhm getrach: tet, noch auf Menschenlob ges achtet. Deines Vaters heil': gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, und uns Heil und Trost zu geben, war der Zweck von deinem Leben. dagu 8. Laß Erlösung und Erlöser. 91 8. Laß mich, Herr, zu reis mit Sündern hattest du Gechem Segen, deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hoffnung bei dir finden! Gib zur wahren Menschenliebe Kraft und immer rege Triebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 0018 a duld und bat'st für deine Feinde; gehorsam immer deinem Gott, warst du gelassen bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. led [ 77.] Rambach u. Diterich. Mel. Wo Gott, der Herr. 130. Welch hohes Bei spiel gabst du mir, Erlöser, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst? nicht willig thun, Herr, was du thatst, und so dir ähnlich werden? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Streben Gottes Ehre; an dir, Herr, fand man keine Schuld, und dennoch trugst du voll Geduld der Leiden schwerste Bürde. 113. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren je: dem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war dir die größte Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz er regte schnell dein sanftes Herz zum Mitleid und Erbarmen. 4. Du trugft mit Sanft: muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; din 5. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen.» Sei standhaft sprichst du so wie ich; komm, folge mir, und sieh auf mich, und wandle meine Pfade.« 6. Ich komme, Herr; gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Schüler sei, und nicht mich nur zum Schein fo nenne; da mit ich deinem Vorbild rreu, und Undern selbst ein Bei spiel sei, dir, Jesu, nachzuwandeln. di labo [ 103.] Rambach und Weise. Mel. Die Tugend wird durch's. 131. Gedenk' ich, Heiland, an das Leben, das du auf Er= den haft geführt: wie innig fühlt, dich zu erheben, sich dann mein ganzer Geist gerührt! Ich feh', wie deiner Tugend Größe durch all' dein Thun sich mir verklärt; und, Herr, je mehr ich sie ermesse, je mehr empfind' ich deinen Werth. 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligkeit. Du wehrtest gern dem Menschenleide, und warst zum Helfen stets bereit; be frei 92 Erlösung und Erlöser. freitest Menschen gern von Stärke, Muth und Treu', Sünden, brachst Hungrigen damit ich nicht bloß nach dem so gern das Brod, verschaff Namen ein Chrift, nein, auch teft das Gesicht den Blinden, durch Thaten sei. Nie laß und halfft von Krankheit, mich von der Tugend weichen; halfft vom Tod. 3. mdo auch auf des Lebens raubfter 3. 3um Heil der Welt Bahn, hilf mir dein hohes gabst du in Schmerzen dich Bild erreichen, so weit es hin; du fühltest ihr Gewicht, meine Schwachheit kann! und klagtest zwar: doch deinem Herzen entwich Vertraun zum Bater nicht.» Laß diefen Kelch vorübergehen!« riefft du in deiner Seelenpein;» jedoch » dein Wille soll geschehen, der » meine nicht! Ganz bin ich » dein!«< 4. Und o, mit welcher fanften Seele trugst du die Schwa chen in Geduld! Wie großmuthsvoll vergabst du Fehle und auch die allerschwerste Schuld! Selbst unter deiner Mörder Händen riefft du für fie voll Mitleid noch, von ih nen Elend abzuwenden:» ver gib es ihnen, Bater, doch!« no 5. Wer kann dies wissen, und nicht fühlen, wie werth du unsrer Ehrfurcht bist? d'ran denken, und mit Dankgefühlen dein Lob nicht singen, Jefu Chrift? Doch, Herr, dein tugendreiches Leben soll nicht bloß unfer Loblied sein: du rufft dadurch uns zum Bestreben, der Zugend uns, wie du, zu weihn. 6. Verleih' mir selbst, nachzuahmen, Erlöser, dir sis [ 15.] Frau v. d. Redke. Mel. O Gott, du frommer. 132. Preis dir, Herr Jeſu Chrift! Dem Alter, wie der Jugend, warst du, als Pilger hier, ein Vorbild ächter Tugend. Von frühster Kindheit an betrat'st du ihren Pfad, und ehrtest deinen Gott mit Herz und Mund und That. 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unbefleckt von Sünde floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon das nur, was Gott gefiel! Ihm angenehm zu sein, war deines Strebens Ziel. 3. Du bliebest immerfort bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen. Du trugest mit Geduld Verlust und Müh' und Schmerz; sahst die Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. 4. Nie haft du deine Pflicht, die kleinste nie verleget; nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Frrende gewarnt, belehrt, ge rührt, Erlösung und Erlöſer. rührt, und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt, dass mind 5. Versuchung ohne Bahl, hier Ruhm und Schmeiche leien, dort lockender Gewinn, hier bitt'rer Feinde Dräuen umgaben immer dich; doch der Gedank' an Pflicht gab dir in Schwachbeit Kraft, in Finsternissen Licht. mdp 3. O welche Tiefe deiner 6. Voll hoher Seelenruh' bliebst du bis an dein Ende; empfahleft still den Geift in deines Vaters Hände. Bollendet war dein Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du mit heiterm Blick den großen Lohn dir nahn.d Menschenliebe! wer fast, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. So kann auch ich der einst, o Jesu, ohne Beben in deines Baters Hand die Seele übergeben, wenn, unbefleckt und rein von des Gewissens Schuld, sie dir, Herr, ähnlich ist an Tugend und Geduld. 8. Blid', o mein Geist, auf ihn! Verschmäh' des La: fters Freuden! Der Sünde Lohn ist Tod, und ihre Frucht ist Leiden. Wie er, so weit' auch du Gott deine Lebenszeit; dann gehst du auch, wie er, ins Reich der Seligkeit. [ 71.] Niemeyer. 93 wer kann doch deine Huld genug erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Liebe Stärke! Leiden Jesu. Mel. Herzliebster Jesu, was h. 133. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, 2. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und ihm zum Retter deinen Sohn selbst schenkest? Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 4. Ach, lehre diese Huld mich recht erkennen, voll 3uversicht dich meinen Vater nennen, und voller Dankbarkeit mein ganzes Leben dir, Gott, ergeben! in 5. Dein Friede wohne stets sei er mein Stab, mein Trost meinem Herzen; im Glück in Schmerzen; er geb' mir Kräfte, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 6. So werde das, was Jesus uns erworben, da er so großmuthsvoll für uns gestorben, durch deine Huld, zu meinem ew'gen Heile, auch mir zu Theile! [ 38.] Liebich. Mel. Nun laßt uns den Leib. 134. An Jesu Leiden denken wir, o Bater, jetzt und danken dir, daß du ihm Muth und 94 Erlösung und Erlöser. und Kraft verliehn, sein Werk deinem Kreuze sehn, und dich, so standbaft zu vollziehn. im 2. Wohl uns! Auch uns zu gut betrat sein Fuß den schmerzensvollen Pfad; auch uns strömt Besf'rungskraft und Ruh' aus seinem bittern Leiden zu. en o Herr, für deine Wunden mit heißem Herzensdank er: höhn. Ermessen will ich deine Huld und reu'voll fühlen 3201- my: 51 meine Schuld. 3. Daß du uns als ein Bater liebst, den Reuenden die Schuld vergiebst; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur beffern Welt erhebt; 3. Mir sollen diese Feier: zeiten nicht unbenugt vorüber fliehn. Ich will dich an dein Kreuz begleiten, und wilden Freuden mich entziehn. Nie komm es, Herr, mir aus dem Sinn, daß ich durch dich er lőfet bin. in G. L. Meister und [ 99.] Ribbeck. 170 4. Daß Jesu Lehre feft besteht, und daß sein Reich nie untergeht: den großen Trost si ins von dir, o Gott, belebt und im Am Delberge. fichert Jesu Tod. NO 2010 Mel. Befiehl du deine Wege. 136. Du, der voll hoher Liebe sich bis zum Tod und Grab dahin, aus freiem Triebe, zu unsrer Rettung gab! Uch, unter welchen Pla gen schloß, Jefu, sich dein Lauf! Mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 5. Er gibt uns feste Zuversicht; denn ohne Hoffnung, Rub und Licht, mit ungewis sen Schritten geht des Lebens Pfad, wer ihn verschmäht. 6. Mit Dank und Freude folgen wir, nach Jesu Beispiel, Vater, dir, und hoffen einst in Ewigkeit der Zugend hobe Seligkeit. [ 67.] Niemeyer u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 135. Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, beilig sein! Sie lehre mich, die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn, der du der größten Schmerzen Last zu meinem Heil getragen hast. om 2. Uch, in den stillsten mei ner Stunden will ich nach ONU 2. Hier sahst du schon be reiten dein Kreuz auf Golga tha; sahst dich den Grausam feiten ergrimmter Hasser nah'; sahst deine Grabeshöhle und fühltest Todesnoth. Betrübt war deine Seele, betrübt bis an den Tod. 3. Selbst zu des Kreuzes Schmerzen entschlossen und bereit aus liebevollem Herzen, und doch mit Bangigkeit er füllt, Erlösung und Erlöser. füllt, lagst du im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht geschreckt. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Ungst auf Angst herzu: und doch hing Niemand fester an ſeinem Gott, als du.» Sollt' ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Bater reicht?« dieß ließ dein Herz nicht sinken, war's gleich fo tief gebeugt.( lb) 5. Entsagend allen Freuden gingst du mit hohem Muth, das Schrecklichste zu leiden, selbst deiner Feinde Wuth und ihrer Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. din g 6. Mit welcher Geistesstille trugst du das Ungemach, das aus der Bosheit Fülle gebäuft nun auf dich brach! Du scheu: teft feine Schmerzen, die dir ihr Grimm gedroht; zu schwer war deinem Herzen selbst nicht der Kreuzestod. 7. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war alles trübe: doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 8. Freund der Menschen kinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Nd 95 Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Vaters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret, und fest versichert hat. 9. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die schwere Last des Kreuzes so geduldig für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben! Nimm unser Opfer an! [ 10.] Diterich und 3. 3. Mayer. Mel. Wenn meine Sünd. 137. Vor deinen Blicken schwebte der nahen Martern Heer, und deine Seele bebte erschüttert, Heiligster! Dahingesunken in den Staub, von aller Welt verlassen, warst du der Schmerzen Raub! 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sie waren nun verdrossen, vom Schlummer übermannt; sie sahen deiner Seele Schmerz vor Augen; aber keiner sprach Tröstung dir in's Herz. 3. Doch du ertrugst die Schwachen mit göttlicher Geduld; du gingst, fie stark zu machen, und sprachst mit sanfter Huld:» wie könnet ihr jetzt schlummern? Wacht, o wacht mit mir und betet! Nah' ist des Feindes Macht!«< 4. Du Tröster schwacher Brüder, nimm meiner auch dich Erlösung und Erlöser. 96 dich an! Wie leicht, Herr, fink ich nieder, verführt durch eitlen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorglos dein; bin ruhig in Gefahren, die meiner Seele dräun. Deine Huld allein kann mich stets erfreun.odblesdo no 5. Find' ich Troft bei dir: o was fehlet mir? Barum fout' ich mich erheben, und nach Menschenbeifall streben? 379 5. Herr, rette du mich Demuth ehret mich und wird Schwachen, wenn Stolz und leicht durch dich.jp] drom Sicherheit den Geist ver- 16. Ja, was acht' ich Spott, droffen machen, und gib mir liebt mich nur mein Gott? Kraft im Streit! Flöß mei- Still und furchtlos will ich ner Seele Tröstung ein; sprich dulden; frei von eigenem Verzu ihr:» wach' und bete! Bald schulden, trugst bu, Heiligist die Krone bein.<< [ 01] ster, willig noch weit mehr. [ 95.] Sturm. Falsche Anklage. Mel. Seelenbräutigam, Jesu. 138. Heiland, hilf mir still, wenn es Gott so will, der Verläumdung Schmacherdulden, nie durch Rachgier fie verschulden, und wie du, so rein von Verschuldung sein! 2. Deine Seelenruh' nahm im Leiden zu. Selbst die Lügen falscher Zeugen widerlegtest du durch Schweigen. Ohne je zu drohn, trugst du Spott und Hohn. 3. Uch, wann lernt mein Herz auch, wie du, den Schmerz, so verkannt zu sein, ertragen ohne unmuthsvolle Klagen? Wann führt edler Sinn zur Geduld mich hin? 4. Was die Welt verehrt, giebt noch keinen Werth: nur ein ruhiges Gewissen fühlt sich wahrer Schmach entrissen. 17. Endlich werd' auch ich, Gottes Sohn, durch dich alle Läst'rung überwinden, und den Lohn der Unschuld finden, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. Anonym und Reche. [ 78.] uits Mißhandlung. and d Mel. Herzliebster Jefu, was. 139. Unschuldigster, du hattest nichts verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, warst ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du ver: worfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und, von Schmerzen schon entkräftet, an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschla: gen; zu ihrer Tilgung haft du, Erlösung und Erlöser. du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. dau jo 4. O große Lieb'! O Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne, Sünden ernstlich meiden, willst Jesus am Kreuz. du, Herr, leiden. 5. Unendlich groß, Herr, ohne alle Schranken, ist deine Huld; wer kann dir würdig danken? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug er hoben? gabindung 6. Doch dir gefällt's, wenn ich den Hang zur Sünde, aus treuer Gegenliebe, überwinde; drum sei forthin mein Herz, mein ganzes Leben, dir, Herr, ergeben! sorg 7. Gib selbst zu diesem feligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten; dich lieben, und die Lust der Welt verachten; mit allem Eifer fuchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden! 97 dir, des Himmels Seligkeit zum Lohne: dann will ich würdiger dein Lob befingen, und Dank dir bringen. [ 38.] Seermann u. Diterich. 10. Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, gleich DE Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 140. Dein Leben, Jeſu, war auf Erden voll Liebe; Liebe jede That. Ein Opfer für die Welt zu werden, war dein erbarmungsvoller Rath. Ihn zu vollziehn, gingst du mit Freuden den Weg des Todes und der Leiden, den unsre Rettung dir gebot; warst voll Erbarmen gegen Feinde, und liebtest deine schwachen Freunde; du liebtest sie bis in den Tod. 2. Selbst in den grauenvollen Stunden, da du den Kelch des Todes trankst, und bei der Qual, die du empfunden, erschöpft zur Erde niedersankst; auch da ermanntest du dich wieder, um deiner schwachen, sichern Brüder Erinnerer und Schuß zu sein. Du trugst mit Nachsicht ihr Versehen, und eiltest ihnen beizustehen, und von Gefahr sie zu befrein. 3. Mit welcher göttlich großen Treue verziehst du dem verirrten Freund, als er, gequält von Schmerz und Reue, so bitterlich den Fall beweint! Dein Blick voll Majestät und Gnade rief den Gefall'nen von S dem Erlösung und Erlöser. 98 dem Pfade des Leichtfinns und der Sicherheit. Bei deiner eignen Pein den Schwachen durch sanften Zuspruch stark zu machen, war für dich Trost und Seligkeit. 4. Du hängst am Kreuz! Die Frevler haben, o Heiligster, mit bitt'rer Wuth die Händ' und Füße dir durch graben; aus allen Udern strömt dein Blut! Doch, du, so wenig sie's verdienen, flebst laut:» vergieb, mein Vater, ihnen; was sie jetzt thun, verftehn sie nicht!« Es strömt auf dich von tausend Zungen das schwarze Gift der Läste: rungen: du aber schweigst, und rächst dich nicht. 5. Kein Schmerz erstickt die edlen Triebe der ZärtlichFeit in deiner Brust. Im Tode noch bist du die Liebe, bleibt wohlzuthun noch deine Lust. Der Schächer flebt: » Herr, denke meiner!« Du hörst sein Flehn, erbarmst dich feiner, und öffnest ihm das Paradies. Nun, als ein Sünder Heil gefunden, fühlst du weit minder deine Wunden und deines Herzens Kümmerniß. 6. Bei eigner Angst siehst du die Deinen und ihr zerrißnes wundes Herz; siehst sie untröstbar dich beweinen, und fühlest ganz der Theuren Schmerz. Du, dessen Qual 10 kein Herz erweichte, dem Niemand Trost und Labung reichte, sprichst Trost noch den Verlaßnen ein. Sie fühlen deines Trostes Segen; nun siehst du froh dem Tod entgegen, trägst noch gelaff'ner deine Pein. 7. Wunder der Erbar: mung! Keiner von Gottes Engeln liebt wie du; von den Erschaff'nen auch nicht Einer, o Welterlöser, liebt, wie du! Der Ruh' des Lebens, allen Freuden entsagen; selbst die Todesleiden, des Kreuzes tiefe Schmach nicht scheun; auch sterbend Feinde noch vertreten, um Gnad' und Rettung für fie beten- kann eine Liebe größer sein? 8. Herr, diese hohe Liebe bete, wer an dich glaubt, mit Ehrfurcht an; es müsse deiner Todesstätte sich dankvoll, wer dich kennet, nahn! Da steh er unter deinem Kreuze, daß ihn dein hohes Beispiel reize, der Menschen wahrer Freund zu sein; da lern' er ohne Droh'n und Klagen die Lasten seiner Brüder tragen, und gern Beleidigern verzeihn! 9. Mein Herz zur Liebe zu entzünden, blick" ich hinauf nach Golgatha; der Rachsucht Reiz zu überwinden, erwäg' ich dann, was dort geschah. Gern will auch ich die Feinde lieben; nicht einen will ich je betrüben, für den du littest, Jesu Erlösung und Erlöser. Jefu Chrift! Ich will, o Gött: ihn, den Mördern übergeben, licher, mit Freuden Beschwer: den für die Menschen leiden, für welche du gestorben bist! dort unter Todesqualen beben, und dennoch leiden mit Geduld. Was fühlt er nicht in diesen Stunden! Nie hat's ein Sterblicher empfunden: und Alles litt er ohne Schuld. 10. Seb' ich im Geist dich, Heiland, bluten; denk' ich an deine Todespein: so weck' in mir den Trieb zum Guten, den Trieb, ein Menschenfreund zu sein! Hilf mir, wie du, den Feind erquicken, wie du, den Leidenden beglücken, wie du, der Armen Beistand fein: so folgt mir der Erquickten Segen; einst eilen sie mir froh entgegen, sich über meinen Lohn zu freun. a [ 101.] Sturm. Jesu Worte am Kreuz. Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 141. Mit heil'ger Undacht Blicken sehen wir heut hin auf nach Golgatha, auf dessen furchtbar dunkeln Höhen, was unser Geist kaum faßt, geschah. Wir hören an des Todes Pforte des hohen Dulders letzte Worte und nehmen glaubensvoll sie an. Sie können Tröftung uns im Leben, sie können Troft im Tod' uns geben, wenn sonst nichts mehr uns tröften kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem. Er schrick und zittre, frommes Herz; sieh deinen Retter, sieb ihn streiten und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz! Sieh 99 3. Gelaffen bei den größten Schmerzen, fleht er für seine Feinde nun, und ruft mit sanftmuthvollem Herzen: » sie wissen, Gott, nicht, was sie thun! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, die Schöpfer seiner Pein und Schmach. D Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter, eh' er starb, befahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meiner letzten Stunde weinen: so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Helfer sein. 5. Gott straft beharrliche Verbrecher; Gebesserte ver wirft er nicht. Hörr, Reuige, bört, was zum Schächer, der sich bekehrt, die Liebe spricht: » du wirst«, ruft Jeſus ihm 2 ent= Erlösung und Erlöser. 100 entgegen,» noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese sein!« Erhalt' mich, Herr, mit dir im Bunde: dann wird dies Wort aus deinem Munde auch mir im Tode Troft verleihn. 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief:» mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget mich dein Rath so tief!« Was hat der Sohn nicht da empfunden! Und doch blieb felbst in diesen Stunden sein Vater seine Zuversicht! Verlassen ach! von Gott im Sterben, laß mich im Tode nicht verderben! Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7.» Mich dürftet,« klagt, erschöpft von Schmerzen, entblößt von Allem, was erquickt, der Göttliche, der Aller Herzen mit Troft und Liebe gern erquickt. Noch immer ruft er um Erbarmen aus tausend hülfsbedürft'gen Armen, die Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer den Durst des Armen stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden. Der Hei: land spricht: Des ist voll bracht!« Wort des Sieges, Wort der Freuden, du nimmst dem Tode seine Macht! Heil uns, Heil uns! Wer darf es wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Er starb für uns, und wir sind sein. Gib, daß am Ende meiner Tage, auch ich, o Herr, mit Freuden sage: es ist vollbracht; ich bin nun dein! 9. Das letzte Wort aus dei nem Munde, Erlöser, soll das meine sein in meiner letzten, bängsten Stunde- auch ich bin Gottes dann und dein! Du riefest:» Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb!« Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Dich, Mittler, will ich ewig ehren, will ewig deinen Ruhm erhöhn! Ich weine dir des Dankes Zähren; du wirst dieß Opfer nicht verschmähn. Du bist zu meinem Heil gestorben, haft sterbend Leben mir erworben, besiegt des Grabes furchtbar Graun. Du, Held, zerbrachst des Todes Banden: zum Leben bist du auferstanden, und ich werd' einst dein Untlik schaun. [ 101.] Bachof von Echt. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 142. Mitten unter eignen Schmerzen fühlt mein Hei land fremdes Leid; fühlt's mit liebevollem Herzen, das so gern mit Troft erfreut. Auch am Erlösung und Erlöser. am Kreuz auf Golgatha, sei ner letzten Stunde nab', freut sein Herz, sich noch auf Erden des Betrübten Trost zu werden. 2. Nicht vergebens flehet Einer der mit ihm Gekreuzig: ten: Herr, ach! Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich wirst gehn! Voller Huld ruft er ihm zu:» wahrlich! heute noch wirst du mit mir, aller Angst entnommen, zu dem Paradiese kommen.<< 3. Theures Wort aus Jefu Munde, welchen Trost gewährst du mir! In der finstern Todesstunde dank ich meine Ruhe dir. Wenn auch meine Hülle bricht, bleibt mir doch die Zuversicht, daß ich dann zur Himmelshöhe und zu ihren Freuden gehe. 4. Ruhig kann ich also ster: ben: meine Seele stirbt doch nie und ihr drohet kein Ver derben; auch kein Schlaf be= trübet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten erwacht; augenblicklich wird zum Leben durch den Tod sie sich erheben. 5. Der du sterbend meiner Seele diesen Trost versichert hast, daß die düstre Grabeshöhle sie nicht, wie den Leib, umfaßt, Jesu, ewig Dank sei dir! Heilig sei die Hoffnung mir, die du auf ein beff'res Le 101 ben deinen Freunden haft gegeben! 6. Herr, fie reize mich zum Fleiße, ganz mich deinem Dienst zu weihn, und dein Jünger, wie ich heiße, in der Wahrheit auch zu sein! Unter Sorgen, Gram und Schmerz stärke sie mein schwaches Herz, mit Geduld die kurzen Plagen dieses Lebens zu ertragen. [ 26.] Frau von der Recke. Mel. In allen meinen Thaten. 143. Wer kann die Leiden faffen, die du, o Herr, gelassen für mich erduldet haft? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und über= nahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, die Qual, die du empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden, und dir mich jetzt und ewig weihn! Herzen, das auch in Todes3. Du starbft mit einem schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' auch er nicht, was er that. 4. Du trösteteft den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wenn ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir in's Paradies. 5. Du Erlösung und Erlöser. 102 5. Du sorgteft, voll von Liebe, aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Rub'. Ach, wenn auch ich muß leiden, und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und keiner labte dich. Warum sollt' ich denn beben, wenn Leiden mich umgeben? Du labst durch deine Tröstung mich. 7. Du riefst voll tiefer Trauer im bangen Zodes: schauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen: du wirst mich nie verlassen; du fühltest ſelbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einft zum Ziele dringen durch meines Todes finstre Nacht. 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wenn ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann ist der Tod mir nur Gewinn. 10. Für Sünder, meine Brüder, sank, Herr, dein Haupt hernieder; du schliefst in Frieden ein. In meinem letzten Kummer soll mir dein Todesschlummer noch Labsal und Erquickung sein! [ 49.] C. G. L. Meister. Mel. In allen meinen Thaten. 144. OWelt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod; der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue feine Schmerzen; erwäge, was im Herzen, sich keiner Schuld bewußt, der heil'ge Dulder leidet, bis seine Seele scheidet aus der von Qual erschöpften Brust. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Miſſethat! dem Todeskampf entgegen mit 4. Du gingest meinetwegen wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. KIC 198 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefun den, zur tiefsten Dankbarkeit! Dir jei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein; in meinen Christenpflich Erlösung und Erlöser. pflichten mich täglich unter: richten, und mir zur Tugend Kraft verleihn! d 7. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Rath zu ehren, gehorsam ihm zu sein; die Brüder treu zu lieben, und wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun zu erfreun! 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lie: ben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schel ten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Her: zen gern verzeihn. bad 10. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der gan zen Welt. hum 11. Und soll ich endlich sterben: so laß dein Reich mich erben, mich so getroft, wie du, in deines Vaters Hände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh'. 103 voll Glauben anzubeten, Verföhner, stärke mich! Laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie ist des Besten Seele bis an den Tod betrübt! So innig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Nengsten schwebt er da, ach, nur um unsertwegen! dem Opfertode nah. gefällt; was du mich lehrest» ihnen, wenn einst sieer, zu dir [ 49.] P. Gerhard u. Diterich. Mel. Benn meine Sünd'. 145. in an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich 3. Hört's, die ihr eure Her zen der Sünde noch ergebt! Der Preis so vieler Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. D nehmt an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe; verwerft nicht euer Heil. 4. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer Retter; hört für euch sein Gebet:» fie wissen's nicht, was » fie begehn; vergib, o Vater, » flehn!« ims 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust; seid aller Menschen Freunde; verdammt der Rache Lust; vergeltet euern Hassern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet fie. 6. Noch währen seine Qua len; noch trinkt er ohne Rast der Leiden volle Schaalen, trägt willig ibre Laft. So hoch hat Gott die Welt geliebt, daß er 104 er zum Tod am Kreuze selbst Jesum Christum gibt. Erlösung und Erlöser. 7. Vor seines Todes Schrecken erblaßt der Sonne Licht, und Finsternisse decken des Himmels Angesicht. Nun finkt er in die Todesnacht- Erbarm', o Gott, dich unser! Er stirbt; es ist vollbracht! - Der Chor: Mel. Nun lob', mein' Seel. 8. Ihn preise, was auf Erden, ihn preise, was im Himmel ist! Die Gemeine: Der Erdkreis müsse werden voll deiner Ehren, Jesu Chrift! 1 Der Chor: Der, für uns hingegeben, den Tod am Kreuze starb, Unsterblichkeit und Leben von neuem uns erwarb! Lob dei nem großen Namen, Gott, der uns nicht verstößt! Die Gemeine: Gelobt sei Christus! Amen! Er starb; wir sind erlöst. G. B. Funk. 68. 95. Todestag Jesu. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 146. Geist der Andacht, senke du dich in unsre Seele nieder! Sie erfülle Troft und Ruh'! Im Gesange frommer Lieder, in geweihter Psalmen Ch. strebe sie zu dir empor! 2. Diesen feierlichen Tag weih' die ehrfurchtsvollste Stille, daß der Wehmuth Seufzern nach unsers Dankes Thräne quille; unsre Seele, still vor Gott, denk' an ihres Mittlers Mittlers Tod! Tod! 3. Diese Welt und ihre Müh', dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergesse fie; tief gerührt von seinen Leiben, feiner martervollen Schmach, folge sie ihm be: tend nach! 4. 3wischen Erd' und Himnichts verschuldet, für der mel schwebt blutend er, der Brüder Wohl gelebt, Müh' und Arbeit gern erduldet, Nächte im Gebet durchwacht, und auf Menschenwohl gedacht. 5. Liebend hat er an sein Herz mit den ausgeſpannten Armen, jetzt erstarrt im Todesschmerz, oft voll Mitleid und Erbarmen Kinder seines Volks gedrückt, und die Schmachtenden erquickt. 6. Nun verschmachtet er und ringt, ach! von aller Welt verlassen! Kein Gefühl des Mitleids dringt in die Seelen, die ihn hassen. Also, also hat die Welt Sünd' und Eitelkeit entstellt! 7. Aber Jesus murret nicht, will des Vaters Rath vollenden, weiß: die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herr Erlösung und Erlöser. 105 Herrlichkeit sich enden; hält Segen einer Welt vollbracht. getroft im Kampfe aus, führt fein großes Werk hinaus. Nur wer, gleich dir, für Undre lebet, nach Kräften wirkt, zu nüßen strebet, spricht einst, wie du: es ist vollbracht! 8. Hocherhabner, Ewiger, vor dir wirft der Geist sich nieder; preist dich, Unerforschlicher, daß für ihn und seine Brüder dieses Todes dunkle Nacht Trost und Ruh an's Licht gebracht. five 9. Ja, Erbarmender, wir schaun nun getroft zu deinem Throne. Uns auch liebst du; wir vertraun, Bater, dir und deinem Sohne, leben dir und sterben dir: o wie hoch be glückt sind wir! [ 48.] indnft Niemeyer. Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 147. Er stirbt! Sie sind vollbracht, die Leiden; voll: bracht der saure Lebensgang! Der viel unschuld'gen Men: schenfreuden entfagte, uns zu gut, oft bang die Nächte einsam durchgebetet, bis sich der Himmel wieder röthet, neigt jetzt das Haupt; sinkt in den Tod. O du, so sehr geschmäht, geschändet, nun ist dein göttlich Werk vollendet! Du stirbst: so wollte es dein Gott! 2. O schön vollbrachte Le benstage! Wer leget so verdient, wie du, nach Kampf und Schmerz, nach Müh' und Plage, das müde Haupt zur sanften Ruh'? Jetzt fieheft du der Thaten Menge, die du in kurzer Lebenslänge zum 3. Du sprichst:» nun, Vater, ich befehle in deine Hände meinen Geist!« Bis an den legten Kampf der Seele, die laut Gott ihren Vater heißt, warst du gehorsam; feinen Willen mit Eifer täglich zu erfüllen, war deines Lebens einz'ge Luft. Getrost, da sich die Leiden enden, gibst du den Geift des Vaters Händen, fühlst Gottes Ruh in deiner Brust. 4. Der Retter aller Men= schenseelen, ihr Lehrer und ihr Heiland sein; der Sünder Menge sich erwählen, sich ihrer Seligkeit erfreun: bei diesem göttlichen Geschäfte fühlst du zum Todeskampf noch Kräfte, und, da dein müdes Haupt sich senkt, rufft du noch laut:» es ist geendet! Dein Wille, Bater, ist vollendet, den Sündern Ruh und Heil geschenkt!« 5. Für meine Seele jeden Morgen, bei deiner Wahrheit hellem Licht gewissenhaft, als Christ, zu sorgen: dieß, Herr, ist meine erste Pflicht. O laß sie eifrig mich vollbringen, im Guten stündlich vorwärts dringen, nicht Mühe, nicht Gefahren scheun, gern Freude schaffen, 106 Erlösung und Erlöser. schaffen, fördern, mehren, für teit; er ebret Gott und seine Andrer Bohl selbst gern ent: behren, auch Feinden wohl thun und verzeihn! 6. Naht sich dann einst, von Gott gesendet, auch die Erlösungsstunde mir: ruf ich, wie du: es ist vollendet! Herr, meinen Geist befehl' ich dir!« Dann, dann erfüllest du mein Sehnen, und ew'ge Wonne folgt den Thränen; mit fanfter Ruhe schlumm'r ich ein. Dann nahen sich die Augenblicke, da du mich führst zum ew'gen Glücke; mit dir werd' ich dann selig sein. [ 101.] 3. F. Walz. Mel. Wer nur den lieben Gott. 148. O Golgatha, zu deinen Höhen erhebt sich dankend jest mein Herz! Im Geiste will ich Jesum sehen, ihn sehn in seines Todes Schmerz. Ich will mich seiner Liebe freun, und dankbar ihm mein Leben weihn. di 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld selbst sein Tod bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Herzens Reinigkeit gibt ihm im Tode Freudigkeit. rol og 3. Er stirbt, die hohen Himmelslehren von Gott und Pflicht und Ewigkeit der Welt, als göttlich, zu bewähren; er glaubt, und hofft Unsterblich Pflicht, und scheut das schwerste Opfer nicht. 4. Er stirbt, der Segen ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, die Sterblichen zu Gott geleitet, und treu sein Tagewerk vollbracht. Wie freubenvoll stirbt nun ein Chrift, dem Jesu Wandel Beispiel ist! 5. Froh feiert er die große Stunde, da er zu seinem Va= ter geht, und noch, mit schon erblaßtem Munde, voll Großmuth für die Feinde fleht; Den sterbend segnet, der ihn schalt, der Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 6. Auf Die, so weinend um ihn stehen, gießt er der Freundschaft Segen aus; spricht hoffnungsvoll vom Widersehen im Himmel, in des Vaters Haus; strömt neuen Troft und Muth und Ruh' den kummervollen Her zen zu. 7. Er sieht auf die voll brachten Thaten, als Ausfaat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Werk gerathen, und freut sich der Unsterblich feit; empfiehlt den Geist in Gottes Hand, und geht getroff in's beff're Land. ambo ind 8. Gib, Gott, daß ich ihm ähnlich werde; so wird auch mich der Hoffnung Strahl, wenn ich einst scheide von der Erde, Erlösung und Erlöser. 107 Erde, begleiten durch des To= verpflichtet bin ich dir lebensdes Thal. Der Tod kann mir nicht furchtbar sein: dein bin ich dann, auf ewig dein! [ 99.] Loder und Niemeyer. Mel. Alle Menschen müssen ft. 149. Du, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit! lieber wolltest du erblassen, als mich im Verderben lassen. Ach, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür? 169 lang, mein Heil, dafür! ndid 5. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 6. Ruh' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir- dieß, dieß sei mein Dank dafür! tsid [ 4.] 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, längst hast du dein Werk vollendet, und versöhnt die Missethat; doch in den Gedächtnißtagen deiner Lei: den, Jesu, sagen deine Theu'rerlöften dir billig neuen Dank dafür. 2013 Hall#C 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, trugst, vergessend eigne Schmerzen, deine Menschen nur im Herzen; diese Liebe preisen wir. Unvergeßlich sei fie mir die 4. Meinetwegen trugst du Bande; littest frecher Lästrer Spott; achtetest nicht Schmach und Schande, zu versöhnen mich mit Gott. Mich hast du der Noth entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie in Homburg u. C. F. d Neander. muje Mel. Befiehl du deine Wege. 150. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern legten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eb' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben mein Heil, wie dank' ich dir! - TAR 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, Angst lag 108 Erlösung und Erlöser. lag auf deinem Herzen, bis Wie gut hast du's gemeint! dir das Auge brach. Ach, gib, daß ich mich halte zu dir mit wahrer Treu', daß, wenn ich einst erkalte, dein Tod mein Leben ſei. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst des Volkes Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? nd 4. Wer kann dir nachem pfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, und drang dich, laut zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! is 5. Uch, diese Last und Mühe hab' ich auch dir gemacht! Nun, mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beff': rungskraft, in Trübsal Troft und Freuden, die ewig sind, verschafft. gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; gib auf des Lebens Pfade mir Kraft und Trost und Heil! 7. Ich danke dir von Herzen, o du, mein bester Freund, für deine Todesschmerzen! 8. Wenn ich einmal soll scheiden: auch dann verlaß mich nicht! In meinen To desleiden sei du mein Troft und Licht; und wenn am allerbängsten mir um das Herz wird sein: dann laß in meinen Kengsten mein Herz sich deiner freun! 9. Belebe dann mein Hof fen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Dahin laß mit Entzücken als dann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken! Wer so stirbt, der stirbt wohl. [ 10.] P. Gerhardt u. Diterich. Mel. In allen meinen Thaten. 151. Nach langen Todes: leiden am Kreuze dich verscheiden, für mich verscheiden sehn: was könnte meinem Herzen, bei deinen Todes: schmerzen, mehr deiner Liebe Werth erhöhn? 2. Dir folgen meine Thränen mit meiner Liebe Sehnen, und fallen auf dein Grab. Hier will ich, dich zu ehren, bir neue Treue schwören; hier sterb' ich jeder Sünde ab. 3. An deinem Sterbetage mischt in der Deinen Klage sich auch mein Trauerlied. Es fließe, Erlösung und Erlöser. 109 fließe, dir zur Ehre, o Mittler, den, welchen Schmerz mußt' meine Zähre, die heiß auf meiner Wange glüht! d er für uns tragen! stridso 4. Was hat mein Herz empfunden! O trauervolle Stunden, seid meinem Geiste nah'! Ich stehe hier und bete an der geweihten Stätte, auf deiner Höhe, Golgatha! 3. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund beschließt sein theures Leben; hat dem Va=ter seinen Geist willig hingegeben. 4. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund sinkt in des Grabes Schatten. Wohl ihm! Süßer Schlaf erquickt den gequälten Matten. 5. Hier seh' ich dich gelassen für meine Schuld erblaffen und neigen sanft dein Haupt. Wohl mir in Todesleiden, wohl mir bei meinem Schei: den, daß meine Seele an dich glaubt! 5. weint nicht mehr! Es kann der Herr nicht die Verwesung sehen. Er wird, nach des Grabes Ruh', wieder auferstehen. [ 73.] 6. Die Augen sind geschlos fen, aus welchen Thränen flossen, zum Heil der Welt geweint; verblichen deine Wangen, und deine Hände hangen erstarrt am Kreuz, o Menschenfreund! 7. Bis ich einst werd' er: kalten, will ich mich zu dir halten, mein ganzes Herz dir weihn. Dann weiß ich, wenn ich sterbe: ich bin des Himmels Erbe, bin ewig selig, ewig dein! [ 49.] Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 152. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund, der Edle, der Gerechte wird vers achtet, wird verschmäht, stirbt den Tod der Knechte. 2. Jhr Augen, weint! Der Menschenfreund sinkt unter tausend Plagen. Welche LeiRamler. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich. 153.» Es ist vollbracht!« ruft nach dem Leiden der Menschenfreund mit schon erblaßtem Mund. Wort voll Troft's und heil'ger Freuden! Du machst der Welt die theure Wahrheit kund: das große Opfer sei nun dargebracht, und allem Opferdienst ein End' gemacht. 2. Wie viel, wie viel hast du vollendet! Wo ist der Mensch, der es beschreiben mag? Du hast das Elend weggewendet, bas auf der Welt, gehäuft durch Sünden, lag, und durch des Todes lange, finstre Nacht uns zu dem Himmel lichte Bahn gemacht. 3. So will ich standhaft denn vollbringen, was Pflicht und Erlösung und Erlöser. 110 und Dankbarkeit von mir be gehrt; nach Heiligung mit Ernste ringen, durch dich und durch dein Beispiel, Herr, be: lehrt. Dank dir! Du gabst zum Wollen mir die Kraft; fie sei es auch, die das Voll: bringen schafft! 4. Du littst so viel zu meid nem Leben: wie? sollt' ich nicht voll warmen Eifers fein, mich deinem Dienste zu ergeben; und sollt' ich wohl dabei vor Schmach mich scheun? Dein, Jefu, sein, dein theures Eigenthum, sei meines Herzens Freud' und größter Ruhm! 5. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch in der Welt durch manche Trübsal gehn, und hat mir Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung weife ausersebn: so laß mich dann den hohen Trost erfreun: es kommt doch einst das Ende meiner Pein!" 6. Und fühlt mein Herz des Todes Schrecken: dann, Herr, erleichtre freundlich mir die Last! Laß mich den Trost noch sterbend schmecken, daß du dem Tod die Macht genommen hast: so grauet mir nicht vor des Todes Nacht; ich sterbe gern, denn Alles ist vollbracht! [ 16.] Anonym und Diterich. In bekannter Melodie. 154. O Lamm Gottes, unschuldig, am Kreuze für uns erwürget; erfunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget. Ou trugst der Sünder Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! [ 72.] Decius. Das Grab Jesu. Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 155. 3ur Grabesruh' ent: schliefest du, der du für uns gestorben, und durch deinen Kreuzestod ew'ges Heil er: worben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab um: geben. 3. Doch, Heil sei mir! Du konntest hier nicht die Verwe sung sehen. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, auch mich zu dir er heben. Sollte denn mein gláu: big Herz vor dem Grabe beben? 5. Hier werd' ich einft, bis du erscheinst, in fanftem Frie den liegen; denn durch dei nen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. So fink' in's Grab, mein Leib, hinab! ich will mid drum nicht fränken, sondern, Jesu, mir zum Trost, an dein Grab gedenken. [ 73.] Rift u. 3. A. Schlegel. 2n= Erlösung und Erlöser. 111 Anwendung des Leidens Mel. Dir, bir, Jehovah! will ich. 157. Ach, sieh ihn dulden, und Sterbens Jeſu. O meine Mel. Ach Gott und Herr. 156. Herr Jesu Christ! Du, Heiland, bist der Tilger meiner Sünden. Bei Gott kann ich allein durch dich Troft und Erbarmung finden. 2. Dir dankt mein Herz, voll Reu' und Schmerz, für alle deine Leiden. Dein Wort erklärt mir ihren Werth; ich fühl' ihn nun mit Freuden. 3. Mich zu erneu'n, mich zu befrei'n von jener Zukunft Schrecken, starbst du für mich, und ließest dich mit Schimpf und Schmach bedecken. 4. Wie kann ich dir voll Dankbegier das, was du thatst, vergelten? Was ist mein Dank, mein Lobgesang, hier und in höhern Welten? 5. 3u schwach bin ich, um würdig dich, o Heiland, zu erheben. Mein Dank sei der, dir, Heiligster, nur dir allein zu leben. 6. Und doch fehlt mir der Eifer, dir mein ganzes Herz zu weihen. D schenke du mir Kraft dazu! Nur du kannst sie verleihen. 7. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde fliehen. Gib, daß ich treu dir immer sei, und segne mein Bemühen! [ 1.] Grot. bluten, sterben! Seele, fag' ihm frommen Dank! Sich Gottes ein'gen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan; der so, wie er, für Sünder ster ben kann? 2. 3um Trost mir, und dir, Herr, zur Ehre gereicht dein Kampf, dein herber Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Du littest schuldlos; doch ist Preis und Ruhm auch noch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Ja, Herr, dein Beispiel foll mich lehren, wie sanft und schön der Tod des Frommen sei! Wenn sich auch meine Lei= den mehren: mein Herz sei doch der reinsten Tugend treu! Die Dankbarkeit drängt mächtig mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? 4. Nie will ich mich an Feinden rächen! Auch dieß, o Heiland, lern' ich hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' auch der Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du ſelbst zum Ziele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 5. Was fürcht' ich noch Schrecken? Im Grabe des Grabes Erlösung und Erlöser. 112 Grabe schliefft auch du, mein Seelenfreund. Mag Staub einst meine Hülle decken: mein Geist bleibt doch mit seinem Gott vereint; und er, der mir das Erdenleben gab, er hebt mich auch einst über Tod und Grab. [ 16.] 6. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den Dank, o Herr, den dir die Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir sagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmt die Schaar der Seligen mit ein; der ganze Himmel soll dann Beuge sein! bodhel J. A. Hermes. Mel. Alle Menschen müssen st. 158. Der du uns mit deinem Blute dir zum Eigenthum erwarbst, und uns Sündern, uns zu Gute schmach: voll einst am Kreuze starbst, ach, wie dienen deine Christen immer noch der Sünde Lüsten und vergessen dein Gebot, deine Schmach und deinen Tod! 2. Ach, wann werden wir's erkennen, warum du gestorben bist? Wann uns nicht bloß Christen nennen, wann auch thun, was christlich ist? Wann um deines Todes willen, Mittler, dein Gesetz erfüllen, und den Lüften widerstehn, weil sie deine Leiden schmähn? 3. Wer dich sieht von Gott verlassen, in der tiefsten Traurigkeit; wer dich, Heiland, sieht erblassen nach vollbrachtem schweren Streit, und läßt doch zum Dienst der Sünden immer noch sich willig finden: der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gnade Theil. 4. Mag er immer dir vertrauen, und auf dich und deinen Tod alle seine Hoff nung bauen in Gewissensangst und Noth: er bekennt nur deinen Namen, ohne dir, Herr, nachzuahmen; rühmet seines Glaubens sich, und verläugnet dennoch dich.allme 5. Drum, wenn uns der Hang zur Sünde reizet wider unsre Pflicht: Heiligster, so überwinde uns die Macht der Sünde nicht! Lehr' uns, mu thig sie bekämpfen, und die Gluth der Lüfte dämpfen! Steb' uns in Versuchung bei, und erhalt' uns dir getreu! 6. Jesu, lebr' auf dich uns schauen! Du erlagst der Sünde nie. Laß dein Bei spiel uns erbauen, und uns stärken wider sie! Und den Endzweck deiner Schmerzen präge tief in unsre Herzen, daß wir, von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich ſein! [ 4.] Münter. Mel. Freu dich sehr, o meine. 159. Jesu, deine tiefe Wunden, deine Qual, dein bitt'rer Erlösung und Erlöser. bittrer Tod geben mir in ban gen Stunden Kraft zur Tu gend, Trost in Noth. Mich follt' ich durch Sünd' ent weihn? Und ich dächt' an deine Pein? Sie lehrt mich die Sünde hassen, vor ihr zittern und sie lassen. noodrof 12. Die Erinn'rung an dein Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch, wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt: laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken! 3. Will mein schwaches Herz mich führen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren: o, dann schau' ich betend an deiner Todesqualen Last, die du, Herr, getragen hast; kämpfen kann ich dann und ringen, muthig mich der Welt ent: schwingen. 4. Wenn ich innig an dich glaube: o wie werd' ich hingerückt über alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt! Hier schon, Jesu, dir geweiht, harr' ich jener Seligkeit; denn du hast sie mir erworben, da du bist für mich gestorben. 113 gem Bertrauen mich in meiner letzten Noth! Sicher ist bei dir mein Heil. Hab' ich, Herr, an dir nur Theil: o so wirst du ew'ges Leben mir auch einst aus Gnaden geben. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 160. Um Gnade für die Sünderwelt fleht Jesus Christ am Kreuz, gequält von frecher Sünder Rotten. Aus seinen Wunden strömt sein Blut; er höret seiner Feinde Wuth am Kreuze seiner spotten. Da sieht er mit erhabnem MetaBlick von ihnen weg auf Den zurück, den diese Schaar in ihm entehrt; ruft, daß es Erd' und Himmel hört:» vergib, o Gott, und führe nicht sie in's Gericht; denn, was sie thun, verstehn sie nicht!«< 2. Erstaunend seh' ich diese Huld; wie göttlich groß ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Thr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, die H felbst 5. Schreckt mich einst des Todes Grauen: o so stärke dann dein Tod mit lebendi6. Glaub' ich das von ganz zem Herzen; seh' ich hoffnungsvoll auf dich: so besieg' ich alle Schmerzen, selbst den Tod; du stärkest mich. Sei mir nah, verlaß mich nicht, wenn des Leibes Hütte bricht! Führe mich aus meinen Leiden, Jesu, hin zu deinen Freuden! [ 26.] 3. Heermann und Klopstock. 114 Erlösung und Erlöser. flebt! felbst die Feinde segnet! Auch deinen Mördern Gnad' er: uns hat er durch sein Gebet den größten Trost von Gott erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift, durch dich hilft Gott uns aus der Noth. Gelobt seift du für deinen Tod! 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, die Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Zeit zur Beff'rung schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann, auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an dieß Glück hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Mein letzter Kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, bei versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. - 4. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin! D flöße deinen sanften Sinn doch auch in meine Seele! Gib, daß mein gottergebnes Herz, bei unverdientem Haß und Schmerz, dir meine Noth empfehle. Besänftige mein reges Blut; und wenn mein schwaches Herz die Gluth des wilden Zorns nicht dämpfen kann: o so erinn're mich daran, wie du, mein Heil, am Kreuz erhöht, durch dein Gebet selbst Sturm. Mel. Wer nur den lieben Gott. 161. Der Edle starb, der unverdroffen sein Glück im Recht- und Wohlthun fand; er starb, von seinen Zeitge noffen gelohnt mit Undank und verkannt; des Haffes Opfer und der Wuth, floß des erhabnen Weisen Blut. 2. Wir schaudern; aber laßt uns fragen: ob nicht dem großen, edlen Mann auch wir die Achtung oft versagen, die solche Tugend fordern kann? Ob zu dem Dank, der ihm gebührt, uns sein Verdienst erweckt und rührt? [ 37.] [ 37.] 3. Wenn nie der Hang zum Angenehmen das Pflicht: gefühl in uns besiegt; wenn bei mühvollerm Unterneh men der edle Wille nie erliegt; wenn niemals Vorurtheil und Wahn uns ablockt von der Wahrheit Bahn; 4. Wenn seinem liebevol: len Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von Recht und Tugend weicht; wenn wir auch Feinden gern verzeihn, und sie mit Rath und Troft erfreun; 5. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie er, uns ganz der Tugend weihn, und unser eifriges Bestreben das ift: Erlösung und Erlöser. 115 ist: gehorsam Gott zu sein, Schmach und Hohn, hilf mir geduldig tragen! Laß mich, o Gottes Sohn, stets fliehn die eitle Lust der Welt, wie mich dein Beispiel lehret, das du mir vorgestellt. und still zu dulden, was sein Rath beschließt, so wie es Jesus that: - 6. Nur dann, Erhabener, verkennen wir dich und deine Würde nicht! Was hilft es, daß wir Herr! dich nennen? Dich thätig ehren, ist uns Pflicht! Wird dieser Sinn in uns verklärt: dann, dann nur sind wir deiner werth! [ 99.] die 3. F. Köhler. In bekannter Melodie. 162. Wenn mich Sünden fränken: so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2. Ich weihe dir von Herzen, Herr, jetzt und lebens: lang für deine Todesschmer zen Bewundrung, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar fet! fot 3. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was bös' und sündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin! 4. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch 5. Un andern laß mich üben, was du an mir gethan; auch meine Feinde lieben; gern dienen Jedermann ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'. 6. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' die letzte Noth! Laß mich im freudigen Vertraun, daß du mich selig machest, dir sterben und dich schaun! [ 95.] Gesenius und G. J. Zollikofer. Mel. Lamm Gottes, unsch. 163. Crlöser, der im Staube einst lag, mit Ungstschweiß bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst sie doch geduldig mit ſanftem, versöhnlichen Herzen. Dein Geift soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! H2 3. Um 116 Erlösung und Erlöser. 3. Um Kreuze voller nicht. Leicht wird unter deiSchmerzen hingst du, geschmäht und verachtet. So theuer deinem Herzen, so hoch von dir sind geachtet, wir Menschen voller Sünde: o daß uns dieß entzünde zu heißem Dank dir, Herr Jesu! [ 72.] Tode u. Funk. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 164. Denkt mein Geist an jene Stunden, da du, Mittler, für mich starbst, und durch deine Todeswunden Heil und Leben mir erwarbst; denk' ich, was du noch gesprochen, eh' dein liebend Herz gebrochen: o dann reißet mei- 6. Dursten mußtest du und nen Sinn Undacht und Bewundrung hin. 5. 2ch, wer kann dein Leiden fassen, als du riefst: » mein Gott, mein Gott, war: um hast du mich verlassen?«< Doch mich tröstet deine Noth. Nun eilt Gott, mir beizustehen, und erhört mein letztes Flehen, wenn die bange Seele spricht: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! stand 2. Der du unter Schmach und Schmerzen noch für deine Feinde batst, laß mit sanft: muthvollem Herzen mich verzeihn, wie du es thatst; Gott die Rache überlassen; Denen wohlthun, die mich bassen. schmachten, du, der mit dem Tode rang! Racherfüllte Feinde brachten Wermuth dir zum Labetrank. Einst, wenn Durst und Angst mich quälen, will ich dir mein Leid empfehlen: du erfuhrst, was Leiden heißt, und erquickest meinen Geist. Bid O wie selig ist der Christ, der 7. Auch in deinen Todesdir, Jesu, ähnlich ist! nem Kreuze mir die schwerste Lebenspflicht. Herr, dein Bei spiel soll mich lehren, Schwa hen Hülfe zu gewähren, die Betrübten zu erfreun, der Verlaff'nen Schutz zu sein. schmerzen war dir Hülfe zu3. Nie laß Beff'rung mich gedacht; endlich sank dein verschieben, bis der nahe Tod Haupt zum Herzen, und du mir droht! Lehre früh mich riefft: es ist vollbracht! Va Tugend lieben und befolgenter, Vater, ich befehle deinen dein Gebot! Meiner wirst du dann gedenken, Ruhe mir im Tode schenken, und mich mit dem Troft erfreun, ewig dort bei dir zu ſein. Händen meine Seele!« Sanft und freudig war dein Tod, und so gingst du hin zu Gott. Eitle Luft und ihre fesseln meine Seele 8. Naht sich einst, von Gott gefendet, der Erlösung Stunde mir; ruf' ich auch: es ist voll endet! meinen Geist befehl' ich dir! 4. Reize Erlösung und Erlöser. 117 dir! Dann versiegen meine sehn ihn, freun fich, danken Thränen; dann stilst du mein letztes Sehnen, führst mich nach des Lebens Pein zu des Himmels Freuden ein. bis [ 26.] Begleiter u. Sturm. dem Auferstandenen; sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. Auferstehung Jesu. W Mel. Nun lob', mein' Seer. 165. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser; bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was er zu deinem Heil ge: than! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwuns gen; er ist nicht furchtbar mehr. Nun ist des Grabes Grauen besiegt, da er erstand: wir hoffen, einst zu schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf: da stand er mir zur Wonne, mein göttlicher Verföhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Getanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle, mein Echild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo deine Macht, o Tod? 3. Des Felfen Grund erbebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jefus, lebet; er lebt, und ftirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken: er stärkt die Wankenden; sie 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Chrift; ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen einst, wenn er mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt! [ 68.] C. F. Neander. Mel. Wachet auf, ruft uns. 166. Ihm, dem Todesüberwinder, dem Heiland seiner Menschenkinder, sei ewig Ehre, Preis und Dank! Singet ihm mit großem Schalle, ihr, seine Himmel, singt ihm alle; du, Erde, weih' ihm Lobgefang! Er hat sein Werk vollbracht, besiegt des Todes Macht, und lebt wieder. Dank' ihm erfreut, o freut, o Christenheit! Sein Leben ist dir Seligkeit. 2. Was vermag uns zu erschüttern? Der Der Sünde Sclaven mögen zittern vor ihm, der ewig glorreich lebt: wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Lei 118 Erlösung und Erlöser. Leibes Glieder, wir freun von Gott gekrönt! Dort zu uns, daß er ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Berächter, bebt! Vom Grab' erhebt der Sieger, Jesus, sich, und lebt. feines Vaters Rechten, über Erd' und Welt erhöht, herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja! Jesus lebt! 3. Unser Herz darf nun nicht wanken: des Todes schreckenden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht, Wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschüttert Jefu Lehre, verbreitet um sich Trost und Licht. Der Himmel Bau zerfällt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden: nur Jesu Wort, Herr, unser Hort, bleibt Licht und Wahr: heit immerfort. 4. Ja, auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des Körpers Staub zerstäuben! Zerfall' in Usche, mein Gebein! Jefus lebt; des Hauptes Glieder erweckt einst Gottes Allmacht wieder; gleich ihm werd' ich unsterblich sein. Vom Sraube schwingt mein Geist zu ihm sich auf, und preist dort ihn ewig. Dann werd' ich sein mich ewig freun, und ewig mit ihm selig sein. [ 88.] Sturm. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 167. Auferstanden, auf erstanden ist der Herr, der uns versöhnt, ist befreit von Todesbanden, herrlich nun 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen: was er uns verhieß, geschah! Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor; im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu be: freien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzu weihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben uns errungen. Jauchzt ihr, die man einst begräbt! Halleluja! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Bater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben: dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod' erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden Deß, Erlösung und Erlöser. 119 Deß, der nach dem Him- schon bei den Frommen; und mel strebt. Halleluja! Jesus Seligkeit ist Dem bereit, der treu bis in den Tod beharrt. lebt! 5. Freut euch seiner, Got: tes Kinder! Er sei euer Lobgefang! Bringt dem Todes: überwinder Ehr' und Stärke, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht; rühmt's in eurer Todesnoth; und habt einst ihr rwunden, wenn er euch zu sich erhebt- rühmt es ewig: Jesus lebt! [ 81.] Sturm u. Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 168. Feiern laßt uns diese Stunden; denn unser Herr hat überwunden! Wie selig ist, wer ihn bekennt! Christus hat den Tod bezwungen; nun sei von uns ihm Lob gesungen; nun jauchze, wer nach ihm sich nennt! Er stieg zur Gruft hinab, und er verließ das Grab groß und herrlich. Sein ist das Reich! Fleuch, Irrthum, fleuch! Der Wahrheit Macht behält den Sieg. 2. Nur der Sünder muß erzittern; ihn schreckt der Tod gleich Ungewittern, und Angst färbt seine Wange bleich. Meiner wartet ew'ges Leben; der Gott, der mir Vernunft gegeben, hat auch ein unsichtbares Reich. Verkündigt hat's sein Sohn; auf Erden ist es 3. Du, mein Glaube, lehrst mich siegen; vor dir muß Furcht und Graun erliegen, du Glaube der Unsterblichkeit! Drücken mich des Lebens Leiden: wie lange währt's? Des Himmels Freuden umfangen mich nach kurzer Zeit. Klag ich um einen Freund? Mit ihm werd' ich vereint ewig leben. Wen diese Welt gefesselt hält, nur der vergißt des hohen Ziels. 4. Daß ich einst vor Gott nicht zage, sei jeder meiner Lebenstage mit edlen Werken ausgeschmückt! Besser, besser nur zu werden, das ist es, was schon hier auf Erden mich näher hin zum 3Ziele rückt. So leb' ich in der Zeit schon für die Ewigkeit, und ich sterbe des Siegs gewiß, den Gott verhieß; der Tod hat keine Macht an mir. 5. Feiern laßt uns diese Stunden! Für uns hat Je= sus überwunden; auch unser ist Unsterblichkeit! Furcht ist nicht im Christenglauben; wer kann uns unsre Hoffnung rauben, wenn wir nur thun, was Gott gebeut? Wir fürchten nicht den Tod, nicht dein Gericht, o Gott! Jesus lebet! jauchzt ihm Dank, der für O uns 120 Erlösung und Erlöfer. uns rang! Auf! Halleluja! find ihm versöhnt, sind seine Jauchzet ihm! [ 88.] Kinder und Erben jener Se ligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Vater, dir; ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht zum Tag der Ewigkeit uns ruft. 3. H. Fritsch. In eigener Melodie. 169. Christ ist erstanden! Von des Todes Banden half ihm der Allmächtige; freut euch, ihr Erlösete! Gelobt sei Gott! 2. Bei dem Grabgebanken mag der Unchrist wanken! Unsre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verläßt. Gelobt sei Gott! 3. Gelobt sei Gott! Gelobt fei Gott! Gelobt sei Gott! Dankbar wollen wir uns sein hier und dort im Himmel freun! Gelobt sei Gott! [ 11.] M. Weiß, Luther und 3570 C. F. Neander. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 170. Halleluja! Jauchzt, ihr Chöre! Singt Jefu Chrifto Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Siegreich ist er von den Banden des Todes, der ihn hielt, erstanden, er, der für uns im Grabe lag. Ihm Ehre, Ruhm und Macht! Er hat sein Werk vollbracht; Halleluja! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat seiner Feinde Macht bezwungen, von To desfetten uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder 3. Ob uns Gräber gleich bedecken, wirst du vom Tod' uns doch erwecken, der du des Lebens Urquell bist. Du wirst unvergänglich's Leben und Herrlichkeit dem Geiste geben, der hier des Staubs Bewohner ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein; Hallelluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht: denn, Heil uns! Jesus Chri stus lebt! d 1507 [ 88.] G. B. Funk. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 171. Wer ist's, der mit Himmelslichte verklärt, mit Sieg im Ungesichte, aus jener Todeshöhle geht? Er ist's, o ihr Menschenkinder; er ist's, der Todesüberwinder, siegreich aus dem Grab' er: steht! Sein offnes Grab ift leer! Dort liegen um ihn her seine Feinde! Preis ihm und Dank! Er, er bezwang den Tod. Gelobt, gelobt sei Gott! 2. der Sollt' ich nicht mit Danken kommen? Dir, du Erretter deiner Frommen, dir sollt' ich nicht mein Loblieb weihn? Du hast bis zum Tod ge: Erlösung und Erlöser. 121 gerungen, und sterbend mei- gegeben; er werde der Vernen Feind bezwungen: dein wesung Raub; ich werde denSieg, du Siegesfürst, ist noch leben und schauen, Herr, mein! Lob, Preis und Dank dein Angesicht! Dieß, dieß ist sei dir! Du halfft vom Tode meine Zuversicht! mir, Ueberwinder! Mein Lobgefang, mein heißer Dank, erhebt sich ewig, Gott, zu dir! 3. Betet ihn, den Ueberwinder des Todes, betet, Menschenkinder, in Demuth glaubensvoll ihn an! Werfet euch, erlöste Brüder, werft ehrfurchtsvoll vor ihm euch nieder, und rühmt's, was er an uns getban! Glaubt Ulle, sein Gebot ist uns Befehl von Gott, Mitgenossen! Er ftritt allein! Dringt mit ihm ein in seinen Himmel, in sein Reich! O Münter. d] [ 88.] Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 172. Herr, du bist meine Zuversicht! Du lebst und ich soll leben; du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterb: lichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht in's Gericht: dieß, dieß ist meine 3us versicht! t 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen: dort wird ein herrlicher Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide; doch verzag' ich nicht; denn du bist meine Zuversicht. 3. Eo finke denn mein Leib in Staub, vom Staube mir 4. 3u dir, Herr, wird mein Geist empor vom Staube sich erheben. Du gingst aus deinem Grab hervor; du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht! 5. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den süßen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden! Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht!! Ind [ 62.] Sturm. Mel. Herr, ich habe mißgeh.. 123. Jesus Christus ist erstanden! Licht strömt in des Grabes Nacht! Er ist frei von Todesbanden, hat sein großes Werk vollbracht; ja, der Sieg ist nun errungen und der letzte Feind bezwungen! 2. Laßt das Siegeslied erschallen! Uns hat er den Sieg gebracht; uns, die noch auf Gräbern wallen, aufgehellt des Grabes Nacht; uns hat er den Sieg errungen, und sein Werk ist ihm gelungen. 3. Gott, in welcher Son nenklarheit strahlt, was Jesus uns verheißt, strahlt die heil'ge, 122 Erlösung und Erlöser. Heil mir! Jesu Grab ist leer! heil'ge, große Wahrheit: erschreckt der Tod nicht mehr. Dewig ist des Menschen Geist! Tugend reicht an Gottes » Throne Frommen einst die » Siegeskrone!« 2. Froh besieg' ich nun das Graun, das die Todtenhügel decket. Meinen Heiland werd' ich schaun, den der Vater hat erwecket; der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir heller macht. 4. Stimmet keine Trauer lieder bei der Frommen Gräbern an! Unser Geist betritt, o Brüder, eines bessern Le bens Bahn. Zu der Wahrheit lichten Höhen müssen wir durch Gräber gehen. 5. Unsern Todestag hienie: den feiern Engel dort erfreut als den Uebergang zum Frieden, als Geburt zur Selig keit. Denn vollkommner als auf Erden, edler sollen wir bort werden. Ein 6. Heil uns! In der Sel' gen Reihen sollen wir uns dem Beruf himmlisch reiner Tugend weihen, ihm, zu dem Gott uns auch schuf; sollen unsers Gottes Willen immer freudiger erfüllen. 7. Auf! Un Jesu Sieges: fefte laßt uns das Gelübd' erneu'n: hier schon soll das größte, beste, wichtigste Geschäft uns sein, uns're Pflichten zu vollbringen, und nach Heiligung zu ringen! [ 31.] Demme. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 174. Siegreich stand mein Heiland auf: Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wenn ich ausgeschlummert habe. Mich 3. Wohlthat wird das Sterben mir! Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig nicht läßt er sie hier kämpfen, dulden, klagen weinen; nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh'! 4. Schwing' dich denn, mein Geist, empor! Lerne nach dem Himmel streben! Jeſus ging den Weg dir vor; Jesus lebt: auch du sollst leben! Auferstandner, lebenslang weiht mein Herz dir Preis und Dank! [ 48.] Anonym u. Reche. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 175. Jesus lebt; mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tod einst auserwecken! Er verklärt mich in sein Licht: dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gege ben; mit ihm werd' auch ich zugleich, wo kein Tod ist, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus Erlösung und Erlöser. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zuge: fagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt Reu'gen nicht: dieß ist meine Zuversicht. den läßt die Schwachen nicht: dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein: fein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her Mudre. zens will ich ſein, und den Hingang Jesu zu Gott. Lüften widerstreben. Er ver5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll nun von ihm mich scheiden; keine Macht der Finsternis, keine Herr lichkeit, kein Leiden! Er gibt Kraft zu jeder Pflicht: dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod Eingang mir in's beff're Leben. Welchen Trost in To= desnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: du bist meine Zuversicht! [ 48.] 123 2.» Ich lebe! Friede sei mit euch!- spricht er und ihr sollt leben! Mir ist die Macht, mir ist das Reich des Vaters übergeben!« Welch herrlich Wort, mein Herr und Gott! Nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod; denn mein Erlöser lebet. [ 96.] Gellert. Mel. Wenn mein Stündlein. 176. Wenn der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde, entseelt, mit Erd' und Staub bedeckt, einst Erd' und Asche werde: dann tröft', o Gott, der Glaube mich, daß Jesus, auferweckt durch dich, den Tod hat überwunden. - Mel. Was Gott thut, das ift. 177. Triumph! Ihr Himmel, freuet euch, jauchzt ihm, Frohlockend zieht er in sein Reich, dem Gottessohne! empfängt des Sieges Krone; melsglanz, genießt er nach umstrahlet ganz mit Him dem Leiden der Tugend sel'ge Freuden. 2. Auf Erden ist vollbracht fein auf, das große Werk ich zum Himmel auf und hat gelungen; nun schwingt er das Ziel errungen. Mit Majestät wird er erhöht, und herrscht nach Kampf und Leiden mit Gott in ew'gen Freuden. 3. Doch schließet ihn kein Himmel ein: er wirkt noch fort auf Erden; noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, durch ihn gesegnet werden. Strebt nur die Bahn zum Ziel hinan: nach kurzem Erdenleide lohnt euch des Himmels Freude. 4. Ge 124 Erlösung und Erlöser. 14. Gedanke, der das Herz standnem Leidenslauf gehst erfreut, Gedanke voller Se: gen! Die Hoffnung der Unsterblichkeit kommt uns am Grab' entgegen. Die beff're Welt ist uns erhellt mit ihren ew'gen Freuden, um einst ge troft zu scheiden. du verklärt zu Gott hinauf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich dort kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über Alles hoch erhoben. O 2. Die Sel'gen alle dienen dir, und unser Herz vereint sich hier mit ihnen, dich zu loben. Du hast dein großes Werk vollbracht, und dich hat beines Gottes Macht, mit Sieg gekrönt, erhoben. Hilf nur, daß wir uns bestreben, dir zu leben, und auf Erden stets dir ähnlicher zu werden. 5. So wahr, als Jesus Christus lebt, wir werden mit ihm leben! Zum Urquell al les Lichtes strebt der Geist, von Gott gegeben. Still finkt in's Grab der Leib hinab! der Geist schwingt, frei von Leiden, sich auf zu ew'gen Freuden. simbol 6. Doch führt uns nur der Tugend Bahn zu jenen set' gen Höhen; auf ihr ging Se ſus uns voran: laßt uns auch muthvoll gehen der Tugend Bahn zum Ziel hinan! Und kostet's Kampf und Leiden: uns lohnen ew'ge Freuden. 7. Triumph! Ihr Christen, freuet euch! Nun ist der Tod bezwungen; wir haben Theil an Jesu Reich: der Sieg ist uns errungen! Auf! bringt ihm Dank und Lobgesang! Wir gehn durch Kampf und Leiden mit ihm zu seinen Freuden. [ 91.] Demme. Mel. Wie schön leucht't uns der. 178. Wie herrlich, Jesu, starker Held, du Retter einer Sündenwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach über 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt Wahrheit, Heil und Leben. Licht und Erkenntniß unsrer Pflicht, und Hoffnung, Freud' und Zuversicht wird uns durch dich gegeben. Laß dein Joch uns gerne tragen, und ent sagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. 3euch unsre Herzen ganz zu dir, damit vor allen Din gen wir nach deinem Reiche trachten! Laß uns im Wan del fromm und rein, voll Sanftmuth und voll Demuth fein, und eitle Lust verachten! Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben! 5. Sei unser Schutz und unser Hort, und tröst' uns durch Erlösung und Erlöser. $ 125 durch dein göttlich Wort Sünder durch dich, Herr, in bangen Kummerstunden! Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid verbunden. Stärke, Jesu, unsre Herzen in den Schmerzen, die wir leiden, durch die Hoffnung jener Freuden! dan wieder hergestellt. Von banger Furcht entwöhnt, sind wir mit Gott verföhnt. Preis dir, Mittler! Du führeft nicht 6. Für uns erlittest du den Tod; zu unserm Heil bist du zu Gott, zum Himmel eingegangen. Schenk' uns im Guten Festigkeit, und laß uns nach der Uebungszeit, wo du bist, hingelangen. Dafür soll dir, Herr, zu Ehren ohn' Aufhören von uns Allen Dank und Lobgesang er schallen! [ 100.] Homburg u. Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 179. Uleber aller Himmel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, du Stifter unfrer Seligkeit! Durch die Himmel hallen wieder der Sel'gen hohe Freudenlieder, und preifen deine Herrlich: keit. Erniedrigt brachtest du dein Erdenleben zu, uns zum Segen. Nun sehen wir empor zu dir; wir staunen, jauchzen, beten an! gaj 2. Ganz war Alles nun vollendet! Du warst zum Retter uns gesendet, und rettetest die Sünderwelt. Wer den wir nur Gottes Kinder: so ist das Heil auch für uns d uns in's Gericht, wenn frommer Glaube uns belebt. dm3. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden treulich zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod.» Sitze, Sohn, auf deinem Throne! Ich gebe dir ein Reich zum Lohne, deß Dauer ewig ist!« sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Dihr Frommen, durch Streit und Schmach folgt treu ihm nach! Gott, dem ihr dient, belohnt, als Gott. dar 4. Deine trauernden Erlősten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie dein guter Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und uns die Freuden, den Lohn der Ewigkeit verheißt. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. D, folgen wir, Erlöser, dir: so glänzt auch uns die Kron' am Ziel. 5. Uns die Stätte zu be reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Vaterland. Uns, die wir dein Lob jetzt stammeln, uns alle wirst du dort versammeln, uns reichen deine Freundeshand. Geweiht hast du 126 Erlösung und Erlöser. du uns Gott und dir durch gaß bei Qual und Schmer: deinen Tod. Wo du lebest, zen! Gerettet Alle, Herr, von und Gott mit dir, da sollen dir, gerettet sind durch dich wir einst mit dir leben auch wir. ewiglich. Cred [ 88.] sp Münter. Mel. Mir nach, spricht Christus. 180. Mit Preis und Ruhm gekrönt, hast du dein großes Werk geendet, blickft auf dein Tagewerk mit Ruh'; denn alles ist voll endet, vollbracht der Kampf der Sterblichkeit, und dein ist nun die Herrlichkeit. 2. Du lebst und ernteft nun den Lohn für deiner Leiden Menge. Versammelt stehn um deinen Thron, in fröhlichem Gedränge, schon Tausende, durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern kamen sie, mühselig und beladen, und suchten Ruh' und fanden sie, und sind des Jochs entladen; weihn freudig dir sich, Gottessohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, unzählbar, wie der Morgenthau in hellen Tropfen auf der Au'! 5. Sie alle selig- und durch dich! zur Wonne deinem Herzen, das nur für Andre schlug, und sich ver6. Auch wir! O schau von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deiner Arbeit Lohn; zwar sterblich noch und Sünder, doch das ist unsre Zuversicht einst sündenfrei, und sterblich nicht. 7. O daß, Beseliger, wit nie dich undankbar verken: nen, und deinen Namen, Jesu, nie mit faltem Herzen nennen! Ach, Keiner von uns Allen sei dir, seinem Ret ter, ungetreu! 8. Heil uns, wenn mit der Frommen Schaar, die, schon zum Schau'n erhoben, die preist, auch wir einst immer dar dich, Hocherhabner, loben; von reinerm Dank das Herz uns glüht, entzückt dich unser Auge sieht! 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk voll bringen; und ist's vollbracht: laß froh hinauf die Seele zu dir dringen! Laß uns, gleich dir, vor Gottes Thron em pfangen edler Thaten Lohn! [ 62] Niemeyer. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 181. Bom Grab', an dem wir wallen, soll, Jefu Chrift, dein Lobgefang empor zum Himmel schallen; dir opfr jede Erlösung und Erlöser. 127 jede Seele Dank! Ja, Jeder dunkler Ferne dringt dann der Gebornen sei froh, ein Mensch zu sein, und Jeder der Verlornen bereit, sich dir zu weihn! Zum Heiland uns gegeben, erschienft du, Gottes Sohn; mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. [ 68.] Sturm. Mel. Aus meines Herzens Gr. 182. Dich frönte Gott mit Freuden, o Jesu, nach dem Streit; du drangst durch Schmach und Leiden zu deiner Herrlichkeit. Triumph war dir dein Tod; dein Kampf war ausgefämpfet; der Feinde Wuth gedämpfet: nun gingst du hin zu Gott. 2. Jch, dein Erlöster, walle dir, meinem Führer, nach. 3war irr' ich oft und falle, bin muthlos oft und schwach: doch hilfst du mir im Streit, und führst auch mich durch Leiden zum Ziel, zu hohen Freuden, zu deiner Herrlichkeit. 3. D, wenn ich bis zum Grabe vollendet meinen Streit, und gut gekämpfet habe um meine Seligkeit: wie werd' ich dann mich freun! Wie werd' ich voll Entzücken auf meine Krone blikken! Wie selig werd' ich sein! 4. Mit freudigem Ver4. Und sind wir einst zum trauen darf ich vom KampfLohne der Himmelsbürger plat schon nach deinem dort erhöht: dann stehen wir Himmel schauen, auf meines am Throne und schauen deine Glaubens Lohn. Und manMajestät. Nicht mehr aus geln Kräfte mir; sink' ich im Kampfe 2. Frohlockt, ihr Mitgenos: sen der Erde und der Sterb: lichkeit! Nun ist uns aufge: schlossen der Eingang in die Herrlichkeit. Zu unsrer Welt hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder; er bleibt es immerfort: hier sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort, der Dank zu dir; erhaben über Sterne, dir näher, jauchzen wir, und mit des Himmels Heere schallt unser Lobgesang: dem Ewigen sei Ehre, dem Welterlöser Dank! 3. O du, dem jetzt die Menge der Engel und Verklärten fingt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, doch immer fromm gesinnt. Dlaß auch uns auf Erden, wie du, gefinnet sein; dir, Herr, ganz ähnlich werden, und dein uns ewig freun. Erlösung und Erlöser. 128 Kampfe nieder: dein Wort erhebt mich wieder: sei treu! Ich bin mit dir!«< und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf! Hin zum Ziele! Das Ziel ist nah'; bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr. a3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit unbesiegtem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen! Wie war sein Herz von Angst durchdrungen! Zur Erde fiel sein Schweiß, wie Blut. Doch fah'n die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken; gestärkt von Gott, ging durch den Tod der Sieger ein zur Herrlichkeit.com 5. Dir geh' ich froh entge gen, du Retter aus der Noth! Durch dich wird lauter Se: gen mir selbst der herbste Tod; denn schließt sich hier mein Lauf: so nimmst du meine Seele, die ich dir, Herr, empfehle, in deinen Himmel auf, timo 6. Nah' sei mir der Gedanke: groß ist der Frommen Lohn! damit ich nimmer wanke von dir, o Gottessohn. So bleib' ich dir getreu, bleib' immer dir ergeben, damit ein beff'res Leben mein ew'ges Erbtheil sei. mind [ 8.] Münter. Mel. Wachet auf, ruft uns die.. 183. Jesus kommt, von allem Bösen einst seine Treuen zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige 3ufriedenheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt uns 5. Ja, du kommst, von al vergänglich Heil. 4. Mitgenoffen seiner Lei den sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Herrn hindurch zubringen, und seines Him. mels werth zu sein! Er ist's, der Hülfe schafft; er ist voll großer Kraft und voll Stärke. Die ihm vertraun, Die wer den schaun, wie mächtig ihr Erlöser ist. lem Bösen einst deine Treuen zu erlösen: deß sind wir froh, und danken dir! Nein, Vollender, nicht verzagen soll un ser Herz in trüben Tagen; auf deine Zukunft hoffen wir! Wir A 2. Augenblicke dieser Lei den, was seid ihr gegen jene Freuden der grenzenlosen Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 129 Wir wissen, wer du bist; wie Trümmer fällt: wir traun hoch beseligt ist, wer dich ten auf dich, und zagen nicht! im net! Ob Erd' und Welt in [ 88.] rod Münter. IV. Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Geift Gottes. i wider dich, erwürgten die Gend rechten! Was konnten Menschen wider Gott? Es siegte frei der Märt'rer Tod, der Tod von Jesu Knechten! Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie: so sprach ihr Blut [ 0] 5. Die Kirche pflanztest du; bis jetzt hast du noch immer sie beschüßt; nie wird sie untergeben. Fest stehet sie, gleich wie dein Thron, auch wenn ihr mächt'ge Feinde drohn, und Himmel selbst vergehen. Ihr Grund, das Wort von Jesu Christ, ist ewig, wie du selber bist. 6. Heil ihren Kindern, welche sich dir übergeben, und durch dich zum Himmel führen lassen! Du lehrest fie des Glaubens Kraft, stärkst sie auf ihrer Wanderschaft, lehrst sie die Sünde hassen; des Heils gewiß sind sie in dir, und Himmelslust tränkt sie schon hier. Loimblinch Mel. Ewigkeit, du Donn. 184. Der mir den Weg zum Heile weist, des Vaters und des Sohnes Geist, dich soll mein Lied erheben! Mein Lehrer, du, gesandt von Gott, du gibst mir Freudigkeit im Tod, und leitest hier mein Leben. Was gut und löblich ist an mir, Geist Gottes, das verdank' ich dir.. du 2. Vollendet hatte Gottes Sohn sein Werk; der Him mel ward sein Lohn: da sandt' er seinen Beugen, dich, und mit dir der Liebe Gluth, die Wunderkraft, den Heldenmuth, die Welt zu überzeugen. Groß war die Ernte, schwer die Müh': doch, Geist des Herrn, du stärktest sie. 3. Da that der Ungelehrten Mund die großen Thaten Gottes fund, und lehrte Jesu Lehren; da wurden Gößentempel leer; da schwand der falschen Götter Heer, sammt Opfern und Altären. Das Kreuz des Mittlers überwand verjährten Wahnes Widerstand. ad and its 3910 4. Umsonst, umsonst empörten sich der Erde Fürsten 56 1013 7. D führe mich an deiner Hand hinauf in's wahre Baterland; auch mir glänzt dort die Krone. Gib mir die feste Zuversicht: auch mich verwerfe Gott einst nicht, auch mich lieb' er im Sohne! Durch Glauben und 130 Geift und Wort Gottes, christliche Kirche. 8. Gehorsam will ich auf der Bahn, die du mir zeigst, dem Ziel mich nahn: hilf mir auf meinem Wege! Ich kämpf um meine Seligkeit mit Eifer und mit Wachsam: keit, nicht muthlos und nicht träge; du gabst den Vorsatz, Gott, gib du mir Schwachen auch die Kraft dazu! und durch Besserung vollende tes Dienste fiegen, der Trübfal meine Heiligung! hid wo nie erliegen! Dieß Leben ist der Prüfung Zeit: wir über: winden durch dich weit. Du hilfft, o Geift, mit Muth uns ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen; Halleluja! Halleluja! [ 70.] Münter. Mel. Komm, heiliger Geift. 185. Hör unfre Bitten, Gottes Geist, den Jesus Christus uns verheißt! Erfüll' mit deinen Seligkeiten uns, die fich Christo weihten! Die Völker aller Welt führst du in's Heiligthum, zu Gottes Ruh'. Es schall' Anbetung dir zum Ruhme! Singt, Völker, ihm im Heiligthume! Halleluja! Halleluja! 2. Du heiliges Licht! Starker Hort! Durch dich leucht' uns des Lebens Wort! Lehr' uns den Ewigen erkennen; ihn herzlich Bater nen= nen! Du hast durch deiner Wahrheit Macht auch uns zum Licht aus Gott gebracht; laß nie dieß Himmelslicht uns rauben! Ohngötterei und Aberglauben laß immerdar fern von uns sein! 3. Du heilige Ruh'! SüBer Trost! Hilf, daß wir freu: dig und getrost in unsers Got [ 51.] Klopflock u. G. B. Funk. Mel. Nun bitten wir den lieben. 186. Send' uns, o Vater, deinen Geist, ihn, den Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre; die von dir gewichen sind, be kehre. Hör unser Flehn! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mache durch dein Wort uns tugendhaft; hilf an ihn uns glauben, den treuen Heiland, der uns brin gen will zum rechten Vaterland. Hör' unser Flehn! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns dir ge fällig und bereit, daß wir, Christo ähnlich, von dir getrie ben, gern verzeihen und einander lieben. Hör' unser Flehn! 4. Du höchster Trost in aller Noth, selig sei durch dich uns einst der Tod; daß wir, stark im Glauben, gern und mit Freuden, wenn es Gott gebeut, von binnen scheiden. Hör' unser Flehn! [ 64.] Luther und Funt. Mel. Gott des Himmels und. 187. Komm, o Geist, von Gott gegeben, heilige und beff're Geift und Wort Gottes, chriftliche Kirche. 131 beff're mich! Weise, fromm Weise, fromm Mel. Wie schön leucht't uns. und gut zu leben, dieß vermag 188. Komm, komm zu ich nur durch dich. Läsfest du uns, o Geift des Herrn, mit an Trost mich leer: dann wird deinen Gaben! Sei nicht fern, mir der Kampf zu schwer. du, unsrer Herzen Wonne! Dir ist bekannt, was uns gebricht; gib neues Leben, Kraft und Licht, Herr, unsrer Sec= len Sonne! Neue Treue, unfre Pflichten auszurichten, wollst du geben, daß wir froh und heilig leben. 2. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort an unfern Herzen immerfort, daß wir es folgfam hören; daß wir dich, Bater, Sohn und Geist, wie es uns Jesu Lehre heißt, mit Rühre, führe unsre Herzen, Sinn und Wandel ehren. daß nicht Schmerzen und nicht Freuden uns von deiner Liebe scheiden! 2. Uch, ich irr' in Finsternis: fen, Geist der Wahrheit, ohne dich! Von Begierden hingerissen, täuschet meine Seele fich; suchet Ruh', und findet fie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir, nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält! Hilf mir, Gott und Jesu leben, nicht den Lüften dieser Welt! Lehre mich, von Sünden rein, heilig und Gott ähnlich sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin! Stärke mich durch deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag. 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust! Gib mir Trost in jeder Noth! Hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir auf behaltne Erbe in der Herrlich feit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft.d [ 28.] Joachim Neander. Quelle, gib in unfre Herzen 3. Du, aller Weisheit regen Trieb, die Wahrheit auszubreiten, zu frommer Gottergebenheit und wahrer Lebensheiligkeit die Frrenden zu leiten. Alle, Alle laß mit Klarheit deine Wahrheit froh erkennen, und sich von der Sünde trennen! 4. Verlaß uns nie mit deinem Rath, daß wir der Tugend ebnen Pfad mit freudigem Gewissen stets wandeln. Gib Gelassenheit, gib Treue und Beständigkeit, auch wenn wir leiden müssen. Tröster, J2 Trő 132 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Tröster komm, die Schwa- du hast uns Gott geweiht, then stark zu machen, die dir Geist Gottes! Himmelskraft! trauen und nach deiner Hülfe Erfülle meine Seele, damit schauen! ich such' und wähle, was ew's ges Heil mir schafft. 50-200 2. Du bist es, der mich lehret, wie ich recht beten ſoll, und daß mich Gott erhöret, bet' ich nur glaubensvoll. Nun steigt zu Gott hinan mein Fleb'n; und gute Gaben werd' ich zu hoffen haben von Dem, der helfen kann. 5. Verleih' uns gnädig Muth und mit jeder Leidenschaft und führ' uns täglich weiter. Ja, unter deinem treuen Schuß erschred' uns nie der Feinde Truß, ermüde nie der Streiter! Endlich, endlich wird der Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Siegern dort zum Lohne. 3. Du bist ein Geist der Freuden, dem Trauern nicht gefällt! Erquick' auch mich im Leiden, im Elend dieser Welt; erleicht're mir den Schmerz, und, daß es meiner Seele an keinem Troste fehle, so tröste du mein Herz.s 6. Flöß' uns auch Bruderliebe ein, und laß uns stets verbunden sein, wie Eines Leibes Glieder. Es sei mit Liebe Jedermann dem Nächsten redlich zugethan; denn wir sind Alle Brüder! Kein Neid, kein Streit uns betrübe! Fried' und Liebe wollst du geben, zu beglücken unser Leben! 4. Du bist ein Geist der Liebe; willst nicht, daß Haß und Neid der Christen Herz betrübe, willst Fried' und 7. Gib, daß in wahrer Hei: Einigkeit! Entferne allen ligkeit wir führen unsre Le Streit; bezähm' der Rach benszeit; fei unsers Geiftes sucht Triebe; gib brüderliche Stärke! Laß uns ein Volk Liebe, gib Herzens einigkeit. sein, das Gott ehrt, ihm wohl- 5. Du haft in deinen Hän gefällig ist und werth durch den die ganze, weite Welt; edle gute Werke. Rühre, fübre unser Sinnen und Beginnen von der Erde, daß es hier schon himmlisch werde! kannst Menschenherzen wen den, wie dir es wohlgefällt! Der du die Liebe bist, vers knüpf in allen Landen mit fanfter Liebe Banden, was noch getrennet ist. 6. Den Krieges flammen steure, und lodern sie empor: dann dämpfe fie; erneure ver dunase minol heer: [ 100.] Schirmer u. Diterich. Mel. Aus meines Herzens Gr. 189. 3euch ein zu deinen Thoren, zu deiner Christen heit; du hast uns neu geboren, Geift und Wort Gottes, christliche Kirche. 133 heerter Länder Flor! Fried- 2. 3ur wahren Weisheit fame Bürger laß in sichern oft zu träge, kennt er nicht Hütten wohnen; entferne von sich, noch seine Pflicht, nicht den Thronen Lift, Schmei seinen Gott, noch seine Wege, chelei und Haß! und selbst sein tiefes Elend nicht; vergißt in eitler Sicherheit Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 7. Hilf allen Obrigkeiten, und schüße jeden Thron! Beglücke unsre Zeiten! Es sei des Greises Kron' Erfahrung und Verstand; verleihe unsrer Jugend Gottseligkeit und Tugend; und segne jeden Stand! mimo 8. Gib zweifelnden Gemüthern des Glaubens Freudig feit; erfüll' mit deinen Gütern das Herz, das dir sich weiht! Gib Kräfte unserm Geift, das Gute stets zu lie: ben und standhaft auszuüben, so wie es Gott uns heißt. 9. Richt' unser ganzes Leben nach Gottes Willen ein, damit wir, ihm ergeben, uns seiner Gnade freun!! 3um Tod' mach' uns bereit; laß hoffnungsvoll uns sterben; führ' uns, als Gottes Erben, zur ew'gen Seligkeit! [ 8.] P. Gerhardt. Mel. Religion, von Gott gegeben. 190. Des Wahns und Irrthums Finsternissen wird, Geist des Lichts, wer Licht begehrt, durch deine Wahrheit nur entrissen, die uns den Weg des Friedens lehrt. Ge täuſcht von Trug und Thorheit, irrt, wer nicht von dir erleuchtet wird. du 3. Doch Dank sei dir und Preis und Ehre! Licht hast uns Armen du gewährt; durch Jesu Wort, der Wahrheit Lehre, hast du das Dunkel aufgeklärt. So lernen wir durch dich, wie blind, wie thö: richt, wie verderbt wir sind. 4. Du zeigst uns Gott in seiner Größe, in seiner Heiligkeit und Huld; sein Recht, und ach! auch unsre Blöße, und unsers Ungehorsams Schuld; das Elend unsrer Sicherheit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 5. Das sehen wir durch dich, und beben; doch, sollen wir verzagen? Nein! Du zeigst uns auch den Weg zum Leben und lehrest uns: Gott will verzeihn! Du führst zu Dem, der uns versöhnt, und uns mit Heil und Gnade krönt. 6. Auch schauen wir in deinem Lichte der Frömmigkeit und Tugend Werth; und alle Frommen im Gerichte von Gott begnadigt und verklärt; und ihre Leiden in der Zeit belohnt mit ew'ger Herrlichkeit. 7. Dir, 134 Geift und Wort Gottes, christliche Kirche. 7. Dir, Geist des Lichts, jedem Schmerz mit Muth und sei Dank und Ehre! laß mit Geduld! dein Licht uns alle sehn; laß uns dein Wort, der Wahrheit Lehre, nicht undankbar und frech verschmähn! Gib, daß wir thun, was du uns lehrst, bis du bei Gott uns einst ver: klärft. [ 76.] 3. A. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 191. Nicht um ein flüch: tig Gut der Zeit- ich fleb' um deinen Geist, den mir zu meiner Seligkeit dein Wort, o Gott, verheißt. in 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! gall braim 3. Dich lieben, Gott, ift Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere 3ufriedenheit als alles Glück der Welt. 4. Ja, dann hab' ich Ver 4. Ja, dann hab' ich Vertraun zu dir; dann schenket felbft dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin; zur Tugend stärk' er mich; beweise, wenn ich trau: rig bin, auch mir als Tröfter sich! 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, verleih' mir deine Huld, und waffne mich in [ 56.] C.F. Neander. Mel. Werde munter, mein G. 192. Neine Quelle wahrer Güter, hochgelobter Got tesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust, nimm mein Herz, regiere mich, denn nach dir verlanget mich! Mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 2. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, und dann mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freun, als sein Kind die Sünde scheun, stets vor sei nen Augen wandeln, heilig denken, christlich handeln. 3. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deis nem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und es achte Friedensband knüpfen kann; für Gewinn, wenn ich je ein wenn meine Hand zur Er leicht'rung der Beschwerden kann dem Nächsten nüglich werden. 4. Lebre mich mein Inn's res fennen, auch verborg'ne Fehler sehn, demuthsvoll fie Gott bekennen, und ihn um Bergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu, und gib immer neue Kräfte mir Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. 135 mir zum Heiligungsge deine Rechte. Zuletzt ist selbst schäfte. dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 5. Wenn der Anblick mei ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich Zweifel in mir finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: gib dann, daß es meis ner Seele nicht an Trost und Stärkung fehle!) tim mot 3. Dieß Heil, das unser Danklied preift, dein Wort, laß uns nicht rauben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir's von Herzen glauben, und Alles, was dein Wort gebeut, mit Treue, Luft und Freudig: keit, zu deiner Ehre, üben! 6. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir! Geist des Herrn, regiere mich; gieb mir Muth und Kraft, daß sich, mir zum Heil und dir zur Ehre, meine Heiligung stets mebre.ndise 2 monthn [ 98.] d Bruhn. Wort Gottes, Lehre Jesu, Bibel. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 193. 3um Guten sind, o heil'ger Gott, wir ohne dich nicht tüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen's und verstehen's nicht, wenn nicht dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir uns zeiget. de 2. Drum hast du eh'mals ausgefandt Propheten, deine Knechte sie machten in der Welt bekannt dein Heil und millor 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott nie unser Herz bethöre; sich selbst bestrafen schrecklich, Gott, Verächter deiner Lehre. Erweck uns durch der Wahrheit Kraft; und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren! ustio niño! 5. Herr, öffne selbst Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen; daß wir es nie, in Freud' und Schmerz, aus unserm Herzen lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundert fältig bringen! and sing 6. Drum mache du uns Alle gleich dem fruchtbar gu ten Lande! Mach' uns an len Werken reich in unserm Amt und Stande! Laß uns, in Demuth und Geduld, be wahren deine Lehr' und Huld in einem guten Herzen! d 7. Laß deines Worts Bekenner hier der Sünder Wege mei= 136 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. meiden! Hilf, daß wir halten deiner Huld, fühlt Ruhe für fest an dir in Trübfal, Kampf sein Herz. 116) und Leiden! Rott' Alles aus, 3. In deinem Licht erkennt was dir mißfällt! Hilf uns der Fromme seine Pflichten; die Sorgen dieser Welt und er lernet willig fie, so schwer böse Lüste dämpfen! il sie sind, verrichten; fühlt, di 8. Gib, dudaß wir deine wenn sein schwaches Herz des Wahrheit rein und unver- Kampfes Mühe scheut, durch fälscht bewahren! Laß Alle, deines Geistes Kraft doch sei= die sich ihrer freun, stets ihre nen Muth erneut, dig Kraft erfahren! Dein Wort sei Rath und Trost in Noth, daß wir im Leben und im Tod ihm zuversichtlich trauen! nt 4. Bemüht, der Tugend Bahn mit festem Schritt zu wandeln, nach deinen Lehren stets zu denken und zu handeln, erkennt er täglich mehr, wie sehr man ihren Werth durch inn're Besserung und Seelenruh' erfährt. 5. Sie machen uns den Hang, die Lust zu jedem Laster, wie reizend es auch sei, mit jedem Tag verhaßter. So lernen wir durch sie, aus Pflicht, das Böse scheun, und unser ganzes Herz Gott und der Tugend weihn. 9. Laß, Herr, dein Wort je mehr und mehr sich unter uns verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! O beilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort Troft, Hoffnung, Lieb' und Glauben! Inol [ 22.] pd Dav. Denicke. Mel. O Gott, du frommer. 194. Du schenkst uns, Gott, das Licht, das uns zur Wahrheit führet, des Frrthums Nacht vertreibt, und unser Thun regieret, uns dich erkennen lehrt, uns deine Größe zeigt und unser Herz zu dir in frommer Ehrfurcht neigt. 2. Wie gut, wie väterlich sind alle deine Lehren! Wie groß ist ihre Kraft, den Sünder zu bekehren! Durch sie erweckt, fühlt er, auch bei der Reue Schmerz, die Größe 6. Sie stärken unsern Geist, gewähren reine Freuden. Nichts gleichet ihrem Trost bei dieses Lebens Leiden; sie führen zur Geduld; sie lindern unfern Schmerz, und bei des Kummers Last erleichtern sie das Herz. 7. Naht einst sich uns der Tod, und fühlen wir die Schrecken, die uns sein furchtbar Bild und Gruft und Staub erwecken: so sieht im Geiste schon mit glaubensvollem Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 137 vollem Blick der Christ in fremden Gößen dienen; nie jener Welt der Zukunft beff'- thöricht mich erkühnen, die res Glück. lids! Welt ihm vorzuziehn. 8. Mich dieses Glücks zu freun; es ewig zu besitzen; erleuchtet durch dein Licht, mir und der Welt zu nützen tis5. Ich soll mit sanftem Herzen des Nächsten Glück erhöh'n; ihm gern bei seinen Schmerzen mit Trost zur Seite stehn, nicht seine Tage trüben; soll, wie mich selbst, ihn lieben, gern segnen und erfreun. dieß sei mein beißer Wunsch, dieß meine liebste Pflicht; im Leben sei mir's Trost, im Tode Zuversicht! [ 71.] Grot. Mel. Herr Chrift, der ein'ge. 195. Gott liebet unser Le ben. Zu unserm Heil hat er uns sein Geset gegeben; aus Liebe gab's der Herr. Wohl mir, wenn, fromm und weise, ich Gottes Liebe preise, und ihm gehorsam bin! 2. Schon die Vernunft kann wissen, was gut und böse sei; sie richtet durch's Gewissen, verdammt und spricht uns frei, verheißt uns Ruh' und Freuden, wenn wir die Sünde meiden, und gern das windshier Gute thun. 6. Mein ganzes Herz foll heilig, mein Sinn und Wandel rein, die Tugend mir erfreulich und Gott mein Alles sein. In meinem ganzen Leben soll ich nach dem nur streben, was Gott gefällig ist. 7. Herr, stärke meine Liebe zur wahren Heiligkeit, damit and ich freudig übe, was mir dein Wort gebeut: Denn nur auf deinen Wegen ist Ruhe, Heil und Segen, und Ruhm, der ewig währt. [ 35.] ads Mudre. Mel. Ach Gott und Herr. 196. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr: laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich mich von dem Glauben schrecken! dannel Sa 3. Doch Hang zu tausend Sünden verblendet unsern Geist, daß wir den Quell nicht finden, aus dem das Leben fleußt. Drum gab der Herr uns Armen, aus göttlichem Erbarmen, auch seines Wortes Licht. stato 4. Nur ihn soll ich verehren, ihn lieben, ihm vertraun, auf seine Stimme hören, auf feine Wege schaun; nicht 3. Wo fänd' ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne fie 138 Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. sie verständ' ich nie, wie ich dig würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit mir, Herr, von dir gegeben. orainam 5. Gott, deine Huld, von Sündenschuld durch Sesum uns zu retten, sie kennt' ich nicht, wenn wir dein Licht, dein theures Wort nicht hätten. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünde nicht verzagen: nein, du vers zeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! fagen. d 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weihn, gibt mir dein Wort, Herr, Kräfte; denn mangelhaft ist meine Kraft zum Heiligungsgeschäfte.d 8. Herr, unser Hort, laß dieß dein Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil; es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! [ 1.] mis Gellert. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 197. Herr, mein Licht, er leuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Laß, o Herr, mich schon auf Erden weise für den Himmel werden! 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort: lehre mich es recht verstehen! Was hier dunkel bleibt, wird dort meine Seele heller sehen; mache mich nur, bir zum Preise, erst für dieses Leben weise! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn ver stehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen: sonst würd' ich, bei allem Wissen, seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg' ich seinem Unter: richt: o so werd' ich's auch erfahren, was es Denen Gut's verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. dupa 5. Hilf, daß ich zu jeder Beit meines Heils Erkenntniß mehre! Find' ich dann noch Dunkelheit bei des Glaubens hoher Lehre, so laß Zweifel mich entfernen, und in De muth glauben lernen! 6. Gib mir immer neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir ge wissenhaft auf der Tugend Pfad zu wandeln: so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben. [ 54] Hecker und Diterich. Mel. Werde munter, mein G. 198. Wohl dem Men schen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath! Wohl Dem, der nicht unrecht han delt, nicht betritt der Sün der Pfad; der der Spötter Freundschaft flieht, ihrem Um: Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Umgang sich entzieht; der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret! 2. Wohl dem, der des Höchsten Willen zu erforschen sich bestrebt; der ihn thätig zu erfüllen suchet und unsträflich lebt! Segen wächst ihm zu; er blüht, gleich dem Baume, den man sieht an lebend'ger Quellen Rande wohlgedeihn im guten Lande. $ 93. Also wird gedeihn und grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Alles wird ibm müssen dienen, daß er reife Früchte gibt. Bis zum höchsten Lebensziel wirket er des Guten viel; Gott gibt Glück zu seinen Zhaten, läßt ihm Alles wohl gerathen. S 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, dessen Glück wird bald vergehn; wie der Wind die Spreu zerstreuet, wird man es zerstieben sehn. Hält der Herr einst sein Ges richt: da besteht der Sünder nicht. Sünde stürzet in's Verderben! Fromme sind des Himmels Erben. [ 98.] P. Gerhardt Mel. Liebster Jesu, wir sind. 199. Köstlich sei mir alle zeit, Herr, mein Heiland, deine Lebre, gib, daß ich mit Folgfamkeit treulich ihre Vorschrift ehre; dem, was sie verheißt, vertraue, und an ihr mich stets erbaue! and it 139 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem beil'gen Willen redlich unsre Pflicht erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du in's Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben schenkst du dieses Licht den Seelen, daß fie Heil und Frieden wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld, und der Sünde großen Schaden; aber auch des Höchsten Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns, aller unfrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufft du, Herr, uns zu:» kommt zu mir, be » lad'ne Seelen! Nie soll's » euch bei mir an Ruh' und » an sanftem Troste fehlen; » wollet ihr von mir nur ler » nen, von den Sünden euch » entfernen.« mullimin 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, weil du noch dein Wort erfülleft, und der Seelen Kummer stillest. 7. Overnimm den heißen Dank, den ich ehrfurchtsvoll dir bringe! Höre meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir finge! 140 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. finge! Du befreist auch mich 3. Anduns auch laß dein von Sünden, lehrst auch mich Wort gedeihn, dein Werk an fie überwinden, hat uns gelingen; uns gleich dem guten Lande sein, und reichlich Früchte bringen. Uns fegne Vater, Sohn und Geist, daß unser Heil sich mehre! Er, unser Gott, sei hoch gepreist! Ihn lob' und ihn verehre der ganze Weltkreis! Amen! [ 28.] Luther und Klopflock. Mel. O Gott, du frommer G. 201. Soll dein verderbtes Christ, so versäume nicht, das Herz zur Heiligung genesen, Wort des Herrn zu lesen; be denke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. bill 8. Köstlicher als Gold sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dant, ja, ewig Dank sei dir, daß es stets mir Trost gewähret! Würdiger will ich dich loben, werd' ich einst zu dir erhoben. 9. Ja, so lang'ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, und mit danferfülltem Sinn nur nach deinem Wenn ich Willen handeln. einst von hinnen scheide, führst du mich zu ew'ger Freude. [ 54.] Heeren. In eigner Melodie. en 200. Es wolle Gott uns gnädig sein, und seinen Segen geben! Mit seiner Wahrheit hellem Schein erleucht' er uns zum Leben! Er lehr' uns, was ihm wohlgefällt, gern thun schon hier auf Erden; und lasse jedes Volk der Welt an Christum gläubig werden, und sich zu ihm bekehren. a 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle; so freuet dein der Weltkreis sich, und singt mit frohem Schalle: daß du sein Gott und Vater bist, nicht läsfest Cünde walten, und daß dein Wort der Segen ist, durch den wir Kraft erhalten, auf rechter Bahn zu wallens Isprit 2. Mert auf, als ob ein Ruf vom Himmel dir er schalle, und Gottes Stimme selbst zu dir hernieder halle! mit heil'ger Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun.i 3. Sprich fromm: o( Sott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich stets dein Wort für ew'ge Wahrheit halte! Erleuchte mich, was du gebietest, einzusehn, und laß mich veinen Rath von meinem Heil verstehn. 14. Er, aller Weisheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch; lies oft: du wirst es faffen, fo Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 141 so viel dein Heil verlangt. nehmen, wenn Gott sich offenGott ist's, der Weisheit giebt, bart, ist der Geschöpfe Pflicht; wenn man sie redlich sucht, und weise Demuth ist's, das und sie von Herzen liebt.mi glauben, was Gott spricht. ni 5. Lies, frei von Leidenschaft, und ledig von Geschäften, und ſammle deinen Geist mit allen seinen Sträften. Des Tages bester Theil, des Morgens Heiterkeit, sei, wie der Tag des Herrn, von dir der Schrift geweiht! sid misd 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, die zum Glücke, bei deinem Tagewerk oft in dein Herz zurücke; em: pfinde seine Kraft, und stärke dich durch ihn zu dem gefaß ten Schluß, das Gute zu voll ziebn.sidigt som 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit. mg 11. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut: dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist; du wirst das Wort verstehn, dem du gehor: sam bist. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten: so laß dich einen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein schon geprüf tes Herz hebt manche DunFelheit.tatlo aun and Mid d12.Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christsi lich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. e vad hid [ 71.] Gellert. 8. Spricht sie geheimnißvoll: so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Ver stand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt: so glaube, was er spricht; nicht, was dein Wahn dich lehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schamen, ist Rubm; und sei nen Wahn alsdann gefangen * dwidt is Christliche Kirche. Mel. Chriftus, der ist mein. 202. 2ch, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr, Jefu Chrift; damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. sd 2. Ent= 142 Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. 2. Entzieh' uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit, nicht! Durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht! 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum frei, bei deiner Wahrheit bleiben, dir folgsam, dir getreu! didam 14. Hilf uns die Lüfte dämpfen; hilf uns den Reiz der Welt und ihre Macht bekämpfen, du sieggewohnter Held! 35. Komm uns mit Kraft entgegen; hilf unsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum sichern Tugendlauf! sibidsit 6. Ja, bleib mit deiner Treue, bei uns, Herr, unfer Gott! Beständigkeit verleihe; hilf uns aus aller Noth! [ 12.] D. Stegmann und lup bible misd Hermes. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 203. Jesu, Trost und Heil der Welt, der du in diefem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zum Licht uns haft gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Du willst fie, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Selig: feit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Mag auch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören: so fällt doch deine Kirche nie; du hältst fie aufrecht, schüßeft fie durch deines Geistes Weisheit, e 4. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen, nicht auf dein Wort gewissenhaft feft feine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; laß uns nur ftets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 5. 3war kämpfen wir noch manchen Streit hier mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh', dann fröneft und belohust du sie mit Preis und Ehr', obn' Ende. 6. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfund nem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln; frohlocken dir, und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. [ 22.] Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah, will. 204. Der du zu den be glückten Schaaren, die Jefum kennen, mich, auch mich ge fellt; durch ihn schon in der Kind: Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. 143 Kindheit Jahren mich treu weiß, wie Dem, der weint, zu gelehrt, was dir, o Herr, ge Muthe sei, der treue Menfällt; bir bringt, gerührt von schenfreund! feiner Seligkeit, mein Herz die Opfer feiner Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Vater nennen. Von dir, der du die Liebe selber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich; dein Kind ist jeder Christ, der treulich übt, was ihn sein Meister lehrt, und sein Gebot als Stimme Gottes ehrt.d 3. Unzählbar sind die Se: ligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich gibt. Zu freudevollen Ewigkeiten werd' ich auf dieser Erde vorge übt. Wer Jesu glaubt, Den schrecken Gräber nicht; denn ew'ges Leben bracht' er an das Licht. man 4. Er ist mein Trost in Kümmernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn; und fühl' ich Kummer im Gewiffen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht mein banges Herz erlöst, und mir's verbürgt, daß Gott mich nicht verstößt. 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz, und ach! er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun kann er helfen, 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wurden unser Loos und Theil? Preist ihn mit lautem Jubelschalle, und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil! Ihm dante, wer ihn kennt, und wer ihn ehrt! O selig, wer auf seine Stimme hört! [ 16.] Niemeyer. Mel. Gott des Himmels und. 205. Herrlich ist's in deinem Reiche, König der erlősten Schaar! Jede Erdenluft entweiche: doch beutst du mir Wonne dar, Wonne, die den Geist entzückt, ewig, ewig ihn beglückt! 2. Was sind Rang und eitle Schäße, was sind Kronen dieser Welt, Herrscher, Dem, der die Gesetze deines Reiches ehrt und hält? Edel handeln ist sein Ruhm, deine Huld sein Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hins weg von Angst und Schmerz. Selig, 144 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weibt! Mel. Eine feste Burg ist unser. 206. Herr, deine Kirche danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade baben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch Feindes: schaar: dann hilf, o Jesu Christ Besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! dads i deist ist 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deine Theu'rerlösten! Hilf deiner Kirche, schüße sie; dein darf sfie, Herr, fich trösten. Sie, die dir vertraut, hast du er baut. Erhalte sie dir rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Pallästen und in Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, Jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. lise mund 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, sie nahen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr. Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fanken in den Staub: doch dein Thron hat festgestanden; nie wird er der Zeiten Raub. Glaubend blickt dein Unterthan immer noch zu dir hinan. idon 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, se hen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei! da 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! ad [ 28.] de Reche 1850 3. Eins ist's, was deine Treuen fränkt: daß unter dei nen Christen noch Mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Nur auf's Eitle hin steht Vieler Sinn; denn sie bedenken nicht: es drob' ein schwer Gericht den trägen sichern Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekebren! Gib uns Wissen schaft, und Lieb' und Kraft; gib uns Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren! 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh' Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Ruh' und Frieden! Laß uns, gestärket durch dein Wort. im Guten nie ermüden! Mache leicht, was drückt; gib, was beglückt! Nach dieser Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! 6. Herr, deine Kirche strei: tet noch: hilf deiner Kirche fiegen! Wie schwer ihr Kampf ist: müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr kind: lich's Flehn, ihr beizustehn! Gib, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! o [ 17.] 3. A. Cramer. Mel. Meinen Jesum laff ich n. 207. Schweigt, Verächter, fpottet nicht! Schmäher nicht, was ich verehre! Meiner Seele Zuversicht und mein Licht ist Jesu Lehre. Ja, was euer kühner Spott stolz verachtet, ist von Gott. in 2. Sie verdrängen könnt ihr nie, nie verdunkeln ihre Klarheit; gleich der Sonne leuchtet sie; Wahrheit ist sie, Gottes Wahrheit, deren reines, helles Licht alle Finsterniß durchbricht. 3. Wessen starke Rechte hat uns des Frrthums Macht entriffen? Wo ist Weisheit, wo ist Rath für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo der regiert, dessen Wort zu Gott uns führt? nift ud follom 145 4. Da ist's Freude, da ist's Ruhm, sich zu Gott empor zu schwingen; da ist Kraft, in's Heiligthum seiner Wahrheit einzubringen, und, d entfernt von Furcht und Graun, noch am Grab' empor zu schaun. 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, da ist Muth, für Gott zu leben, und vor ihm gewissenhaft nach des Geistes Heil zu streben; da ist stets Zufriedenheit, Vorgefühl der Seligkeit, sisal mi6. Schweigt, in Verächter, spottet nicht! Schmähet nicht, was ich verehre! Meiner Seele Zuversicht, und mein Licht ist Jesu Lehre. Selig, wer sie kennt und liebt, und sein Herz ihr ganz ergiebt! [ 58.] 3. A. Cramer. Mel. Religion, von Gott geg. 208. Wohl Dem, der Jesu angehöret! Auch er hat Freunde: denn sein Freund ist Jesus, und wer Jesum ehret, durch Einen Sinn mit ihm vereint. Nicht einsam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Er sei auch unbekannt: ihn lieben und achten Alle, welche sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichtig, treu und brüderlich, so bald sie sehn, daß er ein Christ, ein wahrer Jünger Jesu ist. nd 3. Kein Eigennut, kein Stolz, kein Leiden, kein WechK fel 146 Geift und Wort Gottes, chriftliche Kirche. sel ihres Glücks, kein Schmerz edler Dienstbeflissenheit; daß entzieht ihm ihrer Treue Freu- Alles, unserm Bunde treu, den, ihr fest mit ihm verbund- Ein Herz und Eine Seele sei. nes Herz. Sie haben an ein[ 76.] 3. A. Cramer. ander Theil durch Einen Trost, Ein Glück, Ein Heil. Mel. Wo Gott der Herr. 209. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, be schüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich ist's, daß wider dich sich deine Feinde waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt; kein Werk von Menschenkindern: drum konnte keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hin dern. Dir können deine Feinde nie die Ehre rauben: ſelbst durch sie wird sie vergrößert werden. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch ge trennet sind, sind alle doch nur Eine Heerde, in Liebe Jesu gleich gesinnt, durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. 5. Und welche Freunde, welche Brüder, hat nicht im Himmel einst der Christ, wo Jesus seiner Kirche Glieder versammelt, wo er sichtbar ist! Da soll sein Diener nicht allein, mit Allen soll er selig ſein. 6. Trost, zu Jesu Auserfornen zu kommen, zu der Väter Schaar, zu unsers Got: tes Erstgebornen, zu Jedem, der hier heilig war; mit Allen dort am Thron zu stehn, und Gott mit ihnen zu erhöhn! 17. So mache denn, o Herr, uns tüchtig, dein würdig's Eigenthum zu sein! Nichts sei so theuer uns und wichtig! Denn was kann uns so sehr erfreun, schon hier in dieser Pilgerzeit, und dort einst in der Ewigkeit? dnd us 8. Schenk' uns den Geist der Bruderliebe, der Nachsicht und der Einigkeit. Gib, daß sich Jeder eifrig übe in R. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter dein ſo sanftes Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen! 4. Auch sie, die dich verblen det schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren; daß sie mit uns gen Himmel schaun, dich kennen lernen, dir vertraun, und deinem Wort gehorchen. 115. Uns, die wir glauben, wollest du fest in der Wahrheit Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 147 than! Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an: da gabst du schon uns Armen am Reiche Chrifti Theil, und sorgteft aus Erbarmen für unser ew'ges Heil. Du schafftest unsern Seelen schon früh Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg der Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgesang! Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut! Gib, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht, und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht! heit gründen, daß wir für unfre Seelen Rub' in deiner Gnade finden! Mach' unsers Glaubens uns gewiß! Vor Frrthum und vor Finsterniß woll'st du uns stets bewahren! 16. Ein frommes Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich mehr und mehr uns dein Gesetz erfüllen; gehorsam deiner Vorschrift sein, und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden! 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünde meiden; so führst du es auf eb'ner Bahn zu deines Reiches Freuden; und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit, dein großer Name werden. [ 103.] Münter. is Taufe. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 210. Geweiht zum Christenthume, sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit; uns deiner Vaterliebe in Christo zu er: freun, und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu sein; damit schon auf der Erde, noch mehr in jener Welt, das Glück zu Theil uns werde, wozu du uns erwählt. 2. Wie viel hat deine Gnade bis hierher schon an uns gean 4. Sa, hilf du stets uns Allen, o Gott, in deinem Willen ruhn, und, dir zum Wohlgefallen, nach deines Sohnes Lehre thun! Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, uns, was uns nöthig, geben: verleih' uns nur auch dann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Chrift Theil an dem Erbe haben, das unvergänglich ist. [ 68.] C. F. Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott. 211. Ich bin getauft nach Jesu Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß R 2 Herz 148 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Herz und Mund und That und der Heiligung! Gott meidich preist, und dann des nes Heils, sei ewig mein, und Glücks, ein Christ zu sein, laß mich stets dein eigen ſein! mich hier schon und einst dort[ 99.] 3. Rambach u. Diterich. zu freun. not onu Indy Mel. Meinen Jesum laff' ich n. 212. Ewig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun, ewig, ewig bin ich dein! crack on 2. Du haft zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es hat die Frucht von seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und, dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. o 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem, väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 2.» Lehrt die Völker; taufet die, welche gläubig werden wollen; kündigt's Allen an, daß sie ewig selig werden sol len.« Jesus sprach's, und er ist mein: ewig werd' ich selig ſein! 3. Welch ein herrlicher Ge A winn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, bin ich, Vater, ewig dein! and we are 4. Dir geb' ich mich, mein Gott, auf's neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn! Was dir mißfällt, sei fern von mir, und heilig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu; nie mein Gelübd' aus Leichtsinn breche, steb', Gott, mit deiner Kraft mir bei; und fall' ich: so verwirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens 4. Sch, ein Sünder von Natur, ich Gefall'ner, soll auf Erden eine neue Kreatur, kann und soll Gott ähnlich werden. Fromm und heilig will ich sein; Jesus und sein Geift ist mein! 5. Ich gelobt' es; aber doch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und s0wurde noch schwach im Kampf und matt im Laufe; gleich: wohl will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein lau moo) 150191 6. Das 149 mein Herz. o ya ent Geift und Wort Gottes, christliche Kirche. 16. Das ist Gottes Bund Christen Glück und bildeteft mit mir; das hat Jesus mir verheißen; und ich sollte, Sünde, dir nicht auf immer mich entreißen? Ja, ich will's; ich will nicht dein, ich will meines Gottes fein! T 6. Wie dank' ich dir, Allliebender, für diese Batertreu! Gib, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sei. 7. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und ge wissenhaft, und im Glauben wandeln möge! Gott, du wirst mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Nur dir bin ich zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft; nur dir zum Dienste, dir zum Ruhm auf sein Ge bot getauft! dad i sid 8. Dir will ich denn stärke mich! mein ganzes Leben weihn: so freut mein Herz auf ewig sich des Glücks, ein Chrift zu sein. [ 56.] Diterich. - D M [ 58.] 3. A. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 213. Daß ich in deiner Chriftenheit, mein Gott, ge boren bin, und durch die Zaufe dir geweiht, welch herrlicher Gewinn! 2. In meiner Kindheit ward ich schon mit dir und Dem be fannt, den du von deines Him meis Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte da schon früh verstehn, was dein allweiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld verordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein heilig's Wort, sah ich die sichre Bahn, auf welcher wir uns hier und dort dem wahren Leben nah'n. dhe pila 5. Du riefft vom Lafter mich zurück, und gabft mir Trost im Schmerz; du zeigtest mir des sinima a Confirmation. Mel. Komm, heiliger Geift.. 214. Erhöre gnädig unser Flehn für sie, die betend vor dir ftehn! Erbarmend blick' auf sie hernieder; denn sie sind Christi Glieder. Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, den heißt! Erfülle sie mit deinen Segen, den dein Wort verGaben! Laß sie mit dir Ge meinschaft haben! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! 2. Sie wollen dir nun ganz fich weihn, und lebenslang die Deinen sein, der Taufe heil' gen Bund erneuern, dir feierlich betheuern, in ihrem Glaus ben fest zu stehn, in ihrem Thun auf dich zu sehn, im Wandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu 150 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. zu verscherzen. Gib ihnen, der Welt; laß es nimmer ihr Herr, die Kraft dazu! gelingen, daß sie ihre Tugend is 3. Schenk', Vater, ihnen fällt. Freudigkeit! Laß des Gelüb: des Heiligkeit durch deine Kraft ihr Herz durchdringen; gib Wollen und Vollbringen! Auch wir erneuern unsern Bund, dir treu zu sein, mit Herz und Mund. Laß Alle, die hier betend stehen, mit ihnen einst zum Himmel gehen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! dishes d chilt p du Liebe meiner Liebe. 215. Mittler, schau auf fie hernieder, die sich deiner Gnade freun, und, als deiner Kirche Glieder, dir geloben, treu zu sein; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Sie sind dein! - Erbarmer, weihe sie dir ganz bis in das Grab! Küfter. Mel. 2. Sie bekennen deine Lehre, sind auf deinen Tod getauft! laß fie leben dir zur Ehre, denn sie sind durch dich erkauft. Leite fie mit deinen Händen, daß sie auf der rechten Bahn ihren Lauf durch dich vollenden, immer wallen himmelan! oss [ 51.] 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt fein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Frre sich zerstreun. Schüße sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen 390 4. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein, und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun. Stärke sie durch deine Gnade, wenn sie kindlich zu dir flehn, daß fie auf der Tugend Pfade stets den Weg zum Leben gehn. 5. Halte fie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, feft; laß sie fühlen dein Erbarmen, das sie nimmermehr verläßt! Und wenn einer sich verirrte, und verließe deine Bahn ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 6. Keinen, Keinen, ach! von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus dei ner Gnade fallen, und von dir geschieden sein! Herr, versiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! ou ad golde 7. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; ach, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand! Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie feft im Glauben stehn! wome 8. Sammle Geift und Wort Gottes, christliche Kirche. 8. Sammle fie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deiner Kirche Glieder; einst den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hocherfreut in der Sel'gen hohen Chören laut durch alle Ewigkeit.# [ 69.] C. G. L. Meifter. 151 2. Wir wollen jede Sünde und jedes Unrecht fliehn, und, christlich gut zu wandeln, mit Eifer uns bemühn! id mi 3. D, blicke du mit Segen jest, Gott, auf uns herab, und laß uns dem Gelübde getreu sein bis an's Grab.id billiar [ 12.] spilin C. G. Ribbed. Vor der Confirmation. Mel. Ach bleib mit deiner Gn. 216. Sie nahen fich, o Ba 218. Segne sie, die dir, o ter, fie, deine Kinder, nah'n, Gott, Treu' gelobet haben; um deinen Vatersegen von segne ater, sie mit du, o neuem zu empfahn. 2. Sie nahen sich, o Bater, um dir ihr Herz zu weihn, und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; rev den besten Gaben! Wahrhaft weis und fromm laß sie deine Wege wandeln; christlich weise, christlich gut bis zum Tode handeln! 3. Um unschuldsvoll zu Nach der Confirmation. Mel. Chriftus, der uns ſelig. Gemeine: Did Die Kinder allein: Mel. Ach bleib mit deiner Gn. 217. Laß diese heil'ge Stunde, Gott, uns geſegnet fein! Dir, heiligster, dir wol len wir Herz und Leben weihn! wandeln, auf Jesum hinzu Die Kinder allein: fehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. So blicke denn mit Se= gen, o Gott, auf fie herab, und laß sie dem Gelübde getreu sein bis an's Grab. [ 12.] C. G. Ribbeck. katlind nidalapfis de dm Bei der Confirmation. 8 wir dich um deinen Segen; 2. Ja, in Demuth bitten herzlich, Vater, bitten wir dich um deinen Segen. Segne, Bestreben, schuldlos, fromm Bater, unfern Fleiß; segne das und tugendhaft stets vor dir zu leben. bha ne Gemeine und Kinder: 3. Laß uns Ulle, Alle, Gott, Jefum thätig ehren, eifrig und gewissenhaft folgen seinen Lehren! Gib, daß durch Religion immer mehr auf Erden Tugend und Zufriedenheit ausgebreitet werden! Vine mand [ 13.] C. G. Ribbeck.d Mel. 152 Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. Mel. Wer nur den lieben Gott. 6. Regiere denn mein ganz 219. Herr, dir gelob' ich zes Leben und mache selbst neue Treue und neuen Fleiß mein Herz dir treu, daß dir im Christenthum. Dir, Jesu, mein Sinn und Thun ergegeb' ich mich auf's neue zu ben, gefällig deinem Willen deinem ew'gen Eigenthum. sei; denn ohne dich bin immerVon deinem guten Geist allein dar ich schwach, verkehrt und will ich hinfort geleitet sein. wandelbar. nod? rodod 7. Dann werd' ich einst vor deinem Throne mich dieses Bundestages freun; ge= schmückt mit jener Siegeskrone, verklärt und ewig felig sein. O welch ein Heil! Deß freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! [ 99.] Sturm. 2.Nimm, Heiliger, von deinem Kinde den theuern Eid der Treue hin. Versuchet mich hinfort die Sünde: so will ich ihre Nege fliehn; will dir mich und der Tugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Beuge sein! 3. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir in der Taufe gab; hab' ich zwar Besf'rung oft verspro= chen und ließ doch nicht vom Bösen ab: so denk' ich jetzt mit Reue dran; nimm gnädig mein Versprechen an! 14. Nie will ich wieder treulos werden; nie deine guten Wege fliehn! Kein Schein gut, keine Lust der Erden, kein Leiden soll von dir mich ziehn! Weich, eitle Welt; weich, Sünde, weich! Gott hört es: jest entfag' ich euch! 15. Gott selbst, Gott höret mein Versprechen; er sieht tief in mein Herz hinein. Wollt' ich je mein Gelübde brechen: wie strafbar würd' ich dann nicht sein! 3u viel geschäbe dann mir nicht, Gott, durch dein härtestes Gericht.[] Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an der.. 220. Die hier vor dir, o Vater, stehn, sind Jesu Christi Glieder; hör' ihrer Herzen heißes Flebn; schau' liebend auf sie nieder! Gib ihnen, Va= ter, Sohn und Geist, den Se gen, den dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! dod Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Wir übergeben uns auf's neue, o Vater, dir, dir, Sohn und Geist; geloben heilig ew'ge Treue und hoffen, was du uns verheißt. So schließen wir mit Herz und Mund mit dir, o Gott! den heil'gen Bund! p Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an der. 13. Sie tennen, Vater, deinen Sohn und seine heil'gen Leh Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 153 Lehren. Ist Freude, Gott, des frommen Wandels, Herr, vor deinem Thron, wenn Sün- vor dir! Wir schwören ihn der fich bekehren: wie groß ist mit Herz und Mund, und unfre Freude nun, jetzt, da sie ewig, ewig sei der Bund! das Gelübde thun, dir, Herr, Die Gemeine: and getreu zu leben! add mel. Es ist gewißlich an der. 4. O daß sie nimmer zum 8. 3eig' ihnen, die auf alle Gericht dein heilig's Mahl Zeit jetzt Treue dir geloben, empfahen, laß stets mit Glau- den hohen Lohn der Ewigkeit, benszuversicht sie würdig ihm die Herrlichkeit dort oben, daß sich nahen! Es stärke sie in fie der Tugend Kampf nicht aller Noth, und reize sie, des scheun. Herr, stärke sie; denn Mittlers Tod zu preisen durch sie sind dein! Dein laß fie ihr Leben! and hewig bleiben! at Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Gedenke nicht der Ju Mel. In allen meinen Thaten. gendfünben, o Bater; nimm 221. Dir, Herr, mich zu uns huldreich an! Laß uns ergeben, nur meiner Pflicht zu durch Jesum Gnade finden, leben, gelobt' ich andachtsvoll. und führ' uns stets auf ebner stärke den Gedanken in mir; O Bahn! Dein Geist, der Wollen in uns schafft, geb' uns auch zum Vollbringen Kraft! laß nie ihn wanken, vor dir zu wandeln, wie ich soll! un 2. Du, Führer meiner Jugend, gabst mir Gefühl für Tugend, Gefühl von meiner Pflicht; ich lernte beide lieben: gib mir, sie auszuüben, die Kraft, die mir so oft gebricht! 3. Dich, Gott, nie zu verlassen, die Sünde stets zu hassen, dieß schwur ich heute dir. Laß, Heil'ger, dies Versprechen mich nie aus Leicht: finn brechen; stets unverbrüchlich sei es mir! Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an der. 6. Wenn frech sich der Verführer naht, wenn böse Luft erwacher, und den Entschluß zur guten That in ihnen wankend machet: dann laß sie hin auf Jesum sehn, daß sie der Sünde widerstehn, beharren bis an's Ende. Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Ja, Vater, nimm uns hin auf's neue; wir flehn voll tiefer Rührung hier: vernimm den Schwur der ew'gen Treue, 23. 89.) v. Hippel u. Seiler. 4. Wie könnt' ich's jemals wagen, der Tugend zu entsagen, die so viel Glück verspricht? Der Lüfte Macht zu dam Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. 154 dämpfen, stets wider sie zu kämpfen, Herr, stärke mich zu dieser Pflicht! ndim 5. Ich will mit neuem Muthe dem Eifer für das Gute Zeit, Fleiß und Kräfte weihn. Laß deinen heil'gen Willen mich stets mit Luft er füllen, und nie zum Guten träge ſein! hiilmaid 6. Ich will mit frommen Trieben dich, Gott, von Her zen lieben, und dich als Bater scheun. O segne mein Bestre ben, stets tugendhaft zu leben; nur du kannst Kraft dazu ver leihn. 12 mai moka ne se 7. Laß endlich mir's gelin gen, den Segen zu erringen, der mir verheißen ist! Dir und der Pflicht ergeben, laß stets mich christlich leben, daß ich auch sterbe als ein Chrift! [ 49.] Grot. Mel. Es wolle Gott uns gnädig. 222. Ostärke, Mittler, stärke sie, fie, deine Theu'rererlösten! Laß ihr Vertraun auf dich ihr Herz im Tod und Leben trösten! Alwis sender, sie schwören dir wir sind des Schwures Zeugen-» dir, Gott, dir über» geben wir uns heute ganz » zu eigen, um ewig dein zu » bleiben.«< 2. Wie viele schon gelobten dir, fich fest an dich zu halten: doch, ach! bald treulos ließen sie die erste Lieb' måd erkalten. D gib, daß, die jest dir sich weihn, dich, Höchster, ewig lieben; daß sie im Suten standhaft sein, und jede Zugend üben, nie dies Gelübde brechen. 3301190 3. Will ihnen frecher Sünder Spott der Christen heil's gen Glauben an Tugend, Gott und Ewigkeit, des Lebens Unschuld rauben: dann stehe mächtig ihnen, Gott, mit deiner Kraft zur Seiten! Hilf ihnen Frrthum, Laster, Spott und jeden Feind be streiten und muthig übera winden! in sind 4. Laß endlich einst im Tode sie, sie, deine Theu'rerlösten, durch festen Glauben an dein Wort sich stärken und sich trösten! Üliebender, UUgnädiger, laß dann sie selig sterben, und, dir getreu bis in den Tod, den Lohn des Himmels erben. Erhör' uns gnädig! Amen. [ 25.] Münter und Funk. Erweiterung des Reichs Christi.bom du! Mel. Wie schön leucht't uns. 223. Noch siehet nicht, o Sterblicher, dein dunkler Blick, was Gott, der Herr, im Stillen vorbereitet. Voll heil'ger Größe ist sein Gang! 3war dünket dir der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet: Vater, Sohn und Geist. 