Mus J. Kornacker'sche Buch- u. Musikalienhdlg. ( Louis Steffen) HILDES HE I M. 66 261 UB GIESSEN 14 118 420 ( ۲) Vollständiges katholisches Resang- und Gebetbuch, mit einem Anhange älterer verbesserter und neuer katholischer Kirchenlieder. VI Mit hoher Bischöflicher Genehmigung. Hildesheim, 1871. Druck und Berlag von J. Kornader. Gly spidmiot 100640 blifuctal# O vystla Univ. Bibl. Giessen Tägliche Gesänge. Der Glaube. 1. Alles was Du offenbarest, Gott, das glaub' ich als ein Chrift; weil Du, wie Du ewig wares, Selbst, o Herr! die Wahrheit bist. Deine Weisheit kann nicht fehlen, Die allwissend Alles siebt! Vor Dir kann sich nichts verhehlen, Ew'ger Gott, dem nichts entflieht. 2. Schöpfer! Du regierst die Erde, Die Du haft durch's Wort gemacht; Auch Duschufft mich, und ich werde Nach dem Tod vor Dich gebracht. Richter! Gott! wenn ich dich liebe! Werd' ich ewig selig sein; Wenn ich aber Böses übe, Co verdammst Du mich zur Pein. 3. Du bist einig in dem Wesen, Vater, Sohn und beil'ger Geist, Gott, von Ewigkeit gewesen, Welchen Erd' und Himmel preist! Bater, Du haft uns gegeben Teinen Sohn, der uns erwarb Durch sein Blut das ew'ge Leben, Als er an dem Kreuze starb. bi 4. Dir, o Wahrheit! muß ich glauben, Was Du mir aus Gnad' entdeckst; Keiner soll den Trieb mir rauben, Den Du, Gott, in mir er= weckst. Herz und Mund soll es bekennen, Was Du sagst, bis in den Tod! Nichts, nichts soll mich von Dir trennen, Keine Trübfal, feine Noth. urad urechi 1* Hoffnung. Liebe und Neue. Die Hoffnung. 2. Gott, auf den ich einzig traue, Allmacht und Barmherzigkeit, Gott, auf dessen Treu' ich baue, Du gibst Gnad' und Seligkeit; Du verschonest meine Sünden, Dich verföbnt des Heilands Blut, Büßend werd' ich Rettung finden, Einst Dich seben, höchstes Gut. 2. O, so darf ich nicht verzagen, Wenn mich Sünd' und Hölle schreckt; Weil auch in den schwersten Plagen Mich dein Baterschuß bedeckt. In der Hoffnung will ich leben, Freudig wandeln als ein Christ; Rubig einst den Geist aufgeben, Weil Du, Gott! mein Vater bist. 4 Liebe und Reue.houd Ond 3. Bester Gott, unendlichy's Wesen,- Abgrund der Vollkommenheit,- Herr, vor aller Zeit gewesen, Vater, Gott, ganz Gütigkeit! - ( Gott! ich liebe Dich von Herzen! Meine Sünden find mir leid! Ach! ich fühle Qual und Schmerzen, Ich versink' in Traurigkeit. 2. Bester, Dich hab' ich verachtet! Bater, Schöpfer, Heiland, sott! Ach! mein banges Herz verschmachtet! Büßen will ich bis zum Tod! Alles Böse will ich meiden, Nimmer fehlen wissentlich. Lieber Tod und Hölle leiden, Gott, mein Gott, o stärke mich! - Liebe des Nächsten. Meinen Nächsten muß ich lieben; Er ist Gottes Ebenbild; Oso darf ich nie betrüben Einen Men= schen, denn er gilt Viel vor Gott, der ihn ernähret, Gute Meinung. Morgen gesänge. 5 Der sich dessen Vater nennt, Der ihm Gnad' und Huld gewähret, Ihn für seinen Sohn erkennt. 2. Gott vergibt mir bösem Sünder, Gott, der wahre Menschenfreund; darf ich haffen seine Kinder, Und verfolgen meinen Feind? Freund und Feind mit Lieb' umfassen, Dies befiehlst Du, höchtes Gut! Jesu, laß mich feinen hassen, Den Tu kauftest durch ein Blut. Gute Meinung. 4. Gott, um einzig Dir zu dienen, zu verehren Feine Macht, Bin ich auf der Welt erschie= nen, Turch Dich aus dem Nichts gebracht. O, so müssen meine Werke Bloß auf Dich gerichtet sein, Tu gibst Leben, Gnad' und Stärke, Du hilfst mir in Noth und Pein. 2. Wem als Dir sollt' ich denn leben, Da Du selbst mein Leben bist? Nur nad Dir, Gott, will ich streben, Weil sonst Alles eitel ist, Ganz, ja ganz will ich mich schenken Dir, o Vater, Dir allein Mein Bemüben, Thun und Denken Bis zum letzten Atbem weih'n. 3. Nie soll mich die Welt bethören Durch den Schein der Eitelkeit; Dich, mein Herr, nur Tich zu ebren Fristest Du mir meine Zeit. Jeder Tag und jede Stunde Sei Dir heilig; jedeQual, Jeder Hauch aus meinem Munde Prei e Dich, Gott, tausendmal. Morgengesänge. 5. Ich fühle mich erquicket Durch einen fanften Schlaf, Ein neues Licht beglücket Mich, den 6 Morgengesänge.100 kein Unfall traf. Gott, Dir soll heilig sein Dos erste der Geschäfte, Weil Du die Lebens fráfte Mir heute willst erneu'n. 2. Du schenkst mit neuem Tage Ein neues Leben mir! Befreit von Schmerz und Plage Erwacht' ich, Dank sei Dir! Hatt' ich vor andern Recht, Daß Du mir mußtest geben Noch einen Tag zum Leben, Mir, Deinem g'ringsten Knecht? 3. Vor andern, die im Schlafe Der Tod hat übereilt, Und denen Lohn und Strafe Für ewig find ertheilt, Die nie das Sonnerlicht Auf Erden wiedersehen, Nur, wann es wird vergehen, Erwachen zum Gericht. 4. Euch quälten gestern Sorgen Für heut' um eine That, Die doch nun vor dem Morgen Der Tod ersticket hat. Euch rief die Ewigkeit! Sie hat euch schon versenket Dorthin, wo ihr nun denket, Nicht, wie sonst in der Zeit. 5. Ihr seid dahin verschlungen, Wohin ich folgen muß; Ihr liegt vom Tod bezwungen, Noch wandelt hier mein Fuß, Der schlüpfend sich faun hält, Am Meer der Ewigkeiten, Das mich nach kurzen Zeiten Entreißt, wie euch, der Welt! 6. Heut' bin ich noch auf Erden, Mein Gott, durch deine Huld, Um glücklich dort zu werden, Zu büßen hier die Schuld. O Vater, welch' ein Glück! Du riefst mich nicht in Grimme, Nein, Deine Langmuthsstimme Ruft mich zu Dir zurück. 7. Mein Gott, nur Deiner Liebe Soll meine Lebenszeit, Mein Thun, sammt allem Triebe, Für immer sein geweiht! Dies ist mein ernster Morgengesänge. 7 Will', O Dir allein in Allem Zeitlebens zu gefallen, Ist meines Hierseins Ziel. 8. Ich will die Weltlust meiden, Nie fehlen wider Dich; Gern Dir zu Liebe leiden; Mein Schöpfer, stärke mich In Freud' und auch in Schmerz! Nie soll die Welt mich blenden, Stets soll sich zu Dir wenden Mein an Dich denkend Herz. olanda 3 9. Laß mich den Vorfah halten, Gott, allerhöchstes Gut! O, laß doch nicht erkalten In mir die Liebesgluth, Die jest Dein Geist mir gibt! Co oft mein Herz sich rühret, Und Lebenskraft verspüret, Sei tausendmal geliebt. 6. Großer Schöpfer aller Zeiten, Dessen Odem uns erhält! Teinen Ruhm wuß ich ver= breiten, Und Dir opfern, Herr der Welt! Was soll ich zum Opfer geben Dir, mein Gott, daß Deine Macht Seele, Güter, Leib und Leben Hat beschüßt in dieser Nacht! 2. Herz und Seele will ich bringen Dir mit frobem Lobgesang; Deine Huld will ich befingen, Schöpfer, Dir sei Ruhm und Dank! Herr, ich schlief im süßen Frieden, Und mich störte gar kein Leid; Tausend sind von Dir geschieden, Fern von hier zur Ewigkeit 3. Da ich selbst mich zu bewahren Schlafend gar nicht fähig war, Schüßtest Du mich vor Gefabren, Vor der Feinde böser Schaar. Gott, hier hast Du Seel' und Leben, Stets zu deinem Dienst geweibt; dies allein sei mein Bestreben, Dir zu heil'gen meine Zeit. 15si6 must 8 Morgengesänge. 4. Alles, alles, will ich meiden, Was im g'ringsten Dir mißfällt! Alles Dir zu Liebe leiden, Was mich drückt in dieser Welt. Lieber will ich heut' noch sterben, Als durch meine Sündenschuld Dich erzürnen, mich verderben; Gott, verleih mir Schwachem Huld! 5. Al mein Denken und mein Sinnen Coll zu Deiner Ehre sein, Heilig sei Dir mein Begin= nen, Laß mich meine Schuld bereu'n! Laß mich heut' in jedem Werke Treu erfüllen meine Pflicht! Gib, o Gott, mir Müden Stärke, Gib im Leiden Zuversicht! 6. Meinem Nächsten beizustehen, Dies foll mein Vergnügen sein; Laß mich fremdes Wohlergeben Immer wie das meine freun. Herr, o laß mich heut' genießen, Was Du gibst, mit Dankbarkeit! Laß mich endlich froh beschließen In der Gnade meine Zeit. 7. Laß doch die verstockten Sünder Heut' die böse That bereu'n! Laß bedrängte Menschenkin= der Heut' fich deiner Huld erfreu'n! O, daß alle Dich doch ehrten, Alle Menschen auf der Welt! Daß doch Alle sich bekehrten, Wirkten, was Dir, Gott, gefällt! 7. Herr und Herrscher aller Dinge, Dem ich dieses Danklied bringe, Preis sei Tir, daß deine Macht Mich erhielt in dieser Nacht 2. Schöpfer! böre meine Lieder! Sieb' auf mich erbarmend nieder! Gib, daß von den Sün= den frei Heut' mein Herz Dir heilig sei. $ 450 3. Wenn die Welt mit ihren Schäßen Mich Morgengesänge. 9 verblendend will ergößen, Wenn sie von der Seligkeit Mich binreißt zur Eitelkeit: 4. Herr! dann zeige, daß auf Erden Alles wird zu Moder werden, Und daß in der Todes= pein Uns fein Reichtbum wird erfreun. 5. Laß mich immer flüglich wandeln! Laß mich nie so thöricht handeln, Taß ich um den Geldgewinn Gebe Seel und immel hin! 6. Herr, Tu gabest mir das Leben, Um nach Tugend nur zu streben, Um zu sammeln in der Zeit Schätze für die Ewigkeit. 7. Will die Welust mich verführen, Schmeis chelnd meine Sinne rühren, O, dann zeige Höll' und Tod Mir in meiner Seelennoth. 8. Laß Dein Blut und Deine Wunden, Je= fus, in den Unglücksstunden Rühren die schon warme Prust, Und erlöschen meine Lust. 9. Laß mich lieber treu das Leben Dir zu Liebe wieder geben, Herr, auch in der größten Pein, Als von Tir getrennet sein! 10. Will mich beut' der Geist bethören Durch den Schein der eitlen Ebren, O dann sag' dem stolzen Sinn, Was ich bald im Grabe bin.. 11. Laß mich meine Feinde lieben, Die mich hassen, nie betrüben! Wie, o Bater! Freund und Feind Teine Sonne gleich bescheint. 12. So soll auch mein Herz sich neigen Zu dem Feind, ibm Euts erzeigen; Dann flicht er durch seinen Hohn Mir die ew'ge Ehrenfron'. 13. Willst Du mich mit Kreuz beschweren, Gott, dann soll mein chmerz Dich ehren! Jesus litte Qual und Noth, Mir zu Liebe Kreuzu. Tod. 1** 10 Morgengesänge. 14. Echenfest Du mir Glück und Freuden, O so brauch' id fie bescheiden Tir zur Ehre, meinem Herrn; Was mir schadet, sei mir fern. 15. 3mmer sei mein Herz erhoben, Gott, zu Dir, um Tich zu loben; All mein Wirken, Freud' und Leid Sei'n zu Teinem Rubm geweiht. 16. La es mich doch stets bedenken, um im Tod mich nicht zu kränken: Kurz ist meine Prüfungszeit, Und mein Ziel Unsterblichkeit. 17. Kurz sind meine Lebenstage, Schnell fommt uns're I tte Plage; Sterblicher, vergiß cs nicht; Bald kommt Gott und hält Gericht. 8. Gott Herrscher aller Welten, Wie soll ich Dir vergelten, Daß Du mir hast gegeben Noch einen Tag zum Leben! ili 2. In jenen traur'gen Schatten, Die mich umbüllet hatten, Beschütztest Du mich Sünder, Gleich einem Deiner Kinder. 3. Berdien' ich solche Gnaden? Ich, der ich bin beladen Mit schwerer Last der Sünden! Wie kann ich Gnade finden. 4. Wär' ich der Welt entrissen Heut' in den Finsternissen, Wo wäre meine Seele-- In ew'ger Marierhöhle. 5. Will Gott die Sünde rächen, Im Zorn nur winkend sprechen; So stürz' ich todt zur Erden, Um ewig Fluch zu werden. 6. Um mich nicht zu verdammen Für ewig zu den Flammen, Hat mir mein Gott das Leben Von neuem heut' gegeben. 7. Helft mir, ihr frommen Seelen, Helft Morgengefänge. 11 Gottes Huld erzählen, Helft mir den Schöpfer preisen, Ihm Dank und Ruhm erweisen! 8. Mein Gott ich muß Dich lieben, Zeitlebens Buße üben, Die böse Thut beweinen; D laß mir Gnad' erscheinen! 9. Ich will nach meinen Pflichten Stets.me= nen Wandel richten! Ich will mich Dir ergeben, Dir, Gott! Dir will ich leben. 10. Ich will die Sünde fleben, Und einzig mich bemühen. In meines Hierseins Zeiten, Den immel zu erstreiten. out and abus 11. Web' mir, daß meine Stunden Im Bö sen sind verschwunden! Ach, kehrten sie zurücke Zu meinem Seelenglücke! Hipun non sto 11-12. Minuten will ich schäßen, Die Schuld will ich ersetzen Durch lauter Tugendwerke; Mein Gott, gib Du mir Stärke! 13. Gib mir noch Lebenstage, Daß ich durch Kreuz und Plage Hier tilge meine Sünden, Um dorten Huld zu finden. ordingan you thin 14. Gib sie, ich will der Armen Mich immer hin erbarmen; Die Waisen will ich schützen, Die Wittwen unterstüßen. 15. Dann schonest Du auch meiner, Mein Gott, wenn ich mich Deiner In Brüdern hier erbarme, Und sie mit Huld nmarme. stanic 9. Neue Wonne, neues Leben Wird der bangen Welt gegeben, Da der Sonne frohes Licht Durch die dunkle Stille bricht. 2. Jauchzet denn, ihr edlen Seelen, Die nicht 12 Kurze Seufzer niedere Lüfte wählen; Die sich nur in Gott erfreu'n, Ibm die Lebenstage weib'n! dang 3. Seht, o seht! Gott liebt die Seinen; Euch läßt er den Tag erscheinen, zu vermeh= ren euren Lohn Dort bei seinem Freudenthron. 4. Dankend nebmt die große Gabe, Die euch, noch vor eurem Grabe Mehr und mehr beglücken soll; Braucht die Gnadentage wohl! 5. Heil euch, wenn die schnellen Stunden Euch im Wohlthun sind verschwunden, Wenn euch jeder Abend sagt: Tieser Tag ist gut vollbracht! mount 6. Welcher Trost, wenn nach dem Leben, Da die Sünder ängstlich beben, Dann eu'r Herz, das gar nicht bebt, Spricht: o du haft Gott gelebt! 7. Laßt euch keine Müh' verdrießen, Weil daraus die Frücht' entsprießen, Die man bald nach kurzem Leid, Frob genießt in Ewigkeit. 8. Unser Heiland, eu'r Berlangen, Jesus ist euch vorgegangen; Folgt ihm durch das Jammerthal, Er versüßet Schmerz und Qual.. 9. Ja, wir wollen, Dir ergeben, Dir, o Jesu, einzig leben; Jeder Augenblick der Zeit Sei nur Deinem Dienst geweiht. Kurze Seufzer und Gedanken den Tag hindurch. Morgenseufzer. Wenn man erwacht. 10. Gott, Dank sei Dir, mein Geist er wacht, Du schüßtest mich im Schlafe; Wie vielen ward nicht diese Nacht Zur ew'gen Nacht der und Gedanken. 13 Strafe. Ich will Dir, Schöpfer, dankbar sein und deinen Ruhm vermehren! Erhalt' mein Herz von Sünden rein, Laß mich Dich ewig ehren! Reue beim Erwachen. Ich hab' erzürnt Dich, höchstes Gut; Es reuct mich vom Herzen, Vergib's mir, Jesu, durch dein Blut, Versöhnt durch deine Schmerzen! Gott, ich will heut', was Dir mißfällt, Mit deiner Gnade meiden. Es soll mich weder Lust noch Welt Von Dir, mein Heiland, scheiden. So oft mein Herz in meiner Brust Sich heute wird be wegen, Soll es bereu'n die Sündenlust, Und deine Huld erwägen. Guter Vorsaß. Was mir verbeut des Herrn Gebot, Das soll mir stets mißfallen: Laß mich, o Herr, eb' in den Tod, Als in die Sünde fallen! Ich will Dich beut' und allezeit Von ganzem Herzen lieben; Zum Leiden bin ich auch bereit; Herr! ich will Tugend üben. Gute Meinung. Durch jeden Atbemzug will ich, Gott, tausendmal Dich lieben; In jedem Augenblick soll mich Die Sündenschuld betrüben. So oft ein Glied an mir sich regt, Will ich Dich, Schöpfer, preifen, So oft mein Herz sich heut' bewegt, Dir Ehr' und Tank erweisen. oleng limoni Des Morgens beim Aufstehen. Ich danke Dir, Erbarmer, Gott! Tu läßt mich nun aufstehen; Laß einst mit Ehre, nicht zum Spott, Mich aus dem Grabe gehen. Kurze Seufzer Bei dem Ankleiden. Minis Gott, fcbenfe mir das Gnadenkleid, Daß ich vor Tir bestebe, Wenn ich nach dieser Lebenszeit Bor Cir, mein Richter, stche. 14 Wenn man sich wäscht. Wasch mich, o Jesu,( Hottes obn, Von allem Edmuß der Sünden, Daß du vor Ceinem Rich= terthron Mich mögest rein befinden! Wenn man zur Kirche gebt. Zu loben Tich, o böchtes Gut! Will ich zum Tempel geben; Laß mich in reiner Andachtsgluth Vor deinem Throne steben! Aus lauter Gnade gab Gott mir, was ich auf Erden habe; O bester Echöpfer, Dank sei Tir Für alle deine Gabe! Laß uns in unser Noth gescheh'n, Wie wir, o Gott, begehren! Bersammelt will ich a Tir flebn; Laß keine Welt mich stören! zu CALU Wenn man geweibtes Wasser nimmt. Herr! wasche mich mit deinem Blut, Laß mich den Taufbund balten! Entzünd' in mir die Lie= besgluth, Und laß sie nie erkalten. Wenn man der Kirche vorbeigebt. So willst Du denn, erhab'ner Gott, Auf Erden bei uns wobnen! Zu retten uns in uns'rer Notb, Der Büßenden zu schonen. Mein Jesus in dem Sacrament Sei ewig mir geehret! Dir, Gottmensch, den mein Glaub' erkennt, Sei Lieb' und Dank gewäbret! Jun 2 nu 339 Vor der Arbeit. Gott, laß mein Werk zu jeder Zeit Durch deine Huld gelingen! Dir, Gott, und nicht der Eitelkeit, Will ich's zum Opfer bringen. Durch und Gedanken. 15 Sorgen, Arbeit, Müh' und Fleiß Will ich Tich, Bater, preisen; Ich will durch jeden Tropfen Schweiß Dir Lieb' und Ebr' erweisen. Nach der Arbeit. Gelobt sei( Sott in Ewigkeit! Mein Werk ist nun vollendet; Er schenke mir die Celigkeit, Wenn sich mein Thun hier endet. Nach einer verflossenen Stunde. 29 Tie Zeit, die mich zum Srabe trägt, kommt schnell nach wenig Stunden; Herr, wenn die leßte Stunde schlägt, Schließ mich in deine Wunden! Gott, laß mir doch die kurze Zeit In Gutestbun verfließen, Taß Früchte für die Ewigkeit Aus meiner Zeit entsprießen. Seufzer zu Gott, welcher des Tages mehrmals fann wiederholt werden. Ich glaub', ich hoffe fest auf Dich, O Gott! ich will ich lieben; Ach, meine Sünden reuen mich! Herr, ich will Gutes üben. mish Zur Mutter des Herrn. Maria, Himmelskönigin! Bitt' Gott, uns zu erwerbeu, Daß wir, wie Du, mit reinem Sinn Gott leben, selig sterben! 3um heiligen Schußengel. OFürst des Himmels, den mir Gott Zum Führer hat gegeben, In Angst, Gefahr, in Noth und Tod Beschüße Secl' und Leben! In der Versuchung zur Sünde. Schließ mich in Deine Wunden ein, O Jeſu, gib mir Gnade! Laß mich doch nicht so thöricht sein, Daß ich mir ewig schade! In der Versuchung zur Wollust. Sollt' ich für eine g'ringe Luft Vom höchsten 16 Kurze Seufzer. Gut mich scheiden, Durchboren des Erlösers Brust, Und ewig dafür leiden? Bet bösen Bedanken. Ein reines Herz erschaff' in mir, Herr, laß mich Teinen Willen, Ganz unbefleckt, gestärkt von Dir, So lang' ich leb', erfüllen! Beim Ausgehen. Laine Laß meinen Ausgang glücklich sein, Den ich Dir, Gott, befeble; Laß Deinen Schuß, Heil und Gedeih'n Begleiten Leib und Seele. Unter Weges. Laß mich die rechten Wege geb'n 3u meinem Vaterlande; Dich nach der Lebensreise seh'n, Gott, im verklärten Stande! ind Wenn man das Bildniß des gefreuzigten Heilandes sicht oder vorbeigeht. So littest Tu, mein Gott, für mich, Du, Gott, für einen Sünder, Mich zwingt dein Kreuz zu lieben Dich, Tich Herr, Tich Ueberwinder! Heil dem, der, Deiner eingedenk, Beschloß, dies Bild zu schenken, Ein Dir gefälliges Geschenk, Um Deiner zu gedenken! - Wenn man den Himmel ansieht. O großes und beglücktes Reich Der Herrlichkeit und Freuden! Um dort zu sein, mein Herz, o fleuch Die Wollust, wähle Leiden! Was mich im Tod nicht freut, Das will ich immer hassen, um einst in froher Ewigkeit Dich, Heiland, zu umfassen. Bei dem Anblicke eines Armen oder Leidenden. Mein Herz, vergiß nicht fremder Noth! Vergiß doch nie der Armen! In Brüdern labst Du dei ad und Gedanken. 17 nen Gott; Dir selbst hilft dein Erbarmen. Be= drängter, sieh, mein Trieb erwacht; Ja, ich will dich erquicken; O, ständ' es doch in meiner Macht, Dich völlig zu beglücken. Bei Betrachtung der eiteln Welt. D, sollte mich die schnöde Welt Durch ihre Pracht verblenden! Laß mich, mein Gott, weil sie zerfällt, zu ihr mein Herz nicht wenden! Wie prangt der Mensch so thöricht blind, Gleich einem Gott auf Erden. O, bald muß doch das Men= schenkind Der Würmer Speise werden. Wenn man seinen Feind siebt oder ihm begegnet. O sieh, da kommt, da ist dein Feind! Wie? kannst du ihn auch lieben? Gott will, daß ich ihn lieb' als Freund; Wie darf ich Rache üben? Der allerhöchste Gott verzeibt, Ja, Gott verzeiht mir Sünder; Darf ich, da Gott mir Huld verleiht, Noch haffen seine Kinder? In Nöthen. Gott, rette mich aus dieser Noth; Ich will Dich freudig preisen; Durch Jesu Wunden, Blut und Tod Wirst Du mir Hülf erweisen. In Leiden und Krankheiten. Gib, höchster Gott! gib mir Geduld, laß mich mit Jesu leiden; Hier tilgen meine Sündenfchuld! Nach Schmerzen folgen Freuden. Mein Vater, -( Butt,- weiß, was mir dient, Zu dem ich bof= fend flebe; Er liebt mich als sein einzig Kind, Dein Will', o Herr, geschehe. Wenn man von Andern beleidigt wird. Ach Dir zu rieb', o Gotteslamm Will ich die Schmach verschmerzen; Tu trugst für mich am Kreuzes stamm Den hohn mit stillem Herzen. 18 Kurze Seufzer und Gedanken. Wenn es donnert. Es donnert, Gott erbarme Dich! Zerschlag uns nicht im Grimme! Ach, meine Sünden reuen mich, Vernimm der Seufzer Stimme! Berschone, Gott, verschene doch! O laß uns Gnade finden! Ad Jesus. Jesus, einmal noch BVerschone uns'rer Sünden! Wann Du mit Donner, Blitz und Gluth Den Erdkreis wirst zernichten, O, dann laß die gerechte Wuth Uns nicht verwerfend richten! Erinnerung an die Gegenwart Gottes. Du, Gott, mein Richter, fiehest mich; Wie darf ich Böses üben? Du bist bei mir, und lieb' ich Tich, So kann mich nichts betrüben. Vor dem Essen. Der alle Welt ernährt und tränkt, Der will auch uns erfreuen; Laß, Herr, was du uns hast geschenkt, Un Seel' und Leib gedeiben! Du gibst es, Gott, daß wir gesund Die Speisen beut ge= nießen; Tich preise aller Herz und Mund, Bon dem die Gaben fließen! Nach dem Essen. Gepriesen sei des höchsten Huld Für das, was er gegeben! Er gibt uns Brod, vergibt die Schuld! Laßt uns ihm dankbar leben; Wie viele hungern in der Noth Mit trauerndem Gemütbe! Uns gibst Du täglich unser Brod: Herr, Dank sei Deiner Güte! Für die Abgestorbenen, auch wenn man über den Kirchhoi geht. Gott, laß die Seelen in der Pein Doch baldigst Rube finden! Laß heute sie noch bei Dir sein, Bergiß doch ihrer Sünden! moftespesif Abendgesänge. Um einen seligen Tod zu erhalten. O Gucdensonne, Vater, Gott,- Erleuchte mich am Ende! Nimm meinen Geist in letzter Noth Beglückt in Deine Hände! 18 Abendfeuffer. - 19 Ach, bester Gott, Du schüßtest mich, Erhörtest oft mein Flehen, Halsst mir, und ich erzürnte Dich, Ach, wär' es nie geschehen! O Jesu, wahres Gnadenlicht, Das alle Nacht zerstreuet, Unendlich Gut, verlaß mich nicht, Da mich die Sünde reuet. Wenn man die Kleider ablegt. Ich lege nun die Kleider ab, Einst laß ich sie auf Erden. Weich' schnöde Lust: ich werd' im Grab Zu Staub und Moder werden. Wenn man sich niederlegt. In Deinen Wunden laß mich ruh'n! Herr, decke mich mit Segen! O laß mich Deinen Willen thun, Und Deine Macht erwägen. Wenn man des Nachts erwacht. Herr, schüße mich in dieser Nacht, Bewabre mi vor Sünden! O, laß durch Deiner Engel Macht Der Feinde Schaar verschwinden. Abendgesänge. Danklied am Abend. 11. Gott, wie groß ist Tein Erbarmen, Wie überschwenglich Deine Huld! Du trugt mich beut auf Gnadenarmen, Und schontest meiner Sündenschuld. 2. Du ließest mir mein Thun gelingen, Ent ferntest von mir Schmerz und Noth; Es fonnte 20 Abendgesänge. mich kein Feind bezwingen; Duschüßtest mich vor Qual und Tod. 3. Ja, Tausend rubn auf Todtenbabren, Zur Grube trägt man sie dabin; Du, Vater, wolltest mich bewahren, Dir' dank ich's, Gott, daß ich noch bin. 4. Mich zu entzieb'n den Trüb falswellen, Gabst Tu mir Teine Baterhand; In tausend traur'gen Unglücksfällen Warst Du bei mir, die Noth verschwand. 5. Barmherziger, o sei gepriesen, In meiner ganzen Lebenszeit! Für Alles, was Du mir er= wiesen, Herr, sei gelobt in Ewigkeit. 6. Daß ich Dich nicht vollkommen liebte, Nur dieses ist mein größter Schmerz; Ach, Bater, daß ich Dich betrübte, Dies fränket mein zerschlag'nes Herz. 7 Doch, Gnade, Dir will ich nun leben; Ja, Gott, zeitlebens lieb ich Dich! Etets will ich deinen Rubm erheben; Allmächtiger, erhalte mich! 8. Und laß mich morgen froh erwachen, Um Deine Liebe zu erhöhn'n, Um mich noch tauglicher zu machen, ich einit, o bester( Sott! zu seb'n. 9. Sei Du der Trost betrübter Seelen, Von denen Schlaf und Ruhe fleucht, Tic sich mit Schmerz und Kummer quälen, Mach ihrer Leiden Bürde leicht! 10. O, laß mich rub'n in Teinen Wunden, Mein Jesu, Lidt und Heil der Welt, Taß nicht in den Versuchungsstunden Ter arge Feind den Sieg erhält. 11. Und kommt der Abend meines Lebens, Abendgesänge. 21 Der Morgen jener Ewigkeit! Dann sei dein Blut doch nicht vergebens Vergoffen für mich in der Zeit! Gewissenserforschung am Abend. 12. Ach, wiederum verschwunden Ein Tag der Lebenszeit! Und näher so viel Stunden Dem ( Grab, der Ewigkeit! Wie werd' ich einst beste ben Nor Gottes Strafgericht? Wie werd' ich dort bestehen, Wo nur die Strenge spricht? 2. Beberz'ge es, o Seele! Beberz'ge es doch heut, daß nicht zu spät dich quäle Ein ewig Herzenleid! Fang' an dich selbst zu richten, Eb' dich ereilt der Tod' Erwäge deine Pflichten, Daß du bestehst vor Gett. hind 3. Haft du beut' angefangen Mit Andacht und Gebet? War früb Herz und Verlangen zu deinem Gott erhöht? Hast du zu Gottes Ehre Heut' deine Pflicht gethan- Nach deines Jesu Lebre nicht, weil dich Menschen fob'n? 4. Hast du dich auch erhoben In Stolz und Uleppigkeit? Sabst du, nur Gott zu loben, Auf deine Nichtigkeit? Hast du nicht in Gedanken Heut' wider Gott gefehlt? Wichst du nicht aus den Schranken? Ist nichts, was dich nun quält?- - is 5. Hast du dich widersetzet, Wenn Welt und Catan sprach?- Dein Herz beut' nicht verleget Durch inn're Lust und Rad? Wie waren deine Worte? Sind sie vor Gett gerecht? Warst du an jedem Orte ein Gott gerechter Knecht? 6. Warst du in deinen Werken Vor Gott - 22 Abendgefänge. auch unschuldsvoll?- Und kannst du keins bemerken, Was man bereuen soll?- Wie, haft du heut bezwungen Des Herzens böse Lust?- Ist dir der Streit gelungeu,- Kein Fehltritt dir bewußt?- 7. Hast du auch Huld geübet In armer Dürftigkeit, und keinen heut betrübet Durch Zorn, durch Haß und Neid?- Hast du mit Tank ge= nossen Des milden Schöpfers Huld? Ist dir der Tag verflossen InSanftmuth und Geduld?8. Kannst du jetzt mit Frohlocken Beschließen deine Zeit? Bist du gleich- unerschrocken, -Vor Gott zu stebn' bereit?- Ach! oft hab' ich gefchlet, Allmächt'ger, wider Dich! Sieh! wie mein Geist sich quälet! Wie schmerzt der wie mein Geift fich qu Febltritt mich! - 9. Ein neues frommes Leben, Gott, fang' ich heut' noch an; Nach Tugend will ich streben, und fliehn' die Lasterbahn. Ich haffe nun die Sünden; Dich lieb' ich, höchstes Gut! Ach), laß mich Gnade finden, Durch meines Jesu Blut. Reue am Abend. 2001 13. Wel' mir! ein Lebenstag ist hin, Für ewig hin, und der Gewinn Ist Sünd' und Fluch. Bethörtes Herz, Zerfließ in Zähren, brich vor Schmerz! 2. Du bist zerflossen, theur'ste Zeit, die Gott doch für die Ewigkeit Mir gab, die Sünd' hier zu bereu'n, Um ewig dort beglückt zu sein. 3. Und weh'! ich böser Sündenknecht, Nicht Abendgefänge. 23 werth! Daß mich die Erde trägt! Nach Tugend bab' ich nicht gestrebt, In Sünden diesen Tag verlebt. prácu 4. Mein Gott, wie werd' ich doch besteh'n, Wenn Du willst zum Gerichte geb'n? D! wird dann nicht die Höllenpein Des frechen Sünders Strafe sein? 5 Ach, Vater der Barmberzigkeit! In Angst, in Schmerz, in Herzeleid Werf' ich mich hin vor deinem Thron, Ich, dein Geschöpf! ach Gott, verschon'! 6. Verschon' durch meines Jesu Blut! Dich lieb' ich nun, unendlich Gut! Verflucht, vers flucht sei jede That, Die dich, mein Gott, er= zürnet Eat! 7. Ach, wie drückt mich die schwere Schuld! O Vater,-Gott, noch einmal Huld! Die Sünde will ich ewig fliehn, Mich nimmer deinem Dienst entzieh'n. 8. Ja, ich erwähle Kreuz und Noth; Erdulden will ich selbst den Tod, Um nur zu büßen in der Zeit; Herr, schone mein in Ewigkeit! 9. Weg mit der schnöden Lust der Welt, Die nichts, als Bitterkeit enthält! Gott, fünftig leb' ich Dir allein; Mein Herz soll ganz Dir eigen sein! 10. Ach Jesus! es sei mir gewahrt, Was mein betrübter Geist begehrt, Daß ich nun immer möge dein Im Leben und im Tode sein! 11. So oft mein Herz sich nur bewegt, Das Blut sich in den Adern regt, Sei tausendmal, mein Gott, geliebt, Der Gnad' und Huld an Sündern übt. 24 Meßgesänge. 14. Gott, da die traur'ge Nacht erscheint, Flebt unser Herz zu Dir und weint; Du wollest, Vater! Uns verzeihn, Und gnädig deinen Schutz verleih'n. 2. Weich, schnöder Traum, weich Schattenbild! Allmächtiger, sei unser Schild! Laß uns, von deiner Hand bedeckt, O Herr, stets bleiben unbefleckt! 3 Erhör uns doch von deinem Thron, O Bater, der Du mit dem Sohn, Und mit dem Geist bier in der Zeit Regierst, und in der Ewigkeit. Gesänge bei dem allerheiligsten Meßzopfer. Beim Asperges. Wasch' mich, o Jesu, Gottes Sohn! Von allem Schmuß der Sünden, Daß Du vor deinem Richtertbron Mich mögest rein befinden. Herr, wafdhe mich mit deinem Blut, Laß mich den Taufbund halten! Entzünd' in mir die Liebesgluth, Und laß sie nie erfalten. Priester: Ostende Pr.: Erzeige uns, o nobis Domine miseri- Serr! deine Barmher= cordiam tuam. zigkeit! Gem.: Et salutare tuum da nobis. Gemeinde: Und dein Heil verleibe uns Pr.: Herr, erhöre mein Gebet. Sem.: Und mein Ruf komme zu Dir! Pr.: Der Herr sei mit euch. Pr.: Domine exaudi orationem meam. Sem. Et clamor meus ad te veniat. pr.: Dominus vobiscum. Meßgesänge. 25 e m.: Et cum spi- Gem.: Und mit deinem Geiste. ritu tuo. Pr.: Oremus. Exaudi nos etc. Gebet: Erhöre uns, Herr, heiliger Bater, allmächtiger ewiger Gott! und sende gnädig vom Himmel herab deinen heiligen Engel, auf daß er behüte, bewahre, beschüße, heimsuche und beschirme Alle, die da wohnen in dieser Wohnung, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Beim Vidi aquam. ( In der österlichen Zeit.) Christen seht mit heil'ger Freude, Wie aus des Heilands rechter Seite Einst Blut und Wasser quoll. Auf wen der Quell herabgekommen, Der hat am Heile theilgenommen; Er finget freudenvoll: Alleluja! 2. Erhebt mit freudigem Gemüthe Heut eures Gottes Gnad' und Güte, Sie währt in Ewigkeit. Lob sei dem Geist auf seinem Throne, Jetzt und zu jeder Zeit. Alleluja! Priester: Ostende nobis etc. wie oben. Beim Confiteor. 15. Kommt den Schöpfer anzubeten, Würdig laßt uns vor ihn treten! Er ist Gott; und Ruhm gebührt Ihm, der alle Welt regiert. 2. Kommt, laßt uns den Heiland preisen; Laßt uns ihm den Dienst erweisen, Der vor Allem ihm gefällt, Den er selbst sich hat erwählt. 3. Laßt uns Gott dies Opfer bringen, Seines 2 26 Meßgesänge. Sohnes Tod besingen Und erwägen seine Qual, Wie uns Jesus selbst befahl. 4. Nimm, mein Geit! o nimm dir Flügel, Schwing' dich auf zum Schmerzenshügel, Schwing' dich auf nach Golgatha, Wo dies Opfer einst geschah! 5. Sieh' dort deines Jesus Wunden, Sieh' dort seine Leidensstunden, Seinen Tod, fein theures Blut, Und zergeh in Liebesgluth! 6. Aber wie? darf ich erscheinen Vor dem. Herrn? bin ich den reinen Engelschaaren gleich? sie stei'n Zitternd hier vor ihm und flehn. 7. Deffentlich muß ich mich nennen Einen Sünder, und bekennen, Gott, daß ich sehr oft gefehlt! Vor Dir seufz' ich hart gequält. 8. Hätt' ich doch mein Heil betrachtet, Nie Dich, bester Gott! verachtet, Liebenswürdigster in Dir, O! wie gnädig warst Du mir! 9. Du, mein Gott! der mir das Leben Und was mich beglückt, gegeben, Der sich mir zur Speise schenkt, Mich mit eignem Blute tränkt! 10. Und doch hab' ich Dich betrübet! Und doch Böses ausgeübet! Ach, wie schmerzt mich mein Vergeh'n! Darf ich noch zum Himmel seh'n? 11. Gott, nun will ich Alles meiden, Was mich kann im G'ringsten scheiden Von Dir, allerhöchstes Gut! Schone mein durch Christi Blut! 12. Durch das Blut, das wir verehren Auf den heiligsten Altären, Welches an des Kreuzes= stamm Für uns gab das Gotteslamm. 13. Bater, durch dies Blut verzeihe! Gott Univ.- Bibl. Giessen Meßgesänge. 27 der Gnaden, ach verleihe, Daß, von aller Sünde frei, Dir mein Herz geheiligt sei. 14. Schöpfer, laß Dir heut' von Allen Die Anbetung wohlgefallen! Uns're ganze Lebenszeit Sei zu deinem Ruhm geweih't. Beim Gloria. 16. Preis Dir, o Gott! sei stets erhöht! O, daß dein Ruhm sich mehrte! O, daß doch deine Majestät Die ganze Welt verehrte! Denn deine Macht und Herrlichkeit Ist über alle Himmel weit, Unendlich weit erhoben. 2. Es herrsche Fried' in aller Welt Bei denen, die den Willen Stets hegen, was Dir, Herr, ge= fällt, Voll Demuth zu erfüllen. Gib allen diesen Frieden, Gott! Und laß uns immer dein Gebot Vollzieh'n, Dich würdig loben! 3. Anbetung, Gott der Herrlichkeit, Und Dank sei Dir erwiesen! Du, Herr, den stets die Christenheit Als Vater hat gepriesen! Du Gott der Macht und auch der Huld, Vergib uns unfre Sündenschuld, Uns, die Dich Vater nennen! 4. O Jesu, Jesu. Gottes Sobn! Zu tilgen uns're ünden, Kamst Tu von deines Vaters Thron, O laß uns Gnade finden! Verzeity' uns durch dein theures Blut, Uns, die wir Dich, das höchste Gut, Dich Gott zu sein bekennen. 5. Laß uns're Seufzer, unser Fleb'n Zu deinem Throne dringen! Laß, Herr, uns gnädig anzusehen Dein liebend Herz Dich zwingen; Weil Du, Erbarmer, Jesus Christ, Zu deines Vaters Rechten bist, Uns Gnade zu gewähren. ndr 2* 28 Meßgesänge. 6. So gib denn, daß uns Gnade krönt, Du haft sie uns erworben, Du hast uns ja mit Gott versöhnt, Du bist für uns gestorben, O zeig uns dort dein Angesicht! Laß uns Dich dort im ew'gen Licht, Dich, Heiland, ewig ehren! 7. Mit Geist und Vater ganz vereint, Regierst Du nun in Freuden! O, brich den Stolz, der Dich verneint, Und schüß' uns hier im Leis den! Deinig heil'ger starker Gott! Erhab'ner König Sabaoth! Laß uns Dich treu verehren! Unter der Epistel. 17. laßt uns dankend ehren Das Evange= lium, Und folgen seinen Lehren, Dies ist der Christen Ruhm. Es lehrt, beglückt auf Erden, Und Andern nüßlich sein; Gibt Freuden in Beschwer en, Und Muth in Todespein. 2. Es zeigt des Heilands Liebe, Sein Leben, seinen Tod; Damit der Christ sich übe, zu folgen seinem Gott. Dies Licht führt uns zum Leben, Bu froher Ewigkeit; Heil dir, dem es gegeben! O, folg ihm jederzeit! Bei dem Credo. 18. Ich glaub' an Dich, allmächt'ger Gott! An Dich, inein Herrscher Sabaoth! Du schuf'st aus Nichts die ganze Welt, Die noch dein starker Arm erhält; Und wenn Du sprichst, wird sie vergeh'n, Wer kann vor deinem Zorn besteh'n? Er wird im Augenblick verzehr'n Die Frevler, die Dich, Gott, entehr'n. Heil dem, der Dich auf Erden ehrt! Sein Glück wird blühen unversehrt. Meßgesänge. 29 2. Ich glaub' auch an Dich, Gottes Sohn! Du kamst von deines Vaters Thron; Die aller= reinste Jungfrau war Die Mutter, welche Dich gebar, Maria, die vom heil'gen Geist Empfing, die man noch selig preist. Uns zu erlösen, dein Geschlecht, Ward'st Du hier gleich dem g'ringsten Knecht. Du gabst für uns aus Liebesgluth, Nach vielen Schmerzen selbst dein Blut. 3. Du starbst am Kreuz in großer Noth, Von Gott verlassen in dem Tod'. Du führst zur Hölle, zu erfreu'n Der Väter Schaar, sie zu befrei'n. Am dritten Tage stand'st Du auf, Beschlossest fiegend deinen Lauf, Und fubrst zum Himmel, Sieger, Held, Frohlockend dankt Dir nun die Welt, Nachdem Du von der Sündenlast, Bon Zorn dein Volk erlöset hast. 4. Du bist in Pracht und Majestät zur Rechten Gottes jetzt erhöht; Doch wird man Dich noch wiederseh'n, Auf Erden zitternd vor Dir fleb'n, Wenn Du mit Macht und Herrlichkeit zu richten kommst nach dieser Zeit. Ich glaub' an Dich, Gott heil'ger Geist, Der wahrhaft unser Tröster heißt, Der uns durch seine Gnade führt; Von Dir sei stets mein Herz regiert. 5. Ich glaub', es habe Jesus Christ Die Kirch' erbaut, die heilig ist Und allgemein, die nie vergeht, Die wider ihren Feind besteht, Die rein in ihrer Lehre bleibt, Die feine Höllenmacht zerreibt. Gott, die Gemeinschaft glaub' auch ich, Wodurch die Heil'gen unter sich Vereint sind, die dort sind bei Dir, Und jene, die noch streiten hier. 6. Die Sünden wirst Du, Gott, verzeihn, 30 Meßgesänge. I Wenn wir sie büßen und bereu'n. Ich glaub', es werde aufersteh'n Aus seiner Gruft, und lebend seh'n, Bedeckt mit Ehre oder Spott, Der Mensch den Richter, seinen Gott! Dann wird das Leben ewig sein In Freuden oder in der Pein. Dies glaub ich Dir als treuer Christ, Gott, der Du selbst die Wahrheit bist. Bei der Aufopferung. 19. Gott, dieses Opfer zeiget, Was für uns that dein Sohn, Der einst dort ging gebeuget, Und litte Kreuz und Hohn. Beim letzten Abendessen Setzt er dies Opfer ein, Nie seiner zu vergessen, Ihm steten Dank zu weih'n. 2. D, laß doch von uns Allen Dies Opfer, Vater, Dir Zum Heil der Welt gefallen! O siehe, wie sich hier Dein Sohn auf den Altären, Dir, Herr, zum Opfer gibt, Uns Alles zu gewähren, Die er unendlich liebt. 3. Vergieb dadurch die Sünden! Entferne die Gefabr! Herr, laß uns Gnade finden! Hilf aller Christenschaar! Den abgeschied'nen Seelen Verzeih' die Sündenschuld! Ach, Vater! wir empfehlen Sie deiner Lieb' und Huld. 4. Laß uns Dir, Gott, auf Erden Ein reines Opfer sein, Und dort dein eigen werder Durch Jesu Blut und Pein! Gott, alles, was wir haben, Das soll Dir heilig sein; Dent deine Gnadengaben Gebühren Dir allein. Bei der Präfation. 20. Auf, ihr Herzen, von der Erde! Au von hier zu Gottes Thron, Daß die Seel Meßgesänge. 31 würdig werde zu empfangen seinen Sohn! Laßt uns unsern Geist erhöhen Von der niedern Welt zum Herrn! Da wir unsern Schöpfer flehen, Sei uns alles Eitle fern. 2. Dankend laßt uns Gott erheben In ver= einter Andachtsgluth! Ihm das Herz zum Opfer geben, Ausgeföhnt durch Jesu Blut. Billig ist es, daß wiralle, AllerOrten jederzeit, Herr, mit fro= hem Jubelschalle Preisen Dich voll Dankbarkeit. 3. Der Du herrscheft unumschränket, Gott von aller Ewigkeit! Bater, der uns alles schenfet, Urquell aller Seligkeit! Sei durch Jesum stets erhoben, Allerhöchste Majestät, Durch den Dich die Engel loben! Ewig, ewig sei erhöht! 4. Schöpfer, Gott, die Herrscher flehen Dich durch Jesum tief gebeugt; Die erhab'nen Mächte stehen Zitternd vor Dir hingeneigt. Himmelskräfte, Thronen preisen Dich mit ew'ger Jubelstimm'. Ewig Ruhm Dir zu erweisen, Brennen stets die Seraphim. 5. Laß auch diese vor Dich treten, Um vor deinen Guadenthron Darzubringen unser Beten, Hör' uns, Herr, durch deinen Sohn! Da wir heilig, heilig fingen, Heilig bist Du, unser Gott. Laß es durch die Wolken dringen, Großer Herrscher Sabaoth! 6. Erd' und Himmel find erfreuet, Voll von deiner Majestät! Vater hör'! Hosanna schreiet Dir dein Volk, das tief Dich fleht. O, Er sei gebenedeiet, Der in Gottes Namen kommt! Hilf uns, Herr, der uns verleihet, Daß Erbarmen zu uns strömt. Meßgefange. Nach der Wandlung. 21. In Demuth bet' ich Dich, verdeckte Gottheit, an, Die zwar mein blödes Aug' hier nicht entdecken kann; Doch bist Du wirklich hier, Mein Herz, das sich verliert, Ergibt sich gänzlich Dir, wie dem Geschöpf gebührt. Hilf uns, Jesu,- wahres Manhu, stärk' uns Jesu! Entzieh' uns nicht die Zuversicht, dein Glaubenslicht! 2. Gesicht, Gefühl, Geschmack verirren sich in Dir; Doch hörend glaub' ich es mein Gott! Du sagst es mir. Ich glaube, was mir fagt mein Heiland Jesus Christ: Kann denn was wahrer sein, als diese Wahrheit ist? Hilf uns 2c. 3. Die Gottheit war allein für uns am Kreuz verdeckt; Hier ist die Menschheit auch um hüllet und versteckt; Doch beide glaub' ich fest wahrhaftig hier zu seh'n. Herr, gib, was büBend bat der Mörder in der Pein! Hilf uns 2c. 4. Die Wunden seb' ich nicht, die Thomas glaubend sah. Ich seh' im Glauben Dich; Gott! Du bist wirklich da. O, laß mich immer mehr Dir glauben, höchstes Gut. Dir trauen, mehre stets zu Dir die Liebesglut. Hilf uns 2c. 5. Du Denkmal jener Huld, die Gott ans Kreuz gebracht, O Brud, das unsre Welt start und lebendig macht! Es lebe stets, durch dich ernährt, mein schwacher Geist! Sei Du mir immer süß, wenn Dich mein Mund genießt. Hilf uns 2c. 32 51 - 6. O Jesu, wasche mich durch jene Gnadenfluth. Die Dir am Kreuz entfloß; es kann von deinem Blut Ein Tropfen alle Welt vom Meßgesänge. 33 Lafterwust befrei'n; Gott, laß mich dadurch rein und ewig selig sein! Hilf uns 2c. 7. Mein Herr, mein Heil, mein Hort, mein Jesus, Gottes Sohn! Dich seh ich nun ver= deckt in deinem Gnadenthron; Erbarmend gib mir doch, wonach mein schmachtend Herz Gequält und brennend seufzt, gib es durch deinen Schmerz! Hilf uns 2c. 8. Es sei mir dieses Glück durch deinen Tod gewährt, Nachdem ich Dich verdeckt auf Erden treu geehrt, So zeig', o zeige mir in jenem fel'gen Licht, Ganz aufgedeckt, im Glanz, dein göttlich Angesicht! Hilf uns 2c. Bei dem Pater noster. 22. O Bater, höre doch das Flehn Der Kinder, die hier seufzend steh'n! Erhaben ist, o Gott! dein Reich, Und vor Dir sind wir alle gleich, Sind Brüder, sind nur Staub; verleih' Daß stets dein Nam' uns heilig sei! 2. Du weißt es, bester Bater! ach! Wie sehr gebrechlich und wie schwach Sind wir, o stärk' uns! herrsche Du Stets in uns! gib der Seele Rub'! Die Sünde laß uns ewig scheu'n, Und Dir das Herz zur Wohnung weih'n. 3. Dann werden wir uns in Dir freu'n, Dein Reich wird dann auch unser sein, Wenn wir auf Erden jederzeit, Wie dort in fel'ger Ewigkeit, Mit Freuden deinen Willen thun, Und sanft in deiner Vorsicht ruh'n. 4. Laß uns allein auf Dich vertrau'n, Auf deine milde Vorsicht bau'n! Du weißt, daß wir 2** 34 Meßgesänge. bedürftig sind; Du liebst den Menschen wie dein Kind. Hilf, Vater! uns in aller Noth, Und gib uns täglich unser Brod. 5. Du wirst une nimmer gnädig sein, Wenn wir von Herzen nicht verzeih'n. Ja, Bater, wir vergeben gern; Von uns ist Haß und Rache fern, Herr, so vergib uns unsre Schuld, Und trage doch mit uns Geduld. 6. Hilf uns dem Bösen widersteh'n. Gib Gnad', o Gott! laß uns nie geh'n In die Versammlung, die Dich haßt; Die deines Zornes schwere Last Zum Abgrund drückt; laß Fleisch und Blut Nie stürzen uns in böse Glut! 7. Die Sünde, dieses Ungeheu'r. O, sie ist ein verzehrend Feu'r! Befrei, o bester Gott! befrei uns von dem Ulebel, und verleih', Daß unser Herz Dir ewig treu, Von Sünden rein, dein Opfer sei. 8. Von Sünden rein dein Opfer sei; Und wenn es feblt, mit wabrer Reu' Gleich büße, gern bier dulde Leid. Um dein zu sein in Ewigkeit; Dann bilfft Du uns aus aller Noth, und machst uns selig nach dem Tod. Beim Agnus Dei. 23. Gottes Lamm, ganz obne Schuld Für uns am Kreuz gestorben! Dein Blut bat uns des Vaters Huld, Und alles Heil erworben! OOpfer, welches Gott gefällt! Du trugst die Sünden aller Welt Erbarme Dich unser, o Jesu! Gib uns den Frieden, o Jesu! dingol Meßgesänge. lo Bei der heil. Communion. 24. Seele Chrifti, die mich liebt, Für mich bis in den Tod betrübt. O heil'ge mich zu deinem Knecht, und mache mich vor Dir gerecht! 2. O. Christi Leib! Angst, Schmach und Pein Trugst Du für mich, mich zu befrein; O mach' mich stark in meiner Noth! O mach mich selig nach dem Tod'! 35 3. Du meines Jesu theures Blut, Das an dem Kreuz die Liebesglut Aus seinen Wunden hat gepreßt. O, tränke mich, wenn mich verläßt 4. Die Kraft in meiner letzten Qual. Sei Du mein Heil, mein Lebensmahl! O stärke mich, daß sich mein Geist Mit vollem Sieg der Welt entreißt! 5. Und Du. o göttlich werthe Fluth, Die untermengt mit heil'gem Blut, Dem Heiland aus der Seite floß, Ach, wasche mich und reiß mich los 6. Von allem, was mich hier noch hält, Gebunden an die schnöde Welt, Daß meine Seel' auffel'ger Bahn Zum Herzen Jesu dringen kann. 7. O Leiden, das mein Heiland trug Zu retten mich vom ew'gen Fluch, Erquicke mich in allem Leid, In aller Widerwärtigkeit! 8. O, gib mir Schwachen jene Kraft, Daß nie mich eine Leidenschaft Von Jesu trenne; daß ich Spott Und Kreuz gern dulde, wie mein Gott. 9. Unwürdig bin ich zwar vor Dir, Daß Du dein Antlig neigst zu mir; Doch weil Du lauter Gnade bist, Erhöre mich, o Jesu Chrift! 10. Schließ mich in deine Wunden ein, Die 36 Meßgesänge. uns den wahren Trost verleih'n, Die allen Sündern offen stehn, Dann werd' ich Heil und Rettung seh'n. 11. Wenn mein Gewissen mich verleßt, Die Hölle sich mir widerseßt, So laß sie meine Freistätt' sein! O, wer da ruht, schläft felig ein. 12. Verlaß mich nicht, o starker Held, Wenn mich verläßt die ganze Welt; Gott, in der letzten Todesnacht Zerstöre meiner Feinde Macht. 13. O, dann ruf mich, mein Hirt! zu Dir, Dein Schäflein, welches, leider! hier Von eitler Lust und Welt bethört, Oft deine Stimme nicht gehört. 14. Nicht wegen meiner Heiligkeit, Aus lauter Gnad' und Gütigkeit, Laß durch dein Blut und Todespein, Herr, dein Geschöpfe selig sein! 15. Erbarmend, o mein Gott, befiehl Bei meiner Lebenstage Ziel, Daß ich erschein' in jenem Licht, Vor deinem heil'gen Angesicht! 16. Daß ich mit aller Sel'gen Schaar Dich, Gott, der so barmherzig war, Und führte mich aus allem Leid, Besinge dort in Seligkeit. Danksagung nach dem hl. Meßopfer. 25. Kommt her, ihr Völker aller Welt, Von Dankbegierde ganz beseelt! Preis't Gott mit frohem Lobgesang, Bring't unserm Schöpfer Ruhm und Dank! 2. Denn sein Erbarmen, Gnad' und Heil Ruht über uns, wird uns zu Theil; Die Wahrheit, der wir uns erfreu'n, Wird, wie der Herr ist, ewig sein. Meßgesänge. 37 3. O, dankt dem Vater, dankt dem Geist! Dankt unserm Heiland, der uns speist, Der uns bis zum Entzücken liebt, Sich selbst für uns zum Opfer gibt. Das betrachtete Meßopfer. Vorbereitung. 26. Heil'ge, Gott, Herz und Gedanken, Seele, preif ihn nach Gebühr! Seine Lieb' hat keine Schranken. Dank und Ruhm, o Herr, sei Dir! Daß man jetzt nach deinen Worten, Uns zum Heil an allen Orten Dir ein reines Opfer bringt, Dein Erbarmen froh besingt. 2. Für uns bis zum Tod betrübet, Jesu, holdes Gotteslamm! Bis ans End' hast Du geliebet, Treuer Seelenbräutigam! Daß wir Schwache nicht verzagen Hier in unsern Geistesplagen, Gibst Du, Gott, ein Stärkungsmahl Wider alle Seelenqual. 3. Wer kann deine Huld ermessen, Die aus Liebe Wunder thut? Deiner nimmer zu ver= gessen, Bleibst Du bei uns, ew'ges Gut. Seht, gemäß der reinen Lehre, Christen, eures Glaubens Ehre, Daß euch Gott so sehnlich liebt, Sich zur Epeis und Opfer gibt. 4. Komm't, beren't von ganzem Herzen Die begang'ne Missethat, Und erwägt des Heilands Schmerzen, Wie er uns befohlen hat. Seines Todes zu gedenken Bei dem Opfer, und zu schenken Ihm ein Herz, das seiner Pein Nimmer soll vergessen sein. Meßgesänge. Bei dem Confiteor. 27. Jesus eilet hin zum Garten Mit der treuen Jünger Schaar Wo die Wengste seiner warten, Und die nahe Tod'sgefahr. Er verließ des Va= ters Freuden, Uns zu Liebe wählt er Leiden. Siehe, Jesus liegt in Blut! Mensch, zerfließ' in Liebesglut! 2. Jesus Heiland, Trost der Seelen, Dir zu Liebe soll mein Herz Traurigkeit und Alengste wählen. Du erlösest mich mit Schmerz! Ich will deines Vaters Willen So wie Du ge= treu erfüllen Und erdulden Qual und Spott! Du ertrugst viel mehr, mein Gott! 38 1 - Bei dem Introitus oder Eingang der Messe. 28. Jesus will den Feind noch grüßen, Grüßt ihn und ergrimmet nicht.-Staun't! er will den Judas küssen, Erumarmt den Bösewicht. Ich will auch die Feinde lieben, Rache will ich nimmer üben. Gott verzeibt uns unsre Schuld, Muß ein Christ nicht üben Huld? 2. Geiz und Wollust, diese Stricke Ziehen uns zum Abgrund hin. Meide doch ihr falsches Glücke, Wante ferner nicht mein Sinn! Soll dich Gott mit Freude tränken, Seine Huld, sein Reich dir schenken, Meide Wollust, Weltbegier O, fie quälen dich noch hier. Bei dem Kyrie eleison. 29. 3ittert, schwache Menschenkinder! Seht, erstaunet! Petrus fällt! Ein Verleugner und Meßgesänge. 39 ein Sünder Wird er, dieser stärkste Held! Je= sus will mit bolden Blicken Des Verleugners Herz beglücken; Nun beweint er seine That, Die er faum begangen hat. 2. Herr, Du wirst mich einst verkennen Vor dem Vater im Gericht, Wenn ich hier nicht will bekennen Tich, mein Heiland, Trost und Licht! Ich bin schwach, Gott gib mir Stärke, Stets zu flieb'n die Sündenwerke! Zieh durch einen Gnadenblick, Wenn ich feble, mich zurück! Bei dem Gloria. 30. Jesus leidet! nun erfreuet Sich die böse Judenschaar, Die sonst Palmen ihm ge= streuet, Sieht ihn jegt in Todsgefahr, Und ach in dem schwersten Leide Höbnt man ihn mit wil= der Freude. Weh' dem, welcher in dem Leid Seines Nächsten sich erfreut! 2. Gott, ich will mich gern erbarmen Meines Nächsten in der Noth! Meinen Feind', auch allen Armen Hülfe leisten bis zum Tod. Wenn auch aller Sünder Rotten Mich verlachen, meiner spotten, Bleib' ich deinem Beispiel treu, Herr, Dir folg' ich ohne Scheu! Bei der Collecte oder Epistel. 31. Dein Erlöser wird geführet Zum erboßten Kaipbas. Er ist Gott!- und ihm gebühret Ruhm; und, ach! der Neider Haß Lästert ihn und spottet seiner! 3hn vertheidigt, rettet keiner; Ihn entehrt ein Backenstreich; Gott wird einem Sünder gleich. 40 Meßgesänge. 2. Quäle dich nicht, meine Seele, Wenn du leidest Spott und Hobn; Bist du flug, o dann erwähle, Was hier litte Gottes Sohn! In der Zeit geduldig leiden Für die Wahrheit, Rache meiden, Macht dich herrlich nach der Zeit Für die ganze Ewigkeit. Bei dem Evangelium. 32. Jesus, Gott, wird angeklaget Vor Pie latus; und er schweigt. Jesus, Gott, wird scharf befraget Von Herodes, und er schweigt. Sieb, es leidet Jesus Ehre Zur Bestärkung seiner Lehre! Sieh! es duldet selbst dein Gott Für die wahre Lehre Spott. 2. Gott, wie schmerzt mich, daß auch Sünder Jetzt noch lästern deine Lehr'! Bater, selbst auch deine Kinder Widerstreben deiner Ehr'! Nimmer werd' ich sie bestreiten, Bis zum Tod will ich verbreiten, Herr, dein Evangelium, Denn es ist mein Heil und Ruhm. Bei dem Credo. 33. Ja, ich stehe fest im Glauben! Stärke mich, mein treuer Gott! Diesen Schaß soll mir nicht rauben Der Verächter loser Spott. Du bist Gott, was Du uns sagest, Das ist Wahrheit; wenn Du frageft, 3m Gerichte deinen Feind, Dann verstummt der Lasterfreund. 2. Dann wird mich mein Glaube schützen, Herr, dann weckt mich deine Macht, Wenn Du wirst auf Spötter blißen, Stürzen sie zur ew'gen Nacht. Ja mein Glaube wird mich stärken; Du Meßgesänge. 41 haft ihn mit Wunderwerken, Und mit deinem Tod' bewährt! Ja, durch ihn werd' ich verklärt. Bei dem Offertorium. 34. Willig gabst, Du, Herr, dein Leben Zur Versöhnung unsrer Welt; Und ich sollte widerstreben, Wenn es, Vater, Dir gefällt, Daß dein Kind auf Erden leide Zur Vermehrung ew'ger Freude? Werd' ich Dir, mein Heiland, gleich, O, so erb' ich auch dein Reich. 2. Leib und Seele, was ich habe, bring' ich Dir zum Opfer dar. Herr, es ist ja deine Gabe; Nimm es. Ich, der sonst nicht war, Bin durch Dich beglückt erschienen. Ohne dieses zu verdienen, Herr, dein Opfer will ich sein, Dir getreu in Glück und Pein. 34a. Sieh Bater von dem höchsten Thron 2c. ( Siehe Anhang Nr. 7.) Bei dem Händewaschen. 35. Wie, Pilatus wusch die Hände? Wollt er noch unschuldig sein, Da er Jesum doch am Ende Hat verdammt zur Todespein? O, du mußt aufs Inn're sehen, Seele, du wirst nicht bestehen Einst vor Gott mit Tugendschein! Nein, dein Werk muß Tugend sein. Beidem Orate Fratres. 36. Seht den Heiland ganz verhöhnet Im zerriff'nen Purpurkleid! Seht mit Dornen ihn gekrönet! Seht ihn blutend, seht sein Leid! Aber einst nach diesem Leben Seht ihr ihn mit Macht Meßgesänge. umgeben. Dann, o dann verwirf mich nicht, Gott, von deinem Angesicht! 42 1 Beim Sanctus. 37. Jene, die Hosanne schrieen, Schreien jetzt: Weg! kreuzigt ihn! Seine Allertreu'sten fliehen; So verkehrt sich Menschensinn. O, wie wankt auch oft mein Wille! Wenn ich heut' die Pflicht erfülle, So verlet' ich morgen sie; Hilf mir, daß ich wanke nie. Nach dem Sanctus bis zur Elevation. 38. Sieb, dein Jesus geht beladen, mit der schweren Kreuzeslast; Gott, dein Mittler, trägt aus Gnaden, Was du Mensch verdienet hast. Sollt ich Dir allein in Freuden Folgen, und nicht auch im Leiden? Du erwähltest Kreuz und Pein. Sollt' ich frei von Leiden sein? 2. Nichts, nichts soll mich von Dir scheiden, Kein Vergnügen, keine Noth; Eitle Lüste will ich meiden, Dir getreu bis in den Tod, Welt und Weichlichkeiten bassen, Ja, ich will mein Kreuz umfassen, Vor mir trugst Du, Gott, es hier; Wie dein Jünger folg' ich Dir. Beider Elevation. 39. O, wie hart bist Du gekränket, Unbeflecktes Gotteslamm! Ach, Dich seh' ich aufge= hänget Blutend an dem Kreuzesstamm! Sehet, Menschen, ein Gerechter, Gott wird selbst des Volfs Gelächter, Allmacht, o wie beugst Du Dich Für den Erdwurm,- Gott, für mich!. - 11 Meßgesänge. 43 2. Tief gebeugt vor Dir im Staube Bet' ich Dich, mein Heiland, an; Weil ich deinem Worte glaube, Welches nimmer trügen kann, Bet' ich Dich in den Gestalten, Welche wahrlich Dich enthalten, Gott und Mensch in Demuth an, Fern von der Bethörten Wahn. 3. Durch dein Blut, das in den Stunden Deiner Qual geflossen ist, Heile meine Seelenwunden, O mein Arzt, o Jesus Christ! Dies dein Blut laß mich erquicken! Alle böse Glut ersticken! Jesus, dann gefall' ich Dir; Komm, vereine Dich mit mir! Nach der Erhöhung. 40. Finsterniß umhüllt die Erde Bei des Heilands Todesschmerz,- Felsen beben;-0, so werde Auch du weich, du Felsenherz, Daß nicht einst nach diesem Leben Ew'ge Nächte dich umgeben. Heil dem, der noch in der Zeit Seine Sündenschuld beren't! — 2. Ich will hier die That beweinen, Die dem Herrn der Welt mißfiel, Eb' ich muß vor ihm erscheinen, Noch vor meines Lebens Ziel. Laß, o Herr, dein Licht erscheinen Allen, die Dich noch verneinen! Den Verstorb'nen zeig' im Licht Bald dein göttlich Angesicht! Bei dem Pater noster. 41. Laß, o laß dein Herz empfinden, Was dein Jesus sterbend spricht: ,, Bater, ach! vergib den Blinden! Räche meinen Tod doch nicht!" Er versprichtdem Schächer Freuden, Gibt der Mutter 44 Meßgesänge. Trost im Leiden. Nun spricht er:„ Es dürftet mich!"- Nach dir, Seele! sehnt er sich. 2. Gott, wie hast Du mich verlassen!" Ruft er für uns in der Pein. Gott soll uns mit Huld umfassen, Und in Nöthen bei uns sein. - Nun: ,, Es ist vollbracht!" am Ende, Spricht er: Ach, in deine Hände, Bater, nimm doch meinen Geist!" Seht, wie er das Leben schleußt! Bei Zertheilung der heil. Hoftie. 42. Jesus stirbt, es stirbt das Leben! O mein Gott! Du stirbst für mich, Für mich Sün= der, mir zu geben, Daß ich dort leb' ewiglich! Nun, so will ich Dir auch leben, Aller Sünde widerstreben, Für Dich leiden alle Noth, Dir zu Liebe selbst den Tod. 2. Uch dein Schmerz, dein Blut, dein Sterben Tröste mich in letzter Qual! Jesus, laß mich nicht verderben, Nimm mich aus dem Jammerthal In dein Reich, das Du erworben. Da Du bist am Kreuz gestorben! Laß mich, Herr, den Tod nicht scheu'n, Laß mich ewig bei Dir sein! Bei der Communion. 43. Jesus wird ins Grab gesenket, Der für uns gestorben war. Der uns allen Leben schenket, Diesen trägt die fromme Schaar In ein neues Grab. Sie streuen um den Leichnam Spezereien, Und ein angenehmer Duft Füllt des Heilands neue Gruft. — 1 2. Sieb, o Jesus, mein Verlangen, Laß mein Herz doch würdig sein, Dich lebendig zu Vor der Predigt. 45 umfangen! Kehr zur Ruh' doch in mich ein! Komm, o Bester! Seligkeiten Gnädig in mir zu verbreiten! Komm in deinem Gnadenmahl! Komm, versüße meine Qual! Bei der letzten Collecte. 44. Freude! Jesus lebet wieder, Siegend tritt er aus dem Grab! O, so lebt denn auch, ihr Glieder! Christen, sterbt den Sünden ab! Ach, wann werd' ich auferstehen, Dich, mein Gott verklärt zu sehen! Jesus, o verzögre nicht, Zeig mir bald dein Angesicht. Bei dem Segen. 45. Segnend fährt der Ueberwinder Von der Welt zum Vatersthron. Auf zu Gott, du träger Sünder, Folge Gottes ew'gen Sohn! Herr, entzieh' mich eitlen Dingen, Laß den Geist sich zu dir schwingen! Segnend zieh' mich aus der Zeit zu Dir in die Seligkeit. Der Schluß. 46. Sieh erbarmend auf die Erde, Gott, auf uns von deinem Reich; Daß die Welt voll Segens werde, Wir dem Bilde Jesu gleich! Er berföhnet unsre Sünden, Durch ihn laß uns Gnade finden! Bester Bater, nimm durch ihn Uns dir ganz zum Opfer hin! Vor der Predigt. 47. Erleucht', o Schöpfer! den Verstand, Und mach' uns dein Gesetz bekannt! Endeck uns unser Irregehn, und laß uns deine Wege sehn! 46 Nach der Predigt. 2. Gott, zeig uns, wie das Sündengift Die Seel' entweiht, und wie einst trifft Den Sün= der Angst und Qual und Tod, Und ewig dort die Höllennoth 3. Gott zeig' uns deine Liebeskraft, Und deiner Gottheit Eigenschaft, Daß Du uns mehr als Vater liebst, Und mehrErbarmen an uns übst 4 O laß uns stets die Sünde scheu'n, Von Herzen laß sie uns bereu'n, Gott spricht, ihr Seelen feid bereit! Gott spricht, so schweig denn Eitelkeit! 5. Der Herr wird seinen Samen streu'n: Gott laß ihn zu der Frucht gedeih'n! Laß uns durch Segen deiner Huld Dir Früchte bringen in Geduld. Nach der Predigt. 48. Sei von allen hochgepriesen, Vater der Barmherzigkeit, Denn du hast uns heut gewiesen Unsern Weg zur Eeligkeit, Du bast uns dein Wort gegeben. Jene Kraft. die selig macht, Laß uns nach dem Worte leben, Wie dein Diener hat geſagt. 2. Gott, in einem reinen Herzen Wollen wir die edle Saat Etets bewahren, nicht verscher= zen Deinen uns gegeb'nen Rath, Laß den Samen nicht ersticken Von den Dornen dieser Zeit! Ehr' und Lust kann nicht beglücken! Nur dein Wort gibt Seligkeit. 3. Unser Wandel soll es zeigen, Was dein heilig Wort uns lehrt; Nie soll unser Herz sich neigen Zu der Welt, die uns verkehrt. Dich, Bußgesänge. 47 unendlich Gut, zu lieben, Ist der Menschen einzig Glück. Hierin wollen wir uns üben; Wichen wir doch nie zurück. 4. Unser Herz ist irr' gegangen; Ach, es schmerzt uns, höchsies Gut! Gib, daß es nun dein Verlangen, Freudig deinen Willen thut! Seinen Nächsten nie betrüben, Neid und Wollust und die Welt Hassen, und uns immer lieben, Herr, dies ist, was Dir gefällt. 5. Loß uns diesen deinen Willen In der ganzen Lebensfrist, Ganz vollkommen treu erfüllen; Gib es, Gott, durch Jesum Cbrist! Christen, laßt uns künftig leben, So wie uns es Gott befahl! Dies allein wird Ruhe geben, In der letzten Todesqual. Bußgefänge. 49. Wie entseßlich sind die Plagen, Die des Sünders Geist zerschlagen! Weh mir, welch' ein Höllenschmerz Foltert mein betrog'nes Herz! 2. Web mir, daß ich mich empörte Wider Gott, mein Glück zerstörte! O, wer zeigt mir, wo ich frei Vor dem Grimm' des Richters sei! 3. Doch wer kann Dir, Gott, entfliehen, Wer sich Deinem Arm entziehen, Der im Nu die Welt zerschlägt, Wenn er sich im Zorn bewegt? 4. Würde mich in Finsternissen Auch der Abgrund selbst verschließen, Trifft mich doch dein Aug' dort an, Dem sich nichts verbergen kann. Und Dich, Gott, hab' ich verachtet, Deine Größe nicht betrachtet! Ach, wo bleib' ich im Gericht, Gott, vor deinem Angesicht? 5 48 Bußgesänge. 6. O, wie hab' ich mich doch können Von Dir, bester Bater, trennen, Von Dir, allerhöchstes Gut, Um ein Nichts, o Frevelmuth! 7. Sonst ein Kind, ein Erbe Gottes, Nun ein Gegenstand des Spottes, Satans Sclave, Qual und Leid Ist mein Theil in Ewigkeit. 8. Weh! ach ewig weh mir Thoren! Alles, alles ist verloren, Da mein Gott, der alles gibt, Mich, mich Sünder nicht mehr liebt. 9. Theu'r, o theu'r hat Jesus müssen Mich erkaufen, für mich büßen: Und ich habe diesen Werth Schändlich durch die Sünd' entehrt. 10. Himmel, Gott, die guten Werke,- Gottes Gnade, meine Stärke- Sind verscherzt. Verruchte That, Die mich so gestürzet hat. 11. Vater, Vater voll Erbarmen Sieh in Gnaden auf mich Armen: Ach, mein Unsinn reuet mich); Vater, Gott, erbarme Dich! 50 Ach! von schwerer Qual durchdrungen, Und von Höllenangst umrungen, Seufz' ich, da mir stets der Tod Mit der nahen Hölle droht. 2. O verwünschte bittre Freuden! Ihr! ihr stürzt in schweres Leiden; Eu'r Genuß währt furze Zeit, Eure Qual in Ewigkeit. 3. Gleich dem Rausch seid ihr verschwunden, Eh' ich euch noch hatt' gefunden; Und ihr laßt im Augenblick Höllenschmerz und Tod zurück! 4. Euch, die ihr so schrecklich kränket, Hatt' ich doch mein Herz geschenket. Ganz verblendet, ganz bethört Meinen Geist durch euch entehrt! 5. O, wie konnt' ich Jesum hassen, Dich, o Bußgesänge. 49 bester Gott, verlassen, Dich, der wahre Freuden schenkt, Der mit Seligkeit uns tränft! 6. Sünder, fehre bald zurücke, Folge schnell dem Gnadenblicke, Der sich jetzt noch zu dir neigt, Und den Weg des Heils dir zeigt. 7. Fleuch zu deinem Heiland wieder, Wirf dich reuvoll vor ihm nieder, Und beweine deine Schuld! Er verspricht dir heut' noch Huld. 8. Ja, ich will, ich will mit Thränen Zu ihm eilen, ihn versöhnen. Jeßt, jetzt kehr ich gleich zurück, Jesus, einen Gnadenblick! 9. Jesu, den mein Herz nun liebet, Sieb, wie sehr es sich betrübet, Ach, daß meine Sündenwuth Dich verhöhnte, bestes Gut! 10. Laß mich doch vor deinen Füßen Ganz in Lieb' und Schmerz zerfließen! Laß mich künftig Dir allein, Gott, ein reines Opfer sein! 11. Ja, mein Herz soll sich nun üben, Nichts, nichts außer dir zu lieben; Nach Dir seufz' ich inniglich, Nichts, nichts will ich, Gott, nur Dich! 51. O wie hab' ich mich vergangen! Bon der wilden Leidenschaft Hingerissen und gefangen, Sink ich schmachtend ohne Kraft. Fern vom Vater, ohn' Erbarmen, Seufz' ich, ich verderbtes Kind, Ich entriß' mich seinen Armen, Meinen Lüften folgt' ich blind. 2. Gott, Durchforscher der Gemüther, Ach, Du siehest, was mich fränkt. Viele Gnaden, viele Güter Hast Du, Vater, mir geschenkt, Haft Dein Herz mir zugewendet, Ganz inbrünstig mich 3 50 Bußgesänge. geliebt; Alles, weh' mir, ist berschwendet, Ach was hab' ich doch verübt! 3. Ich verschmachte, ja, ich sterbe! Wie wird doch mein Geist gequält! Ich, ich war des Himmels Erbe, Von Gott selbst zum Kind erwählt; Und nun bin ich gleich den Thieren, Von der Wuth der Sünd' entweibt. Wie kann sie ein Herz verführen! O, sie raubt die Menschlichkeit. 4. Raubt den Menschen Glück und Ehre, Sie, die gar des Himmels Pracht, Die erbab's nen Engeldöre Zu verdammten Geistern macht. Auch mich hat gestürzt das Laster, Wer ist, der mir helfen kann! Ich Verlass'ner, ich Verhaßter, Ach, wo treff' ich Rettung an? 5. Geb' zum Vater, der dich liebte; Geh' zu ihm mit Reu und Leid! Wie? zu dem, den ich betrübte? Ja, er ist ganz Gütigkeit. So will ich zurücke kehren Zu des liebsten Vaters Huld und mit Bächen heißer Zähren Ihm gesteher meine Schuld. 6. Vater, Gott, ich muß bekennen: Ich verwegner bin nicht mehr Würdig, mich dein Kini zu nennen! Nein, ich fehlte gar zu sehr. Ic verfluchter böser Sünder, ich verscherzte diese Recht, diesen Vorzug deiner Kinder; Laß mic sein den g'ringster Knecht! 7. Sieh, ich liege Dir zu Füßen; Laß di Thränen, laß den Schmerz, Welche meine Süm den büßen Dringen in Dein Vaterherz! Sieb mei Elend, meine Reue, Die mir fast das Herz zer bricht! Vater, ach vergiß, verzeihe Die Ver letzung meiner Pflicht! e 11 # P Bußgesänge. 51 52. Durft' ich Staub, durft' ich durch Sünden Des Allmächt'gen Rach' entzünden? Ach, nun fühl' ich Höllennoth, Ich versinke in den Tod. 2. Wer wird doch mich Sünder retten? 2Ber zerbricht die eh'rnen Ketten, Womit Satan mei= nen Geist zu sich in den Abgrund reißt? 3. Bester Freund der Menschenkinder, Jesus, Arzt der schwachen Sünder; Bater, Hirt, o Fürst und Held, Heil der schon verlornen Welt! 4. Reicher Schatz betrübter Armen, Tiefster Abgrund voll Erbarmen, Zieh' im Grimme mich doch nicht Vor dein schrecklich Strafgericht! 5. Bei dem allertheu'rsten Blute, Das Du, Jesu, mir zu Gute Hast versprigt, beschwör' ich Dich, Jesu, Jesu, rette mich! 6. Ach! durch jene Liebesflamme, Die dort an des Kreuzesstamme In der Glut Dich hat verzehrt, Bitt' ich, Huld sei mir gewährt! 7. Gott, mit Thränen und mit Flehen Will ich ganz getreu gestehen Deinem Diener alle Schuld; Dann erhalt' ich Gnad' und Huld. 8. Welch' ein Glück! er wird entbinden Mich Reumütbigen von Sünden; Er spricht mich vom Fluche los, Führt mich, Gott, zu deinem Schooß. Vollkommene Reue. 53. Tief gebeugt von meinen Sünden zu dem Abgrund, nah' dem Tod', Ach, wo soll ich Rettung finden In der schweren Seelennoth! Auf, zu Gott! o darf ich's wagen? Ach, mein Gott!- doch schweig! dies sagen Ist vermessen; welche Pein! Er, der Herr, ist nicht mehr mein. 3* 52 Bußgesänge. 2. Er ist von mir abgewichen; Ich besiz' Ibn jetzt nicht mehr: Ach, den Trost, den väterlichen Trost entziebst Du mir, o Herr! Doch gerecht; der freche Sünder 3st nicht werth des Glücks Kinder. Nein, Gott ist nicht mehr mein Freund -Höllenqual! Gott ist mein Feind. 3. Gott, in Staub zerknirscht, zerschlagen Lieg' ich hier. Barmherzigkeit! Gott, soll dein Geschöpf verzagen, Welches seine Schuld bereut? Sieb mein Herz in Reu' verschmachtet, Hätt ich Dich doch nie verachtet, Dich, den allerbesten Gott! Billig trifft mich Angst und Spott. 4. Weh mir, daß ich Dich verlassen, Schöpfer, Gott, unendlich Gut!- Konnt' ich Dich, Dich Vater, bassen? O, verfluchte Höllenwuth! Wär', ach wär' es nie geschehen! Lieber sterben, gleich vergehen! Lieber in der Höllenpein, Als Dir einmal untreu sein. 5. Ich erkannte den Erlöser! Deine Gnad' entdeckt ihn mir; Und, o Schonde! und ich Böser, Ich Verdammter- untreu Dir,- Und vergesſen seiner Wunden, Seines Tods, der Leidenstunden! - Ich erneute seinen Schmerz, Ich durchstach sein liebend Herz. 6. O von welcher Wuth berauschet, Hast du Sündensclave doch Ganz gedankenlos vertauschet Deines Heilands süßes Joch Mit dem Höllenjoch der Sünden. Ach, wo wirst du Rettung finden? Wer gibt deiner Seele Rast? Wer erleichtert deine Last? 7. Ich erkenne mein Verbrechen; Meine That ist wider mich; Selbst das Laster will sich rächen, Bußgesänge. 53 Ach! entseßlich quält es mich. Voll des gottlos frechen Spottes Fehlt' ich vor den Augen Gottes, - Allmacht, Gott,- Du sahest mich; Und dennoch erzürnt' ich Dich! 8. Gott! was soll ich Dir verhehlen? Du, Du sahst den Bosheitsknecht. Herr, willst Du mich ewig quälen, O, so handle Du gerecht. Nichts bin ich als Gräu'l und Sünde; Alles, was ich an mir finde, Den ein Weib in Sünden trug, Ist nur Häßlichkeit, nur Fluch. 9. Gott der Wahrheit, ich gestehe, Du verliebest mir Verstand, Und doch fehlt' ich! Sieh, ich flehe Zitternd: Ach! mir war bekannt Dein Ge= bot, das ich verlegte, Dem ich frechmich widersette. - Laß doch meine Thränenfluth Dich versöhnen, höchstes Gut! - 10. Doch wie können meineThränen, Schöpfer, deine Majestät, Dich, Unendlicher, versöhnen, Dem der Himmel bebend fleht! Ach nur Gnade fann mich) retten Bon dem Fluch, von Satans Ketten, Laß des Heilands theures Blut Dich versöhnen, höchstes Gut! 11. Dieses wasche mich von Sünden, Von der Ungerechtigkeit! O, dann werd' ich Gnade finden, Gnade, Gott und Seligkeit! Dann will ich vor Dir erscheinen Ausgeföhnt, vor Wonne weinen! Dann erfreu't sich mein Gebein Nach der langen Angst und Pein. 12. Dann verschwinden alle Flecken; O, dann wird dein Angesicht Mich nicht mehr im Zorn erschrecken; Dann ist es mir Gnad' und Licht. Bater, durch dies Blut versöhnet, Ach, vergiß, 54 Bußgesänge. daß ich verhöhnet Habe deine Majestät, Da dies Blut um Gnade fleht. 13. Hör die Seufzer meiner Seele! Gott, zernicht' in meiner Brust Jene Schand- und Lasterböhle, Jenes Herz voll böser Lust! Laß des Heilands Blut und Zähren Mir ein neues Herz gewähren, Daß von allen Sünden rein, Ewig sich in Dir darf freu'n! 14. Einmal sei mir noch verliehen, Herr, von Dir Dein Freudengeist, Um das Laster stets zu fliehen! Gib, daß sich mein Herz entreißt Gänzlich von dem Sündenwerke; Gib mir, Gott, den Geist der Stärke, Der durch seine Gnadenkraft Mir den vollen Sieg verschafft. 15. Weh mir, daß ich mich empörte Bider diesen besten Geist, Seinen Tempel, mich, zerstörte! Doch, wenn er mir Gnad' erweist, Will ich bis zum Tod bestreiten Alle Sünden, und verbreiten Seinen Ruhm, sein heilig Reich. Auf, mein Herz, verbreit' es gleich! 16. Hab' ich wider Gott gefehlet, O, so ist's mir nicht genug, Daß ich stets von Reu' gequälet, Künftig meide Sünd' und Flu. Nein, ich will, ich muß zernichten( Dies erfor dern meine Pflichten) Alle Laster um mich her, Auch bei andern, hilf mir, Herr! 17. Und es soll die Sünde sterben Auch in meines Nächsten Herz; Diese Pest will ich verderben, Laß es kosten Blut und Schmerz. Herr, ich will die Bösen lehren Deine Wege, sie be= kebren Und sie sollen, Vater, Dir Danken ewig treu mit mir. Bußgesänge. 55 18. O, daß Dich doch alle liebten, Alle Menschen auf der Welt! O, daß alle stets doch übten, Bester Gott, was Dir gefällt! Könnt' ich Alle zu Dir ziehen! Durch mein eifriges Bemüben! Gerne wollt' ich alle Noth Dulden, Gott, auch selbst den Tod. 54. Hier lieg' ich, Gott, im Staub' vor Dir; Ach, zitternd wallt mein Herz in mir; O, darf ich mich noch unterstehn, 3n Dir, allmächt'ger Gott, zu flehn? 2. Ach Gott! Dich, Gott, erzürnte ich, Ich Thor! o Abgrund schüße mich Vor meines Richters Angesicht! Erlisch, verhaßtes Sonnenlicht! 3. Daß meine Schande, die mich deckt, Vor allen Augen sei versteckt In einer ew'gen, ew'gen Nacht, Nie werde meiner mehr gedacht! 4. Gott, Du bist aller Liebe werth, Den dort der Seraph brennend ehrt!-O Almacht, Licht, Gerechtigkeit- Weisheit, Gnade, Seligkeit!5. Du warst mein Vater, Heil und Schild; Schufft mich nach deinem Ebenbild'; Du gabst mir Leben, Glück und Heil, Du warst mein Retter, warst mein Theil. 6. Als ich verfluchter Freoler mich Empörte boshaft wider Dich, Verschontest Du den Bösewicht, Verschontest und verwarfst mich nicht. 7. Weh' mir, ich hab' es nicht bedacht; Vertieft in schwarzer Sündennacht, Verblieb ich Ungeheu'r noch feind, Dir, allerbester Seelenfreund! 8. Dich, Heiligster, hab' ich betrübt, Und 56 Bußgesänge. frech das Laster ausgeübt, Die allerschwerste Höllerpein Wird billig meine Strafe sein. 9. Doch siel), erzürntes höchstes Gut! Ach, sieh auf Deines Sohnes Blut, Das er für mich vergossen hat! Dies fleht für meine Missethat. 10. O höre diese Gnadenstimm'! Laß die doch stillen deinen Grimm! O, böre, Vater! hör', es schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. 11. Doch dies vermehrt noch meinen Schmerz! ( Ich undankbares Felsenherz!) Mein Jesus starb den schwersten Tod Für mich, für meine Seelennoth. 12. Er gab für meine Seligkeit Sein Blut, und ich, o Grausamkeit! So theu'r versöhnt, er zürnt' ihn doch! Brich Tigerherz, Du lebest noch 13. Verfluchte That, die Gott betrübt! Ach, wäre sie doch nie verübt! Das Sündengift, wie quält es mich! Mein Schöpfer, sieh, nun lieb ich Dich! 14. Sieb, wie mich mein Verbrechen nagt Gott, Du hast Gnade zugesagt; Hilf, hilf doch meiner Dürftigkeit! Du bist ja ganz Barmherzigkeit 55. Ermuntre dich, mein banges Herz, Erhole dich von Angst und Schmerz! Dich zu befreit von ew'ger Gluth, Gab Jesus selbst für dich sein Blut. 2. O komm frohlockend und vernimm Des Hirten liebevolle Stimm'! Hör', wie er voll Er barmen spricht: Ich will den Tod des Sünder nicht. 3. So eile denn, verirrtes Kind, Zu Jes Bußgesänge. 57 Bunden komm geschwind! O Sünder kommt, o eilt, o fliegt, Seht, wie des Heilands Gnade siegt. 4. Seht euren Arzt, der Kranke heilt, Euch selbstsein Blut und Kraft ertheilt; Er rettet Euch von allem Leid, Und weidet Euch) in Seligkeit. 56. Komm, mein Kind! ach fomm, umfasſe Deinen Vater, der dich liebt! Sieh, mein Sohn, daß ich nicht hasse, Wenn man wahre Buße übt. Sohn, ich will dich wieder kleiden Mit dem Kleid der Herrlichkeit, Und dich führen in die Freuden Meiner Kinder nach dem Leid. 2. Alle Schuld will ich vergessen; Ja, ich denke nie daran. Kannst du meine Lieb ermessen, Die nichts mehr erzeigen kann? Fürchte nicht, denn du sollst leben. Selig leben nach der Zeit; Selbst, mich selbst will ich dir geben In der frohen Ewigkeit. 3. Gott, entzücket und erschrocken Stürzt mich Dein Erbarmen hin. Zitternd, schaudernd imFrohlocken, Liebt Dich mein gerührter Sinn. Vater, ach verzeib' mir Blinden, Daß ich je von Dir entwich, Weh, ach weh, daß ich in Sünden, dem verstockten Satan glich! 4. Fließt, o fließt, ihr bittern Thränen! Ulebergroß ist meine Schuld. Doch nein, fließt ihr Freu= denthränen! Denn mein Gott erzeigt mir Huld. Gern und freudig will ich büßen, Gott, weil ich Dich wiederfand. Weinend lieg'ich Dir zu Füßen, Küsse deine Baterhand. 5. O, beglückte Gnadenstunde, Huld, die nie3** 58 Bußgesänge. mand fassen kann! Ach, das Wort stirbt mir im Munde! Bater, sieh die Zähren an! Für mich Sünder! welche Liebe!- Nein, fie fassen kann ich nicht. Vater, Vater, welche Triebe, Fühlt mein Herz, o es zerbricht. 57. Dank, Ehre Ruhm und Preis sei Dir, Erbarmer, Gott, denn Du hast mir Aus übergroßer Lieb' und Huld Verziehen meine Sündenschuld. 2. Erlöset von des Satans Joch, Vom Höllenfeuer; was soll ich doch Vergelten Dir, unendlich Gut, Versöhnt durch meines Jesu Blut! 3. Turch dieses Blut bin ich nun rein. Nun will ich Dir zum Opfer weih'n Die Seele, Kräfte Leib und Sinn, Mein ganzes Herz und was ich bin. 4. Ja, ich verdopple meine Reu'! Ach ewig, ewig, ewig treu Will ich Dir sein! Gott stärke mich: O, liebt' ich wie ein Cherub Dich! 5. Da Du, mein Gott, mir hast verzieh'n, Will ich den geringsten Fehler flieh'n; In Qualen lieber untergehn, Als je durch Sünde Dich verschmähn. 6. O, laß mich früber in den Tod, Ja in die ew'ge Höllennoth Versinken, Bater, eh' ichy mich Auf's neu' empöre wider Dich! 7. In jedem Augenblick der Zeit Sei dieser Borsaß mir erneut! In jedem Augenblick der Zeit Sei Preis dem Herrn, der Huld verleibt. 8. Ich mach' es aller Welt bekannt! Gott hat mir Gnade zugewandt: Als ich am Rant der Hölle war, Da half er mir aus der Gefahr. Bußgesänge. 59 9. O wie beglückt ist nun mein Geist, Der seinen Gott als Vater preist! Ihr Sterblichen, o fliehet doch Das unglücksvolle Sündenjoch. 58. Vater der Barmherzigkeit! Du sahst mein Elend, sabst mein Leid; Die Sünde hast Du mir verzieh'n, Und Gnad' und Seligkeit verlieb'n. 2. O, Dank sei Dir! erhalte mich In Deiner Huld nun ewiglich, Bezwing', o Herr, durch deine Kraft Das Feu'r der wilden Leidenschaft. 3. Gib Liebe, Sanftmuth und Geduld! Laß mich, wie Du, an Armen Huld Erweisen; laß auch meinen Feind Von mir geliebt sein, gleich dem Freund. 4. O, Laß mein Herz von Sünden rein, Für ewig Deine Wohnung sein, Das Du, barmherz'= ger Schöpfer, heut' Durch Dein Erbarmen haft erneut. 5. Wie hast Du mich, mein Gott, geliebt, Und was für Gnad' an mir geübt! Mein Gott, Dich lieb' ich inniglich; Liebwürdigster, ich liebe Dich! 6. Dich lieb' ich, nicht weil Du verschonst; Nicht Herr, weil Du die Tugend lohnst; Nein, weil Du Gott bist, lieb' ich Dich! Die Liebesgluth verzehre mich. 7. Ich liebe Dich aus Herzensgrund, Und heute mach' ich diesen Bund, Mein allerbester Gott, mit Dir, O, heilig, heilig, sei er mir! 8. Unendlicher, Du Gott der Huld! Eh' ich durch schwere Sündenschuld Dich noch erzürn', o höchstes Gut, Eh' stürze mich zur Höllenglut. 9. O, schicke Trübsal, Kreuz und Noth! Ich 60 Bußgesänge. habe sie verdient; der Tod, Und meine letzte Qual und Pein Soll für die Sünd' ein Opfer sein. 59. Ich danke Dir für Deine Güte, Daß Du, mein Heiland, mein Gemüthe Nun gänzlich bast zu Dir gewandt. In jener schwarzen Nacht der Sünden, Da ward von mir verstockten Blin= den Der Himmel fast nicht mehr erkannt. 2. Schon nahe stand ich an der Hölle, Da schrecktest Du die freche Seele, Durch Qualen bubst Du, Herr, mich auf, Dein Geist half mir den Sieg gewinnen, Und machte Herz und Auge rinnen, Und hemmte meiner Sünden Lauf. 3. Ich danke Dir für meine Zähren; Ihr Ernst entdecket mein Begehren; Ich danke Dir für Angst und Leid! Verschonen war die größte Strafe, Als ich im tiefsten Sündenschlafe Ber=scherzte meine Seligkeit. 4. Der Schmerz erschien zur rechten Stunde; Du heiltest meine tiefe Wunde Durch g'ring're Qual, die größ're hebt. Mein Fehltritt soll mich stets betrüben, Und Dich, Erbarmer, will ich lieben, So lang' mein Herz in mir noch lebt. 5. Dem Eitlen will ich ganz entsagen; Die Buße soll in Kreuz und Plagen An guten Werfen fruchtbar sein Es sollen weder Welt noch Freuden Von Dir, mein bester Gott, mich scheiden; Erhalte diesen Vorsatz rein! 6. Jesu, stehe mir zur Seite! Hilf, daß ich immer siegend streite Im Kampfe für die Ewigkeit, O, nie laß mich im Guten wanken, Ich will Dir ewig, ewig danken, Dir, Herr, der uns den Sieg verleiht. Bußjesänge. 61 60. Weigerst du dich, böser Christ, Noch das Laster zu verlassen, Da doch, weil's dein Unglück ist, Gott es dir befiehlt zu bassen? Weigerst du dich thöricht noch, Dich der Tugend zu ergeben? Gott befiehlt sie darum doch, Weil sie dir gibt Heil und Leben. 2. Bist du nicht dein ärgster Feind, Da Du liebst, was dich betrübet? Sei doch einmal selbst dein Freund, Der, was ihn beglücket, liebet, Sieh, Gott beut dir Gnade an, Jetzt dein Heil noch zu vollbringen, Soll dich zu der Tugendbahn Mit Gewalt die Allmacht zwingen? 3. Gott hat dir Vernunft gegeben, Thor, und du verleugnest sie? Gott gab dir sein Wort daneben; Aber du gehorchst ihm nie! Doch du sprichst: Es ist noch Zeit, Mich dem Laster zu entreißen, Heut' hat es noch Schwierigkeit, Einst thu' ich's, ich hab's verheißen. 4. Ist es heute dir zu schwer, Die Bekehrung zu vollbringen; Wie wirst du, von Kräften leer, Dich denn morgen erst bezwingen?- Ach, je öfter man verübt, Was uns Fleisch und Blut befohlen, Desto stärker wir der Trieb, Jene That zu wiederholen. 5. Was der Sünder heut nicht kann, Wie wird er es morgen können? Greif das Werk doch heut' noch an! Gott wird dir den Beistand gön= nen. Kehr', o kehr' noch heut' zurück, Da du Gottes Stimme börest! Ach es kommt ein Augen= blick, Da du dich nicht mehr bekehrest. 6. Wenn du in der Lebenszeit, Den Allmächt= gen wirst verachten, Läßt er dich in Todesstreit 62 Bußgesänge. Ohne Trost in Leid verschmachten; Ja, er wird in schwerster Noth Deiner spotten, stets dich has sen. Schrecklich, schrecklich ist der Tod Jenen, welche Gott verlassen. 7. O, wie wirst du in der Pein Dort dein Morgen einst beklagen! Wo kein Morgen mehr wird sein, wo du ewig wirst verzagen. Tod und Satan warten schon, Um dich, Sünder, zu ver= schlingen; Vor des Ew'gen Richterthron Kann dich diese Stunde bringen. 8. So entschließe dich beberzt, Heute dich noch zu besiegen! Wenn der Sieg dich anfangs schmerzt, Bringt er ewig doch Vergnügen. Deiner Buße Traurigkeit, Die du glücklich wirst empfinden, Wirket Trost und Freudigkeit, Die dir nimmermebr verschwinden. 9. Wenn das Laster süß erscheint, Gibt es dennoch keinen Frieden; Nein, dem wahren Tugendfreund 3st nur Heil von Gott beschieden, Christ, o welche Seligkeit, Jenen Gott als Vater ehren, der für Zeit und Ewigkeit Einzig alles kann gewähren. 61. Des Himmels Glanz verlieret fich, Den schwarze Wolfen decken. Der Winde Wuth tobt fürchterlich. Füllt Erd' und Meer mit Schrecken; Die Sonn ist ganz mit Nacht umhüllt, Des Mee= res Abgrund schäumt und brüllt. 2. Und dennoch schläft in der Gefahr Dort Jonas ohne Sorgen! Kann dem, der ungehorsam war, Die Noth noch sein verborgen? IstJonas der verstockte Mann, Der in Gefahr noch ruhen kann? Bußgesänge. 63 3. Wie kann ein Herz sich sanft und still Zur Ruhe noch begeben, Das frech dem Allerhöchsten will In Sünden widerstreben? Vermess'ner, hör', der Abgrund bricht, Du sinkst, dich stürzt des Herrn Gericht. 4. O Sünder, du hast deinem Gott Dich öfter widerseßet, Und dessen heiligstes Gebot Bermessentlich verleget! Wie kannst du doch, verdammt zur Pein, Der g'ringsten Nube dich erfreu'n? 5. Bon allen Seiten droben dir Des Himmels schwere Strafen. In solcher Noth, wie kannst du hier noch ferner ruhig schlafen? Es folgen Drangsal, Tod und Schmach Dir, blinder Sünder, eilends nach. ostin 6. Erwach', erwach', es ist die Zeit, Des Allerhöchsten Willen In Buße mit Willfährigkeit Jetzt schleunig zu erfüllen. Auf, auf, zu Gott mit Schmerz und Flehn! Sonst wirst du ewig untergehn. 62. Ach Jerusalem, ach weine! Nicht in Stolz, in Staub erscheine Winselnd. Deine Macht zerfällt, Da fie Gott nicht mehr erhält. 2. Ja, dein Femd wird dich zerstören, Deine Pracht in Staub verkehren; Deiner warten Angst und Noth, die dir Gottes Rache drobt. 3. Jesus lässetThränen fließen, Weil du keine willst vergießen, und in deinem Sündengräu'l Blind verkennst dein ewig Heil. 4. Hör' ibn: Hättest du doch können Deine Gnadenstund erkennen, Die zum Heil doch deiner Schaar Von mir zubereitet war. 64 Bußgesänge. 5. Aber jetzt wirst du zerstöret; Weil du mich nicht hast gehöret, Nicht erkannt die Gnadenzeit Noch die Sündenschuld bereu't. 6. Sünder, nicht die todten Steine Zwingen Jesum, daß er weine; fch, dein Herz ist jene Stadt, Die dein Gott betrauert hat. 7. 3.sus ist herabgekommen, Hat dein Elend angenommen, Daß du von den Sünden rein Ewig solltest selig ſein. 8. Er hat dich mit Huld umgeben, Schenkt dir Kräfte, Glück und Leben, Sein Erbarmen währt noch jeßt, Und erhält dich unverlegt. 9. Du vergiltst ihm seine Liebe Durch ver= dammte Sündentriebe! Ja, du machst, daß Jesus weint. Zittre, denn Gott ist dein Feind. 10. erschrick, verstockter Blinder! Geh in dich, verruchter Sünder! Wenn die Liebe, die Gott hegt, Dir dein Herz noch nicht bewegt! 11. O, so laß die große Strafe Dich erwecken von dem Schlafe! Was hilft Wollust, Pracht und Gut, Wenn du fährst zur ew'gen Gluth? 12. Ad), du kannst noch heute sterben, Ewig wirst du dann verderben; Dann wird für dich in der Pein Ewig keine Rettung sein. 13. Ach, das Schwert der Rache schwebet Ueber dir, und Satan strebet Sehnsuchtsvoll, daß er dich gleich Stürze in sein Qualenreich. 14. Laß dir heut des Tages Schrecken, Der die Todten wird erwecken, Tief, o tief zu Herzen gehn, Um vor Gott einst zu bestehn. 15. Jesu, Jesu, laß die Thränen Mich verzehren, Dich versöhnen. Laß die Furcht, laß Communiongesänge. 65 Neu' und Schmerz Mir durchschneiden Seel' und Herz! 16. Laß mich hier auf Erden weinen! Straf mich hier mit Qual und Peinen! Brenne, schneide in der Zeit, Schone nur in Ewigkeit. Communiongesänge. 63. Seele, fing' die Wunderwerke, Die der AlmachtLieb' und Stärke Wirkt zu deinem ew'gen Heil! Sieb, geheimnißvoller Weise Gibt Dir Gott die Engelspeise; Mach' Dir dieses Glück zu Theil! 2. Herzen brennt! berehrt die Triebe Dieser unermeß'nen Liebe, Welche solche Wunder thut; Die sich selbst zur Speise schenket, Guch mit eig'nem Blute tränket: Brennt, vergeht in Andachtsgluth! 3. Welches Glück ist uns gewähret, Da uns Gott nun selbst ernähret, Und erquickt in Schmerz und Qual! O, betracht' es, Christenseele, Eile zu der Gnadenquelle, Iß des Heilands Liebesmahl'! 4. Leben sollst du, sollst nicht sterben! Sieh, Gott will dich nicht verderben, D, verderbe selbst dich nicht Effen sollst du, doch dein Leben Sei dem Laster nicht ergeben, Iß dir selbst nicht das Gericht! 5. Komm und iß, doch wohl bereitet, Von der Lieb' und Reu' begleitet! Sei von aller Sünde rein! Jenen, die unwürdig essen, Gottes Majestät vergessen, Drohet Gott die Höllenpein. 6. Darfst du dich im Wust der Sünden Bei der Gottheit dreist einfinden? Zitt're, wilder Sündenknecht! Gott durchforschet Herz und Nieren: 66 Communiongesänge. Wird sein Blick dein Herz nicht rühren? Zitt're, denn Gott ist gerecht. 7. Oza starb im Augenblicke, und das nämliche Geschicke Traf der Bethsamiter Schaar, Die die Arche nicht verehrten, Sich unwürdig zu ihr febrten, Die doch nur ein Vorbild war. 8. Sünder, was wird dir geschehen, Wenn du wagst zu Gott zu gehen, Sündenvoll und ohne Neu? Werde durch die Warnung weise, Daß dir nicht die Lebensspeise Tod und gar Verdammniß sei. 9. Tritt zu Gott mit heil'gem Schrecken, Vor dem Seraphim bedecken Ehrfurchtsvoll ihr An gesicht! Reiß dich los von aller Sünde, Daß dein Gott dich würdig finde, Und dann komm, und zitt're nicht! 