155 tet: aber muthvoll kannst du der, uns die Tugend einst trauen! als Glieder. häid ng And Gott wird bauen feinen Garten, und den Keim des Guten warten! 3. Die Morgensonne kommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsterniß in furzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbei: dann wird, von düstern Nebeln frei, der Glanz der Wahrheit siegen! Herrlich hebt sich dann die Sonne, und mit Wonne preifen alle deine Kinder einst dich, alle! 108,111 [ 100.] 2. Verhüllt ist noch die Zufunft mir; doch fleb' ich schweigend auf zu dir: laß, Gott, dein Reich uns kommen! Ja, Herr, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich das Heil für alle Frommen! Dein Sohn hat schon es gegründet: fest verbindet, o ihr BrüMD do V. Vater, Sohn und Geist. In bekannter Melodie. 224. Allein Gott in der Höh' sei Ehr', und Dank für feine Gnade! Allsehend blickt sein Aug' umher, daß uns kein Unfall schade. Den Sünder trägt er mit Geduld; den Frommen fegnet seine Huld; er ist der Allerbarmer! 2. Wir preisen, Vater, deinen Ruhm; wir beten an und danken! Der Erdkreis ist dein Eigenthum; dein Reich hat keine Schranken. Wer mißt die Größe deiner Macht? Was du gebieteft, wird vollbracht: wohl uns, daß du regierest! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn, für uns am Kreuz gestorben! Der Men schen Rettung war dein Lohn; uns hast du Heil erworben. Hahn. false& [ TR] Hilf, Retter, uns gefandt von Gott! Hilf uns im Leben und im Tod! Hilf Ullen, die dich lieben! dom s 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beff're, tröste, die Jesus Christ durch feinen Tod vom Dienst der Sünd' erlöste. Stärk' uns im Leiden, Geift von Gott! Stärk' uns in unsrer Todesnoth! Sei Führer uns zum Himmel! Mel. 225. [ 5.] Decius u. Weftermeier. Gelobet seift du, Jesus. Preis ihm! Er schuf und er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja! 2. Preis, Jesu, dir in Ewigkeit! Ueber alle Himmel weit 156 Bater, weit erschall dein Lob! Du haft uns dir erlöft: dein sind, dir leben wir. Halleluja! Sohn und Geist. 3. Geift Gottes! Auf der Tugendbahn führeft du uns himmelan. Geheiligt und erneut von dir, sind Kinder Gottes wir schon hier. Hal leluja! Craffelius u. W. 4. Fließt, unsrer Freude Thränen, fließt! Heilig, mäch tig, gnädig ist der Herr! Ihm fei in Ewigkeit Lob, Preis: Sod. Teller. und Dank von uns geweiht! 227. Betet, Brüder, an Mel. Freu' dich sehr, o meine. Halleluja! [ 27.] is Klopfloc.im Staube unfern Gott, den Mel. Wie schön leucht't uns. 226. Lobfinger Gott! Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 3.mobfinget Gott! Du, Geist des Herrn, fei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weife, rein; hilfft uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stärk' uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. pp di inde [ 100.] on 2. Lobfinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, haft, durch Gehorsam bis zum Tod, das Leben uns errungen. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller From: men, die durch dich zum Vater kommen, ist Jison Ewigen! Sei gesegnet, Chrisprechlichen, ihn, der sein wird, stenglaube! Shn, den Unauswar und ist, den kein Forscher je ermißt, den selbst Engel nicht ganz kennen, ihn lehrft du uns Vater nennen. Ind 2. Jhm, den göttliches Erbarmen, heiße Menschenliebe drang, daß er Retter ward uns Årmen, bringt ihm, Menschen, frommen Dank! Er ging auf der Tugend Bahn uns, ein Muster, stets voran, und hat selbst für uns fein Leben in den bängsten Tod gegeben. 19127450 5824 3. Werdet reines Herzens, strebet nach der Heiligung, und preift Den, der euch mit Muth belebet, preiset Gottes heil'gen Geist! Jhm, der alles Gute schafft, euch beseelt mit Tugendkraft, schwört's und hal 157 Bater, Sohn und Geist. [ 26.] haltet's, fromm zu wandeln, laß nichts unsern Gnadenlohn und als Christen stets zu handeln.vool sho audid Demme. Mel. Herzlich lieb hab' ich. 228. Cin Glück im kurzen Raum der Zeit ist gegen ew'ge Seligkeit nicht werth, daß ich's erwähle. Du riefft mich, Bater, aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts; dieß dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieser Welt, die so viel Mängel noch enthält; zur Wonne jener Ewigkeit bestimmt mich deine Gütigkeit. O Vater, Gott, wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Dein freuet meine Seele fich! aus in jener Welt uns rauben! Lenk' von des Lebens Eitelkeit uns auf das Heil der Ewigkeit. Ach, unsre Seel' empfehlen wir im Leben und im Sterben dir. O Geist aus Gott, zeig' uns im Tod das Heil des Herrn; dann sterben freudig wir und gern.d 4. Unendlicher, wie groß sind wir durch dich; wie selig werden wir! Lehr' uns dieß Glück recht achten! Der Erde Scheingut sättigt nicht, und ihre Weisheit tröstet nicht; lehr' uns dieß recht betrachten! Dir, Schöpfer, und, Erlöser, dir, und dir, Geist Gottes, bringen wir mit Freuden hier im Heiligthum vereinigt Preis und Dank und Ruhm! Unendlicher, in Ewigkeit, in Ewigkeit sei unser Herz dir ganz geweiht! [ 37.] Sturm. and 2. Sohn, vom Vater uns gesandt, Erlöfer, der mit fanfter Hand zu Gott die Seinen leitet, für mich auch gabst du dich dahin, und hast, wenn ich dir folgsam bin, mir ew'ges Heil bereitet. 3war seh' ich jetzt mit schwachem Blick von ferne nur des Himmels Glück; noch dunkel ist mir jene Welt, die Gott dem Glauben vorbehält: doch preis ich dich, o Gottes Sohn, o Gottes Sohn, im Licht dereinst an deinem Thron. In eigener Melodie. 229. Herr Gott, dich loben wir; Herr Gott, wir danken dir. Dein, Vater, ist in Ewigkeit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Die Welt, dein Werk und Eigenthum, verkündigt deines Namens Rubm. Der Engel Heer, die Seraphim lobsingen dir mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth!! tis! 2. Weit, 3. Geist Gottes, unsre 3uversicht, verlaß, verlaß uns Arme nicht, und gib uns Kraft zum Glauben! Beuch uns zu Gott und seinem Sohn, und 158 nd 2. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, die preisen ewig dich, o Herr. Auch deine ganze Christenheit rühmt dich auf Erden weit und breit, dich, Bater, auf der Himmel Thron, und Jes sum, deinen ein'gen Sohn, fammt deinem Geiste, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft. Bater, Sohn und Geist. 3. Du, Herr der Ehren, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, du wardst, um unser Trost zu sein, ein Mensch, wie wir, doch sänden rein. Du hast den Weg zu Gott gelehrt; des Todes Macht hast du zerstört; du herrscheft in des Baters Reich, wie er, an Macht und Gnade reich. Im Tode läsfest du uns nicht: du kommst dereinst und hältst Gericht. del 4. So hilf uns denn dir dankbar sein, dir folgen, und uns deiner freun! Einft sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volk, Herr Jefu Chrift, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit, bis zu der frohen Ewigfeit! read md me m 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich! Dir heiligt unfre Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit! Sei g Sei gnädig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Noth! Wenn wir zu dir um Hülfe schrein: laß dein Erbarmen uns erfreun! Auf dich steht unsre Zuversicht; verlaß uns auch im Tode nicht. Amen! [ 30.] Luther und Klopftock. duk In eigener Melodie. 230. Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; thut an uns und allen Enden; frer Kindheit an bis diesen der uns so väterlich von uns Augenblick unzählig Gut's gethan! sinpl 2. Der ewigreiche Gott woll' uns, so lang' wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhal= ten immerfort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone erbarmend auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! [ 65.] Mart. Rinkhard. In sinds Vater, Sohn und Geift.ind date In eigner Melodie. 231. Ich glaub' an Einen Gott allein, der alle Dinge, groß und klein, den Himmel und die Erde schuf, als er sprach: es werde! Er ist mein Vater, dessen Ruf auch mich zu seinem Dienst erschuf; er hat mir Leib und Leben, Sinn und Vernunft gegeben. Er, groß durch Weisheit, Güt' und Macht, hat vor der Welt an mich gedacht, bleibt stets mein Vater und mein Gott, der für mich sorgt, mir hilft in Noth, mich nähret, mich beschüßet. 2. Ich glaub' an Jesum, Gottes Sohn. Er herrscht, und ewig ist sein Thron; er ward für mich geboren, für mich zum Heil erkoren; er tilgte meiner Sünden Schuld, erwarb mir meines Gottes Huld, und ließ für mich sein Leben, den Himmel mir zu geben; vom Tode stand er fiegreich auf, und fuhr verklärt zu Gott hinauf. Wenn dieſe Erde einst vergeht: dann rich tet er mit tet er mit Majestät die Lebenden und Todten. 3. Ich glaube an den heil' gen Geist, der mich der Finsterniß entreißt, den Weg des Lichts mich lehret, und mich zu Gott bekehret. Wohl mir! Der ewig treue Gott stärkt meinen Muth in jeder Noth; € 159 läßt in der Noth der Sünden mich Gnad' und Rettung finden; er macht mich fromm und tugendhaft, und gibt zum Guten Luft und Kraft; führet mich zur Seligkeit, zu der, nach dieser Prüfungszeit, mein Geist sich wird erheben. er [ 43.] Jacob Fr. Schmidt. Mel. Wir glauben all' an einen. den ein'gen Gott, Schöpfer 232. Wir glauben an Himmels und der Erden. Er, Uller Vater, Uller Gott, hieß uns seine Kinder werden; Aller Uller Gott, er will uns auch stets ernäh= ren; jedes wahre Gut gewähren; er erwog schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren; er sorgt für uns, und hilft und wacht, und alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er hat selbst sein theures Leben willig für uns hingegeben; er erstand, und herrscht erhöhet in dem Reich, das nie ver= gebet; er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns Inug zum 160 Christliches Gesinntsein und Verhalten zum Beistand und zum Führer. Er lehrt uns Bergebung finden, und der Tugend Werth empfinden: er giebt Weisheit, Ruh' und Freuden, stärket[ 102.] Luther u. C. F. Neander. choigt unsern Muth im Leiden, und flößt uns selbst im Todesschmerz des ew'gen Lebens Ruh' in's Herz. dau gore VI. Christliches Gesinntsein und Verhalten im drier til he ist Allgemeinen. Thätiger Glaube an Jesum. Mel. O Gott, du frommer. 233. Du sagst: ich bin ein Chrift! Wohl dir, wenn Werk und Leben dir desfen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben: Dann führest du nicht nur den Namen: nein, du bist, was Jeder werden soll, ein wahrer, frommer Christ. 2. Nicht der ist schon ein Chrift, der Jesum Christum kennet, doch mit dem Munde kennet, doch mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet. Der ist's, der willig thut, was Jesus uns gebeut: wer anders denkt und lebt, deß Ruhm ist Eitelkeit. 3. So will ich denn, o Gott, nach Tugend ernstlich streben, treu und gehorsam dir gesinnet sein und leben. Denn wehe Denen einst, zu welchen Christus spricht: weicht Alle fern von mir! Euch, Sünder, tenn' ich nicht, sips mobil [ 71.] id& Haßlocher und G. B. Funt. sim ind as Mel. Es wolle Gott uns. 234. Bewahre, Herr, mich, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äuß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist; erinn're mein Gewissen, daß in der Wahrheit und im Geist dich Die verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die: Herr! zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur Die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich, Herr, vom Glauben nicht ein heilig Leben trennen; durch treue Uebung meiner Pflicht laß Jesum mich bekennen! Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Frucht der Tugend bringe; daß ich, vom Dienst der Sünden frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zu zunehmen. 4. Doch notlodes dim Allgemeinen. bilird $ 161 4. Doch wenn, der Pflicht Eifer raube, christlich tugendmir nicht bewußt, ich je aus Irrthum fehle; wenn ich, ge lockt durch Sinnenluft, aus Leichtsinn Böses wähle: so richte schnell mich auf vom Fall! Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis einst ich, mit den Deinen, dir ohne Fehltritt diene. da [ 25.] 3. Ritter u. Diterich. Mel. Meinen Jesum lass' ich n. 235. Ferne sei der Frrthum, fern, daß Die Jesu angehören, die ihn zwar, als ihren Herrn, mit dem Munde laut verehren, aber nicht ibm gleichgesinnt, nicht der Tugend Freunde sind. 28- bd nil 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich voll Trägheit deß zu trösten, was einst Jefus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt der Christen Pflicht.gional 3. Schände nie, wer Jefum nennt, Jefum durch sein Sündenleben! Wer den Gött lichen bekennt, müsse thätig sich bestreben, fest zu wandeln auf dem Pfad, den einst Jesus selbst betrat. non diode is 4. Gott, erleuchte meinen Geist das kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen parda haft zu sein, und, was sündlich ist, zu scheun! [ 58.] Demme u. Beck. Mel. Ein Lämmlein geht und. 236. Was hilft es mir, ein Chrift zu sein, wenn ich nicht chriftlich lebe; wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn in der Heiligung Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, ich mich nicht treu beweise, und Den, der mich erlöset hat, in Wor ten bloß, nicht durch die That und fromme Werke, preise? TEP m 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich nicht wirksam bei mir ist, ich im Munde führe, wenn er seine Kraft nicht ſpüre; wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, 3orn, Hoffart, Fleischeslüfte, Geiz und andre Laster übe? ich dann, ich, der ich Christum 3. Weit strafenswerther bin fenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als Der, der in der Finsterniß des Irrthums hingeht, ungewiß, auf welcher Bahn er wandle. Was nützet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir Jesu Unterricht, L Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 1162 richt, wenn ich nach ihm nicht handle? 4. Was soll mir Troft und Ruh' verleihn, wenn Leiden mich umgeben? Was soll, wenn mir Gefahren bräun, mein Herz mit Muth beleben? Was hilft mir in der letzten Noth, wenn furchtbar mir der nahe Tod sich zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem gan. zen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Web' mir! Was hilft es einst mir dort, das Christus mich erlöste, und daß, im Glauben an sein Wort, ich dessen mich getröste, wenn nicht Erfüllung meiner Pflicht, wenn gute, fromme Thaten nicht, was ich geglaubt, be stärken? Zu jener höhern Se ligkeit führt Tugend nur und Frömmigkeit und Glaub' in guten Werken. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich chriftlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leiden schaft im Glauben überwinde, und dann, nach wohldurch lebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Tugend finde. [ 18.] Felix Beiffe. Selbstprüfung und Erkenntniß der Fehlerhaftigkeit. Mel. O Gott, du frommer. 237. Erforsch' und prüfe dich, ob du im Glauben steheft, und als ein wahrer Christ auf Christi Wegen gehest; ob du von Herzen dich dem Dienste Gottes weihst, und deinem Nächsten stets zu dienen willig ſeift? 2. Der Glaub' ist nicht ein Licht im Herzen nur verborgen; sein Glanz bricht aus, und strahlt, der Sonne gleich am Morgen. Durch unfre Besserung beweist er seine Kraft, macht Christo gleichge sinnt, den Wandel tugendhaft. 3. Wer also glaubt, der schöpft aus Christo Heil und Leben; wie ihm sein Gott vergiebt, so will auch er vergeben; liebt nicht mit Worten bloß, er liebt auch in der That, beständig, wie sein Gott auch ihn geliebet hat. 4. Wenn er gefcholten wird, schilt er nicht feindlich wieder; spricht zu den Armen nicht: geht, wärmt, erquickt euch, Brüder- und läßt die Lei denden doch hülflos in der Noth: nein, mitleidsvoll bricht er dem Hungrigen sein Brod. 5. Der Christ liebt Heiligkeit, und lebt nach Chrifti Lehre; sied im Allgemeinen. Lehre; und Ulles, was er thut, thut er zu Gottes Ehre; ist in Gedanken rein, und hei: lig in der That, zufrieden, wenn er nur den Beifall Got tes hat. 6. Nach Tugend strebt der Christ; er meidet jedes Laster; was bös' und unrecht ist, wird täglich ihm verhaßter; treu ist er, ohne Falsch; ein Feind der Heuchelei, von Stolz, von Eitelkeit, von Neid und Geize frei. 7. Legt Gottes weiser Rath ihm auf, ein Kreuz zu tragen: so trägt er's mit Geduld, und ohne zu verzagen; ist wachsam in Gefahr, und nüchtern zum Gebet; hält in der Prüfung aus; kämpft muthig und besteht. 8. Der Christ sucht unbe fleckt sein Leben zu bewahren; hat nicht das Eitle lieb; schaut nach dem Unsichtbaren; er nüzzet jeden Tag, und heiliget ihn Gott; er wünscht daheim zu sein, und fürchtet nicht den Tod. 9. Ob solch ein Glaub', o Christ, in deinem Herzen lebe, Das prüf', und sieh, ob er zur Tugend Lust dir gebe. Er wirkt nicht nur Vertraun: er macht auch tugendhaft, und gibt zur Heiligung Trieb, Willigkeit und Kraft. 10. So soll ich, Gott, an dich, und Jesum Chriftum 163 blind?) glauben. Gib diesen Glauben mir und laß mir nichts ihn rauben! Die Werke folgen ihm und folgen aus der Zeit mir über Tod und Grab in jene Ewigkeit. [ 71.] 3oach. 3. Breithaupt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 238. Wer bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich so, wie ich bin, zu sehn. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufft mich, Gott, zu deinem Preis! Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß; doch leb' auch ich, dein Eigenthum, wie mir's gebührt, zu deinem Ruhm? 3. Ich zähle zwar mich zu den Christen: jedoch, beweist es auch die That, daß dein Verehrer allen Lüften der Sünd' und Welt entfaget hat? Geh' ich, der Christi Wort empfing, auch stets den Weg, den Jesus ging? 4. Du kennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft mein Inn'res prüfen, mich fragen: bin ich Gottes Kind? Bewahre mich vor jedem Wahn, der zum Verberben führen kann. 5. Ift L2 164 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 5. Ist Der, der selbst bei nem Wandel sei; ob ich recht tiefem Wissen des Herzens zu thun mich übe, weil ich dich Zustand sich verhehlt, der wah- von Herzen liebeds) ni fi ren Besf'rung wohl beflissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt! Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet: so gib, daß ich ihn nicht verlier'; erleuchte mich mit deinem Licht: fo täuschen mich Berführer nicht! 7. Doch bin ich fern vom schmalen Stege, der einst zur Seligkeit mich führt: so fübre mich zurück vom Wege, der in's Verderben sich verliert. Gib mir zur Beff'rung Lust und Kraft; du bist's, der Beides in mir schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan! Dlaß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Him mel flug und frei von Wahn und Selbstbetrug! [ 99.] suns) Diterich. Mel. Freu dich sehr, o meine. 239. Gott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach, ent decke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in mei 12.0 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götzen dieser Welt: aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, Dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. olding 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, Diese, Dieſe nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Ubficht siehst du an; deine Liebe soll uns bringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir! denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heilighter, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folg famkeit mir bei Menschen Ehre brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erbob: o wie süß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. id 6. Ach, mother im Allgemeinen.ilfid 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen, wie so undankbar dir sein, deine Liebe nicht er messen, deines Beifalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab' ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn: aber ihn follt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Du, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlaut're Frömmigkeit. Mache reiner meinen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben und vor Allen dir, o Höchster, zu gefallen. s 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe fein; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum! Drum fei dieß mein höchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werde! [ 26.] Münter. Mel. Gott, du frommer. O 240. Gott, du erforschest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz; denn, ach! oft täuscht es sich. 165 Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur: so ehr' ich Christum nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein Unterricht gebessert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? War ich, der Tugend treu, auf's Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nützlichen Geschäften? Hab' ich des Leibes Wohl mit Weisheit stets bedacht, und keine böse Lust genährt und angefacht? 6. Hab' ich Die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebeffert und erbauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit; und straft' ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Christliches Gesinntsein und Verhalten 166 liebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bei meiner Brüder Noth? Floh ich des Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz dem Neide und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten; geliebet, Jefu gleich, die mir zu schaden fuchten; beherrschet stets den 3orn; gezeigt Verföhnlichkeit; mich nie am Feind gerächt; vermieden 3ank und Streit? 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vertheidigt? Hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Brach ich dem Hungrigen mein Brod; und that ich's gern? War Uebermuth und Troß und Herrschsucht von mir fern? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir: laß ihren Trost auch mein, und mich dadurch gestärkt zum Fleiß der Beff'rung sein! [ 71.] Weigel. Mel. Herzliebster Jesu, was. 241. Wie leicht verkenn' ich meines Herzens Schwäche, wenn ich mir von mir selbst zu viel verspreche; mich mit dem Wahne, fromm zu sein, belüge, mein Herz betrüge! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, und nie mich selbst schon gut und edel nenne; denn besser soll ich lebenslang auf Erden und edler werden. 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe, und jedes Lasters Niedrigkeit und Blöße, damit sein falscher Reiz mich nie verblende, und von dir wende. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Hilf, daß ich sie voll tiefer Schaam bereue, und ernstlich scheue. 5. Verhehl' ich mir bei'm Heiligungsgeschäfte aus Vorurtheil den Mangel meiner Kräfte: so gib, daß ich ihn redlich mir gestehe, und Hülf erflehe. 6. Wenn ich mich meiner guten Thaten freue, und doch nicht weihe: so lehre mich, mein ganzes Herz dir, Gott, daß sie für meine Schwächen dich nicht bestechen. ORS 7. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche muß, auch hochgerühmt von Allen, doch dir mißfallen! 8. Gib denn, daß ich mich nie vor mir verbeble; hilf mir erkennen, wo ich irr' und fehle, daß ich mit kluger, frommer Vor astlodas im Allgemeinen. illind 1671 Vorsicht wandle und weislich wahren Glauben und der Tut handle. ប្រ [ 38.] 2) Grot. of gend Eifer rauben! gu 6. Keine Sünde soll ich Mel. Herr, ich habe mißgeh. lieben, auch den Wunsch derd 242. Sollt' ich meinem Sünde nicht; rein in allen Herzen heucheln, Sünde thun meinen Trieben, frei von fal und sicher sein; mir mit falscher Zuversicht, nicht mit Vor- p scher Tugend schmeicheln, und sag mich verblenden, und mir dann fagen: ich bin rein? selbst mein Heil entwenden, it Sein Verschulden nicht empfinden, führt zu immer gröBern Sünden. 2. Schlief' ich ohne Sorg's und Kummer für der Seele Seligkeit, eingewiegt in tiefen Schlummer einer trägen Sicherheit: welche fürchterliche Schrecken würden enda lich mich erwecken! 7. Hilf mir streiten mit den Lüften, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüsten, aber fern von Eitelkeit; bis ich einst zum Ziele dringe, und des Sieges Palm' erringe. 3. Bin ich, wenn ich das nur basse, was selbst Heiden nicht verzeihn; wenn ich das nur unterlasse, was auch Andre meiden, rein? It's genug, nur nichts verbrechen, was schon Menschenstrafen rächen? 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld noch größer als die meine mir erscheint; weil von eines Undern Sünde ich entfernt und rein mich finde? 5. Nein, dieß Blendwerk, diese Lügen täuschen meine Seele nie, müssen nie mein Herz betrügen; denn du, Bater, hasseft fie, sie, die mir den [ 31.] 10 J. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 243. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach: doch, daß ich meine Seeled rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böſe Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist. Tugend: oft ist sie nur das Werk der Zeit; die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und, was Natur und Zeit gethan, Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 168 than, sieht unser Stolz für Tugend an, so das 4. Oft ist die end'rung deiner Seele ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quäle, und dämpfst sie: doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Undern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmäh= sucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein; fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz ver führen; doch jedes Herz hat feine Welt: Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt.org 7. Oft schläft der Lafter Trieb im Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf, und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. sid 5 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft; doch kaum lacht uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft; wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 1.5 R18 9. Du opferst Gott die schwächern Triebe durch einen strengern Lebenslauf; doch opferst du wohl seiner Liebe die stärkste, liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. Ruh' und Stille, die Welt, 10. Du fliebst, geneigt zu und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn, bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: fliebt's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? Uebst du auch Billigkeit, Geduld? Du dieneft gern, wenn Undre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern soulst du rein, zu aller Tugend willig sein! albist 12. Sei nicht vermessen, wach' und streite! Dent' nie, daß du schon g'nug gethan! Dein Herz hat seine schwache Seite; da greift dich die Versuchung an. Die Sicherheit droht dir den Fall: drum wache stets, wach' überall! [ 99.] is Gellert. Mel. 169 Mel. Vor deinen 8. Ein Herz, das sich des 244. Nach dir verlanget Guten freut, voll Menschen244. Gott; meine lieb' und Gott geweiht, em mich, nach dir, Hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? dil, on di 2. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot! Du willst: ich foll dich lieben, Gott; willst, daß ich redlich handeln soll, zu meinem und des Nächsten Wohl. mladim Allgemeinen. silind 3. Und doch verletzt' ich diese Pflicht, und schäße deine Gnade nicht; ein blendend Scheingut zog ich Thor oft dir und meinem Heile vor. 4. Mein Herz, das seine Schuld erkennt du siebest es mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Gesetz be: fiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. - 1 5. Ich traue der Barmherzigkeit, die sich noch jeden Tag erneut; der Baterhuld, die immerdar gefall'ner Seelen Zuflucht war. 6. Dein Wort gibt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Christ, daß sie auch mir verliehen ist. 7. Doch nie entfall' es meinem Sinn, daß ich, als Christ, berufen bin, auf Jesu Vorbild hinzufebn, und stanchaft seinen Weg zu gehn! Jobin pfah' ich nicht erst dort: schon hier auf Erden fordert's Gott von mir. pidupa c 9. Schaff dieses Herz in mir; denn, ach, du weißt es, Vater, ich bin schwach! Mein Trost sei mein Vertraun auf dich, und Wachsamkeit behüte mich! [ 34.] C. F. Neander. Mel. Die Tugend wird durch's. 245. Wie fürcht' ich mich, mein Herz zu prüfen, mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick ich über seine Tiefen nachlässig und mit Vorsatz hin! Mich warnt im Stillen mein Gewissen: betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Ge neigt, mein Unrecht nicht zu wissen, vergeß ich, was mein Inn'res spricht. lis 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit; ein träges Hoffen deiner Gnade stärkt mich in meiner Sicherheit. Der schnöden Luft wie viele Stunden hab' ich im Leichtsinn ihr geweiht! Kaum war ein Augenblick verschwunden: so that ich, was ich kaum bereut. - 3. Uusschweifend bleiben meine Triebe, und unerleuchtet mein Verstand; mein Herz didist leer pon deiner Liebe, mit mei= 170 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten meinen Pflichten unbekannt; Nothwendigkeit der Sinmein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wandel ohne Besserung: und dennoch hoff' ich im Gerichte von dir, o Gott, Begnadigung. 4. Ich Unbesonnener, wie lange werd' ich mich selber hintergehn? Sch nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe! Ach, groß ist freilich meine Schuld! Doch, eile nicht mit mir zur Strafe, und hab', o Bater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle, verhehl' ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ist alles deinen Augen Licht. Reiß mich aus meinen Finster nissen; entfalte du mein Herz vor mir! Dann treibe mäch tig mein Gewissen zur Reue mich und, Gott, zu dir! 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, beff're, leite mich auf deiner eb'nen Bahn, und lehre mich dann ein recht Vertraun auf dich! Dir laß mich ganz mein Leben weihen; vor dir sei Herz und Wandel rein: so werd' ich die Gefahr stets scheuen, betrogen von mir selbst zu sein. [ 15.] Münter. nesänderung. Mel. Vater unser im Himmelr. 246. So wahr ich lebe! spricht dein Gott- mir ist nicht lieb des Sünders Tod: ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr' und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. - 2. Vernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort, und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig sein; gern alle Sünden dir vergnädig spricht! Sei reuvoll; Vernimm, was er so doch verzage nicht! 3. Nur hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: noch ist zur Beff'rung Zeit; ich will mich meiner Lüfte freun; und werd' ich ihrer müde sein: dann ist's noch Zeit; dann beffr' ich mich; Gott wird doch mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barmberzigkeit vergönnt er dir zur Beff'rung Zeit; doch weh' Dem, der mit frechem Sinn auf Gottes Langmuth fündigt hin! Suchst du nicht jegt dein ewig's Heil: dann ist Verwerfung einst dein Theil. 5. Vergebung zwar verheißt dir Gott aus Langmuth bis an deinen Tod: doch, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht stladne im Allgemeinen. bilird 171 nicht morgen sterben mußt! That zu wiederholen. Scheu' Dann, wehe dir! dann stürzt das Grab in ew'ges Elend dich hinab. 6. Heut' lebst du; heut' be kehre dich! Eh' morgen kömmt, kann's ändern sich. Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh' er den Abend noch erreicht! Drum wandle nicht in Sünden fort; denn, ach, zu spät ist Buße dort. 7. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beff're mich, eh' meine Schuld sich mehr noch häuft, eh' mich ein schneller Tod ergreift; damit ich heut' und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. [ 84.] Heermann u. Funt. Mel. O Gott, du frommer G. 247. Wagt' ich es, länger noch die Besf'rung aufzuschie ben, zu der mein Gott mich ruft, so würd' ich mich nicht lieben. Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? Warum verlier' ich denn noch einen Augenblick? 2. Wahr ist's, es kostet Müh', sein eigen Herz bekämpfen, der Sünde wider stehn, und böse Lüfte dämpfen: doch bleibt es meine Pflicht; und jede Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird größer mit der Zeit. 3. Je öfter ich das thu', was Sinnlichkeit befohlen, je stärker wird mein Hang, die ich mich heute nicht, der Lüfte Sclav zu sein: so werd' ich morgen schon noch weniger mich scheun.and dip 4. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt ent= rücken! Und Besf'rung ist kein Werk von wenig Augenblicken; ein Seufzer hin zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst vor Strafen reicht nicht hin zur Heiligung. 5. Gewinnet Gott dabei, wenn ich ihn kindlich liebe, und, seiner werth zu sein, mich in der Zugend übe? Wenn ich das Gute thu', das sein Gesetz gebeut: so bringt es mir allein Ruh und Zufriedenheit. 6. So süß ein Laster ist, gewährt's doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Nur Der, der ihr gehorcht, erwählt das beste Theil; wer von der Tugend weicht, verläßt sein eignes Heil. 7. Die Beff'rung führt mich nicht zu lauter Angst und Leiden: sie führet mich zu Gott, zu wahren, ew'gen Freuden; macht meine Seele rein, stärkt mich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu jeder Pflicht. 8. Herr, du verleihst uns selbst die Kraft, uns zu besies gen! Der Sieg, so schwer er ist, schafft göttliches Vergnügen. 172 gen. Was zag' ich? Schreit' ich gleich mit Müh' im Guten fort: du, Gott, bist mir ja nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. D gib denn, weil ich jetzt, Herr, deinen Ruf noch höre, daß ich mich ungefäumt von allem Bösen kehre: so darf ich nicht zu spät, zu meiner größ= ten Pein, mein bier verfäumtes Glück als meine Schuld bereun. fon don pour dour, [ 71.] Gellert. Chriftliches Gesinntfein und Verhalten 5. Ich erkenne meine SünDemüthigung vor Gott; den, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! 2ch, vergib, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich Reuigen genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bestreben.com [ 26.] Fabricius. im Mel. Reue. in dhe Mel. Freu' dich sehr, o meine. 248. Höchster, denk' ich an die Treue, die du mir bisher erzeigt: o, bann wird zu Schaam und Reue tief vor dir mein Sinn gebeugt, daß ich dich gering gefcháßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollen dem Geschäfte meiner Besf'rung beilig sein; doch hab' ich der Eitelkeit un bedachtfam sie geweiht! Ja, ich ließ zum Dienst der Sünden nur zu oft mich willig finden! gabst du mir! Gleichwohl hab' ich oft vermessen, dank bar dir zu sein, vergessen. end 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' dich nicht die Sünde fliehn? nicht um Ret tung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn? Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanf ten Locken, suchte felbst mich zu verstocken. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Meine Hülfe kam von dir; was mir nüge, astlad im Utgemeinen. bilird 173 131 Mel. Alle Menschen müssen ft. ben hält, offenbarst du allen 249. Mit bekümmertem Seelen, die zu ihrem Theil Gemüthe blick ich, Gott, em- dich wählen. Jeder, der dich por zu dir, und vertraue dei liebt, erfährt deiner Gnade ner Güte; o wie theuer ist sie hoben Werthur S mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter dei ner Huld stürzet ihre eigne Schuld. ibolt gi d 6. Lehre denn mich deine Wege! mir! Do 2. Uch, gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich vor dir Gnade finden; geb' mit mir nicht in's Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen: o so höre denn auch Zeige deinen Willen Leite mich die rechten Stege! Nichts entferne mich von dir! Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher will ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 7. Dir will ich mich ganz ergeben! Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer beilig leben, Herr, mich! Meine Seele hofft auf vor deinem Angesicht! Keine dich. 3. Ja, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth; gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt; mitten auf dem Sün= denwege machst du sein Ge: wissen rege. Wohl Dem, der zu leiner Pflicht umkehrt; Den verwirfst ou nicht! 4. Du erquickest die Elen: den, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt, Freude schenfet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, wenn du ihm die Sündenlast liebreich abgenommen hast. si65. Herr, zu welchen Eelig feiten bu in jener bessern Welt jeden Frommen einst willst Leiten, der die Treu' und Glau: Hlod schnöde Lust der Sünden ſoll mich ferner überwinden! Hilf mir Schwachen väterlich; mein Erbarmer, stärke mich! [ 4.] id Lavater. In bekannter Melodie. 250. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir; erbör', o Gott, mein Fleben, und laß.& bars dimungsvoller, mir für Recht nur Gnad' ergeben. Denn sähest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan: wer fönnte dann bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad' allein dem Sünder zu vergeben! Nie ist der Mensch von Feblern rein, auch in dem besten Leben; und, ach! was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich des Ruhms vor dir erfühnen? 3. Drum Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 174 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht, bauen; auf dich verlassen will ich mich, und deiner Güte trauen. Dein theu res Wort sagt mir sie zu, aus ihr fließt meine Seelenruh', und aller Troft im Leiden. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an deiner Macht verzweifeln nicht, noch sorgen; der wahre Glaube zweifelt nicht an dem, was uns dein Wort verspricht, und harret feines Gottes, 5. Ob bei uns ist der Sünde viel, ist doch bei dir mehr Gnade; denn dein Erbarmen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Du bist allein der gute Hirt, der wieder bringt, was sich verirrt; du hilfft aus allen Nöthen. [ 9.] Luther u. W. Teller. Mel. Wer nur den lieben Gott. 251. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, du, der allein mich retten kann, noch einmal sich von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick mich an! Erbarme dich, und geh' noch nicht, mit mir, o Höchster, in's Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat! Doch ich vergaß, was ich ver: sprach, und ging der Sünde wieder nach. SUSKONS 3. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Um Trost wird meiner Seele bange, um einen Retter aus der Noth: mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 4. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seg' ich auf dich; du, Freund des Lebens, rette mich! 5. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlöfers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du, meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: auch diese Schuld erlaß ich dir. 6. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir gehorsam sein! Dir, dei nem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn, und standhaft deine Wege gehn! 7. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Merk' auf die heiligen Befehle des Gottes, der dein Retter ift! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt' sind im Allgemeinen.bitird halt' mich, Herr, auf ebner Bahn! 8. Bin ich gleich schwach: du wirst mich stärken, mein Helfer in Versuchung sein; zum Glauben und zu guten Werken mir Kraft und Freu: digkeit verleihn! So steb' ich fest und wante nicht; du bist meine Zuversicht! denn [ 99.] Münter. Mel. Wer nur den lieben Gott. 252. Ach, abermal bin ich gefallen mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin! 2. die verhaßte Lieblingsfünde, o die Gewohnheit böser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie stürmen fie in meiner Brust! Wie mächtig und wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wieder Gott! Von böser Lust dahin gerissen, eilft du, Betrog'ner, in den Tod; dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit dein Glück in Zeit und Ewigkeit. 175 bet um Kraft dazu dich angefleht! 5. Doch regt' auf's neue sich die Sünde, und schwach nur war mein Widerstand; fie lockte mich, und, ach! geschwinde ergriff sie mich, und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß; ihr folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden, und abermal fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug; mein Gewissen rief; Gott, Richter, ich gedacht' an dich, und dennoch, dennoch fündigt' ich! 7. O tief verborgne Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, wie dämpf ich deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, und lehre mich ihr widerstehn! 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: nun, nun will ich die Sünde fliehn; rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Ge8. Uch, liebt' ich dich nur, wie ich sollte, dann flöh' die Lust zur Sünde mich; wenn sie mich auch versuchen wollte, ich widerständ' ihr, stark durch dich; durch deiner Liebe Gotteskraft blieb' ich dir treu, und tugendhaft! 9. Gott, pflanze du in meine Seele rechtschaff'ne Lieb' und Lust zu dir; und was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben, als mein Eigenthum, das Christliches Gesinntsein und Verhalten 176 das sei mir Lust und Heil und Ruhm! da 10. So werd' ich endlich überwinden, und Herrscher meiner Lüste sein; und du wirst meine vor'gen Sünden mir aus Barmherzigkeit verzeihn. Mein Leben hier, mein Lobgefang einst dort im Himmel sei mein Dank! mi [ 99.] mid Münter. SIE Entschluß zur Besserung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 253. Gott, lehre mich verstehn und fassen, was wahre, rechte Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beff're; dieß allein kann dir, Herr, wohlgefällig sein. » dein ernster, that'ger Haß des » Bösen beweise deine Fröm» migkeit! Bollbringe das, bis » was Gott gefällt, und flieh » die Lüfte dieser Welt. 5.» Erstatte deinem Nächoften wieder, was du mit Un» recht ihm entwandt, und leite » die verführten Brüder zurück » zur Tugend; beut die Hand » dem Unterdrückten liebevoll; » thu' Fedem, auch dem Feinde, » wohl.« do 6.» Flieh Neid, Verläum» dung, Haß und Lügen; be» gehr' nicht, was des Näch» sten ist; zeig' durch den Ab» scheu vor Betrügen, daß du » ein Feind des Lasters bist; » fei billig, friedlich, und ge» recht, aufrichtig, wahrhaft, schlecht und recht. 2. Dein Wort gebeut und spricht:» Thu' Buße, ver- 7. Herr, dieß befiehlt mir » änd're, beff're deinen Sinn; » fall' deinem Gott gebeugt zu » Fuße; sei nicht ein Sünder, » wie vorhin, der immerfort in » Sünden lebt, nie ernstlich » fromm zu handeln strebt.« deine Lebre! Du weißt am besten, wie ich bin: gib, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Ich will, und lass' oft wieder nach; hilf du mir auf, ich bin zu schwach. 3.» Bezähme nun in dir die » Liebe zu allem dem, was » Sünde heißt, und folge jedem » guten Triebe, den Gott er: » weckt durch seinen Geist. Von onun an sei, als Gottes Kind, » ihm folgsam, ähnlich ihm » gefinnt.« de siding 4. Dein Frommsein fei » kein Heuchelwesen, dein Beten nicht Scheinheiligkeit; and [ 99.] P. Busch u. I. I. Mayer. Mel. Die Tugend wird durch's. 254. Gott, ach! es wa chet mein Gewissen aus fei nem langen Schlummer auf, und prüft, von später Reu' zerriffen, aufrichtig meines Lebens Lauf. D, welche Thor: heit, welch Verbrechen und schwarzen Undank zeigt es mir! malled im Allgemeinen. bilird mir! Wie ruft es drohend: Gott wird's rächen, wie du's verdienest; wehe dir! d 2. Wo sind die Freuden! die die Sünde in ihrem Dienste mir versprach? Uch, wie entfloh'n sie so geschwinde, und ließen Gram und Ekel nach! Und mit euch, o ihr eitlen Freuden, entfloh mir meines Lebens Ruh'; nun stürmen täglich neue Leiden von allen Seiten auf mich zu. 3. Ich fühl' es: ewig werd' ich leben, und schrecklich wird mein Urtheil sein. Was ich verdient, wird Gott mir geben, hier Trübsal und dort Angst und Pein. Berachtet hab' ich feine Liebe, getrotet ihm in's Angesicht! Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wär' er, der Welten Richter, nicht. 4. Darf ich noch vor dein Untlig treten, der du den Tod den Sündern schwörst; noch vor dir weinen, zu dir beten, und hoffen, daß du mich erhörst? Du bist gerecht, mein Herz erbebet vor deiner Heiligkeit in mir! Du bist die Liebe: dieß erhebet mein sinkendes Vertraun zu dir! 5. Wenn ich der Sünde nun entfage, fie flieh' und hasse, wie den Tod; hinfort nach deinen Rechten frage, und ernstlich ehre dein Gebot; wenn ich zu dir in deinem Sohne noch bete: hab', o Gott, Mig 8 177 Geduld; um seines Todes willen schone! D, dann vergibst du mir die Schuld. ! 6. Ihr Himmel, hört es t Erde, höre! Seid Zeugen zwischen Gott und mir! Vergib mir, Ewiger; ich schwöre bei Christi Tode Besf'rung dir! Erbarm' dich meiner, und befreie vom Elend meiner Sünde mich! Mit kindlicher, mit ew'ger Treue, so wahr du lebest, fürcht' ich dich! [ 15.] Münter. Mel. Herr, wie du willst. 255. Ich will von meiner Missethat mich, Herr, zu dir bekehren. Du wollest selbst, nach deinem Rath, mich wahre Besf'rung lehren, und deines guten Geistes Kraft, die uns zu neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren! 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht den Weg zum Leben finden; bleibt, ohne deines Geistes Licht, blind, kraftlos, todt, in Sünden. Ach, ich vermag nichts ohne dich; drum fleh' ich, Herr, du wollest mich vom Sündenjoch entbinden. 3. Gib Selbsterkenntniß; zeige mir die Mängel meiner Seele, damit ich keine Schuld vor dir, noch vor mir selbst verhehle; laß jede mich mit Ernst bereun, daß ich das Ziel, gerecht zu sein, nicht heuchlerisch verfehle. M 4. D 178 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 4. O wie viel Gutes haft folgfam sei; durch dich der du mir an Leib und Seel' er Lüfte Tyrannei bekämpf' und wiesen! Was mein ist, das überwindende tyd ift, Herr, von dir: wie hab' ich dich gepriesen? mein Vater, ich dein Kind; und doch hab' ich nicht treu gefinnt, nicht dankbar mich erwiesen.brano [ 39.] Louise Henriette, Churf. Du bist von Brandenburg.d offe Mel. Nun fich der Tag geend. 256. Mein Herz, o Gott, ergeb' ich dir zur Gabe, zum Geschenk; du willst es, Bater, ja von mir: deß bin ich einBads gedent. 15. Du hast mir's nicht an Unterricht und und Warnung mangeln lassen. Wie oft er wedtest du mich nicht, der Sünde Weg zu haffen! Du führtest mich zur Tugend an; doch hab' ich, leider, ihre Bahn, die Bahn zum Glück, verlaffen. odd 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu; dir, meinem Gott und Herrn! Bei dir nur findet's wahre Ruh'; und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigenthum, und müss' es ewig sein! Doch schaffe, Bater, schaff' es um, und mach' Machiant es gut und rein. 6. Wie drängen nun die Sünden sich, o Gott, vor mir zusammen! Wie drohn sie mir! Wie muß ich mich jetzt felbft mit Recht verdammen! Hart klagt mich mein Gewissen an, dem ich nicht widersprechen kann; ich fühle seine Qualen. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sündlichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligkeit. madui mot 5. Verwirf, verwirf dieß Flehen nicht; fei mir mit Gnade nah'! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Bater bist du ja. 7. D hättest du nicht Vaterfinn, nicht zärtliches Erbarmen: wo flöh' in meiner Noth ich hin? Wer rettete mich Armen? Ich werfe, Gott, vor dir mich hin; noch trägt dein milder Vatersinn mit Reuenden Erbarmen. 8. Hier ist mein Herz; o mach' es rein von aller seiner Sünde, damit es, dir getreu zu sein, ganz deine Lieb' empfinde; ganz deinem Willen 6. Steh mir zur wahren Besserung mit deinem Geiste bei, damit, Herr, meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld! Mein Trost, wenn Alles mich verläßt, ſei deine Baterhuld! 8. Hilf medim 2llgemeinen. 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig, und so viel ich kann, zu dienen wil: lig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih'; denn du verzeihst auch mir. 10. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, doch fern von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt und Sünd! Euch dien' ich nicht nur Gott, nur Gott allein, dieß, dieß ist meine Zuversicht!kann ewig mich erfreun. [ 59.] Schade. Glaube an Gottes verzeihende Batergüte. Trost der Sündenvergebung durch Christum. - In bekannter Melodie. 257. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich fomme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten; durch dich zum Vater mich zu nah'n, von ihm Vergebung zu em 179 pfahn und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Herzen, der du auch mich erlöset hast, erlöst mit Todesschmerzen, damit ich nicht vor Angst und Weh bei dem Bewußtsein ganz vergeh', daß ich mich schwer verschuldet. 3. Fürwahr, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück: was soll dann Trost mir geben? Ich finde ihn bei dir allein und würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dieß ewig theure Wort verspricht Heil Allen, die dich ehren; die reuevoll zu ihrer Pflicht zurück, zu dir, Herr, fehren, und nun, vom Šündenjoch befreit, mit neuer Luft und Willigkeit treu deine Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: ihr Reuerfüllten alle, kommt her zu mir; ich schenk' euch Ruh' und richt euch auf vom Falle; mein Joch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig fie auf euch, und faßt die Hoffnung, Rub' zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröst' auch mich, wenn mich die Sünden schrecken! Du weißt es, ich vertrau' auf dich: laß ſeine M 2 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 180 feine Kraft mich schmecken! Bergib, o du, der gern vergibt, das Unrecht, das ich oft verübt, nach deiner Lieb' und Gnade. nichts böse meinen. Nur wollst du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; mit Zuversicht darf es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen.d 17. Auch stärke mich dein Freudengeist einst in den letzten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden; und nimm mich, wenn es dir gefällt, des Himmels würdig, aus der Welt, zu deinen Auserwählten! da Ringwald [ 33.] de frisden u. C. Neander. dn In bekannter Melodie. 258. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch ihr hartes Joch! Wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an der Erde Enden, der Angst und Pein befreit zu sein: doch würd' ich fie nicht wenden. # 3. 3u dir flieh' ich; erbarme dich, du Gott der Gnade, meiner! Geh' mit mir nicht, Herr, ins Gericht! Vor dir bestehet Keiner. 4. Und sendest du mir Leiden zu, so sei's ein heilsam Leiden! Die Züchtigung wirk' Besserung und Ernst, die Schuld zu meiden! bis und 3. Du siehst die Folgen 1815. Sonst mach's, wie's dir meiner Sünden; und denk' gefällt, mit mir: du kannst ich: wer vertilget die? ſo läsfest 7. Dieß stärket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden: so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht; mein Heiland spricht: wer glaubt, soll selig werden.undoć [ 1.] Rutilius u. Weiffe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 259. Ich armer Mensch, o Herr, ich Sünder, steh' hier vor deinem Ungesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, Gott, geh' mit mir nicht in's Gericht; bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade widerfährt. 2. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschöpf? Das willst du nicht! Du, der du mich bis jest getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, gibst mich nicht dem Verderben hin. 181 mod im Allgemeinen. silinde läsfest du mich Ruhe finden, Baterhuld, die mich noch erund sprichst: ich, ich vertilge fie! Du schenkest mir an Jesu Heiligur Stillung meines Kummers, Theil. matred freuet.Idrot si onu die 4. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu dir empor zu sehn; auch mir zum Heil ist er gestorben; auch ich, Herr, darf um Gnade fleh'n zu dir, dem Gott, der gern vergibt, und lieber segnet, als betrübt, is ads til 2. 3war, ich bin nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen: doch du bleibst ein Vater mir; du vernimmst mein Flehen, kennst mein Inn'res, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vergibst mir väterlich, wenn ich's redlich meine. 33. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun er= wecken! Vor der Sünde sol mein Herz, nicht vor dir er schrecken! Ganz vertrauen will ich dir, stets die Sünde hassen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlaffen. 4. Preis sei dem WÜlgütigen, der mein Inn'res kennet, und dem Gnadeſuchenden freien Zutritt gönnet! Sing' es, Seele, vor dem Herrn; fleuß von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. m 5. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret! es molt [ 13.] Titius und C.F. Neander. 5. Sprich denn zu mir: dir ist vergeben! und stille des Gewissens Schmerz; und will mein zagend Herz noch beben: so sprich du träft'ger als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' Alles gut, und schenke mir zur Bess'rung Muth! now in tim qe 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube fagt mir, daß ich's bin. Der Troft, der sich im Herzen mehret, der neue, dir geweihte Sinn, mein kindliches Vertraun auf dich bezeugens: du begnadigst mich! Tibi wism [ 99.] Titius und in nd E.&. Neander. F. Mel. Chriftus, der uns selig. 260. Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarinstr dich wieder. Groß ist meine Mel. Sollt' ich meinem Gott. Sündenschuld, die mich in- 261. Gott, aus dessen nigst reuet; größer deine Gnadenfülle lauter Segen auf uns 182 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten uns fließt, Alles, was dein Wort der Seligkeit den BeRath und Wille fordert, ord: gnadigten gebeut! net und beschließt, ist der Weg zum wahren Leben. Wahre Sinnesbesserung, steter Fleiß der Heiligung soll uns immer mehr erheben, bis wir, ganz von Sünden rein, deines Heils uns ewig freun. 5. Dich von ganzem Herzen lieben, deinem Wink gehorsam sein; Liebe auch am nächsten üben, und mich seines Wohlfeins freun; fromm bei allen meinen Pflichten, Gott, auf deinen Willen sehn; deine Wege folgfam gehn; redlich, was du willst, verrichten; Sündenwege ernstlich fliehn- dieß sei täglich mein Bemühn! 2. Von den Sterblichen ist Keiner deiner großen Gnade werth; unter Allen auch nicht Einer, der nicht oft von dir fich kehrt. Dennoch willst du das Verderben deiner schwachen Kinder nicht; lockest sie zu ihrer Pflicht; rufeft: warum wollt ihr sterben? Sünder, kehrt zu eurem Glück, kehrt auf meinen Weg zurück! [ 81.] 3. Sib, daß dieses Wort mich dringe, daß ich in wahrhafter Reu' dir mein Herz zum Opfer bringe, ohne Trug und Heuchelei. Komm' ich müb'voll und beladen mit der Sündenlast zu dir: o so nahe du dich mir mit dem Reich thum deiner Gnaden; gehe aus Erbarmen nicht, Bater, mit mir in's Gericht! Mudre. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 262. Jch komme, Friedensfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht von Troste leer; laß mich zur Rub' gelangen! Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? Wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht! Mein Trost, mein Licht! Verwirf mein sehnlich Fleben nicht! 4. Dein Erbarmen über wieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geistes Beistand fieaet, wenn mein Geist erschrocken zagt. O wie foll mein Herz dich lieben, der du mich in Chrifto liebst, und mir neue Kräfte gibst, gern die Pflichten auszuüben, die das 2. Du, du bist meine Zuversicht! Durch dich komm' ich nicht in's Gericht; du tilgest meine Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt fehn; durch dich das Leben finden. Dein Tod ift der med im Allgemeinen. der Verlor'nen Heil; sein Se: gen werd' auch mir zu Theil; er sei auch mir Beruhigung, erwecke mich zur Besserung! Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich! Ich hoff auf dich! Du gibst mir Trost; du stärtest mich. 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein: fo fehlt mir nichts; nichts einst am Taçe des Gerichts, und nichts schon hier auf Erden. Auf dieser Bahn in's Baterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu allem Guten stärke mich, und laß mich sie: gen einst durch dich! Herr Jefu Chrift, mein Trost und Licht, nein Troft und Licht bist du noch, wenn mein Herz einst bricht! [ 37.] Freylinghausen und Sturm. Mel. Valet will ich dir geben. 263. Ich bin der Angst entnomnen; Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Fremmen mich wieder zu ihm nahn. Dabin sind meine Schmerzen; mein Mittler stillte ie. Acb, solche Rub' im Herzen fühlt' ich, als Sünder, ne! 183 melsluft; bin frei von Seelenleiden, bin frei von inn'rer Pein, und ihr, der Tugend Freuden, kehrt wieder bei mir ein. 2. Der Lüfte wild Getümmet weigt nun in meiner Bruf; ich seh' den off'nen Himnel, und athme Him 3. Gott, voll Huld und Treue, was macht mich dir so werth, daß du das Fleh'n der Reue so gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staube, was dich zur Huld bewog: mein Glaube, Gott, mein Glaube war's, der dich zu mir zog! 4. So sei denn nun mein Leben, Erbarmer, ewig dein! Mein eifrigstes Bestreben ſei, deiner werth zu sein! Der Lüfte Macht zu dämpfen, für's Gute nur zu glühn, die Sünde zu bekämpfen, sei ewig mein Bemühn! 5. Und wankt auf meinem Pfade mein ungewisser Schritt: so lenke, Geist der Gnade, allmächtig meinen Tritt! Dir, Führer, folg' ich immer; dir folg' ich bis an's Grab! Verlassen wirst du nimmer Den, der sich dir ergab. [ 83.] Beharrlichkeit und Fortschritt in der Besserung; Heiligung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 264. Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen, wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß 184 Christliches Gesinntsein und Verhalten laß von Sünden mich genesen, in allen Leiden: so halt' ich und schaff ein reines Herz in mich, mein Gott, zu dir, bis mir; ein Herz, das sich vom nach vollbrachter PrüfungsSinn der Welt entfernt, und zeit der Deinen Erbtheil mich unbefleckt erhält! erfreut. bind whe mo inen Erbth [ 99.] 3. Olearius u. Diterich. Mel. Alle Menschen müssen ft. 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 265. Bater, heilig möcht ich leben, Rechttbun wäre meine Lust: aber Lüfte widerstreben dem Gesetz in meiner Brust; und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir 3. Du kennst und lenkest Quell der Schmerzen. Mich die Gedanken! Gib meinem beschwert der Sünden Joch; Borsa Festigkeit; und will was ich nicht will, thu' ich mein schwaches Herz noch doch. inom dugies onl wanken: so hilf der Unents 2. Sieh um Krift mich schlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Sib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei: so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Gnad' und Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff' ein getroftes Herz in mir, und stärke mich Schwachen beten; meinem Vorfaz trau' ich nicht. Loktende Begierden tre en zwi schen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgtın Sündentage nach. 3. Dwie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig nich mit dir vereinet, und mid deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder: aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, did; und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wenn mich Niemand retten kann. Beter will ich, brünstig beten: schau mich mit milodnim Ullgemeinen bilird 185 mit Erbarmen an! Reiß die und Trost, und ängstet fich! Wurzel meiner Schmerzen, Doch fruchtlos ist sein Strereiß die Sünd aus meinem ben. Der Sünden täglich Herzen! Tief im Staube bitt' neuer Streit, die Bürde meiich dich: leite selbst zur Tu- ner Sterblichkeit beugt in den gend mich! hin@@[ 08] Staub mich niederup dim 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten! Früh und spät ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten! Deinen Geist verleihe mir! Hilf mir böse Luft bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! saist 16. Ja, du hörst mein kindlich's Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd ich nicht vergeben; meine Stärke, Gott, bist dul Ueberwinder, überwinden werd ich durch dich alle Sünden! Meine Seele, faffe Muth! Endlich werd' ich fromm und gut is list [ 4.] is of Lavater. Mel. Aus tiefer Noth ruf'id 266. Wie ist mein Herz so fern von dir, von dir, du Quell des Lebens! Mein Geist bekümmert sich in mir, fucht Rub', und sucht verge bens. Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht! Berbirg mir nicht dein Angesicht, du aller Geister Wonne! dim 2. Ringsum ist Dunkelheit um mich! Wie strebt mein Herz mit Beben nach Licht 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht zu dir mich auf zuschwingen; zu schwach, durch diese dunkle Nacht der Anfechtung zu bringen. Wirst du nicht meine Stärke sein: wo find' ich Trost? Zu dir allein, o Gott, steht mein Vertrauen.mp'o mug in dim 4. Mit starkem Glauben an dein Wort will ich dich mächtig fassen; ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht wanken, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind, bin ich durch Jesum doch dein Kind, du mein versöhnter Vater. mi dhu sd13 5. Wohl mir! So fürcht ich keinen Streit; du kannst mich sieghaft machen; du gibst den Bangen Freudigkeit, und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich: so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde! 00 [ 9.] G. B. Funk. Mel. Herr, wie du willst, so. 267. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, und thu' noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 186 vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir nach deiner gro: Ben Güte. dd 2. Du, Geber wahrer Seelenruh', nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. Gib mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin gegeben, du haft aus freier Huld auch mich erlöft zum ew'gen Leben; auch mich hast du versöhnt mit Gott: erbarm' dich mei ner Seelennoth, und gib mir deinen Frieden! a 4. Für Sünder floß dein theures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm' es denn auch mir zu gut, im Leben und im Sterben! Es trößte in Gewissensschmerz, Gott, deine Baterhuld mein Herz, und lehr' mich Sünden meiden. 27 mm 5. Geift Gottes, du, der Seelen Licht, der Herzen und Gedanken regiert, laß von der Tugend nicht mich weichen oder wanken. Gib, daß ich jedes Lafter flieh', daß Ehr: sucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir: so bilf mir überwinden! Laß meine Seele Trost bei dir, du Gott des Troftes, finden! Belehre mich, daß Schmerz und Noth, der Krankheit Last, und selbst der Tod mich doch zum Leben führe. [ 39.] D. Denicke u. Neander. Mel. Es ist gewißlich an der. 268. Damit ich dir gefällig sei, und vor dir Gnade finde: so mache mich, o Bater, frei von aller Luft zur Sünde. Erwecke mich, zu deinem Preis und mir zum Heil, mit stetem Fleiß nach Heiligung zu streben. 2. Vor dir ist keine Sünde klein, wie klein fie immer scheine; doch ist mein Herz und Wandel rein: dann bin ich ganz der deine, und preise dich durch Wort und That, daß mich dein Sohn erlöset hat, damit ich selig würde. 3. Wer von den kleinsten Pflichten weicht, kann großes Heil verlieren; der kleinste Fehltritt kann so leicht selbst bis zum Lafter führen. Wer auch nur Eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergiebt, ist schon durch sie verloren. 4. Drum gib, daß ich mit stillem Schmerz den kleinste Fehl bereue, und stets mit Ernst mein ganzes Herz der wahren Tugend weibe! Dann wird mich deine Huld erfreun, und meines Kampfes Lohn wird sein, daß ich stets beffer werde.com d 5. Ja, im Allgemeinen. 5. Ja, bin ich stets im Gu ten treu: so werd' ich mit den Frommen auch einst, von allem Uebel frei, in jenes Leben kommen, wo keine Schwachheit mehr mich drückt, mich keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. [ 23.] Diterich. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 269. Kommt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrbeit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, froh der Tugend Wege gehn, und ihn vor der Welt bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. HAMOTO MONDO 187 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals feinem Feinde flucht, ihm Beleidigung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht, ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. Baconist 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht bloß an des Guten Schein; deren Herz nichts mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, ihren frommen Wunsch erfüllen.in 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, Keinem ihre Hülf entziehn, bei den Kranken, bei den Armen nie des Elends Unblick fliehn, gern behülflich sind mit Rath, und nach Kráften mit der That. Diese werden Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn, züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Untlig sehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet; wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bea 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt; nie voll Stolzes sich erbebet, wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. do um 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, ernstlich alle Sünden scheut. Ihm will Gott die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft verleibn; frob im Geifte schon auf Er den, soll er dort ganz glücklich werden. 188 Christliches Gesinntsein und Verhalten mu bestrebet, und, wenn Feind: spricht: wer darnach trachtet, schaft, Haß und Streit seiner der findet auch Zufriedenheit; Brüder Glück zerstört, sie die ihn lohnet inn're Seelenruh', Pflicht der Eintracht lehrt. und Alles Andre fällt ihm zu. Die des Friedens sich befleis 3. Doch hoffe nicht, o Christ, Ben, werden Gottes Kinder daß Tugend dir stets auch heißen. gniard sompis Erdenglück verschafft! Wie 9. Selig sind, die ohn' Ber- mancher fand seit früher Juschulden Schmach, Verfolgend an ihrer Seite Licht und gung, Haß und Pein, als Ver: Kraft, bewachte sorgsam stets ehrer Christi, dulden, und sein Herz, und doch empfand Gott mehr, als Menschen, er Noth und Schmerz! scheun. Gott steht ihnen mäch4, Die Tugend nur, nur tig bei, und will sie für ihre Treu' auf das herrlichste be lohnen; bei ihm follen sie einst wohnen. dmspurdi 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichern Bahn, wo ich dieser Seligteiten hier und dort mich freuen fann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke! mais nd Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht: nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf deiner Thätigkeit. Wer bloß nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang' er lebt. [ 26.] nal David Denicke Mel. Religion, von Gott gegeben. 270. Wer stets mit reinem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennube, für alles wahre Gute glüht; wer jedem Laster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist.gmani 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit, und Jesus < ad 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag' nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein! 6. Doch übst du redlich deine Pflichten: so sei getroft, und zage nie! Dein Gott war Beuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet fie. Ein Herz von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. dod 7. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Ver astlad im Algemeinen.silinde Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit ward sein Gewinn. min 8 189 ni 5. Oft schwur ich dir's: doch ach! ich Armer, was kann ich ohne dich, Erbarmer? Der Geist ist willig: doch es reißt das Fleisch der Sünde hin den Geist! b side 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommen heit. Wer hier der Tugend Saaten sä't, wird dort zu ew'gem Glück erhöht. [ 76.] Marie Louise Wilhelm., Fürstin von Neuwied. Mel. Hier legt mein Sinn. 271. Hier wirft mein Sinn sich vor dir nieder; mein Geist sucht seinen Ursprung wieder! Durch Nehnlichkeit mit dir allein kann er dir wohlgefällig sein. 2. Doch, ach! dir ähnlicher zu werden, säumt er so oft; die Lust der Erden, der Sin nen niedre Schmeichelei macht mich so oft dir ungetreu! 6. Er trägt beschämt der Sünde Ketten, und ringt nach Freiheit, will sich retten. O bilf ihm ringen, steh' ihm bei, Ullmächtiger, und mach' ihn frei! ins, sourd 7. Sind endlich der Versuchung Stunden dahin; ist er der Sünd' entbunden: dann, o mein Retter, rühmt und preist dich inniger der sel'ge Geist! ndore song [ 40.] Fr. Richter. Mel. Alle Menschen müssen ft. 272. Du, der Herz und Wandel kennet, Ewiger, erforsche mich! Ach, ich war von dir getrennet: aber du erbarmtest dich; merktest auf mein Flehn, mein Sehnen; sahst auf meiner Reue Thränen; sahst auf mich mit Vaterhuld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Forsche selbst in meinem Herzen! Sieh, es irrt und fehlet noch; unter Unruh', Sorg' und Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch! Wan1014. Ich muß mich besser ken- kend, ungewiß und träge geht nen lernen, mich nie von mei- mein Fuß der Tugend Wege, ner Pflicht entfernen; mein und zu oft noch sieht mein Blick Herz muß mehr von Stolze auf der Laster Bahn zurück! rein, muß redlicher gefinnet ti 3. Als zuerst vor meinen fein.nd is in fnd Blicken der Verblendung Nacht 3. Sch muß noch mehr schon hier auf Erden durch deinen Geist geheiligt werden; muß mehr auf dich, mein Vorbild sehn; muß mehr dem Bösen widerstehn. 190 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Nacht verschwand, und mein sie spöttisch auf mich sehen, Auge voll Entzücken, Gott, mich und meinen Glauben dein Untlig wieder fand: wie schmähen: opfre ich der war da der Reiz der Sünden Furcht vor Hohn zaghaft die mir so leicht zu überwinden! Religion! Ihre Schrecken sah' ich nur, aber keiner Unmuth Spur. 4. Wenn, von Undacht hingerissen, ich den Himmel offen fah, lag die Welt zu meinen Füßen, und, Gott, deinem Throne nab', mischt' ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt.d 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde; Welt, ich lachte deiner Lust! Ich verschmähte deine Gaben; mir war, Gottes Huld zu haben und ein Herz, das ihn verehrt, mehr, als Erd' und Himmel, werth. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Jefu Zeugen nie; seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des herbsten Todes Wegen gingen fie dem Lohn entgegen: sahn den Himmel offen stehn; konnten so den Tod verschmähn. 6. Der Erbauung heil'ge Stunden, reich an feligem Gewinn, ach, wohin seid ihr geschwunden; heil'ge Ruhe, ach, wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Fleb'n zu ehren: doch der Welt Geräusch zerstreut meines Betens Innigkeit! 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und in jene Welt erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen; hilf auch mir den Lauf vollbringen! Vater, bis an's Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. [ 4.] Eschenburg. Mel. Wer nur den lieben Gott. 273. Damit ich Pilger dieser Erde im Guten immer eifriger, stets weiser und stets besser werde: so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich täglich Licht und Kraft em pfahn! doltaic minu 7. Wenn die Menge der Berächter meines frommen Wandels lacht, aus der Undacht ein Gelächter, Thorheit 2. Daß ich mich nie von ihr entferne: erleuchte du mich selbst, daß ich mich immer besser kennen lerne; wenn ich mich täusche, warne mich, aus dem Beten macht; wenn daß nicht mein Herz durch Heu im Allgemeinen. 60 Heuchelei und Stolz selbst fein Verführer sei l 3. Verbot'ner Lüste Schmei cheleien verführen, ach, so oft, so leicht! Doch, wer kann dort vor dir sich freuen, wenn er sie hier nicht hast und fleucht? Ja, keiner Lüste Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn! 4. Um mich zu sichern vor Gefahren, will ich vor Täuschung sorgsam mich und mein zu schwaches Herz verwahren; auf nichts mehr achten als auf dich, auf deine Stimme, dein Gebot, auf dein Gericht und meinen Tod. 5. Auch will ich täglich mein Gewissen vor dir erfor schen, Herr, mein Gott! Ist ihm der Unschuld Ruh' entrissen, droht dein Geset mir Straf' und Tod: so eil' ich reuevoll zu dir; du schenkest Kraft zur Beff'rung mir. 6. Ich strebe dann mit neuen Kräften, und übe treuer meine Pflicht durch Fleiß in nüglichen Geschäften; wenn Rath, wenn Hülfe mir gebricht: dann fleh' ich, Herr, zu dir um Kraft, die alles Gute wirkt und schafft. [ 99.] 191 dem trägen Herzen ein, fich ganz dem Herrn zum Dienste zu ergeben! Schwer ist der Kampf; und wie so oft erneut sich nicht der Streit?:: 2. Doch ist es wohl des Kampfes werth, wenn man mit Ernst die Seligkeit erwäget, die hier und dort ein wahrer Christ erfährt, der Jesu Joch und Last mit Freuden träget. Es kostet Müh': die Gnade aber schafft uns Muth und Kraft.:,: did 3. Dann ist's nicht schwer, ein Christ zu sein, und nach dem Sinn des Geistes fromm zu leben; dann wird's uns leicht, uns Jesu ganz zu weihn, wenn er uns hat der Liebe Geist gegeben; dann stärkt er unser Herz mit Freudigkeit und Kraft zum Streit.:,: 4. Der Geist, der uns mit Gott vereint, wird immer mehr uns in der Liebe üben, Wenn nur, o Christ, dein Herz es redlich meint;- kann nicht das Kind schon feine Mutter lieben? Wer Liebe hat, für den ist nimmermehr der Kampf zu schwer.:,: 3. A. Cramer. In eigner Melodie. 274. Cs foftet viel, ein Chrift zu sein, und nach dem Sinn des Geistes ganz zu leben. Wie geht's so schwer 5. Wirf nur getroft den Kummer hin, der doch dein Herz vergeblich drückt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn bei'm Gefühl der Schwachheit er noch zaget. Sprich: Vater, schau' Christliches Gesinntsein und Verhalten 192 schau' mein Elend gnädig an! Er hilft dir dann.: 16. Nur fasse. Christ, dich in Geduld, ob du auch nicht gleich feine Hülfe merkest; und fehlest du, und schmerzt dich deine Schuld: so sieb, daß du durch seine Kraft dich stärkest. Dann lehrt die Reue dich behutsam sein, und Feh. ler scheun.:: op 7. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Nächte dich und Finsterniß bedecken. Dein Vater kann nichts, als was gut ist, thun; was sollte dich, wenn du ihn liebst, er schrecken? Ja, siehst du endlich keiner Rettung Spur: so glaube nur!:,: er d 8. Wohlan, mein Geist! Was säumest du, dich deinem Gott ganz findlich zu erge ben? Hienieden schon giebt er dir wahre Ruh': im Frieden sollst du ewig bei ihm leben. Die Sorg' und Last wirf nur getroft und kühn allein auf ihn.:,: 09. So kämpfe denn; ermüde nicht, den Kampf des Glaubens muthig auszuringen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht! Mit dir ist Gott! Mit Gott muß dir's gelingen! Dein ist die Ruh', ber Lohn, den er verspricht. nicht!:: [ 24] word) Ermüde i db C. F. Richter. Mel. Alle Menschen müssen ft. 275. Wer das Kleinod will erringen, wer zum Lohn der bessern Welt will hindurch, als Sieger, bringen, zeig' im Kampfe sich als Held! Hier in seinen Ue: bungstagen muß er Ulles thun und wagen, um der Hoffnung werth zu ſein: einst ist jene Krone mein! 2. Wie hat nicht der Herr gestritten, eh' sein Haupt am Kreuze fank! Welche Qual hat er gelitten, als den Todesfelch er trank! hoch erhöht zum Himmelslohne ifter, und an Gottes Throne beugen nun sich Uller Knie; denn er lämpfte einst, wie sie, nism 3. Kämpften nicht und überwanden seiner Wahrheit Märtyrer? Was sie duldend einst empfanden, fühlt und duldet Keiner mehr! Und doch trugen sie mit Freuden der Verfolgung schwere Leiden; achteten nicht Schmach und Noth, Bande nicht, nicht Qual, noch Tod. 4. Und ich sollte unterlie= gen? Und mich sollte Leidenschaft, mich der Reiz der Welt besiegen? Nein, zu wagen meine Kraft, um der Lüfte Gluth zu dämpfen, muthig mit der Welt zu kämpfen dieser meiner Christenpflicht feig mich weigern darf ich nicht ladat 5. Reiche milads im Allgemeinen. dilind dm 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Herr, die Waffen selbst zum Streit, daß ich unerfchüttert stehe, wenn der Feinde Macht mir dräut; daß mich selbst ich überwinde bei den Lockungen der Sünde; daß ich, meiner Pflicht ge: treu, standhaft in Versuchung sei! ame bus to [ 4] da 3. Menzer. Mel. Befiehl du deine Wege. 276. Um als ein Christ zu leben, muß ich die Sünde scheun; muß eifrig mich be- u 6. Werd' ich im Guten streben, von Herzen fromm träge: so stärke mich zum zu sein; muß Gottes Wege wandeln; muß auch bei'm Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln, und thun, was ihm gefällt. 5. Verleih' zu diesem Werke mir nur, durch deinen Geift, die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt. Durch ihn gib meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich das Eine wähle, was ew'ges Glück mir schafft. Lauf! Fall' ich auf meinem Wege: so hilf mir wieder auf; und mache jedes Laster, deß sich der Sünder freut, mir jeden Tag verhaßter in seiner Schändlichkeit. 82. Ich muß mit Ernste ringen; muß stets gewissen: haft bekämpfen und bezwingen die Macht der Leidenschaft; muß, daß ich überwinde, auf Gottes Hülfe sehn; muß jeden Reiz zur Sünde und ihre Lust verschmähn. 13. Der Sinne Täuschereien muß ich behutsam fliehn; mich allen Schmeicheleien der Eigenlieb' entziehn; muß standhaft in Gefahren, die oft mir furchtbar dräun, den Glauben treu bewahren, und ohne Tadel sein.m 4. Wie schwach sind meine Kräfte zur Lebensbesserung; wie schwach, Herr, zum Ge193 schäfte der wahren Heiligung! Doch sollt' ich darum zagen? Nein, im Vertraun zu dir, Gott, will ich's muthig wa gen; sei du nur stets mit mir! 03.11 d 7. So kann ich alle Sünden, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen; ich dring' in's Reich des Lichts; ich bin gewiß, zu siegen. Dein Wort, o Gott, verspricht's. [ 10.] 3. A. Cramer u. Diterich. er Mel. Religion, von Gott geg. 277. Beglückt ist, wer mit Lust auf Erden aus allen feinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt, N und 194 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten und nie vergißt, daß seine in Ewigkeit ist reiner Tugend Seel' unsterblich ist!)@ Seligkeit. sidan 9000 2. Er forschet nach der Tu- 1[ 76.] and 3. A. Cramer. Mel. Werde munter, mein G. 278. Schaffet, schaffet, Menschentinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sich're Sünder, auf die unge: wisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 362. Selig, wer im Glauben kämpfet; wer im Kampfe muthig steht; wer des Flei sches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! Ohne tapfern Streit im Krieg folget niemals Ruhm und Sieg. Nur den Sieger schmückt, zum Lohne seines Kampfs, die Himmelskrone. gend Wegen, nach jeder Pflicht, sie schnell zu thun; spricht nicht unthätig, gleich dem Trägen: noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er nutzt des Lebens flücht'ge Seit zur Aussaat für die Ewigkeit. si 3. Sein Herz, erfüllt von edlen Sorgen, denkt immer und mit Luft daran, wie er, bald sichtbar, bald verborgen, ein edles Werk vollenden kann; er nutzet jeden Augenblick für Tugend und für Menschenglück. 4. Shn schrecken keine Hindernisse; durch Jesu Beispiel stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat: so reift sein Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit festem Muthe den Lastern sich, gestärkt durch Gott; treff' ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott: so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpfet, weil es Gott gebeut.igine de 6. So laßt auch uns als Christen handeln; der Wille Gottes sei uns Pflicht! Last uns die Bahn der Tugend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und unser Loos 12 3. Ernstlich beten, redlich wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt, das zu thun, was Gott gefällt dieß nur wollen und vollbringen, heißt, nach Gottes Himmel ringen. sid 4. Auf! Entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der lieb sten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket Soft 1 made im Allgemeinen.fi.d 195 oft an Chrifti Worte:» drin- euch, zur Linken tausend fänget durch die enge Pforte! aken: wankt dennoch nicht! vor der Gott wird sein Reich, wird Kraft zum Streit uns schenken, wenn wir nicht muthlos weichen. 5. Zittern will ich VorSünde, und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl' ich: o fo gehe nicht, Richter, mit mir in's Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 6. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von deinem Thron den verheiß'nen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und empor zum Himmel dringe! 17[ 98.] pids Gotter. Mel. Es woll' uns Gott gen. 279. Ihr Mitgenossen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone Der Weichende wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten, der Herr, der uns mit Gott verföhnt, er, der für uns gelitten am Delberg und am Kreuze! 2. Miterben, haltet an, und seht empor zum großen Lohne; denn nur durch unsre Feinde geht der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten 215 3. 3war groß ist unsers Kampfs Gefahr; doch soll fie uns nicht schrecken! Mit uns ist Gott, und wunderbar wird Gottes Schuß uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken fann, wenn wir um Hülfe flehen. Blickt glaubend nur zu ihm hinan: so könnt ihr muthig stehen, und freudig überwinden. 4. Wer überwindet, foll den Tod, den ew'gen Tod nicht sehen; verging er auch in seiner Noth: dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, nach seinen kurzen Leiden wird ihm der Herr der Herrlichkeit mit seines Himmels Freuden, mit ew'ger Wonne lohnen. 5. Ist bald der Leiden Nacht dahin, die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einft Ueberwinder bin, wird Licht das Dunkel werden. Wer überwindet, Der wird sein des Himmelreiches Erbe. Sohn Gottes, Jesu, laß mich's sein! Sei mit mir, wenn ich sterbe, und dort einst an dem Throne! [ 25] N 2 Klopstock. VII. Chrift 196 VII. Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Christliches Gesinntsein und Verhalten in Hinsicht auf Gott und Jesum. Streben nach Erkenntniß Gottes. Mel. Es woll' uns Gott gen. 280. Ich kann, Unendlicher, schon hier durch eifriges Bestreben bin ich gleich schwach mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Hilf nur mir, auf den Unterricht von dir und deinen Werken, so wie auf deines Wortes Licht, getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. - 2. O, laß von heiliger Begier mich immer mehr ent brennen, dich, Sott, und dei nen Sohn schon hier stets näher zu erkennen, daß ich, von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, bich würdig zu verehren. [ 25.] 3. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 281. Du wohnest zwar, o Gott, im Lichte, wohin kein sterblich Auge dringt: doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, wodurch es uns gelingt, dich, Herr, zu kennen, wer du bist, und was mit uns dein Rathschluß ist. 2. Gib, daß ich nie dein Wort verachte, dieß Licht in meiner Finsterniß; und mache mich, wenn ich's betrachte, von seiner Göttlichkeit gewiß! Laß für der Wahrheit hellen Schein Verstand und Herz stets offen sein. di 3. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, Dich und Den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe mich auf diefer Bahn, Gott, selbst durch deine Wahrheit an! 4. Vor allem gib, daß stets lebendig in mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weib'! Gib, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 5. Dich kennen, Gott, das soll in Leiden die Lindrung meines Rummers sein, und mich, wenn Leib und Seele scheiden, mit Hoffnung und mit Kraft erfreun! Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Ungesicht. $[ 99.] Schmolk u. Diterich. Mel. Ein Lämmlein geht und. 282. Dich kennen, Gott, ist Seligkeit; und sich zu dir er: in Hinsicht auf Gott und Jesum.( D erheben, ist Wonne, die mein Herz erfreut! Sie stärket mein Bestreben, ganz deinem Dienste mich zu weihn; sie läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mit Freude mich empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Glück zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwetken, zeigt Ordnung und 3uſammenhang; ja, aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne, der Sterne zahlenloses Heer, zeigt täglich deine Macht mir mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist; je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück; ich hoff' ein beff'res Leben! Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben! 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und, wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er die Wahrheit sucht und liebt: doch, wenn er sich im Forschen 197 übt, laß ihn bei Dunkelhei ten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, das Licht der Wahrheit leiten. bulllise& 5. Ganz kann hier meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Und wagt mein Forschen dann zu viel; will es das ihm gefette Ziel aus Vorwig überschrei ten: so laß mich diesen Vorwit scheun; denn du wirst mir mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten.idning 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt bes Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen; erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Vollkommen heit und hellerm Licht ent gegen. [ 18.] Grot. Mel. Es woll' uns Gott genäd. 283. Wenn jemals Zweifel sich in mir kühn wider deine Lehren und ihren Ursprung, Gott, von dir und ihren Werth empören: dann führe stiller Prüfungsgeist mich bald zurück zur Wahrheit, die mir den Weg des Lebens weist, und einst in voller 198 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten voller Klarheit von mir er Glück und unsre Pflicht; wie fannt soll werden. om 12. Ach, leicht kann Stolz und Hang zum Spott die 3weifelsucht erzeugen! Und 3weifelsucht, wie leicht, o Gott, kann sie zur Sünde neigen! Drum, wenn ein Spötter mir sich naht, von dir mich abzuziehen: so laß mich seinen finstern Pfad mit reiner Seele fliehen, und treu im Guten bleiben! Sus 3. Bin ich von bösem Vor: fat fern, treu meiner Christenwürde; dann glaub' ich deinem Worte gern. Doch, wen der Sünden Bürde schwer drückt, wen fein Ge wiffen plagt, sucht Zweifel aufzufinden; von dem, was dein Geset ihm sagt, strebt er sich zu entbinden; er haffet deine Wahrheit. Doen d 4. O möcht' ich doch mehr Wissenschaft von dir, o Gott, empfangen; mehr Trieb und Eifer, Muth und Kraft, dem Guten anzuhangen! Herr, der du mich so gern schon hier vor Trug und Wahn bewahrest, und einst in bellerm Lichte mir dich völlig offenbareft, erhalte mich im Glauben! [ 25.] 3. A. Cramer. ROSE Fann ich deiner Huld mich freuen, scheu' ich dein heil'ges Auge nicht? Drum lehre mich, dich findlich scheun; Herr, flöß' mir Ehrfurcht vor dir ein. C Ehrfurcht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 284. Dich, Höchster, ehrerbietig scheuen, ist unser 2. Sie leite mich auf mei nen Wegen; sie sei mir Weisheit und Verstand, und dringe mich, das abzulegen, was mein Gewissen strafbar fand! Wer Scheu vor dir, o Heilger, hat, der scheut auch jede Uebelthat.ndic lyg ist 3. Laß stets es mich zu Herzen nehmen, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun vor dir mich schämen, was wider deinen Willen ist. Was hilft mir Alles ob der Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt? ded 4. Nie laß mich dein Ge richt vergessen; nie mich mit Sündern sündlich freun; nie muthlos, doch auch nie vers messen und stolz in deinem Dienste sein. Nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gütigkeit! 5. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Wer dich durch reine Tugend ehrt, nur Der ist dir, o Bater, werth. a dod 6. In in Hinsicht auf Gott und Jesum. 199 116. In deiner Furcht laß wird deine Furcht mich, Herr, mich auch sterben: so schreckt mich weder Grab noch Tod; so werd' ich deinen Himmel erben, und, ganz vereint mit dir, o Gott, mich ewig deiner Liebe freun, und ewig bei dir felig sein! bid sid online erwecken, auch dann, was un recht ist, zu scheun. Ich weiß, vor deinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. mis 5. Muß ich der Thoren Zadel hören, wenn ich nicht ihren Weg will gehn: so wird, Herr, deine Furcht mich lehren, der Thoren Beifall zu verschmähn. Wenn dir mein Wandel wohlgefällt: was schadet mir der Hohn der. Welt? iddsil and lisur [ 99.] B. Schmolt und dalla Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 285. Der Weisheit Quell ist, Gott erkennen, ihn kind lich fürchten, unsern Herrn. Ein Weiser ist nur der zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, nicht weil Furcht vor der Welt zwingt. 6. Vor dir, Ullmächtiger, sich scheuen, gibt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn mächt'ger Menschen stolzes Dräuen, ihn was Unrecht ist, zu thun ge= blonbeut. Bist du mein Schutz, 2. Laß deine Größe mich empfinden, o Gott, und meine Niedrigkeit: so werd' ich nie mich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu ta deln, was dein Rath be schließt, der wunderbar, doch beilig ist.od mein Heil und Licht: so fürcht' ich mich vor Menschen nicht. d 3. Wenn ich mit Kindesfinn dich scheue: wird meine Pflicht mir nie zu schwer; nur, wenn ich sie verlegt, beugt Reue vor dir mich in den Staub, o Herr! Wie freut sich jeder guten That, wer immer dich vor Augen hat! s 7. Laß, Herr, mich deine Furcht regieren; dann bin ich sicher vor Gefahr; sie wird mich schüßen, wird mich führen auf ebnem Pfade immerdar. Der Weisheit Anfang, Quell der Ruh', Furcht meines Gottes, das bist du! manias [ 99.] Georg Joach. Zollitofer. C Gehorsam. Mel. Nun sich der Tag geendet. 286. Du, Gott, bist aller Welten Herr; Verstand und Huld sind dein. Wer sollte denn, Algütiger, nicht gern 2. Was noe 4. Wenn Nacht und Dunkelheit mich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn: dir folgsam sein? Christliches Gesinntsein und Verhalten 200 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Se: ligkeit. Wohl Dem, der dei: nen Willen thut, und gut zu sein sich freut! ike siin 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, Der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! dal 4. Du bist, wenn du Gefete gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und treibst uns bloß, weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 3. Laß deine heiligen Ge setze mir immer gegenwärtig sein; und mich, daß ich sie nie verletze, dich, o Allwissender, stets scheun. Dein Joch ist sanft, und leicht die Last, die du uns auferleget haft. 4. So bald ich deine Stimme höre, so sei mein Herz und Sinn bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre, und thue, was sie mir gebeut! Ja, Hörer will ich nicht allein, ich will des Wortes Thäter sein. 5. Beut mir die Welt auch tausend Freuden, die dein Gese nicht billigt, an: so laß mich, Herr, sie fliehn und meiden; was ist's, das sie mir afgeben kann? Im Anfang Lust, am Ende Schmerz, und ein von Reu' zerriss'nes Herz. 6. Doch, wenn ich mich im Guten übe, mit Freuden deinen Willen thu': dann schenkst 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Soch: so set' ich mei: nen Lauf mit Freuden fort; und fall' ich noch: so hilfst du selbst mir auf. and sie zu meiner Richtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Will' ist stets gerecht und gut; wohl Dem, der ihn mit Freuden thut! pidimo a sid 2. Gehorsam forderst du von allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgfam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht aus Sclavenfurcht und 3wang. 6. Dein Wort warnt, drohet und verheißt, legt Heil und Tod mir vor: und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? i 7. Wie könnte Der, der dich nicht hört, dein Kind, o Bater, sein? Nur Die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei denn dir mein Herz geweiht; ich bin dein Eigenthum! Gib diesem Willen Festigkeit; dir folgen, sei mein Ruhm! [ 59.] G. 3. 3ollikofer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 287. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich mit Ernst gehorsam sein; nur in Hinsicht auf Gott und Jesum. 201 schenkst du, Gott, mir deine zu nennen. Was in der Welt Liebe und mit ihr des Ge wissens Rub'; dann gibst du mir schon in der Zeit das Vorgefühl der Seligkeit.id [ 99.] 3. A. Cramer und gradumi Diterich. Diterich. Mel. Was mein Gott will, ges. 288. Sei Gott getreu und seinem Bund; bekenn' ihn durch dein Leben; ihn ehre nicht allein der Mund: dein Herz sei ihm ergeben! Wie hat er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade! Sei treu dem Herrn, und wandle gern der Tugend fich're Pfade. stod 2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, fein Leiden dich je in deines Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' wird täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sei Gott getreu in je dem Stand, in welchen er dich fegzet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleget? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin, und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 4. Sei Gott getreu, fein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund dir wohlgefällt, muß Alles bald vergehen; nur Gottes Wort bleibt immerfort zum Heil der Frommen stehen. 5. Sei Gott getreu: so wirst du dann durch ihn auch Stärke finden. Er nimmt sich deiner Schwachheit an; bekämpfe nur die Sünden in seiner Kraft, die Sieg ver schafft. Doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig fest zu stehen! 6. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden. Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. stand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken. Es ist dir ja dein Retter nah'; sein Schild wird dich bedecken. Mich. Franke. [ 92.] tisd Demuth. Mel. In allen meinen Thaten. 289. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Lust und Kräfte zum nüßlichen Ge schäfte hab' ich von deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl ge= Chriftliches Gesinntsein und Verhalten gerathen; an Fehlern bin als mir dein Wort gebeut? allein ich schuld. eido id Trag' ich die sanfte Bürde, $ 93. Das Glück, deß ich mich aus Kenntniß ihrer Würde, freue, wer schafft mir's? wohl immer mit ZufriedenDeine Treue, du Herr der heit? ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie dir's, Allweiser, wohlgefällt.is ad 3. Such' ich den Trieb zu Sünden in mir zu überwinden, aus wahrer Frömmigfeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nein, Früchte nur der Furcht und Zeit. malin hin 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, wie viel sind ihrer nicht! Welch unbeständig Wanken in Thaten, in Gedanken, bei deiner Wahrheit hellstem Licht! 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre: ist das mein Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 202 4. Sollt' ich mich denn er heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewo: gen, daß du mich vorgezogen? War ich deß mehr als Andre werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge; und werd' es ewig sein. Das laß mich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen vor dir mich meines Vorzugs freun. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt; gehorsam dir zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden; dazu gib Demuth und Verstand! [ 49.] Diterich. Kräfte mo Mel. In allen meinen Thaten. 290. Fern fei's, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erkühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich wohl deinen Willen so eifrig zu erfüllen, 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigfeit? Wer stärkte meine zum Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? an 7. Dein Licht lehrt gut uns wählen; du rufft uns, wenn wir fehlen, auf deinen Weg zurück, verleidest uns die Sünden, lehrst uns die Tugend finden, und in der Tugend wahres Glück. dej 8. Fern in Hinsicht auf Gott und Jesum. 203 8. Fern sei's, wenn ich dir dich nicht ehren, auf dessen diene, Gott, daß ich mich erFühne, darüber stolz zu sein! Nie, nie will ich vermessen, wie schwach ich bin, vergefa sen; der Demuth soll mein Herz sich weihn! & [ 49.] Gellert u. Diterich.d Heiligung des Namens Gottes und Jesu. 291. Bewahre Mel. O Gott, du frommer. meinen Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mein ew'ger Geist anbetet und erkennet, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih'; daß nie mir Spiel und Spott dein großer Name sei! mind 2. Stets heilig bleib' er mir, und muß mein Ohr es hören, daß Undre dich, o Herr, und was du sprachst, entehren: so reiße nie der Strom der Spötter mich das hin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich fein gedenk', so oft aus meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heilig! Ihn entweiht nur Der, der ihn nicht kennt, nicht seines Heils fich freut.mined ho 4. Von meinen Lippen fern fei Fluch, sei freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! Der Mund kann Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, der dir ohn' Ehrfurcht fleht. suisd [ 71.] diu Niemeyer.i Heilighaltung des Eides. Mel. Es wolle Gott uns gnäd. 292. Du siehst, mein Schöpfer und mein Herr, in's Innerste der Seelen, und Niemand kann, Alwissend dir, was er denkt, verhehlen. Laß deine Macht und Hoheit mich mit heil'ger Scheu erfüllen; wenn ich, als Wahrheitszeugen, dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre. 02 2. Urglistig können Menschen zwar auch Menschen hintergehen: doch dir ist alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an; verheimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Frevel strafet.12 13. Wie sollt' ich denn aus Geiz und Neid, aus falscher Scham und Rache verkehren die Gerechtigkeit, und meines Nächsten Sache; wie ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlichkeit ent wenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit, fre: 204 Christliches Gesinntsein und Verhalten magis frevelnd schänden, und mich ich dich da zum Zeugen ruf', in Elend stürzen? zum Rächer dich, der mich er schuf, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine 3unge frei! C 4. Nein, nie so frech, so freventlich beug' ich, Herr, deine Rechte, daß ich dann ihren Fluch auf mich durch Denn, ach! wie elend würd' ich sein, wie freudenlos dann leben! Der Selbstverdam mung bittrer Pein schon hier dahingegeben, wär' mir die Zukunft Hölle. dhe 5. Drum will ich Lug und Trug, o Gott, von ganzem Herzen hassen, und, treu der Wahrheit bis zum Tod, von Redlichkeit nicht lassen! Mich foll kein Glück, so groß es fei, mit seinem Reiz verführen, durch falschen Eid und Heuchelei den Himmel zu ver lieren, und mich selbst zu verdammen! [ 25.] Cramer u. Seine. Mel. O Ewigkeit, du Donn. 293. Gott, der du Herzenskenner bist, dem Falsch heit stets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund: Alwissender, dir ist es kund, und du wirst einst es rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! de 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wenn * 911 da dich schmähn, und frech mit Lügen vor dir stehn: dann laß mein Herz erschrekken! Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle feiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm! Er stürzet freventlich in ewi ges Verderben sich. In he 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, bein ewig's Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos hält! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sie het's nicht! Gott achtet's 8. nicht! in Hinsicht auf Gott und Jesum. 205 nicht! So lästern Spötter: s 2. Und flöh' er zu dem Rotten. Zwar seine Lang- fernsten Meere: du findest muth ist bekannt; er lähmt allenthalben ihn! Er kann, nicht jede falsche Hand: doch so mächtig er auch wäre, sich läßt er sein nicht spotten; deiner Allmacht nicht ent ist Richter uns schon in der ziehn; ihm hilft nicht Ehre, Zeit und einft in jener Ewig- Macht und Geld, nicht Beieinſt in jene teit.dpfall, Gunst und Schutz der 7.Drum soll nicht Ehre Welt, ic mich, noch Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt verblenden und verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Beit: nein, es gilt Gott und Ewigkeit! 3. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist du; schaust meines Herzens Innerstes, bringst es an's Licht, und richtest es. [ 99.] [ 88] Junkheim. Andenken an Gott. Mel. Von Gott will ich nicht. 295. An dich, mein Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Gram und Angst mich krånken: so blick' ich hin auf dich. Dann 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nie frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß, wenn's mir auch zu schaden scheint, aufrichtig und der Wahrheit Freund ich stets von Herzen bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun einst selbst dem Tod in's Untlig schaun.lu [ 70.] essere Mel. Wer nur den lieben Gott. 294. Wer, Gott, bei deinem Namen schwöret, und treulos sein Versprechen bricht, Der ist ein Frevler; denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir hinauf gen Himmel schaun. mindert sich der Schmerz; die bange Sorge fliehet, wie sich Gewölk verziehet, und leichter wird mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe: wie werd' ich hocherfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl' ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich findlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immer: 206 merhin ihr Herz auf's Eitle lenken: wie klein ist ihr Gewinn! Ich halte mich an dich; dieß giebt mir reine Freude; dieß stärkt mich, wenn ich leide; dieß stärkt im Tode mich. in( dis de 4. Ja, Herr, dein will ich denken, so lang' ich denken kann. Mag man in's Grab mich senken: mein Geist steigt himmelan. Vergesse mich die Welt! Du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Ge= dächtniß hält.nied fo B. Schmolk und Diterich. [ 86.] istime Liebe gegen Gott. Met. Wer nur den lieben Gott. 296. Du, Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist; du, dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen it's mit a Kräften sein! Momsre 2. Gib, daß ich, als dein Kind, dich liebe, der du mein Gott und Vater bist, und so gefinnt zu sein mich übe, wie's dir gefällt, mir nüglich ist. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. Christliches Gefinntsein und Verhalten 3. Bewahre mich durch deine Liebe, daß nie die Sünde mich verführt, und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt. Wie sollt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? hin is 1001 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, er füllen: so fieh auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld.m od di lim 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß mich mit Ernst bemühet sein. 1000 6. Aus Liebe laß mich Ulles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Du führst durch Trübsal Den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig sein. bid vid pr [ 99.] Benjamin Schmolt. Mel. in Hinsicht auf Gott und Sesum. Mel. Alle Menschen müssen ft. 297. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich; und mit welchen Seligkeiten fättigt deine Liebe mich! Sie gewährt mir Trost im Leiden, und erhöhet meine Freuden. Deine Liebe soll allein Untrieb mir zur Tugend sein! dhi 2. Denk' ich deiner: wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt! 4. Du erlösest vom Verder ben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließeft den Gerechten sterben; mir zum Leben ward fein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben; ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu ſein. Her 5. Sollt' ich dich nicht wie der lieben, der du mich zuerst 207 geliebt, und mit mehr, als Vatertrieben, so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden; ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 101 6. Heil mir, daß ich es empfinde, daß du, Gott, die Liebe bist, und aus Liebe jede Sünde ernstlich meide, als ein Chrift! Wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte: dann, o Bater, fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. i 7. Hier lieb' ich dich unvollkommen; meine Seel' erkennt es wohl: dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren, und erfüllen, und empfahn an deinem Thron der vollkomm's nen Liebe Lohn. dol Münter. [ 4.] Mel. Religion, von Gott gegeben. 298. Wo find' ich Gott, den meine Seele weit über Alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, vollkomm'ner sich mit mir vereint? 118 Pinis 2. Wie wollt' ich doch er: freut ihn preifen, wenn ich ihn sähe, wie er ist! 3war deine 208 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten deine Wunder, Herr, bewei- meiner, und entbinde mich fen, wie unaussprechlich groß du bist; wie glänzen sie! Doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. von dem Dienst der Eitelkeit. Mach' von der schnöden Sclaverei der Sinnlichkeit du selbst mich frei. pils mala 3. Ich schaue hier dich nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an; o, hätte meine Seele Flügel, sich dir, Erhabner, mehr zu nah'n: wie würde sie sich deiner freun! Wie selig, wie ver herrlicht sein! 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt' ich zur Seite deines Sohnes, wie deine Seligen, dich sehn; ich, der ich hier kaum stammeln kann: welch hohes Loblied stimmt' ich an! 15. Doch hör' ich nur auf deine Stimme in deinem Worte; hör' ich nur mit from mer Achtsamkeit die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lern' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlich keit erfreun. 6. Wie innig kann ich dann dich lieben! Mit wel chem Eifer kann ich mich dir, Bater, zu gefallen, üben! Wie felig kann ich sein durch dich! dann entflieht aus meiner Brust der Sünde Reiz und eitle Luft. 7. Noch reizt sie mich; beschämt empfinde ich meiner Liebe Lauigkeit! Erbarm' dich $ 190 8. Erleuchte mich mit deiner Wahrheit; entzünd' in mir der Liebe Gluth! Einst schau' ich dich in voller Klarheit, dich, meiner Seele höchstes Gut! Dann lieb' ich dich, mein Gott, allein; wie selig werd' ich dann nicht sein! [ 76.] 3. A. Cramer. Mel. Was mein Gott will, ges. 299. Wen Gottes Liebe nicht zur Pflicht, zur Tugend nicht beseelet, Der rühme seine Tugend nicht, weil aller Werth ihr fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz ihm Gutes rathen: so hat er seinen Lohn dahin für seine guten Thaten. Be 2. War ich durch Gaben der Natur ein Wunder hier auf Erden; beglückt' ich and're Menschen nur, um selbst geehrt zu werden: so kann mein Thun, so kann mein Herz nicht Gottes Beifall haben; vor Gott sind nur ein tönend Erz dann alle meine Gaben. And da 3. Brech' ich mit milder Hand mein Brod, die Urmen zu verpflegen; entreiß ich Wittwen ihrer Noth; bin ich der Waisen Segen, geb' alle meine natin Hinsicht auf Gott und Jesum. 209 meine Güter hin: noch hab' Welt ihr Dasein und ihr Leich nichts gegeben, wenn Lieb' und Pflicht nicht meinen Sinn vor Gott dazu beleben. al64. Läg' ihm an unsern Werfen nur: wie leicht könnt' er uns zwingen, er, der Beherrscher der Natur, das Gute zu vollbringen! Allein vor ihm, der Alles gibt, gilt Klugheit nichts und Stärke: er sieht das Herz an, ob's ihn liebt; sieht auf den Zweck der Werke. glo 5.1 Drum täusche niemals mich der Schein und nie der Tugend Namen! Gott sieht auf Werke nicht allein; er fragt, woher sie kamen? Ich darf mich deiner Huld nur freun, Gott, wenn mich Liebe dringet, und wenn aus laut'rer Lieb allein mein Gutes thun entspringet. 6. Liebe, die vom Himmel stammt, die Gottes Geift erzeuget, wenn deine Gluth mein Herz entflammt, zum Guten hin sich neiget, zur Menschenliebe Reiz mir giebt: 4. Du bist der Wahrheit Freund: auch ich will Wahrbeit lieben, mit stets erneutem Fleiß in dem mich ernstlich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und Ullem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. di dann darf getroft und fröhlich: 15. Laß deine Heiligkeit mich ich hoffen, daß mein Gott mich liebt; bin fromm hier und dort selig. 39[ 92.] Gellert u. Ribbeck. Nachahmung Gottes. ni Mel. Nun danket alle Gott. 300. Wer, hocherhab'ner Gott, kann würdig dich erheben? Du gabst der ganzen s'obr ben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. mug 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Heiligster, daß ich dein Bildniß wäre. Welch Glück, dir ähnlich sein, und heilig sein, wie du! Dwohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 3. Laß dieses hohe Ziel mir stets vor Augen schweben. Mein steter, liebster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinen Thun sei dieß, o Gott, allein, dir täglich mehr und mehr durch Tugend ähnlich sein! stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnenluft bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und Dem, der's üben will, auch gern behülflich sein.ds mad bi 6. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, 210 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten ähnlicher 09 7. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! macht, der Kummer und Be- werd' ich meinem Vorbild schwerde dem nächsten gern day erdi di erspart, sein Leiden gern ver- 4. Wenn ich mit immer refüßt, und wo er helfen kann, gem Triebe das Böſe haffe, zum Helfen willig ist. das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht: dann gleich ich Dem, der rein und heilig ist, nur Gutes liebt, und feind dem Bösen ist. 5. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Urme es werth sei, daß ich fein Erretter bin: dann gleich' ich Dem, der ewig gütig ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. ust. 6. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden; mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höh'rer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 8 ilms bime [ 16.] Suero. 07 chi [ 65,] Hiller u. Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah! will. 301. Dir immer ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden; das bleibt mein Ziel, nach dem in Ewigkeit mit böhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennubes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun tein sterblich's Auge sieht: dann bin ich ähnlich Dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weis: heit achte, die nicht dem kleinften seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mit tel wählt, und selbst mit Weis heit handle, so wie er: dann Dankbarkeit. Mel. Alle Menschen müssen ft. 302. Halte dich mit hoher Liebe an den Herrn, und opfre Dank! Beib' ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott sei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' und fühl' ich's in Hinsicht auf Gott und Jefum. 211 ich's wonnevoll, was ich fünf- und Recht, diese starken, festen tig werden soll. Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Glück im Leiden, Rath und Beistand hab' ich hier, milder Vater, nur von dir. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; felbst die Schmerzen, die ich leide, werden oft mir Heil und Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer ftrahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mir's, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Luft mir und Vergnügen zu? Ift's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Ueberfluß? 14. Dwie viele frohe Tage floffen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hatt' auch einer Müh' und Sorgen: fie entflohen, und am Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab' aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir entge: gen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung, oder Trost in Noth. 6.. Ruh' und Sicherheit im Lande Ordnung und Gesetz 7. Dieß gewährst du diesem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. D was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigteit! Selig dort vor dir zu werden, schufst du mich, und schon auf Erden seh' ich's, fühl' ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. [ 4.] mel. Ach, was soll ich Sünder. 3. A. Cramer. 303. Alles bast du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du be glücktest mich; Kräfte, Triebe, Freiheit, Leben, Glieder, Sinne und Verstand gab mir deine Schöpferhand. 2. Eb' ich noch dich Vater nannte; eh' ich reif zum Dasein war; eh' ich Schmerzen und Gefahr, eb' ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich por Gefahr, gabst du mir Ge fühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 6150 4. Alle 2 212 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 4. Alle meine Lebensfreu- 2. Du, der Alles hieß entden hab' ich, Bater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinem Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! stehen, haft auch mich hervor gebracht, auch zu meinem Wohlergehen Erd' und Himmel schön gemacht. Wie viel Herrliches Herrliches enthält unfer Wohnplak, diese Welt! Wie viel Güter! Wie viel Freuden! Wie viel Hülfe selbst im Leiden! is sheisid Hoor 3. Du nur bist's, der mir gewähret, was im Leben mich erhält, was den Körper stärkt und nähret, und den Sinnen wohlgefällt. Täglich strömt aus deiner Hand Segen auch auf meinen Stand; ich auch kann oft Leiden mindern, Undrer Noth und Elend lindern. 5. Täglich kann ich es er fahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. tuo, 6. Wie du stets mich weise führeft, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst; wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern' ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl' ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und erfleb' auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. [ 3.] Olearius u. Grot. del. Werde munter, mein G. 304. Tief gerührt von deiner Güte preif ich, lieber Vater, dich, und mit kindlichem Gemüthe freu' ich deiner Leitung mich! Alles Gute kommt von dir; Freund und Helfer bist du mir; wohl ist mir durch dich auf Erden; wohl wird mir im Himmel werden. sind SOX A 4. Und mit welcher Huld und Treue nimmst du meiner Seele wahr! Daß ich, als ein Chrift, mich freue, reichst du selbst mir Kräfte dar; lenkst vom Eitlen meinen Sinn auf die bessern Güter hin; führst mich auf der Tu: gend Wegen jenem ew'gen Glück entgegen. 5. Selbst aus Leiden dieses Lebens fließt mir heil und Segen zu, und bei dir sucht nie vergebens meine Seele Trost und Rub' Nutz' ich deine Züchtigung nur zu meiner Besserung, dann führt auf dem Dornenpfade mich zum Heile deine Gnade. ni 6. Ja, in Allem, was du schickest, seh' ich deiner Güte Spur; in Hinsicht auf Gott und Jesum. Spur; wenn du züchtigst und beglückest, willst du, Gott, mein Bestes nur. Warum follt' ich nun nicht dein mich von ganzer Seele freun; dir 4. Ich lernte fühlen, hören, nicht danken und lobsingen, und mein Herz zum Opfer bringen? anot fehn, und fing bald an zu stammeln, der Mutter Winke zu verstehn, und Kenntniß mir zu sammeln. Ich lernte Wahrheit, Recht und Pflicht aus Beispiel, Rath und Unterricht und meiner Fehler Folgen. 151152 7. Täglich will ich dich er heben, und mich deiner Aufficht freun; täglich dir zur Ehre leben und dir ganz ge: heiligt sein! Deine Güte ist es werth, daß mein Geist fie froh verehrt; sie wird zu den Seligkeiten deines Himmels einst mich leiten. [ 98.] G. v. Breitenau u. Sto Diterich. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 305. Augütiger, der gern erfreut, ich preife deine Gnade! Du führtest mich mit Freundlichkeit auf meines Lebens Pfade; du hast von meiner Kindheit an mir überschwänglich wohl gethan, mein Schöpfer und Erhalter! 2. Du reichtest Lebenskraft mir dar; du schütztest in Gefahren mich, da ich selbst nicht fähig war, mein Leben zu bewahren; du sorgteft, Gott, und es gebrach mir, war ich gleich noch zart und schwach, an keiner Hülf' und Pflege. 3. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch sanfte, milde Triebe; der Mutter Brust empfing von dir die warme, 213 rege Liebe, und Beiden ward, mir unbewußt, die Mühe der Erziehung Luft, und mir ihr Unblick Freude. di dis 5. Und wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Ich irrte, doch mich zur Tugend. Ich fiel, du riefft mir zu, und locktest du halfst mir wieder auf und Lauf durch Lehrer und durch hemmtest meiner Thorheit Freunde. 6. Du führtest mich nach deinem Rath auf allen meinen Wegen; du kamst, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen; erquicktest in der Trübfal mich, und sicher test mich väterlich in Stunden der Versuchung. 7. Wie gütig hast du jederzeit, o Bater, mich geleitet! Durch Glück und Widerwärtigkeit ward Segen mir bereitet. Ich bete dich bewundernd an! Ach, daß ich so nicht danken kann, wie ich dir danken sollte! [ 22.] 3. A. Cramer. Mel, 214 Christliches Gefinntsein und Verhalten Mel. Nun vanket Alle Gothd6. Du lehrteft diesen Rath 306. Voll reger Dank: mich durch dein Wort erfenbegier, mit freudigem Gemüthe nen, und voller Zuversicht dich erheb' ich dich, mein Gott, und meinen Vater nennen; den preife deine Güte! Ich über- Bater, der so gern und bis in seh' die Bahn, die ich zurück Ewigkeit mit Allem, was mir gelegt, und preise deine Hulb, nütt, mich segnet und erfreut. die mich erhält und trägt! 7. Was könnte denn mich je von deiner Liebe scheiden! Du stärktest mich mit Kraft, der Sünder Weg zu meiden; machst mich durch deinen Geist treu in der Tugend Lauf, und nimmst mich durch den Tod in deinen Himmel auf. [ 65.] 2. Wie gnädig hast du mich bis hieher, Gett, gelei: tet! Wie treu für mich ge forgt! Wie liebreich mir be reitet, was mir zum Wohlergehn nur immer nöthig war! Wie mächtig mich beschützt bei drohender Gefahr! T. G. b. Hippel u. Diterich. 3. Wenn ich oft unruhvoll an ferne Tage dachte, und mir so manche Nacht durch Sorgen schlaflos machte: so nahmst du weg den Gram, womit ich mich geplagt. Nie hast du mir mein Glück, nur Unglück mir versagt. 4. Du mischtest väterlich in meines Lebens Freuden zwar manchen herben Schmerz, und prüftest mich durch Leiden; jedoch die Bitterfeit des ban gen Augenblicks war oft schon felbst mir Heil, oft Quelle meines Glücks. 5. So ist dein weiser Rath! Auch auf den rauhsten Wegen führst du Den, der dir folgt, dem höhern Glück entgegen; dem Glück, vor dir gerecht, mit dir vereint zu sein, und auf der Tugend Pfad fich deiner Huld zu freun. Lob Gottes. Met. Alle Menschen müssen ft. 307. Bester, weisefter Regierer, aller Welten Preis fei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, Preis dir ewig auch von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, du versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug ers heben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Sch, ein Wunder deiner Güte, seh' mit stau nendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, in Hinsicht auf Gott und Jesum. 215 Hand, wo den Schall von will ich nicht verzagen, will deinem Ruf früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kind heit schon zu dir; o wie preis' ich dich dafür! auf's 3iel von meinen Tagen, auf die beff're Zukunft, schaun, und von Herzen dir vertraun. 4. Täglich wareft du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich fabe, zeigte mir, o Bater, dich. Ja, du kamst mit neuem Se gen jeden Morgen mir entge: gen; was mir gut und heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 8. Beffer noch, als selbst das Leben, ist, o Bater, deine Huld; was mir nützt, wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt sein, und mich dei ner Gnade freun. stadsdi 69. Oder seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! hladag D verleihe stets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz sich einst noch deiner dort in deinem Reiche freu und in dir ganz selig fei! d 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage: o so kam auch Troft mit ihr! Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind fie nie! da [ 4.] Lavater. id Mel. Komm, heiliger Geist. 308. Singt unserm Gotte! og Lobt den Herrn! Er höret unser Loblied gern, der Vater aller Nationen, die seine Welt bewohnen! Last ewig ihm uns dankbar sein, und seiner Güt' nnd Lieb' uns freun! Shr, seine Kinder, meine Brüder, bringt unsrer Herzen frohe Lieder vor seinen Thron, und betet an! 11993 6. Sollt' sich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten; du, du wirst mich aufrecht halten! Sende Wonne, sende Schmerz: dankool nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde; fehlt auch andre Freude mir; wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an dir; dennoch 2. Gott ist die Liebe; wir sind sein! Du bist die Lieb', und wir sind dein! Wie groß und viel sind deiner Werke, du Gott der Macht und Stärke! Dein ist der Weltkreis, und in dir, Christliches Gesinntsein und Verhalten 216 dir, Erbarmer, sind und leben wir; der Himmelsgeister Millionen, und wir, die noch auf Erden wohnen, freun deiner Huld und Güte sich. 3. Singt unserm Gotte! Singt dem Herrn! Denn er erbarmt sich unser gern; führt uns mit Baterlieb' und Gnade auf unerforschtem Pfade durch dieses Lebens kurze Zeit zu seines Himmels Herrlichkeit; er überschüttet uns mit Freuden, und schickt zu unserm Heil uns Leiden: ihm Dank! Shm Dank für Freud' und Schmerz. 4. Preis und Unbetung fingen wir, Alliebender, Erhab': ner, dir! Es müsse jedes Land der Erden voll deines Preises werden! Wie selig, wie begna digt ist, wem du durch Christum Vater bist! In Jesu Christi großem Namen sei ewig hochgelobt uns! Amen! Halleluja! Halleluja! [ 51.] G. B. Funk. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 309. Auf! Danket Alle, bringet Ehr' dem Schöpfer dieser Welt; ihm, der das ganze Himmelsheer, die ganze Erd' erhält! 2. Ermuntert euch und singt mit Schall, Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall, und große Thaten thut! 3. Der uns von zarter Kindheit an gesund und froh erhält, und wo kein Mensch uns helfen kann, uns hilft, wie's ihm gefällt. of dust 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch stets als Va= ter denkt, die Straf' erläßt, die Schuld vergibt, und alles Gute schenkt.milon 5. Er gebe uns ein fröhlich's Herz und einen from= men Sinn; und nehme Sorge, Furcht und Schmerz aus unsern Herzen bin! 6. Er laffe seinen Segen ruhn auf unserm Vaterland! Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand! siad stitch 7. Er trag' uns ferner mit Geduld, und laff uns heilig sein, und seiner Güt' und Va terhuld uns allezeit erfreun! 8. So lang' wir leben, sei der Herr beständig unser Theil, und geb' uns, sind wir hier nicht mehr, einst Seligkeit und Heil! [ 56.] Gerhardt. Mel. Nun danket Alle Gott. 310. Anbetung unferm Gott auf Erden, wie im Himmel! Der große Dinge thut auf Erden, wie im Himmel! Ihm, der mit Baterhuld uns, seine Kinder, liebt, und einst Unsterblichkeit und höh'res Leben gibt. 2. Ihm, aller Freuden Quell, ihm laßt uns unser Le ben, ihm laßt uns, was wir find, in Hinsicht auf Gott und Jesum. 217 find, aus ganzer Seel' erge= 1 4. Dank, Dank sei mein ben! Er sei in aller Noth und Gebet dir, der so viele Freuden Trübfal unser Hort, und un- dem Erdenleben gab! Und fers Herzens Lust auf Erden trifft mich auch ein Leiden: es und einst dort! nu ivi in fommt, o Gott, von dir; drum will ich nie es scheun, und freudiges Vertraun dir auch im Kummer weihn! [ 65.] v. Köpten. 3. Lob, Chr' und Preis sei Gott in Jesu Christi Namen! Lob, Ehr' und Preis fei Gott! und alle Welt fag': Amen! Wohl Denen, die schon hier fich feines Lobes freun! Sein Lob wird ewiglich einst unsre Wonne sein. G. [ 65.] 6. B. Funt. Mel. Nun banket Alle Gott. 311. Preis dir, o Gott, und Dank, daß du mich riefft in's Leben, und Kraft dem Geiste gabst, zu dir sich zu er: heben; daß ich, was deine Huld auch für mein Wohl entwarf, schon hier erkennen kann und dein mich freuen darf! 312. Bis hieher hat mich Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Gott gebracht! Das dank ich seiner Güte und seiner wundervollen Macht mit findlichem Gemüthe. Bis hieber hat er mich erfreut mit Proben der Barmherzigkeit, und gnädig mir geholfen. 19 2. Dir sei Lob, Ehre, Preis und Dank für alle deine Treue, der ich, o Gott, mein Leben lang bis hieher mich erfreue! als ich, Herr, rühmen kann, weit mehr hast du an mir gethan, hast gnädig mir geholfen! 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort; laß deine Hand mich leiten; hilf, Bater, mir an jedem Ort, hilf mir zu allen Zeiten! Ich traue fest auf dich, mein Gott; drum hilf du mir aus aller Noth, wie du bisher geholfen! [ 22.] Aem. Jul., Gräf. 3. Schw. Rudolft. u. Paulwann. 2. Eh' noch die Erde war, sahst du auf mich schon nieder; vernahmst mein künft'ges Flehn und meines Dankes Lieder. Du wogst mit Vater hand mir zu mein ganz Geschick; und zeichnetest schon da die Bahn zu meinem Glück. 3. Da warfst du hin den Keim der Blumen, die nun sprießen, und mir des Lebens Müh' erleichtern und versüßen. Gesundheit, heitrer Sinn und Kraft zu guter That, mein Mel. Lobe den Herren, d. er. ganzes Glück ward mir nach 313. Preis und Unbetung deiner Vorsicht Rath. sei unserm Gotte! Denn er ift mend sehr 218 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten * fehr freudlich; weit über Erd' In eigener Melodie. duits und alle Himmel gehet feine 314. Sollt ich meinem Gnad' und Güte. Laßt uns Gott nicht fingen? Sollt' ich mit Danken vor sein Antlitz ihm nicht dankbar sein; ihm kommen und unserm Gotte nicht Preis und Ehre bringen; mit Psalmen jauchzen. mich nicht seiner Liebe freun? , es ist ja nichts, als Liebe, die ſein Vaterherz bewegt, und mich mit Erbarmen trägt, wenn ich seinen Willen übe! Alles währet seine Zeit: Got tes Lieb' in Ewigkeit. ide 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder; fingt zu seinem Preife! Ein Loblied ihm fei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon ge liebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben! 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Dank: lied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadevollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größ're Seligkeit ist dort bereitet Denen, die ihn lieben; wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod' erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! welche Seligkeit ist's, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. [ 75.] G. B. Funk. 2. Wie der Adler bei Gefahren seine Brut beschirmend deckt; so hältst du, mich zu bewahren, deinen Arm, Gott, ausgestreckt. Du, der über mich schon wachte, als ich kaum zu sein begann, fabst mit Baterhuld mich an, eh' ich athmete und dachte, Leib und Seele gabst du mir, Gott; o wie verdank' ich's dir! ad 3. Für mich Armen, mich Verlor'nen, mich, der ich ge fallen bin, gabst du deinen Eingebor'nen, Jesum, aus Erbarmen hin. Mir zum Heil kam er auf Erden, lehrte und vergoß sein Blut, starb am Kreuze, mir zu gut, daß ich möchte selig werden. Seines Heils kann ich mich freun: Gott, dein bin ich; du bist mein! agring 4. Du, mein Vater, mein Regierer, hilfft mir selbst im Guten fort. Du gibst mir zum sichern Führer deinen Geist in deinem Wort, daß er meine Seele in Hinsicht auf Gott und Jesum. Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht, das des Todes Nacht durchbricht, und das bange Herz macht stille; er ift's, der durch seine Kraft gern in mir, was gut ist, schafft. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibst du Trost und Kraft und Ruh'. Wenn ich, was du willst, erwähle, strömet mir dein Friede zu. Was, so lang' ich hier noch walle, ich bedarf in dieser Welt; was den Leib ernährt und hält, daß er nicht in Slaub zerfalle: dieß wird mir von deiner Hand Alles reichlich zugesolche wandt. 16. Himmel, Erd' und ihre Heere sind auch mir zum Nugen da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir, Gott, dein Segen nah'. Thiere, Kräuter und Getreide in den Gründen, auf der Höh', in den Wäldern, in der See find mir Nahrung, sind mir Freude. Deine Welt ist, mir zum Wohl, ungezählter Güter voll. 7. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht: also siehst du mein Bergehen, das mich übereilen kann, als ein güt'ger Vater an; rufft mir, eilig aufzustehen von dem Fall, und züchtigst mich, mir zur Warnung, väterlich. 219 8. Wenn auch über deine Schläge bitter gleich mein Auge weint: dennoch, wenn ich's recht erwäge, find fie Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenket, und mich von dem Dienst der Welt, die mich sonst gefesselt hält, durch die Trübsal zu sich lenket. Leiden währt nur kurze Zeit; Gottes Lieb' in Ewigfeit. 9. Wenn Betrübniß meine Seele, Schwachheit meinen Leib umgibt: o dann bet' ich, und verhehle nichts vor dir, der ewig liebt. Wärst du nicht, mein Gott, gewesen; hätte mich dein Angesicht nicht er quickt: so war ich nicht von so mancher Noth genesen. Nur von deinem Schuß bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Proben find: so erheb' ich Herz und Hände zu dir, Bater, als dein Kind. Möchtest du mir Stärke geben, dir mein ganzes Herz zu weihn, deiner Liebe mich zu freun, ganz zu deinem Ruhm zu leben, bis ich dich, nach dieser Zeit, lieb' und lob' in Ewigkeit! Magsid [ 81.] P. Gerhardt u. Diterich. Mel. Nun lob', mein' Seel'. 315. Man lobt dich in der Stille; denn du erhörst Gebet, o Gott! Aus deiner Se= Christliches Gefinntsein und Verhalten Gegensfülle fließt alle Freud' Deine weise Güte, deine und Hülf' in Noth. Nur du, Macht und Stärke preiset jeHerr, bist auf Erden der des deiner Werke. Sollten Frommen Zuversicht; in dir nicht auch wir Dank und Trübsal und Beschwerden Ehre bringen, und dir froh läßt du die Deinen nicht. lobsingen? tu aur aim ni Drum will ich freudig ehren 2. dich, Herr, vor Jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so viel ich immer fann. s 2. Es müsse dein sich freuen, wer deiner Güte Größe kennt; und deinem Dienst sich weihen, wer Jesu Chrifti Namen nennt! Hoch seift du stets gepriesen! Du bist's, der Wunder thut! Was du mir haft erwiesen, ist nützlich mir und gut; drum geb' ich mich mit Freuden dir zum Gehorsam hin; nichts soll von dir mich scheiden, so lang' ich hier noch bin! 220 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wo Schwache zu dir kamen, hast du mit Hülfe sie bedacht. Auch mir half deine Gnade; Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib' auf des Lebens Pfade noch ferner: hin mit mir: so will ich dich erheben, dich, der so gern erfreut, und dir zur Ehre leben hier und in Ewigkeit! [ 68.] 3. Neander u. Diterich. Mel. Wunderbarer König. 316. Gnadenreicher König! Herrscher von uns Ullen! Laß dir unser Lob gefallen! Rühmet ihn, ihr Himmel und ihr Himmelsbeere! Rühmet ihn, ihr Engelchöre! Großes Licht der Sonne, deine Strahlen preisen Gott, den Mächtigen und Weisen! Lobt den Herrn, Mond und Stern! Er hat euch bereitet; er ist's, der euch leitet! tin n 3. Stimm', o meine Seele, freudig ein, und finge ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Uch, er ist dein Vater! Wirf vor ihm dich nieder! Sing' ihm deines Dankes Lieder! Er erfreut jederzeit Seelen, die ihn kennen, und ihn Vater nennen. 4. Preis und Ehre bringe, wer des Herrn sich freuet, und sich ihm zum Dienste weihet! Preis und Ehre bringe, wer Gott herzlich liebet, ihm gehorcht und Gutes übet! Preis sei dir auch von mir! Einst werd' ich dort oben würdiger dich loben. [ 105.] Joach. Neander. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 317. Lob, Ehr' und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! Preis ihm, der große Wunder thut! Dank seiner Huld und Güte! Sein natin Hinsicht auf Gott und Jesum. 221 Sein Trost erfüllet unser sich unsrer mächtig an; der Herz; er heilt und lindert jeden Schmerz. Gebt unserm Gott die Ehrelindrad 02. Der Himmel Heere danten dir, Beherrscher aller Thronen! Auch wir, o Vater, die wir hier auf deiner Erde wohnen, wir alle preifen deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Allerbarmer neiget zu unserm Ungftgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. So lang' ich lebe, foll mein Dank dich, mein Erretter, ehren; einst sollen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erwalten. halten, darüber wird sein wei fer Rath und seine Huld stets In seinem großen Weltenreich herrscht Weisheit, Lieb' und macht zugleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 14. Sch rief zum Herrn in meiner Noth: vernimm, Gott, mein Flehen! Da half der Herr mir; da ließ Gott die Noth vorübergehen. Drum dank' ich, Gott, ich danke dir! D danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehreaded on o 5. Nah' ist der Herr! Noch ist er nicht von seinem Volk geschieden; er ist uns Trost und Zuversicht, schafft Segen, Heil und Frieden. Mit Mut. terbänden leitet er die Seinen sicher; nah' ist er. Gebt un ferm Gott die Ehre. im 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget: nimmt Gott Jünger nennt, gebt unserm 8. Die ihr euch Christi Gott die Ehre! Thr, die ihr Gott als Vater kennt, gebt unserm Gott die Ehre! Al¤mächtig bist du, unser Gott, Noth! Gebt unserm Gott die und unser in jeder Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, ihm Lob und Preis zu bringen! Erfüllt des Dankes heil'ge Pflicht; laßt uns frohlockend fingen: der Herr hat Alles wohlbedacht, und alles, Alles wohlgemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! [ 22.] Joh. Jak. Schüß. 3n voriger Melodie. 318. Gelobt fei& Gott, mein höchstes Gut! Er schenkt mir reichlich Freuden! Gelobt fei Gott, mein höchstes Gut! Er übt mich hier durch Leiden. Auch dann ist er mir Troft und Ruh'; und feine Liebe fagt Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 222 fagt mir zu: ich soll einst selig werden. in ydink 2. Dort singt die Schaar der Himmel dir, Beherrscher aller Thronen; frohlockend preisen dich auch wir, die noch an Grä: bern wohnen. Auch uns haft du hervor gebracht, und deine Weisheit, Lieb' und Macht, hält unsre Wohlfahrt sicher. 3. Der Geist verlangt Unsterblichkeit! Du wirst sie, Bater, geben; geschickt zur höhern Seligkeit, wird er ohn' Ende leben. Du schufft aus Lieb', Allmächtiger; und wer dich kennet, sehnt sich, Herr, dich ewig mehr zu lieben. 4. Du führst uns auf verborgner Bahn zu schon bestimmten Höhen! Die wir des Leidens Zweck nicht sahn, wir werden einst ihn sehen! Doch schüßt uns deine Vaterhand, obgleich von uns oft unerkannt, vor größern Uebeln täglich. 5. Ich will mein ganzes Leben lang, einst ewig, Gott, dich ehren; dann sollen mei nen Siegsgefang auch deine Himmel hören. Mein Geist, mein Geist erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! to[ 22.] Klopflock u. Basedow. 12 In eigener Melodie. 319. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehre! Stimme frohlockend 3051 is mit ein in die himmlischen Chöre, Seele; dein Dank schalle mit frohem Gesang deinem Erhalter zur Ehre! 2. Lobe den Herren, der Alles auf's Beste regieret; der dich mit Weisheit und Güte bis hieher geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Dank' ihm es innigft gerühret! baked g 3. Lobe den Herren, der deinen Leib künstlich bereitet; der dir Gesundheit verliehen; dich freundlich geleitet! Sn wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dich Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf dich sein Wohlthun geregnet. Denke daran, was der Ullmächtige kann, wie er dir buldreich begegnet! 5. Lobe den Herren und feinen hochheiligen Namen! Lob' ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß feiner nicht; lob' ihn in Ewigkeit! Amen! [ 55.] 3. Neander u. Diterich. Mel. Herr Gott, dich loben w. 320. Dich, Höchster, preisen wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält. Es steige denn im Freudenton auch unser in Hinsicht auf Gott und Jesum. 223 unser Lied zu deinem Thron! uns gern erhörst und liebreich Unendlicher, wer ist, wie du? unfre Freuden mehrst. Kein Uns rufen's alle Himmel zu: Wesen ist vor dir zu klein; du » Der uns erschuf, ist groß! willst sein milder Vater sein. » Un Macht und Weisheit Von deines hohen Namens groß! Un Huld und Liebe Ruhm erschallt auch jetzt dein » groß! Ja, unermeßlich Heiligthum. Wie wohl haft » groß!« Wie groß war deine du an uns gethan! Nimm Herrlichkeit schon vor dem unsers Dankes Opfer an! Unbeginn der Zeit! Doch Doch öffne deine Baterhand auch ferner noch für unser Land! Laß jeden Stand gefegnet sein, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch, als hier, Gott, unfer Dank hinauf zu dir. Amen. [ 30.] wolltest Du, und es geschah; zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn auf deinen Wink mit Freuden an. Nie hob thr Gleichgewicht sich auf; noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist Jeder, der es denkt: du bist's, der auch die Erde lenkt. 2. Wie weise, groß und herrlich ist, Alherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth, und alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg, durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Rub' und Glück und Segensfülle froh zurück. Das Feld belohnt auf dein Geheiß des treuen Landmanns regen Fleiß; es blühen Kunst und Wissenschaft und Alles, Herr, durch deine Kraft! 3. Auch wir, der Erde Pilger, wir flehn, Gütiger, em por zu dir; zu dir, der du Reche. Vertrauen auf Gott. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 321. Freude wallt in meinem Herzen; o mein Gott, wie gut bist du! Du entfernest Gram und Schmerzen, führst mir heil und Segen zu. Was ich bin, vermag und habe, strömt aus deiner Fülle her; nichts kömmt mir von ohngefähr; Alles ist nur deine Gabe; Alles wird durch deine Hand abgewehrt und zugewandt. 2. Du gebeutst: und schnell entfliehet, was mit Sorgen mich erfüllt, und mein frohes uge fiehet, wie mein Schickfal sich enthüllt. War die Hoffnung schon verschwunden; 224 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten den; sank ich schon in Schwer- flieht, preise dich mein frohes muth hin; dachte schon mein Lied! trüber Sinn nichts als bange Trauerstunden: oft sprachst du dann nur ein Wort: und die Sorgen eilten fort. 3. Ja, nur du, nur du bereitest Alles, was mir wider fährt. Wunderbar und herrlich leitest du die Seele, die dich ehrt. Wärest du nicht mein Erbarmer; nähmst du auf des Lebens Bahn dich nicht meines Wohlfeins an: ach, wie hülflos wär' ich Urmer! Wohl mir, daß du, Herr, mich führst, und mein Schick fal selbst regierst! [ 061 4. Immer will ich dir vertrauen, dir, der Alles weislich fügt! wie dürft' ich aufwärts schauen, wenn mein Glaube fast erliegt? Wer sich freut, wenn ich mich freue; wer mir nichts, als Gutes, thut; wer im Segen niemals ruht, Der verdient die reinste Treue. Gott, ich gebe, was ich kann: nimm mein Herz, ach, nimm es an! 5. Fern sei nun auch jede Klage! Fern auch Stolz und Sicherheit! Beglücker meiner Tage, stärke mich zur Frömmigkeit! Laß mich im Genuß der Freuden auf den Wink der Weisheit sehn! und auch dann noch aufrecht stehn, wenn sie wieder von mir schei= den. Bis mein letter Odem mad [ 81.] miast Reche. Mel. Wer nur den lieben Gott. 322. Befiehl dem Höchsten deine Wege, und mache dich von Sorgen los! Vertraue seiner Vaterpflege! Für ihn ist nichts zu schwer und groß, daß er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. ath 2. Wo du ihn nur haft walten lassen, da hat er Alles wohlgemacht; und was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht. Wie es sein Rath hat auserfehn, so und nicht anders muß es gehn.se 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit; wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will, was ihm gefällt! mis ignin 4. Un wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand! Du irrest leicht, und bauft auf Sand. Most sist 5. Gib meinem Herzen folche Stille, mein Vater, daß ich sei vergnügt mit allem, was in Hinsicht auf Gott und Jesum, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt! Nimm du dich meiner Seele an; so hab' ich, was ich wünfchen kann.de und [ 99.] Frau v. Gersdorf u. Dal 6 Diteriche Mel. Jefus, meine Zuversicht. 323. Wer auf seinen Gott vertraut, ängstigt sich durch teine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen; Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist seine Zuversicht. 2. Er, der Schöpfer aller Welt; der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder; er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. jopido 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu er füllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kum: mer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. frid 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern auf des Lebens rauhen Wegen; er, der liebreich unser denkt, und zum Glück die Trübfal lenkt. star 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sebe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm 225 erflebe: weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets t, daß fie mit gebricht. mbosols- 115 6. Auch dann, wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoff nung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der da tausend Wege findet, wo sie Niemand sonst entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. C Ajoit 7. Ihm sei denn, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur der Tugend treu: so steht er mir huldreich bei. bi Grot. [ 48.] 1) Mel. Wer nur den lieben Gott. 324. Nie kann ich meines Gottes Wege mit meinen Blicken übersehn, nech wenn ich Ulles überlege, vollkommen seinen Rath verstehn. Er herrscht, als Gott; drum bleibt auch mir sein Rathschluß unerforschlich hier. 2. Doch kann ich g'nug von ihm erkennen, ihn zu bewundern und für ihn in frommer Liebe zu entbrennen, ihn je dem Gute vorzuziehn; genug, um mich ihm ganz allein, mich seiner Liebe gern zu weihn. 3. Der Wolken Sturm, des Meers Getümmel brauft oder ruht, wie er's beschließt; er, unser Vater in dem Himmel, der aller Welt Regierer ist, P er= 226 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, er wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann.) erquickt, selbst durch den Deß, der den Weltkreis lenkt! Sturm, was lebt, obgleich die Welt erschrocken bebt.ondag si 4. 3war fann ich hier oft nicht ergründen den Rathschluß seiner Lieb' und Macht: doch kann ich ihn als Vater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für feine Kinder thut, ist aues recht, ist alles gut. José 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's foll wohlergehn; auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Was helfen Gram und Sorgen, und selbstgefchaff'ne Pein? Noch ist es dir verborgen, was dir wird nüglich sein! id esine 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten 6. Wer trägt die Himmel, deiner Welt, das wird und die nicht wanken? Wer hält muß geschehen, wie dir es uns, daß wir nicht vergehn? wohlgefällt. hosted as Wer gibt verständige Gedan- 4. Un wunderbaren Wegen ken, der Weisheit Lehren zu verstehn? Er gibt sie, er, der nur beschließt, nur thut, was gut und heilig ist. fehlt's dir, Allweiser, nicht! Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, wenn du entschlossen bist, zu geben deinen Kindern, was wahrhaft nüßlich ist. 7. Ihm will ich folgen, Alles bassen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich findlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß zum Lichte durch die Finfterniß. [ 99.] 3. A. Cramer. In eigener Melodie. 325. Befiehl du deine Wege und Alles, was dich fränkt, der treuen Baterpflege 5. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blizes und der Stürme Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Versteh' ich's, wie das Meer entsprang? Sah ich's, wie er die Berge wog und seiner Erde Grenzen zog? 5. Drum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohlergehn; er wird auch dich er halten; bewundernd wirst du ſehn, wie gut er dich regieret, wie wunderbar sein Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 6. Verzieht der Trost auch lange, weil dieß dir heilsam ift: nin Hinsicht auf Gott und Jefum.10 227 nicht. in i ift: so werde dir nicht bange, Folg' ich nur dir: so irr ich daß deiner Gott vergißt! Er wird nach trüben Stunden o Seele, harre sein! dich, bist du treu erfunden, mit seiner Hülf' erfreund off 2. Wer dich verläßt, und wer die Welt noch liebt, hat feines 3wecks verfehlt, und stürzt sich in's Verderben. Wer dieser Erde Luft und reiche macht, der kann dein Pracht zu seinem HimmelReich nicht erben; denn wer nicht hier dich lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, o Heiligster, mißfällt, schaut nicht das Heil der künft'gen Welt. Wer aber hier dein Herz dir gibt,:,: wird ewig auch von dir geliebt. [ 10.] P. Gerhardt u. Diterich. 8. Mach', Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer 3. Und dieses Glück entzög' Noth; stärk' unser Herz, und ich mir? Nein, Gett, ich sende uns Trost bis in den halte mich zu dir; das, das ist Tod; laß stets uns deiner meine Freude! Dein Wort, Pflege und Treu' empfohleno Bater, soll allein die Richtfein: so gehen unsre Wege ge- schnur meines Lebens fein, wiß zum Himmel ein. mein Trost in allem Leide! Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und wanke nicht, bis einst sich in der Ewigkeit mein Herz ganz deiner Liebe freut. Gott meines Heils, ich bleibe dein;:: laß deine Huld stets mit mir sein! [ 37.] Neumeister u. Diterich. In eigener Melodie. 327. Meine Hoffnung stehet fefte auf dich, du, mein Herr und Gott! Du, der Weiseste, der Beste, dessen Hülfe mich in Noth kann erfreun, du allein, sollst stets meine Zuflucht sein. HS 2 2. Bem, - 7. Wohl dir! Wohl deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich dein Kampf nicht reue, blick hin auf seinen Lohn! Auch nach dem größten Leide, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freude und ew'ger Ruhe an. Mel. Herzlich lieb hab' ich 326. Gott, der du mich als Vater liebst, mit Wohl: thun überall umgibst, du Schöpfer aller Freuden, bist du mein Freund wie wohl ist mir! Ich bleibe darum stets an dir; nichts soll von dir mich scheiden! Du faffest mich bei meiner Hand, machst mir des Heiles Weg bekannt, machst meinen Gang darauf gewiß, und schaffst mir Licht in Finsterniß. Ja, Herr, mein Gott, du bist mir Licht!:,: ME - Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 228 2. Wem, als dir, könnt' ich vertrauen, wenn mir Rath und Troft gebricht? Nicht auf Menschen darf ich bauen; Menschenhülfe g'nügt mir nicht. Was wir sehn, muß vergehn; nichts auf Erden kann bestehn.is 3. Uber deine Güte währet immer und in Ewigkeit. Sie allein ist's, die uns nähret, für uns forget, uns erfreut. Lust und Ruh' strömt uns zu, Herr, durch dich; wie gut bist du! 14. Was uns nüht, das gibst du reichlich, gibst es oft im Ueberfluß. Deine Lieb' ist unvergleichlich, wie ein milder Regenguß. Jedes Land, jeden Stand segnet deine Baterhand. dish 5. Dank sei, Vater, deiner Treue, die so liebreich forgt und wacht! Sei, o Seele, stets auf's neue froh auf Gottes Preis bedacht. Groß von Rath, groß von That, ist, der dich erschaffen hat. [ 57.] 3. Neander u. Diterich. Mel. Was Gott thut, das ift. 328. Auf dich, Gott, nicht auf meinen Rath, will ich mein Glück stets bauen, und dir, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen! Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich zu allen Zeiten als Gott und Vater leiten. 2. Du sahst von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde; S bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist wohl ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu be siegen wäre? The son 3. Du kenneft, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille nur geschehe! 4. Sft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrigste Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt einst der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe.gif 5. Du sorgest, daß mir nie Genuß wahrhafter Güter fehle. Gesundheit, Ehre, Ueberfluß sind nicht das Glück der Seele. Bin ich gesinnt, Gott, als dein Kind: so wird mir mein Gewissen die Trübsal selbst versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Du bist mein Gott in Noth und Tod! Einst wird dein Rath den Deinen in hellerm Licht er Einung ni Gellert. In scheinen. [ 91.] in Hinsicht auf Gott und Jesum.40 229 In eigener Melodie.sol soll je zu hart mir fallen: mit 329. In allen meinen dir will ich ihn überstehn! is Thaten laff' ich dich, Höchster, rathen, der alles kann und hat! Du mußt in allen Dingen, soll etwas mir gelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. toime on 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Du magst's mit meinen Sachen nach deinem Willen machen; ich traue deiner Baterbuld.étum 7. Dir hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie mir's dein Wink gebeut; es sei heut' oder morgen: dich, Vater, laff ich sorgen! Du weißt allein die beste Zeit. 3. Es kann mir nichts ge schehen; du hast's vorher ge: fehen; du hast es selbst be stimmt. Nie will ich mehr begehren, und willig das ent: behren, was deine Baterhuld mir nimmt. adi indi 4. Wohl mir, daß deine Gnade auf meines Lebens Pfade mich leitet und beschüßt! Hab ich mich dir ergeben: wie freudig kann ich leben! Nichts fehlt mir, das mir ewig nüßt.itunud 5. Leg'ich zum Schlaf mich nieder; und weckt der Tag mich wieder zu neuer Lebens: pflicht; irr' ich auf dunkeln Wegen Gefahr und Noth entgegen: ist doch dein Wort mir Trost und Licht. 6. Ja, Herr, was du be: schlossen, dem will ich unverdroffen und froh entgegen gehn! Kein Unfall unter allen 8. So sei nun, Seele, ftille; dich leitet Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe: dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Ratha habid [ 49.] P. Flemming u. Diterich. Mel. Straf' mich nicht in d. 330. Warum willst du täglich dich voller Sorgen kränken, muß nach Gottes Willen sich nicht dein Schicksal lenken? Deine Noth kennet Gott; und, dein Leid zu enden, steht in seinen Händen. 2. Laß dich von der Schwermuth nicht zur Verzweiflung treiben; suche vielmehr deiner Pflicht stets getreu zu bleiben. Denk und sprich: mehr, als ich, hat der Herr erduldet, der doch nichts verschuldet. 3. Nie ist Gottes Hülfe fern, ob sie gleich verziehet. Bete nur; er hört dich gern, und dein Kummer fliehet, wenn dein Herz in dem Schmerz, der dich ängstlich quälet, ihn zur Zuflucht wählet. 4. Der den Wurm im Staube nährt, und den jungen Raben Christliches Gefinntsein und Verhalten 230 Raben ihren Unterhalt ge währt, wird dir seine Gaben nicht entziehn. Hoff' auf ihn! Er läßt nie die Seinen lange troftlos weinen.ind 5. Er wird schon zu rechter Zeit dir zu helfen wissen; dann wird alle Traurigkeit plöglich weichen müssen. Hat er dich väterlich nicht bisher erhalten? Laß ihn ferner walten! is 6. Wenn auch tief em pfund'ne Noth lebenslang dich drücket: wirst du dennoch einst bei Gott ewiglich erquicket. Alles Leid dieser Zeit lehrt des Himmels Erben froh in Christo sterben. [ 82.] bbm min Mel. Wer nur den lieben Gott. 331. Was ist mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ist's von Freud' und Leid. Hier stört oft Unfall und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich nun, o Herr, mich trösten? Nur deiner Huld; du bist mein Heil! Du bleibst, ist auch die Noth am größten, doch meines Herzens Troft und Theil. Du stehst nach deiner Batertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. ndip 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Bater, durch Gebet den Muth, daß ich ge mido lassen sie ertrage, und machest endlich alles gut. Auf Kum mer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Ganz ungestörte Seligkeitenerträgt nicht unser Uebungsstand. Wie würde, träf' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh' und Sis cherheit ist nur das Glück der Ewigkeit.n' pau& oud 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so unmuthsvoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zum Troste dir: er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf ihn in Leiden als deinen Freund und Helfer an! Er führt durch sie zu wahren Freuden; und da, wo Niemand helfen kann, fehlt's ihm an Kraft zu helfen nicht; dieß stärke deine Zuversicht! bie 7. Bertraue kindlich seiner Gnade, die täglich sich an dir erneut, und denk auch auf dem rauhsten Pfade an jene frohe Ewigkeit; da wirst du, frei von aller Pein, ganz selig, ganz zufrieden sein. fien open 8. Drum harr' ich Gottes und bin stille; wie bald ver= streicht die Prüfungszeit! Dann nehmen wir aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. stin Hinsicht auf Gott und Jesum. 231 harre dein in Stille. bein in Stille heit. Er leite mich nach sei- feft, o Gott, auf dich, und nem Rath, wie mir sein Wort verheißen hat! tin dib [ 99.1 do Borchward. Mel. Kommt her zu mir, spr. 332. Erfülle redlich deine Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück. Zu ihm erhebe deinen Blick, wär' auch dein Himmel trübe.modynet spindyne gebaut. [ 53.] Silit Demme. Mel. Wer nur den lieben Gott. 333. Wer nur den weisen Gott läßt walten, und auf ihn hofft zu aller Zeit, den wird er väterlich erhalten in jeder Noth und Traurigkeit; wer ihm, dem Höchften, fest vertraut, der hat auf einen Fels 2. Die Wolken werden sich verziehn; im heitern Sonnenfcheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat bir der Schmerz, veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 2. Was helfen Schwermuth, Gram und Sorgen? Was hilft es, wenn wir jeden Tag, am Abend spät und früh am Morgen, beseufzen unser Ungemach? Vergrößert nur wird unser Leid durch unsre Sorg' und Traurigkeit. 3. In Gott sei, meine Seele, stille, mit seinem weisen Rath vergnügt, und harre gläubig, wie sein Wille dich leitet und dein Schicksal fügt! Er, der das Beste kennt und wählt, er weiß und gibt uns, was uns fehlt. THE 3. Oft führt die dornenvollste Bahn weit sich'rer dich zum Ziel hinan, als fanfte Blumenpfade. Drum bulbe fromm mit feftem Muth! Was Gott, der Menschen Va ter, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme wie im Sonnenschein Beruhigung zu finden, benutze selbst gewissen haft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen. 5. Daß ich gewissenhaft und treu in allen meinen Pflichten sei, und jede gern erfülle zu dem Entschlusse stärke mich; dann trau' ich - 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er in weiß wohl, was uns nüßlich fei; und hat er uns getreu erfunden, geduldig, ohne Heuche lei: so kommt er, eh' wir's uns versehn, und läsſet uns viel Gut's geschehn, Junipe 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist; daß Jeder wahres Glück besige, den alle 232 Chriftliches Gefinntfein und Verhalten alle Welt als glücklich preist! 4. Laß nur mit dem mir anBei allem Scheinglück ist das Herz oft voller Unruh', Sorg' und Schmerz. vertrauten Pfunde mich redlich wuchern; denn die frohe Stunde, wo du mich segnest, wird gewiß erscheinen! Du liebst die Deinen. 288 5.So fördre denn die Urbeit meiner Hände! Gesegnet sei ihr Anfang und ihr Ende! Gib Kräfte, Rath und Muth in allen Dingen mir zum Vollbringen. dummie [ 38.] C. S. Ulber u. Cramer. Mel. Alles ist an Gottes S. 335. Alles ist an deinem Segen, Herr der Welt, allein gelegen; du bist unser höchstes schäßet, auf dich seine Hoff Gut. Wer dich über alles nung feget, lebt getrost, und stirbt mit Muth. 6. Ein Leichtes ist es Gott, die Großen und Stolzen, ob fie hoch gleich stehn, von ihrer Höh' hinabzustoßen, und die Geringen zu erhöhn. Er ist der Herr, der Jedermann erniedern und erheben kann. 7. Geh' ich nur stets auf ſeinen Wegen; bin ich stets meiner Pflicht getreu, und hoff auf ihn: dann ist fein Segen und seine Huld mir täglich neu. Denn wer mit ganzer Zuversicht auf ihnhofft, Den verläßt er nicht. [ 99.] Georg Neumart. Mel. Herzliebster Jesu, was h. 334. Du forgft, o Gott! Was helfen bange Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Uch, Unzufriedne machen ihrem Herzen vergeb: lich Schmerzen! 2. Du, der mich bisher ernäbret, tausend Freuden mir gewähret, bist und bleibeft ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Hel fer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 2. Es ist umsonst: wir kön- 3. Glück der Welt und ihre nen nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften uns selbst entkräften. Freuden, ihre Sorgen, ihre Leiden täuschen und vergebn geschwind. Wohl Dem, der fich aufwärts schwinget, und nach jenen Gütern ringet, die bestehn und ewig sind. 3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Ver- 4. Hoffnung soll mein Herz trau' ich dir, und geh' auf deinen Wegen: so wirst du mir, was nöthig ist, verleihen, und mich erfreuen. erquicken! Was mir gut ist, wirst du schicken; was du willst, ift Seligkeit. Ift mein Wunsch nach deinem Willen: 0, in Hinsicht auf Gott und Jesum. 233 o, so wirst du ihn erfüllen, Bater liebt auch mich, und und gewiß zur rechten Beit.d mischt mit Freundlichkeit in feinen Gegensteld des Leidens Bitterfeiti 5. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie fann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 5. Dir, Herr, hab' ich mich ergeben. Was von dir kommt, fei es Leben, sei es Tod, ist mir Gewinn. Deine Gnad' allein bestehet; alles Irdische vergehet, und fleucht, wie ein Rauch, dahin. Gaid [ 6.] Kohlroß u. Diterich. Mel. Gott, du frommer. O 336. Nichts ist von unge fähr! Ein großer Gott regie: ret, der mich auch kennt und liebt, mit weiser Huld mich führet. Was er beschließt und will, ist Ulles recht und gut! Dwohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht! m2. Wie dürft' ich mißver gnügt in meinem Stande le ben! Kann jemals schädlich fein, was Gott mir hat gegeben? Der Thor nur klagt und murrt, und tabelt Gottes Rath; er hat nicht, was er wünscht, und will nicht, was er hat! [ 71.] 0 1 Joh. P. Uz.h Mel. Ach, was soll ich Sünder. 337. Selig, wer mit stil lem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefften Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 3. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich Gottes Rath: so lin: dert sich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, ist immer nur mein Herz.e 4. Wie thöricht würd' ich fein, wenn ich begehren wollte, daß alles Unglück mich, nur mich verschonen sollte! Mein 2. Uch, kein Schicksal meis nes Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf! Sorge quält, und quält vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab; stürzt nur früher mich in's ur frühe Grab. 3. Ch' ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schickfal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh' noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt: o, so faff ich ansur and i midg Muth, 234 Chriftliches Gesinntsein und Berhalten Muth, zu leiden! Gut ist ich mit stillem Sinn den Weg, Alles, was Gott will; willig den Gott mich führt, zu gehen buld' ich, dulde still! willig bin! si najis 5. Will mein Unschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn: denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen; Wohlthat ift's für mich gewiß, daß mir's Gott mißlingen ließ.or duuid de 2. Wenn wahre Frömmigkeit auf diesen Weg mich leitet: so ist es Gottes Huld, die mich zum Ziel begleitet. Auf ihn bau' ich mein Glück, und dieser Grund ist fest. Geseg net ist der Mann, der sich auf Gott verläßt! Hab 6. Wenn Gott nicht so reiChen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh: foll doch And'rer Wohlstand nie Neid in mei ner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein.embad 67. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt: bält fie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Tode rets ten kann, nimmt sich meiner gnädig an. ist saim 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertraun auf Got tes Wort seg' ich meine Wallfahrt fort! Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott, verläßt mich nicht! [ 3.] id 3. A. Schlegel. Mel. O Gott, du frommer. 338. Des Höchsten Rath kann ich hienieden nicht durch schauen: anbeten soll ich ihn voll Demuth und Vertrauen. Wie selig bin ich dann, wenn 3. Wenn hier ein Frevler jauchzt, und dort die Frommen weinen: mit Gottes weis ser Huld ist's dennoch zu ver einen. Nicht ich, nur Er kennt ganz der Menschen Werth und Schuld. Mit Weisheit lohnet er, trägt Sünder mit Geduld. 4 So, wie des Menschen Geist auch dann noch lebt und bleibet, wenn sein entseelter Leib schon modert und zerstäubet: so kann die Tugend auch vom Glück getrennet sein, und ihre Freunde doch beglücken und erfreun. dublajm 5. Mag Frommen auch der Quell des Erdenglücks versiegen: aus reiner Zugend quillt doch göttliches Vergnügen! Sie lebet in sich selbst; es gibt kein Glück der Welt, das nicht, so bald sie flieht, in leeren Zand zerfällt.shim apar dog 6. Gott, ich ergebe ganz mich deinem weisen Willen; Ber traun und Hoffnung soll stets meine Brust erfüllen! Und werd' ich deinen Plan einst ganz in Hinsicht auf Gott und Jesum. ganz enthüllet fehn: danni In voriger Melodie. wird mein lautes Lob, Herr, 340. Ich hab' in Gottes deinen Ruhm erhöhne Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben; denn Gott ist mein, und ich bin sein: was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, ift doch sein Thun voll Gnade.n [ 71.] 6. D. Hartwig. sim 0920 dunig Zufriedenheit, Ergebung, Unterwerfung. and In eigener Melodie. 339. Was mein Gott will, gescheh' all'zeit; das Beste wählt er immer! Den, der om traut, ganz ihm sich weiht, läßt und versäumt er nimmer. 3war züchtigt Gott uns wohl durch Noth: doch kann er uns nicht hassen. Wenn ich ihm trau' und auf ihn bau': wird er auch mich nicht lassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, gibt Hoffnung, Freud' und Leben. Drum will ich seinem Willen nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Er forgt und wacht, und seine Macht gibt Alles, was mir fehlet. alis may bed 235 Albrecht der 4te und and Welffe. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer: so will er mich nur üben; er will mein Herz, auch unter Schmerz, ge wöhnen, sich zu fassen. Trau' in Geduld ich seiner Huld: wird er mich nicht verlassen. 3. Gebildet hat mich seine Kraft, mir Seel' und Leib gegeben; er ist's, der Nahrung mir verschafft; er fristet mir das Leben; erbarmend bat auch mich sein Rath gezählet zu den Seinen. Der so mich liebt, so viel mir giebt, er fann's nicht böse meinen. PRES 3. Wenn einst sein Wille 4. Er ist voll Weisheit und mir gebeut, das Leben zu verlaffen: so will ich, voll Erge benheit in seinen Rath, mich faffen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden.tid tale Verstand, voll Kraft in ſeinen Thaten; Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. [ 92.] 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was jetzt dein Wunsch 20. 236 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Wunsch begehret, es sei mit Schauen. Du bist mein Hirt, einer großen Last dein Leben hier beschweret; haft spät und früh nur Sorg' und Müh' auf felbst erwählten Wegen, und denkst nicht dran, daß Gottes Bahn dich führt zu Heil und Segen. id 6. Es kann bei stetem Son nenlicht das Feld nicht Früchte tragen, so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Glück erheben. und 7. Wohlan, ich übergebe dir mich, Gott, in deine Hände! Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an des Lebens Ende, wie dir's gefällt, der du die Welt nach weisem Rath regiereft und so auch mich stets väterlich auf sicherm Pfade führest. mislim dan 8. Willst du mir geben Sonnenschein: fo nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Noth und Elend sein: will ich's geduldig leiden. Willst du allhier noch länger mir des Lebens Kraft erhalten: du mich führst und führen wirst, so laß ich gern dich o laß ich walten. A wie 9. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen; er führt zum bessern Leben ein, und leitet mich zum der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich mit Dank und Lobgesang dich einst werd' ewig ehren. [ 44] P. Gerhard u. Diterich. In eigener Melodie. 341. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Gut ist und bleibt sein Wille! Wie er fängt meine Sachen an, halt ich ihm kindlich stille! Er ift mein Gott, der in der Noth mich mächtig kann erhalten: drum laff ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er, der die Welt regieret, er kennt allein die rechte Bahn, die aus der Angst mich führet. Harr' ich der Zeit, wird er mein Leid mit Gnad und Weisheit enden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Warum soll ich mich kränken? Er wird, was Niemand wenden kann mir doch zum Heile lenken. Denn täglich neu ist seine Treu': drum will ich auf ihn bauen, und ihm allein vertrauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es sei Tod oder Leben; ihm, der nichts Böses wollen kann, ihm hab' ich mich ergeben. Die Ewigkeit folgt dieser Seit; dann wird zur Freude werden, was Trübfal schien auf Erden. 5. Was in Hinsicht auf Gott und Jesum. 15. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bit ter ist nach meinem Wahn: laß ich mich drum nicht schrecken! Erquickt Gott doch zuletzt mich noch mit süßem Trost im Herzen und lindert alle Schmerzen. 196, Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das soll mein Trost stets bleiben; und wollt' auch von des Glaubens Bahn mich Noth und Elend treiben: soll doch mein Herz in Angst und Schmerz an meinem Gott fest halten; ihn laß ich thun und walten! O 19[ 91.] re Rodigaft u. Funt. Hoffnung zu Gott im Leiden. Mel. Valet will ich dir geben. 342. O Hoffnung, Lebenswonne der Menschen Trösterin! Gleich Gottes milder Sonne, erwärmst du Geist und Sinn; du strömest reine Freuden in jedes Menschen herz, versüßest feine Leiden und linderst seinen Schmerz. 237 3. Du bist es, die dem Kranken die Ungst des Todes stillt, mit himmlischen Gedanken der Zukunft ihn erfüllt; in feinen letzten Stunden zeigst du ihm Seligkeit, die, von der Hüll' entbunden, dort seis nen Geist erfreut. vas 1914. D Gott, mein Herz und Leben will ich dir dankend weihn, hier deinen Ruhm erheben, dort dein mich ewig freun! Schon oft hab' ich er= blicket der Hoffnung sanften Strahl; er hat mein Herz beglücket mit Freuden ohne Zahl. marsh 5. Er leuchte mir noch weiter auf meines Lebens Bahn, damit ich froh und heiter zum 3iel gelangen kann! Im wilden Weltgetümmel sei er mir Trost und Licht; er leite mich zum Himmel, bin vor dein Angesicht! [ 83.] 2. Schon oft hast du die Müden mit neuer Kraft erfüllt, geschenkt dem Geiste Frieden, haft manche Noth gestillt: in bangen Augenblicken des 3agens kann das Herz dein sanfter Trost erquicken, und lindern seinen Schmerz. 10m Bürger u. J. C. Dolz. Mel. Was Gott thut, das ist. 343. Cin Gott regiert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit! Es mag uns übel gehen; wir werden's überstehen! 2. Was, Brüder, uns am Herzen nagt: wir werden's überleben, und über alles, was uns plagt, uns siegend einst Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 238 einst erheben. Die Welt vergeht; der Geist besteht! Dlaßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten.& In 3. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben; es nahe sich uns Tod und Grab: des Schöpfers Huld wird bleiben! Er segnet gern, und ist nicht fern von Allen, die ihn lieben, und sich im Dulden üben.de 4. Wir zagen nicht! Du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden hin zum Guten führst: so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth! Sind wir nur gut: so mag's uns übel gehen; wir werden's überstehen d [ 91.] E. W. C. Starte. Mel. Warum sollt' ich mich. 344. Warum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen. Nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laff' ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größ're uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben; wird uns auch das Klein're schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denkens to b naighde 4. Was mir noth ist auf der Reise durch die Welt, was mir fehlt, weiß er, der Allweisen Sollt' er meiner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zu gemessen. EDS st 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? den 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließe Gott bülflos mich ver schmachten? Ich bin sein; mir foll nicht grauen! Väterlich liebt Gott mich; ihm will ich vertrauen! 7. Nütz' ich meine Zeit und Kräfte, widme sie, spät vnd früh, nüßlichem Geschäfte: o dann kommt sein reicher Segen mir gewiß glaub' ich dieß! meinem Thun entgegen. 8. Ich will nur vor allen Dingen suchen, mir Weisheit hier, Tugend zu erringen. Was mir sonst noch nüßt hie nieden, das wird mir, Herr, von dir ja gewiß beschieden. 9. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht in Hinsicht auf Gott und Jesum. nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 10. Sorge du nur; ich befeble glaubensvoll, wie ich foll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt' ich stille! Sch soll dein ewig sein: es gescheh' dein Wille in [ 90.] Laurentii u. Diterich. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 345. Ich traue fest auf Jc Gott, wenn gleich mich Ungst und Noth und Tod umgeben hätten! Er kann allmächtig retten; es steht in seinen Händen, mein Unglück schnell zu wenden. 2. Auch im Gewissensschmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Sterben, wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin: ist's dennoch mein Ge winn. Ich weiß, an wen ich glaube; er läßt mich nicht im Staube. Es mag der Leib erkalten: den Geist wird Gott erhalten. 00 HOW BAG 4. Mein Heiland, Jesu Chrift, der du aus Liebe bift für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben; du gibst nach kurzen Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Ich harr' und traue dir, du schenkst sie einst auch mir. Drum will ich nimmer kla239 gen; denn du wirst Noth und Plagen zum Heile mir einft wenden, und alles herrlich enden. staring az [ 104.] Weingärtner u. Funk. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 346. Sei, Seele, ruhig, unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt; befiehl Gott deine Sachen! In aller Pein vertrau' allein auf ihn! Er wird's wohl machen. 12. Kein Leiden kommt von ungefähr! wenn's noch so unverschuldet wär', hat's Gottes Rath ersehen. Drum sei nur still, und was Gott will, das laß du gern geschehen. sid 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein: so wird's dir doch nicht schädlich sein; Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr; nur kurze Zeit! Nach überstand'nem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh' und einst mit ew'ger Freude, bise 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! Vertraue Gott! Es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Er ziehet dich durch's Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. d 6. Gott ist dein Gott! er ist getreu, und stehet dir, als Vater, bei in allem Kreuz auf Er= Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 240 Erden. Der Leiden Heer läßt er zu schwer den Seinen nie: mals werden. ons 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; warum willst du denn stets nur Ruh' und Wohlergehn genießen? alammu 79 8. bet' und sieh' auf deinen Gott in aller deiner Ungst und Noth! Laß, wie er will, es geben! Sein Will' ist gut; behalte Muth! Gott wird dich 5. Das Alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das wäh ret doch nur kurze Zeit, und einst erhöhen. 1dl hilft uns nicht zur Seligkeit. 6. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, des Glaubens Troft empfinden. Dem, den Dem, den du liebst und prüfend übst, hilf Alles überwinden. In od [ 30.] 2. und Diterich. liches Herz; mich, ein Geschöpf von gestern her, das ohne dich ganz bülflos wär'. Nichts erschuf.prstimula 2. Dich lassen will und kann er nicht; auch weiß er wohl, was dir gebricht, und alle Macht ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 3. Weil du nun, Gott, mein Vater bist: so weiß ich, daß mich nie vergißt dein väter* 19 4. Sa, Gott, so reich bist du noch heut', als du es warst von Ewigkeit; zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich an meiner Seele reich: so gilt mir andrer Reichthum gleich. Gott, wie freudig dank' ich dir, daß du in deinem Wort auch mir dein Heil haft offenbart! Verleih mir bei dir mein Erbtheil sei. nun auch feste Treu', daß dort 7. Lob, Ehr' und Preis sei thi In eigener Melodie. dir gebracht, daß du es immer 347. Warum betrübst du wohl gemacht! In Demuth dich, mein Herz, und härmst bitt' ich dich: verwirf von dei dich ab durch bangen Schmerz, nem Ungesicht mich, Herr, bloß um ein zeitlich Gut? mein Gott und Vater, nicht. Vertrau' du dem, deß 2ll-[ 89.] om Hans Sachs und machtsruf die ganze Welt aus Schlegel. 14 Mel. Was Gott thut, das ist. 348. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier zum Vaterlande walle. Uch, viel Gefahren drohen mir; oft bin ich nah' dem Falle! Gott, wärst du nicht mein Trost, mein Licht, mein Heil in finstern Tagen: wie ängstlich würd' ich zagen! ini Di m 2. Dir in Hinsicht auf Gott und Jesum. 2. Dir darf mein fummervolles Herz nicht schüchtern sich verhehlen; es darf vertraulich seinen Schmerz dir betend nur erzählen: dann schaffest du mir Trost und Ruh' aus deiner Gottesfülle, und meine Seel' ist stille. 3. Du zeigest mir den hohen Werth der Trübsal, die ich leide, daß sie auf dich mich trauen lehrt, und führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht: du sorgft für meine Tage; dein Auge schläft und schlummert nicht; du hörest meine Klage; du krönft mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Bonne, Preis und Ruhme. 5. O, dann wird alle Traurigkeit aus meinem Herzen schwinden! Vergessen werd' ich ganz mein Leid, und nur dein Heil empfinden! Dann wird mein Dank, mein Lobgesang durch deinen Himmel schallen, und ewig dir gefallen! 6. Mich, den Vollendeten, wird dann nicht mehr die Sünd' entweihen! Mit Unschuld steh' ich angethan in deiner Sel'gen Reihen; und schau im Licht dein Ungesicht, wenn ich, der Mensch von Erde, den Engeln ähnlich werde! 241 7. So will ich standhaft jeden Schmerz der Sterblichkeit ertragen! Beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen! Zu ſeiner Zeit bist du bereit, o Herr, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. [ 91.] Münter. Mel. Religion, von Gott geg. 349. Wohlthätig sind der Erde Leiden! Dieß glaub' ich fest und murre nicht; am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. In Glauben und Gelassenheit vollend' ich diese Lebenszeit. 2. Durch Glauben will mich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt; will mich das weise Streben lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Ich soll mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Würd' ich, bei lauter Erdenfreuden Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein, fo leicht der Thorheit Bahn vermeiden; so gern die Sünde fliehn und scheun? Wie leicht wär' oft verführt mein Herz, empfänd' es nimmer Gram und Schmerz? 4. Nichts predigt mir so laut die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt!« als wenn in Trübsal manche Zähre herab von meinem Auge fällt! Q Was 242 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten Was lehrt mich mehr Bestän- Leiden von dir, o Gott, ge= digkeit, Geduld und Gott- mischt! Du züchtigeft die ergebenheit? Deinen: doch oft, wenn sie noch weinen, hast du die Thränen abgewischt. 5. Wenn alle meine Stüßen brechen, auf welche sich mein Arm gestüzt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz mich schwächen, und macht und Reichthum mich nicht schützt: dann folg' ich gern der süßen Pflicht, zu suchen Gottes Angesicht. 6. Ja, Leiden sind die weisen Wege, wodurch mich Gott zur Tugend führt; wohlthätig find die sanften Schläge, wodurch er mein Gewissen rührt. Ich ehre seine Baterhand, die mir das Leiden zu gesandt. 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch Züchtigung mich auferziehn; ich soll vor ihm unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn; mich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 8. Ich nehm' in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle, ohne Furcht und Grauen, auch auf der rauhsten Lebensbahn; ihr Ende wird mich einst erfreun, und Wonne, Rub' und Frieden sein. [ 76.] C. G. L. Meifter. Mel. In allen meinen Thaten. 350. Wie gut sind unsre Freuden mit prüfungsvollen 2. Auf deinen Ruf zu merken, im Glauben sich zu stárken, in Hoffnung froh zu sein: dieß soll das Kreuz fie lehren, damit sie dich verehren, und dir ihr ganzes Leben weihn. 3. Es führt sie deine Rechte durch grauenvolle Nächte, durch Finsterniß in's Licht. Durch's Thränenland hienieden gelangen sie zum Frieden und schauen einst dein Angesicht. 4. Versiegt sind ihre Thränen, gestillt ihr banges Sehnen, im Schooße ew'ger Ruh'. Es strömen Seligkeiten, durch alle Ewigkeiten, den nun gekrönten Duldern zu. 5. Gib, daß auch ich ihn fühle, den Trost, bis ich am Ziele des Pilgerlaufes bin! Und lenke meine Blicke im widrigsten Geschicke auf jenen Lohn des Himmels hin! 6. Dann werd' ich nicht verzagen, nicht ungeduldig klagen: nein, kindlich dir ver traun! Einst werd' ich, ohne 3ähren, dich freudiger verehren, und deiner Weisheit Rath durchschaun. [ 49.] C. G. L. Meifter. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. 243 Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. ren; und danke dann dir, 351. Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet! Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher haft du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir ge wandt. Unendlicher, ich trau' auf dich; du leitest mich! Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. Gott, verklärt, der jest mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, feft, ohne Graun, will ich dir traun; denn einst werd' ich dein Untlitz schaun. 2. 3war ist der Kampf der Leiden schwer; kaum fühl' ich oft noch Stärke mehr zu kämpfen und zu siegen: doch eroig, Bater, währt er nicht! Wenn mir dein Beistand nicht gebricht: so werd' ich nicht er liegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt; bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn er hört, mich g'nug geprüft und mich bewährt. Du, Gott der Huld, erhört von dir, lobsing' ich hier mit dankerfüllter Seele dir. 3. Uch, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offen baren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaa[ 37.] Eschenburg. Mel. Wer nur den lieben Gott. 352. Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht kennst du, was dir gut ist, jeden Wunsch erfüllt? Jetzt nicht: einst strahlet dir sein höh'res Licht. hienieden des Menschen unge2. In Finsternissen wankt wisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn, als gleiche Wohl= that, auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau'! Ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht der nahen Ernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreut: bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich Q2 leia 244 Christliches Gesinntsein und Verhalten leitet Gott! O denk' zurücke, nicht ein: wird doch der Auswie gut er immer dich geführt; gang herrlich sein. wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nächten selbst das Licht dir brach! 3. Laß denn mich stille sein und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt: so steht dein Vaterherz Dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen; genug für uns: Du hast's erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hindert's gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! o Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelassenheit; du führst mich ja zur Seligkeit. 6. Sie wird, sie wird doch endlich kommen, die Stunde meiner Seligkeit; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit; und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheitschuf, zerstörest; dich, Bater, bet' ich findlich an! Ich hoff' auf dich mit festem Muth; denn, was du sendest, ist mir gut. 6. Die Lieb' hat mir den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet: ich geh' ihn hoher Ahnung voll! Einst werd' ich in des Himmels Höh'n ganz deiner Führung Weisheit sehn. [ 99.] von Köpken. Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gott. 353. Herr, mache meine Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bist's, der Alles ändern kann; und was du thust, ist wohl gethan. 2. Du führst uns, selbst auf rauhen Wegen, zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes sein: der Herr hat für mein Heil in Hinsicht auf Gott und Jesum, Heil gewacht; hat Ulles mit mir wohl gemacht! [ 99.] Diterich. Mel. Gott des Himmels und d. 354. Ift gleich unerforschlich immer unsers Gottes Weg und Rath; ist die Nacht gleich ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich Gott nur weise nennen, wenn er mei nen Wunsch erfüllt? Sollt' ich seine Huld verkennen, wenn sein Rath sich mir verhüllt? Wehe dem, der murrend klagt, Gottes Weg zu tadeln wagt! 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thor heit ist? Kaum die Engel können fassen, was des Höchsten Rath beschließt. Hier soll ich dem Herrn vertraun; glauben nur, und dort erst schaun. 4. Soll er unsre Wünsch' erheben zu Gefeßen seiner Welt? Kann er heilig sein, und geben, was den Lüften nur gefällt? Wohl uns, wenn er nicht gewährt, was ein thö: richt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnet wahre Seligkeit! Mag mein Gang hier dunkel ſein: führt er doch zum Himmel ein! 245 6. Auf des Lebens rauhsten Wegen zage drum, o Seele, nicht! Was hier Schmerz ist, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fasse Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. [ 28.] J. A. Cramer. Mel. Erschienen ist der herrl. 355. Gott lebet noch! ist meine Zuversicht. Stürzt' drum sorg' ich nicht; denn er auch der ganze Weltkreis ein: er wird mein Schutz und Ret ter sein. Gott lebet noch! für mich, auch mich, mich 2. Ich glaube fest: er sorgt liebt er väterlich; er ist es, der die ganze Welt mit weifer Huld und Macht erhält. Gott lebet noch! 3. Fehlt mir's an Einsicht, Macht und Rath, wenn mich Gefahr umgeben hat: so denk' ich glaubensvoll daran, daß er regiert, und bet' ihn an. Gott lebet noch! 4. Legt er mir auf ein schweres Joch! so halt' ich still und hoffe doch. Er hilft uns dulden, was uns plagt, und stärket Den, der nicht verzagt. Gott lebet noch! 5. Ich weiß es, daß er mich erquickt, wie schwer mich auch ein Leiden drückt. Er gibt mir Kraft zum Kampf und Lauf, und fall' ich, so hilft er mir auf. Gott lebet noch! 6. Mein 246 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 6. Mein Vater, ich verlasse weißt Den zu erfreuen, der mich in Noth und Leiden nur fromm nach deiner Hülfe auf dich, und siehest du mich fragt. gnädig an: so bin ich froh, und jauchze dann: Gott lebet noch! ingradna odle [ 21.] Maurit. Cramer. Mel. In allen meinen Thaten. 356. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich! Er sorgt, daß meiner Seele zum wahren Wohl nichts fehle: genug zum Trost, mein Herz, für dich! 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen: so flag' ich dir's, dem Herrn! Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfft, und rettest gern. 7. Du hast mir hier im Leben schon größ'res Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten. lenken, was meinen Geist be trübt und kränkt. # 251 2. Was nützt es, ängstlich sorgen, und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegen ſehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh' ich's dir noch klage, mein Leid, und eilst mir bei zustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, dieß, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben; denn Denen, die dich lieben, entzeuchst du deinen Beistand nicht. 4. Der du die Blumen klei: dest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du 8. Du führeft, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Sind meine Tage trübe: bleibt doch dein Rath voll Liebe; dieß zeigt der Ausgang mit der That. 9. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden, nach überstandnem Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. [ 49.] Sturm. Mel. In allen meinen Thaten. 357. Was ist's, daß ich mich quäle? Hoff' auf den Herrn, o Seele; hoff, und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet: Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig Den, der nach ihm fragt. 2. Er in Hinsicht auf Gott und Jesum. 247 didil dos 2. Er zählte meine Tage, ren? Und du, mein Gott, bemein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah; eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sor: gen ist dir, Herr, nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geift, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge: währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück ver: leget, wenn's alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille; denn nicht mein Wunsch und Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahwahrest mich. [ 49.] Gellert. Mel. Religion, von Gott geg. 358. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sor gen: du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich! Dieß sei ge nug zum Trost für mich! 2. Vor unsern Blicken zwar verlieret dein Weg sich oft in Finsterniß: doch, wenn wir fehn, wohin er führet, dann jauchzen wir und sind gewiß, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. gründen von deiner Weisheit, 3. Nie sind die Tiefen zu erMacht und Güt'; du kannst viel tausend Wege finden, wo unser Auge keinen sieht. Du rufft dem Licht: das Dunkel flieht; du sprichst, o Gott, und es geschieht! 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann viel mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst Den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergibt. 5. Drum will ich dir mich überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich deinen Rath nicht fassen: so schau' Christliches Gesinntfein und Verhalten 248 schau' ich in die Zukunft hin; dann wird mir hell und offen bar, wie gut und gnadenvoll er war. 6. Gott, mein Vertraun zu dir vermehre sich immerfort in Freud' und Leid! Schick Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit: so preis' ich einst vollkommen dich; so freu' ich dein auf ewig mich! [ 76.] Sal. Frank u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 359. Oft hält dein Untlik sich verborgen, als sähest du mein Elend nicht. Oft fang' ich ängstlich an zu sorgen, weil Troft und Freude mir gebricht. Mein thränenvolles Auge sieht nach Hülf' umher, und sie verzieht. 2. Doch will ich drum von dir nicht lassen; dir, Vater, eil' ich flehend nach. Nur fester noch will ich dich fassen, dich, der noch nie sein Wort uns brach. Verbirgt sich auch dein Untlik mir: voll Hoffnung blick' ich doch zu dir. 3. Ein Vater sorgt für seine Kinder; und wer ist, Vater, so wie du? Dein Regen träufelt selbst dem Sünder, und deine Sonne strahlt ihm zu. O wohl mir, Gott! Ich bin dein Kind, und du bist väterlich gesinnt. 4. Flieht, 3weifel, die ihr euch vermessen im bangen Herzen noch empört! Mein Gott hat meiner nicht vergeffen, wenn er mich auch nicht schnell erhört. Er ken= net mich und meinen Schmerz. So sei denn ruhig, banges Herz! 5. Von jeher stellte deinem Blicke die ganze Zukunft, Herr, sich dar. Du warst bekannt mit meinem Glücke und meinem Leid, noch eh' ich war; denn du, du bist es, dessen Rath mein Schicksal selbst geordnet hat. 6. Wie könntest du denn, was mir fehlet, nicht deutlicher noch sehn, als ich? Du, der des Hauptes Haare zählet, du wärest unbesorgt um mich? Nein! Aller deiner Kinder Schmerz bewegt dein väterliches Herz. 7. Wenn dir mein Elend Freude machte: du hättest Jesum nicht gesandt. Er war es ja, der Segen brachte, er, der mit dir, Gott, uns verband. Er ruft mir zu: verzage nicht, wenn dir auch jede Stüße bricht! 8. Umhüllen dich gleich finstre Wetter: du bist uns doch mit Gnade nah'. Uns helfen wirst du, starker Retter! nur deine Stund' ist noch nicht da. Dein Licht geht auf, das Elend weicht, sobald es deinen Zweck erreicht. [ 99.] 3. A. Schlegel. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. D Mel. Die Tugend wird durch's. 360. Entebre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff' nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Weisheit an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Loos verband. Er gibt dir Munterkeit und Kräfte, erhält und stärkt fie väterlich; gebrauch sie zum Berufsgeschäfte: und ihr Gebrauch wird Glück für dich. 3. Hat Undern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid erregen? Dent': wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht beffer, was dir nüßet, und dei nem Nächsten frommt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schützet: was fehlt dann noch zu deiner Rub'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück! Sie feufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward nicht Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn dir nicht aus Selbstbe: - - 249 trug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist be glückt und reich genug. dim 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel mir nöthig, hier verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenheit zu fliehn! In Demuth, Herr, will ich mich üben, stets deiner Güte mich erfreun; dich fürchten, dir vertraun, dich lieben: wie selig werd' ich dann nicht sein! [ 15.] Benj. Fr. Köbler. Mel. Wer nur den lieben Gott. 361. In diesen kurzen Pilgertagen der mühevollen Lebenszeit ertrag' ich jede meiner Plagen mit christlicher Gelaffenheit; Gott will es, daß der wahre Christ ein Held in Noth und Leiden ist. 2. Das kurze Leben hier auf Erden ist nur des Christen Uebungszeit; hier muß er zubereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hienieden ist sein Prüfungsstand; dort oben erst sein Vaterland.in 3. Drum soll nie Gram mein Herz verzehren, mich nie besiegen Traurigkeit! Erdulden will ich, Gott zu Ehren, die größten Leiden diefer Zeit. Belohnen nicht dieß kurze Leid die Freuden einer Ewigkeit? 4. Muß ich im tiefsten Elend weinen; quält meinen Leib der Krankheit Pein: Gott Chriftliches Gefinntfein und Verhalten 250 Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen; er wird auch mich mit Hülf' erfreun. Er bleibt mein Vater, der mich liebt, wenn er mich auch durch Leiden übt. is dan prof 5. Muß ich mich hier verfpotten lassen, verlästert werden ohne Schuld: will ich die Feinde, die mich hassen, als Christ besiegen durch Geduld! Ertrug nicht selbst des Höchften Sohn mit sanftem Sinne Spott und Hohn? 6. Betrübet der Verlust der Meinen, der Güter und des Glücks mein Herz: ich bin ein Mensch, drum darf ich weinen; doch murr' ich nie in meinem Schmerz. Ich sage mit gelass'nem Geist: Gott gab's, Gott nahm's; er sei gepreist! 7. Mein Freund, mein Gönner liegt im Grabe;- doch bete ich mit Zuversicht: ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht! Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein: ich werde stehn und sicher sein! 8. Einst ruft nach kurzem Erdenleide die Stimme meines Herrn mir zu: geh' ein zu deines Gottes Freude, nach Müh' und Kampf zur ew'gen Rub'! Komm' und empfang vor seinem Thron der Ueberwinder großen Lohn! [ 99.] is Bachof von Echt. Mel. Herzliebster Jesu, was h. 362. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. O laß die Pflicht, die wir so oft ver gessen, mich stets ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage mit Muth ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der und Pein, die Stolz und Wol die Trägen klagen, sind Haß lust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neid's vermißte Freuden, des Christen Leiden? 5. Ist Deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Tugend nie ge trachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, ein christlich's Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt deine Huld den Weg zum Heil uns finden, wenn wir sie nur, die Missethat zu hassen, uns zücht'gen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird Alles in Hinsicht auf Gott und Jesum. 251 Alles mir zum Besten dienen 14. Das Kreuz des Herrn müssen. Du, Herr, regierst; wirkt Weisheit und Erfahdein väterlicher Wille wirkt rung; Erfahrung gibt dem Gut's die Fülle.s of Glauben Muth und Nahrung. 200 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was find gegen euch, ihr ew'gen Freuden, die kurzen Leiden? Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoff' stets das Beste! dim bi se [ 38.] Gellert. 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Chrift, hier leid' und dulde: so kann auch ich der Hülfe der Erlöften mich sicher tröften. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, stärkt in den herbsten Schmerz zen der Christen Herzen. 11. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! Wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ift er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du lei den müssen: allein du wirst, was seine Wege waren, her: nach erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heili: gung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, auch Undre stärken. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 363. Sãe deine Thränensaat, frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sei dein Lebenspfad: doch laß dir den Troft nicht rauben, daß nach dieser Dunkelheit dich ein bell'res Licht erfreut. schon Viele, die im Glauben 2. Ausgerungen haben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten! Du, auch du wirst Sieger sein, und dich bald freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Bäterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenfet; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst 252 Christliches Gesinntsein und Verhalten meinem Besten dient? Einst am Ziel der Prüfungs- Weh' erdulden, das doch zu zeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich in's Land des Lichts gebracht. 6. O, dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost in's Herz gegoffen; und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. 3. Dir will ich mich erge ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen! Du hilfft und du errettest gern. 7. Dulder, sei nur unverzagt! Harr' in deiner Nächte Grauen! Wenn der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 4. Laß nur mich Gnade fina den, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte zum Heiligungsgeschäfte, und du, Gott, wirft mein Beistand sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des To: des Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth! 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. In den Himmel gehst du ein, ewig selig da zu ſein. [ 48.] C. G. 2. Meister. Mel. In allen meinen Thaten. 364. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn ge= lassen mich auch im Leiden faffen! Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert von Schulden, kein zeitlich 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben auf dich sehn; ich will den Tod beden: ken: du, Herr, wirst Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. [ 49.] Gellert. Mel. Wenn mein Stündlein. 365. Wir schauen über Tod und Grab hinauf in jenes Leben. Dieß trocknet unfre Thränen ab; dieß kann das Herz erheben. Und drückt uns auch die größte Noth: aus allem Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 2. Und min Hinsicht auf Gott und Jesum. 253 2. Und wären wir auch fern, dich kennen und verehnoch so arm, und hätten nichts ren, dich, meinen Gott und als Sorgen und Mangel, Herrn; auch würdig von dir Blöße, Frost und Harm, und denken, auf dich mein Zuach! kein Brod für morgen: traun lenken, der du mein zur Weisheit führt des Lebens Vater bist.90 Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank: zur Tugend führen Schmerzen. Für jedes Leiden Preis und Dank! Er hebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland! Wir finden sie in Gottes Hand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Der Schmerz, der uns das Herz zerreißt, veredelt die Gefühle, er stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unfre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab. Wir wollen nicht verzagen. [ 96.] G. W. C. Starke. Wider falsches Vertrauen. Mel. Herr Chrift, der ein'ge. 366. Hilf mir nach deinen Lehren, vom Uberglauben 2. Gern laß mich dem entsagen, was der Verstand nicht lehrt; auf's Ohngefähr nichts wagen, was die Vernunft empört. Dann werd' ich weise handeln, mit kluger Vorsicht wandeln, der Thorheit Spiel nicht sein. 3. Ich kann nicht Alles wissen, was deiner Weisheit Rath nach heilighohen Schlüssen für mich geordnet hat; ich kann von deinen Zwecken sehr viele nicht entdecken, die unerforschlich sind. 4. Und Wunder zu begehren aus thörichtfalschem Wahn, die nie dein Rath gewähren, und ich nicht fordern kann: das heißt, kühn und vermessen, verkennen und vergessen, du seist ein weiser Gott. 5. Im kleinsten deiner Werke, o Vater der Natur, entdeck' ich Huld und Stärke und deiner Weisheit Spur; du, der die Welt regieret, und mich als Vater führet, lenkst aller Dinge Lauf. 6. Drum laß den Überglauben dir nie mein Herz entziehn, nie meine Ruh' mir rauben; laß mich ihn ernstlich fliehn! Du, der mich stets beschützet, Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 254 schüßet, nur du weißt, was mir nüßet; dir, Gott, ergeb' ich mich. [ 35.] Grot. Gebet. Mel. Religion, von Gott geg. 367. 3u dir, o Gott, das Herz erheben, zu dir mit frommer Undacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, beFannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank era messen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und allen gern, was gut ist, gibt. 3. Wenn ich, o Vater, vor dich trete, von dir mir Gutes zu erflehn; wenn ich in meinem Kummer bete, und wünsche, mich erhört zu sehn: so gib, daß ich von Heuchelei und Eigendünkel ferne ſei. 4. Nie müss' ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Undern ihre Wohlfahrt raubt. Denn du erhöreft kein Gebet, das Undrer Weh' von dir er fleht. 5. Wünsch' ich mir Güter dieser Erde: so laß mich das auch von dir flehn, daß ihr Befiş mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn; daß ich, von Geiz und Kargheit fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern'. 6. Wünsch' ich bei kummervollen Leiden, von ihrer Laft mich frei zu sehn; ersehn' ich mir des Lebens Freuden: so laß mich doch nur das erflehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüglich ist. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen; dann werd' ich nie mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörest dann gewiß mein Flehn, gibst mir im Glück Zufriedenheit, Ruh' und Heiterkeit. in Trübsal [ 76.] Grot. Mel. O Gott, du frommer. 36S. Unendlich ist mein Glück! Ich darf mich unterwinden, mich betend Gott zu nahn, um tief es zu empfinden, wie groß an Macht und Huld, wie reich an Freundlichkeit er jedem Frommen sei, der sein Gebet ihm weiht. 2. 3u meinem Trost und Glück, zu meiner Tugend Se gen, mich gegen Gott zum Dank, zur Liebe zu bewegen, von ihm im Leiden Kraft und Stärke zu empfahn: darf ich mit Zuversicht ihm im Gebet mich nahn. 3. Wie in Hinsicht auf Gott und Jesum. 255 3. Wie innigst freu' ich Mel. Wer nur den lieben Gott. mich, wenn ich aus voller 369. Mein bester Trost Seele die Wunder seiner Huld in diesem Leben ist ein Gebet mit heißem Dank erzähle! zu dir, o Gott! Dieß kann Du bist die Liebe, Gott!« so mir Kraft in Schwachheit geruf' ich hochentzückt, und fühl' ben, Geduld und Muth in im Geiste schon zu dir mich jeder Noth; bei jedem Gram, hingerückt. bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriebnes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt; wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor dir, du Heil'ger, zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, zu dir um Gnade fleht. 4. Wenn ich mein Glück und Herz in deine Hände lege, und deine Führungen mit Preis und Dank erwäge: wie füß ist meine Ruh'! Wie fest die Zuversicht: mein Vater und mein Gott verläßt die Seinen nicht! 5. Ich wandle Gottes Weg nie froher, nie gewisser; nie ist des Lebens Lust mir un schuldsvoller, süßer; nie bin ich meiner Pflicht mit größ'rer Sorgfalt treu; nie ist mein Blick so froh, mein Herz so sorgenfrei! 6. Fromm, ruhig und vergnügt verflossen mir die Stunden, wo ich am Morgen schon Gott im Gebet empfunden, ihn dankerfüllt erhob und Weisheit, Kraft und Rath, Schuß, Segen, Trost und Ruh' andächtig mir erbat. 7. So will ich denn, o Gott, mit kindlichem Vertrauen mein Herz oft durch Gebet veredeln und erbauen! Erweck' und stärk' in mir der Andacht hohen Trieb; und dann versiegle mir den Trost: du hast mich lieb! [ 71.] F. W. Loder. 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann: dann ruf ich dich, Herr, der mich höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer dir sein Leid mit Zuversicht entdecket, Den verwirfst du nicht. 4. Bet' ich bei des Berufs Geschäfte, das du mir auferlegt, zu dir: so fleh' ich nicht umsonst um Kräfte; du, Gott der Stärke, gibst sie mir; du gibst aus väterlicher Huld mir Segen, Weisheit und Geduld. 5. Wenn, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bet' ich, und du hilfft mir kämpfen; du gibst mir Muth zu jeder Pflicht, und, stark durch deine Gotteskraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 6. Wenn 256 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten pfung jeder Leidenschaft. im 6. Wenn ich im letzten stärkt die Kraft zur DamKampf des Lebens bei Nie mand Hülfe finden kann: so ruf' ich dich doch nicht vergebens um deinen Beistand, Bater, an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. [ 99.] Balth. Müller. 5. Mich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertraun, daß Gott mich liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, wär' diese Pflicht für mich betrübt: so träf' ich nichts auf Erden an, was meinen Geist erfreuen kann. 6. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen; gib Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus lauterm Herzen zu dir um Hülf' und Gnade fleht: so sei, o Herr, von deinem Thron Erhörung meines Betens Lohn! [ 76.] Gellert. Mel. Religion, von Gott geg. 370. Mein Heil, o Gott, nicht zu verscherzen, laß nüchtern fein mich zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen hast du, o Vater, nie verschmäht; und deine Baterhuld erhört, was deiner Kinder Herz begehrt. 2. Mein Geist soll, Herr, zu deinen Höhen empor sich heben oft und gern; du läsfest, was mir nügt, geschehen, bist uns zu helfen niemals fern, und thust oft, wenn wir zu dir flehn, mehr, als wir bitten und verstehn. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor dir zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, bedarfst nicht eines Menschen Flehn: nein, daß ich zu dir beten soll, gebeutst du nur zu meinem Wohl. 4. Mein Glück von meinem Gott begehren, welch eine leichte, süße Pflicht; und meine Wünsche ihm erklären, bleibt wahrlich ohne Segen nicht! Es gibt mir Muth und Mel. Dir, dir, Jehovah! will. 371. Wenn ich vor dich, mein Schöpfer, trete, und andachtsvoll in stiller Einsamkeit aus vollem Herzen zu dir bete: was fühl' ich da für hohe Se: ligkeit! Ich denke deiner dann, und Ulles flieht, was meinen Geist zur Erde niederzieht. 2. Dann acht' ich nicht der niedern Freuden, vergesse gern den Tand der Eitelkeit, um den sich Menschen oft beneiden, der Thorheit Sclaven und der Sinnlichkeit; ich fühl' es, Gott, du bist mein höchstes Gut; du bist's, auf dem mein ganzes Heil beruht. 3. Dann weichen selbst die schwersten Sorgen; dann flieht der Schmerz, der sonst mich in Hinsicht auf Gott und Jesum. mich niederdrückt; ich weiß es, dir ist nichts verborgen, auch nicht der Seufzer, den mein Herz erstickt. Du bist ein Bater, der mich ewig liebt, auch wenn er mich durch kurze Leiden übt. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, belebt und stärkt zur Tugend meinen Geist, und hilft mir Alles, Alles meiden, was mir die Zuversicht zu dir entreißt; nur muß mein Flehen ernstlich, fromm und rein, demüthig, kindlich, wahrhaft chriftlich sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Vater, Bater, nimm sie weg von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: erhalt', o Bater, diese Freuden mir! Nur um ein frommes, dir ergebnes Herz bet' ich zu dir in Freuden und im Schmerz! [ 16.] Frau v. d. Recke. Mel. Wer nur den lieben Gott. 372. Bon dir kommt jede gute Gabe; nur du, mein Gott, kannst mich allein mit Allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dir, du höchftes Gut! 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn mir dein Segen, Herr, gebricht; umsonst, daß die Gefahr ich fliehe, entfliehen kann ich doch ihr nicht, 257 wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein starker Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn von dir nicht bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Mein Innerstes vor dir ausschütten, wenn Noth und Kummer mich beschwert, besänftigt meinen Gram und Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist Pflicht für uns und Seligkeit, und flößt uns Muth und Eifer ein, in deinem Dienste treu zu fein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst Den wieder, der dich ehrt; des Frommen Lob, Herr, ist dir werth. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit; und wer dir dankt, Dem strömest du von neuem Heil und Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Undacht Opfer R gnä nye 258 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten ladall gnädig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß betend er dich würdig preist! [ 99.] Diterich. ni Das Vater unser. Mel. Erschienen ist der herrlich'. 373. Du, deß sich alle Himmel freu'n, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Den ken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Dich ehre, wer dich, Bater, kennt, so oft er deinen Namen nennt, Unend: licher! 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evange: lium. Mach' unser Herz ihm unterthan: so beten wir dich freudig an, Ullgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirft, dein Wille, Weisester, gescheh' auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit! 5. Was unser Leben hier erhält, gib uns, so lang es dir gefällt; doch gib uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sei, und dir vertrau'! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag' unsre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Bruders Fehler gern verzeihn. Wir wollen's, Herr! 7. 3u heiß sei die Versuchung nicht; Herr, stärk' uns, wenn uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mächtig bei; mach' uns im Guten feft und treu, Erbarmender! 8. Erlös', erlöf uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth. Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern Leben auf, du, dem wir traun! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlichkeit, von Ewigkeit, zu Ewigkeit. Gelobt feist du! [ 21.] Klopflock. Allgemeine Bitten. m In eigener Melodie. 194 374. Herr, lehr' mich thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geift führ' mich auf ebner Bahn! Durch ihn laß Weisheit mich und Kraft empfahn, stets unverrückt den rechten Weg zu wallen, dir immer mehr, mein Vater, zu vertraun, und stets mit Luft auf dein Gebot zu schaun. 2. Kein Heuchelschein, kein unbeständig's Wanken verführe meinen Geist; Aufrich: tigkeit und rechter Ernst ſei meine Frömmigkeit! Selbst meine Triebe, Wünsche und Gedanken laß alle dir, nur dir geheiligt sein; mein ganzes in Hinsicht auf Gott und Jefum. zes Herz sei, wie mein Leben, rein! 3. Gib, daß ich stets bei meinem Thun bedenke, ob es, o Herr, dir wohlgefällig sei; ob ich, der Pflicht und deinem Willen treu, mein Herz allein auf Recht und Tugend lenke; ob nie mein Fuß vom richt' gen Pfade irrt; ob dein Gesek mir immer theurer wird. 4. Daß du, mein Gott, stets nahe bist uns allen; daß du auch mir allgegenwärtig bist; daß deinem Auge nichts verborgen ist: das schüße mich, zu straucheln und zu fallen. Lockt die Begier, lockt Eitelfeit der Welt: dann gib mir Muth, zu thun, was dir gefällt. 5. Laß sorgsam mich mein schwaches Herz bewachen, wenn eitle Lust und Thorheit mich umgibt; und wenn Verfuchung meine Treue übt: dann reiche du die starke Hand dem Schwachen. Vergessen laß mich, was vergänglich ist; und leidend fühlen, daß du Vater bist. 6. Was du mir schickst, davor laß mir nicht grauen, nichts scheuen mich, und wär' es auch der Tod; laß mich, o Herr, in aller meiner Noth nicht meiner Kraft, nur dir allein vertrauen. Du kenneft jeden Kummer, der mich nagt; Ca 259 du hilfft gewiß, wie du es zugeſagt! [ 36.] Freylinghausen. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 375. Nicht um Reichthum, nicht um Ehre bitt' ich, bester Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre, ohne Gott: wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehen himmelan: sende Freude, nur lieben kann. fende Plage, wenn ich dich kennen; dich in Freude, dich 2. Dich, o Gütigster, zu im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß nur wünscht ganzes Dankdeiner Gaben wünsch' ich mir, empfindung beim Genießen stillen Frieden im Gewis fen, Freud' am Guten und in dir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, allen Menschen wohl zu thun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Lafter zu bekämpfen, ihre Reize zu schmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, unerschüttert fest zu stehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen; dich, o Gott, sonst Niemand scheun; fest in deiner Liebe stehen; Bater, stets dir nahe sein: diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein! Sa, R 2 um 260 Christliches Gesinntsein und Verhalten um deiner Liebe willen wirst 8. Schenkt deine Hand mir du, was ich bat, verleihn! Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein, und dürft'ge Brüder gern erfreun. 9. Gib mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nük' und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh'. 10. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. mo 11. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht! Verlaß mich auch im Alter nicht! 12. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und gib mir dann, vor deinem Thron, der Gottesfurcht verheißnen Lohn! [ 34.] Gellert. Mel. O Gott, du frommer. 377. Huldreicher, milder Gott, du Geber aller Gaben, von welchem Alles ist, von dem wir Ulles haben, gesunden Leib gib mir; doch gib, Herr, daß dabei auch meine Seele fromm, rein mein Gewissen sei! Sin 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ich's immer thu', wann, [ 69.] Lavater. Mel. Vor deinen Thron tret'. 376. Ich komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig's Herz mein Lebelang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in dei ner Hand; von dir empfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, und durch dein Wort erleucht' und leit' ihn immerfort. 5. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; drum gib mir Kraft, daß ich zuerst nach deis nem Reiche streb', und treu in allen meinen Pflichten sei. 6. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 7. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterkeit. m in Hinsicht auf Gott und Jefum. wann, wo und wie ich soll, und dann gerathe mir's durch deinen Segen wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus mei nem Munde gehen; hilf, daß ich rede frei, doch ohne Bitterfeit, fanft, doch mit weisem Ernst, was Umt und Pflicht gebeut! 4. Gerath' ich in Gefahr: so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth und Trost in Leidenstagen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und schenke Freunde mir, die gut und weise sind. 5 Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib, o Herr, dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch lieblos fei! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen: so schenke mir Geduld, und gib, daß ich alsdann mein graues Haar, o Gott, mit Ehren tragen kann! 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abschei: den; auch mir erwarb er ja die Hoffnung ew'ger Freuden! Sanft aber ruh' der Leib in 261 seiner stillen Gruft, wenn deine Huld den Geist zum höhern Leben ruft! Heermann u. Schlegel. Gott, du frommer. 378. Herr, höre mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Er- 1 greife, leite mich; flöß' Kraft mir Schwachen ein; laß nicht umsonst mein Flehn um deine Gnade sein. 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn. [ 71.] Mel. 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu ſein: und immer hab' ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott: o sieh es mit Erbarmen, und reiche deine Hand mit Baterhuld mir Armen; gib meinem Geiste Licht: gib meinem Borsag Kraft: so kämpf' ich nicht umsonst mit Welt und Leidenschaft. 5. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tu 262 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Tugend Eifer hindern. Wenn laß mir im Leben hier, was der Verführung Gift, des nöthig ist, nicht fehlen. Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird: dann steh' mir bei, mein Gott! 4. Gib, daß ich immer achtsam sei, was mir zu thun gebühre; daß Ehrgeiz nicht, noch Heuchelei zu Sünden mich verführe. Hilf, daß ich nicht je meine Pflicht durch Eigennut entehre, und nie durch Neid, Haß, Falschheit, Streit des Nächsten Ruhe störe. 6. So werd' ich deinem Dienst vergebens mich nicht weihen; der Schwachheit Fehs ler wirst du gnadenvoll verzeihen. Hab' ich dann, dir getreu, vollendet meinen Lauf: so nimm, Herr, meinen Geift in deinen Himmel auf. [ 71.] Cramer u. Spalding. Mel. Was mein Gott will, g. 379. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange; daß ich dich fuche mit Begier und standhaft dir anhange! Verleih', daß ich mit Freuden dich in deiner Hülfe schaue; im Herzen rein, mein Glück allein auf deinen Beistand baue! 2. Gib, daß ich in Gerechtigkeit nach deiner Gnade strebe, gottfelig, züchtig alle zeit in deinem Reiche lebe; und falle ich: so stärke mich, bald wieder aufzustehen, mit wahrer Reu', dem Guten treu, den bessern Weg zu gehen. 3. Laß Lieb' und Glauben allezeit in mir, o Gott, sich mehren: dann werd' ich Ruh' und Freudigkeit des Herzens nie entbehren. Mein bestes Theil, der Seele Heil, laß weise mich erwählen; dabei 5. Gib, daß des Zornes Leidenschaft nie mein Gemüth regiere; gib, daß durch sanfter Tugend Kraft ich selbst den Haffer rühre. mich, will Hochmuth sich in Vergess ich meiner Seele regen: so hilf du mir, gebeugt vor dir, der Demuth Schmuck anlegen. treuem Rath, von falscher 6. Hilf, daß ich folge Meinung trete, den Armen helfe mit der That, für Freund' und Feinde bete, dien' Jedermann, so viel ich kann, und alles Unrecht meide an allem Ort, nach deinem Wort, bis ich von hinnen scheide. [ 92.] Seermann u. Spalding. Mel. Was mein Gott will, g. 380. Ach, höchster Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; in Glück und Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß Freud' und Leid zu keiner Zeit von in Hinsicht auf Gott und Jeſum. von dir, mein Gott, mich trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich je betrübe; gib, daß ich alles Böses scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsat je verlegen; der Seele Heil, mein bestes Theil, laß mich nach Bürden schätzen. 263 gierig trachten; nie Ruhm und Ehre dieser Welt mehr, als sie werth sind, achten; und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und eitlem Lobe streben: laß mich vielmehr, zu deiner Ehr', in wahrer Demuth leben. 7. Laß keine Ungerechtigkeit, o Gott, mein Herz be schweren; durch Mittel, die dein Wort verbeut, laß nie mein Gut mich mehren. Nie neig' mein Sinn zum Geiz sich hin! Willst du mir Güter schenken: so laß auch mich stets brüderlich der Dürftigen gedenken. 3. Auch bitt' ich dich, mein Gott, verleih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, den nichts mir könne rauben. Gib, daß ich mich all'zeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod, dein Heil getroft umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nie zu schämen, und gern, wie er, sei's noch so schwer, mein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen! Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe: gib, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nie soll nach Reichthum, Gut und Geld mein Herz be8. Gib, daß ich Trug und Heuchelei mit aller Sorgfalt fliehe: mich nie durch niedre Schmeichelei um Menschengunst bemühe. Laß Ja und Nein mir heilig sein; laß nie mich lieblos richten, und Bank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 9. Schaff', Gott, ein reines Herz in mir, voll Glauben, Liebe, Güte; ein Herz, das, ganz geheiligt dir, vor böser Lust sich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 10. Verleihe, Herr, mir deinen Geist, daß er mich stets regiere, mich, wie es uns dein Chriftliches Gesinntfein und Verhalten 264 dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe: so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir den Lohn der Treue geben. [ 92.] Rift, Mel. In Diterich, Spalding. mache leicht, was mir sonst hab' ich gehoffet. 381. Ich weiß, mein Gott, daß, was ich thu', allein auf deinem Willen ruh': von dir kommt Glück und Segen. Regierest du, Herr, meinen Gang: geb' ich auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß das gescheh', was er bedacht, und er sich dessen freue. Dein weiser Rath, Gott, macht allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch, und denkt's voll Muth, dieß oder jenes sei ihm gut, und täuscht sich doch und fehlet. Oft sieht er das für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum gib mir Weisheit aus der Höh, damit ich nie aus Stolz besteh' auf meinem eignen Willen. Mein höchster Wunsch sei, was du willst, gehorsam zu erfüllen! 5. Hilf mir, eh' sich mein Herz entschließt, erkennen, was mir schädlich ist; was dir mißfällt, verwehre. Mein einzig 3iel, mein bestes Theil sei deine Lieb' und Ehre. 6. Ift's Werk von dir: so gib mir Glück; ift's nicht von dir: so treib's zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht willst, das muß von selbst in kurzer Zeit zerrinnen. 7. Steh du mir bei, und fast unmöglich däucht; Herr, du bist start und weise! Vollende selbst dein Thun und Werk zu deinem Ruhm und Preise. 8. Scheint's gleich im Unfang mir zu schwer; will Furcht und Sorge zu mir her von allen Seiten dringen: so muß es doch, durch deinen Schutz, mir endlich wohlgelingen. 9. Der Weg zum Guten ist oft steil: doch immer findet Ruh' und Heil, wer ihn mit Freuden gehet; und lohnen wird ihm einst sein Herz, wenn er am Ziele stehet. 10. Dir, Herr, sei aller Ruhm gebracht! Frohlockend will ich deine Macht vor aller Welt erheben, und Dankes voll, zum Preise dir, nach deinem Willen leben. [ 50.] P. Gerhardt u. Diterich. Fürbitte. Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 382. Für unsre Brüder beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir. Du, der du aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 2. Dir Sormado in Hinsicht auf Gott und Jesum. 2. Dir opfert unser Lobgefang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du die Menschen alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns und danken dir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite fie auf ebner Bahn; es fei, o Herr, zu deinem Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zu rück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, Den mach' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty: ranney bie Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Antlitz fehn! 7. Gib Allen einen frohen Muth; bewahr' ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Uchtung fie erfreun, 8. In ihrer Noth verlaß fie nie, und find fie traurig, tröfte fie! Gib ihnen hier Zufrie: denheit, und dort des Himmels Seligkeit. 9. Wir Alle, einst den En geln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir dir, unser Aller Bater, dir! [ 32.] 3. A. Cramer. 265 Hobid Deffentliche Gottesmauverehrung. 3 Mel. Herzliebster Jefu, was. 383. Dir, Ewiger, sei die ser Tag geweihet! Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, fich freuet. laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten. 2. Dich preifst der Lobgefang der Himmelsheere! Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre! Laß Lob und Dank und Bitten von uns allen dir wohlgefallen! 3. Mit Undacht will ich, Vater, vor dich treten; du liebest Die, die kindlich zu dir beten, und willst, die ihrer Sünden Schuld bereuen, mit Trost erfreuen. 4. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, im Geift und in der Wahrheit dich ver= ehren, und festen Schrittes wandeln deine Pfade, du Gott der Gnade! 3010 5. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Treue! Gib, daß mein ganzes Herz des Glücks sich freue, des hohen Glücks, das uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 6. Ja, Preis sei dir, du Todesüberwinder! Un diesem Tag hast du zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 7. Drum 266 Chriftliches Gesinntsein und Berhalten 7. Drum fei're dankbar 5. Ja, dir gefällt das Lob diesen Tag die Erde, daß jedes der Frommen; und näher Land voll deines Ruhmes fühlen sie dein Heil, wenn werde! Lob sei, Erlöser, dei fie vereinigt vor dich kom nem großen Namen auf ewig! men, vor dich, ihr höchstes Amen. 12 timer Gut und Theil. Was du verheißest, stehet fest: wohl Dem, der sich auf dich verläßt! [ 38.] Sturm. Mel. Religion, von Gott geg. 384. Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte, wo deines Namens Ehre wohnt! O gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen Die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der in der Deinen Mitte, dich zu verehren, Ernst beweist! Du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er, auf deiner Wahrheit Bahn, rechtschaffen vor dir wandeln kann. [ 76.] 3. G. Ruths u. Diterich. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 385. Frohlockend dank' ich, Vater, dir am Tage deiner Ehre! Du schenkest deinen Geist auch mir, daß er mich Weisheit lehre; damit auch ich, erleuchtet, dich und Jesum, deinen Sohn, und mich zu meinem Heil erkenne. 2. Hochheilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Luft und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, dich findlich anzubeten. 3. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang, zum Him mel mich erhoben. Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen an deinem Thron ihr Heilig! Heilig! singen. 4. Hier seh' ich jeder Tu gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod dazu erlangen. Hier stärkst du mich T3 X 2 3. Stets ist, Herr, deine Lehre Segen Dem, der sie recht zu Herzen nimmt; sie gibt uns Trost auf Leidenswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; sie gibt im Kampfe Muth und Kraft; sie ist's, die Sieg und Freude schafft. 4. Auch uns wollst du dieß Glück gewähren, wenn wir in deinen Tempel gehn, um uns durch deiner Weisheit Lehren gebessert und erbaut zu sehn! Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. MY S in Hinsicht auf Gott und Jesum 267 mich durch deine Kraft zur der Spötter, dich, den Gott Treu' in meiner Pilgerschaft: der Götter. mein Wandel ist im Himmel! 5. Hier fühl' ich immer mehr mein Herz von deiner Lieb' entbrennen, und seufze: laß nie Glück noch Schmerz von dir, mein Gott, mich trennen! Wie schwer die Last ist, wird sie doch mir leichter stets, und sanft dein Joch, weil mich dein Wort erquicket. [ 22.] J. A. Cramer. Mel. Mache dich, mein Geift. 386. Herr, versammelt find wir hier mit der Schaar der Deinen., wer wollte nicht vor dir oft und gern erscheinen? Du erfreuft unsern Geist, wenn wir vor dich tre ten, Herr, dich anzubeten. 2. Groß ist überall dein Ruhm, wo nur Wesen denken, Dieses Tempels Heiligthum kann dich nicht umschränken: doch auch hier strömt von dir deiner Gnade Segen deinem Volk entgegen. 3. Von dem Weltgeräusch entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist und lernt, was ihn stets erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die die Seele laben. 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen sehen, die hier still und feierlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, trotz dem Wahn an 5. Jeden zieht ein fanftes Band hin zu seinen Brü dern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern. Freund und Feind sind vereint, dich, durch den sie leben, dankbar zu erheben. 6. Hier wird Christensinn geweckt, Licht und Trost vers breitet, mancher Sünder aufgeschreckt und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das ohne zu verzagen. Herz, hier gestärkt, ertragen, E 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens! Er, der uns mit dir versöhnt, sprach es nicht vergebens. Selig ist jeder Christ, der es achtsam höret, und durch Tugend ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns beweisen! Er allein soll es sein, den sich unfre Seelen stets zum Führer wählen! [ 82.] Reche. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 387. Bor deinem Throne bet' ich an, du Schöpfer aller Dinge! Ich will, ich darf mich zu dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe; du willst's, wenn du gleich wohnst im Licht, in das mein blödes Auge Chriftliches Gefinntfein und Verhalten 268 Auge nicht vermag hinein zu schauen. 2.D möcht' ich doch mich allezeit an dir, mein Gott, erfreuen, und, voll von deiner Herrlichkeit, mein ganzes Herz dir weihen! Oft aber reißen meinen Sinn Geschäfte, Noth und Welt dahin, zur Eitelkeit der Erde. oier asic 3. Uch zeuch mich, o mein Gott, zu dir am Tage deiner Ehre; gib, daß ich dann nur dich in mir empfind' und seh' und höre: doch laß auch jeden Tag allein dir, o mein Gott, geheiligt sein, zur Wohlfahrt meiner Seele! 4. Nimm hin mein Herz, und wohn' in mir, damit mich nichts zerstreue, wenn ich dich lob' und mich in dir und deiner Gnade freue! Laß keine Sorgen dieser Zeit die Sorge für die Ewigkeit in meiner Seele stören. 5. Geheiligt laß vor deinem Thron, o Bater, mich erscheinen; geheiligt, Gott, durch deinen Sohn, mein Herz mit dir vereinen! Was deiner Gnade Wort verheißt, ge währe mir dein guter Geist, und allen deinen Frommen. 6. Gib, daß des Wortes Geist und Kraft Verstand und Herz durchdringe; daß ich mit Fleiß, gewissenhaft und treu dein Recht vollbringe. Auch mache mir bis auf den Grund 3816 mein Herz, mein ganzes Leben kund, daß ich nie heucheln 159m möge. 7. Gib Alles, was dein Sohn verheißt, und send' uns Kraft von oben, damit wir dich mit Einem Geist, aus Einem Munde loben. Laß unser Lob und unser Flehn, und unsern Dank von Herzen gehn, und dir, o Herr, gefallen! [ 22.] 3. A. Cramer und Niemeyer. Beim Anfang des Gottesdienstes.ind Mel. Nun danket Alle Gott. in 388. Gott, Preis dir, daß wir dich im reinern Licht er: kennen, und findlich, voll Vertraun, dich dürfen Vater nennen; daß du, Herr, durch dein Wort den Pfad zu dir uns zeigst, und deine Baterhand uns, wenn wir strau90an cheln, reichst. 2. In deinem Heiligthum, vereint zur Andacht, hören wir deines Rechts Gebot, und deines Trostes Lehren. Hier sammelt unser Geist zur Erdenpilgerschaft in trüben Stunden Muth, zu guten Thaten Kraft. 3. Laß uns, o Ewiger, dir reine Opfer bringen; von heil'ger Gluth entflammt laß sie zum Throne dringen! Wir stammeln nur dein Lob; neig' uns in Hinsicht auf Gott und Jesum. 269 uns voll Huld dein Ohr! 2. Doch laß, o Herr, dein Einst mischt sich unser Dank Wort uns nicht nur hören: in deiner Himmel Chor.i laß uns auch thun nach dei[ 65.] von Köpfen. nes Wortes Lehren, und gib do Mel. Wunderbarer König. uns Kraft, mit Freuden deinen 389. Gott ist gegenwär- Willen treu zu erfüllen! tig! Froh ihn anzubeten, laßt uns vor sein Untlig treten! Er ist groß und herrlich! Alles, Alles beuge sich vor seinem Thron und schweige, andachtsvoll, uns zum Wohl, auf die sel'gen Lehren seines Worts zu hören! shi 2. Möchten wir doch würdig deinen Namen preisen, Gott, dir würdig Dank erweisen! Möchten wir, gleich Engeln, einst dein Lob erhöhen, und, wie sie, dein Untlik sehen! Gib, daß wir dir schon hier suchen zu gefallen; hilf dazu uns Allen! 3. Laß für die Tugend unser Herz entbrennen, und lehr' uns Jesum Chriftum recht erkennen, daß wir, von seinem Sinn und Geist getrieben, das Gute üben. 4. Dein Wort, o Gott, ist Licht auf unsern Wegen; es gibt uns Weisheit, Seelenruh' und Segen, und wird einst Seligkeit in jenem Leben den Frommen geben. [ 38.] Sturm. Mel. Liebster Jesu, wir find. 391. Wir erscheinen hier vor dir, dich, o Vater, zu verehren und mit stiller Lehrbegier auf das Wort des Heils zu hören, von der Welt uns zu entfernen, und, was dir gefällt, zu lernen. 2. Gib uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben! Nimmer laß der Lästrer Spott dieses Segens uns berauben! Gib auch Licht und Muth und Stärke uns zu jedem guten Werke! 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren! Laß uns Alle, stark durch dich, gern vollbringen, was wir hören! O dann fin= 3. Gib, daß unsre Kenntniß sich von dir vermehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Unsre ganze Seele müsse schon auf Erden, großer Gott, dein Tempel werden! Wo wir stehn, wo wir gehn, hilf uns, dir nur leben, und dich stets erheben. gesegnet, Du [ 105.] Tersteegen u. Schlegel. Mel. Herzliebster Jesu, was. 390. Sei uns Tag der stillen Feier! heil'ger Tag, sei unserm Herzen theuer! In frommer Andacht laß uns deine Lehren, o Bater, hören! dail id E 270 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten findet schon hienieden unsre und von Heuchelei, zu weihn Seele Heil und Frieden. dir unsre Lebenszeit in christ licher Rechtschaffenheit. [ 54.] 3. A. Cramer. In voriger Melodie. 392. Geift des Herrn! Lehr uns zu dem Bater beten, und er: wed' uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten: so wird er, um Chrifti willen, unfre Bitten gern erfüllen. 2. O du Geist der Herrlich teit, wirke kräftig in uns 21len! Jedes Herz sei dir geweiht; schaff' zu deinem Wohlgefallen, daß wir, reich an deinen Gaben, Weisheit, Tugend, Ruhe haben! 3. Laß uns jetzt dein heilig Wort mit vereinter Andacht hören! Gib auch, daß wir fort und fort wandeln, Herr, nach deinen Lehren; so wird, Höchster, uns dein Segen leiten auf des Lebens Wegen. [ 54.] Tob. Clausnißer. Mel. Herr Jefu Chrift, dich. 393. Crhör' uns, Gott! Wir flehn um Licht: versage deinen Geist uns nicht! Laß uns dein heilig Wort verstehn, und freudig deine Wege gehn! 2. Erleuchte unsre Seelen nun; stärk' uns, und lehr' uns redlich thun nach deinem Wohlgefallen, Gott! Denn dein sind wir jetzt und im Tod. 3. Mach' uns im Glauben stark, und frei von Trägheit 4. O Höchster, unser Lob: gefang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommner dich erhöhn! [ 32.] 3. A. Cramer. Mel. Liebster Jesu, wir find. 394. Hilf, Herr, daß dein theures Wort unsre Seele ganz durchdringe; daß es jetzt und immerfort in uns reiche Früchte bringe! Gib, daß es uns kräftig stärke zur Vollbringung guter Werke. [ 54] Müller u. Stockhausen. Mel. Liebster Jefu, wir find. 395. Herr, vor deinem Angesicht find wir hier, dich anzubeten. Laß uns ohne Undacht nicht, nicht ohn' Ernst dein Haus betreten; gib uns Herzen, die dich ehren, gern der Wahrheit Stimme hören. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen, und des Frrthums Nacht zerstreuen!.0es 3. Daß, mit deinem Wort bekannt, wir, was du befohlen, üben, dich und Den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben; daß kein Leid und Stabi in Hinsicht auf Gott und Jesum. 271 und keine Freude uns von Wort zu hören! Lenke Sindeiner Liebe scheide! nen und Begier zu des Himmels heil'gen Lehren, daß die Seele von der Erde ganz zu dir gezogen werde. [ 54.] Schiebler. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 396. Lent', o Gott, in die fer Stunde unsern Geift empor zu dir! Dwie selig werden wir, stehn wir nur mit dir im Bunde! Wer dich kennet, liebt und ehrt, findet, was fein Herz begehrt. 2. Sieh, wir sind an die fem Orte still und feierlich vereint; preisen dich, o Men= schenfreund; hören hier des Lebens Worte. Fern sei alle Heuchelei! Jeder sei dir ewig treu! E dimil Reche. [ 3.] 1 Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 397. Der du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! Send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärk' den wankenden Verstand, mach' uns dein hei lig's Wort bekannt; zur Heiligkeit flamm' er uns an, und feite uns auf rechter Bahn! 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott: heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in deinem Licht von Ungesicht zu Angesicht. [ 32.] Klopstock. In eigener Melodie. 398. Liebster Jesu, wir sind hier, deiner Wahrheit 2. Dieses Lebens Wissenschaft ist mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend Tehr' auf's Wort uns merken! Laß es uns zum Leben stärken. lichkeit über Alles hoch erho3. Du, von Gott zur Herrben; du, den dort in Ewigkeit hober Geister Schaaren loben, lehr uns, deines Himmels Erben, heilig leben, felig sterben! [ 54.] Tob. Elausniger. bympilan dan Nach dem Gottesdienst. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 399. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Hilf uns gnädig, daß auch wir treu nach deiGlauben Kraft und Stärke, nem Willen leben! Gib dem daß er thätig sei durch Werke! 2. Uns, o Bater, lehrest du, wie wir vor dir wandeln sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! Herr, laß alles wohlgelingen. i mol [ 54.] Saßlocher u. Diterich. Mel. 272 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Mel. Nun danket Alle Gott. Anerkennung und Ver400. Gepriesen sei der ehrung der Verdienste und der hohen Würde Jesu. Herr für seines Wortes Leh= ren! Den Sündern rief er zu, fich ernstlich zu bekehren; Be trübten gab er Trost; den Schwachen Muth und Kraft; den Frommen stärkern Trieb zu dem, was Segen schafft. 2. Es bringe nun sein Wort, durch seines Geistes Stärke, in unserm Wandel stets auch Früchte guter Werke; daß unfer Glaube feft, ihm bis zum Tode treu, und immer thätiger durch wahre Liebe sei! [ 68.] 10 SA. Cramer. al Mel. Liebster Jesu, wir find. 401. Gott sei Preis und Dank gebracht! Jetzt auch haben wir vernommen, was uns gut und selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken kräftig unfern Glauben stärken. 2. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen; wer auf Gottes Wegen geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 3. Unsern Ausgang fegne Gott, unfern Eingang, unsre Werke; segne Jeden in der Noth mit Geduld, mit Troft und Stärke; daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm einst sterben! [ 54] 3. A. Cramer. 39102 Mel. Komm, heiliger Geift, 402. Uns die anbetend dir sich nahn, nimm Jesus Christus, gnädig an! Wir wollen unser Herz dir geben, dir sterben und dir leben. Rüst' uns mit deines Geistes Kraft auf dieser Erde Pilgerschaft, daß nicht die Lockungen der Sünden uns, deine Jünger, überwinden, durch ihre Macht.:,: dom lig 2. Du, Schutz der Deinen, starker Hort, laß deiner Wahrheit helles Wort auf unsers Lebens Pfad uns leiten, nicht wanken uns, noch gleiten! Treib' fern von uns des Frrthums Nacht, und wehre deiner Feinde Macht; daß herr: schend auf der ganzen Erde dein sanftes Gottesreich bald werde, zum Heil der Welt!:,: 3. Du Du Hocherhab'ner! Gottes Sohn! Hilf uns vor deines Vaters Thron getroft, in deinem Namen, treten, und freudig zu ihm beten! Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit; daß wir als deine Strei ter ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen! Halle luja!:,: [ 51.] G. B. Funk. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. Mel. Ein Lämmlein geht und 403. Dich ehre dankvoll jeder Christ, o Jesu, Trost der Sünder! Du bleibest ewig, was du bist, der Freund der Menschenkinder. Die Seligen, Herr, jauchzen dir; wie follten denn, Erlöser, wir nicht deinen Ruhm erheben? Auch uns erwarbst du ew'ges Heil, und willst so gern uns Allen Theil an deinem Segen geben. 2. Noch immer bist du, Herr, bereit, den Sichern zu erwecken; Dem, der Gott weder kennt noch scheut, sein Elend aufzudecken; und wenn, von Sündenschuld beschwert, er der Vergebung Troft begehrt, ihn dann in seinem Leide mit Gottes Frieden zu erfreun, und Beff'rungskraft ihm zu verleihn, ist dir, Era löser, Freude. 3. Noch immer stehst du Denen bei, die dich zum Führer wählen, und ihre Seelen deiner Treu' zur Leitung anbefehlen. Du lenkest deiner Freunde Schritt, und theilest ihnen Kräfte mit, der Tugend Bahn zu gehen; du schenkest ihren Herzen Ruh', und führst fie deinem Himmel zu, sich ganz beglückt zu sehen. bon 4. Dieß ist dein Ruhm und unser Glück! Wer sollte dich nicht ehren? Wer auch nur einen Augenblick nicht deine Stimme hören? O zeuch selbst 19 273 mein Gemüth zu dir, und wecke deinen Sinn in mir und deines Geistes Triebe! Gib mir ein stilles, frommes Herz, voll Mitleid bei des Nächsten Schmerz, und voll von Menschenliebe. * [ 18.] sid imDiterich. In eigener Melodie. 404. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last von Sünden kein Mensch, kein Engel retten kann, die nirgends Trost und Ruhe finden. Ruhe finden. Wenn ihnen dieses Lebens Noth, wenn ew'ges Elend ihnen droht, und wenn sie nirgend Hülfe wisfen: so stillt er huldvoll ihr Gewissen, und lehrt sie gläubig Gott sich nahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein überschwänglich liebend Herz bracht' ihn zu uns herab auf Erden. Er scheute nicht Gefahr noch Schmerz; er trug die drükkendsten Beschwerden und bitt're Leiden ohne Zahl, Schmach, Lästerung und jede Qual; wie willig hat er selbst sein Leben zu unserm Heile hingegeben! Für uns, für uns hat er's gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun herrscht er auf der Himmel Thron, auch da die Zuflucht aller Seelen, die, schnödem Sündendienst entflohn, zum Freund und Retter 274 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten Retter ihn erwählen. Er, der Schüchternheit! fein Blut für sie vergoß, macht von der Sündenschuld sie los, wenn sie sich gläubig zu ihm wenden; er hat ihr Heil in seinen Händen, der Reuige begnad'gen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Deß freut der Jünger Jesu fich; mit Gott versöhnt, nicht mehr ein Sünder, ge: nießt er jetzt und ewiglich die Rechte der geliebten Kinder. Die Kinder läßt der Vater nie; er heiliget, er segnet sie; sie sollen sich zu ihm erheben, bei ihrem Vater ewig leben, ein herrlich's Erbtheil dort empfahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Ganz unbegränzt ist Jesu Huld. Mit welchem liebenden Verlangen, mit wel cher schonenden Geduld ist er Verirrten nachgegangen! Er streckt die Hand nach Zöllnern aus; er eilet in der Sünder Haus, stillt auch der Tiefgefall'nen Zähren, die seiner Liebe Trost begehren, erbarmt sich Uller, die ihm nahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie blickt er dort auf Petrum hin! Wie fleht er sterbend für die Feinde! Wie bald, mit welchem treuen Sinn besucht er, auferweckt, die Freunde, die ihn verließen; wie verzeiht er ihre blöde Er war einst, unter Kreuz und Leiden, ist noch, in seinen Himmelsfreuden, den Sündern liebreich zugethan. Mein Hei land nimmt die Sünder an. 7. Drum eil' ich hin zu ihm voll Reu', wenn meine Sünde mich betrübet; unwandelbar ist Jesu Treu', der bis zum Tode mich geliebet. Verloren müßt' ich wahrlich gehn, wollt' ich nicht selbst mein Elend sehn, und länger noch der Sünde dienen! Er ist zum Retter mir erschienen, betret' ich nur der Beff'rung Bahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Will banger Kleinmuth dir, mein Herz, der Gnade Gottes Hoffnung rauben: so lehrt sein Wort in diesem Schmerz an Gottes Huld mich freudig glauben. Lern' ich von ihm; bin ich bereit, zu thun das, was er mir gebeut: so werd' ich Reinigung von Sünden, und Weisheit, Tugend, Ruhe finden, und freudig gehn auf ebner Bahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Und fündigt ich auch noch so schwer: er wird mich dennoch retten wollen. Sagt nicht sein Wort: es will der Herr, daß alle Menschen leben sollen? Wenn ich es jetzt nur redlich mein', nur ernstlich mei= in Hinsicht auf Gott und Jefum. meinen Fall bewein, fein leich tes Joch nur willig trage, und allen Sünden ganz entsage: hinweg dann mit des Zweifels Wahn! Mein Heiland nimmt gewiß mich an. Gal 10. Doch fern sei die Verwegenheit, jetzt dieser Welt noch zu genießen, und erst, wenn Tod und Grab mir dräut, zur Besserung mich zu entschließen! Weiß ich, was mein Herz wollen wird, wenn es noch weiter sich verirrt? Und wollt' ich auch, werd' ich auch können? Wird mir der Herr zu thun vergönnen, was ich aus Frevel nicht gethan? Heut' komm' ich; heut' nimmt er mich an. 11. zeuch mich selber, Herr, zu dir, daß innig ich nach dir verlange, daß ich dich suche, und schon hier Vergebung, Heil und Trost empfange! Durchbringe mich mit Reu' und Schmerz, und laß dann mein geängstet Herz der Gnade Frieden tief em pfinden! 3euch mich zu dir, daß, frei von Sünden und Sündenschuld, ich rühmen kann: auch mich nahmst du, mein Heiland, an! [ 60.] Lehr u. Ribbeck. ( 0 Liebe gegen Jesum. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 405. Welterlöser, dich zu lieben, bis das Aug' im Tode 275 bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht! Von der Liebe Gluth durchdrungen, kamst du aus des Himmels Reich, wurbest schwachen Menschen gleich, haft mit Noth und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgefang fagt nun deiner Liebe Dant. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eitlen hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß fie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos; und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück; Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück; hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sab sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht! 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Freudig sehen mer von uns fern! Seine wir und schmecken: er ist nimLiebe, nichts als Liebe, predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß fie S2 uns 276 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten uns im Lieben übe, Menschen Dankbarkeit gegen Jesum, freund, seit du erschienst, ift die Liebe Gottesdienst. thätige Benutzung seiner Berdienste, Nachahmung orare 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dirasan Seju. zurück! Deine Stimme du follft leben! beitert seinen Thränenblick. Ach! du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth, starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frömmern Leben reize. Folgt er dir: o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. - 6. Heil uns, wenn wir treu dir dienen! Bonne strömt durch unsern Geist. Noch ist es uns nicht erschienen, was die Zukunft uns verheißt. Dich, dich hat uns Gott ge geben; o zu welcher Herrlichkeit wird er nach durchkämpf ter Zeit uns, dein treues Volk, erheben! Herr, durch diesen Hoffnungsstrahl wird uns hell das Todesthal, hol 7. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Herr, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer, gleich dir, durch's Leben gehet, schmeckt schon hier des Himmels Luft; Friede wohnt in seiner Brust; wird er einst zu Gott erhöhet: dann mischt sich der Liebe Dank in der Engel Preisgesang.md boh Reche. [ 81.] Mel. Nun danket Alle Gott. 406. Was kann ich, Jesu, dir für deine Liebe geben? Nimm hin mein Herz und Sinn, nimm hin mein ganzes Leben! Dir folgen will ich stets, mich ganz der Tugend weihn, und jede Sünde fliehn; so bleib' ich ewig bein bran 2. Was wär' ich ohne dich? Umringt mit Finsterniffen auf meines Lebens Bahn, würd' ich von Gott nichts wissen. Du haft den Geist erhellt Durch deines Lichtes Schein; du bahntest mir den Weg: dir will ich dankbar sein! tam 3. Durch dich nur lernte ich den Gott der Liebe kennen, und kann vertrauensvoll ihn meinen Vater nennen. St Gott mein Vater: dann darf ich nichts ängstlich scheun, und in der größten Noth werd' ich nie troftlos fein. 4. Kommt einst der Tod: er wird als Friedensbote kom men. Das Schrecken, das ihn sonst umgab, ist ihm ge nommen. Wie sollt' ich nicht dafür dir, Jesu, dankbar ſein? Ich leb', ich sterbe dir; ich bin, Herr, ewig dein! [ 65.] Give Demme. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 407. Jesum ewig zu verehren, ist mir sanfte, heil'ge Pflicht; feine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geifte Licht und zu jedem guten Werte gibt fein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt' ich ihn nicht dank bar preisen, der das Heil der Menschen ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, wel cher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; im 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth per band; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen Die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte; der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O, ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Men schenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find' ich Antrieb hier und Stärke! 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heil'ge Pflicht; dich, den Liebevollen, Weifen, dich, der Menschheit 277 Heil und Licht! Wehnlich, Jesu, dir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erden! [ 31.Jami on Demme. ⠀ Met. Sieh, hier bin ich, Ehr. 408. Sieh, hier bin ich! Heiß und innig steigt zu dir empor mein Flehn! Meiner Liebe reine Triebe wirst du, Mittler, nicht verschmähn, Laß dich finden, laß dich finden! Blick auf mich von deinen Höh'n! 2. Gib mir Urmen, voll Erbarmen, gib aus Gnaden mir den Sinn, dir vor Allen zu gefallen, dir, deß Eigenthum ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Nimm mich ganz zum Opfer hin! 3. Sieh mein Sehnen, meine Thränen: ach, sie fuhen, Jesu, dich! Deiner trösten die Erlösten hier im Pilgerleben sich. Laß dich finden, laß dich finden! Hab' ich dich, wie reich bin ich! 14. Heilig immer, wankte nimmer in der Frömmigkeit dein Herz. Ich nur finde noch der Sünde tödtend Gift in mir mit Schmerz. Laß dich finden, laß dich finden! Schaff' in mir ein reines Herz! 5. Tief in Nöthen laß mich beten, kindlich beten, Herr, vor dir. Wenn ich weine: so erscheine bald mit deiner Hülfe mir! Laß dich finden, laß dich fin= Christliches Gefsinntsein und Verhalten 278 finden! denn mein Herz verlangt nach dir. 6. Uch, wie nichtig, kurz und flüchtig sind die Freuden dieser Zeit! Dich nur wähle meine Seele, dich, mein Theil in Ewigkeit! Laß dich finden, laß dich finden! Mach' zum Himmel mich bereit. 409. [ 79.] 3. Neander u. 3. Mayer. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Menschenfreund, nach deinem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde, neig' auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der in bon Liebe Pflicht! HA die 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun dei ner Spur; wo du fegnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Ullen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für sei nes Herzens Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Ret tung, Heil und Trost ge funden, Hülfe, die er nirgend fand. 4. Brüder, kommt in meine Urme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich' ich dem Herrn: sein Verschonen, sein Bergeben, o wie übt's mein Herz so gern! bany ter tränken: o, mein Heiland 5. Mag man mich auch bitlitt noch mehr! Mag man Arges von mir denken: dulden will ich es, wie er! Wenn mir Jemand Gram bereitet: irrt vielleicht nur sein Ver stand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! Des schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen zum Wohlthun Liebe dringet, Den lohnt dauernder Gewinn. 7. 3war der Wehmuth Zähr entfließet Dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht ſprießet, oder wenig Frucht ihm beut; aber wer bei'm Säen weinet, freut doch einst sich wär's auch spät; endlich, Heil uns, endlich keimet, was die Liebe ausgefä't. [ 69.] Niemeyer. In in Hinsicht auf Gott und Jesum.. 279 In eigener Melopie.d 6. Wer hier sein Glück zu 410. Mir nach, spricht finden meint, wird's ohne dich Christus, unser Held; folgt verlieren; wer's bei dir zu vera meinem Vorbild, Christen! lieren scheint, den wirst zum Verleugnet euch, besiegt die Heil du führen. Wer dich als Welt mit ihren schnöden Lü seinen Herrn verehrt, und dir sten; gebt ihren Reizungen nicht folgt, ist dein nicht werth. nicht nach, erduldet lieber Un- 7. So will ich denn dir, gemach. 2. Sa, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu heil'gem Tu gendleben. Wem soll ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl; zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gott: ergebenheit, war auch voll Menschen liebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit, reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. und De o MORAMO 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heu: chelei entziehen. D, wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst auch mir noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein, und mich, dir nachzufolgen, scheun? nd meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, und in dem Kampf der Tugend gern getrost und standhaft stehen; denn wer nicht kämpft, trägt nicht die Kron' des ew'gen Lebens einst davon. [ 62.] 3. Angelus u. Diterich. In eigener Melodie. 411. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht, was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergess' ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß' ich nicht vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. hätt' ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost; ich trau' auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht rettungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 280 wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. ya ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. and 12. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt fanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz, empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 43. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen: aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, fann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen; bald werd' ich völlig selig sein. 100 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drücken den Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glau: ben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jefus ist, verzagen?[ 90] Bürde, Mein Freund ist mein, und ich bin ſein. [ 101.]. Depler u. Cramer. apt winds jun Mel. Jesus, meine Zuversicht. 413. Sanft und leicht ist Christi Joch; und was fann bei ihm uns fehlen? O wie felig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit war tet unser nach der Zeit! fic 2. Meines Glaubens freu ich mich freue, Gott, mich deines Sohnes! Meine Seele rühTreue. disapd Song vid dyjon finne Mel. Warum sollt' ich mich. 412. Meines Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide; daß ich ihn durch Glauben 4. Will das Herz der Noth erliegen: dann hilft Er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr, immerdar sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will froh und still ich durch's Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken! h stin Hinsicht auf Gott und Jesumid rühmet sich ihres Retters und des Lohnes, den durch ihn in jener Welt beine Huld uns aufbehält, sonup nad 3. Bringt gleich sein BeFenntniß hier mir oft Leiden und Beschwerden: dennoch bin ich treng denn mir follen ew'ge Freuben werden. Was ist gegen solch ein Glück mei nes Leidens Augenblick? 19 4. Seines Wortes will ich nie feige mich vor Spöttern schämen, wenn aus Wahn und Dunkel sie frech ihm seine Ehre nehmen! Was vermag der Läftrer Spott wider Je fum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich, wider mich und meinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch feine Macht mir rauben. Herr, ich halte an dir fest, der die Seinen nie verläßt! 6. Welchen Kampf hast du einst, Herr, für mein ew'ges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für mich gelitten! Schmach und Martern, selbst den Tod litten fie für dich und Gott. mai is 7. Nein, der Spötter Witz und Hohn darf und foll mich nie verführen, meinen Theil an Gottes Lohn, meinen Him mel zu verlieren! Fest will ich im Glauben stehn, auch für sie um Rettung flehn! JsRG 281 8.Treu sein will ich bis zum Tod; denn mein Glaub' ist nicht vergebens. Nach dem Tode führt mich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und mit ew'ger Herrlichkeit frönter mich nach kurzem Streit.is [ 48] 3 A. Cramer. Mel. Nun danket Alle Gott. 414. Mag doch der Spötter Heer sich deines Namens schämen; ich freue mich, dein Heil, Erlöser, anzunehmen, Dein Kreuz ist Thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Licht aber dem und Troft, der Gottes Wege geht. disor 2. Du kamst, des Höchsten Sohn, im Leben und im Sterben uns Weisheit, Kraft und Tröst und Gnade zu erwerben. Du wardst der Welt ein Licht; und folg' ich feinem Schein: wie glücklich bin ich dann, wie selig werd' ich sein! 3. Dieß müffe meine Luft an dir, o Herr, erwecken! 3u schwach, den ganzen Rath der Gottheit zu entdecken, nehm' ich dein hohes Heil mit Dank und Freuden an, und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 91/191 4. Einst wird die Ewigkeit mir hell'res Licht gewähren, und, Mittler, dein Verdienst im Schau'n sich mir erklären. Unendlich ist mein Heil; 99 do Glaube, der erfreut! Ge lobet 282 Christliches Gesinntsein und Verhalten lobet fei der Herr, gelobt in 5. Ich übergebe mich auf's Ewigkeit! s [ 65.] Gellert u. Diterich. neue, mein Herr und Heiland, jetzt an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue bei deinem Mahle feierlich. Dein eigen will ich ewig sein; du starbst für mich: drum bin ich dein!, Andenken an Jesum; Abendmahlsfeier. Mel. Wer nur den lieben Gott. 415. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir ge= macht. Verleib', zur Uebung dieser Pflicht, mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. 3 werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen durch dich, bei Gott Vergebung fand: so freuet meine Seele sich, Herr, deines Heils, und preiſet dich.n IN AR 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie start find deines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz ge bracht! Es wecke deines Todes Schmerz zu heißer Dank barkeit mein Herz dol 4. Hilf mir mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen der Ehr furcht, die dir, Herr, gebührt; nie Theil an frecher Läst'rung nehmen, die zu des Lasters Abgrund führt; mein ganzes Leben preise dich! Du lebtest und du starbst für mich. 7. Ich will, wie du, den nächsten lieben; und, wenn er sich an mir vergeht, Verföhnlichkeit und Sanftmuth üben! Dir, der für seine Mör der fleht, und Gott, der so viel Schuld vergibt, ist ähnlich, wer auch Feinde liebt. Glaube, daß meine Seele ewig 8. Es stärke fich in mir der lebt, und einft, entfesselt von dem Staube, zu dir, Erlöfer, Stätte mir, in deines Baters sich erhebt! Bereitet ist die Reich, von dir. 9. Ich fall' im Geiste vor dir nieder, und bete deine Liebe an. Mit neuer Kraft beginn' ich wieder des Glaubens und der Tugend Bahn! D, daß zur Stärkung meiner Treu' dein Mahl mir, Herr, gefeg net fei! [ 99.] Bruhn. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. Mel. Nun freut euch, lieben. 416. Herr, deines Lebens letzte Nacht, die Nacht voll Ungst und Schmerzen, die dich dem Tode nab' gebracht, sei heilig unserm Herzen! Un deiner letzten Stunden Qual laß uns bei deinem Abendmahl mit Dank und Rührung denkendsprisesid 162 Verfammelt hattest du um dich noch einmal deine Treuen, den Bund der Liebe feierlich mit ihnen zu erneuen; von Tod und Trennung sprachest du: vernichtet war der Deinen Rub', ihr Muth und ihre Hoffnung. 3. Da gabst du, sorgend für ihr Wohl, Erquickung ihren Herzen. Du tröstetest sie liebevoll bei deinen eignen Schmerzen. Du stiftetest der Liebe Mahl: und einer bessern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. 4. Auch wir erheben unsern Blick, an deines Altars Stufen, zu jenem höhern, ew'gen Glück, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du für Alle starbst, und Hoffnung uns, auch uns, erwarbst, des ew'gen Lebens Hoffnung. 5. Gib, daß aus Dankbar keit wir nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun und stand haft sein im Leiden; gib, daß wir deine große Huld durch 283 Liebe, Sanftmuth und Geduld und frommes Leben ehren. 6. Dieß sei von deinem Abendmahl, so oft wir es genießen, der Gegen, daß wir jedesmal von neuem uns entschließen, uns deiner Liebe zu erfreun, dir unverbrüchlich treu zu sein im Leben und im Tode. [ 66.] Lavater. Mel. Valet will ich dir geben. 417. Voll Inbrunst, Dank und Freude versammelt, beten wir, gedenken deines Todes und singen, Jesu, dir! Erweckt bei deinem Mahle zu neuer, feft'rer Treu, empfinden wir, wie selig, wer dir sich weihet, fei... 2. Wie heilig ist die Stunde, da wir uns betend nahn, und mit gerührtem Herzen dein heil'ges Mahl empfahn; wenn dein verdienstlich's Leiden vor unserm Blicke schwebt, und auf der Andacht Flügeln der Geist zu dir sich hebt! 3. Wie brennen unsre Seelen in heil'ger Dankbegier! Wie wallen unsre Herzen voll heißer Liebe dir! Dir, unserm Herrn, geloben wir, ewig treu zu sein, und uns und unser Leben ganz deinem Dienst zu weihn. Sovint 4. 3war sehen unsre Augen dich, unsern Heiland, nicht; nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; sehn nicht das Brod dich reichen, des Bun 284 Bundes Kelch uns weihn; uns schallt nicht deine Stimme: nehmt und gedenket mein. Christliches Gefinntfein und Verhalten 5. Doch wir, auch wir empfinden, wie göttlich du uns liebst wenn du in deinem Mahle der Gnade Pfand uns gibft. Wir fehn den Himmel offen, und der entzückte Seift hört, wie der Sel'gen Menge dich, ihren Retter, preift. 6. Dort, wo nach Stampf und Siegen, die Kron' am Ziel uns lohnt; wo Tod nicht ist, nicht Leiden; wodew'ger Friede wohnt, dort werden wir, vereinet in Eine Brüder schaar, dir danken, Herr, dich preisen, der uns auch Retter [ 4] war. 7. Laß diesen Tag der Wonne uns, Herr, gesegnet sein, daß noch dereinst im Himmel wir seines Heils uns freun! Und was wir dir ge loben, dazu verleih' uns Kraft! dann enden wir mit Freuden einst unfre Pilgerschaft. me [ 83.] Niemever. Psic dus Mel. Es ist gewißlich an der. 418. Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuern, und, von der Welt Geschäften fern, jetzt sein Gedächtniß feiern. Wie heilig ist die Stunde mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, fich erheben A 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Be trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde! Es soll mein Herz, von Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, dieß Mahl der Liebe feiern! 3 Dir, mein Erlöfer, will ich mich zum Eigenthum er fentlich: dein Sterben ſei geben; bekennen will ich öf mein Leben! So lang' ich athme, will ich dein und dei ner, Liebe mich erfreun, und sterbend noch sie preisen! 4. Mit Reue will ich meine Schuld erkennen und gestehen, und Gott um seine Vaterhuld und um Vergebung flehen! Hilf mir, mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun, und dankbar dein gedenken. wa 5. Dein Liebesmahl ver sichert mich von deines Vaters Gnade, und, so getröstet, Herr, durch dich, geh' ich der Tugend Pfade. Dann kann ich deiner mich erfreun, und voll der fro hen Hoffnung sein, den Him mel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werken übe. Gefällig ist dir dieser Dank: ihn will ich dir mein Leben lang aus reiner Liebe bringen! [ 23.] org Münter. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jefum. Mel. Schmücke dich, o liebe. 419. Schicke dich, erlöste Seele, gläubig nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heit und Wohlfahrt zu bereiten. 100% 2. Zu dem Mahle seiner Liebe nahe dich mit reinem Triebe! Tugendsinn muß dich durchdringen, soll sein Mahl dir Segen bringen. Komm getroft: es ist sein Wille; schöpf aus seiner Gnadenfülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen, mich im Fleiß zu guten Werken durch dein heil's ges Mahl zu stärken. Möcht' ich würdig es genießen! Ernst lich will ich mich entschließen, dir mein Leben ganz zu weis hen, und mich ewig dein zu freuen. bim is 285 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der dich sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. to arad 6. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, einst Schwache waren, Dankund Siegeslieder fingen, fie, die hier bein Heil empfingen: laß auch mich dahin einst kom men, wo ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, ewig Lieb' und Dank dir weihe. 150 moto [ 77.] 3. Frant u. Diterich. Mel. Schmücke dich, o liebe. 420. Herr, der du dein theures Leben in den Tod für mich gegeben, zu erlösen mich von Sünden, wer kann deine Huld ergründen? Sieh, ich komm', von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden; will den Bund mit dir erneuen, deinem Dienst mich ganz zu weihen. 4. Dir gelob' ich neue Treue, Herr, du siehst mein Herz voll Reue! Du, der gern den Geist erquicket, wenn die Schuld ihn niederdrücket, stille du mein heißes Sehnen, trockne mei nes Kummers Thränen; tilg' erbarmend meine Sünden; laß mich Trost und Frieden finden! e les soll 2. Heute sei der Bund erneuet; ganz sei dir mein Herz geweihet! Dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deis nem Sinn zu leben! Mich weder Luft noch Lei den, Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 286 den, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob' aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hasfest, will ich hassen, nur dein Wort mich leiten lassen, nie mit Vorfaß dich betrüben, Alles, was du liebeft, lieben. 4. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; die ses soll in trüben Stunden, wenn mich Angst und 3weifel drücken, mich mit Himmelstroft erquicken! 5. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß sich keiner vor dir schäme, wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? [ 77.] Lavater. Mel. Religion, von Gott geg. 421. Nimm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jefu Chrift! Gib, daß ich, dir getreu, stets übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar vor Augen sein! 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, sündhaft und des Todes werth, ich ſoll nicht sterben, sondern leben! Du hast das Leben mir gewährt; denn du starbst, Jesu, auch für mich: wie preis und ehr' ich würdig dich! 3. Von Herzen hab' ich dir versprochen, die bis zum Tode treu zu sein; dein Pfand, das Brod wird mir gebrochen; ich trinke deines Bundes Wein, und nun gelob' ich's nochmals dir, und flehe nur: Herr, hilf du mir! * 4. Stets will ich dankbar es ermessen, was du für mich gelitten haft, und deiner Liebe nie vergessen, die so viel Se gen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 5. Im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht! Bewahre mich vor neuen Sünden! Verlaß mich in Versuchung nicht! Im Tode noch sei, Herr, dein Heil mein höchster Trost, mein bestes Theil! En 6. Euch Ulle, seiner Kirche Glieder, die so, wie mich, sein Heil erfreut, euch Alle lieb' ich, meine Brüder, Miterben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; empfan in Hinsicht auf Gott und Jesum. pfangen Einen Wein, Ein Brod. 7. Mit euch will ich mich bier vereinen, die ihr durch Tugend ihn erhöht! Und wenn wir einst vor ihm erscheinen im Glanze seiner Majestät: dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr, seine Treuen, in sein Reich. 