10, Jesu! gib uns wahre Reu! Gib uns Liebe, Gott! erfreue Unser recht bekehrtes Herz! Dann wird Gnade zu uns fließen, Wenn wir, Heiland, Dich genießen Boll von Liebe, voll von Schmerz. 64. Ach, wohin soll ich mich wenden! Höllenängste foltern mich. Ach, wer hilft doch mir Elenden! Meine Qualen häufen sich. Zwischen Feinden muß ich wandeln Zitternd zu der Ewigfeit; Hier nicht Gott gefällig handeln, Stürzt mich in unendlich's Leid. 2. Nach dem Himmel muß ich ringen; Alles widersetzt sich mir! Sünd' und Welt will ich bezwingen, Ganz ermüdet seufz' ich hier. Wer, ach wer mird auf mich merken, Da die Hölle mich Communiongesänge. 67 bekriegt! Wer wird doch mich Schwachen stärken, Daß mich Satan nicht besiegt! 3. Seele, laß den Kummer fahren, Denn mein Jesus sorgt für dich. Dich zu retten in Ge= fahren, Dich zu stärken gibt er sich Dir zu einer Seelenspeise, Daß nicht Welt, nichtSatanswuh, Dich auf deiner Lebensreife Stürzen zu der Höllengluth. 4. O, mich Schwachen zu erquicken, Gibt er mir sein Fleisch und Blut! Iß, dich völlig zu be= glücken! Seele fasse Herz und Muth! Gott, so darf ich nicht verzagen; Jesus, ach wie liebst Du mich! Stärkster Trost in meinen Plagen! Jesu, komm, erquicke mich! 65 Seele willst du ewig leben, und auf Erden sein beglückt. Soll dein Gott den Trost dir geben, Der dein sterbend Herz erquickt; O, so mußt du nie vergessen, Jenes Himmelsbrod zu essen, Daß dein Gott dir hat geschenkt Wider alles, was dich kränkt. 2. Unsers ersten Vaters Speise Hat uns in den Tod gebracht; Jesus gibt uns eine Speise, Die uns wieder leben macht. Jauchze denn, bedrängte Seele! Schöpf aus dieser LebensquelleHer= zensruhe, Sicherheit, Trost, Vergnügen, Seligkeit. 3. Eilt, o eilt, betrübte Sünder, Zu des HeilandsFreudenmahl! Eilt, bedrängte Menschenkinder! Hier verliert sich Schmerz und Qual! Hier könnt ihr das Leben finden, Diese Speise tilat die Sünden; Sie entreißt euch aller Noth, Und befreiet euch vom Tod. ♥ 68 Communiongesånge. 4. Esset, Liebste, werdet trunken Von des Heilands theurem Blut, Bis eu'r Herz ist gan versunken In dem allerböchsten Gut! Wohn in euch der Gott der Gnaden, Welcher Feind wird euch dann schaden? Dann genießt ihr fro im Leid Schon auf Erden Seligkeit. 66. Eitle Lüfte, kurze Freuden, Untermengt mit Bitterkeit, Auf euch folgen Qual und Leiden Angst und Tod und ewig Leid. Kaum hat euch das Herz empfunden, O, dann seid ihr schon verschwunden, Und ihr lasset uns fein Glück Nein, ihr laßt den Tod zurück. 2. Und dennoch, o Menschenherzen, Strebet ihr den Lüsten nach, Bis der Geist, versengt in Schmerzen, Heulend seufz't: Nun hab' ich, ach Kaum, o kaum bethört geschmecket Von dem Honig, und mich schrecket Höllenangst: der Tod ist schon Meiner schnöden Lüste Lohn. 3. Sich, mein Herz, o sieh, entwehre Solcher Freuden deine Brust! Opfre Wollust, Reichthum, Ehre Jener Quelle bess'rer Lust! Sieh doch hier die Glückesquelle, Die mit Wonne tränft die Seele! In dem Liebessacrament Wirt uns wahre Lust vergönnt. his 4. Komm, hier kannst du Wonne trinken Aus dem Meer der Seligkeit, Ohne wieder zum versinken In dein altes Herzeleid. Jesu, Jesu, mein Erquicken! Du allein fannst mich beglücken. Nur in Dir will ich mich freu'n, Und ich werde selig sein. 69 Communiongefänge. 67. Gott, willst Du mich selbst ernähren, Dich zur Speise mir gewähren! Du bist beilig und gerecht, Ich ein armer Sündenknecht. 2. Kann ich Sünder würdig werden, Ich nur Staub, ein Wurm der Erden, Daß die höchste Majestät In mein sündhaft Herz eingeht? 3. Doch von Huld ganz eingenommen, Willst Du, ja befiehlst, zu kommen, Allerhöchster Gott, zu Dir; Ach unwürdig steh' ich hier. 4. Ja, unwürdig solcher Gnaden, Ach, mit Sünden schwer beladen! Doch die Sünde reuet mich; Gott, mein Gott, erbarme Dich! 5. Laß mich vor Dir Gnade finden! Ich verfluche Welt und Sünden, Stolz und Pracht, und Eitelkeit; Hätten sie mich nie entweiht! 6. Jesu, durch dein bittres Leiden Gib dem bangen Herzen Freuden! Gib der trägen Seele Muth! Wasche mich mit deinem Blut! 7. Komm, ad fomm, erhör' mein Weinen! Komm, mit mir Dich zu vereinen! Komm, du ew'ge Himmelslust; Komm, besel'ge meine Brust! 8. Wär' ich, Jesu, mein Verlangen, Um Dich würdig zu empfangen, Wär'ich, wie dieSeraphim, Lauter Liebe, lauter Stimm'! 9. Um Dich, bester Herr zu ehren, Lieb' und Dank Dir zu gewähren, Dir mein Gott, der mich so liebt, Für mich solche Wunder übt! 10. O, daß ich ganz brennend käme, Wie Maria Dich aufnähme, Welche würdig Dich aufnahm, Da dein Geist ganz auf fie fain! 11. Wer, ach! wer gibt meiner Seele, Wer 70 Communiongefange. gibt meiner kalten Seele Aller Heil'gen Liebesgluth, Da Du kommst, mein ewig Gut! 12. Könnt ich doch zum Himmel dringen, Dich, mein Gott! durch Flehn zu zwingen, Mir, da Du willst bei mir sein, Tausend Herzen zu verleihen! 13. Herzen deiner Eberubinen! Dir wollt ich mit jedem dienen Jeden Augenblick der Zeit, Mehr, als durch die Ewigkeit. 14. lle Seligen Dich preisen, Dir, mein Gott, mebr Dank erweisen; Wär' ich ganz ein Geift mit Dir, Wär' ich's, dann gefiel ich Dir. 68. Ach Jesu! wer an Dich nur denkt, Der wird in heil'ge Lust versenkt! Du bist es, der die Schmerzen heilt, Und wahren Seelentrost ertheilt. 2. Und wenn Du durch Dich uns entzückst, Mit deiner Gegenwartbeglückst; Dannfühletunfre sel'ge Brust Den Vorschmack jener ew'gen Lust. 3. Mein Jesus, Jesus, Gottes Sohn! O angenehmster Jubelton, Der froh ins Ohr und Herze dringt, Desgleichen nie die Erde singt! 4. Jesu, der Büßer Zuversicht! Dem Seufzenden ganz nad und Licht! Dem, der Dich sucht, ganz Gütigkeit, Dem, der Dich findt', ganz Seligkeit! 5. Wer ist doch, der uns sagen kann, Wo trifft man es in Schriften an, Was Jesum herzlich lieben sei? Nur die Erfahrung sagt es treu. 6. O, bester König aller Welt! Mein Heil, mein Trost, mein starker Held! O Himmel, Gott, o Seligkeit, Genöß ich Dich doch jederzeit! Communiongesänge. 71 7. Ach Jesus, einz'ge Süßigkeit! Du meine Freud' in allem Leid! Mit Thränen seufz' ich, Herr, nach Dir; Ach wann, ach wann kommst Du zu mir! 8. Komm, Gnadensonne, fomm und bleib Bei mir: Durch deinen Glanz vertreib' Die traur'ge Seelendunkelheit! Komm, bleib' bei mir in Ewigkeit. 9. Wenn Du in unser Herz einkehrst, Und es mit deiner Wahrheit lehrst, Dann schmilzt in beil'ger Liebesgluth, Die schnöde Lust an Welt und Gut. 10. Wer Dich besigt, dem dürftet nicht, O Lebensbrunn! o Seelenlicht, Das alle Freuden übersteigt, Und über alle Wünsche reicht. 11. Ach, kennte Dich die ganze Welt, Dich, Gnadengott, der sie erbält! Ach, liebten Alle Dich allein, Die Erde würd' ein Himmel sein! 12. O Bester, den ich hab' erwählt! Sieh, wie mein schmachtend Herz sich quält! Komm, Jesus! komm, erquicke mich, Mein Alles, ach, besäß' ich Dich! 13. Mein Jesus, an Erbarmen reich, Komin, mach' mein Herz dem deinen gleich! Nur dich verlang' ich in der Zeit, Nur dich, sonst nichts in Ewigkeit! Nach der Communion. 69. So hab' ich Dich gefunden, Mein Jesus, Gottes Sobn! Geheilt sind meine Wunden, Mein Herz ist nun dein Thron. Wie bin ich doch beglücket Bon Dir, unendlich Gut! Wie 72 Communiongesånge. hast Du mich erquicket Mit deinem Fleisch und Blut! 2. Du bist in meinem Herzen, Mein Alles, Du, mein Gott! Hinweg sind alle Schmerzen, Verschwunden alle Noth; Nun ist mein Herz ein Himmel, Da es, Gott, Dich umfaßt; Weg, schnödes Weltgetümmel! Weg, eitler Sorgen Last! 3. Nichts wünsch' ich mir auf Erden, Nichts auf der ganzen Welt, Nur das ich möge werden Ein Thron, der Dir gefällt; Gott, Urquell aller Wesen, Der Sel'gen ew'ge Lust, Zur Wohnung außerlesen Hast Du des Sünders Brust! 4. Vernimm die heißen Triebe Der Seele, die Dich liebt, O, Durch dein Feu'r der Liebe, Das nun mein Herz umgibt, Zerschmelze, Gott, verzebre, Was Dir darin mißfällt! O, daß es heilig wäre, Dein würdig, Herr der Welt! 5. Nur dies, nur dies begehret Mein flehend Herz von Dir, O, sei es mir gewähret, Mein Gott, o bleib' bei mir. Ach, bleib' doch und ent= zünde Mich, wie die Seraphim! O, daß ich in mir finde Das Herz der Cherubim! 6. Wie wollt' ich Dich dann preisen, Für deine Lieb und Huld! Herr! welchen Dank erweisen Für die verzieb'ne Schuld! Dann möge mich zerstören Dein Liebesfeu'r noch heut'; Ich würde Dir gehören, Dir ganz in Ewigkeit. Am Tagederersten Kinder- Communion nach erneuertem Taufgelübde. 69a. Unsern Herzen soll die Stunde Ewig un= vergeßlich sein, Wo wir hier mit Herz und Munde Communiongesånge. 73 Schwören, Dir, Gott! treu zu sein. Gott, der Alles weiß und richtet, Weiß, wozu wir uns verpflichtet. Dieses Schwures, dieser Pflicht Wollen wir vergessen nicht. 70. Gott, wie liebst Du Menschenkinder! Gott, wie liebst Du schlechte Sünder! Du willst unsre Speise sein! Du willst unserHerz bewohnen, Den die Kräfte, den die Thronen Zitternd ewig benedei'n! 2. Ja, Dich hab' ich nun empfangen, Jesus, Gott, Gott, mein Verlangen! Herr, o Dich entlaß ich nicht, Bis Du mir den Segen schenkest, Meinen Geist mit Wonne tränkest, Mir ertheilst, was mir gebricht. 3. Jesu, Jesu, mein Erbarmen! Du mein Arzt! Du bist mir Armen Wirklich der Samaritan, Der die Seelenwunde heilet, Der das Leben mir ertheilet, Das sonst keiner geben kann. 4. Hör', ach höre jetzt mein Flehen! Laß mich Heil und Rettung sehen! Siehe meine Thränen an! Jesu, bester Arzt, verschone, Gib von deinem Guadenthrone, Gib, was mich beglücken kann! 5. Ich, der G'ringste deiner Kinder, War ich's werth, ich großer Sünder, Daß Du Dich mir hast ertheilt? Doch Du kamst aus großer Gnade; Und nun ist mein Seelenschade, Und mein ganzer Schmerz geheilt. 6. Einst, da man die Arche führte, Zum Obededom, verspürte Er durch sie ein göttlich Heil. Du bist selbst bei mir zugegen, Wird dann nicht ganzer Segen, Gott, durch Dich mir heut' zu Theil? dein 4 74 Am Vorabende der Feste. 7. Da Du zu der Martha kamest, Gnadenvoll ihr Flehn annahmest, Da verschwander Qual und Tod. Du bist bei mir eingekehret, Und durch Dich ist mir gewähret Trost und Hülf' in aller Noth. 8. O, so schweiget, bange Klagen! Jauchzend darf ich heute sagen, Daß mir Heil gescheher sei, Da der Schöpfer aller Dinge Bei mir ist Herz, dank' und finge Deinem Gott, o bleib ihm treu! 9. Jesu, der du mich erfreuest, Durch Dich selbst mein Herz erneuest, Weich doch nimmermehr von mir! Laß nicht Welt, nicht Lust, nicht Leiden Mich von deiner Liebe scheiden! Bleib bis in den Tod bei mir! 10. d), in meinen Todesstunden, Ach, daun heile meine Wunden! Dann sei Du mein Lebensmahl! O, dann laß mich überwinden, Jesu, la mich Gnade finden In der letzten Todesqual 11. Laß mich, Herr, Du mein Vertrauen, Did genießen, Dich anschauen, Nicht verdeckt in dei nem Licht! Du mein einziges Verlangen, Laf mich einst ohn' Furcht und Bangen Schau' dein gnädig Angesicht! Festtägliche Gefänge. Am Vorabende der Feste. 71. Wo ist der Eifer erster Zeiten, Die Sehn sucht nach dem höchsten Gut! Wo sind die, welch sich bereiten Zur Fei'r mit wahrer Andachtsglut Adventsgesånge. 75 Die an den Gott geweihten Tagen Der Welt und Weltlust ganz entsagen! 2. Christen! lernt von unsern Vätern! Säh't ihr, wie sie in Einsamkeit, Mit strengen Fasten, mit Gebeten Sich rüsten zu der Fei'rlichkeit! D, säbt ihr sie mit heil'gem Weinen Ganz ehrfurchtsvoll vor Gott erscheinen. 3. Wie sie dem Heiland einzig schenken, Dem Heiland die geweihte Zeit. Nicht einmal an die Welt gedenken, Vertieft in fromme Dankbarkeit! Säh't ihr, wie sie sich vorbereiten Zur frohen Fei'r der Ewigkeiten! 4. Und wir entheil'gen diese Zeiten, Die Zeiten unsrer Seligkeit Durch Sünden und durch Eitelkeiten, Durch Weltlust und durch leppigkeit! Wir schäßzen nur das nichts der Erden! Was wird im Tode von uns werden? 5. Wird nicht einst Gott, den wir nicht achten, Auch uns verachten in dem Tod'. Gott, der den Sünder läßt verschmachten In der betrübten letzten Noth? Wer Gottes Gnade hier nicht ehret, Wird einst von seinem Zorn verzehret. 6. Christen, laßt uns Gottes Güte, Die uns aus Gnaden hat befreit, Mit ihm geheiligtem Gemüthe Erwägen in der Lebenszeit! uns, wie die Bäter, feiern, Und ihren Geist in uns erneuern! laßt Adventsgesänge. 72. Herr, der Du durch deine Macht Erschufft die lichte Himmelspracht, Erlöser, unsers Glaubens Licht, Hör, was diekirche betend spricht! 4* 76 Adventsgesänge. 2. Du kamst aus Liebe, starker Held, Zu retten eine Sünderwelt, Daß sie nicht durch des Satans Wuth Zerging in ew'ger Höllengluth. 3. Am Kreuz zu tilgen unsre Schuld Erscheinest Du, o Gott der Huld Aus einer reinen Jungfrau Schooß, Der Dich zum Heil der Welt umschloß. 4. Benn einst mit Macht und Herrlichkeit Dein Nam' erschallt nach dieser Zeit; Dann biegen zitternd sich vor Dir Welt, Himmel, Hölle, Herr! auch wir. 5. Dann laß, o Heiland, Gottes Sohn, Uns doch vor deinem Richterthron Durch deine Gnade sicher sein, Und vor den Feinden uns nicht scheu'n. 6. O Bater, Sohn und heil'ger Geist, Den ebrfurchtsvoll der Himmel preist, Dank, Ehre, Lob und Ruhm sei Dir Von allen ewig, dort und hier. 73. Beglückter Tag, wann Gott gewährt Den Heiland, den mein Wunsch begehrt, Den Göttlichen zu sehen, Mit wonnerfülltem Tbränengruß Tief hingebeugt zu seinem Fuß, 3hn dankent zu erhöhen. 2. Dann ruft den Fluch, den Even's Fal Uns brachte, diesen Donnerschall, Des Richter Mund zurücke; Dann lächelt uns die frohe Welt Erneu't durch unsern starken Held, In ihrem Frühlingsglücke. 3. Sel'ge, die den Herrn der Welt, Der Schöpfer, der sie noch erhält, Darf Sohn vol Freuden nennen! Sel'ge, die des Himmels Lust Drückt an die gnadenvolle Brust, Wie wird ihr Herz entbrennen! Adventsgesånge. 77 4. Sie ist das dreimal sel'ge Weib, Aus deren unbeflecktem Leib Entsteht der Heldensame, Der uns des Drachen Kopf zertritt, Er kommt und bringt den Frieden mit, Und Segen ist sein Name. 5. Er wird der Menschheit Glanz erhöh'n; Der Mensch soll seinen Schöpfer seh'n, Des himmels Glück erreichen. Ja einst wird er in froher Pracht, Verklärt durch dessen Liebesmacht, Den Engeln Gottes gleichen. 6. Verheißener, der Adam's Schuld Getilgt, Geschenk der größten uld, Erschein' doch auch auf Erden! Ach, schmachtend seufzet sie nach Dir Voll Inbrunst. Ach! wann werden wir Durch Dich beglücket werden? 1738 Ihr Himmel thauet, ihr Wolken regnet ihn herab den Gerechten: es eröffne die Erde sich und sprosse den Heiland hervor. Isaias 64. 1. HIGE 74. Ach, wann wird der Erbarmer Gott Ansehen unsre Thränen? Wann hilft er uns aus unsrer Noth? Wann wird er uns versöhnen? Messias, Gott, zerschmettre doch Das uns so schmerzlich drückend Joch! Herr! sieh auf unser Sehnen! 2. Zerreiß die Himmel, fahr herab! Herr, eile zum Erlösen! Uns schreckt die Hölle, schreckt das Grab, Brich du die Macht des Bösen! Errett', errett' uns von dem Fluch, Der eh'mals unsern Vater schlug! Herr, eile zum Erlösen! 3. Es hat uns deine Baterhand Erschaffen aus Erbarmen; Doch hat uns leider unsre Schuld Entriffen deinen Armen! Du bist ja ganz Barm 78 Adventsgesånge. herzigkeit, Gott, o so sieh doch unser Leid! Hi uns verlass'nen Armen! 4. Wir sind ein Werk von deiner Hand, M kannst Du uns denn hassen? Durch dei Schöpfung Dir verwandt, Wie kannst Du un verlaffen? Gedenk in Gnaden, was wir fin Ach Vater, Gott! so soll dein Kind Dich nimme mehr umfassen? 5. Soll unser Geist, dein Ebenbild, D von Dir, Schöpfer, stammet, Der aus de Schooß der Allmacht quillt, Verderbt sein un verdammet? Schöpfer, soll dies Bild de Feind, Soll er dein Kind, das vor Dir weir Zerstör'n, von Wuth entflammet? 6. Nein, Du hast Rettung zugesagt, Du wil den Heiland senden, Der wird den Fluch, der uzernagt, Erbarmend von uns wenden. O, ser ihn bald in unsre Welt, Die Satan jeßt gefang hält! Hilf, Gott, hilf uns Elenden! 7. Fleuch schneller, segenlose Zeit! Ihr Jah werdet Stunden, und bringt uns heut' die Seli keit, Den Arzt, der unsre Wunden Wird heile dessen Wunderkraft Uns Leben, Sieg und verschafft, Kommt, kommt, ihr Gnadenstunde 8. Ach komm, o fomm, Emanuel! Ach kom du Heil der Erden! Erlöse doch dein Israel! laß es selig werden; O komm noch heute, bes Hirt! Komm heute, den Gott senden wird, den verlass'nen Heerden! 75. Soll der Mensch denn im Verderben Ele hier und ewig sterben? Großer Gott, hat un Schuld Ganz vertilget deine Huld? 1 5 2 Adventsgesänge. 79 2. Soll Erbarmen ganz verschwinden? Soll denn Keiner Gnade finden? Trifft uns ewig deine Rach', Ewig Schande, ewig Schmach? 3. Herr, wann wirst Du auf uns seben? Wann erhörst Du unser Flehen? Wann wirst Du uns retten? Ach! Gib uns bald den Gnadentag! 4. Doch frohlockt, von Dank beseelet, Eine Jungfrau ist erwählet. Jauchzt! aus ihr ent= springt ein Held, Der Erneuerer unsrer Welt. 5. Seht, ein Engel wird geschicket Zu Maria; von ihm blicket Huld und Wonne, sel'ges Licht; Höret, wie er segnend spricht: 6. Maria, sei gegrüßet! Gnadenvoll aus dir entsprießet Jener, der in Seligkeit Die vers derbte Welt erneu't. 7. Um den Menschen zu verschonen, Will dein Schöpfer bei dir wohnen. Um für Menschen Mensch zu sein, Schließt dein Gott sich in dir ein. 8. Du Gesegnete von allen Weibern, du hast Gott gefallen; Alle Völker preisen dich Selig, weil dir keine glich. 9. Deine Frucht, die dich erhebet, Ist Gott selbst und vor ihm bebet Alles, wenn er don= nernd spricht; Bei dir ist er Heil und Licht. 10. So frohlockt denn, Menschenkinder, Preist den Herrn, beglückte Sünder, Ehrt die Jungfrau, unsre Zierd', Die den Heiland uns gebiert! 11. Beste Mutter, die wir ehren, Sieh auf unsre Bitt' und Zähren! Denk' an uns in unsrer Noth, Und vergiß uns nicht im Tod'. Adventsgefänge. Danklied für die Menschwerdung Jesu. 76. Erbarmend kommt von seinem Thron Gott selbst, er wird des Menschen Sohn, Der Mensch soll nicht verderben; Gott kommt, für ihn zu sterben. 2. Erstaunet Himmel, Hölle, Welt! Der Alles schuf und noch erhält, Der kommt für uns zu sterben, Um uns nicht zu verderben. 80 3. Wo find' ich Wort' und wo den Dank, Wo find' ich doch den Lobgesang, Der Dir, o Gott! gebühret, Den unser Elend rühret? 4. Du warest Gott von Ewigkeit, Auch ohne uns in Seligkeit; Du kannst nicht größer werden Durch's Glück des Wurms auf Erden. 5. Der Mensch, ein Fluch, der Mensch, dein Feind, EinSündenknecht, ein Lasterfreund! Gott, diesen zu erhöhen, Soll man im Fleisch Dich sehen. 6. Gott! hier verlieret sich mein Geift, Der Dich durch seine Ohnmacht preis't, Mein Gott! mein Gott! welch' Lieben, Welch' Wunder willst Du üben? 7. Doch auf, undankbar Felsenherz! Zergebe ganz vor Leid und Schmerz, Den hast du nicht geliebet, Der dieses für Dich übet. 8. Ach, bester Gott! ach höchstes Gut! Ich muß in heißer Liebesgluth, Von Dir entflammt, zergehen, und schamroth vor Dir stehen. 9. Ja, Gott, mein Gott! ich Ungeheu'r Verdient ein doppelt Höllenfeu'r, Wenn ich Dich nun nicht liebte, Dich, Gottmensch, noch betrübte. 10. Herr, ich gehöre doppelt dein! Du bist mein Weihnachtsgesänge. 81 Schöpfer, und willst sein Mein Arzt, der mich er= neuet Mich von dem Tod befreiet. 11. O zweimal Bater! wer gibt mir, Taß ich, wie Du, verdienest, Dir Den höchsten Dank erweise, Und dich für ewig preise! 12. Nimm meine Seele, Leib und Sinn, Nimm, Heiland, Alles, was ich bin! Laß mich in Liebe brennen, Laß alle Welt dich kennen. Weihnachtsgesänge. 77. Sünder! eilt mit heil'gen Schmerzen, Eilet mit zerknirschten Herzen Heut' zu Gott! denn er verschont, Weil er nun selbst bei uns wohnt. 2. Ja, ich füble neue Stärke; Heute wirkt Gott Wunderwerke, Wunderwerke seiner Macht, Die die Liebe hat erdacht. 3. Gott kommt selbst, er kommt die Bösen Von dem Fluche zu erlösen, Gott, der seinen Zorn vergißt, Feute ganz Erbarmen ist! 4. Erd' und Himmel sind verglichen, Und der Fluch ist ausgestrichen. Da das Lamm den Delzweig bringt, Und der Cherub Friede singt. 5. Sterblich wird für uns das Leben, uns die Lebenskron' zu geben; Und der Herr der Ewigkeit Unterwirft fich in der Zeit. 6. 3ittre, Geist der Finsternissen! Gott will selbst für Menschen büßen, Er, der donnernd gab das Recht, Wird für uns ein Kind, ein Knecht. 7. Ja, ein Fluch, daß wir in Segen, Nach verlass'nen bösen Wegen, Erben sein in seinem Reich. Welche Lieb' ist dieser gleich? 4** 82 Weihnachtsgesånge. 8. Sollte nicht so große Güte Dein zerschlagenes Gemüthe Stets ermuntern, treuer Christ, Da Gott selbst dein Retter ist? 9. Sollte nicht so große Güte Dein verwegenes Gemüthe 3u Gott ziehen, böser Christ, Der für Dich selbst Büßer ist? 10. erwägt es, Menschenkinder! Ihr vor Allen, freche Sünder! So liebt uns das höchste Gut! Herzen, schmelzt in Liebesglut! 9012 78. Triumpf! Triumpf! die Zeit ist da, Und die Erlösung ist uns nah; Es kommt von seinem Gnadentbron Messias, Gott, des Er'gen Sohn. Mit frohem Schalle Singt alle Dem starken Held, Der unsre Welt Mit seiner Gnadenmacht erhält, Preis't seinen Namen. UK 1100 2. Heil uns! Triumpf! der Heiland kommt, Von dem Erbarmen zu uns strömt! Sein Glanz vertreibt die Todesnacht; Sein Arm zerreibt der Feinde Macht Mit frohem Schalle 2c. 3. Er kommt und hebet uns empor; Jauchz't! wirklich singt der Engel Chor: Dem Herrn sei Ruhm in seinem Reich! An Friede sei die Welt ihm gleich! Mit frohem Schalle 2c. 4. Ja, Bethlehem ist auserkor'n; Dort ist das Kindlein uns gebor'n; Dort lacht uns frohe Seligkeit, Der Herr ist da, der uns erneu't. Mit frohem Schalle 2c. 5. O fel'ge Nacht, die uns gebiert Das Licht, in welcher sich verliert Die Nacht des Fluch's. Glück, Wonn' und Heil Wird heut' der ganzen Welt zu Theil. Mit frohem Schalle zc.rs Weihnachtsgesånge. 83 6. Dich, Gott, Weltheiland preisen wir; An deiner Krippe schalle Dir Von Allen Ehre, Ruhm und Dank, Der ganzen Erde Lobgesang! Mit frohem Schalle zc. 79. Auf Fürsten, auf von eurem Thron! Es kommt des ew'gen Schöpfers Sohn; Empfanget ihn mit aller Pracht Den Herrscher, der euch herrlich macht! 2. Doch seht, wie alle Pracht der Welt Dem Herrn des Himmels nicht gefällt; Nur Hütten hat er sich erfor'n, Da er uns ist als Mensch gebor'n. 3. Odreimal sel'ge Hirtenschaar, Die fern bon allem Stolze war, Dich will vor Allen Gott erhöh'n, Die Wunder seiner Huld zu seh'n. 4. Du hörst erniedrigt auf dem Feld, Es hört kein König, hört kein Held Des Cherubs frohen Lobgesang; Du siehst den Glanz, siehst Gott mit Dank. 5. Doch, was bewog Dich, großer Gott! Daß Du der stolzen Welt zum Spott Entblößt bon aller Herrlichkeit Erscheinst in tiefer Niedrigkeit? 6. Du kommst, und gibst uns diese Lehr': Es sei nicht Reichthum, Pracht und Ehr'. Was uns zu deinem Reiche führt, Bas ewig Glanz und Ruhm gebiert. 7. Berachtung aller Eitelkeit, Und Demuth sollen nach der Zeit In deinem Reiche sich er= freu'n, Mit Majestät umgeben sein. 8. Allmächtiger, für uns ein Knecht! Wir, die die Schande niederschlägt, Wir Sünder sollten uns erhöh'n? Wir Staub nach Glanz und Ehre seh'n? 84 Weihnachtsgesänge. 9. O Jesu, laß mich immer klein, Und g'ring in meinen Augen sein! Ich bin ja nichts, o nichts als Staub, Des Todes und der Würmer Raub. 10. Dem Beispiel, Gott, das Du mir gibst, Dem folg' ich: was Du, Schöpfer, übst, Das will ich üben gern auch hier In Spott und Armuth sein mit Dir. 11. Wenn Du dann kommst mit Majestät Zum zweiten Mal, mit Macht erhöht; Dann machst Du mich in deinem Reich In froher Herrlichkeit Dir gleich. 80. Großer Schöpfer, Herr der Zeiten, Herrscher in den Ewigkeiten! Holder Jesu, Gotteslamm! Ach, Du kommst, bei uns zu wohnen! Ja, Du kommst, uns zu verschonen, Bester Seelenbräutigam! 2. Erde, du bist nun gesegnet, Da der Himmel auf Dich regnet Den Gerechten, der voll Huld Sühnen will der Eltern Sünden! Rettung wer den wir nun finden, Denn getilget wird die Schuld. 3. Ja, die Grenzen unsrer Erden Sollen heut zum Himmel werden; O, frohlocket! Gott ist hier! Gott ist hier! nun weicht das Leiden. Gott ist hier! nun sind hier Freuden. Jauchze Welt! Gott ist bei dir. 4. Nur des Himmels Pracht erzählte, Als der Fluch die Erde quälte, Unsers Gottes Herrlichfeit, Seht, wie jetzt die Welt verbreitet, Die nun mit dem Himmel streitet, Gottes Ruhm voll Seligkeit. 5. Ja, der Himmel muß sich neigen, Und dem Weihnachtsgesänge. Erdkreis Ehr' erzeigen, Da nun Gott denselben schont. Hört, der Cherub singt: ,, Auf Erden Soll jetzt wieder Friede werden, Wo Gott selbst bei Menschen wohnt." 85 6. Gott mit uns! wer fann uns schaden? Gott mit uns! ein Meer der Gnaden Strömt auf uns; o welch ein Glück! Gott mit uns, nun find wir selig; Bleib', o Gott! so sind wir's ewig: Weich doch nie von uns zurück! 7. Bleib', o Jesu, mein Ergößen! Bleib', so kann mich nichts verlegen; Bleib', so kränkt mich keine Pein; Bleib', wenn Leib und Seele scheiden; Bleib', bis Du dort in den Freuden Ewig, Herr, wirst bei mir sein. 81. O so kommst Du, starker Retter! Herr, nach welchem unsre Väter Lange seufzten in der Notb! Laß von uns, o laß von Allen Heut dies Danklied Dir gefallen, Gott, der Du bestegst den Tod! 2. Deine Heerde, die zerstreuet Von der Wölfe Wuth bedräuet, Lang'um Heil und Rettung rief, Diese willst Du nun in Freuden Auf den Lebensz auen weiden, Die sonst jammernd irre lief. 3. Da der Satan uns Verderben Drobet, und ein ewig Sterben, Hilfft Du, führst vom Tod zurück. Du gibst Wonne, Du gibst Leben, Durch Dich schwindet Angst und Beben, Du erneuest unser Glück. 4. Christen, seid doch eurer Brüder, Seid doch der Bedrängten Glieder Retter, wie Gott eurer ist! Zeiget doch, daß eur Erbarmen Immer eingedenk der Armen Eures Heilands nie vergißt! 86 Weihnachtsgesånge. 5. Lieb't doch, wie euch Jesus liebet! Ueb't doch, was eu'r Jesus übet! Ueb't, wie er Barmherzigkeit! Daß nicht Fluch, statt aller Gnade, Hier und ewig auf euch lade Eures Herzens Härtigkeit. 6. Gott kommt, Gnade zu verleihen, und uns Sündern zu verzeihen: So verzeiht auch eurem Feind! Gott kommt, Alle zu beglücken, Alle Sün= der zu erquicken. Christ, sei aller Menschen Freund! 7. Heil und Glück wird bei euch blühen, Qual und Trauer von euch fliehen, Wenn ihr so, wie Jesus, denkt; Ja, dann wird euch einst er= heben Unser Gottmensch zu dem Leben, Wo er stets mit Wonne tränkt. 82. Heut'ist der Gnadenstrahl Der traur'gen Welt erschienen! Gott läßt nach langer Qual Auf dürrer Erde grünen Den edlen Friedenszweig, Den dort die Hölle raubte, Als, ihr an Hochmuth gleich, Der Mensch der Schlange glaubte. 2. Ogroßer Friedensfürst! Der Du, uns zu versöhnen, Heut' selber sterblich wirst, Laß deine Gnad' uns krönen Mit froher Friedenslust, Die unser Herz entzücket, Die in der Neider Brust Den schwarzen Groll ersticket. 3. Ostört den Frieden nicht, Ihr Sterblichen auf Erden! Dem Frevler, der ibn bricht, Wird Fluch und Schande werden. Gott, laß uns jederzeit Ein Herz des Friedens hegen, Das alle Zwie= tracht scheut! Dann schenkst Du Heil und Segen. 4. Du kauftest durch dein Blut Uns deinen holden Frieden; Laß von Dir, höchstes Gut, Uns doch nie sein geschieden! Gott, der Du heut' uns Weihnachtsgesånge. 87 gleich, Erscheinst, uns zu beglücken, Laß dort in deinem Reich Die Friedenspalm uns schmücken. 83. Vom Anfang, wo der Tag fich zeigt, Bis dort, wo sich die Sonne neigt, Preis't Jesum, den der Jungfrau'n Zierd', Maria, heut' der Welt gebiert. 2. Der Schöpfer kommt von seinem Reich, In Knechtsgestalt, uns Menschen gleich; Er kommt zum Heil der Sündenwelt, Die er als Mensch durch Lieb' erhält. 3. Da sich des Himmels Gnad' ergoß In einer reinen Jungfrau Schooß, Trug sie, von keinem Mann erkannt, Ein göttlich unbekanntes Pfand. 4. Mariä Schooß wird durch den Sohn Ein Gotteshaus, des Höchsten Thron; Ganz unbefleckt gebiert sie heut' Den Herrn der ew'gen Herrlichkeit: 5. Den großen Tilger aller Schmach, Den Gabriel der Welt versprach, Den schon Johannes wunderbar Erkannt', eb' er geboren war. 6. Der Höchste scheut die Krippe nicht, Mit Heu deckt sich das ew'ge Licht! Der auch den Vögeln Nahrung schenkt, Der wird mit wenig Milch getränkt. 7. Da sich der Chor der Engel schwingt Nach Bethlehem, und jauchzend singt, Erkennt der Hirt auf seinem Feld Den Hirten und den Herrn der Welt. 4.8. Dir, Heiland der erlösten Schaar, Den eine Jungfrau uns gebar, Sei Ruhm, dem 88 Weihnachtsgesånge. Bater, auch dem Geist Sei Dank, den Erd' uni Himmel preis't. 84. O Jesu! Heiland aller Welt, Allmächti ger, der uns erhält, Gebor'n vom Vater vor de Zeit, Ihm gleich an Macht und Herrlichkeit! 2. Des Vaters Abglanz, ewig Licht, Du AlleHoffnung, die nicht trügt, Laß deinen Dieners Heil geschehn, Die heut' auf Erden zu Dir flehr 3. Gedenk' an deine große Huld, Daß T für aller Menschen Schuld Von einer Jungfrat Fleisch und Blut Annahmest, allerhöchstes Gut 4. Ja, dieser frohe Tag bezeugt, Daß D Dich haft zu uns geneigt, Von deinem Vater uns zum Heil, 3u tilgen unsern Sündengräu' 5. Dich, der für uns in Liebe glüht, Dic grüßt mit einem neuen Lied, Was Meer un Himmel in sich hält; Dich grüßt und ehrt di ganze Welt. 6. Ach, Du hast uns mit deinem Blut Er kaufet von der Höllenglut; Dich preiset unse Lobgesang. Ach, ewig, ewig sei Dir Dank 85. Schweig' auf Erden, banges Sebner Fließt nicht mehr, betrübte Thränen! Menfcher Fühlt in eurer Brust Heut' den Vorschma ew'ger Lust. 2. Daß fein Schmerz euch mehr zerrütte, Trete dort nur in die Hütte, Die zu Bethl'hem offe stebt! Kommt frohlockend, kommt und seht! 3. Sebt mit holden Freudenblicken, Seht m göttlichem Entzücken Eine Jungfrau keusch un rein, Sie wird Gottes Mutter sein. Weihnachtsgesänge. 89 4. Sie gebiert der Welt das Leben, Gott ist uns durch sie gegeben; Durch sie ward das höchste Gut, Gott selbst unser Fleisch und Blut. 5. Sebt, Gott wirket große Dinge, Selbst sich macht er schwach und g'ringe, Um uns Menschen zu erhöhn, Will als Menschensohn er flehn. 6. Lernt den Menschenfreund erkennen! Er will uns nun Brüder nennen. Er macht sich mit uns verwandt, Göttlich macht er unsern Stand. 7. Stolz schlug unsern Vater meder, Demuth hebt uns Sclaven wieder, Gott wird Mensch, kommt von dem Thron, Und der Mensch wird Gottes Sohn. 8. Gott, Du kannst nun nicht mehr strafen; Deiner Nache nimmt die Waffen Unser Bruder, Gott, dein Sohn. Bater, spricht er: ach verschon'! 9. Sieb, ich tilge alle Schulden Meiner Brüder, ich will dulden Für sie Schmach und Kreuz und Tod, Sie zu retten aus der Noth. 10. Bater, ach! sie sollen leben! Ewig deinen Ruhm erheben! Bater, sieh! sie sind mir gleich, Ja, sie erben jetzt mein Reich. Psalm 97. 86. Singt noch nie gesung'ne Lieder, Singt dem Herrn, der Wunder tbut! Siegend schenkt sein Arm uns wieder, Was uns nahm der Feinde Wuth. O 2. Jauchzt, die ihr verloren waret! Gott macht uns sein Heil bekannt; Auch den Heiden offenbaret Er sein Recht im fernen Land. 3. Nun gedenkt er an Erbarmen, Wie er 90 Weihnachtsgesänge. Israel versprach; Huldvoll schonet er der Armen, Er vertilget ihre Schmach. 4. Aller Welten Grenzen sehen Gottes Heil, und sind beglückt, Singt denn nicht mit bangem Flehen, Singt dem Herrn, von Freud' entzückt! 5. Preist' ihn alle froh auf Erden! Bringet ihm den Lobgefang; Denn ihr sollt erneuet werden. Bringt ihm Ehre, Ruhm und Dank. 6. Singt dem Herrn mit frohen Saiten, Singt ihm mit Posaunenschall! Laßt sich durc die Luft verbreiten Eurer Psalmen Wiederhall! 7. Braus't vor Freud', ihr Meereswellen, Zu des neuen Königs Ruhm! Was ihr nährt in euren Quellen, Sei zu seinem Lob nicht stumm 8. Alle, die die Welt bewohnen, Ihr, die eine Hütte deckt; Alle, die ihr herrscht auf Thronen, Deren Macht die Völker schreckt: 9. Preiset den erhab'nen König, Denn in Demuth kommt er heut'! Aller Ruhm ist ihm zu wenig, Den ein Sterblicher ihm weiht. 10. Ströme, rauschet ihm Gefänge, Fließ vor ihm mit frohem Lauf! Und mit scherzenden Gedränge Eilt, und steht, und schwellet auf! 11. Berge, hüpft mit muth'ger Freude Vor ihm her; Gott selbst ist da; Daß er unsern zwis entscheide, Ist er selbst erbarmend da. 12. Er entdeckt der Menschheit Pflichten, Und wird nach Gerechtigkeit Alle Weltbewohner richten, Richten in Barmherzigkeit. 37. Der Tag ist groß und freudenreich Für alle Adamskinder! Gott selbst wird heut den Men Weihnachtsgesånge. 91 schen gleich, Um zu erhöh'n uns Sünder! Die Jungfrau hat durch Gottes Macht Gott als ein Kind zur Welt gebracht, O unerhörte Dinge! Betracht', o Mensch! wie Gott dich liebt, Und was er für dich Sünder übt, O, dank' ihm, und lobsinge. 2. Messias kommt, es kommt der Held, Der Feinde Wuth zu dämpfen. Er tritt heut' schwach in unsre Welt, In Armuth will er kämpfen, Wär' uns nicht dieser Held gebor'n, So wären wir be= siegt, verlor'n. Beglückt sind wir nun Alle. Der große Gott tritt für uns ein Er wird der Feinde Sieger sein, Preis't ihn mit Jubelschalle. 3. Zwar aus dem Höllenreich erwacht Ein Saul, den Held zu schlagen; Voll Wuth will er mit ganzer Macht Sich wider diesen wagen. Herodes, dem die Höllengluth Entzündet den ver= weg'nen Muth, Will unsern David morden. Hört, hört, er ruft voll Raserei! Schwert, Wunden, Blut und Tod herbei! Bis er zur Leich geworden. 4. Tyrann! was spricht dein frecher Mund! Laß Millionen sterben. Eröffne gar der Hölle Schlund! Das Kind wird nicht verderben, Es wird dich, böser Wütherich! Zum Abgrund stürzen fern von sich, Und uns beglückt erheben. Es gibt dir, Frevler, deinen Lobn, Und uns die gold'ne Siegeskron'; Seid froh, wir sollen leben. 88. Jauchzet und preiset den Herrn, ihr, die ihr in ländlicher Stille, Fern vom Geräusche der Welt, den Frieden verkostet in Fülle! 2. Die ihr mit Unschuld geziert,* das Laster 92 Weihnachtsgesänge. des Stolzes nicht kennet, Nimmer vom Neide ge= rührt,* euch selig bei Wenigem nennet! 3. Danket dem ewigen Gott,* da Jesus, der Heiland geboren. Fern von dem glänzenden Thron, hat dieser sich Hirten erforen. * * 4. Schlösser gefallen ihm nicht. Er wählte nur niedrige Hütten; Diese will Jesus zuerst* mit Segen und Huld überschütten. 5. Föret den himmlischen Ton* durch Fluren und Wälder erklingen, hört, wie die göttliche That* die Chöre der Engel befingen. 6. Selige Mutter, die uns* den mächtigen Herrscher gebieret! Schönste, die nichts von dem Glanz der reinesten Keuschheit verlieret! 7. Für Dich, o göttliches Kind!* wo finden wir würdige Gaben? Doch Du verlangest das Herz der treuen Verehrer zu haben. 8. Nimm es! Dir ewig getreu* soll dieses Dich, Heiland, verehren; Bester! es soll sich für Dich in glühender Liebe verzehren; 19. Alles beherrschender Hirt* o laß Dir die Gabe gefallen! Höre den jauchzenden Ton,* die dankenden Psalmen erschallen! 10. Du bist für immer das Lied,* nur Du in den ländlichen Freuden, Bis Du die liebende Schaar dort führest auf himmlische Weiden. S8a. Erstaun't! und preis't mit mir den Herrn, den Gott der Huld, Der sei'n Geschöpfe liebt in Langmuth und Geduld! Aus Gnaden spricht der Herr, spricht Gott zu seinem Knecht, Ertheilet ihm sein Licht, das lang' erlosch'ne Recht. Weihnachtsgesänge. 93 Alleluja! Preis dem Schöpfer!- Alleluja! Jehova spricht- schenk Seil und Licht- und Zuversicht. - 2. Die Welt verkannte blind den Schöpfer, ihren Herrn; Und sie lief zügellos von aller Tugend fern Zum wilden Laster hin; da kam von seinem Thron, Und gab uns sein Gesetz des ew'gen Schöpfers Sohn! Alleluja! Preis dem Schöpfer 2c. - 3. Erbarmend kam er ber. Die beil'ge Lehre zeigt, Die auch den frechsten Geist tief zum Erstaunen neigt, Daß er sei Gottes Sohn; weil nie ein Mensch erfand Die Lehre, die die Welt, in Liebe friedsam band. Alleluja 2c. 4. O, allmachtsvolles Wort, das auf der ganzen Welt Die Finsterniß zerstreut, und göttlich sie erhellt, Die Gößentempel stürzt, die Grausamkeit verbannt, Die Erde himmlisch macht, zum heil'gen Friedensland; Alleluja 2c. 5. Das der Tyrannen Wuth zur Lieb' und Sanftmuth zwingt, Tie ganze Welt umschafft und Heil und Leben bringt; Das nach des Sdöpfers Bild den Erdensohn erneut, Und das unreine Herz zum Gottestempel weiht. Alleluja zc. 6. Erbarmer, Jesus Christ, mein Gott, mein Heil, mein Hort! O, wie voll Süßigkeit ist mir den göttlich Wort! Es macht die Trübfal leicht, Den Tod zur Lebensthür, Es leitet meinen Fuß zum ew'gen Reich, zu Dir. Alleluja 2c. 7. O, daß die ganze Welt empfände diese Kraft, Den Trost, die Süßigkeit, Die uns dein Wort verschafft! Bewahren soll es stets mein Dir 94 Weihnachtsgesånge. ergeb'nes Herz! Dann bin ich selig schon auf Erden, hier im Schmerz Alleluja 2c. 88b. Mächtiger Jesu!- Herrscher aller Welten, Gottes und Mariä Sohn! Können Geschöpfe Dir es vergelten, Daß Du kamst vor deinem Thron? 2. Kamst voll Erbarmen, Menschen zu beglücken, Sie zu führen aus der Noth, Selig zu machen, sie zu erquicken Ewig einst nad ihrem Tod. - 3. Großer Erbarmer! wer kann Dich g'nug preisen! Welche Liebe, welchen Dank Sollen Erlös'te, Gott ,! Dir erweisen? Würdig preist Dic kein Gesang. 4. Immer auf Erden voll von Liebe glüher Zu Dir, bester Menschenfreund! Alle dem Un glück liebvoll entziehen, Immer sein dem Laste feind. 5. Dieses erfordern- der Erlös'ten Pflich ten. Herr, gib, daß wir diesem treu, Unseren Wandel selig so richten, Daß er deinem ähn lich sei. Am Feste des hl. Stephanus. 89. Erster Held der treuen Schaaren, Di des Heilands Zeugen waren, Durch vergoss'ne eig'nes Blut! Billig muß die Welt Dich ehrem Der du früh dich willst verzehren In der starker Liebesgluth. 2. Zur Befeuchtung zarter Sprossen Ist dein Blut zuerst geflossen In der Christen Frühlings Weihnachtsgesänge. 95 zeit; Um die Schwachen zu bewähren, Um die Blinden zu bekehren, Bist du früh zum Tod bereit. 3. Die ergrimmten bösen Secten, Die dein Heldenherz nicht schreckten, Ueberwand dein kluger Geist! Keiner kann ihm widerstreben, Der du zeigst, uns sei gegeben Jener, den die Schrift verheißt. 4. Aber, ach, die Wahrheit leidet! Du wirst von dem Stolz beneidet, Und mußt zu der Marter gehn; Doch du siehest in dem Leiden Jesum in des Himmels Freuden Dich zu retten fertig stehn. 5. Mitten unter dem Getümmel Deffnet sich dir früh der Himmel; Noch auf Erden siehst du schon, Was der Name*) dir bedeutet, Daß der Streit dir zubereitet Die gewünschte Siegeskron'. 6. Ganz zerschmettert von den Steinen Sinkt er; ach! die Frommen weinen. Co erlischt das Tugendlicht! Eh' er noch den Tod gelitten, Will er erst mit Jesu bitten: Räche, Gott, die That doch nicht. 7. Jesu, laß doch unsre Krone Dort bei deinem ew'gen Throne, Nie verwelken durch die Schuld! Laß uns eifrig, da wir leben, Allem Bösen widerstreben, Schenk uns deine starke Huld! 8. Laß uns deinem Diener gleichen, Seinen Heldenmuth erreichen, Wenn uns Haß der Menschen droht! Laß den Irrthum nie uns rauben Unsern besten Schaß, den Glauben, Laß uns treu sein bis zum Tod'. 9. Laß uns unsre Feinde lieben, In der Sanftmuth Tugend üben, Laß den Eifer Liebe sein! Laß *) Stephanus heißt in deutscher Sprache Krone. 96 Am Schlusse des Jahres. uns an das Elend denken, Armen Herz und Güter schenken, Gerne leiden alle Pein. 10. Laß den letzten Kampf gelingen, Sie gend laß den Geist erringen Jenen Lohn der Herrlichfeit! Laß uns Dich im Tode sehen! In dem off'nen Himmel stehen, Uns zu krönen nach dem Streit! Lied beim Schlusse des Jahres. 90. S, wie schnell sind doch die Zeiten, Die uns jedem Augenblick zu dem Meer der Ewigkeiten Reißen! und, o nie zurück Kommen jene flücht'gen Stunden, Die wir einmal hingelebt; Sie sind ewig uns verschwunden! Menschen, fühlet es und bebt! 2. Wieder ist ein Jahr verflossen! Alle Freu= den sind dahin; Die in dieser Zeitgenossen, Der betbörte Menschensinn. Unsre Tugenden und Sünden Sind dahin;- doch nach der Zeit Werden wir sie wiederfinden, Noch vor unsrer Ewigkeit. 3. Ja, sie werden uns begleiten Einst zu Got= tes Richtertbron; Strafen oder Seligkeiten Sind dafür der ew'ge Lobn. O, erwäg' es, meine Seele! Was bleibt dir für dieses Jahr?- Ist es Himmel oder Hölle? Schreckt dich nicht die Tod'sgefahr? 4. Worte, Werke und Gedanken, Dürf't ihr Gottes Licht nicht scheu'n? Darf die Ruh' in mir nicht wanken, Wenn Gericht und Tod mir dräu'n; Wär' ich dieses Jahr gestorben, We, wo würd' ich heute sein? Hätt' ich Gottes Reich erworben, Oder seufzt' ich in der Pein? - Am Schlusse des Jahres. 97 5. Hab' ich meinen Gott geliebet? Meinen Gott, der Alles schenft? Mich in seinem Dienst geübet, Nie sein Vaterherz gefränkt? Leb't ich ganz nach Gottes Willen, Stets vor seinem Angesicht? Fromm bei Menschen, fromm im Stillen? That ich stets nach meiner Pflicht? 6. Darfich den Gedanken wagen: Heut' fährst du zur Ewigkeit? Stürb' ich rubig obne Zagen, Wenn Gott rief: Du stirbst noch beut?- Gott, was kann ich Dir verbehlen? Ad, du kennest meine Schuld! Wer kann meine Sünden zählen? Gott, ach! noch ein Jahr Geduld! 7. Laß mich noch ein Jahr auf Erden, Meine Sünden zu bereu'n. Erst ein rechter Cbrift zu werden! Ach, unwürdig hier zu sein, Seufz' ich, daß ich Dich nicht schätte, Gott, mein allerhöchstes Gut, Oft, oft dein Gebot verlegte, Schone meiner Thränenfluth! 8. Ach, verzeih' und schenk' Erbarmen! Denke meiner Sünden nicht! Mit mir Sünder, mit mir Armen! Geb', o Gott, nicht in's Gericht! Denn ich will mein ganzes Leben Treu zu deinem Dienste weihn; Ernstlich will ich mich bestreben, Stets ein wahrer Christ zu sein. 9. Gott, o könnt' ich Dich doch lieben Künftig jeden Augenblick, So, wie Dich die Sel'gen lieben! Ach, wer gibt mir dieses Glück? Gott, gern will ich Alles dulden, Dir getreu in Kreuz und Pein, Und einst soll für meine Schulden Dir mein Tod ein Opfer sein. 5 Danklied am Neujahrstage. Danklied am Neujahrstage.. 91. Preis't den Herrn! von allen Zungen, Sei Dir Ruhm und Dank gesungen; Bater den Barmherzigkeit, Der uns Tag und Jahr erneu't! 2. Gott, wir müssen Dich erheben! Noch ein Jahr hast Du das Leben Uns verlieh n aus groBer Huld, Zu bereuen uns re Schuld. 3. Noch ein Jahr, uns zu bereiten zu dem Tag der Ewigkeiten, 3u erringen dort den Lohn, Jene frobe Siegeskron'! 98 4. Tausend trug die Todtenbahre Zu der Gruft im letzten Jahre; Herr, und du hast uns geheilt, Kraft und Leben uns ertheilt. 5. Du erquicktest uns im Leiden, Gabs uns nach dem Schmerze Freuden, Dein Er barmen macht, daß wir Heut' noch freudig danfen Dir. 6. Herr, Tu ließest nach den Sünden Uns durch Buße Gnade finden, Schlugest nicht mit Höll' und Tod, Halfft uns aus der Seelennoth. 7. Unserm Leib gabst Du die Speise, Nährtest auf der Himmelsreise Oft die Seel', o höchstes Gut, Selbst mit eig'nem Fleisch und Blut. 8. Was uns deine Huld beschieden, Nahmen wir in Nuh' und Frieden. Du gewäbrtest Trost und Rath, Halsst zu jeder guten That. 9. Herr, wie groß ist dein Erbarmen! Was erwiesest Du uns Armen! Und doch hat Dich, Gott der Huld, Oft erzürnet uns're Schuld. 10. Ach, es schmerzt uns! Seel' und Leben Sei'n Dir künftig ganz ergeben! Gott, o fiel auf unsern Schmerz, Stärke Du der Schwachen Herz! Vom hl. Namen Jesu.s 99 11. Und wir wollen Dich nun lieben, Jede Stunde Gutes üben, Jeden Augenblick Dir weih'n, Und der Armuth Stüße sein, s 12. Der Bedrängten Herz erfreuen. Gib zum Guten das Gedeihen, Daß wir uns're kurze Zeit Nügen für die Ewigkeit. thus to be 13. Stärk' uns mit der Gnade Waffen, Und entferne deine Strafen, Schüße Du das Baterland, Und beglücke jeden Stand. Bulamorocz 14. Gott, vor Krieg und vor Gefahren, Wollest Du dein Volk bewahren! Laß dies Jahr Heil und Gedeib'n Und ein Jahr des Friedens sein. 15. Willst Du aber, daß wir leiden, Laß uns and're nicht beneiden! Zeige, daß Du Vater bist, Belcher schlägt, doch gnädig ist. Sun and 16. Wenn sich schließen uns're Jahre, Gott, gib, daß in Frieden fabre Uns're Seele nach dem Leid Zu dir in die Seligkeit. 17. Dir das Danklied dort zu bringen, Bei des Lammes Thron zu singen Dein Erbarmen, deine Macht, Die uns hier so treu bewacht. Vom Namen Jesu. 92. Heut' fliehen alle Schmerzen! Kommt her, betrübte Herzen! Kommt, sehet eure Lust! Kommt, schöpft aus reichen Quellen Den Trost für eure Seelen, das Labsal eurer Brust! 2. Da heut' uns Erdenföhnen In süßen Jubeltönen Der Name Jesus schallt; Ta nicht vom Connerknalle, Vom sanften Jesusschalle Der Himmel wiederhallt. 3. Es ist nicht Blizz und Flamme, Nicht 100 Am Feste der heil. drei Könige. Schrecken mehr der Name, Den unser Gett nur führt! Nein, er will seinen Schrecken Mit Je sus Namen decken. Heil uns, nur Huld regiert 4. Hört, Gott spricht selbst voll Gnaden: ,, Iht die ihr seid beladen Mit Qualen, kommt zu mir Ich will euch all' erquicken, mit wahrem Trot beglücken; Seht, ich bin selbst nun hier!" 5. Du, Jesu, machst den Frommen Di Herzenslust vollkommen; Sie fränket jetzt kein Leid. Du stärkst die, die dich lieben, Sich mi Gewinn zu üben In Widerwärtigkeit. 6. O, wenn nur schallt dein Name, Hüpft wi ein Hirsch der Lahme, Der Stumme jauchzt uni spricht. Dein Nam' ist, der im Glauben Den Blin den und den Tauben Gehör ertheilt und Licht. 7. Nun darf ich nicht mehr zagen, Es hilf in Schmerz und Plagen Mir Jesus gnädiglic O, Heil mir Uebertreter! Gott selbst, Gott ist meit Retter, Mein Jesus schüßet mich. 8. Auch in den Todesleiden Füllt dies mein Herz mit Freuden, Mein Jesus ist bei mir. Un froh an meinem Ende Geb' ich in deine Händ Mich Jesus, Jesus, Dir. Am Feste der heil. drei Könige, oder de Erscheinung des Herrn. $ 71 93. Dich zu kennen, Dich zu preisen, Führ test Du, o Gott, die Weisen Durch die stark Gnadenmacht Aus der dunklen 3rrthumsnacdt 2. Treu sind diese nachgegangen Deinem Licht und ihr Verlangen Hast Du durch Die selbst gestillt, Sie mit Freud' und Trost erfüllt Am Fefte der hl. brei Könige. 101 3. Bloß von deiner Huld gerühret, Hast Du, Herr, auch uns geführet Aus der Finsterniß zu Dir; Deine Gnad' erkennen wir. 4. Daß wir Dich, Gott, Vater nennen, Deinen Sohn, den Heiland kennen, Ist aus Gnade uns gewährt; Ewig sei dafür geebrt! 5. Dank und Ruhm und Preis und Ebre, Sei Dir, Gott! ach Herr vermehre Auf der Welt dein Glaubensreich, Mach' uns all' im Glauben gleich! 6. Gleich im Glauben, gleich imLieben, Mach' uns gleich im Tugendüben! Sind wir Christen so vereint, dann schweigt der Glaubensfeind. 7. Jesus, Gott, vergib den Deinen, Die zerknirscht beut' vor Dir weinen, Daß fie bei dem Lichte blind, Dir nicht stets gefolget sind. 8. Gott, wir wollen Dir ergeben, Künftig nach dem Glauben leben; Denn was hilft des Glaubens Licht, Wenn der Wandel widerspricht. 9. Räch' es nicht, wenn freche Schaaren, Die doch Dein nicht würdig waren, Jeßt mit Finsterniß umhüllt, Mit dem stolzen Geist erfüllt. 10. Sich von Deiner Wahrheit trennen, Deine Lieb' und Huld verkennen, Laß die Blinden endlich sehn, Und vor Dir um Gnade fleh'n. 11. Nie soll uns ihr Wahn bethören! Sieh, v Jesu! fei'rlich schwören Wir Dir heute, treu zu sein; Stärke wirst Du, Gott, verleih'n. 12. O, den besten Schaß, den Glauben, Diesen soll uns keiner rauben; Diesen Trost in allem Leid, Diese sich're Celigkeit. 13. Dich soll unser Herz bekennen Und Dich, 102 Fastengesänge. Jesus, Heiland nennen, Noch wenn es im Tode bricht; Dieser Glaub' ist Heil und Licht. 14. Wenn ich mich zu Jesu wende, D, wie felig ist mein Ende! Da der Läft'rer zagt im Tod', Aechzend fühlt die Höllennoth. Fastengesänge. 94. Kommt mit reuerfülltem Herzen, Kommt, erwägt des Heilands Schmerzen, Schaut der Sünde Strafen an: Gott, Gott muß in Todesqualen Blutend fremde Schuld bezahlen, Die er kaum ertragen kann. 2. Welche Qual wird uns umgeben, Wenn wir nach dem Lasterleben Fühlen Gottes Strafz gericht; Laßt, c laßt uns doch mit Thränen Den erzärnten Gott versöhnen, Eh' der Schreckenstag anbricht. 3. Laßt uns Jesum treu begleiten, Fern von allen Eitelkeiten, Nie vergessen seine Noth; Dann wird uns sein Blut und Sterben Seines Vaters Huld erwerben, Und erquicken einst im Tod?.f 4. O fo fallt mit strengem Büßen, Sünder, fallet Gott zu Füßen, Da der Gnadentag noch scheint, Eh' euch trifft nach kurzen Zeiten, Jene Nacht der Ewigkeiten, Da man immer fruchtlos weint. 5. Seht, wie sich der Gottmensch quälet, Kreuz und Tod für uns erwählet! Seht, wie alle von ibm flieb'n! Kann die Ewigkeit nicht rühren Euer Herz, zu Gott nicht führen, So muß euch die Liebe zieh'n. Faftengesänge. Jesus am Oelberge. 95. Von großer Noth, Von Angst und Tod Sinkt Jesus, hart gequälet, Ganz verlaffen ohne Trost, Sinkt er, fast entseelet 2. ,, Ach), Bater! ach!( Stuft er) die Schmach, Den Kelch laß von mir gehen! Doch soll hier mein Wille nicht, Deiner soll geschehen." 103 3. Dein Strafgericht, Des Zorns Gewicht, O sieb, wie es mich bieget, Da die Sünde einer Welt Drückend auf mir lieget." 4. O welcher Schmerz Zermalmt mein Herz; Ach, daß die Todesplage Doch so vielen unnüß ist, Die ich nun ertrage." 5. O, seht! hier fällt Der starke Held Mit Blutesschweiß umflossen! Aus der Todesangst hat sich Diese Fluth ergossen. 6. Seht, wie er bebt, Und kaum noch lebt. Seht hier den Gräu'l der Sünden! Gottes Sohn, davon gequält, Kann sich kaum mehr finden. 7. O Mensch, erschrick, Stets ruh' dein Blick Auf ihm, zerfließ in Thränen! Jesus, Gott zer= fließt in Blut, Sünder zu versöhnen.n 8. Verfluchte That, die Jesum hat Gestürzt in folche Plagen; Diesem Sündengräu'l will ich Bis zum Tod entfagen. 9. dann wirst du, Du meine Ruh', O Jesu mich erquicken, und mich nach dem Todeskampf Dort durch Dich beglücken. Jesus wird gefangen genommen. 96. Seht hier des Heilands Wundermacht! Er spricht und jene Rotte, Die ihn zu greifen ist 104 Faftengefange. bedacht, Stürzt bin und wird zum Spotte. Er ist wabrbaftig Gottes Sohn, Den keine Macht erschrecket; Er spricht: Ich bin's! und sie liegt schon Im Staube hingestrecket. 2. Er gibt sich willig in den Tod: Für uns läßt er sich binden. Er will uns retten aus der Noth; Wir sollen Gnade finden. O, laß uns doch mit Dankbarkeit Des Heilands Huld verehren, Sonst wird sie sich einst nach der Zeit In Zorn und Grimm verkehren. 3. Wenn du ihn hier nicht haft geliebt, Dann wird er dich einst fragen, Warum du Frevler ibn betrübt; Auch dir wird er einst sagen: Ich bin's, der dich mit seinem Blut Erkaufte vom Verder= ben; Ich bin's, dein Gott, dein höchstes Gut, Ich half dir durch mein Sterben. 4. Doch du hast nicht, du Ungeheu'r Auf meine Huld geachtet! Weich von mir, weich zum ew'gen Feu'r! Denn du bast mich verachtet. Ich zitt're, Gott! erbarme dich! Nie sei ich so vers messen; Laß mich, was du hier thatst für mich, Doch nimmermehr vergessen! 5. O Jesu, laß mich deine Huld Mit Lieb' und Dank vergelten! Verzeib' mir meine Sündenschuld, Du Retter aller Welten! Herr, laß mich liebvoll deine Macht, So lang' ich leb', erkennen! Dann darf ich in der Todesnacht Dich freudig Heiland nennen. 6. Dann sagst Du mir in Qual und Leid, Wenn Sünder trostlos weinen: Ich bin's, der in der Traurigkeit, In Nöthen schüßt die Seinen. Heil dem, der mich auf Erden ehrt, Ich bin's, der Faftengesänge. 105 nach dem Leiden Die Siegeskrone dir gewährt Im Reiche meiner Freuden. Jesus wird mit Fäusten geschlagen. 97. So wird die argliftvolle Welt Die Treue stets beneiden; Die Wahrheit, die ihr nie gefällt, Wird immer von ihr leiden. Da unser Gott die Wahrbeit spricht, Darf es ein Satan wagen, Sein majestätisch Angesicht Mit frecher Faust zu schlagen? an oly 2. O Seele, lerne doch Geduld, So wie dein Jesus, üben, Wenn man dich ohne deine Schuld Will lästern und betrüben. Bleib immer noch der Wahrheit Freund, Wenn du mußt unterliegen; Die Wahrbeit, die auf Erden weint, Die wird dort ewig siegen. 3. Mein Heiland, laß mich doch mit Dir Gern für die Wabrheit leiden! Laß keine List noch Geldbegier Mich jemals von Dir scheiden! Was hilft es, wenn ich alles Gut Durch Lügen mir er= würbe, Und ewig arm in jener Glut, Von Dir verlassen, stürbe. Petrus verläugnet Jesum. 98. Erzittert, Helden dieser Welt, Da nun die stärkste Säule fällt, Da selbst die Felsen beben! Wie will ein Rohr, ein schwacher Strauch, Der bei des ersten Windes Hauch Erliegt, sich denn erheben? 2. Ach, Petrus fällt, der in der Noth Dem Heiland treu, den schwersten Tod Vor kurzem wollte leiden. Der Felsen fällt im ersten Streit; 106 Faftengefänge. So fällt, wer die Gelegenheit Zur Sünde nicht will meiden. 3. Ihr Sterblichen, erhebt euch nicht' Sett fürchtend eure Zuversicht Auf Gott, o flieht die Bösen! Wer sich den Sündern zugesellt, Der fällt, bethört von schnöder Welt, So stark er auch gewesen. 2 tbl Orig Z 4. Doch Jesus sieht den Petrus an, Ein Blick, der Felsen brechen kann! Und Petrus fließt in Zähren; Wirf, Jesu, solchen Gnadenblick Erbarmend auch auf uns zurück, Wenn wir uns von Dir fahren! micsor 5. Gott, laß uns doch durch deine Huld Mit Thränen uns're Sündenschuld Noch hier, wie Petrus, büßen, Daß wir nicht in der Ewigkeit, Gefränkt zu spät vom steten Leid Die Schuld be weinen müssen. 6. O, gib, daß die Verzweiflung nicht Uns, Heer, von deinem Angesicht Hinreiße zum Ber= derben! Laß uns vertrauend auf dein Blut, Das Du versprüßtest, höchstes Gut, In froher Hoffnung sterben! Jesus wird gegeißelt. 99. Scht, kann auch ein Schmerz auf Orden Mit dem Schmerz verglichen werden, Den hier Gottes Sohn erträgt, Den der Geißel Wuth zerſchlägt? 2. Tretet her, ihr Menschenfinder! Kommt und seht, verstockte Sünder! Seht den Heiland, euren Gott, Hier in Schmerz, in Qual und Spott. 3. Seht, da steht er an der Säule! Ganz Fastengesänge. 107 ist er nun Blut und Beule, Zittre, Mensch, du Sündenknecht, Welcher kein Erbarmen hegt! 4. Müßte nicht dein Blut hier fließen, Deine wilde Wuth zu büßen, Die in deinem Busen wohnt, Die der Unschuld nicht verschont? 5. Die die Unschuld frech entehret, Sich an keine Thränen kehret, Die der Dürftigkeit vergißt, Wenn sie auch in Qual zerfließt? 6. Kannst du hier gefühllos stehen, Jesum ganz zermartert sehen, Und zergehen nicht in Schmerz, Undankbares Tigerherz? 7. Dann wird dich kein Abgrund schrecken, Nichts zur Buße dich erwecken; D, dann ist für dich kein Heil Und an Jesu Blut kein Theil. 8. Mir soll stets in meinem Leben Bis zum Tod vor Augen schweben, Jesu, dies dein Schmerzensbild Und dein Blut, das von Dir quillt. 9. Stets will ich daran gedenken, Und mein Herz zur Wehmuth lenken, Wenn ein Armer vor mir steht, Und mit Thränen zu mir flebt. 10. Stets will ich daran gedenken, Wenn mich will die Wollust tränken Mit der bittern Seligkeit, Die mich stürzt in's ew'ge Leid. 11. Deine Striemen, deine Wunden, Die du, Jesus, bast empfunden, Sollen meine treue Brust Waffnen wider schnöde Luft. 12. Will durch) Pracht und Eitelkeiten Mich die stolze Welt verleiten; Schmerzensmann, dann will ich sehn, Bloß auf Dich, Nicht irre gebn. 13. dann gibt dein Schmerz mir Freude, Wenn auch ich auf Erden leide; Dann erquickt mich deine Noth In den Qualen, in dem Tod. 108 Faftengefänge. 14. O, dann werden deine Beulen Mich Zerschlag'nen kräftig heilen; Dann ertheilet mir dein Blut Wider alle Feinde Muth. 15. Ja, dann werd' ich einst Dich sehen, Den die Sünder hier verschmähen, Herrlich in des Vaters Reich; Ja, dann werd' auch ich Dir gleich. Jesus wird verhöhnt und mit Dornen gekrönt. 100. In Purpurlumpen eingehüllt, Bluttriefend steht dein Jesus, Des Spotts und der Verachtung Bild; Verhöhnet steht dein Jesus. Erwäg' es doch, voll Webmuth, Chrift, Taß er dein Gott, dein Heiland ist, Der deinen Stolz hier büßet. - 2. Entzündet von der Höllengluth, Mit rafendem Getümmel, Schnaubt jetzt Judäa voll der Wuth, Voll Blutdurst frech zum Himmel! Es fomme fein Blut über uns! Es komme sein Blut über uns! Und über unsre Kinder! 3. Sich, Sündenknecht, sieb, lauer Christ, Dein Jesus steht gebunden,- Mit einer DornenProne ift Sein göttlic) Haupt umwunden. Er stebt voll Schmerzen aber doch Voll Mitleid und Erbarmen noch!, kann dich das nicht rühren? 4. Ein Mörder, seht, ergreift den Stab, Die Kron' ihm einzuprägen! Schon fließt das Bint die Stirn herab, Die Stirn' so blau von Schlägen, welch ein Mensch! ruft der Tyrann; O, seht ihn doch mitleidig an! Doch fühlt man kein Erbarmen. 5. Wer anders, als nur Gottes Sohn, Kann Fastengesänge. 109 so die Bösen lieben? Wer solche Huld durch Schmerz und Hohn An seinen Feinden üben, Als Gott allein? O Liebesmacht! Nur du baft Gott dahin gebracht, Daß er für Sünder büßet.- 6. Gott, ich erkenne meine Schuld: Mein Stolz hat Dich verhöhnet. O, schenke dem Ber= brecher Huld! Er ist durch Dich versöhnet, 3ch will dich lieben jederzeit, Tich lieben bis in Ewigfeit, Und nimmer Dich betrüben. Barrabas wird Jesum vorgezogen. 101. Weg mit Jesus! Er soll sterben! Schreiet die erboßte Schaar; Barrabas soll Huld erwerben, Der des Todes schuldig war! O, so soll der Mörder leben, und der Arzt zum Tode geh'n? Wird die Unschuld hingegeben, und das Laster auserseb'n? 2. Leider, so verblendet wählet Noch die Welt fast allemal; Seele, hast du auch gefehlet Unglückselig in der Wahl? Ja, nur gar zu sehr betrogen, Hab' ich Wollust und Gewinn, Ein Geschöpf Gott vorgezogen; O, welch ein betbörter Sinn! 3. Dich, Dich hab' ich g'ring geschäßet, Gott, mein allerbestes Gut, Das mir keine Welt ersetzet, Dich, der Allen Gutes tbut! Wie? o darf ich noch erscheinen Vor des Höchsten Angesicht? Wird mein Seufzen, wird mein Weinen Mich entzieh'n dem Strafgericht? 4. Da ich solche Wahl getroffen, Da ich meis nen Gott verließ, Ach, wie kann ich Gnade hoffen, Von dem, den ich von mir stieß! Jesus, Jesus, durch dein Leiden Schenke mir noch einmal Huld! 110 Fastengesänge. Sieh, ich hasse Welt und Freuden, Ich bereue meine Schuld. 5. Herr, ich will Dich ewig lieben, Dich, mein Gott, mein höchstes Gut! Wär' ich Dir doch treu geblieben! Ach, du kauftest mich mit Blut! Was verlang' ich jetzt auf Erden? Nichts, nur Dich, mein Gott und Herr! Nie will ich Dir untreu wer= den, Dich verlaß ich nimmermehr. Trek Des Verräthers Judas Ende. 102. Sebt hier, seht hier, treulofe Seelen, Das Ende eurer Sündenlust! Sebt Judas fich verzweifelnd quälen! Wie pocht voll Angst des Frevlers Brust! 2. Er steht am Abgrund, ringt die Hände, Die er mit Geiz besudelt hat; Er stöhnt, er heult, er wünscht sem Ende, Erkennt die schwarze Frevelthat. 3. Verzweiflung dringt in seine Seele, Verzweiflung, o welch' Donnerwort! Er schaut hinab zur tiefsten Hölle, Spricht: Satansknecht, da ist dein Ort! 4. Ja, dort wirst du nun immer wohnen In einem ew'gen, ew'gen Feu'r! So recht! Gott kann dich nicht verschonen! Verflucht bist du, du Ungebeu'r! 5. Ertritt zurück mit heißen Thränen, Er gibt das Blutgeld wieder hin. Er will, er wünscht sich zu versöhnen; Doch, die Verzweiflung reißt den Sinn 6. Von Gott zur Hölle. Zittert Sünder! Erwäget des Unsel'gen Tod! Er läuft, erhenkt sich; Fastengesänge. 111 Menschenfinder, Seht hier des Sünders legte Noth! men 13 7. Die Sünde, die ihr jetzt nicht achtet, Die wird' ein Löw', ein Tiger sein, Der euch, wenn ihr im Tode schmachtet, Zerreißt, zermalmet eu'r Gebein! Testsconto test monist bun 8. Ihr sprecht: ich will einst Gott versöhnen Mit Reu', verzweifeln will ich nicht! O, seht die Neue, seht die Thränen Des Judas, seht auch sen Gericht!) Iarching to difam 9. Ja, er gestehet sein Verbrechen, Er wirft der Sünde Zünder hin- Er will für seinen Heiland sprechen; Erächzet mit zerknirschtem Sinn. 10. Und doch erhält er kein Vergeben! Gleich Bergen drückt ihn seine Schuld, Verzweifelt brüllt er, fürzt sein Leben, Verscherzt des Welterlösers Huld. 11. Versucht es, freche Menschenkinder, Wenn euch die Last der Sünden drückt, Wenn Höllenqual umringt euch Sünder, Wenn euch kein Gnadenstrahl erquickt. 12. Sucht dann durch Neue Rub' zu finden, Sucht in dem Schmerz mit Sicherheit! O! fern wird sie von euch verschwinden, Euch haffen in dem größten Leid! 13. Bergießet Ströme heißer Zähren! Sucht Schuß bei eurem Lasterfreund! Sieh du zu! Nur dies soll't ihr hören, Wenn schon eu'r Herz sich ganz berweint. 14. Wie? fann euch eure Vorsicht retten Bom Untergang?-Betrogne, nein; Nur GottesHuld zerreißt die Ketten, Womit euch zieht zur ew'= gen Pein 112 Faftengesänge. 15. Der Eatan. Und noch Gott verachten, Ten einz'gen Stifter eures Heils!- Noch nach verbot'nen Lüften trachten, Nicht müde eines Sündengräul's!- 16. Wel euch, wird nicht an eurem Ende Euch seinen letzten Gnadensirábl Auch Gott entzieh'n, und euch Elende Verwerfen in der legten Qual? ILE 17. Ja, ja, es wird an euch gescheben, Was dem Verräther dort geschab! Gott sagts; ja, Gott verwirft eu'r Flehen, Wenn ihr einst seufz't dem Tode nah. 18. Ich zittre, Gott! Weh mir Verbrecher, Wenn Du mir nach Berdiensten lohnft! Ich fühle Dich, Dich strenger Rächer, Der Du des Jüngers auch nicht schonft! 19. Ach, hab' ich Dich nicht oft verleget, Wie einst der Frevler Judas that! Nicht Welt, und Lust oft mehr geschäßzet, Als Dich und deinen heil'gen Rath! 20. Hab' ich die Unschuld nicht entehret?Und den Betrübten nicht betrübt!- Mein Herz nicht ganz von Dir gefehret, Nicht Satan mehr als Dich geliebt! - 21. Gott, Gott, wo soll ich mich hinwenden? Coll ich verzweifeln? Jesus, nein!- O, hilf, Erbarmer, mir Elenden Durch deine letzte To= despein! 22. Mein Gott, ich will mich gleich bekehren, Sieb, wie mein Herz um Gnade flebt, Die Sünde will ich nie vermehren, Woraus Verzweiflung einst entsteht. #exo FUR Faftengesänge. 113 23. Ich will nicht auf die Größe achten Der Laster, die ich ausgeübt; Nur deine Huld will ich betrachten, Die mich bat bis zum Tod' geliebt. 24. Die Sünde will ich ganz verlassen, Ja, gleich in diesem Augenblick; Dich, Jesu, Dich will ich umfassen; Mit unverrücktem Hoffnungsblick, 25. Will ich auf deine Wunden schauen, Tie allen Sündern offen stehn, Feft, fest auf Dich, Erbarmer, trauen, Du läßt mich nicht zu Grunde gehn! 26. Ich bitte Dich durch deine Schmerzen, Durch deine letzte Qual und Notb, Entferne Du von meinem Herzen Furcht und Berzweiflung in dem Tod! Jesus trägt sein Kreuz. 103. O, seht! mit grenzenloser Wuth, Und dürstend nach unschuldgem Blut, Legt man auf Jesu Rücken Den Kreuzblock, und er duldet, Er, der nichts hat verschuldet, Die Last, uns zu erquicken.- 2. Doch seht, wie er ohnmächtig sinkt, Wie man dem Simon drohend winkt, Das Kreuz ihm nachzutragen. Gott, sollt' ich nicht mit Freuden, Durch Dich gestärkt im Leiden, Auch dulden Schmerz und Plagen? 3. Er trägt sein Kreuz für uns- und nah Ist Jesus nun an Golgatba; O, frecher Sünder, weine; Der Wehmuth Zähren fließen, Die Fromme hier vergießen, Und du vergießest feine? 4. Zerfließ in einer Thränenfluth, Mein Herz! durch deiner Sünden Wuth Ist Jesus so be= schweret. Du haft mit Kreuz beladen, Mit - 114 Fastengefänge. Schimpf den Herrn der Gnaden, Ja, du hast ihn entchret.ning and Jesus wird gekreuzigt.tbostad 104. Sebt den Messias, euren Gott! Er steht der ganzen Welt zum Spott. O sebt, wie dort die Tigerhand Ihm frech entreißet sein Gewand. 2. Entblößet steht des Schöpfers Sohn! Und trägt des losen Pöbels Hobn! Verbirg, verbirg dein Angesicht, Erlisch für ewig, Sonnenlicht! 3. Gerissen von der Mörder Wuth, Liegt er am Kreuz, und ach, sein Blut Fließt strömend schon aus Hand und Fuß; O fühlt, was Je= sus leiden muß! 4. 8 trinkt nun ein blutdürftig Land Aus jedem Fuß, aus jeder Hand, Da sie durchbohrt der spiße Stahl, Den Strom des Bluts beim Marterpfahl. boldo 29.01 5. Weh' mir, schon hängt mein Jesus da, Mein Herr, mein Gott, auf Golgatha! Mein Herz vergeb' in Qual und Noth! Dein Gott, dein Gott, sinkt in den Tod. 6. Wer ist der Mörder, der Dich schlug, Dich zum verfluchten Holze trug?- Gott, wer ist jener Wütherich? Ich Sünder bins- weh' mir! ach ich! 7. Abgrund, Abgrund, öffne dich! Verschling den Tiger, decke mich mit einer ew'gen Nachht undQual! Nie scheine mir der Sonnenstrahl! 8. Ja sieh! es stirbt der Sonne Licht, Und dir Verfluchten darf es nicht mehr leuchten; Finsterniß und Tod Sind dir bestimmt in ew'ger Noth. Fastengesänge. 115 9. Der Fels zerspringt, er stürzt auf dich! Die Erde bebt, fie weigert sich zu tragen dich, dich Ungebeu'r, Weg, weg mit dir zum Höllenfeu'r. 10. Doch siche, Jesus, Jesus winkt Dem Mörder, der zum Abgrund sinkt; Ja, leben soll er, und ihm gleid), Noch erben dort in seinem Reich. 11. Gott, Gott, wie groß ist deine Huld! Wie schonest Du der Mörder Schuld; Du stirbst für mich und weh! von mir Getödtet! Gott, -o laß auch bier most 12. Ersticken in dem größten Schmerz Mein undankbares Mörderberz! O Jesus, Jesus, hör' mein Fleh'n! Laß mich vor Reu' und Schmerz vergeh'n! 13. Du stirbst für mich, unschuldig's Lamm! Du stirbst für mich am Kreuzesstamm'. Du stirbst für mich, o böchstes Gut! Zerschmilz, mein Geist, in Liebesglut! -- 14. Mein Geist, zerschmilz in Liebesglut! Ersticket mich in heißer Fluth Ihr Zähren! Jesus, Jesus shrbt, Der seinen Mördern Gnad' erwirbt. Jesus am Kreuze. 105. Voll Traurigkeit, Voll Angst und Leid Muß Erd' und Himmel zagen; Ach, des Schöpfers einz'ger Sohn Wird, ans Kreuz ge= schlagen. 2. O Thränen fließt! Mein Gott beschließt Am Kreuz in Echmach sein Leben, Um das Le= ben, Glück und Heil Sündern darzugeben. 116 Fastengefänge. 3. O welch ein Tag Der Lieb' und Rach'! Mensch zittre, Felfen beben! Stirb noch heut' den Sünden ab, Ewig dort zu leben! 4. Zergeb' in Schmerz, Du böses Herz! Fang' beulend an zu klagen! Gott muß selbst für fremde Schuld Todesängste tragen. 5. Wie schwer ist doch der Sünde 3och, Worunter Gett erblaffet!- Web' dem, welcher Sünd' und Fluch nicht von Herzen hasset! 6. O Gott der Huld, Für meine Schuld Seh' ich Dich sterbend bluten! Laß mich doch, so theu'r versöhnt, Feste steh'n im Guten! 7. Du stirbst für mich! Ich will für Dich Hier leben, leiden, sterben; Ewig dankbar Dir zu sein, Laß mich dein Reich erben! Die sieben Worte Jesu am Kreuze. 106. Auf, Seele, auf nach Golgatha, Wo, was kein Engel faßt, geschab; Sieb' deinen Heiz land sterben! Erwäge, was er sterbend sagt, Um Trost dir zu erwerben. 2. Er wird dir in der Lebenszeit, Er wird dir in dem Todesstreit Die Herzenswunden heilen! Wenn nichts mehr hier dich trösten kann, Wird er dir Trost ertheilen. 3. Geduldig in dem größten Schmerz Denkt an die Mörder noch sein Herz, Die ihm das Leben rauben. ,, Vergib!" spricht er, ,, Gott, was fie thun! O laß sie an mich glauben!" 4. Wie kommt's, daß du in Zorn entbrennst, O Mensch, und selbst dich Staub nicht fennst, Wenn andre dich entebren! O bete dem Erlöser nach Und folge seinen Lehren! 11 Fastengesänge. 117 5. Nun sorgt er für der Mutter Wohl Im Tod: Der Lieblingsjünger soll sie schüßen. Welche Liebe! Ihr Erdensöhne folget doch Dem Beispiel frommer Triebe! blugi Buljonalne 6. Gott, laß dies Wort mir Trost verleih'n, Wenn in der leßten Todespein Verlaß'ne um mich weinen! Ach, Du wirst auch ihr Vater sein! Gott sei der Trost der Meinen. Cantabr 7. Ihr Sünder, jauchzt nach Schmerz und Leid! Wer seine Sünden recht bereu't, Den läßt Gott Gnade finden.- Ja, hier bei Jesus Tod und Kreuz Wird eure Angst verschwinden. 8. Hört, was der Mund der Liebe spricht zum Möider! Ach, er droht ihm nicht; Nein, er soll Heil erwerben. Heut", spricht er ,,, wahrlich sag' ich dir, Sollst du mein Reich ererben!" 9. Olaß mich in der letzten Noth, O Herr, laß mich in meinem Tod' Auch diese Worte hören; Und dann so laß nur meinen Leib Die Todesmacht zerstören. 10. Bon schwerer Leidenslast gebückt Bon unsern Sünden hart gedrückt Ruft Jesus ganz verlassen: ,, Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich In meiner Qual verlassen?" 11. Mein Jesus! meine Zuversicht! Ach, in dem Tod' verlaß mich nicht, Der Du zum Tod gegangen Aus Lieb und ohne allen Trost Für mich am Kreuz gehangen. 12. Ohör', mein Gott, der dich erlös't, Von allem, was erquickt, entblößt, Stuft seinen Durst zu stillen Aus tausend Armen ruft er dir; Du mußt den Ruf erfüllen.- - - 118 Fastengesänge. 13. O, felig, wer den Ruf erfüllt! Ja, wer den Durst der Armen stillt, Dem hilft, den Trübsal drücket; Der hat zu seinem größten Glück Den Heiland selbst erquicket. i 11 satos 14. Nun endet sich der Leiden Macht; Der Heiland spricht: Es ist vollbracht!" Wort des Siegs, der Freuden! Gib, Herr, daß auch ich's sagen kann In meinem letzten Leiden. 15. Dein letztes Wort, Gott, sei auch mein! Laß es im Tod' mir Muth verleib'n! In deine Baterhände Befehl' ich, Herr, Dir meinen Geist! Dies sei mein Wort am Ende. Jesus verzeihet seinen Mördern. 109. Soll mein Felsenherz nicht brechen, Da ich Jesum höre sprechen! Bater, Vater, ach verleih' Meinen Mördern Huld, verzeih'!" ( 1 2. Herr, Du liebst, die Dich nicht baten, Die dein Blut mit Füßen traten, Noch mit Sanftmuth und Geduld, Voll von Liebe, Gnad' und Huld. 3. Gottmensch! laß, Tich zu verebren, Uns dein göttlich Beispiel lehren, Unsern Feinden zu verzeih'n, Voll von Huld, wie Du, zu sein! 4. Welch ein seliges Geschäfte, Gern verzeih'n! Gib, Jesu Kräfte, Daß ich, wie Du, Menschenfreund, Herzlich liebe jeden Feind! — 5. Dann wirst Du auch uns verzeihen, Hülf' in aller Noth verleihen, Wenn wir deinem Bilde gleich Sind an Lieb' und Sanftmuth reich. Der Tod Jesu. 108. 3ittert aller Welten Herzen! Bittert, Fastengesänge. 119 fühlet Todesschmerzen! Jesus, Gottes Sohn ist todt! Er schuf Himmel, Meer und Erden, Er hieß Licht und Engel werden, Und auch und er ist todt! mich - auch mich 2. Jesus todt! ach, todt mein Leben, Der das Dasein mir gegeben! Hier verliert sich Sprach' und Geist. Gott, Gott stirbt für Uebelthäter, Stirbt für frede Uebertreter, Die er nun dem Tod' entreißt. and wollemnis noth 3. Gett, was soll dein Knecht hier denken? Ach, nun wirst Du Alles schenken; Meine Hoffnung sieget nun. Ja, mein Jesus stirbt für Feinde, Was wird er für seine Freunde, Was für seine Kinder thun? and Hol 4. Jesus stirbt, und vom Verderben Bin ich frei, und ich soll erben, Gleich dem Heiland, Gottes Reich. Christen, ach, wer faßt die Triebe Dieser unerhörten Liebe; Jesus Tod macht uns ihm gleich.d - 5. O, wie soll ich Dich doch preisen? Wel= chen Dank Dir, Gott erweisen Für die schwere Leidenslast. Für den Kampf, den Du gestritten, Für den Tod, den Du gelitten, Den Du überwunden bast? 6. Wer kennt Deiner Leiden Menge? Wer gibt Worte, wer Gesänge? Wer dem Herzen g'nug Gefühl, Daß ich nach Gebühr besinge Tei= nenTod, DirLiebe bringe Für die Liebe ohne Ziel? 7 Wo dem Blut berabgeflossen, Liegt mein Geist dahingegossen; Möcht' ich ganz Anbetung sein! Du, gehorsam bis zum Tode Starbst für mich, auch bis zum Tode Will ich Dir gehor: sam sein. 120 Fastengesänge. 8. Liebe sei nur mein Geschäfte! Jesus, hier sind meine Kräfte, Hier mein Leben, nimm es an! Ach, dein Tod verleih' mir Stärke, Stets zu wirken Tugendwerke, Daß ich mit Dir sterben kann! 9. Will die Wollust mich bekämpfen, Flieb' ich, ihren Trieb zu dämpfen, Gleich zum Kreuz, mein Herr, zu Dir! Hier will ich die Lüfte schwädhen, Meinen eig'nen Willen brechen, Jesus, siege Du in mir! 10. Fühlte doch von deinen Wunden, Die Du, Heiland, haft empfunden, Einen Theil nur oft mein Herz. Wie würd' ich die Sünde bassen, Säb' ich Dich von Gott verlassen Für die Sünd' in Todesschmerz! 11. Säh' ich Dich am Kreuze bluten, O, wie schnell würd' ich zum Guten, Und wie Dir ergeben sein! Würd' ich mich nicht aller Armen Gern, wie du, mein Gott, erbarmen, Würd' ich nicht ihr Herz erfreu'n? vt in 12. Muß ich jetzt nicht alle lieben? Kann ich Einen noch betrüben, Für den Du gestorben bist? Muß ich nicht für Brüder leiden, Alen Gutes thun mit Freuden, Wie Du thatest, Jesus Christ? 13. Darf ich mich an Feinden rächen, Noch ein Wort von Unrecht sprechen, Muß ich nun mcht gleich verzeih'n? Da Du deinen Feind das Leben, Deine Gnade mir zu geben, Trugst die schwerste Todespein. 14. Wenn mich Schmerz und Noth umringen, Will ich mich zum Kreuze schwingen, Und Fastengesänge. 121 im Geiste vor Dir stehn; Hier will ich dann stille schmachten, Kreuz erdulden, Schimpf ver= achten, Und dich sterbend bluten sehn. 15. Hier will ich mit allen Kräften Mich mit Dir ans Kreuz anheften, Deine ganze Qual durchschau'n, Und mit Dir ergebnem Herzen Schweigend in den größten Schmerzen, Fest auf deine Rettung trau'n. 16. Hier will ich vor deinen Füßen Jenen Staub voll Inbrunst küssen, Jesu, der dein Blut empfing! Hier, durch dieses Blut erquicket, Bon der Liebesglut ersticket, Sterben, wo mein Leben hing. 17. Wenn mich meine Sünden fränken, Mich in schwarzen Gram versenken, Will ich fließen sehn dein Blut; Mich, v mich nicht zu verstoßen, Ist dein göttlich Blut geflossen, Für mich starbst Du, höchstes Gut! 18. In den bangen Todesstunden Zeige mir, Gott, Deine Wunden! Sei mein Jesus im Gericht! Ja, wenn ich nach Tugend strebe, Und in deiner Liebe lebe, Bleibst Du meine. Zuversicht. 19. In den letzten Augenblicken Will ich dann dein Bildniß drücken, Jesus, an mein schmachtend Herz! Dich, Dich will ich dann umfassen, und in deinen Wunden lassen Meinen Geist im Todesschmerz! Klagelied Mariä. 109. Ach, mein Sohn wird hingerissen, Hab' ich dies erleben müssen! Ach, wie schwer 6 122 Fastengesänge. ist meine Last! Coll mein Kind, mein Leben sterben? Will die Notte ihn verderben? Ja, mein Sohn, mein Gott erblaßt! 2. Ach, von Harm und Qual umrungen, Von dem Schmerzensschwert durchdrungen, Steb' ich hier, mein theu'rster Sohn! Sohn, Du gabst den Schwachen Stärke, Wirktest tausend Wunderwerke, Und nun ist das Kreuz dein Lohn? 3. Hießest Du nicht Labme gehen? Machtest Du nicht Blinde sehen? Und nun ist das Kreuz dein Lohn? Todte hast Du auferwecket, Nur zum Wohlthun ausgestrecket Deinen Arm, und stirbst in Hohn! 4. Jeju, könnt' ich doch mein Leben Tausendmal für Dich hingeben, Dir zu helfen aus der Noth! Doch Du willst aus Liebe sterben, Huld den Menschen zu erwerben, Sie zu retten von dem Tod'. 5. Jesu, laß mich Dich umfassen! Mich in deinem Arm erblassen! Ach, was bin ich ohne Dich! Laß dein Blut und meine Thränen Sich vereinen, sich mein Sehnen! Ach, mit Dir entseele michh! Stabat mater. 110. Christi Mutter stand gequälet, Doch vom Schmerze nicht entseelet, Bei dem Kreuz, woran er hing. Und nun war die Leidensstunde, Da das Schwert mit tiefer Wunde Durch der Mutter Seele ging. 2. Welche Qualen, welche Schmerzen Wühlten in dem Mutterherzen, Da fie stand beim 123 Fastengesänge. einz'gen Sohn, Welchen sie in Todesplagen Blutend sieht und hart zerschlagen, Und bedeckt mit Schimpf und Hohn.- 3 Welcher Unmensch kann der Zähren Sich gefühllos hier entwehren, Wenn er diese Mut= ter sieht? Welcher, da ihr Jesus leidet, Da er sterbend von ihr scheidet, Mit ihm aller Trost entflieht?- 4. Nie ward einer so betrübet, Nie hat einer so geliebet, Wie Maria Jeſum liebt. Wer kann ihre Liebe denken! O, wie muß ihr Herz sich kränken, Wie wird nicht ihr Geist betrübt! 5. Von der Schmerzen Macht gedrücket, Von der Liebesglut ersticket, Sieht sie Jesum in der Noth, Ströme seines Blutes fließen, Die will er für uns vergießen,- Er versinket in den Tod! 6. Und sie muß ihn sterben seben!- An dem Kreuz ihn sterben seben!-Ihn in Schmach, im größten Schmerz! Welcher Held wird hier nicht beben, Sich nicht seinem Gram ergeben? - Bricht hier nicht ein Löwenherz?- 7. Und die Mutter steht erhaben, Heiter durch des Geistes Gaben, Bet dem allerliebsten Sohn! Seht das Vorbild großer Seelen, Seht es, Christen, wenn euch quälen Haß, Verfolgung, Qual und Hohn. 8. Seht, Maria steht verlassen!- Und dennoch kann sie sich fassen; Seht der Mutter Heldenmuth! In die Vorsicht ganz ergeben, Opfert sie den Sohn, ihr Leben- Schweiz - gend wilder Henker Wuth. 6* 124 Fastengesänge. 9. Sie verfluchet nicht die Schaaren, Die des Heilands Mörder waren; Schweigend steht sie an dem Kreuz. Ja, sie fühlt in diesen Stunden Alle ihres Jesus Wunden, Und die ganze Macht des Leid's. 10. Nun wird Jesus Herz durchstochen! Wird ihr Herz nicht auch gebrochen? Ja, fie fühlt den Todesstreich! Und sie steht, sie kann fich finden, Läßt den Schmerz nicht überwinden! Welche Heldin ist ihr gleich? 11. Laß uns dir, o Mutter, gleichen! Laß uns nie den Qualen weichen, Die uns Gott empfinden läßt! Laß uns unsers Gottes Willen Auch im Schmerz, wie du, erfüllen! Uns're Tugend stehe fest! 12. Laß uns nie die Feinde schmähen! Laß uns auf die Vorsicht sehen, Die zum Besten uns betrübt. O, du hast die schwersten Plagen, Die noch keiner trug, ertragen, Und doch hat dich Gott geliebt. 13. Schöne Mutter heil'ger Liebe! Gib, daß ich mich auch betrübe, Laß mich fühlen deine Pein! Laß mich Jesu Schmerz erkennen, Und in Liebe zu ihm brennen, Und ihm ganz gefällig sein! 14. Laß mich alle Noth mit Freuden Ihm zu Liebe standhaft leiden, Auch die letzte Todesqual! Dann werd' ich sein Reich erringen, Seine Liebe dort besingen mit der Auserwählten Zahl. - - Vom Kreuze Christi. 111. , du hochheil'ges Zeichen, O Kreuz, woran gehangen Mein Jesus, mein Verlangen! Fastengesänge. 125 2. OSchußaltar der Sünder, Worauf mein Gott sein Leben Zum Opfer bat gegeben! 3. O laß mich dich umfassen, Mit Schauder und Entzücken An meine Brust dich drücken! 4. O schönster Baum des Lebens, Der Welt zum Heil entsproffen, Mit Jesu Blut umflossen! 5. Wenn Trübsalsbize brennet, Gibst du in deinem Schatten Erquicung, Trost mir Matten. 6. Du hilft mir vom Verderben, Wenn mich) die Sünden fränken Und in Verzweiflung senken. 7. Wenn Tod und Hölle stürmen Auf mich, hilfst du mir siegen, Du läßt nicht unterliegen. 8. Am letzten Tag der Radhe Kannst du vor Flamm' und Blizzen, Vor Gottes Zorn mich schüßen. 9. Von dir will ich nicht weichen; Hier, hier bei Jesu Füßen Will ich mein Leben schließen. 112. Der Lebensbalsam quillt, es quillt des Heilands Blut Auf die versöhnte Welt, e8 quillt und löscht die Glut Des Zorns, Des Ew'gen Bliß, der uns in Eden schlug; Es läßt den Frieden blühn; es tilgt der Erde Fluch, Ach, mein Jesu! Ach erquicke! Ach beglücke Mit deinem Blut im Todesschmerz mein sterbend Herz. 2. Der es nun fruchtbar macht, dem Paradiese gleich, Zum segenvollen Land, zu einem heil'gen Reich, Ach fiel, auch fiel auf mich von deinem Heilungssaft Ein Tropfen, welch' ein Glück erhielt ich, welche Kraft! Ach), mein Jesu 1. s. w. wie oben. - - 126 Oftergesänge. 3. O köstlich Blut, ach, wie mein Geist voll Inbrunst sich Sebnt, brennt und lechzt nach Dir! ergieß Dich ganz in mich! Zerspring du, meine Brust! zertheile dich, mein Herz! Hier wallt der Gnadenbrunn, hier lösche deinen Schmerz! Ach mein Jesu 2c. 4. O, trinke diesen Saft des Herrn Jesu Blut, Bis dn von ihm geheilt, von dieser Lebensfluth Ersättigt, erquickt, befreit von allem Leid, Von deinem Jesus voll, versinkst in Seligkeit. Ach, mein Jesu zc. Ostergesänge. 113. Gewaltiger Herrscher im seligen Reich, Dem göttlichen Vater von Ewigkeit gleich, Ge= bietender Sohn, deine schaffende Macht Hat Alles aus Nichts zu dem Dasein gebracht. Allel. 2c. 2. Allmögender Schöpfer! beim Anfang der Welt Erschuf deine Macht, die noch Alles er= bält, Den Adam, und gab ihm dein eigenes Bild, Den Geist, der vom göttlichen Wesen ertquillt. 3. Du knüpftest mit künstlich verbindender Hand Das nicht zu begreifende beimliche Band, Das Band, das den edlen unsterblichen Geist Verbind't mit dem Leib', den der Moder hinreißt. 4. Der listige Satan, getrieben von Neid, Verführte den Menschen zum schrecklichen Leid, Er machte das göttliche Menschengeschlecht, Durch Laster abscheulich, zum ewigen Knecht. 5. Du sahest erbarmend der Sterblichen Noth, Zertrateft die Schlange, zertratest den Tod; Du hast in dem Fleische durch Sterben und Leid Dies göttliche Bild in dem Menschen erneut. Ostergesänge. 127 6. Die reinste Mutter gebar Dich der Welt; Das Grab gibt Dich wieder als siegenden Held; Du winkst und wir werden auch glorreich er= stehn, Wenn wir jetzt dem Tode der Sünde entgehn. 7. Hirte, Du nimmst deine Heerde nun auf, Du wäschest dieselbe durchs Wasser der Tauf'; Dies Wasser des Lebens befreiet vom Tod', Bertilget die Sünde, versöhnet mit Gott. 8. Am Kreuze, das längst uns gebührte zum Lohn, Da wähltest Du, Jesu! den schmerzlichen Thron, Du gabest, verschwendend das köstliche Gut, Für unsere Sünden dein eigenes Blut. 9. O Jesu, damit Du nach Qualen und Schmerz, Dort ewig erquickest der Sterblichen Herz, Erhalte die Wiedergeborenen frei Bom Tode der Sünden, erhalte sie neu. 10. O, preiset den Vater auf ewigem Thron! Preis't seinen vom Tode erstandenen Sohn! Erhebet mit Pfalmen den heiligen Geist, Den Jesus der Erde zu geben verheißt! 114 Jauchze, du selige Welt* o jauchze nach Kummer und Leiden! Heut' führt die Sonne binauf zu uns den festlichen Tag; O, den beglückenden Tag, den Tag des Triumphs und der Freuden, Da der Erlöser im Sieg* tilgte der Sterblichen Schmach. Allel. Allel. Allel. 2. Sebt, wie die ganze Natur* verjüngt den göttlichen Sieger Froh ißt empfängt im Triumph. O schauet, da mächtig der Held Gänzlich besieget das Heer* der schrecklichen 128 Ostergesänge. höllischen Krieger, Krönt sich mit Palmen der Wald, schmückt sich mit Blumen das Feld. Allel. 3. Künstlich verändert den Ton,* und lachet von blühenden Höhen Jauchzend die Nachtigall Tir, großer Erneurer der Welt! Alles frohlocket Dir, Held!* wir, deine Versöhneten sehen, Daß nun die Erde durch Dich* Segen und Freuden erhält. Allel. 4. Glänzend erhebt sich dein Volk!* schneeweiß von den beiligen Wellen, Frei von dem sündlichen Gräu'l,* frei von dem ewigen Leid, Siegender Jesu, verleih,* daß nimmer die Mächte der Höllen Wieder besiegen dein Volk!* gib uns die Kron' nach dem Streit'! Allel. 115. Jesus fiegt; die Todtengrüfte Läßt er leer, und durch die Lüfte Dringt ein froher Jubelton. Ach! entreiß auch mich der Erde, Daß mein Geist ganz heilig werde, Auferstand'ner Gottessohn! Mit Cherubim, mit Seraphim, preisen wir Dich, Jesu. 2. Herr! Dich will ich glorreich sehen Dort; und ich will auferstehen Hier von meinem Sündentod'. Web dem, der nach Eitlem strebet, Nur der Welt und Wollust lebet! Er ist todt, lebt nicht vor Gott. Mit( Sherubim 2c. 3. Herr, mein Geift soll sich aufschwingen Stets zu Dir, zu ew'gen Dingen, O, dann leb' ich glücklich hier! Heil'ge Du, Gott, meine Triebe! Gib mir Glauben, Hoffnung, Liebe! Laß mich leben bloß in Dir! Mit Cherub. 4. Laß mich alle Sünden fliehen, Dies allein sei mein Bemühen, Dich zu lieben in der Zeit! Ostergesänge. 129 Herr! dann kann ich einst mein Leben Froh beschließen; Dich erheben Werd' ich dann in Seligkeit. Mit Cherubim 2c. 5. Dann werd' ich nicht ängstlich flehen, Wenn uns einst zum Auferstehen Deiner Allmacht Stimme ruft. Jauchzend werd' ich Dir dann singen, Wenn ich froh mich werde schwingen, Aus dem Staube meiner Gruft. Mit Cherub. 6. Ja, verklärt werd' ich erscheinen, Nicht mehr seufzen, nicht mehr weinen, Nichts betrübt dann meine Brust. Jesus lebt! auch ich soll leben! Welch ein Trost für mich!