8. So soll denn weder Glück noch Leiden, noch Hohn und Ruhm und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält! Du bist und blei: best ewig mein; laß nur mich deiner würdig sein! [ 76.] G. Joach. Zollikofer. Mel. Es ist gewißlich an der. 422. Heiland, dessen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reu'voll sich zu Gott bekehrt, auf dich fein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder, suché dich; erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil; daß ich nicht troftlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dies Pfand der Liebe. Ich nehm' es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken! 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben; du starbst der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch 287 mir das Leben. Ich eff' das Brod, ich trink' den Wein, um, Herr, mit dir vereint zu sein, und dir getreu zu leben. 10000101 4. Laß denn zur Glaubensfreudigkeit dieß heil'ge Mahl mich stärken! Es stärke mich zur Willigkeit und Fleiß in guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften. 5. Sollt' ich forthin den Lüsten noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sclavisch Joch? Ich sollte mich erfühnen, dich, Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verleugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, ich will das Böse haffen; will jeden Reiz der Sünde scheun; und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht undankbar ent= weihn, und den Entschluß, dir treu zu sein, mit Freudigkeit vollbringen! [ 23.] Grot. Mel. Befiehl du deine Wege. 423. O du, der bis zum Tode am Kreuz auch uns geliebt, und bis zum Tode Tugend bei Schmerz und Hohn geübt! Wir nah'n voll heil' ger Andacht zu deinem Todesmahl, gedenken deiner Liebe, gedenken deiner Qual. 2. Wir Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 288 2. Wir weihen uns auf's neue, dir, Herr, zum Eigenthum; wir wollen dir nur leben, durch echtes Christen thum. Es ist auf Erden Keiner, der besser ist, als du; es findet unsre Seele in dir nur Trost und Ruh'. im 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, sich unser Ohr verschließt; wenn, deinem Wink zu folgen, das Herz zu träge ist, wenn eitle Luft der Sin nen in unsrer Seele wohnt: dann ernten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Bon Eitelkeit umgeben, vom Irrthum oft verführt, von Sinnlichkeit betrogen, wie leicht sind wir verirrt! Das Vorbild deiner Tugend vergaß oft unser Herz, verwarf die bessern Freuden, und wählte Reu' und Schmerz. 5. Doch heut', o Jefu, fühlen wir deine Lieb' auf's neu; empfinden ganz, wie selig dein treuer Jünger sei. Das Bild von deinem Leben erneut sich unserm Blick; wir sehn auf unsre Schwächen mit Scham und Reu' zurück. 6. laß, wenn wir das Denkmal der höchsten Lieb' empfahn, mit fündenreinem Herzen uns Alle zu dir nahn. Den Segen deines Todes empfängt nur, wer, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet, an guten Thaten reich. 7. Mit fester Treue hange das Herz an seiner Pflicht; es frag' im Kampf der Tugend nach Lust und Schmerzen nicht! So standhaft, wie du kämpftest, sei unsrer Tugend Streit; so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns er: freut! 8. Kost' es uns oft auch Mühe, der Tugend uns zu weihn; kost' es die schwersten Opfer, der Pflicht getreu zu sein: Was sind der Erde Freuden? Wie bald sind sie dahin! Was sind der Erde Leiden? Wie bald sind sie dahin! 9. Kommt, miterlöste Brüder, wir wandeln Hand in Hand dem großen Ziel entgegen, in's rechte Vaterland, voll Bruderlieb' und Treue, im süßen Vorgefühl des Lohns dersehns am Ziel. bewährter Tugend, des Wie10. Den herrlichen Vollender erhebe Lobgesang! Bei seinem heil'gen Mahle ihm Ehre, Preis und Dank! Wir schauen hier im Bilde, und dort von Ungesicht; wir wan deln hier im Dunkel: doch einst wird Alles Licht. Niemeyer. [ 10.] Mel. Jesus, meine Zuversicht. 424. Laßt mit Undacht im Gemüth, uns hinzunahn zum Altare! Wer von Lebenskraft noch noin Hinsicht auf Gott und Jesum. 289 7. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben. Laßt uns Kräfte, Zeit und Gut, Brüdern wid= men, für sie leben! Laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! [ 48.] 2. Alle gehn wir eine Bahn; Alle schreiten wir zum Ziele. Auf, und wandelt himmelan; und voll menschlicher Gefühle, G. W. C. Starte. durch der Menschheit Werthe di ape Vor dem Abendmahl. verwandtreichet euch die Bruderhand! Janse 3. Wer in Noth und Armuth lebt; wer des Lebens Glück genießet; wessen Herz fich froh erhebt; wem der Reue Thräne fließet, Jeder, Jeder ist mein Freund; ich bin keines Menschen Feind. noch glüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, Alle sind wir hier uns gleich. 4. Wandelt Alle sanft und gut! Wandelt edel, o ihr Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwerth und Brudersinn uns zu lehren, floß es bin. opurd 5. Der uns lehret, Kraft und Gut hin für Menschen glück zu geben, gab für Wahr heit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt; o, wie hat er uns geliebt! 6. Fließt, des Dankes Thränen, fließt; und es fühle Himmelsfreuden, wer dieß heilge Mahl genießt, Kraft zum Guten, Muth im Leiden; fühle froh und glaubensvoll, was er ist und werden soll. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 425. Derr, du wollest uns bereiten zu deines Mahles Seligkeiten! Sei mitten unter uns, o Gott! Leben, Leben zu empfahen, laß würdig unser Herz sich nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn nur von Sünde rein, sind wir, o Jefu, dein, deine Freunde: laß, laß uns sehn in jenen Höh'n von fern der Ueberwinder Lohn! 2. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer bir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vor'm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, getrost in pieler Tode Qual. Verleih' Beständigkeit auch uns! Nicht Lust noch Leid laß uns scheiden, o Herr, von dir; denn dein sind wir! Im Le ben und im Tode dein! [ 88.] RK Klopstod. Mel. Lamm Gottes, unsch. D 426. Bereit sind wir von Herzen, uns dir, o Herr, zu T weihen. 290 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten weihen. Du trugst des Todes und danke dir für deine Leiden, Schmerzen, von Furcht uns zu befreien, und Allen, die dir leben, den hohen Trost zu geben: Gott ist doch ewig die Liebe! für meiner Seele Ruh' und Glück, das du auch mir am Kreuz erwarbst, als du für meine Sünden starbst. 2. Jest, in der seligsten der Stunden, hat mich mit meinen Brüdern hier Ein Band der Liebe fest verbunden. Wir Alle, Alle danken dir mit Einem Munde, beten an, und gehn gestärkt auf deiner Bahn! 3. Bollendet ist die heil'ge Feier; verkündigt ward von Gedächtniß sei uns theuer, uns dein Tod! Herr, dein und unvergeßlich dein Gebot! Dann freun wir dein, o Gottes Sohn, uns einst an deines Vaters Thron.had tug [ 76.] 2. Durch dich mit Gott versöhnet, sind wir nun seine Kinder; und Preis und Ehre krönet uns einst als Ueberwinder. Heiland, welche Freuden! Wer mag von dir sich scheiden, von dir, der herrlich uns führet? [ 72] 8110 Reche. Nach der Abendmahlsfeier. Mel. Wenn mein Stündlein. 427. O laßt uns für das Gute glühn, und nach dem Himmel streben! Die Welt vergeht, die Jahre fliehn, und schnell enteilt das Leben! Ach, feine Blüthen welken ab, zum Staube sinkt der Staub in's Grab; doch wir sind dann am Biele! lepog C. G. 2. Meifter. In voriger Melodie. 29. Preis dir und Dank und Freudenthränen für deine Liebe, Jesu Christ, der du, mit Gott uns zu versöhnen, für 2. Da walten Lieb' und uns am Kreuz gestorben bist! Heiligkeit vollkommner, als Wie viel hast du für uns bienieden; da wirken wir in gethan! Wir beten deine Seligkeit und reinem Seelen- Liebe an.dist nid onopat frieden. D, laßt uns zu des Himmels Höh'n die Bahn der Lieb' und Tugend gehn; einst sind wir dort am Biele! [ 96.] G. W. E. Started Mel. Religion, von Gott geg. 428. Herr, voll Trost und Dank und Freuden geh' ich von deinem Mahl zurück, nsdisar 2. Uns allen ward dein Brod gebrochen; wir tranken deines Bundes Wein, und haben feierlich versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein! Verleih' uns Kraft, fo fle hen wir den heil'gen Eid zu halten dir! [ 76.] - - Lavater. VIII. Chrift notlodra gegen uns selbst. lindo in VIII. Christliches Gesinntsein und Verhalten inisted at id gegen uns selbst. na e olar? 10 plus die barallo lieben. -matchout Anerkennung der Men sich dein, der du mein Vater schenwürde und Sorge für bist, zu freun und dich zu die Seele überhaupt. Mel. Wenn mein Stündlein. 430. Gib, daß ich meinen hohen Werth, o Gott, zu Herzen nehme, und dessen, was mich selbst entehrt, vor dir mich ernstlich schäme. Nie komme mir es aus dem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte! id ste ist 2. Du gabst mir Dasein nicht allein: du hauchtest mit dem Leben des höhern Lebens Geist mir ein, und hast mir Kraft gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt, und Sinnenluft und Schmerz gebiert, zu faffen, zu erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen; gabst mir zur Nehnlichkeit mit dir Vernunft und Freiheit und mit ihr die Fähigkeit zur Tugend. 4. Du schufft mich zur Gefelligkeit und zu der Freundschaft Freuden; gabst mir Gefühl für Andrer Leid, Gefühl für Undrer Freuden; gabst mir ein Herz, das fähig ist, 291 5. In stiller Andacht kann mein Geist zu dir empor sich schwingen, und dir, den Erd' und Himmel preift, Dank, Preis und Ehre bringen. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um mich her in deiner Welt des Guten viel verbreiten. 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit riefst du mich in das Leben: zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Des Leibes Bau zerfall' in Staub: der Geist ist nicht des Grabes Raub; du, Gott, schufft ihn unsterblich. 7. Vom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt; wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 8. Wie könnt' ich, Gott, dein Bild entweihn, und gleich der Thieren handeln; den Sinnen nur ergeben sein; nicht deine Wege wandeln? Der Freiheit und Vernunft mir gab Gott, laß mich nie T2 so 292 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten so tief herab von meiner deine Baterhuld mir zugeWürde sinken! dacht, verlieren! 9. Hilf dann mir jetzt und allezeit auf mein Gewissen achten; nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachten; dich lieben und mich deiner freun, und ähnlich bei nem Bilde sein, zu dem du mich erschufeft. [ 96.] Diterich. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 431. Herr, meiner Seele hohen Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl fo unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie gütig hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu sein, und hast, in uns es zu erneun, ſelbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit mich ewig zu erheben. wisd 4. Mit großer Treue willst du mich durch dieses Leben väterlich zu jenem Ziele führen. laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Troft zu wählen: dies sei mein Ziel und mein Bemühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen. 6. Wer Sünde thut, bleibt nicht vor dir: o schaffe selbst, mein Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Borsatz keine Pflicht entweiht, für alles Gute glühet. 7. Wie werd' ich dann so selig sein! Schon hier werd ich mich deiner freun, und in dir ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. [ 53.] Diterich. Mel. Aus tiefer Notb ruf. 432. Nach meiner Seele Seligkeit hilf, Herr, mir eif rig streben, und die mir hier verliehne Zeit in Leichtsinn nicht verleben! Wie würd' ich sonst vor dir bestehn! Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wenn die letzten Stunden nahn, erst, wenn wir sterben sollen, zu dir sich wenden; deine Bahn erst dann betreten wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unter: mstlodrs terricht, den Jesus Christus lehret. stiuke gegen uns selbst. nindo Streben nach Einsicht und Weisheit.Ⓒ desi Mel. Werde munter, mein G. 433. Lehr', o Gott, mich recht bedenken, was die wahre Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei! Denn was eitler Bahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und kann nicht vor dir bestehen. 3. Du rufest uns zur Heiligung: drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden! Gib mir dazu nur Lust und Trieb; nichts fei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt: was würd' ich dann gewinnen? Was hälfe Glück und Reichthum mir; was aller Ruhm, wenn ich dafür mein ew'ges Heil verscherzte? ang Bow vid 5. Was führt mich zur Zu5. Was führt mich zur Zu friedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Troft und Freudigkeit dereinst im Tode geben? Nicht Men fchengunft, nicht Erdenglück; dein Beifall nur, Gott, und ein Blick auf jenes beff're Leben. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Din gen trachten; und immer laß mich nur auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor bir besteh', sei meine größte Sorge! [ 9.] tim tais Diterich. 293 2. Weisheit ist's, mit Ernste trachten, sich von Mängeln zu befrein, sich nicht schon voll kommen achten, und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Bessrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 3. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern sich halten von den Freuden, die der Sünde Dienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genusse flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; stets nach bessern Gütern trachten. Gnade sich zu seinem Ziel er4. Weisheit ist es, Gottes fehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern nach Gottes Wil len thun; froh in seiner Fügung ruhn; leidend durch Geduld 294 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten Muthe. duld ihn ehren; nicht im füllt sein Herz mit edlem Grame sich verzehren. Vras 3. Erleuchtet ehrt der Tugendfreund im Menschen Menschenwürde, und wo ein Schwergedrückter weint leichtert er die Bürde, für Tugend und für Menschenwohl thut gern er, was er kann und soll, als Mensch, als Chrift und Bürger. 4. Shn treibet nicht ver: heiß'ner Lohn zu edlen, schö nern Thaten; doch lehrt ihn die Religion, daß echter Tu gend Saaten hier reifen für die Ewigkeit; sein Geist ver= langt Unsterblichkeit, um stets Timber sich zu veredeln. 5. Hilf uns, o Gott, zu jeder Zeit nach Licht und Wahrheit streben! Dann wers den wir zur Aehnlichkeit mit dir uns stets erheben; dann sehn wir einst in hellerm Licht, was Wahrheit ist und Recht und Pflicht, und lieben nur die Tugend.$ 763, Dolz. auf 5. Weisheit ist es, stets bedenken: das, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoff nung dorthin lenken, wo das Biel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt hin jenes Vaterland richten, und mit Ernste streben, für die Ewigkeit zu leben. du 6. Weisheit ist es, Chriftum ehren; ſeiner Mittler huld vertraun; gläubig seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun. Solche Weisheit kommt von dir: Herr, verleihe sie auch mir; laß fie mich zu allen Beiten auf des Friedens Wege leiten! [ 98.] Freylinghausen und Bruhn. Mel. Es ist gewißlich an der. 434. Crkenn' ich Gottes Wahrheit nicht: wie kann ich weise handeln? Und fehlet meinem Geiste Licht: wie werd' ich richtig wandeln? Doch, ist das Dunkel aufgeklärt: dann fühl' ich meiner Menschheit Werth, erkenne meine Würde. 2. Der Mensch, durch Wahrheit aufgeklärt, lernt Pflicht und Tugend lieben, und freut sich, durch Vernunft belehrt, getreu sie auszuüben. Er fieht in sich der Gottheit Bild und diese hohe Würde dlid [ 23.] Mel. Kommt her zu mir, spr. 435. Es fehnt mein Geist nach Weisheit sich, und, Heil mir! Alles lehrt sie mich, vom Staub bis zu den Sternen. Heil mir! Ein jeder Gegenstand von Gottes, von der Menschen Hand gibt Anlaß mir, zu lernen. 2. Der große Schauplak der Natur zeigt mir der höch sten - mailadrag gegen uns ſelbſt. billſing3 295 ften Weisheit Spur, um mei- Streben nach Tugend und nen Geist zu nähren; selbst Gras und Blumen auf der Au', des Wurmes wundervoller Bau fann hohe Weis heit lehren. Anwendung der Tugendnid fonts mittel.monft 3. Der Schöpfung rege Wirksamkeit erweckt auch mich zur Thätigkeit, mein Werk treu zu verrichten. Mich warnt der Stunden schneller Flug vor Müßiggang und Berzug in Uebung meiner Pflichten. vor ihr 4. Gott, welchen Unter: 4. Gott, welchen Unterricht enthält für mich die ganze Menschenwelt Glück und ihre Leiden! Des Reichen und des Armen Loos lehrt in des Mittelstandes Schooß mich Ungeduld vermeiden.md ni bao mapa 5. Mich soll, was Undern widerfährt, und Gottes Herr schaft mir bewährt, zum ernsten Denken leiten; es soll auf ähnliches Geschick denn wandelbar sind Zeit und Glück mich christlich vorbereiten. A 6. wohl mir, wenn mein Geist sich übt, in allem, was mich hier umgiebt, der Gottheit Wink zu finden! Befolg' ich ihren Unterricht: dann wird in Uebung mei ner Pflicht mir jeder Tag verschwinden. [ 53.] Pfranger. Mel. O Gott, du frommer G. 436. Bestimmt hast du, o Gott, auch mich schon hier auf Erden, dir an Vollkommenheit stets ähnlicher zu werden. Die Sünde soll ich fliehn; soll gut und weise sein, um einst noch herrlicher mich deiner Huld zu freun. 2. Sollt' ich der Sinnenlust zum Dienste mich ergeben, und, niedern Wesen gleich, am Erdenstaube kleben? Du dich, o Schöpfer, denkt, und gabst mir einen Geist, der den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenkt. 3. Selbst Jefum, deinen Sohn, hast du dahingegeben, damit ich eifrig sei, nach Heiligung zu streben. Sein Licht erleuchtet mich; sein Muster glänzt mir vor; er steht am hohen Ziel, ruft mich zu ihm empor. 4. Wie ist die Welt so schön, wo Menschen menschlich han-= deln! Wie wird sie da entstellt, wo Menschen thierisch wandeln! Wie schnell zerreißt das Band, das sie zusammenhält, wenn Seder zügellos nur thut, was ihm gefällt! 5. Ja, heilig soll ich sein! Dieß sagt mir mein Gewissen; mich 296 mich lehrt mein eignes Herz, daß Frevler zagen müssen; und Breine Seligkeit durch strömt, Herr, meine Brust, bin ich mir meines Thuns nach deinem Sinn bewußt.. Chriftliches Gefinntsein und Verhalten Tu6. Olehre, Gott, mich thun nach deinem Wohlge: fallen und auf der gend Bahn zu meinem Ziele wallen. Beseelt mich frommer Sinn im Elend, wie im Glück: dann schau' ich ruhevoll einst auf die Welt zurück. [ 71.] Reche. Mel. Befiehl du deine Wege. 437. Sie schwach ist meine Tugend! Wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend wie oft mals strauchelt' ich! 3um Guten oft zu träge, und sinnlich bis an's Grab, führt mich vom rechten Wege gar leicht Verblendung ab. - 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht; oft kenn' ich zwar das Gute, und dennoch wähl' ich's nicht. Leicht laß ich mich verleiten, das Böse vorzuziehn, zu schwach, es zu bestreiten, und seinen Reiz zu fliehn. 3. Gott, laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu ſein, nur meiner Pflicht zu leben, des Guten mich zu freun: nie laß es mich vergeffen, daß auch der Fromme fehlt, der, eitel und vermessen, sich die Gefahr verhehlt. on 4. Hilf, Herr, mir, bei Ge fahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es sie weislich scheut. Laß der Verführer Lehren und Lockungen mich fliehn, daß sie mich nicht bethören, nicht in ihr Netz mich ziehn. 5. Mein Herz kann bald verzagen, bald wieder trokig fein; hier, was es nicht soll, wagen; dort, was es thun foll, scheun; kann leicht mich hintergeben; wird leicht der Lüste Spiel; will die Gefahr nicht sehen; baut auf sich selbst zu viel. di onu bile 06. Gott, laß mich nicht er liegen; verleih mir Wachsam keit! Hilf du mir Schwachen siegen, auch in dem schwersten Streit! Laß nie von dir mich weichen, so sehr Gefahren drohn: dann werd' ich einst erreichen das Ziel der Treue Lohn! sa asciindo [ 10.] d NE bilitlum dim Grot. 5010 Umgang mit guten sé Menschen. - b Mel. Herzliebster Jefu, was h. 438. Im Zugendeifer, Gott, nicht zu erkalten, will ich mich stets zu guten Menschen halten; will mich erwecken, freudiger mit ihnen dir, Gott, zu dienen. 2. Der mallnd gegen uns selbst. bilind 297 2. Der Beff'rung heiliges dern mich, wo ich kann und Geschäft verbinde uns in dem Kampfe wider jede Sünde, daß der Versuchung Keiner unterliege, daß Jeder siege. darf, entziehn. Ihr Beispiel bringt Gefahr und Schmerz, und ist ein Gift für Geist und Herz. majam 3. Laß Und'rer Eifer in der Tugend Werken zu meines Fleißes Antrieb mich bemer ken, um nicht, wenn sie im Guten vorwärts gehen, zurück zu stehen. dhe ser ed 2. Wo Menschen dich, o Gott, verehren durch wahre Lebensfrömmigkeit, und gegenseitig sich belehren mit Liebe, mit Bescheidenheit; wo Alle sich der Tugend weihn: gern will ich unter ihnen sein. 4. Drum laß mich gern den Rath der Weisen hören, und mache sie geneigt, mich zu belehren; durch ihren Trost vermindre meine Klagen in trüben Tagen. for 3. In edler Menschen frobem Kreise kann ohne Furcht mein Herz sich freun; ihr Umgang macht mich gut und weise, wird Antrieb mir zur Tugend sein. Er gibt schon jetzt mir Seligkeit und einst noch in der Ewigkeit. [ 99.1 8 5. Laß sie mich warnen, wenn ich unrecht handle, und mir's entdecken, wie ich rich tig wandle, und wie ich jeder Tugend Hindernisse besiegen müsſe. 3. 2. Cramer. 6. Wir sind ja deine Kinder; wir sind Brüder, find Alle, Vater, Eines Reiches Glieder, daß wir, um Einen Himmel zu besitzen, einander nützen. 7. Uns Alle, Gott, laß für das Gute glühen, einmüthig es zu fördern uns bemühen, bis wir zu höh'rer Tugend uns erheben in jenem Leben. [ 38.] 3. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 439. Vereint mit deinen guten Kindern, will ich der Bösen Umgang fliehn, Verführern und vermesſf'nen Sünbildum dans Einsamkeit. Posl Mel. Gott des Himmels und. 440. Ja, zur Stille will ich fliehen; will mit weiser Sorgsamkeit dem Geräusche mich entziehen, das mich stö ret und zerstreut; will, o Gott, mit dir allein andachtsvoll beschäftigt sein. 2. Prüfen will ich mich im Stillen: wie entschlossen, wie getreu, dein Gesetz, Herr, zu erfüllen, meines Herzens Vorfat fei; ob, von niedrer Selbstsucht fern, ich dir redlich dien' und gern? 3. Allen Täuschungen entrissen, seh' ich heller dann mein 298 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten mein Ziel; freier sagt mir bringen, der Sünde Lust zu mein Gewissen, wo ich siegte, scheun, soll ich mit Christenworrich fiel; stärker flammt muth den Kampf der Tumein Herz sich dann zu dem gend wagen, mir manchen Kampf der Tugend an. Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 4. Mehr empfind' ich deine Liebe, wenn mich kein Geräusch zerstreut, stärker deines Geistes Triebe und der Zukunft Herrlichkeit; mehr die Heiligkeit der Pflicht, und dein künftiges Gericht. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht ge beut, mich ihm zu unterzie hen; soll mit Entschlossenheit da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Gefahr nie scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 5. Wenn, in dir geweihter Stille, meine Leidenschaften ruhn: o wie strebet dann mein Wille, Alles, was du willst, zu thun! Herr, durch deine Huld erfreut, fühlt sich meine Kraft erneut. 3. Wer gibt mir zum Ge schäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte: wie stark die Leidenschaft! Du, Vater, kannst allein zu meinem neuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. 6. Froher kehr' ich, theure Brüder, dann zur Thätigkeit zurück; menschenfreundlich leb' ich wieder gern für euch und euer Glück, freue mich, wenn ihr euch freut; leide, 4. Auf jeden meiner Triebe, Herr, laß mich achtsam sein; wenn ihr traurig seid.blaß mich die Eigenliebe und 7. Ja, zur Stille will ich fliehen, will mit weiser Sorg: samkeit oft mich dem Geräusch entziehen, das mich störet und zerstreut; bis mich einst zur stillen Gruft, Vater, deine Stimme ruft. in all sehen; [ 28.] 3. A. Cramer, g jeden Dünkel scheun. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken: hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. odigd to Selbstbeherrschung. Mel. Aus meines Herzens Gr. 441. Mich selbst soll ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein. Das Gute zu voll5. Auf dich nur will ich gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, er sei mir noch so schwer. Du unterstüßest mich, mich selber zu bekämpfen, der Lüste Macht zu dämpfen: ich siege, Gott, durch dich! [ 8.] n it Grot. Auf gegen uns selbst.bilde Aufmerksamkeit auf sich selbst und Wachsamkeit. Mel. Ein Lämmlein geht und. 442. Wenn ich, o Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandle; wenn ich, durch deinen Geist regiert, nach deiner Vorschrift handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß giebt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut auf Erden: so laß mich nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vermessenheit, vor dir verwerf lich werden! 2. Wie leicht erliegt ein fichrer Sinn, bethört durch eitle Lüste; sieht ruhig auf Gefahren hin, wovor er zit tern müßte! Vollkommen meinen wir zu sein; hier scheint uns diese Sünde klein, dort jene Pflicht nicht wichtig! Nun sind wir unserm Falle nah'; wir fallen aber auch noch da scheint unser Gang uns richtig. 3. Drum lehre mit Behut samkeit auf meine Bahn mich schauen; laß nie mich, Gott, in Sicherheit auf meine Tugend trauen! Wenn mich Versuchungen bedrohn: so zeige mir von fern sie schon, daß ich mich zeitig rüste; bedacht sam wende sich mein Blick auf diese Welt, auf Zeit und Glück und auf die Macht der Lüste! min@@ 299 4. Mein Glaube, meine Frömmigkeit, was ich an Tugend habe und christlicher Vollkommenheit, ist alles deine Gabe. Du bist es, Herr, der mich erschuf; von dir allein kommt mein Beruf, in deinem Reich zu leben. Mög' ich, entfernt vom stolzen Wahn, mit Demuth deine Gab' empfahn, und dir die Ehre geben! 5. So werd' ich, Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandeln; durch deinen guten Geist regiert, nach deiner Vorschrift handeln. Ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vermessenheit von deinen Rechten weichen. Heil allen Frommen! Heil auch mir! Wir werden Preis und Dank sei dir! des Glaubens Ziel erreichen. [ 18.] Jadur - - Münter. In eigener Melodie. 443. Mache dich, mein Geist, bereit; wache, bet' und flehe, daß auch in der bö sen Zeit fest dein Glaube stehe. Ach, schon ist mancher Christ in Versuchungsstunden plößlich überwunden! 2. Sage nicht: noch hab' ich Zeit; jetzt noch darf ich schlafen! Denk' an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh, der Tod, der dir 300 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten fahr, immer brünft'ger beten! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone! S [ 82.] dir droht, kann dich leicht in und, vermehrt sich die Ge Sünden unbereitet finden. 13. Wache! dir ist unbe: kannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe.ins 904. Wachel Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du forglos wallest, in Versuchung falleft. ips Freiftein u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 444. Gott, laß auf jeden unsrer Schritte uns sorgsam achten überall! Kaum merklich sind die ersten Tritte zum naben, oft so tiefen Fall; Uebermacht der Sinnlichkeit, das Herz ist's, was Gefahr uns dräut. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verFehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch Lift bethore. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Ucht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht Den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt. D 967. Aber bet' auch stets da: bei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Gnade, auf dem rechten Pfade.seles 508. Nun, so will ich immer dar wachen, flehn und beten, 2. Sind uns nicht schon von früher Jugend des HerBau'n wir zu viel auf unsre zens Neigungen bekannt? Tugend: so stehn wir an des Abgrunds Rand! Die Si cherheit stürzt in Gefahr: es fällt, wer nicht zu warnen war. 3. Verführer werden sich vereinen, uns in des Lasters Netz zu ziehn; ihr Thun wird uns oft löblich scheinen, und leicht reißt uns ihr Beispiel hin. Nichts rettet uns, als Wachsamkeit an jedem Ort, zu jeder Zeit. 4. Sind wir zu schwach zum Widerstehen: du stärkest unsre Kraft, o Gott; hörst unsers Herzens heißes Flehen; eilst, uns zu helfen in der Noth! Wie groß auch die Versuchung sei: Ullmächtiger, du stehst uns bei. 5. Drum matladus gegen uns selbst.dilfind 5. Drum mag für uns die Stunde schlagen, die mit Versuchung uns umringt: wir kämpfen, ohne zu verzagen, weil uns mit dir der Sieg ge: lingt. Wer wacht und betet, als ein Christ, der siegt, weil du sein Beistand bist. [ 99.] Anonym. Mel. Was mein Gott will, ges. 445. Oft klagt mein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich feinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh'; sie ist der Sieg der Lüste: doch, heil'ger Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die frech sich ihrer Laster freun, trifft Die kein Schmerz hienieden? Sie schaffen selbst sich Noth und Pein, und haben keinen Frie den. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch feine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Un fangs steil, läßt nichts, als Mühe, blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 3 ist 301 4. Gott, bättest du es uns vergönnt, nach unsers Flei sches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; dürft' Undank, Haß und Rachbegier nach Willkür Fromme tränken: gerechter Gott, was müßten wir, wir selbst dann von dir denken! dit 5. Du willst, wir sollen glücklich sein; drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schätze! Du sprichst zu uns durch den Verstand, und lehrst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Das Thier folgt Trieben der Natur, der Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Heil'ger, ähnlich werden! 7. Ich streite nicht durch eigne Kraft: drum muß es mir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft: das Wollen und Vollbringen. Er kennt mich Schwachen; er nur kann mir Stärk' und Muth gewähren; ruf' ich ihn darum gläubig an: wie sollt' er mich nicht hören! u malla 8. Mich 302 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 8. Mich stärket auf der schafft dir zu aller Zeit das Tugend Pfad das Beispiel wahre Glück, Zufriedenheit. fel'ger Geister. Ihn zeigte mir und ihn betrat einst selbst mein Herr und Meister. Nie müsse mich des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschen kindern. bestid na 2. Dank' ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank' ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zuge schickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 9. Drum will ich jetzt und allezeit an meinen Tod geden ten; auf Rechenschaft und Ewigkeit oft meine Blicke lenken. Das Kleinod, das am Ziel mir winkt, soll mir vor Augen schweben, und, wenn mein Muth im Kampfe sinkt, mit Kraft mich neu beleben. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschützte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nützte, oft ehe noch dein Flehn ihn bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. id dood: sis 4. Denk' an die hingefloff' nen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden: dann schrecken dich nicht Zod und Grab; dann ist die hier verfloff'ne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit.Gund 65. Doch blick' auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beff're Treue, und größ're Sorge für dein Glück; fo werden Fehler, die dich reu'n, selbst Mittel dir zur Weisheit sein. 10. Gott ist barmherzig freue dich des Troftes, meine Seele! Er schonet meiner väterlich wenn ich aus Schwäche fehle. Versöhnt mit sich hat seine Huld die Welt in seinem Sohne; Vergebung der bereu'ten Schuld find' ich an seinem Throne. [ 92.] Gellert. Andenken an die Veris gangenheit. gim Mel. Religion, von Gott geg. 446. Blid' hin in die vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur fie biste 8 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewig feit slags gegen uns selbst.did 303 keit, am Tag der Ernte dich erfreut. Gewissen, breitet Schrecken 30% um sich her, lästert, wo die 7. Dann blickst du einst Unschuld weint, fluchet seinem am Ziel der Zeiten mit Rub' treusten Freund.o in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Bonne, die dort Den umgiebt, der hier sich treu im Guten übt. Chat 5. Wenn ihn Stolz und Neid beseelen, wenn sich Urgwohn in ihm häuft, wenn ihn Geiz und Habsucht quälen, und ihn Rachbegier ergreift: ach, dann flieht vor seinem Blick Menschenrecht und Menschenglück. C. G. 2. Meister, 6. Aber ist die That vollzogen, die sein wildes Herz erfreut: o, wie hat er sich bea trogen!, wie wird sie nun bereut! Hingeschwunden ist sein Wahn, und nun klagt er selbst sich an. [ 76.] Streben nach Herzensund Gewissensruhe. Mel. Gott des Himmels und. 447. Nubig soll die Seele bleiben, die sich selber kennt und ehrt. Wenn mich Leidenschaften treiben: so ver lier' ich meinen Werth, und mein ungestümer Sinn reißet mich zur Thorheit hin. 7. Nein, ich bin ein Mensch, und fühle, daß mich Leidendschaft entehrt, daß sie meinen Lauf zum Ziele, und mein Wohl auf Erden stört, Lieb' und Jugend unterdrückt und des Geistes Kraft erstickt.d 2. Herr, du gabst mir Kraft zu denken, Kraft, mein Leben dir zu weihn. Wahrbeitsliebe soll mich lenken, Tugend meine Freude sein. D, wo bleibt die edle Kraft, folg' ich bloß der Leidenschaft? 3. Wer kann ernstlich überlegen, rein und hell die Wahrheit sehn; wer kann seine Pflicht erwägen, und auf deinen Pfaden gebn; wer, o Gott, ist Mensch und Chrift, wenn sein Herz in Aufruhr ist? nned y 4. Von Verblendung fort geriffen, schrecket ihn kein Unrecht mehr; er betäubet sein 8. Kämpfen will ich, bis ich siege! Bater, Bater, steh' mir bei! Hilf mir, daß ich nicht erliege! Hilf mir, daß ich standhaft sei! Mehr, als Heldenruhm, erringt, wer die Leidenschaft bezwingt. [ 28.] Reche. Mel. Es ist gewißlich an der. 448. O welch ein un schätzbares Gut ist doch ein rein Gewissen! Besig' ich das: so hab' ich Muth, wenn Undre zagen müssen. Dann zittert Chriftliches Gefinntfein und Verhalten 304 zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht: ich habe Gott zum Freunde! ut 2. Herr, deines Beifalls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meiner Brust, und wer ist, der mir schade? Ich feh' auf dich in jeder Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft Låsterung und Schmach hienieden dulde: so ist mir's doch Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde. Erhalt' ich mein Gewissen rein, und meid' ich auch des Bösen Schein: dann wirst du, Herr, mich schüßen. 4. Ich sehe mit Zufrieden heit der künft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort macht, Wahrhaftiger, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; dort wird der Fromme fiegen. im ic 5. Bewahre denn, o Vater, mir ein unverlegt Gewissen. Nie werde dieses Kleinod hier durch Sünde mir entrissen! Dein heilig Recht nie zu entweihn, und deiner Huld gewiß zu sein, sei meine größte Sorge! 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme ehren; laß mich mit Widerwillen nicht auf seine Warnung hören. Erinnert's mich an meine Schuld: so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deinem Beifall tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorfah fehle. Denn wer stets reines Herzens ist, nur der kann, als ein wahrer Christ, sich deines Beifalls freuen. [ 23.] Rift u. Diterich. Weiser Gebrauch des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott. 449. O daß von meinen Lebenstagen doch keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach! sie nagen das Herz zu spät mit Gram und Reu', und den verlornen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir werth und theuer sein; laß mich die Zeit, die du zum Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag! Jeht laß mich Werke der Tugend wirken, denn die Nacht, wo Niemand wirkt, kommt bald; jest stärke zum Tugendfleiß mich deine Macht! Wie viel ift milodr gegen uns selbst. bilfird 305 dieses Jahr das nächste Jahr; und das letzte eilt herbei, eh' man merkt, wie nab' es sei. ist noch für mich zu thun: 3. So vertreibet immerdar und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? snis 4. Wie schwach ist noch mein Herz; wie schwanket es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, wanket der Bruderliebe Sinn in mir! Wie viel ist noch für mich zu thun: und ich, ich follte jetzt schon ruhn? 5. Auf, auf, mein Geift! Laß keine Stunde des Lebens ungenügt vorbei! Ich schwör es jetzt mit Herz und Munde erhalt' mich, Gott, dem Schwur getreu! Herr der Zeit und Ewigkeit, ſei jeder Augenblick geweiht! Dir, 6. Naht dann sich meines Lebens Ende, und ist am Ziele nun mein Lauf: so heb' ich freudig meine Hände zu dir, mein Gott und Vater, auf, und ruf: es ist vollbracht; nicht mein, dein sei der Ruhm, die Ehre dein! 4. Jede Stunde nimm in Acht; wirke Gutes; denn die Nacht, wo man nicht mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. late 19 5. Jetzt ist noch die Zeit des Heils, frei die Wahl des besten Theils: stell' dich dieſer Welt nicht gleich; werd' an guten Werken reich. 6. Weh' Dem, der die Zeit versäumt, fie in träger Ruh' verträumt, sie mit eitlem Tand verdirbt: weh' dereinst ihm, wenn er stirbt! pflicht folgt im göttlichen 7. Der Versäumniß seiner Gericht, hat der Tod ihn hins gerafft, ernste, strenge Rechenschaft. Herr, hilf mir, daß ich Sterb8. Gott, du, meiner Tage licher auch den kleinsten Theil der Zeit nüße für die Ewigkeit. 9. Jede Stunde, da ich redlich handle, dauert dort hier besser werde, und vor dir stets in ihren Folgen fort. 10. Auch die Tage, da ich hier träge war und, Gott, von dir abwich, auch die dauern dort stets in ihren Folgen fort. 2. Wellenreich und ohne Rub' stürzt ein Strom dem Meere zu; schau, wie feinen 11. Laß mir diesen Werth Welle bleibt, eine stets die der Zeit und der frommen andre treibt! Thätigkeit täglich, Gott, vor u Augen [ 99.] Niemeyer. Mel. Gott sei Dank in aller. 450. Ohne Rast und unverweilt, Strömen gleich, o Seele, eilt dieses Lebens turze Zeit in das Meer der Ewigkeit. Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 306 Augen sein, mich der Stunden Mißbrauch scheun. 12. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde dann vor deinem Thron meiner Arbeit ew'gen Lohn.chin nem [ 29.] 3. A. Schlegel. Mel. Religion, von Gott geg. 451. Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? 2ch, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie viele Tage sind entschwunden, feit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit floß schon in's Meer der Ewigkeit. Hipesse 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermunt're dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Lebens Werth versteht; er nahet früher sich der Babre, als er den Weg zur Tugend geht. Doch, ach! was ist das Leben werth, wenn es nicht unsre Tugend mehrt? 4. Nicht eine Stunde will ich müßig, verdrossen nie zur Arbeit sein! Kein Augenblick ist überflüssig: drum soll mir jeder wichtig sein! Denn ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. mogel 5. Von jedem meiner Le benstage, Gott, forderst du einst Rechenschaft. Drum sei an jedem meine Frage: vollbracht ich ihn gewissenhaft? Und jede Stunde meiner Zeit sei dir und meiner Pflicht ge weiht. opintolinez [ 76.] Liebich. Mel. Gott des Himmels und. 452. Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, danke fei: nem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist; der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufried'nem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen feine Tage hin. Hei trer glänzt fein Ungeficht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich in wildem Taumel trennet, bleibet von dem Chriften fern, dessen hei trer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glüd ihm schwände, und die Zukunft freudenleer ihm vor seinen Augen stände: Hoffnung flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er in's beff're Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad sind gegen uns selbst. bild 307 Pfad erwähle, den mir Jesu heiterkeit. Gram, im Herzen Lehre zeigt. Ewig währt tief verschlossen, macht zu jeder mein heitrer Sinn, wenn ich Pflicht verdroffendim fromm und weise bin. [ 28.] f Pfranger u. Reche. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 453. Scheint mir freudenleer das Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu sein, geehrt Leiden! und groß: dann verfließen [ 31.] Demme. meine Tage mir in Mißimal te fais chat has muth, Sorg' und Plage. Bernünftige Selbstliebe. 2. Lernt' ich mäßiger begehren, mäßiger im Wünschen ſein, jest genießen, dann entbehren: o wie glücklich würd' ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit: wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterhand; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen: immer, wie er's heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen.dadam e 5. Ringet, um der Tugend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesi 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im niklase Mel. Gott, du frommer. 454. Du willst es, Herr, mein Gott, ich soll mich selber lieben. Hilf denn mir dieſe Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Wer, als ein Ehrift, sich liebt, Der flieht auch, als ein Christ, was der Vernunft und dir, o Gott, zuwider ist. de 3. Kein niedrer Eigennut beherrsche meine Seele, und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, und nie mein Wohlergehn auf Und'rer Unglück baun. U12 4. Kein Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 308 4. Kein Segen wohnt bei Dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück nicht sein, wodurch mein Nächster leidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht wie könnter einst bestehn vor dir, Herr, im Gericht! 100 bile 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch einst auf immer. Was hilft ein flüchtig Glück? was nüßet eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zufrieden macht? 16. Ein Gott ergeb'nes Herz, ein unverlegt Gewissen, dieß nur allein kann uns des Lebens Müh' versüßen; dieß bleibt uns auch im Tod, und folget aus der Zeit dem From men segensreich einst in die Ewigkeit. 7. O felig, wer darnach mit Ernst und Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der, nur Der liebt sich recht; Der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. E dn 8. Dieß sei mein Zweck, mein Fleiß! O segne mein Bestreben! Dann werd' ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben; dann nur lieb' ich mich so, wie dir es wohl gefällt; lieb' über alles nish dich, dich, Gott, und nicht die Welt. tarping 198 [ 71.] Hochmuth u. Diterich. Mel. Kommt her zu mir, spr. 455. Du förderst gern mein wahres Wohl; drum hilf mir, Gott, auch, wie ich soll, darnach mit Weisheit streben. Von dir selbst kommt die starke Lust, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben.de odno 2. Stets heilig fei mir bie ser Trieb; doch auch dein Wille mir so lieb, daß ich mein Wohlergehen nur such' auf jenem sichern Pfad, den mir dazu dein weifer Rath von Ewigkeit ersehen! 3. Untrüglich, Herr, ist dein Verstand; nur dir ist es genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret. Mich aber täuscht oft falscher Wahn; oft seh' ich das für nüßlich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nie dem Scheine traun, und niemals, um mein Glück zu baun, nur was mir gut däucht, wählen. Auch hier sei stets dein Wort mein Licht; folg' ich nur ihm: so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. im nismu 5. Hilf mir, den höchst verschiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einsehn und bedenken; und meine größte Emsigkeit auf das, 309 milogrs gegen uns selbst. bilird das, was ewig mich erfreut, freun: je länger ich hier lebe, mit weiser Sorgfalt lenken! und gut zu handeln ftrebe, je 6. Hilfst du zu dieser reicher wird die Erndte sein.d Weisheit mir: so werd' ich auch vor Allem hier nach dei nem Beifall streben, mich um ein reines Herz bemühn, die schnöde Lust der Sünde fliehn, und nur der Tugend leben. 7. Dann wird mich wahres Glück erfreun, ja ruhig wird mein Herz dann ſein in meinen Pilgertagen! Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Güte nicht, Ullgütiger, versagen. 8. Sd gehe dann den ebnen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und wo mich, Gott, in Ewig feit kein Unfall mehr berühret, [ 53.] Diterich. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Sib, Herr, daß mir, im Glauben der fünft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Erde so werth und wichtig werde, wie mir's dein heil'ges Wort gebeut.10119 Mel. In allen meinen Thaten. 456. Was ist mein zeitlich Leben? Wozu ist mir's gegeben? Es ist, Herr, dein Geschenk! Ich lebe, um auf Erden zum Himmel reif zu werden: deß sei mein Herz stets eingedenk. hemmid 2. Hier wird die Saat geftreuet, dort, wenn sie wohl gedeihet, werd' ich mich ihrer 4.Mir selbst es zu vers kürzen, mich in das Grab zu stürzen, ist wider meine pflicht. Du, Herr, riefft mich in's Leben; dir soll ich's wiedergeben, wenn du gebeutft, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankbeit stürzet, das Leben leicht perkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn, doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu magen; auch dazu hast du mir's verliehn. Sorge für Lebenserhal6. Was nützt ein langes tung, Körperpflege und Leben Dem, der nicht, gottGeſundheit. One im ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Men= schen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. [ 49.] Diterich. Mel. Da Jesus an dem Kreuze. 457. Wem Gott Gesundheit hier verleiht, der hat von Gütern dieser Zeit die größte, beste Gabe. Wie froh bin ich, Algütiger, daß ich dieß Kleinod habe! 2. Daß 310 Christliches Gefinntsein und Verhalten 2. Daß ich es habe, dank' Mel. Religion, von Gott geg. ich dir; nur du, mein Vater, 458. Mein Leben, das hast es mir aus Vaterhuld du mir verliehen, Gott, zu gegeben. Dir Dank, daß ich bewahren, ist mir Pflicht; mit Kraftgefühl noch wirken mich eigenmächtig ihm entkann und leben! ziehen, es selbst verkürzen darf ich nicht, wie hart mich auch mein Schicksal drängt, das über mich dein Rath verhängt. 2. Der Glaube lehre Muth mich faffen, erhelle meine Schwermuthsnacht! Der mich erschuf, kann mich nicht hassen, und grenzenlos ist seine Macht: wie Vieles ist ihr unterthan, was mein Ge schick erleichtern kann! ad 3. Nie flöße mir die Last der Leiden den quälenden Gedanken ein: so arm, wie kei wie ner sonst, an Freuden, Keiner sonst, gedrückt zu sein! Uch! Viele drückt ein größrer Schmerz, und doch verzaget nicht ihr Herz. 3. Und läßt es deine Weis: heit zu: mein Vater, so er halte du dieß größte Glück der Erde mir immerdar, da mit ich nicht ein Raub der Krankheit werde. 4. Der Sünde folgt Ver: derben nach; fie stürzt in Angst, in Pein und Schmach, bringt Leib und Seele Schmerzen. Fern sei's von mir, durch eigne Schuld, Gesundheit zu verscherzen! 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufriedner Sinn und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäften, dieß sei mir Pflicht! Dann werden nie die Laster mich entkräften. 6. Doch schickest du mir Krankheit zu: so gib Geduld und Seelenruh', das Leiden zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sei deine Huld und Frieden im Gewissen. 7. Und bringt die Krankheit mir den Tod: so müsse meinen Muth, o Gott, der hohe Troft erheben: mich trifft nicht mehr Schmerz oder Tod in jenem bessern Leben! [ 14.] Küfter. 4. Wie, wenn vor Nacht mir anders würde, als mir am trüben Morgen ist? Mit Hoffnung trag' ich meine Bürde, so schwer sie sei; ich bin ein Chrift! Ich grabe mir nicht selbst die Gruft; ich warte, bis mein Gott mich ruft! # 3019 5. Ich habe, Herr, aus deinen Händen mein Leben, und du gabst mir's nicht, es unbedachtfam zu verschwenden: dein ist es; es gehört der matlamat gegen uns selbst.il/D 311 der Pflicht! Der Pflicht und nicht, wenn ich oft Schmerdir weib' ich es gern; ich leb', ich sterbe dir, dem Herrn! [ 76.] zen leide, mein Geist den innern Vorwurf hört:» du felbst bist Störer deiner Ruh'; du selbst zogst dir dein Leiden zu. Abil Mel. Wer nur den lieben Gott. 459. Des Leibes warten und ihn nähren, dieß ist, o Schöpfer, meine Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu zerstören, verbietet mir dein Unterricht. stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich, o Herr, nicht theuer schätzen, was deine Hand mir anvertraut; den wundervollen Bau verletzen, den du, mein Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein: wie dürft' ich fein Zerstörer sein. 3. Ihn zu erhalten, zu be schützen, gibst du mit milder Baterhand die Mittel uns, daß wir sie nügen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu flein, wie sollte sie denn uns es sein? DELAY 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte sind mehr, als alle Schätze, werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib be shwert! Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Muth? di 5. Drum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlsein stört, daß pand 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein; und drückt mich Last der Krankheit nieder: so flöße du Geduld mir ein! Gib guten Muth, und dann verleih, daß auch des Urztes Rath gedeih'. 7. Doch niemals will ich übertreiben, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Wunsch und meine Sorge sein! 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Vollkommenheit! Vergänglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nie des Todes Raub.de au [ 99.] Diterich, Mäßigkeit. Mel. Religion, von Gott geg. 460. Wie mannichfaltig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, uns zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Sa, Alles, was der Mensch ge nießt, 312 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten nießt, beweist, wie freundlich, uns herab, und stürzet früher Gott, du bist. nismodish.s uns in's Grabschi disar sid 2. Du fegneft Auen und Gefilden mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väter liche Milde und Ullmacht je des Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, gesättigt werd' und dankbar ſei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brot; du gibst noch mehr, gibst uns auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott; wie groß, zum Wechsel im Genuß, ist deiner Gaben Ueberfluß. ad 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein, und nichts von meinem Ueberfluffe durch nie= dre Schwelgerei entweihn! Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speif' und Trank den Leib beschweren, ist thö: richt, ziemet Christen nicht: Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Urmuth, 3ank und Streit; macht träge zum Berufsgeschäfte; vernichtet jede Thätigkeit; fetzt zu den Thieren Josia 7. Uch! Mancher starb schon längst und modert, durch Schwelgerei in's Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. D laßt uns dieses Laster scheun; laßt mäßig uns und nüchtern sein! install 18. Uns den Genuß mehr zu verfüßen, laß, Gott, auf dich uns kindlich sehn, so oft wir Speif' und Trank genie ßen, und dich durch Dankbar feit erhöhn, dich, der dune, seine Kinder, liebt, und Nat rung uns und Freude gibt. da [ 99.] 3. G. Ruths u. Diterich Fleiß und Arbeitsamkeit. Mel. Mir nach, spricht Chr. 461. Gott gibt uns Kraft und Munterkeit, und läßt den Fleiß gelingen; wie könnt' ich denn des Lebens Beit mit Müßiggang verbringen? Ift meine Kraft auch noch so klein: so will ich dennoch thätig sein.distide 2. Um nüßlich für mein Vaterland, so viel ich kann zu leben, dazu ist mir vor Gott Verstand und jede Kraft gegeben; durch Trägheit würd' ich sie entweihn, und eine Laft der Erde sein. 3. Wenn ich, o Vater, trat vor dir mein Tagewerk vol bring:: nstlodes gegen uns selbst.silinde 313 bringe: so gib, daß meine Arbeit Heiterkeit, verfüßet Arbeit jede Mühe.. u tim du mir nach meinem Wunsch gelinge. Dein Segen fröne meinen Fleiß zum Heile mir, und dir zum Preis. [ 62.] Niemeyer. Mel. Es ist gewißlich an der. 462. 3ur Arbeit, nicht zum Müßiggang, bin ich be: stimmt auf Erden. Drum will ich jetzt und lebenslang durch Arbeit nüßlich werden; will gern mit aller meiner Kraft, will eifrig und gewissenhaft, was mir gebührt, verrichten.4067585 2. Hast du ein Umt: so warte sein!« So, Herr, gebeut dein Wille; du gibst zu meinem Thun Gedeihn, wenn ich ihn treu erfülle; gibst, daß ich an Vollkom menheit, an Einsicht und an Fertigkeit zum Guteswirken wachse. to and t 3. Drum will vor träger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, und, wo die Pflicht mir Müb' gebeut, nie meine Kräfte sparen; wenn sie ermatten: dann will ich durch reine, stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Ein heil'ger Trieb belebe mich, Herr, meines Standes Pflichten, in dei ner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt bei der 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde dein weifer Rath, o Gott, erschuf, mir Vorbereitung werde, damit ich hier schon in der Zeit, zur höhern Kraft und Thätigkeit des bessern Lebens reife. [ 23.] nis Borchward. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 463. Gott ift's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was unfer Fleiß hier unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. Rout 2. Nie müßig ſein soll meine Hand, das freudig zu verrichten, wozu mich Kraft, Beruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. 3. Drum gib, daß ich, o Gott, auf dich bei meiner Arbeit febe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerechtigkeit, nach Tugend und Vollkommenheit laß mich vor allem trachten. 4. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allem Ernste meiden; und hilf, daß ich, 314 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten ich, gestärkt durch dich, voll ten werden; du gabst der Muth, mit Luft und Freuden Kraft uns viel. Dich, unsern in meinem Stande thätig sei. Herrn, zu ehren, und MenDein Segen kröne meine schenglück zu mehren, sei imTreu', daß sie auch Undern mer unser höchstes Ziel! nüße! ich bod mails 5. Sei überall, o Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge. [ 22.] S. Liscovius und OR HAN Diterich. Mel. In allen meinen Thaten. 464. 3um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu tráger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlichs Herz; er schafft uns füßern Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang befiegen zu fündlichem Vergnü gen. Was mehr, was stets erfreut, der Unsern Wohl fahrt schützen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thätigkeit! 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg' im Gu- 1 5. Wenn Andre troftlos klagen: dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereu'n. Wenn Träge trauern müssen: dann spricht uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichem Segen stehn; wenn Tausende fich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! And [ 49.] G. D. Hartmann. Mel. Mir nach, spricht Chr. 465. Mag immerhin im Müßiggang der Thor auf Erden leben: fern sei von mir es, mich dem Hang zum Nichtsthun zu ergeben! Nur unverdross'ne Thätigkeit ge währet mir Zufriedenheit. 2. Ich bin ja nicht in die ser Welt, um stets nur zu ge nießen; ich soll auch das, was Gott gefällt, zu wirken mich entschließen. Von ihm, der mich zum Wohlfein schuf, kommt auch zur Arbeit der Beruf.things 3. Und wann ist fröhlicher mein Sinn, wann süßer meine Ruhe, als wenn ich in dem Kreise bin, worin ich Gutes gegen uns selbst. thilfine 315 Gutes thue? Mein eignes 2. Mein Hab' und Gut Herz belohnt mich hier, und Gottes Segen folget mir. kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen: zu meinem und zu Undrer Wohl verliehst du mir es; dazu soll ich weislich es benutzen. 3. Es ist das mir ge schenkte Gut vergänglich, ist nur Erde. Gib, daß ich nie leitet werde. Nie reiß' ein zum Uebermuth dadurch vers irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Dem Fleißigen kann seine Zeit zur Bürde niemals werden; den Trägen plagt Verdroffenheit; er schafft sich selbst Beschwerden; nie hat ihn das Gefühl beglückt, womit nach Arbeit Ruh' erquickt. 5. Wer thätig ist, genießt das Glück, auch Andre zu erfreuen; sieht froh auf seine Zeit zurück, und darf sie nie bereuen; er bebt nicht vor des Grabes Nacht: sein Tagewerk ist wohl vollbracht. 6. Einst wird er über viel gefegt: er war getreu im Kleinen; sein Herr, sein Va= ter ruft ihn jetzt zur Herrlich keit der Seinen. Wie freudig naht er sich dem Thron! Wie groß ist seiner Arbeit Lohn! [ 62.] Anonym u. Reche. and Christlicher Gebrauch und Genuß der irdischen Güter und sinnlichen Freuden. Mel. Wo Gott, der Herr. 466. Herr, lehre mich gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, damit wohl bauszuhalten, wie mir es nüßt und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt dar über nicht verliere! mite sike 4. Was nützte mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen: verblendeten mich Gut und Geld, die Pflichten zu verletzen, die mich dein heilig Wort gelehrt? Die Tugend nur hat ewig Werth; nach ihr nur soll ich trachten. 5. D schenke dazu gnädig mir, Gott, deines Geistes Gaben: so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben; so bin ich, sicher deiner Huld, voll Friede, Freude und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen; er nüßet mir im Tode nichts, und wird am Tage des Gerichts die Seele nicht erretten. 7. Was 316 Chriftliches Gefinntfein und Verhalten 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! Dieß laß mich stets bedenken, und ernstlich, treu, gewissenhaft mein Sorgen dahin lenken, daß von den Gütern dieser Seit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ernte. 7. Was du mir schenktest, schicken. Der Thor hat Geld will ich nicht, dem Thoren und Gut; er hat's, und gleich, verschwenden; will wünscht noch mehr: doch ernstlich streben, es nach immer bleibt sein Herz von Pflicht und weislich anzu- Ruh' und Freude leer.ist wenden. Laß mich damit, aus 4. Ein weises, frommes Dankbegier, auch meinem Herz, das sei mein Schat auf Nächsten, nicht bloß mir, des Erden! Sonst Alles, nur Lebens Last erleichtern. nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im Tod' auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit, zum feligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. Gellert. [ 71.] Mel. Mir nach, spricht Chr. 468. Wohl Dem, Der beff're Schätze liebt, Schätze dieser Erde! Wohl Dem, der sich mit Eifer übt, daß er vollkommner werde, und, von des Himmels Geift belebt, sich über Erd' und Staub erhebt! als 2. Der Herr verbeut den Seinen nicht, hier Güter zu besitzen; er gibt fie; doch ge beut die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen; sie sollen unser Herz erfreun, und Mittel uns zur Tugend sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten; nicht erst nach wahrer Frömmigkeit, nach Gottes Reiche tracten, ist nicht des Menschen hoher Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf. din taidl 4. Der Geiz entehrt des Menschen Herz, erstickt des Mit[ 103.] im Diterich. Mel. O Gott, du frommer. 467. Laß mich doch nicht, D Gott, dem Reichthum dieser Erde so meine Neigung weihn, daß er mein Ubgott werde. Oft fehlt bei'm Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Le: bens Herrlichkeit? o 2. Kann ein vergänglich Gut des Geistes Wünsche stillen? Und reich zu werden, steht Willen? Nicht stets ward Reichthum Dem zu Theil, der nach ihm rang; und oft verliert ihn Der, dem sein Bemühn gelang. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll be: glücken, muß unvergänglich fein, muß für den Geist sich 6600 T natioda gegen uns selbst.dilird 317 Mitleids Triebe; die Liebe dammt, aus Habsucht recht für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu seinem Gott. or sin zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an ihm sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt ihm Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; er schweigt, wenn sie ihn reden heißt, ehrt, wo er nicht soll ehren, und wird oft um ein schnödes Geld ein Schmeichler, eine Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse, und Habsucht, als Übgötterei, von Herzen flieh' und haffe. Ein weises Herz, ein froher Muth, fei meines Lebens größtes Gut! [ 62.] Gellert. Mel. Nun danket Alle Gott. 5. So viel der Geiz auch an sich reißt, kann er's doch nie genießen; er quält durch Habsucht stets den Geist und tödtet das Gewissen; ihn treibt der lockende Gewinn zu jedem Frevel mächtig hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon Meineide frevelnd schwören; Arbeitern den verdienten Lohn verkürzen; wird nicht hören auf armer Wittwen jammernd Flehn; wird frech der Waisen Recht verdrehn. distant 7. Vom Geized hart, schmeckt nie das Herz des Wohlthuns edle Freuden; bleibt ungerührt bei Undrer Schmerz, fühlt nicht der Armuth Leiden. Empfindungslos verletzt und bricht der Geiz'ge jede Tugendpflicht. 8. 3war ist er Vater: doch aus Geiz ist er's nicht seinen Kindern; läßt thöricht sich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und wähnt, er hab' sie wohl bedacht, wenn sein Bemühn nur reich sie macht. 9. Hat er ein richterliches Amt: so wird er sich erfrechen, die Sache, die das Recht ver469. Herr, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Baterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und jede Lust verschmäht, die nicht auch dir gefällt! 2. Wie selig, wenn ſein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern ers hebet; wenn er die Freude kennt, mit sich allein zu sein, und deiner Lieb' und Macht und Weisheit sich zu freun! 3. Wie selig, wenn er selbst die bessern Erdenfreuden mit Maaß und Weisheit wählt! 318 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten wählt! Ihr Uebermaaß wird 8. Bei meinen Freuden Leiden. Nach arbeitvoller soll der Dürftige nie leiden; Müh' ist schuldlos ihr Ge- der Tag, der mich beglückt, nuß: wer nur Vergnügen sei ihm auch Tag der Freusucht, Der findet Ueberbruß, den! Ist er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Für jeden frohen Tag sei dir, Gott, Dank geweiht! ne [ 65.] Niemeyer. Mel. Religion, von Gott geg. 470. Auliebender, du gabst dem Herzen Gefühl für 15. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten! Die Tugend müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun; doch keinen Augenblick des Lasters Freuden weihn.. ohlsein, Glück und Luft; du schufest auch für Gram und Schmerzen Empfindun gen in unsrer Brust, daß, mächtig vom Gefühl erregt, das Herz bald froh, bald bang' uns schlägt. 6. Die Unschuld, Gott, sei stets Gefährtin meiner Freuben! Dem Schwelger laß mich nie sein falsches Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufrie- 3. Nur laß, in meinen denheit; der frohste Sinn wohnt stets bei frommer Häuslichkeit. 2. Dank dir, daß für tausend Freuden gefühlvoll ich gebildet bin; und fließen gleich, wenn sie nun scheiden, oft Thränen auf die Wangen hin: so dank' ich, Vater, doch dafür selbst mit bethräntem Auge dir.Doch mein frohen Tagen, dieß leicht bewegte Herz mir nie für unerlaubte Freuden schlagen! Gefühl für niedre Lüfte flich', es flieh' der Laster wilde Luft, o Gott, auf immer meine Brust! 4. In dichtbelaubten Schattenwäldern, auf grü ner, blumenreicher Flur, auf segensvollen Erntefeldern, im großen Tempel der Natur, bei 4. gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn fie nach Freuden strebt, nie jene Freuden wähle, die endlich doch gereun; es wohn' in meiner Brust, durch Laster nie entweiht, nur fromme, reine Lust! i 7. Der Tag der Fröhlich keit sei niemals ganz verlo ren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spiele nicht geboren! Erholung gönnt mir Gott, nur stärke sich mein Muth mit neuer Kraft zur Pflicht, so oft mein Wirken rubt! da osim aldber natint gegen uns selbst. piling 319 1850 Niemeyer. bei deiner Schöpfung Jubel- gen in unsrer Brust. Für chor, da schlage hoch mein Beides bringt mein Herz dir Herz empor! oristili Dank; Preis, Bater, dir, 5. Erblick' ich hier in ed- und Lobgefang! len Thaten, die werth sind[ 76.] der Unsterblichkeit, der Wahr- m heit und der Tugend Saaten, von meinen Brüdern ausgestreut; zeigt mir der Menschheit Würde sich: so preise meine Seele dich! 6. Wenn ich verwandte Herzen finde, die für mich schlagen treu und warm; mein Dasein innig froh empfinde an eines edlen Freun des Urm: auch dieß Gefühl fei dir geweiht! Es folgt uns in die Ewigkeit. 7. Zur Menschenliebe, zum Erbarmen erwecke mich der Brüder Schmerz; es breche bei der Noth des Armen mir immer mitleidsvoll das Herz! Mein Mitleid werde Trost und Rath, mein Wunsch, zu helfen, werde That! 8. Vor allem laß sich mit Entzücken mein Herz, Gott, deiner Liebe weihn; und, wenn es Kummerlasten drüfken, gefühlvoll deiner Huld sich freun: dann wandelt sich die Furcht in mir in kindliches Vertraun zu dir.ad 9. Ulliebender, du gabst dem Herzen Gefühl für Wohlfein, Glück und Lust; du schufest auch für Gram und Schmerzen EmpfindunKeuschheit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 471. Der Wollust Reiz zu widerstreben, soll ernste, heil'ge Pflicht mir sein! Sie ist ein tödtlich Gift dem Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleb' ich innig, Gott, zu dir: erhalt' ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft, und Urmuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht; bringt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegeb'ne Herz. 14. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, hinab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein heil'ger Schöpfer gab; vergißt den 3weck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So 320 Christliches Gesinntsein und Verhalten 5. So schimpflich sind der Schmerzen, wohnet Ruh' Wollust Bande! Schon vor und reine Lust. Unbeherrschte der Welt ist sie ein Spott; Sinnlichkeit tödtet die Zufrieund träfe sie auch keine denheit; sie vergiftet alle Schande, so sieht und ahndet Freuden, und verwandelt sie fie doch Gott, Gott, der in in Leiden. aistbildand das Verborg'ne fieht, Gott, dem auch kein Gedank' entfliebt. 6. Drum will ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widerstehn, und, um mich gegen sie zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, sehn. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch geheime Missethat. [ 99.] Gellert. ſei, o reines Mel. Werde munter, mein G. 472. Standhaft Gott, mein Wille, Herzens stets zu sein; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich, wider mein Gewissen, wünschen, suchen und genießen. 2. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig mus fie fein; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß fie scheuen, und die Seele nicht entweihen. 3. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nicht der Reue 4. D so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets zu sein; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüfte scheun. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde! Reinigkeit sei meine Zierde! 5. Dann umgibt mich Heil und Segen; himmlische Unschuld Wegen mich zu Zufriedenheit leitet auf der größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn sie hoffen voll Vertrauen, Got tes Antlik einst zu schauen. tes Antlig einst zu schauen. [ 98.] 3. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 473. Den Trieb der Wol luft früh zu dämpfen, eh' er die Freiheit mir verwehrt, muß ich ihn ungeſäumt be kämpfen, sobald er sich in mir empört! Nur mühsam wird er unterdrückt von Dem, der ihn nicht früh erstickt. 2. Oft täuschen ihn des Lasters Triebe; er wähnt sich sicher vor Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe die Nei gung, die einst schuldios war! Dann, sind gegen uns selbst.dilird Dann, dann wird jene Si cherheit, ach! bitter, doch zu ſpät bereut. 3. Getäuscht, wird sich's das Herz verzeihen, daß es des Lasters Triebe nährt; es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und bald zu größern übergehn. 4. Sft's Sünde nur, die That vollbringen? Ift, wer fie meidet, tugendhaft? Nein, auch den Trieb soll ich be zwingen, den Hang und Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele soll es ſein. 5. Die Lüfte sind's, die uns entehren; sie schwächen unsers Geistes Licht; auch wenn wir ihrem Ausbruch wehren, sind sie Verletzung unsrer Pflicht. Drum will ich streben, daß mein Geist sich ihrer Tyrannei entreißt. 6. Beleb' in mir, Gott, den Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück! und lenke, wenn mein Herz will wanten, auf Tod und Zuz kunft meinen Blick! Dann flieht der Sinne Trug gestalt, und jeder Leidenschaft Gewalt. 191919 [ 99] indad dau Gellert und mich nollis Heeren. g 321 Christliche Ehrliebe.d Mel. Wenn meine Sünd' mich. 474. Laß Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig fein. Laß deinen Geift mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. nis 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor immer mein Ruhm, was dir der Welt; das nur sei, Vater, gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 1601 3. Nicht in Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen: sie sind doch Eitelkeit; sie sind so oft des Thoren Glück; verlassen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 04. Nicht Stand und äußre Würde verblende verblenden meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein mein Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein.bilo skor 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Red= lichkeit gewissenhaft verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Chris stenthum nach Jesu Beispiel * üben, 322 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten üben, das sei mir wahrer groß; Der hat mehr Kraft, Ruhm! Der mehr Verstand, und Jener braucht, was Der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, und fern von allem Stolze sein; ich Den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär' ich wohl, hätt' ich mehr, als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gern will ich auch Andre ehren, sie mögen noch so niedrig sein. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm' Keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hülflos wär' ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, Der verehret der Niedern und der Hohen Herrn. Wohl ihm! Denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 6. Dein Beifall ist das Größte, wornach ich streben kann; wenn ich mich dessen tröfte: wie glücklich bin ich dann, ob mir gleich oft, auf dieser Welt, der Menschen Lob und Ehre bei guten Tha: ten fehlt! A 7. Wenn einst die ernste Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergel tungstage der Thaten Werth bestimmst: dann müsse meinem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! [ 95.] Heeren. Mel. Religion, von Gott geg. 475. Von dir in diese Welt gerufen, stehn, Bater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: dort sind vor dir wir Alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben; denn du allein, Alweiser, gibst Dem diese, Jenem andre Gaben, weil du, als Bater, Ulle liebst; es sollen Alle glücklich sein, und Jeder sich des Undern freun. 3. Beglücken, und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist Dieser hier auf Erden gering und arm, Der reich und 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit jeder Jugend, die eitlen Schimmer gern notlad gegen uns selbst. mas 323 gern entbehrt. Sie sei, o Gott, dir hab' ich mein Leben! Gemein Eigenthum, vor bir und vor der Welt mein Ruhm! [ 76.] 3. A. Cramer. Mel. O Gott, du frommer. 476. Herr, der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Es ist nicht mein; es ist ein unverdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! nk sint Isidiar 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch ster, nüße, und wenn ich mehr Verstand, mehr Kraft, als er, besige: bin ich drum mehr, als er?, nein! Wer fchenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Gott, Alles kommt von dir! 3. Wenn mir ein größ'res Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als Undre, segnet: gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Undre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in hohen Würden stehe, und Andre unter mir in fleinerm Glücke sehe: wer machte fie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Dein ist es, was ich bin; von lang das Gute mir: nur Du gabst ihm Gedeihn! Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! [ 71] 3immermann. Mel. Wo Gott der Herr nicht. 477. Du gabft, o Gott, der Alles schafft, das Leben mir auf Erden; ich soll mit immer reger Kraft den Menschen nüßlich werden. Doc ach, wie schwer wird diese Pflicht, wenn guter Name mir gebricht, und Jeder mich verachtet! 2. So sei denn mehr, als alles Gold, mir dieser Name theuer! Ist meiner Brüder Herz mir hold, so leb' ich forgenfreier; und wenn der Tod zu dir mich ruft: dann weinen sie an meiner Gruft noch Thränen wahrer Liebe. 3. Vermag ich auch kein großes Glück den Meinen zu gewähren; mein guter Name bleibt zurück, und wird auch sie noch ehren. Sie finden leichter dann den Freund, der's gut und treu mit ihnen meint, ihr Leben gern verfüßet. 4. Ja, Gott, ich will durch frommen Sinn nach gutem Namen streben, und ist und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich stolz erheben. Wird aber hier mein Werth verfannt: getroft! Im bessern Vater2 Christliches Gesinntsein und Verhalten Baterland nimmst du mich sich hebt, wenn er dem Reiz an mit Ehren. sm and prol [ 103.] diads Reche. Mel, Herr Jesu, Gnadensonne. 478. Bin ich mit festem Muthe Gott und der Tugend treu, und wirksam für das Gute, von Sündenliebe frei: so darf ich's auch bemerken; darf, meinen Muth zu stärken, mich meines Werthes freun. der Sünden mit Ernste wi derstrebt; doch stolz auf Schwäch're sehen, die nicht im Kampf bestehen, soll nie der Mensch, der Chrift. D 2. Doch will ich nie vermessen und stolz auf Andre sehn; nie will ich es vergeffen, will dankbar es ge: stehn, daß Gott, der mir mein Leben aus freier Huld gegeben, auch Kraft zur Tu gend gibt.njom, und 3. 3war darf ich es em pfinden, wie sehr mein Geist 324 4. Auch wenn ich edel handle, und stets mit festem Schritt die Bahn der Tugend wandle, die nie der Thor betritt: auch dann, o Gott, ver: behle es nie sich meine Seele, wie viel mir noch gebricht! Menschenliebe überhaupt. Mel. Ein Lämmlein geht und. 479. Der du der Liebe Vorbild bist, und gern uns Menschen segnest, selbst Dem, der nicht dein Jünger ist, mit Wohlthun doch begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich, Herr, mein Heiland, hier nach deinem Beispiel wandeln! Die tön nen feine Chriften sein, die nicht sich Undrer Wohlfahrt 5. Hilf denn mir stets be scheiden in Wort und Thaten ſein, und alle falsche Freuden der eitlen Ruhmsucht scheun! Laß niemals mich vermessen des innern Werths vergessen, den stille Tugend gibt! [ 35.] Grot. 1st sid IX. Chriftliches Gesinntsein und Verhalten gegen andere Menschen. da ( 130898 freun, nicht menschenfreundlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folg ten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wobin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch gegen andere Menschen, i 325 3. Auch jest, erhöht zu freut, bei ihrer Noth betrüGottes Thron, bist du das Heil der Sünder; noch immer bist du, Gottes Sohn, der Freund der Menschenkin der. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten; Dem, der auf deine Stimme hört, und dich durch Sinn und Wandel ehrt, lohnst du mit Seligkeiten. 4. O laß in meiner Pilgerschaft mich auf dein Vorbild fehen! Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten bei zustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen; Dem, deffen Herz sich mir vertraut, laß mich die Treu', auf die er baut, unredlich nicht versagen. 85. Hilf mir mit brüder licher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanft muth, Mitleid und Geduld zur Beff'rung ihn erwecken; und fündiget er gegen mich: so freue meine Seele fich, ihm willig zu vergeben! Berkennet gleich sein Herz mich hier: du kennst und lohnst mich einst dafür bei dir im beffern Leben. vorno [ 18.] Hiller und Sturm. Mel. Gott, du frommer. 480. Gib mir, o Gott, ein Herz, das alle Menschen liebet, bei ihrem Wohl fich bet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und gern sich, wo es fann, um Andrer Glück bemüht. 2. Erblick' ich Dürftige: so laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gabst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein, und mich geehrt zu sehn: nein, Menschen zu erfreun! 3. Es sei mir heil'ge Pflicht, selbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen! Nicht Dank erst treibe mich zu milder Wohlthat an: nein, was ich Gutes thu', das sei, Herr, dir gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Betrübte segnet, ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Undre stärkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbemerkt. 5. Sucht wo ein böses Herz Unfrieden anzurichten: so will ich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Uus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Rub': er rühme sein Verdienst; gern deck' er Fehler zu! a ésil dow 6. Fern 326 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 6. Fern sei's, o Gott, von sei uns jederzeit, was der mir, das Böse zu vergelten! Herr uns hier gebeut! Still, duldsam sei mein Sinn, wenn Andre dräun und schel: ten! Vergeben will ich Dem, der mir zu schaden sucht, Den lieben, der mich hast, Den fegnen, der mir flucht. d 7. Auch laß mich nie allein auf zeitlich Wohlergeben mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten fehen; noch mehr, Herr, müsse mich sein Seelenglück erfreun, und fiber Alles werth sein ew'ges Heil mir sein! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich All' erhält; Alle Eines Leibes Glieder, die fein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lie ben, schuf... 102609 63. Eine sterbliche Natur hat uns Allen Gott gegeben, und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beff'res Leben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. diftot dus 4. Und wir sollten uns entzwein, lieblos uns einanz der baffen; uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist kein guter Mensch, kein Chrift! 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Unsehn, Reich thum, hoher Stand, Leibes träfte, Geistesgaben, alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. of 8. Den, der im Guten wankt, im Tugendsinn zu wankt, im stärken; Den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn; dazu verleib' mir Kraft und segne mein Bemühn! 9. heilige du selbst, Gott, meines Herzens Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein; Laß diese Wahrheit, Gott, mir ftets vor Augen sein! [ 71.] Gellert. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 481. Allen Menschen, und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben:» euren Nächften follet ihr, wie euch selbst, von Herzen lieben.« Heilig 6. Selbst der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, wenn nur Jeder sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weih'n; auch im Kleinsten treu zu ſein. 7. Drum gib uns, o Gott, ein Herz, das von Menschenliebe brennet, auch in Armuth, Noth sto gegen andere Menschen, find 327 Noth und Schmerz nie den tig forscht, was ihm gebricht: Nächsten stolz verkennet, nie voll eitlen Wahns vergißt, daß er unser Bruder ist. 8. Laß dem großen Men schenfreund, laß uns Jesu ähnlich werden, daß wir einst, mit ihm vereint, nach voll brachtem Lauf auf Erden, ewig mögen bei ihm sein, und uns feiner Liebe freun! dind [ 48.] ad Felir Weiffe. Der liebt auch seinen Nächsten nicht.mnd dimens de d 5. Wer Niedre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vor wurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein nächster fehlet: wie bleibt, bei seinem Ungestüm, die Liebe Gottes wohl in ihm? Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 482. So Jemand spricht: ich liebe Gott! und hast doch feine Brüder, Der treibt mit Jesu Lehre Spott, und handelt ihr zuwider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet; nur forglos ihnen Gaben gibt: Der hat sie wenig noch geliebt. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder lei den, und macht doch Hung rige nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der haßt des Christen schönste Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 7. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: und dienen sollten wir nicht gern einander hier, als Brüder? Gott schuf die Welt nicht bloß für mich: mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet; doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 4. Wer barret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht güboll 2 8. Ein Heil ist unser Uller Gut: wie sollt' ich Brüder haffen, die Gott, durch seines Sohnes Blut, wie mich, erfaufen lassen? wie nicht verzeihn, da er vergibt; nicht lieben Alle, die er liebt? ar 9. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als hätt' ich's ihm erwiesen: und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und ihn in Brüdern nicht er freun? di daug 10. Ein 328 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 10. Ein unbarmherziges werden wollt, wie ihr's werGericht wird über den erge den könnt und sollt! anshoot hen, der nicht barmherzig ist, 14. Auch für meiner Brüder und nicht Die rettet, die ihm Seelen, nicht nur für mein flehen. Drum gib mir, Gott, Heil allein, soll ich sorgen; durch deinen Geist, ein Herz, wenn sie fehlen, gern ihr das dich durch Liebe preift! treuer Führer sein. Wenn sie [ 62.] asidi Gellert. fündigen und sterben, und ich manisl isdadigd rief nicht vom Verderben, wo Sorge für Anderer Weis- ich konnte, fie zu dir: forderst naheit und Tugend. du ihr Blut von mir.u Mel. Alle Menschen müssen ft. 483. Laß. o Jesu, mich empfinden, welch ein Segen mir es ist, daß du, mich von Wahn und Sünden zu be frein, erschienen bist, und daß frein, erschienen bist, und daß du mit Huld und Gnade auf des Lebens dunklem Pfade die Gefahr mir offenbarst, treu mich warnest und bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen es für meine Seele sei, wenn ich dir auf Gottes Wegen immer folg ſam bin und treu; wenn ich meinen Schöpfer lieben, und, von deinem Geist getrieben, immer froher hoffen kann: mich nimmt Gott mit Eh= ren an. 3. Doch, wie könnt' ich dieß empfinden, und doch fühllos Menschen sehn, die, bethört vom Reiz der Sünden, Wege des Verderbens gehn; wie nicht rufen, daß fie's hören: Deilt, o Brüder, umzukehren, wenn ihr selig 5. Von des Irrthums will auch ich warnen, rühren Finsternissen selbst errettet, das Gewissen Deffen, order, Herr, von dir wich; will ihm zeigen, was ihn blende, sein Herz zu dir sich wende; ihn ermuntern, dir allein, nicht der Sünde sich zu weihn. daß 6. Hilf, daß ich ihn mög' erweichen; und wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen: sei mein Bei spiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie der Tugend richt'ge Wege Jedem, der sie lieb gewinnt, lauter Heil und Segen find! [ 4.] J. A. Cramer. Mel. Aus tiefer Noth ruf' ich. 484. Herr, deine Langmuth ist sehr groß; wer kann sie ganz ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos und sei ner Pflicht vergessen: schonft du doch seiner lange Zeit, und trägst ihn mit Barmherzig keit; du willst nicht sein Verderben. 2. Noch natlod gegen andere Menschen. IirdD 1982. Noch herrschet Leichtsinn immerfort in vieler Menschen Herzen, die Heiliger, mit deinem Wort und mit der Sünde scherzen; und wilde Sittenlosigkeit, gestützt auf falsche Sicherheit, fröhnt un gescheut dem Lafter. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir: hilf du dem Uebel wehren! Noch Viele können, hoffen wir, zu dir sich einst bekehren. Nur Beispiel ist's und Lust der Welt, was in Verblendung sie erhält und an das Lafter feffelt. 14. Erbarme dich, o treuer Gott, der tiefgefall'nen Seelen, die jetzt, verführt, in Sünden todt, ihr wahres Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, und Furcht vor Strafen schrecke Die, die nicht die Liebe bessert! 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Segen; laß, unverführt von diefer Welt, fie gehn auf deinen Wegen, und leite fie an deiner Hand den sichern Weg in's Vaterland, daß fie dein Heil dort schauen. 6. Ein treuer, guter Vater meint es redlich mit den Seinen; du, unser Bater, unser Freund, du kannst's nicht böse meinen. Drum bitten wir in Demuth dich erhalt' uns ferner väterlich in deiner Furcht und Liebe! 329 7. Getreu dir sein, o Herr, ist schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einst noch größern Lohn den Treugeblieb'nen geben. Dann wandeln wir in deinem Licht; dann wird des Lasters Unblick nicht die Seligen mehr kränken. [ 9.] dind 3. E. Troschel. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 485. Laß meines Nächsten bestes Theil mich werth und theuer achten, o Gott, und seiner Seele Heil zu fördern, ernstlich trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und hast sie selbst zur Seligfeit durch deinen Sohn berufen. 2. Den Nächsten zur Verschlimmerung, zu Thorheit, Eitelkeiten, zum Frrthum, zur Bersündigung durch List und 3wang verleiten; durch That und böses Beispiel ihn in Laster und Verderben ziehn: o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Hilf mir, nach seiner Besserung im Glauben und im Leben durch Rath und durch Erinnerung, durch lehrreich Beispiel streben, daß Achtung für Religion und Sefum Chriftum, deinen Sohn, in ihm sich stets vermehre.. 4. Je mehr du mir Gelegens heit und Fähigkeiten gibest: je mehr laß mich zu aller Zeit die Seelen, die du liebest, zu retten 330 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten retten auch geschäftig sein, ehrt, Der ist auch keiner und nicht Verdruß, nicht Freude werth. armi Mühe scheun, dir, Gott, sie 2. Es war, o Vater, deine zuzuführen. dom Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuziehn. Strahlt ihnen meines Bei spiels Licht: so fehlt mir deine Liebe nicht.ndug 3. Ja, groß ist jedes Bei spiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt, und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zu Tugend oder Lastern führt. mendim 5. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen: laß mich dein heiliges Gebot fie leh: ren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dies mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben; so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben. Laß mich, dir, Gott, sie zu erziehn, selbst Sünd' und Laster eifrig fliehn, und stets behutsam wandeln! 4. O wehe Dem, der sorglos bleibt, und kühn des Lasters Werke treibt; den nie der Blick der Unschuld schreckt, und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa hen gern berückt, und listig in sein Netz verstrickt! ang 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun Jeder laut ihm miflucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Rich ter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 7. Und hätt' ich eine Seele, Gott, geärgert und verblen det, durch Leichtsinn, Bos heit, frechen Spott, von dir fie abgewendet: o, so vergib mir diese Schuld, und laß mich wieder deine Huld, durch ihre Besf'rung, finden. [ 22.] di ml Rüfter. Gutes Beispiel.ud di Mel. Vater unser im Himmelr. 486. Von dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüglich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ( 91797 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob' es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmigkeit! Sib selbst, o Gott, gib mir die natlod gegen andere Menschen. die Kraft zu dem, was Heil und Gutes schafft! [ 84.] Reche. 331 dann siegt fie; dann ist Gott mit ihr! Gott ist ihr Schutz! 7. Und wenn auch seines alle Nebel bricht, und Spötter Wortes Licht nicht gleich durch stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird be stehn! Sie ist von Gott! st 8. Schaut auf zur Sonne! Sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Doch wohl dem, der des 2. Berdunkelt war der Lichts genießt, und Gott Wahrheit Licht; selbst Chri- durch Liebe dankbar ist! Das stenlehrer fah'n es nicht. Aus laßt uns sein! p mimp ved Unterricht ward Glaubens: 19. Wie Mancher irret ohne zwang, und ach! in Sclaverei versant das Volk des Herrn! 3. Wie tobte der Verfolger Wuth! Wie ftrömte treuer Christen Blut! Und ihre Bürger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch! D welch ein Wahn! fin Schuld, und Gott beweist ihm seine Huld! Wer dürfte denn, von Zorn entflammt, verdammen, wen Gott nicht verdammt? Nein, das sei fern! 10. Kein Mensch ist ganz von Irrthum frei, wie groß auch seine Weisheit fei; drum siehet Gott sein Herz nur an, und Heil ihm, wenn er sagen tann: mein Herz ist gut! bud 4. Erhebt den Herrn! Gerecht ist er! Die Christen sind nicht Sclaven mehr! ihr Lehrer ist nicht mehr Tyrann. O freut euch! Das hat Gott gethan! Er liebt das Recht. 85. Der Herr stand seiner Kirche bei: da wurden die Gewissen frei; da ward dem Glaubenszwang gewehrt; wir fah'n, dem Herrn sei Jeder werth, der treu ihm dient u 11. Verschieden ist der Seelen Kraft, verschieden Menschenwissenschaft; doch immer wird von Gott be glückt, wer jeden Sündentrieb erstickt, und Tugend liebt. Ho 6. Verbindet, Christen, jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit! Sft Tugend stets der Wahrheit Zier: snie) 12. Lobsingt dem Herrn, und seid bereit zum Eingang in die Ewigkeit! Dort wird nur Liebe dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! [ 21.] dod 3. A. Cramer. Mel. Wider Intoleranz Mel. Erschienen ist der herrt 487. Lobfingt dem Herrn! Denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr war's, der uns ihr ent: riß! Lobsinget ihm! 332 Christliches Gefinntsein und Verhalten Mel. Wie schön leucht't uns.d nenheere, bring' jeder Mund 488. Schon weicht die Unbetung dar! Du, unfer finstre Mitternacht des Aber- Uller Vater, gib, zu preifen glaubens, und die Macht der dich, uns Kraft und Trieb. Vorurtheile schwindet; schon leuchtet uns der Morgenstern, und jener Tag ist nicht mehr fern, da uns Ein Band verbindet. Zeige Liebe, Christ, und höre Jesu Lehre: lieben sollen, die nach ihm sich nennen wollen. 2. Bereit, dich Dem zu offenbaren, den Sehnsucht drängt, sich dir zu nah'n, nimmst du von allen Völkerschaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ohn' einen Strahl von deinem Licht ist keines Menschen Angesicht. tomon 3. Und Keiner Aller, welche leben, ist fern, Unendlicher, von dir. In dir, du Bater Aller weben wir All und sind und athmen wir! Wir sind von dir und durch dich; du rufft:» sucht mich!«< allen Herzen zu! 4. Dem rufft du lauter, Jenem leise:» ein Gott ift, 2. In allem Volk wird von dem Herrn nur Der geliebt, der immer gern die Bahn der Tugend wandelt. Wer Recht thut, Gott durch Tugend ehrt, Der hat vor ihm den größten Werth, weil er vernünftig handelt. Darum übet Tugend, Brüder; Gott sieht nieder auf uns Ulle, wer durch Tugend ihm gefalle, welcher dich erschuf. Nur ed m3. Nur auf Gesinnung und auf That sieht er, der Aller Herzen Rath mit Einem Blick durchschauet. Wem reiner Tugendfinn gebricht, Dem hilft sein leerer Glaube nicht, wie sehr er darauf bauet. Darum laßt uns so zu leben uns bestreben, daß die Erde voller Lieb' und Eintracht werde! 1pmidos 1 [ 100.] 3. D. Thieß. Mel. Religion, von Gott geg. 489. Dir, Vater, Dank und Preis und Ehre, von aller deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hohen Ster: 19102 Der ist froh und gut und weiſe, der gläubig hört auf deinen Ruf, und wer dich fromm und findlich ehrt, Deß Flehen wird von dir erhört. 5. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu sein. Wie könntest du Den strenge richten, dem du mehr Licht ver fagteft? Nein! Begnadigeft du nicht selbst Den, der's wagt, dir, Herr, zu wider stehn? 6. Und wir, wir sollten strenge richten? Wir lieblos sein, wo du verschonft; die Ein mailadragegen andere Menschen.finda 333 Einfalt und die Tugend rich frei, voll Frömmigkeit, ohn' ten, die du vielleicht mit Ehre Heucheleiding and lohnst; Den schmähen, der all da Basedow. dich anders ehrt, als uns der Väter Glaube lehrt? 7. Wer heilig deinen Namen nennet, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint, so gut dich ehrt, als er dich kennet, fei Bruder uns, mit uns vereint! O wehe Dem, der sie verdammt, die Undacht, die zum Himmel flammt! but 8. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Menschen freundlichkeit, Entwaffne mächtig, Herr, den Störer der Eintracht und Verträglichkeit; und heller strahle bald dein Licht da, wo's an Duldung noch gebricht! [ 76.] 3. C. Fröbing. Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 490. Erhalt uns deiner Wahrheit Wort, und treibe Wahn und Irrthum fort! Bewahre, Herr, vor Glauz benszwang, uns, deine Kinder, lebenslang! S 2. Die Herrschsucht, die in wildem Grimm Den, der nicht glaubt, mit Ungestüm, gewaltsam zieht vor's Rich teramt, sei unter Christen ganz verdammt! dos ans an 3. 3erbrich des Zwanges bartes Jochsdann sieget freie Wahrheit doch! Sie sei bei unsis von Irrthum [ 19.] ma Sorge für Anderer Leben und Gesundheit. Mel. Ermuntre dich, mein schw. 491. Das Leben ist ein großes Gut; wie sollt' ich es nicht ehren! Wie dürft' ich je im wilden Muth es frevent= lich zerstören! Verdank' ich es, o Herr, nicht dir? Zum Gutesthun gabst du es mir; zum Guten es zu nüßen, soll ich es sorgsam schützen. 2. Doch nicht mein Leben, Herr, allein, auch meiner Brüder Leben soll theuer mir und heilig sein, und eifrig soll ich streben, es zu erhalten, wo ich kann; soll dienen, helfen Jedermann; soll Jeden vor Gefahren gern warnen und bewahren. [ 98] dienstbar ist, nie über Härte 3. Drum müsse, wer mir klagen! Wie dürft' ich ihm, als Mensch und Christ, die Schonung je versagen, die mir, o Herr, dein Bort gebeut! Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein Wohlfein zu vermehren, der Brüder Last erschweren! malde 4. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freundlichkeit sie bitten isihr Leben, ihre Kräfte nie durch Leichtsinn zu 334 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten zu zerrütten. Was ihres 2. Wenn ich aus Argwohn Lebens Frieden stört, was ih- bloß von ihm nur Böses ren Gram und Unmuth mehrt, denke, und durch ein falsch das will ich stets mit Freuden Gerücht ihm schade und ihn entfernen und vermeiden. kränke; wenn ihn mein Neid, mein Haß, mein Stolz, mein Spott entehrt: bin ich dann noch ein Christ, und dieses Namens werth? 5. Der Schwachen Führer will ich sein; der Kranken will ich pflegen; die Trauri: gen mit Trost erfreun, auf ihren Leidenswegen; will eilen, beizustehn in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. dies 6. Das Leben ist ein groBes Gut: ich will es treu verwalten; will gern mit Sorgfalt und mit Muth auch Undern es erhalten. Wenn dann der Tod sie mir entreißt: so quält kein Vorwurf meinen Geist; ich darf dann ohne Grauen auf ihre Gräber schauen. [ 20.] Reche. Schonung der Ehre Anderer. Imensl Mel. O Gott, du frommer. 492. Wenn ich mit Freuden hör' des Undern Ehre schmälern, und rede selber gern von meines Bruders Fehlern; wenn ich aus Neid und Stolz verklein're seinen Ruhm, deck' seine Schwächen auf: wo bleibt mein Christen thum? 3. Wer, wenn er Läst'rer hört, und bei Verläumdern fizet, aus niedrer Menschenfurcht nicht Undrer Unschuld schüßet; wer aus Gefälligkeit felbst ein Verläumder ist, und nichts zum Besten kehrt: bleibt Der auch noch ein Christ? 4. Wer jeden Schein ergreift, den Nächsten hart zu richten: verleget der nicht frech die heiligste der Pflichten? Ist dies nicht eitler Stolz; ist's nicht Vermessenheit? Vergißt er dabei nicht der eignen Fehlbarkeit? 5. Gott ist mir immer nah'; er hört an jedem Orte, wo ich nur immer sei, ein jedes meiner Worte; und er, der Alles sieht, er sollte mich nicht sehn, wenn ich mich untersteh', Unschuldige zu schmähn? 6. Dürft' ich mit Spott und Hohn die Tugend fre velnd schänden; dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwenden? Alwissender, du hörst der frechen Schmähung zu; ihr Richter, heil' ger Gott, ihr Rächer bist einst du! 7. Die alles gegen andere Menschen.lind 7. Die Thränen zählt der Herr, die von gekränkten Frommen, die lieblos ich geschmäht, wehklagend vor ihn fkommen; und dann erscheint ein Tag, wo Gott, im Ange: sicht der Welt, dem Lästerer ein strenges Urtheil spricht. 8. Hab' ich durch Läste rung, Herr, Schuld auf mich geladen: so laß durch Wider ruf mich tilgen jeden Scha: den. Des Nächsten Ehre sei mir stets ein Heiligthum! Nicht lieblos richten, nein, sie schüßen, sei mein Ruhm! 9. Wir müssen Rechenschaft von unsern Worten geben; darum, gerechter Gott, laß stets dahin mich streben, daß meine 3unge nicht der Schmähsucht Werkzeug sei, und mache mich von Haß, Neid, Stolz und Leichtsinn frei! [ 71.] Paulmann. Billigkeit in Beurtheilung des Nächsten. Mel. Gott des Himmels und. 493. Nichten will ich nicht mit Strenge, wenn ich Undre fehlen seh'! Groß ist auch der Fehler Menge, die ich selbst noch oft begeh'. Lieblos tadeln will ich nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. what there 2. Seh' ich allezeit die Gründe von des Nächsten 335 Handeln ein? Ist auch, was ich table, Sünde? Oder trüget mich der Schein? Urtheil' ich gewissenhaft? Oder reizt mich Leidenschaft? 3. Hab' ich auch in seiner Jugend stets den Blick ihm seiner Tugend, sind sie alle zugewandt? Und die Feinde mir bekannt? Schwäche riß vielleicht ihn hin; er war schwach, wie ich es bin. im Stillen, was vor Gott 4. Er vollbringt vielleicht ihm rühmlich bleibt; fehlt vielleicht mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; liebt oft Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Und ich sollte nicht be denken, was mein Nächster fordern kann? O, wie würd' es mich nicht kränken, griff er meine Ehre an! Nein, auch meiner schont der Herr; schonend will ich sein, wie er! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen will ich mit Bescheidenheit meiden alles bittre Schmähen; will mit sanfter Menschlichkeit, mit verzeibender Geduld decken meines Bruders Schuld. 7. Hat er sich verirrt: so biete meine Hand sich gern ihm dar! Warnen will ich ihn mit Güte vor der drohenden Gefahr! Bessern will ich fo 336 Christliches Gesinntsein und Verhalten so sein Herz; doch nicht meh- 3. Nein, ich will das Unren seinen Schmerz! sidst bi 8. Säh' ich seine harten Leiden für verdiente Strafen an; nennt' ich sündlich seine Freuden, da ich mich doch irren kann: o wie strafbar würd ich sein! Gott ist Richter! Gott allein! recht haffen, Recht erzeigen Jedermann; Sedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber arm und niedrig sein, als mich eines Unrechts freun. 8 ten 4. Würden der Bedräng3ähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und er schweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräun, und des Unrechts Rächer sein? 9. Er, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit; Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Beit. Sein, nur sein ist das Gericht; richten sollen Menschen nicht! [ 28.] C.. Funk u. Reche. 11907 THIT Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Alle Menschen müssen ft. 494. Auer meiner Brüder Rechte sollen, Gott, mir heilig sein! Wenn ich sie zu Fränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verletzt ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. remdspr 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die? Eh' es Unge rechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wollteft: harrt dann mein am Grabe nicht ein noch schrecklich res Gericht? 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigenfinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu und Glauben Andern Gut und Ehre rauben: wel chen Haß verdient' ich nicht; welch ein schreckliches Gesi 7. Schüßen will ich meine richt!! dais nyd Rechte, aber sanft und mit 6. Nein, ich will gerecht und billig, selbst auch gegen Feinde, sein; Keinen drücken, lieber willig dem Beleidiger verzeihn. Hab' ich macht: ich will sie nügen, die Be drängten zu beschüßen; eilen, wo Verlaff'ne flehn ihnen liebreich beizustehn. Se 0) nation gegen andere Menschen.ingo 3378 Geduld; wir sind alle deine nur Schaden sucht und Andre Knechte, und wie groß ist kränkt, kannst du, o Gott, deine Huld! Du vergibst mir nicht lieben. meine Schulden! sollt ich denn kein Unrecht dulden; nicht gelind fein; mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 4. Nie seufze Jemand über mich; dein Wort, o Herr, ges beut, daß ich dem Nächsten redlich gebe, was er mit Recht verlangen kann, auch billig gegen Jedermann zu handeln mich bestrebe. 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jefu, meinem Herrn. Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. [ 4] 3. A. Cramer. Mel. Kommt her zu mir, spr. 495. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit, und strafest Den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Einst wirst du den verdienten Lohn für ungerechten Druck und Hohn dem stolzen Frevler geben. 2. Gerechter Gott, laß dei nen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiße mich die Habsucht hin, aus schnö der Liebe zum Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflang Redlichkeit in meine Brust; laß treu mich immer und mit Lust der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit meinem Nächsten umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! [ 53.] Hiller und Diterich. Mel. In allen meinen Thaten. 496. Mein Gott, nach dh deinen Lehren, darf ich nicht stets begehren, was vor dem Richter gilt; darf nicht stets darauf dringen, Den durch Gewalt zu zwingen, der, was ihm obliegt, nicht erfüllt. 2. Oft mangelt's ihm an Kräften, an Fortgang in Ge schäften, bei aller Thätigkeit; und, bei dem besten Willen, kann er doch nicht erfüllen, was ihm Gefeß und Pflicht gebeut. Y 3. Wie Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 338 3. Wie soll ich es denn wagen, Dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorsatz fehlt; und, taub bei seinem Flehen, es ohne Rührung ſehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich dulden, als Dessen Gram verschulden, für den sein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam sie erzwingen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Urmen und Dürftigen erbarmen, heißt: schändlich alles Recht entweihn. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, wolltest rechten: wer könnte dann be stehn? Doch wirst du streng Die richten, die, troßend allen Pflichten der Billigkeit, auf's Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig sein, mein Recht nicht über treiben und immer billig blei ben, von aller Streng' und Härte rein! [ 49.] Grot. Mel. Werde munter, mein G. 497. Alles, was ich bin und habe, kömmt, o Gott, aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe haft du mild mir zugewandt! Bater, all' mein Glück ist dein: deinem Ruhme will ich's weihn. Niemals laß mich mehr verlangen, als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und zufrieden im Genuß der Güter sein, die mir deine Huld beschieden; über Undrer Glück mich freun; nie auf fremdes größ'res Glück neidisch sehn mit scheelem Blick! nie, was du mir gabst, verachten, und nach fremdem Gute trachten. 3. Jedem laß mich willig geben, was er Recht zu for dern hat; nicht den Obern widerstreben; denn sie sind an deiner Statt. Geb' ich gern mit frobem Sinn, was ich Jedem schuldig bin: o so wird ein gut Gewissen mir die schwerste Pflicht versüßen. 4. Dem, der Arbeit und Geschäfte, die mir nüßten, übernahm, der mit Aufwand seiner Kräfte meinem Fleiß zu Hülfe kam, laß mich lobnen seine Müh', redlich ihm vergelten fie; Trug und Unrecht laß mich fliehen, Nie mand Lohn und Sold ent ziehen. 5. Eigenthum, das ich entwende, würde mein Verderben sein; aber halt' ich meine Hände von Betrug und Raube rein: dann darf ich stled gegen andere Menschen. 339 ich mit Zuversicht treten vor fliehn; laß flug mich fein, dein Ungesicht; Dessen Fleh'n, Gott, wirst du hören, den Verbrechen nicht entehren. doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten so, wie in der That! 6. Hab' ich mich durch Undrer Schätze und durch Arglist reich gemacht: laß mich, Gott, daß ich's ersete, bald und eifrig sein bedacht! Lieber arm und dürftig sein, als mich meines Unrechts freun, und, nach bald entfloh'nen Freuden, des Ge wissens Qualen leiden! 7. Heil'ger Gott, ein from= mes Leben liebest und belohneft du. Gib mir Kraft, und laß mich streben, stets gerecht zu sein, wie du; daß mein Leben ohne Reu', ohne Qual mein Ende sei; daß mich, wenn ich einst erwache, keine Schuld verdammlich mache! [ 98.] Eschenburg. Aufrichtigkeit. hig Mel. Herr Jesu Chrift, mein's. 498. Gib, Gott, daß ich der Wahrheit treu und redlich stets im Umgang sei, fern von des Heuchlers falscher List, die, Heil'ger, dir ein Gräuel ist. 2. Berhaßt sei mir die Schmeichelei und glatter Worte Täuscherei; das, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht! 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht 4. Vereint mit Offenberzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich zu meines Nächsten schweige, wo ich soll! Wohl da schweigen to ſchweigen 5. Doch laß mich auch freimüthig sein, und keines Menschen Unsehn Unsehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut, 6. Wer Wahrheit über Alles schätzt, und wissentlich sie nie verlegt, ist, Gott, dein Freund und wird bestehn, wenn alle Falsche untergehn. 7. Du bist sein Schutz und Schirm, o Gott! Träf ihn auch gleich der Menschen Spott; träf' ihn der Haß der ganzen Welt: wohl ihm, wenn er nur dir gefällt! 8. Er wird vor deinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglänzt und die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so stehe mir, mein Vater, bei! Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein! [ 34.] 3. A. Cramer u. Diterich. Mel. 2 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 340 Mel. Valet will ich dir geben. 499. Wohl dem, der rich tig wandelt; der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleget, und der an jedem Ort es sich vor Augen fehet: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl ihm, wenn er mit Freuden sich in der Wahrheit übt; bereit, für sie zu leiden, fie mehr als Schäße liebt! Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Er inn're mein Gewissen: du basfest Heuchelei; damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei! 5. Nie laß mich, Herr, versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wenn mir's Beschwerde macht; nie Leicht finn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht. 6. Doch laß zu allen Zei ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, da mit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für Undrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben! So geh' ich aus der Welt im freudigen Vertrauen: wenn einst dein Tag erscheint, mit Wonne dich zu schauen, dich, Gott, der Wahrheit Freund! [ 83.] Bruhn. Gemeinnügigkeit und Dienstfertigkeit. Mel. Religion, von Gott geg. 500. Vereinigt laßt uns Gutes wirken! Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band, und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst fein Auge sterbend bricht! 2. Wir find ja Eines Va ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Un terschied hier Brüder, wir mögen arm sein oder reich, und sollen uns mit Bruderfinn sildusgegen andere Menschen.d 341 finn treu lieben bis zum schmähn, gebeut die MenGrabe hin. schenliebe; und folg' ich ihrem Triebe: so werd auch ich geliebt. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Urmer: gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöht dann unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch dich wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreich're Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht! 2. Ich soll mich stets beftreben, gerecht und brüderlich für Andrer Wohl zu leben, und nicht allein für mich; soll Undern rathen, nüßen, ihr Unsehn unterstützen, und helfen, wo ich kann. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund: so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird bir erhellt: du sä'teft für die beff're Welt. 6. Sa, Christen, wer sein Herz hienieden der reinsten Menschenliebe weiht, Der freut den Samen edler Tha: ten, und erntet hohe Seligkeit! Auf! laßt uns diesen Samen streun! Auf! laßt uns Menschenfreunde sein! [ 76.] Demme. Mel. Herr Chrift, der ein'ge. 501. Dem Nächsten gern zu dienen, und auf sein Wohl zu sehn, nie stolz mich zu erfühnen, den Niedern zu verp102 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit darf je den Eifer mindern, zu thun, was sie erfreut. Hier soll ich Klagen stillen, dort Wünsche gern erfüllen; dieß fordert Gott von mir. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuße frei, nicht mürrisch, gern gefällig, und im Versprechen treu, des Nächsten Glück vermehren, und seine Tugend nähren, gibt wahren Ruhm vor Gott. 5. Herr, lehr' mich diese Pflichten der Lieb' und Menschlichkeit gewissenhaft verrichten, mit Unverdrossenheit. Laß nie bei Undrer Leiden und nie bei ihren Freuden mich hart und fühllos sein! 6. Ja, wenn mit frommem Triebe ich Andern nüßlich bin: so leitet Menschenliebe mich zu der Hoffnung hin, dich einst im höhern Leben mit ihnen zu erheben, und ewig froh zu sein. [ 35.] Grot u. Fröbing. Mel. 342 Mel. In allen meinen Thaten. 502. Herr, fegne mein Bestreben, nicht bloß für mich zu leben: auch Menfchenfreund zu fein; auch Undern gern zu nügen; des Glücks, das sie besitzen, mich, wie des meinigen, zu freun. 12. Laß nie bei Undrer Kla= gen mich, eb' ich helfe, fra gen: was wird mein Lohn denn sein? Ich will, nach deinem Bilde, mit reiner Herzensmilde zur Hülfe schnell und willig sein. 3. Bei meinen guten Werken laß stets mich darauf merken: ob Stolz und Prahlerei, ob Lust, Die zu beschämen, die Gutes von mir nehmen, nicht meines Wohlthuns Quelle sei? 4. Wenn ich des Dankes Zähre für Wohlthun auch entbehre: so laß doch nie mein Herz des Wohlthuns müde werden; sogar auch mit Beschwerden vermindr' es gern des Nächsten Schmerz! 5. Es liebe nicht nur Freunde: es sorge selbst für Feinde, voll Großmuth, voll Geduld! Du hilfft ja in Gefahren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böfe segnet deine Huld. Christliches Gesinntsein und Verhalten 16. Laß dir mich ähnlich werden: dann lohnt mein Herz auf Erden mich schon mit Seligkeit. Noch größern Lohn verkündet dein Wort mir, Herr; ihn findet mein Geist einst in der Ewigkeit. [ 49.] 3. A. Cramer. Wider Neid und Schasuddenfreude. Mel. In allen meinen Thaten. 503. Beleb, o Gott der Liebe, in mir die edlen Triebe, mich fremden Glücks zu freun; und fern von meinem Herzen laß bei des Nächsten Schmerzen der Schadenfreude Regung sein. 2. Der Brüder Wohlergehen gern und mit Freuden sehen, gefällt ja dir, o Gott! Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist frevelhafter Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld ver: leihet, er find' es, wo es sei, Der ist, nach deinem Bilde, barmherzig, gütig, milde, und seiner Christenpflicht getreu. 4. Ein Herz, versucht vom Neide, verschließet sich der Freude an Undrer Wohl ergehn. O, welche mächt'ge Triebe sind Stolz und Eigenliebe, zum Glück des Nächsten scheel zu sehn! 5. Hilf, Herr, sie mir be kämpfen und jede Regung dämpfen, die hin zum Reide führt. Dann wird mir dieses Laster stadsgegen andere Menschen, d 343 Laster mit jedem Tag ver- 5. So heilige denn meiner haßter, wenn mich, o Gott, dein Geift regiert. Stai? 6. Dein sind, o Herr, die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weisheit hältst Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versföhnlich finden lasse, und Rachgier hasse. du Haus, und theileft unter 6. Sollt' ich im Zorn auch Allen, nach freiem Wohlge: fallen, die Güter deines Hau fes aus! 02011201 jemals mich vergehen: laß auf dem Fehltritt mich nicht stolz bestehen; mich bald Vergebung suchen, und auch eilen, sie zu ertheilen. [ 49.] Heeren. Nachsicht, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. 7. Flucht mir mein Feind: so gib, daß ich ihn segne, mit fluger Sanftmuth seinem Haß begegne; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. Mel. Herzliebster Jesu, was. 504. Herr, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du fegnetest voll Mitleid, die dich schmähten; du konntest selbst für deine Mörder beten; wie zahlreich waren deiner Sanftmuth Proben bei ihrem Toben! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte je mals Haß mit Haß vergel: ten, und wieder schelten? 4. Wer nicht vergibt, Der wird für seine Sünden bei dir, o Herr, auch nicht Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet, und Feinde liebet. 8. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 9. Du schützest Den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! [ 38.] Ulber u. Diterich. Mel. Sollt ich meinem Gott. 505. Gott, der du die Menschen liebest; der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündigen Geschlecht, laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sei, wie du, gesinnt! Herr, 2344 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten Herr, du wollst den Sinn mir 5. Ewig Heil ift dem begeben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Meines Nächsten will ich schonen, ihm erleichtern seine Laft; und, so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Bankfucht mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille: Fried' und Eintracht liebeft du: o so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt; das, statt Rache, Sanft= muth übt. 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Bornes Leidenschaft; 3anksucht, Zorn und Haß verzehret nach und nach des Lebens Kraft; hemmt den Lauf von unsern Jahren; macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei! 4. Wer mir flucht, Den will ich segnen, so wie mein Erlöser that; will Dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen rich ten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! schieden, der nach frommer Eintracht strebt! Gib mir, Höchster, deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. [ 81.] Hiller u. Diterich. Mel. Mir nach, spricht Chr. 506. Verbittern laß, o Gott, mich nicht mein Leben mir durch Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht, vergelten deine Sache. Die Sanftmuth, die dein Wort gebeut, liebt auch die Feinde, und verzeiht. itb 2. Empfindlich ist uns zwar der Schmerz, von Menschen Unrecht leiben; und dennoch soll des Christen Herz 3orn, Haß und Rachsucht meiden; soll nicht sein eigner Richter sein; soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht mir scheint: so muß ich doch sie üben; sonst bin ich nicht des Heilands Freund, der sie mir vorgeschrieben, fie mir zum Beispiel auch geübt, und die Beleidiger geliebt. 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, mstlad gegen andere Menschen. Herr, der Schmach und Fluch söhnen, bringet das durch Unrecht nie verschul- göttliches Vergnügen? det? Und doch verzieh er liebreich; doch bat er für seine Mörder noch. 5. Ihm folgen, sei mein schönster Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet mir das Christenthum; mich ihres Falls nicht freuen, Den, der mich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht mir selbst zum Wohlergehn. 6. Fm 3orne denket Niemand nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache mehret felbst die Schmach, die sie beftrafen wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen; sie störet die Zufriedenheit und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Gebet und Pflicht, und raubt zu Gott uns Zuversicht. 8. Sft das nicht, was mir widerfährt, oft Folge meiner Sünden? Und handľ' ich thöricht und verkehrt: wie kann ich Achtung finden? D wär' ich immer weis' und gut: so reizt' ich nie den Uebermuth. 9. Läßt nicht des Feindes bitt'rer Haß durch Sanftmuth sich besiegen? Und ihn ver8345 nicht Ja, ich will lieben und verzeihn: dann schonest du, o Gott, auch mein. Mudre. [ 62.] Mel. Befiehl du deine Wege. 507. Nie will ich wie der fluchen, wenn wir mein Hasser flucht; nie Dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht! Ich will ihm fanft begegnen; nicht drohen, wenn er droht; schilt er: so will ich ſegnen! Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schalt; mit Liebe nicht wieder schelten, da er nicht bergelten, wie er dem Feind vergalt? müssen, ist schwer; doch dieſe 3. Berleumdung dulden Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind; lehrt weiser mich verfahren, indem er's böfe meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Entfernt, mich je zu rächen, will ich sein Gutes sehn, und Gutes von ihm sprechen: Chriftliches Gefinntfein und Verhalten 346 sprechen: wie könnt' er dann mich schmähn? 5. Auch ihm will ich mit Freuden zu Diensten willig sein; ihn gern in seinen Leiden mit Rath und Hülf' erfreun. Wie wird er mich erquicken, wenn endlich er, erweicht, mit reuerfüllten Blicken die Bruderhand mir reicht! bel med! [ 10.] Gellert. Mel. Es ist gewißlich an der. 508. Um deine Kinder zu erfreun, Gott, soll ich, selbst in Blicken, nicht stolz und übermüthig sein, nicht Menschlichkeit ersticken! Stets soll ich Zorn und Rache fliehn, und mich durch Freundlich keit bemühn, auch Nied're zu gewinnen! 2. Voll Sanftmuth, Nachsicht und Geduld soll ich des Schwachen schonen; gefällig und mit frommer Huld der Dienstbegierde lohnen, die meine Wünsche gern erfüllt, und meines Herzens Kummer stillt, mich tröstet, warnt und beffert. 3. Der stille Dulder, der sich scheut, die Sorgen, die ihn nagen, aus Ehrgefühl und Schüchternheit vertraulich mir zu klagen, der seh' in meinem Blick ein Herz, das Mitgefühl bei seinem Schmerz und milder Sinn belebet! Bet 4. Ja, nie will ich mit Bitterkeit mir Spott und Scherz erlauben; mir nie durch Unbescheidenheit des Nächsten Zutraun rauben! Nie schrecke der Verachtung Blick den Hülfsbedürftigen zurück, mir seinen Wunsch zu äußern! 5. Darf ich, als Freund der Tugend, nicht zu fremden Fehlern schweigen; gebeut es meines Standes Pflicht, bei'm Unrecht Ernst zu zeigen: so laß, wenn Andre sich ver: gehn, sie doch bei jedem Vorwurf sehn, daß ich mit Liebe table. 6. Wenn ich aus Pflicht gebieten muß, und auf Ge horsam dringe: so gib, daß ich nie mit Verdruß, was ich befahl, erzwinge; daß ich im Warnen freundlich sei, im Strafen jede Härte fcheu, den Unmuth unterdrücke. [ 23.] A. L. Karschin. Wohlthätigkeit. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 509. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesſet nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. 2. Speiset Die, die Hunger leiden, und die Durstenden et: otlod gegen andere Menschen. d erquickt; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet Die, die Kummer drückt; Schwache sucht zu unterstützen, Unterdrückte zu beschüßen. 140 3. Nicht nur Denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Ullen eilt, belebt von Trieben des Erbarmens, beizustehn; suchet auf, die still sich grämen, Hülfe sich zu fordern schämen. 4. D wie lohnt's mit sanften Freuden, der Verlass'nen Helfer sein; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unfern Wegen, innige Zufrie denheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen, folgen auf Barmherzigkeit. Was ist Müh', was sind Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, aus: zustreun! Was wir hier gefäet haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gott wird Euer sich erbarmen. [ 31.] Paulmann. Mel. Nun laßt uns den Leib. 510. Wie hart ist Dessen Loos, o Herr, ach, welche Lasten trägt nicht Der, der bei des Reichen Ueberfluß in bitterm Mangel darben muß! doit 347 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umher irrt, ohne Kleid und Dach; oft, bei der Krankheit Qual und Noth, umsonst herbei fehnt ſeinen Tod! 3. Wie elend, wenn nun um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er tief auffeufzt, und bei Müh' und Fleiß doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Und wenn er sich auch mühsam nährt: so wird er doch vom Gram verzehrt; welkt hin, wenn seine Thräne rinnt; weiß nicht, was Lebensfreuden sind. 5. Shm strahlt nicht froh der Sonne Licht; ihn freut der Erde Schönheit nicht; ihm ist die Welt in voller Pracht, ach, öde, wie die Mitternacht! 6. du, der du mein Vater bist, deß Kind, wie ich, der Arme ist, du gabst Empfindung mir in's Herz für seine Leiden, seinen Schmerz 7. Führt deine Vorsicht ihn mir zu: dann gib, Herr, daß mein Herz nicht ruh', bis ich erleichtert seine Laft, die du ihm auferleget haft! 8. O möchten doch, durch mich erquickt, viel Urme, die die Noth gedrückt, einst, wenn ich von der Arbeit ruh', mich segnen! Hilf mir, Gott, dazu! [ 67.] 3. A. Cramer. Mel. Chriftliches Gesinntsein und Verhalten 348 Mel. Herr, ich habe mißgeh. 511. Seid barmherzig, Menschen; höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: feid barmherzig, seid's, wie Gott! Gebt: so wird auch euch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben, dan 2. Alle Menschen sind hier Brüder; Ein Gott ist's, der uns erschuf; alle Einer Kirche Glieder durch des Vaters Gnadenruf. Seine Sonne läßt er scheinen hier den Bösen, und den Seinen. 3. Seid ihm ähnlich an Erbarmen; feid barmherzig, seid's, wie er. Gebt den Gebt den Dürft'gen und den Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euren Brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu Bebrängten eilen, ihnen Schutz und Retter sein, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wenn Brüder weinen; unser Mitleid tröfte sie; daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Troft und Hülf' empfahen. [ 31.] v. Hippel. Mel. In allen meinen Thaten. 512. Du, aller Menschen Bater, du gütigster Berather in Allem, was uns drückt! Die Güter, die wir haben, sind einzig deine Gaben; dein ist, was unser Herz erquickt. 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! So will auch ich der Armen mich, wo ich kann, erbarmen, und in der Noth ihr Helfer sein. 3. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, ſo wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Urmer vergebens je um Hülfe bat, s 4. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe; und wie du mir ge than, so laß um deinetwillen mich Andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 5. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 6. Laß reichlich hier mich säen; denn das, was hier ge schehen, folgt einst uns aus der Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und wohlzuthun fich mind gegen andere Menschen. ithin 10 349 sich übet, der erndtet dort in ihn tröst' in seiner Einsam Ewigkeit! keit; ihm seiner Armuth Jammer mindre, ihm seiner Wunden Schmerzen lindre; und mich sein stiller Dank erfreut! [ 49.] P.F.Hiller u. Diterich. Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 513. Wie wohl ist mir, wenn mit Erbarmen ich mei ner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich den Armen mit Hülf und Rath entgegen geb'; wenn seiner Freude stille Zähre Gott, der durch mich ihm half, zur durch mich ihm half, zur Ehre von seiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die süßen Freuden, bei'm Anblick der gehob'nen Leiden des Wohltbuns Freuden ganz genießt! 4. Wie wohl, wenn vaterlosen Kindern ich Bater werde; wenn ich sie der Noth entreiße; wenn ich mindern ihr Elend kann; sie weif' erzieh'! Wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold find; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverwaiste in der Hütte so werth mir, als der Reichste, ist. - 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, und Menschen fröhlich machen kann; Dem, welchen schwere Lasten drük ken, mittragend sie erleichtern fann! Wenn armer Brüder, die mir dienen, ich menschlich schone, freundlich ihnen das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst ver: tenne, Erholung ihren Kräften gönne, und nach der Urbeit süßen Schlaf! 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Ungst und Schmerzen ringt, wenn sein Vertraun beginnt zu wanken, ob sein Gebet zu Gott auch bringt, mit Stärkung dann entgegen eile, fein Elend willig mit ihm theile, 5. Du schufft zum Menschen mich! Erhalte, mein Schöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nie erfalte; durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Gib, daß mir nichts die Freude nehme an Menschenwohl; ich nie mich schäme des Mitgefühls bei fremder Noth. Helf' ich in ihrer Noth den Armen: o so erquicket dein Erbarmen auch mich in meiner Noth, o Gott! [ 101.] over Niemeyer. Umgang, Freundschaft. Mel. Allein Gott in der Höh'. 514. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Se Sie Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 350 Sie bringet Tod und Leben; fie stürzt in Unglück, hilft in Noth; fie flucht und segnet, fleht und droht; kann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich, von niedrer Schmeichelei, von Schmähung und Verstellung frei, was sündlich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm und Undrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken: hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! 3um Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Chrift; spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 4. O wehe dem verweg' nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft zu spát be reuet! Uch, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 7. D gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spöttereien und frechen, fittenlosen Scherz mit from= mem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft: doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. [ 5.] Häveker und G. Leß. Mel. Vom Himmel hoch, da. 515. O welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir fich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 5. Auch wehe Dem, der Tücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falschheit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur off'ner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Ge3. Wir theilen brüderlich dein Licht; ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 4. Vom Frren hält er mich zurück durch weisen winn, der ewig uns begleitet. Rath, durch sanften Blick; und stingegen andere Menschen. hab und wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treulich ihn, als Freund. 5. Nicht Urgwohn, Mißtraun oder Štreit, nicht Freude und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unsrer Freund: schaft festes Band. 6. Wir theilen Ulles, Luft und Leid, in inniger Vertraulichkeit, und treues Mitgefühl versüßt uns Ulles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schick sal Freund von Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 351 2. Dank dir, Herr, für jede Stunde, die an treuer Freunde Hand, in der Tugend heil'gem Bunde froh genoffen, mir verschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir Deren Liebe gab, die, um mit mir bis an's Grab hier zu theilen Freud' und Leiden, deine treue Baterhand, guter Gott, mit mir verband! 8. Vollenden wir einst un sern Lauf: so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. [ 85.] 3. A. Cramer. Met. Sollt ich meinem Gott. 516. Gott, was wären alle Freuden, die mir deine Huld verlich; und des Le bens Gram und Leiden, o mein Gott, wie trüg' ich sie: wär' ich, wie in Wüsteneien, auf die Erde hingebannt; lebt' ich einfam, unbekannt; müßt' ich ohne Freund mich freuen; fänd' ich hier in Freud' und Schmerz nie ein gleichgestimmtes Herz! 3. Dank, daß viel der beffern Seelen- mir ein Segen und der Welt- mich zu ihren Freunden zählen, die das Gute mit mir theilen, von dir selbst mir zugesellt; das mir deine Güte schenkt; und, wenn mich ein Kummer fränkt, meiner Seele Wunden heilen; mich erheben, wenn ich sank: Preis dir, Vater, Preis und Dank! 4. D, was gleicht der edlen Freude, die aus reiner Freundschaft quillt? Was erquickt, gleich ihr, im Leide unser Herz so sanft und mild? Mit gewisserm Schritte wallen wir des Lebens steile Bahn an des Freundes Hand binan; und wenn wir auch strauchelnd fallen: hilft zum neuen Tugendlauf uns die Freundschaft wieder auf. 5. Darum segne, Gott der Freude, du beglückst und fegneft gern! schüße vor Gefahr und Leide meine Freunde - 1 352 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Freunde nah' und fern! 3. Und kann ich's nicht: Trockne, Vater, ihre Thrä- dann, Bater, dringe mein nen; höre gnädig ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht! Stille ihr geheimes Sehnen; theile Heiterkeit und Ruh' ihnen Ullen, Allen zu! eifrigstes Gebet zu dir: was ihnen gut ist, das gelinge; denn, Herr, sie thaten wohl an mir! Auf jeden komme Freud' herab, der seinen Brü dern Freude gab! 6. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns binden, einst zerreißt, zu der Freund schaft Baterlande, zu dem Himmel unsern Geist! Laß uns dort uns wiederfinden, wo nicht Trennung, wo nicht Tod deinen Seligen mehr droht; wo sie fester sich verbinden, keine Abschiedsthräne fließt, und die Freundschaft ewig ist! [ 81.] 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie, mit meinen Klagen nie beschweren, be scheiden stets, und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwär tigkeiten fie! Trifft dennoch fie Gefahr und Schmerz: so tröst' und heile ſelbst ihr Herz. 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Erquide sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron, sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 2. Ich will mich aller ihrer [ 99.] J. A. Cramer. Freuden und ihres Glücks Für Eltern und Erzieher. von Herzen freun; Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Trö: ster sein; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! Mel. Alle Menschen müffen ft. 518. Menschen weif und gut erziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wich tiges Bemühen! Welch ein feliger somu Niemeyer. Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott. 517. Wenn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Bater, gleich zu sein, und mich mit willigem Gemüthe durch ihren Rath und Troft erfreun: mit reichem Segen fegne dann sie, die ich nicht belohnen kann! do 353 Gott zum niß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann. stind gegen andere Menschen.d feliger Beruf! Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er: ziehn: welch ein wichtiges Bemühn! aldsisd 17000 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft, betreten? würdig dich, o Gott, anbe: ten? seinem Nächsten nük lich sein? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anver: traut, forge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl fahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, nichts spricht von ihr uns los. 4. Menschenschöpfer! Tugendmebrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Bäter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen; fie durch Lehr' und Beispiel ziehn, und selbst Sünd' und Laster fliehn. 5. Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Nerger Mu 6. Dort, vor deinem Angesichte, werden die Erzieher stehn; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für fie:» Gott, vergilt nun ihre Müh'!