- ich leben, Stets getränkt mit Himmelslust! Mit Cherub. 2c. 7. Aber zittert, freche Spötter; Zittert, ünder! kein Erretter Ist für euch in jener Zeit; Wie wird eure Seele beben, Wenn sich jener wird erheben, Angethan mit Herrlichkeit. Mit Cherubim 2c. 8. Jener, den ihr jetzt verschmähet; Weh euch, web, wenn ihr ihn säbet Heute noch in eurem Tod'! Ha, ihr werdet ihn bald sehen, Nechzend, heulend vor ibm flehen, In der allergrößten Noth. Mit Cherubim 2c. 9. Dann wird er auch euch verachten! Ewig läßt er dann verschmachten Euch in schwerer Höllenpein. Spötter, nie will ich euch hören, Nie soll mich eu'r Wahn bethören. Jesus, ich will selig sein! Mit Cherubim 2c. 116. Froblockt dem neu erstand'nen Held! Er hat den Tod bezwungen. Erlös't hat er die Sündenwelt; Er hat den Sieg errungen. Uns 130 Ostergesänge. hat er mit seinem Blut Erkauft sein Reich, dies ew'ge Gut, O preift den Ueberwinder! Allel. 2. Die Erde bebt, die Hüter fliehen, Vom Engelglanz bezwungen; Seht, wie sie sich dem Grab' entzieh'n, Schnell, ganz von Furcht durchdrungen! Zeugen sind sie, daß nun ist Vom Tod' erstanden Jesus Christ, Wie er es hat verheißen. Alleluja. 3. Seht, so muß auch der Feinde Schaar Zur Wahrheit Zeugniß dienen. Der Hüter, der beim Grabe war, Ist selbst als Zeug' erschienen. So wird immer der zum Spott, Der thöricht wider seinen Gott Sich will in Stolz erheben. Alleluja. 4. Held, gekrönt mit Majestät, An den wir feste glauben, Der siegreich aus dem Grabe geht. Wer will den Trost uns rauben, Daß Du unser Heiland bist, Daß Gott der Zeuge selbst nun ist, Der Dich hat auferwecket. Alleluja. 5. O, nun gib mir, erstand'ner Held, Daß ich im Glauben wandle, Und nach dem Glauben bis zum Tod', Als dein Getreuer handle. Einst kommst Du mit großer Macht und rufft uns aus des Grabes Nacht Zu deinem Richterthrone. Alleluja. 6. Herr, laß es in der Lebenszeit Uns stets mit Ernst erwägen, Daß Du durch Kreuz, und Angst und Leid Erwarbst uns Heil und Segen! Wenn wir Dich nun hier verschmäh'n, O, wie wird es uns dort ergeh'n, Wenn Du in Strenge richtest. Alleluja. Ostergesänge. 131 117. Christus ist auferstanden; Wir find erlöst von Banden Des Todes. Christen, freuet euch! Nun gibt uns Gott sein ew'ges Reich. Alleluja. Allel. Allel. 2. O, stärfster Trost im Leiden! Gedanke voll von Freuden; Daß Jesus lebt, der Heiland lebt, Der uns beschüßet und erhebt. Alleluja. 3. Beschämt sind Jesus Feinde; Erquickt sind seine Freunde, Uns schenkt er seine Siegeskron', Zu Schanden wird der Spötter Hohn. Alleluja. 4. Da Magdalena weinet, Nach Jesu seufzt, erscheinet Zuerst ihr in der frohen Pracht Der Sieger, der uns selig macht. Alleluja. 5. Dann sieht ihn nach den Thränen, Nach fummervollen Sehnen Der frommen Weiber treue Schaar, Die früh bei seinem Grabe war. Alleluja. 6. Nun zeigt er sich den beiden, Die tiefgebeugt von Leiden, Nach Emmaus voll des Trauerns gehn, Und dort ihn mit Frohlocken sehn. Alleluja. 7. Der Tag hat sich geneiget, Da sich auch Jesus zeiget Den Elfen, die er nach dem Leid Erquickt mit froher Seligkeit. Alleluja. 8. O Jesus, unsre Wonne! O Licht! o Gnadensonne! Erstand'ner, Du zeigst deine Kraft, Die Allen Heil und Leben schafft. Alleluja. 9. Ja, deine Boten siegen; Die Gößentempel liegen Im Staube, Gott, nun wird bekehrt Die Welt durch deinen Geist belehrt. Alleluja. 10. Und mich soll nun nicht schrecken Das Grab, das mich wird decken; Du Schöpfer schüßest 132 Oftergesänge. mein Gebein, Einst wird es leben, sich erfreu'n. Alleluja. 11. Dann werd' ich Dich anschauen, Dich, Gott, Dich, mein Vertrauen, Verklärt dort in der Herrlichkeit, Wenn ich Dich liebe in der Zeit. Allel. 118. Erstanden ist des Höchsten Sohn; Frohlockt in hohem Jubelton! Nach Tod und banger Traurigkeit Siegt er in froher SeligFeit. Allel. Allel. 2. O bringt dem lleberwinder Dank, Bringt ihm Triumph und Lobgesang! Der Himmel singt durch ihn erfreut, Die Welt frohlockt durch ihn erneu't. Allel. 3. Die Hölle zittert, ächst und heult, Den Vätern ist das Licht ertheilt; Es herrscht von seinem Kreuzesthron Der Sieger, Jesus, Gottes Sohn. Allel. 4. Magdalena, weine nicht! Es lebt dein Herr, dein Trost, dein Licht; Dein Jesus lebt, der uns erfreu't! O such' ihn nicht mit bangem Leid. Allel. 5. O, jauchze, treue Jüngerschaar! Der an dem Kreuz gestorben war, Den deine Wehmuth hat beklagt, Der lebt, so wie er hat geſagt. Allel. 6. Auch du, der du erstanden bist Vom Sündentod, beglückter Christ, Frohlocke, da dir Gnad' und Heil Durch deine Buße ward zu Theil. Allel. 7. O, bleib nun deinem Heiland treu! Du bist durch seine Gnade neu! O, streite, daß die Siegeskron' Sei ewig deiner Tugend Lohn. Allel. 119. Froblocke nun, o Christenheit! Dein Ostergesänge. 133 Herr hat überwunden; Er bringt dir Leben, Seligkeit, Und frohe Segensstunden; Die Hölle liegt von ihm bezähmt, Der freche Jud' ist nun beschämt; Dein Heiland siegt, Alleluja. 2. O Tod, wo ist nun deine Macht, Und wo sind deine Schrecken? Zerstreu't ist deine traur'ge Nacht; Gott wird uns auferwecken. Der Sieger, Jejus, reißt uns heut' Aus deiner öden Dienstbarkeit. Singt diesem Held Alleluja! 3. Erlöset ist der Väter Schaar, Und Abram ist in Freuden; Der Welt zeigt Jesus offenbar, Daß wir nach Tod und Leiden Auch wieder wer= den aufersteh'n Und ewig lebend dort ihn seh'n Mit Macht erhöht, Alleluja. 4. Du bist gesegnet Christi Braut! Dein Haupt ist aus dem Grabe, Die Glieder, die dir find vertraut, Sind auch durch seine Gabe Bom Sündentod' nun auferwacht Opreis't des Ueberwinders Macht, Und singet ihm Alleluja! 5. Erwäg' es wohl, bekehrter Christ; Nun herrscht in deinem Herzen Dein Gott, der heut' erstanden ist, Er sah auf deine Schmerzen. Ja, unser Herz, Gott, ward dein Reich Durch unsre Buße; Gott, entweich' Doch nie von uns. Allel. 6. Mein Geist, du warst im Sündenstand Der Hölle gänzlich eigen, Fern von des Himmels Vaterland! Du mußt Gott Dank erzeigen. Er machte von der Sclaverei Des Satans dich vom Neuen frei, Bleib' Gott getreu! Alleluja! 7. Erstand'ner Gott, Du hast gezeigt Dem Thomas deine Wunden; O, sei durch sie uns einst geneigt In jenen Schreckensstunden; Wenn wir 134 Oftergesänge. aus unserm Grabe gehn, Und vor Dir im Gerichte stehn, Dann hilf uns, Herr, Alleluja! 120. Ihr, die man im Schmucke der Unschuld erblickt, Beim göttlichen Mahle des Lammes erquickt, Kommt, preiset den Heiland, besingt seine Ehr'! Nach glücklich durchwandertem blutigen Meer! Alleluja. Alleluja. 2. Wir sind von der Liebe ganz göttlich beschenkt, Da diese mit eigenem Blut uns jetzt tränft, Sie opfert den heiligsten Körper dem Tod'; Wer liebt so die Menschen? fein Andrer als Gott. Allel. Allel. 3. Die Schwellen, mit Blute besprenget, ers blickt Der Engel des Tod's, der entweichend erschrickt. Die Wellen eröffnen den tödtlichen Schlund, Die Feinde versinken, erblaßt in den Grund. Allel. Allel. 4. Wunder der Liebe noch immer geübt! Ja, Gott hat die Seinen unendlich geliebt. Er selbst will die Speise des Herzens nun sein. Bereitet die Herzen, erhaltet sie rein. Alleluja. 5. O himmlischer Held, deine mächtige Hand Zerriß das uns fesselnde tödtliche Band, Du hast überwunden durch göttliche Kraft Die Höll, und uns ewige Reiche verschafft. Allel. Allel. 6. Die lang' uns verschlossene himmlische Thür Ist glücklich, o Sieger, eröffnet von Dir! Durch Dich überwunden, verlor seine Nacht Der hochmüth'ge Fürst in der ewigen Nacht. All. All. 7. O Jesu, damit Du nach Kummer und Schmerz, Dort ewig erquickest der Sterblichen Oftergesänge. 135 Herz, Erhalte die Wiedergeborenen frei Vom Tode der Sünden, erhalte sie neu! Allel. Allel. 8. Dank sei Dir, v Bater, auf ewigem Thron! Dank deinem vom Tode erstandenen Sobu! Er= hebet mit Psalmen den heiligen Geist, Ten Jesus der Erde zu geben verheißt. Allel. Allel. 121. Strockne nun die Thränen ab, Du Himmelskönigin! Dein Sohn verließ im Sieg' das Grab. Alleluja. Froblocke jetzt Maria. 2. Er überwand der Hölle Macht Die uns besiegte; Und er zerstreut des Todes Nacht. Alleluja. Frohlocke jetzt Maria! 3. So wie dein Jesus hat geſagt. Ist er erstanden; Nun herrscht er, den du hast beklagt. Alleluja. Froblocke jetzt Maria! 4. Er hat uns von dem Tod' befreit, Von Satans Banden; Er krönt uns mit Barmber= zigkeit. Alleluja. Froblocke jetzt, Maria! 5. O, laß uns nun, durch ihn erneut, Ihn immer lieben, und ringen nach der Seligkeit. Alleluja. Erfleb' uns dies, Maria! 6. Das Laster laß uns ewig scheu'n, Den Tod der Seelen! So theu'r erlös't, in Gott uns freu'n. Alleluja. Erhalt' uns dies, Maria! 7. Tbeur' sind wir Jesu, deinem Sohn, Der uns erkaufte Mit Blut und Tod die ew'ge Kron'. Alleluja. Preis ihm und dir, Maria. 8. Erwirb durch Jesum uns den Sieg, Wenn unsre Feinde Erheben wider uns den Krieg! Alleluja. Dann fleh' für uns, Maria! 9. Daß, wenn wir werden auferstehn Einst 136 Himmelfahrtsgesänge. aus dem Grabe, Wir mit Dir Jesum jauchzend sehn. Alleluja. Erhalt uns dies, Maria! Himmelfahrtsgesänge. 123. Auf, auf, mein Herz, entreiße dich Dem schnöden Nichts der Erde! Dein Hirt und Herr erbebet fich Von der erlös'ten Heerde Zum Himmel, zu des Vaters Thron Fährt unser Jesus, Gottes Sobn; Kannst du denn hier noch leben, An eitlen Dingen kleben? 2. Hier, wo dich Sünde, Qual und Noth, Versuchung stets umgeben? Hier, wo die Welt, dein Fleisch, der Tod Nach deiner Seele streben? Ach, wär' ich schon dahin gerückt, Von hier, wo alles niederdrückt, Zu dir, o Ziel der Herzen! Wann stillst du meine Schmerzen? 3. Sich! meine Seele ringt zu Dir, Mein Jesus, mein Verlangen! Mein Heiland, ach! wann gibst du mir Dich, Bester, zu umfangen? O, wie mein Inn'res nach Dir ächt! So, wie ein Hirsch nach Quellen lechzt! Sieb, Jesu, meine Thränen! O, sieh mein banges Sehnen! 4. Ach, wann wird doch dein Knecht befreit Vom harten Joch der Sünde! Ach Jesus, meine Seligkeit, Gib, daß ich Dich bald finde! O bestes Gut! o Gott, mein Freund, Ach, wär' ich schon mit Dir vereint! Mit seligem Entzücken Laß mich Dich bald erblicken! 5. Mit welcher Liebe werd' ich Dir, Mein Licht, entgegen gehen, Wenn ich nach traur'ger Nacht, von hier, Entrückt, Dich werde sehen! O, säh' ich Dich, mein Gott, noch heut', Noch heut' Himmelfahrtsgesänge. 137 in deiner Herrlichkeit! Laß mich noch heute sterben, Dich, Bester, zu erwerben! Erstes Chor der Engel auf Erden. 123. Der Herr ist Herrscher aller Welt, Und Alles, was sie in sich hält, Erkennet zitternd seine Macht, Der Herr hat es hervorgebracht. Zweites Chor der Engel im Himmel. Die Welt ist auf dem Meer erbau't! Wer ist, der Gottes Macht nicht schau't? Er hieß sie auf den Wässern stehn! Er sprach: Nun war es schon geschehn. Erstes Chor. Wer wird zum Himmel sich erhöh'n, An Gottes beil'gem Orte stehn? Wer nie die Hand bat ausgestreckt Zum Laster, noch sein Herz befleckt. Zweites Chor. Der seine Seele nicht entehrt Durch Eitel= feit, nicht trügerisch schwört, Der seinen Nächsten nie verleßt, DieTugend, Lieb' und Wahrheit schäßt. Erstes Chor. Ja, dem wird Segen, Glück und Heil Von Gott in reichem Maaß zu Theil; Den rettet Gott aus allem Leid, Und krönt ihn mit Barmherzigkeit. Zweites Chor. Ja, so muß tugendvoll und rein Vor Gottes Auge jeder sein, Der nach dem höchsten Schöpfer strebt, Und sich zum Heiligthum erhebt. Erstes Chor. Ihr Fürsten, hebet schnell empor Des ew'gen Reichs erhab'nes Thor! Der große König kommt. mit Macht, Und ihm gebühret Ehr und Pracht. Himmelfahrtsgesänge. Zweites Chor. Hi Wer ist der König solcher Pracht, Daß ihm gehorcht des Himmels Macht? Erstes Chor. 138 Es ist der allerstärkste Held, Ein Sieger und ein Herr der Welt. Zweites Chor. Wer ist der König solcher Pracht, Daß ihm gehorcht des Himmels Macht? Erstes Chor. Es ist der Herr der Herrlichkeit, Der Gott der Kraft, der euch gebeut. 124. Nun haßt mein Geist die eitle Welt, Die feinen Trost für mich enthält, Da mein Erlöser, Gott, mein Freund, Von uns getrennt, nicht mehr erscheint! 2. Er ist mit Glanz und Majestät Zu Get= tes Rechten jetzt erhöht, Wo Cherubim und Seraphim Das Siegeslied mit Jubelstimm' 3. Ihm singen, zitternd vor ihm stehn, Und zu ihm, ihrem Herrscher, flehn, Er herrscht nach dieser ZeitenLeid, Umstrahlt mit ew'ger Herrlichkeit. 4. Auf, Herzen, auf, dahin gestrebt, Wo siegend nun eu'r Jesus lebt! O, fliehet, flieht die Eitelkeit! Auf, auf zur sel'gen Ewigkeit. 5. Heil dem, der Dir, o Jesu! gleich Nichts sucht, als Gottes Ehr' und Reich, Der hier für seinen Nächsten lebt, Und nach dem Heil der Seelen strebt. 6. Dem gibst Du einst den großen Lohn, Er herrscht mit Dir auf deinem Thron! Mit Majestät und Himmelsglanz Umflossen, trägt er seinen Kranz. Himmelfahrtsgesänge. 139 7. Gott, dessen Wort die ganze Welt Aus Nichts erschuf und noch erhält, Erhebe doch mein Herz von hier Im ganzen Leben hin zu Dir! 8. Daß ich auch, den Du durch dein Blut Erkauftest, dieses große Gut Erringe, nach der Lebenszeit Zu herrschen in der Seligkeit. 9. Ja, ich will alle Sünden fliehen, Den eitlen Dingen mich entziehen, Dem Nächsten bel= fen in der Noth, Dich einzig lieben bis zum Tod'. 10. Dann wird mein Auge freudig Dich Erblicken, wenn das Laster sich Verbirgt in Angst, wenn Du in Pracht zu richten kommst mit starker Macht. 11. Ozeige Du der Welt Dich bald In deiner göttlichen Gestalt! Dann schweigt der Lästrer Spott und Hohn, Angst, Qual und Noth sind dann ihr Lohn. 125. Jeju, der Menschen Erlöser und Heil, Du Freude der Herzen, der Seligen Theil! Erneurer und Schöpfer der glücklichen Welt! O Sonne der Liebe, Beschüßzer und Held! Alleluja! Alleluja! 2. O, welches Erbarmen, o welch eine Huld, Daß Du für uns Schuldige trugest die Schuld! Nur Liebe bewog Dich, zu leiden den Tod, Zu retten uns Arme von ewiger Noth. Alleluja! Alleluja! 3. Du öffnest, o Sieger, die höllische Kluft, Und bringst die Gefangnen aus trauriger Gruft; Du fizest nach glücklich beschlossenem Krieg Zur Rechten des Vaters im prächtigen Sieg. Allel. Alleluja. 140 Himmelfahrtsgesänge. 4. Dich zwinget dein väterlich liebendes Herz Zu beilen den Schaden, den Kummer, den Schmerz, Den leider gebieret das sündliche Gift, Das lange verwundend die Seelen noch trifft. Allel. Allel. 19 5. Du herrschest nun oben im göttlichen Licht, O, Vater vergiß deiner Kinder hier nicht! Und laß uns nach dieser gefährlichen Zeit Dich sehen im Lichte, befreiet vom Leid! Allel. Allel. 6. Du Weg zu dem Leben, zum ewigen Reich, OZiel unsrer Herzen, mach' diese Dir gleich, Gib Freude den Thräneu, o göttlicher Sohu! Sei Du einst im Himmel der herrliche Lohn. Allel. Allel. 126. O ewig erhabener König der Welt! Herr, dessen Erbarmen uns Sünder erhält! Der Tod ist erwürgt, seine Pfeile sind stumpf, Tu haft ihn bezwungen, dein ist der Triumph. 2. Du fährst nach glücklich vollendetem Lauf Mit frobem Gepränge zum Himmel hinauf; Der alles beherrschenden göttlichen Macht Gebühret dort oben die ewige Pracht. 3. Dir, göttlicher Streiter, Dir mächtiger Held, Dir bieget der Himmel, die Hölle, die Welt Jetzt völlig ergeben das bebende Knie; Du hast sie ersieget, dein eigen sind sie. 4. Das göttliche Schicksal der Menschen erblickt Der Engel, der stauuend und zitternd erschrict, Gott heilet im Fleische das sündliche Fleisch. Der Schöpfer regieret im menschlichen Fleisch. 5. Allmögender Herrscher, der Alles erhält, Pfingstgesänge. 141 Fern sei uns die Freude, die Dir nicht gefällt! Sei Du unsre Freude, belebe die Brust! Sei Du unser Lohn in der ewigen Lust! 6. Wir fleben im Staube: Verzeih uns die Schuld Und send' uns von oben die mächtige Huld!! hebe zu Dir, zu dem göttlichen Thron Die klebenden Herzen am eitelen Thon. 7. Das, wenn einst die Rache mit Donner erwacht, Und Du kommst zu richten mit schreck= licher Macht, Uns Sünder nicht strafest mit höllischer Gluth, Erbarmend uns schenfest der Seligen Gut. 8. Dukehrest durch Leiden, obsiegender Sohn! Nun glücklich zurücke zum göttlichen Thron! So singe Dir Alles mit frohem( Sesang Dem Vater, dem Geiste, den ewigen Dank! Pfingstgesänge. 127. Vor Dir fall ich hin im Staube, Tief gebeugt vor demem Thron, Heil'ger Geist, an den ich glaube, Von dem Vater und dem Sohn Gebst Du aus! vor allen Zeiten, Gott, und Du bist beiden gleich, Herrschest in den Ewigkeiten Eins mit ihnen in dem Reich. 2. Auch Du kamst zu uns auf Erden, Gossest Dich in unser Herz, Daß wir sollen göttlich wer den, Frei vom Fluch und ew'gen Schmerz, Deiner Allmacht große Stärke Wiesest Du bei deiner Schaar, Die des Heilands Wunderwerke Sah, und ihm ergeben war. 3. Da du selbe Sprachen lehrtest, Die sie sonnst noch nie gekannt, Sie mit Heldenmuth be= 142 Pfingstgesänge. währtest, Der am Tod nichts schrecklich fand, Du umschufst den Kreis der Erden, Lehrtest, was noch kein Verstand Je begriffen, und nun werden Gottes Wunderwerk erkannt. 4. Geist der Stärke, Geist der Liebe, Zeig' auch an mir deine Kraft! Gib mir heil'ge Heldentriebe, Daß ich alle Leidenschaft, Alles Böse überwinde, nur nach Dir, o höchstes Gut, Strebe, dort Dich endlich finde. Gib Tu mir im Lei= den Muth! 5. Ew'ges Licht, ach komm, erleuchte Die, so in der Sündennacht, Da sie Stolz und Irrthum beugte, Blind verkannten deine Macht, Die sich deiner Kirch' entrissen, Die der Wahrheit widerstehn, Spötter, die in Finsternissen Wege zum Verderben geh'n. 6. Zeige, daß die ew'ge Weisheit Ihre Kirche wohl gebaut, und es deiner treuen Wahrheit Sie zu führen anvertraut; Daß sie, stets durch Dich geleitet, Nie in Irrthum fallen kann. Weh dem, welcher sie bestreitet, Fruchtlos ficht sie Satan an. 7. Beuge Du die stolzen Seelen, Laß sie deine Wahrheit sehn! Lehre jene, welche fehlen, Daß sie einst vor Gott bestehn! Rett' uns alle vom Verderben! Laß' den Erdkreis heilig sein! Laß uns alle selig sterben! Schüß' uns in der Todespein! 128. Cs werden vom Wechsel der flüchtigen Zeit Die jährlichen Freuden der Christen erneut. Da heut' sich vom Himmel der tröstende Geist In seufzende Herzen der Jünger ergeußt. Allel. Allel. Pfingstgesänge. 143 2. Der Alles durch mächtige Gnaden erhält, Erscheinet in feurigen Zungen der Welt, Entzündet im Herzen den süßesten Brand, Und löset den schweigenden Zungen das Band. Allel. Allel. 3. Die Zunge spricht allerlei Sprachen ganz frei, Die Völker der Erde erstaunen hierbei; Die Bösen betrüget der irrige Schein, Als rede aus nüchternem Herzen der Wein. Alleluja. 4. Dies Wunder geschah nach der OsterenZeit, Da nach dem Gesetze das traurige Leid Der Sünder sich glücklich in Gnade beschließt, Und selige Wonne vom Büßen entsprießt. Alleluja. 5. Wir bitten Dich, Schöpfer, um Gnad' und um Licht, Mit tief zu der Erde geneigtem Geficht! O, gib uns von oben die Gabe, den Geist, Daß findliche Liebe von Herzen Dich preis't. Allel. 6. Du hattest durch Gnaden uns heilig ge= macht, Ach! doch hat die Sünd' uns in Schande gebracht; O Bater, verzeihe den Kindern die Schuld! Gib wieder den Frieden, gib Segen und Huld. illel. Allel. 7. Es singedem Vater die glückliche Welt, Die beute von oben den Tröster erhält! Sie finge dem Sohn und dem göttlichen Geist, Der sich in die Herzen der Frommen ergeußt. Allel. Allel. 129. Gott, der Du die Menschen liebest, Deinen Geist den Frommen giebest, Neu'voll fleb ich, Herr, zu Dir, Gib doch deinen Geist auch mir! Gib, daß er mein Herz erfreue, Mich Dir ganz zum Tempel weihe. 2. Ach, wenn er mein Herz nicht lehrt, Wird 144 Pfingstgesänge. es von der Welt verkehret, Von der Sünd' und Eitelkeit Ganz geschändet, ganz entweiht. Durch ibn werd' ich selig leben, und mich Dir, mein Gott, ergeben. 3. Jesum werd' ich auch verkennen, Ihn nicht meinen Heiland nennen. Wenn er nicht durch seine Kraft Mir den Glaubenssieg verschafft. Seine Stimme laß mich hören, Und durch ihn den Mittler ehren! 4. Er hat sich in mich ergossen, Da die heil' gen Wasser floffen In der Tauf einst über mich. Gott! und ich betrübte Dich! Da ich deine Stimm' nicht hörte, Deinen Tempel, mich, zerstörte. 5. Geist der Gnaden, ach verzeihe! Komm, ach komm doch, und erneue Mein durch Sünd' entweihtes Herz, Welches vor Dir seufz't in Schmerz. Wahre Buße will ich üben, Stets Dich, bestes Wesen, lieben. 6. Ew'ge Quelle aller Güter, Heil der wankenden Gemüther, Gib, o gib mir Schwachen Kraft, Daß ich alle Leidenschaft, Allen Irrthum überwinde, Nie mein Herz befleck' in Sünde! Fülle mich mit heilgen Trieben, Uleber Alles Gott zu lieben! Gib, daß ich den Jüngern gleich, hier verbreite Gottes Reich, Nach der besten Tugend strebe, Aller Welt zum Nußen lebe. 7. 8. Geist des Friedens, Geist der Liebe, Gib, daß ich stets Sanftmuth übe, Daß ich, stets von Rachgier frei, Ein Getreuer Jefu sei; Daß ich andrer Unschuld schüße, Daß ich sei der Waisen Stüße. 9. Gib, daß ich mich selbst erkenne, Und mich Pfingstgesänge. 145 nicht vollkommen nenne, Durch dein Licht sei mir entdeckt, Was Verborgnes in mir steckt! Laß mich nie vermessen handeln, Laß mich stets in Demuth wandeln! 10. Was ich Gutes an mir habe, Ist ja, Gott, nur deine Gabe; Alles Gute kommt von Dir, Fern sei aller Stolz von mir. Laß mich dein Erbarmen preisen, Ewig dort Dir Ruhm erweisen! 11. Bester Tröster, Geist der Güte, Ach, erquicke mein Gemüthe, Wenn mich Sünd' und Hölle schreckt, Angst und Trübsal mich bedeckt. O, gib einst in Todesschmerzen Trost und Sieg dem bangen Herzen! 130. Komm, göttlicher Geist, komm ertheil' uns dein Licht, Das Licht, das dem eitelen Herzen gebricht, Komm, Vater der Armen, komm, ewiges Gut! Komm, Geber der Gaben, Gib Leidenden Muth! 2. Komm, Sonne der Herzen, die Alles erfreut! Komm, mächtiger Tröster in Kummer und Leid! O komm doch, erquickender süßester Gast! Beglücke die Seelen mit himmlischer Raft! 3. Du Starker, in welchem der Kämpfende ruht, Erstick in dem Menschen die sündliche Glut! O seliges Licht, sei der Gläubigen Theil, Erfülle die Erde mit Tugend und Heil! 4. Du Quelle des Segens, die Du uns belebst, Wenn Du nicht durch Gnade den Menschen erhebst, So sinkt er zur Erde in Sünden und Tod, Zum feurigen Abgrund, zur ewigen Noth. 7 146 Pfingstgefange. 5. O wasche vom Wuste der Sünden das Herz Durch Thränen der Buße, durch heiligen Schmerz! Beglücke die lechzende Seele mit Huld, Und heile die töötlichen Bunden der Schuld. 6. Gott, beuge den Stolzen, der frech widerstrebt Dem Lichte, der taumelnd in Finsterniß schwebt, Entflamme durch Liebe den laulichen Geist, Daß er, nach Dir brennend, der Welt sich entreißt. 7. Erbarmend entziehe noch heut' der Gefahr, Die schändlich vom Irrthum betrogene Schaar! Gib deinen Getreuen, die fest auf Dich bau'n, Die Fülle der Gnaden nach ihrem Vertrau'n. 8. Gib unserer Tugend die Kron' nach dem Streit! O laß uns in Gnade beschließen die Zeit! Erquick in dem Tode die schmachtende Brust! Und führe die Seele zur ewigen Lust. 131. O tomm, Du Schöpfer, Gottes Geist! Komm zu der Seele, die Dich preis't! Erfülle Du der Deinen Brust Mit Gnad' und Stärk und heil'ger Lust! 2. O Geist, den man den Tröster nennt, Unt für des Höchsten Gab' erkennt, O Lebensbrunn o Liebesglut, Der Seele Salbung, bestes Gut 3. Allmächt'ger Geist, der Alles lenkt, Der un die sieben Gaben schenkt, Der stumme Zunger redend macht, Wie es der Vater zugesagt. 4. Gib dem Verstand dein göttlich Licht Dem Herzen Feu'r, das ihm gebricht, Gib unser schwachen Körper Kraft, Zu meiden alle Le denschaft. Pfingstgesänge. 147 5. Vertreib der Feinde böse Schaar, Gib Frieden, hilf in der Gefahr! O hilf uns, starker, heil'ger Gott, Die Sünde fliehen bis zum Tod! 6. Laß uns den Vater und den Sohn, Und Dich, der wahren Tugend Lohn, Dich Geist, stets kennen in der Zeit, Und preisen froh in Ewigkeit! 7. Der Vater sei gebenedeit Von seiner ganzen Christenheit, Auch der Erlöser und der Geist, Der uns die Lebenswege weis't. 132. Ach, fomm zu uns, Du Geist der Kraft! Der neu' und heil'ge Herzen schafft, Erschaff' ein reines Herz in mir, Das immer sich nur sehnt nach Dir! 2. Erlösche Du in meiner Brust Den Trieb nach schnöder Fleischeslust! Den bösen Hang nach Ehr und Geld, Den Hang nach Eitelkeit und Welt! 3. ODu, der Seelen einz'ge Lust, Die nur den Frommen ist bewußt, Arzt, der Du alle Schmerzen stillst, O, komm, daß Du mich ganz erfüllst! 4. Du, der das Herz zu Gott erhebt, Durchdringt, erfüllet und belebt, Du, der Weisheit ewig Licht, Verlaß mich, dein Geschöpf, doch nicht! 5. Erheb' Dumeinen schwachen Muth Weit über alles Erdengut, zu dir hinauf zur Ewigkeit, Daß ich sei heilig jederzeit! 6. Du Gnadenthau, den Jesus gab, O laß dich in mein Herz hinab, Daß diese dürre Wüstenei An aller Tugend fruchtbar sei. 7. Du treuer Führer, Wahrheitsgeist, Der 148 Dreifaltigkeitsgesänge. uns die Lebenswege weis't, Belehre Du im Zweifel mich, Führ' Du mein Herz, sonst irrt es sich. 8. Durch Dich ward ich einst neugebor'n, Zum Kinde Gottes auserfor'n 3m heilgen Bade doch weh' mir! Ach, untreu wich ich, Gott, von Dir. 9. Ach, hätt' ich Dich doch nie betrübt Durch Sünde, die ich ausgeübt! O kehre wieder zu mir ein! Laß ewig mich dein Tempel ſein! 10. Komm, Gott, und bleib mein Eigenthum, Dann will ich ganz zu Deinem Ruhm Leib, Seel' und alle Kräfte weih'n, Und einzig mich in Dir erfreu'n. Dreifaltigkeitsgesänge. 133. Groß ist Gott; er sprach: Es werde! Da ward Himmel, Meer und Erde. Groß ist Gott! Gott zürnt und spricht, Und des Himmels Feste bricht; 2. Und des Abgrunds Tiefen heulen, Bliz und Tod und Schrecken eilen, Wenn er winkt; wie Wachs zergeht, Was erhaben vor ihm steht. 3. Dieser Gott will an uns denken, Uns, dem Staube, Gnaden schenken! Er entdeckt uns in der Zeit, Gott- uns- seine Wesenheit! 4. Ja, uns Staub will er erhöhen, Und wir dürfen vor ihm flehen. Staunet, wenn dem Herrn der Welt Unser stammelnd Lied gefällt! 5. 3itternd, Gott, vor deiner Größe, Tief ge beugt von meiner Blöße, Bet' ich Dich, Dreiein'ger, an, Den kein Geist ergründen kann! 6. Demuthsvoll will ich Dich ehren, Deine Rache wird verzehren Jenen frechen Erdensohn, Der sich wagt an deinen Thron. Dreifaltigkeitsgesänge. 149 7. Will der Wurm, der Staub durch gründen Seinen Schöpfer? Weh dem Blinden, Der, da er sich selbst nicht kennt, Gott nicht unbegreiflich nennt. 8. Preis Dir, unergründlich's Wesen, Gott, daß Du uns haft erlesen, zu erkennen deine Macht, Deiner Gottheit Eigenschaft. 9. Laß uns deine Huld besingen! Dort dir jenes Danklied bringen: Heilig, heilig bist Du Gott! Heilig, Herrscher Sabaoth! 134. Auf, mein Herz! auf, Gott zu lieben! Dich in seinem Dienst zu üben! Dir verkündigt alle Pracht Der Geschöpfe seine Macht. 2. Ja, die Himmel, deine Werke, Preisen Dich, Dich Gott der Stärke! Du bast dort die Sonn' erhöht, Aus ihr strahlet Majestät. 3. Ein unzählbar's Heer der Sterne Spricht in unermeßner Ferne: Seht, erstaunet, groß ist Gott, Unser Schöpfer Sabaoth! 4. Jene Welt, die wir bewohnen, Wo der Pflanzen Millionen Uns erfreu'n, ruft: Groß if Gott, Unser Schöpfer Sabaoth! 5. Jedes Kraut und jede Blume Steht ge= schmückt zu deinem Ruhme; Jeder Baum und jede Flur Preist Dich, Schöpfer der Natur! 6. Jenes weiten Meeres Wellen, Die aus unbekannten Quellen Leitet Deiner Allmacht Hand, Preist Dich mit dem trocknen Land. 7. Dieser Abgrund voll von Leben, Mit der FluthenLast umgeben, Schreit: Erstaunet! Groß ist Gott, Unser Schöpfer Sabaoth! 150 Dreifaltigkeitsgefänge. 8. Auch das Thierreich hier auf Erden, Ich, ein Mensch, auch ich muß werden Dir zum höchsten Ruhm und Preis, Deiner Allmacht ein Beweis. 9. Ich, ein Leib, ein Meisterstücke! Ich, ein Geist, den Du zum Glücke Haft erhöht, der Dich erkennt, Der Dich, Herscher, Vater nennt! 10. Wer kann deine Größe denken? Herr den Welten nicht umschränken! Ich versinke, Gott des Lichts! Dich betrachtend, in mein Nichts. 11. Wo wir sind und wo wir gehen, Wenn wir auch zum Abgrund flöhen, Bist Du, Allgewalt'ger, da, Gott, Du bist uns immer nah. 12. Großer Vater aller Zeiten; Gott, ein Meer der Seligkeiten! Ohne Anfang ist dein Reich. Herr und Gott, wer ist Dir gleich? 13. Gott, vor den wir zitternd treten, Almacht, Gott, den wir anbeten! Laß uns Herr, Dich ewig seh'n, Deine Größ' und Huld erhöh'n! 135. Kommt her mit frohem Jubelton, In Demuth vor des Schöpfers Thron, Preis't Bater, Sohn und heil'gen Geist, Den Gott, den Erd und Himmel preist! 2. Kommt, ehret, rühmt und benedeit Die unzertheilte Einigkeit! Die heiligste Dreifaltigkeit! Den Gott der ew'gen Herrlichkeit! 3. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Wie uns die Schrift und Kirch' erweis't, Zwar drei, doch nur ein einz'ger Gott, Ein heil'ger, starker, ew'ger Gott. 4. Personen werden drei genannt, Doch wird ein einz'ger Gott erkannt, Die drei Personen sind Ein Herr Von gleicher Weisheit, Macht und Ehr' Fronleichnamsgesänge. 151 5. Der Vater schuf die ganze Welt, Die seine Vorsicht noch erhält; Der Sohn, gebor'n von Ewigkeit, Ward für uns Mensch, starb in der Zeit. 6. Bon beiden kommt der heil'ge Geist, Den beiden ist er gleich, und heißt Ein Tröster, der uns Gnaden schenkt, Der uns zu aller Tugend lenkt. 7. O heiligste Dreifaltigkeit: O unzertheilte Einigkeit! Mach' uns von allen Sünden frei, Steh' uns in allen Nöthen bei. 8. Herr, laß die wahre Kirche blüh'n! Laß Wahn und Irrthum fern entflieh'n! Gib allen Fürsten Einigkeit! Entferne Seuchen, Qual und Leid. 9. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den dort der Cherub zitternd preis't! Gott, Dank sei Dir zu jeder Zeit, Dank, Ehr' und Ruhm in Ewigkeit! Fronleichnamsgefänge. Der Glaube. 136. Sollt' ich zweifelnd Dich ansehen, Jeſu, mein verdeckter Gott? Sollt' ich wankend vor Dir stehen, Wenn Du Dich mir zeigst wie Brod? Sollt ich meinen Augen glauben, Die die Brodsgestalten sehn? Sollt' ich meinen Trost mir rauben, Grübeln, wie es kann geschehn? 2. Daß Du mich so sehnlich liebest, Und Dich mir zur Speise schenkst, Daß Du solche Gnaden übest, Und mit deinem Blut mich tränkst? Soll' ich zweifeln? Nein, ich baue Fest auf dein wahrhaftes Wort; Ja, den ich verdeckt hier schaue, Bist Du selbst! mein Herr, mein Hort. 152 Fronleichnamsgesänge. 3. Kann ein Wurm, ein Staub der Erde Deiner Weisheit widerstehn! Da Du Schöpfer sprachst: Es werde! Ließ sich Erd' und Himmel sehn, Und nun soll ich Dir nicht trauen, Dir, mein Gott, der Wunder thut, Wenn Du sagst: ( was wir nicht schauen) Dieses ist mein Fleisch und Blut? 4. Kannst Du nicht verdeckt uns geben Dich, als unsrer Seelen Brod, Und uns schenken Tros und Leben, Nicht gesehn, in unsrer Noth? Gabs Du denn im alten Bunde Mehr, als Du im neuen gibst? Zeigt nicht deine Todesstunde, Daß Du uns vorzüglich liebst? 5. Herr, Du warst verdeckt zugegen Ir dem alten Testament, Bei der Arche, wo deir Segen Unsern Vätern war vergönnt; Und ic soll es Dir nicht glauben, Daß Du hier zugegen bist? Kann ich Dir die Wahrheit rauben Ew'ge Wahrheit Jesus Christ? 6. Du versprachst aus großer Güte, Daß Du wolltest bei uns sein Bis ans Ende. Gott be hüte Mich vor eitlem Wahnwißschein. Ja, id will es frei bekennen, Was Du sagst, mein treue Gott, Ich will es noch Wahrheit nennen, Wa Du sagst, in meinem Tod'. Die Hoffnung. 137. Seele, willst du dich verzehren, Stet versenkt in bangem Schmerz: Will dir keiner Trost gewähren Dein von Angst umrung'ne Herz! Traur'ge Seele, nimm dir Flügel, Fleuc zu jenem Gnadenhügel, Wo die Lebenstraub blüht, Wo die Frucht der Liebe glüht! Fronleichnamsgesänge. 153 2. Willst du schüchtern noch verweilen, Liebest du denn deine Qual? Nein, vertrauend will ich eilen Zu des Heilands Freudenmahl, Wo die holde Liebe schenket Wider alles, was uns kränket, Eine Speise, die uns nährt, Die den Schmerz in Wonne kehrt. 3. D, ich koste Himmelsfreuden, Ta ein ganzes Gnadenmeer 3u mir strömt! Es quillt vom Leiden Nun der Thränenfluß nicht mehr! O, wie sehr hab' ich geirrt, Da ich von dem Schmerz verwirrt, Mich von meinem Gott zurück, Mir entzog mein größtes Glück! 4. Jesus Gott der Allerbeste Er - mein Arzt mein treuer Hirt- Meiner Hoffnung sichre Feste, Da er mir zur Speise wird, Wird mir alle Gnade geben, Alles Heil in diesem Leben, Er, der sich nun selbst mir schenkt, Mich mit eignem Blute tränkt. 5. Ja, nun darf ich Alles Soffen, Alles, weil mein Gott mich liebt, Jesum hab' ich angetroffen, Der sich selbst mir huldvoll gibt. Gott, was kannst Du mir versagen Hier in meinen Lebenstagen, Da Du selbst nun in mir bist, Gott, der Allen Alles ist! - - — 6. Durch Dich selbst, mein Gott, ernähret, Fühl ich jetzt schon Seligkeit! Durch Dich, Herr, wird mir gewähret Heil für Zeit und Ewigkeit. Nun kannst Du mich nicht verderben; Jauchzend will ich in Dir sterben! Gott, Du bist mein höchstes Gut. Ich bin selbst dein Fleisch und Blut. Die Liebe. 138. Seht mit anadchtsvollen Blicken, Seht 7** 154 Fronleichnamsgefänge. mit göttlichem Entzücken Eures Gottes Liebesmahl! Trinkt aus dieser Gottesquelle Selbst der Gottheit ganze Völle! Trinkt, so schwinden Schmerz und Qual! 2. Wenn es Erd' und Himmel seben, Müssen sie nicht staunend stehen? Gott wird selbst der Menschen Brod? Soll ein Wurm, ein Staub der Erden, Mit Gott selbst gespeiset werden, zu entfliehn dem ew'gen Tod'! 3. Seele, Gott will selbst dich nähren! Muß dich denn nicht ganz verzehren Ehrfurcht, Andacht, Hoffnung, Dank? Gott mit seinem ganzen Segen Ist für dich als Arzt zugegen, Wenn du feufzeſt schwach und krank. 4. Kannst du hier gefühllos stehen, Nicht in Liebesgluth zergehen, Da dich Gott so beftig liebt, Der, damit du mögest siegen, Nie der Hölle unterliegen, Solche Gnadenwunder übt? 5. Dich Ernährer, jeßt nicht lieben, Jegt dein liebend Herz betrüben, O, welch eine Höllenthat! Laß mein bebend Herz zerspalten, In der Unschuld noch erkalten, Eh' es wagt die schwarze That! 6. Liebend muß ich Dich erheben; Dich ges nießend soll ich leben; Und da Du, mein höchstes Gut, Mich noch willst im Tod erquicken Mit Dir selbst, so soll ersticken Dann mein Herz in Liebesglut! 139. Sion! Jesum zu verehren, Deines Hirten Ruhm zu mehren, Bring' ihm heut' den Lobgefang! Preis' ihn, er ist weit erhoben Ueber allen Ruhm, ihn loben Mußt du, preis ihn Lebenslang! Fronleichnamsgefänge. 155 Dankend sollst du ihn erheben; Denn das Brod zum ew'gen Leben Wird uns heute vorge= stellt, Welches aus besonderm Triebe Noch den Zwölfen gab die Liebe, Ehe fie verließ die Welt. 3. Laß dein Lied zum Himmel dringen! Jauchzend mußt du ihn besingen, Der in Gnaden dein gedenkt; Denn der Tag wird froh gefeiert, Die Gedächtniß wird erneuert, Da uns Gott dies Brod geschenkt. 4. Unsers neuen Königs Speise Stellt durch eine neue Weise Heut' der Juden Ostern ein; Ja, das Alte weicht dem Neuen, Da die Schatten sich zerstreuen, Licht und Wahrheit uns erfreu'n. 5. Was ich that, dies thut, mich ehrend! Sprach der Heiland, uns belehrend, Thut's mir zur Erinnerung! Wir, belehrt durch ChristiWorte Wandeln am geweihten Orte Brod und Wein zur Heiligung. 6. Wie uns Christus hat gelehret, Wird das Brod in Fleisch verkehret, Und der Wein in Christi Blut, Was kein Menschenwiß erreichet, Was dem blöden Aug' entweichet, Glaubt man Gott, der Wunder thut. 7. Gott und Mensch sind hier enthalten, Unter zweierlei Gestalten, Die sind Zeichen, nicht Substanz. Fleisch und Blut wird Trank und Speise; Doch bleibt auf verborg'ne Weise Christus unter beiden ganz 8. Unzertheilet und vollkommen Wird er ganz von dem genommen, Der mit seinem Fleisch sich nährt, Was dem Einem wird gegeben, Nehmen Tausend noch daneben; Doch wird Christus nicht verzehrt. 156 Fronleichnamsgesänge. 9. Bös' und Fromme, beide essen, Spüren aber doch indessen Beide nicht dieselbe Kraft: Wenn die Bösen sündhaft kommen, Sterben sie von dem, was Frommen Segen, Heil und Leben schafft. 10. Wird das Brod zerstückt in Theile, Wanke nicht in schnöder Eile! Denn es bleibt in jedem Theile Das, was in dem Ganzen ist! Jener, der dich hier erquicket, Bleibet völlig unverrücket, Nur das Zeichen wird zerstücket; Unzertheilt bleibt Jesus Christ. 11. Sieh, o Chrift! der Engel Speise, Die uns stärkt auf unsrer Reise, Brod der Kinder, das der Weise Nimmermehr den Hunden gibt, Brod, durch Isaak vorbedeutet, Der zur Schlachtbank ward geleitet, Die ihm hatte zubereitet Der Ge horsam, den Gott liebt. 12. Jesus ward am Kreuz geschlachtet, Gleich dem Ofterlamm; betrachtet Seine Lieb', o Christen! schmachtet Nach dem Brod, das euch erhält! Manna wurde dort gegeben Unsern Vätern, um zu leben! Bessers Brod und bess're Reben Gibt nun Gott der Christenwelt. 13. Jesus, Hirt und wahreSpeise, Nähr' und stärk' uns, unterweise Uns auf unsrer Lebensreiſe, Schüß' uns, Herr, vor allem Leid! Laß, o laß es doch geschehen, Was wir, deine Diener, flehen: Laß uns noch viel Gutes sehen Hier in dieser Lebenszeit. 14. Gott, der Du uns hier entzückest, Nährest, stärkest, und erquickest, Und mit vielem Wohl be= glückest, Uns versüßest Qual und Pein, Laß uns doch sein beigezählet Jenen, die Du hast erwählet; Fronleichnamsgesånge. 157 Laß uns dort, wo nichts mehr quälet, Gäste deiner Tafel sein. 140. Seele singe des verklärten Körpers große Wunderthat, Und des Bluts, das der ver= kehrten Welt zum Preis vergossen hat Jener Herr, den Heiden ehrten, Aber nicht der Juden Rath. 2. Dieser Held ist uns entsprossen, Aus der reinsten Jungfrau Schoß; Er ging lehrend unverdrossen, Riß die Welt vom Laster los; Seine Zeit hat er beschlossen, Wie sie keiner je beschloß. 3. Nachdem er das Lamm gegessen, Mit der ganzen Brüderzahl, Gab er sich, wer kann's ermessen? Selbst zur Speis' im Abendmahl; Nimmer sollen wir vergessen Seiner Lieb' und Todesqual. 4. Wenn Gottwinkt, muß Alles werden; Da das eingefleischte Wort Spricht, verwandelt es auf Erden Brod in Fleisch und Wein durchs Wort In sein Blut, für seine Heerden; Gott! ich glaub's, denn du sprichst dort. 5. Tief gebeugt laßt uns verehren Dieses große Sacrament! Weichet nun, ihr allen Lehren Unserm neuen Testament! Was die Sinne nicht gewähren, Sieht der Glaube, der Gott fennt. 6. Großer Vater, sei geehret! Mit dem Geist sei Dir, o Sohn, Heil und Dank und Ruhm ge= währet! Segen komme von dem Thron Deiner Liebe, die uns nähret! Sei Du selbst dort unser Lohn. Gott, der Du unser Retter bist, Zerstör' der 158 Am Feste des h. Johannes. Feinde Macht und List. O segn' uns+ Jesu, höchstes Gut! Wir sind erkauft mit deinem Blut. 141. Jenes Wort von Gott gesendet, Das ihm doch zur Rechten blieb, Hattenun sein Werk vollendet, Da zum Tod ihn Liebe trieb. 2. Eh' noch ward verkauft das Leben Von dem Jünger zu dem Tod', Wollt er sich den Jüngern geben Selbst zum wahren Lebensbrod. 3. Unter zweierlei Gestalten Gab er ihnen Fleisch und Blut, Um den Menschen zu erhalten, Durch zweimal gegeb'nes Gut. 4. Lebend lehrt er und macht Weise, Sterbend schenkt er uns die Kron', Effend gibt er sich zur Speise, Herrschend macht er sich zum Lohn. 5. Opfer, das zum Himmel führet, Sieh, uns drückt der Feinde Krieg! Sei von unsrer Qual gerühret, Gib uns Stärke, gib den Sieg! 6. Ewig, ewig sei erhoben, Einige Dreifaltigkeit! Siegend laß uns einst Dich loben Bei Dir in der Herrlichkeit. Am Feste des heiligen Johannes des Täufers. 142. Größter Held, der je geboren, Stimme Gottes und Prophet, Zu der höchsten Würd' er= foren, Stern, der vor der Sonne geht! Von den schnöden Eitelkeiten Eilest du zur Wüste hin; Gott die Wege zu bereiten Eifert dein gerechter Sinn. 2. Du verknüpfst ein rauhes Leben mit der reinsten Unschuldzierd', Und es sieget dein Bestreben lleber Stolz, Welt und Begierd'; Vor dir Von dem heil. Petrus. 159 muß der Sünder beben, Dem du seine Laster zeigst, Keiner kann dir widerstreben, Held, der du vor keinem schweigst. 3. Das Verlangen aller Zeiten, Den Erlöser unsrer Welt Zeigst du, und für ihn zu streiten Brennt dein Herz, beglückter Held! Deinen Vorzug uns zu zeigen, Stieg er zu dir in die Fluth; Jener will sich vor dir neigen, In dem selbst die Gottheit rubt. 4. Großer Sieger, nichts entwaffnet Deinen starken Heldenmuth, Der die Kronen selbst bestrafet, Freudig fließt für Gott dein Blut; Laß auch uns das Laster hassen, Von der eitlen Welt ent= flieh'n! Laß uns Muth und Eifer faffen, Seelen von der Sünde zieh'n! 5. Laß uns nie den Taufbund brechen! Täglich sei uns dieser neu! Heilig sei uns das Versprechen, Die dem Herrn geschworne Treu'! Laß uns unser Herz bereiten, Und es Gott zum Tempel weih'n, Daß wir einst nach diesen Zeiten Uns mit dir in ihm erfreu'n. Am Feste der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Von dem heiligen Petrus. 143. Hirt und Fürst, vom Herrn erhoben Aus dem niedern Fischerstand zu dem Richter= thron dort oben, Hier zum Haupt der Kirch' ernannt! Da dich einst von deinem Schiff Der Messias huldvoll rief, Hast du gleich, ihn zu umfassen, Neß und Vater gern verlassen. 2. Da du den Messias kanntest, Den nicht 160 Von dem heil. Petrus. Fleisch und Blut gekannt, Ihn den Sohn des Höchsten nanntest, Wirst du von ihm Fels genannt; Und du bist's, auf den er baut Seine Kirch', dem er vertraut Seine Schlüssel, um von Sünden Aufzulösen und zu binden. 3. Felsen, welcher siegend stehet, Welchen keine Höllenmacht, Wenn auch Alles untergehet, Je zerreibt, für den Gott wacht! Haupt der Kirche, die nie fehlt, Dich hat Jesus auserwählt, Uns die Wahrheit zu erklären, Und zu zeigen seine Lehren. 4. Gottes Reich hast du verbreitet, Eifrig alle Welt gelehrt, Deine Schafe treu geleitet, Und der Wölfe Wuth entwehrt; Wie der Heiland dir bes fahl Seiner Lämmer ganze Zahl. So hast du sie stets geführet, Sie durch Gottes Geist regieret. 5. Wenn die Trübfalsfluth dich deckte, Siegte deine Liebesglut; Keine Qual, kein Leiden schreckte Jemals deinen Heldenmuth, Rom hast du zu Gott bekehrt, und mit deinem Stuhl beehrt; Froh haft du dein theures Leben, Jesu folgend, dargegeben. 6. Großer Hirt, durch Gott gewähre, Daß wir deiner Kirche treu, Nie verführt von falscher Lehre Eimg sind, und ohne Scheu Stets bekennen Jesum Christ, Außer dem kein Heiland ist; Leite die verirrte Heerde, Daß sie mit uns einig werde. 7. Brich doch unsre Sündenbande, Nett'uns von der Höllengluth! Laß uns im verklärten Stande Schau'n mit dir das höchste Gut. Auch in unsrer letzten Noth Hilf uns siegen, und den Von dem heil. Paulus. 161 Tod Laß uns Gott zu Liebe leiden, Und auf ihn vertrauend scheiden. Von dem heil. Paulus. 144. Von dem Rachgeist angeblasen, Waget Saulus frech zu rasen Wider unser Christenthum; Gleich dem Wolfe zwischen Schafen Wüthet er mit Macht der Waffen In des Heilands Eigenthum. 2. Aber Jesus schüßt die Seinen; Frevler, die ihn stolz verneinen, Stürzet plöglich seine Macht. Hier zeigt er im Wunderwerke Seiner Gnad' und Langmuth Stärke; Saulus sinkt umhüllt mit Nacht. 3. Saulus stürzet wüthend nieder, Hebt sich voll von Sanftmuth wieder, Geht, wohin ihn Jesus führt. Seht, er tobt nicht mehr mit Waffen; Nein, er eilt zu Christi Schafen, Wo der Wolf zum Lamme wird. 4. Nun wird aus dem Christenfeinde, Dem Verfolger der Gemeinde, Ein Gefäß von Gott erwählt, In Verfolgung, Noth und Plagen, zu verbreiten und zu tragen Gottes Namen vor der Welt. 5. Held, o wie dein Eifer brennet! Der die Finsterniß zertrennet In dem ganzen Heidenthum; Licht den Völkern zu ertheilen, Eileft du viel tausend Meilen, Fast den ganzen Erdkreis um. 6. Um die Menschen zu bekehren, Hieltest du Pracht, Gold und Ehren Gleich dem Staube, gleich dem Koth, zu erlöschen deine Liebe, Deine großen Heldentriebe, Half kein Kerker, keine Noth. 7. Ritterlich hast du gefochten; Rom hat dir 162 Von der h. Maria Magdalena. den Kranz geflochten; Freudig neigtest du dein Haupt. Da das Schwert dein Blut vergießet, Das mit Milch vermenget fließet, Staunt der Mörder selbst und glaubt. 8. Du hast herrlich überwunden, Und beglückt bei Gott gefunden Kronen der Gerechtigfeit. O, daß wir auch siegend kämpften, Alle Seelenfeinde dämpften! Krön', o Gott, auch unfern Streit! 9. Laß uns fest im Glauben stehen, Hoffnungsvoll auf Jesum sehen, Stets Dich lieben, unsern Gott! Laß uns weder Welt noch Freuden Von der Liebe Jesu scheiden, Weder Drangsal, Angst und Spott. 10. Held, o fleh, daß auf der Erde Unser Wandel himmlisch werde, Wo das Fleisch den Geist bekriegt! Daß wir einst dahin gelangen, Wo kein Glaube, fein Verlangen, Wo allein die Liebe siegt. Am Feste der h. Maria Magdalena. Nach dem Summi Parentis unice.. 145. Erbarmend sich von deinem Thron Auf uns, o Gottes einz'ger Sohn! Der Du beglückst nach Neu und Schmerz Der Magdalena büßend Herz. 2. Zu deinem Schaße bringt man dar Den Groschen, der verloren war; Gereinigt glänzt in deinem Reich Die schönste Perl', der Sonne gleich. 3. O Arzt, der unfre Wunden heilt, Der wahren Büßern Gnad' ertheilt, Durch Magdalenä Thränenfluth Erstick in uns die Sündenglut! Von der H. Maria Magdalena. 163 4. Du Mutter, welche Gott gebar, O führ' uns doch aus der Gefahr, Aus diesem Meer der Bitterkeit Zum Port der ew'gen Sicherheit. 5. Dir, Gott der Langmuth und Geduld, Sei Dank für deine Güt' und Huld, Der Du den Sündern Gnad' erzeigst, Und ihnen noch Beloh= nung reichst. 146. Endlich sind die schweren Stunden Meiner Marter überwunden; Den Geliebten treff ich an. Wie darf ich mich unterstehen, Dreist zu ihm dort hinzugehen, Wo ich ihn umarmen kann? 2. Ja, ich wag' es ihn zu grüßen! Hingeneigt zu seinen Füßen, Bring' ich ihm die Thränenfluth. Du, Du bist es, den ich suche; Bester Jesus, ich verfluche Meine wilde Sündenwuth. 3. Jesus, Jesus, mein Berlangen, Weh mir, ich bin irr' gegangen! O, wie schmerzt mich meine Schuld! Heiland laß mich Gnade finden, Ach, verschone meiner Sünden, Schenke meiner Neue Huld. 4. Tief gebeugt zu deinen Füßen, Will ich meine Fehler büßen; Siehe meine Thränen an! Laß mein Opfer Dir gefallen! Ach, dein Herz verschont doch Allen, Weil es keinen hassen kann. 5. O, ich höre Jesum sprechen: Deine That will ich nicht rächen; Alle Schuld verzeih' ich dir. Weil du mich haft viel geliebet, Weil die Sünde dich betrütbet, Hast du ewig Huld bei mir. 6. Jesus, ach, wer kann Dir gleichen? Nimmer will ich von Dir weichen, Der Du so verschonst der Neu'. Weder Tod, noch Angst noch Leiden 164 Am Feste der H. Engel. Soll mich jemals von dir scheiden; Ewig bleib' mein Herz Dir treu. 7. Dich will ich im Tod' umfassen, Nimmer, nimmer Dich verlassen, Bis Du zeigst dein Angesicht. Ewig wirst Du Dich mir zeigen, Und ich will es nicht verschweigen, Jesus ist mein Heil und Licht! Seufzer zu der h. Maria Magdalena, 147. Laß uns bei des Heilands Füßen, O Maria, mit Dir büßen! Fleh' von Gott, dem ew'gen Gut, Unserm ganz erfrornen Herzen, Daß es nach der Buße Schmerzen Schmelz' in heil'ger Liebesglut. 2. Fleh', daß wir, Gott zu versöhnen, Mit der frommen Fluth der Thränen Tilgen unsernSündenwust. Laß uns nach gebüßten Sünden Unsern Jesum mit dir finden In der frohen Himmelsluft! Am Feste der heil. Engel. Von den heiligen Schußengeln. 148. So soll ein Fürst von Gottes Thron Beschüßen unser Leben! Es soll ein schlechter Erdensohn Mit Engeln sein umgeben! O Mensch, dein Schöpfer sendet sie, Daß sie auf deinen Wegen Dich schüßen, daß dein Fuß sich nie Verleß', und geh' in Segen. 2. O wundergroße Liebesmacht! O, wer wird sie begreifen? Ist Gott denn so auf uns bedacht? Will er so Gnaden häufen, Daß er den Himmelsfürsten schickt, Der hier uns, Staub, bebüte? O Felsenherz, o sieh entzückt, Des großen Schöpfers Güte! - Am Feste der heil. Engel. 165 3. O, mußt du nicht zu jeder Zeit DenSchöpfer dafür preisen! Dem Fürsten jener Herrlichkeit Stets Lieb' und Dank erweisen! Erzürne nie den Herrscher, Gott, Der dich durch Engel schüßet, Der in Gefahr, in Noth und Spott Dich stärkt und unterstüßet. 4. Ihr Fürsten, die die Herrlichkeit Des Himmels ewig kleidet, Ihr seid zu helfen stets bereit Dem Sterblichen, der leidet! Ach, helft uns, treibt den Feind zurück, Daß er nicht überwinde! Fleht uns von Gott den Gnadenblick! Ach, schüßet uns vor Sünde! 5. Regieret unsern schwachen Sinn, Daß Herzen und Gedanken, zu Gott erhöht, zum Laster hin Unglücklich nimmer wanken! Daß nicht für uns des Heilands Blut Vergossen sei vergebens! Laß uns, entflammt von Liebesglut, Fest trau'n dem Herrn des Lebens! 6. Laßt uns mit euch, dem Schöpfer treu, Die wahre Demuth üben, und ohne Stolz und Heuchelei Den Nächsten herzlich lieben! O, führt uns aus, wie dort den Lot, Vom Aufenthalt der Sünden, Und laßt uns Freude nur an Gott, An Sodoms Lust nicht finden! 7. Ach führt uns, dem Tobias gleich, Auf unsrer Lebensreise Zum Vaterland, zum Himmelreich; Macht uns behutsam, weise! Eröffnet unsrer Augen Licht, Wenn uns die Welt verblendet, Führt uns zu Gottes Angesicht, Wenn unsre Zeit sich endet. 8. Dank sei Dir, Schöpfer, ewiglich Für deine große Güte! Gib, daß uns ferner väter 166 Am Feste der heil. Engel. lich Der Engel Schaar behüte! Gott! laß uns selig in der Qual Dir Dank und Ehre bringen! Dir dort mit deiner Engel Zahl Das dreimal Heilig singen. 149. Du Krone der Engel beim göttlichen Thron! DuBater der Menschen, erlösenderSohn! Erbarmer, Du wollest uns Sündern verzeihn, Die glückliche Wohnung der Engel verleihn. 12. Du Engel des Friedens, du siegender Held, Fürst Michael, schüße die christliche Welt! Verbanne zur Hölle den Hader und Streit! Gib Ruhe, gib Frieden und selige Zeit. 3. Du Stärke des Schöpfers, zerschmettre den Feind! O Gabriel, eile, wenn Tugend hier weint; Besuche die Tempel, dem Höchsten erbaut, Sie sind dir, o Starker, vom Schöpfer vertraut. 4. Arzt, mächtiger Raphael, hilf und vertreib' Den Satan! ach, heile die Seel' und den Leib! O, laß uns Erbarmen und Seligkeit seh'n, Und glücklich die Wege zum Vaterland geh'n. 5. O Mutter des Lebens, o, sämmtliche Schaar Des Himmels, die Fromme beschüßt in Gefahr, Beschüßet und rettet in Wengsten und Noth! Erwerbet uns endlich den seligen Tod! Von dem h. Erzengel Michael. 150. Wer ist wie Gott? Wer darf ihn schmähn? Wer darf dem Höchsten widersteh'n? Wer ist dem Allgewalt'gen gleich? Wer stört der Gottheit selig Reich? 2. Ach, Luzifer, vomStolz bethört, Hatfrech sich wider Gott empört, Doch seht, schon stürzt Am Feste aller Heiligen. 167 durch Gottes Macht Ihn Michael zur ew'gen Nacht. 3. Dir Held gebührt die Siegeskron, Dein ist die Palm, dein ist der Thron. Der alte Drach' ist schon besiegt. Der heulend in dem Abgrund liegt. 4. Die Kirche, von dem Herrn erbaut, Ist deinem Schuße anvertraut, O, laß den blinden Spötter sehn Des Heilands Macht! o laß ihn fleh'n. 5. Laß des Erlösers Heerde rein Von falscher Lehr' und Irrthum sein! Laß uns dem Heiland ewig treu Stets sein, von Zank und Laster frei. 6. OSieger, hilf uns in dem Streit, Wenn einst des Drachen blasser Neid Sich wider unsre Seel' empört, Und stolz den heil'gen Frieden stört. 7. In unsrer Angst, in unserm Tod', In dieser traur'gen letzten Noth Vertreib'den Feind, daß unser Geist Sich siegend seiner Macht entreißt. 8. O, führe zum gewünschten Lohn Die Seelen zu des Lammes Thron, Wo man mit froher Palm' bekränzt, Im weißen Siegeskleide glänzt. Am Feste aller Heiligen. 151. So muß sich denn die Qual In diesem Jammerthal Mit Freude schließen! Es muß aus bittrer Noth, Aus Aengsten, aus dem Tod' Die Kron' entsprießen. 2. Die jetzt in Traurigkeit, In Herzens Bitterfeit, Hier weinend säen, Die werden frei vom Leid, Dort Freud' und Seligkeit In Fülle mähen. 3. Odreimal sel'ge Schaar, Die einst im 168 Am Tage aller Seelen. Kummer war, Mit Qual umgeben! Du herrschest nach dem Tod', Befreit von deiner Noth, Im frohen Leben. 4. Ihr, die nach kurzem Streit, Das weiße Siegeskleid Und Palmen schmücken, Ihr folgt dem Gotteslamm, Dem Himmelsbräutigam Dort mit Entzücken. 5. Ja, dort seid ihr ihm gleich, Wo ihr in seinem Reich Mit ihm regieret, Wo ewig eine Pracht Die noch kein Mensch erdacht, Euch Sel'gezieret. 6. Ihr seht, was uns gebricht Vor Gottes Angesicht, Der selbst euch ehret, Und diese Majestät, Worin ihr froh euch seht, Wird nie zerstöret. 7. Gewiß beglücktes Leid, Das diese Herrlichkeit Euch hat bereitet; Heil dem, der kurze Zeit Für solche Seligkeit Auf Erden streitet. 8. D, flehet für uns hier, Fleht, Sel'ge, daß einst wir Gott mit euch sehen! Ach, Jesus, höchstes Gut! Wir bitten durch dein Blut, Laß es geschehen! Am Tage aller Seelen. 152. Ja, es wird einst in Feu'r und Gluth Die ganze Welt vergehen; Den Tag des Zorns, der Rach' und Wuth Hat David vorgesehen. 2. Wann Gott zu richten sich erhebt, O, was für Qual und Schrecken Wird uns, wann Erd' und Himmel bebt, Uns Sünder nicht bedecken. 3. Ach, der Posaune Connerton Wird durch die Gräber dringen, Und zitternd zu des Richters Thron Die Welt der Todten zwingen. 4. Selbst die Natur wird sammt dem Tod' Am Tage aller Seelen. 169 Vom Graus durchdrungen beben, Wenn zum Gericht, umringt mit Noth, der Mensch sich wird erheben. 5. Dann siehst du, Mensch, das Thatenbuch Bon allen deinen Jahren, Nach dem wird dir Heil oder Fluch Für ewig widerfahren. 6. Ja, dann wird Alles aufgedeckt, Was du hast je verbrochen; Von dem, was hier im Dunfeln steckt, Bleibt nichts, nichts ungerochen. 7. Ach, Wenn dort der Gerechte bebt, zu wem soll ich dann flehen? Ich, der ich nicht gerecht gelebt, Gott, wie werd' ich bestehe 8. O schreckensvolle Majestät, Du gibst aus Huld das Leben! Laß mich, durch deine Gnad' erhöht, Dich ewig dort erheben! 9. O Jesu, denk an deine Huld, Du kamst mich zu erlösen; Verwirf mich nicht durch meine Schuld zum Feu'r mit jenen Bösen. 10. Herr, ewig sollt' ich selig sein; Dein Blut hat's mir erworben, D sei doch nicht in Qual und Pein Für mich umsonst gestorben! 11. Mein Jesus, Heiland, Gnad' und Licht, Vergib mir mein Verbrechen! Du wollest, eh' Du hälst Gericht, Mich frei von Sünden sprechen. 12. Ach, sieh auf meine Thränenfluth! Sieh meinen Schmerz, mein Flehen! Ich muß die Schuld Dir, höchstes Gut, Mit Scham bedeckt gestehen! 13. Gott, Gott, vergib! Du hast verzieh'n Der Magdalena Sünden, Amkreuz dem Schächer Huld verlich'n, Du läßt mich Hoffnung finden. 14. Des Glücks ist mein Gebet nicht werth, 8 170 Am Feste der Kirchweihe. Daß Du mich wählst zur Freude; Aus Gnade laß mich sein erhört, Daß ich nicht ewig leide. 15. O laß mich bei der treuen Schaar Zu deiner Rechten stehen, Nicht mit den Bösen in Gefahr Umsonst nach Gnade fleben! 16. Sott, wann verdammt zur ew'gen Glut Die frechen Sünder heulen, Laß mich zu Dir, mit frohem Muth Mit den Gerechten eilen! 17. Ach tief im Staub vor Dir gebeugt, Seufz' ich mit bangem Herzen: O Jesus! Gott! fei mir geneigt In meinen Todesschmerzen! 18. O Schreckenstag, wenn aus der Gruft Der Mensch sich wird erheben! Gott, wann uns deine Stimme ruft, Laß uns dort ewig leben! Am Feste der Kirchweihe. 153. Vom obersten Himmel, vom göttlichen Thron Entriß sich einst willig der einzige Sohn, Gleich einem vom Berge gelöfeten Stein Auf Erden der Eckstein des Tempels zu sein. Alleluja! Alleluja! Alleluja! 2. Vereinigt ist glücklich der Tempel der Welt Mit jenem dort oben vom göttlichen Held. Dort, wo man dem Herrscher das Jubellied singt, Wo nimmer ein Klaglied, nur Siegeston klingt. Alleluja! Alleluja 2c. 3. Wir singen Dir, Schöpfer, den Seliger gleich, Und bitten Dich, Heiland, in unseren Reich, Erfülle den Tempel mit göttlicher Kraft mit Gnade, die Allen das Leben verschafft! Alleluja! Alleluja 2c. 4. Hier öffne dem seufzenden Volke dein Ohr Um Feste der Kirchweihe. 171 Hier hebe die Herzen zum Himmel empor! Herr, laß uns das Herz in dem Tempel Dir weih'n, Auf Erden dein Tempel und ewiglich sein. Allel. 2c. 5. Du wollest hier deinen Getreuen verleih'n Die Gaben des Himmels, Genesen, Gedeih'n, Bis daß die Beglückten von dir in der Zeit Dein ewiger Tempel des Lichtes erfreut. Alleluja 2c. 6. Es finge dem Vater die christliche Welt, Die seine beglückende Wohnung enthält! Sie finge dem Geist, tief gebeuget dem Sohn Vor seinem auf Erden errichteten Thron. Allel. 2c. 154. So will die Allmacht, der Gebieter, Der große Schöpfer aller Güter Auf Erden wohnen, bei uns sein. Staunt, er schließt sich im Tempel ein! 2. Der Herr, den Welten nicht begreifen, Um uns mit Huld zu überhäufen, Verhüllt hier seine Majestät, Vor der der Cherub zitternd steht. 3. Ihr Sterblichen, erkennt die Liebe, Erfüllt eu'r Herz mit heil'gem Triebe, Zu preifen Gott und seinen Sohn In dem verdeckten Gnadenthron! 4. Erscheint in Ehrfurcht, wenn ihr tretet Vor Gottes Thron, und wenn ihr betet, Entfernt von seinem Angesicht Welt, Sünde; denn Gott hört sie nicht. 5. Gott will, eu'r Herz soll auch auf Erden Durch Tugend ihm zum Tempel werden, Weh dem, der Gottes Haus zerstört, Sein Herz, das einzig Gott gehört. ADE 6. Erhör', o Schöpfer, unser Flehen! Laß uns Dich dort im Himmel sehen, Wo Du mit 8* 172 Von der allerfeligsten Jungfrau. Freudenströmen tränkst, Und ewig Dich den Selal 70365 Ban gen schenkst. 7. Herr, Dir sei Dank und Ruhm geſungen Bon aller Christen frohen Zungen! Taß Du, Gott, Herrscher Sabaoth, Hier bei uns wohnst in unsrer Noth. Von der allerseligsten Jungfrau und Mutter des Herrn, Maria. 155. Größte, die der Himmel kennet, Die die Welt mit Ehrfurcht nennet Gottes Mutter, Mittlerin! Laß uns würdig dich besingen, Froh zu deinem Thron uns schwingen, Reiße Herz und Seele hin! Wir preisen dich- Gott selbst ehrt dich du bist groß, Maria! 2. O wer kann dich würdig preisen, Nach Gebühr dir Ruhm erweisen! Du bist über Alle groß. Du aus Allen auserkoren, Hast den Schöpfer selbst geboren, Trugest ihn in deinem Schoß. Wir preisen dich) zc. 3. Mit dem Fluche nie beladen, Boll von Gottes Geist und Gnaden, Gabst du Gott dein reinstes Blut! Bei dir war, aus dir entsprossen, Den sonst keine Welt umschlossen, Gott, das unermeßlichy Gut. Wir preisen dich zc. 4. Mächtige, dir war im Leben Selbst der Gottmensch untergeben, Und er that nach deinem Wink; Und er wollte deinen Willen Durch ein Wunder noch erfüllen, Als sein Lehramt er anfing. Wir preisen dich 2c. 5. O, wie sehr bist du erhoben! Collte dich die Welt nicht loben, Dich nicht ehren jeder Christ Von der allerjeligsten Jungfrau. 173 Da dich hoch der Schöpfer ehret, Da dein Sohn dir Macht gewähret, Du vom Geist erfüllet bist. Wir preisen dich zc. 6. Ich, ein Christ, ich muß dich nennen Köni gin und frei bekennen, Daß du dort mit Gott regierst. Ja, die Seligen regieren; Wird es sich denn nicht gebühren, Daß auch du den Scepter führst? Wir preisen dich zc. 7. Seligste, du hast vor Allen Unserm Herrscher, Gott, gefallen, Und du trägst die höchste Kron'! Mit der Gottheit Glanz geschmücket, Sieht der Cherub dich entzücket, Gott zur Rechten auf dem Thron. Wir preisen dich 2c. 8. Herrsche dort! laß uns auf Erden Auch durch dich beglücket werden! Send' uns deinen Gnadenblick; Laß das Christenthum doch blühen, Einig allen Hader fliehen, Stets gekrönt mit Friedensglück. Wir preisen dich zc. 9. Laß den frechen Spötter schweigen, Laß den stolzen Geist sich neigen Vor dem Heiland tief im Staub'! Laß ihn sich zu Gott bekehren, Folgen deines Sohnes Lehren, Eh' er wird der Hölle Raub. Wir preisen dich 2c. 10. Fleh' für uns, um nachzustreben Deinem tugendvollen Leben, Daß wir einst nach dieser Zeit, Auch mit Herrlichkeit geschmücket Von der Freuden Strom erquicket, Herrschen in der Ewigfeit. Wir preisen dich) zc. 156. Mit Dank und Jubeltönen Schwing' sich zu Dir mein Geist, Gott, der uns zu versöbnen Nun Gnad' an mir erweist. Du sahst mit 174 Von der allerfeligsten Jungfrau. holden Blicken Die Demuth deiner Magd; Du wolltest mich beglücken; Ich bin's, von der man sagt 2. Und sagen wird auf Erden, Daß ich glückfelig sei, Das Volk, so noch wird werden, Stimmt einst dem Ruhme bei. Es that sehr große Dinge An mir, Gott! deine Macht, die ich mit Dank befinge; Sie wirkt, was nie gedacht. 3. O, Du bist in den Zeiten, Mein Herrscher Sabaoth, Durch alle Ewigkeiten Ein heil ger, heil'ger Gott. Herr, dein Erbarmen währet In's äußerste Geschlecht, Wenn ehrfurchtsvoll Dich ehret Und liebt dein treuer Knecbt. 4. Der Frevler bat empfunden, Gott deiner Allmacht Hand; Die Rotten sind verschwunden, Die Dich voll Stolz verkannt. Du haft den Stuhl zerrüttet Der Großen in der Welt. Wie Wasser hingeschüttet Den ruhmsuchtsvollen Held. 5. Die Demuth steht erhaben Und glänzt auf deinem Thron; Du füllest den mit Gaben, Der darbend ward zum Hohn; Der Reiche geht geneiget Bon allen Gütern leer, Gott, der erhebt und benget, Bon Dir kommt dieses her! 6. Du dachtest in Erbarmen An dein Kind Israel, Es fühlt in deinen Armen Gerettet seine Seel'; Wie du es unfern Vätern, Dem Abram zugesagt, Hilfst Du den llebertretern Bom Fluche, der sie nagt. 7. Gott, Dir sei Dank und Ehre, Dir, Vater, Sohn und Geist; Auch dein Erbarmen währe Für jeden, der Dich preist, Gott, dem ich heute Von der allerfeligsten Jungfrau. 175 bringe Mein Lied voll Dankbarkeit, Gib, daß ich Dich befinge Einst in der Seligkeit. Ave Maria. 157. Maria, voll der Gnaden, Mit dem Fluche nie beladen, Sei gegrüßt! Gott ist mit dir! Sieh auf uns, dich preisen wir. 2. Welche Würde, Pracht und Ehren, Schönste, will dir Gott gewähren! Keine gleicht dir in der Zeit, Keine in der Ewigkeit. 3. Preis dem, der aus dir entsprießet, Den dein reiner Leib umschließet, Preis dem Herrscher, Gottes Sohn, Der dich wählt zu seinem Thron! 4. Heil'ge Mutter Gottes, flebe, Daß uns Sündern Heil geschehe, Bitte für uns in der Noth, In der leßten Qual, im Tod'. 158. Sei uns tausendmal gegrüßet, Königin! von dir entsprießet Leben, Hoffnung, Süßigkeit, Mutter der Barmherzigkeit! 2. Zu dir fleh'n wir traur'ge Sünder, Wir verwies'nen Evä Kinder; Hör', o Mutter, das Geschrei: Hilf, daß Gott uns gnädig sei! 3. Da wir in dem Thal der Thränen Nach dem Vaterland uns sehnen, Wo du herrschest, schicken wir, Weinend unsern Wunsch zu dir. 4. Wirf doch; deine Gnadenblicke Auf uns Arme stets zurücke, Neige zu uns Herz und Sinn, Mächtigste Fürsprecherin! 5. Laß uns Jesum freudig sehen, Wenn wir bor Gerichte stehen! Bitt', daß uns dein theurer Sohn Reiche dort die Lebenskron', 176 Von der allerfeligsten Jungfrau. 6. Holde Mutter voll der Milde, Laß uns gleichen Deinem Bilde! Was wir, deine Kinder, flehn, Laß durch deinen Sohn geschehn. 159. Mutter, von Gott selbst erforen, Du bast uns das Heil geboren; Ja du öffnest nach dem Leid Uns den Weg zur Seligkeit. 2. Stern, der durch die wilden Seen, Worin tausend untergehen, Durch den treuen Tugendschein Führt zu Gott nach Sturm und Pein. 3. Eile, eile doch zu retten Jenes Volk, das von den Ketten Schwerer Lafter tief gebeugt, Sich schon in den Abgrund neigt! 4. Du bist groß, spricht, wer dich kennet; Du, die Gott selbst Mutter nennet, Gott, das allerhöchste Gut, war dein Kind, dein Fleisch, dein Blut. 5. Mächtig bist du, Gott der Erden Wollte dir gehorsam werden. Staunend muß hier stille stehn Die Natur, ja fast vergehn. 6. Mutter, Jungfrau, hochgeebret, Allzeit rein und unversehret, Schöner bat Gott nichts gemacht, Du gehst über Engelpracht. 7. Jener Fürst, den Gott Dir sandte, Der dich voll der Gnaden nannte, Ueberbrachte dir den Gruß, Den die Welt bewundern muß. 8. Laß die Sünder in Erbarmen Ruh'n in deines Jesu Armen! Laß fie von dem Laster rein Künftig Gottes Kinder sein. JERICE 160. reinsie Mutter sei gegrüßt, Von der der Gottmensch uns entsprießt! Du Gna Von der allerfeligsten Jungfrau. 177 denstern, der durch die Fluth Uns selig führt zum ew'gen Gut. 2. Du, die der Eva durch den Gruß zum froben Ave werden muß, Laß uns in stetem Frieden ruhn, Wie du, des Höchsten Willen thun. 3. Nimm du der Sünder Fesseln ab, Den. Blinden sende Licht herab! Erwirb uns Hülf' in aller Noth! Erhalt' uns alles Heil von Gott! 14. O, zeige, daß du Mutter bist! Dein Sohn, der Heiland Jesus Christ, Erhöre durch dich unser Fleh'n, Und laffe unsern Wunsch gescheb'n. 5. O Jungfrau, welche Gott gebar, Und doch voll tiefer Demuth war, Laß uns von allen Laflern rein, Stets keusch und auch voll Demuth sein. 6. Laß uns der Tugend Wege geh'n, Nie bei den frechen Spöttern steh'n, Daß wir den Heiland nach der Zeit Mit Freuden seh'n in Ewigkeit. 7. Dir, ew'ger Bater, bringen wir Anbetung, Ruhm und Dank, auch Dir, Erlöser, und Dir, heilger Geist, Gott, den der Himmel ewig preift. 161. Mit der Sterne Glanz umgeben, Jungfrau, uns'rer Erde Zierd'! Wer kann würdig dich erheben, Die den Heiland uns gebiert. 2. O, du sollst als Mutter nähren Deinen Bater, der dich schuf! Durch dich will uns Gott gewähren Seines Fluches Wiederruf. 3. Was uns Eva bat genommen, Gibst du durch dein Kind zurück, Ja, durch dich ist uns gekommen Jesus, Aller Heil und Glück. 4. Durch ihn öffnest du die Thüren Zur 8** 178 Von der allerfeligsten Jungfrau. verlornen Seligkeit Die Betrübten hinzuführen Zur Erquicung nach dem Leid. 5. Selbst bist du die Lebensthüre; Denn das Leber kam durch dich. Menschen, seht, wie sich's gebühre, Gott zu preisen ewiglich! 6. Gott gibt uns das sel'ge Leben Durch die Jungfrau, deren Schooß, Um das Heil der Welt zu geben, Selbst des Schöpfers Sohn umschloß. 7. Jesu! Dir sei Dank und Ehre, Den die Jungfrau uns gebar! O, daß sich der Ruhm vermehre, Deines Vaters, welcher war 8. Gott mit Dir und mit dem Geifte Vor dem Anfang aller Zeit! O daß alle Welt Dich preiste Hier und in der Ewigkeit! Haz 162. Kommt, befingt der Allmacht Stärke, Kommt und hört die Wunderwerke, Welche Gott, der Menschen liebt, An der Jungfrau hat geübt. 2. Den die Erde zitternd ehret, Dessen Macht der Himmel lehret, Dessen Arm die Fluth erkennt, Den die Hölle Herrscher nennt; 3. Dessen Ruhm zu allen Zeiten Sonn' und Mond mit Pracht verbreiten, Gott, den nie die Welt umschloß, Ruht in einer Jungfrau Schooß. 4. Wer kann würdig dich erheben! Wür digste! den zu umgeben, Vor dem sich der Himmel biegt, Der die Welt am Finger wiegt. 5. Du verkehrst das Leid in Freuden, Du gebierst den Wunsch der Heiden: Fruchtbar von dem Geist gemacht, Hast du Gott zur Welt gebracht. 6. Jesu, Licht und wahres Leben Durch die Jungfrau uns gegeben, Dir sei Ruhm hier in der Zeit! Ruhm und Dank in Ewigkeit! Auf Mariá Empfängniß. 179 7. Großer Vater, jei gepriesen, Der Du Gnad an uns erwiesen Durch den Sohn, und Ruhm fei Dir, Geist der beiden, dort und hier. Auf alle Festtage der allerseligsten Jungfrau und Mutter des Herrn, Maria. Auf Mariä Empfängniß. 163. Laß mich würdig dich besingen, Schönste, die der Himmel liebt, Würdig reden von den Dins gen, Die Gott bat an dir geübt, Um die Würde recht zu fassen, Die dich kleidet, Königin! Laß das Herz die Laster hassen, und erleuchtet sein den Sinn. 2. Nie hat dich der Fluch getroffen, Der den bösen Adam schlug, Nie ward dir der Abgrund offen; Nein, du bist befreit vom Fluch. Fluch und Sünde muß verscheuchen Gottes allerreinsten Geist; Ja, er wird von dem entweichen, Der voll Sünden ihn nicht preist. 3. Und du bist ganz voll vom Geiste, Wie Gott durch den Engel spricht; Sündhaft handelt denn, wer dreiste Deine Reinigkeit ansicht. Gott ist in dich eingekehret, Und du gabest ihm dein Blut; Müttern gleich hast du ernähret Deinen Sohn, das ew'ge Gut. 4. Bist du nun befleckt von Sünden, So ist Gottes Sohn befleckt. Gott befleckt von Sünden finden! Saß, der allen Gräu'l erweckt! Schönste, von Gott auserlesen, Und beglückt von Ewigkeit, Du bist also rein gewesen Von der ersten Lebenszeit. 5. Unbefleckte, die wir grüßen, Laß vom Fluch uns zu befrei'n, Reuvoll uns die Sünde büßen, 180 Auf Lichtmessen. Und sie fünftig immer scheu'n! Unter die, die Gott gefallen, Laß uns ewig sein gezählt, Der zur Mutter dich vor Allen, Allerreinste, hat erwählt. an Auf Lichtmessen. alle ak 164 Deffnet euch, ihr beil'gen Thüren! Deffnet euch, den Herrn der Welt Wird man heut' zum Tempel führen; Menschen, kommt, verehrt den Held. 2. Seht den Himmel heut' auf Erden! Eilet, eilt zum Tempel bin! Dort könnt ihr beut' selig werden; Eilet mit entbranntem Sinn! 3. Gilt, den Heiland zu besingen! Eilt, er zeigt sein Angesicht! Kommt, ein Opfer ihm zu bringen! Kommt, versäumt die Gnade nicht! 4. Aber taub in ihren Sünden, Schläft die Welt, die nicht erscheint. Wenig sind, die glücklich finden Diesen besten Seelenfreund. 5. Herr, wie groß ist deine Liebe! Du kommst zu uns, als ein Kind; Nach Dir schmachten unsre Triebe, Heil dem, der Dich, Jesus, find't! 6. Simeon, der Dich erkennet, Drückt Dich, Gott, an seine Brust! O, wie selig er sich nennet, Ganz entzückt von heil'ger Lust! 7. Auna, die Dich trostvoll ehret, Sieht nun ihrer Tugend Lohn; Seligkeit wird hier gewähret Beiden durch Dich, Gottes Sohn! Und dich, o Maria! preiset Billig felig alle Welt; Da dein Beispiel stets uns weiset Was dem Schöpfer wohlgefällt. 9. Groß bist du, du kannst auf Erden, Dic ses muß der Neid gestehen, Größte nimmer größewerden, Doch läßt du nur Demuth sehn! Auf Maria Verfündigung. 181 10. Deine Tugend soll und lehren, Größte Mutter, Herrscherin! Gott voll Demuth zu ver= ehren; Nimmer reiße Stolz uns hin! 11. Laß mit Simeon uns finden Unsern Gott in Angst und Noth, Und entfernt von stolzen Blinden Jesu glauben bis zum Tod'. 12. Laß uns gern zum Tempel eilen, Wo fich Gott als Heiland zeigt, Tort in Andachtsglut verweilen, Wo Gott Sündern Gnade reicht. 13. Reinste Jungfrau, laß uns merken, Was der weißen Kerzen Schein Uns bedeutet! Laß in Werken Licht vor Gott den Wandel sein! 14. Laß in unsern reinen Herzen Brennen stets die Liebesglut! Gib, daß unsre Glaubenskerzen Nie erlöscht der Spötter Wuth! 15. Laß uns einst vor Gott bestehen, Und nicht kommen in Gefahr! Zu des Lammes Hochzeit ge= hen Mit der klugen Jungfrau'n Schaar! 165. Nun läßt Du deinen Knecht in fei= nen grauen Jahren, Wie deine Huld versprach, v Herr! im Frieden fahren! Mein mattes Auge fah dein lang gewünschtes Heil, Das allergrößte Glück ward heute mir zu Tbeil. 2. Ich sah, v Gott! dein Heil, wonach sich alle sehnen, Das Du bereitet haft vor allen Erden= föhnen; Dein Licht sah ich, das bald das blinde Heidenthum Der Irrthumsnacht entreißt, zu deis nes Volkes Ruhm. Auf Mariä Verkündigung. 166. O fieh, bedrängte Welt! Der Feinde 182 Auf Maria Verkündigung. Macht zerfällt, Und du wirst blühen! Erhebe deinen Sinn Mit Dank zum Schöpfer hin, Dein Feind muß fliehen. 2. Messias kommt, der Held, Der den Triumph erhält, Der dich befreiet; Nach banger Traurigkeit, Nach Fluch und Herzenleid, Wirst du erneuet. 3. Em Engel wird geschickt, Der heute dich beglückt Mit sel'gen Grüßen; O, wirf dich deinem Gott, dem Retter in der Noth, MitDank zu Füßen! 4. Maria ist erseh'n, Durch sie wird es gescheh'n, Daß Gott uns schone; Der Schmuck der Reinigkeit, Dem Demuth Glanz verleiht, Führt hin zum Throne. 5. Der Engel spricht zu ihr: Dein Schöpfer ist bei dir, Du bist mit Gnaden Erfüllt, gebeneteiet, Von Adams Schuld befreit, Rein, ohne Schaden. 6. Gott schließt sich in dir ein, Und du sollst Mutter sein, Wirst Gott gebären Durch seines Geistes Kraft Und keine Leidenschaft Wird dich verzehren. 7. Maria, die sich gibt Dem Herrn, und Demuth übt, Schwingt sich zur Höhe; Ich bin des Schöpfers Magd, Mir, wie du hast gesagt, Spricht sie, geschehe! 8. Co hat sich Gottes Cohn In ihrem keuschen Thron Für uns umhüllet. O Thurm von Elfenbein, Worin Gott selbst will sein! Mit Glanz erfüllet. 9. O gold'nes Haus des Herrn, Worin der Geist sich gern Vom Himmel neiget! O Arche, Auf Maria Heimsuchung. 183 die das Heil Nach Sturm, nach Fluch und Gräu'l Der Erde zeiget! 10. Hilf, daß fich Gottes Huld, Verzeihend unfre Schuld, Auch zu uns wende, Daß er zur Unglückszeit und in dem letzten Streit Uns Hülfe sende. Auf Mariä Heimsuchung. 167. Mit Entzücken Zu beglücken Eilt die holde Königin Boll Erbarmen Zu dem Armen, Zu dem Zacharias hin. 2. Heute sieget, Der noch lieget, Schwach in seiner Mutter Schooß; Heldenstärke, Wunderwerke, Zeigt er, durch die Gnade groß. 3. Heil und Segen Sind zugegen, Wo die Gnadensonn' erscheint. Mit Jehova Kommt Maria Zu dem auserwählten Freund. 4. Seligkeiten Zubereiten, kommt zum Knechte Gottes Sohn; Nicht zu rächen, Frei zu sprechen, Kommt Gott selbst von seinem Thron. 5. Welche Liebe, Welche Triebe, Führten dich, Maria, hin! Um zu dienen Ist erschienen Bei der Magd die Königin! 6. Lerne Lieben, Demuth üben, Stolzer Knecht der Eitelkeit! Wenn von Beiden Du im Leiden Hoffest Trost und Seligkeit. 7. Gnadenbolle, Demuthsvolle Jungfrau, welche Gott gefällt, Sieb, dich preisen, Dir erweisen Ruhm die Völker aller Welt. 184 Auf Mariä Himmelfahrt. 8. Komm, Glenden Zuzuwenden Deines Jesu Gnadenblick! Komm mit Jesu! Komm mit Jesu! Komm! verbreite Gnad' und Glück. 9. Wenn die Hölle einst der Seele Qualen und Berdammniß droht, Wenn die Schrecken Uns bedecken In der schweren Todesnoth. pel 10. O, dann eile, Und ertheile Rettung in dem letzten Leid; Mutter flehe, Jesus stehe Uns zu helfen dann bereit. Auf Mariä Himmelfahrt. Chor der Welt. 16 18 168. Ach! Maria will ihr Leben Ihrem Schöpfer wieder geben, Bon gar keiner Furcht gequält, Nur von Liebesglut entseelt. 2. O, wie selig ist ihr Ende! Segnend hebt sie beide Hände Zu dem Herrn, sinkt sanft und stirbt, Sie, die Allen Heil erwirbt. 3. O, du bast nun überwunden! Alle schwarzen Unglücksstunden, Alle Qualen find dahin, Die du trugst mit heiterm Sinn. 4. Nun empfängst du deine Krone, Siegend fährest du zum Throne; Mutter, stürb' ich doch mit dir, Ich, dein Kind, wer gibt es mir! 5. Menschen, jauchzt mit frohen Zungen! Jauchz't von Himmelslust durchdrungen! Hört der Engel Jubellied, Da der Heldin Geist entflieht. Chor der Engel. 6. Komm, du Seligste auf Erden, Komm! du wirst gekrönet werden von dem Herrscher, deinem Sohn, Komm, besteige deinen Thron! Auf Marià Geburt. 185 7. Dem Allmächt'gen nächst zur Rechten Ist er von uns, deinen Knechten, Dir bereitet, nach) der Qual, Wie der Schöpfer uns befahl. 8. Sei gegrüßt, Gebenedeite, Durch die Gott die Welt erneute! Auserwählte Mittlerin, Jungfrau, Mutter, Königin! 9. Von Gott selbst zu größten Ehren, Die er Keinem wird gewähren, Auserfehn sein Eigenthum, Dir gebührt von Allen Ruhm. 10. Gott war selbst in seinem Leben, Mächtige! dir untergeben: Dir gebührt die größte Pracht, Dir gebühret Ehr' und Macht. Chor der Welt. 11. Königin! auch wir verehren Deine Größe; sieb mit Zähren Flehen wir hinauf zu dir: Führ' auch uns beglückt von hier! 12. Lenke du durch Gottes Güte Unser wankendes Gemüthe Stets zum Herrn, zum Himmel hin, Mächtigste Fürsprecherin! 13. Steh' uns bei, um nachzustreben Deinem tugendvollen Leben, Daß wir, Gott, von Sünden rein, Demuthsvoll gefällig fein. 14. Schüß' uns einst in unserm Sterben, Laß uns jene Kron' ererben, Die dein Jesus uns er= warb, Als er liebend für uns starb! 15. Hilf uns! bilf fein Reich erringen, Um dort jauchzend zu befingen Gottes Ruhm und ew'gen Rath, Welcher Großes an Dir that. Auf Mariä Geburt. 169. Jauchzt, die ihr, beneßt mit Thränen, Seufzet in der Nacht des Gräul's! Stillet euer 186 Auf Maria Opferung. banges Sebnen! Heut erscheint der Tag des Heils. 2. Nach den langen Unglücksnächten, Die der Tod hat ausgestreut, Leuchtet uns verworf'nen Knechten Hold die Morgenröth' erst heut'. 3. Jauchzet, uns ist beut' geboren Jene, die voll Seligkeit Von Gott selbst ist auserkoren, Zu vertilgen Schmach und Leid. 4. Aus ihr wird die Sonn' erscheinen, Die mit frohem Strahl der Huld, Nach dem Seuf> zen, nach dem Weinen Tilgt die schwarze Nacht der Schuld. 5. So froblock', entzückt von Freuden Heut' zuerst, beglückte Welt, Da der Tod, die Macht der Leiden, Durch die Jungfrau jest zerfällt. 6. Neugeborne, Laßt uns heute Neugeborne Christen sein; Nie der Finsternisse Beute Werden, gänzlich Gott uns weib'n. 7. Laß uns in dem Lichte gehen, Das dein Sohn uns hat gezeigt, Dort in Klarheit vor ihm stehen, Wo die Nacht für ewig weicht. Auf Maria Opferung. 170. Gott, von dem wir Alles haben, Fordert unsre ersten Gaben, Ihm gebühren sie mit Recht, Weh' dem, der den Eitelkeiten Weih't die ersten Lebenszeiten! Weh' dem ungetreuen Knecht! 2. Wer die leßten Lebensjabre, Nah' an seiner Todtenbahre, Nur dem Herrn des Lebens schenkt, Wie wird der vor ihm bestehen, wie wird er heulend flehen, Wenn die letzte Noth ihn fränkt. 3. Seht, ein Beispiel echter Tugend Leuchtet heut' in zarter Jugend Uns mit göttlich vollem Von dem hl. Joseph. 187 Schein! Seht ihr jartes, reines Leben Will Maria, Gott ergeben, Will sich ihm zum Tempel weih'n. 4. Jungfrau, zieh' durch Gottes Güte Unser wankendes Gemüthe Von der schnöden Eitelkeit, Daß es ganz sich Gott ergebe, Stets zum Himmel fich erhebe In der ganzen Lebenszeit. 5. Laß uns standhaft überwinden, Nie der Wollust, nie den Sünden Unsre theuren Seelen weihn! Laß mit unzertheiltem Herzen, Und in Freuden und in Schmerzen 3mmer Gott erge= ben sein. Von dem heil. Joseph. 171. O beglücktes, sel'ges Lieben, Wo die erste Unschuld blüht, Wo von schnöden Fleischestrieben Nie das Band der Freundschaft glübt! Joseph, von Gott selbst ersehen, zu dem reinsten Liebesband, Laß nie unser Herz zergehen In der bösen Lüfte Brand! 2. Fern sei uns die schwarze Flamme, Welche Geist und Leib verzehrt! Nur die Glut zum Gots teslamme Werd' in unsrer Seel' ernäbrt! Laß uns stets die Keuschheit schäßen, Unsrer Seele bestes Gut! Laß uns diese nie verlegen Durch der blinden Wollust Wuth! 3. O, wie treu hast du geführet Deine dir bermäblte Braut! Freud' und Schmerz mit ihr verspüret, Die dir war von Gott vertraut, Laß auch uns in Liebe wandeln, Unsers Nächsten Retter sein; Immer menschenfreundlich handeln, Ter Betrübten Herz erfreu'n. 188 Zu dem Hl. Joseph. 4. Laß auch uns nach Gottes Willen Gern in Kreuz und Trübsal sein! Wenn wir sein Gebot erfüllen, Wonne schließt dann unsre Pein. Wahrlich, du haft Gott geliebet, Was sein erster Wink befahl Ohne Anstand ausgeübet, Ihm getreu in Noth und Qual. 5. Führ' uns auf den Tugendwegen, Laß uns nimmer irre gehn! Laß uns, reich an deinem Segen, Stets auf deinen Jesum sehn! Gib, daß wir die Unschuld schützen, Seelen retten von Gefahr, Und die Tugend unterstüßen, welche sonst verlaffen war. 6. Du hast deinen Gott ernähret, O, welch' eine Seligkeit, Die noch keinem ist gewähret Bon dem Anbeginn der Zeit! Die Natur muß staunend stehen, Da dein Gott dich Bater nennt; Sollte sie nicht gar vergeben, Da dich Gott als Herrn erfennt! 7. Wird nicht jetzt dein flehend Winken Alles schenken unsrer Welt; Sollte sie zum Abgrund finken, Bist du's, der sie betend hält. So erwirb auch uns denn Gnade, Gnad' in unsrer Ceelennoth, Daß uns niemals Satan schade, Gnad' und Rettung in dem Tod'! res Zu dem bl. Joseph, um einen seligen Tod zu erhalten. 172. Weberdrüssig längst der Erde, Wo ich einst zu Moder werde, Schwinge dich, mein Geist, zum Thron, Wo, nach seinem Siegerleben Herrscht mit Herrlichkeit umgeben Joseph bei des Höchsten Thron. Zu dem hl. Joseph. 189 2. Sage dort ihm dein Verlangen, Ach, dein einziges Verlangen, Daß dein Tod gesegnet sei; Daß du, nicht um dort zu leiden, Ulm zu sein in steten Freuden, Werdest von dem Körper frei. 3. Bater, dich hat Gott ersehen, Seiner Mut= ter beizustehen, Sie zu schirmen in dem Leid; Treuer Joseph, ach, beschüge du auch mich und unterstüße Mich in meinem Todesstreit! 4. Wenn mich meine Sünden schrecken, Wenn mich Höllenängste decken, Zeige du mir deinen Sohn! Laß mich seine Wunden sehen, Laß sein Blut dann für mich flehen, Rettend steig' cr dann vom Thron. 5. Meine fummervolle Seele In durchstochyner Herzenshöhle Zu verbergen vor der Macht, Die die Hölle wird bereiten Uleber mich, mich zu bestreiten In der letzten Todesnacht. 6. Joseph, möcht' ich dir doch gleichen! Laß mich doch das Glück erreichen, So zu sterben, wie du starbst! Hört sein Ende, fremme Seelen! Hör's, der du durch freches Fehlen Selbst dein eigen Glück verdarbst. 7. Mit dem Engelchor umgeben, Die des Helden Geist erheben, Liegt im Tod der Gottesfreund, Von des Heilands Arm umschlossen, Mit der sel'gen Zähr umflossen, Tie Maria segnend weint. 8. Sanft in diesen theuren Händen Muß des Körpers Leben enden; Josephs Geist, der aufwärts dringt, Der, von Seraphim begleitet, Seines Sieges lanz verbreitet, Sich zum Thron des Schöpfers schwingt. 9. D, wer giebt mir so zu sterben! Gern 190 Von den hh. Aposteln überhaupt. will ich mit Blut erwerben Solchen Tod, wie dieser war. Ach! wenn sich erst schließt mein Leben, Sei mein Sterbebett umgeben Von der dreimal sel'gen Schaar! 10. Jesus, ach! Maria! Joseph! Jesus, ach! Maria! Joseph! Seid bei mir in letter Noth! Hilf mir, Jesus! und ihr beide Fleht für mich, daß ich mit Freude Jesum seh' in meinem Tod. 11. Nehmt bei meines Lebens Ende Nehmt in eure treuen Hände Meinen Geist, der auf euch traut! Laßt ihn nicht, bis er erhöhet Vor dem Thron des Lammes siehet, Bis er mit euch Gott anschaut. Von den heil. Aposteln überhaupt. 173. Auserwählte Schaar der zwölfen, Die als Schafe zwischen Wölfen Sich das Lamm erwählet hat! Fürsten, von dem Herrn gesendet Zu der Welt, die ganz verblendet Lag in schwerer Missethat. 2. Alles habt ihr gern verlassen; Weder Lieben, weder Hassen Zog euch von dem Herrn zurück; Keine Macht fonnt' euch bekämpfen, Euren starken Eifer dämpfen, zu verbreitenHeil und Glück. 3. Nein, es siegte stets eu'r Glaube Ueber Alles, und im Staube Liegt schon unter eurem Fuß Der von euch besiegte Göze; Durch euch blühen die Gefeße, Weil euch Satan weichen muß. 4. Bon euch ist die Kirch' erbauet, Heil dem, der sich ihr vertrauet, Euren reinen Lehren glaubt! Hier habt ihr den Sieg erfochten, Dort ist euch der Kranz geflochten Um das treue Heldenhaupt. Von dem heil. Godehard. 191 5. Einst, wenn Böse vor euch beben, Wenn ihr richtet nach dem Leben Die verstockte Sünderwelt; O, dann schüßt uns, eure Brüder, Schüßet uns als eure Glieder, Laßt uns euch sein zugesellt! 6. Fürsten, ihr habt alle Plagen Für des Nächsten Heil ertragen, Reißt auch uns aus letzter Noth! Ach! entzündet unsre Liebe! Daß das Herz noch Buße übe, Eb' es schmachtend bricht im Tod. 7. Laßt uns alle Qual mit Freuden Unserm Gott zu Liebe leiden, Der die schwerste für uns trug! Laßt uns stets nach eurer Lehre Eifern für des Heilands Ehre, Seelen retten von dem Fluch. 8. Laßt aus Lieb' uns die gewinnen, Die sonst keinen Nußen finden An des Lammes theurem Blut'. Viel ist es, nur Einen retten Von den schweren Sündenketten, Von der ew'gen Höllenglut. Von dem hl. Godehard. 174. Großer Godhard, wir verchren, Gottes Ruhm durch dich zu mehren, Deinen Leib, der bei uns ruht; den du Gott zum Opfer machtest, Bis du deinen Lauf vollbrachtest, Ausgezehrt von Liebesglut. 