« erziehen, die dein Wort zum 7. Menschen weis' und gut Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! Welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Eltern Segen dann, daß sie reichen treu erfüllen, und gib deinen Lohn empfahn. [ 4.] Küfter. Mel. Religion, von Gott geg. 519. Gib zu dem wichtigen Geschäfte, die Kinder weise zu erziehn, o Gott, Verstand und Muth und Kräfte, und fegne redliches Bemühn Dem, der mit Ernst durch weise Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, dem Dienst des Nächsten sich zu weihn. Wie wichtig, 3 Gott, 354 Chriftliches Gesinntfein und Verhalten Gott, ist das Bemühn, die sein, sich dessen hier und dort Kinder weise zu erziebn! zu freun! 3. Wohl, wohl den Eltern, die den Pflichten, wozu du sie berufst, getreu, nur darauf ihre Sorgfalt richten, daß ihre Kinderzucht gedeih'! Wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigkeit. 4. Sie baun die Wohl fahrt zarter Jugend, zu deines großen Namens Preis, durch frommes Beispiel eig ner Tugend, und weiser Lehrer treuen Fleiß; und um Gedeihn fleht früh und spät zu dir, o Vater, ihr Gebet. 5. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorg: falt stets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht: schont weise Zucht des Ernstes nicht. 6. Für jedes Haus, für ganze Staaten, ist's um so größerer Gewinn, je mehr die Kinder wohl gerathen, erzo: gen, Herr, nach deinem Sinn; Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt desto mehr auf Erden zu. 7. Gott, lehr' Eltern dieß erwägen! Erweck' und stärke ihr Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie, Herr, so glücklich [ 76.] Heeren. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 520. Meine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabft fie mir, Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Uch, verlaß, verlaß sie nie, fegne sie, behüte sie, daß fie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Bege wallen! 2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing: lich laß sie sein allen Lüften; fromm und rein nur nach dei nem Beifall trachten, auf des Lafters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie ver schonst; nicht, daß du durch ftete Freuden ihre Tugend hier schon lobnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoff nung gleich erfüllst; nicht um Schätze, die vergehen, darf und will ich für sie fleben. 4. Gib auf ihrer Lebens reise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen fie von dir zurück: ihr verlor'nes Seelenglück wär' mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Eine stlad gegen andere Menschen.d 5. Eine Bitte, die ich wage, duld und Weisheit, finde gnädiges Gehör! Laß und Licht. nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Wer den sie geprüft durch dich: o, so sei es väterlich, und und dann laß es ihren Seelen nicht feche an Troft und Stärkung fehlen. 6. Kein's von meinen Kindern werde durch das Lafter elend, Gott; kein's dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüglich laß der Welt sie sein; teine Müh' und Arbeit scheun; still sich ihres Fleißes näh ren, und durch ihn dem Mangel wehren. 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer Kei nes fehlen mag! Dann frohloc' ich:» Bater, fieb, bier bin ich; hier sind auch Die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen!«< 3. A. Schlegel. [ 26.] Mel. Herr Jefu Chrift, mein's L. 521. Die Kinder, deren wir uns freun, sind, aller höchster Bater, dein; sind deine beste Gabe, Herr! Bewahre sie, Ullgütiger! 2. Hilf, daß wir ernstlich uns bemühn, fie dir zum Preise zu erziehn, und gib zu dieser schweren Pflicht Ge 355 Kraft 3. Nie fehl' uns wahre Zärtlichkeit, die weislich droht, doch auch verzeiht; die liebreich warnt und weißlich schont; zu rechter Zeit bestraft und lohnt. 4. Gib unsern Kindern Lernbegier, zum Guten Luft und Furcht vor dir; Troy, Eigenfinn und Müßiggang sei fern von ihnen lebenslang! 5. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie gefährlich irren; leite sie! 6. Im Glauben mache fie gewiß; bewahre sie vor Aergerniß; und naht Versuchung ihnen sich: so stärke du fie väterlich. 7. Laß uns in ihnen Christen fehn, die froh der Tugend Wege gehn, und Bürger einft, voll Luft und Muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. Dann gib so viel, als dir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt; nur sei, Herr, deine Huld ihr Theil, ihr Erbe deines Sohnes Heil! 9. Erhör', o Vater, dieß Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann danken einst, Allgüt'ger, wir mit allen unsern Kindern dir! [ 34.] 3. A. Cramer. 32 Kindes 356 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten thorn Kindespflicht. ind 3. Für der Kinder Glück 18 day Mel. Wer nur den lieben Gott. 522. Wir flehn für unfrer Eltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du haft sie uns zum Heil gegeben; sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Baterliebe dir. dau ertragen Eltern willig jede Müh'; und kein Opfer scheuen sie, kein Entbehren, kein Entsagen, wenn's den Kindern frommt und nüßt, vor Gefahr und Schmerz sie schützt. 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Rummer, Gram und Schmerz der treuen Eltern Herzen kränkt, und ihre Liebe von uns lenkt. 4. Welcher Vater, um aus Fluthen seine Kinder zu be frein, stürzte sich nicht selbst hinein? Würde nicht die Mutter bluten, risse Blut ihr Kind aus Noth? Mutterliebe trotzt dem Tod! 5. Muttertreue, Vaterliebe, überschwenglich groß seid ihr! D, wie elend wären wir ohne diese Himmelstriebe, die, an Huld unendlich groß, Gott in Elternherzen gos! 3. Gib ihnen deinen besten Segen, und alles, was ihr Herz erfreut. Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit. Gesegnet sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! [ 99.] C. G. L. Meister. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 523. Keine Liebe gleicht der Liebe, die in Elternherzen wallt, Jede Liebe sonst wird kalt; aber o die heißen Triebe guter Eltern für ihr Kind bleiben ewig, was sie sind! 2. Leicht wird Eltern jede Pflege, jede Sorge für ihr Kind; auch die rauhsten Wege find ibnen immer eb'ne Wege. Treuer Eltern Zärtlichkeit fühlet nie Verdrossenheit. 6. Elternliebe! Tausend Gaben, Herzenstugend, Kunst, Geschick, Geistes bil dung, unser Glück, Alles, was wir Gutes haben, Alles, Alles strömt aus dir; Gott der Liebe, Dank dafür! 7. Liebend guter Eltern pflegen, fei, bis einst ihr Auge bricht, guter Kinder füße Pflicht! Heil dem Kind' und Gottes Segen, das den El tern lebenslang Achtung weiht und Lieb' und Dank! [ 3.] Schaller. Mel. Komm, o komm, du. 524. Kinder, die ihr noch im Kreife eurer guten Eltern weilt, und, um Kleid und Trant gegen andere Menschen, find Trank und Speise sorgentos zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die sie euch, vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife, stets geweiht! 3. Elternlieb' ist ohne Schranken. Kinder, nie be: lohnt ihr fie; danken aber könnt ihr, danken euren Eltern Lieb' und Müh'; danten manche lange Nacht, schlummerlos für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folg fam fein; nie mit Vorsat sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun; ohne Klügeln ihnen traun, und auf ihre Winke schaun; SATUS 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren fei; daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Lafter troßend, geht, bis ihr einst am 3iele steht; 6. Eure Kraft den Eltern leihen, wenn sie kraftlos find und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen, bei des Alters Ungemach: dieß ist Kindesdank und Pflicht; Kinder, dieß vergesset nicht! [ 52.] Schaller. 357 Christliches Verhalten gegen Nachbarn. Mel. Was Gott thut, das ift. 525. Gib, Höchster, daß ich fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe! Sei du in Noth ihr Freund und Gott! Befrei' an jedem Morgen ihr Herz von bangen Sorgen! 2. Auch laß mich ihren Beistand sein in Krankheit und Gefahren! Laß mich sie trösten und erfreun, und sie vor Gram bewahren! Ich bin stimmt und aus ersehen, auch ja hier, o Gott, von dir beNachbarn beizustehen. Benehmen nie, Gott, ihnen 3. Laß mich durch mein Kummer machen! Mein Herz fei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie befißen, nach Möglichkeit zu schützen. 4. Gib, daß ich gern verschwiegen sei, und gern den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei; nie heimlich ihnen fluche. Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ich's nur nicht verschuldet: so wird es leicht erduldet. 5. Was hilft ein feindlich böfer Sinn? Er führt nur in's 358 Chriftliches Gesinntsein und Verhalten in's Verderben. Wie schnell uns treue Führer gibst, die eilt unsre Zeit dahin! Wer weise sind und tugendhaft, in weiß, wie bald wir sterben? Lehr' und That voll Geift O Freunde, seid entfernt vom und Kraft! Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hö rer sein, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns da durch stets heiliger und beffer werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unfrer Tugend fehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 8. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen, thun! and stainl 9. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun, und dankbar fromme hörer sein: so führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. [ 32.] 3. A. Cramer. 6. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch, als Nachbar, sein, was mir dein Wort gebietet. Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in deiner Nähe leben. [ 91.] 3. G. Hepm. Lehrer und Zuhörer. Mel. Herr Jefu Chrift, dich.. 526. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst! 2. Gesegnet fei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von Beit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Fürbitte für den König. Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! Mel. Nun sich der Tag geend. 527. Gott, deiner Stärke freue sich der König allezeit; sein Auge sebe stets auf dich; dh fein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du gegen andere Menschen. 359 voll, gedenk' er stets der er in den Krieg, zu schützen Rechenschaft, die er dir ge: ben foll! dan dog meat Recht und Eigenthum: so folg' ihm Muth und Sieg! 11. Auch ihm hast du be stimmt das Ziel, das er erreichen soll; Herr, mache seiner Tage viel, und jeden segensboll! 3. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: fein Reich sei, Herr, dein Eigenthum, und er dein Unterthan! thong 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schutz und Bier, ein edler Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; ach, er be darf vor Undern Licht und Rath und Kraft von dir! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein: so bilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, und ehr' dich, als ein Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn; und tein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtig keit! Beschüß ihn mächtig in Gefahr, ihn, der uns Schuß verleiht. 10. Er wünsche nie der Helden Ruhm! Doch zeucht Jum 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott, dann jauchzen wir, und preisen deine Macht! 240 Mel. Herr Gott, dich loben w. [ 59.] 3. A. Cramer. 528. Der Welten Herrscher, dir, dir, Bater, danken wir! Es schuf der Herr, der Herr erhält, der Herr beherrscht auch unsre Welt. Des Segens Fülle strömt in's Land, Allmächtiger, aus deiner Hand. Der Reiche Schicksal wägst du ab; du warst es stets, der alles gab. Gott! Schöpfer, unser Gott! Erhalter, unser Gott! Herr! Herr! Herr! unser Gott! Jehovah Zebaoth! 3war hältst du hier noch nicht Gericht; ganz lohnst du, Bater, hier noch nicht: doch deiner Herrschaft Majestät, der Keiner, Keiner widersteht, hast du der Erde kund gethan. Dich beten alle Völker an! Gerechte Herrscher, Gott, gibst du dem Einen Volk, und Füll' und Ruh'; Tyrannen aber sendest du und all ihr Weh' dem Chriftliches Gesinntsein und Verhalten Unterthanenpflicht. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 529. Dank, Herr, dir für die Obrigkeit! Du gabst fie uns, auf Erden mit Wohl stand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Luft und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2009 360 dem Undern zu. Du, Herr, du bist es, der es thut; wie du es lenkst, so ist es gut. Auf's lieblichste fiel unser Loos! Wir ruhn in eines Fürsten Schooß, der unser Freund und Vater ist, weil du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn leben, leben, Gott! Der Enkel erst seh' feinen Tod! Lang' üb' er noch Gerechtigkeit, noch lange üb' er Menschlichkeit! Erhalt' in deiner Weisheit ihn. 3u deiner Hülfe laß ihn fliehn, wenn er sie fühlt, der Herrschaft Laft, mit der du ihn begnadigt haft. Wie schmal, wie steil sein Weg auch fei: bleib' er dir, seinem Herrscher, treu! Wohl Dem, der Viele hier erfreut! Ihr Segen folgt zur Ewig keit, und der Erfreuer wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. Wir zweifeln, Gott, wir zweifeln nicht, wir hoffen's voller Zuversicht, daß unser inniges Gebet für ihn, für ihn umsonst nicht fleht. Gott, fegn' ihn! Gott, behüte ihn! Umstrahl mit deiner Gnade ihn! Ewiger, dein Ange sicht umleucht' ihn stets mit seinem Licht! Dein Frieden leit' ihn durch die Zeit, und uns mit ihm zur Ewigkeit. Amen! [ 30.] Klopflock. 2. Gib, daß fie, gleichge finnet dir, uns väterlich regiere; daß jeder Bürger unter ihr ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht fein, gern jeden Redlichen erfreun und allem Unrecht wehren! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf uns, daß wir durch Frömmigkeit dich ehren, und schon in der Zeit die Frucht davon genießen. 4. Gib Denen Eifer, Fleiß und Treu', die du dir untergeben, daß Jedermann be mühet fei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtr' ihr dieses Lebens Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 5. Laß sie mit uns befliffen sein, in deiner Furcht zu le ben, und vor der Rechenschaft sich scheun, die sie dir einst muß gegen andere Menschen. d muß geben; daß so vor dei ner Majestät, die über alle Hoheit geht, wir Alle tief uns beugen. [ 22.] Anonym und Diterich. Mel. Herr Jefu Chrift, mein's 2. 530. Gott, der zum Segen für die Welt uns Ob're gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, und folgfam dem Gefeße sei. 2. Sie machen stets mit offnem Blick und sorgsam für des Landes Glück. Durch fie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist an Würde groß, oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch so klein, fann achtungswerth, als Bürger, sein. 4. Er ist's, wenn er die Bürgerpflicht nicht öffentlich, nicht heimlich bricht, ihr seine Sorge, Kraft und Zeit mit Freude, Luft und Eifer weiht. 5. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt, und, fern von niedrer Ränke Lift, zum Wohl des Ganzen thätig ist. 361 7. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgfam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 8. D möchten wir gewis senhaft, und stark durch innre Tugendkraft, uns redlich diesen Pflichten weihn: wie glücklich würden wir dann sein! 9. Drum hilf uns, guter Vater, du, und schenk' uns selbst die Kraft dazu: dann werden Streit und Zwietracht fliehn; Glück wird in jedem Stande blühn.** [ 34.] Grot. 6. Er weiß: nur des Gesetzes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicher: heit und Ordnung und 3ufriedenheit. HOIS Pflicht der Höhern und Sung Wohlhabenden. Mel. Mir nach, spricht Chr. 531. Gott, es ist deine Gütigkeit und unverdiente Gabe, daß ich so viel Bequemlichkeit vor ärmern Brüdern habe; sie leihen ihre Dienste mir: dieß, Höchster, dieß verdank' ich dir! 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte: so gib, daß ich für ihre Treu' erkenntlich und gefällig fei! 3. Hilf, daß ich Jedem seine Pflicht auf's möglichste ver 362 versüße; daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih', und, wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung gern ihm gönne; gern feine treue Thätigkeit in meinem Dienst erkenne, und unter nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh'! no Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zum höhern Leben; es hat für ihn auch Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit sei= nem Herrn ein gleiches Recht, 6. präge dieses tief mir ein! Nie muss ich mich ertühnen, tyrannisch gegen Die zu sein, die meinem Hause dienen! Auch der mir dient, ist Mensch, wie ich, und lieben soll ich ihn, als mich. [ 62.] 3. F. Feddersen. Pflicht der Dienenden und Armen. Mel. Ich dank' dir schon durch. 532. Berufen hast du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir das durch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand dabei mich unterstützen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen setzen; und, kostet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen. Berd 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, daß sie sich meines Dienst's erfreu', mit Eifer mög' erfüllen. 5. Vertraut sie etwas meiner Hut: so laß mich darauf achten, und immer, als mein eignes Gut, das ihrige be trachten. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier' gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr wi derfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mit so werth, als ob's das meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht so sei's mein Troft auf Erden, daß fie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siebst du sie, und wirst schon hier im Leben mir unter aller meiner Müh', Gott, deinen Frie den geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann: so nimmst du, Herr, mich Müden mit Ehren einft notlodgegen andere Menschen. einst im Himmel an, und schenkst mir ew'gen Frieden. [ 42.] 3. A. Cramer und Diterich. Mel. In allen meinen Thaten. 533. Gott, deinen wei sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich treulich dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. 3war muß ich Undern dienen; doch dien' ich redlich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Drum hilf mir, ihren Willen, so gern und treu er: füllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lebr' ohne bittre Kla: gen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit ver schmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn. 363 6. In meinem Dienst auf Erden stets tüchtiger zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, Den zählst du zu den Deinen, und er bereut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ge= rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat, wie der Reiche, an dir Theil. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzuwehren, soll meine Freude fein! Ich will sie herzlich lie ben, mit Vorsatz nicht betrüben, verdroff'nen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie benei: den; will alle Trägheit meiden, und alle 3antsucht fliebn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern, und nicht lügen, und allem Leicht sinn mich entziehn. Dia 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß giebt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. Lavater. Mel. Wenn wir in höchsten. [ 49.] 534. Wie elend ist, wer arm und schwach umber irrt ohne Kleid und Dach! Wie voll von Kummer ist sein Herz! Wie drücket ihn so mancher Schmerz! 2. Wie groß ist, Armer, deine Noth! Doch blicke still empor zu Gott! Er hat die Last dir auferlegt; er gibt die Kraft auch, die sie trägt. 3. sei nur redlich vor dem Herrn, und immer vom Betruge fern! Du wirst durch Armuth nicht entehrt; nur Sünde raubt dir deinen Werth. 4 Be 364 4. Bedenke, Gott ist Aller Herr; hier gibt, und dort entziehet er. Kein Armer darf ihm widerstehn, und neidisch auf den Reichern sehn. Christliches Gesinntsein und Verhalten 5. Mit weifer, väterlicher Hand vertheilt er, was durch ihn entstand, und er, der keines Wurms vergißt, bestimmt auch dir, was heilsam ist. 6. Ach, darum sei nicht sorgenvoll! Dein Vater forget für dein Wohl. Von Unfang hat er's auserfehn, und bald wird Hülfe dir geschehn. 7. Bald oder spåt, Gott will dein Glück! Das Leben ist ein Augenblick! und Alles gilt im Tode gleich, sei groß, fei klein, sei arm, sei reich. 8. Den Reichen quält einft seine Schuld, der, fern von Freundlichkeit und Huld, den Gram in deinen Blicken liest, und Herz und Hand vor dir verschließt. sada 9. Doch Gott hat Den dir schon bestimmt, der Theil an deinen Leiden nimmt: du wirst ihn finden, und er dich; erbarmen wird er deiner sich. 10. Dann danke Gott: Verschwende nicht das Brod, das dir die Liebe bricht! Wer Gottes Saben schnell zerstreut, verdienet nichts, als Dürftigkeit. 11. fegne, liebevoller Gott, dem Urmen das gegeb'ne Brod! Beglücke Den, der willig gibt, und in den Brüdern Jesum liebt! [ 97.] 3. A. Cramer. Pflichten gegen alte Perridad sonen. Mel. In allen meinen Thaten. 535. Auch noch im späten Alter fühlt sich, o Welterhalter, der Mensch beglückt durch dich. Der fromme Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Grabe, freut noch des Erdenlebens fich. 2. Er rufet nicht vergebens im Herbste seines Lebens dich, Ewigguter, an; du trösteft ihn im Leiden, und läsfest Jugendfreuden ihm oft noch blühn auf seiner Bahn. 3. Ihn macht des Alters Bürde, wenn er mit stiller Würde sie trägt, der Achtung werth; viel hat der Greis er fahren, gekämpft oft mit Ge fahren, und manchen Dienst der Welt gewährt. 4. Jetzt ruft ihn vom Ge schäfte der Mangel seiner Kräfte, und nöthigt ihn zu ruhn; ich soll in jungen Jah ren nie Fleiß und Eifer fpas ren, für ihn, so viel ich kann, zu thun. 5. Ja, ich will mich bestre ben, die nah? am Biele leben, wie du, Gott, zu erfreun! Ich will die Alten ehren; will ihre Ruh' nicht stören; will mild gegen andere Menschen. D 365 will ihnen Troft und Bei meinen Wohlfahrt Band, stand sein. vertheilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Du Führer meiner Jugend, von dir kommt Kraft zur Tugend: o laß mich federzeit auch diese Pflicht erfüllen; dann ehr' ich deinen Willen, und fühle bier schon Seligkeit. [ 49.] Dolz. Landeswohlstand und bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jefu Chrift, dich. 536. Nach Gottes weis: heitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenfeitiges Bemühn, siehtd man der Bürger Wohlfahrt blühn.simas ho 3. Bedürfniß und des FleiBes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; Der nütt durch Kunst dem Baterland, und durch die Arbeit seiner Hand; india 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; Der nügt mit seinem fühnen Muth, und Der mit seinem Erdengut. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß, und immer wechselnder Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Ruh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig fein; nicht seines Standes fich erfreun; auf der ihm angewies'nen Bahn nicht wirken, was er wirken fann? 8. Wer jede ihm verlieh'ne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, Der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich, zum Glück der Welt. [ 32.] Grot. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der allgeVaterlandsliebe. cu Mel. Set Lob und Ehr' dem. 537. Bei'm holden Namen: Vaterland! erwachen frohe Triebe. Ich fühle mich mit ihm verwandt; ich fühle, daß ich's liebe. In dir, o Baterland, begann ich meinen Lauf einft auf der Bahn zum hohen Ziel des Lebens. 2. In beit'rer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stammeln, und mir Begriffe, Gott, von dir und deinen Werken sammeln. Ich sah mit Eltern mich vereint, und fie 266 Chriftliches Gefinntsein und Verhalten 8. fie und mancher Jugend- Tugend, nah' und fern, soll freund verfüßten meine Lage. immer meine Seele gern an 3. Wie Viele waren um jedem Menschen schätzen. mich her geschäftig, mein zu pflegen! Wie Viele führten immer mehr der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgerrecht bereit; hier fand ich Ruh' und Sicherheit im Schuße der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar sein, und Undern wieder nützen; will rathen, helfen und erfreun, und Gu: tes unterstützen. Was Ordnung, Recht und Eintracht nährt, und was des Landes Wohlstand mehrt, soll stets mir theuer bleiben. 5. Ich will durch Fleiß und Redlichkeit dem Vaterlande dienen, und, was mir das Gesetz verbeut, mich nie zu thun erkühnen; will Jedem geben, was ich soll, und ohne 3wang und ohne Groll die Borgesetzten ehren. 6. Um überall aus Dank begier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Fremde stets in mir den Freund der Menschen finden; ich will gerecht und liebreich sein, ihm in Gefahren Schutz verleihn, und Freuden ihm gewähren. 7. Wie könnt' ich, ist mein Baterland mir werth, mich so vergehen, ein fremdes Volk mit Unverstand zu hassen und zu schmähen? Verdienst und wohl dem Lande, wo der Geist des Chriftenthumsregieret; wo Jeder dich, o Va ter, preift, und sich mit Weis heit zieret; wo nie die Bürgertreu' entflieht, und Reiner sich der Pflicht entzieht, Ge meinwohl zu befördern! [ 22.] Reche. kren Mel. Es ist gewißlich an der. 538. Mein Baterland, das mir mein Gott zur Wohnung angewiesen, läst in Be drückungen und Noth mich seinen Schut genießen; es gibt mir Brod und Sicher heit; erhält Recht und Ge rechtigkeit, und schügt mein Gut und Leben. 15 2. Drum will ich stets be mühet sein, durch nükliche Geschäfte dem Dienst des Staates mich zu weihn; will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brü dern nützt, mit treuem Eifer 500 widmen. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Landesobrigkeit, als Gottes Ordnung, ehren, und ihren Willen jederzeit, mit treuer Unterwürfigkeit, nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch molad gegen andere Menschen. 4. Uuch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; gern will ich dienen Jeder mann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf! Brüder, die ihr's reblich meint, nügt eurem Vaterlande, das euch zu glei: chem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Auf! opfert für des Landes Wohl, wie jeder Chrift und Bürger foll, mit Freuden Gut und Leben! 6. Gott, steh' uns gnädig bei, daß wir nach dieser Pflicht stets leben, und schon, als gute Bürger, hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier bestehn, zu dem du sie berufen. [ 23.] C. B. Funk. Der Landmann. Mel. Valet will ich dir geben. 539. Wie reich ist deine Güte, o Schöpfer der Natur, der Knospen, Frucht und Blüthe, und Wald, und Thal, und Flur mit so viel Schönheit schmücket, fie jedes Jahr erneut, uns fegnet und be glücket, und auch das Thier erfreut! 367 2. Du gibst uns Thau und Regen, und mit dem Sonnenschein den Feldern deinen Segen, der jungen Saat Gedeihn; durch dich reift das Getreide und wächst in Ueberfluß; das Vieh hat feine Weide, nie Mangel im Genuß. 3. Mit immer frohem muthe bau' ich mein fruchtbar' Land, genieß' das viele Gute der Arbeit meiner Hand; du läsfest sie gelingen, daß, wie ich's von dir bat, die Bäume Früchte bringen, die Felder reife Saat. 4. Ich darf nicht Mangel leiden, wenn ich nur fleißig bin; in Arbeit find' ich Freuden; der Mühe folgt Gewinn. Mich quälen keine Sorgen; Gesundheit fehlt mir nicht, und jeder neue Morgen ruft mich zu meis ner Pflicht. 5. Ich widme meine Kräfte, mit Muth und Heiterkeit, dem täglichen Geschäfte, und nütze meine Zeit. Genügsam und zufrieden geh' ich des Lebens Bahn, und, was du mir beschieden, das nehm' ich dankbar an. 6. Gott, auf der Tugend Wegen getrost einherzugehn, laß mich auf ihren Segen, auf ihre Freuden sehn; rechtschaffen, treu und bieder, von Trug und Falschheit rein, der Bruder. 368 Christliches Gesinntsein und Berhalten Bruder meiner Brüder, der 7. Wer vor euch nieder: Armen Stüße sein. [ 83.] da d Grot. fällt, Den hebt mit Bruder: n msps armen auf, wer bebt, Den tröstet; Brüder, nie vergießt Blut, wenn der Feind ent waffnet ist. Für Soldaten. Mel. Erhalt uns, Herr, bei d. 540. Bewaffnete! Der Krieger Stand bewacht, be: schüst das Vaterland, und stehet dem Gesege bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Muth und Tapferkeit seid stets zu zeigen gern bereit; vergeßt im Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Drum übet stets Bescheidenheit, wenn man euch Ehr und Achtung beut. Die ihr der Frechheit Grenzen setzt, nie werde Ruh' von euch verlest! 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Auch Kriegern soll sie beilig sein! Auch Krieger sollen Sünde scheun! 5. 3ieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schuset fie! Gewalt übt ungeheißen nicht; ftets leit' euch Lieb' und Christenpflicht! 6. Daß ja nicht Einer Frevel treib'! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann. 8. Dann ſeid ihr wahre Helden, seid Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volke, wie dem Fürsten werth, von Gott und Baterland geehrt. 9. Gott sei mit Euch in Fried' und Krieg, mit euch in Niederlag' und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! segne, dort beglück" euch Gott! 3. A. Cramer und Basedow. Hier [ 19.] Vernünftiges Verhalten in Ansehung der vernunft ban losen Geschöpfe. Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. 541. Die Thiere, deren Herr du bist, erwäg' es oft mit Ernst, o Christ, sind aud des Ganzen Glieder. Schöpfung Bürgerrecht ver lieb' Gott ihnen auch; drum blic' auf sie nicht mit Berad tung nieder. Der 2. Sie, Wunder auch vet Gottes Hand, sind, ftoljer Mensch, dir nah' verwandt durch innern Bau und Triebe Sie zeigen oft des Denkens Spur, find alle Kinder der Natur, und freun fich ihre Liebe. 3. Du mm gegen andere Menschen. 369 des Lebens sich zu freuen. 3. Du hast durch Geistes: Thiere schuf er, groß und klein, übermacht sie unterwürfig dir gemacht; kannst ihre Wild heit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schügt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem Leben nehmen. 4. Doch ihnen auch vergiß es nicht! verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu sein, und nicht, dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir unter geben. - - 5. Du kannst, was deine Hand gemacht, was dein Ver stand hervorgebracht, wenn dir's gefällt, vernichten: doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. 3war find für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen: doch sollft du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. [ 53.] hd Pfranger. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 542. Der weise Schöpfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für die Menschen nur allein: auch 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben mehre. Sie füllen Wälder, Berg und Thal und Seen, Flüss und Meere, beleben hier die hohe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuen sich des Lebens. 3. Das kleinste Thier betritt die Welt mit mir auf gleiche Weise; es fühlt fein Dasein, und erhält sich auch mit Trank und Speise; hat eben fo, wie ich, ein Herz, hat Sinneskraft, fühlt Luft und Schmerz, und liebt, wie ich, das Leben. 1067 4. Dem, der für Alles Sorge trägt, dem Schöpfer aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Bater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 5. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Almacht schuf, aus Leichtsinn zu zerstören? 6. Nein! Kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel qualen: mag, was mich über's Thier erhebt, X a mag 370 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. mag auch Vernunft ihm steht, entehrt auch seinen fehlen! Sie macht mich zu der Schöpfer. Gottheit Bild; doch lehrt sie mich auch göttlich mild Glück um mich her verbreiten.com 7. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren! Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht 8. Wen eines Thieres Qual erfreut, Der sieht mit kaltem Herzen gar bald auch seiner Brüder Leid, und spottet ihrer Schmerzen. Wer frech ein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Grausamkeit verübr, der kann auch Gott nicht lieben. In [ 22.] Fulda. X. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. warst du meine Zuversicht: du wirst es ewig bleiben! Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 543. Wie heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sün: denluft entsage, von jeder bösen Neigung frei, und deiner heil'gen Vorschrift treu, recht schaffen denk' und handle! 4. Wenn deine Gnade mich erquickt, und Ruh' in's Herz mir senket; Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und feine Reu' mich kränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl' ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 2. Sanft führt dann deine Vatertreu' mich auf des Le bens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neu zu neuem Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüt, gewährst mir alles, was mir nügt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich ich je je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht verfagen! [ 22.] Grot. Mel. Christus, der uns selig. 544. Deines Gottes freue dich dankbar, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Glückseligkeit des Chriften in diesem Leben. 371 kein Gut dir fehle? Schüßt 6. Gib mir nur, so lang' dich seine Borsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ist's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? ich hier noch auf Erden walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe! 2. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, treu und findlich liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freu: den übe: o wie ist mir dann so wohl! Ruhig im Gemüthe, feliger Empfindung voll, schmeck' ich deine Güte! 3. Dann darf ich mit 3uversicht nach dem Himmel blicken; selbst der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken; Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, und ihr Trost er: hebt mich weit über alle Schmerzen. 4. Du bist mein! so jauchz' ich dann! Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth; was in diesem Leben wahre Freude mir gewährt, wirst du gern mir geben. - 5. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Bollkommenheit, such' ich nicht vergebens. Hab' ich einst voll: bracht den Lauf, enden meine Leiden: dann nimmst du mich, Bater, auf zu des Himmels Freuden. 7. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben; hilf mir kämpfen wider fie; stärke meinen Glauben; gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Münter. [ 13.] Mel. Wer nur den lieben Gott. 545. Mit dir, o Höchster, Frieden haben, und deiner Huld versichert sein, dieß ist die größte aller Gaben, die unsre Herzen hier erfreun; dieß bleibt auch in der Ewigkeit uns Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich auf dich voll Hoffnung schauen, dem Alles unterworfen ist: so seh' ich mit getrostem Sinn auf alles Andre ruhig hin. 3. Mein Heil steht ganz in deinen Händen, und dein ist, Vater, alle Macht, mir alles Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. irrt Nie dein Na 2 weisheitsvoller Rath: 372 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Rath: wohl Dem, der dich zen, nicht zittern, wenn mir zum Freunde hat! 4. Der freut im Glück sich deiner Gnade; ihm ist die Erde zwiefach schön; und wandelt er auch rauhe Pfade, sieht seine Freuden schnell vergehn: so tröftet deine Huld sein Herz; gelassen trägt er jeden Schmerz. Menschen dräun; will ich den Frieden im Gewissen und süßer Hoffnung Trost genießen: so muß ich mich der Tugend weihn! 5. Er fieht schon hier dem höhern Segen, dem Tugendlohn der künft'gen Welt, voll Hoffnung und Vertrau'n entgegen. Ob auch sein Leib in Staub zerfällt: er bebet vor dem Tode nicht; denn du bist feine Zuversicht! 2. Sie ist mein Schmuck und meine Würde; leicht wird durch sie mir jede Bürde; fie ist in finst'rer Nacht mein Licht. Wenn mir Verläumder Treu' und Glauben, Tyrannen Glück und Freiheit rauben: ruft sie mir zu:» verzage nicht!« 3. Ich fühl im Innern Muth und Kräfte zu jedem nüßlichen Geschäfte, wenn ihr mein ganzes Herz sich weiht. Zum Himmel hebt sie meine Seele, und läßt mich hoffen, daß die Fehle der Schwachheit Gottes Huld verzeiht. 4. Den Bruder, wie mich selber, ehren, stets seines Le: bens Wohlfahrt mehren, ihn warnen, wenn Gefahr ihm droht; und wenn ihn herbe Leiden drücken, mit Trost sein wundes Herz erquicken: das ist ihr heiliges Gebot. 5. Mein Lohn, wenn ich sie redlich übe, ist Gottes Huld, der Menschen Liebe; dem Tode kann ich ohne Graun, wenn er mir winkt, entgegen blicken; ich kann mit freudigem Entzücken empor zu Gott, dem Richter, schaun. du re 6, Dann 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, die dich zu ihrem Trost erwählen, und, vor dir recht zu thun, sich freun. Wer dich mit frommem Sinn verehrt, Der ist dein Freund; Der ist dir werth. 7. Hilf denn, daß ich, so lang' ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach Reinigkeit des Herzens strebe, und präg' es mir auf's tiefste ein: kein größres Glück sei auf der Welt, als wenn man, Gott, dir wohlgefällt. [ 99.] Diterich. Mel. Was sorg' ich ängftlich. 546. Liegt Gottes Beifall mir am Herzen; will ich nicht Ruh' und Heil verscher Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 6. Dann weiß ich, daß sie mir wird werden, die Seligkeit, nach der auf Erden mit frommer Sehnsucht ich ges strebt. Zur Rechten Gottes werd' ich stehen, und mich umringt von Sel'gen sehen, die tugendhaft, wie ich, gelebt. 7. Mit allen Guten, allen Weisen werd' ich den ew'gen Bater preisen, und edler Wirksamkeit mich weihn. Mit den Verklärten, mit den Engeln werd' ich, befreit von Erdenmängeln, dir, Heiligster, dann ähnlich sein. [ 93.] P. F. Weddigen. Mel. In allen meinen Thaten. 547. Mit ruhigem Gewissen des Lebens zu genießen, verleihst du dieß mir nur: so ist, o Gott, in Tagen, wo Undre ängstlich zagen, nichts schrecklich mir in der Natur. 2. Nichts kann im Wohl ergehen so unfer Glück erhöhen, Gott, als ein ruhig Herz; dieß schafft uns inn're Freuden, und mindert auch in Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 3. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmach: ten, was gibt dazu uns Muth? Was tröstet Gottes Kinder bei'm Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut! 373 4. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlösten, sich deiner Huld getrősten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? 5. Läßt mich ein gut Gewissen einst diesen Troft genießen, wenn Ulles von mir weicht; nagt bei des Todes Schmerzen kein Vorwurf mir am Herzen: so wird mir selbst das Sterben leicht. 6. Hilf in der Welt Gefahren mein Herz mir rein be wahren; steh' mächtig, Gott, mir bei! Laß mich im Kampf erwägen, wie groß der Lohn und Segen des Friedens im Gewissen sei. [ 49.] Gellert. Mel. Valet will ich dir geben. 548. Ist Gott für mich: so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, stärkt meine Seele fich. Hab' ich nur ihn zum Freunde: wie glücklich bin ich dann! Vergeblich drohn mir Feinde; Gott nimmt sich meiner an! 2. Wie ruhig und wie selig bin ich in Gott, als Chrift! Ich weiß und glaub' es fröhlich, daß er mein Vater ist, der mir zu allen Zeiten die Vaterhände reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 3. Wenn 374 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle, und nur aus Vorsatz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Den, der, Herr, deinen Willen, so gut er immer kann, bemüht ist zu erfüllen, siehst du erbarmend an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen, und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen; nimmt jeden Kummer hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewähr ter Treu'. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh' ich voll Zuversicht; auch dann, wenn ich einst sterbe, sinkt meine Hoffnung nicht. Hier geh' ich unter Zähren wohl oft auf rauher Bahn; doch nimmst du mich zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dieß stärke mich, im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts kann von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah'; und wenn die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Ist Gott für mich: so trete gleich alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, stärkt meine Seele sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ist, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! [ 83.] Gerhard u. G. Zollikofer. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 549. Der du mich, als ein Vater, liebst, mir jedes wahre Gute gibst, Gott, meis ner Seele Freude, ich hang' und bleibe stets an dir! Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich an deiner Vaterhand, regierest meinen Lebenslauf, hilfft gnädig meiner Schwachheit auf. Herr, mein Gott, du bist mein Licht;:: folg' ich nur dir: so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen mir Segen bringet. Trifft gleich jetzt Schmerz und Leiden mich: so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Ich wandle hier auf hier auf rauher Bahn: dort nimmst du mich mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott, o laß mich fest:: dir trauen, der mich nie verläßt! 3. Und sollte mir in Kreuz und Noth, Verfolgung, Marter oder Tod, auch Seel und Leib verschmachten: dieß Alles Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 375 Alles wird, wenn's auch noch ich harre dein!:,: Dein bin mehr, ja über Menschenkräfte wär', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Durch dich, durch dich kann ich allein hier glücklich und dort selig sein. Mein Herr, mein Gott, ich hoffe fest,:,: daß deine Kraft mich nicht verläßt. ich, Herr, und du bist mein! [ 37.] Neumeister und the Diterich. Mel. Wie schön leucht't uns. 550. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, der du noch, eh' ich war, mich schon geliebt aus reinem Triebe; du, der für mich auf Erden kam, der Sünd' und Irrthum von mir nahm, daß ich die Tugend übe; herzlich such' ich, dir vor Allen zu gefallen; nichts auf Erden kann und soll mir theurer werden! 4. Wer von dir weicht und liebt die Welt; wer dir nicht standhaft Glauben hält, muß endlich doch verderben. Er kann, weil er die Luft und Pracht der Erde sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Wer nicht dich hier schon lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur Den, der hier sein Herz dir weiht,:,: nur Den führst du zur Herrlichkeit. 2. Den, der dich liebt, Den liebst auch du, Dem schaff'st du für die Seele Ruh' und Troft für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt: so wird er doch durch dich erquickt in seinen Kümmernissen. Endlich wird sich nach dem Beide volle Freude für ihn finden; da wird all' sein Trauern schwinden. 3. In keines Menschen Seele kam's, kein Uuge sah's, kein Ohr vernahm's, was du ihm dort bereitest; ihm, den du aus der Pilgerzeit zur Wohnung deiner Herrlichkeit, zu deinem Throne leitest. Was hier sonst mir ward gegeben, mich im Leben zu er gößen, ist dagegen nichts zu schätzen. 4. Drum laß ich immer dieß allein, o Jesu, meine Freude 5. Drum halt' ich mich getroft zu dir; Gott, deine Huld weicht nicht von mir; das, das ist meine Freude! Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und wanke nicht, selbst in dem tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Zuflucht sein, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen deiner freut! Gott meines Heils, 376 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Freude sein, daß ich dich herz- test du mein Herz doch wielich liebe, und mich in dem, der mit deinem Troste huldwas dir gefällt, je mehr und reich auf. Du verleihest zum mehr in dieser Welt nach dei Geschäfte der Heiligung mir nem Worte übe. Wohl mir! Muth und Kräfte, und förPreis dir, der mir droben derst meinen meinen Tugendlauf. aufgehoben ew'ge Freuden! Wie freut sich dann mein Nichts soll, Herr von dir Geist, daß du so gern ver mich scheiden! zeihst! Reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu, und wachsam in der Zukunft sei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen Gefahren mir und Leiden drohn; Auch auf dornenvollem Pfade bleibst du mein Trost mit deiner Gnade; du bist der Deinen Schild und Lohn. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeihn; denn dich liebet mein kindlich Herz; im größten Schmerz seh' ich voll Glauben himmelwärts. [ 100.] Joh. Heermann. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 551. Herr, aus deiner Gnadenfülle strömt Heiterkeit und sanfte Stille und reine Lust der Seele zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, empfind' ich erst das wahre Leben; ich fühle des Gewis sens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir! Hochgelobet sei deine Treu'! Sie schuf mich neu; vom Sündendienst bin ich nun frei. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, weil ich, was gut und recht ist, wähle, und, unter stügt von dir, auch thu. Je der Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüfte Reiz bezwinge, schafft neue Wonne mir und Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Sündendienst befreit, deinen Willen von Herzen thun, und freudig nun in deiner Huld Bewußt: sein ruhn! 3. Beugt mich manche Schwachheit nieder: so rich 3011 offen; mein Geift frohlockt 5. Ja, ich seh' den Himmel im sichern Hoffen, daß ich dereinst sein Bürger bin. Welch ein Glück ist mir bea schieden! Will ich im heißen Kampf ermüden: so blick' ich auf die Krone hin. Dann fühl ich hocherfreu't die volle Seligkeit deiner Gnade und preife dich, Herr, daß du mich so hoch beglückt haft, ewiglich. [ 88.] Diterich. Mel. O Ewigkeit, du Donn. 552. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh', und führt Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 377 führt mich deinem Himmel der Sünde schändlich's Joch zu, o du, an den ich glaube! in meinem Lauf auf Erden. Uch, gib mir, Herr, Bestän- Die Tugend ist mir süße digkeit, daß diesen Troft der Pflicht; gelang es mir bis Sterblichkeit nichts meiner jeht noch nicht, von Fehlern Seele raube. Tief präg' es frei zu werden: so ist mein meinem Herzen ein: welch Troft: Gott hat Geduld, und Glück es sei, ein Christ zu sein! straft mich nicht nach meiner Schuld. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deinem ew'gen Heil ein Recht durch deinen Tod erworben. 3um Staube kehr' zurück der Staub: mein Geift wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Jch bin erlöft und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nichts vergebens; Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entge gen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach: so trag' ich doch nicht mehr 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, geriffen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh'; du heileft meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt fei Gott! Ich bin ein Chrift, und seine Gnab' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung; ich merke täglich Beffe rung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig; es erfreut und führt mich einst zur Seligkeit; drum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preif' ich dort ewig dich! [ 70.] Münter. Mel. 378 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Jefu, meine Freude, meines. ich dir allein! daß ich hier am Grabe Troft und Hoffnung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank' ich deiner Gnade. 6. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir theure Pflicht! Was die Welt erfreuet, und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Thoren trachten, reich in dir, nicht achten! 7. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft, Herr, meinen Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 8. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Selig teiten hoff' ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben: wer kann sie mir rauben? 553. Wie getroft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, ist in dir mein Geist! Alle, die dir trauen, schmekken es und schauen, daß du freundlich seist. Owie kann mir je bei dir, Freund und Tröster frommer Seelen, Fried' und Freude fehlen! 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Ob mich Leiden drücken: du kannst mich erquicken, gibst mir Kraft und Muth. Ob auch Noth und Elend droht; ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken! 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Gott, an den ich glaube, ist's, der mich vom Staube einst zu sich erhebt. Todestag, dein Schrekken mag frecher Sünder Herz erschüttern: ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, ge stärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und läßt reuerfüllten Seelen nie an Troft es fehlen. vele 5. Daß ich dich erkenne, froh dich Vater nenne, bank 9. Groß ist deine Treue! Preis sei dir! Jch freue mich, mein Gott, in dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Las mich so beherzt und froh einst durch's Thal des Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 379 verstehn und den Weg des Lebens gehn. des Todes dringen, dort dein Lob zu fingen! [ 47.] C. F. Neander. Met. Alle Menschen müffen ft. 554. Cins ist noth! Herr, dieß Eine lebre meine Seele doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ift nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich quälet, und der Ruhe doch verfehlet. Nur dieß Einzige gibt mir wahren Frieden, dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur! Laß nichts Frdisches dich binden: Erdengüter täuschen nur. Such's bei Dem, der dich den Willen deines Got tes lehrt erfüllen; Jesus sei dein bestes Theil! Er führt dich zum wahren Heil. 3. Lenke selbst, Herr, das Verlangen meines Herzens hin nach dir; deiner Wahrheit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir! Wenn auch Andre sie nicht achten: ich will sie mit Lust betrachten, und, mich deines Heils zu freun, ihren Lehren folgfam fein. 4. In dir ist der Weisheit Fülle. Was die Seele ganz beglückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt: dann werd' ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise; lerne Gottes Rath 5. Mit Bergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, lässest wahre Ruh' mich finden, daß ich fröhlich rühmen kann:» wer vermag es, mir zu schaden? Bin ich doch bei Gott in Gnaden!« Diese Freudigkeit in mir, mein Erlöser, dank' ich dir. 6. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung ge macht. Daß sie dich zum Vorbild wähle, stärke sie mit deiner Macht! Muth und Kraft zum heil'gen Leben fannsft und willst du Allen geben, die mit Eifer sich bemühn, stets der Sünde Dienst zu fliehn. 7. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein! Prüf' und forsche, wie ich's meine; laß mich, fern von Heuchelschein, Herr, mein Heiland, schon auf Erden durch dich gut und felig werden, treu dir sein bis in den Tod: dieß, dieß Eine nur, ist noth! [ 4.] Schröder u. Schlegel. Mel. Wenn mein Stündlein. 555. Ich weiß, an wem mein Glaube hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben: dort schau' ich, was ich hier ge= 380 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. geglaubt. Wer ist, der mir dort bei dir in vollem Licht das Erbtheil raubt, das Jesus ich schaue. Hier ist mein mir erworben? Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn. dein Bild in mir sich ganz verkläret. 2. Mein Leben ist ein kur zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew'gen Siegeslohne. Db auch des Kam pfes Müh' mich schreckt; du, der den Tod für mich ge schmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. Du, Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Troft im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab' ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Olenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Kurz ist der Erde Herrlichkeit, vergänglich alles Glück der Zeit im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein luge nicht mehr weint, wenn mein Vollendungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh' ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht Leid und Noth, das Leben nicht, und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde fie, o Seele! o Seele! Vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. [ 96.] Sturm. Mel. Was Gott thut, das ift. 556. Was Gott erschuf, was er erhält im Himmel und auf Erden,- Preis ihm! das kann in seiner Welt und soll vollkommner werden. 3um Bessern hin wirkt Got tes Sinn; drum laffet mit Entzücken uns in die Zukunft blicken! 2. Einft strahlt der Wahrheit reines Licht der ganzen Menschheit heller; dann täuscht sie Wahn und Irr thum nicht; dann siegt das Gute schneller. Nach feinem Rath Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 381 Rath wird jeder Saat der hen und Noth und Elend Wahrheit Gott Gedeihen und reiche Frucht verleihen. fliehen. 5. dieser sel'gen Hoffnung voll, laßt hier uns Saaten streuen für Wahrheit und für Menschenwohl, und ihrer Frucht uns freuen! In einer Welt, die Gott erhält, da müssen Tugendfaaten, zu ſeinem Ruhm, gerathen. 6. Deckt uns des Grabes Hügel schon: noch leben unsre Brüder; der Tugend und Religion erschallen ihre Lieder. Auch unser Geist im Himmel preist mit unsern Erdenbrüdern dich, Gott, in höhern Liedern. [ 91.] Dolz. 3. Glänzt einst dieß hell're, rein're Licht: dann werden Menschen leben, die, wärmer fühlend für die Pflicht, nach laut'rer Tugend streben. Von Zeit zu Zeit wird Sittlichkeit in Gottes Welt fich heben, Vernunft den Sieg erstreben. 4. Wir denken dieser frohen Zeit, und sehn im Geist auf Erden die Menschen rein'rer Seligkeit durch Tu gend würdig werden. Der Menschheit Glück sieht unser Blick in Zukunft schöner blüXI. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Erweckung zur weisen Ruhme der Mensch, oft eh' Benutzung des Lebens er's denkt, in's Grab! S durch den Gedanken an benutzen für mein ew'ges. möcht' ich jeden Augenblick den Tod. Glück! Mel. Wer nur den lieben Gott. 557. Noch leb' ich; doch wie lang' ich lebe, ob morgen noch, das weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft mich Gott noch heut', zur Rechenschaft vor ihm bereit. 2. Um Morgen blüht und prangt die Blume, und fällt oft noch vor Abend ab. So finkt mit seinem Glück und 3. Entfleuch, mein Geist, dem Weltgetümmel: Hier suchest du vergebens Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel; eil' deiner bessern Heimath zu! Schnell flieht sie hin, die Lebenszeit! Sie naht, sie naht, die Ewigkeit! 4. Und ich, ich sollte meine Pflichten verschieben bis auf weiter hin? Nein, heute will ich sie verrichten: wer weiß, ob 382 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. ob morgen ich noch bin? Nur Tod versüßen. Dieses Herz, dieser Augenblick ist mein; der nächste wird's vielleicht nicht sein. von Schuld befreit, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner leßten Noth Freunde hülflos um dich beben: dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 5. Gott, stärke mich durch deine Gnade, und führe mich durch deine Kraft der Tugend eb'ne, sich're Pfade, daß ich treu und gewissenhaft und gern erfülle den Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; dann leb' ich, Gott, hier nicht verge bens, und nüte weislich meine Zeit; dann seh' ich, mit getroftem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin! [ 99.] C. T. v. Hippel. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 558. Meine Lebenszeit verstreicht; stündlich nah' ich mich dem Grabe, und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch zu leben habe? Dent', o Mensch, an deinen Tod! Säume nicht; denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein! 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Sewissen, bas vor Gott dir Seugniß gibt, wird dir deinen 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun; lern' auch, seiner dich erfreun! 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun! Sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Des ist vollbracht!« nahm dem Zode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein verfenken! Sprich: » Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag!« [ 48.] Gellert. Mel. Wer nur den lieben Gott. 559. Du, Herr und Bater meiner Tage, du weißt, daß ich, der Mensch von Staub, den Keim des Todes in mir trage; wie bald bin ich des Grabes Raub! O gib, daß Sterblichkeit und Unsterblichkeit. daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du für dieses Er: denleben ein mir verborg'nes Biel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, viel leicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, auf's Ewige bedacht zu sein! 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von dem Eitlen zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt! 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, ist mein bestes Theil. Dort ist mein Glück mir auf gehoben, ein ew'ges und vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir immer, Herr, vor Augen sein: so wird mich selbst der Tod erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn! Doch, soll ich heute noch erblassen: so höre, Vater, auf mein 383 Flehn! Sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Troft und meine Zuversicht! 7. Dir will ich mich, o Gott, ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin! Bist du mein Trost, mein Heil, mein Leben: so ist selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir, an deiner Gnade g'nüget mir. [ 99.] Senfft zu Pilsach u. Diterich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 560. Herr, ich hab' aus deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich bemühet sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft? 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunden; dieser Augenblick ist mein; wird es auch der künft'ge sein? 3. Laß mich, bei der Flüchtigkeit meiner Tage, nie vergessen, wie unschätzbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, da, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde 384 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Stunde auszukaufen, die zu keit folgt auf fromme Thameiner Seligkeit deine Gnade tigkeit. mir verleiht. 3. Säen muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß: es geschehe nicht vergebens! ewig freut sich ſeiner Saat, wer hier treulich Gutes that. [ 99.] 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht verge: bens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll. 6. Gib, daß meine Besse: rung als mein höchstes Glück ich achte, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachte, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei, und ich reif zum Him: mel werde! Nahet dann mein Ende sich, o, so stärk' und tröfte mich! [ 48.] Diterich. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 561. Herr der Zeit und Ewigkeit, gib, daß ich bis an mein Ende, wie dein Wort es mir gebeut, weislich meine Beit verwende, die mir deiner Liebe Rath hier noch zugemessen hat! 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag' und Stunden; doch, die Frucht von unsern Mühn ist mit ihnen nicht verschwunden. Der Vergeltung EwigOlearius u. Diterich. Wer nur den lieben Gott. Mel. 562. Er eilt, der lebte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei! Erkauf' die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck; verschiebst dein Heil auf ferne Beiten, und wirfft so sicher Jahre weg. Bist du, du küh ner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ew'ges Glück einst zu besitzen, dazu ſollst du des Lebens Zeit, die Zeit der Aussaat, eifrig nüßen, und thun, was dir der Herr ge beut. Sein Wort ruft dir die Warnung zu:» Eins ist dir noth!« Was säumest du? 4. Drum eile, rette deine Seele, und denke nicht: ein O andermal! wache, bet' unb überzähle der Menschentage Fleine Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 385 Fleine Zahl! Und wär' dein gelassen übergeben, das ist des Ende dir auch fern: doch wandle fromm stets vor dem Herrn! Christen heil'ge Pflicht. Ich soll es schätzen, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besitzen: abgöttisch lieben soll ich's nicht. 2. Der Tod soll nicht mein Herz erschrecken: doch, mich zur Weisheit zu erwecken, soll er mir stets vor Augen sein; in Freude Mäßigung mich lehren; doch nicht in dem Beruf mich stören, viel mehr mir Kraft dazu verleihn. 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich, gewissenhaft für deiner Seele Heil zu sorgen, und suche Gottes Licht und Kraft! Sprich: dir will ich, o Gott, allein mein Herz, mein ganzes Leben weihn! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir auch diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, die deine Lang: muth mir gewährt! 7. Wohl mir, hab' ich aus allen Kräften nach deinem Reiche hier gestrebt, in dir gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt! Wohl mir, wenn ich einst sagen kann: du nimmst mich, Gott, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl' ich meinen Geist, o Herr! schwingt, wenn seine Hütte fällt, zu dir sich über Grab und Welt. [ 99.] Er C. F. Neander. In eigener Melodie. 563. Was sorg' ich ängstlich für mein Leben? Es Gott 3. Ermatt' ich je in meinen Pflichten: so soll der Tod mich unterrichten, wie wenig meiner Tage sind. Das Gute darf ich nie verschieben; denn meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie enteilt geschwind. 4. Dein denk' ich, Tod, so oft die Triebe der Sinnlichkeit und Erdenliebe mich reizen:- ich ersticke sie! Kann ich vielleicht nicht heut' noch sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben: der Sünde Lockung folg' ich nie! 5. Ich denke dein, o Zod, wenn Ehren der Welt mein schwaches Herz bethören, wenn äuß'rer Glanz mich eitel macht! Wie leicht kann alles Glück der Erden, wie plößlich mir entriffen werden! Mir folgt in's Grab nicht Glanz noch Pracht. 6. Kann meine Lust in frohen Tagen, o Tod, dein Bb ern= 386 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. ernstes Bild vertragen: so der Tod nicht weiser macht, ist sie unschuldsvoll und rein. Des Lebens Glück mir zu versüßen, es sanfter, stiller zu genießen, gedent' ich bei der Freude dein! hat nie mit Ernst an ihn gedacht. imori stompor 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut: so sei stets wachsam und bereit; prüf deinen Glauben, als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. nuradnut 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlöfers Tod vor Gottes Thron gerecht zu ſein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 107. Ich denke dein, wenn Leiden kommen. Uch, alle Trübsal ist dem Frommen, o Tod, in deiner Nähe leicht! Ich leide; doch von allem Bösen wirst du vielleicht mich bald erlösen: wohl mir! Dann ist mein Ziel erreicht! 8. Gern will ich dein, o Tod, gedenken, auf dich oft meine Blicke lenken, aus Weichlichkeit dein Bild nicht scheun; es soll mir Trost bei Müh'n und Plagen, soll Warnung mir in guten Tagen, und Schild in der Versuchung sein! odbird [ 93.] Gellert. Mel. Wenn wir in höchsten. 564. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er fich gern: der Tag des Todes sei noch fern. is 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein reines Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was vor Gott nur gilt. 2. Der Jüngling hofft des 9. Die Heiligung erfordert Greifes Ziel, der Mann noch feiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch Ein Jahr; und Keiner nimmt den Frr thum wahr. Müh'; doch glaube, Gott ver: läßt dich nie. Ringst du mit Eifer nur nach ihr: so gibt er Muth und Stärke dir. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod! Der, den 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebst, dein Ziel, wor nach du weise strebft, und was dir ewig Glück verschafft, ift Sterblichkeit und Unsterblichkeit. ist- Tugend durch des Glaubens Kraft! dn 139111 11. Shr, alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung.nism, n 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geb' mit mir nicht in's Gericht! Drück' tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirkſam sein; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geiftes, in ihm ſei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleb' stets meiner Schwachheit widersteh', und, freudig durch des Glaubens Macht, im Tode ruf': es ist vollbracht! [ 97.] Gellert. Ruhiges und freudiges Andenken an den Tod. In eigener Melodie. 565. Ich bin, o Herr, in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und noch erhältst du mir das Leben. Du kenneft meiner Tage Zahl, weißt, wenn mich Sterblichen einmal die Nacht des Todes wird umgeben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Ullwissender, das weißt du wohl, 387 2. Wen hab' ich in der letzten Pein? Wer kann mir Rath und Troft verleihn, mit neuer Hoffnung mich beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, wenn mir kein Mensch mehr helfen kann, und Todesschauer mich durchbe ben? Wer schafft der bangen Seele Licht? Thust du es, mein Erbarmer, hicht? dlud 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah', von Todesangst schon überfallen; der Sinne Kräfte lassen nach; Gehör und Augen werden schwach, und kaum kann noch die Zunge lallen; nur des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hält Gericht! 4. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeder dort den Lohn empfahn; fein Schein der Tugend hilft den Bösen. Auf die versäumte Gnadenzeit folgt Elend in der Ewigkeit. 5. Drum fleh' ich, Herr, mein Heil, zu dir: erleuchte mich, damit ich mir nicht Eine böse That verzeihe! Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frei, mich gänzlich deinem Dienste weihe: so geh' ich voller ZuBb2 ver= Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 388 versicht hier in den Tod, dort vor Gericht. mis asal 02 16. Für mich auch floß dein theures Blut, mein Heiland, einst; dieß giebt mir Muth: ich weiß, daß ich dir angehöre. Doch fallen in der Todespein mir trübe, bange 3weifel ein: forette meines Glaubens Ehre, und nimm dich meiner huldreich an! Du bist's, der Schwache stärken kann. 7. Preis dir, du, meines Lebens Heil! Ich nehm' an deiner Wonne Theil; dir werd' ich nach zum Himmel dringen! Nun fieg' ich über Ungst und Noth; mag früh doch oder spät der Tod mit seinen Schrecken mich umringen: so lang' ich lebe, bin ich dein; dein werd' ich auch im Tode fein! [ 41.] Sim. Dach u. Diterich. Mel. Befiehl du deine Wege. 566. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft: doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo ſelbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, er= zittert und verzagt. ansduple 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Ungst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende ge waltiger mich faßt: nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast! 5. Des Himmels Wonn' und Freuden fast nie ein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenübers winder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil Denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu wer den, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Er, ihr Gott, ge beut, gehn sie getrost durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. [ 10.] G. B. Funk. Mel. Chriftus, der ist mein. 567. Cinst geh' ich ohne Beben zu meinem Tode hin; denn Sterblichkeit und Unsterblichkeit. denn Chriftus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 116 3. Und rief mich, abzu scheiden, auch heute schon mein Gott: so folg' ich ihm mit Freuden, und sterb' auf sein Gebot. Botol Botbl 103 S1 4. Ich hoff' ein beff'res Leben nach dieser Uebungszeit; mein Gott wird mich erheben zum Glück der Ewigkeit. 35. Dann eil ich dir ent: gegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt sentientes m [ 12] dissim Sturm. Mel. Religion, von Gott geg. 568. Ich will dich noch im Tod' erheben, Herr, noch am Grabe dant' ich dir. 3um Segen gabst du mir das Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! Ich sucht' es dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. si 90071 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst; auf mich, den du getreu erfunden, voll schonender Erbarmung fiebst! Ullmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht! NG nid 389 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. ( 01 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir! 5. Und mag auch in des Grabes Nähe mir die Verwefung furchtbar bräun: du, Herr, auf den ich hoffend fehe, du wirst auch dann mein Beistand sein. So nab' dem Lohn, den Gott verspricht, so nab' am Ziel, verzag' ich nicht! 6. Ich will dich noch im Tod' erheben, Herr, noch am Grabe preif' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu ich deiner mich! Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! ta [ 76.] Eschenburg. Mel. Wenn mein Stündlein. 569. Ein Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt oft mich hier zur Klage; doch, Bater, jene Ewigkeir versüßt mir Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 390 mir meine Pilgerzeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jeht, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie leicht ist[ 96.] Sturm. 110 nicht mein Herz berückt! Wer Mel. Befiehl du deine Wege. merkt, wie oft er fehle? Doch 570. In Gottes Rathereinst werd' ich vollkommen geben, verlass' ich gern die rein ganz beilig und ganz Welt; ich geh' zum bessern felig fein; dies tröstet meine Leben, sobald es ihm gefällt. Seeled of im Was wär's, das mich be trübte? Dort schau' ich ewig Den, den meine Seele liebte; dort werd' ich Jesum ſehn. 3. In stiller Nacht wein' ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe; mein schwaches Herz feufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 2. Er ruft, zur Zeit der Schmerzen, uns voll Erbar: men zu:» kommt her, belad'ne Herzen, zu mir, und findet Ruh!« Dieß Wort aus dei nem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein, toned wolpihit hi 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie die Sorg' in mir erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß, bei dem Elend dieser Seit, mein Glaube nicht erliege.dzücken laß meine Seele fehn, 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn.In gläubigem Ent wie für das Heil der Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, ihn auch für mich bezwangst! idman 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herr: lichkeit, den ew'gen Lohn der Treue. da jste 906. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' 4. Der frohe Siegsge: danke:» wo ist dein Stachel, Tod?« stärk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todes: noth! Mir ist, ob ich gleich sterbe, das Sterben doch Ge winn. Ich bin des Himmels Erbe, weil ich der Deine bin. 5. Du und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich's Heil erwartet mich, und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stebe. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 391 5. Du schriebst in's Buch Sanftes Ende des From= des Lebens auch meinen Namen. gmn osad men ein; dein Blut wird nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele; dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist.d droit aslölzs [ 10] is Herberger und mi vid misdan C. Neander. pla nad Mel. Mit Fried' und Freud'. 571. Mir schauert nicht vor dir, o Gruft, o Todes stille! Ich bin getrost, wenn nun mich ruft, Gott, dein Wille. Durch dein gnadenvolles Wort ist mir der Tod ein Schlummer. 2. Shm, der für uns geopfert ist, sei Preis und Ehre! Dir unserm Retter, Jesu Christ, Preis und Ehre! Dein ist's, daß wir ohne Furcht den Pfad des Todes wandeln! 3. Wir kommen nicht in dein Gericht, die an dich gläuben; du läsfest uns im Tode nicht ewig bleiben. Halleluja! Denn du wirst zum Leben uns erwecken! istbil 4. Dann ist nicht Sünde mehr, noch Tod; nicht Schmerz, noch Leiden; dann lohnen dieses Lebens Noth Himmelsfreuden! Halleluja! Denn durch dich ist mir der Tod ein Schlummer! [ 63.] G. B. Funt. dwor Mel. In allen meinen Thaten. 572. Wie sanft sehn wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn! Wo dieses Lebens Freuden von ihm im Tode scheiden, hebt ew'ges Glück des Himmels an. 17 2. Er fürchtet nicht sein Ende, hebt dankbar seine Hände zu seinem Vater auf. Gott läßt ihn nicht verderben; wie freudig kann er sterben: denn wohl vollendet ist sein Lauf! 3. Sein ruhiges Gewissen hat ihn der Ungst entrissen, die nur der Frevler kennt. Des Todes finstre Pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Vater nennt. 4. Er fühlt nicht unter Thränen der späten Reue Sehnen, die ihm das Herz zerreißt. 3u Gott empor gehoben, empfängt er Trost von oben, fühlt Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und, seiner Treue wegen, erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. In Gottes hohem Frieden entschwingt dem Staub' hienieden sein Geist sich hoch ent= 392 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. entzückt; stimmt ein in Engel Erde Schmerz und Noth; chöre, singt Preis dem Herrn verziehen hat ihr Gottes Huld und Ehre, und wird mit ew': der Erdenschwachheit Fehl gem Heil erquickt. und Schuld. 7. Herr, laß im Erden leben mich nach dem Sinne streben, der mir dieß Glück erwirbt, damit auch ich, ein Erbe der Seligkeit, einst sterbe, wie der gerechte Fromme stirbt. [ 49.] Felix Weiffe. mig) Thin tid 19 130 Gott ist barmherzig; er verstößt im Tode nicht, die er erlöst, für die der Welterlöser starb, der Allen Gnad' und Heil erwarb. 4. Wir wandeln hier im dunkeln Thal, erdulden oft oft hier Müh' und Qual. Wir tragen Jesu Christi Joch, ent schlafen einst und leben doch. Auch mich hat Trübsal oft gedrückt: nun hat mich Gottes Ruh erquickt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch Gottes Rechte führte mich. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt, und himmlisch seine Streiter Frönt. Kurz ist der Kampf; dem kurzen Streit folgt ew'ge Ruh' und Ho Herrlichkeit. Ich trug sein Joch bis an mein Grab: nun wischt er meine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Seit Doch gegen seine Herr lichkeit! 91191 Das Grab.d Mel. Nun laßt uns den Leib, 573. Begrabt den Leib in feine Gruft! Gott, der den Geift zum Himmel ruft, weist hier den Staub, zu ruhen, an; was Gott thut, das ist wohlgethan! Grabt mein verwesliches Gebein, o, ihr noch Sterblichen, nur ein. Ich sehe die Verwesung nicht; mich führte Gott aus Nacht zum $ 1Licht. 2. Den Leib schuf einst aus Staub der Herr; er war schon Staub, und wird's nur mehr; zu Gottes Unschaun eilt der Geist, wenn er dem Staube sich entreißt. Dich, du mein aufgelöst Gebein, wird die Verwefung weit verstreun. Verklärt hat mich mein Schöpfer schon; schon bet' ich an vor seinem Thron. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, frei von der 6. Du, Todter Gottes, schlummr' in Ruh. Wir geben unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. Ja, laffet mich in meiner Rub', und gehet euren Hütten zu! Schafft, daß ihr Sterblichkeit und Unsterblichkeit. ihr felig werdet, ringt, dir. Gott sei Dank! bis ihr euch auch der Erd' folgen dir! sidel entschwingt! fed nog[ 94.] De 7. Dlaß. Erlöser, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unfre ganze Seele dein, und freudig unser Ende fein! 0 0901 duor no Klopflod. [ 67.] Mel. Welt, abe! ich bin dein m. 574. Sanft und ruhig sei dein Schlummer in der Erde fühlem Schooß! Nach des Lebens Müh' und Kummer ward dir nun ein beff'res Loos. Wir umringen noch dein Grab, schauen wehmuths voll hinab: doch zur Ruhe gehn auch wir; Gott sei Dank! Wir folgen dir!" 2. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was bier fchlummert, bist du nicht, Schon erblickt dort unser Glaube dich, umglänzt von höherm Licht. Nach des Lebens Pilgerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier! Gott sei Dank! Wir folgen dir! di soli 3. Laßt uns trocknen unfre Thränen: ewig ist auch unfer Geift! Hilf uns, wenn nach bangem Sehnen er dem Staube sich entreißt! Dort, wo keine Thräne fließt, wo nicht Tod, nicht Trennung ist, freun wir ewig uns mit 393 Wir p Reche.se Mel. Begrabt den Leib in. 575. Wir gehn an's Grab und hoffen doch; dein Geift, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth bea freit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh' sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Rub'. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihres Lebens Bahn hinab zur sanften Ruh' in's stille Grab. 4. Du sollst uns unvergeßlich sein! Die Thränen, die wir jetzt dir weihn, versiegen einst bei'm Wiedersehn, wenn wir dir nach zum Himmel gehn. Herz von unsers Grames 5. Dahin erhebt sich unser tiefem Schmerz. Wir weinen ftill und hoffen doch; dein Geift, Entichlafner, lebet noch! [ 67.] Bürde. Bei der Beerdigung eines edlen und verdienstvollen bild Mannes. Mel. Alle Menschen müssen ft. 576. Wer mit Luft und Eifer firebte, seine Brüder zu er= 394 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. erfreun; wer der Welt zum Blume schnell verblüht, und Segen lebte, soll uns unverà die Mutter nun verloren ihre geßlich sein! Sein Gedächt- ganze Hoffnung sieht: kaum niß bleib' und daure! Seine kann, ohne zu verzagen, diesen Nachwelt flag' und traure! Schmerz das Herz ertragen. Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 2. Laßt uns 2lle heute klagen; denn es starb ein edler Mann!, wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohl gethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehrt der Wehmuth lauter Schmerz. 3. Seines frommen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten ist der Nachwelt Heil und Glück! Uchten last uns feinen Namen! Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! [ 4.] J. A. Cramer. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüg und Krone sinket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! Mel. Herr, ich habe mißgeb. 1002 577. Wenn der Stifter der Geschlechter unfre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen! 150 on 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der 4. Uch, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, bülfest du nicht, Herr, uns fiegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Rechte schlug uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder! 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errung'nen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Ver lornen wieder geben! de Am Grabe Frühverstor- 6. Bater, deines Trostes monisan vi bener. vistas Quelle trocknet auch am Grabe nicht; selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wit hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen.ardo [ 31.] Griefinger. bar mod Unsterblichkeit. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. 578. Aus Erde ward mein Leib erbaut, und wird auch wieder Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 395 wieder Erde: doch weiß mein Wahn, des Leichtsinns Spott, Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sterben werde. Er, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, wird nach dem Tode leben; sich erheben wird er zu Gott, und auch noch dann nach Heil'gung streben. aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben, aber dann wirst du zu dir mich führen; triumphiren werd? ich: die Seele kann im Tode nichts verlieren. dan dunia 2. Nicht dieser Leib, mein Geist allein kann denken und begehren; fann deiner sich, o Bater, freun, dich kennen und verehren. Was ich durch Sinne hier empfand, dieß lehrte mich, dich finden, dich empfinden, is und durch der Liebe Band mich fest mit dir verbinden. nim 3. 6.3 6. Dann werd' ich, wenn du, Gott, erscheinst, weit mehr, als alle Sinnen zu durch meinen Tod gewinnen. faffen fähig sind, dereinst Ich jauchze, daß ich ewig bin; mein Leib nur fann recderben! Gottes Erben ist selbst der Tod Gewinng die Seele Fann nicht sterben bu duple i Du bautest diese Hütte mir Gedanken hier zu sammeln, und, obgleich schwach, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln; voll regen Eifers immer mich im Guten mehr zu üben, und, getrieben von deinem Geiste, dich stets [ 46] 3. A. Cramer.) mel. D Ewigkeit, du Donnerw. 579. Gedante voller Seligkeit, bu, Glaube der Unsterblichkeit, du, bester Trost im Leben! Was wär' mein Dasein ohne dich! Mit welhem Schauder würde mich inniger zu lieben. Ist die Zukunft oft durchbeben! 4. Und dieses Glück ist ewig mein! Auf immer höhern Stufen mich deiner Liebe zu erfreun, hast du mich, Gott, berufen. wohl mir, welch ein großes Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verderben: des Menschen beff' rer Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Ja, nimmer soll, mein Herr und Gott, mir diesen hohen Glauben des Zweifels soe Umsonst erhöbe sich mein Herz zum Himmel bei so manchem Schmerz.modand 2. Jm Dunkeln irrt' ich dann hinab den Weg des Lebens bis an's Grab, das Ziel von meinen Thränen. Was wäre meines Lebens Glück? Ein Traum, der einen Augenblick mich täuscht nach langem Sehnen. Was sind die Freuden dieser Zeit, wenn uns der Tod Vernichtung dräut? 3. Und 396 13. Und ist nicht Sorge, Müh' und Qual, sind nicht oft Leiden ohne Zahl das Loos des Pilgerlebens? Ist nicht das Laster oft beglückt? Seufzt hier nicht, in den Staub gedrückt, die Tugend oft vergebens? Und ach, wen täuscht der Irrthum nicht? Wer schmachtet nicht nach höherm Licht? Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 4. Owohl mir, daß mich Gott erschuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf, und Uebungszeit dieß Leben. Des Geistes Hülle fällt einst ab, und Staub und Moder füllt mein Grab; doch er wird sich erheben, sich schwingen über Grab und Staub; der Geist wird nie des Todes Raub! [ 70.] P. 3. Weddigen. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 580. Bald oder spät des Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich foll unsterblich werden; und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Freude soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübfal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. thin Onil& 3. Noch weiß ich, daß id laufen muß, noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Gott, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft! Fremdling hier, in dieſem 4. So lang' ich noch, ein Leibe walle, erhalt' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es fei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu mich dein zu freun, von Her üben; mein höchstes Gut, auf deinen Schuh zu traun, zen dich zu lieben; mein Trost, und meine Hoffnung, dich zu schaun! Dunkelheit mir diesen hohen 6. Nie soll des Zweifels Glauben, dieß Vorgefühl der nung, rauben! Was lindert Seligkeit, des Himmels Hoff sonst des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? bil 7. Heil mir! Ich bin dein Eigenthum; nichts soll von dir mich fcheiden; nicht Sinnenlust, nicht Gold noch Ruhm, nicht Schmach, noch Tod, noch Leiden! Was ist des Lebens kurze Zeit! Heil mir! Mein ist Unsterblichkeit! [ 62.] G. B. Funt. Mel. * Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Mel. In allen meinen Thaten. 581. Cinst felig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Unsterblichkeit und Leben des Himmels wird mir geben Gott, der zum Leben mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet; der Frommen kurzer Uebungsstand. Groffens 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin! Was ist dieß Erdenleben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Einst felig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei es all' mein Streben, ganz heilig dir zu leben, Gott, der zur Ewigkeit mich schuf! [ 49.] G. B. Funk. In eigener Melodie. 582. Jesus, meine Zuversicht, mein Erlöser, ist im Leben! Dieses weiß ich: sollt' ich nicht auch zu sterben mich ergeben, ob das Grab, das einst mich deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo er vollendet lebt: und es sollte 397 mir noch grauen? Er ist der Gemeine Haupt; ewig sein, wer an ihn glaubt! 1990 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er stärkt mich mit seiner Hand auch in meinen letzten Stunden, führt mich auf der finstern Bahn, und nimmt mich mit Ehren an. 4. Meine Hütte nur ist Staub; sie nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O, sel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt! 5. Ob dieß Aug' im Tod' auch bricht! wird es dich doch, Heiland, kennen; mit belohnter Zuversicht werd' ich dich, Vollender, nennen, wenn ich von der Sterblichkeit nun auf ewig bin befreit. 6. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wirst du herrlich dort erhöhen. Irdisch werd' ich ausgefät, himmlisch werd' ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd' unsterblich sein. 7. D, der hohen Zuversicht! Nichts beugt meine Hoffnung nieder. Jesus lebt! Ich sterbe nicht! Meine Seele kehret wieder, siegend über Tod und Grab, zu dem Schöpfer, der fie gab. 8. Nur, daß du empor dich hebst von den Lüften dieser Er 398 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. Erden; nur daß du schon hier ihm lebst, mit dem du vereint sollst werden! Heilig 7. Da find' ich, was dein mußt du, Seele, sein, willst heil'ger Rath zu meinem du sein dich ewig freun. Wohl geordnet hat; von *** Ungesicht schau ich dich dann, und bete deine Führung an. i [ 48.] Louise Henriette, Churfan fürftin von Brandenburg, bimd und Ribbeck. Mel. Begrabt den Leib in. 583. Des Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erleuchtet durch dein Licht, erbebt vor der Ver wefung nicht. 3 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; Algütiger, wie dank' ich's dir! Wie oft folgt kleinerm Ungemach bald größere Verfüßung nach! isl 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin: mein Geist, noch lebend, wie zuvor, schwingt aus den Trümmern sich empor. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Huld, die segnend hier er freut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höb'res Ziel. Dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit, 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe » Bater« dich genannt; Gott, welch ein Vorzug! In ihm liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beff're Welt, an der des Christen Glaube hält. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Lehren aufgeklärt! 6. fel'ge Aussicht, auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geift # 77) fenele 10. Des freudigsten Ver trauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn einst von Sünd' und Noth befreit, ich reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht furchtbar sein; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit und der Trennung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Lette auch hat ausgeweint: dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu! Mach' uns im Guten fest und treu, daß uns der Tod erfreulich sei! [ 67.] Joh. Joach. Spalding. Mel. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Mel. Religion, von Gott geg. 584. Es ist noch eine Rub' vorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst ent: reißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig werd' ich sein! Der Erde Mühen dann entnommen, werd' ich mich ihres Lohnes freun dort, wo mich keine Last mehr drückt, und ew'ger Friede mich erquict. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten, nach wohlvollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. is 4. Dann schweigen alle meine Klagen, dann bringt mein frommer Lobgefang dir felbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, und keine Schwachheit drückt mich mehr; ich denk' und fühle nichts, als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; fest steht mein Glück, und, 19 399 Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil.gmn 6. Gott, wer kann deine Gnade faffen? Du willst Den, der dich treu verehrt, nicht ewig in der Unruh laffen, die dieses Lebens Freuden stört: dieß flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! iadisfgu@ ni 7. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich eifrig deinen Willen thue, und standhaft dulde, als ein Chrift: so lohnt nach dieser Prüfungszeit mich einst vollkommne Seligkeit. [ 76.] Kunth u. Diterich. ni 3n eigener Melodie. 19 585. Alle Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit ver blüht; Keiner kann den Him: mel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub ift dieser Leib: er werde wiederum zu Staub und Erde, daß der Geist, von ihm befreit, eile zur Unsterblichkeit! lyses 2. Herr, wer kann mich dir entreißen? Mein bist du, und ich bin dein! Du erfüllst, was du verheißen; dein werd' ich mich ewig freun. Ja, mir wird's durch dich gelingen, mich zu dir empor zu schwingen, freudenvoll vor dir zu stehn, deine Herrlichkeit zu sehn! Boy otated 3. Dort bei dir ist wahres Leben. Millionen stehn, mit Licht 400 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Licht und mit Herrlichkeit kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug! [ 4] Albinus u. C. F. Neander. umgeben, dort vor beinem Angesicht; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend dir zu bringen Preis und Dank vor deinem Thron, dir und Jefu, deinem Sohn. isi dr4. Alle, die ihm nachge: wandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weiben ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihm im höhern Preisgefang. bon Mel. Wenn mein Stündlein. 586. Cinst, wenn mein Auge sterbend bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet, wenn um mich, den Entschlummernden, Gott, alle meine Lieben stehn, und angstvoll zu dir weinen: 2. Dann geht zurück zu dir der Geist, er, den das Grab nicht schrecket, der dankend deine Güte preist, weil er den Tod nicht schmecket. Ihm öffnet, wenn die Hütte fällt, sich eine neue, ew'ge Welt, wo Lieb' und Wahrheit wohnet. 3. du, mein Geist, den Gott erschuf zum ew'gen Sein nicht mehr. und Leben, sei stets bereit, bei 6. Ich 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblich keit und Ruh', was fein Sterblicher vernommen, Got tes Heil gewähreft du! Freudenernten schenkt er Denen, die hier einst gesät mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind Jour dun entbrenne von Verlangen, was ich glaub', im Licht zu sehn; jene Krone zu empfangen; bald verklärt vor Gott zu stehn! Werde dieser Leib zu Staube: ich, ich weiß, an wen ich glaube! Geh' ich nicht zum Vater hin? Mir ist Sterben ein Gewinn! 7. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Rümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und seinem Ruf, zu ihm dich zu erbeben! Was hier vermodert, bist nicht du; eil' freudig deiner Heimath zu: du bist und lebest ewig! [ 96.] nz Münter. Gericht und Vergeltung. Mel. Religion, von Gott geg. 587. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herz erschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Fr Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 401 Er hat's verkündigt; sein bin! Wie könnt' ich hart und Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! lieblos fein; Betrübte fehn, und nicht erfreun! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil: wo führt er hin? 3um Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt durch seine Baterhuld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 7. Den aber, der hier ohn' Erbarmen nicht menschenfreundlich sich beweist; der, fühllos bei der Noth der Urmen, sie ihrem Elend nicht entreißt, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, verwirft der Herr einst im Gericht. 3. Oft will ich zu mir selber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur feines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich von aller Noth befreit. 8. Herr, verleih' mir Muth und Stärke, damit mein Glaube, bir getreu, und reich an Früchten guter Werke, bewährt und unverwerflich sei! So werd' ich ewig selig sein; mich ewig deiner, Gott, erfreun.d 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören:» der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich! Sei selig und den Engeln gleich!« ishim 5.» Du hast in deinen armen Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern den Segen deiner Wohlthat an! Komm nun, Gesegneter, zu mir! Des Himmels Freuden werden dir!«< Um 6. O welche Wonne wartet meiner, wenn ich mit brű brüderlichem Sinn den nächsten lieb' und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich [ 76.] 3. A. Cramer. Mel. Wachet auf, ruft uns. 588. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Erwacht; denn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat Gott in eure Hand gegeben; erwacht! Noch ist zur Beff'rung Beit! Gerecht, gerecht ist Gott; er hört der Frevler Spott! Frevler, zittert! Wist: was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und und hält Gericht. 2. Sünder werden angstvoll zagen, sich vor dem Richter selbst verklagen und be bend stehn vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Sc Frommen! Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Frommen! Er wird zu eurem Zeit, hier gemißbraucht habe! Heile kommen: bald kommt Weh' dann mir, hab' ich hier er, und mit ihm sein Lohn! sie nicht treu verwendet, sorgEuch schrecket fein Gericht; los fie verschwendet! der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch ver: föhnt, mit Gott verföhnt: wer überwindet, wird gekrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plötzlich bricht sein Tag herein, und der Richter wird vom Bösen fein Bolk, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Tode fie befrein. Dann ist volltommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen; seid stets bereit! Bald kommt die Zeit; sie kommt, mit ihr die Ewigkeit. m[ 88.] 19 G. B. Junt. Mel. Mache dich, mein Geift. 589. Herr, ich bin dein Eigenthum, dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil, und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst tommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechen- 8. Einst, am Tage des fchaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten: du, du wirst vergelten! o Gerichts, werd' ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig ange nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! [ 82.] 3. Web dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Immort 402 dr4. dumöchte täglich dein Gericht mir vor Augen schwe ben! Möcht' ich immer, meiner Pflicht treu zu bleiben, streben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen setze, nie sie frech verletze! pumpuose 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich, und auch heute, darauf vor: bereite. plin si 6. Zeigt sich erst die Ewigfeit furchtbar in der Nähe: o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 67. Mein Gewissen ftrafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: befferst du dein Leben, so ist dir vergeben! smisd Münter. Mel. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 403 Mel. Die Tugend wird durch's. schwer zu tragen! Ach, unter 590. Sie stehen da, die Millionen, die Völker einer jeden Zeit, die Schaaren aller Nationen, weil es dein Richterwink gebeut; sie stehn vor deinem Ungesichte, erstaunt, bestürzt, beschämt, erfreut, und sehn dich, Jesu, im Gerichte, im Glanze deiner Herrlichkeit. pl des Gewissens Pein wird feine Seele zagen, wenn ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert. 2. Berschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens 3weck verfehlt: o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 2. Die Frommen stehn zu deiner Rechten; sie feg: nen deiner Gnade Blick! » Kommt,« sprichst du zu den treuen Knechten kommt und empfanget em's ges Glück! Euch soll der Üeberwinder Krone nach langem, heißen Kampf er freun; kommt, geht mit mir zum hohen Lohne, ihr Sel: gen, in den Himmel ein!« 3. Laß lebenslang, o Herr, mich streben, einst dieses 3urufs werth zu sein! Ich will nach deiner Vorschrift leben, will dir mein ganzes Leben weihn; dann werd' auch ich vor deinem Throne mit hoher Freudigkeit einst stehn, dann werd' auch ich zum ew'gen Lohne mit dir in deinen Him: mel gehn! [ 15.] Grot. Strafe der Ewigkeit. Mel. Wenn mein Stündlein. 591. Groß wird des Sünders Elend sein, unendlich Gut, worauf sein Wunsch sich 3. Wo bleibt nun jedes eitle lentte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre fränkte? Gebeugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht:» weicht von mir, Uebelthäter!«< und in ihm sein Gewissen spricht: » du bist ein Üebelthäter!«< Von Gottes Ungesicht verbannt, fühlt er, was er sonst 6c2 nie 404 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. nie empfand: gerecht sei seine dich lieben, und, was bein Strafe. 6. Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reu'voll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Bess' rung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. Ich werde dann- o welche Luft! mir keiner Sünde mehr bewußt, der Tugend Glück empfinden. 7. Sie kommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beff'rung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer fein, will eure Sünden noch verzeihn: o suchet seine Gnade! [ 96.] 4. Mit allen Bürgern tener Welt, die deinen Thron umgeben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Schon wallt, o Gott, in meiner Brust das Vorgefühl der hohen Luft, die ich mit ihnen theile. Grot. 5. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem Leben. Da wirst du über schwänglich mir, was mich erfreuet, geben; da währt mein Glück in Ewigkeit; nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Dhilf es mir erreichen! iadi 202 Ewige Seligkeit. Mel. Es ist gewißlich an der. 592. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem Leben. Da wirst du überschwänglich mir, was mich erfreuet, geben; da seh' ich dich in hellerm Licht von Ungesicht zu Angesicht, voll hoher Himmelswonne. 2. Da werd' ich deinen gnäd'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen; dir danken, daß der Tugend Pfad du mir gebotst zu gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich erzogeft. 3. In unbefleckter Heiligkeit werd' ich dann, Gott, [ 23.] Heeren. Mel. Wenn mein Stündlein. 593. Mein Heiland lebt: des Todes Macht hat er als Held bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein; sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben! 2. Wird gleich mein Leib des Todes Raub: der Geist wird ewig leben, und über der Verwesung Staub zu Gott empor sich heben; denn du, Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 405 du, o großer Lebensfürst, Ewigkeit; dort, dort verwander du den Tod besiegtest, wirst uns Alle zu dir fammeln. delt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme hat auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick: doch alle Freuden, die ihm werden, sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch; und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen; bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt; hier Fann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich hohen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Wille, meine Freude sein, und lieblich Wesen, 3. O welch ein selig's Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, das reinste Glück genießen. 4. Da, wo du bist, da sollen Die, die hier dir folgen, leben, und ewig, frei von Schmerz und Müh', von Ses ligen umgeben, dich schaun in deiner Herrlichkeit., was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 5. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit mehr mich drückt, wo ich, der Sterblichkeit entrückt, froh lockend vor dir wandle. 6.01 Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach zustreben, und, als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben, und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste sich damit mein Herz: es kommt ein beff'res Leben. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. [ 96.] 594. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die 406 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Wesen, Heil die Fülle, am Heil sei dir! Du hast das Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich felig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; da Heilig! Heilig! Heilig! singen Dem, der für mich ein Opfer ward; und aller Himmel fel'ges Heer stimmt ein, und fingt ihm Preis und Ehr'. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird in jedem Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dankvoll Dem begegnen, der Gottes Weg mich gehen hieß; ihn mit entzückter Rührung seg nen, daß er der Tugend Pfad mir wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft- o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil, - Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! [ 99.] Gellert. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 595. Hier ist nur mein Prüfungsstand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Vaterland; das erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Herr, mein Gott, Preis und Dank für meinen Tod. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Chrift, seinen Freunden herrlich loh net Himmel, nie gedenk ich dein, ohne göttlich froh zu ſein! - 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Hei land, hat in dir eine Stätte mir bereitet; und an allem deinem Heil hat auch meine Seele Theil. 4. Dwie wohl wird dann mir sein, wenn ich einst dich in der Nähe, frei von Kummer, Angst und Pein, mit verklärs tem Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 407 tem Auge sehe! Sinke nur Irrthum nicht für Wahrheit mein Leib zur Gruft: Gott ist's, der die Seele ruft! wähltammi di allod and 5. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern! Nur der Thor, der Unchrist kann vor des Grabes Nacht erzittern; from me Seelen zittern nicht; denn fie fürchten kein Gericht. 6. Daß ich diese Freudig: teit einst in meinem Tod' em pfinde, mache siegreich mich im Streit gegen jeden Reiz der Sünde! Stärke mich, 0 Herr, im Lauf! Nimm mich endlich gnädig auf! [ 48.] Münter. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 596. Wie im Herbste fällt das Laub: wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen; ruhen in des Grabes Schooß, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gabst du, Vater, mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; jenseit ist mein Vater land; hier ist nur mein Uebungsstand.id, and 3. Jenseit, überm Staub', beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd' ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, is 4. Dort erst ist mein Auge nicht mehr zu trübe für die Wahrheit: dort umgiebt mich hell'res Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erkenn' ich unverhüllt Wahrheit selbst, nicht nur ihr Bild, ma mid 5. Lichtvoll ist dann meine Bahn, und ich seh' mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan, dort bet' ich ihn freudig an. 6. Jauchz', o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir, einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Eod, wenn ich that, was Gott gebot. estisted thin 7. Ohne Furcht und ohne Grau'n werd' ich ihm entgegen gehen; werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist.n@ namic[ AT] [ 48.] Schint.rg G In eigener Melodie. 597. O wie felig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gez: kommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen, omul mod 2. Hier, Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 408 tis 2.1 Hier, ach! hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht um= geben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in ficherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. Ansbiles 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen; ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet.co 5. Uch, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und, statt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Beiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich darnach streben! Komm und führ' uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh' und Freude kommen, inde [ 74] Simon Dach u. Diterich. Mel. Alle Menschen müssen ft. 598. O wie unaussprechlich selig werden wir im Him mel sein! Ja, die Güter sind unzählig, die dann ewig uns erfreun! Keine Sorgen, keine Zähren werden unser Glück dort stören. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! Tu dis nis 2. Hier zwar kann, was du den Deinen dort für Glück bereitet hast, nicht in vollem Licht erscheinen; noch hat's kein Verstand gefaßt. Nach der Erde kurzen Leiden findet einst an Himmelsfreuden Jeder, der dich treu verehrt, mehr, als je sein Herz begehrt. 3. Neue Wunder deiner Güte werden unser Glück erhöhn; und mit staunendem Gemüthe werden wir stets überschwänglich, groß das heller sehn: deine Huld sei Heil und unvergänglich, das dem Frommen, der dich liebt, deine Baterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu so hohen Seligkeiten wird uns da der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. o og 5. Da wird deiner Kinder Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobge fänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir und Dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben! Mit ihm, unserm treusten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6., wer follte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu fein, Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 409 sein, wo, nach ausgeweinten fern; o dann wird meine Thränen, ew'ge Güter uns erfreun? Kämpfer tragen Sie: gespalmen: Dulder singen Freudenpsalmen; auf die Angst folgt heit're Rub': Gott, wie hoch beseligst du! 7. Ob auch unser Loos auf Erden noch so schön und lieblich sei: niemals ist es von Beschwerden, niemals ganz von Kummer frei. Bittre Thränen weinet heute oft, wer gestern noch sich freute. Dort, wo uns kein Wechsel beugt, finkt die Wonne nie; fie steigt! spopadu 8. Du, bestimmt zu solchem Glücke, fei, o Seele, hoch erfreut! Richte deines Glaubens Blicke auf des Himmels Herrlichkeit! Streb' auch du, mit allen Frommen zu der Stadt des Herrn zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, stets nach dem, was droben ist! sing 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. Mache du mein Herz nur reiner, daß auch ich dich möge sehn! Hilf, ach! hilf du meiner Seele, daß sie nie des Wegs verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir singt. [ 4.] Schmolt u. Diterich. Mel. Aus meines Herzens Gr. 599. Der letzte meiner Tage ist mir vielleicht nicht 8001 Klage ein Lobgefang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. 4 dim su 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich unsterblich werde, entschwing' ich mich der Erde, eil' ich zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zu höh'rer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod; der reißt der Schwachheit Glieder, die morsche Hütte, nieder: mich selbst führt er zu Gott. 579 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder; in ihre frohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit höhern Freuden die Auser= wählten weiden, die hier sich ihm geweiht. Indo tisdik 6, Dir 410 6. Dir bleib ich, Herr, er geben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel führen wirst. Ich harre dieser Zeit, getreu in deinem Bunde, und freue mich der Stunde, die ewig mich befreit. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 7. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht, nach kur zem Schlummer, ein ew'ger Morgen an. Heil mir! Er ist nicht fern, der letzte meiner Tage; er kommt, und meine Klage wird Lobgefang dem Herrn! its some [ 8.] Münter u. Cramer. Das Chora de Mel. Wachet auf, ruft uns die. 600. Selig find des Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben; sie gehen ein zur Herrlichkeit! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Una sterblichkeit! Im Frieden ruben sie, frei von der Erde Müh'! Halleluja! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn be gleiten ihre Werke sie. mi Die Gemeine: a Mel. Jefus, meine Zuversicht. 2. Staub bei Staube, rubt ihr nun in dem friede vollen Grabe! Möchten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe! Uch, der Welt entrannt ihr schon, kamt zu eurer Arbeit Lohn! 3. Gott will es! Wir Leben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle trugen einf dies Soch, Alle, die die Kron erstritten. Endlich, endlich kommt der Tod, führte sie, führt uns zu Gott. 4. Jesus lebte selber hier, lebte felbst in Pilgerhütten. Uch, viel mehr, viel mehr, als wir, hat der Göttliche ge litten! Standhaft laß im Kampf uns stehn, stets auf dich, Bollender, sehn! 5. Was ist dieses Lebens Zeit, diese schwüle Mittags= stunde, gegen die Unsterblich feit? Aber an der kurzen Stunde hängt, du unerforsch ter Gott, gleichwohl Leben oder Tod! admite 6. D du unsre Zuversicht, unser Theil ist einst das Leben! Wenn auch unser Auge bricht, wirst du, Mittler, uns es ge ben. Gottes und des Menschen Sohn, deinen Frieden gabst du schon. 7. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß in un ferm Tod uns schmecken. Gib uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt vers stehn! id dog gian nom 8. Wenn wir einst, wie sie, zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen: wollst du über schwänglich thun, über Alles, was Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 411 was wir flehen; denn was mich ganz des Herrn zu freun, batt'st du nicht vollbracht, als du riefft: es ist voll: bracht! ni idd in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht; entladen von der Das Chor: Sterblichkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele, stärke, tröste dich, Er löfte mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich, und bebe doch! so drückt mich meines Elends Joch, die Last der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir dieß Jech; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt, und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! adam ichim 3. Besiege denn des Todes Graun, mein Geift! Er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! In's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Rub' ist unvergänglich, überschwänglich! Die Erlöften wird sie unausadil bi sprechlich trösten. 9. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Dank, Unbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ. Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Unbetung, Preis und Ehre ihm, der für uns geopfert ift! Er fank, wie wir, in's Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Mittlers Throne sein. aus dup Die Gemeine: 10. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann: er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge: gangen, nicht mehr im Dunfeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; der Tod ist nun nicht mehr; Halle luja! Er fant hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott: wir folgen ihm! 48. 88. Klopflod. Mel. Wie schön leucht't uns. 601. Wie wird mir dann, o dann, mir sein, wenn ich, 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Hän 412 Händen; jetzo, Bater, deinen Händen! has met Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 5. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Biel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterb: lichkeit, wird sie erst spät zer trümmert: laß mich, Bater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! inson 3. Des Frommen Seels trennt sich nicht von gleichge= finnten Frommen. Sie werden Ull' in Gottes Licht dereinst zusammen kommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gott, der ihre Treue fennt, vereinigt sie auf ewig4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder; die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn: alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beiſammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns Trost des Wiedersehens. wird uns sein, wenn wir uns einst vereinigt sehen! Wie fehn, wenn wir uns froh ent gegen gehn, forthin uns nic zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wiederfinden! D Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn! Wie tröstest du die Seele! [ 96.] 6. Wie wird mir dann, ach dann, mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht; ein Mitgenoß der Ewigkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Hei lig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! [ 100.] dsm Klopstod. ruft mir tröstend zu:» du wirf fie wieder sehen!« Wir sind auimmer nicht getrennt; Gott der die Seinen Alle kennt wird wieder uns vereinen. Mel. Wenn mein Stündlein. 602. Schwer liegt der Trennung Schmerz auf mir; ich liebe sie, die Meinen! Mit meinem Kummer laß vor dir mich, Herr, mein Gott, er scheinen: werd' ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Des Herzens Sehnen kennest du, und hörst mein heißes Flehen! Die Hoffnung im Bürde. XII. Für Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 413 XII. Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Bei dem Jahreswechsel. ben; dir, den kein Wechsel Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 603. Anbetungswürdiger, zu dir steig' unser Lobgesang! Wir, alle deine Kinder, wir find Freude, Lob und Dank. treffen kann, vertrau' ich froh mein Leben! Wir blühen und vergehn durch dich: nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 2. Dich preist ein hoher Jubelchor von Welten nab' und fern; doch hört, Allgütiger, dein Ohr auch unser Loblied gern. 3. Jahrhunderte der vor' gen Zeit sind unsern Vätern schon voll deiner Huld und Gütigkeit, wie uns dieß Jahr, entflohn. 4. Und segnend hebt jetzt seinen Lauf für uns ein neues an, durch dich, der uns von Jugend auf unzählig Gut's gethan. 5. Drum soll dein Loblied allezeit in unserm Munde sein, und ewig deiner Gütigkeit sich unfre Seele freun! [ 56.] Niemeyer u. G. B. Funk. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 604. Du bist, o Gott, der Herr der Zeit, und Herr der Ewigkeiten; drum will ich jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermal dahin. Dir dank' ich's, Gott, daß ich noch bin, des Lebens noch mich freue! 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; dir will ich mich erge magne 3. Herr, ewig währet deine Treu', uns gnädig zu begegnen; an jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ist wohl ein einz'ger Augenblick, da nicht von dir, Gott, Heil und Glück mir zugeflossen wäre? 4. Du hast auch im verfloss'nen Jahr mich väterlich geleitet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich, und übergeb' auf's Neue mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Gib mir von neuem Lust und Kraft, vor dir gerecht zu wandeln; und hilf mir, stets gewissenhaft nach deinem Willen handeln. Dein guter Geist belebe mich, dich, allerhöchstes Gut, nur dich, und nicht die Welt, zu lieben! 6. Die Welt vergeht: dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen! Um beff're Freuden müsse sich schon hier mein Geist bemühen! Auf Erden ist mein Prüfungsstand; im Himmel 414 Für besondere Zeiten und Beranlassungen. Himmel ist mein Vaterland! dahin laß, Herr, mich trachten. 7. O stärke mich, die Lebenszeit recht weislich auszu kaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vor: ficht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe dort bei dir forthin kein Wechsel störet. [ 22.] Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 605. Erhebt, Bewohner dieser Welt, erhebt den Herrn der Zeit! Ein Opfer, das ihm wohlgefällt, sei ihm von uns geweiht! 2. Der Engel hoher Lobgefang preist seine Majestät: von uns auch sei durch Lob und Dank dein Name, Gott, erhöht! 3. Du frönft mit deinem Gut das Jahr, gibst Leben und Gedeihn; und Alles, was uns froh macht, war Geschenk von dir, ist dein! 4. Was uns ernähret und erquickt, gabst du in Ueberfluß. Des Jahres Anfang war beglückt; beglückt war auch sein Schluß. 5. Dein Wort erfreute Geist und Sinn, gab in Versuchung Muth. Auch was Auch was uns fränkte, ward Gewinn! wie mild bist du, wie gut! 6. Im Frieden bauten wir das Land; wir ernteten in Ruh', und gütig wandte deine Hand uns reichen Sege zu! 7. Dir, Gott und Vate danken wir für dieses Jahre Heil; und flehn vertrauens voll zu dir: sei ferner unse Theil! 8. Wie Thau des Morgens breite sich dein göttlich Woh thun aus; und mit Frohloce rühme dich das Land um jedes Haus! 9. Herr, deine Güte der Schild, der uns in Not bedeckt, und unsern Schmen und Jammer stillt, wenn Ur glück uns erfchreckt! 10. Laß leuchten uns dei Ungesicht, wenn bang' un Trost uns ist! Verlaß uns o Erbarmer, nicht, bis um das Grab umschließt. 11. Wenn nach vollbrad tem Lebenslauf der Leib i Staub zerfällt: so nimm une Bater, gnädig auf in bein beff're Welt! Mudre. [ 56.] Mel. Set Lob und Ehr' dem. 606. Gott rief der Sonn und schuf den Mond, da Jahr darnach zu theilen. En der hoch über Sternen thront er heißt die Zeiten eilen; t ordnet Jahre, Tag und Nacht auf! Laßt uns feine Güt' unt Macht mit Preis und Dani erheben! 2. Herr, der da ist, unt der da war, von dankerfülltem Bungen Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 415 3ungen fei dir, für das ver- dieß verleih' um deiner Gnade floff'ne Jahr, ein heilig Lied willen! gun amday and gefungen; für Leben, Wohl: 1[ 22.] Gellert. fahrt, Troft und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich ge: lungen! Mel. Herr, ich habe mißgeh. 607. Gott, mit allen seinen Freuden schwand dieß Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand es schnell, und, Herr, ich bin,- lebe noch, und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Viele trug man schon zu Grabe; aber du erhieltest mich. Daß ich noch das Leben habe, dafür, Vater, preis ich dich; danke dir für alle Freuden; danke dir auch für die Leiden. 3. Laß auch dieß Jahr gefegnet fein; du hast es uns gegeben. Verleih' uns Kraft die Kraft ist dein! in deiner Furcht zu leben, Du schützest uns, und du verz mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche trachten. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Rub' und Freuden; doch schadet uns das Glück der Welt: so fend' uns, Herr, auch Leiden, Nur stärke mit Geduld das Herz, und laß uns nicht in Noth und Schmerz an deiner Huld verzagen. 5. Hilf deinem Volke vä: terlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaff'nen dich und der bedrängten Brüder! Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Kraft und Rath auf unsern König nieder! CEN 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Lieb' und Treue bei uns sei: dieß, lieber Vater, 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind hingeschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. Leben, Bildung für die beff're 4. Uebung nur ist dieses Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höh'= res Ziel gestellt: ringen foll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt in's Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust ersetzen: Laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 416 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nützen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen, meine Pflichten treu erfüllen. 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Sabe! Dankend heb' ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, auf's neue. hun 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil': gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Baterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! [ 31.] Demme. Mel. Chriftus, der uns selig. 608. Ewig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade, und durch dich strömt immer dar Heil auf unsre Pfade. Tag' und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten: du nur bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch das Lebensjahr, das wir froh vollendet haben, war gesegnet, Herr, von dir, war so reich an Gaben! Du hast unser täglich Brod uns so mild gewähret; haft in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich ge lungen: Gott, dafür ſei Dank und Preis herzlich dir gesungen! 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens! Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst dein Angesicht über uns erheben; wirst uns, Gott, wir zweifeln nicht! ferner Gutes geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit; groß sind unsre Pflich ten: lehr' uns für die Ewigfeit jede treu verrichten. Jede gute, fromme That laß uns wohl gelingen; Frucht laß jede Tugendfaat für den Himmel bringen! [ 13.] Loder. Mel. Wach' auf, mein Herz, und. 609. Kommt, last vor Gett uns treten, ihn kindlich anzubeten, den Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben! dail 2. Wir Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 417 Gabe, der Armen Gut und Habe, inson mais mo d 11. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken i den den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. im bin 500 sid12. Vor Allem, id Herr, verleihe uns deinen Geist auf's neue, daß er uns stets regiere, und uns zum Himmel führe. 13. Das wollest du uns geben, du, Herr von unserm Leben: so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. die 2. Wir Erdenpilger wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. [ 80] 3. Und diese Wandertage find nie ganz frei von Plage; auf dornenvollen Wegen gehn wir dem Grab' entgegen.un 4. Doch Gott liebt uns nicht minder, als Mütter ihre Kinder, und wird uns in Gefahren auch fernerhin be wahren. gautsors 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschützest, mit Kraft nicht unterstüßest. 6. Lob sei dir! Deine Gnade führt uns auf sicherm Pfade, Lob sei den starken Händen, die alles Unglück wenden! n alsio bononi 7. Hör ferner unser Flehen, und eil', uns beizustehen; erquid' uns, Herr, in Leiden, durch deines Geistes Freuden. 8. Gib mir, gib allen Denen, die sich nach Hülfe fehnen, in Kummer, Noth und Schmerzen vertrauens volle Herzen. duel 9. Herr, wehre du den Kriegen; laß Menschenliebe siegen; laß sich, wo Thränen fließen, des Trostes Quell ergießen. so do soldog 10. Sei der Verlaff'nen Bater, der Irrenden Berather, der Unversorgten [ 87.] Gerhard u. Küfter. Mel. Wenn mein Stündlein. 610. Schnell eilen Jahr? auf Jahre hin; noch schneller Tag und Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, schon mir, auch mir vers schwunden! Und keine Stunde kommt zurück; selbst ein verlorner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. 2. Gott, diese schnelle Flucht der Zeit soll meinen Geist beleben, nach Thaten, werth der Ewigkeit, nach meinem Heil zu streben! Beständig folgsam dir zu sein, dir immer mehr mein Herz zu weihn, laß auch dieß Jahr mich nüßen. Tim um s 3. Umringt mit täglicher Gefahr bin ich in diesem Leben; dieß ist vielleicht das letzte Jahr, das du mir, Herr, gegeben; wie sollte denn Dd ich 418 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. ich meiner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? II 4. hilf mir allen Leichtfinn scheun; hilf mir Entschlüsse fassen, die selbst im Tode nicht mich reu'n; laß mich die Thorheit hassen, die dieses Lebens Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl vers säumt, für diese Welt nur lebet. 85. Laß mich mir strenge Rechenschaft von jedem Tage geben; verleih mir Einsicht, Muth und Kraft, als wahrer Chrift zu leben; gib, daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sei, den du mir angewiesen. dot $ 16. Laß mir dieß Jahr ge segnet sein an ächten Tugendfrüchten! Um guter Thaten mich zu freun, laß mich sie gern verrichten; voll Eifer für des Nächsten Glück, laß mich mit liebevollem Blick ihn tröften und erfreuen. 7. Mein Schicksal über geb' ich dir: du wirst es weise lenken; Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Vaters liebe schenken. Im Leiden Im Leiden felbst verzag' ich nicht; ich glaub' und bin der Zuversicht: es muß mir Wohlthat werden. 8. Soll ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach deinem Willen sterben: so laß, der du mein Vater bist, mich deinen Himmel erben. Dann freu' ich mich der Ewigkeit, Gott, wie ich dankbar mich noch heut' des Erdenlebens freue.o [ 96.] monut and nutar Grot. Mel. Alle Menschen müssen ft. 611. Vater, mach uns fromm und weise, treu zu nügen unsre Zeit! Eh' wir's merken, sind wir Greise, sind wir reif zur Ewigkeit. Dort im großen Weltgerichte, Gott, vor deinem Angesichte, wird Verwerfung oder Heil dann auf ewig unser Theil. 2. Nah' bin ich vielleicht dem Ziele meiner schnell durchlauf'nen Bahn: sollt' auch ich mich, wie so Viele, diesem Biel mit Beichtfinn nahn? Herr, es ist von meinen Jahren wieder Eins dabin gefahren! Sind noch viele Jahre mein? Oder wird's das letzte sein? 3. Wiff' es, Seele, nicht vergebens: flein ist deiner Tage Zahl! Thatst du jeden Schritt des Lebens mit Bedachtsamkeit und Wahl? Säume nicht, dich selbst zu richten! Forsche nach des Glaubens Früchten! Frage: bin ich auch bereit, wenn Gott ruft, zur Ewigkeit? 4. Wäg' ich selbst von jedem Tage Tugenden und Fehler ab: o wie steiget dort die Waage, und wie sinkt sie hier hinab! Kann ich so vor Gottes Throne freudig stehen? Für besondere Zeiten und Veranlasſungen. 419 3. Glänzend und im Feierkleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur der den Thau schafft, den sie trinket, daß fie nicht zu bald verblüh'; der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket Bring' auch du ihm Lob und Dank, preis' ihn fröhlich, mein Gez fang! dar sunt lift and 14. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird ods Frühling. er verblühn! Wie die Spreu, Ist die Krone, die den From: men Gott verhieß, mir, so wie ich bin, gewiß? saborch 51D beginn' ein neues Leben, Seele; fang' es heut' noch an; ernstlicher sei dein Bestreben, treu zu gehn der Tugend Bahn! Laß nicht auch dieß Jahr, mit Sünden schwer belastet, dir verschwinden! Nüße, nüße deine Zeit redlich für die Ewigkeit! [ 4.] timnu Münter. schis. ni Alles sie durch die wenn ewig wird er uns erfreun, Mel. Sollt' ich meinem Gott. 612. Höher hebt sich Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht; athmet neue Wonne, Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur! Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gefang! mchung 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin auf's Feld, und sein frohes Danklied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er ver traut die Saat der Erde; ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott, und zweifelt nicht, daß fie wohlgerathen werde; bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Preise Gott, du, mein Gesang! verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn. Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein ew'ger Frühling sein; ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang; Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist ein Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, fei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang. [ 81.] Münter. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 613. Gelobt sei, der den Frühling schafft; Gott, der den Erdkreis schmücket, Gott, Dd2 groß 420 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. groß von Stärke, groß von Kraft, der, was er schuf, be: glücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält; er liebt und fegnet feine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! so 2. Das Land, das jüngst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der still im Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erden Untlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg' und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah', ihr seiner Welten Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir, mit UUmacht, Lieb' und Gnade. 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel Thau und Wind, die deiner 20macht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. ad 2010 200 6. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedräuterschrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Unge wittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. sidus 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, von dir, Quell aller Gaben: dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir im Glauben freudig sterben! ano ang [ 22] 118 G. B. Funk. meer Ausfaat. did not Mel. Wo Gott, der Herr. 614. Cs baut, o Gott, auf dein Geheiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen fie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang' dun lebest, essen!« . 2. Noch immer traf dieß Wort auch ein. Gib ferner deinen Segen; laß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit ſegnet. prol nie 3. So Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 421 3. So fröne denn mit nen, bist du der Vater aller Fruchtbarkeit das Land nach Nationen, der Allen reichlich deiner Güte; und wenn die gibt, und gern gewähret, was Ausfaat dann gedeiht: o Va fie ernähret. aptalogdos ter, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelschlag, daß Dürre fie nicht treffen mag, nicht Fluth sie überschwemme. 2. Du suchst das Land heim, und die Fluren lachen; du wässerst sie mit Thau, fie reich zu machen. Dein Strom ist voll! Durch dich reift das Getreide zu unsrer Freude. 3. Die tief gepflügten Furchen füllt dein Segen, und das erstorb'ne Land belebt dein Regen; du machst es weich, und sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 4. Wir traun auf dich, o guter Gott! Gern lassen wir dich walten! Du kennst am besten unsre Noth; kannst mächtig uns erhalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns dein Werk und Eigenthum, forthin auch gnädig forgen. nslinie [ 103.] i Ringwaldt. bi Ringwaldt. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 615. Herr und Schöpfer der Natur, laß den Eamen, den wir streuen, sich erheben auf der Flur, und zu reifer Frucht gedeihen, die bei'm Anblick schon entzücke, und einst im Genuß erquicke! so 54. Gefilde schmückst und füllest du mit Heerden, und schaffest Gras, daß sie gefättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Ernt' entgegen. 5. Dein Ruhm ertönt von den Geschöpfen allen, und Wald und Auen, Berg' und Thal erschallen von lautem, dir frohlockendem, Getümmel bis in die Himmel. 6. Dich preise denn, o Gott, auch meine Seele! Was ist's, das ihr an Glück und Wonne fehle? Wenn diese Welt mit aller Pracht dus zerstäubet: die Seele bleibet! 2. Einfach streuen wir ihn hin: gib, o Gott, ihn vielfach wieder; dund, voll Dank's für den Gewinn, laß uns dann auch arme Brüder gern von deinem Segen speifen, und durch Frömmigkeit dich preisen! [ 54] bid sissanism indubdse si muachi Sommer. Mel. Herzliebster Jefu, was. 616. So weit die Men schen, Gott, auf Erden woh[ 38.] 3. A. Cramer. Mel. Religion, von Gott geg. 617. Augütiger, dir will ich singen auf jeder segensreichen Flur; dir will ich frohe Lieder bringen im weiten Reiche 422 Für besondere Seiten und Veranlasſungen. Reiche der Natur! Vom Aufgang bis zum Niedergang preift dich der Schöpfung Lobgefang. 2. Du bist der Geber aller Freude; des Segens Schöpfer bist du, Gott; die Heerden nährst du auf der Weide und deinen Menschen gibst du Brod. Ja alles wird, was Leben hat, durch deine Güte froh und fatt.m burg 3. Und Leben strömet deine Sonne herab, o Gott, und süße Lust; mit Heiterkeit und sanfter Wonne erfüllt sie jedes Menschen Brust; ver: schönt durch ihren milden Strahl Gefild' und Wald, und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au'! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild.d 5. Hier stehn die Zeu: gen deiner Milde in deis ner Schöpfung Heiligthum; durch reifer Nehren Korngefilde tönt laut, o Gott, dein hoher Ruhm, und das Geschöpf, beglückt durch dich, freut innig deiner Güte sich. 6. O fühle du auch, meine Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein lauter Lobgefang erzähle, wie schise herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niebergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! d toplam [ 76] 2nd Sturm. 