2. Er war eins der heil'gen Glieder, Welche Jesus einstens wieder Auferweckt wird zu sich zieh'n, um sie mit sich zu vereinen, Und dann auch in allen Seinen Neu zum Leben aufzublüh'n. 3. Großer Geist, der diese Glieder Einst beseelte; deiner Brüder Weiser Lehrer, treuer Hirt! Der du jetzt mit Jesu wohnest, Und in jenem Reiche thronest, Welches me vergehen wird. 192 Vom h. Johannes von Nepomuk. 4. Wo er auf der Freunde Flehen, Die zu seiner Seite stehen, Uns'reBitten uns gewährt; Da fleh', daß durch seine Güte Er vor Sünden uns bebüte, Er durch uns sei stets geehrt. 5. Daß dein unbeflecktes Leben, So wir lobend jetzt erbeben, Immer unser Muster sei; Taß wir seinen heil'gen Willen Mit Beharrlichkeit erfüllen Bleiben bis zum Tod' getreu. 6. Höchster Hirte deiner Heerde, Unsre Hoffnung auf der Erde, Unsre Glorie nach dem Tod; Immer sei von uns gepriesen, Ewig sei Dir Dauk erwiesen, Jesu Christe Heiland, Gott. Von dem h. Johannes von Nepomuck. 174 a. Seht, unerschrocken steht der Held, Ihn schreckt kein Drob'n, reizt keine Welt; Er steht, er schweigt, er fürchtet nicht Des bösen Wüthrics Blutgericht. 2. Der lasterhafte König droht Ibm Feur' und Fluch, den nahen Tod; Er steht mit Ketten hart beschwert, Wie Gold wird er durch's Feur bewährt. 3. Doch sieget noch sein Heldenmuth: Die Liebe zu dem höchsten Gut Verachtet allen Schmerz, er bricht Auch hier das beil'ge Schweigen nicht. 4. Das stumme Lamm steht unschuldevoll, Es schweigt und trägt des Wüthrichs Groll; Es steht; doch die betrog'ne Wuth Stürzt den Gerechten in die Flut. 5. Der Körper sinkt zur naffen Gruft, Und siegend hebt sich durch die Luft Der Geist zu Gott. Es ehrt die Flut Mit Flammen seine Liebesglut. Von dem heil. Bernward. 193 6. Der Frommen Augen steht entzückt; Da sich die Flut mit Sternen schmückt; Die zeigen des Gerechten Lohn, Und flechten ihm die Siegeskron'. 7. Dreiein'ger Gott, hör' unser Flehn! Laß uns im Guten feste stehn! O gib, daß wir durch deine Huld Mit Thränen tilgen unsre Schuld. Von dem heiligen Bernward. 175. Heil'ger Bernward, groß im Leben, Groß im Tode, Wundermann! Deine Thaten zu erheben Stimmen wir dies Loblied an. Rein vor Gott und ohne Flecken Führtest du das Hirtenamt; Tugendeifer zu erwecken, War dein Herz stets angeflammt. 2. Tempel preifen und Altäre, Die von dir errichtet steh'n, Dein Bemüh'n für Gottes Ehre, O, wie brünstig war dein Fleh'n, Wenn du betend Nächte wachtest, Sangst des Allerhöchsten Ruhm, Und das große Opfer brachtest In des Ew'gen Heiligthum! 3. Um das Laster zu bestreiten, Ueber dieses Vaterland Himmelssegen zu verbreiten, at dein Eifer stets gebrannt. Immer warst du voll Erbarmen Für elende Dürftigkeit! Gott und deines Volkes Armen War dein Schatz allein geweiht. 4. Ganz für Gott und deine Heerde Aufgezehrt erloschest du: Aus der Trübsal dieser Erde Fuhr'st du hin zur sel'gen Ruh. Da ge= neuß'st du nun, verherrlicht, Dauernde Glückseligkeit; Doch vergessen hast du dort nicht Unsere Bedürftigkeit. 9 d 194 Von der heil. Theresia. 5 O, so blick von deinem Throne, Uns zuhelfen stets bereit! Fleh' für uns bei Gottes Sohne, Hilf uns jetzt in unserm Streit. Wir gesteh'n es, wir sind Sünder, Uns drückt böser Lüste Jodh; Wir sind aber deine Kinder, Du bist unser Vater noch. 6. Wende von uns Gottes Strafen, Rette uns in Seelennoth! Und wenn wir auch einst entschlafen, Werde selig unser Tod! Das erhalt uns durch dein Bitten, Unser Helfer und Pa= tron! Durch den, der für uns gelitten, Jesum Christum, Gottes Sogn. 17.05 Von der heil. Theresia. 175 a. Hört Theresen liebvoll flehen; Stürmet auf mich Kreuz und Noth! Heiland, o laß es geschehen, Daß auch ich für dich den Tod Leide, den Du hast gelitteu Für mich! Jesus, hör' mein Bitten! 2. Nicht des wilden Mörders Hiebe Flechten, Heldin! dir die Kron'; Nein, der Pfeil der heil'gen Liebe Führt dich einst zu Jesus Thron Nur ein frommes Tugendleben Wird dich eins zu Gott erheben. 3. Sebt in dieser reinen Taube, Die de schnöden Welt entfleucht, Wie stets kämpft uni fiegt der Glaube, Welch' Bertrau'n auf Gott fi zeigt! Seht, wie sie vor Liebe glühet, Welten vor der Sünde ziehet. 4. Seht, wie sie die zarten Herzen Bildet zu Vollkommenheit; Wie sie gerne Schimpf un Schmerzen Trägt für fremde Seligkeit. O, w brennet ihr Bemühen, Alles Jesu zuzuziehen! Von den hh. Crispinus u. Crispinianus. 195 5. Laß auch uns in Liebe glühen, Heldin, zu dem höchsten Gut, Laß stets unsre Unschuld blühen, Ungefränkt von böser Glut! Laß uns hier im kurzen Leben nur nach ew'gen Gütern streben! 6. Laß uns auf dein Vorbild schauen, Aus der Sünde Schatten flieh'n! Laß auch uns die Welt erbauen, Herzen zu der Tugend zieh'n! Laß es Bösen nie gelingen, Andrer Unschuld zu bezwingen! 7. Laß uns von den Eitelkeiten zu Gott wenden unser Herz! Laß die Lust uns nie verleiten, Laß gerne fühlen Schmerz! Laß uns in der Liebe sterben, und die Tugendkron' erwerben. Von den hh. Crispinus und Crispinianus. Patronen des Hochstifts Osnabrück. 176. Gott, du ehrest, die Dich ehren, Die sich hier für Dich verzehren, Herrschend dort auf deinem Thron, Glänzend mit der Siegeskron'. 2. Ja, die zeitlich für Dich leiden, Die regieren dort in Freuden: Sie beschüßen, nach der Qual, Uns in diesem Jammerthal. 3. Uns, dein Volk zu unterstüßen, Unfre Kirche zu beschüßen, Gabst Du ihr von Anfang an Den Crispin und Crispinian. 512 4. Bei uns ruhen die Gebeine Dieser Helden, die für deine Ehre litten Qual und Pein, Dir, dem Herrn, getreu zu sein. 5. Helden, ihr habt Blut und Leben, Froh für Jesum dargegeben, und in heil'ger Liebesglut Brannte stets eu'r Herz und Muth. 6. Fürsten, von Gott ausersehen, Unsrer Kirche 9* 196 3u einem jeden Schußheiligen. vorzustehen, Schüßet unter eurer Hut Sie vor aller Feinde Wuth. 7. Fleht von Gott, der selbst euch ehret, Fleht von ihm, der euch erhöret, Heil für unser Vas terland, Blühend Glück für jeden Stand. 8. Segnet die, die uns regieren! Segnet alle, die uns führen Zu des Heilands ew'gem Reich, Um zu herrschen einst mit euch. 9. Segnet, segnet ihr Bemühen, Alle, alle hinzuziehen Auf den besten Weg des Heils Von dem Pfad des Sündengräuls. 10. O, daß künftig keiner fehle! O, daß wir mit reiner Seele Einig alle preisen Gott, Und erfüllen sein Gebot. 11. Laß uns alle glücklich blühen, Ewig alle Zwietracht fliehen! Aller Herzen sein vereint! Jeder sei ein Menschenfreund! 12. Führt zurück die goldnen Zeiten, Jene vor'gen Seligkeiten, Jene alte Frömmigkeit, Jenes Band der Einigkeit. 13. O, daß wir sie wiedersehen! O, dann strömt von heil'gen Höhen Aller Segen, alles Glück Auf dich, werthes Osnabrück. Zu einem jeden Schutzheiligen oder Kirchenpatron. 177. Herrlich glänztest du auf Erden In der schönsten Tugendzierd', Trugst mit Freuden die Beschwerden, Suchtest Jesum mit Begierd'; Nun hat dich dein Gott erhoben Zu dem ew'gen Tugendlohn! Doch du siehst auf uns von oben, Flehst für uns bei Gottes Chron. Prozessionsgesänge. 197 2. Von der Vorsicht uns gegeben: Hier in diesem Jammerthal Zu beschüßen Seel' und Leben, Uns zu helfen in der Qual! O, so schüß uns denn hienieden! Stets laß unsre Kirche blüh'n! Schenk' uns doch den holden Frieden, Laß die 3wietracht ewig flieh'n! 3. Laß uns Gott beständig lieben, Stets auf deine Tugend schau'n, Bis an's Ende Gutes üben, Auf die milde Vorsicht trau'n, Laß uns die Bedrängten schützen, Sie erquicken in der Noth, Und die Waisenunterstüßen, Armen brechen unser Brod. 4. Laß uns alle Laster meiden, Wollust fliehen, Stolz und Welt; Gott zu Liebe, wie du, leiden, Wenn es ihm, dem Herrn, gefällt, Daß auch wir auf Erden tragen, Was einst Jesus für uns trug, Der durch Kreuz und schwere Plagen Uns erlöste von dem Fluch. 5. Laß uns alle selig sterben, Voll von Tugend, wie du starbst! Laß uns jenes Reich erwerben, Das du glücklich dir erwarbst! Daß wir einst mit Dir besingen Gottes Güte nach dem Leid, Jauchzend ihm das Danklied bringen In der frohen Ewigkeit. 2nd Bir Prozessionsgesänge. 178. Wie furz ist doch auf Erden Der Menschen Pilgerfahrt, und mit wie viel Be schwerden Verknüpft von mancher Art! Herr, hilf uns hier im Leiden! Gib, was uns nüßlich it! O, führ' uns in die Freuden Einst zu Dir, Jesus Christ! Kyrie eleison.d 2. Du kamst, uns zu erlösen, Vom Him 198 Prozessionsgefänge. mel auf die Welt; Du brachst die Macht der Bösen, O Jesu, starker Held! Du gingst umher und lehrtest Den wahren Weg des Heils Die Völker, und bekehrtest Sie von dem Weg des Gräul's. Kyrie. 3. Da gingst Du, Herr der Gnaden, Zum Tod' nach Golgatha, Mit einem Kreuz beladen, Wie feinem je geschah; Auf diesen Schreckenshöhen Starbst Du für uns're Schuld, Erwarbst nach Schmerz und Fleyen Uns deines Vaters Huld. Kyrie.d 4. Du gingst am dritten Tage Aus deinem Grab hervor, Und hubst nach Kreuz und Plage Dein siegend Haupt empor; Du fuhrst zu Gott umgeben Mit der erlösten Schaar, Auch uns einst zu erheben, Nach Leiden und Gefahr. Kyrie. 5. O Heiland, Gott, wir wallen Bor Dir in Andachtsgluth, D, laß es Dir gefallen, Und stärke Seel' und Muth! Daß wir es wohl erwägen, Was Du für uns gethan Einst hier auf deinen Wegen, Und folgen deiner Bahn. Kyrie.. 6. Gib, daß wir mit dir wandeln In Sanftmuth und Geduld, Nach deinem Beispiel handeln, Und üben Lieb' und Huld! Laß uns mit Ernst vermeiden Den Weg der schnöden Luft! In Wohlfahrt und im Leiden, Stärk' unsre schwache Brust. Kyrie. Al rachins 7. Daß wir uns nicht erheben In Stolz und Ueppigkeit. Um ewig dort zu leben, Gern dulden Schmach und Leid. Gib, daß wir stets er= wägen Die Kürze dieser Zeit, Und wandeln stets in Segen Den Weg zur Seligkeit. Kyrie. Das Gebet. 199 8. Erhör' doch unser Beten, du Stifter unsers Heils, Und laß uns nie betreten Den Weg des Sündengräuls, Den Weg, der zum Verderben, Zur ew'gen Marter führt! Gott, laß uns früher sterben, Eh' unser Herz so irrt! Kyrie. 9. O, laß uns nie verlassen Den sel'gen Tugendpfad, Stets alle Sünden hassen, Und folgen deinem Rath, Daß wir nach diesem Leben Dir folgen aus dem Leid, mit heil'ger Schaar umgeben, In deine Herrlichkeit. Kyrie eleison. e sad Das Gebet. An den Bettagen in der Kreuzwoche und auch sonst zu gebrauchen. 179. 3u Dir, Allmächt'ger, will ich flehn! O, darf ich es mir unterstehn, Ich Staub?- Ja, ew'ge Majestät, Du hörst den Wurm, der zu Dir fleht. 2. Doch Sünder, Herr, die hörst Du nicht. Es muß vor deinem Angesicht ganz rein erscheinen unser Herz, Durchdrungen von der Reue Schmerz. 3. Erschaff, erschaff, o Gott in mir Ein Herz, das würdig flebt zu Dir! Erscheint mit mir in Andachtsglut, Ihr Christen, vor dem höchsten Gut! 4. Gott sieht das Herz, er ist ein Geist; Wer ihn voll Demuth eifrig preis't, Den hört er; o seid nicht zerstreut Durch Sorgen für die Eitelkeit. 5. Erwäg' es, Christ, der Herr ist Gott! Den bört er nicht in seiner Noth, Der heut ihm heil'ge Treue schwört, Sich morgen wider ihn empört. ning 200 Das Gebet. 6. Erwäg' es Christ, der Herr ist Gott! Er duldet nicht der Menschen Spott; Und wer vergißt, waserbeschwur, Derspottetseines Gottes nur. 7. Geid, Christen, Gott getreu, und traut Ganz fest, auf seine Hülfe baut! Weil er der beste Vater ist, der seiner Kinder nicht vergißt. 8. Vertrauet fest und zweifelt nicht. Den feigen Zweifler hört Gott nicht. O, fleht zu Gott durch Jesum Christ, der unser Heil und Mittler ist. 9. Christ, schau auf mit frohem Muth! Es floß für dich des Heilands Blut, Dies Blut erwarb dir Seligkeit, erwarb dir Hülf' in allem Leid. 10. Ja, wer durch Jesum Christum fleht, Dem wird die ew'ge Majestät, Was er verlangt, gewiß verleihn, und ihn mit Trost und Hülf erfreu'n. 11. O, bete oft, inständig, gern, Denn alles Gute fommt vom Herrn, Gesundheit, Glück, Heil und Erfreu'n Sind bloß durch Gottes Güte dein. 12. O, bete, wenn du in dem Leid Versenket liegst voll Traurigkeit! Gott ist's, der Armen Hülfe schafft, Er gibtBetrübten Muth und Kraft13. O, bete, wenn dir Fleisch und Welt Versuchung macht, und Neße stellt! O, bete, daß dich Gott befreit Und Gnade zu dem Sieg verleiht. 14. Christ, siehe stets mit treuem Blick Zum Himmel hin, auf jenes Glück, Das dort dein Gott dir vorbehält, Wenn du Gott liebst hier in der Welt! 15. Das Glück der Ewigkeit allein Muß alles Betens Endzweck sein. O, bete nur, dei Gott gibt gern Dies Glück, durch Zeſum unseri Herrn. Der Glaube. 201 16. Verbarre fromm in dem Gebet! Wer mit Beharrlichkeit Gott fleht, Dem gibt der Herr zur rechten Zeit, Was ihm an Seel' und Leib gedeiht. 17. 218 Christ sollst du dein Haus erbau'n, Dich soll man täglich betend schaun, O, fei're mit den Deinen stets Die sel'ge Stunde des Gebets. 18. Die Deinen und Dein Hausgesind', Die dir von Gott vertrauet sind, Die führe treu mit dir zu Gott, D, dann erfüllst du sein Gebot. 19. So bete Christ, so für den Freund, Und bete oft für deinen Feind; Dann wirst du Gottes Hülfe sehn, Und was du wünschest, wird geschehn. Vermischte Gesänge. Tugendübungen. Der Glaube. 180. Wie? will sich ein Mensch erhöhen, Welcher sich doch selbst nicht kennt, Und zu leugnen unterstehen, Was der Glaube Wahrheit nennt? Will der Staub denn Gott durchgrüns den, Und verborg'ne Weisheit finden? 2. Rette dich vom Tod', vom Grabe, Mensch, durch deiner Weisheit Kraft! Oder sag' es frei: Es habe Deine wilde Leidenschaft Dich mit Fin= sterniß umhüllet, Und dein Herz mit Stolz erfüllet. 3. Zeig' uns, wie man durch; die Klüften In der Erden Abgrund geht! Sag' uns, wovon in den Lüften Unser Sonnenbau besteht! Hat 9** 202 Der Glaube. dein Wiß durch sein Bestreben Zu dem Bau den Plan gegeben? 4. Grüble, wie auch du Planeten Könneft in die Luft erhöh'n; Schaff' uns einmal den Kometen, Laß ihn oben irrend geh'n! Doch zu diesem großen Werke Fehlt dem Klügling Geist und Stärke. 5. Frecher! und du willst es wagen, Der du dumm zur Gruft entfliehst, Selbst der Gottheit dreift zu sagen: Es sei falsch, was du nicht siehst? Will ein blinder Wurm auf Erden Seiner Gottheit Richter werden? 6. Endlich wirst du dennoch neigen Dein vom Stolze schwindelnd Haupt, Und dich endlich überzeugen, Wenn es dir dein Gott erlaubt, Thorheit sei es, falsch zu nennen, Was der Mensch nicht kann erkennen. 7. Weil wir nichts Verborgnes sehen, Weil es uns nicht ist bekannt, Was in Zukunft soll geschehen, Da der menschliche Verstand Das Erschaff'ne nicht durchgründet, Zweifelnd alles dunkel findet. 8. Mußte Gott uns offenbaren, Weil er sein Geschöpfe liebt, Welche seine Wege waren, Was er hat für uns geübt, Wer er ist, zu dem wir flehen, Und was einst uns wird geschehen. 9. Herr, der durch die Tiefen siebet, Wahrheit, Weisheit, Schöpfer, Gott, Dessen Auge nichts entfliehet; Fern von der Verblend'ten Spott. Glaub' ich Dir, und diesen Glauben. Soll mir nie der Spötter rauben. Ja 10. Deutlich hast Du, Gott, gesprochen Durch Die Hoffnung. 203 der Gottheit Wundermacht; Jener bleibt nicht ungerochen, Welcher in der Sündennacht Taumelnd, Gott, dein Wort nicht höret, Und sich wider dich empöret. 11. Wahn und Irrthum sollen schweigen; Aber doch mein Wandel nicht; Ich will in den Werken zeigen, Was der wahre Glaube spricht, meinen Nächsten zu erbauen, Soll er Glaubenswerke schauen. Die Hoffnung. 181. Wenn Gott winkt, so werden Welten; Wenn er spricht, zergehen sie. Keine Macht, kein Wiß wird gelten Wider ihn. Mein Herz! so flieh zu ihm; will er dich bewahren, O, so lachst du der Gefahren. Wenn der Bau der Welt auch bricht, Stürzt er, und zerquetscht dich nicht. 2. Aber ich, ich böser Sünder, Darf ich so vermessen sein, Daß ich hoffe wie die Kinder, Die der Vaterhuld fich freu'n? Ja, mich schrecken zwar die Sünden, Doch kann ich noch Gnade finden, Gott versprach sie meiner Neu'; Er, der Herr, ist mir getreu! 3. O, so soll des Abgrunds Brüllen, Welches zum Verzweifeln reißt, Nie mein Herz mit Angst erfüllen, Weil es Gott als Vater preis't. Gott will schonen, Huld verleihen, Jesus starb, mich zu befreien; Wenn mein Geist die Schuld bereu't, Find' ich Gnad' und Seligkeit. 4. Nun, so mögen alle Schmerzen Auf mich stürmen, Gottes Macht Tröstet die beklemmten 204 Die Liebe. Herzen, Sie hat Rettung zugesagt; Wenn ich nur durch gute Werke Mich in meiner Hoffnung stärke, Leb' und sterb' ich unverzagt, Wenn auch Alles bricht und klagt. 5. Ja, jetzt kann ich alle Plagen, Auch des Todes Bitterkeit, In der Hoffnung stark, ertragen Freudig in Gelassenheit. Gott will mich ja nicht verderben, Sanft in Ruhe will ich sterben; Gottes Gnade, Jesu Blut Giebt im Tod' mir Herz und Muth. 6. Einst nach dieser Zeiten Leiden Werd' ich Gottes Antlig seh'n, Und in ungestörten Freuden Meines Schöpfers Huld erhöh'n. Hab' ich Sünd' und Tod bezwungen, Meiner Hoff nung Ziel errungen, Gott, dann bring' ich Dir den Dank, Ewig Dir den Lobgesang. Die Liebe. 182. Schöpfer Himmels und der Erden, Ewige Vollkommenheit! Würdig, stets geliebt zu werden, Urquell aller Heiligkeit! Gott, Didy lieb' ich ganz von Herzen, Doch nicht, weil Du nach dem Leid Mich nach meines Todes Schmerzen Selig machst in Ewigkeit. 2. Einst wirst Du zur Hölle Flammen, Fern von deinem Angesicht, Dos treulofe Heer verdammen, Denn es liebte, Gott, Dich nicht Doch dies zwingt mich nicht zur Liebe, Gott Gott, allerhöchstes Gut! Du, nur Du giebs mir die Triebe, Du entzündest meine Glut. esus, Jesus mein Verlangen! Ach, Did seh' ich in der Noth An dem Kreuze schmachteni 3. Liebe des Nächsten. 205 hangen! Ach, Du wählst für mich den Tod! Händ' und Füße seh' ich triefen Boll von Blut, und Du wirst matt, Weil auch deines Herzens Tiefen Todesangst durchwühlet hat. 4. Ganz mit Schand' und Hohn umhüllet Seh' ich Dich im höchsten Schmerz! Ganz mit bittrer Qual erfüllet Bricht für mich dein liebend Herz! Jesus, Gott, Dich seh' ich sterben, Schwach, verlassen, Sündern gleich! Daß Du mögest mir erwerben Deines Vaters Huld und Reich. 5. Und ich sollte Dich nicht lieben, Da Du so geliebet haft! Fern von mir sei, den betrü= ben, Der für mich trug solche Last! Nicht, um selig einst zu werden, Lieb' ich Dich bis in den Tod; Nicht, weil auf mich sonst auf Erden Und dort warten Qual und Noth! 6. Ohne was von mir zu hoffen, Littest Du den Tod für mich! Dieser Pfeil hat mich getroffen! Wie Du liebst so lieb' ich Dich. Lieben muß ich Dich und ehren. Denn Du bist das höchste Gut. Gott, mein Herz soll sich verzehren Einst in dieser Liebesglut. Die Liebe des Nächsten. 183. Süßes Joch, o fel'ge Pflichten, Wozu mich mein Gott verbind't! Stärkster Trost mich aufzurichten! Gott mein Vater, ich sein Kind! Und ich soll nur diesen lieben, Liebe nur am nächsten üben, Dies allein ist dein Gebot, Liebster Vater, bester Gott! 2. Wir sind alle gleiche Brüder, Gott nahm uns zu Kindern an; Wir sind eines Leibes Glie 206 Die Liebe des Nächsten. der, Den man nicht zertrennen kann. Und ich follte Brüder haffen, Selbst mein eigen Fleisch verlassen? Den nicht lieben, den Gott liebt, Nicht verzeihn, da Gott vergiebt? 3. Meinen Nächsten muß ich lieben, Er ist Gottes Ebenbild; Gott hat an ihm sein Belieben, Weil auch er so vieles gilt Als ich; Jesus ist gestorben Für ihn, hat ihn theu'r erworben, Nähret ihn in Liebesglut Selbst mit seinem Fleisch und Blut. 4. Heil dem, der nach seinen Pflichten Wie sich selbst den nächsten liebt! Wenn Gott kommt, die Welt zu richten, Dann wird's kund: es sei geübt An Gott selbst, was man erwiesen An dem g'ringsten Knecht; und diesen Krönt der Herr mit Seligkeit, Der auf Erden ihn erfreut. 5. O, beglückendes Gesetze, Das die ew'ge Liebe gibt; Lieb' v Christ! lieb' und verlege Nie die Pflicht; doch wer sie übt, Muß fie Gott gefällig üben; Sonst verwirst der Herr sein Lieben. Lieb', o Christ, nach deiner Pflicht! Hier hast du den Unterricht. 6. Hör', worin die Lieb' bestehe: Sie muß nicht im Wollen ruh'n; Was du willst, das dir geschehe, mußt du wirklich Andern thun. Nadende sollst du bekleiden, Denen helfen, welche leiden; Brich den Hungrigen dein Brod, Dann erfüllst du dies Gebot. 7. Gott befahl es, Liebe üben; Liebe, weil es Gott gebeut! Einzig Gott zu Liebe lieben, Ist der Christen Schuldigkeit. Wer aus Stolz Erbarmen übet, Wer aus Weichlichkeit nur liebet, Die Verachtung der Welt. 207 Wer aus Eigennuß hingibt, Hat vor Gott noch nichts geliebt. 13 8. Liebtest du nur deine Freunde, So bist du den Heiden gleich; Liebest du nicht deine Feinde, So gibt Gott dir nie sein Reich. Nie, die uns verfolgen, kränken, Feinden Huld und Segen schenken, Dieses ist der Christen Pflicht, Uebe sie, sonst liebst du nicht. 9. Nicht der g'ringste Widerwille Soll in deiner Seele sein, Daß dein Herz die Pflicht ers fülle, mußt du deinen Feind erfreun, Ungern dessen Tadel hören, Dreist der Lästrer Zunge stören. Hilf dem, der verborgen weint, Eh' er noch vor dir erscheint! 10. Wenn du deinen Feind nicht liebest, Unversöhnlich Rache übest! Wenn du Darbende bes trübest, nicht von deinem Gute gibst; So wird Gott dir nicht verzeihen, Weder Glück noch Huld verleihen. Gott verzeiht, wie du verzeihst, Gott verleiht, wie du verleihst. 11. Sieh, es ruht in deinen Händen, Hier und ewig glücklich sein! Liebst du recht, und hilfft Elenden, So wirst du kein Unglück scheu'n. Gott, für uns am Kreuz betrübet, Du haft bis zum Tod geliebet! Laß uns lieben, wie Du liebst, Uleben, was Du, Bater, übst! Die Verachtung der Welt. 184. Entreiße dich, mein Geist, den schnös den Dingen, Dich über Welt und Gut zu Gott zu schwingen; O flieh die Eitelkeit, die dich verzehrt, Und trachte nur nach dem, was ewig währt. 208 Die Verachtung der Welt. 2. Wie kann doch Welt und Lust dir Ruhe geben? Eh' du es glaubst, schließt sich dein kurzes Leben; Dann weichen sie von dir in letter Noth; O, sie sind nur ein Traum, ein Traum im Tod'. 3. Und sollt ich auf dem Haupt' auch Kronen tragen, Was wäre dieses Glück? Mich wird zernagen Nach einem Augenblick der Wurm im Staub'; Uns weht die Zeit dahin gleich dürrem Laub. 4. Kannst du denn, blaffes Gold, mit allen Schäßen Ersätt'gen meine Brust, mein Herz ergößen? Ist das ein wahres Gut, das sich verliert Nach Kurzem, Qual und Schmerz im Tod' gebiert? 5. Und was bist du denn noch, sündhaftes Lieben? Du tödtest mir den Geist, und gibst Betrüben Statt der versprochenen Lust, und dein Gewinn Sind Seuchen, früher Tod, ges quälter Sinn. 6. Auch dich, o Menschengunst! muß ich verachten, Du machst nicht glücklich die, die nach dir trachten; Du gleichst dem flücht'gen Rauch, der bald vergeht. Wie, bringst du dem auch Trost, der sterbend fleht? 7. So seh' ich denn, mein Gott, durch Dich belehret, Du bist allein das Gut, das ewig wäh ret. Weg, weg mit aller Welt, Dir Gott allein Soll künftig Herz und Wunsch geheiligt sein! 8. Weich' von mir, Eitelkeit! denn mein Bestreben Gebt nur zum ew'gen Gott, dem will ich leben; Er gibt mir Ruh' in Noth und Freud' im Leid, Erquickt mein sterbend Herz mit Seligkeit. Der unthätige Glaube. 209 Der unthätige Glaube. 185. Kannst du dich des Glaubens rühmen, Du verstockter Sündenknecht, welcher in dem urgestümen Herzen seinen Abgott trägt, Dem er stets den Weihrauch streut, Der von seinem Schöpfer weit, Weit entfernt, durch böses Leben Sich der Hölle hat ergeben? 2. Glaubst du: Gott hat mich erschaffen, Ihm zu dienen in der Zeit, und er wird das Zafter strafen Hier und in der Ewigkeit? Und doch eilt dein frecher Sinn Blind zu allen Lastern hin! Wird dein Glaube dich erretten, Dich befrei'n von Satans Ketten? 3. Glaubst du: Jesus hat erworben Mich am Kreuz durch Blut und Pein; Er ist selbst für mich gestorben, Daß ich sollte selig sein? Günder du verschmähst sein Blut! Du verachtest dieses Gut! Wird dein Glaube dich erretten, Dich befrein von Satans Ketten? 4. Glaubst du: Wenn ich christlich lebe, Gibt mir Gott sein ewig Reich, Wenn ich nach der Tugend strebe, Werd ich dort dem Heiland gleich? Und für solche Ewigkeiten Wählst du nur Vergänglichkeit! Wird dein Glaube dich erretten, Dich befrei'n von Satans Ketten? 5. Glaubst du: Feinde muß ich lieben; Dieses zeigt mein Heiland mir, Und du darfst noch Rache üben, Haffen, wenn man fleht vor dir? Ungetreu wirst du dem Freund; Du verfolgest deinen Feind. Wird dein Glaube dich erretten Von dem Fluch, von Satans Ketten? 6. Glaubst du, daß Gott alles sehe, Daß er 210 Ergebung in den Willen Gottes. bier zugegen sei, Und daß keiner ihm entgehe? Und doch trägst du keine Scheu! Du befleckst mit Nergerniß, Schamlos Licht und Finsterniß! Wird dein Glaube dich erretten Von dem Fluch, von Satans Ketten? 7. Glaubst du: Gott wird einst mich richten, Scheiden muß ich von der Welt; Doch wird Gott mich nicht zernichten, Der für ewig mich erhält? Und du lebst, als wenn dein Geist Wieder in sein Nichts zerfleußt. Wird dein Glaube dich erretten Von dem Fluch, von Satans Ketten? 8. Aus Erbarmen ist gegeben Dir von Gott das Glaubensglück, Selig hier und dort zu leben, Und du weichst von ihm zurück? O, was hilft das Glaubenslicht, Wenn der Wandel wi derspricht? Wird dein Glaube dich erretten Bon dem Fluch, von Satans Ketten? Ergebung in den Willen Gottes. Pris: 186. Mich sollten Schicksal, Angst und Leiden Von meinem Gott und Vater scheiden? O, nein! ich bin in ihm vergnügt. Was er verhängt, ist stets das Beste, Dies glaub' ich, auf ihn trau ich feste, llnd so hab ich den Schmerz besiegt. 2. Will er mit Krankheit, Pein und Plagen Den schwachen Körper heftig schlagen, So ist mein Herz doch nicht betrübt. Ich weiß, daß er durch dieses Leiden Mich bessert und mich führt zuFreuden; Mein Vaterschlägtmich, dermich liebt. 3. Herr soll ich darben, elend leben, So will ich mich doch Dir ergeben; Denn Glück und Ar muth sind mir gleich. Du schufst mich nicht für Demuth. 211 furze Zeiten, Du schufft mich, Gott, für Ewig= teiten; Herr, gib mir nur dein ewig Reich! 4. Soll mich der Spötter Heer entehren, Soll Hohn und Schande mich beschweren, So trag' ich sie, mein Gott, mit Luft. Du bist mein Ruhm; laß mich erscheinen In Herrlichkeit einst bei den Deinen; Nur darnach sehnt sich meine Brust. 5. Herr, Dir allein will ich mich weihen, Und dann auch selbst den Tod nicht scheuen: Er führet mich, mein Heil, zu Dir. Mich ganz geb' ich in deinen Willen; Nur diesen, diesen zu erfüllen, Dieß einz'ge Glück, Gott, schenk es mir! 6. Willst Du mir Ehr' und Glück verleihen, So muß ich Dich, Gott, benedeien. O, gib mir nicht, was schaden kann! Nur gib mir, was mich zu Dir leitet! Gott! ich bin dein, für Dich bereitet; Ich bete deinen Willen an. Mate Demuth. 187. Der Mensch, der Erde schlechter Staub. Den bald der Tod zerstreuet; Der Mensch des Moders schnöder Raub, vor dem man sich bald scheuet, Wenn er bedeckt die Todtenbahr! Darf er sich stolz erheben, Der bald nicht ist, der sonst nicht war, Dem Alles ward gegeben? 2. Flieh, Sterblicher, den Uebermuth! Dein Glück, Verstand und Leben Ist ein ganz unverdientes Gut, Das Gott dir hat gegeben. Urm fährst du hin in deine Gruft, Du läßt dein Gut auf Erden; Pracht, Ehre, Reichthum sind ein Duft, Der bald zu nichts wird werden. 212 Sanftmuth. 3. Und wenn du alle Tugend hast, Die nur ein Mensch besessen, und fühlst nicht deiner Schwachheit Last; So ist dein Herz vermessen. Der ganze Tugendbau zerfällt, Wenn Demuth ihn nicht stüßet; Weil Gottes Huld nur den er= hält, den diese Tugend schüßet. 4. Wie, wirkst du denn das Gute recht, Nur Gott allein zu Liebe? Wirkst du, als ein ge= treuer Knecht, Allein aus diesem Triebe? Sind Menschenfurcht, Natur und Zeit, Sind Stolz und gar Verstellen, Sind Eigennuß und Weichlichkeit nicht oft die Tugendqueller? 5. Und ist dein Herz auch völlig rein Und sucht nur Gott zu ehren, So find es Gnaden, die nicht dein, Die Gott allein gehören. Ja, Gott, was bin ich ohne Dich? O, nichts als Gräu'l und Sünden. Des blöden Stolzes schäm ich mich! Ach, laß mich Gnade finden! 6. Herr, ohne Dich vermag ich nichts, Nicht einmal gut zu denken. Du mußt zum Guten, Gott des Lichts, Mir Gnad' und Stärke schenken. Gott, Urquell aller Seligkeit! Nun seh' ich meine Blöße; Laß mich erkennen jederzeit, Mein Nichts, und deine Größe. Sanftmuth. 188. Mensch voll Sünden und Gebrechen, Wagst du es in Zorn zu sprechen, Wenn du kaum die Unbild fühlst? Fürchte, daß ein Blig von oben Dich zerschlage; darfst du toben, Du, den du in Sünden wühlst? 2. Wollte Gott im Zorn nur winken, Würdes Troft eines guten Gewissens. 213 du nicht gleich versinken In den Abgrund aller Pein? Und mit rasendem Gemüthe Troßest du noch seiner Güte? Wie, kann Gott dir gnädig sein? 3. Deinem Zorn mußt du bekämpfen, Und die Glut der Rachgier dämpfen, Die dein wilder Busen nährt. Soll dein Gott dich, Sünder, schonen, Muß in dir die Sanftmuth wohnen, Die dein Jesus hat gelehrt. 4. Willst du noch die Rachgier nähren? Sie wird deinen Leib verzehren, und dich stürzen früh ins Grab, Zorn verkürzt die Lebenstage, Schlägt dich selbst mit schwerster Plage; Stirb doch diesem Laster ab! 5. Jesus, über alles gütig! Ach, Du kamst zu uns sanftmüthig! Laß mich auf dein Beispiel seh'n, Das Du, Herr, in deinem Leben uns zur Folge haft gegeben, Laß mich deine Wege gehn! 6. Du ertrugest voll der Güte, Mit erbarmendem Gemüthe Alle Schmach und alle Pein: Und ich Mensch, ich Staub der Erden, Sollte gleich entrüstet werden, Bei dem g'ringsten Unbildschein! 7. Die, die wahre Sanftmuth hegen, Erben hier des Schöpfers Segen, und dort frönt sie Seligkeit. Jesus, Urquell aller Milde! Ich will deinem SanftmuthsbildeGleichen künftigjederzeit. Trosteines guten Gewissens. 189. Welch ein Schaß, ein gut Gewissen, Wann auch Welten zagen müssen, Sieht es un erschrocken zu. Will der Bau der Erde brechen, Darf ich unverzagt noch sprechen: Gott ist meines Herzens Ruh! 214 Troft eines guten Gewissens. 2. Gott, Du Gott, bist mein Vertrauen! Kindlich darf ich auf Dich schauen, Wenn sonst aller Trost verschwind't; Wenn ich werd' erblassen müssen, Wird mir dies den Tod versüßen: Gott, ich bin dein treues Kind. 3. Kann mit diesem Gut auf Erden Auch ein Glück verglichen werden? Nein, es ist das größte Glück, 68 kann meine Freud' erhöhen, E8, beglückt im Wohlergehen Jeden frohen Augenblick. 4. Alle Schmerzen kann es stillen, Mich in Kreuz mit Luft erfüllen; Es erhebet meinen Muth, Alle Güter zu verachten, Wornach Thoren fehnlich schmachten; Denn es ist das größte Gut. 5. Laß der Lästrer freche Rotten Immer meiner höhnisch spotten, Ich verlache froh den Spott. Ja, sie werden schweigen müssen; Hab' ich nur ein gut Gewissen, Sprech' ich hoffnungsvoll zu Gott: 6. Schöpfer, deß allmächtig Werde Schuf aus Nichts die ganze Erde ,, Die dein Wink im Zorn zerbricht! Weil ich immer deinen Willen Mich bestrebe zu erfüllen: Soverläßt Du, Gott, mich nicht. 7. Welcher Trost! sollt' ich im Leben Die= ses größte Glück hingeben Um Gewinn, um schnöde Lust? Welche Qual sich selbst anklagen Und den Fluch im Busen tragen, Selbst zerreißen seine Brust! 8. O, so sollt' ich seufzen müssen: Ach ich konnte mir verschließen Jenen Unglücksweg zum Fall; Und doch hab' ich frei gefehlet, Fluch und Schande selbst erwählet. Gott mein Feind! o welche Qual! Geduld. 215 9. Gott ich will mich selbst besiegen, Sei's auch schwer; doch welch Vergnügen Gibt es mir in aller Noth! Gott, o laß mich sein beslissen, Diesen Schaß, ein gut Gewissen Zu bewahren bis zum Tod! Geduld. 190. Willst du selbst dich thöricht quälen? Soll der Schmerz dich gar entseelen? Sei doch endlich unverzagt! Gott, dein Gott weiß, was dir nüßet, Er ist Vater, der dich schüßet, Und er weiß es, was dich plagt. 2. Eh' du deinen Gott noch kanntest, Eh' du ihn noch Vater nanntest, Half er dir in deiner Noth. Jeßt, da du ihn kennst und flehest, Da du seine Wege gehest, Ist er denn nicht nun dein Gott? 3. Ja, die g'ringste meiner Sorgen Ist Dir, Schöpfer, nicht verborgen, Und mich liebt dein Vaterherz. Was Du, Vater! mir beschieden, Dient gewiß zu meinem Frieden, Wär' es auch der größte Schmerz. 4. Ja, ich lebe nicht auf Erden, Reich und glücklich hier zu werden; Glück und Lust der Welt vergeht. Ich bin hier, nach meinem Sterben Jenes Glückmirzuerwerben, Das in Ewigkeit besteht. 5. Was mir dieses Glück vermehret, Sei auf Erden mir gewähret, Gib es, Gott, Du gibst es gern! Und was mir dies Glück verleget,( Wenn es alleWelt auch schäßzet) Sei mir ewig, ewig fern! 6. Gerne will ich alle Plagen, Mangel, Krankheit, Schmerz ertragen, Auch der Menschen 216 Trostlieder in Trübfal. Haß und Spott. Nicht den meinen, deinen Willen, Will ich, Dir getreu, erfüllen, Gib mir nur dein Reich, o Gott! Trostlieder in Trübsal. 191. Wie? zagest du, mein feiges Herz? Wie? zagst du, tief versenkt in Schmerz? Dich drücket Mangel, Noth und Leid, Du siehst noch deine Rettung weit; Sei froh! dein Kreuz ist Seligkeit. 2. Dein bester Vater schickt es dir, Was du nun trägst. Dank ihm dafür! Gott schuf dich nicht für diese Zeit, Für kurze Freud' und Eitelkeit; Er schuf dich für die Ewigkeit. 3. Wirst du des Heilands Wege gehn Durchs Kreuz, so wird dich Gott erhöh'n, Dein kurzes Leid ist dein Gewinn, Es führt für ewig dich da hin, Wo Noth und alle Schmerzen flieh'n. 4. So wie dein Heiland, Gottes Sohn, Hebt dich das Kreuz zum ew'gen Thron, Wo di regierst mit Gott im Licht, Und wo vor seinen Angesicht Dich ewig keine Qual ansicht. 5. So stärke denn mein müdes Herz, Di frohes Ziel, bei jedem Schmerz! O Ewigkeit, Freudenmeer, Für jede hier geweinte Zähr' Erquickst du mich unendlich sehr. 6. O Vater, Gott, der liebend schlägt, Wei er mit uns Erbarmen trägt, Gern will ich leider alle Pein, Der Welt zum Spott verachtet seim Um ewig mich in Dir zu freu'n. 192. Wilst du dein Kreuz, dein Glück scheu'n, Mein Herz! D, du mußt dich erfreu'r Trostlied in Trůbsal. 217 Wenn dein Erbarmer an dich denkt, Und dir das Glück des Leidens schenkt. 2. Das Kreuz gibt dir von deiner Pflicht Den allerbesten Unterricht, Es zieht dich von der Eitelfeit, Führt dich zu Gott, zur Seligkeit. 3. Wie flagst du, Christ, in deiner Noth? Dein Jesus hat für dich den Tod Gelitten: ach er gab sein Blut In tausend Schmerzen dir zu Gut. 4. Ach, Jesus, gern will ich mit Dir, Und Dir zu Liebe leiden hier. Du, Du, mein Gott! Du warst gerecht, Ich bin ein böserSündenknecht. 5. Ein Sünder bin ich, strafe mich; O straf mich hier! ich bitte Dich. Gott straf mich hier in dieser Zeit, Doch nicht in jener Ewigkeit! 6. Wer sündigt, muß gestrafet sein; Gott ist gerecht, o schone mein. Mein Gott in jener Ewig= feit! Gern will ich leiden in der Zeit. 7. Gott, ich erkenne deine Huld! Ach, Du willst zeitlich meine Schuld Hier strafen durch so g'ringe Pein, Um ewig Gnade zu verleih'n. 193. Klage nicht in trüben Stunden, Wenn dir aller Trost entflieht! Weil ja deines Herzens Wunden, Deine Qual dein Vater sieht. Sollt' er denn sich nicht erbarmen, Er, der für dich gab sein Blut, Welcher mit durchbohrten Armen Hing am Kreuz', starb dir zu gut? 2. Ach, er kann dich nicht verlassen, Jauchze doch, du bist sein Kind; Er wird dich mit Hülf umfassen, Dich sein theu'r erkauftes Kind, Harre nur, und du wirst sehen, Daß dein Vater bei dir ist! Harre nur, es hört dein Flehen Dein Erlöser Jesus Christ! 10 218 Ueber den Ehestand. 3. Mächtig ist er, Meer und Erde Und des ganzen Himmels Pracht Schuf er durch ein bloßes Werde, wie groß ist seine Macht! O, so muß ich auf ibn trauen, Auf die allmachtsvolle Huld; Sein Erbarmen werd' ich schauen, Semer harr' ich in Geduld. ant 4. Gott, ich weiß es, meine Sünden, Die ich leider ausgeübt, Lassen mich kaum Gnade finden; Vch, wie wird mein Herz betrübt, Daß ich Dich erzürnt, ich Sünder; Doch Du wirst es mir verzeih'n; Du verschonest deine Kinder, Und du wirst mein Retter sein. 5. Ja, Du bast mich so erquicket, Oft in Nöthen und Gefahr; Durch Dich sieht man heut' beglücket, Den, der gestern elend war; Du gibst, daß die frohe Sonne Uns nach Sturm und Donner lacht, Du erquickst mit Huld und Wonne Nach der traur'gen Trübsafsnacht. 6. Gott, mein Gott, Du wirst mich retten, Dein Geschöpf, das mit dem Blut Deines Sohn's von ew'gen Ketten Ist erlöst! Ich fasse Muth. Vater, Du erhörst das Fleben Deines Kindes in der Noth; Bald, bald werd' ich Rettung sehen, Ja Du hilft mir, Vater, Gott! thit mind wrdotter Ueber den Ehestand und die Pflichten der Eltern. 194. Erzittert, wenn nur Unverstand Be euch verknüpft das Eheband, Das Tugend nur foll binden! O, welche Früchte sammelt ihr, Wenn ihr in Glut, gleich einem Threr, Euch bindet nut in Sünden! Ueber den Chestand. 219 2. Ach Qualen, Lengste, Jammer, Noth, Die Rache Gottes und der Tod, Die einst die Sünder trafen, Die zeigen euch eu'r hartes Leid, Auf Erden nur Armseligkeit, Und dort der Hölle Strafen. Two lind 3. Es will des Schöpfers reinste Hand Selbst knüpfen dieses feusche Band, Euch knüpfen's Sündenfälle! Vermehren sollt ihr Gottes Reich, Und ihr vermehrt, dem Satan gleich, Durch Laster nur die Hölle. 4. Vermehren sollt ihr Gottes Reich, Und einzig darum müßt ihr euch In Gottesfurcht verbinden; So werdet ihr Glück und Gedeih'n, Den Frieden und ein ächt Erfreu'n, Und Gottes Segen finden. 5. Heil euch, wenn dort eu'r frommes Kind Sich in dem Reiche Gottes find't, Durch euch dahin geleitet, Daß ihr in aller Frömmigkeit Durch Tugend und Gerechtigkeit zum Himmel habt bereitet.dar 6. Ihr Eltern hört, hört, zittert, graut! Die Seelen, die euch Gott vertraut, Wird er einst von euch fordern; Weh, weh' euch, wenn durch eure Schuld Eu'r Kind einst ewig ohne Huld Muß in der Hölle lodern! 7. O, wenn der Sohn dann in der Glut Den bösen Bater, voll der Wuth, Wird fluchen und verdammen! Du führtest mich zur Eitelkeit, Schreit er dort, nicht zur Seligkeit, Durch dich lieg' ich in Flammen. 8. Eltern, welches Herzeleid; Erwägt doch eure Schuldigkeit! Erziehet eure Jugend 10* 220 Wider die Wollust. Zur Gottesfurcht und nicht zur Welt! Die Tugend steht, wenn Alles fällt, Erziehet sie zur Tugend. 192 9. Entfernt von cuern Kindern weit zur Sünde die Gelegenheit! Eu'r Beispiel soll sie leiten, Daß, wenn ihr einst vor Gott bestebt, Und in das Reich des Heilands geht, Sie freudig euchy begleiten. lat duniver nhin Wider die Wollust. 195. Wollust, Mörderin der Seelen, Alle, die dich thöricht wählen, Die an deiner Tigerbrust Dein betäubend Gift gesogen, Finden sich von dir betrogen, Mörderin! verfluchte Lust! 2. Wenn das warme Herz dich fühlet, Wenn dein Gift im Körper wühlet, Reift er schon zum nahen Tod; Du entziehst Vernunft und Kräfte, Du verzehrst die Lebenssäfte Durch die Glut, durch deine Noth. 3. Jüngling, hör' der Weisheit Lehren; Laß die Lust dich nicht bethören, Die den Tod im Busen trägt! Wie willst du die Luft genießen, woraus Höllenqualen sprießen? Sieh, wie dort der Wollustknecht, 4. Sied) am Körper, am Gewissen Siedy von tausend scharfen Bissen, Tiefgebückt am Stabe schleicht! Wie er nie den Herbst der Jahre, In dem Lenz die Todtenbahre, Von der Lust verfürzt erreicht! 5. Sprich, Betrogner, jetzt im Leiden, Sprich, wo sind die falschen Freuden, Die dir träumte sonst dein Herz? Sieh, dich martert nun die Wider die Wolluft. Ke 221 Reue Und fie quält dich stets auf's neue, Mit vergeb'nem Höllenschmerz. har obou no 6. O, wie liegt er dort mißhandelt, Heulend siebet er verwandelt Jeden Tropfen schlechter Luft In ein ganzes Meer der Galle; Seine Tage sind nun alle! Brechend röchelt seine Brust. 7. Ach noch stöhnt er; mich verruchten Lüstling, weh mir, mich verfluchten, Wie stürzt mid) der Lüste Wuth! Ach! nun muß ich ewig leiden Für so kurze schlechte Freuden, Ewig in der Höllenglut.mdon is for DOL 8. Nun sieht er des Heilands Lehren Wahr, nun will er sich bekehren, Er will: doch, die Zeit ist hin, Weil er sich den sel'gen Glauben Durch die Wollust ließe rauben, Ist Verdammniß sein Gewinn. METHICO THE 1150 HE OTH 9. Seine wollustmüde Seele Reißt sich aus befleckter Höhle Seines Leibs zum Abgrund hin; Ja, mit Ach und Händeringen Will sie sich noch aufwärts schwingen, Dochy Verzweiflung stürzt den Sinn. 10. Sollt' auch ich ein ew'ges Leiden Wählen für den Wink der Freuden Den du böse Luft mir zeigst! Nimmer folg' ich deinen Winken, Nie will ich den Becher trinken, Den du, Zauberin, mir reichst. this thout pullsid 11. Laß das Thier mich nicht berücken, Laß mich fern von seinen Stricken Einsam, Jesu, zu Dir fliehn! Laß mich), gänzlich Dir ergeben, Aus dem teusch geführten Leben Wahre Seelenwonne zieh'n. 12. Sollt ich meine wen'gen Stunden, Durch 222 Mittel wider die Wollust. dein Blut und deine Wunden Theu'r erkauft, der Wollust weih'n? Und an denen ew'gen Gaben Nimmer einen Antheil haben, Nimmer mich in Dir erfreu'n? Buronsa 13. Gott, Du Freund der reinen Seelen, Laß, o laß mich nimmer wählen Jenes Gift! ach hör' mein Fleh'n! Laß mich frei von dem Verderben In dem Arm der Unschuld sterben, Dich mit reinem Auge seb'n! inde hus Mittel wider die Wollust. 196. Seele, liebst du Ruhm und Leben, O, so mußt du widerstreben Aller Wollust Reiz und Schein. Flieh' die schmeichelnde Begierde, Denn sie raubt des Herzens Zierde, Ihre Luft wird Gift und Pein. 18 2. Ihr die Nahrung zu verwehren, Soll dich nimmermehr beschweren Ueberfluß in Speis' und Trank! Oft sab man im Ueberflusse, Daß die Unschuld beim Genusse Dessen welkend niedersank. 3. Deine Unschuld zu bewahren, Flieb', o fliehe die Gefahren! Sei ein Freund der Einsamkeit! Defter, um dich zu besiegen, Flieh auch ein erlaubt Vergnügen, Steure deiner Sinnlichkeit! 4. Denn oft haben Lastertriebe Die Gestalt erlaubter Liebe, Und du siehst nicht die Gefahr. D, der Umgang macht dich freier, Es wird ein verbot'nes Feuer, was im Anfang Freundschaft war. in maini no0 IMAT 5. Du sollst deinem Aug' gebieten! Sei, die Wollust zu verhüten, Schamhaft gegen deinen Leib! Suche nicht bei frechen Scherzen, nicht bei angesteckten Herzen Den unsel'gen Zeitvertreib. Mittel wider die Wollust. 223 6. Nimmer sei zur Arbeit träge, Tenn des Müssigganges Wege führen dich zum Laster bin; Da doch Arbeit und Geschäfte Böser Lust entziehn die Kräfte Und bewahren Seel' und Sinn. 7. Will die Wollust dich bekämpfen, Eile schleunigst sie zu dämpfen, Eb' sie dir die Macht verwehrt! Sie in der Geburt ersticken Ist nicht schwer; schwer unterdrücken Ist's, wenn du sie haft genährt. 8. Nie sollst du die That vollbringen! Auch den Trieb mußt du bezwingen, Und den Wunsch der Leidenschaft. Die Begierden mußt du fliehen, Ihnen ganz dein Herz entziehen, Sonst bist du nicht tugendhaft. 9. Stärke dich, wenn du willst wanten, Mit dem mächtigen Gedanken: Unschuld ist der Seele Glück! Ist sie einmal aufgegeben, Bring' ich sie im ganzen Leben Nimmer durch die Neu' zurück. 10. Nein, kein Meer der heißen Zähren kann sie jemals mir gewähren, Keine Klage, keine Wuth, Kein erstickend Schluchzen ziehet Sie zurück, wenn sie schon fliehet, Nein fein Gold, kein köstlich Gut. 11. Ach, es sind die Wollustbande Nicht allein dem Herzen Schande, Vor der Welt sind sie auch Spott, Könnt' ich in den Finsternissen Meinen Grau't der Luft verschließen, Sieht und findet mich doch Gott. a 12. Wollust kürzt die Lebenstage, Seuchen werden ihre Plage; Heil dem, der sie nie gekannt! Willst du noch fie thöricht wählen? O, wie wird sie dich einst quälen! Sie raubt Seele, Glück, Verstand. MDC pu ta mira estamybied dind 224 Wider den Geiz.e 13. Bittre vor dem ersten Schritte! Denn mit ihm sind schon die Tritte Zu dem andern Fall gethan. Fliehe denn der Wollust Stricke, Und erwirb der Keuschheit Glücke, Rufe Gott um Beistand an. unt 1129 Abs 14. Deine Keuschheit zu bewahren, Stärke dich in den Gefahren Oft mit Jesu Fleisch und Blut! Diese Himmelsspeis' erquicket Deinen Geist und sie ersticket Des verderbten Fleisches Glut. 15. Ja, in den Bersuchungsstunden Schwing' dich auf zu Jesu Wunden, Zu des Schöpfers fel'gem Reich! Keuschheit bringt dir Heil und Leben, Sie wird dich zu Gott erheben. Sie macht dich den Engeln gleich. 10011 libr 16. Unter böser Lüste Bürde Sinkst du von der Menschenwürde zu dem niedern Vieh herab. Gott, die Wollust will ich fliehen, und die Unschuld foll noch blühen Unversehrt bei meinem Grab. 17." Seelenruhe, Wonn', Entzücken, Trost und göttliches Erquicken Sind schon hier der Unschuld Lohn; Glänzend steht sie nach den Zeiten In dem Reich der Seligkeiten Mit der unverwelkten Kron'.oa ony 04st es hi on a wider den Geiz. 197. Unsterblich und von Gott zum Reich erforen, Das ewig, ewig währt und nicht geboren Für eine kurze Zeit, nicht für die Welt, Die bald mit ihrem Gut in Staub zerfällt. 110 2. Ich sollte Geist und Herz zur Geldsucht fenten, und meine theure Zeit dem Eitlen schenfen, Verscherzen jenes Glück der Ewigkeit, Und bald verschmachten arm in stetem Leid? Wider die Kleiderpracht. 225 3. O nein, entreiße dich, mein Herz, dem Reize, Auf Erden reich zu sein! Wer von dem Geize Verstrickt den Mammon sucht, bethört sein Herz Und macht zu seinem Gott ein schimmernd Erz. 4. Ad), er erstickt in sich die edlen Triebe Zum Wohlthun, er verdrängt die Tugendliebe, Und öffnet sich den Weg, den Unglückspfad Zur Unbarmherzigkeit, zur Basterthat.ndli di 5. Der Geiz ertödtet bald ihm sein Gewissen; Die Habsucht läßt fein Guf ihn froh genießen, Sie quält mit stetem Durst den armen Geist, Den sie von Gott entfernt, zum Staub hinreißt. 6. Nun widersteht er hart der Wittwen Thränen, Betäubt vernimmt er nicht der Waisen Sehnen, Gefühllos fühlt er nicht die Standespflicht, Die er ganz ohne Scheu entehrt und bricht. 7. Der Geiz spricht im Gerichte, und erkennet Für Recht, was Gott und Recht verdammlich nennet; Viel Gold erspart der Greis dem jungen Sohn, Erzieht ihn nicht, und erbt ihm Fluch und Hohn. 8. Gewinnsucht raubet uns der Wahrheit Lehren, Sie weiß die Lasterthat fein zu verkehren In Tugend; ach man wird durch schnödes Geld Ein Unchrist, Menschenfeind, die Pest der Welt. 9. Entferne, Gott, von mir die Geldsuchtsseuche, O, laß mich trachten nur nach deinem Reiche! Gott, dann verlier ich nichts in letter Noth, Dann werd' ich ewig reich in meinem Tod'. ideig tid in Wider die Kleiderprachtchar 198. Der Mensch, den bald der Tod hinraubt Aus diesem eitlen Leben, Darf er sein 30 30 10 226 Wider die Kleiderpracht. stolz geschmücktes Haupt Boll Ulebermuth erheben? Gleich einem Abgott waget er, Den morschen Leib zu schmücken, Den bald ein häßlich Würmerheer Im Grabe wird zerstücken. 902. Vergißt du deine Wesenheit, Du Staub dein Grab und Sterben, Und weihest deine schnelle Zeit Der Welt und dem Verderben? Gold, Seide, Silber, Diamant, Die um dich her nun bligen, Die werden vor des Todes Hand Nicht die Berschwend'rin schüßen. E thojdark s 3. Der Ueberfluß gehört nicht dein, Für arme nackte Brüder Gab ihn dir Gott, sie zu erfreu'n. Zu decken ihre Glieder! Und du verschwendest fremdes Gut, Und läßt Bedrängte fleben! Dein ungerechterllebermuth, Wird er vorGott bestehen? 4. Die Hölle sann! und ihre List Ersann die Eitelkeiten, Der Menschen Herz, das sein vergißt, Zur Thorheit zu verleiten. Die Hölle sann und sie erfand Die Kunst, den Leib zu schmücken. Durch Augenluft und eitlen Tand Die Herzen zu verstricken. Empaner thuis 3 5. Laß einst im letzten Todesschmerz Den schnöden Schmuck dir zeigen! O, wie wird er dein sterbend Herz Voll Angst zum Abgrund beugen! Mit welchem Abschen wirst du dann die Eitelkeit betrachten, Wenn du, den sie nicht retten kann, Hinscheidend wirst verschmachten! 6. Weg Körperschmuck, weg Eitelkeit! Ich will die Seele schmücken Mit Unschuld und Gerechtigkeit, Die dau'rhaft mich beglücken! Dann glänz' ich einst in deinem Reichy, Mein Gott, bor deinem Throne InHerrlichkeit, dem Heiland gleich, Geschmückt mit ew'ger Krone. Trostvolle 227 1942 Die angenehme und trostvolle Erinnerung des Todes. 199. Wie? so soll der Tod dich schrecken, Ist er denn dein ärgster Feind? Nein er soll Dir Mutt erwecken, Denn er ist dein bester Freund! Er wird dir ein Lehrer sein, Wahre Weisheit dir verleih'n; Keiner kann von demen Pflichten Dich vollkommen unterrichten.d 2. Wenn dichy banger Zweifel quälet, Frage den getreuen Tod, Eh' dein Herz die That gewäblet. Daß du nicht zu spät in Noth Es bereust. Frage dich: Quält die That im Tod' auch mich? Darf ich dieses Werk verüben? Darf ich) Gutesthun verschieben? do 2 13 usabe 3. Ziehen dich des Fleisches Triebe Schmeichelnd zu der Wollust hin, Reizt die Welt und ihre Liebe Deinen nicht verwahrten Sinn; O, dann frag den Tod um Rath, Ehe du vollführst die That; D, du kannst noch heute sterben, Willst du ewig dich verderben? 4. Leicht kannst du dein Gut vermehren Heut' durch Ungerechtigkeit, Dich erhöh'n zum Thron der Ehren, Doch, nicht, so wie Gott gebeut; Aber, frag' doch erst den Tod! Denk an deine legte Noth! Alles mußt du bald verlassen, Soll denn Gott dich ewig haffen? 5. Wenn dich Noth und Mangel kränken, Wenn du weinst in Dürftigkeit; O, so kann der Trost dir schenken Trost und Hoffnung in dem Leid. Lebt der Mensch, sich hier zu freu'n? Nein, um dort beglückt zu sein: Harre nur, bald, bald im Sterben, Wirst du Gottes Reich ererben. 228 Die Beharrlichkeit im Guten. 6. Seufzest du beklemmt im Leiden, Drückt die Qual dein zitternd Herz; Sammle von dem Tod dir Freuden, Er verfüßet deinen Schmerz; Er, der dir die Krone reicht, Macht dir alles Lei= den leicht! Ja, er wird von allem Bösen, Dich gar bald, gar bald erlösen. 110 40 7. G Siehest du die frechen Rotten Tauchzend zu dem Bösen gehn, Hörst du sie der Tugend spotten, Siehst das Laster fich erhöh'n, Cente, bald ist der zerstört Durch den Tod, der sich empört; Kurze Zeit trägt Gott die Frechen, Bald wird er sich ewig rächen. hid sports tran 8. Sieh', du kannst in allen Fällen Durch den Tod erfreuet sein; Oft, oft ihn dir vorzustellen, Kannst du dieses Glück noch scheun? O sein angenehmes Bild Ist dir in Gefahr ein Schild! Es ist dir ein Trost in Plagen, Warnet dich bei frohen Tagen. Good Die Beharrlichkeit im Guten. TORTE 200. Mein Gott, woher nehm' ich doch Stärke? Ich fühle mich noch immer schwach, Und übt' ich auch die besten Werke, Und strebte jeder Tugend nach; Wer weis es, ob ich bis ans Ende Vollführen werde diesen Lauf! Es strauchelt unser Fuß behende, Und schwer hebt er sich wie der auf. 2. Ach, prüf' ich reichlich meine Tugend, so find'ich Unvollkommenheit; Betracht' ich meine rohe Jugend, So schwebt mein Herz in Bangigkeit; Oft hab' ich) Gutes ausgeübet Aus einem Triebe der Natur, Nicht, weil ich Dich, mein Gott, geliebet; Kaum find ich wahrer Tugend Spur. Die Beharrlichkeit im Guten. 229 3. Wie'g'ringe sind doch meine Thaten! Wie schlecht erfüllt' ich meine Pflicht; War einmal mir der Kampf gerathen, Wie oft, wie oft mißlang er nicht! Hatt' ich ein Laster ganz bezwungen: So stürzte sich der leichte Sinn, Nachdem der ersteSieg gelungen, Bethört in andreSünden hin. 4. Mein Herz, willst du die Kron' erringen, So mußt du aller Laster Heer In vollem Siege stets bezwingen; Sonst schenkt sie Gott dir nimmermehr. Hand, Aug' und Fuß mußt du zerhauen, Das ist: Die Lieblingsleidenschaft, Willst du dein Glücke sicher bauen, Sei Gott zu Liebe abgeschafft! 5. Du must vor deinem Gott erscheinen Mit reinster Tugend Gold geschmückt, Im vollen Siegesglanz, von feinen, Bon keinen Lastern unter= drückt. Neid, Wollust, Eeiz, Stolz, Haß der Feinde, Der Zorn und alle Rachbegier, Die Schmähsucht, Untreu gegen Freunde, Die müssen ferne sein von dir dal mig nie 6. Geduld, Erbarmen, Sanftmuth, Liebe, Gelaffenheit, Friedfertigkeit, Abtödtung aller Fleischestriebe Ererben jene Seligkeit. O, wache, denn, mein Herz, und streite! Du streitest für die Ewigkeit; Betrachte deine schwache Seite! Sei nimmer in der Sicherheit! 7. Die Sicherheit wird dich bekämpfen, D, haffe, meide, fliehe sie! Ringsum mußt du die Flammen dämpfen, Den Feind, o dieser rubet nie! Hilf mir, mein Gott, und ich will fliehen, Was mich zur g'ringsten Sünde führt, Mich einsam von der Welt entziehen, Daß ihre Lust mein Herz nicht rührt. 230 Von den vier letzten Dingen. 8. Das Lasterheer will ich bestreiten, Und teinem, feinem unterthan, Mein Herz zu aller Tugend leiten, Mich üben auf der Siegesbahn. Ich will mich nimmermehr zerstreuen Durch Eitelkeiten dieser Welt, Und immer meinen Muth erneuen, Daß er den besten Sieg erhält. 9. Herr! ich will alle Tugend üben, Bloß dir zu Liebe, bester Gott! Dich, Dich will ich beständig lieben, Und gerne dulden Schmerz und Spott. Doch, Herr, wie schwach find meine Kräfte! Hilf mir durch meines Heilands Blut In diesem wichtigsten Geschäfte! Gib Gnade, stärke meinen Muth. 10. Gott, täglich will ich zu dir fleben: Gib, gib zum Segen dein Gedeih'n! Laß Alles für mich untergeben, und laß mein Ende selig sein. O, laß mich jene Kron' erringen, Dir, Herr, getreu bis in den Zod! Laß mich den letzten Feind bezwingen, Obeil'ger, starter, ew'ger Gott! Die vier letzten Dinge. Der Tod. 201. Ihr Helden, die die Welt bezwingen, Hier ist ein Feind, wird's euch gelingen, Daß eure Macht in diesem Krieg Erfechte über ihn den Sieg? 2. O, seget hundert tausend Heere, Sept Schanzen, Wälle, Mauern, Wehre Entgegen diesem starken Held, Der dennoch stets den Sieg erbält! 3. Ja, sicher wird er euch besiegen, Ihr sollt im Staube vor ihm liegen! Ihm widerstehet feine Macht, Die je von Menschen ist erdacht. Von den vier legten Dingen. 231 4. Der Tod, Bezwinger allerThronen, Wird feinen unter euch verschonen; Euch, denen Wel= ten sind zu klein, Schließt bald ein enges Grabmal ein. 5. Ach, alle Menschen müssen sterben! Der Leib wird in der Gruft verderben; Was hilft euch Reichen dann eu'r Geld, Euch Wollustknech-= ten Luft und Welt? 6. Hört, wie mit banger Angst und Zagen Einst sterbend wird der Wuch'rer klagen: Auf, rette mich, mein zeitlich Gut, Der Schmerz verzebrt mir Mark und Blut, do 7. Doch nimmer werd' ich euch umfassen, Ihr Schäße, arm, entblößt, verlassen Geb' ich von hier zur Ewigkeit, OherbeQual, o Herzenleid! 8. So seid verflucht ihr schnöden Stunden, Die ich zu meinen Seelenwunden, Zum Mammon für die Welt verwandt! Weh' mir, mein Glück hab' ich verkannt. 9. O, hätt' ich euch, ihr schnellen Zeiten, Um Schäße für die Ewigkeiten zu sammeln, beffer zugebracht! Hätt' ich der Armen doch gedacht! 10. 100 Gott, gib zu meiner Seelen Glücke Noch ein, ach ein Jahr mir zurücke! Doch nein, er röchelt, schwißt und bebt, Er stirbt. O, hätt' er nie gelebt! 11. Nun sebt, seht hier in leßten Zügen Den bösen Wollustsclaven liegen! D, welche Wunden, welchen Schmerz Fühlt jetzt sein elend brechend Herz! Hört ibn: Verflucht sei meine Jugend, Als ich den ersten Schritt von Tugend Zu dir, verfluchte Lust, gethan, Als ich verließ der Unschuld Bahn! 12. 232 Von den vier letzten Dingen. 13. O, die verführten armen Seelen, O, wie entfeßlich sie mich quälen! Ach! hört, es schreiet laut ihr Blut: Gott stürz' ihn in die Höllenglut! 14. Gib Gnad', o Gott! doch nein, entrissen Hab' ich ihm Seelen, was hilft Büßen Dem, der doch keine Gnad' erwirbt! Er zittert, zweifelt, und er stirbt. 315 Gushtail.chi 15. Gott, wie erschrecklich ist das Ende Der Sünder? Weh' euch, web, Elende, Die ihr im Augenblick der Zeit Verscherzt das Glück der Ewigkeit! 16. Christ, lebe, daß du nach dem Sterben Kannst leben, Gottes Reich ererben! Stirb aller Welt und Wollust ab! Beglückt umfängt dich dann dein Grab! danigrain mid unden Das Gericht. m 202. Plößlich wird Gott selbst erscheinen! Plößlich? Ja, wer darf's verneinen? Schnell ruft uns der Allmacht Ton zu sich, vor den Richterthron. 2. Welche Qual, v welches Zagen, Wird der Sünder Herz zerschlagen, Wenn mit Donner, Blitz und Blut Stürzt auf sie der Rache Flut! 3. Wenn dann Erd' und Himmel beben, Der Zerstörung übergeben, Wer wird dann nicht staunend steh'n, Wenn er Gott im Zorn wird seh'n! 4. Wenn dann um gerechten Grimme Bösen donnert jene Stimme: Geht, verfluchte Unge heu'r, Geht von mir in's ew'ge Feur'! 5. Denkt und zittert! dann erschallet: ihr Berg und Hügel, fallet Uleber uns! deckt im Gericht Uns vor Gottes Angesicht! Manése alude Von den vier letzten Dingen. 233 6. Hört uns! doch was hilft Verlangen! Weh uns! Wir sind irr gegangen Von dem Weg der Seligkeit, Web uns! weh! unendlich weit! 7. Welches Elend hier auf Erden Kann damit verglichen werden? Wenn bei diesem Donner= schluß Dann die Seele seufzen muß: 8. Ach, so geh' ich, ich Elende In die Qualen ohne Ende! Ewig, ewig nun in Pein!- Nie werd ich erlöset sein! oup gremialgia 9. Herr, wir flehn durch deine Wunden, Durch den Schmerz, den Du empfunden, Sei uns gnädig in der Zeit! Jesus Gott, Barmherzigkeit. 10. Laß dein Blut hier für uns fleben, Jesu! laß uns dort bestehen! Sei uns gnädig in der Zeit! Jefus, Gott, Barmherzigkeit! 11. Laß uns einst zur Rechten stehen, Nicht mit den Verdammten gehen! Lad' uns, um bei Dir zu sein mit den süßen Werten ein: 12. so kommt, Gebenedeite! Nehmt Besiz des Reiches heute, Das der Vater vor der Zeit Euch bestimmte nach dem Leid! tim him 13. Welcher Trost, wenn mit Erbarmen Jesus selbst uns wird umarmen! Wenn dann unfre Seele singt, Jauchzend Gott das Danklied bringt! Gyline 14. Alleluja! Dank und Ehre Sei Dir, Ew's ger Gott der Heere! Ewig werd' ich Dich nun seh'n, Ewig deinen Ruhm erhöh'n! 15. Ewig selig ohne Leiden Bei Dir in den höchsten Freuden! Gott, wie gnädig bist Du mir! Alleluja, Dank sei Dir! 16. Jesu, Jesu, komm zu retten! Sieh, wie 234 Von den vier letzten Dingen. sich mit Sündenketten Mehr und mehr die Welt beschwert, Und dich, bester Gott! entehrt. 17. Komm doch bald, komm daß auf Erden Sünd' und Fluch vertilget werden; Komm, daß die Gerechtigkeit Herrsche nach der Lasterzeit. Die Hölle. 203. Will denn Gott der Sünder Seelen Ewig strafen, ewig quälen? Ja, ja, die Gerechtigkeit Heischt des Sünders ewig Leid. 2. Frech sich wider Gott empören, Frech die Gottheit selbst nicht hören, Etets verachten Jesu Blut, Stürzt das nicht zur ew'gen Glut? 3. Hört, ach hört, ihr Menschenkinder! Hört das traur'ge Lied der Sünder, Die verdammt zur ew'gen Pein, Nimmer werden selig sein. 4. Hier, hier lieg' ich nun versunken! Herz und Seele find ertrunfen In dem Meer der Bitterfeit! Auf mich stürzen Angst und Leid. 5. Gott, Du fel'ge Lust der Herzen, Quälst Du mich mit ew'gen Schmerzen? Web mir; Gott, Du bist mein Feind! Nimmer hilft mir nun ein Freund. fisc 6. Ach! ich muß, ich muß nun leiden, Stets entfernt von allen Freuden, Stets entfernt vom höchsten Gut, Ewig in der Höllenglut. 7. Alles, Alles ist verloren, Gott und Him mel, weh mir Thoren! Alles ist für ewig hin! Ach, daß ich nicht sterblich bin! 8. O wie leicht war es auf Erden, Ewig glücklich, selig werden! Dort noch sein, v welch ein Glück! Käm ich einmal noch zurück! Von den vier legten Dingen. 235 9. Doch umsonst find meine Thränen; Nimmer werd' ich Gott versöhnen! Stirb vorSchmerz verdammter Geist, Dem Gott keine Gnad' erweist! 10. Bitt'res Zeiden, tiefe Wunden, Die dort Jesus bat empfunden, Mich zu retten von dem Tod', Die vermehren meine Noth. 11. Ewig, ad, bin ich verdorben! Jesus ist umsonst gestorben! Für mich floß umsonst sein Blut, Das so vielen kam zu Gut. bast Gist Wis 12. Wo, wo soll ich mich hinwenden? Keiner fann mir Hülfe senden. O, verfluchtes Sündenjoch! Seele stirb! doch leb' ich noch. 13. Gott, o wie kann es geschehen? Soll ich Dich denn nimmer sehen? Nimmer? O, Barmherzigkeit, Nimmer rühret Dich mein Leid. 14. Friß mich, du verfluchtes Feuer! Mich mich böses Ungeheuer! Bater, Gott, zernichte mich! Bater, fieh, wie fleh' ich Dich! h 9 mỏ noc 15. Doch ich darf ihn nicht so nennen, Ihn für Vater nicht erkennen, Er versagt mir alle Huld, Ewig straft er meine Schuld. 16. Soll ich ewig sie bezahlen! Ach), gib Lind'rung in den Qualen! Nein, die Qual nimmt immer zu, Nie ein Trost, nie eine Ruh! 17. Soll ich nie vor Gott erscheinen, Fern von Gott hier ewig weinen, Ohne den ich nicht fann sein? Welche grausenvolle Pein. id bil 18. Hört es, ihr verstockten Seelen, Die Gott spottend, selbst erwählen Dieses Feu'r, das ewig frißt! Weint hier, wo noch Hoffnung ist. 7601 Auf zu Gott mit traur'gem Herzen! Noch schont er durch Jesu Schmerzen! Auf zu Gott, 19. 236 Von den vier legten Dingen. heut' vor dem Tod', Eh' euch trifft die ew'ge Noth. 0 verton Der Himmel. 204. Bebend kehrt mein Geist zurücke Aus dem Abgrund aller Qual, Ausersehn zum bessern Glücke, Gott, durch deinen Gnadenstrahl. Gib, ich fleh' durch Jesu Leiden Mir den Vorschmack jener Freuden, Die Du dort bereitet hast, Die fein Sterblicher sonst faßt. of an till! 2. Ach, um würdig zu befingen Deiner Sel'gen Herrlichkeit! Schöpfer, laß mein Lied gelingen! Dir allein ist es geweiht. Gott, wer kann das Glück gedenken, D, Du willst Dich selbst uns schenken, Selbst Dich, allerhöchstes Gut, In dem alle Wonne rubt! 3. Gott, Du einzig Ziel der Herzen, Du, der Seelen höchste Lust. Schenkst Dich dort, wo von den Schmerzen Nichts mehr fühlt die sel'ge Brust. Menschen, o zu welchem Glücke Schuf euch Gott, o kehrt zurücke Von der schnöden Eitelkeit! Ringt nach dieser Seligkeit! 4. Seht in den erschaff'nen Dingen AlleSchönheit, alle Pracht! Könnet ihr zu Gott euch schwingen, Ihn anschau'n, der sie gemacht? Staub, o Staub, o Nichts der Erden, Nie kannst du verglichen werden mit dem allerschönsten Gott! Häßlich bist du nur und Spott. 13939 5. Wenn ihr euch in Gott verlöret, Würde dies die Sprache sein, Die ihr führet? So be thöret Nicht durch eitler Dinge Schein Eure Herzen, v erhebet Sie zu Gott! o leidet, strebet, Streitet, ringet nach der Kron'! Gott ist selbst der große Lohn. Von den vier letzten Dingen. 237 6. Gott, die ew'ge Schönheit sehen, O, welch' eine Seligkeit! Und vor ihm beschauend stehen, Angethan mit Herrlichkeit! Ja, noch mehr dem Schöpfer gleichen, Ganz das höchste Gut errei= chen, Mit Unsterblichkeit geziert. Herrschen, so wie Gott regiert. 7. Ddu Meer der Seligkeiten, Ganz mit Gott vereint zu sein! Und durch alle Ewigkeiten Sich in Gott, wie Gott, erfreu'n: Herr, hier muß ich mich verlieren! Sprich Du selbst, laß uns es spüren; Kein Verstand hat es erreicht, Weil dem Glücke keines gleicht. 8. Ewig frei von allen Leiden, Nie von einem Schmerz gefränkt. Mit den Strömen aller Freuden Ewig, ewig sein getränkt, Welche nie zu Ende fließen, Die man jauchzend wird genießen Dort, wo uns die Ewigkeit Immer unfre Bonn' erneut. 9. Unsern Jesum dort umfassen, Boll von süßer Liebesglut; Nimmer diesen Freund verlassen, Welcher für uns gab sein Blut! Bon den hohen Engelchören Seinen Ruhm besingen hören, Wie kein Sterblicher ihn sang, Höret dort den frohen Dank. 10. Der mit solchen Jubeltönen Aus der fel'gen Brust entflieht, die von keinen Erdenföhnen Je gehört, o welch' ein Lied, Das die Heiligen anstimmen, Die von süßer Liebe glimmen, Die mit Glanz und Majestät Gott zur Rechten sind erhöht. 11. Jene, die, Gott treu auf Erden, Suchten Gottes Ehr' und Reich, Die nun dort ver 238 Von den vier letzten Dingen. Herrlicht werden, Gottes höchstem Sohne gleich, Die nach hier erlitt'nen Plagen Ewig Siegeskränze tragen Von der Gottheit Füll' entzückt Von der Gottheit Licht geschmückt. 12. Nacht sind unsrer Sonne Strahlen Dort, auch wenn sie schon ihr Licht Zu viel hundert tausendmalen Hier verdoppeln, sind sie nicht Dort ein Schatten, wo den Seinen Gott will selbst im Glanz erscheinen? Gott, mein Ziel, mein Theil, mein Licht, Wann seh' ich dein Angesicht! Der Tod des Gerechten. 205. Freunde, weinet nicht, die Welt bezwingen, Und für die Ewigkeit den Kranz erringen, War immer mein Geschäft; nun ist Gewinn Der frühe Tod für mich, gewährt mir ihn! 2. Sei mir gesegnet, Tod, zerstör' die Glieder, Und reiß den schwachen Bau des Körpers nieder! Die Hütte wird mein Gott einst wider bau'n! In diesem Fleisch werd' ich den heilend schau'n. 13. Minutenlanges Leid wird er vergelten Mit grenzenloser Luft in neuen Welten. O komm, beglückter Tag, du Schluß der Zeit! Du bist mein wahrer Trost und Seligkeit. 4. Ich überwand! Triumph! Gott Preis und Ehre, Vor dessen Stuhl ich geh'! ihr sel'gen Chöre, Willkommen! nehmt mich auf in eure Zahl! Ich war dem Herrn getreu in aller Qual. 5. Komm, komm, du Engelschaar, führ' mich zum Throne, Daß ich im weißen Schmuck mit meiner Krone Dem Lamme folgen mag, entflammt vonDank Ihm sing' im neuen Londen Lobgesang Für die Verstorbenen. 239 6. Triumph! bald werd' ich dort die Luft genießen, Bald mit verklärtem Blick zu meinen Füßen Den nied'ren Erdkreis seh'n, in füßer Glut Ent= zückt, Dich Schöpfer schau'n, Dich höchstes Gut! 7. Cilt, eilt, ihr Sterblichen, Auf Tugendwegen! Berachtet diese Welt, erwerbt den Segen Auf euren letzten Tag, daß nach dem Leid Wir dort uns wiederseh'n in Herrlichkeit. Gesänge bei Begräbnissen und für die bodhin our bon Verstorbenen. 206. So muß, wie ein hinfallend Laub, Der eitle Mensch vergehen, Er kehrt zurück in seinen Staub, Ihn schützt kein Gut, kein Flehen, Ihr Sterblichen, vergeßt es nicht Im Jauchzen und im Weinen! Für euch wird auch das Sonnenlicht Zum letzten Mal einst scheinen. 2. Hier lieg' ich auf der Todtenbah'r, Ihr tragt mich heut' zum Grabe! Heut' seid ihr noch, was ich einst war, Ihr seid's durch Gottes Gabe! Heut' nehmt von mir die leßte Lehr: Bald werdet ihr auch werden, Was ich jetzt bin, ihr seid nichts mehr, als ich einst war auf Erden. 3. Ja, die Verwesung, die mich nagt, Die wird auch euch zernagen, Und wie man heute mich beflagt, So wird man euch beklagen. O, laßt dochy von der Eitelkeit Der Welt euch nicht verblenden! Eu'r Ziel ist doch Unsterblichkeit, Dorthin müßt ihr euch wenden. 4. Gedanke der Unsterblichkeit, Der soll euch stets beleben, und über Erde, Welt und Zeit Eu'r Herz zum Himmel heben. Was hilft mir auf der 240 Für die Verstorbenen. Bahre jetzt, Da ich dem Grabe nahe, Der Erde Gut, das ich zuleßt Mit Ekel nur ansabe. 5. Denkt meiner, wenn in eurer Brust Sich reizend will empören Der Hang zu der verbot'nen Lust, O laßt euch nicht bethören! Erwägt an mir Erblaßten heut, Seht hier an mir eu'r Ende, Denkt stets daran, daß jederzeit Eu'r Geist zu Gott sich wende. 6. Die Rosen um der Wollust Haupt, Die werden schnell verblühen; Weh dem, der wenn der Tod ihn raubt, Von Wollust noch wird glühen! Und was ist alle Pracht der Welt! Wie Rauch muß sie verschwinden. Wer kann die Würde, die zerfällt, Am todten Körper finden! 7. Euch spricht noch heut mein blasser Mund, Und die erstarrten Hände: Liebt Gott, liebt ihn aus Herzensgrund! Bedenket stets eu'r Ende! Hört mich zum letztenmal heu't an: Bleibt auf den Tugendwegen! Flieht, was im Tod' euch reuen kann; Nur Tugend bringt euch Segen. 8. Berzeiht mir durch des Heilands Blut!" Verzeiht es mir, Geliebte! Wenn ich vielleicht aus Uebermuth, Aus Jäbzorn euch betrübte! O Brüder, liebt euch, zanket nie! Gedenket stets der Armen! Erquicket, tröstet, rettet sie: Dann fühlt ihr auch Erbarmen. 9. Ja, dann erbarmt sich in der Noth Gott eurer, schenkt euch Freuden; Erbarmt sich eurer in dem Tod, In eurem letzten Leiden. Ihr Sterb lichen, vergesset nicht Die letzte Abschiedslehre, Daß Gott euch dort sein ewig Licht Nach kurzer Zeit gewähre. Für die Verstorbenen. Der Bußpfalm Davids. ( Derselbe ist auch zweckmäßig vor der Beichte zu beten.) 207. Ach, wohin bin ich gerathen! Groß find meine Missethaten, Schwer ist meine Sündenschuld! Groß, o Gott! ist dein Erbarmen, Ach, Erbarmer, bilf mir Armen, ilf nach deiner großen Huld! 241 2. Nach der Vielheit deiner Gnaden Tilge meiner Seele Schaden, Meine Ungerechtigkeit! Wie, o Gott, willst Du denn rächen Nach der Strenge mein Verbrechen? Bater! ach, Barmherzigkeit! 3. Vater, Gott, erhör' mein Weinen, Laß mich rein vor Dir erscheinen, Rein von meinem Sündenwust! Ach, daß ich doch Gnade finde! Vor mir ist stets meine Sünde Jener Gräu'l der bösen Lust. 4. Wider Dich hab' ich gefehlet, Gott, nun seufz' ich hart gequälet; Dich erzürnt' ich, höchstes Gut! Billig war's, daß deine Strafen Mich verweg'nen Sünder trafen, Billig leid' ich Schmerz und Glut. 5. Schande batte mich bedecket, Sünden hatten mich beflecket, Eh' ich noch geboren ward. Wabrheit hast Du stets geliebet, Gott! und uld an mir geübet, Dein Gesetz mir offenbart. 6. Gott! o laß mich Gnade finden, Sprich mich los von allen Sünden, Dann frohlocket mein Gebein, Wenn ich deine Stimme höre, Die mich frei spricht: Gott, gewähre Gnad', und laß mich selig ſein! 7. Sieh doch nicht auf mein Verbrechen, 11 212 Für die Verstorbenen. Nach der Strenge dies zu rächen! Schöpfer tilge meine Schuld! Laß mich doch, nach Qua und Schmerzen, Mit erneutem Geist und Her zen Preisen Dich), o Gott der Huld! 8. Herr, verwirf mich nicht zur Hölle Nimm doch nicht von meiner Seele Dein Geschenk, den heil'gen Geist. Gib, daß er mid ganz erneue, Mein beklemmtes Herz erfreue, Welches fast in Schmerz zerfleußt! 9. Schöpfer, gib mir nach dem Leiden Deinen starken Geist! gid Freuden, Dann will ich für Sünder flehn, Böse deine Wege lehren, Sie zu Dir, mein Gott! bekehren, Daß fie Dich mit mir erhöh'n. 10. Gett, mein Heiland! ach, befreie Midy von Sünden; ach, verleihe Gnad', und ewig preis ich Dich! Welch ein Opfer soll ich brin gen? Deinen Ruhm will ich besingen Immerdar! Gott, rette mich. 11. Siehst den Geist in Qualen schmach ten! Gott, Du wirst doch nicht verachten Ein reumüthig büßend Herz. Zeige Dich mir bald in Guaden! Laß, o laß mich sein entladen Bald von meinem Höllenschmerz. 12. Handle doch bald in Erbarmen Mit den Seelen deiner Armen, Rette sie von ihrer Pein! Gott, erhör' doch heut' ibr Flehen, Heut' laß sie dein Antlig sehen, Heute laß sie selig sein. 208. Von der Sündenlast gebeuget, Und zum Abgrund hingeneiget, Schrei' ich, Herr, mein Gott! zu Dir: Laß mein Seufzen zu Dir Für die Verstorbenen. 243 dringen, Und Dich zum Erbarmen zwingen; Neige, Gott, Dein Ohr zu mir! 2. Willst Du auf die Sünde sehen, Herr, wer fann, wer wird bestehen Dann vor Deinem Strafgericht? Doch, bei Dir ist Huld zu finden, Meine schweren Aengste schwinden, Da mein Gott von Gnade spricht. 3. Diesen Fels will ich umfassen, und mich felbst auf Gott verlassen, Fest auf sein getreues Wort! Ja, sein Wort spricht mir von Gnaden! Wer kann meiner Seele schaden? Gott ist selbst mein Heil, mein Hort. 4. Ist dir alles Licht verschwunden In den dunkeln Leidensstunden, Seele, hoffe nur auf Gott! Viel Erlösen und Erbarmen Ist bei Gott, er macht den Armen, Der ihm trauet, nicht zum Spott. 5. Er wird deiner stets gedenken, Gnade, Trost und Rettung schenken! Er ist bei dir in der Noth, Er wird dich von allem Bösen, von der Sündenlast erlösen; Er verläßt dich nicht im Tod'. 209 Gleich dem Hirsch, der kraftlos lechzet Nach der Quell', und stöhnt und ächzet, Seinem Elend zu entgehn! Dürstet meine matte Seele, Gott, nach Dir, Du Lebensquelle! Bann, ach wann werd' ich Dich sehn? 2. Jammer, Angst und banges Sehnen, Untermengt mit heißen Thränen, Sind nun meiner Seele Brod, Da der Feinde freche Notten Höhnisch fragend meiner spotten, Sprich: Wo ist denn nun dein Gott? 11* 244 Für die Verstorbenen. 3. Meine Seele muß verschmachten; Doch soll dies mein Herz betrachten, Endlich, endlich kommt die Zeit, Daß ich in die Wohnung gehe Meines Gottes, und ihn sehe Froh in seiner Herrlichkeit. 4. Daß ich seinen Ruhm besinge, Meine Stimme jauchzend schwinge, Wie ein Gast beim Freudenmahl. Seele, wie willst du dich kränfen, Dich im Jammer ganz versenken, Mich zerstören in der Qual? 5. Mein zerschlagenes Gemüthe, Hoffe nur auf Gottes Güte! Gott, den Heiland, preis' ich noch. Ach! mein Geist ist ganz verwirret, Taumelnd mein Gedanke irret, Denn mich drückt ein schweres Joch. 6. Doch wenn mich die Feinde kränken, will ich stets an Sion denken, An die sel'ge Freudenstadt. Ach die Trübfalswellen sürmen, Welche sich gleich Bergen thürmen Ueber mich; mein Haupt ist matt. 7. Ich versinfe! stets im Grimme Schreckt mich Gottes Donnerstimme. Schone, Gott! errette mich; Gott, dann will ich dein Erbar men Rühmen stets, Du Heil der Armen, Und Dir singen ewiglich. 8. Dich, Dich, Gott! will ich bekennen Und Dich meine Zuflucht nennen, Dich, mein Le ben, Heil und Licht, Herr, wie hast Du mein vergessen, Da ich traurig bin gesessen, Und der Feind mich dreift ansicht? 9. Da von allzu schweren Plagen Die Ge beine sind zerschlagen, Spricht der Feind mit stol Für die Verstorbenen. 245 zem Spott, Er, der fast zu allen Stunden Mir erneuert meine Wunden, Spricht: Wo ist denn nun dein Gott? 10. Seele, wie willst du dich kränken? Dich in Kummer ganz versenken? Ja, dich drückt ein schweres Joch. Hoffe doch auf Gottes Güte! Denn mit jauchzendem Gemüthe Preis ich Gott, den Heiland noch). Seufzer für die Verstorbenen. 210. Wir werfen uns vor deinem Thron, O Gott! In Demuth nieder, Und flebn zu Dir: y Herr! verschon' Heut' der verstorb'nen Brüder! Du bist gerecht, und dein Gericht Muß jede Sünde strafen; Gerechter, derer schonst Du nicht, Die in der Sünd' entschlafen. 2. Du bist gerecht, doch deine Huld, Herr, fann nicht ewig rächen An Sterblichen die Schwachheitsschuld. Die menschlichen Gebrechen. Nein! Gott, Du läßt in jener Welt Sie ihre Fehler büßen, Und einst den Sel'gen zugefellt, Eie deines Reichs genießen. 3. Zu Dir, Erbarmer! flehen wir mit ganz zerknirschtem Herzen, Errette sie, nimm sie zu Dir Aus ihren großen Schmerzen! Sieh, Gott der Huld, wir büßen heut', Nach deines Jüngers Lehren, Für die Verstorb'nen, sich das Leid, Sieh unsre Liebeszähren! 4. Zu Kindern hast Du sie gewählt Im heil'gen Bad der Gnaden; Vom Fluche, der uns Menschen quält, Sie durch den Geist entladen. Dreieiniger, sie kannten Dich, Sie priesen dein 246 Gebetlied um eine gesegnete Ernte. Erbarmen! Sie fehlten und bekehrten sich, Du schontest, Bott, der Armen. 5. Dein Sohn erschien in Knechtsgestalt, Auch sie vom Fluch zu retten; Erlös', o Bater! sie doch bald Von ihren Sündenketten! Durch deines lieben Sohnes Tod, Durch sein so schwe res Leiden, Entreiße sie aus ihrer Noth, Gib ihnen deine Freuden! 6. Ach, Jesu! durch dein theures Blut, Das Du für sie vergossen, Errette sie aus ihrer Glut! Dein Blut ist ja geflossen Auf den Altären auch für sie, Dukamst, um sie zu nähren Mit deinem Fleisch! adh, Jesu! sieb Ihr Leiden, unsre Zähren! 7. Es hat der Christ doch jederzeit In deinen heil'gen Wunden In Qual und Angst und Herzenleid Gewünschten Trost gefunden: Durch diese Wunden laß denn heut' Die Seelen Ruhe finden! O ewige Barmherzigkeit, Verschon' doch ihrer Sünden! 8. Auch den Verstorb'nen, den wir Dir Vor andern heut' befehlen, Erlös! er schied reuvoll von hier, Hilf ihm, Du Trost der Seelen: 68 leucht' ihm dort dein ewig Licht! Laß ihn nach Schmerz und Weinen Vor deinem heil'gen Angesicht, O Jesu, heut erscheinen! Gebetlieder. Gebet um eine gesegnete Ernte. 211. O Vater, Herr und Gott der Welt, Der sein Geschöpf voll Huld erhält, Erhör in Gnaden unser Fleh'n, Und laß uns dein Erbarmen sehn! Gebetlieb um eine gesegnete Ernte. 247 2. Du bist ein Vater, der uns liebt, Der allem Fleisch die Speise gibt, Von dessen Segen Alles lebt, Was in dem ganzen Weltkreis schwebt. 3. Laß, Vater, unsern Wunsch gescheh'n! Doch, Herr, wir müssen Dir gestch'n, Daß unsre schwere Sündenschuld Gar nicht ver=diene Glück und Huld. 4. Doch, Bater der Barmherzigkeit, Ach, unfre Sünden sind uns leid; Sieh, wie das Herz sich seufzend biegt, Bor Dir im Staube büßend liegt! 5. Wir wollen alle Sünden scheu'n, Und unsern Geist in uns erneu'n, Wir wollen deine Wege gehn, Nie sollst Du uns mehr fehlen sehn. 6. D, Schöpfer, der das Leben schenkt, Was lebt, mit Huld und Segen tränft, So wirst Du denn auch uns gewähr'n, Was wir zerknirscht von Dir begehr'n. 7. Gib unsern Früchten das Gedeihn, Laß Berg und Feld gesegnet sein; Entferne weit in diesem Jahr Fluth, Unglück, Mißwachs und Gefahr. 8. O, gib erbarmend unsrer Saat Den Thau und Regen früh und spat! Es zeige die beglückte Flur Uns deines reichen Segens Spur! 9. Dein Vaterherz, das an uns denkt, Was dieses uns aus Gnaden schenkt, Laß keine Kriegesmacht verzehr'n, Nicht Ungewitterssturm verheer'n! 10. Durch deiner starken Allmacht Hand Beschüße stets das Vaterland! Es ruh' auf ihm, Herr, dein Gedeihn, Laß es sich deiner Güte freu'n! 11. Gib, daß man bei der Erntezeit, Gekrönt 248 Gebetlied zur Kriegszeit um Frieden. mit reicher Seligkeit, Die Früchte froh zur Scheune bringt, Und Dir ein heil'ges Danklied singt. Gebet zur Kriegszeit um den Frieden. 212. Gebeugt, zerschlagen, voll von Schmerz, Seufzt, Gott, zu Dir das bange Herz, Das seine Sünde jetzt erfennt, Und büßend Dich zu lieben brennt. 2. O Vater, der Du nicht den Tod Der Sünder willst, sieh unsre Noth, Worin wir jammernd zu Dir flehn! Ach! laß uns bald die Rettung seh'n! 3. Ja, wir verdienen, das Du schlägst; Doch weil Du stets Erbarmen hegst, So hilf uns, hilf uns aus der Qual, Der größten hier im Jammerthal! 4. Sieh, wie die Unschuld liegt entehrt! Sieh, wie des Krieges Glut verzehrt Der armen Wittwen leßtes Gut, Und frech versprigt des Jünglings Blut! 5. Sieh, wie des armen Landmanns Schweiß Den Kriegesheeren wird zum Preis; Wie welkend unter ihrem Fuß Die frohe Saat er= liegen muß! 6. Sieh, wie der Laster Ungeheu'r, Genährt durch's wilde Kriegesfeu'r, Jetzt um sich wühlt! die Jugend weint, Die Höll' in vollem Sieg erscheint! 7. O! laß Dich durch die Thränenfluth Bewegen, die die rauhe Wuth Des Kriegs von Darbenden erpreßt! Nimm, Herr! nimm von uns diese Pest! Gebetlied in allgemeinen Nöthen. 249 8. O Gott, dem Zwietracht nie gefällt, Gib uns den Frieden, den die Welt nicht geben kann, gib dieses Glück! O, gieb den Frieden uns zurück! 9. Wir wollen Dir, Gott, dankbar sein, Und unser ganzes Herz Dir weih'n, Die Laster fliehen bis zum Tod'! Gib Friede, Herrscher Zebaoth! Gebetlied in allgemeinen Nöthen. 213. Wir treten, Gott, vor deinen Thron, Mit ganz zerknirschtem Herzen; Und flehn durch Christum deinen Sohn, Durch seinen Tod und Schmerzen: Erhör' uns, Herr, in unsrer Noth, Weil wir die That beweinen, Die Dich erzürnte, bester Gott! Herr, laß uns Gnad' erscheinen! 2. Wir wollen Dich, o höchstes Gut! Nun über Alles lieben. O, schone doch durch Christi Blut! Wir wollen Gutes üben. Sieh unsre Noth und Elend an Mit gnädigem Erbarmen, Du Gott, der einzig retten kann, Du Bater aller Armen! 3. Wer hat Dich jemals angefleht, Den Du nicht aufgenommen? Du hast noch keinen je verschmäht, Der zu Dir ist gekommen. So wirst Du denn auch uns befrei'n! Dein Herz steht Büßern offen. O laß uns bald gerettet sein, Gott, die wir auf Dich hoffen. 4. O, sprich ein Wort, Du Gott der Macht! So sind wir schon gerettet. O, sprich, daß unser Feind nicht lacht, Wenn wir umsonst gebetet. Aus welcher Noth, Allmächtiger! Kannst Du nicht leicht erlösen? Nichts ist Dir schwer, gewalt's ger Herr! Du winkst und wir genesen. 11** 250 Gebetlied für Kranke und Sterbende. 5. Du bist der Herrscher Zebaoth, Du bist der Gott der Stärke; Errett' une bald aus unsrer Noth, Uns, deiner Hände Werke! Gott, Schöpfer, Vater, Heiland, Freund! Wie kannst Du Menschen haffen? Nein, wer in Reue zu Dir weint, Ten wirst Du nie verlassen. 6. Wie oft bast Du nicht unser Fleh'n Nach Deinem Wort erböret? Erbarmend unfre Qual geseh'n? Und unsern Schmerz zerstöret! Du wirst auch nun uns gnädig sein, Wir wollen deinen Namen Stets preisen, uns in Dir erfreun, Sprich, Bater! heut' noch Amen. Gebetlied für Kranke und Sterbende. 214. Laß, Schöpfer, unsern Wunsch gez scheh'n, Da wir mit traur'gem Herzen Für Kranke, die im Jammer fleh'n, Durch deines Jesu Schmerzen Dich bitten, daß Du in der Qual Sie väterlich erquickest, Und die Bedrängten allzumal Mit Muth und Trost beglückest. 2. Den Geist der Ruhe, der Geduld In Dich sich zu persenken, Den woll', o Vater! deine Huld Betrübten Brüdern schenken! Laß deinen Willen, Gott, allein, Denn dieser ist der beste, Ihr Will' und ihre Freude sein! Mach' ihr Vertrauen feste. 3. Gib allen Schwachen Stärk' und Muth, Die Schmerzen zu besiegen! Sei Du, o allerhöchstes Gut, Ihr innigstes Vergnügen! Die leichte Qual der schnellen Zeit Laß ihnen hier auf Erden Durch jenen Trost der Ewigkeit Zur Freudenquelle werden. 4. Und ach, wer noch in Sünden ist, und fern Seufzer eines Kranken für sich selbst. 251 von deinen Armen, O, dessen, Heiland, Jesu Christ, Woll'st Du Dich bald erbarmen! Laß ihn die kurze Gnadenzeit Und seinen Gräu'l der Sünden, O, deine Lieb' und Freundlichkeit Laß, Heiland, ihn empfinden! 5. Dem Kranken, welcher sterben soll, Gib Gnade, wohl zu sterben! Er werde jeder Tugend voll, Geschickt, dein Reich zu erben. Ach, Jesu, mach' zum Himmelreich Ihn tauglich! laß ihn werden, eiland, deinem Bilde gleich, Schon heilig hier auf Erden! 6. Den Kranken, der durch Dich genest, Ten lebre heilig leben! Er müsse Dich, der ihn erlös't, Durch Dank und Lieb' erheben! Nicht mehr im Traum der Sicherheit Bethört und fündhaft handeln, Nein, als ein Erb' der Seligkeit, Laß ihn unsträflich wandeln! 7. Und wer in leßten Nöthen liegt, Mit Höllenangst umrungen, Dem gib, o Jefu, daß er siegt, Laß ihn nicht sein bezwungen Von seiner Feinde starken Macht! Laß ihn die Schuld bereuen; Von deiner Engelschaar bewacht, Laß ihn den Tod nicht scheuen. 8. Du gabst, o Gott! für ihn dein Blut; O, dies sei nicht vergebens! Laß ihn Dich lieben, höchstes Gut! Und auf Dich, Fürst des Lebens! Vertrauen fest in seiner Noth, Und Dir zu Liebe sterben! O, selig, selig ist sein Tod! Laß ihn dein Reich erwerben! Gebetlied oder Seufzer eines Kranken für sich selbst. 215. Ach, nun ist meine Kraft verschwunden, 252 Seufzer eines Kranken für sich selbst. Und für mich sind die Schmerzenstunden, Mein Gott, durch deine Fügung da! Sei du mir in der Schwachheit nah! 2. Herr, ich gesteh's, ich bin ein Sünder, Und Du, Gott, strafft noch weit gelinder, Al8 ich verdient: mein Gott, mich schmerzt, Daß ich die Gnadenzeit verscherzt. 20 3. Daß ich Dich, bester Gott, betrübte, Dich, höchstes Gut, nicht immer liebte, Dies reuet mich; verzeib' es mir! Gib Leben und ich lebe Dir. 4. Ja, Du verschonst der größten Sünder, Du nimmst sie auf wie deine Kinder! Ja, grenzenlos ist deine Huld, Sie tilgt die allerschwerste Schuld. 5. Gott, noch ein Jahr, um Dich zu lieben, Und lauter Tugend auszuüben! Doch will ich tragen mit Geduld Das Leiden, Herr! ich hab's verschuld't. 6. Ja, Dir zu Liebe will ich tragen, Vereint mit meines Jesu Plagen, Was mir hat deine Baterhand Zu meinem Besten zugewandt. 7. Ich will mich einzig Dir ergeben, Du bist der Herr von meinem Leben, Der Gott, der mich als Bater liebt, Zu meinem Vortheil mich betrübt. 8. Allmächtiges und höchstes Wesen! Wenn's Dir gefällt, laß mich genesen! Mach' mich zum Zeugen deiner Kraft, Die Leben aus dem Tode schafft. 