1 Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 618. Nings um mich her ist Alles Freude; verschönt ist, Schöpfer, deine Welt! Es prangt in seinem Feierkleide Gebirg' und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seb', wohin ich trete, bist du mir nab', erblick ich dich; wo hin ich schau', auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick' ich, Welterhalter, dich! im he dit 3920 Wie haft du, Gott der Güt' und Stärke, so päterlich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werke, wie schön, wie wundervoll gemacht! Zum vollen fröh lichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speif und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank manisd noo nist 3.Rings um mich her ist Alles Freude: o freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich fegnet er auch mich! Laß Dessen Loblied froh erschallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 423 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu verz traun, bis wir einst dort in deinem Licht des Glaubens Ernte schaun. ud fidoin mont [ 56.] id W. A. Teller. A Mel. Religion, von Gott geg.d Ernte. 620. Du milder Geber der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! dat [ 101.] nis i Feddersen. da topile nusis Joale 14dnced Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 619. Gott forgt für uns: ofingt ihm Dank! Ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nie dergang trägt uns die Huld des Herrn. doldur 2. Bom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; er ist, im Sonnenschein und Sturm, auf unfer Heil bedacht. un 3. Mit frohgerührter Seele bringt nun Dank und Preis ihm dar! Die Wehre, die vom Segen sinkt, macht reich durch ihn das Jahr.om c 14. Ja, Höchster, wir vers ehren dich mit findlich- frohem Dank; du nährst uns, gibst uns väterlich noch mehr, als Speis und Trank. is id 15. Gesundheit, Frieden und Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebühret Dank und Preis. S 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüß: lich fein, und hilf uns, daß wir bei'm Genuß mit Mäßig feit uns freun. ad nd most Apaiz aller Gaben, Herr, dir ge bühret Ruhm und Dank! Du hörst das Schrei'n der jungen Raben, so wie der Lerche Lobs gesang. Mein lauter Dank steigt jetzt zu dir! O nimm ihn gnädig an von mir! jud 2. Die kleinste deiner Kreaturen macht deine Weisheit offenbar. Ich sehe deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jeder Grashalm lehret mich: wie groß ist Gott! Wie klein bin ich! no nitumi 3. Du sorgest, liebevoll und weise, für alle Werke deiner Hand; gibst Allem, was da lebet, Speise, bes schirmst und segneft jedes Land; du liebest unveränderlich; der Bösen selbst erbarmst du dich. [ ar] 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, von deiner Weisheit ist er voll. O, daß mit freudigem Gemüthe ich so dir dankte, wie ich soll! Ja, ewig sei von mir geliebt, Gott, der mir so viel Gutes giebt! und 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen auf Hoff nung 424 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. nung in das Feld gestreut. 2. Der Himmel träufelt Algütiger, du gabst dem lauter Güte; die Erd' ist deiSamen, da du ihn schufft, die ner Schäße voll, daß mit Fruchtbarkeit. Dem Land erkenntlichem Gemüthe dich mann giebst du, Gott, allein jeder Mensch verehren soll. Kraft zu der Arbeit und Ge- Wie groß ist deine weise deihn! hoolih Macht, die uns versorget und bewacht! 6. Du öffnest mild den Schooß der Erde; du machst des Ackers Furche naß, damit die Flur befruchtet werde; du schaffest Blumen, Laub und Gras; du träufelst mit dem kühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au' pidang di 397.50 Gib, Vater, daß uns deine Liebe zu deines Namens Ruhm erfreut! Dein Segen mehr in uns die Triebe der Gegenlieb' und Dankbarkeit! Viel Gutes haft du uns gethan: treib' uns zum Fleiß im Guten an! 3. So sei die Liebe denn gepriesen, gepriesen sei die Wunderkraft, die, auf den Feldern, auf den Wiesen, den Erdbewohnern Nahrung schafft! Du nähreft uns: wir werden satt; du gibst, daß man noch übrig hat. 4. Bewahre ferner unfre Saaten, und schüße unser Hab' und Gut! Bewahr' uns auch vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Uebermuth! Herr, wie wären wir sonst werth, daß uns die Frucht der Erde nährt! d 5. So wollen wir denn stets auf Erden, o guter Gott, uns deiner freun, und nimmermehr verdrossen werden, der Tugend Samen auszustreun, bis einst, nach dieser Zeit der Saat, sich uns des Himmels Ernte naht. 8. Gib Denen herzliches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt, damit ihr Ueberfluß der Armen Bekümmerniß und Hunger stillt! Herr, der du aller Vater bist, gib Fedem, was ihm nöthig ist! [ 76.] Liebich. Mel. Religion, von Gott geg. 621. Wir fingen, Herr, von deinen Gaben, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du gibst, damit wir Nahrung haben, uns Regen, Wärme, Thau und Wind. So blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. [ 76.] Mel. Gottfr. Hoffmann. Die Tugend wird durch's. 622. Wir Ulle, Menschenvater, bringen in deinem Heiligthum dir Dank, und unsre frohen Herzen singen dir heute Psalm und Lobgesang. Ge krönt hast du mit deiner Milde rings Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 425 rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus deiner offnen Baterhand. us tois 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! and ani mind hand. Du willst, wir sollen sie genießen, doch mäßig, mild und dankbar sein, daß wir mit ruhigem Gewissen uns deines Segens, Gott, erfreund 6. Den Urmen auch erfreu' der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; er trockne seine Thränen ab! Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan!&[ 8] [ 15.] C. G. L. Meifter. Mel. Wach' auf, mein Herz. 623. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. sil and dig 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, ch so reichlich wieder gaben! one 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter Verderben unsern Saaten: Dank dir! Sie sind gerathen, 6. Du 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von Neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kinder reicht der verlieh'ne Segen hin; du nährst den Frommen wie den Sünder, mit ewig treuem Vaterfinn.nuud 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, die sich so herrlich uns gezeigt? O nimm mit heißen Freudenzähren, nimm an, o Vater, unfern Dank! Es preise in vereinten Chören dich unser Aller Lobgefang! 5. Die Gaben nüglich anzuwenden, die du verliehn, gib uns Verstand; nicht üppig, Herr, sie zu verschwen den, gab sie uns deine Bater 426 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 6. Du ließest froh uns ernten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn er barmen! ons 7. Wenn wir die gern er quicken, die Sorg' und man gel drücken: so wirst du, was zum Leben uns nöthig, ferner geben. stil abort as 8. Leit' uns durch deine Gnade stets auf der Tugend Pfade, daß deiner Vatertreue sich unsre Seele freue! molloisg [ 87.] 3. A. Crameru LUFT Bei einer Mißernte. Mel. Was Gott thut, bas ift. 624. Auf! Preift Gott mit Zufriedenheit, deß Güte ewig währet, der auch bei mindrer Fruchtbarkeit uns väterlich ernähret! Noch stets erhält er seine Welt. Was nöthig ist zum Leben, will er uns allen geben. pigidiön 2. Die Früchte stehn in feiner Hand, die uns die Erde bringet. Des Menschen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er läßt unsre Saaten blühn, reifen und gerathen.pia bilbiss of m3. Oft fehn wir, froh in Hoffnung schon, der reichsten Ernt' entgegen: und plößlich ist er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt 13 und giebt, was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen: doch will er für uns sorgen. 4. 3eigt auch nicht immer sichtbar sich der Reichthum seiner Gaben: so schenkt er doch uns väterlich, so viel wir nöthig haben; er ist be dacht, voll Güt' und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten.mi in 5. Und b, was ist es für Gewinn, sich stets genügen lassen; mit frohem Muth und heiterm Sinn das feste 3utraun fassen: er, der die Welt regiert und hält, wird auch, fo lang' wir leben, was nöthig ist, uns geben! don 6. Ja, Höchster, wir ver ehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen! Auch unser Brod wirst du uns, Gott, zu jeder Zeit gewähren, wenn wir dich kindlich ehren. sidang 7. Wir beten demuthsvoll dich an der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit g'nügsamem Gemüthe. gmajsodal willC [ 91.] ilgün mèo Diterich. Mel. Was Gott thut, das ist. 625. Was trauern wir! Gott sorgt ja doch; or forgt für unser Leben. O laßt uns auch Für besondere Zeiten und Veranlassungen. auch im Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Ja, Preis dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt, ihm zum Wohlgefallen, ein frohes Lied erfchallen! rodinod dnu nisl 2. Er herrscht allein, und, wie er will, vertheilt er seine Gaben; von ihm kömmt's, daß wir nicht so viel, als sonst, geerntet haben: und was er thut, ist recht und gut, geschieht, daß feine Ehre und unser Wohl sich mehre. dit 3. Ja, Gott, du bist untadelhaft in allen deinen Weg gen; und was dein Rath beschließt und schafft, das dienet uns zum Segen; stets forgteft du für unsre Ruh': auch Lei den, die uns quälen, sind Heil für unsre Seelen, s am 427 Werken mit stillem, stets zu friednem Sinn auf deinen Segen merken! Laß deine Hand auch unser Land um deiner Güte willen mit neuen Gaben füllen! Tie T 7. Verehrung, Ruhm und Dank sei dir! Du höreft unfer Flehen. Herr, wir sind dein; drum werden wir auch deine Hülfe sehen; auch diese Noth wird dein Gebot zu rechter Beit schon enden, und uns zum Besten wenden.. [ 91.] nou led mismo Herbst. 3:00 Herbst. mou Hal 19 Mel. Ein Lämmlein geht und. 626. Früh, mit umwölk tem Ungesicht, geht schon die Sonne nieder und spät erscheint ihr schwäch'res Licht am trüben Himmel wieder. Die schön're Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die entblößten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes talter Hauch ent laubt die schattenreichen Wälder. sho 2. Verlaffen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh' entgegen. Getheilt in große Schaaren, fliehn die Vögel vor dem Frost und ziehn weit über Land und Meere; Gott nimmt der Wandernden sich an, 4. Du bist allmächtig; alle Noth kannst du zum Besten denken. Du, Vater, wirst uns auch noch Brod bei größ'rer Theurung schenken. Wie hast du dich so väterlich bisher an uns bewiesen! Sei hoch dafür gepriesen! e 15. Wie manches segens: reiche Jahr hast du uns schon gewähret! Wie gnädig uns noch immerbar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, o Bater, schauen, und deiner Güte trauen? daim albüß 16. Laß uns, o Gott, nur fernerhin bei unsrer Hände Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 428 an, bezeichnet ihnen ihre Bahn, und sättigt ihre Heere. 3. Uns, feine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Hulb vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Jahres rauhe, öde Beit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, was uns er= nährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind nicht unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht mußt', o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben, und Wein, der unser Herz erfreut, und unsers Le bens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. ndo 5. Auch unser Leben einst verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die nah' am Grabe wanken. Gebeugt vom Ulter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend, danken, 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen; sie werden im einst bereuen! Wohl Dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Ulter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen. isdir 19 sigt [ 18.] Münter. act in is our Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. 627. Gott rief der Sonne: » kehre wieder auf deiner weis ten Bahn zurück!«< Sie ging, sank täglich früher nieder, entzog fast ganz uns ihren Blick. Er rief den Winden: m in of this via jed Winter.simang stürmt!« Sie fuhren ge waltsam her;» bedeck die Fluren! dem Schneege wölk'; es deckte sie.» Gerinnt, ihr Ströme!« Sie geronnen;» Ihr Meere, wüthet! Da begonnen fie ihren Kampf, da tobten sie. 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde; sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuert werde, bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut hat in des Schöpfers Namen der Landmann ihr den späten Samen; der Schöpfer wacht auch über ihn; todt liegt er da; ihm wird das Leben der Sonne Rückkunft wiedergeben, und reich an Hoffnung wird er nichssp 3. So Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 3. So wird einst unser Leib ermüden und ruhen in des Grabes Nacht; sanft wird er schlummern da im Frieden, von Dem, der nimmer schläft, bewacht. Doch nur den Staub empfängt die Erde; damit der Geist zum Engel werde, sinkt seine Hülle hin in's Grab. Er fiehet die Verwesung nimmer; hoch schaut auf seiner Menschheit Trümmer er von des Himmels Höh'n herab. 4. Todestag, du Zag der Wonne, wie sehnet sich mein Herz nach dir! O du, des ew'gen Lebens Sonne, wann wirst du aufgehn über mir? 3um Leben führt mich Gott durch Sterben; des Keimes Hülle muß verderben, soll er entwickeln sich und blühn. Der Chrift kann seinen Tod nicht scheuen, der Christ muß sich des Todes freuen; ein ew'ges Leben folgt auf ihn! [ 101.] The Münter. Mel. Vom Himmel hoch, da. 628. Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. do dal s wig 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Frost und Eis und Sturm verheert; ein stilles, weißes Grab: gewand deckt Berg und Hügel, Thal und Land.ge 429 3. Doch hegt die Erde still und groß die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwikfeln, und uns nähren soll. 4. So ungefehn und so geheim entwickelt sich der Tugend Keim, zu aller guten Menschen Luft, in eines frommen Jünglings Brust. 5. So thut, was undern nügen kann, der stille, der bescheidne Mann; wenn sein Thun nur Gott fucht, fällt, nicht das Geräusch des ge= Ruhms der Welt. 6.1 Doch wachsen soll der Zugend Saat, blühn soll, was sie im Stillen that, soll reifen einst zu rechter Zeit, zur Ernte für die Ewigkeit. 7. Wie viele Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, in unfrer Hütt uns wärmst und pflegst! 8. Herr, jeder Wechsel unfrer Zeit entflamm' uns zu der Dankbarkeit, die deinen Willen gern erfüllt; denn du bist immer gut und mild! 3. A. Cramer. [ 85.] aller Witterung. Mel. Ich dank dir schon durch. 629. Du Du, Herr und Schöpfer der Natur, regierst an allen Enden, und auch die Witt'rung ruhet nur in deinen weisen Händen. O stlusmid s dn 2. Du 430 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. not 2. Du ordnest fie, wie suchen wir; mit geängstetem dir's gefällt, damit auf deiner Gemüthe schauen wir empor Erde, was ihre Fruchtbar zu dir; Herr, du weißt, was keit erhält, dadurch verbreitet uns gebricht: o verlaß, verwerde. morda turist laß uns nicht! di m2. Ach, dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land; und, versengt vom Sonnenbrande, welkt die Frucht, die frisch schon stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust; Sorge füllet unfre Bruft.$ 5mmid, 456 3. D erhalt uns deinen Segen, do treuer, liebevoller Gott! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unfre Noth! Ja, wir trauen dir es zu: wie's uns gut ist, fügst es duiddist bind nete 4. Stärke du uns dieß Vertrauen: unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. [ 28.] i mBäßler. 3. Du sendest, Herr, aus deiner Höh' uns Sonnenschein und Regen, und Thau und Nebel, Reif und Schnee, und Alles uns zum Segen. 4. Du rufft den Donner und den Wind, die Dünste zu zerstreuen, daß alle, die im Leben sind, des Lebens mehr fich freuen. end bin u 5. Uuch dann, Herr, wenn auf dein Geheiß die Fluren öde stehen, bist du es, der zu helfen weiß, damit wir nicht vergehen. mis sis 6. Den irdischen Verlust kannst du zum höhern Glücke lenken, und uns nach Kum: mer neue Ruh', nach Thränen Freude schenken. am 7. O du, der stets mit Vaterhand den Witt'rungslauf regieret, dir bringe jedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret! llia 8. Nie sollen Sorg und Nengstlichkeit, Herr, unser Herz besiegen! Wir wollen mit Zufriedenheit in deinen Rath uns fügen! [ 42.] Diterich. au Bitte um Regen. Mel. Gott des Himmels und 630. Gott von großer Macht und Güte, deine Hülfe 350 Nach dem Regen. Mel. Nun lob' mein Seel'. S 631. Cin milder Regen sinket erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich; wie trinfet ihn die verschmachtete Natur! Die fanften Ströme fühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen fich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schwei Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 431 schweigen, und Hig' und unser Flehn; am fernen HimDürre fliehn, und fromme mel saben wir des Segens Lieder steigen empor, und Wolke stehn: und plöglich preisen ihn. stig stbase stieg im raschen Lauf das schwarz gedrängte Wetter auf. 2. Mit frohem Ungesichte beschaut der Landmann nun fein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die ehren, vom Mark der Erde voll, das seine Men: schen nähren, das sie erfreuen foll! Auf! Preiset Gottes Milde! Er ift's, der Regen schickt, das lechzende Gefilde voll Baterhuld erquickt. 3. Den Himmel deckte Wolkennacht und graue Finsterniß; des Donners Stimm' erscholl mit Macht, und das Gewölk zerriß: da rauschte Regen fühl und mild herab auf Garten und Gefild'! iar 3. Erhalten unfers Lebens, Herr, dem wir jegt uns dank bar nahn, o laß uns nicht vers gebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein, und eilft, mit deinem Segen uns Alle zu erfreun. Olehr' uns dich erheben, und findlich dir vertraun, und menschenfreundlich leben, bis wir dich ewig schaun! [ 68.] 101. nado Münter. In eigener Melodie. 632. Auch jetzt macht Gott uns offenbar, daß er uns nicht vergißt, daß er in Noth und in Gefahr uns Schutz und Helfer ist. Es fällt nach langem Sonnenbrand sein Regen auf das dürre Land. 2. Dank, Ullbarmherz': ger, Dank sei dir! Du hörtest 4. Wie frisch erhebt der Halm sein Haupt! Wie schön ist die Natur! Wie steht der Baum so neu belaubt, wie herrlich grünt die Flur! Und welch ein balfamreicher Duft erfüllt die abgekühlte Luft! 5. Du, unser Herr und unser Gott, du hast uns wohlgethan; du halfest uns in unsrer Noth; du nahmst dich unser an! Dir, du Alliebender, sei Dank! Dich preiset unser Lobgefang! d[ 7.] Sophie, Herz. v. Braunno schweig, und Küfter und The Diferich, shite Bitte um Sonnenschein. 110 Mel. Bo Gott, der Herr. 633. Du haft, o Gott, den Himmel ganz mit Wolken überzogen. Wie lange hat uns ihren Glanz die Sonne schon entzogen! laß,- du liebst ja unser Glück!- laß uns doch ihren heitern Blick bald wiederum erfreuen! 2. Die Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 432 2. Die Fluren trauern überall; es mangelt dem Ge filde der Sonne lebensreicher Strahl und ihre Wärm' und Milde. Der Segen, den du uns gezeigt, sieh', wie er sich zur Erde neigt, gedrückt von Regengüssen! in 3. Wer hilft uns hier? Gott, wir sehn auf dich bei unsern Klagen. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, als wir zu bitten wagen. Du, der's mit uns auf's beste meint, kannst leicht, was uns Verderben scheint, in Wohlthat uns verkehren. 2 bild 14. Erquicke, wenn dir's wohlgefällt, Gott, unser Herz mit Bonne und schenk' dem langdurchnäßten Feld den heitern Schein der Sonne, Doch findest du es uns nicht gut: so stärk', Allweiser, uns den Muth, auch diese Noth zu tragen. propdos minu [ 103.] Ringwaldt und Paulmann. Mel. Mache dich, mein Geift. 634. Sorg und Klage füllt das Land; Gott, hör' unser Flehen! Soll der Segen deiner Hand uns verloren gehen? Herr, wir schaun voll Vertraun auf zu deinen Höhen; laß uns Hülfe sehen! Bol hippotes modi 2. Herr, du lenkst der Wolken Lauf; du gebeutst dem Regen. Sprich ein Wort: so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bei, und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! midori siste 3.Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht er: quicke! Auf dich schauen wir allein mit des Glaubens Blicke. Unfre: Noth kennst du, Gott! Eil', uns beizustehen! Laß uns Hülfe ſehen! [ 82.] [ 82.] 1991 tuBäßler. Dank für erflehten Son4 binenschein.100 Bod Mel. Wach auf, mein Herz. 635, Ertönt, ihr Freudenlieder! Sie scheint, fie strahlet wieder, wir fehn sie ,welche Wonne! die lang' verhüllte Sonne! spe 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten, und Regenwetter stürmtension du 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien durch die Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schütztest unsre Saaten, denne men 5. Schon senkten fie fich nieder; doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, Für besondere Zeiten und Veranlasſungen. 433 Blitz sich Bahnen bricht, und flammend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; Dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. Sonne du segnest uns mit Wonne! 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unfer ganzes Leben fei ewig dir ergeben! [ 87.] Mudre. Mel. Komm, o komm, du. 636. Lieblich scheint die Sonne wieder an dem heitern Firmament; fanft erquickend strahlt sie nieder auf die Frucht, die Gott uns gönnt. Sehet, wie sie, neu belebt, wieder sich so schön erhebt. 2. Mit erkenntlichem Gemüthe laßt uns seiner Huld uns freun; ihm, dem Vater, reich an Güte, ewig unsre Liebe weihn! Er, der liebreich uns ernährt, er ist dieses Opfers werth. 3. Ja, dir, Leben aller Leben, aller Kräfte ew'ge Kraft, dir sei unser Herz erge: ben; du bist's, der uns Segen schafft! Ewig müssest du allein unser Gott und Helfer sein! [ 52.] Bäßler. Gewitter. Mel. Lobt Gott, thr Chriften. 637. In Dunkel hüllt der Himmel sich; ein schweres Wetter dräut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit! 2. Auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der snike 4. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamvoller Duft, was erst geschmachtet hat. 5. Du kannst auch tödten: doch es scheut der Christ nicht- dein Gericht; wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Drum will ich still und ruhig sein, auch wenn dein Donner droht. Weg, bange Furcht! Ich bin ja dein, und du bist mein, o Gott! i[ 56.] Lavater. Mel. Herzliebster Jesu, was h. Auf! Laßt uns 638. Gott und seine Größ' erheben; nicht, Sündern gleich, vor seinem Donner beben; wenn er sich naht in furchtbaren Gewittern, nicht heidnisch zittern! 2. Laßt uns nicht wäh nen, daß wir beben sollen, wenn Donner unter seinem Fußtritt rollen, und daß, wenn Blige flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie jedes deiner Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld Ee und Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 434 und Stärke. Gleich herrlich ist, im Sturm und in der Stille, dein Rath und Wille. 4. Wir sehn, o Herr, von Ehrfurcht tief durchdrungen, wie deine Huld, selbst durch Erschütterungen, mit neuer Kraft der Erde Schooß bele bet, wenn sie erbebet. 5. Furchtbarer wird sie dann; sowie die Frommen, geprüft zu werden, oft in Trübsal kommen; sie leiden, durch Geduld zu edlen Wer ken sich mehr zu stärken. 6. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Thaten; sie werden, wenn die Trübfal sie bewähret, nur mehr verkläret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 8. Verderbenvolle Dünfte fliehn, und Seuchen, die uns und unsern Brüdern drohn, entweichen; dann athmen wir, von leichter Luft umgeben, mehr Kraft und Leben. 9. Dein Donner rollet uns, o Gott, zum Segen, und aus dem Blizze strahlt uns Huld entgegen. Drum laß auch in der Wetter Nacht und Grauen auf dich uns trauen! [ 38.] 3. A. Cramer u. Sturm. Nach dem Gewitter. Mel. Mein Jefu, dem die. 639. Mit heiterm Glanz bestrahlt die Sonne nun wieder Gottes schöne Welt; mit ihrem Strahl strömt neue Wonne auf Menschen, Thiere, Wald und Feld. Des Donners furchtbar rollend Droben hallt nicht mehr durch die schwüle Luft; Erquickung folgt dem kühlen Duft, und Furcht und Angst ist nun entflohen. 2. Der Blitze Strahl und flammend Feuer erhellt nicht mehr die Wetternacht; und Ulles, Alles athmet freier, und neue Lebenskraft erwacht. Der Landmann sieht, durch milden Regen, der Felder dürre Saat getränkt; frob schlägt sein Herz: im Geiste denkt er sich den nahen Erntefegen. 3. Vater, laß uns dich erkennen im Donner und im Sonnenschein; dich unsern Gott und Helfer nennen, und deinem Ruf gehorsam sein! Du bleibst der Vater von uns Allen, der auch durch Uebel uns beglückt, auf Alle huldvoll niederblickt! O laß dir unfer Lob gefallen! [ 61.] Grot. Am allgemeinen Bettage. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 640. Gott, der du unfre Zuflucht bist, Herr, unser Mitt Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 435 Mittler, Jesu Christ, Geist daß wir uns deines Schußes Gottes, Geist der Gnaden! freun! Herr, unser Gott, verUnendlicher, verwirfeuns leih' uns Muth! In deiner nicht: wir kommen vor dein Hut sind wir; und was du Angesicht, mit Missethat bela- thust, ist gut. den. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Er höre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, vers birg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht in's Gericht! 4. Sohn Gottes, der uns Heil erwarb, zu unserm Heile lebt' und starb, mit Gott uns zu versöhnen; der durch den Tod zum Leben drang, sich auf zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen! Vertritt, o Mittler, uns bei Gott, durch deine Leiden, deinen Tod! Stärk' uns in unsrer Prüfung Lauf und, wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht verlass' uns nicht im Tod', und einst im Weltgericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieb, wir kehren voller Reu' zurück zu dir; laß, Herr, auf's neu' uns deine Gnade fassen! Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor aller Schuld behüt' uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm' auf unser Land: laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! Wend' ab von uns der Flammen Buth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, TOER 5. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war: schenk' uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein; und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Frrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 6, Den Sinn der Herrscber lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Ruh' der Länder Wohlstand heben! Ee 2 Dem 436 Für besondere Zeiten und Veranlasſungen. Dem König, der uns schüßt und liebt, dem Lande so viel Gutes giebt, gieb, Gott, ein langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! O, schütt' auf ihn und auf sein Haus, und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land: beglück' es; segne jeden Stand! 7. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, Dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Rub'; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath, und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! barme dich! Vergib uns; leit' uns väterlich! Eschenburg. [ 37.] Litanei oder allgemeines Gebet. d In eigener Melodie. 641. Aumächtiger, png Erbarme dich! so Erbarme dich! Allgnädiger, Algütiger, Join Erhöre uns! Herr, Gott, Bater und Schöpfer! Erhalter und Beherrscher aller Welten! Erbarme dich über uns! Du, den uns Gott gefandt hat, 1i Weltheiland, Jesu Christ! Dein Friede ſei yd mit uns! Des Vaters und des Sohnes Geist, Der Geist der Wahrheit und der Heiligkeit, Wohne in uns 201len! 8. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn: laß uns Erhörung finden! O neig' Was sind wir, Herr, vor dir! zu unserm Flehn dein Ohr; Vor dir, Unendlicher! heb' unser Herz zu dir empor, Heilig, heilig, heilig bist du, und mach' uns rein von Sün- Gott! 07 den! Laß uns hinfort dir hei- Und unser Keiner ist von lig fein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Tod erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erSünde rein: Drum flehen wir, o Heiliger, sogu dir! at en so Hilf uns der Sünde widerstehn! Vor Für besondere Zeiten und Beranlassungen. Vor allem Selbstbetruge, Vor allem Stolze, on Vor allem Leichtsinn, da Vor aller Trägheit, u Behüt'uns gnädig, unser Gott! Vor aller Unzufriedenheit mit deiner weisen Führung, Vor aller Feindschaft gegen unsre Brüder, das Vor allem Kaltfinn gegen dein göttliches Wort, Vor allem Uberglauben, Vor aller Verführung durch Heuchler und Verirrte, Bebüt uns gnädig, unser Gott! Berzagtheit in Gefahr und il Schmerz, dad Trostlosigkeit in Noth und in der Todesstunde Laß fern von uns, Erbarmer, sein! Du hast uns, eh' die Welt war, schon geliebt; Du hast von Ewigkeit and schon Jesum uns zum Heil bestimmt; Haft zur Erkenntniß sei: Daß er vom Tode auferstand, Zu dir, Gott, seinem Vater, dging, Und dort, in deinem Himmel, In unserm rechten Vaterlande, lisand Die Stätte uns bereitet hat, Dlaß es nicht verges u bens sein! n 437 laß es nicht verges bens sein! tad Herr, Gott, barmherzig und gnädig! Erhalt' uns deiner Wahrheit Licht! sasto immer heller uns es leuchten; immer theurer unserm Herzen werden, da Und immer weiter sich verSobreiten! mod cent Erhör' uns gnädig, unfer Gott! Laß Es Leit' auf den rechten Pfad, Die noch in Frrthum wandeln! d Erweck' aus ihrem sichern Schlafe alle Sünder, Daß noch zur rechten Beit sie 8 b ner Lehren, zu deiner eilen, waist Wahrheit uns geführt: Dlaß es nicht verges bens fein! off! Daß er im Todeskampf und blutigem Schweiße Den Kelch der Leiden willig trank, Für uns den Tod am Kreuze starb, befgolf Und ihre Seele retten! Erhör' uns gnädig, unser Gott! Verleih' uns Allen deines Geistes Kraft, Daß wir im Glauben, in der Heiligung, In deiner Lieb' und jeder Tugend täglich wachsen! Daß wir des Lebens Freuden, dishe duste Die 438 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Die du nach deiner Güte uns verleihest, Unschuldig, fromm und dankbar gegen dich genießen! Daß wir, auch wenn du Trübfal sendest, dir vertrauen, Und dich mit kindlicher Ergeim bung preifen! Erhör' uns ** unser Gott! gnädig, 3 In Allem, Herr, laß auffehn uns auf Jesum, Und laß uns folgen seinem idWort und Beispiel! d Hilf kämpfen uns und über- st winden! Erhör' uns gnädig, unser Gott! Von dir allein auch kömmt, was schon auf Erden Uns, Herr, erfreun, was uns beglücken kann. Wir, deine Kinder, bitten: Du wollest mudir unsre unsre hören! gnädig Wünsche Allen Regenten und Fürsten 19 Fried' und Eintracht geben; Deinen Gefalbten, unsern König, schützen und segnen, Daß seines Lebens lange sich fein Volk erfreue! Ueber ihm und über seinem Hause mit Huld und Gnade walten; Seinen vertrauten Räthen, Heerführern und aller Obrigkeit Des Landes Wohl zu suchen und zu fördern; alle 1022 Erhör uns gnädig, unser Gott! Us vo Alle Lehrer an Kirchen und Schulen in reiner Lehre und heiligem Leben erhalten; isar omisd Treue Arbeiter in deine Ernte senden; die Den Feinden deiner Wahrheit und des Guten wehren und sie bessern; Erhör uns gnädig, unser Gott! Des Landes Früchte fegnen und bewahren; Allen Schwangern und Ge bährerinnen mit Hülfe on erscheinen; jotaiolions Alle Betrübte und Leidende mit Troft erquicken; unschuldig Gefangene und Unterdrückte befreien; Alle Weisheit, Kraft und festen Muth verleihen, Uller Schwachen, Kranken mu und Elenden dich erbarmen; 19 Ullen Sterbenden des Todes Kampf verkürzen und gnädig sie vollenden; Erhör uns gnädig, unser Gott! Q Algnädiger! Algütiger! Um deiner Liebe willen, Um Jesu Christi willen, Erhöre uns! Und gieb uns deinen Frie997 den! Amen. Klopflock u. G. B. Funk. In Für besondere Zeiten In allgemeinen Nöthen. ( Mel. Wenn wir in höchsten. 642. Sehn wir nur Trüb: fal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann bleibt das unser Troft allein, daß wir uns dei ner Hülfe freun; wir fliehn zu dir, du treuer Gott, du einz': ger Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in un serm Schmerz, und flehn dich um Begnadigung, um unsers Elends Linderung. 4. Erbarmend, Bater, fagest du Dem, der dir trauet, Gnade zu durch Jesum; du verwirfft uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und rufen zu dir in der Noth. Ach, deine Bateraugen fehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre 3uversicht! Vergilt nach unsrer Schuld nns nicht; um Chrifti willen steh' uns bei, und mach' uns aller Plage frei! en d 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudenvollem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. [ 97.] P. Eber und C. F. Neander. und Veranlassungen. 439 Met. Wo soll ich fliehen. 643. Cs züchtigt deine Hand, o Höchster, unser Land. 3u deinem Vaterherzen steigt auf in Furcht und Schmerzen das heiße Flehn der Urmen: vernimm es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen fie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schul den. Du züchtigst, doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder! 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuvoll vor dir weinen, und laß es ihren Seelen nicht an Erquickung fehlen! 400) 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth; uns, die jetzt angstvoll fleben, las Trost und Rettung sehen! Verwandle, Herr, die Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen: ſo stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen. 7. Herr, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß fie 440 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. sie die Sichern schrecken, die thu' deine Baterhände, uns zu Schläfrigen erwecken und versorgen, auf. Uns helfen, Redlichfromme stärken, auf ist dir leicht; du kannst dem dein Gebot zu merken. iss Mangel wehren; in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich däucht. 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und, zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles dni Herz, damit sie gern ihr Brod hülflosen Brüdern brechen, und nicht mit Härte sprechen: » geht hin, euch helfe Gott.« 4. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun! Gib allen unsern Saaten, Gott, Wachsthum und Ge deihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: dann kehret reicher Segen zurück in unser Land. 5. Erhör' uns, Vater, kröne das Jahr mit deinem Gut; und unser Herz gewöhne zu still gelass'nem Muth. Lehr' es, sich deiner freun, zu dir Vertrauen haben, und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. auf dich und deine Treu'. Oft 6. Ullgütiger, wir hoffen hat uns Noth betroffen; doch standest du uns bei. Du hilfft, du rettest gern: so sei denn unser Leben vertrauensvoll ergeben dir, unserm Gott und Herrn! 8[ 86.] 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen, und uns zuletzt er freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. Dans 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. D sprich zu unsrer Seele: getroft! Dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden! fitbit 10. Schließt einst sich unser Lauf: dann flärt sich Alles auf; dann wird die Aussicht heiter; dann weint kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. [ 104.] Bruhn. In Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht. 644. Du bester Trost der Armen, du Herr der ganzen Welt, du, Vater, voll Erbarmen, der selbst den Wurm erhält, o sieh auf unsre Noth! Laß deine Hülf' erscheinen! Wir trauern, Herr, und wei nen; die Armuth seufzt um Brod. 2. Erbarmungsvoller, wende terZeiten schweren Lauf; P. F. Hiller u. Schlegel. Nach Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 441 erheben, stets mäßig bleiben im Genuß, der Wollust widerwas deine Hand so liebevoll streben; daß wir mit dem, uns zugewandt, auch Urme gern erfreuen. [ 22.] Küfter. Nach der Theurung. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 645. Du hast, o gnaden reicher Gott, in Theurung uns ernähret; im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret; und nun hat deine dan Segenshand von uns und Krieg. unserm Vaterland den Mangel abgewendet. 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstgeschrei der Armen; du, Vater der Barmherzigkeit, sabst auf sie voll Erbarmen! Groß war die Noth; groß unfre Schuld: doch größer noch war deine Huld und deiner Allmacht Stärke. 3. Auf! Laßt uns unserm Helfer Dank und Preis und Ehre geben; laßt mit vereintem Lobgefang uns Gottes Huld erheben! Der Herr erfüllt, was er verspricht: so lang' die Erde steht, soll's nicht an Saat und Ernte fehlen.«< 4. Wie schrecklich lehrte Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! Laß uns nur dich allein, o Gott, stets unfern Retter nennen. In Ullem lehr' auf dich uns schaun, dich findlich fürchten, dir vertraun, und deine Gas ben schätzen. 5. Verleib', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz Big Mel. Wer nur den lieben Gott. 646. Gott, ein furchtbar Kriegeswetter zieht über unser Haupt daher; doch bist so schreckt uns keines Feindes du unser Schuß und Retter: Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. dall 2. gib in diesen bangen auf dich zu sehn, und da, wo Tagen uns, Herr, den Sinn, Andre trostlos zagen, mit 3uversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nügt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir traun auf dich; verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Bater, und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor 442 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. vor Blutvergießen und vor Brand. 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härt're Prüfungen uns gut: so faffen wir, in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, daß du uns wieder wohlgethan. Du bist gerecht in deinen Schlüssen; dich bete dankbar Alles an! Und scheint auch deine Hülf' oft fern: doch hilfft du uns und rettest gern.# 1303 [ 99.] Borchward. Mel. Singen wir aus Herz. 647. Um Erbarmen fleben wir, Weltenherrscher, jetzt zu dir! Um Erbarmen flehn wir, Herr! Gnädiger, Ullmächtiger, hör und rette! Hilf uns, Gott! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod.de un a 2. Herr, wir beten vor dir an; du nur bist's, der helfen kann. Nicht auf Kriegsmacht troßen wir: unsre Hülfe steht bei dir. Eile, Gott, zu dem wir flehn, eil', uns mächtig beizustehn! Laß uns, Vater, nicht vergehn! 118 53 si 3. Du, der zu dem Meere spricht:» bis hieher, und weiter nicht!« sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Treu und Glaube, Fried' und Ruh' eilen uns von neuem zu. Unfre Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Uch, wir Alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir; jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! [ 80.] 3. A. Cramer. Friede. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 648. Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, ihm, der den Frieden schafft! Erhebt mit frohem Lobgesang die Wunder seiner Kraft! Wer ist, wie er, der so zu 2. Wer ist ihm gleich? rechter Zeit den Streitenden und ihrem Heer mit Macht zu ruhn gebeut? 3. Er, aller Welten Herrscher, Gott, vernahm des Jammers Flehn; er sah der Völker Angst und Noth, und half sie überstehn. 4. Kein Krieg, kein feindliches Geschoß droht mehr uns fürchterlich. Wo Menschenblut sich sonst ergoß, er gießt sein Segen sich. 5. Das Feld bringt Frucht zu rechter Zeit dem Landmann, der es baut; er sammelt ruhig und Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 443 Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. und erfreut, was er ihm anvertraut. 6. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Urbeit auf, und keine Furcht vor Feindeswuth stört der Geschäfte Lauf. 7. Ullgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu! Dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 8. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zu wahrer Dank barkeit, die dich durch from mes Leben preist, und stets sich deiner freut. 9. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn, und Ullem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht entgehn. 10. Daß Güte und Gerechtigkeit, daß Redlichkeit und Treu', vereinigt mit Zufrieden heit, im Lande herrschend sei. 11. Durch unsre ganze Lebenszeit leit' uns nach deinem Rath; und stets sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That! 12. Wir sehn, o Gott, auf deine Hand mit ruhigem Gemüth, und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. so fil ad [ 56.] Cramer u. anoscaid W. A. Teller. Mel. Lobe den Herren, den.d 649. Nahet anbetend dem Gnädigen, nahet, Beglückte! Singt ihm; er ist's, der den 2. Vater, du weißt es, was wir, deine Kinder, erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber, wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 5310 3. Hör', o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, du Liebe, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh', Freuden nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kinder einst kamen; fern ist die Noth. Segnend erhalt' uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. [ 55.] 3. I. Mayer. Mel. Herr Gott, dich loben w. 650. 3u dir, Unendlicher, zu dir, Allgütiger, der Völfern, still zu fein, gebot, und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten, hohen Lobgefang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedengeber, Gott! 2. Wer 444 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 2. Wer ist an Majestät dir gleich? Wer ist an Güt' und macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt! Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Ge: bot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwerdt und Waffen sich bedräun: die Waffen sinken, und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern, still zu sein, gebeut.nd inp 3. Wie schreckend, wie verheerend war emporter Völfer 3wift! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und Thränen folgten ihnen nach. 4. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, u gütiger! Er ist durch dich, der Erd' und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt. Das Schwerdt, das Bruder: blut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens fanfte Rub', und Ueberfluß und Segen zu, 5. Hier liegen wir, und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frie: den, deß wir jetzt uns freun; laß lang' in seinem Schooße nun uns, und noch unsre Nachwelt ruhn! du un 16. Aus deiner milden Fülle geuß Gedeihn herab auf unsern Fleiß. So lang' du uns noch wallen beißt im Pilgerthal, laß deinen Geist, den treuen Führer, mit uns sein. Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein. Amen. [ 30.] 137 3. G. Füller.d Bei Einweihung einer ada Kirche. Mel. Nun danfet Alle Gott. 651. Von heiligem Gefühl der Andacht tief durchdrungen, sei heute dir von uns Lob, Preis und Dank gefungen, da wir das erste mal in diesem Tempel dich, vereint, o guter Gott, anbeten feierlich. 2. O heiliges Geschäft, mit andern froh verbunden, anbetend dir zu nahn! D sel'ge Undachtsstunden! Auch unser Herz soll hier sich betend deiner freun; drum weihen wir dieß Haus zum Undachtshause ein. 3. Mit lautem Preisge sang dich ehrfurchtsvoll erbeben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! In diesem Tempel hier ertöne denn der Dank, den unser Herz dir weiht, im frohen Lobgesang! med ad' 3 4. Hier Für besondere Zeiten und Veranlasſungen. 445 Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dieß lehrt uns deiner Boten Mund: so wird dein Reich uns Ullen fund, uns fund der Weg zum Leben. nisig 2. Welch wicht'ges Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn, zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. 100 Laß 3. Gib ihnen deiner Weisheit Licht; stärk' ihres Geistes Gaben, die sie zu Undrer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben sein, ihr Leben fromm und heilig! 4. Un Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und keimt der Saame nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Unverdroffenheit und ohne Haß und Bitterkeit vor Sünd' und Lastern warnen. 5. Gib, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns unterweisen, daß sie, voll Geistes und voll Kraft, der Tugend Würde preisen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beiſpiels Licht auf deine Wege leite. 6. Laß sie den Frrenden zurück zu deinem Pfade führen, be= 4. Hier sollen wir den Sinn von Chrifti Lehren faffen, und zur Befolgung uns zur Treu' ermuntern lassen; hier strahlt dem Geifte Licht; hier quillt dem Herzen Rub'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 5. Hier wird mit Dank gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu fein, und tritt dann in den Bund erwachs'ner Christen ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern; er innern uns an Ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der heut'ge Tag ein Tag des Segens sein; und ſeiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. dg. 900 [ 65.] €. Dolz. Bei der Einführung christlicher Lehrer. Mel. Set Lob und Ehr' dem. 652. Dein ist das Licht, das uns erhellt; von dir das Umt der Lehrer. Gott, welch 446 Für besondere Seiten und Beranlassungen. besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihnrühren. Laß sie geduldig und gelind, nicht stolz, nicht hart sein, stets gesinnt, wie's Christi Dienern ziemet. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott: o dann laß sie mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Du fandtest sie; sie ehren dich. Umsonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr, sie auch 3. schon hier! Dein Segen sei mit ihnen, wenn sie uneigennüßig dir und ihren Brüdern dienen! Laß sie mit Vorfaß nie betrübt, von allen Redlichen geliebt, geschätzt von Allen werden. 9. Und wenn sie, ihrem Rufe treu, durch deines Geistes Gaben, Gott, aus der Sünden Sclaverei gerettet Viele haben: so laß sie einst mit Zuversicht vor deinem heil'gen Ungesicht sich deines Lohnes freuen! [ 22.] 3. A. Cramer. Am Gedächtnißtage der Reformation und des Westphälischen Friedens. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 653. Vor dir, Herr, denken wir erfreut an unsrer Väter Glauben! Der Feind erhob sich kühn zum Streit, dein 30 Wort der Welt zu rauben: fie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Ullmächtiger, durch dich; sie kämpften und sie siegten! 2. Dein Wort war ihnen Schwerdt und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang' war's, in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: fie brachten's wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht; sie sangen heldenmüthig: ned In eigener Melodie. » Eine feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alte böſe Feind, mit Ernst er's jetzt meint; große Macht und viel List seine grausame Rüstung ist, auf Erd'n ist nicht seins gleichen.«<, 4.» Mit unsrer Macht ist nichts gethan; wir sind gar bald verloren: es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du: wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr, Herr Sebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten.« 5.» Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollten uns verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; es foll uns doch gelingen! Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich bise: 100 m 5 stellt, Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 447 Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Überglaube floh; es wich die düstre Nacht; das Evangelium ward an das Licht gebracht. stellt, thut er uns doch nichts, das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fällen.«< 6.» Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank darzu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n fie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin! Sie haben's tein'n Gewinn; das Reich Gottes muß uns bleiben.<< Mel. Nun danket Alle Gott. 7. So fangen sie: und weit erschollen ihre Lieder; die XIII. Für häusliche Morgenlied. Mel. Aus meines Herzens. 654. Aumächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir! Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß; und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, der aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in Todes: schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dieß dank' ich deiner Macht und deiner Batertreue; durch sie bin ich auf's neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüber meiner Seele, ich traue freudig dir; nicht, was ich mir erwähle, dein heit siegt! Gott war mit ihren 8. Triumph! Die WahrStreitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! Die ihr sie erfennt, und dankbar sie verehrt, auf! Haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! 17. 22. 65. Luther, Pfranger u. Mayer. Andacht und Erbauung. Rath gescheh' an mir! Gib, was mir heilsam ist; und wenn ich Schwacher wante: so stärk' mich der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn: helf' er mein Herz bewahren; belf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke, Herr, die Meinen nach deiner Gütigkeit; und wo Bedrängte weinen, wend' ihrer Herzen Leid. Du willst ja gern erfreun; eilst, Allen beizustehen; so laß auch dieß mein Flehen dir wohlgefällig sein. 6. Gott, Für häusliche Undacht und Erbauung. 448 6. Gott, dem ich angehöre, dein Segen ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir! Dein darf mein Herz sich freun; nichts ist, wovor ich bebe! Ich sterbe oder lebe: so bin und bleib' ich dein! [ 8.] C. F. Neander. Mel. Ich dank' dir schon durch. 655. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang: lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer hält Gefahren schirmend auf, die mich im Schlaf umgeben? Wer leitet meines Blutes Lauf, und wer erhält mein Leben? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag' und seinem Licht, uns wieder zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, der mir's jetzt neu gegeben! 6. Gelobet seist du, Gott der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich, nach einer fanften Nacht, mich dieses Tages freue! in 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du, o Herr, mich thun nach deinem Wohl nasol gefallen! ons in 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, voll Glauben, Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. Al 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe; gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nicht Fleiß, noch Mühe scheue; mich gern bei Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. us du 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge nieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. [ 42.] Gellert. Mel. Wie schön leuch't uns. 656. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der heil'gen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ja, Schöpfer und Erhalter, dir will ich, voll frommer Dankbegier, Preis und Anbetung bringen! Dankbar fühl ich misdadim zimi jest Für häusliche Andacht und Erbauung. 449 jetzt auf's neue deine Treue hoff' ich! Herr, ich werde mich und erhebe dich, durch den ich der Erde gern entschwingen, bin und lebe! dir dort ewig Lob zu singen. [ 100.] C. F. Neander. Mel. Dir, dir, Jehovah! will. 657. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben, du warst mein Schutz und Schirm in dieſer Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben; durch deine Huld bin ich gefund erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüthe fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll deinem Dienst geheiligt sein! 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treulich thun, was dir, mein Gott, gefällt, gewissenhaft in allem handeln, und standhaft fliehn die Lockungen der Welt: auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sei ein Gewinn mir für die Ewigkeit! 4. Auch heute gib mir, was mir nüßet; vor Allem aber ein zufried'nes Herz, das sich auf deine Vorsicht stützet, und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zu meinem Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. Ff 5. In 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? 3u meinem Leben festest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe, Gott, mein Mund, so lang' ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, gleich dieser Nacht, auf immer von mir fliehe; daß ich, die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nugen, mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ: o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig fei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Frrender! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten.. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich 450 Für häusliche Undacht und Erbauung. 5. In diesem kindlichen Schwachheit auf, bis ich vollVertrauen will ich getrost an ende meinen Lauf! meine Arbeit gehn; auf deinen Beistand will ich bauen, und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß mit Ehren an. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! Dieß wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß! Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles steht in deiner Hand. 7. Die Blumen kleidest du mit Pracht; du nährst den Bogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; denn du, mein Bater, sorgst für mich! [ 16.] Diterich. Mel. Warum betrübst du dich. 658. Dir, der das Licht entstehen hieß, und mich gefund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heiterkeit sei dir zuerst, mein Gott, geweiht! 2. Gefund bin ich erwacht durch dich! Dein gnäd'ges Aufsehn schützte mich im Schlummer dieser Nacht. Gleich einem Todten, lag ich hier: daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang ich heute wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Bater, bet' ich findlich an; ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, mein Erbarmer, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geift zur Uebung meiner Pflicht! Er helfe meiner [ 89.] C. F. Neander. Mel. Nun sich die Nacht geendet. 659. Nun ist es Tag! Mit frohem Dank erwach' ich von der Ruh'. Herr, höre meinen Lobgefang! Mein erst Gefühl bist du. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Muth; vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruhr! 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die erneute Kraft; du, Bater, du hast beides mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehm's aus deinen Händen hin mit froher Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sei ewig dir ge weiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich; dein soll mein Herz sich freun! Olehre, Gott, Für häusliche Andacht und Erbauung. 451 Gott, mein Vater, mich, von uns Ullen jetzt dir froher fromm und getreu dir sein! [ 59.] Dank gesungen! Du schütztest uns vor Schmerz, vor Undie Ruh' der Nacht und uns glück und Gefahr, daß sanft erquickend war. Sturm. Mel. Religion, von Gott geg. 660. Mein Gott, durch deine große Güte seh' ich auf's neu' des Tages Licht. Mit freudig dankendem Gemüthe preis ich dich, meine Zuverficht, daß gnädig auch in die ser Nacht dein Vaterauge mich bewacht. 2. Ich lag und schlief in sicherm Frieden; denn deine Rechte schützte mich. Erquickung fandtest du mir Müden, und meine Kräfte stärkten fich. Verjüngt erwachet jetzt mein Geift, der, Bater, dich lobsingend preist. 3. Auch heute will ich vor dir wandeln, der allenthalben mich umgiebt. Rechtschaffen will ich vor dir handeln, vor dir, der nur, was recht ist, liebt. stärke mich dazu mit Kraft! Du bist's, der das Vollbringen schafft. [ 76.] Mel. Nun danket Alle Gott. 661. Die stille Nacht entfloh; die Sonne kehret wieder, und was auf Erden wohnt, fingt dir des Dankes Lieder; dir, der du Berg und Thal mit deinem Thau erquickst, und auch die Lebenden durch fanften Schlaf beglückst. 2. Von deiner Baterhuld, Allgütiger, durchdrungen, sei and tim 3. Laß keinen Tag entfliehn, den wir dir, Herr, nicht weihen! Laß täglich gute Saat für Menschenwohl uns streuen! Steh' uns mit deiner daß dieser Tag uns froh und Kraft, o Gott, auch heute bei, dir geheiligt sei! [ 65.] 3309 01 Mel. Religion, von Gott geg. 662. Boll Dank an diesem neuen Morgen, blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf für mich zu sorgen, mein Schuß zu sein in jeder Noth; du schüßtest mich auch diese Nacht: durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank' ich für Stärkung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein, und Kraft zum Guten mir verleihn! Hartmann und Niemeyer. 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht;& fie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und Ff2 mich 452 Für häusliche Undacht und Erbauung. mich erfreut des neuen Tages Herz! Soll meine Lebenszeit Heiterkeit. kurz oder lang hier währen: stets sei es dir zu Ehren und mir zur Seligkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, durch Sünde keine zu entweihn! Entzieh' zur Uebung meiner Pflicht, Herr, deinen Beistand mir nur nicht. 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu, und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! [ 76.] C. G. L. Meister. Mel. Aus meines Herzens Gr. 663. 3u neuen Lebenssorgen, zu neuer Lebenspflicht weckt mich der neue Morgen; allein ich zage nicht. Des guten Vaters Treu', die mich im Schlaf bedeckte, daß mich kein Unfall schreckte, wird über mir auch neu. 2. D leite, Gott der Gnade, auch heute mich, dein Kind, und hilf mir gehn die Pfade, die dir gefällig sind. Gib mir Gelegenheit, viel Gutes auszurichten; auch zu den schwerften Pflichten gib Lust und Thätigkeit. 3. Willst du mir Leiden schicken: so lindre meinen Schmerz! Soll mich ein Gut beglücken: so gieb ein dankbar [ 8.] Frau v. d. Recke. Mel. Valet will ich dir geben. 664. Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unfre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab' und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver schwunden, der Wallfahrt kurze Zeit: doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. süßer, hoher Glaube, vom Tod' einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Stau be: mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoff nung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel als Für häusliche Undacht und Erbauung. 453 Tempel Gottes werden, ganz zum Himmel weise, und dich, ihm geheiligt sein! Herr des Todes, preife! [ 26.] Klopflock. 5. Getroft, mein Geist! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah'! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. [ 83.] G. B. Funk. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 665. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und, befreit von allem Kummer, je nen schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träumen gleich, entfliehn die Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebenszeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heut' bin ich erwacht; Dank sei deiner Huld und Macht! Laß, Herr, heilig und im Segen diesen Tag zurück mich legen. 3. Laß mich nicht untröstbar zittern, wenn mein letzter Tag erscheint; nicht Verzweiflung mich erschüttern, wenn mein Freund nun um mich weint! Lindre dann des Todes Pein! Laß mein End' ihm lehrreich sein, daß ich ihn Morgenlieder für Leidende und Kranke. Mel. Wer nur den lieben Gott. 666. Der Morgen kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenpilgerschaft vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. der Erde, wo Schmerz und 2. Noch immer bin ich auf Kummer mich umringt; wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. beizustehen; verlaß mich, o 3. Herr, eile doch, mir mein Helfer, nicht, und neige zu mir, auf mein Flehen, dein väterliches Angesicht. Gib mir Geduld, und bei dem Schmerz ein stilles, dir ergebnes Herz. mir verborgen, das diesen Tag 4. Noch ist das Schicksal mich treffen soll: doch laß ich dich, o Bater, sorgen! Du kennst und willst mein wahres Wohl; und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen: so halt' ich deiner Fügung still. In dir zu= 454 Für häusliche Andacht und Erbauung. zufrieden, will ich sagen: es mir nach deinem Himmel gehe mir, wie Gott es will! leichter. Ich will auch unter Schmerz und Pein geduldig und voll Hoffnung sein. 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Ende doch herbei: dann ist das Leiden überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wenn Alles um mich weinet. Ich bin getrost; wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht; stärk' ihre bangen Herzen; erfülle sie mit Zuversicht, und lindre ihre Schmerzen. Ja, dir empfehl' ich sie, o Herr, sei du ihr Schuß, Ullgütiger, und trockne ihre Thränen. 5. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, geh' ich getrost der Leiden Pfad. Nichts soll mir diese Hoffnung rauben; auch dann nicht, wenn der Tod sich naht. Vielleicht noch heut' erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. [ 99.] Sturm. Mel. Wenn mein Stündlein. 667. Nach einer schmerzensvollen Nacht seh' ich den Morgen wieder. Dir dank' ich, Gott, der mich bewacht; dich preisen meine Lieder! In großer Angst verliehst du mir nicht Lind'rung nur: du schenktest mir auch Trost, Geduld und Fassung. id 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Krankheit Leiden. Zu dir er bebet sich mein Herz, du Geber aller Freuden! Durch Leiden ziehst du mich zu dir, und machst durch sie das Streben = 105 Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, Ge duld und Hoffnung wirket. [ 96.] Frau v. d. Recke. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten. 668. Dir dank' ich für mein Leben Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich geleitet bis Für häusliche Undacht und Erbauung. 455 bis diesen Augenblick. Du ich deine Macht, daß du mich. gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du oft in Glück. auch dir zur Ehre haft an's Licht der Welt gebracht. Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben: da wogst du schon mein Theil fchon mein mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er ist's, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft: dieß Alles, Vater, dank' ich dir. 7. Was mir in diesem Le ben noch nützt, wirst du mir geben; du gibst's! Ich hoff' auf dich. Dir, Bater, die befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich. Od [ 49.] Gellert u. Diterich. Mel. Alle Menschen müssen ft. 669. Schöpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm' 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausge= ziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt! Für die treue Baterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, ſei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein ausgewählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen: weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merktest du mein Sebnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Er Für häusliche Undacht und Erbauung. 456 Erbarmen überströmtest du mich Urmen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Her zensdank von mir! 6. was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir, opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Laß mich fromm und christlich enden, Bater, meinen Lebenslauf! Führe, wie mit Baterhänden, mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserkornen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! [ 4.] Joh. Fried. Daneil. Tischlieder. Mel. Herzliebster Jefu, was h. 670. Auf dich, o Vater, schauen unsre Blicke, daß deine Hand uns väterlich erquicke. Du siehst auf uns, und gibst uns unsre Speisen, daß wir dich preisen. 2. Du öffnest deine milde Hand uns Ullen, und nährst und stärkest uns mit Wohlgefallen. Wann flehte je zu dir, o Herr des Lebens, dein Kind vergebens? 3. Wir wollen deine Ga ben fromm genießen, durch Dank und Mäßigkeit sie uns versüßen. Dann strömt, o Gott, auch ferner noch dein Segen uns hier entgegen. [ 38.] 3. A. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 671. Gott, was des Lebens Kräfte nährt, wird uns durch Fruchtbarkeit, durch Kraft zum Fleiß von dir gewährt. Wir danken's dir erfreut! 2. Gib von den Früchten dieser Welt uns, Herr, ein nöthig Theil; und wenn dir unser Fleiß gefällt: so schenk' ihm Glück und Heil! 3. Durch deinen Segen haben wir für heute unser Brod. Wir nehmen's hin und danken dir, du gnadenreicher Gott. 4. Laß stets uns mäßig im Genuß, vernünftig froh uns sein; und, schenkest du uns Ueberfluß, den Dürftigen erfreun. [ 56.] Feddersen u. Basedow. Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 672. Du schenkst uns, Gott, so väterlich jetzt Speis und Trank, wir preisen dich; denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh, deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir! O laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar sein! [ 32.] Sturm. ' mdi gidust 0709 Mel. Für häusliche Andacht und Erbauung. 457 Mel. Gott sei Dank in aller. 2. Laß nie gefühllos uns, 673. Bringt dem milden Herr, deine Huld verkennen; Vater Dank! Unser froher Lobgefang rühme Den, den Alles preist, der uns segnet, tränkt und speist! von wahrer Dankbarkeit lag unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam dir; mach' im Beruf uns treu, daß unser Wandel dir stets wohlgefällig sei! 2. Gott zu loben, säumet nicht! Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt. 3. Schauet dankvoll um euch her! Gott erfüllet Land und Meer; willig wächst, auf fein Gebot, aus der Erde Wein und Brod. ale 3. Wenn deine Lieb' uns schon auf Erden so beglücket: wie wird uns sein, wenn einst dein Himmel uns entzücket? Führ'uns dahin, und laß uns, Herr, dein Untlitz sehn. Dann wird dich unser Dank dort würdiger erhöhn. [ 65.] 3. A. Cramer. 4. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, gab auch jetzt uns Speif' und Trank: lobet ihn und singt ihm Dank! 5. Innig danken wollen wir, guter, milder Bater, dir; dir zu dienen, stets uns freun, und zur Arbeit willig sein. 6. Aller Segen kommt vom Herrn! Liebt ihn, und gehorcht ihm gern, bis einst in der Ewigkeit größrer Segen uns erfreut. [ 29.] Nic. Selnecker u. Eramer. Mel. Nun danket Alle Gott. 674. Wir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jetzt von dir empfangen haben! Gesundbeit gibst du uns und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth und dort die Seligkeit. ster Abendlieder. Mel. In allen meinen Thaten. 675. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, die du auch heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Ge müthe freu' ich mich deiner Güte, lobsing' ich, Bater, dir! Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Rub' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen; im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens ſehn! 4. Ich Für häusliche Undacht und Erbauung. 458 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geift! [ 49.] Gellert. Mel. Herzliebster Jesu, was. 676. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden! Noch haben wir des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh' und Arbeit zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! Wer kann sie zählen? uch 3. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden; noch immer läßt er uns Erbarmen finden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Uns wohlzuthun, ist, Vater, dein Vergnügen. Du schüßest uns, auch wenn wir bülflos liegen, und, wie entseelt, umhüllt von Finster: nissen, von uns nichts wissen. 5. Wär' dieß für uns der letzte Tag auf Erden; soll uns der Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum höhern Leben. 6. Wir legen uns getrost zur Ruhe nieder; und sehn wir morgen deine Sonne wieder: dann preisen wir mit freudigem Gemüthe, Gott, deine Güte. [ 38.] C. F. Neander. Mel. O Traurigkeit! o Herzel. 677. In stiller Pracht er scheint die Nacht, mein Tagewerk zu schließen. O wie sehnt sich nun mein Leib, Ruhe zu genießen! 2. Doch sieh' zuvor, mein Geist, empor zu Dem, der für uns wachet, unsre Lebenstage zählt, und sie heiter machet. 3. D Dank dir, Gott! In jeder Noth, in Ungst, Gefahr und Plagen half dein Urm mir väterlich meine Bürde tragen. 4. Auch halfst du mir- ich dank' es dir!- so liebreich meine Pflichten, zwar im Schweiß des Ungesichts, dennoch treu, verrichten. 5. Mir schicktest du auch Freuden zu auf meinem Pil gerpfade. Herr, ich bin viel zu gering aller deiner Gnade. 6. Auch diese Nacht wird deine Macht mich väterlich behüten. Du thust mehr, als wir Für häusliche Andacht und Erbauung. wir verstehn; mehr noch, als wir bitten. 7. Schließt einst der Tod des Lebens Noth, und allen meinen Rummer: o bann komm' auch er so sanft, wie ein süßer Schlummer! [ 73.] Frau v. d. Recke. Mel. Ewigkeit, du Donn. 678. So hab' ich, Gott, durch deine Macht, nun wie: der einen Tag vollbracht; sei hoch dafür gepriesen! Mit froher Rührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun! 2. Auch des verfloss'nen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung still zu ruhn, und deinen Willen gern zu thun, nicht mir, nur dir zu leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' du auch in die ser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich: so stärken meine Kräfte sich; so rub' ich ganz im Frieden; erwache froh, zu neuem Dank, zu neuem Preis und Lobgesang. [ 70.] Diterich. Mel. In allen meinen Thaten. 679. Die stillen Abendstunden, wie schnell sind sie 081 459 verschwunden in häuslich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder, und drückt uns Allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O laßt uns ihn erwägen, den unverbienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! 3. Du hast, o Gott voll Gnade, auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Gor= gen; denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit! [ 49.] Bürde. Mel. Wenn mein Stündlein. 680. Hin ist für uns der Sonne Pracht; geschmückt durch Sternenheere, erscheint in ihrem Glanz die Nacht und predigt Gottes Ehre; fie predigt laut die Herrlichkeit des Herrschers über Welt und Zeit, durch den wir sind und leben. 2. Matt und ermüdet sehnen sich nach Ruhe meine Glieder; mein Auge finkt: ich lege mich getroft zur Ruhe nieder. Bewußtlos schlummr' ich: 460 Für häusliche Undacht und Erbauung. ich: aber du wachst, Vater, ret? Hat mich im Stillen daß ich sicher ruh', daß mich oft ein Blick auf Gott gerühkein Unfall treffe. ret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Gedacht' ich im Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Berehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 3. du, der im Unend: lichen der Welten Schaaren lenket, und doch des armen Sterblichen in seinem Schlaf gedenket, o blick' auf mich, der zu dir fleht; erhör' mein kindliches Gebet, daß ich in Frie: den schlummre! [ 96.] Frau v. d. Recke. Mel. O Gott, du frommer. 681. Der Tag ist wieder hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verlebt? Entflob' er nicht vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, fromm, züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu ſein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt; und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen ſahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eignes Herz regie: 6. Wie nützt ich für mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und sprach mein Mund kein Wort, das ich bereuen soll? 7. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 8. Gott, der du Alles weißt, du, dem ich nichts ver hehle, ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seele. Vergib dem Reuigen die oft verletzte Pflicht; vergib und geh', o Herr, mit mir nicht in's Gericht! 9. Ja, Für häusliche Undacht und Erbauung. 461 9. Ja, du verzeiheft Dem, größte Schuld vergeben Deden feine Sünden kränken; und wirst, Barmherziger, nicht meiner Schuld gedenken. Auch wenn ich schlafe, wacht dein Auge über mir; leb' ich, fo leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! nen, die dich suchen, Gott! Ach, ich komm' und suche dich; Herr, mein Gott, erhöre mich: laß vor dir mich Gnade finden, und vergib mir meine Sünden! 5. Leb' ich morgen: ach, fo leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an! Gib zu meiner Pilgerschaft deinen Schutz und deine Kraft; fröhlich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. [ 4.] F. Frank u. Sturm. Mel. Nun sich der Tag geend. 683. So fliehen unfre Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht! [ 71.] Gellert. Mel. Alle Menschen müssen ft. 682. Wacht und Stille schließen wieder unfre müden Augen zu; die von Urbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Ruh. O mein Geist, vergiß du nicht deines Gottes, deiner Pflicht, dich zu ihm noch zu erheben, seinem Schutz dich zu ergeben! 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele! Nühtest du auch deine Zeit? Wärst du, wenn er dir beföhle, vor Gericht zu gehn, bereit? Uch, erwäg' es still vor Gott; denk' an ihn und an den Tod! Heilige auf's neu' dein Leben ganz dem Gott, der dir's gegeben! 3. Reuig muß ich es gestehen: oft vergaß ich meine Pflicht! Ach, du hast es, Gott, gesehen; schone meiner, richte nicht! Mein Vertrauen gründet sich, Ullbarmherziger, auf dich, der du auch die Sünder liebeft, lieber wohlthust, als betrübest! 4. Richter über Tod und Leben, du willst nicht des Sünders Tod; willst die 4. Hab' ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott: so fürcht' ich nichts in der Natur; so scheu' ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld; mit Reue fühl' ich fie: 462 fie: doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! Für häusliche Andacht und Erbauung. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Ullmacht bin; ich trau' allein auf dich! 7. Ist dies vielleicht die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit: so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 8. Ich lebe dir, ich sterbe dir; dein bin ich auch im Tod! Du, Gott, mein Vater, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth! [ 59.] Herzog u. C. F. Neander. Mel. Alle Menschen müffen ft. 684. Gott der Tage, Gott der Nächte, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Bater, viele Menschen weinen, viele Kranke schmachten jetzt! Aber du verläsfest Keinen, der auf dich Vertrauen setzt; trocknest liebreich Kummerthränen, und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lind'rung flehn, und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Bater, Muth den Schwachen, Licht in jedes trübe Herz! Ullen, die bekümmert wachen, wachen, mildre 257 freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Baisen deine Huld und Treue preifen! Gib den Kranken sanfte Rub! Sterbenden sprich Tröstung zu! 4. Ddu treuer Menschenhüter, Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! Lavater. Jugend. Mel. Die Tugend wird durch's. 685. Wohl dem, der seines Lebens Morgen ganz seinem Herrn und Schöpfer weiht, beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewig keit! Er wird die wilde Luft der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Tugend hohe Bahn, mit festen Schritten, immer weiter, und blickt getroft zu Gott hinan. Auch wenn Berführer ihn um geben, besiegt er sie durch Wachsamkeit; ermüdet nie in feinem Streben nach Unschuld und Vollkommenheit. 3. Wie Für häusliche Undacht und Erbauung. 463 mein Geift bemüht! 3. Wie freudenreich sind des Lebens! Um Weisheit sei seine Tage! Wie fanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage; ihn reut nicht die Vergangenheit. Er fä't den Samen jeder Tugend, und freuet sich der Ernte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm des Alters Lohn. [ 15.] C. G. L. Meister. Mel. In allen meinen Thaten. 686. Jesu, Vorbild from: mer Jugend, höchstes Muster aller Tugend, bilde du mein Herz nach dir! Immer mehr dir gleich zu werden, ist mein höchstes Ziel auf Erden, ist der Weg zum Himmel mir. 2. Gottes, deines Vaters, Willen warst du eifrig, zu erfüllen, warst den Eltern unter than. Lehr' auch mich, Gott findlich ehren, und der Eltern Freude mehren! Führe mich auf ebner Bahn! 3. Auf der Weisheit hellem Pfade gingst du stets, und . Gottes Gnade und der Menschen Huld mit dir. Ich auch will, was gut ist, lernen, und von Thorheit mich entfernen; eifrig will ich's, hilf du mir! [ 6.] Mel. In allen meinen Thaten. 687. Wie wichtig sind die Tage, wo, fern von Schmerz und Klage, noch meine Jugend blüht! Entfleuch mir nicht vergebens, du schönste Zeit 2. Früh will ich Samen streuen, mein Herz dir, Gott, ganz weihen, und wandeln deine Bahn, damit ich ohne Klage auf meiner Jugend Tage zurück einst freudig blicken kann. [ 49.] C. G. Göz u. Reche. Jüngling. Mel. Ermuntre dich, mein. 6SS. Ich trete vor dein Ungesicht, du, Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst befannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge! 3. 3um Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt, und jeden Trieb zum Laster nährt:- laß nie zu - diesen Für häusliche Undacht und Erbauung. Jungfrau. Mel. Ermuntre dich, mein. 689. Ich will in stiller Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir fie kömmt von Kraft, dir,-und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Treue zu erfüllen. 464 diesen Sünden sich Neigung in mir finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn: so laß mich weislich fliehen. Ihr Bei spiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und seiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht, zu deiner Ehre, geweiht der Tugend wäre! 6. Auch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht umsonst sein, segne sie; durch mich auch laß auf Erden dein Werk gefördert werden! 7. Erhöre gnädig mein Gebet, du Führer meiner Jugend; erhör' es! Meine Seele fleht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir: nie weiche, Gott, dein Geist von mir, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge. [ 20.] Münter. - 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: wohl mir, wenn ich dich liebe! O mache mich dir gleich gefinnt, und heil'ge meine Triebe! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen. 3. Vor stolzer Selbst gefälligkeit bewahre mich die Tugend! Wie kurz, wie flüchtig ist die Zeit der Schönheit und der Jugend! Was nügen ohne Tugend fie? Drum sollen, Goit, an ihnen nie mit thöricht eitlen Freuden sich meine Blicke weiden. 4. Sucht, zu gefallen, müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht, und meine Ruh' zerstören. Ge fuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Für häusliche Andacht und Erbauung. 465 5. Wenn Umgang mir 2. Uns Ulle, die hier flehn, Verführung droht: so lehre verbindet des Blutes und der mich, ihn meiden, und lenke Freundschaft Band; und unstets mein Herz, o Gott, zu ser Herz, o Gott, empfindet reinen, edlen Freuden. Die die milde Leitung deiner Hand, Unschuld sei mein liebster und preist dich, großer MenRuhm; ein guter Ruf mein schenfreund, der uns durch Eigenthum, den Jeder gern dieses Band vereint. mir gönne, den Niemand lästern könne! imbing 10 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Luft und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin. 4. Wohl Dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Eltern Beispiel rührt, und auf den Weg zum Heile führt! 6. Laß edle Freundinnen in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden. Laß unfre Liebe sanft und rein, laß herzlich unsern Umgang sein, daß nie sich unfre Seelen durch Neid und Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Ich opfere dir lebenslang der Unschuld und der Tugend Dank, bis du zum höhern Le: ben dereinst mich wirst erheben. [ 20.] 3. A. Cramer. bid Häuslicher Umgang. Mel. Wer nur den lieben Gott. 690. Im Stillen wollen wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, und Bittenden, was sie begehren, wenn's ihnen nüket, willig giebt. Schon oft hat uns, auch unbemerkt, Gebet zum Tugendfleiß gestärkt. 5. Wohl Denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen das, was er soll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siz des Segens weiht! 6. Den Frommen, die dich findlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgfam deinen Lehren, und traun auf dich, und finden Ruh'; sie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 2012 AU S g 7. 3war 466 Für häusliche Undacht und Erbauung. 7. 3war wird auch oft der unsers Thuns dich an! Laß Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt. Oft muß Die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Buth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt. Du wirst und kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden fie zur Wonne bringt. 9. Drum mag des Todes Urm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unfern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. [ 99.] Eschenburg. Chestand. Mel. Wer nur den lieben Gott. 691. Du bist der Stifter unsrer Freuden, Gott, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glück, so wie im Leiden, zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck fein! 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen; nimm gnädig Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn, und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück, und dir zum Preis. in this da 3. Verleih' uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die voll Zärtlichkeit durch Sinn und Wort und That erfreut. 4. Kein Theil verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff' auch dem Undern Heiterkeit! 5. Laß uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. [ 99.] 3. A. Cramer. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 692. Die Ehe soll uns heilig sein; du Schöpfer settest selbft sie ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. 2. Wie Für häusliche Undacht und Erbauung. 2. Wie glücklich lebt ein Pflicht vereinigt abzulegen. frommer Mann, wenn er Die liebt und ehren kann, die Gott ihm außersehen! Wie glück lich lebt an seiner Hand die Gattin, die ihm Gott gesandt, ihm hülfreich beizustehen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 3. Gott, der du uns verbunden hast, erleichtre uns des Lebens Last, und laß sie still uns tragen! Ein Herz, das kindlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzwei felnd klagen. 4. Gib unsern Seelen Einigkeit, daß, wie im Glück, uns auch im Leid Zufriedenheit nie fehle. Laß nie uns unfern Bund entweihn; laß treu uns, redlich, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! le 5. Lent' unsern Sinn von eitlem Schein auf Freuden, die uns nie gereun, auf Freuden ächter Tugend. Selbst unser spätes Alter sei von drückenden Beschwerden frei, und heiter, wie die Jugend! [ 53.] Gerhard u. Schlegel. in 021 467 Bei Trauungen. Mel. Wie schön leucht't uns. 693. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund geweiht; o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der 2. du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns nieberblickft auf allen unsern Wegen, Herr, lehre sie sich deiner freun, geschäftig, treu und friedsam sein; und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Bater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben, und vereint den Himmel erben! [ 100.] Eschenburg. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 694. Geht hin! Der Gott der Einigkeit hat unser Flehn erhört! Geht hin, und macht durch Frömmigkeit Euch seines Segens werth! 2. Ihm heiligt nun Beruf und Stand! Ihm heiligt Euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme- schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlaufer, der euch hier vereinigt hat, in ſeinen Himmel auf! [ 56.] Eschenburg. Mel. Wie schön leucht't uns. 695. Du, der allmächtig segnen kann, wir flehn, o Gott, für Sie dich an, die jetzt vom Altar treten. Von dir gefegnet sei der Bund, den feierlich ihr Herz und Mund g2 be= Für häusliche Undacht und Erbauung. 468 befchwur! Erhör' ihr Beten! Segne gnädig, die auf deine Huld und Güte kindlich schauen, ganz auf dich, o Bater, trauen! 2. Der du die Deinen ewig liebst, und, was uns gut ist, huldreich gibst, schenk' ihnen viel der Freuden! Und sendest du des Lebens Müh' auch ihnen einst: dann stärke sie dein Beistand selbst im Leiden! Höre gnädig unser Flehen, und gib ihnen schon hienieden, und einst ewig, deinen Frieden! [ 100.] G. B. Funk. Bei einer Taufhandlung. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 696. Willkommen! rufen wir dir zu, geliebtes Kind; willkommen! Mit warmer Zärtlichkeit seist du von Christen aufgenommen! Des Lebens Gabe ward auch dir, und, Mensch geboren, so, wie wir, bist du, wie wir, un sterblich. 2. Empfang' im Reich der Sittlichkeit, empfang' auf Jefu Wegen, du Zögling der Unsterblichkeit, der Menschheit frommen Segen! finde O hier auf deinem Pfad getreue Liebe, Troft und Rath und Lehre, bis an's Ende! 3. Es gehe, wie dein Gott es fügt! Ist Wenig dir beschieden: so sei bei Wenigem vergnügt, bei kleinem Gut ufrieden! Und trifft dich Leiden: Gott ist gut! Du bist unsterblich: habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe! 4. Du mögest dich des Lebens freun! Es ist ein Menschenleben. Und soll dein Geist, zum höhern Sein gebildet, einst sich heben: fo sinke, wenn dein Gott dich ruft, so sanft und ruhig in die Gruft, wie in den Arm der Mutter! [ 22.] G. W. C. Starte. Vor der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege. 697. Beglücke meine Reife, Gott, ich vertraue dir! Sei gnädig, und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite väter: lich mit deinem Heil und Se gen, mit deinem Schuhe mich. 2. Ich bin in deinen Händen: deß darf mein Herz fich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Ge fahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden: so fürcht' ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, und hilfft mir in der Noth. 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe überge: ben, Gott, deiner Vaterhut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Für häusliche Undacht und Erbauung. 469 ENDIC Pflicht Geschäfte, zu deinem dir führen! Wo Hülfe noth Ruhm und Preis. ist, bilf du mir; dein Geist muss mich regieren! Und end' ich diese Pilgerzeit: so laß mich in der Ewigkeit mein hohes Ziel erreichen! 4. Las dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müffe sie betrüben, kein Unfall, teine Noth! Sehn wir uns fröhlich wieder in Glück und Wohlergehn: dann werden unsre Lieder, Gott, deinen Ruhm erhöhn. Gesenius u. Diterich. [ 10.] Heeren u. Diterich. Mel. Herr, wie du wills, so. 698. Sei du, o mein getreuer Gott, mit mir auf meiner Reise; bewahr' mich vor Gefahr und Noth, damit ich froh dich preise. Herr, Leib und Seel' empfehl ich dir, Gut, Ehr' und Alles, was du mir in dieser Welt gegeben. 2. Du, bester Führer, Gott, verleih', daß ich stets christlich wandle, stets fromm, getroft und weise sei, nie kühn, nie strafbar handle. Erleuchte du selbst meinen Pfad; gib Segen, Muth, Verstand und Rath zu meinem Thun und Laffen. 3. Führ' mich gesund, zur rechten Zeit, zu den geliebten Meinen. Erhalt und schüße fie vor Leid; sie find ja, Herr, die Deinen. O, laß sie dir empfohlen sein, daß wir vor dir uns dankbar freun, wenn wir uns wieder sehen! 4. Laß mich mein Pilgerleben hier in Ehrfurcht vor [ 39.] 570 Nach der Reise. mis Mel. Wer nur den lieben Gott. 699. Dank dir, Erhalter meines Lebens! Du hast mich froh zurück gebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; mich schützte gnädig deine Macht. Dir, dir, o Herr, gebührt mein Dank; dich preise fröhlich mein Gefang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Vatergüte freun, mit ihnen mein Gebet vereinen, dir meines Dankes Opfer weihn. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; du schüßtest, du beglücktest mich. 3. Sei ewiglich von mir gepriesen! Wie viel des Guten hast du mir auch jetzt von Neuem, Gott, erwiesen! Mein schwaches Lob gefalle dir! Auch künftig will ich dir vertraun, und stets auf deine Hülfe schaun. [ 99.] Heeren. Dürftigkeit und Mangel. Mel. Die Tugend wird durch's. 700. Du klagst, und fühleft die Beschwerden des Stands, 188 470 Für häusliche Undacht und Erbauung. luſte. Stands, in dem du dürftig Bei einem großen Verlebst, und strebeft glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch dent' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott be schieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; beforge deines Stands Geschäfte, und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn: dieß ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 00 [ 15.] Gellert. Mel. Herzliebster Jesu, was. 701. Du hast es mir ge geben und genommen; Preis dir, o Herr! 3war ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig, ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nützlich mir, und wenn es deiner Ehre, Alwissender, gemäß gewesen wäre: du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben, und sündlich leben. 5. Mein Herz vor Sünd' und Thorheit zu bewahren, ist mir vielleicht dieß Unglück widerfahren. Auch Trübfal läsfest du uns, Herr, begegnen, um uns zu fegnen. 6. Wie viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lie ben, und Dank sei dir! es ist mein gut Gewissen mit nicht entrissen. 7. Wie 1 Für häusliche Undacht und Erbauung. 471 meiner! 7. Wie sollt' ich nicht auf mag; hilf, und erbarm' dich deine Güte schauen; nicht ruhig sein, und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. 4. Erquicke, Gott, und stärke Sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche! 8. Herr, segne du die Urbeit meiner Hände, und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit allem, was du fügen wirst hienieden, bin ich zufrieden. di [ 38.] Münter, Krankheit. du Mel. Herr, wie du willst, so. 702. Es ist dein Wille, Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide: doch du bist Helfer in der Noth, und kehrst fie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; dein soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir: ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch ine Gnade würdig! insdag 3. Verhüt' es, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn; er leichtre die Beschwerde. Du, Bater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, ver 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen. Des legten bangen Kampfes laß mein Herz noch sterbend Schmerz erleichtre mir, und dir vertrauen. 6. Doch willst du neue Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang' ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künfa tig jederzeit mit aller Treu' und Redlichkeit, Herr, deine Wege wandle. [ 39.] Lavater. Mel. Wer nur den lieben Gott. 703. Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager bier lobsing' ich, o mein Tröster, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich and mad i god den 472 Für häusliche Undacht und Erbauung. ist jetzt dieses Glück versagt. den Kampf zu ängstlich Krankheit Leiden plagt, mir scheute, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Uch, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, voll Baterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 2. Uch, hier, wo ich im Stillen bete, feir' ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte haft du verheißen nah' zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, ist nah' dein Trost, o Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn; laß es mir Quelle reiner Freuden, und Vorgefühl des Himmels sein; und der Gedank' an deinen Tod erquicke mich in meiner Noth! 4. Ich sehe schon den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit! Was kannst du, Seele, Beff'res hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Umringt mich gleich der Leiden Heer; mein Herz erbebt davor nicht mehr. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang' die Prüfungsstunde währt. Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebens: kraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! [ 99.] Bürde. 5. Naht sich der Tod mit seinen Schrecken: ich bin ge trost und zage nicht! Du wirst vom Tode mich erwecken! Ich weiß voll froher Zuverficht: wenn ich dir, Herr, ergeben bin dann ist einst Sterben mein Gewinn! [ 99.] Sturm. Abendmahlslied eines Kranken. Mel. Wer nur den lieben Gott. 704. 2, könnt' ich mit der Surbitte für Kranke. si Kirche Gliedern vereint, mein Heiland, dich erhöhn, und freudevoll mit meinen Brü dern dein Todesdenkmal, Herr, begehn! Mir, den der 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein: doch du, du wirst mein Helfer fein! Mel. Befiehl du deine Wege. 705. Barmherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, Er Für häusliche Undacht und Erbauung. 473 Laß, den wir innig lieben, erhielt mir noch das Leben. laß deine Hülf' ihn sehn! Du standst mit deiner Kraft liegt und ringt und duldet, mir in der Schwachheit bei, gequält von Ungst und und von Gefahr und Schmerz Schmerz; wir sehn ihn an und bin ich nun wieder frei. weinen; wie blutet unser 62. Dem Tode war ich Herz! ieved in nah; schon sah ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah ich getroft hinab. 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht helfer, du nicht Erbarmer sein? Gern würden wir ihn retten; doch wir, wir sind zu schwach. Du, Herr, kannst thun, was Keiner von uns zu thun vermag! him Belyss 3. Des Leidens schwere Stunden laß bald vorüber gehn! Doch, Herr, nicht unfer Wille, dein Wille soll ge schehn! Wir flehn zu dir; wir hoffen, Ullmächtiger, auf dich! Erbarme dich des Dulders, und hilf ihm väterlich! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon, und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh' ihm bei und führe ihn hin durch's dunkle Thal; dann lindrr ihm, Erbarmer, des Todes legte Qual! [ 10.] Niemeyer. Genesung. Mel. Nun danket Alle Gott. 706. Mit welchem Dank, o Gott, soll dich mein Lied erheben? Nur deine Vaterhand 1091001 3. Ullmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun giebst du mich den Meinigen zurück; dir dank' ich, Gott, nur dir des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweis sen, durch fromme Thätigkeit stets deine Liebe preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. smism on diat [ 65.] Frau v. d. Recke. Mel. Aus meines Herzens Gr. 707. Ats in der Krankheit Schmerzen ich muthlos faft versank, und aus gepreßtem Herzen mein Flehn zum Himmel drang: da hörte Gott mein Flehn; da half mir seine Liebe. Nun soll mit frohem Triebe ihn auch mein Dank erhöhn! madanie bie 2. Herr 474 Für häusliche Andacht und Erbauung. 2. Herr über Tod und dafür? Wie soll ich dich erLeben, du, meiner Väter Gott, heben? wie soll ich dich erheben, mein Retter von dem Tod? Wann hat des Menschen Dank dich je genug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Engel Lobgefang. mis! 3. hilf mir ganz dir leben; ich bin dein Eigenthum! Mein eifrigstes Be streben sei deiner Gnade Ruhm! Dir weihen meine Zeit, vor deinen Augen wallen, dir dienen, dir gefallen, sei meine Seligkeit! [ 8.] 3. Du meines Lebens Quell und Kraft, mein Vater, sei gepriesen! Du hast in mei ner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen. Wie hast du mich stets väterlich, oft wunderbar geführet, wohl regie ret! In jeder Noth hab' ich dein Wohlthun, Herr, gespüret. 4. Du, Herr, bist meine Zuversicht, mein Schöpfer und Erhalter. Ich hoff' auf dich; verlaß mich nicht, verlaß mich nicht im Alter! Mein Haar verbleicht, die Kraft ent weicht; mich führen meine Jahre hin zur Bahre. Mach' einst mein Ende leicht, wenn ich von hinnen fahre. Anne Gerhard und J. A. Cramer. Hohes Alter. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr. 708. Sieh, Seele, hinter dich zurück auf die durchleb ten Jahre! Auch vor dich hin wirf einen Blick! Was siehst du? Sarg und Bahre! Schon bin ich alt: wie bald, wie bald sind meine Lebens: stunden hier verschwunden! Nach kurzem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. O 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich: du bist voll Huld und Gnade. Mit Vaterhänden trugst du mich auf jedem meiner Pfade. Wie dank' ich dir? Du, Herr, haft mir in meinem langen Leben viel gegeben. Was geb' ich dir and 5. Erlöse mich, o Gott; ich bin vom langen Kampfe müde! Nimm meine Seele zu dir hin! Bei dir ist Rub' und Friede. Schleuß meinen Lauf! Ich hoffe drauf. Mein Geist wird doch im Sterben nicht verderben; er schwingt zu dir sich auf, die Seligkeit zu erben. 20 [ 46.] Liebich. Der sterbende Christ. Mel. Wenn mein Stündlein. 709. Die letzte Stunde schlägt, und ruft den Staub zurück zum Staube. Doch schredt Für häusliche Andacht und Erbauung. 475 schreckt mich nicht die finstre tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. Gruft: ich weiß, an wen ich glaube. Du führst, wenn meine Hütte bricht, den Geist durch's Thal der Nacht zum Licht: dir leb' ich, Gott, dir2. Herr, meine Seel' emsterb' ich! pfehl' ich dir in deine Vaterhånde. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir, und sanft sei mir mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, und will mit Rub' und Freuden von dieser Erde scheiden! [ 19.] Demme. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 711. Still, o Seele, Gott erscheinet! Mein Auge hat bald ausgeweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein bess'res, Gott, wartet mein; unsterblich sein soll ich, soll ewig dein mich freun. bald 2. Welt und Sünde find bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter Frönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt' ich mich oft nach Rub' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah'; von der Hülle der Sterblichkeit nun bald bea 2. Der Himmelsflamme Funken, du, o Seele, rangst vergebens, von bangen Kämpfen matt, nach Ruh', im Sturm des Erdenlebens! Ach, zitternd, hoffend, sehnend schlich mein Dasein Komm, Tod, laß mich in's beff're Leben schlummern! hin, 3. Wie ist mir! Hör' ich Engelruf?» Schwing' auf dich, Seele, schwebe zu Dem, der dich unsterblich schuf!«<- Schon löst sich das Gewebe der Erdenhülle; Uthem, Sinn und alle Kräfte schwinden hin:- ist dieß der Tod, o Seele? fi - 4. Die Welt entflieht!- Ich sehe schon den Himmel offen, höre, um des Erlösers hohen Thron, der Seraphinen Chöre! Leiht eure Schwingen mir! Ich flieg' empor! Wo ist, o Grab, dein Sieg? O Tod, wo ist dein Stachel? [ 96.] v. Köpken. - Mel. Ermuntre dich, mein schw. 710. Gott, öffne deinen Himmel mir! Bald nahn die legten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab' ich überwunden; bald das Für häusliche Undacht und Erbauung. 476 befreit, schwing' ich mich über Welt und Zeit. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir ist der Tod Gewinn! Wer, wer winkt mir dort am Throne? Weß ist die hohe Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir? Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Ungeficht zu Ungesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. [ 88.] Am Sterbebette. o Mel. Wachet auf, ruft uns. 712. Sei gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Sieh', an deiner Laufbahn Ende bist du; Gott nimmt in seine Hände die Seel' auf, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 12. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Les bens Tag, nach Todesnacht! Sei gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf' in Jesu Chrifti Namen! Er nahm dem Tode feine Macht 1 Viel mehr, als du verstehst und weinend von ihm flehst, wird er geben. Er hat's vollbracht. Der Sünde Macht, die Macht des Todes, ist nicht mehr. 3. Nimm von uns den letzten Segen! 3war sinkt dein Leib dem Grab' entgegen; doch deine Seele zittre nicht! Sie, sie wird den Tod nicht sehen; bald, bald wirst du vor Gott nun stehen, wirst schaun des Himmels hellres Licht. Dein Glaube stehe fest, wenn Alles dich verläßt! Gott ist mit dir! Nach kurzer Ruh' erwachest du zu jenes Lebens Herrlichkeit. [ 88.] Klopstock. Bei'm Tode eines Kindes. Mel. Gott sei Dank in aller. 713. Eltern, weinet auf das Grab eures Kindes Thränen hin: aber trocknet auch sie ab; denn sein Tod ist ihm Gewinn. 2. Gott entriß es der Ges fahr, die uns noch auf Erden droht. Uebergang zur Engelschaar, sanfter Schlummer ward sein Tod. 3. Prüfen will Gott euer Herz, prüfen eures Glaubens Werth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz kindlich seinen Willen ehrt. 4. Er, der eurem Urm entriß, was ihr jetzt noch weis nend Für häusliche Undacht und Erbauung. 477 nend liebt, er ist's, der es euch mir gegeben. Mein Ulter follgewiß einst vollkommner wie: dergibt. ten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode sein. es gies di 5. Ja, ihr sollt es wiederfehn, euer Kind, das ihr beweint; sollt mit ihm am Throne stehn, wo euch Gottes Huld vereint. 6. Schaut denn weg von jener Gruft, die nun euren Liebling deckt! Wist, daß Gott auch euch einst ruft, und auch euch einst auferweckt! 7. Blickt zur Ewigkeit empor! Lernet euch des Himmels freun! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll sein. [ 29.] C. G. 2. Meister. Bei'm Tode mehrerer Kinder. Mel. Ewigkeit, du Donnerw. 714. Für deinen Himmel reiften fie, doch meinen Wünschen noch zu früh! Es war, o Herr, dein Wille! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf' ich wider meinen Schmerz! Wo find' ich, was ihn stille? 3war für den Himmel reiften fie; doch meinen Wünschen noch zu früh. 2. Ach! meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so hoffnungsleer, so freudenlos mein Leben! Ich sah voll Jugendkraft sie blühn, und hoffte, dir sie zu erziehn, dir, der sie 3. Da, Ew'ger, sprachst du:» gib sie mir! Ich selbst, » ich selbst erzieh' fie dir; ich » will fie hoch erhöhen. Sie » sollen hier dich nicht erfreun, » nicht Trost dir noch im Tode » sein; du sollst sie sterben » sehen.« Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah! Ich war es, der sie sterben fah! 4. Herr, ich verehre dein Gebot. Doch darf ich meiner Kinder Tod mit heißem Schmerz beweinen! Vor dir, der du barmherzig bist, voll Mitleid unsern Jammer siebst, vor dir, Herr, darf ich weinen! Auch Elternliebe stammt von dir; nicht zürnen kannst du, Bater, mir! 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die 3eugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest, und jetzt in rein'rer Heiligkeit und himmlischer Vollkommenheit vor deinem Throne übest. Bisher vertrautest du sie mir; Herr, meine Seufzer danken dir! 6. Rufft du, o Vater, einst auch mich: auch dann preis' ich mit Thränen dich;- doch dann mit Freudenthränen! Dann werd' ich meine Kinder sehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr troft: 478 Für häusliche Undacht und Erbauung. trostlos sehnen; dann werd' Ich kann es nicht vergelten; ich stets bei ihnen sein, und du kannst's in bessern Welten; ewig mich mit ihnen freun.. ich flehe: Herr, belohne sie! [ 70.] Münter. Waisen. Mel. In allen meinen Thaten. 715. Im Frühling meiner Jahre muß ich schon an der Bahre des Vaters( der Mutter) trauernd stehn. Ich seh' ins Grab ihn( sie) tragen; wem soll mein Leid ich kla gen? Zu dir, Herr, steigt empor mein Flehn! 110 2. Du, Gott, willst auch an Waisen dich liebevoll be: weisen, und ihnen Gutes thun; Berlaff'ne willst du nähren, die Baterlosen( Mutterloſen) hören; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 3. Du wirst auch mich ernähren, und Freuden mir gewähren: wo ist ein Gott, wie du? guter Bater, schenke mir frohen Muth, und lenke der Menschenfreunde Herz mir zu. e 4. Und wenn in frühern Jahren Verführung und Gefahren mich rings umber bedrohn: dann stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite; dann zeige mir der Tugend Lohn! 5. Die nun sich treu be: mühen, mich christlich zu erziehen, o Herr, verlaß sie nie! 6. Gott, wenn auch ich einst scheide: dann schwebe Heil und Freude auf ewig um mich her! Dann laß mich vor dir stehen, die Eltern wiedersehen! Dann fließen keine Thränen mehr! [ 49.] Küfter. $ 15 Schullieder. Werth treuer Schullehrer. Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 716. Vergilt, o Bater, als len Lehrern, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, der Kinder Herz von seinen Fehlern, und ihren Geift von Thorheit abzuziehn! Durch sie wird Saat des Guten ausgestreut; sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe ge gen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir, der du schon der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedenkst, und sie zur Weisheit und zur Tugend Für häusliche Undacht und Erbauung. 479 Tugend durch frühen Unter- ehrt, das dankbar ist, und richt in Schulen lenkst! Wie seine Freuden mehrt! gern beförderst, Gott, das Gute du! Durch Schulen auch strömt uns dein Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umber in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort: so sehen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß fie durch Ernst dem Leichtsinn wehren; durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch, wenn sie strafen, noch belehren, und forgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn. Religion und reine Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. D welche Pflichten! Welche Würde! Allgütiger, steh' jedem Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getroft und muthvoll sei; und gib auch uns ein Herz, das gern ihn 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken; wenn ihm der beitre, frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang' es Tag noch ist! [ 16.] Reche. edhane Vor dem Unterrichte. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. 717. Von Gott allein kommt frommer Sinn, und Einsicht und Verstand; was ich vermag, und was ich bin, verdank' ich seiner Hand.:,: 2. Wie liebreich sucht er meinen Geift zum Guten hinzuziehn! Drum will ich das, was Böse heißt, mit Ernst und Eifer fliehn.:,: 3. Den Eltern Lieb' und Achtung weihn, den Lehrern Folgsamkeit, nur dieß soll mein Bestreben sein in meiner Jugendzeit!:,: [ 56.] Fröbing. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 718. Verleih', o Gott, der Alles schafft, uns täglich Weisheit, Lust und Kraft, das Gute zu vollbringen, und laß das Gute, das wir thun, auch heute wohl gelingen. 2. Sib, 480 Für häusliche Andacht und Erbauung. 2. Gib, daß wir Alle je sind wir! Seelenkräfte, Leib derzeit nach Einsicht und Ge- und Leben, Alles haben wir schicklichkeit und wahrer Zu- von dir! Auch zur Uebung gend streben. Nur dann, o unsrer Pflicht gabst du heute Vater, werden wir dir wohl Kraft und Licht. gefällig leben. ndi fol amed [ 30.] F. Köhler, Plato u. Dolg. i 2. Mit dem freudigsten Gemüthe fühlen wir des Lebens Werth, und lobsingen deiner Güte, die sich täglich uns verklärt. Auch in 3ukunft hoffen wir Heil und Segen, Gott, von dir. Olearius u. Grot. [ 28.] 91 19 Nach dem Unterrichte. Mel. Gott des Himmels und. 719. Alles hast du uns gegeben; Vater, wie beglückt er as 100 2016 ang fan base hi di dire Hotel 5 astiat( 3000rsdor Bol and puides Snor dra disimpiglog fud aindais Lieder die Lieder- Register. nach dem Alphabete und der Seitenzahl. 08d inds 600 Seite A Ach, abermal bin ich gef. 33 Ach, bleib mit deiner G. Ach, Gott und Herr, wie Ach, höchster Gott, verleihe Ach, sieh ihn dulden, blut. Ach! wäre nicht, o Herr! bei Ach, wann werd' ich von der 69 Allein Gott in der Höh' sei 155 Alle Menschen müssen sterb. 399 Allen Menschen, und auch m. 326 Aller meiner Brüder Rechte 336 Aller Welten Herrscher, groß 33 Alles hast du mir gegeben, 211 Alles hast du uns gegeben; 480 Alles ist an deinem Segen, 232 Alles rühmt des Schöpfers 26 Alles was ich bin und habe, 338 Allgütiger, der gern erfreut, 213 Allgütiger, dir will ich sing. 421 Allliebender, du gabst dem 318 Allmächtiger, ich bebe mein 447 Allsel'ger, deine Herrlichkeit Als in der Krankheit Schm. 473 Anbetungswürdiger, mit E. 6 Anbetungswürdiger, zu dir Anbetung unserm Gott auf An dich, mein Gott, zu d. An Jesu Leiden denken wir, Auch dir ist Gottes Gnad' Auch jetzt macht Gott uns Auch noch im späten Alter Auf, Christen, laßt uns uns. 75 Auf! Danket Alle, bringet E. 216 Auf dich, Gott, nicht auf m. 228 Auf dich, o Vater, schauen 456 Auf Erden Wahrheit ausz. 86 Auferstanden, auferstanden 118 Auf! Erwacht, thr frohen T. 31 Auf! Freue dich, mein Geift, 79 Auf! Laßt uns Gott und 6 413 216 205 93 83 431 364 433 94a13 175 141 180 262 111 ne Auf! Preist Gott mit Zufr. Aus deiner Quelle, Schöpf. Aus der Fülle deiner W. Aus der Erde ward mein 2. Aus tiefer Noth ruf' ich zu B Seite 426 35 86 394 173 396 224 468 193 214 295 ald oder spät des Tod. Barmherziger, erhöre der 2. 472 Befiehl dem Höchsten deine Befiehl du deine Wege und 226 Beglücke meine Reise, G. Beglückt ist, wer mit Luft Begrabt den Leib in seine 392 Beleb', o Gott der Liebe, in 342 Bereit sind wir von Herzen, 289 Berufen hast du mich, mein 362 Bester, weisefter Regierer, Bestimmt haft du, o Gott, Betet, Brüder, an im St. Bewaffnete! Der Krieger Bewahre, Herr, mich, daß Bewahre meinen Mund, so Bei'm holden Namen: Vat. Bin ich mit festem Muthe Bis der Tod ihm winkt z. Bis hieher hat mich Gott Blick' hin in die vergangnen Bringt dem milden Vater Bringt Gott, ihr Christen, C 136 368 160 203 365 324 hrift ist erstanden! Von 306 217 302 457 442 120 186 190 469 360 Damit ich dir gefällig ſei, Damit ich Pilger dieser E. Dank dir, Erhalter meines Dank, Herr, dir für die D. Dank, Preis und Ehre, G. Das Amt der Lehrer, Herr, 358 Das Leben ist ein großes Daß ich in deiner Christenh. 149 Dein bin ich, Gott, dein ist 57 Dets 84 333 Lieder- Register. Seite Deines Gottes freue dich d. 370 Dein ist das Licht, das uns 445 Dein Leben, Jesu, war auf 97 Dem Nächsten gern zu dien. 341 Denkt mein Geift an jene 116 Den Trieb der Wolluft früh 320 Der du der Liebe Vorbild Der du mich, Der du fiets unft ein Vater, 374 Seite 265 107 94 258 308 Die Zunge, die vernehmlich 349 Dir dank' ich für mein Leb. 454 Dir, der das Licht entstehen 450 Dir, Ewiger, sei dieser T. Dir, Gott, sei Preis und Dir, Herr, mich zu ergeben, Dir immer ähnlicher zu w. Dir trau ich, Gott, und w. Dir, Vater, Dank und Pr. Du, aller Menschen Vater, 348 Du bester Trost der Armen, 440 Du bist der Stifter unsrer 466 Du bist, o Gott, der Herr 413 Du bist, o Gott, gerecht; du 21 Du, der allmächtig fegnen 467 Du, der Herz und Wandel 189 Du, der kein Böses thut, du 67 Du, der Menschen Heil u. Du, der voll hoher Liebe Du, deß sich alle Himmel Du förderst gern mein w. Du gabst mir, Vater, dieses 65 Du gabft, o Gott, der A. 323 Du, Gott, bist aller Welten 199 Du hast es mir gegeben u. 470 Du hast, o gnadenreicher Du hast, o Gott, den Himm. 431 Du, Herr und Schöpfer der 429 Du, Herr und Vater mein. 382 Du klagst, und fühleft die 469 Du liebst, o Gott, Gerecht. 337 Du milder Geber aller G. 423 Durch dich, o großer Gott, 46 Du fagst: ich bin ein Chr. 160 Du schenkst uns, Gott, das 136 Du schenkst uns, Gott, so Du siehst, mein Schöpfer Du sorgft, o Gott! Was Du trägst mit Langmuth u. 34 Du, Vater deiner Menschenk. 206 Du willst es, Herr, mein Du wohneft zwar, o Gott, 196 Chre sei Gott in der H. Eine feste Burg 441 456 203 232 80 unser G. 446 Ein Glück im kurzen Raum 157 Ein Gott regiert! Was z. Ein Herz, o Gott, in Leid 237 7 14 409 59 unsre 271 Der du uns mit deinem B. 112 Der du voll Blut und W. 107 Der du zu den beglückten 142 Der Edle starb, der unverd. 114 Der Freuden Fülle ist bei d. 404 Der Hang zum Bösen wohnt 68 Der Herr ist Gott und kein. Der Herr ist in den Höhen, Der lette meiner Tage ist Der Mensch soll hier aus Der mir den Weg zum H. 129 Der Morgen kommt, und m. 453 Der Tag ist wieder hin; u. 460 Der weise Schöpfer, dessen 369 Der Weisheit Quell ist, G. 199 Der Welten Herrscher, dir, 359 319 Der Wollust Reiz zu wid. Des Höchsten Rath kann ich 234 Des Leibes warten und ihn 311 Des Todes Graun, des G. 398 Des Wahns und Irrthums 133 Dich, dich, mein Gott, will 449 Dich ehre dankvoll jeder Ch. 273 Dich, Höchster, ehrerbietig 198 Dich, Höchster, preisen wir! 222 Dich kennen, Gott, ist S. 196 Dich frönte Gott mit Freud. 127 Dich preif' ich, Herr, mit H. 44 Dich seh' ich wieder, Morg. 448 Die auf der Erde wallen, Die Bahn ist rauh, auf der Die Ehe soll uns heilig f. Die Feinde deines Kreuzes 146 Die hier vor dir, o Vater, 152 Die Kinder, deren wir uns 355 Die letzte Stunde schlägt, 474 Die stillen Abendstunden, $ 459 Die stille Nacht entfloh; die 451 Die Thiere, deren Herr du 368 388 240 466 11 42 153 210 243 332 307 250 Ein Lieder- Register. Seite 42 Ein milder Regen finket erq. 430 Ein Pilger bin ich in der W. 389 Eins ift noth! O Herr, dieß 379 Einst geh' ich ohne Beben zu 388 Einst selig dort zu werden, d. 397 Einst, wenn mein Auge sterb. 400 Eltern, weinet auf das Grab 476 Entehre nicht, mein Herz, mit 249 Entflohen sind auch dieses T. 458 Entschwinge dich, mein Geift, 243 Er eilt, der letzte von den 384 Erforsch' und prüfe dich, ob 162 Erfreuender Gedanke: Gott Erfülle redlich deine Pflicht, 231 Erhaben über Welt und Zeit 10 Erhalt uns deiner Wahrheit 333 Erhebe dich, mein froher G. 81 Erhebt, Bewohner dieser W. 414 Erhebt den Herrn, thr Fr. 77 Erhöre gnädig unser Flehn 149 Erhör' uns, Gott! Wir fl. 270 Erkenn' ich Gottes Wahrheit 294 Erlöser, der im Staube einst 115 Erschalle laut, mein Lobges. 45 Er ftirbt! Sie sind vollbr. 105 Ertönt, ihr Freudenlieder! 432 Es baut, o Gott, auf dein G. 420 Es ist dein Wille, Herr, m. 471 Es ist ein Gott; er hat auch 3 Es ist ein Gott! O fühl' es, 3 Es ist noch eine Ruh' vorh. 399 Es ist vollbracht! ruft nach 109 Es koftet viel, ein Chrift zu 191 Es fehnt mein Geift nach W. 294 Es wolle Gott uns gnädig 140 Es züchtigt deine Hand, o H. 439 Ewig, ewig bin ich dein, th. 148 Ewig, und unwandelbar, G. 416 Seite Für unsre Brüder beten wir, 264 Fürwahr, du bist, o Gott, v. 247 221 40 200 Gedanke voller Seligkeit, 395 Gedenk' ich, Heiland, an das 91 Geht hin! Der Gott der E. 467 Geist der Andacht, senke du 104 Gelobet feist du, Jesu Christ, 83 Gelobt fet, der den Frühling 419 Gelobt sei Gott, mein h. Gepriesen sei der Herr für 272 Gerechter Gott, vor dein G. 21 Geweiht zum Christenthume 147 Gib, daß ich meinen hohen 291 Gib, Gott, daß ich der W. 339 Gib, Höchster, daß ich fromm 357 Gib mir, o Gott, ein Herz, 325 Gib zu dem wichtigen Gesch. 353 Gnadenreicher König! H. 220 Gott, ach! es wachet mein 176 Gott, aus deinen Schöpferh. 36 Gott, aus dessen Gnadenfülle 181 Gott, deine Güte, deine M. Gott, deinen heiligen Bef. Gott, deinen weisen Willen 363 Gott, deiner Stärke freue sich 338 Gott, deine weise Macht erh. 46 Gott, der an allen Enden v. 47 Gott, der du die Menschen 343 Gott, der du für uns deinen 93 Gott, der du Herzenskenner 204 Gott, der du mich als Vater 227 Gott, der du unsre Zuflucht 434 Gott der Tage, Gott der N. 462 Gott, der zum Segen für die 361 Gott, dir gefällt kein gottlos 183 Gott, dir ist Alles offenbar, 15 Gott, du bist heilig und g. 22 F Gott, du bist von Ewigkeit, 11 Ferne sei der Irrthum, fern, 161 Gott, du erforschest mich; dir 165 Fern sei's, wenn ich dir diene, 202 Gott, du kennst von Ewigk. 15 Fetern laßt uns dieſe St. Gott, es ist deine Gütigkeit 361 Freude wallt in meinem H. 223 Gott führt die Seinen vät. 51 Frohlockend dank' ich, Vater, 266 Gott giebt uns Kraft und M. 312 Früh, mit umwölktem Anges. 427 Gott, ich will mich ernstlich 164 Führer zur Vollkommenheit, 88 Gott ist gegenwärtig! Froh 269 Für deinen Himmel reiften 477 Gott ist mein Hort, und auf 137 119 Gott Lieder- Register. Seite Seite 421 Herr Jefu Chrift! Du, H. 111 Herr Jesu Christ, du höchstes 179 Herr, lehre mich gewissenhaft 315 Herr, lehr' mich thun nach d. 258 Herrlich ist's in deinem R. 143 Herr, mache meine Seele ft. 244 Herr, meiner Seele hohen70292 Herr, mein Licht, erleuchte m. 138 Herr, fegne mein Bestreben, 342 Herr und Schöpfer der N. Herr, versammelt sind wir h. 267 Herr, vor deinem Angesicht 270 Hier bin ich, Jefu, zu erf 282 Hier ist nur mein Prüfungsst. 406 Hier wirft mein Sinn sich 189 Hilf, Herr, daß dein theures 270 Hilf mir, mein Gott, hilf, 262 Hilf mir nach deinen Lehren, 253 Hin an dein Kreuz zu treten, 103 Hin ist für uns der Sonne 459 Hoch über mir dein Sternenh. 61 Höchfter, denk' ich an die Tr. 172 Höher hebt sich Gottes Sonne, 419 Hör unfre Bitten, Gottes G. 130 Huldreicher, milder Gott, du 260 23 Gott ist's, der das Vermögen 313 Herr, ich hab' aus deiner Tr. 383 Gott, laß auf jeden unsrer 300 Gott lebet noch! drum sorg' 245 Gott, lehre mich verstehn und 176 Gott liebet unser Leben. Zu 137 Gott, mein Vater, deine L. 27 Gott, mit allen seinen Fr. 415 Gott, nur Eines Menschen S. 74 Gott, öffne deinen Himmel 475 Gott, Preis dir, daß wir d. 268 Gott rief der Sonne: fehre 428 Gott rief der Sonn' und schuf 414 Gott sei Dank in aller Welt, 79 Gott sei Preis und Dank g. 272 Gott sorgt für uns: o fingt 423 Gott von großer Macht u. 430 Gott, vor dessen Angesichte Gott, was des Lebens Kräfte 456 Gott, was wären alle Fr. 351 Gott, welch ein Kampf in m. 73 Gott, welch Verderben wohnt 71 Gott werde stets von dir erh. 36 Gott! wer ist dir zu vergl Gott, wie du bist, so warst 11 Groß wird des Sünders E. 403 Gut und heilig ist dein W. 70 Halleluja! Jauchzt, ihr Ch. 120 Halte dich mit hoher Liebe an 210 Heiland, hilf mir still, wenn 96 Herr, aus deiner Gnadenfülle 376 Herr, deine Allmacht reicht so Herr, deine Kirche danket dir: 144 Herr, deine Langmuth ist sehr 328 Herr, deine Sanftmuth ist n. 343 Herr, deines Lebens letzte N. 283 Herr, der du Alles giebst, v. 323 Herr, der du dein theures 2. 285 Herr, der du mir das Leben 457 Herr, der so gern beglückt, g. 317 Herr der Zeit und Ewigkeit, 384 Herr, dir gelob' ich neue Tr. 152 Herr, du bist meine Zuverf. 121 Herr, du erforschest mich; dir 16 Herr, du wolleft uns bereiten 289 Herr Gott, dich loben wir; 157 Herr, höre mein Gebet, und 261 Herr, ich bin dein Eigenth. 402 8 12 a, zur Stille will ich fl. 297 Ich armer Mensch, o Herr, 180 Ich bin der Angst entnomm. 183 Ich bin getauft, nach Jefu 147 Ich bin, o Herr, in deiner 387 Ich, den du schufft, ich preise 18 Ich glaub' an Einen Gott 159 Ich hab' in Gottes Herz und 235 Ich hab' in guten Stunden 252 Ich jauchze dir, ich finge dir, 43 Ich kann, Unendlicher, schon 196 Ich komme, Friedensfürst, zu 182 Ich komme vor dein Angef. 260 Ich finge meiner Seele Luft Ich traue fest auf Gott, w. Ich trete vor dein Angesicht, 463 Ich weiß, an wem mein Gl. 379 Ich weiß, mein Gott, daß, Ich will den Bund mit m. 389 Ich will dich noch im Tod Ich will in stiller Einsamkeit 464 48 239 264 Ich 284 Lieder- Register. Seite Ich will von meiner Missethat 177 Jefu, deine tiefe Wunden, d. 112 Jefum ewig zu verehren, ist 277 Jesus Chriftus ift erstanden! 121 Jesus kommt, von allem B. 128 Jefus lebt; mit ihm auch ich! 122 Jefus, meine Zuversicht, m. 397 Jesu, Vorbild frommer Jug. 463 Ihm, dem Todesüberwinder, 117 Ihr Augen, weint! Der M. 109 Ihr Mitgenoffen, auf zum 193 Im Frühling meiner Jahre 478 Im Stillen wollen wir dich 465 Im Tugendeifer, Gott, nicht 296 In allen meinen Thaten laß 229 In diesen kurzen Pilgertagen 249 In Dunkel hüllt der Himmel 433 In Gottes Rath ergeben, v. 390 In stiller Pracht erscheint die 458 Ift gleich unerforschlich immer 245 Ist Gott für mich: ſo trete 373 K Reine Liebe gleicht der L. 70 356 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gl. 87 Kein Mensch, o Gott, ist s. Kinder, die ihr noch im Kr. 356 Köftlich sei mir allezeit, Herr, 139 Komm, komm zu uns, o G. 131 Komm, o Geist, von Gott g. 130 Kommt, kommt, den Herrn Kommt, laßt uns Gott lobf. 425 Kommt, laßt vor Gott uns 416 Kommt und laßt uns Chrifti 187 Komm zu uns, o Geist des 270 13 94 Laß diese heilige Stunde, G. 151 Laß, Herr, nach eitlen Ehren 321 Laß meines Nächsten bestes 329 Laß mich doch nicht, o Gott, 316 Laß mir die Feier deiner L. Laß, o Jesu, mich empfinden, 328 Laßt mit Andacht im Gemüth 288 Laßt unserm Vater, laßt uns Laßtuns mit ehrfurchtsvollem Laßt uns unserm Gott lobs. Läftig ist der Sünde Joch, Laut und freudig dir lobfing. Lehr, o Gott, mich recht bed. 293 74 63 27 82 84 Seite Lenk, o Gott, in dieser St. 271 Lieblich scheint die Sonne w. 433 Liebster Jefu, wir sind hier, 271 Liebster Vater, ich, dein Kind, 181 Liegt Gottes Beifall mir am 372 Litanei 436 Lobe den Herren, den mächt. 222 Lob, Ehr' und Preis dem h. 220 Lob sei dem allerhöchsten G. 78 Lob sei Gott, der den Morg. 452 Lobsinge, meine Seele, dem 117 Lobfinget Gott! Dank, Preis 156 Lobsinget Gott! Er schuf die 28 Lobfinget Gott und betet an! 55 Lobfingt dem Herrn! denn f. 331 Lobt Gott, ihr Christen, fr. 82 mt Mache dich, mein Geift, b. 299 Mag doch der Spötter Heer 281 Mag immerhin in Müßigg. 314 Man lobt dich in der Stille; 219 Mein bester Trost in diesem 255 Meine Hoffnung stehet fefte 227 Meine Kinder, Gott, befehle 354 Meine Lebenszeit verstreicht; 382 Mein erst Gefühl sei Preis 448 Meines Herzens reinste Fr. 280 Mein Glaub' ist meines Leb. 376 Mein Gott, durch deine große 431 Mein Gott, nach deinen L. 337 Mein Gott, zu dem ich w. 174 Mein Heiland lebt: des T. 404 Mein Heiland nimmt die S. 273 Mein Heil, o Gott, nicht zu 256 Mein Herz, o Gott, ergeb' 178 Mein Leben, daß du mir v. 310 Mein Vaterland, das mir m. 366 Menschenfreund, nach deinem 278 Menschen weif und gut erz. 352 Mich selbst soll ich bezwingen, 298 Mir nach, spricht Chriftus, u. 279 Mir schauert nicht vor dir, o 391 Mit bekümmertem Gemüthe 173 Mit dir, o Höchster, Frieden 371 Mit Ernst, o Menschenkinder, 80 Mit fröhlichem Gemüthe d. Mit heil'gem Schauer blick Mit heil'ger Andacht Blicken 99 Mit 29 40 Lieder- Register. Seite Mit hetterm Glanz bestrahlt 434 Mit Preis und Ruhm gekrönt, 126 Mit ruhigem Gewissen des 373 Mitten unter eignen Schm. 100 Mittler, schau auf fie hern. 150 Mit welchem Dank, o Gott, 473 Mühseliger, komm her zu m. 85 N 405 Nach dir verlanget mich, n. 169 Nach einer Prüfung kurzer Nach einer schmerzensvollen 454 Nach Gottes weisheitsvollem 365 Nach langen Todesleiden am 108 Nach meiner Seele Seligkeit 292 Nacht und Stille schließen w. 461 Nahet anbetend dem Gnädig. 443 Nicht, daß ich's schon ergriff. 167 Nicht für der Felder Segen 429 Nicht mehr, als meine Kräfte 471 Nichts auf Erden und im H. 52 Nichts ist von ungefähr! E. 233 Nicht Sündern nachzuahmen, 62 Nicht um ein flüchtig Gut d. 134 Nicht um Reichthum, nicht um 259 Nie bist du, Höchster, von uns 17 Niedrig und in Dürftigkeit 88 Nie kann ich meines Gottes 225 Nie will ich wieder fluchen, 345 Nimm hin den Dank für d. 286 Noch glänzten nicht die sch. 37 Noch leb' ich; doch wie lang' 381 Noch schauen wir im Dunkeln 67 Noch fiehet nicht, o Sterbl. 154 Nun danket alle Gott mit H. 158 Nun ist es Tag! Mit frohem 450 Nun laßt uns Alle fröhlich Nur du, o Schöpfer unsrer 76 49 O daß von meinen Lebenst. 304 O du, der bis zum Tode am 287 Oft hält dein Äntlig sich v. 248 Oft flagt mein Herz, wie sch. 301 O Golgatha, zu deinen Höh. 106 O Gott, den alle Welten ehr. 38 D Gott, du bist die Liebe; D Gott, ein furchtbar Krieg. 441 Heiland, dessen hohen W. 287 O Herr, voll Troft und D. 290 30 Seite Ohne Raft und unverweilt, 305 O Hoffnung, Lebenswonne, 237 Jefu, Jesu, Gottes Sohn, 375 O Jesu, Troft und Heil der 142 O Jesu, wahrer Frömmigkeit 89 O fönnt' ich mit der Kirche 472 O Lamm Gottes, unschuldig, 110 O laßt uns für das Gute g. 290 O Schöpfer, jedes deiner W. 19 O stärke, Mittler, stärke fie, 134 O Vater der Barmherzigkeit, 185 welch ein Glück, ein M. 34 O welch ein Segen ist ein Fr. 350 O welch ein Troft für meine 35 O welch ein unschäßbares G. 303 O Welt, fieh hier dein Leben 102 O wie felig seid ihr doch, ihr 407 O wie unaussprechlich selig 408 P Preis dir, dem Heiligen! 23 Preis dir, Herr, Jesu Christ! 92 Preis dir, o Gott, und Dank 217 Preis dir und Dank und Fr. 290 Preis ihm! Er schuf und er 155 Preist den Allgütigen, preist 81 Preist, Menschen, preift den 51 Preis und Anbetung sei uns. 217 Quelle der Vollkommenheit, 207 R Reine Quelle wahrer Güt. 134 Religion, von Gott gegeben, 1 Richten will ich nicht mit St. 335 Rings um mich her ist Alles 422 Ruhig soll die Seele bleiben, 303 Säe deine Thränensaat, fr. 231 Sanft und leicht ist Chrifti 280 Sanft und ruhig sei dein S. 393 Schaffet, schaffet, Menschenk. 194 Scheint mir freudenleer das 307 Schicke dich, erlöfte Seele, 285 Schnell eilen Jahr' auf Jahre 417 Schöpfer der erschaffnen H. 455 Schon weicht die finstre M. 332 Schuf mich Gott für Augenbl. 65 Schweigt, Verächter, spottet 145 Schwer liegt der Trennung 412 Schwingt, Register. Seite Seite Schwingt, heilige Gedanken, 9 2 Segne fie, die dir, o Gott, 151 Bater, heilig möcht' ich leb. 184 Seh' ich erstaunt der Welten 49 Sehn wir nur Trübsal um 439 Selig find des Himmels Erb. 410 Selig, wer mit stillem Herz. 233 Send' uns, o Vater, deinen 130 Seid barmherzig, Menschen; 348 Sei du, o mein getreuer G. 469 Set gesegnet! Amen! Amen! 476 Set Gott getreu und seinem 201 Sei, Seele, ruhig, unverzagt, 239 Sei uns gesegnet, Tag der 269 Siegreich stand mein Heiland 122 Sieh, hier bin ich! heiß und 277 Sieh, Seele, hinter dich zur. 474 Sie nahen sich, o Vater, sie, 151 Sie stehen da, die Millionen, 403 Singt unserm Gott ein fr. 9 Singt unserm Gotte! Lobt 215 So fliehen unsre Tage hin; 461 So hab' ich, Gott, durch d. 459 So Jemand spricht: ich liebe 327 Soll dein verderbtes Herz z. 140 Sollt' ich meinem Gott nicht 218 Sollt ich meinem Herzen H. 167 Sorg' und Klage füllt das 432 So wahr ich lebe!- spricht 170 So weit die Menschen, Gott, 421 Standhaft sei, o Gott, mein 320 Still, o Seele, Gott ersch. 475 Vater, mach' uns fromm und 418 Verbittern laß, o Gott, mich 344 Vereinigt laßt uns Gutes w. 340 Vereint mit deinen guten K. 297 Vergilt, o Vater, allen 2.478 Verleih', o Gott, der Alles 479 Viel hast du uns, Allliebend. 58 Voll Dank an diesem neuen 451 Voll Inbrunst, Dank und Fr. 283 Voll reger Dankbegier, mit 214 Vom Grab', an dem wir w. 126 Von dir, der meine Freuden 330 Von dir, du Gott der Einigk. 467 Von dir in dieſe Welt ger. 322 Von dir kommt jede gute G. 257 Von Gott allein kommt fr. 479 Von heiligem Gefühl der A. 444 Vorbild wahrer Menschent. Vor deinem Throne bet' ich Vor deinen Blicken schwebte Vor dir, Herr, denken wir 90 Lieder Tief gerührt von deiner G. 212 Treu ist Gott! Das nehmt Triumph! Ihr Himmel, fr. 123 25 100 11 Weber aller Himmel Heere 125 Um als ein Christ zu leben, 193 Um deine Kinder zu erfreun, 346 Um Erbarmen flehen wir, W. 442 Um Gnade für die Sünderw. 113 Unendlich ist mein Glück! Jch 254 Uns schuf ein großer Gott: 57 Unschuldigster, du hattest n. 96 Ulns, die anbetend dir sich n. 272 Unser Gott, wir danken dir, 271 13 267 98 446 W Wachet auf vom Schlaf, ihr 401 Wagt' ich es, länger noch die 171 Warum betrübst du dich, m. 240 Warum willst du doch für m. 238 Warum willst du täglich d. 229 Was Gott erschuf, was er 380 Was Gott thut, das ist w. 236 Was hilft es mir, ein Christ 161 Was ich nur Gutes habe, ist 201 Was ist mein Leben auf der 230 Was ist mein zeitlich Leben? 309 Was ist's, daß ich mich qu. 246 Was kann ich, Jesu, dir für 276 Was mein Gott will, gescheh' 235 Was soll ich ängstlich klagen, 246 Was sorg' ich ängstlich für m. 385 Was trauern wir! Gott s. 426 Was zag' ich? Gott regiert Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Welch hohes Beispiel gabst d. Welch sterblich Auge kann erg. Welterlöser, dich zu lieben, Wem Gott Gesundheit hier 53 25 91 61 275 309 Wen Lieber Seite 453 1 334 Wen Gottes Liebe nicht zur 208 Wenn der Gedanke mich ersch. 123 Wenn der Stifter der Geschl. 394 Wenn hier in dieser Uebungsz. 2 Wenn ich auf Gottes Wegen 400 Wenn ich einst von jenem Wenn ich mit Eifer fäe den Wenn ich mit Freuden hör Wenn ich, o Gott, von dir g. 299 Wenn ich, o Schöpfer, deine 38 Wenn ich vor dich, mein Sch. 256 Wenn jemals Zweifel sich in 197 Wenn Menschen streben, dir 352 Wenn mich die Sünden fr. 115 Wenn sich der Frevler bläht Wer auf seinen Gott vertr. Wer bin ich? Welche wicht'ge 163 Wer das Kleinod will erringen 192 Wer, Gott, bei deinem N. 205 24 225 Register. Seite Wie leicht verkenn' ich mein. 166 Wie lieblich ist, o Herr, die 266 Wie mannichfaltig sind die G. 311 Wie reich ist deine Güte, o 367 Wie sanft sehn wir den Fr. 391 Wie schwach ist meine Tug. 296 Wie ficher lebt der Mensch, 386 Wie soll ich dich empfangen, 77 64 Wie wichtig, Herr, ist mein Wie wichtig sind die Tage, 463 Wie wird mir dann, o dann, 411 Wie wohl ist mir, o Freund 279 Wie wohl ist mir, wenn mit 349 Wie wundervoll bin ich gem. 54 Willkommen! rufen wir dir zu, 468 Wir Alle, Menschenvater, br. 424 Wir danken freudig dir für 487 Wir erscheinen hier vor dir, 269 Wir flehn für unsrer Eltern 356 Wir gehn an's Grab, und h. 393 Wir glauben an den ein'gen 159 Wir schauen über Tod und 252 Wir fingen, Herr, von deinen 424 Wo eilt ihr hin, ihr Lebensst. 306 Wo find' ich Gott, den meine 207 Wohl Dem, der beff're Sch. 316 Wohl Dem, der Jefu angeh. 145 Wohl Dem, der richtig wand. 340 Wohl Dem, der seines Leb. 462 Wohl dem Menschen, der n. 138 Wohlthätig sind der Erde L. 241 Wohlzuthun und mitzutheilen, 346 Wo ist ein Volk, wo ist ein 50 Wo ist wohl Noth und Elend 73 3116 Beuch ein zu deinen Thoren, 132 Zu dir, o Gott, das Herz erh. 234 Zu dir, Unendlicher, zu dir 443 Zu Gott, o Seele, schwing' 18 Zum Fleiße ward das Leben 314 Zum Guten sind, o heil'ger Zum Trost in unsern Kümm. Zu neuen Lebenssorgen, zu 452 Zur Arbeit, nicht zum Müß. 313 Zur Grabesruh entschliefest 110 20 Wer, hocherhab'ner Gott, kann 209 Wer ist dir gleich, du Einzig. 5 Wer ist's, der mit Himmelst. 120 Wer kann die Leiden fassen, 101 Wer kann, o Gott, wie gr. Wer machte diese schöne W. 39 Wer mißt und zählt der W. 41 Wer mit Luft und Eifer str. 393 Wer nur den weisen Gott 1. 231 Wer stets mit reinem Wohlg. 188 Wer Sünde thut, der liebt 72 Wer zählt der Engel Heere, 41 Wie dank' ich, Gott, wie d. 58 Wie elend ist, wer arm und 363 Wie fürcht' ich mich, mein 169 Wie getroft und heiter, Herr, 378 Wie groß ist des Allmächt'g. 32 Wie groß ist meine Mensch. 63 Wie groß, o Gott, ist deine 13 Wie gut sind unfre Freuden 242 Wie hart ist Deffen Loos, o 347 Wie heiter fließt mein Leben 370 Wie herrlich, Jesu, starker H. 124 Wie im Herbste fällt das 2. 407 Wie ist mein Herz so fern v. 185 Wie könnt ich zweifeln, daß 4 135 60 Anhang einiger Gebete für die häusliche Erbauung. Magdeburg, im Berlage der Faber'schen Buchdruckerei. 1864. Stupend brend sid 31: 2 an indai pd ind complim Inhalt. Morgenandacht einer christlichen Familien Seite 5 6 Abendandacht einer christlichen Familie.000 100. 7 Aufmunterung zur würdigen Feier des Sonntags Abendgebet am Sonntage Morgengebet Abendgebet Ein anderes Morgengebet Abendgebet Ein anderes Morgengebet bbm oris conf Abendgebet Morgengebet am Schluß einer Woche Abendgebet Erweckung zur Treue im Berufe Ermunterung zur Dankbarkeit gegen Gott Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen 1* 11 11 S 12 11 11 11 11 11 17 8 9 10 10 11 12 13 14 15 15 17 19 De= Inhalt. Demüthigung vor Gott bei dem Andenken an Verfündigung Kurzes Sündenbekenntniß Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung Selbsterweckung am Tage der ersten Communionfeier E1 # 1 ♦ Erweckungen vor der Communion Dankgebet nach der Communion Gebet eines Landmannes bei und nach der Aussaat. Gebet bei aufsteigendem schweren Gewitter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott Dankempfindung nach einem Gewitter Gebet nach einem verheerenden Gewitter Dankgebet nach einer gesegneten Ernte. Trostgebet nach einer dürftigen Ernte Demüthigung vor Gott in Krankheit Gebet bei anhaltender Krankheit Gebet bei Sterbenden Gebet nach einer Krankheit 31 01 ♦ + + ♦ + someo mahip on tim thinden 1 Seite 20 20 21 11 f = 11 11 11 11 S 11 " 1 11 25 24 26 26 2223 28 31 32 34 35 36 37 Gebete Gebete für die häusliche Erbauung. Morgenandacht einer christlichen Familie. Almächtiger und gütiger Gott! Vater aller deiner Menschen! Mit vereinigten Herzen danken wir dir, daß du uns diesen neuen Tag gesund haft erleben lassen. Ja, deine Treue ist groß, und deine Barmherzigkeit ist alle Morgen neu. Gelobt seist du für die Erquickung, die wir durch den Schlaf genossen haben, und für die neuen Kräfte, die du uns verliehest. Dir wollen wir sie heiligen, und sie mit freudiger Gewissenhaftigkeit, durch Herzens- und Berufs- Treue, ganz zu der großen Absicht anwenden, wozu du fie uns gabst, und sie uns heute aufs neue ertheilest. Du willst, daß wir heilig und unsträflich vor dir wan= deln in Liebe; denn du willst, daß wir hier unter einander, und dort einst ohne Aufhören bei dir, glückselig sein sollen. So laß uns Alle festhalten an deinen väterlichen Befehlen, an den großen Verheißungen, die du uns so huldreich durch Jesum Christum gegeben hast. Dein und unsers Gewissens Beifall sei uns mehr werth, als alles Menschenlob und alles Erdenglück! Du kennest die geheimsten Regungen unsers Herzens, siehest all' das Gute, das wir wollen und thun, und willst es einst gnädig vergelten. Unser frommer Wandel vor dir, unser kindlich redliches Aufsehn auf dich, sei denn auch heute unser ernstliches Bestreben, unsere Ehre vor Himmel und Erde, und unsre segensvolle Aussaat auf die uns Ullen bevorstehende Ewigkeit! Gib Jedem unter uns Luft, Kraft und Gelegenheit, heute recht viel Gutes zu verrichten. Gib den Eltern Weisheit, den Kindern Folgsamkeit, den Herrschaften Güte, den Dienstboten Treue, Allen einen christlichen Wetteifer in guten Werken. Jeder von uns sei dem Andern Beispiel und Ermunterung zum Wohlwollen, zur Sanftmuth, zur Eintracht, zu einem Sinne, wie Jesus Christus gesinnet war, Auf 6 - Aufrichtig sei unser Verlangen, unserm Nächsten, so viel wir's immer vermögen, zu dienen; Mäßigkeit und Dankbarkeit begleite uns bei dem Genusse deiner Wohlthaten; Muth und Standhaftigkeit in Ausübung unserer Pflichten und in Ertragung der Prüfungen, die du, bester Bater, nicht anders, als zu unserm Besten, über uns verhängen kannst. Sei mit allen Armen, Verlassenen, Leidenden, mit den Lebenden und Sterbenden. Wir vereinigen uns mit allen deinen Kindern, die in dieser Morgenstunde mit uns ihr Herz zu dir erheben. segne uns Alle mit der Fülle deiner Erbarmungen; damit, so lange wir hier wallen, wir dir wohlgefällig sein mögen! Amen. Abendandacht einer christlichen Familie. Treuer und barmherziger Gott! Mit Dank haben wir diesen Tag angefangen; mit Dank wollen wir ihn endigen. Du thatest deine milde Hand auf und sättigtest auch uns mit Wohlthaten und mit Freude. Speise und Trank, Kleidung, Fortgang in unserer Arbeit, frohen Muth und so manchen andern Segen haben wir aus deiner Vaterhand empfangen. Preis sei dir für alles Gute gesagt, das wir von Undern zu erlernen, das wir Undern zu er weisen durch dich Gelegenheit hatten. Dank sei dir für die Belehrungen und Tröstungen, die uns durch das Evangelium deines Sohnes Jesu Christi zu Theil geworden. Uch, haben wir denn aber auch würdig gehandelt, würdig des hohen Berufs, zu dem wir als Christen beru fen sind? Haben wir, als Eltern, als Kinder, als Herrschaften und Dienstboten Alle, nach den Umständen, in die du Jeden von uns gesetzet hast, das wirklich geleistet, was wir dir so oft, und auch diesen Morgen erst, ange lobt haben? Du gönneft uns ja, Allgütiger, die reinsten, süßesten Freuden des beruhigenden Bewußtseins, das Gute durch dich gewollt und verrichtet zu haben; du hilfft uns dazu; dem 7- dem Redlichen schenkst du Wollen und Vollbringen. Ach, möchten wir uns doch jetzt Alle dieses Glückes von dir zu getrösten haben, daß keiner unsrer Mitmenschen von uns betrübt, und kein Unlaß, dich und dein Reich zu verherrlichen, von uns verabsäumt wäre! - Alwissender, vor dir liegt unser Thun und Lassen aufgedeckt. Gib Jedem unter uns recht lebhaft zu erkennen, was dir an uns mißfällig gewesen. Gib Ernst und Gnade zur Besserung. Unserm unsterblichen Geiste ist ja doch nur alsdann wohl, wenn wir deines väterlichen Wohlgefallens gewiß sind. Dann legen wir uns getrost in die Arme des Schlafes, in deine Arme hin, o du, dessen Auge auch in der Finsterniß über uns offen stehet. Ja, dein sind wir, o Algütiger, in Ewigkeit. Amen. Aufmunterung zur würdigen Feier des Sonntags. Wie groß ist deine Liebe und Güte, o Gott, gegen uns Menschen, daß du uns eine Religion gegeben hast, die unsern Verstand erleuchtet, unsern Willen heiliget, unser Herz bessert, unser Gemüth beruhigt, und uns zu frohen und glücklichen Menschen macht! Daß wir dich als Vater kennen, daß wir uns deiner Vorsehung freuen, daß wir eine felige Unsterblichkeit hoffen; das alles verdanken wir ihr. Und wie heilig und wohlthätig sind nicht ihre Gesetze, wie gerecht und menschenfreundlich ihre Gebote, wie heilig und erhaben das Muster, das sie uns in dir und in deinem Sohne aufstellt! Gott, wie glücklich könnten wir sein, wenn wir dieser Religion immer gehorchten! Wie viel Ruhe, Zufriedenheit und Wohlsein würde sich dadurch über uns verbreiten! Auch ich freue mich heute, daß ich ein Christ, daß ich zu dieser Religion berufen bin, und an ihrer öffentlichen Verkündigung Theil nehmen kann. Sei mir denn gesegnet, Tag des Herrn, der mich zur würdige sten Beschäftigung, zur heiligsten Freude für meinen Geist einladet, über die wichtigsten Angelegenheiten meines Lebens, über meine höhere Bestimmung nachzudenken! Auch heute will ich mich dieses Vorzugs ganz freuen, und von demselben den besten Gebrauch machen. Heute will ich über - 8 - über die Religion Jesu sorgfältig nachdenken, und mich mit ihr immer bekannter und vertrauter machen. Ich will den öffentlichen Versammlungen der Christen beiwohnen, und aufmerksam sein auf alle die herrlichen Lehren, die ich da selbst höre. Ich will durch mein Beispiel der Undacht meine Mitchriften erbauen, und zu gleichen Empfindungen anreizen. Ich will jede Betrachtung und jede Uebung der Undacht dazu anwenden, meinen Geist zu bilden und zu veredeln, mein Herz zu frommen Entschlüssen und Gesinnungen zu beleben, und in denselben zu stärken. Ich will Jesum, den Erretter meiner Seele, den Stifter meines Heils, mit innigster Dankbarkeit verehren, und seine höchst erfreuende und beglückende Lehre über Alles hochschätzen, und durch sie immer weiser, tugendhafter und glückseliger zu werden suchen. Unterstüße mich dazu, mein Vater, und hilf mir diesen Tag würdig vollbringen. Dir sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Umen. Abendgebet am Sonntage. So hab' ich denn, o Gott, einen der schönsten Tage meines Lebens vollbracht, den Tag, der deiner Verehrung geweihet war. Dank sei dir für alles Gute, das ich heute genoffen, für alle Freuden, die ich empfunden, für alle Belehrungen und Aufschlüsse, alle Anweisungen und Warnungen, für alle Tröstungen und Ermunterungen, die ich aus deiner Religion geschöpft habe. Drücke nun alles dieß Gute meinem Herzen tief ein, und laß es Einfluß haben auf mein ganzes Leben. Laß es mich begleiten bei allen meinen Geschäften, bei allen meinen Schicksalen, im Glück und Unglück, in Freude und Leid, und mich stärken, daß ich weder im Glücke übermüthig, noch im Unglücke verz zagt werde. Laß mich überall so denken und handeln, wie es einem Christen gebührt, und dich durch Werke der Liebe preisen. Verbreite das Licht deiner Erkenntniß immer weiter, und laß alle Menschen immer mehr und mehr zu dem Glücke gelangen, dich in deinem Sohn Jesu, im Geist und in der Wahrheit, zu verehren. Vergib, wenn ich die sen Tag durch irgend eine unedle Handlung entweihet habe. Vergib 9 -- Vergib jede Unachtsamkeit und Zerstreuung bei Anhörung deines Wortes, jede Trägheit und Widerspenstigkeit in Be folgung deines Willens, und hilf mir künftig meine Pflicht sorgfältiger und genauer erfüllen. Deines Beifalls gewiß, gehe ich nun meiner Ruhe getroft entgegen. Dein Auge bewache mich, deine Allmacht schütze mich! Amen. Morgengebet. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens! Ich danke dir mit erfreuetem Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag haft erleben lassen. Du hast mich in dieser Nacht beschützt, und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die erneuerte Munterkeit, mit welcher ich abermal die Pflichten meines Berufs und Standes vollbringen kann. Gib mir dieß so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und die Alles verdanke, was ich bin und habe. Leite mich auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich nicht durch eigne Schuld mir Unglück bereiten möge. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten; damit ich nicht am Abend Vergehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Gib meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang: denn ohne dein Gedeihn ist alle unsere Arbeit vergebens. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von Denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß Alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig 10 gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. - Abendgebet. Hier erscheine ich vor dir, mein Vater, um mit dankerfülltem Herzen dich für die unzähligen Wohlthaten zu preisen, womit deine Hand auch heute mich überschüttet hat. Deine Gnade ist es, durch die ich war und lebte. Von dir kam die Kraft zu jedem guten Geschäfte; von dir kam der Segen, der es begleitete. Leben und Wohlthat haft du mir verliehen; dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Dafür danke ich dir, mein Gott, und erhebe deinen Namen. Möchte ich dir doch eben so wohlgefällig gewesen sein, als du mir gnädig warst! Möchte ich doch keins der Gelübde gebrochen haben, wodurch ich mich an dem Morgen dieses Tages vor deinem Ungesichte auf's neue dir heiligte. Aber, Herr, allwissender Gott, wie könnte ich vor dir meine Schwäche verhehlen? Wie manche Gelegenheit zum Guten habe ich auch heute ungenügt gelassen! Wie manche meiner Kräfte nicht so angewandt, daß ich mit Zuversicht dir einst Rechenschaft davon ablegen könnte! Uch, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meinen Missethaten! Um deiner erbarmenden Güte willen, verzeihe die Uebertretung dieses und aller verflossenen Tage meines Lebens! Entziehe mir den Schuß nicht, welchen alle Diejenigen genießen, die sich mit kindlicher Demuth deiner Regierung unterwerfen. Erneure die Kräfte meines Körpers durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagewerk morgen mit Freuden wieder antreten, und mit allem Eifer muthig treiben könne. Laß kein Uebel mir und den Meinigen begegnen, und keine Plage zu unsrer Wohnung sich nahen. Laß mich mit reinem Herzen voll Preis und Dank für deine, auch im Schlafe, mir erzeigte Gnade morgen erwachen. Umen! Ein anderes Morgengebet. Herr, wenn ich erwache, so denke ich an dich. Wie köstlich ist mir der Gedanke von dir! Wie erfreulich das Ge fühl, - 11 - fühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben siehest und kennest, und mit deiner Ullmacht, Weisheit und Gnade umgibst! O möchte der Gedanke an dich heute und alle Tage meines Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude sein! Ja, möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe lebhaft und wirksam bleiben! Ich gehe oder liege, so bist du um mich; du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und Handlungen! nun so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allgegenwärtigen, nicht scheuen darf. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest: nun so will ich mir auch nicht Ein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kennest selbst meine Gedanken von ferne: nun so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohlgefällig ist vor dir. Auch mein Seufzen ist dir nicht verborgen: darum will ich mich immer mit meinen Wünschen an dich wenden, in Allem auf dich sehen, und Alles, was ich bedarf, mit kindlicher Zuversicht von dir erbitten und erwarten, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und einen vergisfest und versäumest, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Ullmächtigen und Allgegenwärtigen, will ich wandeln und fromm sein. Das hilf mir, gnädiger und barmherziger Gott, und gedenke meiner heute und allezeit im Besten, um Jesu Christi willen. Amen. Abendgebet. Gott, der du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben die Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade erfahren läsfest, der Gedanke an dich sollte heute mein Führer sein. Er sollte mich allenthalben begleiten, sich an Alles, was ich that, redete und dachte, anschließen, und mir Kraft und Troft, Freude und Seligkeit einflößen. Wie unglückselig würde ich sein, wenn ich diesen Tag zugebracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Ge danke an dich mir gleichgültig und beschwerlich gewesen wäre! O möge ich nie so unglückselig sein und werden! Möge doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste 12 - Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer ange nehmer und willkommner, und in meinem ganzen Verhalten immer wirksamer werden! Wie selig werde ich sein, wenn ich dich immer vor Augen und im Herzen habe! Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum Zeugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme? Wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit geduldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du bei mir bist in der Noth? Wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quelle aller Freude? O führe mich, führe Ulle, die dich kennen, zu dieser Seligkeit! Schenke mir die Gnade, dich mir immer zu vergegenwärtigen, bei Allem, was ich denke und rede und thue und genieße und dulde, auf dich zu sehen, mich immer nahe an dich zu halten, wie du mir allenthalben nahe bist, und in der Vorstellung von deiner Nähe Kraft und Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Voll des frohen Gedankens an dich und deine Gegenwart, überlasse ich mich getroft der Ruhe dieser Nacht, und sehe al len meinen künftigen Schicksalen im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt, getroft entgegen. Ich fürchte kein Unglück; denn du bist bei mir! Umen. Ein anderes Morgengebet. Herr, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich auch sterbe, zu dir, dem Erhalter meines Lebens, dem Regierer meiner Schicksale, dem Geber alles Guten, dem Gott, der da hilft, und dem Herrn Herrn, der auch vom Tode errettet, zu dir erhebe ich, dein schwaches, hülfsbedürftiges Kind, mein Herz mit frohem Danke und kindlichem Vertrauen. Dir danke ich für die Ruhe dieser Nacht, für den erquickenden Schlaf, für die Erhaltung meines Lebens, für die Stärkung meiner Kräfte und für die Heiterkeit des Geistes, womit ich jetzt erwacht bin. Alles kommt von dir; Alles ist Geschenk deiner freiwilligen, unerschöpflichen, ewig fortwährenden Güte. Ulles ist Beweis, daß du mich liebest, für mich forgest 13 forgest und nie aufhörest, für mich zu sorgen. Aber zu dir steht auch meine Hoffnung und Zuversicht, daß du ferner allezeit mit mir sein, mich gnädig erhalten, weife regieren, mächtig beschützen, vor dem Bösen bewahren, zum Guten stärken, mich segnen werdest durch Christum. Ich weiß nicht, was mir gut ist, und was ich mir im Irdischen von dir erbitten soll. Du allein weißt untrüglich, was mir davon heilsam ist; und deiner Weisheit und Güte überlasse ich es mit kindlicher Zuversicht. Über um geistlichen und himmlischen Segen, um Weisheit und Verstand, um Stärke im Glauben und in der Tugend, um Kraft, deinen Willen zu thun, mich in allen Dingen zu beweisen als einen Jünger Jesu Christi, und dir zu gefallen, um deine Gnade, um ein gutes Gewissen, um den Trost der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens, darum bitte ich dich von ganzem Herzen; und das wirst du mir gewiß nicht versagen. Ich weiß nicht, was mir heute, oder in dem künftigen Laufe meiner Tage begegnen wird. Aber das weiß ich, und deß tröste ich mich, daß ich unter deiner Aufsicht, unter der Aufsicht des besten Vaters, des weisesten, gütigsten, mächtigsten Herrn lebe, und daß mir unter deiner Aufsicht nichts geschehen kann, als was du haft ersehen und was mir heilsam ist. Nun so geschehe an mir dein guter und gnädiger Wille! Ich hoffe auf dich. Dir übergebe, dir vertraue ich mich ganz und gar auf diesen und alle folgenden Tage meines Lebens, auch auf meinen Tod. Unter deinem Schuße fürchte ich kein Unglück. Unter deiner Regierung werde ich stets zufrieden und glückselig sein. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt! Amen. - - Abendgebet. Mit dir, o Gott, gütiger und liebreicher Vater, habe ich heute mein Tagewerk vollendet. Du warst es, der mir heute und allezeit Kräfte, Gesundheit und Munterkeit zu meinen Geschäften verlieh. Von dir kam Ulles, was sich zu meiner Wohlfahrt vereinigte. Dir gebührt also mein - 14 - mein innigster Dank. Mit Freuden bring' ich dir dieß Opfer. Ich preise dich fröhlich und freue mich deiner Güte und Treue. Nur der Gedanke betrübt mich, daß ich meine Pflicht nicht immer erfüllt, daß ich so manches Gute unterlassen, oder das Gute nicht immer aus reinen und edlen Gesinnungen gethan habe. O mein Vater, der du mich und alle meine Handlungen und Gesinnungen kennst, vergib mir gnädig jedes BVergehen, jede Verlegung meiner Pflicht, und mache mich für die Zukunft weiser und eifriger zur Erfüllung deines heiligen Willens. Laß mich täglich in meinem Berufe treuer, täglich frömmer, täglich dir wohlgefälliger werden, und den Abend mei nes Lebens mit der freudigen Hoffnung erwarten, daß auch ich deine gnädige Stimme hören werde: du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenig getreu gewesen, ich will dich über Viel segen; geh' ein zu deines Herrn Freude! Amen. Morgengebet am Schluß einer Woche. Schon wieder, o Gott, steh' ich am Ende einer Woche! Wie viele derselben werde ich noch zurücklegen? Vielleicht ist diese die letzte, die ich durchlebe, vielleicht erleb' ich den Abend nicht. Gib mir, o Gott, die Nichtigkeit und Bergänglichkeit aller irdischen Dinge lebendig zu erkennen. Lehre mich einen guten und weisen Gebrauch von meinen Tagen machen. Laß mich nicht bloß leben, um zu leben, sondern um gut zu leben, und durch Tugend und Frömmigkeit mich zu einem höhern Leben vorzubereiten. Laß mich niemals um ein irdisches Gut zu sehr besorgt und bemüht, noch auf irgend einen Vorzug stolz sein. Lehre mich bedenken, daß Alles eitel und vergänglich ist, und daß nichts von Allem, was ich sehe und besize, mir zu lett übrig bleibt. Die Freuden dieses Lebens aber, welche du mir nach deiner Güte zutheilest, laß mich unschuldig, mit Dankbarkeit gegen dich, und als Borempfindungen jener Seligkeit des Himmels genießen. meinem Ziele näher, als ich's glaube. Hilf mir so leben, daß ich jeden Tag, als den letzten meines Lebens, ruhig erwarten, und mich der trostvollen Hoffnung einer ſeligen Vielleicht bin ich Un - 15 - Unsterblichkeit freuen könne, die du uns verheißen hast durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. Abendgebet. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und erfahre mich, wie ich's meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf richtigem Wege. Ja, keine Untersuchung kann für mich wichtiger sein, als diese. Was wäre es, wenn ich alles wüßte, wenn ich alle Erkenntniß hätte, wenn ich alle Dinge ergründen und erforfchen könnte; und dennoch mir selbst unbekannt und verborgen bliebe, meine eigenen Gesinnungen nicht erfor= schen, und kein richtiges Urtheil über meine Handlungen fällen könnte? Alwissender und Allgütiger, mache mich mit dir bekannt! Laß mich mein eigenes Herz, meine Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, meine Tugenden und Untugenden erkennen, und immer besser, immer dir wohlgefälliger werden. Gib mir auch die Fehler, Sünden und Thorheiten, deren ich mich in dieser Woche schuldig gemacht haben mag, lebendig zu erkennen. Vergib sie mir gnädig um deiner Liebe, und um deines Sohnes willen, der mir deine Gnade und die Vergebung meiner Sünden verheißen hat. Laß mich von nun an mit verdoppeltem Eifer an meiner Selbstverbesserung arbeiten, und jeden kommenden Tag meines Lebens weiser, tugendhafter und frömmer werden. Sei auch gepriesen für alle die Wohlthaten, die du mir diese ganze Woche hindurch erwiesen haft. Walte mit deiner Güte ferner über mir und den Meinen, und laß mich unter deiner Aufsicht immer ruhig und zufrieden leben! Amen. Erweckung zur Treue im Berufe. Gott, du hast uns alle zu einem thätigen und arbeitfamen Leben bestimmt, und mit einem solchen Leben haft du die wesentlichsten Vortheile, die mannigfaltigsten Freuden verknüpft. Wehe dem, der seiner Bestimmung vergißt, und sich der Trägheit und dem Müßiggange ergiebt! Ihn fliehen Ruhe und Zufriedenheit, ihn verfolgen Langeweile und Ueberdruß; seiner warten Schande und Elend! Fern 16 Fern sei es denn von mir, die Pflicht der Arbeitsamkeit für eine drückende Last zu halten, die ich wider meinen Willen tragen müßte, und der ich mich lieber entziehen möchte! Nein, sie ist, so wie alle Pflichten, die du, Ugütiger, von uns forderst, Mittel und Weg zu größerer Vollkommenheit; und ihre treue Erfüllung belohnt sich selbst. Nur dann, wenn ich meine Fähigkeiten und Kräfte treulich gebrauche; wenn ich meine Berufsgeschäfte fleißig und redlich betreibe; wenn ich ein gemeinnütiges Leben führe: nur dann werde ich meines Daseins, meiner Kräfte, meiner Zeit und meiner Güter auf eine vernünftige Weise froh; nur dann kann ich mir selbst und Undern, und dir, meinem Schöpfer und Herrn, Rechenschaft von ihrer Anwendung geben; nur dann mit Zufriedenheit auf jeden verflossenen Tag zurück sehen, und ihn mit dem Bewußt: sein beschließen, daß ich an demselben guten Samen auf die künftige Ernte ausgestreuet habe; nur dann kann ich am legten meiner Lebenstage bienieden ohne Reue und Vorwürfe auf sie alle zurück blicken, darf keinen für gänzlich verloren halten, und kann mich noch sterbend der guten Bemühungen und Thaten freuen, womit viele der felben bezeichnet sind. Ja, Gott, ich verehre deine weisen, gütigen Anordnungen in der ganzen Welt. Ich erkenne es, ich fühle es, wie stark sie mich zur Arbeitsamkeit, und zur Treue in meinem Berufe verpflichten. Möchte ich doch diese Verpflichtungen nie vergessen, und sie immer vollkommner erfüllen! - Ja, die Arbeitsamkeit soll mir schon an sich, auch ohne Hinsicht auf die äußern Vortheile, welche sie mir verschafft, theuer sein! Auf eine würdige und pflicht: mäßige Weise thätig und geschäftig sein, das ist wahres Leben, Leben des Geistes; wie gering auch die äußern und sichtbaren Folgen derselben sein mögen. Alle meine Fähigkeiten und Kräfte, o Gott, sind Geschenke deiner Güte, find Talente, die du mir zum Gebrauche anvertrauet hast. Einst soll ich dir von der Anwendung derselben Rechenschaft geben! Wie kann ic forgfältig und eifrig genug sein, sie wohl zu gebrauchen? 15 Du - 17 Du hast mich in mannichfaltige Verbindungen mit meinen Mitmenschen gesegt. Ich kann ihrer Hülfe und ihres Beistandes nicht entbehren; tausend Gutes ist mir durch sie von meiner Kindheit an zu Theil geworden, und wird mir noch täglich zu Theil. Welch ein undankbares, unnüßes Geschöpf, und wie unwürdig deiner Gnade und Wohlthaten würde ich sein, wenn ich nicht andern Menschen durch Fleiß und Treue in meinem Stande und Berufe so nüglich zu werden suchte, als ich nur kann? Ich bin, so wie alle deine Geschöpfe, ein Werkzeug in deiner Hand, wodurch du deine weisen und gütigen Absichten ausführest; und je treuer ich in meinem Berufe arbeite, je unermüdeter ich das Gute thue, das ich in meinem Wirkungskreise thun kann und soll: desto mehr darf ich mich dessen freuen, daß ich deine gnädigen Ubfichten befolge, und dein Werk auf Erden treibe. Du, Gott, wirkest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Deine Kraft ist unbegrenzt, dein Thun ist unermeßlich, und Ulles, was du wirkest, ist und schaffet Leben, Freude und Seligkeit. O möchte ich durch die beste und unverdrossenste Unwendung alles dessen, was ich bin und habe und kann und vermag, dir, meinem himmlischen Vater, immer ähnlicher, und dadurch eines höhern Berufs und wichtigerer Geschäfte in der zukünftigen Welt immer fähiger werden! Amen. Ermunterung zur Dankbarkeit gegen Gott. Von dir allein, o Gott, kommt alles Gute, was wir Menschen genießen; du bist die Quelle alles Lebens und Segens. Auch mich hast du mit deinen Wohlthaten überschüttet, und ihrer sind mehrere, als ich zählen kann. Auch mich riefst du ins Leben, um mich zu einem Denkmale deiner Liebe zu machen; und immer habe ich sie erfahren, seitdem ich bin. Noch ehe ich selbst mich kannte, war mir von deiner wohlthätigen Fürsorge Hülfe und Pflege bereitet, deren ich zu meiner Erhaltung bedurfte. Daß ich noch lebe und deiner Güte mich freuen kann; daß so manche Gefahr vor mir vorüber ging, die meiner Wohlfahrt drohte; daß ich so manche Erleichterung erfuhr, 2 - 18 - fuhr, wenn Kummer mich drückte, daß ich so manche Noth überstand, und daß des Angenehmen in meinem Schicksale noch immer mehr war, als des Widrigen; ja, daß selbst das Widrige mir nüßen mußte: dieß Alles kam von dir, o Gott! Dieß war das Werk deiner wohlthätigen Liebe, du Herr und Vater meines Lebens! Doch du haft noch viel mehr an mir gethan: du hast dich auch meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, sondern zum Genuß immer höherer Seligkeiten gelangte. Auch mir zum Heile sandtest du deinen Sohn in die Welt, ließeft auch mir sein heiliges Evangelium bekannt werden, durch ihn auch mir Gnade und ewiges Heil verkündigen. Und, o! wie mannichfaltig waren nicht die Erweckungen zu einem treuen Gebrauche dieser Gnade von meiner Jugend an! Wie unermüdet war dein Bestreben, mich auf den Weg zu leiten, der zu wahrer Zufriedenheit in dieser Welt, und einst zu ewigen Freuden führt! Mit welcher Geduld überfahest du meine so häufigen Berirrungen! Mit welcher Langmuth trugst du mich, wenn ich deinen erbar: menden Absichten widerstrebte! Wie unermüdet wirkst du noch immer durch deinen guten Geift an meinem Herzen, um sie an mir zu erreichen! Gott, wie sind deiner Wohl thaten so viele! Wie soll ich sie dir vergelten, du mein Vater, mein höchster Wohlthäter! Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir bewiesen hast, und selbst in der Ewigkeit noch herrlicher beweisen willst, wenn ich dir findlich folge. i gib mir eine immer lebhaftere Ueberzeugung von deiner unaussprechlichen Liebe. Sei mir eine kräftige Erweckung, dich wieder zu lieben, und deinem wohlthätigen Willen gerne und mit Freuden zu gehorchen! Immerdar fei sie mir vor Augen, und erfülle mein ganzes Herz mit Ehrfurcht und Liebe gegen dich! Deinem Dienst und dem Gehorsam gegen deine Befehle will ich alle meine Kräfte weihen. Laß dir dieses Opfer wohl gefallen! Was kann ich dir sonst geben? Du bist der Allfelige, der keines Dinges bedarf. Kein Geschöpf kann dir auch nur eine einzige deiner Wohlthaten vergelten. Über was ich thun kann, das will ich thun. Ich will mich redlich - 19 - redlich befleißigen, deine Wohlthaten den Absichten gemäß anzuwenden, zu denen du sie mir gabft. Das Gute, das du uns schenkst, nach deinem heiligen Willen gebrauchen, das ist dir wohlgefälliger Dank. Stärke mich dazu, o Gott, damit ich hoffen darf, deiner Liebe einst ewig froh, und im vollkommnen Genusse derselben unaussprechlich glücklich zu werden. Dort will ich dir würdiger danken, als meine schwachen Lippen hier vermögen! Umen. Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes ples de madam Schickungen. Herr und Vater meines Lebens, wie trostvoll ist es mir, daß ich unter deiner gnädigen Obhut und Leitung stehe, und daß alle meine Schicksale in deiner Hand sind! Du willst nach deiner unendlichen Güte nur mein Bestes; in dem Lichte deiner Alwissenheit fiehest du untrüglich, was mir am heilsamsten und nüßlichsten ist, und was du, Allmächtiger, willst, das geschieht im Himmel und auf Erden. Wie sollte ich denn nicht gern und willig mich allen deinen Schickungen ergeben? Wohl uns, daß du, allweiser und allgütiger Vater, den Lauf meines Lebens mit Allem, was mir begegnet, nach deinem weisen und liebevollen Rathe geordnet hast! Gib, daß dieser Gedanke bei Allem, was mir jemals widerfahren wird, und was mich zur Unzufriedenheit reizen könnte, immer gegenwärtig und lebendig in mir sei, und allen Unmuth, der sich bei mir regt, überwinde. 3war stimmen meine Wünsche nicht immer mit dem überein, was du mich erfahren lässest: aber nie müsse mein Herz so thöricht sein, wider deine Fügungen zu murren, und sich unglücklich zu achten, weil du mich Wege führst, die, wenn sie auch für mich hie und da raub und schmerzhaft sein sollten, dennoch gewiß unendlich besser sind, als diejenigen, welche ich vielleicht nach meinem Gutdünken zu meinem Unglücke wählen würde. Du alles wohl, und läsfest Denen, machest die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Stärke mich denn, mein Vater, in diesem Glauben an dich, daß ich dadurch gewöhnt werde, das alles gut zu finden, 2* 20- finden, was dein Rath für mich gut gefunden hat; daß ich mit allen Umständen, in welche mich deine Borsebung setzt, von Herzen zufrieden sei, und nur das wünsche und wolle, was mit deinem heiligen und guten Willen übereinstimmt. Mache es mir immer einleuchtender, daß das wahre Glück nicht an äußerliche Dinge gebunden, sondern allein in einem rechtschaffenen, dir ergebnen Herzen zu finden sei. Und gib, daß ich mit solchem Herzen dich in jedem Stande meines Lebens ehre; dann werde ich es gewiß auch in der Folge erfahren, was ich jetzt noch zum Theil glauben muß: daß alle deine Wege mit mir lauter Güte sind, und zu meinem wahren und ewigen Wohle hinleiten! Amen. THE VE Demüthigung vor Gott bei dem Andenken an Verfündigung. Don ilia Wenn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Geboten meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so sagt mir mein eigenes Gewissen, daß ich vor dir nicht schuldlos bin. Wie könnte ich nun meine Verfündigung vor dir verbergen, der du das Innerste meiner Seele kennst, und Ulles weißt, was ich denke, rede und thue! Mit inniger Beschämung meiner Seele empfinde ich dieß, und wie unglücklich würde ich sein, wenn ich nicht auf die Gnade und Barmherzigkeit hoffen dürfte, die du durch Jesum Christum allen Denen zugesagt haft, welche mit einem Herzen voll aufrichtiger Reue und voll Glaubens sich ernst lich bestreben, täglich besser und dir wohlgefälliger zu werden. Du hilfft gern Denen, die sich bessern wollen. Regiere denn auch mich mit deinem guten Geiste, daß dieses mein Bestreben mir durch deinen gnädigen Beistand gelinge, da mit alles mein Thun und Lassen, mein Denken und Trachten dir wohlgefällig sein möge. Erhöre mich, so wie du gern Jeden höreft, der nach deinem Willen bittet! Amen. Kurzes Sündenbekenntniß. Du siehst, o Gott, mein Innerstes, und weißt, wie manches Unrechtes, wie mancher Uebertretung deiner heiligen 6 21 ligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du fiehest aber auch meine herzliche Beschämung und Reue, daß ich damit deinem, meines himmlischen Wohlthäters und Vaters, guten Willen zuwider gehandelt, und mir selbst an meinem wahren und ewigen Glücke so sehr geschadet habe. Vergib mir nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Sohne, geoffenbaret haft, alle meine Sünden und hilf mir zur Vollführung des gefaßten ernstlichen Vorsages, besser zu werden, und als ein gewissenhafter, frommer Christ zu leben! Amen. Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung. Fern von den Zerstreuungen des Lebens will ich die seligen Rührungen, welche heute in mir erweckt find, noch durch stilles Nachdenken in mir erhalten und befestigen. O, wie war mein Herz bewegt, als ich in der feierlichen Stunde mit meinen Mitchristen, voll Reue, mich vor Gott demüthigte, und aus dem Munde des Lehrers das Wort des Lebens vernahm, daß Gott den Untergang des Sünders nicht wolle, daß er in Christo sich unser Aller erbarmet habe, und bereit sei, uns unsere Sünden zu vergeben, wenn wir uns dieser Vergebung durch aufrichtige Besserung des Lebens nicht unwerth machen. Vater und Erbarmer, laß es mich mit festem Glauben hoffen, daß du dein gnädiges Ja und Umen zu dieser Versicherung gesprochen habest, und daß du mein gnädiger Gott und mein liebreich gefinnter Bater seist. Verleihe mir nun auch deinen Beistand zu meiner Besserung und stärke mich, forthin als bein gehorsames Kind zu wandeln. Laß mich nie vergessen, was ich dir angelobt habe. Du hast, o Gott, meine Zusage gehört. Ach! wenn ich dir von nun an wieder wissentlich untreu würde: dann würde diese Zusage mich vor dir verwerflich und unvermeidlich elend machen. So will ich denn künftig jede böse Neigung und sündliche Gewohnheit ablegen, mich mit jedem Tage immer mehr von ihnen losreißen, und immer besser und frömmer zu werden suchen. Ich habe gelobt, dir, mein Gott, getreu -- 22 - getreu zu sein bis in den Tod, im Glauben und wahrer Frömmigkeit. Nun, so will ich denn mit ungetheiltem Herzen an dir hangen, dich über alles lieben, und dir, als dein gutes Kind, treu und ergeben bleiben, bis an mein Ende. Leite du selbst mich, durch deinen Geist, auf der ebenen Bahn der Frömmigkeit! Schaffe du selbst in mir ein reines Herz, und gib mir eine neue Gesinnung, die nicht mehr wankt, sondern im Guten gewiß und beständig bleibt. Erhalte du mich dir getreu, unter den mannichfaltigen Reizungen und Verführungen zur Sünde und laß mich von diesem Tage an in dem Bunde der seligsten Freundschaft mit dir, mein Erbarmer, fest stehen, damit ich noch im Tode getrost sei, und einst von dir den Lohn der Treue empfangen möge! Amen. mapilal Selbsterweckung am Tage der ersten Communionfeier.nissim ant Wie wichtig und feierlich unter allen Tagen meines Lebens ist der, welchen ich heute erlebe, der Tag der öffentlichen Huldigung, die ich der Religion Jesu darbringe; der Tag der dankbaren Erinnerung an seine großen Verdienste um mich; der Tag des Bundes der Liebe mit Ihm, und allen meinen Mitmenschen! Wie sollte ich ihn nicht mit Dank gegen Gott, und mit heiliger Freude begrüßen! Wie sollte er mich nicht zum ernsthaftesten Nachdenken auffordern und mein Herz mit der innigsten Rührung erfüllen. Aus dem Zustande der bülflosen Kindheit hat Got: tes väterliche Güte mich bis hieher gebracht. Meiner felbst unbewußt, lag ich bei meinem Eintritt in die Welt auf fremden Armen. Schon damals, als ich für nichts sorgen konnte, ward für mich gesorgt; gesorgt für die Bedürfnisse meines Körpers, gesorgt für die höheren Bedürfnisse meines Geistes. Ich ward gepflegt, belehrt, zum Guten angeführt; ich lernte Gott kennen, und meine Pflichten. Es ist meine Schuld, wenn mir das nicht wichtig geworden ist, was man mich als das Wichtigste für den Menschen kennen gelehrt hat. Wenn 1998 --- 23 - - Wenn ich zurückblicke in die verlebten Jahre, und wie möchte ich heute nicht zurückblicken? 0 Gott, welche zahllose Menge des Guten, das ich schon genossen, ohne alles mein Verdienst genossen habe, stellt sich meinem Auge dar! Aber zugleich wie vieles, was mich beschämt und niederbeugt wie viele verlorene Stunden- wie viele gemißbrauchte Kräfte- wie viele Vergessenheit meiner Pflicht vielleicht selbst wie manche Schuld, die auf meinem Gewissen liegt, wie manches Vergehen meiner Jugend, das ich wohl als Unrecht erkannte, aber dennoch beging! 5 msomid190 - Und doch hat es mir nie an Belehrung und Warnung gefehlt. Doch ist mir dein Bild, göttlicher Erlöfer, von Jugend an vor meine Augen gestellt. Ich habe an deinem Beispiele die Unsträflichkeit der Kindheit und die Heiligkeit der Jünglingsjahre kennen gelernt. Oft hat die Größe deiner Verdienste mein Herz gerührt, und oft, wenn ich hörte, durch welche Leiden und Aufopferungen du mich von der Herrschaft der Sünde frei machen, und zu der Würde der Kinder Gottes erheben wollteft, that ich das fromme Gelübde, mich dir mit allen meinen Kräften wieder aufzuopfern, und durch Unschuld und Heiligkeit des Lebens mich des hohen Christennamens, den ich führe, würdig zu machen. tosis no od nasd di stod Un dem wichtigen Tage meiner ersten Communionfeier werde ich diese Gelübde öffentlich ablegen. Meine Eltern oder meine Lehrer, meine Bekannten und Freunde, so manche Gespielen meiner Jugend, werden Zeugen sein, wenn ich mich dem Altar des Herrn nahe, um daselbst durch den Genuß seines heiligen Mahles zu bestätigen, daß ich ihm angehöre, daß ich mich zu seiner Lehre be fenne, daß ich es für mein höchstes Glück halte, ein Chrift zu sein. Gewiß wird in diesem Augenblicke mein Geist von einem geheimen Schauer ergriffen werden, der mich erinnert, wie heilig mein Gelübde sei, und zu welcher unverbrüchlichen Treue ich mich verpflichte. Wäre von allen diesem nichts in meiner Seele, ach, so wäre ich ein Heuchler, und ermangelte der heiligen Ehrfurcht vor Dem, Spir in ---24 - in deffen Hand mein ganzes Schicksal liegt, und den ich nie täuschen kann! sol stuse nim daß der Eindruck dieser Handlung mich nie ver lasse! Ich gehe mit jedem Jahre, das ich älter werde, schweren Versuchungen entgegen. Bisher ging ich an der Hand leitender Eltern oder Freunde. Bald soll ich allein geben, soll mich selbst halten. Die Welt erwartet mich mit allen Reizen zum Bösen. Ich trage in meiner Sinnlichkeit einen innern Feind mit mir umher, der so geneigt ist, sich mit der Verführung von außen gegen mich zu verbinden. Werde ich stark genug sein, ihm zu widerstehen? Heute sind meine Vorfäßze so fest, meine Lauf bahn in der Welt unsträflich zu durchwandeln, unermüdet an meiner Pflicht zu hangen. Werden sie es bleiben? Unterstüße du selbst mich, Vater meines Lebens, mit deiner göttlichen Kraft. Dein Beispiel, o Jesu, welches dieser Zag meiner Seele so lebendig darstellt, schwebe mir immer vor, und der Gedanke, welche Versuchungen du überwunden, welche Siege du über die Welt errungen hast, gebe mir Muth, dir nachzukämpfen und getreu zu sein bis an den Tod. Erweckungen vor der Communion. So habe ich denn den Tag erlebt, der ein Wonnetag für meine Seele ist, den Tag, an welchem ich mit meinen christlichen Brüdern das Gedächtniß der Liebe des größ ten Menschenfreundes erneure, der für Wahrheit und Tu gend so willig starb, und sich der Glückseligkeit freute, die er dadurch dem menschlichen Geschlechte erringen würde. Ja glückselig bin ich durch seine Lehre, die er durch seinen blutigen Tod gleichsam versiegelt und bekräftigt hat, glückselig durch ihre Vorschriften und Verheißungen, die meine ganze Seele umbilden, und mit Trost und Hoffnung er füllen. Innig erheitert ist heute mein Geist, da ich mich meiner hohen Glückseligkeit durch Jesum freue, und den ganzen Werth seiner Menschenerlösung lebhaft empfinde. Habe Dank, o Vater, daß ich ein Chrift, ein Erlöster deines Sohnes bin. Habe Dank, daß ich von jener traurigen rigen Unwissenheit, von jenen verderblichen Irrthümern, und von jenem sklavischen Joche der Sünde erlöst bin, unter welchem jetzt noch so viele tausend Menschen seufzen. Auch du habe Dank, theuerster Erlöser, daß du für mich so viel gethan, so viel gelitten und erduldet haft, daß ich dieser Wohlthat theilhaftig sein kann. Heute begehe ich das Gedächtnißmahl deiner Liebe mit innigster Freude. Heute bringe ich dir die Opfer des herzlichen Dankes, die dir gebühren. Heute weihe ich mich deiner Liebe auf's neue. Nichts soll diese Bande der Liebe zerreißen. Nichts soll mich wankend machen in dem Vorfate, deine heilige Lehre zu befolgen, und dein schönes Beispiel nachzuahmen. Ich will lieben, wie du geliebt hast, alle Menschen, auch meine Feinde, und will allem dem entsagen, was deinen heiligen Geboten entgegen ist. Ich will von dir Sanftmuth und Demuth lernen, und durch Uebung jeder Tugend beweisen, daß ich dein Schüler bin. O, daß ich diese guten Vorsäge nie vergessen, sondern täglich erneuern möge! Stärke mich dazu, o Gott! und laß mich täglich heiliger und eifriger in der Erfüllung meiner Pflichten werden, damit ich die Freude stets genieße, die ich jetzt empfinde, und das Ziel aller meiner Wünsche, die Seligkeit, durch Jesum Chriftum erreiche, den ich ewig lieben, loben und preisen werde. Amen. 19 25 - iminős - Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod china Die Kraft zu diesem Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Leben dir zu weihn, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch Lieb' und wahre Besserung Mir, und der Welt, beweisen. tim tho Sause seis Dant: - 26 Dankgebet nach der Communion. oph HOW CAN Dank fei dir, Jesu, Sohn Gottes, für das herrliche Gedächtniß deiner Liebe, das ich jetzt gefeiert habe! Mit welcher Beruhigung, mit welcher Freude, mit welcher Hoffnung bin ich erfüllt! Wie wallt mein Herz voll dankbarer Liebe gegen dich, und wie ist jede meiner Empfindungen Liebe und Dank! Herr, mein Heiland! Wie liebreich bast du für mich gesorgt! Durch die süße Pflicht des Andenkens an dich hast du für meine Ruhe und Zufriedenheit geſorgt, und mich durch die feierliche Handlung selbst, die ich zu deiner Ehre und mit Dankbarkeit gegen dich verrichtete, durch himmlische Empfindungen und Gesinnungen belohnt. Wie erhaben über alle Beschreibung ist deine Liebe! Wie undankbar und wie unwürdig deiner Wohlthaten müßte ich sein, wenn ich deiner je vergessen wollte! Nein, du solls immer mein erster, liebster und angenehmster Gedanke sein; deiner Güte will ich mich erinnern in allen Vorfällen meines Lebens, du solst mein bester Freund und treuster Führer sein. Dir will ich fol gen, und alle meine Handlungen zu deiner Ehre einrichten. Wie ich mich heute dir verpflichtet habe, will ich mich dir auf immer verpflichten. Ich entfage hiermit nochmals Allem, das die heiligen Bande der Liebe zwischen dir und mir auflösen oder trennen könnte. Ich entsage jeder Sünde, jedem Undanke, jedem Ungehorsam gegen deine heiligen Befehle, ich bin ganz dein, die auf ewig geweihet. Stärke mich, liebevoller Heiland, daß ich niemals dir wieder untreu werde, nie von dir weiche! Hilf mir in allen Versuchungen standhaft sein; laß mich deine große Liebe und meine theuern Zusagen stets vor Augen haben, und im Leben und im Tode mich als deinen treuen Jünger und Bekenner beweisen! Amen. Gebet eines Landmanns bei und nach der Aussaat. Gott, du erfreuest Alles, was lebet, mit Wohlgefallen; du gibst unserer Erde Fruchtbarkeit, und uns Segen zu unserer Arbeit, und Gedeihen zu unserm Fleiße. Von dir kömmt 27 kömmt Sonnenschein und Thau und Regen, aller Wachsthum und alle Kraft der Pflanzen und Früchte, mit denen du Menschen und Bieh ernährest. Jeder Grashalm zeuget von deiner Güte, und jede Kornähre, die zu Halmen aufsteiget, verkündigt deine Macht und deine Ehre. Was wir sind und was wir haben, das sind und haben wir von dir und von deiner Güte. Dir verdanken wir unser Leben und unsern Uthem, dir unsere Gesundheit und Stärke, dir unsern Frieden und äußere Sicherheit, dir unsern Trieb zur Vollkommenheit und zur Gottseligkeit, dir den Anfang und Fortgang alles unseres Wohlergehens. Ohne dich vermögen wir nichts, und ohne deinen Segen ist alle unsere Mühe und unsere Arbeit verloren. Wir bitten dich, himmlischer Bater, segne das Werk unserer Hände, segne die Saat, die wir der Erde anvertrauet haben, daß sie sich entwickle, daß sie gedeihe, und der Hoffnung einer reichen Ernte entgegen reife! Laß uns auch in diesem Jahre deine Güte schmecken, und deine väterliche Barmherzigkeit in allen unsern Wegen erfahren. Gib uns, was wir bedürfen, gib der Erde, was ihren Wachsthum befördert; und verleihe uns Weisheit im Gebrauche deiner Gaben, Mäßigung in unsern Begierden und Dankbarkeit für alles Gute, das wir von dir em= pfangen. Laß auch uns das erfreuende Beispiel der so reichen und ergiebigen Natur nachahmen, laß uns in aller Weisheit und Gottseligkeit wachsen, und reiche Früchte guter Werke bringen, zur Verherrlichung deines Namens und zu unserer Glückseligkeit in dieser und in der zukünftigen Welt! Amen. - - Gebet bei aufsteigendem schweren Gewitter, und and Erweckung zum Vertrauen auf Gott. Herr des Himmels und der Erde! Richter aller Völker! Dir gebühret Ehrfurcht und Anbetung. Kein Lob kann deine Größe erreichen, kein Verstand deine Macht fassen und begreifen! Wenn dein Donner über uns in den Wolten erschallt, dann zittert vor ihm die Erde, dann beben die Elemente, dann verbergen sich deine Geschöpfe, es spull fürchtet - 28fürchtet sich alles, was Odem hat, und deinen Blitz erblicket. Gott, unser Gott und unser Vater, dein Ödem tödtet und beseelet; deine Stimme schlägt zu Boden unt weckt auf; dein Donner erschüttert die Sichern, unt fetzet die Uebertreter in Angst und Unruhe! Ewig ist deine Macht, und unbeschränkt deine Herrlichkeit! Doch was du über uns verhängst, das muß zu unsrer Wohlfahrt und Glückseligkeit dienen, wenn wir nur deinen Geboten folgen. Du fucheft heim deine Menschenkinder, aber du fucheft sie heim als ein Bater, nicht, um sie zu verder= ben, sondern zu erhalten, nicht, um sie zu betrüben, fondern zu lehren, daß sie auf's Wort merken und auf ihre Pflichten; nicht, um sie zu vertilgen, sondern um sie zur Besserung aufzuwecken und zu ermuntern. Gott, du bist Vater in deinen Gerichten, wie in deinen Werken; in drohender Gefahr, wie in erfreulicher Hülfe; im Donner und Blite, so wie im heitern Sonnenscheine und fanften Frühlingsregen. Stärke und erneure in uns das Vertrauen auf deine Güte, den Glauben an deine Hülfe, und die fefte Ueberzeuguug von deinen väterlichen Absichten! Laß uns mit Dankbarkeit die vielen und gro Ben Vortheile erwägen, die durch ein Gewitter vom Himmel auf die Erde geleitet, und über Menschen und Thiere ausgespendet werden. Fern von uns sei Uber: glaube, tindische Furcht und unchriftliches 3agen vor dei ner Ulmachtsstimme. Erwecke und erhalte in uns den Sinn und den festen Vorsatz, dich zu fürchten und deine Gebote zu halten! Amen. Dankempfindung nach einem Gewitter. Gott, du bist sehr groß und herrlich, und deine Güte währet für und für! Wie furchtbar war das Gewitter, welches über unsern Häuptern schwebte! Wie groß die Gefahr, die unsern Neckern, unsern Fluren, unsern Häufern drohte! Aber du hast die Gefahr vor uns vorüber geführt; die Luft ist gereinigt, und die Felder und Wie fen, für die wir so besorgt waren, stehen in neuer Kraft und Schönheit wieder da. Welch ein Anblick, der unser Auge 1910 - 29 Auge entzückt, und unser Herz mit Wonne erfüllt; der uns den Segen bewundern, und seiner uns freuen heißt, den deine milde Hand wieder über die ganze Natur um uns her ausgespendet hat! Wie sollten wir da nicht an dich denken, unsern Erhalter und segnenden Vater, nicht freudig zu dir aufblicken, und dir Dank und Ehre dars bringen? Ja, so sehr wir in jenem Wetter deine unendliche Macht, o Gott, erkennen und vernehmen mußten; so nachdrücklich fordert uns deine schonende Güte zum freudigsten Danke gegen dich, unsern Beschüßer, auf. Du, nur du konntest dem Sturmwinde gebieten, daß er unserer Fluren schonte; du, nur du konntest unser Leben und unsere Wohnungen vor jenen zerstörenden Bligen bewahren. Gott, wir wollen deine Güte nie vergessen, nie an deiner väterlichen Aufsicht zweifeln; sondern so oft uns wieder vor einer Gefahr bange werden will, freudig daran denken, daß wir an dir einen Gott, einen Vater haben, der da hilft. Aber nie sollte es uns auch aus dem Sinne kommen, wie groß die Angst eines bösen Gewissens sei, wenn Gefahr und Noth einbricht; damit wir uns vor Sünden hüten, und in allen Umständen Muth und Zuversicht behalten mögen. Nur Der muß sich im Ungewitter fürchten, der bei freundlichem Sonnenscheine nicht an dich denkt; aber wer dich immer vor Augen hat, und recht thut, Der fürchtet nichts, wenn gleich die Erde wankt und die Berge erbeben, und die Fluthen braufen: er ist dennoch gutes Muths, er ist auch im Unglücke getrost! Laß uns immer mehr in diesem Sinne gestärkt werden; dann werden wir uns, gütiger Vater, stets deiner freuen, und in bösen wie in guten Tagen zu deinem Preise bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! Umen. Gebet nach einem verheerenden Ungewitter. Gott, deine Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und deine Wege sind nicht unsere Wege. Aber doch sind deine Gesinnungen gegen uns immer liebevoll, und alle deine Wege, auf welche du uns leitest, sollen uns unserer erhabenen Bestimmung immer näher bringen. Ja, du bist stets 30% - ftets unser Vater; Vater, wenn du gibst, und Vater, wenn du nimmst; bist Vater, wenn du erfreust, und wenn du betrübst. Und so hast du gewiß auch aus väter: lichen Absichten das Schicksal uns treffen lassen, worüber Viele jest klagen und weinen. Ach, Gott, wie hat sich doch Alles um uns her verändert! Erweckte noch vor furzem der Anblick der von deinem Segen geschmückten Fluren und Gärten uns zur innigsten Freude: so können wir jetzt ihre Verwüstungen nicht ohne Traurigkeit betrachten. Haben wir in freudiger Hoffnung unsern Samen ausge streut: so werden wir wohl nicht ohne Thränen ernten können. Doch so schmerzlich auch für uns der Verlust ist, den wir erlitten haben: so soll uns tas doch nicht hindern, dich, o Gott, auch hierbei als unsern Vater zu vers ehren, der, auch wenn er züchtiget, nur unsre Besserung will; will, daß wir alles, was er über uns kommen läßt, als ein Beförderungsmittel unsrer geistigen Wohlfahrt ansehen und anwenden mögen. Ach, daß doch diese väterliche Absicht an uns erreicht werden möchte! Ja, hier, bei dem Anblick unsrer zerstörten Saaten, wollen wir es lebhaft fühlen, wie unglücklich Der ist, der sich allein auf Güter verläßt, die ihm so leicht entriffen werden können; wollen uns erweckt fühlen, mehr auf unsern Geift zu säen, und solche Schäße zu sammeln, die keinen Zufällen unterworfen sind. Hier wollen wir es uns sagen, und durch den erlittenen Verlust uns ermuntern, auch in Jahren des Ueberflusses doch unsere Bedürfnisse weislich einzus schränken, nicht durch Ueppigkeit uns zu verwöhnen; sondern die große Kunst zu lernen, auch bei Wenigem zufrieden zu ſein. Hier foll unser Unglück, bei dem wir des Mitleids, des Trostes, und der Unterstützung unserer Mitbrüder bedürfen, uns um so theilnehmender, mitleidiger, dienstfertiger, und zum Wohlthun geneigter gegen Die machen, welche von einem ähnlichen Unglücke betroffen dit nododot werden. dsle So, Herr, laß uns weiser werden, und unser jetziges Schicksal zur Beförderung unserer geistigen Wohlfahrt benutzen. Verhüte es nur, Allgütiger, daß uns der erlittene Verlust in Verrichtung unserer Berufsgeschäfte nicht ver: - 31 - verdroffen mache! Laß uns vielmehr erweckt werden zum Nachdenken, daß wir erlaubte Mittel zur Verbesserung unserer Umstände unermüdet aufsuchen, und dabei auf die Winke deiner Vorsehung achten, und ihnen willig fol gen. Wir wollen uns vornehmen, das Unsrige redlich zu thun, und dann nicht ängstlich zu zagen, sondern unsere Sorgen dir zu befehlen, und hoffen, du werdest uns nicht verlaffen, uns deinen Segen für die Zukunft nicht versagen. Mit kindlicher Zuversicht sehn wir zu dir auf, und halten fest an deiner Verheißung, und rühmen mit getrostem Herzen: gelobt sei der Herr! Er legt uns eine Laft auf: aber er hilft uns auch wieder! Amen. Hollandall mast Dankgebet nach einer gesegneten Ernte. Gott, unser Bater und Versorger wir freuen uns deiner Güte, und, indem wir unsere Ernte vollendet haben, sehen wir mit gerührtem Herzen zu dir auf, dir die Opfer unseres Dankes darzubringen. Welche Reihe von Wohlthaten stellt sich jetzt unserm betrachtenden Geiste dar! Du haft nach deiner Weisheit die Witterung so abwechseln lassen, daß Regen und Sonnenschein das Wachsthum und Reifen der Früchte beförderte. Alles, was uns die Freude der Ernte hätte verbittern, oder nur vermindern können, hast du von unsern Fluren mächtig entfernt. können, haft du be Du verliehest uns Kräfte und Gesundheit, Friede und Rube, um unsere Feldarbeiten ungestört und mit Luft verrichten zu können. Und so find denn unsere so reichlich angefüllten Scheuern Denkmäler deiner Macht, Weisheit und Güte. Gott, du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich! D, laß dir wohlgefallen unser Lob, und die Gelübde der Dankbarkeit, die wir dir widmen! Deiner Güte, o Vater, wollen wir nie vergeffen, deine Wohlthaten nie mißbrauchen. Jeder Genuß des Erntefegens soll uns in der Liebe, im Gehorsam, und im Vertrauen zu dir stärken. Wir wollen nie vergessen, daß Alles, was wir eingesammelt haben, nur dein Eigenthum ſei, und wir als Haushalter darüber geſetzt sind, - 32 sind, die durch Mißbrauch der anvertrauten Güter, durch Ueppigkeit, Verschwendung und Faulheit sich derselben unwürdig und dafür verantwortlich machen würden. Wir wollen, was deine Güte zur Nahrung und Nothdurft, zur Erquicklung und Freude des Lebens uns wieder bereitet hat, mit Danksagung empfangen, und mit Mäßigkeit und Zufriedenheit genießen. Nicht bloß für uns, nein, auch für unsere dürftigen Mitmenschen hast du, Vater aller Menschen, uns so reichlich ernten lassen. Die Wittwe und die Waise, der Verlassene und der Arme hat, nach deinem väterlichen Willen, auch Ansprüche auf einen Theil unsrer Vorräthe. Und so wollen wir ihnen diese Ansprüche nicht hartherzig versagen; wollen von unserm Ueberflusse auch den Bedürftigen und Nothleidenden erfreuen und erquicken. So laß uns, segnender Vater, mit menschenfreundlichen Herzen deines Segens uns freuen, und durch deine wohlthuende Güte im Guten geübt und gestärkt, dadurch ermuntert und angefeuert werden, nach edlern und höhern Gütern zu trachten, die unserm Geifte bleiben, und unvergänglich sind. So laß uns der ewigen Ernte entgegenreifen, wo wir die Früchte eines weisen Gebrauchs deiner irdischen Geschenke, eines gut geführten frommen und tugendhaften Lebens von deiner vergeltenden Gnade hoffen können! Amen. Trostgebet nach einer dürftigen Ernte. Du bist immer weise und gütig, Herr unser Gott, wenn wir gleich deine Gedanken und Wege nicht verstehn; dein Rath ist wunderbar, aber du wirst ihn herrlich ausführen. 3war mit Wehmuth denken wir daran, daß du unsere Hoffnung einer ergiebigen Ernte in diesem Orte nicht erfüllt, sondern durch eingetretenen Mißwachs baft vereitelt werden lassen. Aber auch bei diesem Vorfalle demüthigen wir uns vor dir. Auch bei dieser Entziehung deines Segens erkennen wir es, daß du noch immer unfer gütiger Vater bist. Hast du uns doch bei allem Mangel noch Etwas, und mehr, als wir vermuthes ten, einsammeln lassen. Hast du uns doch das größte Glück - tomull 33 Glück des Lebens, unsere Gesundheit erhalten, und uns und unser Land mit dem Glücke des Friedens gesegnet. Fern sei es daher von uns, daß wir deine Güte, die sich immer an uns verherrlicht, verkennen, daß wir wohl gar wider dich murren sollten. Nein, in stiller Gelassenheit verehren wir die Wege deiner Vorsehung, und mit Thränen im Auge preisen wir dich; denn deine Barmherzigkeit ist es, daß wir nicht gar aus sind, und deine Güte hat noch kein Ende! Auf dich hoffen wir, du wirst es wohl machen! Du gabst uns ja das Leben, und hast es bisher väterlich erhalten. Du kennst ja unsere Bedürfnisse, und wirst uns auch Mittel und Wege zeigen, fie uns zu erleichtern. Du, der du die Vögel nährest und die Blumen kleidest, wirst auch unser nicht vergessen; wirst den Mangel, den wir jetzt leiden, durch Ueberfluß künftiger Jahre uns zu ersetzen wissen. Bewahre uns nur, o Gott, vor Mißtrauen gegen dich! Bewahre uns vor Neid und Mißgunst gegen Diejenigen, die reichlicher geerntet haben als wir! Bewahre uns vor Allem, was uns deines Segens und deiner Wohlthaten unwürdig machen könnte! Erwecke uns, durch Genügsamkeit und Fleiß unsre Umstände zu verbessern, und durch Muth und Weisheit in dieser Prüfung so zu bestehn, daß wir, dadurch im Guten geübt, deines Beifalls uns erfreuen können. Im Bertrauen auf deine Verheißungen, daß nicht aufhören soll Saat und Ernte, werden wir bald unfern Samen für das künftige Jahr wieder ausstreuen. Deiner schüßenden Aufsicht sei unsre Aussaat empfohlen. Laß, wenn es deiner Weisheit gefällt, unser Ackerwerk nicht ohne Segen sein! Ja, wir hoffen darauf, da du so gnädig bist; unser Herz freuet sich, da du so gern hilfft. Dein Name sei gelobet immer und ewiglich! Amen. 3 Demű 34 Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nun Lun erfahre auch ich es in der That, mein Gott, welch ein schwaches Geschöpf der Mensch, und wie hinfällig seine Kraft und Gesundheit ist! Uber Dank sei dir, daß ich weiß, du legest uns nie eine Last auf, die wir nicht unter deinem Beistande ertragen können, und werdest auch dieses Leiden mir zum Besten dienen lassen. Was sollte ich denn unruhig klagen oder ängstlich sorgen? Was kann ich Bess'res thun, als daß ich zu dir auffehe, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bis hierher so väterlich geleitet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch das, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du immer weislich gewendet. Gott, alles dieses erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele unterwirft sich vertrauensvoll dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Du wirst Alles wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und ver trauenden Sinne. Füge es mit der Dauer und mit dem Ausgange meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches für mich und Andere besser und heilsamer sein mag, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Alles sei deinem weisen und gnädigen Willen anheim gestellt! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner, vielleicht noch kurzen Lebenszeit, an meiner Seligkeit mit ganzem Ernst arbeiten. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion sei, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafteste Ueberlegung, welche ich jetzt anzustellen habe. Gib, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, und mir die Tröftungen 35- - stungen des Evangeliums Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Zwar ist bei dir auch für mich viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen; aber ich weiß auch eben so gewiß, daß ich mit den Gefinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen Welt fortleben werde, und daß, wie meine Aussaat ist, so auch die Ernte für mich sein werde. Stets sei mir also der Zuruf Jesu Christi gegenwärtig: selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die, welche ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu sein, und nach der Gerechtigkeit hungern und dürften! Dieser 3uruf erwecke mich, mein Herz von allem dem los zu reißen, wodurch es noch an das Irdische gefesselt ist; er erwecke mich, so viel Gutes zu thun, als ich noch kann, und Allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des zukünftigen Lebens erwecklich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sei die Nacht des Grabes mir nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen und freudigen Gesinnung beharren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen.ogl spoonid Gebet bei anhaltender Krankheit. Noch währen meine Leiden, o Gott! Noch empfinde ich sie in ihrer ganzen Stärke. Noch ist der Kampf nicht ausgekämpft, wodurch ich in's höhere, bessere Leben hindurch dringen soll! Ach, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Ich erkenne meine Pflicht, ich bin bereit, sie zu erfüllen; ich bete dich, meinen Schöpfer und Vater, mit Unterwerfung an. Aber oft reget sich heimliche Ungeduld in mir. Oft will mein Muth sinken, und mein Vertrauen auf dich wanken. Gott, stärke mich Schwachen! Hilf du mir Alles überwinden, und bis an das Ende beharren! Du kennest ja das Maaß meiner Kräfte. Du wirst mir nicht mehr zu leiden auflegen, als ich tragen kann! Noch ist es um wenige mühsame Schritte zu thun: so stehe - 36 - stehe ich am Ziele, und auch diese Schritte wirst du mir gewiß erleichtern, du, der du mich von dem ersten Tritte an, den ich auf dem Pfade des Lebens that, bis jetzt so väterlich geleitet und geführet hast! Ja, du weißt am besten, zu welcher Stunde, und auf welche Art und Weise ich diesen Zustand mit dem künftigen verwechseln soll. Und wenn deine Stunde kommt, dann kommt mit ihr Errettung und Heil! In deine Arme werfe ich mich, als in die Arme des weifesten, gütigsten Vaters! Du wirst dein Kind, an dem du dich schon so gnädig und huldreich erwiesen hast, gewiß nicht verlassen! Bald, bald wirst du es allem Leiden, aller Schwachheit entreiBen, und in die Wohnungen der Ruhe und des Friedens einführen! Ich will auf Jesum, meinen Vorgänger, sehen. Mit seinen Gesinnungen will ich mich stärken. Wie geduldig, wie standhaft hielt er aus bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze! Wie ganz ohne alles Widersprechen, wie kindlich unterwarf er sich deinem Willen! Wie unbeweglich war sein Vertrauen auf dich, seinen himmlischen Bater! Wie ruhig, wie hoffnungsvoll sah er allen Schreck nissen des Todes und des Grabes entgegen! Ja, ihm will ich nachfolgen. Er hat den dunkeln Pfad, der vor mir ist, erhellet, und die Schrecknisse des Todes hinweggenommen. Mit ihm und gleich ihm will ich leiden und sterben, damit auch ich dereinst mit ihm und gleich ihm leben und glückselig sein möge. Sein Sinn soll der meinige, feine Sprache die meinige sein: Bater, nicht, was ich will, sondern was du willst! Vater, dein Wille ge schehe! Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geift! Amen. 60 Gebet bei Sterbenden. Vater und Herr unsers Lebens, wir danken dir von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du diesem Sterben den von Anfange seines Lebens bis auf diesen Augenblick erwiesen hast, und fassen die Zuversicht, nach dem herr: lichen Evangelium Jesu Christi, unsers Herrn, du habest ihn 37. - ihn nicht bloß für dieses kurze Leben geschaffe, sondern werdest auch an ihm deine barmherzigen Absichten in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein größeres Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn von allem Uebel, und hilf ihm aus zu dem bessern Leben, wo kein Wechsel mehr sein, wo sich alles in Freude verkehren wird. Wir unterwerfen uns in der Trennung von ihm deinem stets guten Rath und Willen, und erheben uns von diesem niederschlagenden Anblicke menschlicher Hinfälligkeit zu dir, der du Alles mit uns und für uns wohl machest. Gib uns Weisheit und Ernst, einen heilsamen Eindruck davon in uns zu bewahren. Lehre uns wohl bedenken, daß es mit uns Allen auch einmal, früher oder später, dahin kommen wird, wo alle Güter und Freuden dieser Welt uns nicht helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes Gewiffen uns Trost und Zuversicht geben können. Mache uns dieß zu einem mächtigen Antriebe, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wenn nun auch unsre Zeit kommt, dieses uns Ullen bestimmte Ziel auf Erden, mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen erreichen mögen! Amen. Gebet nach einer Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja, mein Gott, ich will dich loben, ich will dich ewig loben. Da ich dich suchte, antwortetest du mir, und errettetest mich aus aller meiner Furcht. Du nahmst die Krankheit von mir, die mich hart drückte, und mich besorgt machte. Mein Leben war ungewiß, ich war dem Grabe nahe. Aber du sprachst: dieser Kranke foll leben! Und durch deine Kraft lebe ich, und bin gesund. So sei auch mein Leben dir zum Opfer geweihet. Alle meine Kräfte sollen deiner Verehrung geheiligt sein. Ich will - - 38 - will leben nach deinem Willen, und das mir geschenkte neue Leben nach deinem Wohlgefallen anwenden. Laß mich meiner Zusage eingedenk sein, und sie niemals wieder vergessen. Laß mich bedenken, daß du mich von neuem heimsuchen, und meinem Leben plößlich ein Ende machen kannst. Laß mich weise und fromm leben, und zu jeder Stunde auf meinen Tod bereit sein! Dank sei dir für allen Beistand, den du mir in meiner Krankheit verliehen, für alle liebreiche Unterstügung, für alle Tröstung und Erquickung, womit du mich erfreuet hast. Vergilt die Liebe, Zärtlichkeit und Treue meiner Freunde, die es gut mit mir meinten, so viele Geduld mit mir hatten, und mir so treulichen Beistand bewiesen haben. Erfreue sie wieder mit deiner Hülfe und mit deinem Troste, wann auch sie der Hülfe und des Trostes bedürfen. Und da ich aus Erfahrung weiß, wie einem Kranken zu Muthe ist, so will ich mich der Kranken nach Vermögen erbarmen; und wenn ich besonders denen wieder dienen kann, die mich in meiner Krankheit gepfleget und unterstützt haben, so soll dieß meine erste Sorge und meine heiligste Pflicht sein. Befestige, o Gott, diese guten Vorsätze in meinem Herzen, und laß mich in gesunden und kranken Tagen deiner Liebe empfohlen sein! Amen. Im spam cons Jisdiunyit, ramis chan inds ne moulic and so ob modis od onil youndim Yonor did d Dies di mder die lie di 1000.cism.02 sed flatstrearing stout oid di od dol G dot pies chid dau athird ind him sid sien nod tisdiner sid fanden to bi Bloegmi od nisk som toroisd dim / Not stand mind dis se si d omulag mid om didst ot, sise dud dull indst SIDS disa sto mu id neds nism has ist 43 Chorgesänge der Gemeinde bei der Liturgie. Nach dem Sündenbekenntniffedand Gemeinde: Amen. Auf den Spruch nach dem Sündenbekenntniffe: Gem. Herr, erbarm' dich unser! Christe, erbarm' Dich unser! and al Herr, erbarm' Dich unser!#im m60 Nach dem Wunsche: der Herr sei mit euch!" Gem. Und mit deinem Geiste! med hoft Nach der Epistel und des Predigers ,, Sallelujah!" Gem. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! d Nach dem Glaubensbekenntniffe: Gem. Amen! Amen! Amen! Nach dem Dankgebete: Gem. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, und alle Lande, und alle Lande sind seiner Ehre voll! Nach dem allgemeinen Gebete: 12 Gem. Amen! Nach dem Unser Vater: Gem. Amen! Amen! Amen! mms Auf den Segen nach der Predigt: Gem. Amen! Amen! Amen! 90 more wise hast nd Abendmahls- fiturgie. Nach dem Unser Vater: Gem. Amen. Vor dem Abendmahl. Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth. Nach den Einseßungsworten vom Brod: Gem. Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth. Nach den Einseßungsworten vom Kelch: Gem. Heilig ist Gott, der Herre 3 ebaoth, Sein' Ehr' die ganze Welt erfüllet hat. Gem. Amen. Nach dem Abendmahl. det Nach dem Dankgebete: Nach dem Segen: Gem. Amen. Amen. Amen. Druck: Faber'sche Buchdruckerei( G. C. F. Faber) in Magdeburgm10 Anhang zum Neuen Magdeburgischen Gesangbuche. Auf Anordnung des Königlichen Consistorii der Provinz Sachsen. 3 weite Auflage. Magdeburg, 1860. Druck und Verlag: Faber'sche Buchdruckerei. ( G. C. F. Faber.) ការ បង ភូ dut g®t{ od ¢ f statute[ M talue: 1900)* ស្ថិតនៅ ក្នុង ហ្គេម collthout pot ah ដក បុ Stupend off molid pudar medaildag med mot and in 12 Vorwort. Wir haben schon lange das Bedürfniß gefühlt, den zahlreichen Gemeinden, bei welchen das Neue Magdeburgische Gesangbuch« eingeführt ist, ihre geistlichen und Kirchen Lieder in der reinen und ursprünglichen Form und Fassung wieder zugänglich zu machen, in welcher sie ein theures Eigenthum der Evangelischen Kirche sind. Es ist uns dies noch lebendiger entgegen getreten, nachdem angeordnet worden, daß in den Schulen die Kirchenlieder in jener ächten Form gelernt werden sollen, und es als ein großer Uebelstand empfunden werden mußte, wenn anders in den Schulen gelehrt, anders in den Kirchen gesungen wird. >> Gern hätten wir den Gemeinden aus dem reichen Schaße der Kirche noch mehr gegeben; allein in einer im vorigen Jahre in dieser Angelegenheit abgehaltenen Conferenz hat man sich dahin vereinigt, daß vorerst dem Neuen Magdeburgischen Gesangbuche nur ein Unhang von Hauptliedern beigegeben werden möge. Wir freuen uns, den Gemeinden, welche das Gesangbuch besitzen, nunmehr wenigstens diesen Unhang, welcher 200 der schönsten Lieder, von uns zusammengestellt und von dem Evangelischen Ober- Kirchen- Rathe genehmigt, enthält, zum Gebrauche in Kirche, Schule und Haus darbieten zu können. Vorwort. Es wird der Anhang fortan einen integrirenden Theil des sonst unberührt gebliebenen Gesangbuchs bilden, aber auch für sich ausgegeben werden, theils für die Befizer der bisherigen Ausgaben des Gesangbuchs, theils für die Schulen, in denen, wie wir wünschen, derselbe als Schulgesangbuch benutzt werden wird. Möge der HErr das Erscheinen dieser Sammlung und die dem Neuen Magdeburgischen Gesangbuche gegebene Bereicherung mit Seinem Segen begleiten! mid men Trinids& andre Magdeburg, den 12. Juni 1857. miloniza Königliches Consistorium der Provinz Sachsen. dni stimolilopito9 150 mchingi sund sid mind mad ni Bad mdog fond nathisz musd aun asdriums and sign and A mosmalindsgen sindangsingul bid ni and stor and pinion mind thi mise #S disside andsid mi sdtp= nschrida mobilspnoe my du slucidit ni sound000 meg.dau allsleg I. Auf das neue Mel. Erschienen ist der herrlich. 1. Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar; dein König kommt, drum freue dich, du werthes Zion, ewiglich. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer weiter fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Joh. Olearius.+ 1684. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Eur König kommt heran; empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. Kirchenjahr. Advent. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Noth mit reichem Troft euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles Ucht. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht.*) Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welch er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur *) schlicht. be= 2 I. Auf das neue Kirchenjahr. Advent. dig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Ungst noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz verfüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch feine Gnad und Wort; ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rift. 1667. Mel. Nun komm der Heiden. 3. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort bestän2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf und Abrams Lohn, Jacobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Her zen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein! Es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleich wie dein Zukunft war, voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sei auch je derzeit deine Sanftmuth mir bereit! 7. Tröfte, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Uengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög' ent I. Auf das neue Kirchenjahr. Advent. entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held. t 1643. Mel. Vom Himmel hoch, da. 4. Komm, Heidenheiland, Lösegeld, komm, schönste Sonne dieser Welt; laß abwärts flammen deinen Schein, denn so will Gott geboren sein! 2. Komm an von deinem Himmelsthron, Sohn Got: tes und der Jungfrau Sohn; komm an, du zweigestammter Held, geh muthig durch dies Thal der Welt! 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf und stiegst auch wieder himmelauf; dein Abfahrt war zum Höllenthal, die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Bater gleich, besieg hier die ses Fleisches Reich; denn unfers siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Es glänzet deiner Krip: pen Strahl, ein Licht leucht't durch dies finstre Thal, es giebt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. 3. Frand.+ 1677. In eigner Melodie. 5. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet fei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rath! 2. Er ist gerecht, ein Hel fer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unfre Noth zum End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That! 3. wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit fich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit't! Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Undacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Mein's Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weiffel.+1635. Mel. 1* I. Auf das neue Kirchenjahr. Udvent. 4 Mel. Von Gott will ich nicht. 6. Mit Ernst, ihr Men schenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt fein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Uch, mache du mich Urmen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. 3euch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. Val. Thilo.+ 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 7. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne Stolz und Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und macht. 2. Er kommt zu uns ge ritten auf einem Efelein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig wäh ren thut. 3. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm fein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll bracht. 4. Ihr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, der Zorn des Herrn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elen den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Ungst und Leid, seid dennoch wohlgemuth! Laßt eure Lieder klingen, und thut dem König fingen; der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald er scheinen in seiner Herrlichkeit, und all eur Klag und Wei nen verwandelen in Freud. Er ists, der helfen kann. Halt eure I. Auf das neue Kirchenjahr. Advent. 5 eure Lampen fertig und seid ben, damit du alle Welt in stets sein gewärtig; er ist schon ihren tausend Plagen und auf der Bahn. großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. Mich. Schirmer. † 1673. Mel. Valet will ich dir geben. 8. Wie soll ich dich empfangen? Und wie begegn ich dir? O aller Welt Verlangen! O meiner Seelen Zier! Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psal men ermuntern meinen Sinn; mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlas sen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele faßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lie 7. Ihr dürft euch nicht be mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Ungst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er schrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm 6 II. Weihnachten. ihm flucht; mit Gnad und uns allzumal zum ewgen Licht süßem Lichte dem, der ihn und Wonne in deinen Freu: liebt und sucht. Uch komm, densaal! ach komm, o Sonne, und hol Paul Gerhardt. 1676. II. Weihnachten. Mel. Vom Himmel hoch, da. 9. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Bäter hoffend sahn, dich, Gott Mesfias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje: stät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Se: ligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt: Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Chrift. Fürchteg. Gellert.+ 1769. Mel. O daß ich tausend Zungen. 10. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Got tes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und II. Weihnachten. 7 und dieses Welt- und Him Hört, hört, wie mit vollen melslicht weicht hunderttau: send Sonnen nicht. Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute: Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der kla= ren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergeben, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 3. Sollt uns Gott nun können bassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zu gleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will be: trüben? 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. Friedr. Nachtenböfer.+1685. Mel. Warum sollt ich mich denn. 11. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen, 5. Hätte vor dem Menschenorden unser Heil einen Gräul, wär er nicht Mensch worden. Hått er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet, und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 7. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: laffet 8 laffet fahren, liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in groBen Leiden, sehet hier ist die Thür zu den wahren Freu= den! Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getroft! hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift'ten Wunden. II. Weihnachten. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine er, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken; denn du haft meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen. Du giebst g'nug Ehr und Schmuck, mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schwe ben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt. † 1676. In eigner Melodie. 12. Gelobet seist du, Jeſu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau: das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis! 2. Des ewgen Vaters einigs Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser ar mes Fleisch und Blut verklei det sich das ewge Gut. Kyrieleis! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! 5. Der II. Weihnachten. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Urt, ein Gaft in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal; er macht uns Erb'n in seinem Saal. Kyrieleis! is 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan; sein groß Lieb zu zeigen an. Deß freu sich alle Christenheit und dank ihm deß in Ewigkeit! Kyrieleis! Mart. Luther.+ 1546. In eigner Melodie. 13. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut aufschließt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.:;: 2. Er kommt aus seines Baters Schooß und wird ein Kindlein klein. Er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.:,: 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch ist seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Luft: denn er ist Davids Reis,:: 5. Das aus sein'm Stamm entsprießen sollt in dieser letz9 ten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.:: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in sein's Baters Reich die klare Gottheit dran.:,: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr: das mag ein Wechsel sein! Wie konnt es doch sein freundlicher das herze Jefulein?:,: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis!:,: Nic. Hermann.+ 1561. In eigner Melodie. 14. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut gebor'n von einer Jungfrau auserkor'n, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Noth, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. sto 5. So 10 II. 5. So merket nun das Zeichen recht: Die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. Weihnachten. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was uns Gott hat bescheert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin! Was liegt doch in dem Krippelein? Weß ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Uch Herr, du Schöpfer aller Ding! Wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß! mal so weit, von Edelstein 10. Und war die Welt viel und Gold bereit't, so wär fie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du, König so groß und reich, berprangst, als wär's dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Uch mein herzliebes Jefulein! Mach dir ein rein fanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, fingen immer frei das rechte Susa: ninne schon, mit Herzenslust, den süßen Ton! 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt feinen eingen Sohn! Deß freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. Mart. Luther. 1546. Mel. Vom Himmel hoch, da. 15. Vom Himmel kam der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar; sie ſagten ihn'n: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündigt hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröh lich sein, daß Gott mit euch ist worden Ein. Er ist gebor'n eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; laßt zürnen Teufel und die Höll, Gott's Sohn ist wor den eur Gesell. 5. Er II. 5. Er will und kann euch lassen nicht, seht ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen euch viel fechten an, dem fei Trog, ders nicht lassen kann! Weihnachten. 6. 3ulegt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gott's Geschlecht. Deß danket Gott in Ewigkeit ge duldig, fröhlich alle Zeit. Mart. Luther. † 1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 16. Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann der dir so wohl gefiel, wenn er dir fang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. Uch, daß der Herr aus 3ion kam und unfre Bande von uns nähm! Ach, daß die 11 Hülfe bräch herein, so würde Jacob fröhlich sein! Halleluja. 6. Nun, du bist hier; da liegest du, bältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du fehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott, und liegst auf Heu und Stroh; wirst Mensch, und bist doch 2 und D. Halleluja. 9. Du bist der Ursprung aller Freud, und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst felber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 10. Du bist der süßte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Gräul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 11. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 12. Der Wil ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, II. Weihnachten. 12 Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht't; warst arm und dürftig, nahmst vor lieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 14. Du schliefft ja auf der Erden Schooß, so war dein Kripplein auch nicht groß; der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. 15. Darum hab ich so guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. Jefulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 16. Bin ich gleich sündund lastervoll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll; ei kommst du doch deswegen her, daß III. Mel. Vom Himmel hoch, da. 17. Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jefu Christ, daß du uns in so großer G'fahr so gnädiglich behüt't dies Jahr. 2. Wir bitten dich, ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit be: wahren ferner allezeit. sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. Tot 17. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Theil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir gebor'n, wenn ich nicht wär in Gottes Born. Halleluja. 18. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Ungst und Noth. Halleluja. hinwiederum bin ich dein 19. Du bist mein Haupt; Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 20. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden fingen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt. † 1676. Neujahr. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steb uns bei! 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fangen an; kein'r Sünd des alten Jahrs gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk; 5. Christ III. Neujahr. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. 3u loben und zu preisen dich mit allen Engeln ewig: lich. Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein.+ 1613. Mel. Werde munter mein. 18. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann! Laß mich dir befohlen sein, auch darneben all das Mein! Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben! 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd! Hilf, daß sie mir nimmer schaden, und ich bald Verzeihung find! Auch durch deine Gnad verleih, daß ich herzlich sie bereu, Herr, in dir: denn du, mein Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe und voll Angst und 3agen bin. Wenn ich gleich schlaf oder wach, sieh du, Herr, auf meine Sach. Stärke mich in meinen 13 Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten! 4. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dies Fahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, ich auch meinen Nächsten lieb und denselben nicht betrüb, damit ich allhier auf Erden möge fromm und selig werden! 5. Jefu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr. Trage mich auf deinen Händen, halte bei mir in Gefahr! Steh mir bei in aller Noth, auch verlaß mich nicht im Tod, daß ich freudig dich kann fassen, wenn ich soll die Welt verlassen! Joh. Rift.+1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem. 19. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Ungst und Plagen, durch Zittern und durch 3agen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also III. Neujahr. 14 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübfal bligen, in seinem Schooße fizzen. Enitina 6. Uch, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde! 10. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Blutver: Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. 20. Jesu, großer Wunder stern, der aus Jacob ist er schienen, meine Seele will so gern dir an deinem Fefte die nen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. gießen die Friedensströme fließen! 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen! 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! IV. Fest der Erscheinung 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum sel'gen neuen Jahre! Paul Gerhardt. † 1676. ( Epiphanias). beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Umen drauf. 4. Nimm IV. Fest der Erscheinung( Epiphanias). 15 4. Nimm die Myrrhen Mel. Valet will ich dir geben. bittrer Reu; ach, mich schmer- 22. OKönig aller Ehren, zet meine Sünde! Aber du bift fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. Erdm. Neumeifter.+ 1756. Mel. Herr Jesu Chrift, meins. 21. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein; auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil; laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Her zens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und bort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann.+1647. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort, drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift gemeld't, doch achtest du gar wenig vergänglich Glück und Geld, prangst nicht auf einem Roffe, trägst keine güldne Kron, sit's nicht im festen Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt fich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sigen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und IV. Fest der Erscheinung( Epiphanias). 16 und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden sein von mein'm Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jeßt und in Ewigkeit. Mart. Böhme.+ 1622. Mel. Dir, dir, Jehova, will. 23. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Uch Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich dei ner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn! 4. Wie? kannst du uns denn das versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie? denkst du dieses abzuschlagen, wozu du selbst uns treibst durch deinen Geift? Denn, daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Uch, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefäng niß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Uch reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 7. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 8. D, beßre 3ions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, IV. Fest der Erscheinung( Epiphanias). 17 räum, ach räum aus jedem was soll nicht von der Liebe Wege. Vertilg, o Herr, den Quell geschehn? falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hob und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes fein, ja, site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche stehn und schrein. 12. D. Herr, wo willst du dich hinwenden? Siehst du denn nicht den großen Jammer an? Ach, willst du uns nicht Hülfe senden? Uch, siehst du nicht, was Jesus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? Wie kommt es, daß der Feind so Platz behält? 13. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor. Uch, denke dran und neig uns Herz und Dhr! 11. Ach, wird dein Herze nicht beweget, da du, o Gott, die Liebe selber bist und, was von Lieb in uns sich reget, aus deinem Liebesfeur ein Fünklein ist? Da wir in schwacher Liebe nun so stehn, 14. Du wirst wohl wissen recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns im Zweifel ist, und treib uns ferner, dich nur anzuflehn, es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. Carl Heinr. v. Bogaßky. † 1774. V. Passionszeit. Eigne Melodie. 24. Cin Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geht und büßet in Geduld die Sün: den aller Sünder; es geht dahin, wird matt und Frank, ergiebt sich auf die Würges bank, entzieht sich aller Freuden; es nimmt an sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, 2 Kreuz ( Soindgi V. Paffionszeit. I 18 Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; denn den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich aus gethan zur Straf und 3ornesruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Bater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich wills gern tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark; du streckeft den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du marterft ihn am Kreuzes stamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachteft ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern flieBen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die 2dern mit dem edlen Saft des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen da für, daß du mir erzeigeft so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich mit Liebesarmen fassen! Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücken bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu Gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein; du sollst ein Schatzhaus werden der Schäße, die viel größer sein, als Himmel, Meer und Erden; weg mit den Schätzen dieser Welt und Allem, was der Welt gefällt! Ich hab ein Beffres funden. Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was gefloffen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es fein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir V. Paffionszeit. mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonnen Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben; setzt mir der Schwermuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Unker. 10. Wenn ich soll endlich treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es foll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlge: schmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt. † 1676. Eigne Melodie. 25. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein folch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn'n gekrönet, ins 2n19 gesicht geschlagen und verhöhnet; du wirst mit Effig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Uch, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ich, Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ift entgangen; Gott wird gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Höllen müssen ewiglich büßen. 15051 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Luft und Freuden, und du mußt leiden. 8. Uch, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. mord? 9. Ich 2* V. Passionszeit. 20 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüfte dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht ent: zünden mit alten Sünden.d 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften; so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen ftets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. 1647. Joh. Heermann. Mel. Christus, der uns selig macht. 26. Jesu, deine Passion, will ich jetzt bedenken; wolleft mir vom Himmelsthron Geist und Undacht schenken. In dem Bild jehund erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, litteft Noth und Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mag deine Angst und Bande, deine Schläge, Hohnund Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, den du baft empfunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diefe hat gemartert dich, daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was Gott selber büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle: Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und V. Paffionszeit. 21 treiben. 1793 1908 und deine Passion laß mich bleiben, alle böfe Luft vergläubig fassen; liebst du mich, o Gottes Sohn, wie kann Gott mich haffen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach trage, daß ich Demuth von dir lern, und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen bes sern Dank ich dorten geb Jefu, dir gefallen. Siegm. v. Birken. † 1681. Mel. Freu dich sehr, o meine. 27. Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth. Fällt mir etwas Urges ein, denk ich bald an deine Pein, die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wolluft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und seht mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Undacht 4. Sa, für alles, was mich Fränket, geben deine Wunden Kraft. Wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seh ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; welch Feind kann verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 1 Joh. Heermann.+ 1647. In eigner Melodie. 28. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, V. Paffionszeit. 22 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Taufend, tausendmal sei dir, lieb: ster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich rich ten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu sehen mich in Ruh. Uch, du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenkron aufseßen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich an Flagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Noth gestecket, bast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würd losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau sendmal sei dir, liebster Jesu Dank dafür! 7. Deine Demuth han gebüßet meinen Stolz unt Üebermuth, dein Tod meinem Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den her: ben, bittern Tod; für dein 3ittern, für dein 3agen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg. 1681. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 29. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! O Haupt, sonst schön gezieret mit höch ster Ehr und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht V. Passionszeit. Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Urmer, der 3orn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, den Unblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblassen im letzten To: desstoß, alsdann will ich dich faffen in meinen Arm und School. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinen Leiden, mein Heil, mich finden 23 soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Uch, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den engsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. † 1676. Mel. Chriftus, der uns selig macht. 30. hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, dir stets unter= than, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Mich. Weiße.+ um 1540. In 24 V. is In eigner Melodie. 31. Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. Lamm Gottes un fchuldig 2c. Erbarm dich unser, o Jesu! Paffionszeit. 3. O Lamm Gottes un schuldig zc. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Nic. Decius.+ 1529. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 32. Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil finkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder; wie wir und unsre Kinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büBen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setest dich zum Bür gen, ja, läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Unge: heur; mein Sterben nimmst du abe, vergräbst es in dem Grabe. unerhörtes Liebesfeur! apr 20 bun 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; Eins aber will ich tban: V. Paffionszeit. 25 thun: es soll dein Tod und tausend Thränen, die dir geLeiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. floffen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. 11. Ich wills vor Augen segen, mich stets daran ergő- Paul Gerhardt, † 1676. Ben, ich sei auch, wo ich sei. In eigner Melodie. Es foll mir sein ein Spiegel 33. Wenn meine Sünd der Unschuld und ein Siegel mich fränken, o mein Herr der Lieb und unverfälschten Jesu Christ, so laß mich wohl Treu. bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlaft am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen haft. 2. Bunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruthen, wie zornig seine Fluthen, will ich aus deinem Lei: den sehn. 13. Ich will daraus studi: ren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, fanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böfe 3ungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüft't; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden 26 V. den die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. Paffionszeit. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein! 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner letzten Stunden und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Juft. Gesenius † 1673. VI. Mel. O Jesu Chrift, meins. 34. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns durch dein theures Blut gegestorben bist und hast uns macht vor Gott gerecht und gut. In eigner Melodie, 35. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, nimm wahr, was heut geschicht, wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht. Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereift. 2. Wir bitten dich, wahr'r Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werd'st verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer. 1600. Ostern. 2. Er war ins Grab gesen ket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denket, ist Christus wie der frei und ruft: Victoria! Schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um; VI. um; der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm; er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun foll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Muth zu sammt dem edlen Gut, so mir durch Jefum Chrift aus Lieb erworben ist. 5. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünde kann ich spotten, bleib allzeit ohn Ge fahr; der Tod mit ſeiner Macht wird nichts bei mir geacht't, er bleibt ein todtes Bild, und wär er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlor'n; die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Son nenblick. 7. Ich hang und bleib auch bangen an Christo als ein Glied. Wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Noth, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. Ostern. 27 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pfordten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt. 1676. † In eigner Melodie. 36. Christ ist erstanden von der Marter alle; deß soll'n wir alle froh sein, Christ will unfer Trost sein. Kyrieleis! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Herrn Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluju! deß soll'n wir alle froh sein, Christ will unfer Trost sein. Kyrieleis! In eigner Melodie. 37. Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar VI. Oftern. cit. 28 bar sein und fingen: Halle luja! Halleluja! 2. Den Tod Niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern. Das macht al: les unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsre Statt ist kom men und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod ge: nommen all fein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts, denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen. Das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist worden. Hal leluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon Gott hat geboten; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gestor ben. Deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. Co feiern wir das hohe Feft mit Herzens- Freud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht't unfre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! Martin Luther.+ 1546. In eigner Melodie. 38. Erschienen ist der herrlich Tag, dran fich niemand g'nug freuen mag; Chrift, unser Herr, heut triumphirt, all sein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Ungft und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Um Sabbath früh mit Specerei kamen zum Grab Marien drei, zu falben da Mariä Sohn, der von dem Tod erstanden schon. Halleluja! 4. Ben sucht ihr da? der Engel sprach; Christ ist er standen, der hier lag. Hier seht ihr die Schweißstücherlein, geht hin, sagts bald den Jüngern sein. Halleluja! 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid wird heut verkehrt in lauter Freud; sobald fie nur den Herren sahn, verschwand ihr Trauern, Furcht und Zag'n. Halleluja! 6. Der Herr hielt ein freundlich Gespräch mit zween Jüngern auf dem Weg; vor Freud das Herz im Leib ihn'n brannt VI. Oftern. brannt, im Brodbrechen ward er erkannt. Halleluja! 7. Unser Simson, der treue Held, Christus, den starken Löwen fällt, der Höllen Pfor ten er hinträgt, dem Teufel all sein Gewalt erlegt. Hal leluja! 8. Jonas im Wallfisch war drei Tag; so lang im Grab auch Christus lag. Der Tod ihn länger keine Stund in seinem Rachen halten konnt. Halleluja! 9. Der Tod da seinen Raub verlor, das Leben siegreich ging hervor. Zerstört ist nun des Todes Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, aus Pharaonis Dienst und Band, das rechte Ofterlämmelein wir essen heut im Brot und Wein. Halleluja! 11. Auch essen wir die füBen Brot, die Moses Gottes Volk gebot, kein Sauerteig soll bei uns sein, daß wir von Sünden leben rein. Halle luja! 12. Der schlagend Engel vorüber geht, kein Erstgeburt er bei uns schlägt, des Herzens Thür hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Halleluja! 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich 29 heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, das Halleluja singen fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nic. Hermann. † 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich. 39. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang, mein Heiland bleibt in Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren sein Siegsfähnlein schwingt. Halleluja! 4. Jeht ist der Tag, da mich die Welt, mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. Um VI. Oftern. 30 6. Um Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Gepräng ihm hier gefällt. Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja! 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, der große Schat, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja! 9. Der jüngste Tag wirds zeigen an, was er für Thaten hat gethan, wie er der Schlan= gen Kopf zertritt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja! 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja! 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich nicht regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll' nichts an ihm schafft. Halleluja! 12. Wunder groß! o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 13. Kein Kreuz und Trübsal ist so tief, mein Heiland thut darein ein'n Griff, führt mich heraus mit seiner Hand; wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja! 14. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem 3weifel frei; der Engel selbst bezeugets klar, das leere Grab machts offenbar. Halleluja! Wenn 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. mir gleich alle Welt stürb ab; g'nug, daß ich Chriftum bei mir hab. Halleluja! 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jegt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied sein's Leibes bin. Halleluja! 17. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel- Brüderschaft. Durch ibn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 18. Mein Herz darf nicht entsetzen sich; Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit't, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hal leluja! 19. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir VI. Oftern. wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann. † 1647. Mel. Valet will ich dir geben. 40. Ich geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegeft in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Usch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe. Du drückst die Augen zu; so foll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den er blicken, der mich vom Tod erweckt. 31 hin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten HimmelsKronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser, da heißt's: Victoria! Da trägt man Sieges- Reiser; ach, wär ich nur schon da! Benj. Schmold. † 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 41. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jefus lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gege= ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine 3ueversicht. 5. Du fähreft in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wo 3. Jefus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes 32 VI. Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu je der Pflicht; dies ist meine 3uversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird das meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchteg. Gellert.+ 1769. Oftern. des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind! Du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. Mel. Nun freut euch lieben. ( Es ist das Heil uns.) 42. Sei fröhlich alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herrlichkeit, den Gott selbst auserkoren zum Gündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergoffen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind 3. Nein, nein! er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jetzt ein Ges spötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: Ich leb und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen; ich bin sein Siegs: fürst und sein Herr, deß sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstö ret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List ge dämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 7. Nun, VI. Oftern. 7. Nun, Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben, und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll, und was in Noth uns fiürzet, überwunden! Paul Gerhardt. 1676. Mel. Allein Gott in der Höh. 43. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre dei nen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne! 33 HV Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist aufer= standen. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe; so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein? Dein Jesus wird ihn heben. Es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Unliegen auf den 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut fiegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überstandnem Streit die Feinde Schau getragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden. Er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Höllen Rachen. Denn Jesus lebt, es hat kein Noth; er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und Lift und aus des Todes Banden, daß wir zusam3 VII. Himmelfahrt. 34 sammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 10. Sei hochgelobt in die fer Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der HerrVII. Himmelfahrt. Mel. Wie schön leuchtet der. 44. Ach, wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verlezzet; mächtig, präch: tig triumphirest, jubilirest; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich, großen Siegsmann, loben; weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. lichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurent, Laurenti. † 1722. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja, es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labfal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. 3euch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demuth tritt herein, all Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schut und Schatz, fei unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Ungst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Komm schier! VII. Himmelfahrt. 35 schier! Hilf mir! Dann so der Welt; Herr, höre doch follen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. mein Flehen! Ernst Christoph Homburg. 1681. Mel. Nun freut euch lieben. 45. Auf Christi Himmel: fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zwei fel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Chrift zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab'n em pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schak gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. 3. Uch Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus VIII. Mel. Werde munter mein. 47. Gott, gieb einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Bater, gieb vom Himmel Segen, tränke M. Josua Wegelin. 1640. Mel. Ach Gott und Herr. 46. 3euch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieſer Welt gegangen. 2. 3euch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummerpfaden spinnen. 3. 3euch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege; wir irr'n sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 4. 3euch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. 3euch uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Ludäm. Elisab., Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. † 1672. 9990 Pfingsten. du dein durftges Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann 36 VI VIII. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, feinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißst guter Bater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir; laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben ſehen. 4. Heilger Geift, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein; säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit dei nen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn; gieb mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er: geben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde Pfingsten. kommen hin, da mit Bater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. The for Morih Kramer. † 1702. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 48. Gott Vater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt, laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser eblen Gabe werth, bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Va tersinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall ge fallen. Durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Gei stes leider bracht auf ihn und auf uns alle. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk, in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd VIII. Pfingsten. 37 würd unser Glaub und Treu, 11. Er ist und bleibet stets Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Usche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen. Und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. getreu, er steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre lette Qual, läßt uns hindurch ins Himmels Saal getroft und fröhlich gehen. 12. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gafte Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg, wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist des Satans Reich und Stand? Wenn Gottes Geist erhebt die Hand, fällt alles übern Haufen. 13. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns Allen diese Gabe: gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe! 8. Er reißt der Höllen Band entzwei, er tröst't und macht das Herze frei von allem, was uns kränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schützt und deckt viel besser als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Ruh und Frieden schlafe. 10. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. Paul Gerhardt. † 1676. In eigner Melodie. 49. Romm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja! Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! D Herr, behüt vor fremder Lehr, daß VIII. Pfingsten. 38 daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja! Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! Halleluja! Martin Luther.+ 1546. In eigner Melodie. 50. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus die sem Elende. Kyrieleis! 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jefum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns em pfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Bad daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Martin Luther. † 1546. Mel. Wie schön leuchtet der. 51. O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren! Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen! Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen! Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen! 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritter VIII. Pfingsten. Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wies der Trost empfinden, alles Unglück überwinden! 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von dei ner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen! Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Her: zen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben; Fried und Freude wirst du geben! 7. Gieb, daß in reiner Hei ligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden! Mich. Schirmer.+1673. 39 Mel. Von Gott will ich nicht. 52. 3euch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei= ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft! Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin! 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Zauf erstickt als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Dele, damit gefalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüht vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der VIII. Pfingsten. 40 der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Uch ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, 3ant, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, fannst Menschenherzen wen den, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, ver= knüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. md 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd! Laß blühen, wie zuvor, die Länder, so verheeret, die Kirchen, SO Y so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. In eigner Melodie. 53. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häufer und die Güter mit Se gen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerfehet, und was dein Herz ergőbet, aus unserm Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Chrift ergebe sich. TORR1100 ben allzeit nach deinem Sinn, 13. Richt unser ganzes Leund wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt. † 1676. IX. Trinitatisfest. seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlge= IX. Trinitatis feft. gefall'n Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preifen, an beten dich, für deine Ehr wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. Jesu Christ, Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth: Erbarm dich unser aller. 4. heilger Geist, du größtes Gut, du allerheilsamster Tröster, vors Teufels Gewalt fortan behüt, die Jefus Christ erlöset durch große Marter und bittern Tod; abwend all unsern Jammer und Noth, darzu wir uns verlassen. Nic. Decius. t 1529. Mel. Nun danket alle Gott. 54. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster 41 Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet fei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gout Va= ter, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius. † 1684. In eigner Melodie.d 55. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, IX. Trinitatisfest. 42 uns, hütet und wacht, es steht alles in seiner Macht. das 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. X. Kirche und A. Kirche und Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 56. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzten betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein behalten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar ficher, faul und kalt. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. alio 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Bater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther.+ 1546. 4.de Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Sacrament. Wort Gottes. Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Uch Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und viel Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gewalt erheben hoch und bringen stets was neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. alltid 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen wahrer Schut; da bei erhalt uns, lieber Herr, daß X. Kirche und Sacrament. 43 daß wir nichts anders suchen bedürftge Seelen, laß keimehr. 9. Gieb, daß wir leben in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. ner Pflanze deiner Au den Himmelsbrunnen fehlen. Erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. Nicol. Selnecker. † 1592. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwerdt, ein Hamm'r, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der alle Herzen läutern. Sünde Macht zerscheitern und 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreife, es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Him melslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß Mel. Chriftus, der ist mein. 57. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 2. Uch bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte fei Güt und Heil bescheert. 3. Uch bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns um schanze, damit wir irren nicht. 4. Uch bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Uch bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Jofua Stegmann. † 1632. Mel. Was Gott thut, das ift. 58. Dein Wort, o Herr, ist milder Thau für trostfand ihn nicht; da ward das 4. Ich suchte Trost und Wort der Gnade mein Labfal, meiner Pfade. Sie zeiget mir meine Zuversicht, die Fackel den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den wildblose sop ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort ift Ja und Umen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen; laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6. D X. Kirche und Sacrament. 6. sende bald von Ort dazu haben. Er ist bei uns zu Ort den Durst nach deinen wohl auf dem Plan mit seiz Lehren, send Hunger, Herr, nem Geist und Gaben. Nehdein Lebenswort und deinen men sie den Leib, Gut, Ehr, Geist zu hören, und send ein Kind und Weib, laß fahren Heer von Meer zu Meer, der dahin! Sie habens kein'n Herzen Durst zu stillen und Gewinn, das Reich muß uns dir dein Reich zu füllen. doch bleiben! Mart. Luther.+ 1546. 44 Carl Bernh. Garve.+ 1841. In eigner Melodie. 59. Cin feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jest bat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins gleichen. mid 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Je sus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank In eigner Melodie. 60. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von seinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bift; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gieb deinem Volk einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr Unschläg, Herr, zu nichte mach, laß fie treffen die böse Sach und stürz sie in die Grub hinein, die fie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, daß du, unser Herr Gott, lebeft noch und hilfft gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassen gar. Mart. Luther. † 1546. V. 4 und 5 Juft. Jonas.+ 1555. In A. Kirche und Wort Gottes. In eigner Melodie. 61. Cs wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben! Sein Untlig uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihm liebt*) auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, B. Von der heiligen Taufe und Erneuerung des Taufbundes. Mel. Liebster Jesu, wir find. 62. Gott und Vater, nimm jekund dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kind schaft Zeichen trage. 2. Wasch es rein mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Fluth den geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 45 und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten! Das Land bringt Frucht und bessert sich; dein Wort laß wohl gerathen. Uns fegne Vater und der Sohn, uns segne Gott, der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. Martin Luther.+ 1546. 3. Und du, werther heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm *) beliebt. das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Gliedmaaß bleibe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 63. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit ſeinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Bater, mich erklärt. Du haft die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. bodu 3. Doch 46 X. Kirche und Sacrament. 3. Doch hab ich dir auch Mel. Wer nur den lieben Gott Furcht und Liebe, Treu und 64. Ich bin getauft; id Gehorsam zugesagt; ich habe steh im Bunde durch meine mich aus reinem Triebe dein Tauf mit meinem Gott! Sc Eigenthum zu fein gewagt; sprech ich stets mit frohem hingegen sagt ich bis ins Munde in Kreuz, in Trübsal, Grab des Satans schnöden Angst und Noth. Ich bin Werken ab. getauft, deß freu ich mich, die Freude bleibet ewiglich. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jefu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: Ich entfage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. sam Joh. Jac. Rambach.+ 1735. 2. Ich bin getauft; ich hab empfangen das allerschönste Ehrenkleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut era kauft und ich bin auch damit getauft. 3. Ich bin getauft; mir ist gegeben zu gleicher Zeit der heilge Geist; der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott gepreift. D 3ierde! welche große Pracht, die mich gerecht und selig macht. 4. Jch bin getauft; ich bin geschrieben auch in das Buch des Lebens ein; nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein; es ist mein Name Gott bekannt und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft; was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind; ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich allzeit Hülfe find; denn wenn ich weine bitterlich, so spricht mein Vater: Hier bin ich! 6. Sch B. Von der heiligen Taufe 2c. 47 geboren, drum sie mein eigen sein. Wer 6. Ich bin getauft; was verloren, bin ich ein Kind kann mir fehlen, weil ja mein Bater an mich denkt? kann die Wohlthat all erzählen, die er mir wirklich hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der giebt mir immer mehr und mehr. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein; dieweil sein theures Blut, das aus fein'n heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, Niemand es ihnen wehr; führet fie Christo zu, er will sich ihr'r erbarmen, nimmt sie in seine Armen, darin fie finden Ruh. 7. Ich bin getauft; ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schuß, der seinem Kind die Hände reichet, was acht ich eure Macht und Truß? Greift ihr ein Gottes: find nur an, so glaubt, daß Gott es schützen kann. 8. Ich bin getauft und bin zufrieden mit meines Vaters Lieb und Treu, ich werde von ihm nie geschieden, mein Liebestrieb wird stündlich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das kühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab. Nach meinem Tod ist mir bereit des Himmels Himmels Freud und Seligkeit.de Joh. Friedr. Stark.+ 1756. Mel. Von Gott will ich nicht. 65. Lasset die Kindlein kommen zu mir! spricht Got: tes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht werd'n 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt, denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt; sie find frei aller G'fahr und dürfen hier nicht leiden, sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schaar. Corn. Becker. † 1604. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 66. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schäße nüße, da ich einen Schatz besige, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange. Ich bin ein getaufter Christ! 48 X. Kirche und Sacrament. zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. Chrift! denn ich weiß gewiß, Befehl gegeben, daß man sie so lange dieser Trost im Her zen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Chrift! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Got: tes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist; lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein; ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! M. Erdmann Neumeifter. 1756. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. 67. Liebster Jesu, hier sind wir, deinem Worte nachzuleben. Dieses Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm dies Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finster: niß, setz es aus dem Zorn zur Gnade; heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade. Laß hier einen Jordan rinnen, so ver geht der Aussah drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk ihm den Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun C. Vom heiligen Abendmahl. 7. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist.ge: gangen. Führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das C. Vom heiligen Abendmahl. WRESS In eigner Melodie. 68. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Got= tes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Umen. Das latein. Agnus dei deutsch. In eigner Melodie. 69. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, Herr Gott, zu gute; Kyrie eleison! 49 Verlangen. Ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmoll. † 1737. 2. Gott geb uns Allen seiner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue; Kyrie eleison! 3. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß deine arme Christenheit leb in Fried und Einigkeit; Kyrie eleiſon! Mel. Es ist gewißlich an der. 70. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäfte fein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben, laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft gestärkt und nach der Pilgerschaft dort ewig selig werden. Mel. An Wasserflüffen Babylon 71. Ich komme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, X. Kirche und Sacrament. 50 Sohn, mich deiner zu getrő: sten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversicht lich an, du bist das Heil der Cünder; du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich darge= stellt, Gott war in dir und hat die Welt in die mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Grad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, du wirst dem, der dich bat erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu mei nem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preifen. Laß mich den Ernst der Heili: gung durch eine wahre Besse: rung mir und der Welt erweisen! Chr. Fürchteg. Gellert. † 1769. Mel. Nun freut euch, lieben. 72. Ich komm jetzt als ein armer Gast, o Herr, zu dei nem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, wenn mich der Seelenhunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, See: lenbischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben. Dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufhe ben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Her zen Qualen geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel er: quicket wird, wenn du sie lässest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle hast bereit't, so deiner Hut vertrauen. 4. Sch C. Bom heiligen Abendmahl. 4. Ich armes Schäflein fuche dich auf deiner grünen Weide. Dein Lebensmanna speise mich zu Trost in allem Leide; es tránke mich dein theures Blut, auf daß mich ja tein falsches Gut von deiner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz nach frischem Waffer schreiet, so schreiet auch mein Seelenschmerz! Ach, laß mich sein befreiet von mei ner schweren Sündenpein und schenke mir die Trostfluth ein; dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir ein ungefärbte Reue, daß ich vor sündlicher Begier mit ganzem Ernst mich scheue. Zieb mir den Rock des Glaubens an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der Undacht Brunst, daß ich die Welt verlasse und deine Treu und Brudergunft in dieser Speife faffe, daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, und ich fort niemand haffe. 8. Ach führe mich nur selbst von mir, bei mir ist nichts denn Sterben; nimm aber mich, o Herr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. Ju mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts denn Seligfein mit allen Himmelserben. 51 9. Erneure mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gas ben; laß mich der Sünde dan ken ab, die mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen trägen Sinn, daß er die Lüste werfe hin, die er sonst pflegt zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschap; dich kann ich nimmer missen. Mein Herze giebt dir Raum und Plaß und will von keinem wissen, als nur von dir, mein Bräutigam, dieweil du mich am Kreuzes stamm aus Noth und Tod gerissen. 11. D liebster Heiland, gro: ßen Dank für deine Süßigkeiten! Ich bin vor heißer Sehnfucht krank, drum wart ich auf die Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich ſammt den Auserwählten wirst zur Himmelstafel leiten. Justus Sieber. † 1695. In eigner Melodie. 73. Schmücke dich, o liebe Seele! Laß die dunkle Sündenhöhle, komm and helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Her X. Kirche und Sacrament. Herzenskammer. Deffn' ihm Wunder nicht erreichen, daß bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, laß mich deiner nicht mehr missen. 3. 3war in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna kann bezahlen. 4. Uch wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 52 5. Beides, Lachen und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimniß die fer Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke Herr, die Größe dei: ner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend näbret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geift kann deuten! 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergoffen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jefu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seeleneffen deine Liebe recht ermeffen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand. 1677. amid.asin D. Sonna D. Sonntagsfeier. D. Sonntagsfeier. Mel. Wunderbarer König. 74. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt; schlagt die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig! Heilig! Heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenluft und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich dich recht preifen und im Geist dir Dienst er: weifen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben, elid 53 Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich sent mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir. Laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles. Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten; laß mich so still und froh deine Strahlen fas sen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und in stillem Frieden. Mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen; laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden. Komm, du nahes Wesen; dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. da Gerh. Tersteegen.