9. Belebe die geschwächten Glieder, Gib einen neuen Geist niir wieder, Entreiß mit deiner Schöpferhand Mich mächtig von des Todes Rand! 10. Laß sich mein Herz in Dich versenken, Laß Gebetlieb um einen seligen Tod. 253 keine Ungeduld mich kränken! O bester Jesu! Jesu, Du Sei einzig, einzig meine Ruh! 11. Dein Bild will ich voll Muth umfassen; Du kannst, Du wirst mich nicht verlassen; Es zeigt mir dein vergoß'nes Blut, Wie Du mich liebst, unendlich's Gut! 12. Auch ich, mein Jesu, will mit Freuden Gern Alles Dir zu Liebe leiden. O, laß mich, Herr, so glücklich sein, Dir jeden Augenblick zu weih'n! 13. Winkst Du, so schwinden meine Schmerzen; Du heiltest tausend matte Herzen Mit väterlicher Zärtlichkeit, Willst Du, so bin ich) schon befreit. 14. Doch will ich ,. Jesu, deinen Willen Mit Dir im Leiden gern erfüllen. O Jesu, litt' ich so für Dich, Wie Du einst littest hier für mich! 15. Schenkst Du mir die Gesundheit wieder, So sollen Seel' und Herz und Glieder Sich ganz zu deinem Dienste weih'n, Bis in den Tod Dir heilig sein. 16. Und wenn Du willst, so will ich sterben, Ja, Dir zu Liebe will ich sterben! Dann führt mich deine Gnadenhand zu Dir, Gott, in mein Vaterland.bos 17. Dort seb' ich), frei von allen Schmerzen, Mitjauchzendem entzückten Herzen Dich, Gott, wo Dumir kurzes Leid Bergiltst mit langer Seligkeit. Gebetlied um einen seligen Tod. 216. O Jesu, wahrer Mensch und Gott! Der Du für mich trugst Qual und Spott, Der 254 Nach dem Te Deum. Du für mich am Kreuze starbst, Und mir des Va= ters Huld erwarbst! Durch deinen Schmerz und Kreuzestod Hilf mir in meiner letzten Noth. 2. Sei Du mein Heil im Todesschmerz! Erquicke Du mein sterbend Herz, Wenn mir vergeht Gehör, Gesicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht. Durch 2c. 3. Wenn Menschenhülfe sich verliert, Mein Herz die Todesängste spürt, Sei Du bet mir im Jammerthal, Und rette mich aus meiner Qual. Durch 2c. 4. Mein Jesus, ach, Du Gott der Huld! O, dann vergib mir alle Schuld! Die Lieb', o bester Gott zu Dir, Verzehre dann mein Herz in mir! Durch 20. 5. Laß deinen Schmerz, dein köstlich Blut Mich retten von der Höllenglut! Gott, laß Dir meine Todespein Für meine Sünd' ein Opfer sein. Durch 2c. 6. Aus Gnaden laß es, Herr, gescheh'n, Daß ich Dich möge ewig seh'n! So wie es mir dein Wort verspricht, Gescheh' es, Gott! ich zweifle nicht. Durch 2c. 7. Ich bin das Leben, wer mir glaubt, Der wird nicht durch den Tod geraubt, Er wird nicht sterben ewiglich, Sprichst Tu: hierauf verlaß ich mich. Durch 2c. Danklieder. Nach dem Te Deum. 217. Gott, o sei von uns gepriesen! Herrscher, Dir sei Dank erwiesen! Dich verehrt die ganze Welt, Vater, Gott, der sie erhält. Nach dem Te Deum. 255 2. Engel, Himmel, Thronen, Mächte, Die Beschützer deiner Knechte, Cherubim und Seraphim Preisen Tich mit frober Stimm', 3. Die dort deinen Ruhm besingen, Dir das ew'ge Danklied bringen: eilig, heilig, bist Tu Gott, Heilig Herrscher Zebaoth: 4. Erd' und Himmel, deine Werke, Voll von Dir, o Gott der Stärke, Die sind Zeugen deiner Macht, Deiner Majestät und Pracht. 5. Immer jauchzen Dir zur Ehre Der Apostel hohe Chöre, Die Propheten und das Heer Deiner treuen Märtyrer, 6. Deine Kirche, die ich kennet, Die Dich, Herrscher, Bater nennet, Preis't Dich, dessen Majestät Erd' und Himmel zitternd fleht. 7. Deinen Sohn, der uns das Leben Durch die Menschheit hat gegeben, Preis't fie; auch den heil'gen Geist, Der uns Gnad' und Trost erweist. 8. Du, mit Majestät bekleidet, König, Hirte, der uns weidet, Bater, Sohn von Ewigkeit, Unser Feiland in der Zeit.n 9. Uns vom Fluch, von Satans Ketten, O Erbarmer! zu erretten, Schlossest Du Dich huldvoll ein In die Jungfrau, Mensch zu sein. 10. Held, Du hast den Sieg errungen, Unsern Tod hast Du bezwungen: Du, o Gott und Mensch zugleich, Deffnest uns dein ewig Reich. 11. Du regierest nach dem Leiden Mit dem Vater jetzt in Freuden; Teines Vates höchster Thron, Ueberwinder, ist dein Lohn. 12. Einst wirst Du mit Macht und Schrecken Aus den Gräbern uns erwecken; Hilf uns, Rich 256 Danklied nach der Ernte. ter aller Welt, Wenn die Erd' in Staub zerfält! HOMOS 13. Hör' erbarmend unsre Bitten! Herr, Du haft für uns gelitten, Für uns gabest Tu dein Blut; Hilf uns, Jesus, höchstes Gut! 14. Hirt, o laß uns sein gezählet Unter die, die Du gewählet; Dort zu herrschen nach dem Streit, Mit Dir in der Herrlichkeit! 15. Laß dein treues Volk auf Erden Stets beglückt, erhalten werden; Sende deiner Erbschaft Heil, Fried' und Segen sei ihr Theil! 16. Führe sie auf deinen Wegen Durch der Gnade starken Segen! Endlich gib bei deinem Thron' Ihnen dort die Siegeskron'! 17 Schöpfer, den wir täglich loben, Ewig sei dein Nam' erhoben! Laß uns heute keusch und rein, Frei von aller Sünde sein. 18. Wende zu uns dein Erbarmen, Gott der Huld! Ach, hilf uns Vrmen! Herr, laß Gnad' an uns gescheh'n, Wie wir hoffend zu Dir fleh'n. 19. Gott, auf Dich steht mein Vertrauen, Auf Dich. Bater, will ich bauen: Du bist meine Zuversicht, Herr, und Du verläßt mich nicht. Danklied nach der Ernte. 218. Er, der Herr, frönt mit Erbarmen, Sättiget mit Gut den Armen. Er erneuet die Natur, Segnet Berge, Wald und Flur; 2. Da ein ganzes Meer der Gaben, um die matte Welt zu laben, Aus dem Schoos der Erde bricht, Wenn die Allmacht segnend spricht. 3. Seht, sie will uns jetzt erfreuen Mit dem Danklied nach der Ernte. 257 reichlichen Gedeihen. Christen, bringt dem Schöpfer Dank! Singet ihm den Lobgesang! 4. Gott der Gnaden, sei gepriesen! Berg' und Feld und frohe Wiesen Hüpfen, weil uns deine Hand Reichen Segen zugewandt. 5. Dort fingt noch der muntre Schnitter, Weil fein Sturm noch Ungewitter Ihm den schweren Halm zerstört, Den er jauchzend sinfen hört. rinnast 6. Berg und Wälder hallen wieder, Da die frommen Jubellieder Schallen: Sehet nah und fern Gibt Gott Segen; Dank dem Herrn! 7. Schwer von ausgekochten Trauben Seufzet ihm die Last zu rauben Dort der Weinstock, hier das Feld, Deren Segen uns erhält. 8. Von dem Sonnenstrahl ergößet, Und von keiner Flut verleßet, Fließt uns reicher Se= gen zu, Und es frönt uns Fried' und Ruh'. 9. Seht mit dankendem Gemüthe Unsers milden Schöpfers Güte, Die uns so viel Ga= ben schenkt, und mit Ueberfluß uns tränft: 10. Uns, ach! die wir seine Gaben Leider! oft verschwendet haben, und durch schwere Sündenschuld Gar verhöhnet feine Huld. 11. Gott, wir fühlen dein Erbarmen! Solche Gnad' übst Du an Armen, An uns Sündern, die Du pflegst, Nicht mit Krieg und Hunger schlägst! 12. Gott, wer darf Dich noch betrüben? Künftig wachs' uns, reich durch Lieben, Aus dem lleberfluß der Zeit Segen für die Ewigkeit! 13. Arme wollen wir beglücken, Der Be 258 Danflied nach erhaltenem Frieden. drängten Herz erquicken: Dies erfordert unsre Pflicht, Christen, o versäumt sie nicht! 14. Herr! so oft wir Früchte schmecken, Die Du gabst, laß sie erwecken Unsern Danf, so oft sei Dir Ehre, Ruhm und Preis dafür! Danklied nach erhaltenem Frieden. 219. O, so hast Du unser Flehen, Gott, erbarmend angesehen! Dank und Ruhm sei Dir gewährt, Sei von aller Welt geehrt! 2. Herr, die allergrößte Strafe, Die uns je auf Erden trafe, Hat in Gnaden deine Hand Wieder von uns abgewandt. 3. Schaudernd muß ich sie noch nennen, Dürfte sie die Welt verkennen! Ach, der Krieg, die Höllenbrut, Diese Geißel, diese Glut; 4. Welche Sitten, Tugend, Seelen, Gut und Blut mit Angst und Quälen Durch ihr Höllenfeu'r verzehrt, Und die Laster furchtbar nährt. 5. Zitterad will der Geist noch wanken: Ach! noch zeigt sich dem Gedanken Jenes alte Kriegesbild, Lieblos, grausam, frech und wild. 6. Dort weint auf der Wollustbahre, Nechzend mit zerstreutem Haare, Von der wilden Wuth entweiht, Ach, die Unschuld erster Zeit! 7. Dort fuhr aus des Körpers Höhle Mit dem Blut des Jünglings Seele, O, der Wittwe einz'ger Sohn Fiel, ihr Trost und ihre Kron'. 8. Da sant hin des Baters Stüße, Blaß in Staub, von wildem Bliße Des Geschüßes hingerafft, Und mit ihm des Alten Kraft. 9. Ach, hier friecht, gelähmt am Stabe Je Danklied nach abgewandtem Uebel. 259 ner Held, gebeugt zum Grabe, Der als Vater in der Welt Armer Kinder zehn erhält. 10. O, noch raucht das Feld vom Blute, Und man sieht mit bangem Muthe Dort die Leichen hingestreut, Wo uns sonst die Saat erfreut. 11. Noch zerfließt das Aug' in Zähren, Weldhes rinnend sab verheeren Turch die wüste Kriegeswuth Städt' und Dörfer in der Glut. 12. Welche sonst der Segen krönte, Und bei denen Lust ertönte, Suchen traurend nun ihr Brod; Gott, wie stürzt der Krieg in Noth! 13. Und Du haft ihn abgewendet, Uns Erbarmen zugesendet, Du gibst, unser eingedenk, Uns dein göttliches Geschenk. 14. Du giebst Frieden: sei gepriesen, Ewig sei Tir Ehr' erwiesen, Daß Du jene Kriegeslast Nun von uns entfernet haft! 15. Laß den Frieden ewig währen! Nimmer laß uns ihn entehren Durch die Sünde; sie gebiert Krieg, und raubt der Seele Zierd'. 16. Friede sei mit uns auf Erden! Ja, er soll erhalten werden! Goit, mit Dir, mit Freund und Feind Sei stets aller Herz vereint. 17. Dann wirst Du uns Frieden schenken, Dort mit Friedenslust uns tränken, Wo uns ewig ohne Streit Knüpft das Band der Seligkeit. Danklied nach jedem abgewandten Uebel. 220. Alles, was auf Erden lebet, Preise Gott, o rühmt, erhebet, Menschen, voll von Dank, den Hern; Alles preis' ihn nah und fern! 260 Allgemeines Danflied. 2. Er, der Herr, hat unser Flehen Mit Erbarmen angesehen, Er hat unser Herz erquickt, Ja, wir sind durch ihn beglückt. 3. Vater, Vater, sei gepriesen! Ewig sei Dir Dank erwiesen Für die große Lieb' und Huld, Gott, wie schonst Du Menschenschuld! 4. Wir verdienten, daß Du schlugest, Mit uns kein Erbarmen trugest; Doch hat deine Baterhand Unser Elend abgewandt. 5. Gott, Dir wollen wir nun leben, Stets durch Liebe Dich erheben, Fürchten Dich nach unsrer Pflicht; Ja, sonst schon', oGott, uns nicht. 6. Alles was auf Erden lebet, Preise Gott! o rühmt, erhebet, Menschen, voll von Dank, den Herrn! Alles preis ihn nah und fern! Dankseufzer für den verliehenen göttlichen Beistand zu einem Werke. 221. Alleluja! sei erhoben Gott, den Erd' und Himmel loben, Die Du schufst, nur Du allein Gibst Beglücken und Gedeihn. 2. Gott des Segens, Gott der Stärke, Auch Du halfft zu meinem Werke! Gott, Du sahst mich huldvoll an, Du, Du gabst mir, was ich kann. 3. Denken, Wirken und Vollbringen Schenkst Du, Herr! und das Gelingen; Ja, mein Segen kommt von Dir, Alleluja, Preis fei Dir! Allgemeines Danklied. 222. Christ, erhebe dein Gemüthe, Und erwäge Gottes Güte! Sieh die Gnadenwunder an, Die dein Gott an Dir gethan. Allgemeines Danflied. 261 2. Nur, um dich beglückt zu sehen, Einst dich ewig zu erhöhen, Hat dich huldvoll seine Macht Aus dem Nichts hervorgebracht. 3. Dich hat Gott zum Kind erwählet, Dich mit seinem Geist beseelet, Dir die Baterhand gereicht, Dir den Weg des Heils gezeigt. 4. Dessen Millionen Seelen In der Irrthumsnacht verfehlen. Sieh die Gnadenwunder an, Die dein Gott an dir gethan! 5. Da dich Fleisch und Blut verwirrte, Da dein Fuß zum Abgrund irrte, Hat er auch im Sündenstand Dir Erbarmen zugewandt. 6. Viele ließ er in den Sünden Sterben, keine Gnade finden: Und dich zog sein Gnadenblick Vom Verderben oft zurück. 7. Er half dir in tausend Nöthen, Ließ dich nicht von Seuchen tödten; Sieh die Gnadenwunder an, Die dein Gott an dir gethan! 8. Einst will er im andern Leben Dich mit Herrlichkeit umgeben; Dir erwarb das theure Blut Seines Sohn's dies ew'ge Gut. 9. Gott, wer wird mir Worte geben, Um Dich würdig zu erheben, Für die Wunder deiner Huld, Gott der Liebe, der Geduld. 10. Sollt' ich Tich, mein Gott, nicht ehren, Deinen Ruf nicht willig hören? Deine Güte nicht versteh'n, Nicht nach deinem Winke gehn? 11. Herr, ich muß Dich immer preisen, Durch Gehorsam Dankerweisen! Bin ich so viel Gnade werth, Die mir deine Hand bescheert? 12. Deine Huld hat keine Schranken! Laß mich leben, Dir zu danken! Gott, Dich lieben, sei mein Dank, Und mein steter Lobgesang. 262 Ueber die Verspottung Jesu. 13. Gott, hierin will ich mich üben: Ueber alles Dich zu lieben, Meinen Nächsten gleich wie mich, mein Herz, bestrebe dich! 14. Deinem Gott sollst du auf Erden Ganz zum Liebesopfer werden! Einst, mein Gott, erhöre mich, Daß ich sei dort ewiglich! 15. Dein Erbarmen, deine Liebe, Zwingt mich, Herr, zu diesem Triebe, Dir mich ganz, mich ganz zu weibhn, Deinem Bilde gleich zu sein. 16. Die Gedächtniß deiner Güte Sei mir immer im Gemüthe, Sie begleite mich im Glück, Und im letzten Augenblick. Ueber die Verspottung Jesu vor dem Herodes. 223.( 1.)*) Seht, Erd' und Himmel, euren Gott! Er schweigt und trägt des Wüthrichs Spott, Er übet feine Rache. Ach Jesu, welch Erbarmen Erzeigest Du uns Armen! Du tilgest unsre Schmache. 2. Du König ev'ger Majestät, Vor dem der Cherub zitternd flebt, Du willst uns dort erhöhen; Uns soll in ew'gen Freuden Des Himmels Glanz begleiten, D'rum läßt Du Dich verschmähen. 3. Mein Gott, wie groß ist Deine Huld! Du schweigst und trägst des Erdwurms Schuld, Für mich läßt Du Dich schelten. O, welche Gnaden*) Die Nummern, welche die Gesänge in den ältern Ausgaben des Anhangs haben, sind jedesmal in Parenthesen hinzugeſetzt. Die Verdammung Jesu zum Tode. 263 triebe, O, allmachtsvolle Liebe! Wie soll ich's Dir vergelten? 4. Ich will Dir, Jesus, ewig treu, Erdulden ohne alle Scheu Den frechen Spott der Feinde. Kein Hohn soll mir den Glauben An Dich, mein Heiland, rauben, kein Schmeicheln falscher Freunde. 5. Erzittre, stolze Spötterschaar! Bald naht fich dir die Tod'sgefahr; Dann schweigt zu deinem Flehen, Gott, den du nun verachtest; Wenn du in Qualen schmachtest, Läßt er dich untergehen. 6. O meine ganze Lebenszeit, Sei, Jesu, Jesu, Dir geweibt! Ich will nach Tugend streben, Und frob an meinem Ende In Deine treuen Hände Mich, Jesu, Dir ergeben. Ueber die Verdammung Jesu zum Tode. 224.( 2.) Hört, Engel, hört es zitternd an! Eilt, eilt die That zu rächen! Es will dem Schöpfer der Tyrann Das Todesurtheil spredhen. Schweig, Mörder, schweig! es ist dein Gott, Den du verdammst zum Sterben. Schweig, sonst läßt er in Qual und Spott Dich Wüthrich bald verderben. 2. Mein Gott, mein Gott! so seh' ich Dich Das Todesurtheil wählen, Daß nicht in ew'ger Marter mich Finst Todesängste quälen! Onein, mein Gott! ich will es nicht, Nein, nein, Du sollst nicht sterben! O, laß mich nur nach dem Gericht In ew'ger Qual verderben! 3. Ja, besser wär's, daß alle Welt In Höllenglut zerginge, Als daß ihr Gott, der sie erhält, Am 264 Wider das Aergerniß der Sünde. Kreuz erblassend hinge. Doch schweig'! dein Isus will es nicht, Es sieget sein Erbarmen. Mein Jesus, Gott, mein Heil und Licht, Liebst Tu denn so mich Armen! 4. Mich Frevler, der ich dein Gebot Oft, oft hab' übertreten! Du wählst für mich die Todesnoth, Um mich vom Tod zu retten! Der Mörder spricht: O, welche That!- Gott läßt den Mörder sprechen! Er selbst ersann's im ew'gen Rath, Sich an uns nicht zu rächen. 5. Verstumme, banges Trauerlied, Ber kann, wer darf noch reden? Gott, der für uns aus Huld verschied, O, laß nur diesen reden! Verflucht sei der, der Gott nicht liebt, Der ihn noch will betrüben, Ihn, welcher solche Gnaden übt! Gott, Gott, ich will Dich lieben. 225.( 3) Siehe unter Nr. 88a auf Seite 92. Wider das ergerniß oder die Verführung zur Sünde. 226.( 4) Hört, ich muß ein Traur'lied fingen, Ein entsetzlich Traur'lied fingen! Bittert hör' es ganze Welt! Hört es Berge, Meer und Feld! - 2. Dränge doch durch Aller Herzen, Und vertilge Lust und Schmerzen Meines Liedes Trauerton! Gib es, Jesu, Gottes Sohn! 3. Darf ein Mensch, wer kann es glauben? Gott, dem Schöpfer, Seelen rauben! Gott, vor seinem Angesicht Zitterst du, Verfluchter, nicht! 4. Darfst du, Mörder, ohn' Erröthen Seelen durch die Sünde tödten! Stifte sonst nur alles Leid! Uebe sonst nur Grauſamkeit. Wider das Nergerniß der Sünde. 265 5. Reiß den Säugling ohn' Erbarmen Aus der blassen Mutter Armen, Wirf ihn mit erboßtem Sinn An den Fels zerschmetternd hin. 6. Sieh ihn zappelnd vor dir liegen! Noch sollst du dich nicht besiegen; Reiß' mit wilder Tigerlust Ihm das Herz aus zarter Brust! 7. Komm, laß es die Mutter sehen, Die in Todesschmerz, in Flehen Von der Thränenfluth erstickt, Sterbend sich zur Erde bückt. 8. Du bist grausam! aber minder, Als wenn, o verdammter Sünder, Deine Wuth dem Herrn entreißt Eine Seele, die ihn preis't.. 9. Siehe deinen Vater bluten! Sieh am Kreuz ihn sterbend bluten! Sieh, verfluchtes Ungeheu'r, Wie kauft er die Seelen theu'r! 10. Und du Mörder willst sie rauben! Tödtend willst du Gott fie rauben! Opfern sie und Jesu Blut Deiner Lust der Höllenglut! 11. Willst du Gottes Kind verderben, Gottes Ebenbild enterben Von dem theu'r erkaufs ten Reich? Welcher Satan ist dir gleich? 12. Gott, laß ihn es nicht vollbringen! Deffne, öffne, zu verschlingen Diese Pest, der Hölle Schlund! Tief sinkt er sogleich zum Grund! 13. Jesus, laß mich früher sterben, In der Höllenqual verderben, Eh' ich raube dir dein Kind! Dein mit Blut erkauftes Kind. 14. Besser ist es fern von Freuden, Ewig dort allein zu leiden, Als von andern in der Pein Ewig noch verflucht zu sein. 12 266 Der erste Pfalm: Beatus vir. Der erste Psalm: Beatus vir. 227.( 5.) Heil dem Manne, der nicht wandelt In der bösen Lasterthat! Der nicht wie die Sünder handelt, Und nicht steht auf ihrem Pfad, Welcher fern von Spötter- Lehren, Die nicht sehn den Weg des Heils, Sich nicht setzt, um zu verkehren, Auf den schwarzen Stuhl des Gräul's. 2. Dessen Herz voll sel'ger Liebe Zum Ge sebe Gottes brennt, Tag und Nacht mit heil'gem Triebe Nach dem, was er nicht erkennt, Forschet: wie man Gottes Willen, Den sein heilig Wort uns zeigt, Immer möge treu erfüllen, Nie zum Laster hingeneigt. 3. Wie ein Baum an Wasserquellen Steht mit Früchten reich geschmüct, Die von frohem Segen schwellen; Jährlich steht er da, beglückt: Steht frohlockend, ganz umlaubet Mit der schönsten Frühlingspracht, Die nicht Nord, Nicht Sonne raubet; Ruhig stehet er und lacht! 4. So wird der Gerechte blühen, Von der Gnadenquell' erquickt; Sein Bestreben, sein Be mühen Wird vom Himmel stets beglückt. Nein, so grünet nicht der Sünder; Nein, er gleicht dem dürren Staub, Der dem Windeshauch geschwinder, Als man glaubet, wird zum Raub. 5. Einst wird er nicht auferstehen mit den Frommen im Gericht; Die den Weg der Laster gehen, Stehn bei den Gerechten nicht; Denn der Herr sieht auf die Wege Des Gerechten: er besteht. Fluch sind jedes Sünders Stege, Fluch sind sie, und er vergeht. 6. Glorie Dir, Du Herr der Welten! Pfalm 112. Laudate pueri Dominum. 267 Ew'ger Vater, Preis sei Dir! Der Du jedem wirst vergelten, So wie er einst wirkte hier. Glorie Dir, Du unser Retter, Jesu, sieb, Dich preisen wir! Mach' zu Schanden deine Spötter! Glorie auch, o Tröster, Dir! Psalm 112. Laudate pueri Dominum. 228.( 6.) Jbr Knaben, erhebet und preiſet den Herrn, Den Namen Jebova! von nahe, von fern Erschalle sein Ruhm! o, gebenedeit Sei dieser von jetzt bis ans Ende der Zeit! Alleluja! Allel. Allel. 2. Vom Aufgang der Sonne, bis wo sie sich neigt, Ist herrlich der Name des Höchsten; es reicht Weit über die Bölfer und Himmel die Macht, mit welcher Jehova dort herrschet in Pracht. Alleluja 2c. 3. Wer gleicht dem allmächtigen Herrscher, er thront Weit über die fernesten Sterne: Gott wohnt Im Licht weit erhaben; doch sieht er von da 3m Himmel, auf Erden das Nied're ganz nah. Alleluja 2c. 16132 4. Almächtig erhebt er den Armen vom Staub! Allmächtig erhebt er den, welcher ein Raub Des Unglücks geworden, den darbenden Sohn Des Menschen, er setzt ihn auf fürstlichen Thron. Alleluja 2c. 5. Bei Fürsten des Volkes, daß segensvoll lacht Die einsame Mutter, dies wirkt seine Macht; Er macht die Verlass'ne der glücklichen gleich. Preis sei Dir, o Herrscher, im ewigen Reich. Alleluja 2c. 12* 268 Psalm 145. Lauda anima mea etc. Psalm 145. Lauda anima mea Dominum. 229.( 7.) Preis den Herrn, o meine Seele, Deinen Retter in dem Leid! Ja, dies ist es, was ich wäble, Ihn zu preisen jederzeit. O, so lange meine Glieder Der Gott treue Geist belebt, Sing' ich meinem Schöpfer Lieder, Die der Harfe Ton erhebt. 2. Trauet nicht auf Menschenkinder, Nicht auf Fürsten dieser Welt! Sie sind schwach, sind sämmtlich Sünder, Deren Macht euch nicht er hält. Hört! von ihnen wird entweichen Der von Gott verlieh'ne Geist: Da der Tod zu ihres Gleichen Sie in ihren Staub hinreißt. 3. Dann verschwindet all ihr Denken, Dann verschwindet ihre Gunst. Sterblicher, darfst Du denn schenken Dein Vertrau'n dem schnöden Dunst? Heil dem, Heil dem Menschen, dessen Net ter der Gott Jakobs ist! Wer kann Gottes Macht ermessen, Die kein Cherub dort ermißt? 4. Gott vertraut er, der sprach: Werde! Und da stand durch seine Macht Alles, Himmel, Meer, und Erde Aus dem Nichts hervorgebracht. Treu und Wahrheit ewig neue, Sind bei Gott, und seinem Knecht! Der durch Sterblicher Untreue Unrecht leidet, spricht er Recht. 5. Er gibt Hungrigen die Speise; Gott ist's, der die Bande bricht Der Gefang'nen, mächt'ger Weise; Gott ertheilt den Blinden Licht. Gott ist's, der Zerschlagne schüßet, Sie erhebt, der Fromme liebt, Der den Fremdling unterstüzet, Ihn bewahrt, der Gnaden übt: 6. Gnad' an Wittwen und an Waisen, Die Die Psalmen zur Vesper. 269 er aufnimmt und ernährt Sammt den tief gebog'nen Greifen, Der des Sünders Weg verheert. Ewig wird dein Herr regieren, Sion, ewigherrscht dein Gott: Wenn Geschlechter sich verlieren Und entstehn, herrscht ewig Gott. Die Psalmen zur Vesper. ( Ueberseßt.) Psalm 109. Dixit Dominus. 230.( 8.) Sebe Dich zu meiner Rechten, prach der Herr zu meinem Herrn, Bis ich von den stolzen Knechten, Die dann von Empörung fern, Tief gebeugt zu deinen Füßen Ihren bösen Frevel büßen, Dir bereite deinen Sieg, Nach dem segenvollen Krieg. 2. Sieb, der Herrscher wird erheben Deinen Zepter groß von Macht Aus dem Sion; Du sollst leben Als ein Sieger, welcher lacht Seiner Feinde fruchtlos Wüthen; Deine Kraft wird Dich behüten, Die von Anfang mit Dir war, Den ich vor dem Licht gebar. 3. In dem Glanz des Heiligthumes, Liebster Sohn, gebar ich Dich, und die Grenzen deines Ruhmes, Die verbreiten ewig sich. Sieh, der Herr hat es geschworen, Und sein Wort geht nie verloren: Du bist Priester ewiglich, Dem Melchisedech einst glich: 4. Doch nur nach der Weise gliche, Gott, der Dir von rechter Hand, Dich beschüßend, nie entwiche, Hat, da schnell sein Zorn entbrannt, Mächtig sich am Feind gerochen, Hat der Für 270 Die Psalmen zur Vesper. sten Muth gebrochen. Völker richtet er im Groll, Die Verwüstung macht er voll. 5. Vieler Haupt wird er zerschmettern In der völkervollen Welt, Die, entblößt von allen Nettern, Zitternd ihm zu Füßen fällt. Er, der sonst befahl durch Winken, Wird vom Bach am Wege trinken: Darum wird er Siege sehn, Wird sein frohes Haupt erhöhn. Pfalm 110. Confitebor. 231.( 9.) Gott! ich will Dich ewig loben, Dich von ganzem Herzen loben In Versammlung jener Schaar, Die Dir stets ergeben war! 2. Groß sind unsers Gottes Werke, Voll Gerechtigkeit und Stärke; Was er will, ist heilig, gut, Herrlich ist es, was er thut. 3. Ja, sein Werk ist Ruhm und Ehre, Heiligfeit ist's uns zur Zehre; Ja, des Herrn Gerechtig feit Bleibet bis in Ewigkeit. 4. Ein Gedächtniß seiner Güte, Seiner wun dervollen Güte, Stiftet huldvoll Gott; in Noth Gibt er Frommen reichlich Brod. 5. Ewig denkt er in Erbarmen An das Bündniß mit den Armen, Und die Stärke seiner Hand Macht er seinem Volk bekannt. 6. Da er huldvoll sein gedenket, Ihm der Heiden Erbschaft schenket; Doch sein Arm, der sie zerstreut, Uebet nur Gerechtigkeit. 7. Treu und wahr ist sein Versprechen, Seiz nen Schwur wird er nicht brechen; Ewig ist er; Billigkeit Ist es, was der Herr gebeut. 8. Rettung hat Gott zugewendet Seinem Voll, Die Psalmen zur Vesper. 271 ihm Heil gesendet, Hat sein Bündniß festgesetzt, Ewig bleibt es unverletzt. 9. Herlig, heilig ist sein Name! Schrecklich, schrecklich ist sein Name! Zu der Weisheit öffnet dir Gottesfurcht allein die Thür. 10. Heil dir, wenn du sie wirst lieben! Alle, die sie sorgsam üben, Haben Engelwiß und Ruhm, Bleiben stets ihr Eigenthum. Psalm 111. Beatus vir. 232.( 10.) Selig ist, der voll von Liebe Fürchtet Gottes große Macht! Stets ist er mit heil'gem Triebe Auf des Herrn Gebot bedacht. Mächtig, mächtig wird nochwerden Jener Stamm von diesem Knecht; Denn Gott segnet noch auf Erden Das ihn fürchtende Geschlecht. 2. Ebr' und Reichthum sollen glänzen In dem Hause, das Gott liebt; Dessen Heil kennt keine Grenzen, Welcher Recht und Tugend übt; In den dunkeln Leidensstunden Sieht der Fromme Gottes Licht, Schwarzer Gram ist bald verschwunden, Wenn er durch die Schatten bricht. 3. Er, der Herr, bilft den Gerechten, Welcher voll Erbarmen ist, Hilft den mitleidsvollenknechten, Gott, der Mitleid nie vergißt. Wonn' nnd Heil wird jener sehen, Welcher schenkt, Erbarmung hegt, Er wird im Gericht bestehen, Ewig wird er nicht bewegt. 4. Stets wird der Gerechte leben, Sein Gedächtniß weichet nicht, Schrecken wird ihn nicht umgeben, Wenn er einst kommt ins Gericht! Tenn sein Herz ist voll Vertrauen Auf des Allerhöch 272 Die Psalmen zur Vesper. sten Macht, Wird auf seine Rettung bauen, Bis er seiner Feinde lacht. 5. Reichlich hat er ausgesäet, Hat der Armen Herz erquickt. Stets wird nun sein Horn erhöhet, Mit der Segensfrucht beglückt. Ja, der Sünder soll es sehen, Fruchtlos, ganz zerstört von Wuth! Rasen wird er und vergehen, Fruchtlos lau'rt er auf sein Gut. Pfalm 116. Laudate Dominum omnes gentes. 233.( 11.) O preiset den Schöpfer, ihr Völker der Welt; Preis't alle den Herrscher, von Freude beseelt! Denn Gottes Erbarmen, Gedeihen und Heil, Die werden auf immer uns Menschen zu Theil. 2. So bleibet doch ewig die Wahrheit des Herrn; Ja, Gott ist getreu und erbarmet sich gern. O, preiset den Vater, den Heiland, den Geift! Den Schöpfer, den Himmel und Erde stets preist! Psalm 20. Domine in virtute tua. Ein Gebetlied für das Heil des Königs, oder der Obrigkeit. 234.( 12.) Gestärkt von Himmelskraft soll sich der Herrscher freuen! Frohlocken soll er sehr, mit Heil und mit Gedeihen Gekrönt, o Gott, von Dir. Herr, gib ihm, was er fleht, Den Herzenswunsch, daß er auf lauter Segen geht! 2. Du eiltest ihm ja schon auf seinen Tugendwegen, Gott, Herrscher aller Welt, mit reicher Huld entgegen; Du gabst der Thaten Werth ihm auch auf Erden schon, Und sehtest auf sein Haupt die reich geschmückte Kron'. Die Psalmen zur Vesper. zur Vesper. 273 3. Zum Unterthanenwohl wünscht er sich langes Leben, Du wirst es ihm, wie wir es von Dir fleben, geben. Er lebe, stets getränkt mit Wohl und Himmelskraft; Er leb' und fühle nie der grauen Jahre Last. 4. Groß ist die Glorie, mit welcher Du ihn schmückest; Groß ist die Rettungsluft, womit Du ihn entzückest. Mit Pracht und Glorie bedeckst Du einst sein Haupt, Die nicht ein Neider ihm, nicht ferne Zukunft raubt! 5. Denn Du wirst ewig ihm des Himmels Segen schenken, Und mit der Wonne Meer des Herrschers Seele tränken, Dort, wo ihn Majestät umfließt und göttlich Licht, Wo Du ihn stets ere quickst mit deinem Angesicht. 6. Der Herrscher hat auf Gott den Hoffnungsstab gegründet, Den er in seiner Huld stark, nimmer wankend findet, Es treffe deine Hand, Du Herrscher, deinen Feind, Sie treffe jenes Volk, das Dir zu schaden meint. në find 7. Du sollst von ihnen noch den Scheiterbaufen legen, Wenn sie dein Antlik sehn: denn Gottes Zorn, dir Segen, Wird sämmtlich sie zerstreu'n, und diese Ungeheu'r Frist bald am Tag' der Rach' ein ganz verzehrend Feu'r. 8. Vertilgen von der Welt wirst Du die bösen Sünder, Bertilgen ihre Frucht, vertilgen ihre Kinder, Weil wider Dich die Schaar die böse That begann, Und einen eitlen Rath zu deinem Fall erfann. 9. 3a, rückwärts hingestreckt wirst du sie sehen sterben, und die noch Uebrigen durch deinen Pfeil De 12** 274 Ein Morgenlied. verderben; Sie werden vor Dir nicht, Du Mächtiger, bestehn, Durch ihre Frevelthat zu Grunde sämmtlich geh'n. 10. Gott, Gott, erhebe Dich, so wie wir zu Dir flehen, Und loß uns deine Macht auf unserm Herrscher sehen. Daß unser Stor erfreut Dir, Herr, das Danflied bringt, Und deinen starten Arm mit Jubelton besingt. Ein Morgenlied. 235.( 13.) Laß mein Flehn sich zu Dir schwingen; Mein Geschrei zum Himmel dringen; Herricher aller Welt zu Dir! Neige, Gott, dein Ohr zu mir! 2. Ach, vernimm der Seufzer Stimme Gnadenvoll und nicht im Grimme, Du, mein König und mein Gott, Großer Schöpfer Bebaoth! 3. Denn zu Dir, Gott, will ich beten, Will am Morgen vor Dich treten, Herr, des Morgens hörst Du mich; Gott, im Staube fleh' ich ich. 4. Gott, vor Dir will ich am Morgen, Boll von meiner Zukunft Sorgen, Dies erwägen: Du bist Gott, Duldest nicht des Sünders Spott. 5. Auf der Auserwählten Thronen, Gott, wird neben Dir nicht wohnen, Welcher fündigt; er bleibt nicht, Herr, vor deinem Angesicht. 6. Gott, Du hasfest Ulebelthäter, Hasfest Lügner und Verräther! Es zerschlägt sie deine Hand Alle, weil sie Dich verkannt. 7. Ja, verflucht wird jener sterben, Ewig wird ihn Gott verderben, Welcher dürftet nach dem Blut, Nach der Wittwen Hab' und Gut. 8. Keinen will ich, Herr, betrüben, Will, wie Ein Morgenlied. 275 Du, Erbarmen üben. In dein Haus, Gott, will ich gehn, Fürchtend Dich im Tempel flehn. 9. Schöpfer, zu Gerechtigkeiten Wollest Du mich Schwachen leiten, Mich auf meinem Weg im Licht, Gott, vor deinem Angesicht. 10. Gott, daß meine Seel' nicht sterbe, O, daß mich doch nicht verderbe Meiner Feinde List und Macht, Die nur frech der Tugend lacht! 11. Deren Mund voll Trügereien, Voll von Gift, die sich nicht scheuen, Ganz ihr Herz dem Fluch zu weihn, Andern nur zum Fall zu sein. 12. Seht, ein offnes Grab, voll Schlangen, Ist ihr Rachen, mitBerlangen Zum Verschlingen aufgesperrt, Schmachtend, daß er euch verzehrt. 13. Und mit süßem Gift, zum Fahen, Lockt die Zunge sich zu nahen, Gott, mein Gott, so richte fie! Gott, ihr Wunsch gelinge nie! 14. Höre, Gott, wie sie Dich schmähen! Laß fie ferner nicht bestehen! Deines Bornes starke Glut Hat eutflammt die Lasterbrut. 15. Aber laß sie alle freuen, Kröne fie, Gott, mit Gedeihen, Die, geschmückt mit Frömmigkeit, Auf Dich hoffen in dem Leid. 16. Ja. Du wirst sie reich) belohnen, Selbst wirst Du bei ihnen wohnen; Ewig werden sie fich freun, Ewig keinen Unfall scheun. 17. Stets mit Glorie geschmücket, Werden sie von Dir erquicket, Die Dich lieben, trifft kein Leid, Du belohnst Gerechtigkeit. 18. Gott, nun gegen uns versöhnet Hat uns deine Hand gekrönet, Mit dem Willen, Gut's zu thun; Unter'm Schilde laß uns ruhn. Ein Abendlied. Ein Abendlied. 236.( 14.) Als ich tief gebeugt von Plagen, Obne Rettung irrend lief, Und mit angsterfüllten Klagen Zu dem Herrn des Himmels rief: 2. Hat mein Schöpfer mich erhöret, Der der Frommen Herz erquickt, Meine Qual hat er zerstöret, Und mit Wonne mich beglückt. 3. Nun erbarme Dich auch meiner! Herr, erböre das Gebet Deines Knechtes, der vor deiner Majestät mit Thränen fleht! 4. Menschen, warum sucht ibr Zügen, Sucht der Eitelkeiten Scherz, Die unselig euch betrügen? Wie beschwert ihr euer Herz! 5. Wißt es, eitle Menschenkinder, Daß die Heil'gen Gott verklärt! Wißt es, ihr verkehrten Sünder, Daß Gott mein Gebet erhört! 276 6. 3ürnet nur und fliebt die Sünden! Was in Thorheit spricht eu'r Herz, Soll es reuevoll empfinden, Heimlich weinend in dem Schmerz. 7. Vor dem Allgewalt'gen bringet Opfer der Gerechtigkeit; Und dann hoffet und besinget Gottes Huld in eurem Leid. 8. Dürfen denn noch Viele sagen: Ach, wer zeigt uns Heil und Glück? Da doch stets auf uns in Plagen Huldvoll ruht dein Gnadenblick. 9. Oft hast Du mein Herz erfüllet Mit der fel'gen Rettungsluft, Meinen schwarzen Gram gestillet, Und erweitert meine Brust. 10. Selbst sind sie von Dir genähret Mit Getreide, Del und Wein; Herr! sie sind beglückt, vermehret Durd) dein wirkendes Gedeihn. 11. Gott! so will ich denn im Frieden Sanfte Gin Danklied bei jeder Feierlichkeit. 277 schlafen, stille ruhn; Hoffnung bast Du mir beschieden; Was ich wünsche, wirst Du thun. Ein Lied über die Himmelfahrt des Mes= slas und die Vereinigung der Völker zu der wahren Religion. 237.( 15.) Froblocket, ihr sämmtlichen Völter der Welt! Frohlocket und jauchzet dem ewigen Held! Denn er ist erhaben mit schrecklicher Kraft, Ist aller Welt König, zernichtet, erschafft. 2. Nun hat er die Völker uns zinsbar gemacht, Die Heiden zu unserm Gehorsam gebracht! Uns hat er zu seinen Geliebten gezählt, Zur Herrlichkeit Jacobs vor Allen erwählt. wa 3. Gott fähret im Jubel zum Himmel hinauf! Trompeten erschallen, Gottfäbret hinauf. Singt unserem Schöpfer in fei'rlichem Ton, Singt unserem König auf ewigem Thron. 4. Durchdrungen von Ehrfurcht, von Liebe, von Dank, Bringt unserem Herrscher den Jubelgefang! O finget doch weislich und würdig, und gern Cem König der Erden! lobsinget dem Herrn! Gott fißt auf dem heiligsten Throne, Gott führt Den Zepter nun über die Heiden. Gerührt Vom göttlichen Lichte verehret ihn tief Das Volk, das im Schatten des Todes sonst schlief. 5, 6. Die Fürsten der Völker versammeln sich jetzt Zum wahren Gott Abrams, zum heil'gen Gefeß: Denn sehr find erhöhet, sind göttlich erhellt, Die Götter der Erden, die Starken der Welt. Ein Danklied auf jede Feierlichkeit. 238.( 16.) Ich will Dich preifen, Gott, Du 278 Ein Dantlied auf jede Feierlichkeit. hast mich aufgenommen, Ichbinder Feinde Wunsch durch Dich, mein Heil, entkommen, Ich rief zu Dir, mein Gott! und Du erhörtest mich, Duheiltest meinen Schmerz, und meine Schwachheitwich. 2. Du führtest mich erquickt vom Grabesrand zurücke, Bon Todten, die nicht mebr erblicken, Herr, dein Glücke. O, preiset doch mit mir ihr Heilige, den Herrn! O, preist den heil'gen Gott! denkt, er erbarmt sich gern. 3. Er schlägt in seinem Zorn und raubet schnell das Leben; Bald, bald wird er es uns erbarmend wiedergeben: Wenn wir vor ihm zerknirscht beweinen unsre Schuld, Dann blüht von Neuem auf uns Heil und seine Huld. 4. Ja, den der Abend sah in bittern Thränen schwimmen, Den siebt der Morgen froh im Glückesglanze glimmen, Ich sprach: von Gott beglückt in meinem Ueberfluß: So wird denn nic bewegt mein segenvoller Fuß. 5. Du wirktest gegen mich, Gott, lauter Gnadenwerke! Du gabest meinem Glanz die wundervolle Stärke! Dann wandtest Du von mir dein huldvoll Angesicht, Da ward ich ganz zerstört, sah Schatten und fein Licht. 6. Dastieg aus meiner Brust ein angsterfülltes Sehnen; Ich bat, mein Gott, zu Dir, mit reue= vollen Thränen; Was nüßet auf der Welt mein Leben. Blut und Geist, Wenn mich in meinem Staub der Tod zur Gruft wegreißt? 7. Wird auch der Staub im Grab', o Herr, Dir Ruhm erweisen, Und deine Wahrheit, Gott, hier vor den Menschen preisen? Gott hörte mein Gefang bei Begräbnissen der Kinder. 279 Gebet, ließ an mir Huld gescheh'n; Du halfft mir, ließest mich, statt Schmerz nur Wonne seh'n. 8. Du hast mir gnadenvoll das Trauerkleid zerrissen! Ich soll mit Lust getränft, von feinem Leid mehr wissen, Daß meine Glorie von Trau'r entfernt Dir singt, Und Dir, mein Herr, mein Gott, ein ewig Danklied bringt. Gesang bei Begräbnissen der Kinder. 239.( 17.) Menschen, liebt nicht Eitelkeiten! Flüchtig sind die Lebenszeiten! Schnell stürzt euch der Tod zur Gruft. Ehr' und Reichthum sind nur Duft. 2. Seht an mir, der zarten Sprosse, Welche blühend Heil umflosse, Wie so schleunig auf der Welt Leben, Glanz und Gut zerfällt! 101 3. Kaum hatt' ich das Licht erblicket, Und nun lieg' ich schon ersticket Von der wilden To= deshand, Die mich gar zu frühe fand. 4. Seht die Rose prangend blühen, Früh am Morgen duftend glühen; Sehet, wie sie lächelnd blickt, Bon der ersten Sonn' erquickt. 5. Kaum vom frohen Strahl begrüßet, Seht, wie ihre Pracht zerfließet! Hört den Sturm, der schnell fich hebt, Und sie schon im Staub begräbt. 6. Auch so war mein flüchtig Leben! Es empfangen, wiedergeben, Glänzen einen Augenblick, War auf Erden mein Geschick. 7. Doch beweinet nicht mein Glücke, Daß der Tod mich früh entrücke Von der Erde Jammerthal, Aus der dunkeln Nacht der Qual. 8. Glück ist es, in Unschuld sterben, Frei vom 280 Gefang bei Begräbnissen der Kinder. Fluch und vom Verderben! Heil dem, welcher schließt die Zeit, Eh' ihn hat die Sünd' entweiht! 9. O, wie leicht und wie geschwinde Stürzt der schwache Mensch in Sünde, In die Höll', und ach! wie schwer Kommt er wieder zu uns ber! 10. Nun geschmückt mit ew'ger Krone Glänz ich schon vor Gottes Tbrone. Eltern, Brüder, weinet nicht, Denn ich seh' ein bess'res Licht. 11. Wo sich Wonn' in mich ergießet, Majestät mich ganz umfließet: Eltern, Brüder, weinet nicht, Denn ich seh' ein beff'res Licht! 12. Wandelt nur auf Unschuldswegen! Unschuld erbet ewig Segen, Und sie flochte mir den Kranz, Sie gebar mir meinen Glanz. 13. Fliebet, flieht der Laster Seuche! Trachtet nur nach Gottes Reiche! Dringet zu mir himmelan, Daß ich euch umarmen kann. Gesänge aus den Bruderschaften, fiehe im Gebetbuche Seite 268 ff. Fe man awes Anhang. Erster Theil 281 Meßgesänge. Erster Meßgesang. le 1. 3um Eingange der Messe. 1. Hier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu Dir, o Gott, erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Bater, deine Huld, Bergib uns unsre Sündenschuld, O Gott, von deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoß- uns- nicht! Verstoß uns Sünder nicht! 2. Wir sind ja deiner Hände Werk, Der Schöpfung unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Sieh uns in Gnaden an, Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. O Gott! der Werth des Bluts ist groß, Das einst Dein Sohn für uns vergoß, Für uns- ver- goß, Am Kreuz für uns vergoß. 2. 3um Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott, Deine Herrlichkeit. Meßgefänge. 3. Bei dem Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium: Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum: Gott selbst ist's, der uns lehret, Der Weisund Wahrheit ist; Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ. 282 4. 3um Credo. 1. Allmächtiger! vor Dir im Staube Bekennt Dich deine Creatur; O Gott und Vater! ja ich glaube Un Dich, Du Schöpfer der Natur. Auch an den Sohn, der ausgegangen Von Dir, geboren, ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott; Er hat die Schuld auf fich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod; Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Nechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit, Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen, Jeßt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig sein. 5. 3um Offertorium. 1. Nimm an, o Herr, die Gaben, Aus deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n Dir dies Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In lengsten, Kreuz und Noth, Soll ein Opfer werden Von Wein und reinem Brod. Meßgesänge. 283 2. Nimm gnädig dies Geschenke, Dreieinig großer Gott; Erbarm' Dich unser! denke An Christi Blut und Tod; Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. 6. 3um Sanctus. 1. Singt heilig, heilig, heilig, Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig, Bist Du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Coll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden Jeßt und in Ewigkeit. hahabulica 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel erfreut: Der kommt in's Herr'n Namen, Der sei gebenedeit; Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei der Herr, Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. 7. Nach der Wandlung. 1. Cieh Bater! von dem höchsten Throne, Sieh gnädig her auf den Altar! Wir bringen Dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder, Und stellen Dir sein Leiden vor, Er starb ausLiebe für uns Sünder; Noch hebt er's Kreuz- Noch hebt er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt, Beim Bater, daß wir ewig leben, Bertritt er jeßt das Mittleramt. O Jesu! höre unsre Bitte, Stety' unsrer Schwachheit immer bei, Auf daß dein Leiden, deine Güte, An une niemals An uns niemals verloren sei. - Meßgefänge. 8. 3um Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt! Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt: Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' unsre Schuld; Bei Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. 284 9. 3ur Communion. Herr, ich bin nicht würdig zu deinem Tisch zu gehn; Du aber mach mich würdig! Erhör' mein kindlich Flehn. Ostille mein Verlangen, DuSeelenbräutigam! Im Geist Dich zu empfangen Dich wahres Ofterlamm. 10.3um Beschlussederheiligen Messe. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Wir haben jetzt betrachtet, Gott! Deine Lieb' und Macht. Cu bist bei uns zugegen, Aus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. does me she Zweiter Meßgesang. sand 11. 3um Introitus. 1. Wir werfen uns darnieder Vor Dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir dieses Opfer bringen, Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen Und wohlgefallen Dir. 2. Herr! dies Opfer steige 3u Dir mit Wohlgeruch, Damit dein Herz sich neige Zu dei Meßgesänge. 285 nes Volks Gesuch. Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan, Nein Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 312-15 tiedot 12. 3um Gloria. 1. Gott Vater! Dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ebr'; Was uns're Rube störet, Verstatte nimmermehr. Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir Dir fröhlich dienen Von Furcht und Angst befreit. 2. Der Du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzes stamm, Laß uns Erbarmen finden, O Jesu, Gotteelamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seist Du, Gott, heil'ger Geist! Der Du in Angst und Schmerzen, Den Frommen Trost verleihst. 13. 3um Offertorium. 1. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgegefällig sein, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brod und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Chrifti Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern Dir den Willen, Herz und Gedanken auf! Hilf uns, das wir erfüllen In diesem Lebenslauf, Was Du uns, Deinen Kindern, Zu thun befohlen hast. Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 14. 3um Sanctus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal: heilig! singen Dem Herrn Gott Sabaoth. Herr! Himmel und 286 Meßgesänge. auch Erde Sind voll von deinem Ruhm. Hilf, daß bekebret werde Das blinde Heidenthum. 2. Daß wir hernach zusammen Dir uns'reherzen weih'n, Und voll von Liebesflammen Dir ein Hosanna schrei'n, Herr! der in deinem Namen Kommt. sei gebenedeit, Die Engel sagen: Amen! Jetzt und in Ewigkeit. ots 15. Nach der Wandlung. 1. Erfreuet euch fromme Seelen! Ein Wunder ist gescheh'n. Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n In Brods- und Weingestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt, Sie nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. 16. Nach der Communion. 1. Herr Jesu, deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank! Weil Du nach ihrem Triebe zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben und reine Freude quillt. 2. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sacrament! Herr! laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, zu deinen Engels schaaren, Und ewig bei Dir sein. Meßgesänge. Dritter Meßgesang. 17. 3um Introitus. 1. Du, Jesus! lad'st uns Sünder Zur Buße lieb'voll ein; Wir sollen Gottes Kinder, Des Himmels Erben sein. Damit wir Gnade finden, Gibst Du auf dem Altar, Zur Tilgung unsrer Sünden, Dich stets zum Opfer dar. 2. O höre unser Flehen, Du Gott der Vaterhuld! Vergib uns die Bergehen, Vergib uns Straf und Schuld. Wie kannst Du uns verstoßen? Sieh! Deines Sohnes Blut, Das einst für uns geflossen, Als unser Lösegut. 287 18. 3um Gloria. Gott in der Höh' sei Ebre, Den guten Menschen Fried', So scholl der Engel Heere Anbetungsvolles Lied, Da er, der uns errettet Von aller Noth und Plag', Von Hirten angebetet, Dort in der Krippe lag. 19. 3um Offertorium. 1. Du willst als Opfergaben, O Jesus! beim Altar Hier unsre Herzen haben;-Wir bringen sie Dir dar. Hilf doch, daß sie unschuldig, Von jeder Sünde rein, Sanftmüthig und geduldig, Ja, ganz Dir ähnlich sein. 2. Wir fleh'n zu Deinen Füßen: Gib Ernst zur Besserung, Laß Gnade auf uns fließen, Schenk' Kraft zur Heiligung, Laß uns die Bahn der Leiden Recht frohen Muthes geh'n, Bis wir in Himmels- Freuden Dich unverhüllet seh'n. 20. 3um Sanctus. Hoch heilig bist Du, unser Gott, Hoch heilig sei 288 Meßgesänge. uns dein Gebot: Seid Menschen gleich mir heilig! Hoch heilig bist Du, Jesus Christ, Deß Wort uns ewig heilig ist: Seid gleich dem Bater heilig. 21. Nach der Wandlung. 1. Die Liebe hat Dich uns gegeben, Geheimmißbolles Himmelsbrod; Zu uns'rer Seele höherm Leben, Zur Rettung von dem ew'gen Tod. Kommst Du nicht in mein Herz hinein, So kann in mir fein Leben sein. 2. O komm, des Himmels beste Speise, Recht oft in meine Seele, Du, Sei mir auf meiner Pil gerreise Erquicung, Stärke, Trost und Ruh'. Ach! Heil und Leben wünsch' ich mir; D'rum sehn' ich mich so sehr nach Dir. 3. Doch soll ich, was ich suche, finden, Sollst Du mir Brod zum Leben sein, So sei vom Uurath aller Sünden Mein Herz durch wahre Buße rein: Weil zum Gericht und Lod Du bist, Dem, der unwürdig Dich genießt. 4. O, laß mich Dich noch einst genießen! Du heiß ersehntes Liebesmabl! Bevor ich werde wandeln müssen Durch's schaudervolle Todesthal; Sei mir in meinem letzten Streit Noch Stärkung für die Ewigkeit. Vierter Meßgesang. Bei der Feier der ersten heiligen Communion der Kinder. 22. 3um 3ntroitus. ( Gesang der Kinder.) 1. Sei uns gesegnet, Heilige Stunde, Die uns Meßgesänge. 289 dem Bunde Jesu vereinet!- Preiset den Herrn! Er in den Höhen Ist uns nicht fern. Kindliches Flehen Höret er gern. 2. Komm denn, o Jesu, Komin und geleite Deine geweihte Heerde zum Leben! Freundlicher Hirt, Laß, wenn dem Throne Einst wir uns nahn, Alle die Krone Freudig empfahn. 3um Gloria. 23. Anbetung, Preis und Ehre Sei, Allerhöchster, Dir! Dir dienen Engelchöre, Dir huldigen auch wir. Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit, Sollst Du gepriesen werden, O Herr der Herrlichkeit. Nach dem Evangelium. ( Gesang der Kinder nach Ablegung der Taufgelübde.) 24. Laßt uns nie den Taufbund brechen! Täglich sei uns dieser neu; Heilig sei uns das Versprechen, Die dem Herrn geschwor'ne Treu! Laßt uns unser Herz bereiten, llud es Gott zum Tempel weih'n, Daß wir einst nach diesen Zeiten Ewig uns in ihm erfreu'n. Oder: 25. Mit dem Herzen, mit dem Munde Schwören wir in dieser Stunde, Jesu ewig treu zu sein; Nimmer werde je gebrochen Was wir Jeju heut' versprochen, Ewig treu uns ihm zu weih'n. 2. Ja, wir wollen ihm nur leben, Der sich für uns bingegeben, Ganz für uns geopfert hat. Gott, der alles weiß und richtet, Hört, wozu wir uns verpflichtet, Liebt das Wort nicht ohne That. 13 Meßgesänge. 3um Offertorium. 26. Am leßten Abendmahle, Die Nacht vor seinem Tod, Nahm Jesus in dem Saale, Gott dankend, Wein und Brod; Nehmt, sprach er, trinket, effet, Das ist mein Fleisch und Blut, Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut. 2. O laßt uns ihm ein Leben, Von jeder Sünde rein, Ein Herz ihm ganz ergeben, Zum Dankesopfer weih'n! Und wie er uns geladen, Zu seinem Tische geh'n, Das Denkmal seiner Gnaden Mit Würde zu begeh'n. Nach der Wandlung. 27. Christen, welche Ehren Erweist uns unser Gott! Er gibt, um uns zu nähren, Sich selbst als Himmelsbrod. In Brods- und Weines hülle Erfüllt sein Fleisch und Blut Das Herz mit Gnadenfülle, Erhält der Liebe Glut. 290 2. Du hast uns eingeladen, Erlöser, Dir zu nah'n; So nimm uns denn in Gnaden Als deine Gäste an. Gib, daß wir wahrhaft büßen, Und heil'ge Herz und Sinn, Damit wir Dich genießen Mit Seligkeitsgewinn. Vor der heil. Communion. ( Gefang der Kinder.) 1. O Herr, ich bin nicht würdig, Zu denem Tisch zu gehn; Du aber mach' mich wür dig! Erbör mein findlich Fleh'n. 2. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Dich würdig zu empfangen, Dich wahres Osterlamm. Nach der heil. Communion. 28. Herr, nun hab' ich Dich gefunden, Dich, Adventsgesänge. 291 den meine Seele liebt, Dich, den Arzt der Seelenwunden, Dich, der Schwachen Stärke gibt. 2. Nimmer will ich Dich verlassen, Du bist mein und ich bin dein, Ganz soll Dich mein Herz umfassen; Weih' es Dir zur Wohnung ein. 3. Immer will ich Dir nur leben, Immer herrsche Du in mir, Dir will ich mich ganz ergeben, Ewig scheid' ich nicht von Dir. Adventsgesänge. 29. Ein ernstes Wort durchtönt die Nacht, Vom Schlummer auf! erwacht, erwacht,- Vom Himmel hoch, vom Sternenzelt Schwebt Jesus nieder auf die Welt." 2. Erhebe dich, du träges Herz; Verlaß den Staub, schau himmelwärts! Ein neu Gestirn voll Glanz und Pracht Erhellt die bange Sündennacht. 3. Sieh! Gottes Lamm wird uns gefandt, 3u lösen aller Sünde Band; Drum lasset weinend uns ihm nah'n, Und Nachlaß unsrer Schuld empfah'n. 4 Damit, fommt er zum zweitenmal, Und Alles bebt in Furcht und Qual, Uns decke seine Lieb' und Huld, Uneingedenk der Sündenschuld. 5. Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Dreieiniger, den Alles preis't, Sei Preis und Ruhm und Dank geweiht, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 30. Thauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab! Rief sein Volk in bangen Nächten Aus der Tünde düsterm Grab. Und er fam, mit ihm fam Segen Wie ein milder Frühlingsregen, Wie des Himmels sanfter Than Rings erquicket Feld und Au. 13* 292 Adventsgesänge. 2. Auch zu uns, o hört es, Sünder, Kommt der Herr der Herrlichkeit, Machten nur wir Men= schenkinder Uns're Herzen ihm bereit! Fried' und Rube, Licht und Leben Will er uns auch jest noch geben, Er, das Heil, durch den allein Sünder können selig sein. 3. Kommt denn, reinigt eure Seelen, Werdet heilig. seid bereit, Das, was ihm gefällt, zu wählen, Und zu flieh'n, was er verbeut. Tie in ihren Sünden sterben, Trifft das ewige Verderben; Ewig bleibt des Heils beraubt, Wer an ihn nicht thätig glaubt. 4. Nur wer Tugend herzlich liebet, Nied're Erdenlust verschmäht, Sich in guten Werken übet, Gern auf Gottes Wegen geht, Der nur wird schon bier auf Erden Seines Gottes inne werden; Ihm, nur ihm wird Gottes Heil, Fried und Seligkeit zu Theil. 5. O so mache denn mich Armen Jetzt in dieser heil'gen Zeit, Ach, aus Gnade und Erbarmen, Liebster Jesus, selbst bereit! Komm, o komm, mit deinem Segen, Gütigster mir selbst entgegen; Komm, mein Herz verlangt nach Dir, Komm und wohne stets in mir. 31. Das Zeichen ist geschehen, Die Stimme des Rufenden schallt; Laßt beten uns und flehen, Der Heiland kommt, kommt bald. 2. Zur Buße geht und böret, Die Stimme des Rufenden spricht: Thut Buße und bekehret Euch vor des Herrn Gericht! 3. OSünder, faßt die Worte, Die Stimme Adventsgesänge 293 des Rufenden mahnt: Macht eben alle Orte, Den Weg des Herrn gebahnt! 4. Ihr Frommen, bört die Kunde, Die Stimme des Rufenden tönt: Es naht die große Stunde, Die alle Welt versöhnt. 5. Kommt, Fürsten! kommt, ihr Armen! Der Rufende neigt sich; o seht: Er zeigt, wo voll Erbarmen Das Lamm des Heiles steht! 6. Lomm Gettes hab' Erbarmen, Nimm weg die Sündenschuld, Versöh'n uns, gib uns Armen Zurück des Vaters Huld. 32. Des Vaters Wort und ew'ge Kraft, Durch den Gott alles macht und schafft, O Jesus, unser Heil und Licht, In Dir ruht unsre Zuversicht! Der Sünde Band, des Feindes Lift Umschlinget uns, und Niemand ist, Der helfen kann, als Du allein. Komm Jesus! komm uns zu befrein. 2. ODu, der schon von Ewigkeit Für uns zum Opfer sich geweiht, Durch Deine Ankunft, Deinen Tod, Führ' gnädig uns zurück zu Gott! O Richter! ad verdamm' uns nicht, In Deiner Ewigkeit Gericht! Sei gnädig, wenn auf Wolken einst Im Glanz der Gottheit Du erscheinst. 3. Weisheit aus des Höchsten Mund, Die Du umspannst des Weltalls Rund! O Anfang, Glanz der Ewigkeit! O Sonne der Gerechtigkeit! König, dessen harrt die Welt, Du Eckstein, der sie eint und hält! Komm eilend und errette mild Den Menschen, Deiner Gottheit Bild. 33. Es ist ein Thau gefallen Vom Himmel aus der Höh; Der hat das Heil uns allen Gebracht in unserm Weh. Der Thau war voller 294 Adventsgesänge. Gnaden, War Gottes Geist und Kraft, Mit Lebenslicht beladen Und Wundereigenschaft. 2. Maria hat empfangen Des Thaues süße Frucht, Der ganzen Welt Verlangen, Wonach die Seele sucht. Maria die Lichtreine, Die Jungfrau fleckenlos Die Blum' im Himmelsscheine, Ward Gottes Mutterschooß. 3. Der Glanz des ew'gen Lichtes, Das Wort der ew'gen Macht, Der König des Gerichtes, Kam in des Fleisches Nacht; Und ward in der Erfor'nen Der Jungfrauewigkeusch, Gleich armen Menschgebornen- DerGottessohn ward Fleisch. 4. Wundertbat der Liebe, O Sieg der Gütigkeit, Abgrund aller Triebe In Gottes Wesenheit! Wir armen Erdenkinder, Wir knie'n und beten an; Verschon' o Gott die Sünder, Für die Du es gethan! 5. O Jungfrau obne Gleichen, O Mutter mit dem Kind, Wollst uns die Hände reichen, Sieh an, wie schwach wir sind! Ach, zieh uns all nach oben, zu dir an deinen Schooß, Daß wir dein Kindlein loben, Den Herrn und König groß. 34. Heiland reiß die Himmel auf, Herab, herab vom Himmel lauf! Mach auf des Himmels Thür und Thor, Reiß ab, wo Schloß und Riegel vor! 2. Gott, einen Thau vom Himmel gieß, 3m Thau herab, o Heiland, fließ! Jbr Wolken brecht, und regnet aus Den König über Jacobs Haus. 3 D, Erd', schlag aus, schlag aus, o Erd', Daß Berg undTbal erneuertwerd'! Erd' bervor dies Blüm'lein bring, Heiland aus der Erden spring. Weihnachtsgesänge. 295 4. Wo bleibst Du, Trost der ganzen Welt, Tarauf die Welt all' Hoffnung stellt? Ach komm, ach komm vom höchsten Saal, Und tröst uns in dem Jammerthal! 5. O klare Sonn', o schöner Stern, Dih wollen wir anschauen gern! O Sonn' geb' auf! ohn' deinen Schein Wird Finsterniß ohn'Ende sein. 6. Hier leiden wir die größte Noth, Vor Augen steht der ew'ge Tod; Ach komm, führ' uns mit starker Hand Bom Elend in das Baterland. te Weihnachtsgesänge. 35. Es kam ein Engel hell und klar Bon Gott aui's Feld zu Hirten dar. Der war von Herzen gar so froh Und sprach fröhlich zu ihnen so: 2. Vom Himmel hoch, da komm'ich her. Ich bring' euch viel der guten Mäh'r, Der guten Mähr' bring' ich so viel, Davon ich singen und sagen will. 3. Gefandt hat seinen lieben Sohn Euch Gott, der Herr, vom böchsten Thron, Der ist ein Mensch geboren heut' Von einer Jungfrau unentweiht. 4. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie euch die Schrift verkündet hat, Ist euch geboren Jesus Christ, Der aller Welt ein Netter ist. 5. Des Baters eingeborner Sohn Wählt eine Krippe sich zum Thron, In Windeln lieget eingehüllt, Der alle Ding mit Kraft erfüllt. 6. Darauf kam bald ein' große Schaar Der lieben Engel hell und flar, Die sangen gar ein schönes Lied Von Himmelsfreud' und Engelfried'. 7. So fang der Engel frohes Heer: ,, Gott in der Höh' sei Ruhm und Ehr', Dem Menschen Fried' in diesem Kind, Die eines guten Willens find." 296 Weihnachtsgesänge. 8. Die Hirten gingen allgemein Und suchten dieses Kindelein; Sie fanden's, wie der Engel sagt, Mit Maria der reinen Magd.- 9. Willkommen Kindlein, Gottes Sohn, Wie hart und arm ist hier Dein Thron, Du König, Schöpfer aller Ding', Hält hier dein Volk Dich so gering? 10. OKind mit göttlicher Gewalt, Dein Palast, dieser Stall, so kalt, Die Krippe deine Lagerstätt' Und dürres Gras dein Königsbett! 11. O liebes Kind, so bloß und arm, O fieh uns an und hab' Erbarm'! Herr, unser Gott, wir wollen Dir In Liebe fröhnen für und für. 12. Und Jubellied und Lobgesang Und Ruhm und Ebre, Preis und Dank Kling unaufhörlich unser Cbor Zu Dir, Heiland der Welt, empor. 36. Es kam die gnadenvolle Nacht, Wie leuchtete des Mondes Pracht, Wie funkelte der Sterne Schaar, Da Jesus Christ geboren war! 2. Froh jubelte der Engel Heer: Gott hoch im Himmel, Gott sei Ehr' Und Friede, Freud' und Seligkeit Herrsch' auf der Erde weit und breit. 3. Auf gold'nen Wolken sangen so Die Engel Gottes himmlisch froh, Und himmlisch frob und hoch entzückt Hat sie die Hirtenschaar erblickt. 4. Die hocherfreuten Hirten geb'n In Windeln Gottes Sohn zu seh'n, Erblicken in der Krippe ihn Und sinken auf die Kniee bin. 5. Und wer das holde Knäblein sab, War froh und sprach: der Herr ist da. Es kommt sein gnadenvolles Reich: Welch Kind ist diesem Kinde gleich? 6. O wie viel Trost und Gnade gab Mit Weihnachtsgesänge. 297 ihm Gott in die Welt herab. O wie uns unser Vater liebt, Daß er den liebsten Sohn uns gibt. 7. Ja, Gottes Lieb ist unumschränkt, Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, Schenkt Alles, was uns beilsam ist, Schenkt Alles uns durch Jesum Christ. 37. O beil'ge Nacht, sei uns gegrüßt, In der Gott Mensch geboren ist! Tich preise, wer durch Jesum Christ Ein Gotteskind geworden ist. 2. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigt sich der Herr der Welt; Wird unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 3. Wenn ich dies Wunder denken will, So stebt mein Geist vor Ehrfurcht still! Ich bete an, in Staub gebückt, Von GottesLiebe ganz entzückt. 4. O trost- und gnadenvolle Nacht, Die Heil und Leben uns gebracht! In der der Engel Lob erschallt, Das noch und ewig wiederhallt. 5. Sei uns, o Jesuskind, gegrüßt! O sei von Herzensgrund geküßt! Du liebstes Kind, der Jungfrau rein, Solst uns auch stets das Liebste sein. 38. Zu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein; Das hab ich auserkoren, Sein eigen will ich sein.. Eja! eja! sein eigen will ich sein. 2. In seine Lieb' versenken Will ich mich ganz binab; Mein Herz will ich ihm schenken, Und Alles, was ich hab'. 3. Kindelein, von Herzen Will ich Dich lieben sehr, In Freuden und in Schmerzen, Je länger, mehr und mehr. 4. Dazu mir Gnade gebe, Bitt' ich aus Her13** 298 Weihnachtsgesänge. zensgrund, Daß ich allein Dir lebe, Jetzt und zu aller Stund'. 5 Dich wahren Gott ich finde In meinem Fleisch und Blut; So fest auch mich verbinde Mit Dir, mein höchstes Gut. 6. Laß mich von Dir nicht scheiden, Knüpf' zu, knüpf' zu das Band, Die Liebe zwischen beiden; Nimm hin mein Herz zum Pfand. 39. Beglückte Nacht! In welcher Gottes höchste Lieb' Der Sünde schwarze Nacht vertrieb. Der Sonne Glanz und Licht muß weichen Dem Gnadenschimmer ohne Gleichen, Der aus der dunkeln, falten Krippe Die Welt erbellt. 2. O Wundernacht! In welcher aus Maria rein Geboren ward das Kindelein, Deß Name ist: der Welterretter! Die lange Sehnsucht heil'ger Väter! Der Wunderbare! Fürst des Friedens! Der Heiland Christ! 3. Wonnenacht! Die alte Welt sieht hocherfreut In Dir auf einmal sich erneut! Gerechtigkeit und Fried' umarmen Cich heut, und Gottes Allerbarmen Umfanget Alle, liebet Alle Im Jesuskind. 4. Osel'ge Nacht, Du bringest uns von Gottes Thron Des Vaters eingebornen Sohn, Er kommt zu uns als guter Hirte Und trägt das Schäflein, das verirrte, Wo er's nur find't, auf seiner Schulter Zur Heerd' zurück. 5. Gott sei die Ehr! So singen wir, von Dank erfüllt, Der glühend aus dem Herzen quillt. Sein Liebstes hat uns Gott gegeben: D'rum Weihnachtsgesänge. 299 wollen wir ihn stets erheben, Wir wollen uns auch ganz ihm schenken, Und ihm uns weihn. 40. O felige Nacht, In himmlischer Pracht Erscheint auf der Weide Ein Bote der Freude Den Hirten, die nächtlich die Heerde bewacht. 2. Wie tröstlich er spricht: O fürchtet euch nicht! Ihr waret verloren, Heut ist euch geboren Der Heiland, der allen das Leben verspricht. 3. Seht Bethlehem dort, Den glücklichen Ort, Da werdet ihr finden, Was wir each verkünden! Das sehnlichst erwartete glückliche Wort. 4. Der Schrecken verschwindet; Sie gehen geschwind Und finden im Stalle Das Heil für uns alle! In Windeln gewickelt das göttliche Kind. 5. O tröstliche Zeit, Die alle erfreut! Sie löset die Schmerzen, Sie wecket die Herzen Zum Danke, zur Liebe, zur himmlischen Freud'. 6. EiltChristengeschwind zum göttlichen Kind! Filt Fromme und Sünder, Eilt Eltern und Kinder, Ihm weihet die Herzen, von Liebe entzünd't. 41. Gestiegen ist vom Himmelsthron Der Gottessohn, Aus seines ewgen Vaters Schooß, Uns zu erretten Aus Satans Ketten, Der SünderLoos. Auf, Christen, lasset uns geschwind Dem Heiland nahen, Im Geist umfahen Das holde Kind. 2. Da Fleisch geworden ist das Wort! Das Kindlein dort, Wie liegt's in himmlischer Geduld In barter Krippe, Und seine Lippe Umschwebet Huld. Auf, Christen, 20. 3. Maria, Mutter unsers Herrn! Du Morgenstern, Der uns den schönsten Tag gebracht! 300 Weihnachtsgesänge. Wer sündbeladen Dich fleht um Gnaden, Dem hilf mit Macht! Auf, Chriften, auf, 2c., 4. Der Engel bobes Jubellied Verkünde Fried' Auch uns in dieser Freudenzeit. Die Sünde fliehen, Für Tugend glühen Ist Seligkeit. Auf Cbristen, 2c. 42. Gelobet feist Du, Jesus Christ, Daß Du ein Mensch geboren bist, Von einer Jungfrau, das ist wahr, Teß freuet sich der Engel Schaar. R. Kyrie eleiſon. 2. Gelobet sei die Jungfrau zart, Von der Christus geboren ward, Zum Trost uns armen Sündern all, Die er erhebt vom schweren Fall. 3. Gelobet sei der Engel Schaar, Die der Geburt zugegen war! Wie sangen sie dem Kindlein Ehr' Im Feld und über'm Sternenbeer. 4. Des ew'gen Vaters ein'ges Kind Man jegt in einer Krippe find't; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das höchste Gut. 5. Den aller Weltkreis nicht umschloß, Liegt nun in einer Jungfrau Schooß; Geworden ist ein Kindlein klein, Der alle Ding' erhält allein. 6. Das ew'ge Licht scheint da herein, Das aller Welt gibt neuen Schein. Es leuchtet mitten in der Nacht, Dies Licht hat uns das Kind gebracht. 7. Auf Erden kam er klein und arm, Damit er unser sich erbarm', Und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. 8. Das hat er alles uns gethan, Um seine Lieb zu zeigen an, Deß freut sich alle Christenheit Und danket ihm in Ewigkeit. Weihnachtsgesänge. 301 43. Als Gott Mensch geboren war, Freute sich der Engel Schaar, Sangen laut mit Freudigkeit: Ebr' sei Gott in Ewigkeit. B. Gott ist einer Mutter Kind, Gott ist einer Jungfrau Kind, Maria, Mutter Gottes. 2. Armen Hirten ward zur Stund' Durch die Engel Botschaft fund; Haben gleich das Kind erkannt, Ihren Gott und Herrn genannt. 3. Aus dem fernen Morgenland Führt drei König' Gottes and, Bracten Weihrauch, Myrrhn und Gold, Gott und Mensch bedeuten folt'. 4. Sei gegrüßt, o Jungfrau zart, Die des Kindes Mutter ward, Wohnung der Dreifaltigkeit, Spiegel aller Frömmigkeit. 5. Ehr' dem Vater und dem Sohn, Und dem Geist im höchsten Thron, Ehr' und Lob mit Dankbarkeit Sei von Allen Gott bereit. 44. Du bast, o Herr der Herrlichkeit. Durch Deine Ankunft uns erfreut. Zu uns herab o Gottessobn! Kamst Du von Deines Vaters Thron. In's Herz der Guten und der Frommen. Willst Du, o Herr! auch jetzt noch kommen. O komm zu uns, Herr Jesus, komm, Und mache uns von Serzen fromm. 2. Der Jungfrau'n mildekönigin, Maria, rein an Herz und Sinn. Von keiner Sünde je entstellt, Fast Du zur Mutter Dir erwählt. Wir wollen ernstlich uns bestreben, Nach ihrem Beispiel rein zu leben. O fomm zu uns, Herr Jesus 20. 3. Du kamst so prunklos, arm und klein In diese uns're Welt herein, Lagst in der Krippe, 302 Weihnachtsgesånge. Herr der Welt, vor dem der Seraph niederfällt! Lehr' uns den Glanz der Welt verachten, Und nur nach Deinem Beifall trachten. O komm 2. 4. Der demuthsvollen Hirtenschaar Machst Du zuerst Dich offenbar. Denn Demuth, fromme Furcht des Herrn Und Herzenseinfalt hast Du gern. Laß, Herr! der guten Hirten Glauben Durch falsche Weisheit nie uns rauben. O fomm 20. 5. Drei Weise führt aus weiter Fern' Jum Gotteskind ein Wunderstern; Sie bringen auf dem Krippaltar Das Beste, was sie haben, dar. Wir weihen Dir als Liebesgaben Das Herz und Alles, was wir haben. O fomm 2c. 45. Nach Betblebem zu eilen. Treibt mich die Liebe fort, Beim Kinde dort zu weilen, Am stillen Gnadenort. 2. O Du, der Welt Verlangen, Mein einziges Begehr, Wie soll ich Dich umfangen, O Du, mein Gott und Herr! 3. Wie liegst Du so geringe, Du König aller Zeit, Du Schöpfer aller Dinge, Du Herr der Herrlichkeit. 4. Wo ist hier Glanz und Krone, Wo find die Diener all, Wo ist der Thron der Throne, O Gott im Hirtenstall. 5. Die Lieb' hat Dich gedrungen, Mein Leid hat Dich gerührt; Die Lieb' hat Dich bezwungen, Mein' Sünd' Dich hergeführt. 6. O unermess'ne Liebe, Wie soll entgelten ich! Was hat mein Herz für Triebe, Um Dir zu opfern sich? 7. Mich selber will ich schenken, Mein ganzes Am Fefte des heil. Stephanus. 303 Herz nimm hin, Nimm all mein Thun und Denken, Nimm, was ich kann und bin! Am Feste des heil. Stephanus. 46. Tem großen Martyrer sei Ehre, Dem ersten, der für Christus starb, Der blutend für des Heiles Lehre Die Siegerkrone sich erwarb. 2. Mit Stricken hat man ihn gebunden, Und ihn gesteinigt bis zum Tod; Ihn schmerzten nicht die beißen Wunden, Ihn schmerzte nur der Christen Noth. 3. Und als er wollt zum Heiland flehen, Nach oben richtend seinen Blick, Sah er den Himmel offen stehen, und seines Cieges fommend Glück. 4. Nun trägt er bei dem Gottessohne Den Palmzweig der Standhaftigkeit; Und flebt für uns am Gnadenthrone Um Glaubenskraft in allem Streit. 5. O Jesu, höre seine Bitten, Und gib uns Muth, dem seinen gleich; Und wenn wir endlich ausgestritten, Dann öffn' auch uns das Himmelreich. Am Feste der unschuldigen Kinder. 47. Gott grüß' euch, Marterblümelein, Die in des Lebens Morgenschein Des Lichts Verfolger hat zerstört, Gleichwie der Wind durch Rofen fährt. 2. Ihr seid die Lämmlein weiß und klar, Des Heilands erste Opferschaar, Steht am Altar und freuet euch Und spielt mit Kron' und Palmenzweig. 3. Ihr Mütter laßt das Weinen sein, Die Kinder sich im Himmel freun, Da folgen sie, mit Glanz geziert, Dem Lamm, das alle Welt regiert. 304 Um Schlusse des Jahres. 4. Gelobt sei die Dreifaltigkeit, Kraft, Ehr' und Sieg bält sie bereit, Gib ihren Zeugen Palm und Kron' Mit Freud' und Wonn' am höchsten Thron. Am Schlusse des Jahres. 48. O großer Gott, Tu Herr der Zeit Und auch der Ewigkeiten, Laß mich in froher Dankbarkeit Dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermal dabin; Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Allgütiger, Dich bet' ich an, Dir will ich mich ergeben; Dir, den kein Wechsel treffen kann, Bertrau' ich ganz mein Leben. Wir blühen und vergeh'n durch Dich, nur Du bist unveränderlich, Du warst, Du bist, bleibst ewig. 3. Herr! ewig währet deine Treu', Uns gnädig zu begegnen; Mit jedem Morgen wird sie neu, Mit Wobltbun uns zu segnen. Ja, Herr, in jeder Lebensstund' Wird mir auch dein Erbarmen kund; Gib, daß ich's recht erkenne. 4 Du hast auch im verflossenen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz im Kums mer war, Mir Trost und hilf bereitet. Von gan= zem Herzen preis ich Dich, Auf's neue, Gott! ergeb ich mich Ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verflossenen Tagen; Durch Jesum schenk' mir deine Fuld, Wend' ab der Sünde Plagen; In deiner Gnade laß mich rub'n, und hilf mir, immerhin zu thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, Gerecht vor Dir zu handeln; Laß, Herr, mich stets ge Am Feste der Beschneidung. 305 wissenhaft Vor deinen Augen wandeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o Du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben.ace Auf das Neujahrsfeft. 49. Das ist das wahre gold'ne Jahr, In dem Maria Gott gebar. Bc. Erfreuet euch mit reichem Schall Zu diesem neuen Jahr! 2. In diesem Jahr kam himmlisch( Gold, Ein göttlich Kind mit Gnadenfold. Be Erfreuet euch 2c. 3. Das edle Gold im Stall sich fand, Bewacht von einer Jungfran Hand. F. Erfreuet euch 2c. 4. Dies Jahr gab neuen Sonnenschein, Die Sonn' ist Gottes Sohn allein. R. Erfreuet euch 2. 5. O gold'ne Sonn', o Gottessobn! O Kripp', v Stall, o Gnadenthron. Be. Erfreuet euch 2c. 6. O neues Jabr, o gold'ne Zeit! Mach alle Welt mit Licht erfreut! B. Erfreuet euch 2c. 7. OKönig Du im neuen Jahr, Herr Jesu, all' Dein Volk bewabr! Be. Erfreuet euch 2c. Auf das Fest der Beschneidung. 50. Freut euch alle, singt mit Schalle, Jesu Namen alle grüßt! Preist zusammen diesen Namen, Der uns all'n gegeben ist. 2. Kindlein Jesu, zarter Jesu, Deinen Namen käuft mit Blut, Daß er werde aller Erde Heil, Versöhnung, alles Gut. 3. Ach dein Weinen Groß und Kleinen Bringet Trost in Traurigkeit; Deine Zähren stark ablehren Deines Vaters Bitterfeit. 4. 3u beweinen mit Dir Kleinen Uns're 306 Am Fefte der Erscheinung. Schuld, begehren wir; Gib, daß Zähren sich vermehren Nur als lauter Lieb zu Dir. 5. Komm, o Jesu, süßer Jesu, Nimm Besiz von Herz und Sinn; Lust des Fleisches, List des Geistes, Und die Lieb der Welt nimm hin. 6. Gib uns Stärke mit dem Werke, Hilf uns allen gnädiglich, Hier zu Gnade, dort uns lade Zu den Freuden ewiglich. Am Feste der Erscheinung. 51. Du edles Bethlehem, so flein, Die größte aller Städte bist! Denn in dir will geboren sein Der Fürst des Heiles, Jesus Christ. 2. Ein Wunderstern hat ihn verkünd't Den Weisen in dem Morgenland. Sie kommen, beten an das Kind, Das Gott zur Rettung uns gesandt. 3. Dem Kindelein, jo lieb und zart Weib'n sie die Schäße ihres Land's: Weihrauch und Myrrhe feinster Art, Und Gold vom allerschönsten Glanz. 4. Der Weihrauch ziemt der Göttlichkeit, Das Gold der hohen Königswürd', Die Myrrhe ehrt die Menschlichkeit, In der Gott, uns gleich, sterblich wird. 5. Beim Kripplein, Gottes Gnadentbron, Weih'n wir auch Geist und Herz und Sinn Dem menschgeword'nen Gottessohn, Dem Sohn der Himmelskönigin. 52. Es führt drei König' Gottes Hand Mit einem Stern aus Morgenland Zum Christkind, durch Jerusalem, In einem Stall nach Bethle em; Gott führ' uns auch zu diesem Kind, Und mach, daß wir sein' Diener sind. Am Feste der Erscheinung. 307 2. Der Stern war groß und schön der Glanz, Darin ein Kind mit güld'nem Kranz, Ein gold' nes Kreuz sein Zepter war, Sein Haupt schien wie die Sonne flar. Gott, erleucht' vom Himmel fern Die ganze Welt mit diesem Stern! 3. Aus Morgenland in aller Eil, Kaum dreizehn Tag viel hundert Meil', Bergauf, bergab, durch Reif und Schnee, Durchzogen sie zu Land und See Zu Dir, o Gott, die Pilgerfahrt Nie dünfen soll zu Schwer und hart. 4. Herodes sie viel fürstlich ehrt. Doch andre Luft ihr Herz begehrt, Den Königshof fie lassen steh'n, Geschwind, geschwind zur Krippe geh'n. Gott, laß auch uns nicht halten ab Bom guten Weg bis an das Grab. 5. Und als sie kamen in den Stall, Auf ihre Knie fie fielen all, Dem Kind sie brachten alle drei Gold, Weihrauch, Myrrhen nach der Reih. Gott nimm von uns als Opfergut Herz, Leib und Seel, Gut, Ebr' und Blut. 6. Mit Weihrauch und gebog'nem Knie Bekannten sie die Gottheit hie; Mit Myrrhen seine Menschheit bloß, Und mit dem Gold den König groß. Sott, balt' uns bei dieser Lehr', Kein Keßerei laß wachsen mehr. 7. Maria hieß sie willkommen sein, Legt' ibnen's Kind in's Herz hinein; Das war die Behrung auf den Weg, Ihr frei Geleit durch Heg und Steg. Gott, gib auch uns die Himmelsspeis' In letzter Stund', zur letzten Reis'. 308 Fastengesänge. Fastengesänge. Am Aschermittwoch. 53. Gedenk' o Mensch! du bist von Staub, Und wirst zu Staube werden: Die Augen start, die Ohren taub Obn' Leben und Gebehrden. 2. Gedenk, o Mensch, du bist von Staub Und wirst zu Staube werden: Denn Reich und Arm wird Todesraub Nach Freuden und Beschwerden. Gedenk', v Mensch, du bist von Staub und wirst zuStaube werden: Wie von dem Baum verdorrtes Laub, So sinkst du hin zur Erden. 3. 4. Gedenk', o Mensch), du bist von Staub und wirst zu Staube werden: Dein Leib wird der Verwesung Raub Und Erde kommt zu Erden. 5. Gedenk', o Mensch, du bist von Staub Und wirst zu Staube werden: Doch wird dein Geist des Todes Raub In Ewigkeit nicht werden. 6. Drum sorg', o Mensch, daß, wenn der Leib Nun wird in Staub zerfallen, Die Seele doch gerettet bleibt, Ins Paradies zu wallen. Am ersten Tasten- Sonntage. 54. Nach deinem Beispiel widmen wir, O Herr! die vierzig Tage Dir. Erhöre gnädig das Gebet Der Kirche, die in Tbränen fleht! 2. Du Herzensforscher weißt, wie blind Und schwach wir arme Menschen sind! Erbarmungs voller! ach, verschon'Denreuigenverlornen Sohn! 3. Cieb, wir bekennen uns're Schuld; Erzeig uns Deine Gnad und Huld! Um deines Namens Ehr', o Gott! Errette uns aus uns'rer Noth. 4. Der Fasten und der Buße Frucht Sei des Fastengesänge. 309 bezähmten Fleisches Zucht; Damit das Herz von Knechtschaft frei, Und unser Wandel heilig sei! 5. Der heiligsten Dreieimgkeit Sei ewig Lob und Dank geweih't! Gepriesen sei, der für uns starb, Und durch sein Blut uns Heil erwarb! 55. Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Gotteslamm, Tas von mir die Sünde nahm. Jesu, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen! Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! 2. In's Gericht für Menschen treten, 3um erzürnten Vater beten, Seh' ich Dich mit Blut bedeckt Auf dem Delberg hingestreckt. Jesu, drücke deine Schmerzen 2c. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schaar, Und Du gibst Dich willig dar. Jesu, drücke deine Schmerzen 2c. 4. Von den Richtern, die Dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu, drücke deine Schmerzen 2c. 5. Unter lautem Spott und Hobne Seh' ich eine Dornenkrone, Die mein Heiland! scharf gespißt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jeſu, drücke deine Schmerzen 2c. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferbolz geheftet, Seh' id, wie ein Gottmensch stirbt, und den Sündern Heil erwirbt. Jesu, drücke deine Schmerzen 2c. 7. Heiland, meine Missethaten Haben Dich 310 Fastengesänge. verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze Dich verhöhnt! Ach, es reuet mich vom Herzen! Laß, mein Heiland, deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pem, Nicht an mir verloren sein. 56. Jesus ruft dich, o Sünder mein, Mit ausgeſpannten Armen; Und wärest du aus Marmorstein, Es müßte dich erbarmen. Wein, ach wein', mein frommer Christ, Denk, daß dies dein Heiland ist, Dein höchster Schaß auf Erden. 2. Hat Gottes Sohn durch solchen Tod Den Himmel müssen kaufen, Meinst du, du könnt'st ohn' alle Noth In's Paradies einlaufen? Nein, ach nein, mein frommer Christ, Denk, wie eng das Thürlein ist, Wer weiß, ob's möcht' gelingen. 3. Drum eil' herzu, schau Jesum an Bom Haupt bis zu den Füßen; Bedenke wohl, es geht dich an! Was du noch bast zu büßen. Wein', ach wein', mein frommer Christ. Denk, daß dies dein Richter ist, Dem alle Herzen offen. 4. Der Schächer zwar in Gottes Händ' Die Seel' hat lassen fahren; Wollst du darum auch bis zum End' Im Sündigen verbarren? Nein, ach nein, mein frommer Christ, Denk, daß dies gefährlich ist, Ich fürcht', es möcht dir fehlen. 5. Schau an das Kreuz, die große Lieb', Die Gott dir hat bewiesen, Daß Gottes Sohn gleich wie ein Dieb Für dich hat sterben müssen. Wein', ach wein, mein frommer Christ, Denk, was dies ein Wunder ist, Daß Jefus für dich leidet. 6. Durch Kreuz und Leiden Jedermann Der Himmel stehet offen; Gewiß er dir wohl fehlen Fastengesänge. 311 fann, Wenn du wolltst anders hoffen. Nein, mein Christ, es muß so sein, Gib dich nur geduldig drein, Mit Jesu mußt du leiden. 7. Verleih mir dann, o höchstes Gut, Verzeihung meiner Sünden; Laß durch dein rosenfarbnes Blut Bei Dir mich Gnade finden, Denn mit Dir, Herr Jesu Christ, Nun mein höchst' Begehren ist, zu leben und zu sterben. 57. Gott, vor deinem Angesichte Liegt die arme Büßerschaar; Sie befennt mit Reu und Schmerzen Ihre Sünden am Altar. Dein Gebot hab' ich verachtet, Diente nur der Luft der Welt; Ach, ich habe Gott verlassen, und den Weg des Heils verfehlt. 2. Dich, den allerbesten Vater, Unsern Vater, der uns liebt, Der uns gnädig hat erschaffen, Und uns alles Gute gibt: Dich, o Gott, hab' ich verlassen, Ich erkenne meine Schuld; Nicht mehr werth, dein Kind zu heißen, Trägst Du noch mit mir Geduld. 3. Aus der Größe der Versöhnung, Geißel, Kreuz und Dornenkron, Seh' ich meiner Bosheit Größe; Für mich leidet Gottes Sohn, Todesangst beugt ibn zur Erde, Als er wog die Schulden ab; Und er nahm den Kelch der Schmerzen, Ging für mich in Tod und Grab. 4. O mein Heiland, der Du sterbend Für uns haft genug gethan, Wärme uns're falten Herzen, Zünd in uns die Liebe an. Dir aus Liebe nachzufolgen, Bin ich gern zum Kreuz bereit; Will in allem Leid gedenken: Herr, viel größer war dein Leid." 312 Fastengesänge. 5. Mutter Jesu, die du fübltest, Was dein Sohn am Kreuze litt, Daß ich meine Sünd' be= weine, Theil auch mir die Schmerzen mit. Mit Maria Magdalena Will aus Lieb' ich Buße thun! Ja, zu meines Jesu Füßen Soll mein Geist auf ewig ruhn. 58. Bei finst'rer Nacht zur ersten Wacht Ein' Stimm' begann zu klagen, Aus schwerem Leid, im Garten weit, Boll Angst und voll Verzagen. ,, Ach Bater, liebster Vater mein, Soll ich den Kelch austrinken? Und mag's denn gar nicht anders sein, Laß meine Kraft nicht sinken." 2. 3. Es war der liebe Gottessohn, Sein Haupt hielt er in Armen, Viel weiß und bleicher als der Mond, Ein Stem möcht' sich erbarmen. 11 4. Ach Vater mein, ich bin bereit, Mein Leben will ich lassen; Doch ach, des Todes Bitterfeit Ist über alle Maßen!" 5. ,, Ach Mutter, liebe Mutter zart, Sollt'st du die Schmerzen wissen, Die Angst und Noth zur Leidensfahrt, Dein Herz wär' schon zerrissen." 6. Ach sei getröst't zu dieser Nacht, Maria, Mutter milde! Ist Niemand, der da mit dir wacht In dieser öden Wilde?" 7. Ein Kreuz mir vor den Augen schwebt. O web der großen Schmerzen! Daran man mor gen mich erbebt, Das schneidet mir zum Herzen." 8. Viel Ruthen, Geißel, Scorpion In meis nen Ohren sausen! Auch kommt mir vor ein' Dor nenkron', Ach Gott, wem wollt' nicht grausen." 9. ,, Der schöne Mond will untergehn, Vor 17 Fastengesånge. 313 Leid kann er nicht scheinen; Die Sterne auch ohn' Glanz da stehn, Mit mir sie wollen weinen." 10. Kein Vogelsang und Freudenklang Man höret in den Lüften; Die wilden Thier' trauern mit mir In Steinen und in Klüften." 59. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz, bedeckt mit Hohn! O göttlich Haupt, umwunden Mit einer Dornenkron'! O Haupt, das and'rer Ehren Und Kronen würdig ist: Sei mir mit frommen Zähren Biel tausendmal gegrüßt! 2. Du, Auserwählter Gottes, Du Herr der Herrlichkeit! Wirst nun ein Ziel des Spottes, Geschändet und entweiht, Entblößt von allem Reize, Der Menschen wohlgefällt, Hängst Du an deinem Kreuze, Ein Fluch vor aller Welt. 3. Doch strömt aus deinen Blicken Noch himmlische Geduld, Selbst Feinde zu beglücken Mit unverdienter Huld, Sie häufen deine Plagen Und spotten Deiner noch; Gemartert und zerschlagen Vergibst Du ihnen noch. 4. Ach, Herr! was Du erduldet, Ist Alles meine Last; Ich habe das verschuldet, Was Du getragen hast. Ich, Jesus, bin's, ich Armer, Der dies verdienet bat. O, tilge, mein Erbarmer, Doch meine Missethat! 5. Ich danke Dir von Herzen, O Jesus bester Freund, Für Deine Todesschmerzen: Wie gut hast Du's gemeint! Ach, gib, daß ich mich halte zu Dir und deiner Treu', Und wenn ich einst erfalte, In Dir mein Ende sei. 6. Wann ich nun werde scheiden, O, so verlaß mich nicht: Sei auch in Todesleiden Mein 14 314 Fastengesånge. Trost, mein Heil und Licht. Wann mir am allerbängsten Einst um das Herz wird sein. So reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein. 60. Da Jesus an dem Kreuze stund, Und ihm sein Leib war ganz verwund't Mit bitterlichen Schmerzen, Die sieben Wort', die er da sprach, Betracht' in deinem Herzen. 2. Zuerst sprach er gar liebereich) Zum Vater in dem Himmelreich Mit Kräften und mit Sinnen: ,, Vergib, o Gott, sie wissen nicht, was sie an mir beginnen." 3. Darnach denk' der Barmherzigkeit, Die Gott dem Schächer noch verleiht, Da er sprach mild und süße: Fürwahr, du wirst heut' bei mir sein In Freud' im Paradiese." 4. Der Herr auch seiner Mutter dacht', Da er das dritte Wort ihr sagt Zum Trost in ihren Zähren:„ Sieh Deinen Sohn! Johannes soll Als Mutter treu dich ehren." dif fre 5. Der Schmerzen Glut flieg immer mehr, ,, Mich dürftet, ach, mich dürstet sehr!" Eprach, der die Welt ernähret. Es war der höchsten Liebe Durst, Die unser Heil begehret. 6. Nun denk, o Mensch, der großen Pein, Darin Gott sprach: ,, Ach Vater mein, Wie hast Du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, Ist über alle Maßen." 7. Das sechste war ein kräftig Wort, Das schloß uns auf die Himmelspfort' Und tröstet manchen Sünder: Es ist vollbracht mein Lei den groß Für alle Menschenkinder." 8. 3ulegt sprach er von seinem End: Nimm Charfreitagsgesang. 315 meinen Geist in deine Händ', Ach Vater, ich muß sterben, Du wollst den Sündern gnädig sein, Nicht lassen sie verderben!" 9. Wer Jesum ehret immerfort, Und oft gedenkt der sieben Wort, Des will auch Gott gedenken, Und ihm durch seines Sohnes Tod Ein ew'ges Leben schenken. It hur de 61. Des Königs Fahnen gehn hervor. Der Baum des Kreuzes steigt empor, Daran im Fleisch sein Blut vergießt, Der alles Fleisches Schöpfer ist. 2. Verwundet sind die Glieder sein, Ein Speer dringt zu dem Herzen ein; Seht Blut und Wasser strömt berab, Das wäscht all' uns're Sünden ab. 3. Erfüllt ist nun der große Tag, Von dem das Lied des Königs sprach: Bom Holz herab als seinem Thron Regiert Gott alle Nation." 4. Des Kreuzes Holz geschmücket steht, Der königliche Purpur weht; O edles Holz, o süßer Ast, Erwählt zu solcher theuern Last! 5. O sel'ger Baum, von Gott geweiht, Du trägst den Preis der Ewigkeit, Die Himmelsfrucht, das Lebensbrod, Die Obmacht über Höll' und Tod. 6. O heil'ges Kreuz, sei uns gegrüßt, Du unf're einz'ge Hoffnung bist, Den Frommen mehr' Gerechtigkeit, Den SündernschenkBarmherzigkeit. 7. Dir, o dreinig großer Gott Sei Lob und Dank in aller Noth, Schüß' und regier' die Christenheit, Die Du erkauft durch Christi Leib. Charfreitagsgefang. 62. Herr, ich küsse deine Füße, Deiner heil'gen Hände Mal; Weil die Wunden Du empfunden haft für meiner Sünden Zahl. 14* 316 Oftergesänge. 