+ 1769. In eigner Melodie. 75. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, deinen heilgen Geist du zu uns send; mit Hülf und Gnad er uns regier und X. Kirche und Sacrament. 54 und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Undacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl be kannt. 3. Bis wir singen mit Got tes Heer: Heilig, beilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit fei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar. 1662. mit Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 76. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe fein, di 62. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit, shu dimid 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! ad the 351637 Joh. Olearius. † 1684. In eigner Melodie. 77. Ryrie, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 109 mi 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlöft, o Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bift in dem höchsten Thron, zu dir schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, tröst, stärk uns im Glauben allermeist, daß wir am lesten End fröhlich ab= scheiden aus diesem lend. Eleison! 01710 Joh. Spangenberg.+ 1550. Mel. Valet will ich dir geben. 78. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Be ständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nic. Selnecker. † 1592. In eigner Melodie. 79. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Him melslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wiffen und Ver stand ist mit Finsterniß um hül D. Sonntagsfeier. X 55 gelingen! hüllet, wo nicht deines Geistes gen laß, Herr Jesu, wohl Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. Tob. Clausnizer † 1684. Met Liebster Jefu, wir sind hier. 80. Unsern Ausgang segne 3. du Glanz der Herr- Gott, unsern Eingang glei lichkeit, Licht vom Licht aus chermaßen; segne unser tägGott geboren, mach uns alle- lich Brot, fegne unfer Thun fammt bereit, öffne Her- und Lassen, segne uns mit selzen, Mund und Ohren; un: gem Sterben und mach uns fer Bitten, Flehn und Sin- zu Himmelserben! pidatanshand Hartmann Schent.+ 1681. XI. Lob- und Danklieder. olmadmob n Mel. Wie schön leuchtet der. 81. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Bon Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget: Heilig, beilig, freilich, freilich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zeabaoth! di 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Got teslamm gebracht, in dem wir find erwählet, das uns mit feinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns er laben. di 3. Halleluja! Gott heil: ger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geanis boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Schauet! schauet! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und finget nun und immerdar mit Freuden: Umen, Umen! Klinget, finget: Heilig, heilig, frei lich, freilich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Barthol. Craffelius.+ 1724. In eigner Melodie. End 82. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, lauch 56 auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die theuern Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit; dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den heili: gen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. XI. Lob- und Danklieder. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfraun Leib nicht hast verschmäht, zu erlöfen das menschlich Geschlecht. Du haft dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. Du sigst zur Rechten Gottes gleich mit al: ler Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theur'n Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben Theil mit den Heiligen in ewigem Heil. Hilf deinem Volk, Herr dun! SJesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist; wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht! Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Amen! Martin Luther.+ 1546. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. S3. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt.:,: 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle feift, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt.:,: 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd?:,: 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett?:,: 5. Wer wärmet uns in Kält und Froft? Wer schützt uns XI. Lob- und Danklieder. uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu feinen Zeiten findt?:,: 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werthen, edlen Fried in unserm Vaterland?:,: 7. Uch Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt alles thun; du hältst die Wacht an unsrer Thür und lässt uns sicher ruhn.:,: 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei.:,: 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst fie in das Meer.:,: 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir dir zur Ehr ge reicht.:,: 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, und was sein Kummer fei, kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei.:,: 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht.:: 57 13. Wohl auf! mein Herze, fing und spring und habe guten Muth! dein Gott, der Ürsprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut.:,: 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht.:,: 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht.:,: 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgefehrt!:,: 17. Er hat noch niemals was versehn in feinem Regiment. Nein! was er thut, und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End.:,: 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, und red ihm nicht darein; so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein.:,: Paul Gerhardt. † 1676. In eigner Melodie. 84. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe, wacht auf! Taffet die Musicam hören! dag die moo 2. Lobe XI. Lob und Danklieder. 58 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Udelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?[ MESEL ren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja! Halleluja! 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, 3. Selig, ja felig ist der zu der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! du mond nennen, deß Hülfe der Gott Jacobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Se sum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja! Halleluja! 58 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der All mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.albül 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Ubrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht! Lobende schließen mit 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünklich erfüllet werden, was er uns einmal zu gedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja! Halleluja! Umen! Joachim Neander.+ 1680. In eigner Melodie. 85. Lobe den Herren, o meine Seele! ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja! Halleluja! und 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehdo S 5. Beigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei; feine Genad ist mancherlei. Halleluja! Halleluja! nel 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufficht ist der Fremden Truß; Witt XI. Lob- und Danklieder. Wittwen und Waisen hält er in Schuß. Halleluja! HalleTuja nad tim os 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; 3ion, dein Gott, sorgt stets für dich. Halleluja! Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preift Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja! Halleluja! man Joh. Dan. Herrnschmidt.+ 1723. ping In eigner Melodie.and 86. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Hän: den, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jehund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 59 throne! dem dreieinigen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird jehund und immerdar! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchsten HimmelsMartin Rinkart. † 1649. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 87. Nun danket all' und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unferm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut.olio stends 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund er: hält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, wenn wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gu tes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. man 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Ungst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn in Israelis Land, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Sp 60 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. XI. Lob- und Danklieder. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. † 1676. In eigner Melodie. 88. Nun laßt uns Gott, dem Herren, danksagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß uns bleiben; wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von der Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns verge: ben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte uns Große mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Christum. Amen! Jefum Ludwig Helmboldt. † 1598. tal In eigner Melodie. 89. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren; vergiß es nicht, o Herze mein! hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Troft beschüttet, verjüngt, dem Adler gleich. Der König schafft Recht, behütet, die leiden in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen fein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein'n Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Oft vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vater er barmet über seine jungen Kindlein klein, so thut der Herr uns XI. 2ob- und Danklieder. 61 uns Armen, so wir ihn kind sendfachen Mund, so stimmt lich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleich: wie das Gras zu rechnen, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, fein End das ist ihm nah. ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Uch wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! 4. Die Gottes- Gnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben Gemeine, die steht in seiner Furcht be reit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zu gleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heiligs Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! der woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, gänzlich verlassen auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz, Muth und Sinn ihm tröstlich thun anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen! wir werdens erlangen, glaub'n wir aus Herzensgrund. Joh. Poliander. † 1541. In eigner Melodie. 90. O daß ich tausend Zungen hätte und einen tau4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Shr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Uch alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Bater, unendlich Lob für Seel und XI. Lob und Danklieder. 62 und Leib! Lob sei dir, milbe ster Berather, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen haft bestellt! 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so bülfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todes schmerz von aller Teufel Graufamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebacth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern küß ich deine Ruthe, die du mir auf gebunden haft. Wie viel thut sie mir doch zu gute! Sie ist mir eine sanfte Last; sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wun: derbarlich haft geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem ste ten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die 3unge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Sa wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 15. Uch nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden wenn ich ein schöner Enge bin. Da sing ich dir im hö bern Chor viel tausend Hal leluja vor. Johann Menger. † 1734. Mel. Es ist das Speil uus kommen 91. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Bate alle XI. Lob- und aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! daun 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen! und die auf Erden, Luft und Meer, in deinem Schatten wohnen, die prei: sen deine Schöpfermacht, die alles also wohlbedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! pre nist 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, ver: nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen! Drum dank, ach Gott, brum dank ich dir. Uch danket, banket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre 3uversicht, ihr Segen, Heil und Frieden; mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! Danklieder. 63 6.19 Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget; so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unferm Gott die Ehre! da 7. Ich will dich all mein Lebelang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich! mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 18. 3hr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unferm Gott die Ehre! d 9. Co kommet vor sein Ungesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jac. Schüß.+ 1690. In eigner Melodie. is G 92. Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar ſein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ift doch XI. Lob- und Danklieder. 64 doch nichts, als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Ulles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Ucht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Ungesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher berührt! Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne wegge wen XI. 2ob- und Danklieder. wendet. Alles Ding währt feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahn abweicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 65 Hände zu dir, Bater, als ein Kind, bitte, wollft mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt. † 1676. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 93. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 10. Seine Strafen, feine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und laffe mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers er warten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seiz nen mit einem grünen Kleide. Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall ergött und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völkchen aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist ihr Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5 5. Die 66 XI. Lob- und Danklieder. 5. Die Bächlein rauschen tausend Seraphim mit unverin dem Sand und malen sich droßnem Mund und Stimm und ihren Rand mit schatten ihr Halleluja singen! reichen Myrthen. Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bie: nenschaar zeucht hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft kriegt täglich neue Stärk und Kraft in feinem schwachen Reise. 7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte deß, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. MESEL 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Uch, denk ich, bist du hier so schön und läßt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden; was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 2010. Welch hohe Luft, welch heller Schein wird dort in Chrifti Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel 11. wär ich da! o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weif erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen! 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen. Mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhard. 1676. XII. Wie XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. 67 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. A. Buse. In eigner Melodie. 94. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in die ser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Elends mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Uch Gott, zürn nicht, geh nicht ins Gericht; dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, verleih ein gehorsam Herze; laß mich ja nicht, wies wohl geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden! Laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgescheiden! 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein im hohlen Baum verstecket, wenns trüb hergeht, die Luft unftät Menschen und Vieh erschrecket; 8. Also, Herr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden. Wenn Sünd und Tod mich bracht in Noth, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob hier der Leib und Seel von ander scheiden, so werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewi gen Freuden. 10. Ehre sei nun Gott, Vater, Sohn und heilgem Geist zusammen! 3weifle auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. Mart. Rutilius. 1618. V. 7-10. v. Joh. Major. † 1654. In eigner Melodie. 95. Ach was soll ich Sünder machen? ach was soll ich fangen an? mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. 3war es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt; doch weiß ich, daß er mich liebt, und er läßt sich gnädig finden. Drum ob mich mein Sünd ansicht: meinen Jesum laß ich nicht. 5* 3. Ob 68 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. daß du mein Tröfter bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Unbeginn ist nichts erkor'n, auf Erden war kein Mensch gebor'n, der mir aus Nöthen helfen kann. Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan; so werd ich quitt der Sündenlast. Herr halt mir fest, weß du dich mir versprochen hast. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entge: gen geht, soll michs doch von ihm nicht scheiden; er ist mir ins Herz gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß un ser Leben nichts als nur ein Nebel ist, denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben, und wer weiß, was heut geschicht? Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis zur vollen Freud und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit und sie mir aus Gnaden geben, muß ich schon erst vors Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Drum, Herr Jesu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Port, wo du dann wirst einverleiben meine Seele deinem Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. Joh. Flittner. † 1678. In eigner Melodie. 96. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, 3. Gieb mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen; vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich. Um letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seinem liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werthen heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneefing, um 1522. In A. Buße. In eigner Melodie. 97. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge= than, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; deß muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Ifrael rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und feines Gotts erharre. 11.69 lösen wird aus seinen Sünden allen. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erMartin Luther. † 1546. Mel. Wenn wir in höchsten. 98. O frommer und ge= treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich; das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod, sondern ist dein herzlichs Begehrn, daß ich soll Buß thun, mich bekehrn; 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Deines lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß dein Gnad und Barmherzigkeit mehr gelten denn Gerech.igkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Barth. Ringwaldt. † 1598. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 99. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Verstoß den nicht, der zu 70 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. zu dir schreit und thut noch Sterben mir kommen kräftigendlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. lich zu gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Bater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet: durch deine Weisheit schaffe Rath, woran es mir sonst fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du haft am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er barmen! wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; sieh an mein täglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und B. Glaube und Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 100. Aus Gnaden soll ich felig werden, Herz, glaubst du's oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Verdienen; die eignen Werke fallen bin. Der Mitt: ler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust ansicht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Reichthum oder Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Troß und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Dav. Dentce.+ 1680. Rechtfertigung. daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dies Wort, aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über nahm die Sündenlast. Was nöthigt ihn, dein Freund zu wer: imgil B. Glaube und Rechtfertigung. werden? sprich, weß du dich zu rühmen hast? gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! doch, du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu. Wahr ists, Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst was Gnade sei; beim Sündethun scheint sie gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns un ter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oft: mals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 71 doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! dies hör Sünd und Teufel. Ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trok allem Zweifel, durchs rothe Meer nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben. Ich glaube, darum ist mir wohl; ich weiß mein fündliches Verderben, Chrift. Ludw. Scheidt.+ 1759. Mel. Machs mit mir, Gott. 101. Das ist ein theures, werthes Wort, ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jeſus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein theures, werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Er, Jesus, nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden. Er ist ein Gast bei jedermann, die ihn zu sich einladen. Das ist ein theures, werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Er, Jesus, ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt; ist uns zum Heil geboren! Das ist ein theures, werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du unsrer Schulden Bürge, du Ofterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt vor 72 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. vor dem Würger! Das ist ein theures, werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Uch gieb mir, daß ich diese Gnad, und meine Sünd erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne; erfüll an mir das werthe Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort! Dr. Heinr. Georg Neuß. 1716. In eigner Melodie. 102. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht bebüten. Der Glaub sieht Jefum Chriftum an, der hat gnug für uns all gethan; er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im Geset geboten hat, da man es nicht konnt halten; erhub sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gesetz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein Geset drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die felbig Urt aus eignen Kräften lassen. Wiewohl es oft ver: 200 suchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünden Schand allzeit war angeboren. 5. Noch mußt das Geset erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Baters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr, denn: lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein; du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag; das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himmel er= kauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset. Der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht laffet. Mit Gott der Glaub ist wohl daran; dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es is B. Glaube und Rechtfertigung. 73 9. Es wird die Sünd woll mit Gnad erfüllen, was er in uns angefangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gescheh, wie im Himmelsthrone, das täglich Brot noch heut uns werd; wohl unser Schuld verschone, als wir auch unsern Schuldgern thun; laß uns nicht in Versuchung stahn; lös uns vom Uebel! Amen. durchs Geset erkannt und schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder, und spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu! Im Gesetz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werke kommen gewißlich her aus einem rech, ten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben. Doch macht allein der Glaub ge: recht; die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart' der rechten Zeit, was Gottes Wort zusaget; wenn das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein gewisse Lage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; deß solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; und ob dein Herz spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut: that willen Gott Vater, Sohn, heiligem Geist! Der Bay Paul Speratus. † 1554. Mel. O Jesu Chrift, meins. 103. Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron! Dein theures Blut, dein Lebenssaft, giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius. † 1684. Mel. 74 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. Mel. Wer nur den lieben Gott. 104. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit; mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich auf Barmherzigkeit. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken über steigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verlo: ren werden; Gott will, uns soll geholfen sein. Deßwegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deßwegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt, so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So fing ich einst in Ewigkeit: Abgrund der Barmherzigkeit. Joh. Andr. Rothe.+ 1758. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 105. Jesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trost ngh B. Glaube und Rechtfertigung. Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehr: ten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade bin ich werth; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; fehet nur, die Gnaden pforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jeſus nimmt die Sün: der an! 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich tröften kann: Jesus nimmt die Sünder an! X 75 7. Mein Gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jeſus nimmt die Sünder an! Er hat mich auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben fann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister.+ 1756. 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blut: roth wären, müssen sie, kraft deines Bluts, sich dennoch in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! In eigner Melodie. 106. Nun freut euch lieben Christen gemein, und laßt uns fröhlich springen! Daß wir getroft und all in ein mit Luft und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat; und seine süße Wunderthat. Gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gottes Gericht, er war zum Guten erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb; 76 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. schlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. blieb; zur Höllen mußt ich finken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir sein Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lie ben Sohn: Die Zeit ist hie zu erbarmen, fahr hin, meines Herzens werthe Kron, und sei das Heil der Urmen, und hilf ihnen aus der Sünden Noth, erwürg für sie den bittern Tod und laß sie mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater gehorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er wollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gestalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns foll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, darzu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben Den Tod ver9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich aus diesem Leben; da will ich sein der Meister dein. Den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Gesat, davon verdirbt der edle Schaß. Daß laß ich dir zulege. Mart. Luther. † 1546. Mel. Vater unser im Himmelreich. 107. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem theuren Eid. selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, ich will erst fröh= hem B. Glaube und Rechtfertigung. 77 die Todesstund. fröhlich sein auf Erd; wenn ben, ist dir kund, verborgen ist ich des Lebens müde werd, als dann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbar: men sich. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen frant, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann. † 1647. 4. Wahr ists: Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod: Zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen le: ben sollt. Daß du mußt sterC. Heiligung. a. Der christliche Mel. Herr Jefu Chrift, dich. 108. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünden Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tem= pel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Gei= stes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut Kampf und Sieg. und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten, als dein Eigenthum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß. † 1716. In eigner Melodie. 109. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide 78 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulicht finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! 3. Folge nicht, folge nicht, 3ion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Drachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beide, das, was frumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, 3ion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern todt, sei du gleich den grünen Reben. 3ion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, bringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, 3ion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich fennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! Joh. Euseb. Schmidt. 1745. Mel. Herr Chrift, der einig Gotts. 110. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden, Laß und hilf genädiglich. deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Bertreib aus meiner Seelen den alten Adams finn und laß mich dich erwählen, daß ich mich künftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe, zu Truk der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu freuzgen mein Begier med C. Heiligung. 79 gier und alle bösen Lüfte, auf heit erfüllen; brich der Natur daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Uch zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets fuche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Lud. Andr. Gotter. † 1735. Mel. Zeuch meinen Geift, triff. 111. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder, Laß dein erfreuend Ungesicht zu meiner Armuth sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in deinem Tode sterben. möchte doch in deiner Pein die Eigenheit ertődtet sein! 3. Du wolleft, Jesu, meinen Willen mit der Gelassen6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen; hier gelten nichts der Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die fals sche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Rub und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke 80 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. drücke tief in meinen Sinn, er dich berücke; und Gott daß ich in dir schon selig bin. giebt, die er liebt, oft in feine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir er quickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Friedr. Richter. 1711. Mel. Straf mich nicht in deinem. 112. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans Lift über viele es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Uber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten. Wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf erblicke; weil er sonst behende ist, daß 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be zwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht liederlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Sa er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unfern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich ge hen, wenn wir ihn durch sei nen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll sei ner Güt beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum C. Heiligung. udgrado 17 fine uspilisd and ded 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, fleben, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein.+ 1720. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 113. Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle. Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir fommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben, ich bin der Weg; ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll De: müthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthsöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 02 81 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böfer Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemuth, getroft und gern in allen Leiden stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler.+ 1677. In eigner Melodie. 114. Ninge recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelsfaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, bring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 6 4. Ringe, 18 82 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. 1307 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du denn die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft be: zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr. Hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du haft. Recht beharren ist das Beste; Rückfall ist ein böser Gaft. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den 3ügel nicht. Willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz, nimmt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts, als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von feiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! Weil es, wenn Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel; drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! Streitet recht, und füchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der legte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf is msgilid nad C. Heiligung.dsgadsi.IIX 83 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum 7 Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürft nach der Ewigkeit! Joh. Jof. Windler. † 1722. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, bring ins stille 3oar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann; such in Gott geheim zu leben, daß dich dich nichts beflecken fann. b. Liebe In eigner Melodie. 115. Cins ist noth! ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch. Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergött. 2. Seele, willst du dieses finden, fuchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle er scheinet: da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. m) 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen vol( Jesuslieder). dad ler Undacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in einem geschenkt. stion 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkebrien zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach: laufen; denn dein Wort, o Jefu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Uch, 6* wenn 884 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geift. ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben. Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosinfarbnes Blut, Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht, du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beschwemmt die Gnadenfluth. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung er: funden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun flingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel 10. Drum auch, Jesu, du alleine, sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gieb, daß ich hier alles nur achte für Koth und Jesum gewinne: Dies Eine ist noth. Joh. Heinr. Schröber.+ 1728. Mel. Herr, wie du willt, so. 116. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden! Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz ge: storben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt is mogilisd nad C. Heiligung.nu dagsdi 185 3. Halt im Gedächtniß Je- frage ich, wenn ich dich nur fum Chrift, der auch am drit- kann haben; und wenn mir ten Tage siegreich vom Tod gleich mein Herz zerbricht, so erstanden ist, befreit von Noth bist du doch mein Zuversicht, und Plage. Bedenke, daß er mein Theil und meines Her Fried gemacht, Unschuld und zens Trost, der mich durch sein Lieben wiederbracht; dank ihm Blut hat erlöst. Herr Jesu für diese Liebe. Chrift, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. apind 4. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der nach den Lei denszeiten gen Himmel auf gefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 2. Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diefem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr; des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth! 5. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der einst wird wie derkommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vor genommen. O denke, daß du da bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriac. Günther. † 1704. In eigner Melodie. 117. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Ich bitt, wollft sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt nicht freuet mich, nach Himmel und Erd nicht 3. Uch Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen; den Leib in sein'm Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Chrift, erhöre mich, erhöre 86 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. höre mich! Ich will dich prei- 6. Erhalte mich auf deinen sen ewiglich. Martin Schalling. † 1608. In eigner Melodie. 118. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. dam dod tinal Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller besten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du! Und dich nicht eher mein genennet, du höchftes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht, ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht, ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen keusche Brunst, laß meine Seele fich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Sinn, Geist und Verstand sein stets zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler.+ 1677. Mel. Wie schön leuchtet der. 119. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schak, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr; vor dir ist al les fonnenklar, und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von 87 flenspilling mas C. Heiligung. udspradsi 11 von Tag zu Tag entzündt; je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich flie Ben, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Freude, Wollust, Ehr und Geld, wenn ich es recht be: sinne, kann mich ohn dich g'nugsam laben. Ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Her: zen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein ge nießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden. Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies je mals gehört, kein Mensch gefehen, noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschätzen dies, was dort uns wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann. † 1647. In eigner Melodie. 120. Meinen Jeſum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll 3uversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht. Meinen Jefum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das legte Tages 88 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geift. Jefum und fein Licht, alles andre bilft dir nicht. Tageslicht mich auf diefer Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jefum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lasfen nicht, wenn ich nun dabin gelanget, wo vor seinem Angeficht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jefum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet; Jefum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott verföhnet, der mich freiet vom Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebens: bächlein leiten. Selig, wer mit mir so ſpricht: Meinen Jefum laß ich nicht. Chrifiian Repmann. † 1662. Mel. Meinen Jesum las. 121. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche 3. Du verlangft oft füße Rub, dein betrübtes Herz zu laben, eit zum Lebens quell binzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliebe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. 2ch es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du bist fast erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geb einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrüden, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquiden. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen beget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus feinem Geist geboren, drum wirf weg der is mogiline and C. Heiligung. trudsgradoi3£.11789 der Erde Koth, bist du nicht sen, hat geschmecket, meine zum Reich erforen? Suche Schulden zugedecket und mich Jefum und sein Licht, alles aus der Noth hat geführt zu andre hilft dir nicht. Gott. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels: höhen, laß, was dich zur Er den reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so feufch und fromm, fich in reichem Maß ergießet. Suche Jefum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünftigem Gebet sich dein Herz zu ihm er beben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill fillen werde bein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Lubw. Konr. Allendorf.+1744. Mel. Seelenbräutigam 2c. 122. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Rub! Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlö3. Glanz der Herrlichkeit! du bist vor der Zeit zum Erlö fer uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Dra: chen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Blute, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich füssen, ich will figen dir zu Füßen, wie Maria that, höchste Majeſtät. 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigenthum, allerschönster Rubm. 7. 3euch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze und auf dich mein Elend wälze, das stets drücket mich; zeug mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn, noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht 90 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. nicht mög von dir wanken, Stamm, mein König und sondern bleiben in den Schran- mein Bräutigam, haft mir fen. Sei du mein Gewinn; mein Herz besessen, lieblich, gieb mir deinen Sinn. freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl und werthe Kron, wahr'r Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! du bist des Herzens schönste Blum; dein füßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe; daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwählten Leib in frischem Lebenstriebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. a 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsete, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Untlig treten. Ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theu: res Blut. 14. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten; daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Jon. An. Freylinghausen. † 1739. In eigner Melodie. 123. Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Davids Sohn aus Jakobs 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich thuft anblicken. Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Urmen aus Erbarmen, hilf in Gnaden; auf dein Bort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig i napilist mad C. Heiligung. Ispred 11791 by ewig vor der Welt in deinem so angenehmen Freuden die Sohn geliebet; dein Sohn Liebe strahlt aus deiner Brust. hat mich ihm selbst vertraut, Hier ist mein Himmel schon er ist mein Freund, ich bin auf Erden. Wer wollte nicht sein' Braut, drum mich auch vergnüget werden, der in dir nichts betrübet. Heil mir! suchet Ruh und Luft? Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenflang und laßt den füßesten Gefang ganz freuden. reich erschallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunder schönen Bräutgam mein zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! groß ist der König der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Freund ist das A und D, der Anfang und das Ende! Er wird mich noch zu seinem Preis aufneh men in das Paradeis, deß klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! deiner wart ich mit Verlangen. Nach Phil. Nicolat.+ 1608. In eigner Melodie. 124. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuthshöhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; es ſei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den im erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Unker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine Seitenwunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen; du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten; ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb 92 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geift. Lieb und Segen. Genug, niß scheiden, zu deiner Ruh wenn ich dich bei mir hab. der Ewigkeit. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. Bo 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich fann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Rub in dem Gemüthe, nach deiner unumschränkten Güte, des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Dreßler+ 1722. 5. Der Tod mag andern düster scheinen; mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest keio allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern WildDibulsall c. Gebet. In eigner Melodie. 125. Dir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zieh mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß p mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen fing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jefu Chrifti sei, daher ich: Ubba, lieber Bater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig Ahenspills ass i C. Heiligung, dignésia iz 193 stig gegen mich vor heißer mir Geduld; denn dein Will Lieb, daß mirs die Bitte ist der beste. nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, wenn es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Umen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Craffelius.+ 1724. In eigner Melodie. 126. Herr, wie du willt, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier; laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst wie du willt, gieb 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was mir dienet zur Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheb mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein selig End gieb mir, durch Jefum Chris ftum. Amen. Casp. Melissander.( Bienemann.) + 1591. In eigner Melodie. 127. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih. mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, meinem Nächsten nüş zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott. Die Hoffnung gieb daneben voraus, wenn ich muß hier davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein bun, 94 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. ich dich; erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh; hilf mir aus meinen Nöthen! 3. Mein Gott und Schirmer steh mir bei; fei mir ein Burg, darin ich frei und rit: terlich mög streiten wider mein Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Luft noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig sein ans End gieb mir, du hafts allein in Händen; und wem du's giebst, der hats umsonst. Es mag Niemand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns errett't vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb. Hilf, o Herr Chrift, dem Schwachen! Un deiner Gnad allein ich Fleb; du fannst mich stärker machen. Kommt nun Anfech-= tung her, so wehr, daß fie mich nicht umstoße. Du kannst wachen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Aus dem 16. Jahrhundert. KECELS In eigner Melodie. 128. In dich hab ich gehoffet, Herr; hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte; das bitt 4. Du bist mein Stärt, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth! Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht, mit Lügen und mit falschem Gedicht, viel Neg und heimlich Stricke. Herr, nimm mein wahr in dieser Gefahr, behüt mich vor falschen Tücken. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Gloria, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jefum Chriftum, Amen! Adam Reißner 1563. In C. Heiligung. In eigner Melodie. 129. Gott, du from mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben; gefunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Umt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind und, wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. adsi 117 95 von unrechtem Gut nichts untermenget fei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauern Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Zod abscheiden. Die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei auf daß er seine Ruh an ihrer frommer Christen Grab, Seiten hab. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag aufwecken, fo thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann. 1647. In eigner Melodie. 130. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißeft gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han; gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund! 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich nach deinem Na 96 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. Namen würdiglich. Herr, behüt uns vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans 3orn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich! Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut! 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Noth! Bescheer uns auch ein seligs End; nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han. Auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Umen fein. Martin Luther. † 1546. In eigner Melodie. 131. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu un sern Zeiten; es ist ja doch kein Under nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod und, was man darf zur Leibesnoth; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn! 6. All unser Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir. auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all Mel. Nun laßt uns Gott dem. 132. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Mart. Euther. † 1546. 1080 d. Friede und Freude. Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der C. Heiligung. 600 X 97 der Reichthum seiner Fülle, und Lachen, so lang ich lebe, giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er läsfet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quel len, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele za get und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und laffen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüsst mich vor bö: sen Leuten, dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du sehest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig faße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommſein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singen und loben. Paul Gerhardt.+1676. In eigner Melodie. 133. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Uch wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern und die Welt erschüttern; mir steht Jefus bei. Ob es jest gleich kracht und blitt, obgleich Sünd und Hölle schrecken; Jesus will mich decken. 3. Troß dem alten Drachen, trok des Todes Rachen, trok der Furcht dazu! Tobe Welt und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Rub. Gottes Macht hält mich in Ucht. Erd und Abgrund müssen schweigen und vor ihm sich beugen. 7 4. Weg 98 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. erregt, ist in Christi Grab gelegt. Reine Seele fo 4. Weg mit allen Schätzen! du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hö: ren, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu fcheiden. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spigen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; sorgen kommt dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht ihr Trauergei= ster; denn mein Freudenmei ster, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn; dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franc. † 1677. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 134. Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden, was die Ungeduld 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an Gottes Ungesicht auch alsdann, wenn er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Schmerzen überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Joseph Winckler. † 1722. Mel. Valet will ich dir geben. 135. Schatz über alle Schäße, o Jesu, liebster Schag, an dem ich mich ergöße; hier hab ich einen Plak in meinem treuen Herzen dir, Schönster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Uch his@ ngilisd mydC, Heiligung. C. 2. Uch Freude meiner Freuden, du wahres Himmels brot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit er: freulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster, mich erblicken dein freundlich Unge ficht, mein Herze zu erquicken; komm, licht! Denn ohne dich zu le ben ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. AEX 99 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwitzen, als Schönster, ohne dich im Paradiese sitzen, veracht't und jämmerlich. 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich lisch werden und ist dahin genicht; mein Geist will himmricht, wo Jesus wird geschauet. Da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, komm, hole mich zu dir, in deinem Schooß zu liegen. Komm, meiner Seele 3ier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt; so kann mir niemand schaden, 4. Dreiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh, du treuer Kreuzgeselle, schlag nach Belieben zu! Ich will geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich so bin ich reich und satt. sein. Salomo Liscov. † 1669. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheeret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und e. Vertrauen und Trost in Kampf und Leid. en In eigner Melodie. 136. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoff: nung setzet, der behält ganz unverletet einen freien Hel denmuth. regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz un beständig sind. Ich begehr nach dem zu ringen, was mir Seelenruh kann bringen, und man jetzt nur selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, 7* 100 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, ich bin bereit. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrigste Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Mel. Was Gott thut, das ist. 137. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit gan zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig: keit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu befiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns feine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht väterlich. Nicht, 5. Un dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Ge wissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchteg. Gellert.+ 1769. In eigner Melodie. 138. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Noth. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Ungst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen. nisem trauen. Ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. C. Heiligung. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich er geben. Ich sterb heut oder morgen; mein Seel wird Gott versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, gieb uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche. 5. Umen! zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preifen. Amen. Sigism. Weingärtner, um 1609. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 139. Besteht du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 11% 101 gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergebn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; bein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff, und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht. Laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, 102 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. gente, der alles führen soll; Gott sigt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am wenigsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du, zu keinem Bösen, bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank: geschreie den Sieg und EhrenFron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth! Stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Paul Gerhardt † 1676. In eigner Melodie. 140. Gieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle; ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir kein'n Schaden auch die Pein des größten Schmer: zens. Kreuz, Angst und Noth fann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, is meilid nad C. Heiligung. Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Urmen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben lie gen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheeren. Er hat ein Hand voll aller Ga ben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zu frieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder auf den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Leib zur Nothdurft stillen. Gieb dich zufrieden. EX 103 nichts zum Besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn er's sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden: Alle Men= schen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unfre 104 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. unfre Lenden bis in das Grab; da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden. is 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 14. Es ist ein Ruhetag vor: handen, da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reis ßen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren sich auch nun in Friede freuen, da fie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. 5. Du bist der Held, der fie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann. † 1647. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 142. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand. Der Himmel foll mir werden, da ist mein Va terland. Hier reif' ich aus und abe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. Paul Gerhardt. † 1676. Mel. Herzliebster Jesu, was baft. 141. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Urmen, laß dich erbarmen. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt. Blitz, Donner, 3. Und schaff uns Beistand Wind und Regen hat mir wider unsre Feinde. Wenn manch Angst erweckt. Verfoldu ein Wort sprichst, werden gung, Haß und Neiden, ob fie bald Freunde; sie müssen ichs gleich nicht verschuldt, Wehr und Waffen niederle- hab ich doch müssen leiden gen, kein Glied mehr regen! und tragen mit Geduld. 4. So Indud C. Heiligung. 4. So gings den lieben Ulten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der Vater Abraham, eh als ihm sein Vergnügen und rechte Wohnstatt kam! 5. Wie manche schwere Bürde trug Isaak, sein Sohn! Und Jacob, dessen Würde stieg bis zum Himmelsthron, wie mußte der sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und 3agen ſank oft sein armes Herz! 6. Die frommen, heilgen Seelen, die gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erst bewohnten Ort; sie zogen hin und wieder. Ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid. Was will ich besser leben, als folche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein. Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. HZ 105 9. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdem's ihm wohlgefällt. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle MaaBen mein Vater trösten wird. 10. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Luft, die meinem Geist gefalle; das meist ist Tand und Wust. 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Uch mein Herz, wenn dein Herz komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein seligs Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Urm und Kraft! 12. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die 106 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt. † 1676. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 143. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und bat; er muß zu allen Dingen, folls anders wohl gelingen, felbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Batergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ver: sehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers giebet. Was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna den, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort; in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein heilig Wort. 7. Hat er es denn beschlos sen, so will ich unverdroffen Kein Unfall unter allen joll an mein Verhängniß gehn. mir zu harte fallen; ich will ihn männlich überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, ſo bald er mir gebeut. Es fei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. und traue dem alleine, der 9. So sei nun, Seele, feine, dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming.+ 1640. sio Mel. Herzlich thut mich verlangen. 144. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich! so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin ge= C. Heiligung. geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widerfacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. Un mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sit; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuership. 5. Mein Jesus hat gelőfchet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und 109 31X 107 ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersfiehet feine Luft. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zuge: richt. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit; mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer 108 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. singend machet, ist, was im Himmel ist. sm Paul Gerhardt. † 1676. 11. Wer sich mit dem ver bindet, den Satan flieht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht ver borgen, doch bin ich unverzagt. Gott will ich lassen forgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab, sur 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewig lich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hind: rung sein. Au 14. Kein Engel, keine Freu: den, kein Thron, kein Herr lichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Ungst, kein Herzeleid, was man nur kann er denken, es sei klein oder groß, der keines foll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Son nenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Je: sus Christ; das, was mich dealp Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. 145. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes; dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und fein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen! 4. Drum sei getrost, du kleines Heer, streit ritterlich für Gottes Ehr und laß dir ja nicht grauen. Er wird den Feinden nehm'n den Muth; daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 5. Amen! das hilf, Herr Jesu Christ, dieweil du unser Schutzherr bist, hilf uns durch deinen Namen; so wollen wir, deine Gemein, dich loben und dir jis magilid nad C. Heiligung. dir dankbar sein und fröhlich fingen: Amen! Gustav Adolf, König von Schweden. † 1632. V. 4 u. 5 v. Sam. Zehner. † 1635. In eigner Melodie. 146. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Noth, er rett't von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüglich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Her ren Christ, seinen allerliebsten Sohn; durch ihn er uns bescheeret, was Leib und Seel IZ 109 ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt. Das ist ein felge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubringen auf Erden. Wir sollen selig werden und bleiben in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, kein Ehr noch Gut bestehet, das sonst war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schooß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde; kommt doch die Ewigkeit, die aller Freuden voll; diefelb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und Genad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich 110 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. Reich der Himmel führet. spotten. Laß sie spotten, laß Ihm sei Lob, Ehr und Preis! fie lachen! Gott, mein Heil, Ludwig Helmboldt. † 1598. wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich lassen schauen, wollt ihn auch der Tod auf reiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unfern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. In eigner Melodie. 147. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren; nehm ers bin, ich will ibn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergött, follt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein C. Heitigung. uds). 111 mein Licht, aus dem Herzen Kelch gleich schmecken, der bitlasse. Laß mich, laß mich hingelangen. da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt. † 1676. In eigner Melodie. 148. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. ter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl bedenken. Er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Bö: ses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben in Kreuz und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erfcheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in feinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigaft. † 1708. In eigner Melodie. Was 149. mein Gott will, das gescheh allzeit; sein Will der ist der beste. Zu helfen denen er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit Maaßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott- will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat ge= zählet; er hütet und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn in Gottes Willen, zu meinem Gott, wenns 112 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns derselben aus Gnaden los, steb uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei! 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, so laß mich nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen! Albrecht d. J., Markgraf zu Brandenburg. † 1557. In eigner Melodie. Har 150. Wenn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen ins: gemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preifen hier und dort. Paul Eber. † 1569. Mel. Was mein Gott will, das. 151. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu setzen! Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider; dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir twohl geben, was mir ist noth, du 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und al: ler Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. finnagilid nad C. Heiligung. udsgudi IX 113 du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Uch höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! Joh. Mühlmann. † 1613.(?) In eigner Melodie. 152. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Web und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Un gemach? Wir machen unfer Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein we nig stille und sei doch in sich felbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Ullwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. f. Vom christlichen Mel. Es koftet viel, ein Chrift zu. 153. Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wenn es nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn und lässet uns viel Guts geschehn. Drangsalshige, daß du von 5. Denk nicht in deiner Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schooße size, der sich mit stetem Glücke fpeist. Die Folgezeit verándert viel und sehet jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark. † 1681. Leben und Wandel. es gar sauer ein, sich im merdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit, 8 2. Du 114 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. 2. Du darfst ja nur ein vor keinem Sturm und Wind Kindlein sein, du darfst ja darfst du erschrecken. Ja, siehst nur die leichte Liebe üben. O du endlich ferner keine Spur, blöder Geist, schau doch, wie so glaube nur. gut ers mein, das kleinste Kind fann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer! in a 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. D Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar feinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth. 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwede nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Web dein schwa ches Herze naget; sprich: Ba: ter, schau mein Elend gnädig an! So ists gethan. 8. Auf, auf mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott gang kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Rub; in Friede sollst du vor dem Vater schwe ben. Die Sorg und Last wirf nur getro und kühn allein auf ihn.asid m Chr. Friedr. Richter. † 1711. 5. Besitz dein Herze in Ge: duld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, fo fieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht ge schehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich will Nacht und Finsternig bedecken. Dein Vater wird nichts schlimmes mit dir thun, In eigner Melodie. 154. Cs foftet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müb, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift fann in die Seele drin gen. Wenn mans versucht, so is nogilist med C. Heiligung.gida IX 115 fe fpürt man mit der Zeit die ben; der Himmel steht bereit Wichtigkeit. Gebrauch. Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein.nu oldu bu vad aidang ihm zum 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwä: get, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget, Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht.d toined 8. Auf, auf mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reisen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Be denke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Urbeit ruhn! Wie wohl wirds thun! di i tadvenogeanu 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so berrlich sein, so lieblich im Gefichte, dieweil ihn da die we fentliche Pracht so schöne macht. dontic 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Luft empfinden. Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist ver: binden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? bas 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret. Sie frönet es mit ihrem Perlenkranz und wird als Braut der Seelen zugeführet. Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war. Chr. Friedr. Richter. † 1711. Mel. Von Gott will ich nicht. 155. Geduld ist euch von nöthen, wenn Sorge, Gram und Leid, und was euch mehr will tödten, euch in das Herze schneidt. Dauserwählte Zahl! Soll euch kein Tod nicht töd= ten, ist euch Geduld vonnö then, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb und bittres Kraut. Wenn unsers Kreuzes Ruthe uns nur ein wenig dräut, erschrickt der zarte Sinn; im Glück ist er verwegen, fommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. Bismd dry 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott be fißt, wird ihm in Gott gege: doch sich klar erklärt: Sch strafe 3. Geduld ist schwer zu leiden, dieweil wir irdisch seind, und nur in lauter Freuden bei Gott zu sein vermeint, der 8* 116 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. strafe, die ich liebe, und die ich hoch betrübe, die halt ich hoch und werth. ada durchsucht zu ihrem Heil das Paradies der Schrift und schüßt sich früh und späte mit eifrigem Gebete vor Satans List und Gift, BIND 4. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geiftes Gut, der zeucht und löst uns abe, sobald er in uns ruht; der edle, wer: the Gaft erlöst uns von dem 3agen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. istenen 5. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Got: tes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Bater, forgen und fürchtet keinen Fall. 6. Geduld setzt ihr Vertrauen auf Christi Tod und Schmerz; macht Satan ihr ein Grauen, so faßt sie sich ein Herz und spricht: Zürn immerhin, du wirst mich doch nicht fressen, ich bin zu hoch gefessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zufrie: den mit Gottes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad; hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getroft beschweren und denkt: Wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus! tid liisid ond 8. Geduld kann lange warten, vertreibt die Langeweil in Gottes schönem Garten, al 9. Geduld thut Gottes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich wohl zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt! Wird sie doch nicht zu Schanden! Es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts brauf giebt. 10. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Der im Himmel droben hat alles wohl gemacht. 10 11. Geduld erhält das Le= ben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft dane: ben manch Angst und Herzensqual; ist wie ein schönes Licht, davon, wer ihr anhanget, mit Gottes Hülf erlanget ein fröhlichs Angesicht. 12. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron und königlichen Hut; stillt der Betrübten Thränen und füllt das heiße Sehnen mit rechtem, guten Gut.hot 13. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Luft, is meilisd mad C. Heiligung.ndsgasdi. 117 Z Luft, nach der ich oft gegangen. Das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld! Ach gieb mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders, als Geduld. 14. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldigs Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt. † 1676. Mel. Wachet auf, ruft uns. 156. Heiligster Jesu, Heilgungsquelle! Mehr als Kry: stall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach bilde mich nach dir, du mein Alles! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich auch heilig sei, wie du! 2. O stiller Jesu! wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war; also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du! holl 3. Wachsamer Jesu! ohne Schlummer in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und haft gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. Jesu, Jefu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du! 4. Gütigster Jesu! ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Sonnenglanz ber schei= net allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar seind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du! 5. Du fanfter Jesu warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann dein Sanftmuth messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als der um deines Baters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmuth und dabei guten Eifer. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei, wie du! 6. Demüthger Jesu, Ehrenkönig! Du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, du wandeltest auf dieser 118 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geift. dieser Erden in Demuth und zeuch mich ganz zu dir! Bein Knechtsgeberden, erhubst halt mich für und für, treuer dich selbst in feinem Ding. Heiland! Jesu, Jesu, laß Herr, solche Demuth lehr mich, wie du und wo du bist, auch mich je mehr und mehr einst finden Rub! nism stetig üben. Jeſu, Jesu, hilf Bartholomäus Craffelius. † 1724. mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du des de 7. D keuscher Jesu! All dein Wesen war züchtig, keusch und auserlesen von tugend voller Sittsamkeit; Gedan ken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war voller lautrer Züchtigkeit. O mein Immanuel Mach mir Geift, Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sei keusch und rein, wie du! 8. Mäßiger Jeſu! Deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Kost, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit. Herr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir sters nüchtern. Jesu, Jesu, bilf mir dazu, daß ich stets nüchtern sei, wie du! 9. Nun, liebster Jesu, lieb: stes Leben, mach mich mit allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glau bensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Uch 39 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 157. Himmelan geht unſre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Canaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem 3weck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung bin. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schäßen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. pilind 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze haben; denn es kann mich anderwärts kein so gro= ßer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort is magiliad and C. Heiligung.dgsds X 119 Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. Mel. Seelenbräutigam. sid 158. Jefu geh voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen. Führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden; o, so gieb Geduld zu beiden. Richte unsern Sinn auf das Ende bin. med 7. Himmelan zieht der Magnet, der im Kreuz verborgen lieget, wenn mein Fuß auf Dornen geht, und die Hoffnung mich vergnüget, daß des Himmels Rosen pfad keinen sauern Tritt mehr hat. 8. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein.is 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nic. Ludwig, Graf v. Zinzendorf. 9. Himmelan wird mich 1760. dau bal † der Tod in die rechte Heimath In eigner Melodie. führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Je fus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 10. Himmelan, ach him melan! Das soll meine Lo sung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Him melsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmold. † 1737. adsis IT 3160 159. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamsfinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hierzu wohnt in dir die 120 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir ge schenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Creas tur feufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Ei telkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessers schickt. 5. Uch erheb die matten Kräfte, fich einmal zu reißen los und durch alle Weltge: schäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschen furcht und 3agen! Weich, Vernunftbedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei! Denke, daß ein ar mer Waife dir im Tod nichts nüße sei. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus; laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie du's nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiebszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 8. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht ſo quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit; ach so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit. Denn die Laft treibt uns zu rufen; alle schreien wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebildt. Der hat Gnad um Gnad genommen, aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, wer is@ nogilied mad ud C. Heiligung. dsgradi.IX 121 11. Liebe, zeuch uns in dein Lehr ihn, hilf ihm thun und Sterben! laß mit dir gekreu zigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht läffig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist las auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe, Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Chrifti Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Umen! and Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. nied Joh. Dan. K. Bickel. † 1809. Mel. Nun freut euch lieben. 161. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit Bu Gottfr. Arnold. † 1714. Mel. Wie schön leuchtet der. 160. O Jefu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerden! du siehst auf die erlöfte Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, forgst, daß fie felig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Fifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, und die Heerden mit den Hirten selig werden! 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gefandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. 122 XII. Wiedergeburt und Heiligung durch den heiligen Geist. zu finden; mein Herz allein nach diesem Leid; hilf, daß bedacht foll sein, auf Chri- ich mag nach dieser Klag dir stum sich zu gründen. Sein ewig dort Lob sagen. nisl taig Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.m Georg Weißel.+ 1635. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 162. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Weſen, wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Uch sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu dich stets fe gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht; laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Sier; hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud U 2. Drum sind vor Zeiten ausgefandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohl bekannt dein Will und deine Rechte; zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, kommen, uns zu lehren. von des Himmels Thron selbst 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen.duslovi lomain 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende, denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn' som C. Heiligung. HIZ 35. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen, daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter fein, Frucht hundertfältig bringen! song ne 6. Um Wege wird der Same fort vom Teufel hin genommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, fo auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust die ser Welt verdirbet und ersticket. 3d 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhier dem gu ten Lande und fein an guten Werken reich in unserm Umt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. Onu mind 123 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden! Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltforg überall und böse Lüste dämpfen, unduar 9, Dein Wort, o Herr, laß allweg fein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod dar auf beständig trauen. alg 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. Oheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. Hourg and 158 Dav. Denice. i 1680. XIII. Die letzten Dinge. Vom Tode und der Auferstehung und von der 394 Wiederkunft des Herrn zum Gericht. In eigner Melodie. 163. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vers geht, wie Heu, was ba lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders foll genesen der so gro: dru ßen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben; bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung 124 XIII. Die letzten Dinge. lösung funden, und mein Trost Jeho werd ich schön geschmükin Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. ket mit dem weißen Himmelskleid; mit der güldnen Ehrenkrone stehe ich vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen fann.deat asts and Joh. Georg Albinus. † 1679. 3. Jesus ist für mich ge: storben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltig: feit. 4o ed id 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmels: glanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, beilig, heilig beißt Gott, der Bater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen figet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. Jerusalam, du schöne, ach wie helle glänzest du! Uch wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Rub! Oder großen Freud und Wonne! Segund gehet auf die Sonne, jehund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Uch ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit. In eigner Melodie. 164. Christus, der ist mein Leben, sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich erge= ben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. mobill 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen; Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn, als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht; 6. Ulsdann fein fanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein; 7. Und laß mich an dir fle ben, wie eine Klett am Kleid, und Vom Tode und der Auferstehung zc. 125 und ewig bei dir leben in und sehr gebückt! Ihr habt Himmelswonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis und ewig bei dir wohne im Himmelsparadeis. si Anna, Gräfin zu Stolberg, des Tages Last getragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, feid nur getroft und gehet ein. um 1600. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen műden Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann; wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergötzen; wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, wo man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn unsre Thränenfaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und füßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; das Lamm ist seinem Volke nah; es will ſelbst Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 165. Es ist noch eine Ruh vorhanden. Auf, müdes Herz und werde Licht! Du feufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne schei= net nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle wei den; wirf hin die Last und eil herzu! bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe fie uns so bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzu kommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt. Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm 126 gXIII. Die letzten Dinge, moll selbst über ihnen wohnen und daß fich enden möge mein ihre Treue wohl belohnen mit Leben, dami@ Licht und Troft, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. on the os 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig forgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden; legt euch dem Lamm in seinen Schooß! Uch Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet schon die frohe Schaar. Fort, fort, mein Geift, zum Jubis liren! Begürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Rubejahr! Joh. Sigismund Kunth. mm 1779. In eigner Melodiep 166. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Chriftus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübfal, Angst und Leid follst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 10 med re 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Hercen, mei nem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich fehnt ein Wandersmann, daß fein Weg ein End mög han, fo hab ich gewünschet eben, fluist 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen spitig gar, also auch die Christen ge hen in lauter Angst und Ge fahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unfre Seele, laffen uns bei keinem Muth. Wir sind voller Angst und Plagi, lauter Kreuz find unfre Tag. Wenn wir nur geboren wer den, Sammer g'nug findt sich auf Erden.d 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daber streicher, Müb findt sich an allem End. Unfre Thränen sind das Brot, so wir effen früh und ſpat. Wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen ist nichts, denn Klagen und Beinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, jei von mir jebund nicht ferne, weil mid dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von binnen fabren beut. Ach sei du mein Licht und Straße; mich mit Beistand nicht verlaffe. thin the 7. In Vom Tode und der Auferstehung zc. 7. In dein Seite will ich is In eigner Melodie.or fliehen an mein'm bittern To: 167. Herzlich thut mich desgang; durch dein Wun verlangen nach einem fel'gen den will ich ziehen ins himm- End, weil ich hier bin umlische Vaterland. In das fangen mit Trübsal und Elend. schöne Paradeis, drein der Ich hab Lust, abzuscheiden Schächer that sein Reis', wirst von dieser argen Welt, fehn du mich, Herr Christ, einfüh- mich nach ewgen Freuden. ren und mit ewger Klarheit O Sesu, komm nur bald! zieren.nl isomp 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel und Höll; es hat dein Blut ge kostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein feligs Kind. Domonism nusit 3. Wenn gleich füß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freu ich mich gar eben; sterben ist mein Gewinn. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, ob mein 3ung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt; bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Him melspfort. Du wirst felig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen, 3 ascun bur 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen roth, und mein Seele wohl bewah: ren, wie den Lazarum im Tod. Las fie ruhn in deinem Schooß, fülle sie mit Freud und Troft, bis der Beib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. 127 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferredt foll werden durch Chriftum, schön verklärt; wird leuchten als die Sonne, und leben ohne Noth in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? adsundblindsion d 10. Freu dich febr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlich 5. Ob mich die Welt gleich keit sollst du sehn in Ewigkeit, reizet, länger zu bleiben hier, mit den Engeln jubiliren, in und mir auch immer zeiget Ewigkeit triumphiren. miban Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier; Caspar v. Warnberg, um 1620. doch ich das gar nicht achte; $ 0.0 es 128 XIII. Die letzten Dinge. moll es währt eine kleine Zeit. lein; führ mich ins ewge LeDas Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. noe ben, das du erworben hast durchs Leiden dein und Sterben und blutiges Verdienst. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihn'n bringt Leide; doch tröst mir meinen Muth, daß wir in gro: Ben Freuden zusammen wer: den komm'n, und bleiben ungescheiden im himmelischen Thron. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ. Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf mir ritterlich ringen; dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhBlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Noth mich über die Maße jammert im Herzen mein; will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott. Er wird sie wohl ernähren, retten aus aller Noth. d 8. Was thut ihr so verzagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülfversagen, der speist die Raben klein? Frommen Wittwen und Waisen ist er der Vater treu, trok dem, der sie beleidet; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn' euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre über den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben! Wir werden in kurzer Zeit einander wiederschauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein. Sieb mir ein feligs Ende, send mir dein EngeChristoph Knoll. † 1621. Mel. Nun preiset alle Gottes. 168. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig. was ich im Geist gefehn. Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt, ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 500 5. Ich Vom Tode und der Auferstehung 2c. 129 5. Ich bin zufrieden, daß setzt mir auch mit Versuich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gaffen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Johann Timotheus Hermes. † 1821. In eigner Melodie. il 169. Ich bin ja, Herr, in J deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du fennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich die sem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. de ando panjan 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner legten Pein mit Troft und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner See: len an? wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinnen Kraft gebricht? thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor dir in großer Hiß, ohn Kraft, ohn 3ier, mit höchster Herzensangst befallen. Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allem; des Satans Unklag hat nicht Ruh, chung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urtheil fällen. Hier weifet mein Gewissensbuch, dort aber des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höl len, da, wo man ewig, ewig leidt, Mord, Jammer, Angst und Wehe schreit. 5. Kein Geld noch Gut er= rettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn, wir werden ewig nicht entgehn, verschlinget uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, wo du nicht, Gott, du Todestod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe blos gefündigt dir, dir, der du Mis sethat vergiebest; was maßt sich Satan dessen an, der kein Geset mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre; was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gie XIII. Die letzten Dinge. moët 130 giebest du mich fremder Hand, und hast so viel an mich ge wandt? 8. Nein, nein, ich weiß ge= wiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Theil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Ungst und Noth, es mag Geset, Höll oder Tod auf mich her donnern oder bligen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, um 1646. In eigner Melodie. 170. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch länger leben, nicht widerstreben, seinem Willen ich mich thu er: geben. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen ſein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Ungst, Noth und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit, und wers bedenkt, immer ein Streit. 4. Was ist der Mensch? ein Erdenkloß, von Mutter leib kommt er nackt und bloß, bringt nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichthum, Geld noch Gut, nicht Kunst, noch Gunst, noch stolzer Muth; für'n Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, morgen todt und liegen im Sarg. Heut blühn wir, wie die Rosen roth, bald frank und todt; ist allenthalben Müh und Noth. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn. Die Welt vergisset unser bald, sei jung oder alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Uch Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, auch wir allhier kein Bleiben han, müssen all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, o treuer Gott! dadurch ist kommen der bittre Tod; der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, weß Stands oder Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig gute Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag, wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried; sterb'n ist mein Gewinn und schadt mir nicht. 11. Und Vom Tode und der Auferstehung zc. 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein'n liebsten Sohn gegeben hat. 18. Amen! mein lieber, frommer Gott, bescheer uns alln einen sel'gen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich 12. Derselbe mein Herr bald in dein Reich kommen Jesus Christ für all mein und bleiben ewiglich. Sünd gestorben ist, und auf Joh. Pappus.+ 1610. erstanden mir zu gut, der Höl- In eigner Melodie. len Glut gelöscht mit seinem 171. Jerusalem du hochtheuren Blut. gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 14 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der bittre Tod mich nicht scheidt. Ich leb oder sterb, so bin ich sein, er ist allein der einge Trost und Helfer mein.di 14. Das ist mein Troft zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstebn aus meinem Grab.es 131 bist allein der einge Trost und Helfer mein. id mi da 15. Mein lieber, frommer, treuer Gott all mein Gebein bewahren thut; da wird nicht eins vom Leibe mein, sei groß oder klein, umkommen noch verloren sein. 16. Meinen lieben Gott von Ungesicht werd ich an schaun, dran zweifl' ich nicht, in ewger Freud und Herrlich: keit, die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit!! 17. Jefu Chrifte, Got: tes Sohn, der du für uns haft g'nug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein. Du 2. O schöner Tag, und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Luft und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element; fährt auf Eliä Wagen mit engelischer Schaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir! thu auf die Gnadenpfort! wie große Zeit bat 9* 132 XIII. Die letzten Dinge. mo hat mich verlangt nach dir, viel mehr, wie von Anfang ge= eh ich bin kommen fort aus fungen das himmelische Heer. jenem bösen Leben, aus je Joh. Matth. Mayfart. † 1642. ner Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit! 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich; die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis; von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Ho: fianna feine ohn End in Ewigkeit; 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chö: ren ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudenſaal; mit hunderttausend 3ungen, mit Stimmen noch In eigner Melodie.d 172. Jesus meine Zuversicht und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zu frieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlőser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird werden an geschaut dann von mir in die sem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei land, Vom Tode und der Auferstehung zc. land, kennen. Sch, ich selbst, ich dich an, versag kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. das 8. Seid getroft und hoch erfreut; Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun er klingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henr., Kurfürstin v. Brandenburg. † 1667. 133 mirs nicht; wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! ist alles gut, wenn gut das End. In eigner Melodie. 173. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! ruf 2. Gern will ich folgen, lieber Herr. Du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, verlaſsen meine lieben Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in deine Händ fie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir mögen nicht mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld, für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Chrifti Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein. † 1630. In eigner Melodie. 174. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das 134 XIII. Die letzten Dinge. Das bist du, Herr, alleine. keinen Zweifel haben, er wird Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewger Gott! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrie eleison! in vim now b 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das bist du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unfre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrie eleiſon. 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen blei ben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Ky: rie eleison! Mart. Luther. † 1546. In eigner Melodie 175. Nun laßt uns den Leib begraben; daran wir am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zur Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu einem seligen End. Er hat getragen Christi Soch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Ungst gewesen, dort aber wird er ge= nesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch fein Blut hat erlöst vons Teufels Gewalt und ewger Pein, ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! n Mich. Weiß, um 1530. In Vom Tode und der Auferstehung zc. In eigner Melodie. 5. Wenn der Verdammten 176. Ewigkeit, du große Qual so manches Jahr, Donnerwort! o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die 3ung am Gaumen klebt. als an der Sahl hier Menschen sich ernähren, als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub das Erdreich trägt, noch endlich sollte währen; so wäre doch der Pein zuletzt ihr recht bestimmtes Ziel gesett. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf gehoben; die Ewigkeit hat nur kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum, wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, er schreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. mot 135 4. Was acht ich Wasser, Feuer und Schwert; dies alles ist kaum nennenswerth; es kann nicht lange dauern. Was wär es, wenn gleich ein Ty: rann, der funfzig Jahr kaum leben kann, mich endlich ließ vermauern? Gefängniß, Marter, Angst und Pein, die kön nen ja nicht ewig sein. 6. Nun aber wenn du die Gefahr viel hundert tausend tausend Jahr haft kläglich ausgestanden, und in der Höllen solche Frist gar grausamlich gemartert bist, ist doch fein Schluß vorhanden; die Zeit, so niemand zählen kann, die fängt sich stets von neuem an. 7. Liegt einer krank und ruhet gleich im Bette, das vom Golde reich recht fürstlich ist gezieret; da haffet er doch solche Pracht, auch so, daß er Leben führet; er zählet jeden die ganze Nacht ein kläglich Glockenschlag und seufzet nach dem lieben Tag. 8. Uch was ist das? der Höllen Pein wird nicht wie Leibeskrankheit sein und mit der Zeit sich enden; es wird sich der Verdammten Schaar im Feuer und Schwefel immerdar mit 3orn und Grimm umwenden; und dies ihr unbegreiflich Leid soll währen bis in Ewigkeit. 9. Uch XIII. Die letzten Dinge. mo 136 9. Uch Gott, wie bist du so gerecht! wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Uch nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Men schenkind! Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. he 10. 2ch fliehe doch des Teufels Strick! die Wollust kann einen Augenblick und länger nicht ergößen; dafür willst du dein arme Seel her: nachmals in des Teufels Höhl, o Mensch, zum Pfande setzen? Ja schöner Tausch! ja wohl gewagt! das bei den Teufeln wird beklagt. 11. So lang ein Gott im Himmel lebt und über alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen; es wird sie plagen Kält und Hitz, Angst, Hunger, Schrecken, Feuer und Blig, und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wann Gott nicht mehr wird ewig sein. 12. Die Marter bleibet immerdar, als anfangs sie bengs fie beschlossen war, sie kann sich nicht vermindern; es ist ein Arbeit sonder Rub, fie nimmt an Klag und Seufzen zu bei jenen Satanskindern. D Sünder, deine Missethat em pfindet weder Trost noch Rath. 13. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beffre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Sohn zu geben. Vielleicht ist heut der legte Tag; wer weiß doch, wann man sterben mag? ind 14. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr und Geld dir länger nicht gebieten. Schau an die große Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wüthen. Vor allen Dingen hab in Ucht die vorerwähnte lange Nacht. 15. du verfluchtes Menschenkind, von Sinnen toll, von Herzen blind, laß ab, die Welt zu lieben! Ach, ach! soll denn der Hölle Pein, da mehr denn tausend Henker sein, ohn Ende dich betrüben? Wo lebt ein so beredter Mann, der dieses Werk aussprechen kann? 16. Ewigkeit, du Donnerwort! o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. st Joh. Rift.+ 1667. In Vom Tode und der Auferstehung zc. In eigner Melodie. 177. Welt, ich muß dich lassen! Ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Baterland. Meinen Geist will ich aufge: ben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden; mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei; will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben fagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Untlik will ich schauen wahrlich durch Jefum Chrift, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen; so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnük Knechte; mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; 137 umsonst will er mirs geben, und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl..p 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich ver= treiben; mein Seele sich vom Leibe scheidt. dnu s 8. Damit fahr ich von hinnen. Welt, thu dich befinnen; denn du mußt auch hernach. Thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden. Hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst alle irdsche Sachen laß fahrn und gieb sie willig dran. 10. Das schenk ich dir am Ende. Ude! Zu Gott mich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen; nimm meinen Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hie nicht Joh. Heffe.+ 1547. mehr. In eigner Melodie. 178. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Mus Muß 138 XIII. Die letzten Dinge. moll 2. Muß man hier doch wie 2. Math mir nach deinem im Kerker leben, da nur Sorgen, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier ken nen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. Herzen, o Jesu, Gottes Sohn; soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon! Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth, laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und be freit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich an euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen. Euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier ge= drungen. bosht thin drun 5. Uch wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? dej 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut't zu Tod. 4. Berbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins himmlisch Schloß; der ist ewig geneſen, wer bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib meinen Namen aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündehlein derer, die im Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. HD Valerius Herberger. † 1627. 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Bonne! eise Simon Dach. † 1659. mdid In eigner Melodie.dat 179. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich, böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen; hinauf steht mein Begier. Da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. In eigner Melodie. 180. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Sinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Vom Tode und der Auferstehung zc. 139 End befehl ich, Herr, in deine Händ; du wollst sie mir be wahren! hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! 2. Mein Sünd mich werHalleluja! Macht euch be- den kränken sehr, mein Gewisreit zu der Hochzeit; ihr müssen wird mich nagen, denn ihr set ihm entgegen gehn. sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an deinen Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth; die werden mich erhalten. Sorodne 2. 3ion bört die Wächter fingen, das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön! Bon zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Phil. Nicolai. † 1608. In eigner Melodie. 181. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todes noth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, fo sterb ich dir; ein ewges Leben haft du mir durch deinen Tod er= worben. nadzil ansilis dil 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin; daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin Jefu zu Chrift, mein Arm thu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und rube fein. Kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nic. Hermann. † 1561. In 140 siad In eigner Melodie. 182. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Uch wie geschwinde und behende kann kommen meine To: desnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! XIII. Die letzten Dinge. mo 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in fteter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach mir stets zuckersüß den Himmel und gallenbitter diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi 12 Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! empun 6. Uch Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, darein ich mich fest gläubig winde; das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jeſu Blut und Wunden hab ich mich recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum ange: zogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut ge trunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Vom Tode und der Auferstehung zc. 141 Christi Blut: Machs nur mit steht; gleichwie ihr dieſes tägmeinem Ende gut! lich seht. 11. So komm mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indeß in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmerniß. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. Aemil. Juliane, Gr. zu Schwarzburg Rudolstadt. † 1706. Mel. Ich hab mein Sach Gott. 183. Wie fleugt dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund! Wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichteswerther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin! Mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag! 5. Was hilft die Welt in letter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du eilft dem Schatten zu! Bedenk es nu; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. Mel. Wach auf, mein Herz. 184. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist 6. Weg, Eitelkeit, der Narren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich! Joach. Neander. † 1680. XIV. Für besondere Zeiten. A. Morgenlieder. und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er 142 XIV. Für besondere Zeiten. 10029 2. Er hat die Nacht ge- 11. Gieb, daß mich deine wendet, das Licht herab gesen: det und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. Güte vor Unfall stets behüte. Ja, daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 3. Er ist mein Schub gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken mich grauſam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein Leben sei ferner ihm ergeben. Hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben kehre. 7 Behüte mich vor Sünden und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Dein guter Geist der leite mein Herz, daß sichs be reite, damit als Kind und Erbe ich dir nur leb und sterbe. 9. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen; beglücke meine Thaten und laß fie wohl gerathen. 10. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich möge glücklich enden. 12. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß sich mein Glaube mehre und dich mit Früchten ehre. 13. Laß Freund und Unverwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 14. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung leiden, so hilf mirs kräftig tragen und laß mich nicht verzagen. 15. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gieb Brot und Trost den Urmen aus Gnaden und Erbarmen. 16. Erhör auch alle Beter, bekehr die Uebertreter, sei gnädig mir und allen nach deinem Wohlgefallen. 17. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. 2 nd as Joh. Lassenius. † 1692. eigner Melodie. 185. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Lebelang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, A. Morgenlieder. VIX ftum, unsern Herren, deinen eingebornen Sohn; hon 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Gefahr und allem Schaden behütet und bewacht; ich bitt demüthiglich: Wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wolleft auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wü: then, vor Sünden und vor Schmach, vor Feuer und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Weltern und Ver= wandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 30194 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal ſein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen ras then, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; 143 denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen, und zweifle nicht da ran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott bescheiden in meinem Beruf und Stand. gis Joh. Mathefius. † 1563. godast Mel. Chriftus, der uns selig. 186. Christe, Chrifte, wahres Seelenlicht, deiner Christen Sonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit ist neu alle Morgen, in dir bin ich recht erfreut, darf nicht übrig sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf, der du bist das Leben, neues Leben in mir schaff, denn du hast gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man tein Licht, ohne Gottes Leuchten fieht der Mensch den Hei land nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelsthau feiner füßen Lehre; drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Kehre 144 XIV. Für besondere Zeiten. 4. Kehre zu mir deine Güt, du sorgst für mich, ich lebe freundlich mich anblicke, daß noch! ndo mansodspítis mein innerstes Gemüth in dir sich erquicke und die süße Himmelsluft mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, so da Freud erwecke. 3. Nun das erkennet meine Seele und giebt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Noth und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hülfe steht bei dir. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffahrt, Augenweide; Fleischesluft und allen Schein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt ergößt zu ihr'r selbst Verderben, denn was sie fürs Beste schätt, machet ewig sterben. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn! Gieb deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Kleider Pracht werde freudig springen und, daß Gott es wohlgemacht, ohn Aufhören fingen. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich nöthig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun, be hüte beides, Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld be: ruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag.dodus Chrift. Prätorius( Schulge), um 1704. Mel. Wer nur den lieben Gott. 187. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an. Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Sch grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Baterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Uch Herr, wer bin ich Armer doch? srds A Benj. Schmolck. † 1737. In eigner Melodie. 188. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und beilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt A. ist, Welt und was drinnen erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Ungst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine MisseMorgenlieder./ 1Z that. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor er schrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüber und mein Hort; nirgends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Einnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Unschläg von 300 145 mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. *) 8. Höre, Gott, was ich begehre; Bater, Sohn und heilger Geist, meiner Bitte mich gewähre, der du selbst mich beten heißt; so will ich dich hier und dort herzlich preisen fort und fort. Seinr. Albert. 1668. Mel. Ich dank dir schon durch. 189. Mein erst Gefühl ſei Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und ſeinem Licht, uns wieder zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben, du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. *) V. 8. Zufaß. s 10 146 XIV. Für besondere Zeiten. i 6.00 Gelobet seist du, Gott schöpften Lichte, schick uns der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chrift. Fürchteg. Gellert.+ 1769. In eigner Melodie. 190. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerdiese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen. Laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit möge als ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth.+1689. Mel. Herr Jesu Chrift, meins. 191. O heilige Dreifaltig keit, du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger A. Morgenlieder. VIZ ger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leift! mah 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. tan 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöfer, hilf mir frei! Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Mart. Böhme. † 1622. Mel. Nun laßt uns Gott, dem. 192. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! 147 war ich in deinem Schooße, dein Flügel mich beschlosse. 2. Heint, als die dunkeln Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trop dem, der dich betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen; du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer baben; hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze fehen und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Beffers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und fenden, der mich an diefem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mittel und Ende, ach Herr! zum Besten wende. 10. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte; dein Wort fei meine Speife, bis ich gen Himmel reiſe. modum Paul Gerhardt. 1676. 10* B. Tisch 148 XIV. Für besondere Zeiten. B. Tischlieder. Mel. O daß ich tausend Zungen. 193. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich. Uch lieber Gott, wer ist dir gleich! em2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn! Doch darf die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot pfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß auf Hoffnung fäet und end lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl, sind deine Diener allzumal. man 4. Und also wächst des Menschen Speise; der Acker selbst wird ihm zu Brot. Es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch kein= mal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll le= benslang für unsre Nahrung sagen Dank. Casp. Neumann. † 1715. Mel. Schmücke dich, o liebe. 194. Speis uns, Bater, deine Kinder, tröste die be trübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß fie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann. 1647. Mel. Herr Gott, dich loben alle. 195. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr bescheern. 2. Er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Uch lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. 3. Wir 91 C. Abendlieder,.71X 149 3. Wir danken dir, Herr bei uns, so hats nicht Noth; Jesu Christ, daß du unser du bist das rechte LebensGast gewesen bist. Bleib du brot. C. Abendlieder. Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 196. Hinunter ist der Sonnen Schein, die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir haben erzür net dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll, vor Schrecken, Feuer und andrer Noth behüt uns heint, o treuer Gott. Nic. Hermann. † 1561. In eigner Melodie. 197. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal. So, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb: lichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Hui sind sie geschlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? nimm sie zu deinen Gna: 150 XIV. Für besondere Zeiten. Gnaden, sei gut für allen befohlen. Ja, ich habe nicht Schaden, du Aug und Wäch ter Israel. betracht't meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Uch Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan, Bater, nimm den Bürgen an; dieser bat für mich erduldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Deffne du mir deine Güte, fende Segen mir herab. Tröst in Kummer mein Gemüthe und beschütz mich bis ans Grab, daß das Uebel, so bei Nacht unfern Leib zu fäl len tracht't, mich nicht mit dem Netz umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverleget fein. mali 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Hel= den Schaar. Paul Gerhard. † 1676. Mel. Freu dich sehr, o meine. 198. Unsre müden Augenlider schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Uch bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gaft, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet haft? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. S MISSLE 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich fanft und wohl, gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth aufgehet, und man von dem Bett aufstebet. munic *) 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns theur und werth, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot *) V. 7 ein Zusaß. werd matis C. Abendlieder. IX 151 werd uns beschert, und ver- kann. Stehe mir, o Vater, gieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mein kaltes Herz erhige, ob ich gleich im Finstern sitze. olis Joh. Franc. 1677. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misſethat, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Höllen stürzen will. Da kannst du alleine retten; strafe nicht mein Uebertreten. In eigner Melodie. 199. Werde munter, mein Gemüthe, und ihr Sinnen, geht berfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat erhalten und beschüßet, daß mich Satan nicht verletzet. im 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch den Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Güt und Wunderthat; ja, kein Redner kann aussprechen, was dein Huld erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel; sie hat weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. D du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schüße mich vors Teufels Neßen, vor der Macht der Finsterniß, die mir oft des Nachts zusehen und erzeugen Kümmerniß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr Wenn ich verlieren nicht. dich nur hab im Herzen, fühl 152 fühl ich nicht der Seelen Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest an dir bekleibe und auch schlafend dein verbleibe. XIV. Für besondere Zeiten. 10. Laß mich diese Nacht empfindrn eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Se: gen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, all die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. In eigner Melodie. 200. Amen, Gott Vater und Sohne sei Lob ins Himmels Throne; sein Geist stärk uns im Glauben und mach uns selig. Amen.:,: Schlußlied. 2. Umen, es wird geschehen, wir werden Christum sehen in den Wolken herkommen, uns mitzunehmen. Amen.:,: 9/3971 3. Amen, uns ewig währe die Freude, Gott die Ehre! 11. Uch bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feuer und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets begehre, bleibe ja mein Schuß und Rath! Und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Umen, ja es soll geschehen! Joh. Rift. 1667. Bring alle Sprachen zusammen in einem Glauben. Amen.:,: 4. Amen, fein Tod soll schrecken, Christus will uns erwecken, der, selbst zuvor begraben, nun lebet ewig. Amen.:,: 5. Amen, Gott sei gepreiſet, der Geist auf Christum weiset, der helf uns allen zusammen ins ewge Leben! Amen!:,: Ludw. Helmbold.+ 1598. Register. Seite A. 68 Ach bleib bei uns, Herr Jef. Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott u. Herr, wie groß Ach was soll ich Sünder Ach wundergroßer Siegesh. Allein Gott in der Höh sei Allein zu dir, Herr J. Chr. Alle Menschen müssen sterb. 123 Alles ist an Gottes Segen 99 Umen, Gott Vater und S. 152 Auf, auf, ihr meine Lieder, 141 Auf, auf, ihr Reichsgenossen! 1 Auf, auf, mein Herz, mit Auf Christi Himmelfahrt 26 35 Auf Gott und nicht auf m. 100 100 Auf meinen lieben Gott tr. Aus Gnaden soll ich selig 70 Aus meines Herzens Gr. 142 Aus tiefer Noth schrei ich zu 69 42 43 67 67 34 40 toe duil, sala 50 59 Seite 49 Christe, du Lamm Gottes, Christe, wahres Seelenlicht, 143 27 Christ ist erstanden von der Christ lag in Todesbanden 27 Christus, der ist mein Leben, 124 12 71 Das alte Jahr vergangen Das ist ein theures, werthes Dein Wort, o Herr, ist milder 43 96 Der Herr, der aller Enden Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Dir, dir, Jehovah, will ich 6 6 92 Ein feste Burg ist unser Gott, 44 Ein Lämmlein geht und 17 Ein neuer Tag, ein neues 144 Ein reines Herz, Herr, schaff 77 Eins ist noth! ach Herr, dies 83 B. Befiehl du deine Wege, und 101 Erhalt uns, Herr, bei deinem 44 Er Register. Seite Erschienen ist der herrlich Tag, 28 Es ist das Heil uns kommen 72 Es ist nicht schwer, ein Chr. 113 Es ist noch eine Ruh vorh. 125 Es kostet viel, ein Christ zu Es wolle Gott uns gnädig 114 45 II Fahre fort, fahre fort, Zion, Freu dich sehr, o meine S. Fröhlich soll mein Herze Frühmorgens, da die Sonn Geduld ist euch vonnöthen, Geh aus, mein Herz, und Gelobet sei der Herr, mein Gelobet seist du, Jesu Christ, Gieb dich zufrieden und sei Gott des Himmels und der Gott, gieb einen milden R. Gott ist gegenwärtig! Laffet Gott sei Dank durch alle W. Gott sei gelobet und gebened. Gott und Vater, nimm Gott Vater, sende deinen G. 77 126 7 29 115 65 41 8 102 144 35 53 2 49 45 36 $. 55 Halleluja! Lob, Preis und Halt im Gedächtniß Jesum 84 Heiligster Jesu, Heilgungsq. 117 Herr Gott, dich loben wir, 55 Herr Jesu Christ, dein theur. 73 Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu Christ, du höchstes 53 49 Seite 78 Herr Jesu, Gnadensonne, Herr, öffne mir die Herzensth. 54 Herr, unser Gott, laß nicht 104 Herr, wie du willst, so schicks 93 Herzlich lieb hab ich dich, 85 Herzlich thut mich verlang. Herzliebster Jefu, was hast 79 Hier legt mein Sinn sich v. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, 13 Himmelan geht unsre Bahn, 118 Hinunter ist der Sonnen 149 Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen 127 19 Ich bin getauft; ich steh im Ich bin ja, Herr, in deiner 104 45 46 129 Ich geh zu deinem Grabe 31 Ich habe nun den Grund gef. 74 Ich hab mein Sach Gott 130 Ich hab von ferne, Herr, Ich komme, Herr, und suche 93 56 86 131 20 Ich komm jetzt als ein arm. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich finge dir mit Herz und Ich will dich lieben, meine Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion, will ich Jesu, deine tiefen Wunden, Jesu, geh voran auf der L. Jesu, großer Wunderstern, Jesu, meine Freude, meines Jefu, meines Lebens Leben, Jesus lebt, mit ihm auch ich, Jefus meine Zuversicht und 132 21 119 14 97 21 31 Jefus 128 49 50 Register. Seite 106 Jesus nimmt die Sünder an! 74 In allen meinen Thaten In dich hab ich gehoffet, H. 94 Ist Gott für mich, so trete 106 K. 3 Komm, Heidenheiland, Komm, heiliger Geist, Herre 37 Kyrie, Gott Vater in Ewigk. 54 L. Lasset die Kindlein kommen Lasset mich voll Freuden Laß mich dein sein und bleib. Liebster Jesu, hier sind wir, Liebster Jesu, wir sind hier, 54 Lobe den Herren, den mächt. 57 Lobe den Herren, o meine S. 58 Lobt Gott, ihr Christen, alle 9 N. Nun bitten wir den heil. G. Nun danket alle Gott, mit Nun danket all' und bringet M. Mache dich, mein Geist, ber. 80 Machs mit mir, Gott, nach 133 Macht hoch die Thür, die Th. 3 Meinen Jesum laß ich nicht, 87 Mein erst Gefühl sei Preis 145 Meine Seele senket sich hin Mir nach, spricht Christus, Mit Ernst, ihr Menschenk. Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit, 98 81 4 D. O daß ich tausend Zungen 61 47 47 O Durchbrecher aller Bande, 119 O Ewigkeit, du Donnerw. 135 54 frommer und getreuer G. 69 Gott, du frommer Gott, O Gott, von dem wir alles O Haupt voll Blut und W. 48 95 148 22 heilger Geist, kehr bei uns 38 O heilige Dreifaltigkeit, du 146 O hilf Christe, Gottes Sohn, 23 O Jesu Christe, wahres Licht, 15 Jesu, Herr der Herrlichk. 121 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, 86 15 König aller Ehren, Herr O Lamm Gottes unschuldig 24 O Vater der Barmherzigkeit, 69 O Welt, ich muß dich lassen! 137 O Welt, sieh hier dein Leben 24 O wie selig seid ihr doch, 137 133 146 38 59 59 III Seite Nun freut euch, lieben Chr. 75 Nun jauchzet all, ihr Fromm. 4 Nun kommt das neue Kirchenj. 1 Nun laßt uns den Leib beg. 134 Nun laßt uns gehn und tr. 13 Nun laßt uns Gott, dem H. Nun lob, mein Seel, den H. 60 Nun ruhen alle Wälder, 149 60 N. Ringe recht, wenn Gottes 81 S. Schaß über alle Schäße, o 98 Schmücke dich, o liebe Seele! 51 Seele, IV Register. Seite 88 32 Seele, was ermüdst du dich Sei fröhlich alles weit und Sei Lob und Ehr dem höchst. 62 Sollt ich meinem Gott nicht So wahr ich lebe, spricht Speis uns, Vater, deine K. Such, wer da will, ein and. 63 76 148 121 B.. V. U1. Unsern Ausgang fegne Gott 55 Unsre müden Augenlider 150 el des This 111 Wenn meine Sünd mich kr. 25 Wenn mein Stündlein v. 139 151 112 89 113 140 5 Wenn wir in höchsten Nöth. 112 Werde munter, mein Gem. Wer Gott vertraut, hat w. Wer ist wohl wie du, Jesu Wer nur den lieben Gott Wer weiß, wie nahe mir Wie fleugt dahin der M. 141 Wie schön leuchtet der Morg. 90 Wie soll ich dich empfangen? Wie wohl ist mir, o Freund Wir danken dir, Herr Jesu Wir danken Gott für seine Wir glauben all an Einen Wir Menschen sind zu dem 122 Wir singen dir, Immanuel, 11 881 en 1 jim sim schofte. 163. d dad adotte Zeuch ein zu deinen Thoren, 39 Zeuch uns nach dir, so lauf. 35 sa smisite 1409 Valet will ich dir geben, du 138 Vater unser im Himmelreich 95 Verleih uns Frieden, gnädigl. 96 Verzage nicht, du Häuflein 108 Vom Himmel hoch, da komm 9 Vom Himmel kam der Engel 10 Von Gott will ich nicht lass. 109 of sti? siden sind 191 W. d. pl. Wach auf, du Geist der ersten Wach auf, mein Herz, die N. 33 Wach auf, mein Herz, und 147 ( 3 181 1m bin Ruban 12 meds! misd mid dal 1st C TEL bodadi dhi) pilsit sive C Wachet auf! ruft uns die Warum sollt ich mich denn Was Gott thut, das ist Was mein Gott will, das by ogni G. A Seite 138 110 111 BE 91 26 148 41 . Jist tisd sien mashid me time to allo stund muste là 1999 evil o did shiumbe prind om te ning muit 201 10101 閑 265 SPOTOTO Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Cyan 4 Xax 2 5 CO 6 Farbkarte# 13 17 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 14 CO 6 15 Magenta White 16 17 N 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8