2. Boller Treue und mit Neue Ueber meine Missethat, Küß' ich heute jene Seite, Die man Dir geöffnet hat. 1ste sufl til 3. Und in Demuth und mit Wehmutb Sei Dein heil'gesHaupt geküßt, Das verböhnet, dorngefrönet, Voller Blut und Wunden ist. 4. Ich erneue meine Reue Ueber meine Missethat, Und beweine, daß der Reine So für mich geduldet hat. 5. Doch ich höre und verehre Auch die Worte, die dein Mund, Schwach vom Leiden, vor dem Scheiden Mir zum Troste machte fund. 6. Herr, bekehre mich und lehre, Wie, von deiner Gnade voll, Ich mit Würde die Begierde Und das Fleisch besiegen soll. 02 bed 53 7. Gib mir Stärke zu dem Werke; Laß mich stets von Sünden rein, Vor Dir leben, mich bestreben, Deiner Liebe werth zu sein. n St Oftergesänge. 63. Nun danket Gott, ihr Christen all, Und jauchzet ibm mit großem Schall, Weil er hat seiner Gottheit Macht Durch seinen Sohn an Tag gebracht! Triumph, Triumph schrei' alle Welt, Denn Jesus ist der Siegesheld! 2. Er ist erstanden von dem Tod, Der Lebensfürst, der wahre Gott; Er hat des Bösen Macht zerstört Und Gottes Himmelreich gemehrt. Triumph, Triumph schrei alle Welt, Denn Jesus ist der Siegesheld! 3. Er hat nun überwunden gar Sein Leiden, Trübfal und Gefahr; Sein Haupt trägt schon Eftergefänge. 317 mit großem Glanz Den ewig grünen Lorbeerfranz. Triumph, Triumph schrei' alle Welt, Denn Jesus ist der Siegesbeld. 4. D'rum danket Gott, ibr Christen all', Und jauchzet ihm mit großem Schall; Ihr sollt in ihm auch aufersteb'n Und in die ew'ge Freude geh'n. Triumph, Triumph schrei' alle Welt, Denn ic. 64. Ist das der Leib, Herr Jesu Christ, Der todt im Grab gelegen ist? O kommt, ihr Christen, Jung und Alt, Und schaut die schöne Leibsgestalt. Alleluja! Alleluja! 2. Der Leib so klar, wie ein Crystall, Die Adern roth, wie ein Korall, Drin glänzt die Seele, licht und fein, Wie tausendmal der Sonnenschein. Alleluja, Alleluja! 3. Empfinden kann der Leib kein Leid, Bleibt unverlegt in Ewigkeit; Gleich wie die Sonne bleibet flar So viele, viele tausend Jahr. Aleluja, Alleluja! 4. Leib wie fein, o Leib wie zart, Er dringt durch Stahl und Eisen hart, Wie durch das Glas die Sonne geht, Da nichts den Strahlen widersteht. Alleluja, Alleluja! 5. Der Leib so schnell und so geschwind, Viel schneller noch als Pfeil und Wind, Gleich wie die Sonne tausend Meil Umläuft die Welt in schneller Eil. Alleluja, Alleluja! 6. Nun deck', o Mensch, der Augen Licht, Damit der Glanz dir schade nicht; Kein Mensch im Leib auf Erden kann Den Glanz der Gottheit schauen an. Alleluja, Alleluja! 318 Oftergefänge. 65. Christus ist erstanden, Kyrie eleison, on des Todes Banden, Alleluja, Gelobt sei Gott, Alleluja! olidermals i une nosi 2. Christus lag im Grabe, Kyrie eleison, Bis zum dritten Tage, Alleluja, Gelobt zc. 3. Ist verwund't gewesen, Kyrie eleison, Uns're Schuld zu lösen, Alleluja, Gelobt 2c. 4. Stieg hinab zur Höllen, Kyrie eleison, Riß heraus die Seelen, Alleluja, Gelobt zc. 15. Kam mit Macht gegangen, Kyrie eleison, Daß die Pforten sprangen, Alleluja, Gelobt 2c. 6. Vor ihm standen alle, Kyrie eleison, Lobten ihn mit Schalle, Alleluja, Gelobt 2c. 7. Ihre Lieb' er fannte, Kyrie eleison, Sich zu ihnen wandte, Alleluja, Gelobt 2c. 8 Nahm sie bei den Händen, Kyrie eleison, Alles Leid zu enden, Alleluja, Gelobt 2c. 9. Führte sie nach oben, Kyrie eleison, Ewig ihn zu loben, Alleluja, Gelobt 2. 7 10. Gib uns auch am Ende, Kyrie eleison, Jesus Deine Hände! Alleluja, Gelobt 2c. how to Buil 66. Großer Tag bist du gekommen? Tag, an dem der Herr erstand, Und dem Grab den Tod genommen, Und der Höll' den Sieg entwandt! Singet, jubelt, Alleluja! Alleluja, Alleluja! Dankt dem Heiland Jesus Christ, Daß er auferstanden ist! Alleluja! Alleluja, Alleluja! Christus lebt! 2. Singet Alle froh zusammen: ei ge= lobet Jesus Christ! Der für uns am Kreuzes= stamme Starb, und nun erstanden ist, Alleluja! Alleluja! Alleluja! Seht der Engel steigt herab, 1 Oftergesånge. 319 Wälzt den Stein hinweg vom Grab. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Chriftus lebt! 3. Jesu! die erlös'ten Sünder, Alle Christen danken heut' Dir, Du Todesüberwinder! Dir, o Herr der Herrlichkeit! Du, der todt war, lebest wieder, Mit Dir leben Deine Glies der. Uns, die Tod und Grab erschreckt, Hat Gott mit Dir auferwedt. Alleluja 2c. 4. O, mit welchen Gottesfreuden Strahlst Du aus des Grabes Nacht! Ewig fern ist alles Leiden, Ganz dein großes Werk vollbracht! Liebreich eilest Du den Deinen, Die da trauern, zu erscheinen: ,, Seht mich Freunde, die ihr lebt, Freu't euch, euer Jesus lebt!" Alleluja 2c. 5. O, wie freuen sich die Deinen, Jesu! deiner Glorie einst! Wenn Du ihnen, die jeßt weinen, Herrlich im Triumph erscheinst! Wenn Du sie dem Grab entreißest, Freunde sie und Brüder beißest! Wenn sie Dir zur Rechten steh'n, Und Dich nah' und ewig seh'n. Alleluja! Alleluja! Alleluja 2c. 6. O, zu deinen Hochzeitsfreuden Führ' auch uns,' Herr Jesus Christ! Was sind alle uns're Leiden, Wenn der Himmel unfer ist? Laßt uns kämpfen hier auf Erden, Daß wir einst erhöhet werden! Kurze Zeit dau'rt uns're Müh', Ew'ge Freude krönet fie! Alleluja zc. 67. Am Sonntag, eh' die Sonn' aufging, Und eb' der helle Tag anfing, Besuchten die Marien drei Das Grab des Herrn mit Spe= zerei. Alleluja, Alleluja. 2. Noch waren sie vom Grabe weit, Da sprachen 320 Oftergesänge. fie mit Traurigkeit: ,, Wer wird uns wälzen von dem Grab Den großen schweren Felsen ab?" 3. Schau, Wunder! als sie weiter gehn, Das Grab sie schon geöffnet sehn; D'rin saß ein Engel hell und klar, Der wie ein Bliß im Antlig war. 4. Der Engel sprach: ,, IbrFrauen gut, Nicht fürchtet euch, seidwohlgemuth! Ibrsucht den Herren Jesum Christ, Der schon vom Tod erstanden ist. 5. Seht hier die Stelle, wo er lag! Da ruht er bis zum dritten Tag. So geht nun hin und machts zur Stund' Dem Petrus und den Jüngern fund!" a 6. Otroft-, v freudenreiches Wort! Auf dieses Wort fie eilen fort: In Freuden kommen sie nach Haus und richten ihre Botschaft aus. 7. Wir danken Dir, Herr Jesus Cbrist, Daß Du vom Tod erstanden bist, Daß Du zerstört des Feindes Macht Und alles Gut zurückgebracht. 68. Freu' dich, du Himmelskönigin! Freu' dich, Maria! Freu' dich, das Leid ist alles hin! Alle= luja! Bitt Gott für uns, Maria! GUERN 2. Voll Glorie heut' das Grab verlaßt, Freu dich, Maria! Den Jungfrau Du geboren hast. Alleluja! 2c. 3. Im Grab hat er den Tod besiegt, Freu' dich, Maria! Sein Stachel ihm zu Füßen liegt. Alleluja! 2c. 4. Die Wunden leuchten Sonnen gleich, Freu dich Maria! Sind Brunnen, troft- und gnadenreich. Alleluja! 2c. 5. Am Kreuzesbaum die Fahne weht, Freu' dich, Maria! Mit ihr dein Sohn in Himmel geht. Alleluja! 20. Oftergesånge. 321 6. D'rum freue dich, o Mutter sein, Freu' dich, Maria! Und hilf, daß wir uns mit dir freu'n! Alleluja! 2c. 7. Ja bitte vor des Höchsten Thron, Du Hocherfreute! Empfiehl' uns deinem liebsten Sohn! Alleluja! 2c. 8. Bitt' für uns arme Sünder Gott! Du Hocherfreute! Daß wir ersteh'n vom Sündentod! Alleluja! 2c. 69. Die ganze Welt, Herr Jesus Chrift! Alleluja! Aleluja! In deinem Siege fröhlich ist. Alleluja! Aleluja! 2. Im Himmel jauchzt der Engel Chor, Alleluja, Alleluja! Hier jubelt jeder Chrift empor. Alleluja! Alleluja! 3. Frob grüßt der Sonne Strahlenkranz, Alleluja, Alleluja! Die Erde lacht in neuem Glanz. Alleluja, Alleluja! 4. Verwandelt ist jetzt alles Leid, Ulleluja, Alleluja! In lauter Lust und Herrlichkeit. Alleluja, Alleluja! 5. D'rum singt ihr Creaturen all'! Alleluja, Alleluja! Erhebt den Herrn mit Wonneschall! Alleluja, Alleluja! dah 6. Er will uns Menschen allzumal, Alleluja, Alleluja! Nun führen in den Himmelssaal, Alleluja, Alleluja! 7. Mach', Jesu, unser Herz erfreut, Alleluja, Alleluja! Den wahren Geist in uns erneu't. Alleluja, Alleluja! 8. Laß uns von dieser Ofterfreud', Alleluja, Alleluja! Gelangen zu der Seligkeit. Alleluja, Alleluja! 14** 322 Oftergesänge. 70. Der schöne Morgen röthet fich, Der Himmel tönt hochfeierlich, Die Hölle seufzt, die Schatten floh'n, Die Welt hüpft auf in Jubelton. 2. Der starke König hat gesiegt, Der Tod zu seinen Füßen liegt, Zur Unterwelt stieg seinekraft Und löfte die Gefangenschaft. 3. Den eingesenkt in Grabesnacht Ein Fels verschloß und Kriegerwacht, Er stieg empor wie Morgenlicht, Das frei durch alle Nächte bricht. 4. Nun leget ab, was Trauer zeigt, Das Grab ist frei, die Erd' ist leicht! Der Heiland lebt, der Herr erstand', Ein Engel ruft's in Lichtgewand. 5. Herr Jesu, all' dein Volk erfreu', In uns den rechten Geist erneu', Daß wir durch solche Ofterfreud' Gelangen zu der Seligkeit. 71. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm Für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja. 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angefettet, Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja. 3. Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Alleluja. 4. O, wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen, Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja. 5. Mein Glaube darf nicht wanken, tröstlicher Gedanken, Ich werde durch sein Auferstehn Gleich ihm aus meinem Grabe gehn. Alleluja. 6. Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich Auf Christi Himmelfahrt. 323 der Engel wecket, Ist kurz, dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo Niemand stirbt, zu sich. All. 7. O Meer der Seligkeiten! Ein'n Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir, Erstandener! ich folge Dir. Alleluja. 8. Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo Du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. Alleluja. 9. Dann werd' ich im Gerichte, Vor deinem Angesichte, Von deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja. 10. Alleluja! Alleluja! Aileluja! Wie Du vom Tod' erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Chrift! Alleluja! Christi Himmelfahrt. 72. Heut' ist gefahren Gottes Sohn, Alleluja, Gen Himmel zu dem höchsten Thron. Alleluja, Alleluja, Alleluja. 2. Glorwürdig er zum Delberg kam. Allel., Und von den Jüngern Abschied nahm. Allel., Alleluja, Alleluja. 3. Dann stieg er segnend himmelan, Allel, Mit Macht und Glorie angethan. Allel., Allel., Allel. 4. Er führt die Väter all zugleich, Allel., Mit sich hinauf zum Himmelreich. Allel., Allel., Allel. 5. Es öffnet sich des Himmels Thor, Allel., Ihm jubelt froh der Engel Chor. Allel., Alel., Allel. 6. Verherrlicht ist des Menschen Sohn, Allel, Zur Rechten Gottes ist sein Thron. Allel., Allel., Allel. 324 Pfingstgesänge. 7. Wohin Du aufgefahren bist. Alleluja, Dorthin auch uns führ, Jesus Christ. Allel., Allel., Allel. 73. Ihr Jünger Jesu freuet euch, Ter Herr fährt auf zu seinem Reich. Sein Wert auf Erden ist vollbracht, Zerstöret ist des Todes Macht. Alleluja, Alleluja. 2. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Rubm gekrönt, Weit über alle Himmel weit Geht seine Machtund Herr= lichkeit. Allel., Allel. 3. Er herrscht in alle Ewigkeit und schüßet seine Christenheit; Er ist ihr Haupt, besinget ibn, Ihr Christen mit den Seraphim. Allel., Allel. 4. Wohl uns, o Gottesfobn! bei Dir Steht Kraft und Macht, und dein sind wir; Am Kreuz erwarbst Du uns das Heil, Gibst uns an deiner Glorie Theil. Allel., Allel. 5. Nach treu vollbrachtem Pilgerlauf Nimmst Du uns in den Himmel auf! Du bältst die Stätte uns bereit, wo wir dich schau'n in Ewig= feit. Allel., Allel. 6. Laß suchen uns, was droben ist, Wo Du, verklärter Heiland, bist; Und laß uns gläubig dir vertrau'n, Bis wir verklärt dein Antlik schau'n. Allel., Allel. 7. Dann werden wir uns ewig Dein, Erhöhter Menschenfreund, erfreu'n; Dann fingen wir im Heiligthum Ein neues Lied zu deinem Ruhm. Allel., Allel. Pfingstgesänge. 74. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, Mit Hada Pfingstgesänge. 325 Wahn und Gößendienst erfüllt, Da kam des Höchsten Licht herab Durch seinen Geist, den er uns gab. 2. Er schwebte auf der Jünger Schaar, Die glaubensvoll versammelt war, Das ihr verheißene Licht zu schau'n, Und dann des Siegers Reich zu bau'n. 3. Vom Sturm erzitterte das Haus, Da goß auf sie der Geist sich aus; Dein Wunder, Gott, soll sichtbar sein, D'rum weihst Du sie mit Flammen ein. 4. Die Freunde Jesu gingen gern 3u sammeln Schüler ihrem Herrn; Vom Aufgang bis zum Niedergang Ward allesLicht und Lobgesang. 5. Es öffnet sich der Zeugen Mund und macht die Thaten Gottes fund In Sprachen, die sie nie gehört, und die der heil'ge Geist sie lehrt. 6. Wer nur in ihrem Schatten weilt, Der Kranke wird durch sie geheilt; Wenn der Apostel Mund gebot, Entfloh bezwungen selbst der Tod. 7. Gott stärket fie, sie zittern nie, Das Joch des Mittlers tragen sie 3 jeder fernen Nation, Und aller Heil wird Gottes Sohn. 8. Noch dauert dieser Segen fort, Noch fiegt, Ewiger! dein Wort; Und daß wir glauben, danfen wir, O Geist der ew'gen Wahrheit! Dir. 9. Erhalt uns deiner Lebre treu, Mach uns vom Wabn und Irrthum frei, Undwenn uns Kraft und Mutbgebricht, Dannschenke uns dein Gnadenlicht. 10. Du, der uns der Welt entreißt, Des Baters und des Sohnes Geist! Zur Liebe Chrifti flamm' uns an, Dann wandeln wir die Himmelsbahn. 326 Bei Ertheilung der h. Firmung. Bei Ertheilung der heiligen Firmung. 75. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Hauch' uns deine Weisheit ein, Daß wir suchen Gott allein, Komm, o Geist von oben. 2. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Um Verstand und Licht wir fleh'n, Daß wir Gottes Wort versteh'n, Komm, o Geist, von oben! 3. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Steh' uns bei mit deinem Rath, Daß wir geh'n den rechten Pfad, Komm, o Geist von oben! 4. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Mach' uns stark im Leid und Streit, Salb' uns mit Standhaftigkeit, Komm, o Geist von oben! 5. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Gib uns heil'ge Wissenschaft Aus dem Quell der Glaubenskraft, Komm, o Geist von oben! 6. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Uns mit deiner Lieb' entzünd', Daß wir ganz gottselig sind, Komm, o Geist von oben! 7. Komm, ach komm, o Tröster mein, Kehr' in meinem Herzen ein, Komm, o Geist von oben! Die Furcht Gottes uns erhalt', Denn der Himmel leid't Gewalt, Komm, o Geist von oben! Am Feste der heiligen Dreifaltigkeit. 76. Gedenk, o Mensch, an deinen Gott, In Am Feste der heil. Dreifaltigkeit. 327 Freud' und Leid', in Glück und Noth, Bei Tag und Nacht und Abends spät, Und wenn die Morgensonn' aufgeht. 2. Denn Gott ist wunderbar und groß, Voll Herrlichkeit und schrankenlos; O glaube, daß es Wahrheit sei: Ein Gott und der Personen drei! 3. Der Vater durch des Willens Ruf Aus Nichts die ganze Welt erfchuf; Uns haucht er seinen Odem ein, Auf daß wir könnten selig sein. 4. Und da der Mensch durch Sündenschuld Verloren hatte Gottes Huld, Da kam der Sohn, um uns're Noth Zu tilgen aus durch seinen Tod. 5. Dann fandt' er seinen heil'gen Geist, Der uns im Guten unterweis't, Uns stärkt und tröstet alle Zeit, Von Anfang bis in Ewigkeit. 6. Nun sink' o Mensch in Ehrfurcht hin, Und gib gefangen deinen Sinn; Wie hoch der Geist sich schwingen kann, Nie schaust du das Geheimniß an. 7. In Lieb' und Hoffnung glaubevoll Dein Geist zu Gott sich heben soll, Anbetend schaue himmelwärts, Und opf're ihm ein kindlich Herz. 77. O heiligste Dreieinigkeit, Gib deiner lieben Christenheit, Daß sie allzeit bekenne Dich Als einen Gott dreifaltiglich. 2. Dein Wesen, Herr, o Gott, deinLicht Begreift ein Mensch auf Erden nicht; Die Sonn' in ihrer Herrlichkeit Ist Gleichniß deiner Wesenheit. 3. Gott Vater, Du die Sonne bist, Der Glanz dein Sohn, Herr Jesus Christ, Die Wärme ist des Geistes Bild, Der alle Welt mit Leben füllt. 4. Nie war ohn' Glanz die Sonne klar, Nie ohne Sohn der Vater war, Der heil'ge Geist von 328 Fronleichnamsgefäånge. beiden geht, Wie Wärm' aus Sonn' und Glanz entsteht. 5. O Mensch, nun deck' die Augen zu, Nur Herz und Mund zum Lob' aufthu', Sing Heilig nur mit Cherubim, Sing Heilig mit den Seraphin. 6. Ogroßer Gott, o ew'ges Licht, Wir können Dich anschauen nicht; Was wir auf Erden nicht verstehn, Gib, daß wir das im Himmel sehn. Fronleichnamsgesänge. 78. Kommt und lobet ohne End' Das bochheil'ge Sakrament, Welches Jesus eingesetzet Uns zum Testament. 2. Hier ist Jesus Fleisch und Blut, Unser allerhöchstes Gut! Keine Seele geht verloren Unter dieser Hut. 3. Sei gelobt, gebenedeit, Du bist Trost in Bitterfeit, In der Kriegszeit, Pest und Hunger Wahre Sicherheit. 4. Segne uns, o großer Gott! Wundervolles Himmelsbrod! Ach bewahre und errette Uns aus aller Noth! 5. Gib, o Herr! zu jeder Zeit Deiner ganzen Christenheit In dem Glauben, in der Liebe Fried' und Einigkeit! 6. Gib uns an dem letzten End' Das hochheil'ge Sakrament! Und nimm sterbend unfre Seelen Auf in deine Händ'! 79. Segne, Jesu! deine Heerde, Welche Dir zu Füßen fällt. Und die Güter dieser Erde Nur vondeiner Gnad' erhält.Herr! Dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut, Welches würdig zu empfangen, Wahre Christen stets verlangen. Fronleichnamsgefänge. 329 2. Den die Brodsgestalt verdecket, Der Du unser Heiland bist, Den die Liebe hier verstecket, Gib uns Segen, Jesu Christ! Mach verstockte Herzen weich, Und an wahrer Tugend reich! Stärk' uns auch mit dieser Speise Endlich zu der Himmelsreise. 3. Der Tu baft für uns gelitten, Und von Sünden machest fret, Ach gewähre, was wir bitten, Segne, Herr! und steh' uns bei, Daß wir in der Todeszeit In dem allerschwersten Streit Alle Feinde überwinden Und durch Dich das Leben finden. 80. Engel Gottes eilt bernieder, Und stimmet ein in unsre Lieder, Der Tag ist festlich uns und euch! Das Himmelsbrod, das wir verebren, Mit dem sich unsre Seelen nähren, Macht Menschen mit den Engeln gleich. 2. Kommt, nabt euch hier wie einst im Saale Bei Jesu leßztem Abendmahle, Und betet an das höchste Gut! Ihr fahet ihn das Brod dort bre= dhen, Ihr hörtet jene Worte fprechen: Das ist mein Leib, das ist mein Blut." 3. Ihr saht das Wunder der Verwandlung, Ihr knietet um die heil'ge Handlung, Und stauntet vor der Liebe Macht! O seht in jenen Brodsgestalten Noch immer das Geheimniß walten, Wie in der heil'gen Leidensnacht. 4. Bis an das Ende aller Zeiten Will Gott, der Herr der Ewigkeiten, In diesem Wunder bei uns sein: Will sich in schwache Zeichen schließen, Daß wir ihn schauen und genießen, Und seiner Liebe uns erfreun. 330 Fronleichnamsgesånge. 5. Wunder, daß kein Aug' ergründet, O Lieb, von der kein Herz empfindet, Wie groß fie sei im großen Gott! O Engel kommt und helft une preisen, Lieb', Ehr und Lob und Danf erweisen Dem unschäßbaren Himmelsbrod. 6. Laßt uns vereinigt niederfallen, Laßt Heilig, Heilig, Heilig schallen Dem Gottessohn, der bei uns wohnt, Dem Lamme, das in Brodeshülle, mit aller seiner Gnadenfülle, Bei uns auf den Altären thront. 7. O Jesu, unser Gott und Retter, Beim Vater unser Stellvertreter, Dort bist Du in des Priesters Hand! Sieh gnädig auf dein Bolk hernieder, Und fegne uns und alle Brüder, Und segne Kirch' und Baterland. 81. Wir liegen mit der Engelschaar, O Herr, vor deinem Thron; Wir beten an auf dem Altar Dich, Jesu, Gottes Sohn! Wir glauben an dies Himmelsbrod Und denken jetzt an deinen Tod. Auf Dich, o Jesu! hoffen wir, und liebend schenkt das Herz fich Dir, O Heiland, Gott, o unser höchstes Gut! 2. Du bist, o Jesu, Gotteslamm, Aus göttlich großer Huld Das Opfer an dem Kreuzes= stamm Für uns're Sündenschuld. Auch in den heil'gen Sakrament Bist Du das Opfer ohn End', Hier ist dein Blut, das für uns floß! Aus Händen, Herz und Füßen floß! Hier ist dein Leib der an dem Kreuze starb. 3. Sei dann gepriesen ohne End', O, Jesu höchstes Gut, In diesem heil'gen Sakrament Das deinen Leib, dein Blut Wahrhaft un Fronleichnamsgesånge. 331 wesentlich enthält, In Brodsgestalt uns vorgestellt! Da bist Du wunderbarer Weis' Des Her= zens Trost, der Seele Speis Im Lebenslauf, und schwerem Todeskampf.s 4. Wasch' uns, o Herr! von Sünden rein! Laß unter deiner Hut Uns immer treu der Wahrheit sein, allerhöchstes Gut! Verbirg uns in dem Liebesschooß Des Herzens, dem dein Blut entfloß. O spende Segen jedem Stand, Beglück' das theure Vaterland, Beschüße es im wahren Glaubenslicht. 82. Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ! Wahrhaftig hier zugegen ist; Im Sakrament das höchste Gut Verborgen liegt mit Fleisch und Blut. 2. Hier ist das wahre Ofterlamm, Tas für uns starb am Kreuzesstamm, Das nimmt binweg von uns die Sünd' Und machet uns zu Gottes Kind. 3. Das wahre Manna, das ist bie, Davor der Himmel biegt die Knie; Dies ist das rechte Lebensbrod, Das uns beschüßt vor ew'gem Tod. 4. O Arch', o Manna, o Monstranz, In dir hast du die Gottbeit ganz! In dir ist Gott und Mensch zugleich, O Sakrament, wie gnadenreich. 5. O was für Lieb, Kerr Jesu Christ. Den Menschen hier bewiesen ist! Wer die genießt in dieser Zeit, Wird leben in all' Ewigkeit. 83. O Christ, hie merk, Den Glauben stärk', Und schau dies Gut: In Brodes Bild Ist Gott verhüllt Mit Fleisch und Blut. R. Ave Jesu, wahres Manhu,( Shriste Jesu, Dich Jesu süß, ich herzlich grüß, o Jesu süß! 2. In der Monstranz Ist Christus ganz Und 332 Fronleichnamsgesänge. wesentlich Gott gnadenreich, Gott Mensch zugleich Wahrhaftiglich. Ave ic. 3. Kein Brod ist da, Die Hostia Ist Jesus Christ; Vom Brod allein Gestalt und Schein Vor Augen ist. Ave 2c. 4. Nun bieg die Knie, Gott selbst ist hie Im Sakrament; Dies Wunder groß Im Geiste blos Der Glaub' erkennt. Ave 2c. 5. Mit Cherubim, Mit Seraphim Deck' dein Gesicht! Preis deinen Gott In diesem Brod Und zweifle nicht. Vve 2c. 84. Sing', o Seele, rühm' und preise Dies hochheil'ge Sakrament, Diese wahre Lebensspeise, Die der Glaube nur erkennt, Die dich nährt auf Wunderweise, Ewig ganz und ungetrennt. 2. Jesus ist es, der gekommen, In die Welt vom höchsten Thron, Fleisch und Blut hat ange nommen, Wahrer Mensch und Gottes Sohn, Um den Sündern und den Frommen Zu verdienen Gnad' und Lohn. 3. In der Nacht vor seinem Leiden Stiftet er dies heil'ge Gut, D'rin er selbst, um nie zu scheiden, Ganz mit seinem Wesen ruht, Ganz in den Gestalten beiden, Gott und Mensch mit Fleisch und Blut. 4. Gläubig sollst du dich verneigen, Was du fichst, das ist nur Schein; Sinn und Einsicht muß sich beugen, Nur der Glaube lehrt das Sein. Die Gestalten, die sich zeigen, Schließen Jesum Christum ein, 5. Darum laßt uns niederfallen, Und vereint um Segen flehn Vor dem Brod, darin uns allen Mutter gottesgesänge. 333 Ewiglich soll Heil geschehn! Lasset Lob und Dank erschallen, Da wir Gott vor Augen sehn. Muttergottesgesänge. I. Die besonderen Feste. de lokas 2 Mariä Empfängniß. 85. Soreinvon Sünden undvon MängelnTratst du hervor aus Gottes Hand, Als wie der schönste von den Engeln Am Tage seiner Schöpfung stand. 2. Boll Unschuld war dein holdes Leben, Der Gottheit Tempel deine Brust, Zu dir hinauf durft' sich nicht heben Der Schlangenzahn der bösen Lust. 3. O reinste Jungfrau! pflanz die Liebe zur Keuschheit unsern Seelen ein, Daß wir mit edel= müth'gem Triebe Wetteifern, um dir gleich zu sein. 4. Gib, daß wir muthig und entschlossen Dem Reiz der Wollust widersteh'n, Und standhaft, treu undunverdrossen DerschönenUnschuld Wegegehn. 86. Jungfrau, obne Makel, schönste Himmelszier, Du bist der Erde Fackel, Zeigst Ziel und Wege ihr; Du bist die Sonn mit Strahlen, Der Mond mit stillem Schein, In deinem Glanz sich malen Des Himmels Lichter rein. 2. Jungfrau, auserforen Aus königlichem Blut, Ganz unbefleckt geboren, Nächst Gott das höchste Gut: Auf deine Fürbitt bauen Wir Sün= der allgemein; Auf dich wir stark vertrauen, Mach uns von Sünden rein. 3. Hilf, daß wir nicht in Sünden Unselig sterben hin; Bei dir ist Hülf' zu finden, O treue 334 Muttergottesgesänge. Mittlerin! Hilf, daß uns Gott verzeihe Die Sünd' und Missethat, Ein sel'ges End verleihe Nach seiner großen Gnad'. 4. Du wollest dich erbarmen Der ganzen Christenheit, Sie mit liebreichen Armen Beschützen. jederzeit; Die Obrigkeit regiere, Dem Volk gib Sicherheit, Mit Gnad und Zugend ziere All', die dein Sohn befreit. 5. Auch alle armen Seelen In Fegefeuers Pein Wir deiner Hilf befehlen Als liebe Kinder dein; Sie rufen mit Vertrauen zu deinem Gnadenthron; Hilf, daß sie bald anschauen, Jungfrau, deinen Sohn. Qu2 4940 Mariä Reinigung. 87. G8 war die Zeit gekommen Der Reinis gung herbei; Maria hat genommen Das Kind nach frommer Treu. 2. 3um Tempel ging sie's tragen, Nebst ein Paar Täubelein, Dem Herrn da Dank zu sagen Und ihm das Kind zu weihn. 3. Und als sie im Gebete Da kniet mit ihrem Sohn, Da kam zur heil'gen Stätte Der alte Simeon. n 4. Das Heil vor seinem Ende zu seh'n hatt' er vertraut; Er nahm auf seine Hände Das Kind und pries es laut. sem 11 5. Er sprach: Nun laß in Frieden, Herr, deinen Diener gehn; Denn nun hab' ich hienieden Den Heiland noch gesehn." 6. Gott Vater, Dir sei Ehre Auf deinem höchsten Thron, Daß Du zu Heil und Lehre Gesandt den eig'nen Sohn. Muttergottesgesånge. 335 88. Barmherzigkeit ist heute In's Haus des Herrn gekommen; Grüßt die Gebenedeite, Ihr Sünder und ihr Frommen! Sie trägt in ihren Armen Licht, Hülfe und Erbarmen, Das Heil der ganzen Erde. Alleluja. 2. Bovon die Väter fangen, Vom Geist des Herrn erfüllet, Der ganzen Welt Verlangen. Der alle Schmerzen stillet! Der ist ein Kind auf Erden, Will Allen Alles werden, Ein Vorbild und Erretter! Alleluja. 3. Nun wirst Du fester gründen Den Tempel deiner Ehren, Vernichten uns're Sünden, Und deine Diener mehren; Nun werden uns're Lieder, Und uns're Opfer wieder, O Herr, Dir wohlgefallen. Alleluja. Tudi bian 4. Nun läsfest Du in Frieden, Herr, uns're Seelen fahren; Denn nun willst Du hienieden Dein Heil schon offenbaren. Auf daß wir all' zum Lichte Vor deinem Angesichte, In's ew'ge Leben kommen. Alleluja. Anne Mariä Verkündigung. 89. Maria saß alleine Demüthig im Gebet, Gott sah die Engelreine, Die oft zu ihm gefleht. 2. So hatte nie auf Erden Ein Herz nach Gott begehrt; Mit ihm vereint zu werden, War nie ein Mensch so werth. 3. Ein Engel kam geschwebet Zu ihr in Glanz und Licht; Maria schaut und bebet, Der Engel freundlich spricht: 4. ,, Maria sei erfreuet, Sei hochgegrüßet mir! Du bist gebenedeiet, Es ist der Herr mit dir. 5. Bald wirst Du Mutter werden Durch 336 Muttergottesgesänge. Gottes Geist allein; Dein Sohn wird groß auf Erden Und ewig König sein," 6. Die Jungfrau staunt und neiget Sich demuthsvoll und sagt: Was Gott, der Herr erzeiget, Des freut sich seine Magd." 7. Das Wort ward Fleisch! Gepriesen Sei Gott im höchsten Thron, Der gnädig sich erwiesen, Als Bater, Geist und Sohn! 90. Maria sei gegrüßt, Die du voller Gnaden bist, Sei gegrüßt, du höchste Zier, Gott baylic. der Herr ist selbst mit dir. 2. Du bist bochgebenedeit Vor den Weibern aller Zeit, Und gebenedeit ist Deine Frucht, Herr Jesus Christ. 602 3. Keusche Mutter unseres Herrn, Deine Fürbitt' wir begehr'n, ilf uns jetzt und allezeit, Sonderlich im Todesstreit. 4. Sieh' wir Menschen allzugleich Seufzen nach dem Himmelreich, O Maria, steh uns bei, Daß Tein Kind uns Gnad verleih'. 5. Ach, befiehl uns deinem Sohn, Daß er unsrer Sünd' verschon', Durch sein beilges Kreuz und Leid Führ' uns in die Seligkeit! Mariä Heimsuchung. 91. Maria trug Verlangen, Elisabeth zu sehn, Seit sie den Gruß empfangen, Das Wort aus Himmelshöhn; Sie gebt in Gott versenfet, Weit über Berg und Tbal! Wehmüthig überdenket Sie Gottes Rath und Wahl. 2. Und als sie kam zum Orte, So fromm und rein und mild, Da ward vom heilgen Worte Elisabeth erfüllt: Gesegnetste der Frauen, Wie Muttergottes- Gesänge. 337 kommt mir diese Gnad, Die Mutter hier zu schauen, Die Gott erwählet hat." 3. Als das Maria hörte, Ward's ihrem Geiste licht, Wie hoch der Herr sie ehrte, Sie faßt es tief und spricht: ,, Mein Geist frohlockt im Herrn, Der Großes that an mir! Sieh, selig wird mich ehren Die Welt nun für und für!" 4. Maria, wir verehren Dich, große Königin; Dein Lob soll sich vermehren Durch alle Zeiten hin. Auf Dich soll jeder schauen Im Drangsal dieser Welt, Durch Dich auf Gott vertrauen, Der dich so hochgestellt. Mariä Himmelfahrt. 92. Frohlock' o Kirch in deinem Schooß, Du Mutter, reich an Ebren! Zu diesem Fest an Freuden groß, Laß Jubelklang sich mehren! Und Erd' und Meer und Sternenheer Soll freudig wiederhallen, Was uns're Lieder schallen. 2. Denn heut' ist uns're Königin, Die Wonne aller Frommen, Die mütterliche Mittlerin Zum Himmel aufgenommen; Bei ihrem Sohn auf hohem Thron Sißt sie in alle Zeiten, Umringt von Herrlichkeiten. 3. Die ihre Seele fleckenlos Bewahrte aus erkoren, Und aus dem reinsten Jungfrauschooß Das Licht der Welt geboren: Die ließ das Licht im Grabe nicht, Sie folgte seinem Glanze, Geschmückt mit Sternenkranze. 4. Jungfrau, du des Himmels Zier, Wollst gnädig für uns flehen, Daß nach der Müh' des Lebens wir In deine Freuden gehen; Auf rechtem 15 338 Muttergottes- Gesänge. Pfad, mit Rath und That Halt ab, was uns mag schaden, Durch deines Sohnes Gnaden. 93. Heut' bewährt sich unser Hoffen, Unser Ziel im Lebenslauf; Seht, der Himmel ist schon offen Und Maria fährt hinauf. Bc. O Maria, Königin, Sei du bei Gott uns Mittlerin! 2. Alle Leiden sind zerronnen, Leib und Seele unversehrt, Ihre Tugenden wie Sonnen, Daß der Himmel sie begehrt. 3. Eingeführt von ihrem Sohne, Und vom heil'gen Geist geweiht, Nimmt vom Vater sie die Krone, Königin der Christenheit. 4. Uleber Wolken, über Sternen, Uleber Engeln hoch im Thron, Blick herab in uns're Fernen, Wc uns tausend Feinde drob'n." 5. Ueber diesem dunklen Thale Breite deiner Mantel aus: Und im letzten Abendstrahle Deffne uns das Baterhaus! 94. Dein Ende naht, mit frommen Triebe Verlangest du bei Gott zu sein; Und Jesus lad' mit zarter Liebe Die reine Mutter zu sich ein. 2. Dein Auge schließt sich, und die SeelEmpfängt der Engel Jubelchor, Dein Leib ver: läßt des Grabes Höhle, Und schwingt zum Himmel sich empor. 3. Hilf Mutter! daß wir gut und weise Fü Edelthaten uns bemüh'n; Daß wir auf diese Lebensreise Stets standhaft nach dem Himme ziehn. 4. Und wenn uns einst des Todes Grauen, It schwarzer Mitternacht befällt, Laßuns deinfreund lich Antlig schauen, Und führ uns in die beff'r Welt. Muttergottes- Gesänge. 339 5. Nun ruhst du, Hochgebenedeite! Geschmücket mit der Ehre Kranz, An deines lieben Sohnes Seite, Dein Kleid ist reiner Sonnenglanz. 6. Der Himmel und die Erde tönen Dein Lob in Ewigkeiten hin; Und alle Gaben Gottes krönen Dich, Jungfrau, Mutter, Königin! 7. O Mutter, die wir kindlich ehren; O Mutter voller Lieb und Treu! Sieh her auf uns in's Thal der Zähren, Und steb uns immer huldvoll bei. 8. Erbitt uns Nachlaß uns'rer Sünden, Den Frieden Gottes, Himmelsruh'; Hilf uns jetzt streiten, überwinden, Und führ uns einst dem Himmel zu. Mariä Geburt. min 95. Die Jungfrau, auserkoren, Erwählt von Ewigkeit, Maria ist geboren, Im Mutterschooß geweiht. 2. Sie tritt aus dunkler Ferne In reinem Licht hervor; Und gleich dem Morgensterne Steigt herrlich sie empor. 3. Die Nacht hat sich verloren, Die Morgenröthe winkt; Die Mutter ist geboren, Die uns den Heiland bringt. 4. Maria, sei gegrüßet Im dunkeln Erdenthal; Durch dich wird uns versüßet Des Lebens Müh und Qual. 5. Du lebst mit uns auf Erden, Trägst unser Leid und Loos; Hilf, daß wir selig werden Mit dir im Himmelsschoß. 96. Maria ist geboren Aus königlichem Blut, Ihr Stamm ist auserkoren Aus Patriarchen gut. 2. Bon Abraham ist kommen Die edle Jung15* 340 Muttergottes- Gesänge. frau zart, Von David hergenommen Ihr Blut hochedler Art. id 3. Aus solchem Blumenkranze Maria ist die Nos, Aus so viel Sternen- Glanze Ist sie die Sonne groß.ng dilak 4. Maria ist von allen Der schönste Demantstein; Das Gold aus den Metallen Ist diese Jungfrau rein. S 5. Sie Königin wird werden, Frau über alle Welt; Im Himmel und auf Erden Ist schon ihr Reich bestellt. 6. OKönigin, dich grüßen Wir Evä Kinder arm; Dir fallen wir zu Füßen, Dich über uns erbarm'! Mariä Namensfest. 97. Maria, rein geboren, Der Welt und Engel Freud', Dein Nam' ist auserforen, Voll Gnad" und Süßigkeit. B O heilige Maria, Jung und Alt, Groß und Klein, Loben dich), Maria, rein! 2. Du mußt gepriesen werden Als wahre Königin, Im Himmel und auf Erden Die höchste Herrscherin. 3. Du bist ein Stern des Lebens, Wir schaum zu dir hinauf; Und feiner lenkt vergebens Nad dir des Schiffes Lauf. 4. Du bist ein Meer der Gnaden, Von Gott gefüllt allzeit; Wir stehn an den Gestaden Unt finden Seligkeit. 5. Leucht hell, o Stern der Erden, O Meen gieß Gnaden aus; Hilf, daß wir selig werden Führ' uns in's Vaterhaus. E 6. Und laß uns droben singen Dein Lob mit Muttergottes- Gesänge. 341 neuer Kraft, Wo Engel dich umringen Als Deine Dienerschaft. Maria Aufopferung. 12,001 98. Maria, jung und zart, Geführt zum Tempel ward, Von ihrer Eltern Hand, Dem Herrn zum Unterpfand. 2. Da sie zum Tempel trat, Alsbald der Priester naht, Weiht sie am heiligenOrt Nach des Geseßes Wort. 3. Das Kind im Tempel blieb, Dient Gott, mit Lust und Lieb', Eilf Jahr imHaus des Herrn, Von ihrer Heimath fern. 4. Nichts war ihr zu gering, That emsig alle Ding; Dacht nur an Gott allein, Demüthig, seelenrein.ald 5. So wuchs sie alle Zeit, In Lieb' und Heiligkeit; So ward ihrHerz zum Thron, Bereit für Gottessohn. 6. O süße Jungfrau rein, Du milder Himmelsschein, Laß durch die Jugend dein Uns Gott befohlen sein. Chalet II. Allgemeine Gesänge. 99. Gegrüßt seist du, Maria rein, Du bist aus Gottes Gnad' allein, Die du gebarst Herrn Jesum Christ, Und keusche Jungfrau blieben bist. 2. Gegrüßt, o Jungfrau voller Gnad', Die Gott dem Herrn gefallen bat! Durch dich floß aus des Himmels Saal Der Gnadenbrunn ins Jammerthal. 3. Gegrüßt seist du, Gott ist mit dir, Gleichwie im Garten Blumenzier, Gleich wie im Thron der König sigt, Der Edelstein im Golde blißt. 342 Muttergottes- Gesänge. 4. Gegrüßt, du bist gebenedeit Vor allen Weibern aller Zeit; Dein Nam' ist groß und fleckenlos, Auf Erden und im Himmel groß. 5. Gegrüßt feist du, gebenedeit 3st deine Frucht in Ewigkeit, Jesus, der allen Heil gebracht und uns in Hoffnung selig macht. 6. O Mutter Gottes, bitt' für uns, Jeht und in letzter Todesstund'; Vergiß der armen Sünder nicht, Verlasse deine Kinder nicht. 100. Maria, Wunderbare, Jungfrau du, die ewig klare, Mutter du, die Gott gebar, Königin der Engelschaar. Be Hilf uns, o Gebenes deite, Auserwählte, Gottgeweihte, Gnadenreiche Mittlerin, Große Himmelskönigin! 2. Aller Gnaden höchste Fülle, Aller Tugend Glanz und Stille, Alles, was dem Herrn gefällt, Ist in dir uns aufgestellt. 3. Du als Mutter treu wie feine, Du als Jungfrau ganz die Reine, Du als Braut und Tochter zart, Ueberall von Himmelsart. www. 4. O du höchste Auserwählte, Du im Geist mit Gott Vermählte, Nun gekrönt, auf ewiglich, Wer kann würdig preisen dich? fo 5. Aufgenommen zu den Ehren, Die sich ewig neu vermehren, Sendest du vom Gnadenmeer Aus die reichsten Schäße her. 6. Du bist aller Engel Freude, Schuß und Trost im Erdenleide, Schrecken du der Höllenschaar, Mächtig, wie kein Engel war. 7. Bitt für uns bei deinem Kinde, Daß wir frei von aller Sünde Kommen durch die Lebenszeit, In die ew'ge Seligkeit. Copley dates de Muttergottes- Gefänge. 343 101. O sel'ge Jungfrau rein, Du bist die Mutter mein; Auf dich vertraue ich, Du wachest stets für mich, Maria Jungfrau rein, Du bist die Mutter mein! 2. An deine treue Hand Knüpft mich ein festes Band; Du führst so mütterlich Durch alle Nöthen mich, Und läßt mich nie allein, Maria, Mutter mein! 3. Wann ich in Leiden bin, Bist du mirTröste= rin; Wann mir Versuchung droht, In Angst und Seelennoth, Ruf ich den Namen dein, Maria, Mutter mein! 4. An dich in Freud' und Leid Denk ich zu jeder Zeit; Denn deines Namens Zier Leuchtet im Herzen mir; Könnt ich nur bei dir sein, Maria, Mutter mein! 5. Schlägt einst die Todesstund', Dann thu' mir Freude kund, Bitt deinen Sohn für mich), Daß er erbarme sich; Dann werd ich bei dir sein, Maria, Mutter mein! 102. Sei gegrüßt, o Jungfrau rein, Sei gegrüßt Maria! Zu dir steht all Hoffnung mein, zu dir, o Maria! O Maria, voll der Gnaden, Hilf, daß uns kein Feind mag schaden, Sei gegrüßt, Maria! 2. Du bist schöner als die Sonn', Uebertriffst die Sterne, Dir zu Füßen schwebt der Mond, Ach, dich nicht entferne! Mutter Christi, hoch erhoben, Dich verlangt mein Herz zu loben, Sei gegrüßt, Maria! 3. Brunnquell allergieblichkeit, Wer sollt'dich nicht lieben! DubringstFreud zualler Zeit, kannst 344 Muttergottes- Gesänge. kein Herz betrüben. O, du goldne Himmelspforte, Du zeigsthilf an allem Orte, Sei gegrüßt, Maria! 4. O, Maria, Jungfrau rein, Königin Maria! Laß uns dir befohlen sein, Unf're Hilf', Maria! Bitt', daß uns nach diesem Leben Gott die Seligkeit mög' geben; Bitt' für uns, Maria! 103. Maria zu lieben, ist allzeit mein Sinn, In Freuden und Leiden ihr Diener ich bin; Mein Herz, o Maria, brennt ewig zu dir, In Liebe und Freude, o himmlische Zier. 2. Maria, du milde, du süße Jungfrau! Nimm auf meine Liebe, so wie ich vertrau; Du bist ja die Mutter, dein Kind will ich sein, Im Leben und Sterben dir einzig allein. 3. Ach, hätt' ich der Herzen nur tausendmal mehr, Dir tausend zu geben, das ist mein Begehr! Nimm Freund' und Verwandte mit Leib und mit Seel, Nimm, was ich nur liebe, in deinen Befehl. 4. So oft mein Herz klopfet, befehl ich mich dir; So oft ich nur athme, verbind ich dich mir! Dich lieb ich auf ewig, dich lieb ich allzeit, So bin ich mit Freuden zu sterben bereit. 5. O Mutter, nun segne den ewigen Bund! Dein Name versiegle mein Herz und den Mund, Dich ruf ich im Tode, dann reich mir die Hand, Und zieh mich nach oben ins himmlische Land! 104. Gegrüßetseistdu Königin, o Maria! Der Menschen Trost und Helferin, o Maria. B- Freuet euch, ihr Cherubim, Singet Lob, ihr Seraphim, Grüßet eure Königin! Sei gegrüßt, sei gegrüßt, Sei gegrüßt, o Königin! 2. O Mutter der Barmherzigkeit, o Maria! Muttergottes- Gesänge. 345 Du Gnadenlicht der Christenheit, o Maria!. Freuet euch 2c. 3. Du süßer Brunn der Seligkeit, o Maria! Der Engel und der Menschenfreund, o Maria! 4. Du uns're Hoffnung, unser Schild, o Maria! Du aller Menschen Mutter mild, o Maria! 5. Wir Kinder Eväschreien zu dir, o Maria! Nach deiner Hilf' begehren wir, o Maria! 6. Versag' uns deine Fürbitt nicht, o Maria! Zeig' uns dein mildes Angesicht, o Maria! 7. Erhalt' uns Guad' bei deinem Sohn, o Maria! Versöhn' uns an dem Richterthron', o Maria. 8. Durch seinen bitt'renkreuzestod, o Maria! Erwirb uns Heil in aller Noth, o Maria! 9. 3m Todeskampfe steh uns bei, o Maria! Deck uns mit deiner Muttertreu, o Maria! 10. Nach letzter Noth im Jammerthal, v Maria! Zeig uns dein Kind im Himmelsfaal, v Maria! 11. Dies bitten wir mit Zuversicht, o Maria! O Mutterherz, verschmäh uns nicht, o Maria! 105. O du Heilige, Du Jungfräuliche, Süße Mutter Maria! OÜnversehrte, Allzeitgeehrte, Hilf uns, hilf uns, Maria! 2. O du Trösterin, chuß und Helferin, Bitt für uns, o Maria! Du kannst empfangen, Was wir verlangen, Hilf uns, hilf uns, Maria! 3. Sieh uns Zagende, Angst Ertragende, Hilf uns Mutter Maria! Tröste die Herzen, Lindre die Schmerzen, Hilf uns, hilf uns, Maria! 4. Jungfrau neige dich, Mutter zeige dich, 15** 346 Am Fefte der heil. Engel. Bitt für uns, o Maria! Gottes Erbarmen Trägst Du in Armen, Hilf uns, hilf uns, Maria! 5. Durch die Leiden dein, Durch die Freuden dein Bitt für uns, o Maria! Unser Vertrauen Wollest anschauen, Hilf uns, hilf uns, Maria! 106. O Mutter mein, Maria Jungfrau rein, Mit deinem Kindelein, O fei gegrüßet! Du Königin! Der Menschen Helferin! Der Christen Schüßerin! O sei gegrüßet. isdom gen 2. Wir Kinder dein Im Elend zu dir schrein; Laß Hilf uns angedeihn In unsern' Plagen, Dein Angesicht Leucht uns als Himmels licht, Damit in Nöthen nicht Wir gar verzagen. 3. Der Christenheit Erzeig Barmherzigkeit, In dieser bösen Zeit, Voll von Gefahren! Mutter mild, Du höchstes Gnadenbild, Woll'st uns mit deinem Schild Getreu bewahren. 4. Gib Trost und Freud, Wend ab all' Herzeleid, Entferne von uns weit, Was uns kann schaden. O steh' uns bei Mit deiner Lieb' und Treu', Daß Gott uns gnädig sei, Du voll der Gnaden. estione 5. In letter Noth, Im Kampfe mit dem Tod Reich uns das Engelbrod, Du voll Erbarmen. Nach dieser Zeit, Schenk' uns die Seligkeit. Jetzt und in Ewigkeit Steh' bei uns Armen. Am Feste der heil. Engel. 107. Herr, unser Gott, Dich loben wir, Und wollens ewig danken Dir, Daß Du erschufft der Engel Heer, Zu unserm Schuß, zu Deiner Ehr'. 2. Sie glänzen hell und leuchten klar, Und Zum heil. Michael. 347 schauen Dich ganz offenbar; Dein Wort sie hören allezeit In Weisheit und in Seligkeit. 3. Sie raften nicht und schlafen nicht, Du bist ihr ew'ges Tageslicht; Ihr Eifer ist um Dich allein Und um uns schwache Kinder dein. 4. Denn unser Feind, der alte Drach, Voll Haß und Neid ist immer wach, Und sucht, wie er in Noth und Sünd' Verführt ein armes Men= schenkind. 5. Er geht umber, hält nimmer Rast, Brüllt wie ein Löw' in wilder Haft, Schleicht still und flug, braucht falsche List, Daß er verderb, was christlich ist. 6. Darob nun wacht der Engel Schaar, Die Christo folgen immerdar; Sie schüßen seine Christenheit Vor Satans Macht und Listigkeit. 7. Darum, o Gott, Dich loben wir, Und wollens ewig danken Dir; Wie auch die Engel preisen Dich Und Dir lobsingen ewiglich. 3um heil. Michael. 108. Odu unüberwindlicher Held, St. Michael! Komm uns zu Hülf, zieh mit zu Feld!. Hilf uns hie kämpfen, die Feinde dämpfen, St. Michael. 2. Die Kirch' dir anbefohlen ist, Du unser Schuß und Schirmherr bist. 3. Groß ist im Himmel deine Ehr', Du führst das ganze Engelheer.. 4. Dein Kampf ist aller Welt bekannt, Dein Sieg geht über Meer und Land. 5. Von deiner Macht, von deinem Muth Weiß Satan in der Höllenglut. 348 Von den Heiligen. 6. Den Drachen Du ergriffen hast, Und unter deinen Fuß gefaßt. 7. Dein war der Sieg, schnell war der Kampf, Du warfst den Feind in Höllendampf. 8. Wie jauchzte dir der Engel Heer! ,, Wer ist wie Gott? Gebt Gott die Ehr'!" 9. Mit deiner Kraft, o starker Held, Komm uns zu Hülf im Streit der Welt! 10. Beschüß mit deinem Schild und Schwert Die Kirch', den Hirten und die Heerd'. Von den Heiligen. 3um heil. Johannes dem Täufer. 109. Johannes, auserkoren, Du starker Gottesmann, Der Welt zum Trost geboren, Nimm unser Loblied an. R. O heiliger Johannes, Jung und Alt, Groß und Klein, Stimmt in unser Loblied ein. 2. Propheten schon erkannten Dich aus der fernen Zeit Als hohen Borgesandten Des Herrn der Herrlichkeit. 3. Vom Himmel kam der Bote, Der Dich verkündet hat; Du gleichst dem Morgenrothe, Mit dem die Sonne naht. 4. Im Mutterschooß erfüllte Dich schon des Geistes Kraft. Die dir den Herrn ent= hüllte Im Leib der Jungfrauschaft. 5. Dein Name lös't zur Stunde Des Vaters stummen Mund! Daß er vom neuen BundeThut höchste Worte fund. 6. Und als du selbst die Stimme Erhubst um Von den Heiligen. 349 Strom und Wald, Da warst du jene Stimme, Die aus der Wüste schallt. 7. Groß bist du auf der Erden Und groß im Himmelsfaal; Hilf, daß wir würdig werden Zum großen Königsmahl. 3um heil. Petrus. 110. Laßt uns sankt Petrus rufen an! Die Himmel er aufschließen kann; Die Schlüssel find ihm anvertraut, Aufihn ist Gottes Kirch' gebaut. 2. Er ist der allgemeine Hirt, Der Christi Schaaren weiden wird, Die Schaf' und Lämmerallzumal Nach seines Meisters Rath und Wahl. 3. Er ist der Kirche fester Grund, Dazu erwählt durch Gottes Mund; Er ist der Fels vom Herrn gelegt, Steht fest imHerrn, bleibt unbewegt. 4. Ihm gab der Herr das Regiment, Das soll er führen bis an's End, An Christi Statt, mit Macht und Treu Zu binden und zu lösen frei. 5. O Christe, Jesu, Gottessohn, Den Bau schau an von deinem Thron; Auf diesem Grund diekirch'erhalt VorFeindeslistund Feindsgewalt! 6. Und du, sein Diener für und für, Halt offen uns die Himmelsthür, Und schlag mit deinemHirtenstab Die Wölf'von deinen Schäfleinab. 3u Petrus und Paulus. 111. 9 Zierde der Apostelschaar, Du Gott ge= weihtes Heldenpaar, Das Lob von deiner Herrlichkeit Singt heut die ganze Christenheit. 2. Der Meister, der euch auserwählt, Hat euch mit seinem Geist beseelt; Ihr truget fort von Ort zu Ort In alle Welt sein heil'ges Wort. 350 Von den Heiligen. 3. Euch war der Sieg, wohin ihr kamt, Im Tod ihr noch die Palme nahmt; Ihr starbt für den, der droben thront, Mit ew'gen Glanz die Seinen lohnt. 4. Auf Euch ist uns're Kirch' gebaut, Euch bleibt sie ewig anvertraut; Ihr steht für sie am Gnadenthron, Ihr fleht für sie beim Gottessohn. 5. Herr Jesu, höre ihr Gebet, Das für das Wohl der Kirche fleht; Breit' aus zu deines Namens Ehr' Die eine rechte Glaubenslehr! 3um heil. Laurentius. 112. Laurentius, Freund Christi groß, Der du nun ruhst in Gottesschooß, Wir ehren dich an dies sem Tag, Soviel als unser Herz vermag. 2. Wir preisen deinen Heldenmuth, Taß du geschüßt der Kirche Gut, Daß du der Armen haft gedacht Und nicht gescheut Tyrannenmacht. 3. Wir preisen die Standhaftigkeit, Mit der du trugst das schwere Leid, Des Feuers Qual, der Flammen Wuth; Allein um deiner Seele Gut. 4. So litt dein Leib den Martertod Und deine Seel' fuhr auf zu Gott. Sie ward geführt vor Gottes Thron, Empfing allda die Palm und Kron! 5. Nun denk, o Märtyr, deiner Pein Und laß sie uns zur Fürsprach sein, Bitt' Gott für uns durch deinen Sieg, Daß wir bestehn in allem Krieg. 6. Hilf, daß wir haben Heldenmuth, zu käm= pfen für das höchste Gut; Hilf wider Satan, Fleisch und Welt, Daß wir eingehn in Gottes Zelt. 3um heil. Antonius von Padua. 113. Sankt Antoni hochgepriesen, Große Ehr' Von den Heiligen. 351 hat dir erwiesen Jesus, den man wie ein Kind Allzeit bei dir sigen find. 01 2. Jesum trägst du auf den Armen, Der sich unser will erbarmen, Die schneeweiße Lilienblum' Deiner Keuschheit gibt den Ruhm. 3. O Antoni wollst mir geben Dieſe Gnad' in meinem Leben, Daß ich deineTugend klar, Aller Welt mach offenbar. 4. Durch dein' Fürbitt haft das Leben Vie= len Todten wieder geben, Die auch schon insGrab gelegt, Hast du wieder auferweckt. 5. Schwerverirrte, arme Seelen, Die in Glaubenssachen fehlen, Hast du wunderbar be= kehrt, und den rechten Weg gelehrt. 6. Die in Trübfal, Angst und Schmerzen Deine Hilf begehrt von Herzen, Hast du oft aus ihrer Noth, Auch sogar erlöst vom Tod. 7. Die auf wildem Wasser fahren, Pflegst Du allzeit zu bewahren; Auf dem Wasser, auf dem Land, Spürt man deine milde Hand. 8. Die im Kerker dich gebeten, Sind erlöſet von den Ketten, Wer gefangen, wird erlöst, Wer betrübet, wird getröst't. 3 um heil. Ignatius. 114. Ignatius, du edler Held, Von Gott bist worden auserwählt, O Kämpfer gut, o feurig Blut, zu kämpfen für die Ehre sein, Für Christi Kirch und Lehre rein!. Dich loben wir miterz und Mund, Dich preisen wir zu aller Stund'. 2. Von Jugend auf bis an dein End' Hast du zumKampf dich hingewend't; Erst ritterlich; dann 352 Von den Heiligen. wider dich; Danach mit Predigt, Schrift und Lehr', Siegreich allzeit zu Gottes Ehr'. 3. Wie schön, gleich wie der Sonnenschein, Sind alle Wehr und Waffen dein! Dein Heer, allzeit zum Kampf bereit, Durch alle Land' hat Licht gebracht, Den Namen Christi groß gemacht. 4. Ignatius, du starter Held, Dich preist die Kirch in aller Welt, Dein Wandel rein, der Liebe Schein, Und aller Tugend heller Glanz Erquicket unsre Herzen ganz. 5. Ignatius, wir bitten dich, Hilf uns in allem väterlich, In Angst und Noth erlang bei Gott, Daß kein Betrug noch falsche List Uns schaden mög' in aller Frist. the 6. Erhalt uns auch in leßter Noth, Im heiBen Kampf mit bittrem Tod, Daß wir bereit mit großer Freud' Abscheiden aus dem Jammerthal, Gelangen in den Himmelsfaal. Vom heil. Franziskus Xaverius. 115. Wir fallen dir zu Füßen, Xaveri, Wundermann! Demüthig wir dich grüßen, Um Hilf dich rufen an. Dein Herz wollst zu uns lenken In diesem Jammerthal, Und unser jetzt gedenken Im hohen Himmelssaal. 2. Gott hat dich vorbereitet, Z3u mehren seine Ehr'; Nach Indien dich geleitet, Zu preisen Christi Lehr'! Die Kreuzfahn vorzutragen Der blinden Heidenschaft, Der neuen Welt zu sagen Des Namens Jesu Kraft. 3. So warst du auserkoren Zu vieler Seelen Heil, Auf daß sie unverloren Am Himmel hät= ten Theil. Wie viele du getaufet Mit deiner S Von den Heiligen. 353 Wunderhand, Und von der Höll' erkaufet, Ist Gott allein bekannt. 4. O starker Held im Glauben, In Lehr' und Wunderwerk, Hilf, daß kein Feind kann rauben Uns rechte Lebensstärk', Damit wir Christum ehren In aller Pein und Noth, Und seinen Namen mehren Im Leben und im Tod. 5. Hilf', daß sich auch bekehre, Was noch im Irrthum ist, All'Keßerei aufhöre Sammt falscher Schlangenlist; Daßalleaufgenommen zum wahren Glaubenslicht, Mit uns in Frieden kommen Vor Gottes Angesicht. m3um heil. Aloysius. 116. Hobes Borbild reiner Jugend, Heil'ger Aloysius, Licht des Alters, Schmuck der Jugend, Nimm der Ehrfurcht frommen Gruß! Owie hatte Gottes Gnade Dich so schön, so reich geziert! Nie hat auf des Lebenspfade Sünde ihm dein Herz entführt. 2. Rein warst Du, rein wie der Engel, Der dich hier geleitet hat. Irrthum, Schwachheit, kleine Mängel, Däuchtendirschon Missethat; Mit der Reue heißen Thränen Gingst du dann ins Bußgericht, Um mit Gott dich zu versöhnen, zu erneu'n den Eid der Pflicht. 3. Einem Seraph gleich entzücket, Fand'st du dich am Tische ein, Wo uns Jesus selbst beglücket, Seelenspeise uns will sein; O wie glühte dein Verlangen Nach dem sel'gen Himmelsbrod, Deine Sehnsucht, zu empfangen Den in ihm verhüllten Gott. 4. Hoheit, Schäße, ird'sche Ehren Hieltest du 354 Am Kirchweihfeste. für eitlen Schein; Himmlisches war dein Begehren, Teine Sehnsucht- Gott allein. ,, Laß mich hier nicht lange weilen", Flehtest du; ,, ins Vaterhaus, O mein Vater, laß mich eilen; Freudig zieh' von hier ich aus!" 5. Und dein Flehn ward früh erhöret; 31 dem Lohne rief dich Gott, Den er allen dort ge= währet, Die ihm treu sind bis zum Tod. Sei ge= grüßt im Himmmelskranze, Heil'gerJüngling, sei gegrüßt, Du, der in der Unschuld Glanze Uns das schönste Vorbild bist. 6. Bitt für uns, so oft Gefahren unsrer Seele Unschuld droh'n; Daß wir diesen Schmuck bewahren, Bitte dort am Gnadenthron'. Hilf, daß wir Gott innigst lieben, Uns vor jeder Sünde scheun; Wenn wir irrten, Buße üben, Wahrhaft Gottes Kinder sein. Am Kirchweihfeſte. 117. 8 feiert deines Tempels Weihe Dein Volk, o ew'ger Gottessohn! Erhör', nach deiner Huld und Treue, Sein Flehen hier vor deinem Thron! 2. Hier wird im heiligen Wasserbade Der Mensch von allen Sünden rein. Hier weihet durch der Salbung Gnade zum Tugendkampf der Chrisam ein. 3. Hier wird die Sündenschuld vergeben, Dem, dessen Herz zerknirschet ist. Hier gibt sein Fleisch zum ew'gen Leben, Der selbst sich opfert, Jesus Christ. 4. Drum ehret dieses Tempels Würde, Be Am Kirchweihfeste. 355 denkt: Hier ist das Haus des Herrn! O legt hier ab des Lebens Bürde! Hier betet gern, hier weilet gern! 5. Denn Gott gefällt der Dienst der From= men; Er ist ihr Segen und ihr Heil, Wenn sie im Glauben zu ihm kommen, Wird ihnen Gnad und Trost zu Theil. 118. O Tempel, herrlich eingeweiht zu Gottes Ehr' und Herrlichkeit! Du Bild der sel'gen Himmelsstadt, zu der uns Gott berufen hat! Mit Huld hat Gott auf dich geschaut, Und große Schäße dir vertraut. 2. Wir glauben, daß Du, Jesus Christ, Zugegen hier im Tempel bist; Wie beim Zachäus kehrst du ein, Und willst uns Allen Netter sein. Laß allzeit werden uns zu Theil In diesem Hause Gnad' und Heil. 3. Nimm an der Kinder Gaben hier, Die bit= tend, opfernd stehn vor Dir; Vombohen Himmel wende Du Dein gnäd'ges Aug' dem Tempel zu, Daß werde unser Herz erfreut Von deiner Huld und Gütigkeit. 4. Auf uns're Bitten komm herbei, Erhör' des Volkes Angstgeschrei! O send' dein Licht und deine Gnad', Zu leuchten uns auf unserm Pfad'; Bis wir, befreit von Körpers Band, Geh'n ein zum sel'gen Vaterland. 5. Dem Vater sei auf seinem Thron Anbetung, Preis und Dank und Macht, Mit seinem eingebornen Sohn Und seinem Geiste darge= bracht; Ihm, dessen Gnad' und Heiligkeit Uns zu lebend'gen Tempeln weiht. Vom heil. Kreuze. Vom heil. Kreuze. 119. Sei, heil'ges Kreuz, gegrüßet, An dem mein Gott gebüßet Für aller Menschen Schulden, Aus Lieb und freiem Dulden. 356 2. Du Himmelsbaum auf Erden, Du Zuflucht in Beschwerden, Du Labsal aller Müden, Du wahrer Trost und Frieden. 3. Du gibst Geduld den Kranken, Hältst auf recht uns im Wanken, Gibst Hoffnung und Vertrauen, Machst uns nach oben schauen. 4. Du trägst das ew'ge Leben, Als Frucht uns dargegeben, Die wahre Seelenspeise Auf unserer Pilgerreiſe. TIVE ME 5. O Jesu, mein Verlangen, Der Du am Kreuz gehangen, Laß dein siegreiches Zeichen Niemalen von mir weichen. 6. Und wann zu seinen Stufen Du Freund und Feind wirst rufen. Dann denke mein in Gnade, Daß mir der Feind nicht schade. 120. O du hochheil'ges Kreuze, Daran mein Herr gehangen, Ganz kläglich ausgespannen. 2. Allda mit Speer und Nägeln Die Glieder sind durchbrochen, Händ', Füß' und Seit' durchstochen. 3. Wer kann dich würdig loben, Da du all' Gut umschlossen, Was je uns zugeflossen. 4. Du bist die sichere Leiter, Darauf man steigt zum Leben, Das Gott will ewig geben. 5. Du bist die starke Brücke, Darüber alle Frommen In's Land des Friedens kommen. 6. Du bist das fiegreich Zeichen, Davor der Feind entflieht, Wenn er es nur ansieht. Am Feste Allerheiligen. 357 7. Du bist der Schild im Kampfe, Davon die Pfeil' der Schlangen All' werden aufgefangen. 8. Du bist der Stab der Pilger, Daran wir sicher wallen, Nicht wanken und nicht fallen. 9. Du bist des Himmels Schlüssel, Machst auf die enge Pforte Zum ew'gen Friedensorte. 10. Du bist das süße Bette, Darauf für mich sein Leben Mein Jesus hat gegeben. 11. Durch dein so heil'ges Kreuze Laß Dich, o Herr, erbarmen Die große Noth der Armen. 12. Zeig deine Kraft und Stärke, Beschüß uns allzusammen Durch deinen heil'gen Namen. 13. Daß wir als deine Kinder In Frieden mögen sterben Und ew'ges Leben erben. Am Feste Allerheiligen. 121. Gott der Herr sei hochgeehrt! Seinen Heil'gen gibt er Stärke, Herrlich leuchten ihre Werke, Und sein Name wird bewährt, Gott der Herr sei hochgeehrt. 2. Selig ist, wer Christum liebt! Ihm wird ewig Licht und Leben Und zum Wohlthun Macht gegeben, Wie der Herr sie selbst geübt; Selig ist, wer Christum liebt! 3. Glücklich, wer die Heil'gen ehrt! Droben sind sie uns noch Brüder, Seh'n auf unser Elend nieder, Und es wird ihr Flehn erhört; Glücklich, wer die Heil'gen ehrt. 4. Wunder kann die Fürbitt thun! Stumme reden, Lahme gehen, Kranke müssen auferstehen, Und bedrängte Herzen ruhu; Wunder kann die Fürbitt thun! 22 5. Gott dem Herrn sei Preis und Dank! Sei 358 Am Tage Allerseelen. nen Heil'gen gibt er Stärke, Wir empfangen Wunderwerke, Singt den Heil'gen Lobgesang! Gott dem Herrn sei Preis und Dank! Am Tage Allerseelen. 122. O Vater der Barmherzigkeit, Sieh an die armen Seelen, Gedenk an deine Gütigkeit, Laß sie nicht länger quälen. Sie leiden zwar für ihre Schuld, Doch sind sie treu geblieben; O Bater, bald zeig' deine Huld, Daß sie Dich ewig lieben. 2. O Jesu mild, Tu höchstes Gut, Dich über sie erbarme; Für sie ja floß dein Schweiß und Blut, Nimm sie in deine Arme. Sie büßen ab mit großem Schmerz, Was sie zuvor verschuldet, Zeig ihnen dein versöhntes Herz, Leg ein, was Du erduldet. 198. 3. Gottes Lieb', o heilger Geist, O Tröster der Betrübten, Du ihre Noth und alles weißt, Was sie allhier verübten: In ihrer Glut, in ihrer Qual Sie gnädigst wollst erquicken, Da= mit sie bald im Himmelsfaal Dein Angesicht erblicken. 4. Maria, Meer der Gütigkeit, Schau' wie die Seelen büßen, Versöhne die Gerechtigkeit, Fall' deinem Sohn zu Füßen; Kühl' ihre Flamm', still' ihre Pein, Der Drangsal mach' ein Ende; Die Finsterniß in Sonnenschein, Das Leid in Freude wende. 5. Ihr Gottesfreunde allzugleich, Schaut euer Brüder Trauern! Ihr triumphirt im Himmelreich, In Qualen sie noch dauern. Ihr habet Verschiedene Gefänge. 359 auch die Pilgerschaft Bollbracht auf dieser Erden, Helft, daß sie bald durch Gottes Kraft Euch zugesellet werden. 6. O Gott, Du Quell der Gütigkeit, Nimm an die heißen Thränen Von deiner lieben Christenheit, Und lasse Dich versöhnen; Barmherzigkeit in ihrem Leid Den Seelen wollst erweisen, Daß sie bald in der Seligkeit All' deine Liebe preiſen. Verschiedene Gefänge für die Sonntage nach Pfingsten. Anbetung Gottes. 123. Dich, höchster Gott, anbete ich, zu deinen Füßen werf' ich mich, Mit Liebe zu umpfangen Dich, O sich mich an, Herr, gnädiglich. 2. Mit allen Engeln lob' ich Dich, Aus gan= zem Herzen freu ich mich, Daß Du so groß und mächtig bist, Dein Wesen ganz unendlich ist. 3. Mit allen Heil'gen ehr ich Dich, Aus ganzer Seele freu ich mich Ob aller deiner Herrlichkeit, Ehr', Weisheit und Vortrefflichkeit. 4. Mit allen Sel'gen preis ich Dich, Aus allen Kräften lieb ich Dich, Weil Du allein das höchste Gut, Das alles Gut begreifen thut. 5. O liebster Gott, all' Heiligkeit, All Schönheit und Vollkommenheit, In der allein die Seligkeit, Drum fing' ich Dir in Ewigkeit: 6. Oheilig, heilig, heilig, Gott, Bist Du, o Herr, Gott Sabaoth. Dir singet Erd' und Himmel Ehr', Laß mich Dich loben immer mehr. Verschiedene Gesänge. Erhebung zu Gott. 124. 3u Dir, o Gott, vom Staub der Erden Erheb ich mein zerschlag'nes Herz; Ach, laß mich nicht zu Schanden werden, Und heile meiner Seele Schmerz. 360 2. Gedenk', o Herr, an deine Guaden, Doch meinerSünden denke nicht! Denn hart mit Schuld bin ich beladen, Und fürchte, Herr, dein Angesicht. 3. Gedenke mein nach deiner Güte, Die allzeit war von Anbeginn; Sieh mein aufrichtiges Gemüthe, Wie ich vor Dir zerknirschet bin. 4. Um deines heil'gen Namens willen Sei gnädig und erbarme Dich; Ach lehr' mich dein Geseß erfüllen Und leit' auf deinen Wegen mich. 5. Zu Dir fich meine Augen wenden Aus meinerTrübsal immerdar; Nach Dir reich ich mit meinen Händen, Denn ich bin arm und elend gar. 6. Vergib, o Gott, mir meine Sünde, Bewahr, o Herr, die Seele mein; In deinem Frieden sie begründe Und laß den Feind zu Schanden sein. 7. Auf daß ich preise deinen Namen, Darauf ich hoffte jederzeit; Mit Bösen halt' ich nicht zusammen, O Herr, mein Gott, Varmherzigkeit. Hingabe an Gott. 125. Meinem Gott bleib ich ergeben, Was auch immer wird geschehn; Ihm gehört mein ew' ges Leben, Alles andre wird vergehn. Drum auf Gott nur will ich trauen, Nur nach seinem Willen schauen, Gib, o Jesu, Gnad' dazu! 2. All' mein Sinnen, all' mein Thuen, Alles, was ich kann und hab', Soll in meinem Verschiedene Gesänge. 361 Schöpfer ruhen, Weil es seine Liebe gab; Ihm zu dienen, ihn zu ehren, Ist mein Trost und mein Begehren, Gib, o Jesu, Gnad' dazu! 3. Sendet Gott mir schwere Leiden, Nehm' ich sie dankbarlich an; Werd' auch endlich wieder Freuden Von des Vaters Huld empfahn. Aber Leiden ohne Freuden, Nichts soll je von ihm mich scheiden, Gib, o Jesu, Gnad' dazu! 4. Seines Namens Ruhm zu mehren, Will ich unermüdlich sein; Handeln, rathen und belehren Nur nach Christi Wort allein; Zeugniß diesem Wort zu geben, Sei mein Leben und mein Streben, Gib, o Jesu, Gnad' dazu!! 5. Kommt dann einst die letzte Stunde, Wo die Seel' von hinnen muß, Gott, dann laß aus deinem Munde Hören mich den Vatergruß; Führ' in Liebe mich nach oben, Ewig, ewig Dich zu loben, Gib, o Jesu, Gnad' dazu! malip Verbindung mit Gott. 126. In allen meinen Stunden Will ich mit Gott verbunden Und ihm ergeben sein: Will mich an allen Orten In Werken und in Worten Nur seinem Dienste weih'n. 2. In Arbeit und in Ruhe Soll, was ich denk' und thue, Zu seiner Ehre sein. Sein Lob will ich vermehren, Auf Erden nichts begehren, Als seine Lieb' allein. 3. Kein Unfall soll mich kränken, Nur das will ich bedenken, Wie ich kann besser sein. Für alles will ich danken, Im Willen niemals wanken, Den Fehltritt gleich bereu'n. 4. Will in Geduld mich üben, Die Menschen 16 362 Verschiedene Gesänge. alle lieben und sanft von Herzen sein; Will immer gern verzeihen Und Hand und Hilfe leihen Und Jedermann erfreu'n. 5. In Gottes Hand empfehle Ich meinen Leib und Seele Mit allen Freuden mein; Mit ihm will ich verbunden In allen meinen Stunden Und ganz sein eigen sein. Ergebung in Gottes Willen. 127. Wie mein Gott will, ich bin bereit, Er ist mir lieb vor Allem; Auf dieser Welt mich nichts erfreut, Als ihm allein gefallen. 2. Wie mein Gott will, es mir gefällt, Ich laß allein ihn walten! Ihm hab' ich alles heimgestellt, Er wird mich wohl erhalten. 3. Wie mein Gott will, so ist mein Ziel, Mein Aug' ist stets nach oben; Er geb' mir wenig oder viel, Ich will ihn allzeit loben. 4. Wie mein Gott will, so soll's mir gehn, In Freud' und auch im Leide; Bei ihm allein mein Glück soll steh'n, Mein Trost und meine Freude. 5. Wie mein Gott will, so nehm' ichs' an. Nur um Geduld ich bitte! Er ist's allein, der lenken kann Des Lebens Gang und Schritte. 6. Wie mein Gott will, bis in den Tod Sol mich von ihm nichts scheiden; Gern will ich Trübfal, Angst und Noth Um seinetwillen leiden. 7. Wie mein Gott will, zu aller Zeit Bin ich ihm hingegeben; Wie mein Gott will, ich bin bereit, Sei's sterben oder leben. Gottes Vorsehung. 128. O mein Christ, laß Gott nur walten, Verschiedene Gesänge. 363 Bete seine Vorsicht an! Liebreich wird er dich erhalten, Da er nichts als lieben kann. Wer auf ihn sich ganz verläßt, Dessen Glück steht felsenfest. 2. Gott weiß alles wohl zu lenken, Von ihm kommt der beste Rath; Welcher Mensch wollt' sich noch kränken, Da er Gott zum Vater hat! Er ist Vater, der uns liebt, Wenn er nimmt und wenn er gibt. 3. Führt er dich durch rauhe Wege, Schicket er dir Leiden zu, Treffen dich gleich harte Schläge, Deine Seele bleib in Ruh! Dulde still und denk' daran: Was Gott thut, ist wohlgethan. 4. Laß du nur den Vater sorgen, Trau auf ihn, verzage nicht! Wie das Sonnenlicht am Morgen Auch durch trübe Wolken bricht, So, und nicht von ungefähr, Kommt von Gott die Hilfe her. 5. Alle Thränen und Beschwerden, Alle Leiden dieser Zeit, Wenn sie Gott gewidmet werden, Bringen Frucht der Seligkeit. Nimm das Kreuz geduldig an, Folge, Jesus geht voran. 6. Gott weiß alles, was dir fehlet, Weiß, was dich zum Besten führt, Er, der deine Haare zählet Und des Feldes Blumen ziert, D'rum befiehl in Gottes Plan Deine ganze Lebensbahn. 7. Bitte nur um seinen Segen, Thu' das Deine nur getreu, So wird dir auf allen Wegen Seine weise Führung neu. Gott ist Vater, Gott ist gut, Gut ist alles, was er thut. Glaube, Hoffnung, Liebe. 129. Herr ich glaube, Herr ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich! Rede Herr! und ich 16* 364 Verschiedene Gesänge. will hören, Laß die Welt mich nicht bethören, Denn Du hast mir Geist und Leben Aus Barmherzigkeit gegeben. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich). 2. Herr, ich glaube, Herr ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich! Bater in den Himmelsauen! Auf dich will ich fest vertrauen, Du wirst mich doch nicht verlassen, Wenn mich Welt und Hölle hassen. In dem Glauben 2c. 3. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr von Herzen lieb' ich dich! Gottes Sohn! Dein Kreuz und Sterben Rette mich von dem Verder= ben, Durch dich steht der Himmel offen, Dieses will ich freudig hoffen. In dem Glauben 2c. 4. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich Dich! O Gott, heilger Geist, verleihe, Daß ich mich vor Niemand scheue, Meinen Glauben zu bekennen Und mich Christi Glied zu nennen. In dem Glauben 2c. 5. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich! Nichts soll mich von dir mehr trennen, Droht die Welt mich zu verbrennen, Um zur Untreu mich zu zwingen, So will ich doch fröhlich singen: Herr, ich liebe, Herr, ich liebe! Ja, von Herzen lieb' ich dich! 6. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich! Wenn ich in den letzten Zügen Und im Grabe werde liegen, Wenn mein Körper wird verwesen, Soll man noch) im Herzen lesen: Herr, ich liebe, Herr, ich liebe! Ja, von Herzen lieb' ich dich. 365 Verschiedene Gesänge. Liebe und Reue. 130. Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz Und ist mir dies der größte Schmerz, Daß ich erzürnt Dich, böchstes Gut, Ach, wasch' mein Herz in deinem Blut. 2. Daß ich gesündigt, ist mir leid, zu bessern alles, bin bereit; Ach Gott, mein Herr, ach mir verzeih' Und nie zu fallen Gnad' verleib'! 3. Sollt'ich hinfort erzürnen Dich, mit neuer Sünd' beladen mich, Eh' wollt' ich, Herr, zur Höl= lenpein Mit Leib' und Seel' mich stürzen ein. 4. O Gott, schließ mir dein Herz nicht zu, In Dir allein ist wahre Ruh', Von reiner Lieb' und Gnade dein Laß niemals mich geschieden sein. 5. Nimm hin, mein Herz, Herr Jesu Christ, Dein Herz für mich durchstochen ist; Ich bitt' durch's Blut des Herzens dein, Mach mein und aller Herzen rein. 6. Laß nie in Sünd' mehr fallen mich, Von ganzem Herzen lieben Dich! Du bist allein das höchste Gut, Das unser Herz erfüllen thut. 7. O Gott, mein Gott, nun bin ich dein, Mit Leib' und Seel' auf ewig dein; Schaff' nur mit mir in Ewigkeit, Wie Dir's gefällt, ich bin bereit. 8. Wie Gold im Feu'r, so prüf' mich hier, Für Lieb' schick' Kreuz und Trübsal mir; Ja, sollt's Du, Herr, verdammen mich, So wollt' ich dennoch lieben Dich! Trost in Jesu. 131. Hinweg mit Furcht und Traurigkeit, Hinweg mit Zweifel, Angst und Leid! Ich will nun haben guten Muth, Und hoffen auf das höchste Gut. 366 Verschiedene Gesänge. 2. Mein Trost ist Jesus, Gottes Sohn, Der in mir setet seinen Thron, Er liebt die Seel' als eine Braut, Die ihm auf ewig ist vertraut. 3. Er hat sein fostbarliches Blut Vergießen wollen mir zu Gut; Sein Leben gab er in den Tod, zu retten mich aus aller Noth. 4. Er hat mir seine Herrlichkeit Versprochen und die ew'ge Freud'; Er wird mich auch schon bringen hin, Wenn ich ihm nur getreulich bin. 5. Laß kommen Trübsal, Angst und Noth, Laß wüthen Satan, Höll' und Tod, Wer nur nach Gottes Willen thut, Der bleibet ewig wohlgemuth. 6. Ich weiß, er wird in Todespein Mein treuer Freund und Beistand sein. Er wird er füllen mit der That, Was er inLieb versprochen hat. 7. D'rum will ich haben guten Muth Und hoffen auf das höchste Gut, Und wenn mir gleich das Herze bricht, So will ich doch verzagen nicht. Sehnsucht nach Jesus. 132. Wo ist Jesus, mein Verlangen, Mein Geliebter und mein Freund? Ach, wohin ist er gegangen, Wo wird er zu finden sein? Meine Seel' ist ganz betrübet, Von der Sünd' und Trübfals Macht! Wo ist Jesus, den sie liebet, Den fie suchet Tag und Nacht? 2. Ach, ich ruf voll bitt'rer Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Rub' in meinem Herzen, Da ich ferne von ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, Daß ich in der kürz'sten Frist Fliege über Thal und Hügel, Schaue, wo mein Jesus ist. Verschiedene Gesänge. 367 3. Er vertreibt der Seele Schmerzen: Er vernichtet Sünd' und Tod, Was uns quälet in dem Herzen, Er hilft gern aus jeder Noth. Darum will ich nicht ablassen, Will ihn suchen bin und her, In den Wäldern, auf den Gassen, Will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesus, laß dich finden, Meine Seele ruft nach Dir; Magst nur mit den Augen winken, Eilends werd' ich sein bei Dir. Ach, laß mich doch Gnad' erlangen, Allerliebster Jesu mein; Nimm ganz meine Seel' gefangen, Laß fie ewig bei Dir sein. 5. Liebster Jesu, meine Freude, Meiner Seele schönste Zier, Du bist meines Herzens Weide, Mich verlanget stets nach Dir, Herz und Sinne und Gedanken Sollen Dir ergeben sein! Laß mich nimmer von Dir wanken, Du sollst ewig bleiben mein. 6. Liebster Gott, ich bin voll Freude, Daß ich armer Erdensohn, Der einst wird der Würmer Speise, Gnade find' vor deinem Thron. Kommt mir einst die leßte Stunde, Dankend sint' ich in den Tod, Preisend dich mit Herz und Munde: Heilig, bist du, Herr und Gott. Von Jesu Freundlichkeit. 133. Jesus will das Herz gewinnen, Laßt uns ihm mit allen Sinnen Willig und Gehorsam sein, Wie die lieben Engelein! 2. Jesus will im Herzen wohnen Und da leuchten gleich der Sonnen, Darum laßt uns fröhlich sein, Wie die lieben Engelein! 3. Jesus will das Herz regieren Und mit 368 Verschiedene Gesänge. schönen Blumen zieren, O, nun laßt uns züchtig sein, Wie die lieben Engelein! 4. Jesus ist die Freud' im Herzen, Jesus ist der Trost in Schmerzen, Wer soll nicht zufrieden sein, Wie die lieben Engelein! 5. Jesus ist die Speis der Seelen, Jefum laßt uns all' erwählen, Laßt uns Jesu Gäste sein, Wie die lieben Engelein. 6. Jesu, wollst mich nicht verlassen, Jesu, führ' mich deine Straßen, Daß ich Dir getreu mög' sein, Wie die lieben Engelein! 7. Jesu, wollst bei mir verbleiben, Alles Böse von mir treiben, Jesu halt' mein Herz Dir rein, Wie die lieben Engelein. 8. Jesus ist mein Licht und Leben, Jesu hab' ich mich ergeben; Dein will ich, o Jesu, sein, Wie die lieben Engelein. Bitte der Liebe. 134. Herzliebster Jesu, helfe mir, Daß ich mein Herz ganz schenke Dir; Ich schenk' es Dir, dein soll es sein, Nimm's hin und machs zur Wohnung dein. 2. So oft fortan mein Blut fich regt, So oft mein Herz und Ader schlägt, So oft sollst Du, o Jesu mein, Viel tausendmal gegrüßet sein. 3. D, daß doch alle Menschen Dich), Mein Jesu, liebten inniglich! O, daß wir all' in Einigkeit Dich liebten in der Ewigkeit. 4. Jesu, Du kennst die Schäflein dein, Ach, laß doch keins verloren sein! Mach, daß dein Rufen laut erschall' Und sie Dir willig folgen all'. 5. Gedenk, was unser Wesen sei, Liebreicher Verschiedene Gesänge. 369 Gott, und steh uns bei! Denk an dein Kreuz, dein Fleisch und Blut, Das komm, o Jesu, uns zu gut! 6. Gib uns Geduld in Kreuz und Leid, Im Guten gib Beständigkeit! Gib Frieden hier und wahre Freud' Und dann die ew'ge Seligkeit! Liebesseufzer des heil. Aloysius. 135. Am Kreuz aus Lieb, o Jesu mein, Für mich haft wollen hangen; Wie gern wollt ich dir dankbar sein Und dich mit Lieb' umfangen! 2. Du hast dein eigen Fleisch und Blut zur Speise mir gegeben, Daß ich mit Dir, o höchstes Gut, Mög' bier und droben leben. 3. Wie sollt' denn ich nicht gerne mich Mit Leib und Seel Dir geben, Daß ich also mög' ewiglich In Dir, o Jesu, leben. 4. Das soll hinfort mein Leben sein, Um deinetwillen leiden; Und soll von Dich mich keine Pein, O liebster Jesu, scheiden. 5. Imgleichen dich, o Jungfrau rein, Mit steter Lieb' will ehren; Möcht' deiner Lieb' nur würdig sein, Wollt' weiter nichts begehren. 6. Ich bitt' durch Jesu Wunden roth, Mir deine Hilf' verleihe, Daß ich mit Dir nach meinem Tod Mich ewiglich erfreue. Liebesseufzer des heil. Ignatius. 136. Dich lieb' ich, o mein Gott und Herr, O daß ich deiner würdig wär'! All' meine Freiheit geb' ich Dir, Daß Du allein regierst in mir. 2. Verstand und Sinn, o Gott, nimm hin, Mit deiner Gnad' erleuchte ihn, Daß ich nur Dich im Herzen trag', Nichts Böses sehn und denken mag. 16** 370 Verschiedene Gesånge. 3. Nimm hin, o Gott, den Willen mein, Dein Wille soll auch meiner sein; Was du nicht willst, halt fern und weit, Und was Du willst, ist Seligkeit. 4. Nimm hin, o Gott, nimm Alles hin, Nimm was ich hab', kann, weiß und bin, Mach Alles so, wie Dir's gefällt, Laß nichts mir selbst anheimgestellt. 5. Nur deine Gnad' und deine Lieb', O Gott, mir heut' und immer gib; In deiner Lieb' auf ewiglich Laß leben mich und sterben mich. Von Jesu Süßigkeit. 137. Wie lieblich bist du mir, Gütigster Jesn, o süßer Jesu! Was Freud' hab' ich an Dir, Herzlichster Jesu! In dir hab' ich allein, Was mir tann Freude sein, O süßer Jesu, liebreichster Jesu! 2. Wenn du im Herzen bist, Gütigster Jesu, o süßer Jesu! Kein Freud' darüber ist; Herzliebster Jesu! Nichts mehr, was in der Welt Dem Herzen dann gefällt, O süßer Jesu, liebreichster Jeſu! 3. Wollt' Gott, es lobte nur, Gütigster Jesu, o süßer Jesu! Dich jede Kreatur, Herzliebster Jesu! Dein Lob zu aller Stund' Soll geh'n aus meinem Mund, Osüßer Jesu, liebreichster Jesu! 4. Gib, daß all' Christenheit, Gütigster Jesu, o süßer Jesu, Nach dieser Lebenszeit, Herzliebster Jesu, Im Himmel ewiglich In dir erfreue sich, O süßer Jesu, liebreichster Jesu! Dir leb' ich, Dir sterb' ich. 138. Ich glaub' an Gott in aller Noth, AufGott all' Hoffnung baue; Ich liebe Gott bis in den Tod, W Verschiedene Gesänge. 371 Auf diese Lieb' ich traue. Be Jesu, Dir leb' ich, Jesu, Dir sterb' ich, Dein bin ich todt und lebendig. 2. Das Heil allein kann sicher sein In meines Jesu Wunden; In deinem Tod, o liebster Gott, Das Leben wird gefunden. 3. Ein büßend Herz in Neu und Schmerz Soll nimmermehr verzagen; Durch wahre Reu' von Sünden frei, Darf ich zu Jesu sagen: 4. Geh' fort, o Welt, was Dir gefällt, Das machet mich verdrossen; In Gottallein mein' Ruh' soll sein! Es ist nun fest beschlossen. 5. Am letzten End' in deine Händ' Will ich die Seele geben; O Jesu mein, nun bin ich dein, Gib mir das ew'ge Leben. 3um Herzen Jesu. 139. O Herz Jesu, Siß der Liebe, Füll mein Herz mit gleichem Triebe, Zünd' es an mit deinem Blut; Laß es sein, wie Du gewesen, Ein Altar, der unverwesen Brenn' von reiner Liebe Glut. 2. Schau, o Jesu, mein Verlangen! Dich mit Inbrunst zu empfangen, Ist mein ganzes Herz entflammt. Laß, o Jesu, laß mich lieben, Stets in dieser Lieb' mich üben, Die aus deinem Herzen stammt. 3. Ach, in dieser Lieb' mich halte! Jesu, daß sie nicht erkalte, Schließ mich in das Herze dein; Dort allein von Lieb' zu leben, Felsenfest von Dir umgeben, Ach, das laß mein Leben sein. 4. Fort, o Welt, ich hab's versprochen; Deine Bande sind zerbrochen, Fort, o Welt, ich sag' es frei! Deine Lieb' ist nichts als Lügen, Thorheit, Knechtschaft und Betrügen, Aber Jesus ist getrou. 372 Verschiedene Gefänge. 5. Er allein gibt wahre Freuden, Er allein versüßt das Leiden, Er allein bringt Trost im Schmerz! Kommt, ihr Herzen, kommt mit Hoffen, Kommt, die Liebesthür steht offen In dem süßen Jesu- Herz. 3um Herzen Mariä. 140. Mariä Herz, dich grüß', o Gnadenthron! Dein' Strahlen zu mir wend', Lieb'sflammen zu mir send', O schönste Conn'! 2. Auf Demuth gründest dich, O höchstes Herz! Gib, daß imgleichen ich Bor Gott vernichte mich In Reu' und Schmerz. 3. Armuth liebend Herz, Mein Herz regier'! Daß es die Welt veracht', Dem höchsten Gut nachtracht', Gleich werde dir. 4. Der Keuschheit voller Glanz Dich schön bekleid't! Dir gleicht kein Engelchor, Weit allen gehst du vor In Reinigkeit. 5. Gehorsam jederzeit Warst du bereit; Der größte Trost dies war, Der dir blieb immerdar In Kreuz und Leid. 6. Du warst mit Jesu Herz Durch Liebesband Ein einzig Herz allein; Hiemit auch mein's verein', Nimm's hin zum Pfand. 7. Ofich're Himmelspfort', Mariä Herz! Wer will glückselig sein, Durch dich gelangt allein Zu Jesu Herz. 8. Hoffnung meiner Seel', Mein Heil nach Gott! Mein Herz in dich schließ ein, Von Sünden halt es rein Bis in den Tod. Eitelkeit der Welt. 141. Sag, was hilft alle Welt Mit ihrem Gut Verschiedene Gesänge. 373 und Geld! Alles verschwind't geschwind Gleich wie der Rauch im Wind. 2. Was hilft ein hoher Thron, Zepter und gold'ne Kron', Zepter und Regiment Hat alles bald ein End'. 3. Was hilft es, schön zu sein, Ist nur ein eitler Schein; Rosen, die fallen ab, Schönheit vergeht im Grab. 4. Was ist des Fleisches Lieb', Nichts als ein falscher Dieb; Freuden der Eitelkeit Rauben die Himmelsfreud'. 5. O du mein lieber Christ, Denke, wie blind du bist, Wenn du für Eitelkeit Gäbest die ew'geFreud. 6. Gib doch, o Jesu, Gnad', Daß uns die Welt nicht schad'; Falsch ist die lose Welt, Mit ihrem Gut und Geld. 7. Gib doch, o Jesu, Gnad', Daß uns die Pracht nicht schad', Ehr und Pracht lauter Dunst, Wie alle Menschengunst. 8. Gib doch, o Jesu, Gnad', daß uns das Fleisch nicht schad'; Augenlust, Fleischestrieb Tilge durch deine Lieb'. 9. Gib doch, o Jesu, Gnad', Daß wir dich früh und spat Suchen in dieser Zeit, Finden in Ewigkeit. Die Ewigkeit. 142. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch schnell zu dir eilt unsre Zeit, Gleichwie das Schlachtroß in den Streit, Das Schiff im Sturme zum Gestad, Der schnelle Pfeil vom Bogen ab. Betracht, o Mensch, die Ewigkeit. 2. O Ewigkeit 2c. Gleich wie an einer Kugel 374 Verschiedene Gesänge. rund Kein Anfang und kein Ende kund, Also, 0 Ewigkeit, an dir Nicht Ein- und Ausgang finden wir. Be Betracht 2. 3. Ewigkeit zc. Du bist ein Ring unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt Allezeit, Niemals, so heißt der Umkreis dein, Denn niemals wird ein Ende sein. 4. DEwigkeit zc. Sollt tragen fort ein Vogel klein Der ganzen Welt Sandkörnelein, Und nähm nur eins all tausend Jahr, Die Ewigkeit blieb, wie sie war. 5. O Ewigkeit 2c. Den Sand im Meer, die Tropfen all' Kann man begreifen mit der Zahl; Die Ewigkeit stets eilt und weilt, Hat keinen Bruch, bleibt ungetheilt. 6. Ewigkeit 2c. Hör', Mensch, so lange Gott wird sein, So lang' wird sein der Hölle Pein, So lang' wird sein des Himmels Freud', O lange Freud', o langes Leid. 7. Ewigkeit 2c. Ein Augenblick währt alle Freud', Dadurch man kommt ins ew'ge Leid! Ein Augenblick währt alles Leid', Dadurch man kommt in ew'ge Freud'. Der Werth der Seele. 10 143. edle Seel'! O theurer Werth! Wie Wen'ge dich betrachten! O schönstes Gut auf dieser Erd, Wer sollt' dich nicht hochachten? Dir ist die ganze Welt zu klein, Nichts gibt dir Ruh' auf Erden; In Gott allein soll Ruh' dir sein, Gott will dein Erbtheil werden. 2. O schöne Seel', durch Gottes Hand Mit Gaben reich) gezieret, Ach weh! wer dich, o edles Verschiedene Gefänge. 375 PfandDurch Sünd'um nichts verlieret, Mensch! was nüßt all' Geld und Gut, All' Ehr' sammt kurzen Freuden, Wenn deine Seel' zur Höllenglut Verdammt, soll allzeit leiden? ARDE 3. Das Weltgebäud' schau an, o Christ, Dies alles wird vergehen, Die Seel' allein unsterblich ist, Auf ewig muß bestehen: Wird ewig sein im Freudensaal, Wenn sie ihr Ziel erreichet, Sonst leiden muß all' Pein und Qual, Wenn sie von Gott abweichet. 4. Nur eine Seel' befizest du, Geht diese einst verloren, Dann findest du nie Rast, nie Ruh': Ach, wärst du nicht geboren! Dann wird die Reu', das Weh und Ach Dein armes Herz stets plagen, Stets wider dich schreit es um Rach', Der Wurm wird ewig nagen. 5. Darme Seel', was denkst du noch! Fang an die Sünd' zu meiden; Die schwere Last, das Sündenjoch, Willst du noch länger leiden? Ach, mach' durch wahre Buß' dich frei, Zerreiß des Lasters Ketten; Noch helfen kann dir wahre Reu', Sonst wird dich nichts erretten. Denk an den Tod. 144. Wie schnell entflieht die Lebenszeit! Ich eil' mit jedem Tag zum Grabe; Es nimmt mich auf die Ewigkeit, Wenn ich den Lauf vollendet habe. Gedenk, o Mensch, an deinen Tod; Die Zeit ist kurz, nur Eins thut Noth. 2. Ach lebe, wie du, wann du stirbst, Einst wünschen wirst, gelebt zu haben! Ein reines Herz, das du erwirbst, Wird dich mit Trost im Tode laben; 376 Verschiedene Gesäånge. Dann schrecket dich auch kein Gericht; Denn Gott ist deine Zuversicht. 3. Tritt oft im Geist zum Grabe hin, Und siehe dein Gebein versenken, Und sprich: Herr! daß ich Erde bin, Das lehr' Du mich mit Ernst bedenken; Ach, lehre Du mich's jeden Tag, Damit ich weiser werden mag. 4. Erheb' mich ganz zu Dir, o Herr! Laß stets mich auf mein Ende schauen; Dann wirst Du auch, Allgütiger! Auf dessen Treue wir vertrauen, Mit deiner Gnade mich erfreu'n, Und mir im Tode gnädig sein. Trost im Todeskampfe. 145. Was plagt mich Angst und Noth? Bin ich nicht, o mein Gott, Ein Pilger hier auf Erden? Verlohnt sich's wohl der Müh', Daß ich mich kränke hie, Wie lang wird's mit mir werden. Dann bin ich Staub, Des Grabes Raub, Vermodert und verwesen. 2. Ogroße Eitelkeit, um diese kurze Zeit, Um diese wen'gen Jahre! Nachdem du Sorg' und Last Und Qual getragen haft, Dann liegst du auf der Babre. Sclav oder Fürst, Gilt gleich, duwirst Im Grab der Würmer Speise. 3. Was kann die ganze Welt Mit allem Gut und Geld, Was kann sie, Mensch, dir nüßen? Sei wie der Prasser reich, Und herrsch' Monarchen gleich, Nichts vor dem Tod kann schüßen. Der Tod verlacht Die schnöde Macht Der Sterblichen auf Erden. 4. Wenn wir im Todesschweiß uns auf die letzte Reis' Zur Ewigkeit anschicken; Was kann Verschiedene Gesänge. 377 das matte Herz Im Jammer, Weh und Schmerz, Was kann es dann erquicken? Nur Gott allein Kann Trost verleih'n In diesem sauern Kampfe. 5. Dein Kreuz, o Jesu Christ! An dem Du für mich bist In Angst und Qual erblasset, An dem hängt mein Vertrau'n; Nach Dir nur will ich schau'n, Dich halt ich fest umfasset; Mit Dir, v Gott! Will ich den Tod Einst standhaft überwinden. Um eine felige Sterbestunde. 146. Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott, Der Du litt'st Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst, Und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitt' durch's bittreLeiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein, Wenn ich einst komm in Sterbensnoth Und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht das Augenlicht, Das Ohr nicht hört, der Mund nicht spricht, Wenn mir vor Angst das Herze bricht, O Jesu, dann verlaß mich nicht. 4. Komm mir zu Hülf vom Himmelsfaal, Verfürze mir des Todes Qual, Die bösen Geister von mir treib', Mit deinem Geiste bei mir bleib'! 5. Wenn sich die Seel' vom Leib abwend't, So nimm sie, Herr, in deine Händ'; Dem Leib gib in der Erde Ruh', Bis naht der jüngste Tag herzu. 6. Froh' Auferstehung mir verleih', Im Weltgericht mir gnädig sei; Auch meiner Sünd' nicht mehr gedenk, Aus Gnad' mir ew'ges Leben schenk. Sehnsucht nach dem Himmel. 147. Fort aus der Welt! Sie gibt nur Schein und bittre Freuden, Ist voll von Irrthum, Trug 378 Verschiedene Gesänge. und Leiden! Die arme Welt hat nichts, das mir gefällt: Fort aus der Welt! 2. Dem Himmel zu! Da lebt man erst im rechten Frieden. Von allem Elend abgeschieden. Nur fort, o such' im Wechsel keine Ruh', Dem Himmel zu. 3. Du stilles Land! Die hier für ihren Herrn gestritten, Die lohnst du dort in Friedenshütten; Ruh' gibst du ihnen nach dem Kreuzesstand, Du stilles Land! 4. Ich sehne mich, Und eil' zu dir mit Kindesfreude, O käm' doch meine Stund' noch heute; Wann schau' in dir doch meinen Jesus ich? Ich sehne mich! 5. Du Herr allein Kannst stillen dieses heiße Sehnen; Dich sucht mein Herz mit stillen Thränen! Erlösen fannst von dieser Heimwehpein Du Herr allein. 6. Erlös' mich doch! Ach langes Leben, viele Sünden! Der Leib läßt auch nur Last empfinden, Dies Leben ist für mich ein schweres Joch; Erlös mich doch. 7. Komm, Jesu, komm, Führ' aus dem Kerker meine Seele, Ruf einst den Leib aus Grabeshöhle! Bei Dir nur bin ich selig, froh und fromm; Komm, Jeſu, komm! Das Weltgericht. 148. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, der Gottessohn, Er kommt und Wolken sind sein Thron, Er kommt, die Welt zu richten. Verschiedene Gesänge. 379 2. Er kommt, es flieht der Sonnen Heer, Und alle Sterne fallen; Die Erde glüht, ein Feuermeer, Posaunentöne schallen; Dann schwebt, wo jetzt die Sonne glänzt, Vom Himmelsgeisterchor umkränzt, Der Thron des Weltenrichters. 3. Er sendet aus die Engelschaar, Die Todten aufzurufen: Und alles lebt, und stellt sich dar Vor seines Thrones Stufen. Was wird das Loos der Sünder sein? Sie rufen: Berge stürzet ein, Vergrabt uns in der Tiefe. 4. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, Hier steh'n die Millionen, Tie seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, Entlarvt, gekannt vor aller Welt; Des Richters Urtheil wird gefällt- Zum Leben und zum Tode. 5. Das Kreuz, das einst die Welt versöhnt, Erscheint in lichten Flammen; Des Welterlösers Wort ertönt, Die Sünder zu verdammen: Entfernet, ihr Verfluchten, euch Von mir ins ew'ge Flammenreich, Ins Reich) verworf'ner Geister. 6. Herr, mit den Strahlen deines Licht's Erleuchte uns're Pfade, Und von dem Thron des Weltgericht's Sprich aus das Wort der Gnade! Kommt, Auserwählte, freuet Euch, Besizet eures Baters Reich, Das Reich der sel'gen Geister! 7. O Heiland, laß uns dein Gericht Mit stetem Ernst bedenken, Gs stärke uns're Zuversicht, So oft uns Leiden kränken; Es lehre uns gewissenhaft Und eingedenk der Rechenschaft, Nach deinem Worte handeln. 380 Ambrostanischer Lobgesang. Ambrosianischer Lobgesang. 149. Großer Gott, wir loben Dich; Herr, wir preisen deine Stärke; Vor Dir neigt die Erde sich Und bewundert deine Werke, Wie Du warst vor aller Zeit, Eo bleibst Du in Ewigkeit. 2. Alles, was Dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen Dir ein Loblied an, Alle Engel, die Dir dienen, Rufen Dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig, heilig zu! 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron' empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, o Vater, Dir zum Preis Singt die heilige Gemeine. Sie ehrt auch auf deinem Thron Deinen eingebor'nen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren, Und mit Troste kräftig speist; Der, o König voller Ehren, Der mit Dir, Herr Jesu Christ! Und dem Vater ewig ist. 7. Du des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von dei nem Thron Zu uns auf die Welt gekommen, Gnade hast Du uns gebracht Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Bater Ambrosianischer Lobgesang. 381 vor, Wenn wir kindlich auf dich hoffen, Endlich kommst du zum Gericht; Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh, Herr! deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frei, Als du für uns hast gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu dir in den Himmel auf. 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne Herr! dein Erbe; Leit' uns auf der rechten Babn, Daß der Feind uns nicht verderbe: Hilf, daß wir durch Buß' und Fleh'n Dich im Himmel mögen seh'n. 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten dir Ebre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sün= den heut', Und vom Laster sein befreit. 12. Herr! erbarm, erbarme dich! Ueber uns, Herr! sei dein Segen, Deine Güte zeige fich, Co wie wir zu hoffen pflegen; Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein. 150. Derselbe Lobgesang. Te Deum laudamus!* Dich Gott loben wir! Dich o Herr, bekennen wir. Dich, den ewigen Vater, betet in Ehrfurcht der Erdkreis an. Dir singen alle Engel, Dir die Himmel und alle Mächte; Dir die Cherubim und Seraphim, mit unaufhörlicher Stimme ausrufend: Heilig, heilig, heilig dir Herr Gott Sabaoth. te Dominum confitemur. Te aeternum Patrem* omnis terra veneratur. Tibi omnes Angeli,* tibi Icoeli et universae Potestates; Tibi Cherubim et Seraphim incessabili voci proclamant: Sanctus, sanctus, sanctus,* Dominus Deus Sabaoth. 382 Ambrosianischer Lobgesang. Pleni sunt coeli et terra* majestatis gloriae tuae. Te gloriosus* Apostolorum Chorus; Te Prophetarum* laudabilis numerus; Te Martyrum candidatus* laudat exercitus; Te per orbem terrarum* sancta confitetur Ecclesia, Patrem immensae majestatis, Venerandum tuum verum* et unicum Filium. Sanctum quoque* Paraclitum spiritum. Tu Rex gloriae,* Christe, Tu Patris sempiternus es filius. Tu ad liberandum suscepturus hominem horruisti virginis utenon rum. Tu devicto mortis aculeo* credentibus regna coelorum. aperuisti Tu ad dexteram Dei sedes,* in Gloria Patris. Judex crederis esse venturus. Te ergo, quaesumus, tuis famulis subveni,* quos pretioso sanguine redemisti. Himmel und Erde sind voll von deines Ruhmes Herrlichkeit. Dich preist der Apostel glorreicher Chor; Dich der Propheten ehrwürdige Zahl; Dich der Martyrer glänzende Heerschaar; Dich bekennet über den Erdfreis die heilige Kirche, Dich, den Vater unermeßlicher Majestät, Und deinen anbetungswür digen, wahren und einzigen Sohn. Wie den heiligen Geist, den Tröster. O König der Herrlichkeit, Christus. Du bist des Baters ewiger Sohn. Du hast, um den Menschen zu erlösen, nicht verschmähet den Schooß der Jungfrau; Du hast den Stachel des Todes überwunden und den Gläubigen geöffnet die Reiche der Himmel. Du sigest zur Rechten Got= tes in der Herrlichkeit des Baters; Und wirst dereinst wiederfehren als Richter. Darum bitten wir dich, stehe deinen Dienern bei, die Du mit deinem kostbaren Blute erkauft hast. Sacraments- Gesånge. 383 Aeterna fac* cum Sanctis Gib, daß wir in ewiger tuis in gloria numerari. Herrlichkeit zu deinen Heiligen gezählet werden. Rette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbtheil. Salvum fac populum tuum, Domine et benedic haereditati tuae. Et rege eos, illos usque in aeternum. Per singulos dies* beneet extolle Leite Du sie, und erhöhe fie bis in Ewigkeit. Alle Tage preisen wir Dich, dicimus te, Et laudamus nomen tuum in saeculum* et in saeculum saeculi. Dignare, Domine, die isto,* sine peccato nos custodire. Miserere nostri, Domine,* miserere nostri. Fiat misericordia tua, Domine, super nos, quemadmodum speravimus in te. In te, Domine, speravi, non confundar in aeternum. v. Benedicamus Patrem et Filium cum sancto Spiritu. R. Laudemus et superexaltemus eum in saecula. Und loben deinen Namen unaufhörlich in alle Ewigfeit. Würdige Dich, o Herr, uns an diesem Tage vorSünde zu bewahren. Erbarme Dich unser, o Herr, erbarme dich unser. Deine Barmherzigkeit, o Herr, walte über uns, wie wir gehofft haben auf Dich. Auf Dich, o Herr, habe ich gehofft, ich werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden. v. 2affet uns benedeien den Vater und den Sohn mit dem h. Geist. R. 2asset uns ihn loben und erheben in Ewigkeit. Sacraments- Gesänge. 151. Pange lingua, gloriosi Preiset Lippen, das Geheimniß Corporis mysterium Sanguinisque pretiosi Quem in mundi pretium Fructus ventris generosi, Rex effudit gentium. Jenes Leibs voll Herrlichkeit; Jenes unschäßbaren Blutes, Das zum Lösegeld der Welt, Er, der holden Mutter Sprosſe, Er, der Völker Herr, vergoß. 384 Sacraments- Gesånge. 2. Nobis datus, nobis natus 2. Uns geschenket, uns geEx intacta virgine, boren Et in mundo conversatus Aus der reinen Jungfrau Sparso verbi semine, Sui moras incolatus Miro clausit ordine. 3. In supremae nocte coenae, Recumbens cum fratribus, Observata lege plene Cibis in legalibus, Cibum turbae duodenae Se dat suis manibus. 4. Verbum caro, panem verum Verbo carnem efficit Fitque sanguis Christi merum; Etsi sensus deficit, Ad firmandum cor sincerum Sola fides sufficit. Hat bloßGlaubeKraft genug. 5. Tantum ergo Sacra- 5. 2affet uns mit Ehrfurcht mentum feiern Veneremur cernui Et antiquum documentum Novo cedat ritui; Praestet fides supplemenSchooß, Wandelt er voll Huld auf Erden, Streut des Wortes Samen aus, Und mit wunderbarer Stif tung Schließt er seinen Lebenslauf. 3. In der Nacht, beim letzten Mahle, Von der Brüder Schaar umringt, Ißt er treu dem alten Bunde Das bestimmte Ostermahl; Reicht den Zwölfen dann zur Speise, Sich mit eignen Händen dar. 4. Von dem Wort, das Fleisch geworden, Wird durch's Wort das Brod in Fleisch, In sein Blut der Wein verwandelt. 3war erreicht der Sinn es nicht; Doch ein redlich Herz zu stärken tum Sensuum defectui, Dies erhab'ne Sakrament. Hier sind keine alten Bilder, Neu ist unser Liebesmahl, Und der Glaube muß enthüllen, Was dem schwachen Sinn entgeht. Sacramentsgesånge. 385 6. Genitori, Genito que 6. Dir o Vater in dem Laus et jubilatio, Himmel, Salus honor, virtus quo- Dir o eingeborner Sohn! Schallen unsreDankeslieder, Kraft und Segen strömt von euch. Geist des Vaters, Geist des Sohnes, Dir gebührt ein gleicher Ruhm. que Sit et benedictio. Procedenti ab utroque Compar sit laudatio. 152. 2. Laudis thema specialis Panis vivus et vitalis Hodie proponitur. Quem in sacrae mensa coenae, Turbae fratrum duodenae Datum non ambigitur. 3. Sit laus plena, sit sonora, Sit jucunda, sit decora Mentis jubilatio Dies namque est solennis In qua hujus fit perennis Coenae recordatio. 4. In hac mensa novi regis Novum Pascha novae legis Phase vetus terminat. Nam vetustas novitati, Umbra cedit veritati Noctem lux elliminat. 5. Quod in coena Christus gessit Faciendum hoc expressit In sui memoriam. Docti sacris institutis, Panem vinum in salutis Consecramus hostiam. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Poblied an! Preis nach Kräften seine Würde, Da tein Lobspruch, keine Zierde Seinen Werth erreichen kann. 2.Laßt uns heut das Brod erheben, Das der Herr zum ewigen Leben Sterbend seinen Jüngern beut; Da er bei dem Abendmahle Ihnen sich zum ersten Male Liebend sich zur Speise weiht. 3. Laut foll unser Lob erschallen Und das Herz in Freude wallen, Denn der Tag hat sich genaht, Da der Herr zum Tisch der Gnaden Uns zum ersten Mal geladen Und das Brod geopfert hat. 4.Stattdesunvollkommnnen alten, Statt des Osterlamms erhalten Wir ein neues Sacrament! Ja, der Wahrheit muß das Zeichen Und die Nacht dem Lichte weichen, Nacht und Schatten sind zu End'! 5. Was von Christus dortgeschehen, Was wir so wie er begeben, Mahnet uns an seinen Tod; Um ihn würdig zu verehren Nach der Vorschrift seiner Lehren, Weihen wir ihm Wein und Brod. 6. Dogma datur Christianis, 6. Doch nach unsers Glaubens Quod in carnem transit panis, Et vinum in sanguinem. Quod non capis, quod nonvides, Animosa firmat fides, Praeter rerum ordinem. 7. Sub diversis speciebus Lauda, Sion, Salvatorem Lauda ducem et pastorem In hymnis et canticis Quantum potes, tantum aude, Quia major omni laude Nec laudare sufficis. Lehren Ist das Brod, das wir berehren, Christi Leib, sein Blut der Wein. Was dem Auge fich entziehet, Dem Verstande selbst entfliehet, Sieht des Herzens Glaube ein. 7. 3wei verschiedene Gestalten, 17 Sacramentsgesänge. 386 Signis tantum et non rebus Latent res eximiae: Caro cibus, sanguis potus Manet tamen Christus totus Sub utraque specie. 8. A sumente non concisus, Non confractus, non divisus, Integer accipitur. Sumit unus, sumunt mille, Quantum isti, tantum ille; Nec sumptus consumitur. 9. Sumunt boni, sumunt mali, Sorte tamen in aequali Vitae vel interitus; Mors et inalis, vita bonis. Vide paris sumptionis Quam sit dispar exitus! 10. Fratrum demum sacramento Ne vacilles, sed memento Tantum esse subfragmento Quantum toto tegitur Nulla rei fit scissura, Signi tantum fit fractura Qua nec status, nec statura Signati minuitur. 11. Ecce panis angelorum Factus cibus viatorum Vere panis filiorum Non mittendus canibus. In figuris praesignatur; Cum Isaac immolatur, Agnus paschae deputatur Datur manna patribus. 12. Bone pastor, panis vere, Jesu, nostri miserere Die nur Zeichen sind, enthalten Dinge groß und wunderbar: Blut zum Trank und Fleisch zur Speise Tu nos pasce, nos tuere Tu nos bona fac videre In terra viventium. Und doch reicht auf beide Weise Unser Heiland ganz sich dar. 8. Nicht zertheilet, nein voll1024 kommen, Ganz wird er von dem genommen, Der von diesem Mahle ist; Einer ist und Tausend effen Von dem Liebesmahl; indessen Bleibt er immer, was er ist. 9. Gute kommen, Böse kommen, Beide haben ihn genommen, Doch wie ungleich wirkt diesBrod! Bösen wird es Tod und Hölle, Guten thres Heiles Quelle, Diesen Leben, jenen Tod! 10. Theilet mandie Brodsgestalten, So wird jeder Theil enthalten, Was das Ganze auch enthält, Nicht das Wesen, nur das Zeichen, Muß hier der Bertheilung weichen, Jenes bleibet unentstellt. 11. Christen, seht die Engelspeise, Deren auf der Pilgerreise Dieses Lebens wir uns freun! Sehet hier das Brod der Kinder, Nicht das MahlverstockterSünder, Die den Tisch des Herrn entweihn! 12. Guter Hirt, Du wahre Speise! Jesus, stäre uns auf der Reise 3u des Himmels felgem Reich"! Nähr' uns hier im Thränenthale, Ruf uns dort zum Hochzeitsmable, Tu, qui cuncto scis et vales, Mach uns deinen Heil'gen gleich! Qui nos pascis hic mortales, Tuos ibi commensales, Cohaeredes et sodales Fac sanctorum civium. Amen. Beim Segen mit dem h. Sacramente. 1. Tantum ergo Sacra- 1. Tief gebeugt laßt uns mentum, Veneremur cer- verebren Dieses große Sanui Et antiquum docu- crament. Weichet nun, ibr Novo cedat alten Lehren, Unserm neuen mentum Fronleichnamsgesänge: 387 ritui, Praestet fides Testament. Was die Sinne suplementum Sensuum nicht gewähren, Sicht der defectui. Glaube, der Gott fennt. 2. Genitori genitoque 2. Großer Bater, sei ge= Laus et jubilatio, Salus ehret! Mit dem Geist sei honor virtus quoque Sit Dir, o Sohn, Heil und et benedictio, Procedenti Dank und Ruhm gewähret! ab utroque Compar sit Segen komme von dem Thron laudatio. Amen. Deiner Liebe, die uns nähret, Sei Du selbst dort unfer Lobn. - * - 3. Defensor noster 3. Gott, der Du unser aspice, Insidiantes re- Retter bist. Zerstör' der prime, Guberna tuos fa- Feinde Macht und Lift, O mulos, Quos sanguine segn' uns+ Jesu, höchstes Gut, Wir sind erkauft mit Deinem Blut. mercatus es. Fronleichnams- Gesänge. Beim ersten Altare." Pr. Panem de coelo prae- Pr. Brod vom Himmel stitisti eis, alleluja. bast Du ihnen gegeben, alleluja! Ora Gem. Omne delectamen- Gem. Welches alle Süßigtum in se habentem, feiten in sich schließt, alle= alleluja! luja! sit Pr. A fulgure et tem- Pr. Vom Blig und Ungepestate, witter, Gem. Libera nos domine Gem. Befreie uns, o Heer Jesu Christe. Jesus Christus! cont Pr. Fiat misericordia tua, Pr. Laß, o Herr, Deine Domine, super nos. Barmherzigkeit über uns ught fommen. Gem. Quemadmodum spe- Gem. Gleichwie wir gehofft ravimus in te! haben auf Dich. Pr. Domine, exaudi ora- Pr. Herr, erhöre mein Getionem meam. Gem. Et clamor meus ad te veniat!, bet, Gem. Und mein Rufen ges lange zu Dir 20 17* 388 Fronleichnamsgesänge. Pr. Dominus vobiscum. Pr. Der Herr sei mit eud Sem. Et cum spiritu tuo! Gem.Und mit Deinem Geiste Pr. Sit nomen Domini Pr. Der Name des Herr sei gebenederet. benedictum. Sem. Ex hoc nunc et us- Gem. Von nun an bis i que in Saeculum! Ewigkeit. Pr. Adjutorium nostrum Pr. Unsere Hülfe ist in in nomine Domini, Namen des Herrn, Gem. Qui fecit coelum et Gem. Der Himmel und Erd gemacht hat. terram, Pr. Benedictio Dei omni- Pr. Der Segen des all potentis Patris et Fi- mächtigen Gottes de liitet Spiritus Sanctit Baters+ des Soh descendat super nos et nes und des heilige fructus terrae et maneat Geistest tomme hera semper. auf uns und die Frücht der Erde, und bleit allezeit. Gem. Amen. Beim zweiten Altare. Pr. Panem coeli dedit eis, Pr. Brod vom Himmel ho alleluja! 373 Er ihnen gegeben, allelujGem. Panem Angelorum Gem. Brod der Engel a manducavit homo, all. nießt der Mensch, alleluja Pr. A fulgere et tem- Pr. Vom Blig und Ung pestate etc. wie oben. witter 2e. wie oben. edio Gem. Amen. Beim dritten Altare. Pr. Cibavit eos ex adipe Pr. Er speisete sie mit den frumenti, alleluja! Fette des Weizens, alle Sem. Et de petra melle Gem. Und sättigte sie m saturavit eos, alleluja! Honig vom Felsen, alle Pr. A fulgure et tem- Pr. Bon Bliz und Ung pestate etc. wie oben. witter 2c. wie oben. Beim vierten Altare. Pr. Educas panem de Pr. Laß Brod wachsen au terra, alleluja! der Erde, alleluja. Gem. Et vinum laetificet Gem. Und Wein des Men cor hominis, alleluja! schen Herz erfreuen, alle Fronleichnamsgesänge. 389 Pr. A fulgure et tem- Pr. Vom Blizz und Unge= pestate etc. wie oben. witter 2c. wie oben. In der Kirche. Pr. Benedicamus Patrem Pr. Lasset uns preisen den et Filium cum sancto Vater und den Sohn Spiritu. fammt dem heil. Geist. Gem. Laudemus et su- Gem. Laffet uns ihn loben perexaltemus eum in und erheben in Ewigkeit. saecula. Beim Segen. 0 salutaris hostia Quae Obril'ge Hostie fei gegrüßt, coeli pandis ostium Bella premunt hostilia Da robur fer auxilium. Uni trinoque Domino, Sit sempiterna gloria, Qui sine termino Die une des Himmels Thor erschließt! Uns drückt der Feinde schwerer Krieg, Verleih uns Kraft und hilf zum Sieg. Dem einen und dreieinen Herrn sei Ehre bis in alle Fern'! Er schenke Nobis donet in patria. uns mit milder Hand Amen. Das ew'ge Heil im Vas terland. Amen. vitam Im Hochamte nach der Epistel. Pr. Ecce panis ange- Pr. Sebet da die Engel- z lorum. speise. Gem. Factus cibus via- Gem. Die uns Pilger stärkt torum Vere panis filiorum Non mittendus canibus. und nährt, Wer sie ist, ges denke immer, Daß fie Kindern, nicht den Sündern angehört. In der Charwoche. 2703 Pr. O crux ave, spes Pr. Kreuz, Hoffnung der Christenheit. unica. Gem. Hoc passionis tem- Gem. In dieser heil. Leipore Auge piis justitiam Reisque dona veniam. denszeit Mebr' Frommen die Gerechtigkeit und Sündern schenk Barmherzigkeit. 390 spatianbarbichishnors Anhang. otouse 3 weiter Theil. Meßgesänge. 291919 nipoase chamad Fünfter Meßgesang.ng ito ( Für Festtage.) dos af Hiteod sig alla C Zum Introitus. 153. Wir treten, höchster Herr! mun hin Bo Deinen Gnadenthron, Um Dir zu weihen Her und Sinn, zu opfern Deinen Sohn. Ja, wi bekennen feierlich Hier unsern Glauben, wo wiDich Vereint anbetend froh erhöhn Und andachtsvoll um Gnade flehn: O Gott der Huld. - Erzeig uns Deine Huld! 12. Dir dürfen Reine ohne Scheu Sich nahen! aber wir Wir fündigten, beschämt vor Neu Gestehen wir's vor Dir: Doch Du verschmähst den Sünder nicht, Der Besserung in Ernst verspricht. Erhör' des Priesters Flehr für uns! O Gott erbarm Dich über uns 31 dieser Zeit und in der Ewigkeit. - Zum Gloria. 154. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede der Guten auf Erden! Lob Dir und Preis und Anbetung, Dank Dir, Du großer Begnad'ger. König Meßgesänge. 391 des Himmels, allmächtiger Vater! Herr, Eingeborner, Jesu, Gesalbter, Gott, Du Lamm Gottes, des Vaters Sohn.o 2. Mächtiger Tilger der Sünden! Gnädig erbarme Dich unser! Sißend zur Rechten des Baters, Hör uns, wir flehen um Gnade. Jesu, nur Du mit dem heiligen Geiste Bist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, Herr, Du der Heil'ge, der Höchste Du. 3um Offertorium. 155. Gott, was kann der Mensch Dir schenken, Dir dem Herrn der ganzen Welt, Dir, durch den die Geister denken, Dir, der alle Ding' erhält? Willst Du unser Gut und Leben? Freudig sei's Dir hingegeben; Denn Du liebst uns beides nur, Bater, Schöpfer der Natur. ga 10 2. Doch von allem, was wir haben, Willst Du unser Herz allein, Mit des Priesters Opfergaben Soll es Dir geheiligt sein. Sowie Jesus Deinen Willen Suchte standhaft zu erfüllen: Also, Va= ter, wollen wir Leben und auch sterben Dir. Zum Sanctus. 156. Dreimal heilig sei gepriesen, Unser Herr Gott Sabaoth, Der uns Gnade hat erwiesen. Himmel, Erde, großer Gott, Sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigenthum, Der da kommt in deinem Namen, Sei gebenedeiet! Amen. Nach der Wandlung. 157. Hier bet' ich auf den Knieen, Verborg'ner Gott! Dich an, Ich will mich nicht bemühen; Das, was Du hier gethan, Mit Sinnen zu erschauen; 392 Meßgesänge. Dein Wort muß mir allein- Ihm kann ich fest vertrauen Der Grund des Glaubens sein. 2. Die Gottheit war verhüllet Allein am Kreuzaltar, Hier aber ist verhüllet Die Mensch beit auch sogar. Dies Denkmal deiner Güte, Dies wahre Himmelsbrod Erinnere mein Ge müthe, O Herr, an Deinen Tod. 3. Wasch mich von meinen Sünden, O Jesus durch Dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut, Laß bald die Hülle fallen, Erschein im vollen Licht Und zeige mir und Allen Dein glorreich Angesicht. - Sechster Meßgesang. Mutter- Gottes- Festen.) 3um Introitus. ( An 158. Laßt uns Christen mit Vertrauen Auf die Mutter Gottes schauen, Sie erbittet uns bei Goit Hilf und Trost in aller Noth. 2. Sie verläßt uns Arme nicht; Dort vor Gottes Angesicht Fleht mit mütterlichem Sinn Sie für uns als Mittlerin. 3. Kommt denn All' beschwert mit Leid, Die ihr guten Willens seid, Naht Maria mit Bertraun! Gott wird gnädig auf Euch schaun. Zum Gloria. 159. Laßt uns Freudenlieder fingen, Loben Gott mit Jubelschall; Von dem Jubel soll erklingen Rings das weite Erdenthal. 134 2. Preist die väterliche Güte, Die der Welt, mit Fluch bedeckt, Aus jungfräulichem Geblüte Einen Netter hat erweckt. Meßgesänge. 393 3. Bringt mit uns, ihr Himmelsheere Im vereinten Lobgesang Unserm Gotte Preis und Ehre, Bringet seiner Güte Danf.diag 3um Offertorium. Au 160. Die du in der Glorie lebeft Uleber allen Engeln schwebest, O Maria, steh uns bei, Daß uns Gott barmherzig sei. 2. Daß vor ihm wir Gnade finden, Da wir ihm für unsere Sünden Durch den Priester am Altar Unser Opfer bringen dar. 3. Gott wird um der Mutter willen Unser Flehen gern erfüllen, Daß dies Opfer, so wir weihn, Sündern möge heilsam sein. 731 3um Sanctus.AV 161. Heilig, beilig, heilig, Unaussprechlich heilig, Unser Gott und unser Herr, Du, o Unerforschlicher, Unaussprechlich heilig. 2. Heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich beilig, Der stets sein wird, ist und war, Den Maria uns gebar; Unaussprechlich heilig. 3. Heilig, beilig, heilig, Unaussprechlich heilig, Du o Geist, des Höchsten Kraft, Der uns Menschen Heil verschafft; Unaussprechlich heilig. Nach der Wandlung. 162. Du wahrer Gottessohn, Herr Jesus Chrift, Der Du so wunderbar Bei uns auf dem Altar Zugegen bist. T 2. O sieb uns gnädig an, Du Heil der Welt, Der Du einst arm und bloß Lagst in der Mutter Schooß, Die Du erwählt. 3. An Deiner Herrlichkeit Nimmt sie nun Theil, Und fleht vor Deinem Thron, Die Mutter vor dem Sohn, Für unser Heil. 17** 394 Meßgesänge. 4. bör' der Mutter Flehn, Herr Jesus Christ, Daß nie dem eitlen Schein Wir unfre Seele weihn, Die Dein nur ist. and 5. Bußfertig schlagen wir An unser Herz: Vergib uns unsere Schuld, Herr, trag mit uns Geduld, Sieh unsern Schmerz. 6. Steh' unserer Schwachbeit bei! Lehr uns verstehn Den eing'gen besten Theil; Hilf uns den Weg zum Heile Demüthig gehn. ind Siebenter Meßgesang. ( Für die Verstorbenen.) adal 1011 ma 7101 07 Zum Introitus.. Fond 163. O Menschenvater! voll der Huld, Sieh gnädig auf die Seelen, Die wegen unbezahlter Schuld Der Läut'rung Flammen quälen. D Bater, sieh ihr schweres Leid, Das Sehnen ihrer Herzen, Verkürze ihre Leidenszeit Durdy Jesus Todesschmerzen. 1807 2. Mit ihrem Rufen einet sich Der Kirche heißes Flehen, Erbarme, Herr, der Armen Dich, Laß fie Dein Antlig sehen. O laß die Schuld getilget sein, Die sie von Dir geschieden, Daß sie, erlöst von ihrer Pein, Ausruhn im ew'gen Frieden. AU YG Bum Offertorium. 164. O nimm das Opfer an voll Huld, Das Lamm für uns getödtet, Deß heiliges Blut für unsre Schuld Den Kreuzesbaum geröthet! O Bater, nimm es gnädig an Für unserer Brütder Schulden, LaßDeinem Thron versöhnet nah'n, Die fern von Dir noch dulden. 3um Sanctus. ra 17 HLAIMER 165. Der Himmelschor vereinet sich Mit Dei Meßgesänge. 395 ner Kirche Flehn, Und bittet, Herr, durch Jesus Dich, Laß sie Dein Antlig sehen; Damit sie dort zu Deinem Ruhm Stets heilig, heilig fingen, Und ewig in dem Heiligthum Dir Dankeslieder bringen. Nach der Wandlung. 166. O Gott, vergib die Sündenschuld Den sehr bedrängten Seelen; Barmherz'ger, sieh mit Baterhuld Die Flammen, die sie quälen. Erhöre gnädig, da wir Dich für die Verstorbnen bitten; Gib, daß die Qualen enden sich, Die sie bisher gelitten. 2. Du liebtest sie noch mehr als wir, Und waren sie gleich Sünder, so sind sie doch ver= föhnt mit Dir Durch Jesus, Deine Kinder. Laß sie in ihrer Leidenszeit Als Vater Dich erkennen und bis zur vollen Herrlichkeit In Deiner Liebe brennen. 3. Geflossen, Jesus, ist Dein Blut Zur Tilgung unserer Sünden; Auch ihnen kommt Dein Tod zu gut, Laß fie Erquickung finden! Blick gnädig an ihr reu'ges Herz, Ihr unnennbares Dulden; Vergib durch Deinen Todesschmerz, Herr, was sie noch verschulden. 4. Du sagst es: ibr seid alle mein, Mir seid ihr übergeben; Wo ich bin, da sollt ihr auch sein Und mit mir ewig leben. So nimm sie, wie Dein Wort verheißt, zu Dir nach allen Leiden; Laß ihren rein gewordenen Geist Nichts nichts mehr von Dir scheiden. 5. Der Eingang in das Himmelreich Steht allen Frommen offen, Dort, ihr Verstorbuen, sehn wir euch, wie wir im Glauben hoffen. Ja, Herr, 396 Meßgesänge. Du thust mehr als wir flehn, Und mehr als wir verstehn; Erfreu uns durch ihr Wiederfehn, Wenn wir zum Vater gehen. Achter Meßgesang. ( Bei der Feier der ersten hl. Communion.) Mahnung der Gemeinde. 167. O Kinder! dieser Tag des Bundes Sei ewig eurem Herzen werth, Denn das Versprechen eures Mundes Hat der Allwissende gehört, Ihr jungen Christen, denket nach, Was heute euer Mund versprach. 10 Die Kinder: th Unserm Herzen soll die Stunde Ewig unver: geßlich sein; Mit dem Herzen, mit dem Munde Schwören wir Gott treu zu sein; Dieses Schwu res, dieser Pflicht Wollen wir vergessen nicht, Gott, der Alles weiß und richtet, Weiß, wozu wir uns verpflichtet. Die Gemeinde: Aufs Neue habt ihr euch verpfändet, Gott und der Tugend treu zu sein. Gott stärk' euch nun, daß ihr vollendet, Ihm euer Leben ganz zu weih'n. O heilig sei euch diese Pflicht! Vergesseto vergeßt sie nicht. Zum Introitus. 168. Gott, wir erscheinen auf Dein Wort Am heil gen Altar, Hier stellen am geweihtenOrt Sich) Deine Kinder dar. Durufft uns, Vater, selbst zu Dir, Der Gnadenstimme folgen wir. O ziehe unsern ganzen Sinn Und unsre Herzen zu Dir hin! Ja Herz und Sinn- Zieh Vater zu Dir hin. Meßgesänge. 3um Gloria. 169. Laßt uns mit findlich frohem Dank Den Gott der Lieb' erhöhen, Mit feierlichem Lobgesang des Heilands Mahl begehen! Preis sei dem Bater, der ihn gab! Preis sei dem Sobn! Er kam herab Und ward das Heil der Menschen. Zur Epistel. 170. O Gott, Du wollst uns gnädig sein Und huldreich blicken nieder Auf unsre Kinder! Sie find Dein, Sind Deines Reiches Glieder, Gib ihnen Vater, Sohn und Geist, Das Gute, das Dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben. 2. Ja, darum bitten wir, o Gott! Schüß sic auf ihren Wegen, Sei ihnen Helfer in der Noth, Gib ihnen Deinen Segen, Damit der Lüste Schmeichelei Nie ihren Geist und Leib entweih' In ihrem ganzen Leben. 397 Zum Evangelium. 171. Jesu, der Du einst die Kleinen, Ließest gern vor Dir erscheinen, Und sie segnend nahmest auf, Nimm, o Heiland aller Sünder, aus Erbarmen diese Kinder Als Erlöste gnädig auf! 2. Sie sind Dein, denn Deine Gnade Hat sie in dem heiligen Bade Dir zum Eigenthum erneut. Laß sie nie den Taufbund brechen, Laß sie, was sie heut versprechen, Treu bewahren allezeit. 3. Gott des Lichts! gib ihnen Stärke Zur Vollbringung guter Werke, Heil'ge sie Dir immer mehr, Daß sie, wenn es kommt zum Sterben, Jene ew'gen Gütererben, Dieverheißet Deine Lehr?! Zum Offertorium. 172. Was sollen wir für Gaben Dir, Herr, 398 Adventsgesänge. zum Opfer weihn? Ist, was wir sind und haben, Nicht alles, alles Dein? Ein Herz Dir ganz ergeben, Von jeder Sünde rein- Ein unschuldvolles Leben Soll unser Opfer sein. 2. Noch theurer, als die Gaben, die wir, 0 guter Gott, Bon Dir empfangen haben, Sei uns stets Dein Gebot. Gefeßz und Wohlthat fließen Von einem Vater her; So wenig als Genießen Sei uns Gehorsam schwer! dic Vor der hl. Communion. 173. Dir will ich mich ergeben, Dein will ich ewig sein, In Dir hab ich das Leben, In Dir will ich mich freuen. O Jesu, süße Speise, Du wahres Himmelsbrod, O stärk' mich auf der Reife Im Leben und im Tod. Adventsgesänge. 174. Wohlauf, nun laßt uns fingen all, Lobpreisen mit ganz süßem Schall Und danken mit Demüthigkeit Dem Vater aller Gütigkeit. 2. Wir arme Menschen allesammt, Wir waren zu dem Tod verdammt, Weil wir von Adam sind gebor'n Und an uns erben Gottes Zorn. 3. Dod) Gott hat mit Barmherzigkeit Be= trachtet unfer ewiges Leid, Und uns verheißen bald auf's neu Die Hülf' aus rechter Lieb und Treut. 4. Und was er uns verheißen hat Nach seiner Lieb und weisem Rath, Das hat er auch ge= leistet schon, Gesandt zum Heiland seinen Sohn. 5. In einer keuschen Jungfrau zart Ein wahrer Mensch empfangen ward, Wie andre Kinder wuchs er auf Nach menschlicher Natur und Lauf. Adventsgesänge. 399 6. Er ward dadurch uns Armen gleich, Zerstörte so des Teufels Reich, Ob's auch verschoben viele Jahr, So ist sein Wort doch endlich wahr. 7. Das ist die allergrößte That, So gnädig uns erzeiget hat Des höchsten Vaters Gütigkeit, Drum ſei ihm Lob in Ewigkeit. # 75. Aus hartem Web die Menschheit klagt, Sie stand in großen Sorgen: Wann kommt, der uns ist zugesagt, Wie lang' bleibt er verborgen? Herr und Gott,' sieh an die Noth, Laß Dich Dein Wort erwecken! Uns schreckt der Tod, die Hölle droht, Nett' uns von diesen Schrecken!":,: 2. Der Vater hört das Klaggeschrei Der ar= men lieben Kinder; Der heil'ge Geist, von Lieb und Tren, Will Gnade für die Sünder. Es spricht der Sohn: ,, Ach Vater mein, Den Jammer laß uns enden! Soll denn das Volk verloren sein? Will lieber selbst mich spenden." " 1 3. St. Gabriel, ein Engel rein, Beim Bater stand mit Cinnen; Gott sprach: Du sollst der Bote sein, So eile rasch von hinnen! Und fahr zur Jungfrau, die mir werth Vor allen ist auf Erden, Grüß sie und sprich: Vom Geist begehrt Soll sie bald Mutter werden." 4. Der Engel sich init Staunen beugt Und eilt durch Wolken nieder; Er fand die Jungfrau fromm verneigt, Still bekend für die Brüder. Er sprach: Maria gnadenvoll, Gegrüßt in Gott dem Herrn! Den, der die Welt erlösen soll, Sollst du, Jungfrau, gebären!" 5. Maria sah den Engel an, Gar heilig war ihr Sehen; Sie sprach: Ich weiß von keinem 400 Adventsgesänge. Mann, Wie soll mir das geschehen?" Der Engel sprach: ,, Gott ist mit dir, Sein Geist wird dich umfangen."-Ach Herr, dein Wort ges scheh an mir, Dein Will ist mein Verlangen!"" 6. Die Gottheit das mit Huld vernahm, Der Sohn verlangt zur Erde; Der heil'ge Geift bernieder kam, damit das Wort Fleisch werde. Maria still gesegnet war, Hat Gottes Sohn geboren. Es hat gewährt viertausend Jahr, Nun sind wir unverloren! - 6. Drum singen wir mit Freuden all' Bon dieser Jungfrau reine Und preisen mit dankreichem Schall Ihr Kindlein allgemeine; Und bitten, daß sie bei uns sei, Wann wir hier leiblich sterben, Auf daß durch ihre Fürbitt' treu Wir ewiges Leben erben. 176. ,, Ave Maria, gratia plena!" So grüßte der Engel die Jungfrau Maria In ihrem Ge= bet, darin fie saß. S 2. Maria, du sollst einen Sohn empfangen, Darnach trägt Himmel und Erde Verlan= gen, Daß Du eine Mutter des Herrn sollst sein." 3. Engel, wie soll denn das geschehen, Mein Herz kann nicht deinen Gruß verstehen, Da keinen Mann es erkennen mag. 4. ,, Der heilige Geist wird über dich kommen, Gleichwie der Thau fällt über die Blumen; Also wird Gott geboren sein." 5. Maria dies hörte mit frommem Begehren, Sie sprach: Ich bin eine Magd des Herrn, Nach deinem Worte geschehe mir!" 6. Die Engel, die fielen auf ihre Kniee, Sie Adventsgesänge. 401 sangen so laut vor Gott und Maria: O Heilig! o heil'ger, o heiligster Gott!" 7. Die Engel, die flogen zu himmlischen Chören: Seid uns willkommen, ihr Boten des Herren, daß euch Maria so wohl empfing!""" 8. ,, Maria, die hat uns wohl empfangen, Darnach trug Himmel und Erde Berlangen, Sie ist die auserkorene Braut." 9. Maria, du bist wohl selig geboren, Daß du vor allen bist auserkoren, Die Mutter des Allerhöchsten zu sein. 10. Maria, du wollest Gott für uns bitten, Auf daß wir kommen zu himmlischen Hütten Und mögen mit dir voll Freude sein. 11. Der Herr wird solches uns nicht versagen, Er wird anhören das Weinen und Klagen Und führen uns in das Himmelreich. 12. Nun wollen wir preisen und danken und loben Den gütigen Herrn im Himmel da droben, Daß er uns alle erlöset hat. 177. In diesen dunkeln Tagen, Ihr Christen, denkt der Zeit, Da alle Menschen lagen In Nacht und Dienstbarkeit! Der Schuldbrief war versiegelt, Der Tod nahm jedes Pfand; Der Himmel war verriegelt, Die Hölle offen stand. 2. Da seufzten die Gerechten, Die Thorheit trug fich hoch; Die Kinder dienten Knechten, All' Trost von dannen zog. Prophetenworte tönten Wohl in die dunkle Zeit, Doch Fürst und Volk verhöhnten Des Worts Wahrhaftigkeit. 3. Da ist Gott selbst gekommen In unsers Lebens Nacht, Hat alles weggenommen, Was uns 402 Adventsgesänge. zu Knechten macht; Durch unnennbares Leiden Zablt er all' unsere Schuld, Schloß auf des Him mels Freuden Durch Lieb' und durch Geduld. 4. Nun sind wir wieder Kinder Und fürch= ten kein Gericht; O wendet euch, ihr Sünder, Zu Gottes Angesicht! Er schaut zur Erde nieder, Da geht sein einziger Sohn, Der nennt uns seine Brüder, Ruft uns an seinen Thron. 5. In dieser Zeit der Gnaden Wach' auf, mein träger Geist, Und wandle auf den Pfaden, Die dir Johannes weist: Dem hellen Licht entge= gen, Dem Licht der Ewigkeit, Es scheint auf allen Wegen, Wach auf in dieser Zeit. 178. Der Himmel, der verschlossen war, Konnt' nur durd, eine Jungfrau klar Für uns geöff net werden, War gleich die Schuld auch noch so groß, Der unbefleckten Jungfrau Schoß Zog Huld herab zur Erden. 2. Der einig große, starke Gott, Dem wir verschuldet bis zum Tod Zu Drangfal und zu Schmerzen, O Jungfrau, steigt zu dir herab und leget Zorn und Stärke ab Bei deinem fenschen Herzen. 3. O welche Ehr' und Gloriekron', Da Gottes eingeborner Sohn in deinem keuschen Lieben Gleichsam vergißt der Majestät und in des Flei= sches Bande geht, Sein' Lieb' an uns zu üben. 4. Maria, das ist deine Ehr', Mit welcher keine andre mehr Je kann verglichen werden; Erkenn', o Mensch, was Würde sei, Der keine andre kommet bei Im Himmel und auf Erden. 5. O Jungfrau, wirf den milden Blick Auf Weihnachtsgesänge. 403 deine Diener hier zurück, Und zeige deine Stärke; So kann es ja nicht anders sein, als daß man in der Qual und Pein Nur Trost und Hilfe merke. 1191 S Weihnachtsgejänge. 179. Gin Kindelein so lobenswerth Ist uns geboren heute Bon einer Jungfrau unversehrt Zum Trost uns armen Leute. Wär uns das Kindelein nicht gebor'n, So wär'n wir allzumal verlor'n, Das Heil ist unser aller; Du mein süßer Jesus Christ, Der Du ein Mensch geboren bist, Behüt' uns vor der Hölle. third 2. Wie freudenreich ist diese Zeit, Da Gottes Sohn gekommen Vom Throne seiner Herrlichfeit Und Fleisch hat angenommen. Uns drückte Adams schwere Schuld Und wir verdienten feine Huld, Nun ist er Mensch geworden, Zwar sündenfrei, doch sonst uns gleich; Auf daß wir würden ewig reich, Trug er all' unsre Sünden. 3. Dies ist der Tag, von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen, Auch mich hat heut' der Herr bedacht, Mein Herz will ich ihm weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Wir sinken hin und beten an, Was kein Verstand ergründen kann, In Wonne ganz verloren. miest 4. Als Mensch geboren liegt er hier, Den keine Namen nennen; Vermenschter Gott, o möchten wir Die Wohlthat recht erkennen; Du steigst herab vom Herrscherthron, Du wirst ein armer Men= schensohn Und kommst, für uns zu leiden. Zu 404 Weihnachtsgesänge. unserm Besten wählst Du heut' Für Ueberfluß die Dürftigkeit Und Schmach für Himmelsfreuden. 5. Komm, nimm mein Herz zur Wohnung ein, Geliebtester aus Allen! Es soll wie neugeschaffen, rein, Von frommen Trieben wallen; Komm, lieber Heiland, komm zu mir, Bring' echte Frömmigkeit mit Dic Und wahre Christensitten! Erwärme Du mein kaltes Herz, Durchdringe es mit Reueschmerz, O komm, laß Dich erbitten! 180. Mein Herz bring ich Dir zum Geschenk Herzliebes Jefulein, In Deine Lieb' es ganz ver= sent, Liebreiches Kindelein! Nimm hin mein Herz gib mir das dein', Laß beide Herzen ein Herz sein O du herzliebes Jefulein, Liebreiches Kindelein 2. Wie liegst Du da so ganz veracht't, Herz liebes Jefulein! Die Lieb' hat Dich so arm ge macht, Liebreiches Kindelein! O große Lieb', starke Macht, Die Gott vom Himmel hat gebrachO Du herzliebes Jesulein, Liebreiches Kindelein 3. Bon ganzem Herzen lieb ich Dich, Herz liebes Jesulein! Ich liebe Dich, sowie Du mid Liebreiches Kindelein, Was du nur hast, das gib Du mir, Was ich nur hab', das schenk' ich Di Herz, Leib und Blut, Seel', Ehr' und Gut, Dei soll es eigen sein. 181. Der Tag, der ist so freudenreich Für al Kreaturen, Denn Gott der Herr ward heute glei Der menschlichen Naturen. Wie das geschab, wunderbar; von einer Jungfrau, rein und kla Ward Gottes Sohn geboren; Maria, sei g benedeit, Dich hat der Herr von Ewigkeit Mutter außerforen. Weihnachtsgesänge. 405 2. Im Stalle lag bei kalter Nacht Der König aller Ehren; Der Schöpfer, der die Welt gemacht, ließ sich als Kind gebären. Wär' uns das Kind geboren nicht, Wir würden all' in dem Gericht Des ew'gen Todes sterben. O süßester Herr Jesu Christ, Der Du ein Mensch geboren bist, Hilf uns Dein Heil erwerben. 3. Wie sang die frohe Engelschaar In jener beil'gen Stunde! Die Luft war wie die Sonne klar Und hallte von der Kunde: ,, Heut' ist der Erde Heil geschehen, Des freuen sich die Himmelshöhn Und öffnen ihre Pforten; Dem Herrn sei Preis in Ewigkeit, Den Menschen Fried' und Einigkeit Und Segen aller Orten." 4. Die Hirten in dem Felde sahn Den Glanz der Himmelsheere; Ein Engel kam und sagt' es an, Wo Gott geboren wäre. Die Hirten d'rauf so freudenreich Zum Stalle gehen und knieen gleich, Den Heiland anzubeten; O Kind, Du wahrer Gottessobu, Sei gnädig uns im Richterthron, wann wir einst vor Dich treten. 182. Ein Kind geboren zu Bethlehem, Des freuet sich Jerusalem. Allel. 2. Hier liegt es in dem Krippelein, Ohn' Ende ist die Herrschaft sein. 3. Vom Feld' die Hirten kommen sind, Befennen Gott den Herrn im Kind. 4. Drei Könige führt aus Saba fern Zum Christuskind ein Wunderstern. 5. Sie bringen Weihrauch, Myrhn und Gold, Anbeten Gott im Kindlein hold. 406 Weihnachtsgesänge. 6. Von einer reinen Jungfrau zart Dies Gnadenkind geboren ward. 7. Die Schlang' es nicht vergiftet hat, Die Jungfrau ihr den Kopf zertrat. 8. Gott nahm von unserm Fleisch und Blut Und blieb doch Gott und höchstes Gut.20 9. So ward der Mensch mit Gott vereint, In Gott erneut und Gottes Freund. 10. In dieser heil'gen Weihnachtszeit Sei Gott der Herr gebenedeit. 11. Gelobt seist Du, Herr Jesus Christ, Da Du ein Mensch geboren bist. 12. Gelobt sei die Dreifaltigkeit Von nun an bis in Ewigkeit. 183. Dich grüßen wir, o Jesulein, Schön Kindelein! Wir wollen all' Dein eigen sein, Herzliebstes Jeſulein! 2. Wie klein bist Du, o Gott, so groß, Klein Kindelein! Wie klein in Deiner Mutter Schooß, v großes Jefulein! to wenu n o 3. Wie schwach bist Du auf dieser Welt, Start Jesulein; Du, dessen Kraft die Welt erhält, O schwaches Kindelein. 4. Wie arm bist Du in diesem Stall, Reich Jefulein! Mach reich, mach reich uns Kinder all'! O armes Kindelein! Mi 5. D Sonn', o Conn', wo ist dein Glanz, O Jefulein! Verborgen ist die Gottheit ganz, Holdselig Kindelein! in t 6. Wie liegst Du hier so ganz veracht't, Süß Icsulein! Dazu hat dich die Lieb' ge= bracht, Liebreiches Rindelein! ane olm Weinachtsgesänge. 407 7. O große Lieb', o Feu'r, o Flamm'! O Jefulein! Ein Feuer, das vom Himmel kam, O himmlisch Kindelein. 8. O himmlisch Feu'r zünd an, zünd an! O Jesulein! Zünd an, was Dich nur lieben kann, o Feu'r, o Jesulein! 9. Laß brennen uns wie Seraphim, O Jesulein! Und preisen Dich mit Cherubim! O Jesu, Jesu mein! 184. Uns ist geboren ein Kindelein, Ist klarer als die Sonne, Das soll der Welt ein Heiland sein Und aller Engel Wonne. 2. Erfreu' dich Mutter, freue dich, Du Jungfrau auserforen! Ein König herrscht er ewig= lich, Der Sohn, den du geboren. 3. Du wickelſst den in Windeln em, Der's Firmament gezieret, Und legst in's arme Krip= pelein, Der Fürst und Volk regieret. 4. Bom Himmel schaut der Bater her, Das ist Gott selbst, der Eine; Dir singt das ganze Himmelsheer, Du Himmlische, du Reine! 5. Hätt' Flügel ich wie Seraphim, Wie hurtig wollt' ich fliegen! Doch weil ich nicht kann fliegen hin, will ich im Staube legen. hais 6. Will preisen Dich, o Kindelein, Du Sohn des Allerhöchsten! Und preisen dich, o Jungfrau rein, Du Braut des Allerhöchsten! 185. Uns ist ein Kindlein heut' gebor'n, Von einer Jungfrau auserkor'n, Des freuen sich die Engelein, Wie sollten wir nicht fröhlich sein? e Gott dem Herrn sei Lob bereit Von nun an bis in Ewigkeit! in 408 Weihnachtsgesänge. 2. Zu uns von seinem Himmelsthron Kommt Gott des ew'gen Vaters Sohn; Der Schöpfer aller Kreatur Nimmt an die sterbliche Natur. 3. Versöhnet uns dem Vater sein, Wehrt ab die bitt're Höllenpein; den gift'gen Schlangenbiß er heilt, Den Adam uns hat mitgetheilt. 4. Trum preiset dieses Kindelein, Mit allen lieben Engelein, das freundlich in dem Kripplein liegt, Mit Lieb' die ganze Welt besiegt. 186. Der Menschen Heil, ein kleines Kind, In einem Stall ihr liegen find't; Das Kindelein ist Gottes Sohn Will führen uns zu ſei nem Thron. F Drum singt jetzt allzusammen Mit Fröhlichkeit, mit Innigkeit, Dem Kindelen in Ewigkeit, Preis't seinen Namen! 2. Die Mutter schaut, wie sie so zart! Das Kindlein ist von Wunderart, Ein kleines Kind, das alle Welt Auf seinem kleinen Finger hält. B. 3. Das Kind ist( Gott und Mensch zugleich. O Menschheit, o wie gnadenreich, Die Gottheit aus der Menschheit sieht, Gleichwie die Sonn' durch Wolken glüht. 4. Kein Rosenbaum im Paradies Auf Einem Stock trägt roth und weiß, Dies Kind ha doppelte Natur, Des Schöpfers und der Kreatur 5. Aus einer Wurzel Zwerglein zwei, Si tragen Rosen zweierlei: Also auch in Mariens Sohn Sind zwei Naturen ein' Person. 6. Das Kind aus dieser Jungfrau rein De heilige Geist erschuf allein, Gleichwie die Sonr mit ihrerkraft Allein vom Zweiglein Rosen schaff 7. Die Mutter alles gleich empfing, Gott, Lei Weihnachtsgesänge. 409 und Seel drei köstlich Ding; Im Augenblick das höchste Gut Verborgen ward in unser Blut. 8. Die Sonn' gibt Licht und raucht doch nicht, Das Feu'r der Sonn verzehrt sie nicht; Maria Jungfrau blieben ist, Da sie geboren Jesum Christ. 9. Drum freuet euch, all' Land und Leut, Weil uns das Kind geboren heut! Ein goldner Tag, o goldnes Jahr, Kein Tag, kein Jahr je besser war. 187. Still leuchtete der Sterne Pracht, Auf Erden lag die Mitternacht, Da fuhr, o Gott, Dein Wort, Dein Sohn, Herab aus königlichem Thron Und ward ein Kind auf Erden. 2. Wie schön bist Du, o Kind, wie schön, Du Friedenskind aus höchsten Höbn; Kein Men= schenkind Dir gleichen kann, Dich betet Deine Mutter an, Dich preist das Heer des Himmels. 3. Aus meinem Herzen strömt ein Lied, Das brennend auf der Zunge glüht; Gesungen sei's dem König groß, Dem Kind in einer Jungfrau Schooß, Dem König aller Zeiten. 4. Er tritt hervor und geht die Bahn, Mit Allmacht ist er angethan, Sein Kleid ist Licht, Pracht sein Gewand, Sein Gürtel Kraft, aus seiner Hand Strömt Wahrheit, Trost und Leben. 5. Allmächt'ger Vater in den Höhn, Laß uns auf ewig Heil geschehn! Regier' uns all nach Deinem Rath, Mach selig uns durch gute That In Deines Sohnes Namen. 188. Wo ist das Kind, so beut gebor'n Von einer Jungfrau auserfor'n? Im Kripplein liegt's verlassen. Im Eigenthum fand es kein Haus, 18 410 Am Feste des hl. Stephanus. Man wies es vor das Thor hinaus, Wo Ochs und Eslein aßen. 2. Wo sind die seid'nen Windelein, Das zarte Kind zu legen drein? Man weiß hier nichts von Seiden. Das arme Kind liegt falt und hart, Kein Ruh'statt ihm gegeben ward, Es fängt schon an zu leiden. encont 3. Wo ist der Zepter und die Kron', Wo Purpurglanz und goldener Thron? Ach, Nichts ist hier vorhanden! Die Welt läuft zu den Dornen schon Und flechtet eine Schmerzensfron', Macht Nägel, Kreuz und Banden. 4. Wo ist hier edle Dienerzahl, Wo Ehrenschmuck und Ehrensaal? Kein Hofstaat ist zu finden. Die Hirten sind die Diener all, Sein Palast ist ein offener Stall, Durchstochen vonden Winden. 5.O schwaches Kind, o starker Gott, Verlaßuns nicht in letter Noth, Wann wir von hinnen scheiden; Ach, laß nicht wegen Missethat, So diese Welt begangen hat, In Ewigkeit uns leiden! Am Feste des hl. Stephanus. 189. Sanct Stephanus, erwerbe mir Von Gott die Gnad', zu folgen dir, Daß ich das Kreuz geduldig leide Und allen Haß von Herzen meide. 2. Hilf, daß ich mich in Gottes Lieb' Und auch in Lieb' der Feinde üb', Daß ich durch mein Gebet begehre, Daß Gott sie wieder zu sich kehre. 3. Hilf, daß ich Dir mit Wort und That Nachfolg' in Christi Lehr und Rath, So wird er mich an meinem Ende Aufnehmen auch in seine Hände. Auf das Fest der Beschneidung. 411 4. Was ich hiemit begehrt für mich, Das gib', o Jesu, gnädiglich Auch allen, die sind meine Freunde, Und allen, die sind meine Feinde. Auf das Fest der Beschneidung. Neujahr. ( Es ist nunmehr die alte Zeit.) 190. Der Herr hat uns das Jahr erneut Auf unsern Lebenswegen. Drum dankt für seine Gütigkeit und flebt um neuen Segen, Daß er auch in dem neuen Jahr Mit Lieb' und Treue uns bewahr' Vor allen Unglücksfällen. Gott, der Du unser Schirmer bist, Sieh' an des Feindes Macht und List, Du wollst und sicher stellen. 2. Wir danken Tir mit Herz und Sinn Für all' erzeigte Güte; Erbarme Dich noch ferner= hin Und uns, Dein Bólk, behüte! Beschüße uns vor Sünd' und Leid, Vor aller Widerwärtig= feit, Vor Leibs'- und Seelenschaden! Bewahre dieses ganze Land Vor Theurung, Wasser, Pest und Brand, Beschüße uns in Gnaden! 3. Verleih', o Gott, der Obrigkeit Und allen unsern Ständen, Daß sie demüthig jederzeit Zu Deiner Hülf' sich wenden; Verhüte allen Mord und Krieg, Gib den Gerechten Ehr' und Sieg Um Deines Namens willen; Du kannst allein, v großer Gott, Der Fürsten Zwist, Des Vol= fes Noth und alle Unruh' stillen. 4. Gib, daß die Priester Gottes Wort In unf're Herzen streuen, Daß wir durch Tugend immerfort Dich mögen recht erfreuen; Vermehre Deines Namens Ehr, Und Deiner wahren Kirche Lehr' Erhalt' in der Gemeinde; Auch führ in Deinen 18* 412 Auf das Fest der Beschneidung. Schafstall ein, Die Schäflein so noch irrig sein, Bekehr des Glaubens Feinde. 5. Wir treten nun ins neue Jahr Mit Hoffnung und Vertrauen, Wir wollen stets und immerdar Auf unsern Jesus schauen. Daß alles, was wir mögen thun, Auf wahrem Glauben mag beruhn Im Leben, Leiden, Sterben. Dann werden wir nach dieser Zeit, Nach Müh' und Kampf, durch Kreuz und Leid Das Himmelreich einsterben. 6. Nun, liebster Jesus, steh' uns bei Und gib uns Deinen Segen, Daß wir von allen Sünden frei und auf der Tugend Wegen Nur thun, was, Jesus, Dir gefällt, Dir bleibe stets anheimgestellt, Wie Du uns führst auf Erden; Hilf, daß wir Dir in dieser Zeit Recht dienen und in Ewigfeit Im Himmel selig werden. 191. Jesu, wie süß, wer Dein gedenkt, Sein Herz in Freuden wird versenkt, Doch süßer über Alles ist, Wo Du, o Jesu, selber bist! 2. Kein Lied so süß zum Herzen dringt, Rein Klang, kein Ton so lieblich klingt, So won= nig kein Gedanke ist, Als Gottes Sohn, Herr Jesus Christ. 3. Dem Sünder bist Du Trost und Ruh', Wer Dich begehrt, dem rufst Du zu, Wer Dich nur sucht, der hat Dich schon, Und wer Dich find't, o welch ein Sohn! 4. Kein Mund es je aussprechen kann, Kein Wort, kein Lied kann's zeigen an, Nur wer's er fährt, der weiß dabei, Was Jesum lieben Süßes sei5. Wer Jesum liebt, trinkt Seligkeit Vont Auf das Fest der Beschneidung. 413 Lebensquell der Ewigkeit, Hat immer Licht und hellen Tag, Weiß nicht, was er noch wünschen mag. 6. O Jesu, Dich will suchen ich Im Herzen still und öffentlich, Am Abend und im Schlaf der Nacht, Und Morgens, wann der Tag erwacht. 7. Will suchen Dich und rufen Dir Im Tem= pel und an Grabes Thür, Will fassen Deinen Kreuzes stamm, Und flehn zu Dir, o Gotteslamm. 8. O Jesu, höchste Gütigkeit, Du Hoffnung aller Traurigkeit, Du Gnadenbrunn, Du Seelengut, Lieb' in unserm Fleisch und Blut! 9. O gib von dieser Liebe Dein, Gib, Jesu, mir ein Tröpfelein! Dich ruf' ich, Jesu, tausende mal, Wann kommst Du, Herr, vom Himmelssaal! 10 Wann kommst Du, Luft der Seele mein, Mein Lob, mein Ruhm, mein Trost allein, Du aller Lieb' Vollkommenheit, Der ganzen Welt Glückseligkeit! 11. Schon fühl ich Dich, schon halt ich Dich, O Jesu, Gott, wie liebst Du mich! Was ich begehrt, genieß' ich schon, Mein Herz glüht auf von Liebelohn. 12. O Feu'r, wie süß, o sel'ge Glut, O Jeſu, Jesu, höchstes Gut! Bleib' wohnen, Herr, sprich, was ich soll! Die Seel' ist aller Gnaden voll! 13. Wohin Du willst, ich folge Dir, Nichts soll fortan Dich rauben mir; Mein Herz ist Dein, bewahr' es Dir, O liebster Jesu, bleib' bei mir! 14. Ich folge Dir durch Tod und Grab! Ihr, Himmel, reißt die Riegel ab! Der König kommt! Singt Siegeston! Ruft all: Gelobt sei Gottes Sohn! 414 Auf das Fest der Beschneidung. 192. Jesus ein süßer Name ist, Daraus Licht, Lust und Leben fließt! Wer diesen Namen ehret, Nach Weltlust nie begehret. B. Gib Gnad', o Herr, gib Gnad' Für alle Sünd' und Missethat. 2. Jesus ein heil'ger Name ist, Dadurch das Herz der Sünd' vergißt, Und reuevoll bezwungen Zu Gott hin wird gedrungen. Gib Gnad', o Herr, gib Gnad' Für alle Sünd' und Missethat. 3. Jesus ein starker Name ist, Davor zer= fällt Gewalt und List; Vor dieses Namens Zeichen Muß selbst die Hölle weichen. 4. Jesus ein Nam' der Wahrheit ist; Ihn lästert der sündhafte Christ, Und wer den rechten Glauben Durch falsche Lehr' will rauben. 5. Jesus ein Nam' des Lebens ist, Durch ihn der Tod getödtet ist; In diesem Namen sterben, Heißt ew'ges Leben erben. 6. Jesus der liebste Name ist, Den loben wir zu jeder Frist, Und wollen ihn verbreiten Durch alle Welt und Zeiten. 7. Jesus, du unsre Zuversicht, Verlaß uns arme Sünder nicht; Dich gnädig zu uns wende An unserm letzten Ende. 8. Lob, Ehr' und Preis und Herrlichkeit Der heiligsten Dreifaltigkeit, Gelobt auf aller Erden Soll Jesu Namen werden. 193. o oft ich mir bild' Jesum ein, Wird freudenvoll mein Herze sein; Denn über alle Süßigkeit ist Jesus Gegenwärtigkeit. 2. So lieblich singt sich kein Gesang, So köstlich klingt kein anderer Klang, Ja kein Gedank' erhabner ist, Als Gottes Sohn, Herr Jesus Christ! Auf das Fest der Beschneidung. 415 3. Jesus, der Büßer Hoffnung groß, Wer Dich anruft, den machst du los; Wer Dich nur sucht, Der find't Dich schon, Und wer Dich find't, hat reichen Lohn. 4. Jesus ist süß dem Herzen rein, Des Lebens Brunn, der Seelen Schein; All' Freuden übertrifft er sehr, Daß man nichts kann begehren mehr. 5. Die Zung' es nimmermehr ausspricht; Man kann es auch beschreiben nicht, Was Jesum lieben mit sich bringt; Versuchen ist ein köstlich Ding. 6. OKönig, groß und wunderbar! Erlauchter Siegsfürst in Gefahr! O Wonne, süß und unnennbar! Der Sehnsucht würdig ganz und gar. 7. Ich such' ihn, wenn ich schlafen geh', Daß er in meinem Herzen steh', Such ihn mit Lieb' stets emsiglich, Heimlich sowohl als öffentlich. 8. Früh zieh' ich mit Maria hin zu Jesu Grab und suche ibn; Such' ihn mit HerzensTraurigkeit, Mit süßen Seufzern allezeit. 9. Herr, weile bei uns jederzeit, Daß uns Dein himmlisch Licht erfreut, Der Seele Nacht und Bitterfeit, Jesu! vertreib' mit Süßigkeit. 10. Wenn Du heimsuchest unsre Seel', Dann leuchtet ihr die Wahrheit hell; Dann achtet man der Welt nicht mehr, So brennt alsdann die Liebe sehr. 11. O Jesu, Du Herzliebster mein! Es fann mir me was Süßres sein, Du bist mir lieb zu tausendmal; mein Lieb' hat weder Ziel noch Zahl. 194. Jetzt und zu aller Frist Du, mein Herr Jesu Christ, In Mund und Herzen bist mit höchsten Freuden! Der heil'ge Name Dein Erquickt 416 Auf das Fest der Erscheinung. die Seele mein, Gibt Kraft und Stärk' allein Im Thun und Leiden. 2. Es sollt' auch Tag und Nacht Sonn-, Mond- und Sternenpracht So schön, als nie gedacht, Den Himmel malen: Ich alles Licht veracht', Wann Jesu Namens Macht Des Herzens Nacht verjagt mit seinen Strahlen. 3. Süß man die Trauben preist, Süß Duft der Rosen heißt, Süß Klang und Sang zumeist, Süß ist der Honig; Doch süßer zeiget sich und mehr vergnüget mich, Wann ich nur nenne Dich, o Freudenkönig! 4. Viel werther bist Du mir, Als aller Perlen Zier; Ach, möcht' ich, Jesu, Dir Auch so gefallen! Die fünf Buchstaben Dein Mehr leuchten als der Schein Von Gold und Edelstein, Mehr als Korallen. 5. So sei nun tausendmal, Ja immer ohne Zahl, Von Kreaturen all' Dein Nam' gepriesen! Ihm werd' in Ewigkeit Nach aller Schuldigkeit Lieb', Dank, Lob, Herrlichkeit Und Ehr' bewiesen! Am Feste der Erscheinung. Dreikönig. 195. Was ist, daßDu erschreckest wirst, Herodes, vor dem Friedensfürst? Der greift kein irdisch Gut dir an, Der Himmelreiche geben kann! 2. Die Weisen sah'n den neuen Stern Und folgten seiner Führung gern, Ste suchten Licht im Lichtesschein, Bekennen Gott mit Gaben rein. 3. Zur Taufe an den Jordan kam Das unbefleckte Gotteslamm, Nahm auf all' unfre Schuldenzahl, Für uns zu büßen allzumal. Faftengesänge. 417 4. Sieh', welche neue Himmelskraft! Schau Wunder, die sein Wort erschafft! Das Wasser glüht, wird purpurroth, Wird Wein, allein auf's Wortgebot. 5. Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ, Daß Du der Welt erschienen bist; Gelobt in der Dreifaltigkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 100004012 Fastenzeit. 1. Bußgesänge. 196. Thu' auf, thu' auf, o Sünderherz! Gott will zu dir einkehren; Er hält Dir vor all' seinen Schmerz, Laß ab, sein Leid zu mehren! Thu' auf geschwind, komm nicht zu spät, Fall reuig ihm zu Füßen! Die Gnade bald von dannen geht, Noch heut' fang an zu büßen. 2. Thu' auf, dein Seel' steht in Gefahr, Gott läßt mit sich nicht scherzen; Mach' deine Sünden offenbar, Thu' Buß' aus ganzem Herzen. Kehr' wieder, o verlorner Sohn, Reiß ab der Sünden Banden; Verdammung ist der Sünde Lohn, Noch ist die Gnad' vorhanden! 3. Thu' auf, thu' auf, all Gut und Geld, Was kann's, o Mensch, dir nußen? Was hilft all Ehr' und Lust der Welt, Womit die Sünder trugen? Wenn nach so kurzem Freudenblick Du ewig gingst verloren. Sag', wär's dann nicht ein größer Glück, Daß du wär'st nie geboren? 4. Thu' auf, thu' auf, sieh denen Gott Mit ausgespannten Händen Am Kreuzes stamm in Angst und Noth Für dich sein Leben enden! Die harten Stein' bewegen sich, Sonn', Mond und 18** 418 Fastengesänge. Stern' erbleichen? Soll denn allein, o Sünder, dich Dein Jesus nicht erweichen? 197. Zu Dir in schwerem Leid Komm' ich, mein Herr und Gott, Und such' Barmherzigkeit In meiner Seelenneth; Zu Deinem Kreuz blick' ich hinauf, Da quillt die Gnad' in vollem Lauf; Jesu, Jesu, Verstoß mich Sünder nicht, Erbarme Dich, Ach über mich, Erleucht' Dein Angesicht. 2. Ach Herr, zum Tode krank Ist meine Seele mir; Wo find' ich Labetrank, Wenn nicht, o Herr, bei Dir! Die Sünde brennt mit heißer Gluth, Ach lösch' den Brand mit Deinem Blut. Jesu, Jesu 2c. 3. Dir war ich abgewandt, Drum kost' ich Bitterfeit; Was ich im Herzen fand, War nur Verlassenheit. Nun seufz' ich arm zu Dir, zu Dir, Ach Jesu, gib den Frieden mir. B Jesu, Jesu 2c. 4. Ad neig' Dein Haupt zu mir, Mit Deinem Gnadenblick! Die Seele lechzt nach Dir, Ach, Jesu, sie erquick'! Vom Dornenkranz zum Herzen mein, Laß träufeln, Herr, die Gnade Dein, Bo Jesu, Jesu 2c. 5: Bei Dir allein ist Rub' Vor Angst und Seelennoth; Dir sag' ich fest mich zu, o Herr, bis in den Tod. Mit Deinem Blut aus Herz und Hand Ernen' die Kraft, die mir ent= schwand. Jesu, Jesu 2c. Die Seele. 198. Wann wird doch mein Jesus kommen In das wilde Thränenland? Plag' und Klag' hat zugenommen, Neid und Leid nimmt überhand. Wann wird mich mein Heiland grüßen, Mir den bittern Kelch versüßen? Herr, Du bleibst mir gar zu lang, Nach Dir ist mir weh und bang. 419 Fastengesänge. Christus. 2. O, wie bist du so versunken In dem Meer der Traurigkeit? Hab den Kelch dir vorgetrunken, Liebst Du mich, so thu' Bescheid! Lieb' besteht nicht ohne Leiden, Lieb und Leid nicht können scheiden, Wer nicht leidet, liebet nicht, Liebst du mich, so leide mit!" Die Seele. 3. Andere wissen nichts von Leiden, nur von lauter Lustbarkeit; Aber ich weiß nichts von Freuden, Nur von lauter Traurigkeit; Andern geht's nach Wunsch und Willen, Mich kann nichts als Wehmuth stillen; Andre haben lauter Huld, Ich muß leiden ohne Schuld. Christus. 4. ,, Schau, das Kind dem Vater truget! Kannst du meinen Rath durchschauen? Ich weiß besser, was dir nuget, Liebst du mich, so hab Vertrauen! Du darfst nicht nach andern fragen, Was mein Will' dir gibt zu tragen, Das ertrage in der Still, Rechter Lieb' ist nicht zu viel!" Die Seele. 5. Ach, es wird zu lange dauern, wenn man sieht kein End' und Ziel, Ohne Trost so lang' zu trauern, Ist dem Herzen allzu viel; Muß im steten Leid verzagen, kann das Kreuz nicht trostlos tragen, O mein Jesus, komm herbei, Mache mich des Lebens frei! Christus. 6. ,, Frisch gewagt ist halb gewonnen! Wer das Kreuz nur hurtig faßt, Ist der Marter schon entronnen, Fühlet kaum die halbe Last. Laß mich frei 420 Fastengesänge. nur mit dir schalten, Meine Kraft wird mit dir halten, Liebst du mich, so gib dich drein, Kind, es kann nicht anders sein." Die Seele. 7. Soll's denn sein, so sei's gelitten, Es fei wenig oder viel; Keine Rettung will ich bitten, Seße meinem Gott kein Ziel; In das Kreuz ich mich ergebe, mit dem Kreuz ich sterb' und lebe, Allem Welttrost sag' ich ab, Wenn ich, Jesu, Dich nur hab'. Christus. 8. So ist's recht, so will ich's haben, Jegt bist du mein liebes Kind. Droben will ich dich schon laben, Hier geduld' den rauhen Wind. Leide du, wie ich gelitten, Streite du, wie ich gestritten, Dorten folgt die Ehrenkron', Groß und ewig ist der Lohn." 199. Christ spricht zur Seel':, O Tochter mein! Heb' auf dein Kreuz, schick' dich darein! Es kann und mag nicht anders sein, Das Kreuz, das ich getragen hab', Mußt du, mein Kind, nicht werfen ab. 2. Wohlan, o Seel', es hilft hier nicht, Es hilft nicht trüb' noch süß' Gesicht, Dich an das Kreuz nur muthig richt'! Es muß doch sein, beug' dich nur her, Das Kreuz nimm auf, wär's noch so schwer. 3. Wohlauf, greif zu, beherzt greif zu, Umfaß das Kreuz, was zagest du? Berg auf, Berg ab, ohn'Raft und Ruh', Durch lauter Dorn' und Die steln geh', Nicht um dich sieh', still nirgends steh'! 4. O süßester Herr Jesu Christ, Ich weiß, Fastengesänge. 421 daß Du so gütig bist, Dein Herz so mild, so liebreich ist, Warum bist Du denn mir so hart, Da ich doch bin so jung und zart!" 5. O liebe Seel', so glaub' mir frei, Daß in dem Kreuz' dein' Wohlfahrt sei, Ich durch das Kreuz dich benedei', Dir helf' zu einem großen Lohn, Zum Thron, zum Zepter und zur Kron'. 6. Darauf die Seel' sich kurz bedacht, Hub auf das Kreuz mit aller Macht, Sie küßt das Kreuz, das Gott gebracht; Um solche Gab' dankt sie dem Herrn Und trug das Herz von Herzen gern. 200. Zur Seele spricht der Herr vertraut: Nimm's Kreuz auf dich, geliebte Braut, Und folg' mir nach ohn' Klagelaut; Ich trug's zuerst aus Lieb' zu dir, Liebst du mich wieder folge mir. 2. Die Seele aber traurig spricht: O Jesu, Herr, das fordre nicht, Ich bin zu jung noch, mir gebricht Zum Tragen Kraft; Ich lieb' Dich sehr, Doch ist dein Kreuz für mich zu schwer. 3. Drauf spricht der Herr mit mildem Ton: Viel jünger noch trug ich es schon Gehorsam, schweigend unter Hohn, O trag' es jung, denn bist du alt, Hast du des Kreuzes nicht Gewalt. - 4. Da flagt die Seele: krank und schwach, Soll ich es tragen Tag für Tag, Ich zweifle, Herr, ob ich's vermag; Des Kreuzes bin ich ungewohnt, O Jesu, drum sei ich verschont. 5. Doch Christus spricht: O Tochter mein, Ganz ohne Dornen, ohne Pein Willst gehen du zum Himmel ein? Sieh' unsre Kreuze an, mein Kind, Wie ungleich sie an Schwere find. 6. Bethöret aber seufzt sie noch: Du sprachst, 422 Fastengesänge. o lieber Jesu, doch Von leichter Bürd' und süßem Joch; Nun aber bist Du streng und hart Der eigenen Braut, so schwach und zart. 7. Drauf Christus spricht: es ist dir gut, Was meine Liebe will und thut; Wart', leid' und schweig' und habe Muth! Mein Kreuz ist ein sehr köstlich Pfand, Und wem ich's gab, ist mir bekannt. 8. Allein die Seele nochmal flagt: Den Deinen hast Du Ruh versagt; Die schwere Last macht mich verzagt; Mir bangt, ich werd' nicht harren aus, O Herr, was wird doch werden d'raus? 9. Darauf erwidert er gar bald: Das Himmelreich erleid't Gewalt, Du aber bist an Liebe falt. Wer wahrhaft liebt, dem ist nichts schwer, Und er erlieget nimmermehr. 10. Das Wort die Seele überführt, Sie fleht zum Herrn tief gerührt: Gib Gnade, die zur Liebe führt! Laß mich nicht auf mir selber stehn, Sonst werd' ich dennoch untergehn! 11. Und milde Jesus zu ihr spricht: O Seele! ich verlaß dich nicht, Folg' treu nur meinem Gnadenlicht; Ich gebe Arbeit, gebe Ruh', Vertrau' auf mich, so siegest du. 12. Darauf die Seele endlich sprach: Jeht, Herr, ich Dir nichts mehr versag', Ich wähl' Dein Kreuz und Deine Schmach; Darum allein, weil's Tir gefällt, Verlaß ich alle Pracht der Welt. 13. Da sprach der Herr mit Süßigkeit: Weil du mein Kreuz erwählt in Freud', So höre, was ich dir bereit': Mich selber geb ich dir zum Lohn, Werd' theilen mit dir meinen Thron. Fastengesänge. 423 201. O Du gestrenger Richter mein, Wo bleib' ich vor den Augen Dein, Den ich mit meinen Sünden viel Erzürnet hab' ohn' Maß und Ziel! 2. Ach meine Sünd' und Missethat, Die mich so schwer belastet hat, Wie kann sie die Gerechtigkeit Ertragen noch so lange Zeit! 3. Gott, ich hab' in Frevelmuth Verlassen Dich, das höchste Gut; Berdient hab' ich den jähen Tod, Sei gnädig, o mein Herr und Gott! 4. O hartes Aug', o hartes Herz! Wie klein ist noch der große Schmerz! Gieß Thränen aus bei Nacht und Tag, Daß ich im Schmerz mich trösten mag. 5. Sieh' Gottes Sohn am Kreuzes stamm Für mich ein blutig' Opferlamm! O Zähren, wascht dieSeele mein, Für dieGott selbst trägtTodespein. 6. O süßer Jesu, Deine Treu' Such' ich zurück in Leid und Reu'; Laß kommen zu den Ohren Dein, O Herr, die Klag' und Seufzer mein! 7. DJesu, laß erbitten Dich, Zeig Deine off'ne Seit für mich; Maria, fleh' durch Christi Tod, So find' ich Hülf aus meiner Noth. 8. Ach Bater, liebster Bater mein, Durch Christi Blut wollst gnädig sein; Vor seinem Kreuz rufich zu Dir, Ach nimm die Last der Sünd' von mir! 202. Barmherz'ger Gott, erbarme Dich, Mit Deiner Gnade rette mich; Befreie mich nach Deiner Huld Von meiner großen Angst und Schuld; Von meiner Sünde wasche mich, Barmherz'ger Gott, erbarme Dich. 2. Was ich gethan, erschrecket mich, Vor deinem Antlig zittre ich; Gefündigt hab' ich Dir allein 424 Fastengesänge. Kein Andrer kann mein Helfer sein; Gerecht, o Gott, ist Dein Gericht, Sei gnädig mir und richte nicht! 3. Gerecht bist Du! In Sünden war Ich, eh' die Mutter mich gebar, In Sünden war mein Anbeginn, In Sünden ich erwachsen bin; Sieh' gnädig mein Bekenntniß an, Verzeih, vertilg', was ich gethan! 4. Gedenk, o Herr, der Sünden nicht; Wend' ab davon Dein Angesicht, Besprenge mich mit Deiner Gnad', Daß weiß wird jede Missethat, Erneue meinen Geist in Dir Und schaff' ein reines Herz in mir. 5. Gib mir zurück des Friedens Theil, Gib Freud' allein an Deinem Heil; Dein Ebenbild erschaffe neu Und gründ' es fest in Dei= ner Treu'; Mach Deinen Geist, der ewig war, An deinem Knechte offenbar. 6. Dann will ich künden Dein Gericht, Auf daß der Böse troße nicht; Will fingen, Herr, von Dei= ner Gnad' Und meiner schweren Missethat; Daß sich der Sünder reuevoll Erheben und bekehren soll. 203. Erbarm' Dich mein, Herr Jesu Christ, Der Du für mich gestorben bist, Sieh' meine Angst und große Noth Und rette mich, getreuer Gott! 2. Gedenk' au Deiner Seele Pein, Ohart geplagter Heiland mein! Erinnere Dich der schweren Last, Die du für mich getragen hast. 3. Schau, was ich leide von dem Feind, Der mich von Dir zu scheiden meint, Er stellt Fastengesänge. 425 mir nach und ficht mich an, So viel er immer weiß und kann. 4. Ach laß ihm doch, mein Gott, nicht zu, Daß er mir einen Schaden thu', Wehr' ihm mit Deiner starken Hand Und mache seine List zu Schand'. 5. Ich flieh' zu Dir, o Heiland mein, Wie ein verfolgtes Täubelein, Seß mich in Deines Herzens Riß, Da bin ich sicher und gewiß. 6. Verbirg mich dort, o Jesu Christ, Vor aller seiner Macht und List, Daß er mich übertäube nicht, wenn mir mein Herz und Sinn gebricht. Passionsgesänge. 204. Ach Jesu, ach unschuld'ges Blut, Mein Herz in Leid mir brechen thut, Wann ich gedenk' an all' Dein' Noth, An Kreuz, an Pein, an Deinen Tod. 2. 2. Das muß ja sein von Stahl ein Herz, So nicht bewegt Dein großer Schmerz, Groß war Dein Schmerz, Dein Weh und Ach, Ja größer, als man denken mag. 3. Im Garten hast Du Blut geschwißt, So sehr hat Angst Dein Herz erhißt; Mit Stricken Dich die Rotte greift, Gebunden durch die Dornen schleift. 4. Bon Neid und Bosheit angeklagt, Vom eig'nen Jünger abgesagt, Verhöhnt, verspeit in's Angesicht, Vor Feind' und Heiden im Gericht. 5. Man Dich zerschlägt, zerfleischt, zerfetzt, Kein Ader blieb ganz unverletzt; Nichts war am Leib' als Blut und Wund', Kein Glied am ganzen Leib gesund. 426 Fastengesänge. 6. Im Purpurkleid mit hohlem Rohr Wirst Du verspottet wie ein Thor! Auf Deinem Haupt die Dornenkron, So stehst Du aller Welt zum Hohn. 7. Die Dörner rings um Haupt und Stirn Man drückte tief Dir ins Gehirn, Daß über Aug' und Mund sich goß Dein Blut, das auf die Erde floß. 8. Dazu Dein Kreuz, die schwere Last, Selbst schleifen mußt ohn' Ruh' und Rast Zur Stadt hinaus durch rauhe Weg', Berg auf, Berg ab durch schmale Steg'. 9. Ein Trank von Gall' wird Dir geschickt, Mit Essig Deine Zung' erquickt; O Gall', o Essig, bitt'rer Trank, Gesundes Herz solltst machen krank. 10. Und auf dem Berg Calvariä Ging erst recht an dein Schmerz und Weh; Man dich entblößt, reißt ab Dein Kleid, Daß sich die Wunden öffnen weit. 11. Auf's Kreuz gestreckt von Henkerhand, Mit Macht die Glieder ausgespannt, Durch Händ' und Füß' drei Nägel groß, Am Kreuz erhöht mit hartem Stoß. 12. Da hingst Du bloß vor aller Welt Zum Spott und Schauspiel hingestellt. Gleichwie der Wein aus vollem Faß, So lief Dein Blut, macht's Erdreich naß. 13. Aus Marmorstein muß sein das Herz, So nicht bewegt Dein großer Schmerz, Tröst' dich hiebei, o frommer Christ, Wann dir's auf Erden übel ist. 205. O christlich Herz, bedenk den Schmerz, Fastengesänge. 427 Den Christus litt im Garten, Als er bei Nacht den Tod betracht't, Den er hat zu erwarten. 2. Liegt auf der Erd', als wenn nicht werth, Zum Himmel sich zu kehren; Der Sünden Last thut ihn so fast Bis in den Tod beschweren. 3. Die Augen sein gefallen ein, Die Wangen ganz verblichen, Sein Schweiß ist Blut, all' Kraft und Muth Von ihm ist abgewichen. 4. Die Jünger fern von ihrem Herrn, Die Mutter weit von hinnen; Ja, was noch mehr, vom Himmel her Kein' Hülfe zu gewinnen. 5. Mit seinem Blut bezahlt er gut, Was Adam hat verbrochen; Merk, Adamskind, wie schwer die Sünd', Die Gottes Herz gebrochen. 206. O Herzenleid, o Traurigkeit, Die Jesus ausgestanden, Da er für mich gegeben sich In Angst und Todesbanden; Da ihm der Tod mit Furcht und Noth Den Blutschweiß ausgedrungen und hart mit ihm gerungen. 2. O Jesu mein, wie wird mir sein, Wann meine Stund' wird kommen! Gedenk, o Gott, wie große Noth Für mich Du übernommen; O treuer Hirt, hilf, wann mich wird Die Todesangst umringen und in die Seele dringen. 3. Weh mir, mein Gott, wenn Deine Noth Im Kampfe mich nicht stärket! Wann Seel' und Herz mit Furcht und Schmerz Die Macht des Todes merket, Dann laß, o Herr. Dein Leiden schwer zum Troste mir gedeihen Und Hülf' im Streit verleihen. 4. O Jesu süß, ich herzlich grüß' All' Deine Qual und Schmerzen; Ach, lasse sie mir kommen 428 Fastengesänge. nie Aus meinem Sinn und Herzen; Daß ich den Tod für Dich, mein Gott, Viel lieber möge leiden, Als je von Dir mich scheiden. 5. Wann dann am End' mich schreckt und brennt Die Vielheit meiner Sünden, Dann, Jesu, eil', zu meinem Heil Sit Neu' mich zu entzünden. Dein heilges Blut komm' mir zu gut Und lösche alle Flecken, Die meine Seele decken. 6. Wend' Dich zu mir und mich zu Dir Im Web der letzten Stunden; Bei mir verbleib', den Feind vertreib', Birg mich in Deine Wunden, Laß mein und Dein nur Ein Herz sein, Daß ich mit Dir mein Leben In Gottes Hand mög' geben. 7. O wahre Freud' im letzten Streit, Zu Jesu. aufzublicken, Mit Zuversicht vor dem Gericht Sein Kreuz an's Herz zu drücken! Boll Troft und Ruh' ruf ich ihm zu: Dir lebe ich, v Jesu! Dir sterbe ich, o Jesu! 8. Nach solchem Tod, o süßer Gott, Vollende Dein Erbarmen, Empfange mich auf ewiglich Mit Deinen Vaterarmen; Und gib mir Theil am höchsten Heil, Das Du durch Leid und Sterben Haft wollen mir erwerben. 16 207. Himmel und Erd', schau, was die Welt Heut' für ein grausam Schauspiel hält! Welch Tyrannei zu sehen! O Jesu, Deine Schmerzen, Deisenharte Herzen! Desgleichen nie geschehen. 2. Jesus, der größte Menschenfreund, Verfolgt wird als der ärgste Feind, Zum Lohn der Wun derthaten, O Jesu, Deine Schmerzen, O eisenharte Herzen! Bom Jünger selbst verrathen. 3. Ach sind nicht dreißig Silberling Für sol Fastengesänge. 429 chen Schatz viel zu gering? Wer wollt' nicht tausend Leben, O Jesu ze. Jesum zu kaufen geben? 4. Doch ach, der Kauf ist schon gemacht, Jesus zum Richter wird gebracht, Wird hin und her gezogen, Unmenschlich falsch belogen. 5. Der Richter zwar bekennet frei, daß Jesus ganz unschuldig sei; Doch auf der Juden Klagen Läßt er den Herren schlagen. 6. Du aber, o mein frommer Christ, Denk', was das für ein Urtheil ist; Dem nehmen sie das Leben, Der's Allen hat gegeben. 7. Maria, schau', dein liebes Kind Man jetzt an eine Säule bind't, Hör', wie die GeiBeln schallen, Auf seine Glieder fallen. 8. Nun sieh', o Mensch, das höchste Gut Da liegt in seinem eignen Blut! Dies Blutbad, wirst du finden, Ist Frucht von deinen Sünden. 9. Viel Henker da um Jesus stehn, Sein Kreuz muß er vor Augen sehn, Zum Berg nach all den Plagen Muß er es selber tragen. 10. O wahrer Isaak, trag nur fort, Nicht weit von hinnen ist der Ort, An welchem Du mußt sterben Und uns das Heil erwerben. 11. Leg' ab, das Kreuz, nun ist es Zeit, Dies ist der Ort, so Dir bereit', Streck aus mit allen Kräften An's Holz, Dich anzuheften. 12. Wie thut das Nägeln also weh! Sebt, wie das Blut sprißt in die Höb'! Das heil'ge Fleisch gezwungen, Wird in das Holz gedrungen. 13. Ist dies, v Herr, Dein Todesbett! O daß ich nie gesündigt hätt'! Weh mir, mein sündig Leben Hat Dir den Tod gegeben. 430 Fastengesänge. 14. Es ist vollbracht, o großer Gott, Dein Sohn ging in den bittern Tod! Ach laß sein Leid und Sterben Mir Deine Gnad' erwerben. 208. Ihr Felsen hart und Marmorstein, Wollt lichte Thränen weinen; IhrHimmelsstern' so groß und klein, Ach, haltet ein mit Scheinen! Du Himmelszier, o Sonn' und Mond, Verbergt eu'r Licht und Strahlen, Am Kreuz stirbt Gott, stirbt Gottes Sohn, Der Menschen Schuld zu zahlen! 2. Kommt Töchter all von Sions Stadt, Den Salomon zu sehen, Der Euch in Lieb' vermählet hat, In jeiner Glorie gehen. Die Juden schaut, wie sie die Kron' Aus Dornen ihm erheben, An Purpursstatt, wie sie zum Lohn Ein spöttlich Kleid ihm geben. 3. Schaut, was das Lamm für schwere Plag' Auf leßztem Weg' crduldet; Was Gott erträgt für große Schmach, Da er doch nichts verschuldet. Der alles Feld mit Gras bedeckt, Muß nackt am Kreuze sterben, An diesem Stamm hart ausgestreckt, Das Heil uns zu erwerben. 4. Durchstochen sind ihm Händ' und Füß', Die Seit' ist aufgeschlossen; Dies sind fünf Blut- und Wasserflüss', Daraus das Heil geflossen; Drum Augen mein, nur immer fließt, Eu'r Trost und euer Leben, So euer Gott und Heiland ist, Hat sich dem Tod ergeben. 5. Gekröntes Haupt, Dich bet' ich an, Euch grüß ich, beil'ge Wunden, Die Lieb' ich nie vergelten kann, Mit der ihr mich verbunden. O Jesu mein, durch dieses Blut Wollst mir die Sünd' verzeihen Und deine Gnad, o höchstes Gut, Am letzten End' verleihen. Faftengesänge. 431 209. Hebt Augen und Gemüthe, Sünder, zu des Berges Höh'n, Dort die Qualen und die Güte Eures Heilands anzusehn. Schaut, an's Kreuz wird der geschlagen, Der zur Rechten Gottes saß, Nimmt geduldig ohne KlagenAller Schmerzen Uebermaß. 2. Seht, wie grausam sie erheben Ihn am hohen Kreuzesbaum, Daß verlassen er muß schweben Zwischen Erd' und Himmelsraum. Dies, o Mensch, soll dich belehren, Daß er wahrer Mittler ist; Darum eile, zu befehren Dich zu Gott durch Jesum Christ. 3. Zwischen Mördern muß er hangen, Wie ein Frevler hingestellt, Seine Arme mit Verlangen Streckt er aus nach aller Welt; Sünder, hör die Gnadenworte, Die er zu dem Schächer spricht! Offen steht auch dir die Pforte, Komm nur! er verstößt dich nicht. 4. Ach, ,, mich dürftet!" ruft in Schmerzen Dir dein Heiland sterbend zu; Er verlangt nach deinem Herzen, Dir zu geben Seelenruh'! Kannst du noch verhärtet bleiben, O du tiefverstocktes Herz? Laß dich ziehen, laß dich treiben Heute noch von Reu' und Schmerz! 5. Schau', die Augen sind geschlossen; Ach er starb für Deine Schuld, Ach, sein Herz läßt er durchstoßen, Alles nur aus Lieb' und Huld. Eine Zuflucht Dir zu geben, Deffnet er sein blutend Herz, Will im Tod' noch für dich leben, Zieht dich sterbend himmelwärts. 6. Ach, in diese letzte Wunde Flüchte dich, o Sünder, ein! Rette dort in letter Stunde Noch 432 Fastengesänge. die arme Seele dein. Gott, mein Gott, laß mich nicht sterben In der schweren Sündennoth, Laß durch Buße mich erwerben Theil an Jesu Christi Tod. 210. Am Kreuze mit durchbohrter Brust Hängt Jesus, meiner Seele Lust, mit Blut ganz überflossen; Sein heil'ges Haupt hat sich geneigt, Sein Auge mild geschlossen. 2. Ach Gott, herab vom Himmelsthron Sieb' Deinen eingebor'nen Sohn Dem Tode hin: gegeben; Wie Du ihn liebst, so liebt er uns, Für uns gab er sein Leben. 3. Drum bitten wir bei seinem Tod, Errett' uns aus der Seelennoth, Aus aller Qual der Sünden; Laß Todesangst und Lebensgram Durch Deine Gnade schwinden. 4. Nimm Deinen Sohn als Opfer an, Er hat für uns genug gethan, Gehorsam bis zum Sterben, Gib, was er uns erworben hat, Was keiner konnt erwerben: 5. Gib Licht in unserer Dunkelheit, Gib Wahrheit und Gerechtigkeit, Laß Liebe sein auf Erden; Laß Deinen Sohn durch alle Welt Mit Dir verherrlicht werden! 6. Und Du, o Jesu, höchstes Gut, Wollst mir Dein heil'ges Fleisch und Blut Zur Seelenspeise geben; Denn nur aus Deinem Leichnam quillt Das wahre ew'ge Leben. 211. O Traurigkeit, O Herzeleid! Ist das denn nicht zu klagen? Gott des Vaters einig Kind Wird zu Grab' getragen. 2. O höchstes Gut, Unschuld'ges Blut! Wer Fastengesänge. 433 bätt' das mögen denken, Daß der Mensch den Schöpfer sollt' An das Kreuz aufhenken! 3. beiße Zähr', Fließ immer mehr! Wen soll das nicht bewegen? Da sich über Christi Tod Auch die Felsen regen! 4. Es muß ja sein Aus Marmorstein Der Juden Herz gewesen, Daß sie noch zu solcher Pein Lachten, wie wir lesen. 5. Wie schwer ist doch der Sünde Joch! Daß es konnt' niederdrücken Gottes Sohn, als er das Kreuz Trug auf seinem Rücken. 6. O großer Schmerz! O bartes Herz, Steh' ab von Deinen Sünden, Wenn du willst nach deinem Tod Gottes Gnade finden. ini 212. Cbristi Mutter stand mit Schmerzen Bei dem Kreuz und weint von Herzen, Als ihr lieber Sohn da hing. Durch die Seele voller Trauer, Seufzend unter Todesschauer, Jeht das Schwert des Leidens ging. 2. Welch ein Schmerz der Auserkor'nen, Da sie sah den Eingebor'nen, Wie er mit dem Tode rang. Angst und Trauer, Qual und Bangen, Alles Leid hielt sie umfangen, Das nur je ein Herz durchdrang. 3. Ist ein Mensch auf aller Erden, Der nicht muß erschüttert werden, Wenn er Christi Mutter denkt: Wie sie ganz vom Web zerschlagen, Bleich dasteht, ohn' alles Klagen, Nur in Leid des Sohn's versenkt. 4. Ach, für seiner Brüder Schulden Sah fie ihn die Marter dulden, Geißeln, Dernen, Spott und Hohn; Sah ihn trostlos und verlassen An 19 434 Fastengesänge. dem blutigen Kreuz erblassen Ihren lieben eing'gen Sohn. 5. O du Mutter, Brunn der Liebe, Mich erfüll' mit gleichem Triebe, Daß ich fühl' die Schmerzen dein; Daß im Leid mein Herz entzündet, Sich mit deiner Lieb verbindet, Um zu lieben Gott allein. 6. Drücke deines Sohnes Wunden, So wie du sie selbst empfunden, Heil'ge Mutter, in mein Herz, Daß ich weiß, was ich verschuldet, Was dein Sohn für mich erduldet, Gib mir Theil an seinem Schmerz. 7. Laß mich wahrhaft mit dir weinen, Ganz mit Christi Leid vereinen, Ja, so lang' mein Leben währt; An dem Kreuz mit dir zu ste hen, Unverwandt hinauf zu sehen, Ist, wonachy mein Herz begehrt. 8. O du Jungfrau der Jungfrauen, Wollst in Liebe mich anschauen, Daß ich theile deinen Schmerz; Daß ich Christi Tod und Leiden, Marter, Angst und bitt'res Scheiden Fühle, wie dein Mutterherz. 9. Laß mit ihm mich geißeln, schlagen, Spott und Kreuz und Wunden tragen, Ihm in allem fol gen nach; Hilf, durch deine Lieb' und Trene Er min ewig Gnad' verleihe An dem schweren Richtertag 10. Mach, daß mich sein Kreuz bewache Daß sein Tod mich lebend mache, Mich erwärm' sein Gnadenlicht; Daß die Seele fre mög' fahren zu den hellen Himmelsschaaren Wann mein sterbend Auge bricht. 213. Mit was Trauern und Bedauern, Mit Fastengefänge. 435 was Qual in ihrem Sinn, Mit was Schmer= zen in dem Herzen Stand des Herrn Gebärerin. 2. Als ihr' Augen mußten schauen, mit was Spott und schnödem Hohn, Mit was Plagen ward geschlagen An das Kreuz ibr liebster Sohn. 3. Sie verharret und erstarret Vor dem großen Herzeleid; Sank darnieder, alle Glieder Waren zu dem Tod bereit. 4. Lieb' und Schmerzen in dem Herzen Hatten einen harten Streit; Beid enährten und vermehrten Dieser Mutter Traurigkeit. 5. ,, Ach geliebtes, hoch betrübtes, Omein einzig liebstes Kind! Welche Leiden, bittres Scheiden! Hier ich arme Mutter find'! 6. ,, Wie verblichen, abgewichen, ist Dein rosenfarbner Mund! Wie verleßet, blutbeneget, Ach, wie schwer Dein Haupt verwund't! 7. ,, Wie vergangen sind die Wangen, Odas schönste Angesicht! Alle Glieder, hin und wieder, Ach, wie sind sie zugericht't! 8. Hart durchbrochen, ganz durchstochen Händ' und Füß', o Qual, o Schmerz! Ausgegossen, hingeflossen Ist Dein Blut bis auf das Herz. 9. ,, Ach, erscheinet und beweinet Diesen Lod, ihr Engel werth! Helft mir mehren meine Zähren, Freud' hat sich in Leid verkehrt! 10. ,, Menschenkinder, habt nicht minder Ein mitleidig Herz mit mir! Still hier stehet und ansehet, Was mein Sohn gelitten hier! 11. ,, Der das Leben hat gegeben, Wird nun in das Grab gelegt; Helft mit klagen, Leid mit tragen, Das die Felsen selbst bewegt. 19* 436 Fastengesänge. 12. Kommt ihn ehren, mit den Zähren Waschhet nun das Blut ibm ab! Und im Herzen mit den Schmerzen Grabet ihm ein neues( Srab!" 214. Der am Kreuz ist meine Liebe. Meine Lieb ist Jesus Chrift! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott, Und womit du lohnst, ist Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befremdet's dich, Daß ich meinen Jesus liebe? Jesus gab sich selbst für mich; So wird er mein Schirm und Schild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz 2c. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe, Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Cobn? Tret' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Gottes Sohn, die höchste Liebe, Jesus opfert sich für mich! Schaue, wie er blutend ringt Mit der Sünd' und sie be zwingt! Der am Kreuz 2c. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nichts, wie mächtig es auch ist, Hunger, Blöße, Sündentriebe, Trennt von Dir mich, Jesus Christ Nicht Gewalt, noch Gold, noch Rubm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz 2c. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe, Komm, o Tod, du bist mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Geist mit Gott ver Ostergesänge. 437 eint! Da, da schau' ich Gottes Sohn, Erndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz 2. The Am Palmsonntage. 215. Sion, auf, es naht dein König, Stimme Freudenlieder an! Ach, wie hast du ihm so wenig Doch zu Ruhm und Ehr' gethan! 2. Sieh, der Jünger treue Menge Spreitet ihre Kleider hin, Singt ihm frohe Siegsgesänge, Streut ihm Palmen, preiſet ihn. 3. Alle rufen: ,, Hochgepriesen Sei der König, der da kommt! Ihm sei Ehr' und Lob erwiesen, Der im Namen Gottes kommt!" 4. Aber Jesus klagt und weinet, Sions Töchter, über euch! Habt euch nicht um ihn vereinet, Als er rief so liebereich. 5. O Jerusalem, bethöret, Du haft deines Heiles Zeit Zum Verderben dir gekehret Und zum Quell der Bitterfeit! 6. O mein Jesu, komm und kehre Doch in meiner Seele ein, Komm, mein König, und gewähre Mir den süßen Frieden dein. Ostergesänge. 216. Christus ist auferstanden Bon seiner Marter alle; Des sollen wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Alleluja! 2. Wär' er nicht erstanden, So wär' die Welt vergangen; Doch weil er nun erstanden ist, So loben wir Herrn Jesum Christ. All. Alleluja, Alleluja, Alleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. 438 Ostergesänge. Statt der Schlußverse wird gewöhnlich fortgefahren mit folgenden Strophen von den hl. Frauen am Grabe: 3. Es gingen heil'ge Frauen, Das Grab des Herrn zu schauen, Sie trugen edle Specerei'n, Den heil'gen Leib zu salben ein. 4. ,, Wer wird den großen Felsen Uns von dem Grabe wälzen?" Der Stein war weg, das Grab war leer, Und keine Wache sah man mehr. 5. Doch an der heil'gen Stätte Saß still, wie im Gebete, Ein Engel, weiß und strahlenreich, Die Frauen sahn ihn allzugleich. 6. Er sprach: Ihr sucht vergebens Allhier den Herrn des Lebens; Er ist erstanden von dem Grab, Wie er sein göttlich Wort euch gab. 7. So eilt nun hin zur Stunde Und bringt den Jüngern Kunde; Nach Galiläa heißt sie gehn, Da will der Herr sich lassen sehn." 8. Die Frauen sind gegangen, Erfüllt ward ihr Verlangen, Sie sahen ihren Jesum Christ, Wie er vom Tod erstanden ist. 9. O Sieger aller Leiden, Wir danken Dir mit Freuden, Daß Du zerstört des Todes Macht Und uns das Leben wiederbracht. 217. Zu dieses Lammes Ostermahl, Geschmückt mit weißen Kleidern all, Christo dem Herrn singt Lob und Ehr', Der uns geführt durch's rothe Meer. 2. Bereitet auf dem Kreuzaltar Reicht er die Speis des Lebens dar, Sein eigenes Fleisch, sein heil'ges Blut; So leben wir vom höchsten Gut! 3. Mit Blut gezeichnet, sind wir frei, Der Todesengel geht vorbei; Erlöst vom schweren Dienstesband, zieh'n wir in das gelobte Land. 439 Oftergesänge. 4. Christus ist unser Osterlamm, Geschlachtet an dem Kreuzes stamm; Sein heil'ges Fleisch liegt uns bereit Als Brod der höchsten Lauterfeit. 5. O wahres Opfer, Jesus Christ, Dadurch die Höll' gebrochen ist, Tein Volk aus der Gefangenschaft zurückgeführt in Lebenskraft! 6. Denn aus dem Grab gingst Du hervor, 3ogst siegreich durch der Hölle Thor, Warfst dem Tyrannen Fesseln an und öffnetest die Himmelsbahn.a 7. Ach Lebensfürst, wir bitten Dich, Sieh' auf Dein Volk, Herr, gnädiglich; Gib uns in dieser Osterzeit Viel Gnaden für die Ewigkeit. 8. Gelobet feist Du, Herr Jesu Christ, Der Du vom Tod erstanden bist, Gelobt in der Dreifaltigkeit Von nun an bis in Ewigkeit. 218. Erstanden ist der heil'ge Christ, Alleluja, Alleluja! Der aller Welt ein Tröster ist. All. Der aller Welt 2c. 2. Der Schlange Kopf zertreten ist, 3erknirscht hat ihn Herr Jesus Christ. 3. Der fromate Bater Abraham Dem Feind mit Macht groß' Gut abnahm. 4. Joseph, der lag in Kerkers Nacht, Fährt durch das Land mit Ehr' und Pracht. 5. Im rothen Meer ist tief versenkt Der Tod und Satans Macht ertränkt. 6. Samson ist von dem Schlaf erwacht, Zerreißt die Thür der Höll mit Macht. 7. David mit seinem Hirtenstab Stürzt mit fünf Steinen Goliath. 440 Oftergesänge. 8. Der Daniel sprang aus der Grub, Aus eigener Macht er fich erhub. 9. Jonas stieg lebend aus dem Meer, Der Wallfisch gab ihn wieder her. mail 10. Das Leben hat den Tod erwürgt, Für uns hat Gott sich selbst verbürgt. 11. O Tod, wo ist nun dein Gericht, Dein Schwert ist stumpf und tödtet nicht. 12. Der Löw' von Juda überwand Und herrscht mit Macht durch alle Land'. din 13. Drum loben wir Herrn Jesu Christ, Der aller Welt ein Tröster ist. 219. Freu dich, du werthe Christenheit! Jesus hat überwunden Die Marter und das Kreuzes= leid, Dadurch er uns entbunden. Denn große Sorg' war uns bereit, Der sind wir nun durch ihn befreit, Der Sieg ist unser aller. 2. Es ist ein österlicher Tag, Den kann kein Mensch g'nug ehren; Gott ist's, der alle Ding' vermag, Sein Lob, das soll man mehren. Ihr Christen, nehmt des Tages wahr, Und singet mit der Engelschaar Das frohe Alleluja! 3. Zum Grabe Magdalena ging, Wollt Christi Tod beweinen; Im offenen Grab, o Wunderding! Zwei Engel ihr erscheinen. ,, Ach Engel, o ihr Engel rein, Wo ist doch nun der Meister mein, Wo soll ich ihn nun finden?" 4. Den Herrn such hier im Grabe nicht, Den Tod macht er zu Schanden, Ist früh beim ersten Morgenlicht Glorwürdig auferstanden. Er hat gesprengt der Hölle Thor, Und rief die Väter all' hervor Aus ihren schweren Banden. 441 Ostergesänge. 5. Drin lagen sie viel hundert Jahr Elendiglich gefangen; Sie nahmen Christi Ankunft wahr, Darnach stand ihr Verlangen. Befreit von aller Pein und Schuld, Empfingen sie die ew'ge Huld Und danken's Gott von Herzen. Pus 6. Er nahm sie bei der rechten Hand Und führte sie nach oben In's lang' gewünschte Vaterland, Gott ewiglich zu loben; Nun stehen sie am Himmelsthron Und glänzen da wie Sonn' und Mond Und fingen Alleluja. 7. O süßester Herr Jesu Christ, Wir loben Dich mit Schalle! Wer Deines Reich's begehrend ist, Das sind wir Christen alle. Herr, mach diese Hoffnung wahr, Daß wir einst mit der Väter Schaar Dich ewig benedeien. 220. Das Grab ist leer, der Held erwacht, Der Heiland ist erstanden; Da sieht man seiner Gottheit Macht, Sie macht den Tod zu Schanden. Ihm kann kein Siegel, Grab noch Stein, Kein Felsen widerstehen; Schließt ihn der Unglaub' selber ein, Er wird ihn siegreich sehen. Al. Al. Al. 2. Seht Shriften, wie der Gottessohn, Der Hölle Ueberwinder, Sich schwingt vom Kreuz zum höchsten Thron, Als Mittler für uns Sünder. So drückt dem theuren Lösungskauf Der Herr von Wort und That Das Siegel seiner Gottheit auf, Wie er's versprochen hat. 3. Der Christen Glaub' ist mun gestüßt Durch Gottes Allmachtwerke; Der zu des Vaters Rechten fitt, Gibt seinen Jüngern Stärke. Der Jünger sieht die Göttlichkeit Der Lehre und der Macht Und geht mit Unerschrockenheit In Tod und Grabesnacht. 19** 442 Ostergesänge. 4. Der unfre Schuld zu tilgen kamn, Den Kreuzestod zu leiden, Er, unser wahres Osterlamm, Verspricht des Himmels Freuden! Er spricht: Der Friede sei mit euch, die wahre Seelenruh! Und ruft den Sündern liebereich Mit seiner Gnade zu. 15. Du auferstand'ner Menschenfreund, Stärk uns zum Tugendüben, Daß Christenherzen stets vereint Dich und den Nächsten lieben. Laß Frieden, Lieb' und Einigkeit in Deiner Kirche seh'n; Laß uns durch Dich zur Himmelsfreud' Emst glorreich aufersteh'n. 221. Alleluja laßt uns fingen, Denn die Freudenzeit ist da! Hoch in Lüften laßt erklingen, Was im dunkeln Grab geschah! Jesus hat den Tod bezwungen Und uns allen Sieg errungen. Alleluja schall' empor! OND 2. Alleluja! Der in Qualen Wie ein Wurm zertreten war, Hebt die Fahne, glänzt in Strahlen, Unverlegt und ewig klar; Wandelt herrlich, wie die Sonne, Spendet Licht und Kraft und Wonne. Alleluja schall' empor! 3. Alleluja! Auferstanden Ist des Lebens Süßigkeit; Denn aus Leiden, Schmerz und Banden Geht hervor die Herrlichkeit; Was im Tode scheint verloren, Wird in Christo neu ges boren. Alleluja schall' emporter 7 4. Alleluja! Kommt ihr Heiden, Nur in Christo seid ihr frei! Gwig grünen seine Werden, Ewig währet seine Tren! Nur bei dem ist Heil zu finden, Der den Tod kann überwinden. Alletuja schall' empor! 5. Alleluja! Ostersegen, id Komm herab wie Jonnásd Omm 007 Oftergefänge. 443 Morgenthau, Sich in jedes Herz zu legen, Daß es froh nach oben schau', Und zu neuem Wuchs und Leben Sich in Christo mög' erheben. Alleluja schall' empor! 222. Alleluja, alleluja!:,: Lebendig heut' der beil'ge Christ Vom wahren Tod erstanden ist. Alleluja! Alleluja!:,: 2. Allel. Allel. Die Sonne, die gesunken war, Ist aufgegangen frisch und klar. 3. O Chrift, o Mensch, nun Hoffnung hast, Auch du stehst auf von Grabesrast. 4. Das Weizenkörnlein nicht verdirbt, Obschon es in der Erde stirbt. mind 5. Ohn' Laub die Bäum' im Winter stehn, Die wir im Sommer grünen sehn. 6. Das Bild muß erst geschmolzen sein, Dann wird's geschaffen neu und fein. 7. Also wird Gott das Fleisch und Blut Erneuen, wenn's im Grab geruht. 8. Das danken wir Herrn Jesu Christ, Der unser Gott und Helfer ist. 223. Laßt uns erfreuen herzlich sehr! Allel. Maria seufzt und weint nicht mehr, All. Verschwunden sind die Nebel all', Allel. Die liebe Sonn' scheint überall. All. Al. AŬ. 2. Wo ist, o freudenreiches Herz, Wo ist dein Wel, wo ist dein Schmerz? Wie wohl ist dir, o Herz, wie wohl! Jeht alles, alles freudenvoll! 3. Sag, o Maria, Jungfrau rein, Kommt das nicht her vom Sohne dein? Ach ja, dein Sohn erschienen ist, Kein Wunder, daß du fröhlich bist. 4. Aus seinen Wunden flossen her Fünf Freu 444 Für die Kreuz- oder Bittwoche. densee'n, fünf Freudenmeer'! Und über dich die Freud' sich goß, Dir in dein Herz die Freude floß. 5. Dein Herz nun ganz in Freuden schwimmt Und immer zu die Freude nimmt; Ach! o vergiß doch unser nicht Und theil' uns auch ein Tröpflein mit! 224. Königin des Himmels, Freu' dich, Maria! Den du haft empfangen, Der ist von den Todten auferstanden. Bitt' Gott für uns, Alleluja! 2. Königin des Himmels, Freu' dich, Maria! Den du hast getragen, Der stillet uns alles Leid' und Klagen. Bitt' Gott für uns, Alleluja! 3. Königin des Himmels, Freu' dich, Maria! Der am Kreuz gestorben, Der hat alle Freuden uns erworben. Bitt' Gott für uns, Alleluja! 4. Königin des Himmels, Freu' dich, Maria! Der im Grab gelegen, Der gebe uns allen seinen Segen. Bitt Gott für uns, Alleluja! Für die Kreuz- oder Bittwoche. 225. Vater unser, der Du wohnest In dem schönen Himmel weit, Wo Du über Sonnen thronest, König aller Herrlichkeit!- Bater, segne Deine Kinder, Ruf zurück die armen Sünder, Deinen Frieden gib der Welt. mé 2. Heilig, über alles heilig Sei Dein Nam' in aller Welt, Daß beim Klang des Dreimalheilig Jeder vor Dir niederfällt. Vater 2. 3. Deines Reiches ew'gen Frieden Breite täglich weiter aus, Daß wir Menschen schon hienieden Leben wie im Vaterhaus. his 14. Baß mit Lust'erfüllet werden Deinen Willen Für die Kreuz- oder Bittwoche. 445 jederzeit, Wie im Himmel, so auf Erden, Denn Dein Will' ist Seligkeit. 5. Auf der schweren Lebensreise Gib uns unser täglich Brod, Gib uns Leibs- und Seelenspeise, Stärk' uns in der letzten Noth. 6. Uns're Schulden, uns're Sünden, Ach, vergib sie in der Zeit, Daß wir jenseits offen finden Eine frohe Ewigkeit. 7. Schüß' uns vor des Feindes Tücken, Führ' uns in Versuchung nicht; Laß uns schnell nach oben blicken, Wenn die falsche Schlange spricht. Alles lebel wollst abwenden, Alle Leibsund Seelennoth; Nimm mit Deinen Vaterhänden Uns in's Leben durch den Tod.TSH 9. Daß wir all' zusammenwohnen In dem schönen Himmelreich, Wo wir sehn dreieinig thronen Dich mit Sohn und Geist zugleich. 226. O Vater hoch da droben In Deinem Himmelsthron, Wir Menschenkinder loben Dich mit dem Geist und Sohn. Wir all' Dich Bater nen= nen, Ogroßer Gott und Herr; Dich Bater wir be= kennen, Von Dir kommt alles her. Kyrie eleison. 2. Dein heil'ger Nam' auf Erden Ist Keinem unbekannt; Durch Dich muß alles werden, Du schüßest Leut' und Land. O, daß zu allen Stunden Die Creaturen Dein, In Einigkeit verbunden, Dich lobten allgemein! 3. Zu Deinem Reich hienieden Nimm gnädig alle Welt; Gib jedem Deinen Frieden, Den uns Dein Sohn bestellt, Und laß dereinst uns gehen Aus diesem finstern Thal, Dich selber an= zusehen In Deiner Engel Zahl estali 446 Für die Kreuz- oder Bittwoche. 4. Laß Deinen heil'gen Willen An uns, o Gott, geschehn, Ihn freudig zu erfüllen, Soll alles fertig stehn. Schick' Armuth, Krankheit, Leiden, Wir ehren Deinen Nath! Gib Trost und Herzensfreuden, Wir danken Deiner Gnad'. 5. Die Vögel in den Lüften, Die Fisch' im tiefen Meer, Das Wild in Wald und Klüften Ernährest Du, o Herr! Auch uns mollst Nahrung geben Aus Deiner milden Hand, Daß alle mögen leben, Ein jeder seinem Stand. 6. All' Unbill, Schimpf und Schmerzen Wir jedermann verzeih'n; Berzeihen sie von Herzen, Um ganz in Lieb' zu sein; Bergib nach Deiner Güte Auch uns die Schulden all'; In Gnaden uns behüte Vor neuem Sündenfall. 7. Der böse Feind beschweret Uns arme Kin= der Dein, Versuchung sich vermehret, Wollst unser Schützer sein! Vor Höllenlist und Flammen, Vor Seel- und Leibsgefahr, Uns gnädig allzusammen, O starker Gott, bewahr! 8. Gott Vater hoch uns segne Von deinem höchsten Thron, Von Deinem Kreuz uns segne, O Heiland, Gottessohn; Gott heil'ger Geist, gib Segen, Dem Sohn und Vater gleich, Dreiein'ger Gott, gib Segen, Mach uns an Gnaden reich! 227. O ew'ger Gott, wir bitten Dich, Eib Fried' in unsern Tagen; Gib, daß wir all' einmüthiglich Nach Deinem Willen fragen; Denn, Herr, es ist kein and'rer Gott, Der für uns streitet in der Noth, Als Du, o Gott, alleine. 2. O güt'ger Gott, wir bitten Dich, Gib Fried' in unserm Leben; Verleih uns Hülfe gnädiglich, Für die Kreuz- oder Bittwoche. 447 Dem Feind zu widerstreben; Denn niemand ist in dieser Welt, Der Frieden gibt und Sieg erhält, Als Du, o Gott, alleine. ten 3. O gnäd'ger Gott, wir bitten Dich, Laß uns in Frieden sterben; Erzeig' Dich uns ganz väterlich, Damit wir nicht verderben; Durch Jesum Christum, unsern Herrn, Im heil'gen Geist wir dies begehr'n Von Dir, o Gott, alleine. 4. O starker Gott, wir bitten Dich, Gib Frieden unserm Herzen; Gib Frieden hier und ewiglich, Halt ab der Hölle Schmerzen; Gib uns die wahre Einigkeit Und dann die ewige Seligkeit, Die nur bei Dir alleine. 228. Gelobt sei Gott der Bater, In seinem höchsten Thron, Und auch der Seligmacher, Sein eingebor'ner Sohn. Gelobt sei auch der Tröster, Der Geist der Heiligkeit! Ein ein'ger Gott und Herrscher In der Dreifaltigkeit. Kyrie eleison. 2. O Gott, Du wollst ausreuten Irrthum und Ketzerei, Damit bei Christenleuten Ein ein'ger Blaube sei. Verleih' den Herr'n und Fürsten Der ganzen Christenheit, Daß sie den Glauben schirmen In Fried' und Einigkeit. 3. Gib, daß sie treu verbleiben Mit Macht, Lieb', Ehr und Gut, Den Erbfeind zu vertreiben, zu schüßen christlich Blut, Dich weiter, Herr, wir bitten Durch Deines Sohnes Sieg, Du wolleft uns behüten Vor Aufruhr, Mord und Krieg. Es 4. Wollst unsre Sünd' nicht rächen, Getreuer Herr und Gott, Durch Krankheit und Gebrechen, Roch theure Hungersnoth. In allen unsern 448 Für die Kreuz- oder Bittwoche. Nöthen Erbör uns, lieber Gott, Darum wir täglich beten, Hilf uns aus aller Noth.d 5. Gib, würdig zu genießen Das heil'ge Sacrament, Wann wir von hinnen müssen An unserm letzten End'. Dann kommen wir zusam men, Dort in der Eugelschaar, Wer das begehrt, sprech' Amen, Das werde alles wahr. 229. O Gott, streck' aus die milde Hand Und benedeie Leut und Land; Ach, halte nach der Güte Dein Die wohlverdienten Strafen ein. Be. Erbarm' Dich unser, o heil'ger Gott, Un sterblicher Gott, o starker Gott! 2. O starker Gott, wir bitten Dich), Wend' ab die Pest uns gnädiglich; Beschüß die liebe Christenheit Vor Hungersnoth und theurer Zeit. Re. Erbarm' Dich acuta 3. Ach, segne Herr, mit Deiner Hand Die lie ben Früchte auf dem Land; Wend'abFrost, Hagel, Donnerschlag Und alles, was nur schaden mag. 4. O Herr, zu Deines Namens Ehr' Halt' ab von uns der Feinde Wehr, Damit in Fried' und Einigkeit Dir dienen mög' all' Christenheit. 5. Erleucht', o Gott, mit Deinem GeistDieHerr'n und Fürsten allermeist; Dem rechten Glauben Sieg verleih', Daß nirgends Trug und Spaltung sei. 6. Vergiß, v Gott, vergiß geschwind All uns're Misfethat und Sünd), Womit wir all' die Güte Dein Erzürnet haben, Groß und Klein. 7. Schau', Bater, von dem hohen Thron Auf Deinen lieben eing'gen Sohn; Er zeigt sein rosenfarb'nes Blut, Das komm', v Vater, uns zu Gut. 8. Auch bitten wir, Herr, allgemein, Durch Für die Kreuz- oder Bittwoche. 449 Deines Sohnes Mutter rein, Und durch das ganze Hummelsheer, Wollst uns verlassen nimmermehr! 9. Dir sei Lob, Glorie, Ehr' und Preis Auf Erd', in Himmel gleicher Weis', O beiligste Dreifaltigkeit, Von nun an bis in Ewigkeit. 230. Jesus, zu Dir rufen wir, Klagen unser Elend Dir, O Jesu! Durch Dein Leiden, Deinen Tod Steh uns bei in aller Noth! O Jesu! 2. Wend' auf uns Dein Angesicht, Herr, gedenk' der Sünden nicht! Hör' auf unsern Bittgefang, Segne unsern Pilgergang. 3. Zu dem Himmel seufzen wir, Diesen Gang wir opfern Dir, Dir zu dienen allezeit, Ist uns höchste Seligkeit. 4. Ach, verleih' uns Deine Gnad', Lösch' all' uns're Missethat! Uns're Sünden sind uns leid, Wir zur Buße sind bereit. 5. Herr, zu Deinem Gnadenthron Rufen wir: Ach Gott, verschon'! Halte nach der Güte Dein Die verdienten Strafen ein. 6. lleb' an uns Barmherzigkeit, Tbu' nicht nach Gerechtigkeit! Sei uns, Herr, ein gnäd'ger Gott, Gib uns nicht dem Feind' zum Spott. 7. Gib uns, Herr, zu jeder Frist, Was uns noth und nüßlich ist; Schüße uns vor jähem Tod, Krankheit, Brand und Wasserneth! 8. Aufruhr, Mord und Kriegsgefahr, Herr, erstick auf immerdar! Mehre Fried' und Einigfeit Unter Deiner Christenheit! 9. Herr, mit Deiner milden Hand Segne Volk und Vaterland, Segne Fürst und Obrigkeit, Sei mit uns zu jeder Zeit! 450 Für die Kreuz- oder Bittwoche. 10. Deine Kirche wollst erhöh'n, Daß sie glorreich mög' besteh'n! Die Verirrten bald bekehr' Zu der rechten Glaubenslehr'. 11. Gib uns in der Lebenszeit Rechte, wahre Frömmigkeit, Gib uns allen unser Heil, Est an Deiner Glorie Theil. 12. Jesus, zu Dir rufen wir, Opfern diese Bitten Dir; Durch das bittere Leiden Dein Wollest Du uns gnädig sein! 231. Strenger Richter aller Sünder, Treuer Vater Deiner Kinder, Der Du in dem Himmel wohnest, Drohest, strafest und verschonst. B. Höre gnädig unsre Bitten, Wende ab von unsern Hütten Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brod. 2. Alles kommt durch Deinen Segen, Du gibst Sonnenschein und Regen, Daß der Same grünt und blüht, Daß man reife Felder sieht. B. Höre gnädig 2c. 3. Du, o Herr, läßt auch empfinden Uns die Strafen uns'rer Sünden, Wendest ab den Segensblick, Daß wir flieh'n zu Dir zurück. 4. Wenn bei starken Regengüssen Saat und Frucht verderben müssen, So hat's Deine Hand getban, Unf're Sünd' ist Schuld daran. 5. Wenn in heißen Sommertagen Schlossen alles niederschlagen, Was in Feld und Garten grünt, So geschieht, was wir verdient. 6. Wenn bei Blitz und Ungewittern Uns're bangen Herzen zittern, Seh'n wir uns're Missethat, Rufen, Herr, um Deine Gnad'! 7. Gott, laß uns Erbarmung finden, Wenn Für die Kreuz- oder Bittwoche. 451 wir wegen unserer Sünden Nicht mehr werth sind Deiner Huld, Hab', o Herr, mit uns Geduld. 8. Liebster Bater, heut' und morgen Hör' nicht auf, für uns zu sorgen, Halt verdiente Strafen ein, Thu nach Deiner Lieb' allein! 9. Voll von findlichem Vertrauen Wollen wir die Felder bauen, Deffne Deine Wunderhand, Segne unser Vaterland. 232. In Gottes Namen fahren wir, Nach seiner Gnad' begehren wir; Verleib uns die aus Gütigkeit, heiligste Dreifaltigkeit! Kyrie eleison. 2. In Gottes Namen fahren wir, Zu Gott dem Vater rufen wir; Behüt' uns, Herr, vor'm ew'gen Tod Und gib uns Hülf' in aller Noth. 3. In Gottes Namen fahren wir, 3u unserm Heiland flehen wir, Daß er uns durch die Marter sein Woll machen all' von Sünden rein. 4. In Gottes Namen fahren wir, Bom heil'= gen Geist begehren wir, Daß er mit seinem Gna= denschein Uns all'zeit woll' im Herzen sein. 5. In Gottes Namen fahren wir, Zu dir, Maria, kommen wir, Bitt' du für uns am Himmelsthron, Erhalt' uns Gnad' bei deinem Sohn. 6. In Gottes Namen fahren wir, Zu seinen Heil'gen rufen wir, Daß sie für uns durch Jesum Christ Erbitten, was uns heilsam ist. 7. In Gottes Namen fahren wir, An Dich allein, Herr, glauben wir; Behüt' uns vor des Teufels List, Der Deinem Wort entgegen ist. 8. In Gottes Namen fahren wir, Auf Dich allein, Herr, hoffen wir; Gib Frieden uns in dieser Zeit, Wend' ab von uns all' Herzeleid! 452 Christi Himmelfahrt. 9. In Gottes Namen fahren wir, Nur Dich allein, Herr, lieben wir; Ach), diese Lieb', o Gott, entzünd', Daß sie verbrenn' all' unsre Sünd'. 10. In Gottes Namen fahren wir, Nach Deinem Reich begehren wir; Breit' aus die Wahrheit immer mehr Und halt uns rein von falscher Lehr'. 11. In Gottes Namen fahren wir, Auf Dich, o Herr, vertrauen wir: Vor Krankheit, Krieg und Hungersnoth Behüt' uns, lieber Herr und Gott! 12. In Gottes Namen fahren wir, Durch Jesum Christum bitten wir, Erhöre Deine Chris stenheit, heiligste Dreifaltigkeit. Christi Himmelfahrt. 233. Christus fuhr auf genHimmel, Was sandt' er uns hernieder? Er sandte seinen heil'gen Geist Zum Trost der armen Christenheit. Alleluja. 2. Christus fuhr auf mit Schallen Vor seinen Jüngern allen; Er segnet sie mit ſeiner Hand Und benedeiet alle Land'. 3. Hat ihnen Lehr' gegeben Vom ewiglichen Leben, Sprach: ,, Tauft die Völker allgemein Und lehrt sie meine Worte rein!" 4. Ach, hilf uns, Herr, im Leiden Durch Deiner Auffahrt Freuden Und führ' uns in das Himmelreich), Daß wir Dich loben allzugleich. Alleluja, Alleluja! Alleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein! 1902 234. Herr Jesu, aufgefahren Zu Deinem ew'gen Thron, Sieh' Deiner Gläub'gen Schaaren, O wahrer Gottessohn! Du hast sie auserkoren Pfingstgesänge. 453 Dir schon von Ewigkeit, Bist für sie Mensch geboren, Erhalt' sie in der Zeit. 2. Uns allen, den Elenden, Zeig' Deine milde Hand, Den heil'gen Geist woll'st senden, Ter Wahrheit Unterpfand, Daß er uns mög' erfüllen Mit seiner Gnadenstärk, Damit wir Deinen Willen Vollzieh'n in Wort und Werk. 3. Du weißt, Daß wir ohn' Segen Von Deiner Hand, o Herr, Zum Guten nichts vermögen Und fallen immer mehr; Ach hilf, o Gott, wir bitten, Hilf wider Höll' und Welt, Die Du hast überstritten Für uns, liebreichster Held! 4. Herr Jesu, an uns übe Nun Dein Erbar= men werth, Daß Hoffnung, Glaub' und Liebe In uns sich immer mehrt. Laß über uns von oben Die Kraft der Gnade thau'n, Daß wir Dich ewig loben Und Deine Glorie schau'n. Pfingstgesänge. 235. Komm, heil'ger Geist, fehr' bei uns ein, Besuch' das Herz der Kinder Dein, Erfüll' uns all' mit Deiner Gnad', Die Deine Macht erschaffen bat. 2. Der Du der Tröster wirst genannt, Vom böchsten Gott ein Gnadenpfand, Ein Lebensbrunn, Licht, Lieb' und Gluth, Der Seele Salbung, höchstes Gut! 3. D Schatz, der siebenfältig ziert, O Finger Gottes, der uns führt, Geschenk, vom Vater zugesagt, Du, der die Zungen redend macht! 4. Entzünd' in uns des Lichtes Schein, Gieß' Lieb' in uns're Herzen ein, Stärt unsers Leib's Gebrechlichkeit Mit Deiner Gnad' zu jeder Zeit. 454 Pfingstgesänge. 5. Treib' weit von uns des Feind's Gewalt, I Deinem Frieden uns erhalt', Daß wir, geführt vo Deinem Licht, In Sünd' und Leid verfallen nich: 6. Den rechten Glauben uns bewahr', Da wir bekennen immerdar Des Sohn's und Vater Majestät, Und Dich, der aus von beiden geht 7. Dem Vater Lob im höchsten Thron, Unseinem auferstand'nen Sohn, Dem Tröster aud der( Christenheit Jeßt und in alle Ewigkeit. 236. Komm, o Geist der Heiligkeit, Aus den HimmelsHerrlichkeit Sende Deines Lichtes Strahl Vater aller Armen Du, Aller Herzen Licht und Ruh, Komm mit Teiner Gaben Zahl! 2. Tröster in Berlassenheit, Labsal voll der Lieblichkeit, Komm, o süßer Seelenfreund! It Ermüdung schenke Ruh', In der Gluth hauch Kühlung zu, Tröste den, der Thränen weint. 3. D Du Licht der Seligkeit, Mach Dir unser Herz bereit, Dring' in unsre Seelen ein! Ohne Deinen Gnadenschein Steht der arme Mensd allein, Kann nicht gut und sicher sein. 4. Wasche, was beflecket ist, Heile, was verwundet ist, Tränke, was da dürre steht; Beuge, was verhärtet ist, Wärme, was erkaltet ist, Lenke, was da irre geht. 5. Heil'ger Geist, wir bitten Dich, Gib uns allen gnädiglich Deiner sieben Gaben Kraft; Gib Verdienst in dieser Zeit, Und dereinst die Seligkeit Nach vollbrachter Wanderschaft. 237. Heut' loben wir die dritte Person, Allel. Die kommt vom Vater und dem Sohn.. Gelobt sei Gott, der beil'ge Geist! Pfingstgesänge. 455 2. Die höchste Lieb' und Gütigkeit In heiligster Dreifaltigkeit. B. Gelobt sei 2c. 3. Ein geistlich Leben sie uns schafft, Ihr Anhauch uns lebendig macht. 4. Dem Vater gleich und gleich dem Sohn, Ein ein'ger Gott, auf Einem Thron. 5. An Allmacht gleich und Ewigkeit, Unendlich in Vollkommenheit. 6. Er ist der volle Gnadenbronn', Die aller= schönste Gnadensonn'. 7. Und weil er ist die göttliche Lieb', Ergießt er sich ganz in der Lieb'. 8. Mit Andacht und mit Dankbarkeit Verehr'n wir solche Gütigkeit. 9. Verschieden ist sein' Wirksamkeit, Wie Isaias prophezeit. 10. Weisheit, Verstand, Rath, Wissenschaft, Furcht, Frömmigkeit und Stärk' er schafft. 11. Er gibt der wahren Kindschaft Heil, An göttlicher Natur uns Theil. 12. O Lebensbrunn, o Lieb', o Feu'r, O Salbung, ewig werth und theu'r! 238. Nun bitten wir den heil'gen Geist, Im rechten Glauben allermeist Uns zu behüten An unserm Ende, Wann wir heimfahren Aus dem Elende. Kyrie eleison. 2. Erleucht' uns, Licht der Ewigkeit, Hilf, daß all' unser Thun und Leid Durch Jesum Christum Gott wohlgefalle, Der uns gerettet Vom ew'gen Falle. 3. O heil'ge Lieb' und Gütigkeit, Mach gnädig 456 Am Feste der hl. Dreifaltigkeit. unser Herz bereit, Daß wir den Nächsten Von Herzen lieben Und ewig bleiben In Deinem Frieden. 4. O höchster Tröster, wahrer Gott, Hilf uns ge= trei in aller Noth! Mit Deinen Gaben wollst uns verzieren, Im rechten Glauben Uns allzeit führen. 5. O göttlichFeu'r, mit Deiner Gnad'Verbrenn' all' uns're Missethat Und trag im Sterben Aus allem Leidellns auf genHimmel Zur ew'gen Freude. Am Feste der hl. Dreifaltigkeit. 239. Gelobt sei und gebenedeit Die heiligste Dreifaltigkeit, Die ungetheilte Einigkeit In gleicher Ehr' und Herrlichkeit. 2. Gott Vater hat durch seinen Sohn Erschaffen Erd' und Himmelsthron, Wo alles durch des Geistes Gnad' Die rechte Kraft und Wirkung hat. 3. Und was er schuf, erhält er treu, Macht täglich seine Wunder neu; Der Mond durch ihn hält seinen Lauf, Durch ihn geht uns die Sonne auf. 4. Der Sohn, erzeugt von Ewigkeit, Hat sich aus lauter Gütigkeit Im Fleisch der Menschheit offenbart, Da er als Mensch geboren ward. 5. Er hat vom Elend uns befreit, Von alter Schuld und Dienstbarkeit, Vergoß am Kreuz für uns sein Blut, Dadurch er löscht der Hölle Gluth. 6. Der heil'ge Geist, auch wahrer Gott, Und ew'ger Gott und ein'ger Gott, Vom Bater kommt und Sohnzugleich, Machtdie Erlöstengnadenreich. 7. Er fehrt in gläub'ge Herzen ein Und ziert sie mit den Gaben sein, Gibt Trost und Stärk in aller Noth, Macht standhaft sie bis in den Tod. 8. O heiligste Dreifaltigkeit, Du unzertheilte Fronleichnamsgesänge. 457 Einigkeit, O göttliche Selbstständigkeit, Unendliche Lebendigkeit. 9. O unerforschte Seligkeit, Grundlose Macht und Gütigkeit, O Weisheit, Licht der Ewigfeit, Erleucht' all' unsre Dunkelheit. 10. O Gott, laß uns dem Willen Dein Mit Leib und Seel' ergeben sein, Daß wir, von allem Leid befreit, Dich loben in der Ewigkeit. 240. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott hat den Bund mit uns erneut, Der Friede währt in Ewigkeit, Das Elend hat ein Ende. 2. Wir loben und anbeten Dich, Für Deine Lieb' wir danken, Daß Du, Gott Bater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken; Ganz unbeschränkt ist Deine Macht, O laß gescheh'n, was Du bedacht, Wohl uns, die Dich verehren. 3. O Jesu Christ, des Vaters Sohn, Du Glanz des ew'gen Lichtes, Versöhner uns an Gottes Thron Und König des Gerichtes, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt' in uns'rer Noth, Erbarm' Dich unser aller! 4. O beilger Geist, Du größtes Gut, Du Krone der Erlösten, Nimm' gnädig uns in deine Hut, 3u schirmen und zu trösten. Wir bitten Dich durch Christi Tod, Wend' ab all' Jammer, Angst und Noth, Darauf wir uns verlassen. Fronleichnamsgesänge. 241. O allerhöchste Speise, Auf dieser Pilgerreise, Du wahres Himmelsbrod; Wollst unsern 20 458 Fronleichnamsgesänge. Hunger stillen, Das Herz mit Gnad' erfüllen, Uns retten von dem Tod. 2. O süßer Brunn' des Lebens, Fließ nicht für uns vergebens, Du meines Heilands Blut; Lösch' aus den Durst der Seelen, So wird uns nichts mehr fehlen, O allerhöchstes Gut! 3. Mit Glauben und Vertrauen Wir Dich verdeckt anschauen In dieser Niedrigkeit; Ach, laß es einst geschehen, Daß wir im Himmel seben All' Deine Herrlichkeit. 242. In Demuth bet' ich Dich, Verborg'ne Gottheit, an, Ob auch mein blöder Sinn Dich nicht entdecken kann; In dieser Brod'sgestalt Bist Du wahrhaftig hier, Mein Herz verlieret sich Und unterwirft sich Dir. 2. Gesicht, Geschmack, Gefühl Thut hier den Schein nur kund! Doch das Gehör verleiht Den wahren Glaubensgrund; Was Gottes Sohn gesagt, Ist hier der Glaube mein; Es ist der Wahrheit Wort, Und was kann wahrer sein! 3. Am Kreuzes stamme war Die Gottheit nur verhüllt, Hier hüllt die Menschheit auch Sich gnädig in ein Bild; Und beide ruf ich an, Den Gottmensch Jesum Christ, Wie ihn der Schächer rief In letter Todesfrist. 4. Die Wunden seh' ich nicht, Wie Thomas einst sie sah; Doch ruf id: Herr, mein Gott, Du bist wahrhaftig da! O gib, daß immermehr Mein Glaub' lebendig sei, Gib Hoffnung und Vertrau'n, Gib Lieb' und Liebestreu. 5. O Denkmal meines Herrn An seinen bittern Tod, O Kraft des ew'gen Wort's, O wahres Fronleichnamsgefänge. 459 Lebensbrod, Gib, daß von Dir allein Sich meine Seele nährt, Und nichts mehr außer Dir In aller Welt begehrt. 6. Urquell aller Lieb', O Jesu, süßes Gut, Ach, wasche rein mein Herz Mit Deinem tbeuren Blut; Ein einz'ger Tropfen macht Die ganze Erde neu, Wäscht alle Sünder rein Und stellt sie schuldenfrei. 7. O Jesu, den ich jetzt Berdeckt nur schauen kann, Wann wird es mir gescheh'n, Wann bricht der Morgen an, Daß ich Dich unverhüllt Anschau' von Angesicht Und ewig selig sei In Deiner Glorie Licht! JOM 243. Christen, sebt die Engelspeise, Die uns wunderbarer Weise Jesus auf der Pilgerreise Dieses Lebens hat geschenkt. 2. Laßt uns gläubig niederbeugen, Dank und Ehrfurcht dem bezeigen, Dem sich alle Himmel neigen, Gottes eingebornem Sohn. 3. Heilig, heilig, heilig Jesu! O Lamm Gottes, Christe Jesu, Segne uns, liebreichster Jesu, Jeßt und in der Ewigkeit. 20 4. Guter Hirt, Du Hirt der Seelen, Wollst uns zu den Deinen zählen, Die Du einst wirst auserwählen, Für Dein Erbtheil ewiglich. 244. Kommt her, ihr Creaturen all', komm', was erschaffen ist, kommt her und sehet allzumal, Was da zugegen ist! Das ist das heil'ge Sacrament, Das sollt ihr loben ohne End'; O daß ich's loben könnt Allzeit bis an mein End'! 2. Stimmt an, stimmt an, ihr Seraphim, Die ihr von Liebe brennt; Ihr Thronen, Fürsten, dining 20 tin lind Fronleichnamigesånge. Cherubim, Singt, was ihr singen könnt! Herrschaften, Mächt' und Sträfte all', Erzengel, Engel ohne Zahl, Lobsinget ohne End' Dem höchsten Sacrament! 460 3. Ihr Patriarchen allgemein Und ihr Propheten all', Auch ihr Jungfrauen, keusch und rein, Mit der Apostel Zahl, Ihr Marthrer und Beichtiger, Und du gesammtes Himmelsheer, Lobfinget ohne End' Dem heil'gen Sacrament. 4. O Sonn' und Mond und all' ihr Stern', Die ihr am Himmel brennt, Lobpreiset mein und euren Herrn Im höchsten Sacrament! All' Berg' und Thal, all' Bäum' und Frücht', All' Laub und Gras, vergeßt es nicht: Lobpreiset ohne End' Das heil'ge Sacrament! 5. Ihr Fisch' im Meer', ihr Thier' im Feld', Und was in Lüften schwebt, Lobsinget dem in aller Welt, Durch den ihr alle lebt, Hier ist er in Gestalt von Brod Und bleibt doch der ge= walt'ge Gott: Den lobet ohne End' In die= sem Sacrament! 6. Ihr all', die hier zugegen sind, Lobsingt mit Herzensmacht, Sing' Jung und Alt, Sing' Greis und Kind, Sing', wer zum Himmel tract't; Dies ist das wahre Himmelsbrod, Das rettet von dem ew'gen Tod, Drum preiset ohne End' Das most bater ell höchste Sacrament! 7. Und du, Maria, Jungfrau rein, Schau deinen lieben Sohn, Bei uns in den Gestalten klein, Bei dir im Himmelsthron; Hilf Mutter, uns lobpreisen ihn, Hilf, daß wir all empfangen ihn An unserm letzten End' Imr heil'gen Sacrament. Fronleichnamsgesänge. 461 8. Gott, Dir sei Lob im höchsten Thron, Der Du uns Vater bist, Und Deinem einge= bornen Sohn, Der unsre Speise ist; Dem Tröster auch der Christenheit, Sei gleiche Ehr' in Ewigkeit, Gelobt sei ohne End' Das höchste Sacrament.do/ 245. Nun lobet Gott und singet, Daß hoch zum Himmel dringet Der Christen Preis und Dank! Ihr sel'gen Geister droben, Helft euren Schöpfer loben Im neuen Lobgesang. 2. Der Schöpfer, dem sich neigen Und tief zum Staube beugen Die Himmel, Meer und Land, Der ist bei uns zugegen, Und spendet seinen Segen Aus milder Vaterhand. 3. Seht dort die heil'gen Zeichen, Wovor die Bösen weichen. Die Guten niederknie'n! Darin hat sich verhüllet Gott selber, lieberfüllet, Fallt nieder, preiset ihn! 4. Wir waren all' verloren, Da ward als Mensch geboren Gott selbst, uns zu befrei'n; Am Kreuz ist er gestorben, Hat Rettung uns erworben, Wir werden selig sein. 5. Zum Denkmal seines Todes gab in Gestalt des Brodes Er sich zur Speise dar; Und in Gestalt des Weines Gab er fein heil'ges, reines, Sein Blut der Jüngerschaar. 6. So schloß er ew'gen Frieden, Noch weihen wir hienieden Des neuen Bundes Wein; Noch gibt er sich zur Speise In jener Wunderweise, Will ewig bei uns sein. 7. Hier darf kein Zweifel walten, Wir sehn nur die Gestalten, Und nicht das wahre Gut; 462 Fronleichnamsgesänge.. Er selber hat gesprochen, Als er das Brod ger brochen: Dies ist mein Fleisch und Blut!" 8. Dem großen Gott sei Ebre! Komm alles her und mehre Der Christen Preis und Dank. Dies Brod führt uns nach oben, Wo Engelschaaren loben In ew'gem Lobgesang. me Hekiniai 246. Freut euch, ihr lieben Seelen, Euch ist ein' Freud' geschehn, Wir haben ohne Fehlen. Den wahren Gott gesehn: In einer Hostie kleine Sein wahres Fleisch und Blut; Wer das glaubt fest und reine, Ist seiner Seele gut. 2. Daß wir gesehn mit Augen Jesum, der uns erlöst, Das faffen wir im Glauben Und find gar wohl getröst't. Wann wir von hinnen schei den Mit diesem Sacrament, So wird die Seel' in Freuden Kommen in Gottes Händ'. 3. Es ist der Seele Speise, Dadurch sie wird ernährt In unergründ'ter Weise, Und bleibt doch unverzehrt. Den Leib auch thut es laben, Ob er gleich muß vergehn, Er wird mit reichen Gaben Zur Freude auferstehn. 4. O Jesu, wir Dich preisen, Du allerhöchstes Gut, Dir Lob und Dank erweisen, Daß Du Dein Fleisch und Blut zu einer Speif' gegeben, Das Brod vom Himmelreich, Das uns gibt ew'ges Leben, und macht den Engeln gleich. 15. O Herr, mach' uns verlangen Nach diesem Sacrament; Gib, daß wir es empfangen An unserm letzten End'. Laß uns in Frieden fahren, Jesu, im Namen Dein, zu Deiner En= gel Schaaren Und ewig bei Dir sein. 463 Communiongesänge. Communiongesänge. 247. Mensch, erkenn' die Triebe Der un= ermess'nen Liebe, Die solch ein Wunder thut! Auf unerhörte Weise Gibt Jesus hier zur Speise Sein eig'nes Fleisch und Blut. 2. Kein Auge kann ergründen, Kein Herz genug empfinden Die große Wunderthat; In kleinen Brodsgestalten Ist jener Gott enthalten, Der feine Schranken hat. 3. Der Allen Heil erworben, Am Kreuz aus Lieb' gestorben Und auffuhr in sein Reich; Der wird zum ew'gen Leben Lebendig dargegeben Viel Tausenden zugleich. 4. Zu diesem Schatz der Gnaden Hat Er uns selbst geladen, Er ruft uns liebreich zu: Kommt alle, die auf Erden Mit Noth bedränget werden, Ich geb' euch Trost und Ruh'." 5. O Herr, laß Dich umfangen, Du meiner Seel' Verlangen, Und weich von mir nicht ab! Hilf, daß mich nichts wird können, Von Deiner Liebe trennen, So lang' ich Athem hab'. 248. Dich, mein Gott, ich hier anbete In der kleinen Brodsgestalt; Demuthsvoll ich zu Dir trete, Herr, in diesem Aufenthalt; Dir soll jedes Knie sich beugen, Du, dem sich die Himmel neigen, O hochheil'ges Sacrament, Das vom Feu'r der Gottheit brennt. 2. Fest, o Jesu, ist mein Glauben, Daß Du hier zugegen bist; Dieses Pfand soll nichts mir rauben, Weil Dir alles möglich ist. Du, o Wahrheit, kannst nicht lügen, Dich, o Weisheit, kann 464 Communiongesånge. nichts trügen; Deinen Worten glaub' ich mehr, Als wenn's mir vor Augen wär'. 3. Dies Gedächtniß Deines Leidens, Herr, ist meine Zuversicht; Hab' ich dies zur Stund des Scheidens, Fürcht' ich selbst die Hölle nicht. Dieser Weizen, diese Reben Sind das wahre Seelenleben; Diese Speise, dieses Brod Macht mich leben nach dem Tod. 4. Jesu, Jesu, ich Dich liebe, Weil Du bis mein höchstes Gut; Komm, o Jesu, nicht verschiebe, Gib mir, Herr, Dein Fleisch und Blut! Meinen Durst und Hunger stille, Mich) mit Deiner Lieb' erfülle, Ach, Dich selbst laß mich empfahn, Jesu, wahrer Pelikan! 5. Jesu, den ich hier anbete In der dunklen Glaubensnacht, Mich aus allem llebel rette, Stärke mich durch Deine Macht! Hier auf gutem Weg mich führe, Alle meine Werk' regiere, Daß ich nach dem Tod erwach' In dem hellen Himmelstag 249. Aus Lieb' verwund'ter Jeju mein, Wi kann ich Dir g'nug dankbar sein! Wollt wün schen, ich könnt' lieben Dich, Wie Du allzei geliebt hast mich. 2. Du gibst Dich mir so wunderbar, O gro= Ber Gott, zur Speise dar; Aus Lieb' zu mir machst Du Dich klein, Wie kann die Liebe grö Ber sein! 3. Ach komm zu mir, ich bitte Dich, Mi Deiner Gnad' erquicke mich! Nach Dir verlang die Seele sehr, O daß ich Deiner würdig wär' 4. Gleichwie ein Hirsch zur Wasserquell' In vollem Lauf sich sehnet schnell, Mit gleichen Communiongesänge. 465 Durst seufz' ich zu Dir, O Jesu, Jesu, komm zu mir! 5. Ich kann zwar nie g'nug dankbar sein Für diese Gnad', o Jesu mein; Nicht preisen g'nug in Ewigkeit All' Deine Lieb' und Gütigkeit. 6. Denn hätt' auch tausend Leben ich Und gäb' sie alle hin für Dich, So würd' es doch gering und klein, Herr, gegen Deine Liebe sein. 7. Kann ich nicht lieben nach Gebühr,- O böchstes Gut, verleih es mir!- So will ich lieben, wie ich kann, Und Dich in Hoffnung schauen an. 8. Nach Gott sollst Du, o Jungfrau rein, 3u lieben mir die Nächste sein; Von deiner Lieb' laß ich nicht nach, Bis ich ein End' des Lebens mach'. 9. Für mich alsdann bei Deinem Sohn Bitt', daß er meiner Sünd' verschon'; Dein' Zähren misch mit seinem Blut, Das ist der Seele größtes Gut. 10. Dem großen Gott im Sacrament Sei Lob und Dank bis an das End'; Maria auch, die Jungfrau rein, Soll allezeit gepriesen sein. 250. Vater hoch im Himmelsthron, Jesu, Christe, Gottes Sohn, Und Du Geist der Einig= feit, Göttliche Dreifaltigkeit. B. Heilig, heilig, allzeit heilig, Großer Gott im Sacrament! Sei uns gnädig, sei uns gnädig Jetzt und an dem legten End'! 2. Jesu, Gott und höchstes Gut, Wahrer Mensch mit Fleisch und Blut, In der Hostie wunderbar Ganz und wahrhaft immerdar! 20** 466 Liebesgesänge zu Jesus. 3. Jesu, wahres Opferlamm, Blutend an dem Kreuzesstamm, Hier unblutig allezeit Für uns Sünder Gott geweiht. 4. Jesu, Licht der Pilgerschaft, Wahrheit, Weg und Lebenskraft, Unsichtbar und sichtbarlich, Bei den Menschen ewiglich. 5. Jesu, wahrer Seelenhirt, Der uns ewig weiden wird, Alle Gnad' und Wahrheit gibt, Bis zum Tod die Seinen liebt. 6. Jesu, wahres Lebensbrod, Schüßend vor dem ew'gen Tod, Wahrer Gott in Fleisch und Blut, O lebend'ges Seelengut! 7. Jesu, wahrer Pelikan, Sieh uns arme Sünder an, Gib uns Theil an Deinem Leib, Unsre Bonne sei und bleib. 8. Jesu, Schaß der Christenheit, Pfand der ew'gen Herrlichkeit, Laß uns mit Dir auferstehn Und in Deine Glorie gehn. 9. Lamm Gottes, Jesu Christ, Hör' uns, der Du gütig bist, Segne uns mit diesem Brod Jeßt und in der Sterbensnotb. 10. O Lamm Gottes, Jesu Christ, Der Du hier zugegen bist, Hochgelobt sei ohne End', In dem heil'gen Sacrament! Liebesgesänge zu Jesus. 251. O Jesu, liebster Jesu, O Trost der Seele mein, In Dir, o süßer Jesu, In Dir ist Freud' allein. Ich Dich jetzt auserwähle Zum Allerliebsten mein, Ich ganz mich Dir befehle, Du sollst mein Herrscher sein. 2. O Welt, du magst nun fahren Mit deiner Lust und Pracht; Fahr' hin zu tausend Jahren, Liebesgesänge zu Jesus. 467 Ich all' dein Gut veracht'. Mit Dir in Freud' und Schmerz Will ich, o Jesu, sein, Ich sag's von ganzem Herzen, Ohn' Dich ist alles Pein. 3. Könnt' etwas ich erdenken Auf dieser gan zen Welt, Dir wollt' ich's gerne schenken, Sag, Herr, was Dir gefällt! Nimm hin mein Leib und Leben, Nimm hin mein Herz und Seel', Dir bleib' ich ganz ergeben, Mich ganz Dir anbefehl'. 4. Hätt' ich auch tausend Herzen, Sie wären alle Dein, In Freuden und in Schmerzen Ganz willig wollt ich sein. Hätt' ich auch tausend Seelen, liebster Jesu mein, Dir wollt' ich sie befehlen, um nur ganz Dein zu sein. 5. Ach, ach, wie hab ich können Jemals er= zürnen Dich! Will meine Sünd' bekennen, O Herr, fie reuet mich! Die Thorheit ich beklage, Die Bosheit noch viel mehr; Doch nimmer ich verzage, zu Dir ist Wiederkehr. 6. Bei Dir allzeit wir finden Gnad' und Barmherzigkeit! Kein Sünd' mag überwinden, Herr, Deine Gütigkeit. Zeig dann Dein mild Gemüthe Den Sündern stets bereit, Gedenke Deiner Güte, Sieh an mein' Reu' und Leid. 7. In Deinem Blut versenke All' meine Missethat, Und mir hingegen schenke Die heiligmachend' Gnad'; Denn ohne sie, o Jesu, Hab' weder Raft noch Ruh; Ach, nimm mich auf, o Jesu, Schließ mir Dein Herz nicht zu. 8. Viel lieber will ich sterben Und alle Pein ausstehn, Will lieber ganz verderben, als eine Sünd' begehn. Bei Dir bin ich in Frieden, Bei 468 Liebesgesänge zu Jesus. Dir nur hab' ich Freud' Und koste schon hie= nieden des Himmels Seligkeit. 9. Ach, wann wird doch erscheinen Der hochgewünschte Tag, Daß ich ohn' alles Weinen Mit Dir mich freuen mag! Wann werd' ich Dich da droben In Deiner Herrlichkeit Mit allen Engeln loben In alle Ewigkeit. 10. An meinem leßten Ende Streck aus die Arme Dein, Dich gnädig zu mir wende, Nimm auf die Seele mein! Ich warte mit Verlangen, O treuer Seelenheld, Daß ich Dich mög' um= fangen In Deinem Ehrenzelt. 252. Ach, wann doch, Jesu, Liebster mein, Wann wirst Dich mein erbarmen? Wann wieder zu mir kehren ein Und halten mich in Armen? Was birgst Du Dich, wo find' ich Dich? Wann werd' ich Dich umfangen? Wann rufst Du mich, wann suchst Du mich Und stillest mein Verlangen? 2. O Töchter Sions, zeiget mir, Den ich so lang verloren, Der mich vor aller Engel Zier Hat liebreich auserforen! Ich lauf und ruf in Berg und Thal Und führe bitt're Klagen; Kein Menschenkind, Kein Sonnenstrahl Kann mir von Jesu sagen! 3. Bald wird das Licht mir untergehn, Die Glieder schon ermatten, Dann wird die Seel' alleine stehn In Finsterniß und Schatten. Herr, komm zu mir, es abendt sich, Die Finsternisse steigen; Ich kann nicht leben ohne Dich, Ach eil', Dich mir zu zeigen! 4. O Jesu mein, o starke Sonn', Von Dei Liebesgesänge zu Jesus. 469 ner Lieb' ich brenne; O Jesu mein, o Lust und Bonn', Mich Dein allein bekenne. O süßer Jesu, bleib' bei mir, Daß ich in finstern Nächten Dich, o Du schönste Himmelszier, Kann lieben und betrachten! 253. Schönster Herr Jesu, Schöpfer aller Dinge, Gottes und Mariä Sohn, Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Meiner Seele Freud' und Wonn'! 2. Alle die Schönheit Himmels und der Erden Ist gefaßt in Dir allein; Nichts soll auf Erden Lieber mir werden, Als Du, Jesu, Liebster mein. 3. Schön ist das Mondlicht, schöner ist die Sonne, Schön die Sterne obne Zahl; Jesus ist reiner, Jesus ist heller, Als die Sterne allzumal. 4. Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen In der frischen Jugendzeit; Aber sie sterben, müssen verderben; Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Er ist wahrhaftig allzeit gegenwärtig Im hochheil'gen Sacrament! Jesu, Dich bitt ich, sei Du mir gnädig Jetzt und an dem letzten End'! 254. Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb' Dich, Ganz von Herzen lieb' ich Dich! Laß von Dir mich nichts abwenden, Nie von and'rer Lieb' ver= blenden; Will mich aller Lieb' entschlagen, Nur damit ich könne sagen: Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb' Dich, Ganz von Herzen lieb' ich Dich. 2. Herr, ich lieb' Dich 2c. All mein Denken, all' mein Sinnen, Meine Seufzer, mein Beginnen, Alles, was sich in mir findet, Sich mit Deiner Lieb' verbindet. Herr, ich lieb' Dich zc. 470 Liebesgesänge zu Jesus. 3. Herr, ich lieb' Dich 2c. Wenn Du gleich, o Herr, mich fliehest, Und mir Deinen Trost entziehest, Wann mich Kreuz und Trübsal kränken, Will ichdoch bei mir gedenken: Herr, ich lieb'Dichic. 4. Herr, ich lieb' Dich 2c. Nicht um Lohn der Himmelsfreuden, Nicht aus Furcht, die Höll' zu leiden; Will mich aller Furcht entschlagen, Nur aus lauter Liebe sagen: Herr, ich lieb' Dich 2. 5. Herr, ich lieb' Dich 2c. Jesus soll bei mir verbleiben, Nichts von Jesu mich soll scheiden, Stets im Mund will Jesum haben, Jesum will in's Herz vergraben; Herr, ich lieb' Dich 2c. 6. Herr, ich lieb Dich zc. Wann die Seel' vom Leib wird fahren, Tann mit Deinen Him= melsschaaren Werd' ich Dich, o Jesu, droben Ewig in dem Himmel loben; Herr, ich lieb' Dich 2c. 255. O Du, mein Gott, ich liebe Dich, Nicht, daß Du selig machest mich, Auch nicht, weil, die nicht lieben Dich), Zur Höll' verdammt geh'n ewiglich. 2. Die Lieb', so ich zu Dir gefaßt, Du ſelbst in mir erweckest hast, Da Du am Kreuz, o Jesu mein, Für mich ertrugst all' Angst und Pein. 3. Ach, wie viel Thränen, Schweiß und Blut Gabst Du für mich, v höchstes Gut! Den Tod sogar gelitten hast, Allein um meine Sündenlast. 4. Wie, soll denn ich nicht lieben Dich, Da Du so sehr geliebet mich! Ich liebe Dich aus Lieb' allein, Sollt' auch kein' Höll' und Himmel sein.. 5. Wie Du mich liebst, so lieb' ich Dich, Ach, laß michlieben ewiglich! ZurLiebesgluth gieß Schmerz und Pein, Laß sterben mich aus Lieb' allein. Liebesgesänge zu Jesus. 471 256. Gelobt sei Jesus Christus In alle Ewig= feit, Der für uns Mensch geworden Aus lau= ter Gütigkeit, Und dreiunddreißig Jahr Im Fleisch gehorsam war. Gelobt sei Jesus Christus, In alle Ewigkeit! 2. Gelobt sei Jesus Christus In alle Ewigfeit, Der uns hat all' erlöset Von Satans Dienstbarkeit, Durch seinen bittern Tod Geholfen aus der Noth. Gelobt sei sc. 3. Gelobt sei Jesus 2c. Der uns den Geist gesendet Der wahren Heiligkeit, So uns gereinigt all' Vom bösen Adamsfall. Gelobt sei zc. 4. Gelobt sei Jesus 2c. Der uns so oft verleihet Zur Buß die Gnadenzeit; Er trägt mit uns Geduld Und schenket uns die Schuld. Gelobt sei 2c. 5. Gelobt sei Jesus 2c. Der uns im Sacramente 3u laben ist bereit Mit seinem Fleisch und Blut, O Seelenspeis, wie gut! Gelobt sei 2c. 6. Gelobt sei Jesus 2c. Der als ein lieber Bater Uns nährt zur rechten Zeit. Er schüßet Leut und Land Vor Pest, Krieg, Mord und Brand. Gelobt sei sc.h 7. Gelobt sei Jesus 2c. Der uns in Krankheit stärket, Tröstet in Traurigkeit, Bewaffnet in dem Streit, Abwendet alles Leid. Gelobt sei 2c. 8. Gelobt sei Jesus at. Der uns gewiß versprochen Aus seiner Gütigkeit Hier Guad' und dort die Freud'. Drum singt mit Dankbarkeit: Gelobt sei 2c. unuolius tentu hydi Muttergottesgesänge. Muttergottesgesänge. I. Die besonderen Feste. Auf Maria Empfängniß. 257. Mutter Gottes, mir erlaube, Zu be= kennen, was ich glaube, Auszubreiten Gottes Macht, Welche dieses Werk vollbracht: Daß du ohne Sünd' empfangen, Allem Unheil bist ent= gangen, Von der Schlange unverführt, Bon der Erbsünd' unberührt. 2. Daß du frei von allen Schulden, Ewig stehst in Gottes Hulden, Selbst in jenem ersten Haupt Deiner Unschuld unberaubt; Daß du glänzest ohne Makel, Ohne Rauch ein' helle Fackel, Ohne Schatten lichter Schein, Allzeit heilig, allzeit rein. 3. Als die ersten Eltern gingen, Wo verbot'ne Wepfel hingen, War Maria nicht dabei, Gottes Rath erhielt sie frei; Jene bald zum Falle kamen, Alle wir vom Apfel nahmen, Doch Maria, unversucht, Kostet nicht die Todesfrucht. 472 4. All' in Adam mußten sterben, Alle dieses Elend erben, Diese Schuld und dies Gericht, Alle, nur Maria nicht! Eine Ros' ohn' Dörner bliebe, Eine Freundin, Eine Liebe, Eine Schwester, Eine Braut, Eine Stadt, von Gott gebaut. 5. D Du wahrhaft Auserkor'ne, Rein Empfang'ne, Rein Gebor'ne, Schön, o Freundin, bist du ganz, Dich umleuchtet Gottes Glanz! Unverleget, unberühret, Von dem heil'gen Geist gezieret, Uleber alle Engel rein, Gott allein fann schöner sein6. Du bist immer voller Gnaden, Wir sind Muttergottesgesänge. 473 immer voller Schaden; Keine Makel ist an dir, Sünd' und Laster haben wir. O du Zuflucht aller Sünder, Tröst' uns arme Adamskinder, Laß uns Gott befohlen sein Durch die vielen Gnaden dein. Maria Reinigung. 258. Maria ging geschwind Mit ihrem lieben Kind, Sie ging von Bethlehem Zur Stadt Jerufalem Und trug zum Tempel ein Das zarte Jesulein. 2. Das Kind sie opfert dort Nach des Ge-= sebes Wort, Reicht es dem Priester dar, Von Täublein auch ein Paar, Und löset ab mit Geld Den Heiland dieser Welt. 3. Hier diente Gott mit Fleiß Sanct Simeon der Greis, Er nabm mit großer Lust Das Kind an seine Brust, Davon sein Herz aufsprang Und er vor Freuden sang. 4. Auch kam Sanct Anna hin, Die fromme Seherin, Sie öffnet ihren Mund Und macht das Kindlein kund, Sie lobt das Kindlein sebr Und sagte, wer es wär'. 5.O Kind, o Gottes Sohn, Wie froh ist Simeon, Wie froh Sanct Anna ist, Daß Du gekommen bist! Ach komm' und mache so Von Herzen alle frob! Mariä Verkündigung. 259. Ave Mutter ohne Weh, Ave Jungfrau in der Eh', O Maria! Ave dir sagt Gabriel, Bei dir ist Emanuel. O Maria! 2 Du bist aller Gnade voll, Aller Gaben. auch sowobl! Alles scheint und glänzt in dir Wie Karfunkel und Saphir. 3. Gott der Vater ist mit dir, Und sein Wort 474 Muttergottesgesänge. wird Fleisch in dir, Gott der heil'ge Geist in dir, O wahrhaftig schöne Zier! 4. Du bist hoch gebenedeit, Hoch geehrt und hoch geweiht, Uleber alle Weiber rein, Nichts nach Gott kann schöner sein. 5. Und es ist gebenedeit Hier und dort in Ewigkeit Jesus, dein geliebter Sohn, Jesus, deine Zier und Kron'. 6. O denn Mutter, süß und mild, Gottes Mutter, guad'erfüllt, Mutter voller Mildigkeit, Mutter voller Süßigkeit. 7. Für uns arme Sünder bitt', Uns bei deinem Sohn vertritt, Bitt für uns aus Herzensgrund Jetzt und in der Todesstund'. Mariä Heimsuchung. 260. Maria ging hinaus Zu Zachariä Haus, Sie ging in aller Eil' Berg auf und ab viel Meil', Gen Hebron in die Stadt Nach heil'gem Geistes Rath. 2. Sie ging zu Gottes Ehr', Und scheute kein Beschwer; Sie trug den Gottessohn In ihres Herzens Thron, Dazu ein' Engelschaar Unsichtbar bei ihr war. 3. Als sie vom Hause ging, Sie das Gebet anfing, Hat Gott betrachtet viel Bis an der Reife Ziel, Wo sie demüthig steht, Und grüßt Elisabeth. 4. Elisabeth sogleich Verneigt sich freudenreich, Erkennt die Gottesbraut, Preist ihre Gnade laut, Des heil'gen Geistes voll; Im Haus wird allen wohl. 5. O Haus, o Himmelreich), Dem wahren Himmel gleich! Du, Haus, der Himmel bist, Darin Muttergottesgesänge. 475 Gott selber ist Und alle Heiligkeit Und Macht und Gütigkeit. 6. Ady fomm, o Jungfrau rein, Auch in mein Herz hinein, Bring mir das höchste Gut, Gott Sohn in Fleisch und Blut ,. Und segne Seel' und Leib und ewig bei mir bleib'. Mariä Himmelfahrt. 261. Maria, Mutter Jesu Christ, All. 3um Himmel aufgefahren ist. Al. Al. 2. Gott sandt' viel Engel hoch herab, Den Schatz zu nehmen aus dem Grab. 3. Viel tausend Engel waren da, Sie fuhren auf mit Maria. 4. Was Freud' war da, was Lust war hie! O Freud', o Lust, o Harmonie! 5. Die Jungfrau blüht gleich einer Ros, Der Glanz, die Schönheit, wundergroß. 6. Die Seel' durchglänzet überall, Als wenn die Sonn glänzt durch Krystall. 7. Wie Perl' in Gold, das Herz in ihr, Nichts gleich erschaffen dieser Zier. 8. Ihr Kleid die Sonn', zwölf Stern' die Kron', Zu Füßen ihr der klare Mond. 9. 3um Himmel sie in Jubel kam, Sie Christus auf mit Freuden nahm. 10. Sehr hoch sie ward bei Gott geseßt, Da alles Gut ihr Herz ergötzt. 11. Gott gab ihr alles in die Hand, Den Sohn im Schooß, das theure Pfand. 12. Im Himmel ist sie Königin Und aller Welt ein' Trösterin! 476 Muttergottesgesänge. Mariä Geburt. 262. Ave Maria, du Himmelskönigin, Der ganzen Welt eine Trösterin, Der Menschen und der Engel Freud', Geboren in der Heiligkeit, Bon Ewigkeit erforen. 2. Ave Maria, du Rosengarten schön, Zur Lust des Schöpfers auserseh'n, Du warst den Patriarchen fund, Bon dir sang der Propheten Mund, Du Jungfrau der Jungfrauen. 3. Ave Maria, du Zier der Christenheit, Du Mutter der Barmherzigkeit, Du Gottes- Stadt, du klare Sonn', Du starker Thurm, du JacobsBronn, Du Frau der ganzen Erden. 4. Ave Maria, du Tempel Salomone, Du goldnes Vließ des Gedeon's, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Abbild der Vollkommenheit, Du Ros ohn' alle Dörner. 5. Ave Maria, du hoher Cederbaum, Du Lilie schön in Feldesraum, Du Morgenstern, Du Himmelspfort'. Bitt' Gott für uns im Himmel dort, Auf daß wir selig werden. 6. Ave Maria, sei uns're Mittlerin, O Jungfrau, Mutter Königin! Bitt' Gott den Herrn, bitt' deinen Sohn, Halt an beim höchsten Gnadenthron, Daß wir zum Himmel kommen. Maria Namensfest. 263. Maria, wir verehren Dich und den Namen dein, Den wollen wir vermehren Als uns wird möglich sein. Be. O heilige Maria, Jung und Alt, Groß und Klein, Loben dich, Maria rein2. Auf Syrisch wir dich nennen Maria, Herrscherin, Weil alle dich erkennen Der Welt ein' Königin. Muttergottesgesänge. 477 3. Hebräisch wird verstanden Maria Meer und Stern; O Stern, der allen Landen Das Licht gibt nah und fern. 4. Die Stern' am Himmel oben, Die wir da glänzen seh'n, Recht deinen Namen loben, Daß wir sein' Kraft verstehn. 5. Kein Stern bat je verloren Im Schei= nen seinen Glanz, Du Christum hast geboren, Dein' Jungfrauschaft bleibt ganz. 6. Dein Nam' auch kann bedeuten Recht wohl das tiefe Meer, All' Gnad' zu allen Leuten Durch dich thut fließen her. 7. In's Meer all' Flüss sich gießen, Zum Meer all' Wasser läuft, zu dir all' Gnaden fließen, In dir all' Gnad fich häuft. 8. O Stern, leucht' uns auf Erden, O Meer, uns Gnad' ertheil', Hilf, daß wir selig werden, Hilf uns in aller Eil'. 11. Allgemeine Gesänge. 264. Alle Tage sing' und sage Lob der Himmelskönigin! Ihre Gnaden, ihre Thaten, Ehr', o Seel', mit Demutbfinn! 2. Auserlesen ist ihr Wesen, Mutter sie und Jungfrau war; Sprich sie selig, überselig, Groß ist sie und wunderbar. 3. Jbr vertraue, auf sie baue, Daß sie dich von Schuld befrei', Und im Streite dir zur Seite Wider alle Feinde sei. 4. Gotterforen, hat geboren Sie den Heiland aller Welt, Der gegeben Licht und Leben Und den Himmel offen hält. 5. Sie alleine ist die reine Jungfrau und 478 Muttergottesgesänge. Gebärerin; Ihrem Kinde wich die Sünde, Lob sei dieser Königin! 6. Ihre Ehren zu vermehren, Sei, o Seele, stets bereit! Benedeie sie und freue Dich ob ihrer Herrlichkeit! 7. Ohne Ende zu ihr wende Dich mit Lieb' und Lobgesang; Ihr gedenke, Zu ihr lenke Allen Sinn dein Lebenlang. 8. Keine Weise kann zum Preise Ihrer Hoheit würdig sein; Keine Zierde gleicht der Würde, Die empfangen sie allein. 9. Zoben wollen wir und sollen Gottes Mutter allzumal; Preisen immer- aber nimmer Zählt man ihrer Gnaden Zahl. 10. Dennoch klingen, hoch sich schwingen Soll ihr Lob zu jeder Stund'! Wer da schweiget, Ehr nicht zeiget, Ist ein Thor in Herz und Mund. 11. Denn ihr Leben und ihr Streben, Ihr wahrhafter Himmelsfinn, Ihre Klarheit, ihre Wahrheit, Geh'n ob allen Zweifel hin. 12. Ihre Sitten, schönste Blüthen, Sind der ganzen Kirche Zier; Wort und Werke, Tu= gendstärke, Zeigen höchste Gnade dir. 13. Fest verriegelt und versiegelt War des Himmels Thür und Thor; Ihre stille Glaubensfülle Hob den Riegel bald empor. 14. Eva's Kinder, all' uns Sünder, Hielt ein schwerer Flud) gebannt; Durch Marien ist verlichen Uns der Weg ins Vaterland. 15. Hoch lobpreise, Lieb' erweise Jeder ihr nach Kräften sein; Sie verehren, Hülf' begehren Laßt uns alle insgemein. Muttergottesgesänge. 479 GHOL 16. Ach, fie gebe, daß ich lebe, Wie es will ihr lieber Sohn, Daß ich droben ihn kann loben, Ewig schau'n im Himmelsthron. 265. Ein edler Schatz der Menschen ist Die Mutter des Herrn Jesu Christ, Die loben wir zu aller Frist, Denn sie ist voller Gnaden. B. Wir loben unsre Mittlerin, Des Himmels große Königin, Die Krone aller Ehren. 18 2. Die sitzt auf einem hohen Thron, Ihr Schemel ist der Silbermond, Ihr Kleid, gewebt von Gottes Sohn, Strahlt durch der Engel Chöre. 3. Was trägt sie auf dem Haupt so schön? Zwölf helle Sterne leuchtend stehn, Wie eine Krone anzusehn, Sie leuchten all' wie Sonnen. 4. Sie ist die edle Tochter zart, Die Jungfrau schön, von Wunderart, Die von dem Herrn erwählet ward, Die Braut des heil'gen Geistes. 5. Sie ist der schöne Morgenstern, Bleibt un= versehrt, glänzt in die Fern', Gebar die Sonn', Christum, den Herrn, DenSohn des Allerhöchsten. 6. Sie ist die Arch' von flarem Gold, Darin Gott selber wohnen wollt', Ist Jeffe's Wurzel stark und hold, Ist Salomonis Tempel. 7. Sie ist der Sitz der Weisheit groß, Von Jericho die heil'ge Rof, Der Andacht Brunn, der Freuden Schooß, Ein Spiegel der Gerechten. 8. Sie ist die wabre Himmelspfort', Der Kran= ken Heil, der Christen Hort, Den Sündern all' ein Zufluchtsort, Ein Trostquell der Betrübten. 9. Sie ist der Engel Königin, Der Patriarchen Herrscherin, Ist der Apostel Meisterin, Die Zierde aller Heil'gen. Eat 1720/ 480 Muttergottesgesänge. 10. OKönigin im Himmelssaal, O Trösterin im Jammerthal, Bitt' Gott für deine Kinder all', Auf daß wir selig werden. 266 O Maria, schöner du, Als die Sonn', als der Mond, D du edler Gottesthron! Schöner bat Gott nichts gemacht, Du gehst über Engelpracht; Cherubim, Seraphim, Dienen deiner Schönheit Macht. 2. O Maria, Jungfrau zart, Wohlbewährt, hochgeehrt, Allzeit rein und unversehrt! Gottes Sohn, das höchste Gut, Hat in deinem Schooß geruht, Und alldort hat das Wort Angenommen Fleisch und Blut. 3. Maria, starkes Weib, Führerin, Schüßerin, Aller Christen Königin! Streit für uns zu Meer und Land, Schlag den Feind mit deiner Hand; Deinen Nam' wundersam Mach' der ganzen Welt bekannt. 4. O Maria, gnadenreich, Frauenbild, Mutter mild, Unsre Zuflucht, unser Schild! Du bist unsre Trösterin, Helferin und Mittlerin, Und bei Gott in der Noth Mächtige Fürsprecherin.. 5. O Maria, Morgenstern, Heil und rein, hold und fein Uleber allen Sonnenschein; Ach, wir wandeln in der Nacht Obne Licht und ohne Wacht, Steh uns bei, allzeit treu, Laß uns nicht aus deiner Acht! 267. Maria, Jungfrau rein, Mein' Trösterin, Du bist die Mutter mein, Nach Gott mein Trost allein, Mein' Helferin. 2. Du hast ganz mütterlich Dich mir erzeigt, Hast nie verlassen mich, Mit Schuß und Liebe dich zu mir geneigt. Muttergottesgesänge. 481 3. An deinen Gnadenthron Rufft immer mich, Obwobl ich öfter schon Als undankbarer Sohn Betrübet dich. 4. Ach, wie vergelt' ich dir So große Treu'? Bleibst immer Mutter mir, Und meine Schuld dafür Wird täglich neu. 5. Nimm mein Bekenntniß an, Sieh meinen Schmerz! Will's klagen jedermann, Was ich an die gethan, o Mutterberz! 6. Nach deiner Lieb' und Treu' Verzeih' die Sünd'; Bitt' Gott und steh' mir bei, Daß ich auf's neue sei Dein liebes Kind. 7. So will ich dankbar dir Auf ewig sein; Will deines Namens Zier Im Herzen tragen mir, O Mutter mein! 8. Nun bin ich völlig dein, Mit Seel' und Leib! Laß mich geschrieben sein In dein lieb' Herz hinein, Und Mutter bleib! 268. Gegrüßet seist du, edelste Königin, Der Menschen und Engel Herrscherin, Du Mutter der Barmherzigkeit, Unser Leben, Hoffnung und Süßigkeit! 2. Wir arme Kinder Evä schrei'n zu dir, Mit Trauern und Weinen seufzen wir; In dies sem elenden Jammerthal Vergießen wir Thränen ohne Zabl. 3. Ejo, du uns're liebste Fürsprecherin! Dein heil'ger Nam' liegt uns im Sinn; Barmherzig auf uns deine Augen neig, Dein mütterlich Herz uns Kindern zeig! 4. Nach diesem Elend uns gnädig besuch', Und 21 482 Muttergottesgesänge. zeig' uns Jesum, die gesegnete Frucht, O güt'ge, o milde, o süße Jungfrau, allerholdseligste Maria! 269. Maria, Königin, Mutter und Helferin, Maria salve! Des Lebens Süßigkeit, Hoffnung, Barmherzigkeit, Maria salve. 2. Ach, wie viel tausendmal In diesem Jammerthal Wir Kinder Evä Rufen zu aller Stund', Seufzen mit Herz und Mund: Maria salve! 3. Maria, uns bewahr', Vor Seel- und Leibsgefahr In unserm Leben; Bitt', daß uns wolle Gott Nach einem sel'gen Tod Den Himmel geben. 4. Maria, Jungfrau zart, Nach deiner milden Art Zu uns dich wende; Zeig' uns- dein Kindelein, Dein liebes Jefulein Nach dem Elende. 5. Maria, süß und mild, Sei unser Helm und Schild In unserm Sterben; Daß nicht die bittre" Noth Und nicht der ew'geTod Uns mag verderben. 6. Nun singt, ihr Seraphim, Singt all', ihr Cherubim: Maria salve! Stimmt ein mit süßem Schall, Ihr Menschenfinder all: Maria salve! 270. Mutter Christi, hocherboben In dem schönen Himmel droben, Aller Engel Königin, Unfre Frau und Mittlerin. Teinen Segen uns mittbeile, Uns zu helfen nicht verweile, O Maria, sieh' uns bei, Daß uns Gott barmherzig sei. 2. Du, o Jungfrau voll der Gnaden, Weißt von keinem Sündenschaden, Boller Glanz und Tugendschein, Allzeit beilig, allzeit rein. Tei nen Segen uns mittbeile 2c. 3. Tu, o Zuflucht aller Sünder, Schau' ups arme Adamskinder, Die gesündigt ohne Zahl, Weinen in dem Jammerthal. Muttergottesgefänge. 483 -4. Laß uns deine Hülf' erscheinen, Laß uns nicht vergebens meinen, Fübr' uns zu dem Gnadenthron Und versöhn' uns deinem Sohn. 5. Daß er uns die Sünd' verzeihe, Sie zu meiden Gnad' verleibe, Daß wir leben in der Buß', Sterben in dem Friedensfuß. Cree 6. Bitt', daß Gott nach diesem Leben Uns die Seligkeit mög' geben, O Maria, Jungfrau rein, Laß uns dir befoblen ſein! 271. O Maria, auserforen, Mutter der Barmberzigkeit, Die du Jesum bast geboren und mit ibm nun lebst in Freud'; Wollest ibu doch für uns bitten, Daß er uns barmberzig sei, Durch den Tod, den er gelitten, Uns von Sünden mache frei. 2. Maria, Trost der Armen, Hilf in aller Angst und Noth; Wollest unser dich erbarmen, Bitt' für uns den lieben Gott. Denn unmöglich fann verderben, Der dich sucht aus Herzensgrund; In dem Leben, in dem Sterben Schuß man find't zu aller Stund'. nya bos 3. O Maria, stark und mächtig, Die du sißst im boben Thron, Ueber Alle hoch und prächtig, Allernächst bei deinem Sohn, Unser Elend doch betrachte Und dich eine Mutter zeig', Unser Fle= ben nicht verachte, Deine Augen zu uns neig'. 4. Wann die Vielheit unsrer Sünden Deinen Sohn zum Zorne zwingt, Und dann nichts für uns zu finden, Was uns Gnade wiederbringt, Dieses Elends dich erbarme, Seinen Grimmen halte ein, Greife du ihm in die Arme, Mach ihn uns barmherzig sein. 5. O du Mutter hochgeehret, Wann wir sind 21* 484 Muttergottesgesänge. in letter Notb, Und mit Sünden hart beschwe= ret, Ringen müssen mit dem Tod: Zeig' uns, den du hast geboren, Jesum in der letzten Stund', Dann wird einer sein verloren, Keiner ewig gehn zu Grund'. 272. O Mutter der Barmherzigkeit, Meia' schönste Freud' in allem Leid, Mein sichy'rer Trost in aller Noth, D Sicherheit in meinem Tod. 2. Zeig' mir das liebe Jesulein, Ach laß ihn nur kein Richter sein, Bitt, daß er mög' zerreißen bald Der Sünden Schuldbrief mit Gewalt. 3. O felig, überselig ist, Wem du zu Ratb und Beistand bist; Ach nimm mich auf in deinen Schuß zu meiner armen Seele Nuß. 4. Bin ich's nicht werth, hab ich vielleicht Berdient ,. daß Gott sich von mir neigt, So birg mich doch, o Mutter mein, Noc mit dem lieben Mantel dein. i 5. Ach laß mich sehn dein Angesicht, Wenn Leib und Seel' in Alengsten liegt; Kann es nicht sein, so tröste mich, Kaun's aber sein, so bitt' ich dich. 6. Zeig mir dein mütterliches Herz, Wann mich ansicht des Todes Schmerz, Wann mich umgibt des Feindes Madt Mit seiner List und Höllenpracht. 7. Ach nimm mich auf zu deinem Knecht, Ob ich schon bin gering und schlecht, Sieb an das Herz und nicht das Werk, An meinem End' gib mir mein' Stärk'. Silk kurdu 8. Weich' nicht von mir in meiner Notb, Weich nicht von mir in meinem Tod, Weich' nicht von mir an meinem End', Nimm auf mein' Seel' in deine Händ'. Muttergottesgesänge. 485 273. Sei gegrüßt vieltausendmale, O Maria, Jungfrau rein, Hilf in diesem Jammertbale! Du erbörest Groß und Klein. Be Mit Bertrauen ruf ich zu dir, Mutter Gottes, ach bilf mir! Sei gegrüßt vieltausendmale, O Maria, Jungfrau rein! 2. Hier lieg' ich zu deinen Füßen, Mutter Gottes, hör' mich an! Ich will meine Sünden büßen, Die ich jemals bab getban. Mit Vertrauen 20.3 3. Helfe mir in meinem Leide, Ach, verwandle meinen Schmerz Bald in lauter Dank und Freude, O du mildes Mutterberz! Mit Vertrauen 2c. 4. Wann sich nabt mein Lebensende Und mein sterbend Auge bricht, Dann, oMutter, zu mirwende Tein liebreiches Angesicht. Mit Vertrauen sc. 5. Dich im Tode zu mir neige, Rette mich aus allem Leid; Jesum, deinen Sobn, mir zeige In der ew'gen Himmelsfreud'. Mit Vertrauen 2c. 274. Maria, zu Dir kommen Auch die Sünder mit den Frommen, All' erfreuen sich in dir; Dir will ich mein reiden klagen, Mutter, laß mich nicht verzagen, Neige dich mit Trost zu mir. Be O Maria, Neige dich mit Troft zu mir. 2. Sieh, mein Herz hat sich erschrecket, Gottes Zorn hab' ich erwecket, Hab' verdient die scharfe Ruth'; Ach, was soll ich nun beginnen, kann dem Richter nicht entrinnen, Bang' und klein wird mir der Muth. e Maria, Bang' und flein sc. 3. Du, o Mutter, trägst in Armen Gottes Sobn und sein Erbarmen, Sieb, ich komm an deinen Schooß; Hilf, daß mir die Reu' gedeihe, Daß dein Sohn mir Gnad' verleihe, Sonst bin ich ganz rettungslos. O Maria, Sonst bin ic) 2c. tout de 800 13 266 FORFATRACY 486 Muttergottesgesänge. 4. Dir die Lieb' ist angeboren, Keiner geht bei dir verloren, Du erfreust mit Gottes Lohn; Diese Lieb' an mir auch zeige, Mit dem Kind dich zu mir neige. Sieb, dein Kind erhört dich schon! O Maria, Sieb, dein Kind 2c. 5. O Maria, deine Ehren Will ich rübmen und vermehren, Wie es deinem Sohn gefällt; Daß bei dir Erquickung finden Alle, die in Noth und Sünden, D du Trost der ganzen Welt! Re O Maria, O du Trost 2c. 275. Dich, Frau vom Himmel, ruf ich an In Angst und großen Nöthen mein; Bei Gott ich nicht bestehen kann, Weil ich mißbraucht die Gütesein; Zu dir mich wende, Reich mir die Hände, Erlösche deines Kindes Zorn, Sonst bin ich ewiglichverlor'n. 2 Ach Mutter, liebste Mutter mein, Dein Herz ich starf umfasset hab' Und wenn ich sollt' zur Höll hinein, Bon dir würd' ich nicht laffen ab; Aus allen Kräften Will ich mich beften An dich, o Himmelskönigin, Daß du mich bältst, o Helferin! 3. Ach bitt für mich, du reine Magd, Der Sünden Nachlaß mir erwerb, Dein Kind dir nie ein Wort versagt, Bitt, daß ich nicht in Un guad' sterb', Schau, was für Schmerzen In meinem Herzen! Mir diesen Schmerz bringt ganz allein, Daß ich abwich vom Kinde dein. 276. O Königin, o gnäd'ge Frau, O KÖnigin, 3u uns herab vom Himmel schau! B OKönigin, Maria! Maria, o Königin! 2. O Mutter der Barmherzigkeit, Bitt' für die ganze Christenheit. 3. Bitt, daß uns Gott harmherzig sei, Bitt', daß er uns mach fündenfrei. Muttergottesgesänge. 487 4. Bitt', daß uns Gott geb' Kraft und Gnad', Daß uns an Leib und Seel' nichts schad'. 5. Bitt', daß uns Gott den Frieden geb', Bitt', daß er Mord und Krieg aufheb?. 6. Bitt' für das Feld und Ackerland, Behüt uns all vor Feu'r und Brand. 7. Halt ab den bösen jähen Tod Und bitt' für uns in aller Noth. 8. Auch steb uns bei am letzten End, O Mutter, nie dich von uns wend'. 277. O Maria, Jungfrau rein, Mit dem lieben Kinde dein! Maria! Sei gegrüßt zu taufend= mal, Sei gegrüßet ohne Zahl! O Maria! 2. Werthe Himmelskönigin, Hochgekrönte Herrscherin, Aller Menschen Helferin, Aller Christen Schüßerin! 3. Dich zu preifen kommen wir, Und uns zu befehlen dir; Mutter der Barmherzigkeit, Sieh uns an zu dieser Zeit. 4. Gib uns allen Trost und Freud', Wende ab all' Herzeleid; Leibes Wohlfahrt uns ertheil', Mebr doch hilf zum Seelenheil. 5. Alles Uebel von uns halt, Theu'rung, Pest und Kriegsgewalt, Noth und Elend von uns febr', Gottes Gnad' für uns begehr'. 6. Bitt, daß Gott der Christenheit Gebe Fried' und Einigkeit, Daß die Kirch' er gnadenvoll, Mehren und erhören woll'! 7. Bitt' für unser Vaterland, Nimm es unter deine Hand; Daß durch deine Macht und Treu Gottes Segen mit ihm sei. 8. Bitte für die Frucht der Erd', Daß sie 488 Muttergottesgesänge. reich gesegnet werd'; Allen Schaden von uns wend', Alles Gute zu uns send'! 9. Maria, gnadenreich, Unser aller Herz erweich, Mach uns alle Sünden leid, Hilf uns zur Beständigkeit. 10. Deinem Sohn uns anbefehl', Unser Heil an Leib und Seel'; Er erhört dich ganz gewiß, Bitte nur, o Mutter süß! 11. Bitt' ibn durch das Leiden sein, Und durch die Verdienste dein, Daß er uns nach dieser Zeit Geben woll' die Seligkeit. 12 Daß wir mögen bei dir sein, Und mit dir ibn benedei'n Unaufhörlich, allzugleich In dem schönen Himmelreich! 278. Maria, wahre Himmelsfreud', Der Welt Ergößlichkeit, Wer wollt' dich nicht lieben? Du stehst mir geschrieben, Ja bist mir gegraben Mit tiefen Buchstaben Weit in das Herz hinein. 2. Gleichwie der bohen Sonne Bild Ein Tröpflein Thau erfüllt, So geht es mir eben, Mein Herz und mein Leben, Zu dir hingekehret, In Lieb' sich verzehret Vor deiner Lieblichkeit. 3. Der Creaturen schönste Zier, Bergleicht sich nicht mit dir! Die Blumen und Auen, So won nig zu schauen, Sie müssen dir weichen Ohn' alles Bergleichen, Du aller Engel Freud'! 4. Der Sonne lieblich Angesicht und aller Sterne Licht, Sammt Edelgesteinen, Sie dür fen nicht scheinen, Die höchsten Metallen, Die Perlen, Korallen Vor dir sind Finsterniß. 5. So mancher Funken nicht erglüht. Wenn man das Eisen schmied't, Afs in mirLiebesflammen Muttergottesgesänge. 489 Hell schlagen zusammen, Wenn ich dich betrachte, Dein' Schönheit recht achte, Schönbeit Bild! mosouto aller 6. Maria, meine höchste Freud', Die Welt ist mir verleid't; Ich suche zu sterben, Du wollst mir erwerben Nur Gottes Genaden, So ist mir gerathen, So scheid' ich fröhlich hin. 7. Zu dir die Lieb' nimmt immer zu, Find't nur im Himmel Ruh'; Ich will mich bereiten, Mit Freuden zu scheiden; Maria dich neige, Die Hände mir reiche, Zieh mich hinauf zu dir! 279. Meerstern, ich dich grüße, Gottes Mutter füße, Allzeit Jungfrau reine, Himmelspfort alleine. 2. Ave, Mutter, wende Eva's Namen, sende Gnade für die Sünde, Uns in Frieden gründe. 3. Von der Schuld befreie, Blinden Licht verleibe, Alles Bös abkehre, Alles Gut begehre. 4. Dich als Mutter zeige, Mache, daß sich neige Unserm Flehn auf Erden, Der dein Sohn wollt werden. sys 5. Jungfrau auserkoren, Mild und rein ge= boren, Zable, was wir schuldig, Mach uns keusch, geduldig. 6. Woll' ein reines Leben, Sichern Weg uns geben, TaßwirJesumsehen, Fröhlichvor ibmstehen. 7. Bater, ich Dich ehre, Christi Lob vermehre, Beider Geist ich preife, Drei auf gleiche Weise. 280. Mein Zuflucht alleine, Maria, die Reine, Von Herzen ich meine, 3u rufen an; Daß sie mich regieren, Mit Guaden verzieren Und treulich woll' führen Auf rechter Babn. 2. Ach Króne der Frauen, Mit höchstem Vervosita guiadou 210 derni 490 Muttergottesgesänge. trauen Bitt', wollest anschauen Die Seele mein. Errett' mich Elenden Aus feindlichen Händen, Wollst niemals abwenden Die Augen dein. 3. Necht alle dich nennen, Mit Lippen beken= nen, Von Herzen erkennen Der Menschen Heil; Drum darf ich es wagen, All Jammer und Plaz gen Dir, Jungfrau, zu klagen, Hilf mir in Eil'! 4. In Trübsal und Leiden Die Stunden binscheiden; All'irdische Frenden Sind kein Gewinn, Viel' Sünden mich drücken, Mit Hengsten ver= stricken, Du kannst mich erquicken, O Trösterin. 5. All' Sinn und Gemütbe, All Fleisch und Geblüte, O Mutter der Güte, Dir anbefehl'; Wann endlich muß sterben, Dann wollest erwer= ben, Den Himmel zu erben, Der armen Seel'. 281. Höre, große Königin Himmels und der Erden, Uns're Wünsche gebn dabin, Tugendbaft zu werden. Maria, voll der Gnaden, Hilf, daß uns kein Feind mag schaden, Segne uns Maria! 2. Unsre Herzen freuen sich All' der Seligkeiten, Die am Throne Gottes dich Ohne End' begleiten; Du bist voll von Himmelssegen, Wir frohlocken deinetwegen, Sei gegrüßt, Maria! 3. Mutter der Barmberzigkeit, Zuflucht aller Sünder, Helferin der Christenbeit, Schau auf deine Kinder, Bitte, daß uns Gott beschüße Und im Guten unterstüße, Bitt' für uns, Maria! 282. Stern auf diesem Meere, Maria! Gottes Mutter, Hehre,-Maria! Thor zum Hime mel, Süße, Hör' der Menschen Grüße,-Maria! 2. Gabriel begrüßet, Maria! Dich, der Heil entsprießet, Maria! Eva's Schuld hie: nieden Lösche aus, bring' Frieden. Maria! 1 Muttergottesgesänge. 491 3. Komm, uns loszubinden,- Maria! Bringe Licht uns Blinden, Maria! Daß wir vom Verderben Frei das Heil erwerben.- Maria! 4. Fleh' für uns und zeige- Maria! Tich als Mutter; neige- Maria! Bittend dich zum Sobne, Daß er unser schone.- Maria! 5. Jungfrau sonder( Bleichen,- Maria! Laß dich doch erweichen!-Maria! Mach'uns keusch, unschuldig, Sanft und stets geduldig.- Maria! 6. Lehr' uns Sünden meiden,- Maria! Selig einst verscheiden, Maria! Daß wir froh erstehen, Ewin Jesum sehen.- Maria! 243. Demütbig wir dich grüßen, Maria, Gnadenthron! Und fallen dir zu Füßen, Du aller Engel Kron'! Bitt' für uns Menschenkinder, Betrübte arme Sünder, Beim allerliebsten Sohn! - — 2. O Spiegel ohne Makel, O Jungfrau auserwäblt, O sonnenklare Fackel, Zierd' der gan= zen Welt, Dein' Schönbeit bat gefallen Dem Schönsten unter Allen, Holdsel'ges( Snadenfeld. 3 Was du nur magst begebren Von deinem liebsten Kind, Das wird es dir gewähren, Gewährt es dir geschwind Wer hat es je gelesen, Daß Jemand sei gewesen, Der Gnad'durch dich nicht find'? 4. Der als ein kleines Kindlein Auf deinen Armen rubt, Der nach dir streckt sein Händlein, Sich gibt in deine Hut, Ist Gott, vom Himmel kommen, In dir hat angenommen Aus Liebe Fleisch und Blut. 5. Was kannst du mebr verlangen, O Mutter, feusch und rein, Vom heil'gen Geist empfangen Hast du dein Söhuelein. Ach laß uns doch 492 Von den heil. Engeln. anschauen, O Jungfrau der Jungfrauen, Dein liebes Jesulein. 6. Der Schöpfer dieser Erde, Der Herr und Gott der Welt, Der einst da sprach: ,, Es werde", Der Alles noch erhält, Der ruht in demen Armen! O, wollest dich erbarmen, Und nimm dich unser an! 7. Wenn wir in Schmerzen liegen, Und naht sich uns der Tod, Sind in den letzten Zügen, Voll Schrecken, Angst und Noth, Maria, bei uns bleibe, All' Uebel von uns treibe, Versöhne uns mit Gott! Von den heil. Engeln. 284. O Engel aus den Schaaren, Die stehn an Gottes Thron, Bon meinen jungen Jahren Mein Schüßer und Patron, Schußengel voller Güte, Wie soll ich dankbar sein! Ady, ferner mich bebüte An Leib und Seele mein! 2. O Führer meines Lebens, Sei immer nah und treu, Daß nie ein Schritt vergebens, Kein Tritt gefährlich sei. Hier schüß' und lenk', hier bahne Den Weg nach Gottes Rath; Hier leuchte, hier ermahne, Halt' mich auf gradem Pfad'. 3. Gib Stärke im Ermüden, Bom Fall erhebe mich; Ernähre mich mit Frieden, Mit Trost belebe mich; In deinen Händen trage Mich über Abgrund fort, Daß nie ein Böser frage: Wo ist nun Gottes Wort? 4. Wann mir der Feind der Seelen Bereitet Trug und List, Den Glauben wegzustehlen Und was mir tröstlich ist, Dann treib' ihn in die Ferne, Dann gib mir Sieg und Kraft, Und leuchte gleich dem Sterne Mir aufder Wanderschaft. Von den heil. Engeln. 493 5. Und kommt der Kampf des Todes, Der letzte schwere Streit, Dann gib des Engelbrodes Genuß und Seligkeit. Mit diesem Brod erquicket Hüpft auf die Seele mein; Das Fleisch wird unterdrücket, Der Geist muß Sieger sein. 6. Engel, o Getreuer, Dann nimm die Seel' empor, Führ' sie zur Hochzeitsfeier Durch's helle Himmelsthor, Zum König aller Schaaren, Die stehn an Gottes Thron, Nach meinen Pilgerjahren Zum lieben Gottessohn. 285. O ihr Schußengel alle, Schüßt uns bor allem Falle! Uns fübret zu Gott Durch Gottes Gebot, Das Bute uns lebret, Die Sünden ab= webret, Gebt auf uns Acht Bei Tag und Nacht! 2. O macht uns rein von Sünden, Helft un= ser Herz entzünden! 3. Wollt uns die Bahn bereiten, Für uns den Feind bestreiten. 4. Wollt uns mit Licht erfüllen, Regieren Sinn und Millen. 5. Verlaßt uns nicht auf Erden, Helft, daß wir selig werden. 6. Wann wir von hinnen scheiden, Führt uns zu euren Freuden. 7. Macht, daß uns Gott verschone Und uns ertheil die Krone. 8. Co wollen wir dort oben Mit euch ihn ewig loben. 286. O Engel, o ihr Geister rein, Klar wie Krystall und Edelstein, Ihr Fürsten, Kräfte, Cherubim, Herrschaften, Thronen, Seraphim! 2. Wir Menschen sind halb Gold, balb Erd', 494 Von den Heiligen. Halb Geist, halb Fleisch, in balbem Werth; Ihr Engel wabrbaft golden heißt, Seid lauter( Sold, seid lauter Geist. 3. ( leichwie die Sonn' ist eu'r Verstand, Die glänzt und scheint durch alle Land'; All' Menschenwiß wie Sternenlicht Verschwindet, wann der Tag anbricht. 4. Der Engel Will' bat Wunderkraft, Obn' Händ'er große Werke schafft; Der Menschen Will' den Leib bewegt, Daß er die schwachen Glieder regt. 5. Die Engel fliegen her und dar, Wie ich mit den Gedanken fabr'; Turch Stahl sie geben nichts widerstebt, Gleichwie der Wind durch Lüfte gebt. 6 Ter Engel sind unzählbar viel Die Zahl ist obne Maß und Ziel, Mebr, als das große Sternenheer, Als Gras und Laub, als Sand im Meer. 7. Nun hört, was man bei Thomas liest: Kein Engel wie der andre ist, Gleichwie in einem Garten schön, Wo immer and're Blumen stehn. 8. O himmlisch Heer, ihr Engel all', Be-= bütet uns vor allem Fall; Schüßt uns, führt über Heg und Steg 3um Himmel durch den schmalen Weg. Von den Heiligen. 287. O ihr hochheil'gen Gottesfreund', Wie hoch hat euch der Herr geehrt, Daß ihr im Himmel nun vereint Habt Alles, was das Herz begehrt! Ihr habt bei euch das böchste Gut, Das euch allzeit erfreut den Muth, Kein Trauern euch ergreifen thut. als Von den Heiligen. 495 2 Ihr leuchtet wie der Sonne( lanz In Gottes unfers Baters Reich; Tie Klarbeit ist da voll und ganz. Auf Erden ist ihr keine gleich. Ganz selig seid ihr allezeit, Weil ihr im Haus des Herren seid Und preiset ibn in Ewigkeit. 3 Christus bat euch sein Reich bereit't, Daß ihr nun speist on seinem Tisch Und trinfet in der Seligkeit Vom Lebensbrunn stets neu und frisd! Bei euch ein Tag viel besser ist, Als tausend hier in dieser Frist, Wo Freud' allzeit mit Leid vermischt. 4. Ihr sehet( Gottes Angesicht, Wie es die Engel schauen an! Habt solche Freud' in dieſem Lidt, Wie sich ein Mensch nicht denken kann, Wie keinem Aug' hier widerfälrt, Dergleichen nie ein Obr gehört, Wie Gottes Wort uns hat gelebrt. 5. Nun bitten wir euch allzumal, Für uns bei Gott verwendet euch, Daß wir aus diesem Jam= merthal Auch kommen in das Himmelreich. O Gott, biezu die Gnad' bescheer' Und Deine reiche Hülf' gewähr', Durch Jesum Christum uns erhör! Zusaß zu jedem besondern Heiligen. 6. Dich( Sanct N.) insonderheit An dieſem Tag( Ort) wir rufen an, Der deiner Ehre ist ge= weiht und deine Hülf' erwarten kann; Ach bitt' für uns den lieben Gott, daß er uns helf' aus aller Noth Und gebe einen sel'gen Tod. 10mm 23 288. O ihr Freund' Gottes allzugleich, Ihr Engel boch im Himmelreich! Helft uns in diesem Jammerthal, Daß wir durch Gottes Gnadenwahl Zum Himmel kommen allzumal. 496 An den Festen der Apostel. 2. Ihr Patriarchen hoch gebor'n Und ihr Propheten auserkor'n, Helft 2c. 3. O ihr Apostel allesammt Erwählt zu folchem hohen Amt. SUB 4. O ihr gekrönten Martyrer Und ihr vieltausend Beichtiger. 5. O ihr Jungfrauen lilienweiß, Ihr Lämmlein zart im Paradeis. 6. Ihr heil'gen Frauen, keusch und rein, Ihr Freunde Gottes allgemein. 7. Wir bitten euch durch Christi Blut, Für uns bei Gott ein'n Fußfall tbut! 8. Der beiligsten Dreifaltigkeit, Tragt vor die Noth der Christenheit. An den Festen der Apostel. 289. Der Himmel heut' frohlocken soll, Die Erd' hüpf auf, von Freuden voll, Denn der Apostel Herrlichkeit Besinget beut' die Christenheit. 2. Gerechte Richter dieser Welt, Vom Herrn als Leuchter aufgestellt, Euch bitten wir mit Innigkeit, Erhört uns, die ihr selig ſeid! 3. Euch gab der Herr die Himmelswacht, Zu binden und zu lösen Macht, Ach nehmt durch Jesu Gnadenwort Von uns das Band der Sünde fort. 4. In eure Hand bat Gott gelegt, Was uns zum Sieg im Glauben trägt, Ach, stärkt den Geist, wann er erschlafft, Ruft ihn zurück in Tugendkraft. 5. Auf daß, wann mit dem Richterschwert Christus der Herr einst wiederkehrt, Uns feine Gnad' mög' offenstehn Und wir in's Reich der Himmel gehn. iradl jammerbu Am Feste einer heil. Jungfrau. 497 6. Lob, Ehr' und Preis und Herrlichkeit Sei Gott in der Treieinigkeit, Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist Von Ewigkeit zu Ewigkeit. An den Festen der Martyrer. 290. Gott, Deiner Streiter Preis und Lohn, Du aller Heil'gen Ebr' und Kron', Nimm gnädig dieses Loblied auf Von Deines Martyrs Siegeslauf. 2. Die Lust der Welt, der Lockung Lift Und alles, was vergänglich ist, Hat er verschmäht und abgethan Und lief zu Dir die Himmelsbahn. 3. Was Leid und Schmerz entgegenkam, Er stark und willig auf sich nahm, Bergoß um Dich sein treues Blut, Nahm Tbeildafür am ew'genut. 4. Durch dieses Kampf's glorreichen Sieg, O güt'ger Herr, wir bitten Dich, Mach uns vom Band der Sünde los, Lösch' aus all' unfre Schulden groß. 5. Lob, Ebr' und Preis im höchsten Thron Sei Gott dem Vater und dem Sohn, Dem Tröster auch, dem heil'gen Geist, Von nun an bis in Ewigkeit. Am Feste einer heil. Jungfran. 291. Der Jungfrau'n Krone, Jefu Cbrift, Erhör' uns, der Du gütig bist; Du Sohn der Mutter, die allein Geboren hat als Jungfrau rein. 2. Du schreitest unter Lilien vor, Umringt von der Jungfrauen Chor, Ein Bräutigam mit Sieg geschmückt, Der mit dem Preis die Braut beglückt. 3. Wobin Du gebst, da folgen Dir Jungfrauen nach mit Palmenzier; Un wo sie gebn, tönt überall Dein Lob in süßer Hymnen Schall. 498 3u einem jeden Heil. und Schutzpatr. 4. Wir flehn durch die Erwählten Dein, Mach unser Herz jungfräulich rein, Gib, daß wir nichts empfinden mebrVonFleischestrieb undLustbegebr. 5. Dem Vater Lob im Himmelsthron, Und Dir, dem eingebor'nen Sohn, Dem Tröster auch, dem heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist. An den Festen der heil. Bekenner. 292. Ihr hochbewährten Männer In Leibsund Seelenstreit, Ihr muthigen Bekenner Der wahren Heiligkeit. 2. Euch bat die Welt bestritten Mit ihrer Eitelkeit und oft habt ihr gelitten Viel Widerwärtigkeit. 3. Doch nie habt ihr verzaget, Auch nicht in Sündenschuld, Habt selbst euch angeklaget Vor Gottes Baterbuld. 4. Auf Gott allein vertrauet Habt ihr in jeder Noth Und demuthsvoll geschauet Auf Jesu Kreuzestod. 5. Helft Stärke uns erlangen In unserm Erdenleid, Daß einst auch wir empfangen Des Himmels Seligkeit. 3u einem Einzelnen. -6.( St.) n... dich vor allen Um Hülf' wir rufen an, Hilf, daß wir Gott gefallen Und auch die Kron' empfah'n. Zu einem jeden Heiligen und Schuppatron. 293. u in Gottes Herrlichkeiten Ueber allem Loos der Zeiten, Selig mit den Seraphim; Mächtig mit den Cherubim: Sieb herab von deinen Stufen, Hör' uns, o( St. N) rufen, Sei du unser Schuzpatron Bei des Allerhöchsten Thron. Zu einem jeden Heil. und Schutzpatr. 499 2. Steig herab in unsre Mitte, Höre jedes Herzens Bitte, Rede Trost der Trauer zu, Gib Bedrängten Seelenrub. Lindre alle stillen Leiden Durch den Abglanz deiner Freuden, Sei du un ser Schuppatron Bei des Allerhöchsten Thron. 3. Schüße, was den Leib ernähret, Daß sich Fried und Wohlstand mehret; Halte fern der Armuth Noth, Krankheit, Pest und jäben Tod. Walt' um uns're Erdengüter, Sie erfreuen die Gemütber, Sei du unser Schutzpatron Bei des Allerhöchsten Thron. 4. Doch vor allem unsre Seelen Deinem Schuß wir anbefehlen, Bitte, daß der Gnade Licht Unserm Pfad erlösche nicht. Hilf uns die Versuchung zwingen, Daß wir deinen Lohn erringen, Sei du unser Schuppatron Bei des Allerhöchsten Thron. 750080417 5. Schüß' die Unschuld unsern Kindern, Ren' und Buß erweck den Sündern, Trübfinn, Angst und Zweifelsqual Flieh' vor deines Friedens Strahl. Bitte, daß die Liebe walte Und die Herzen frob erhalte, Sei du unser Schußpatron Bei des Allerhöchsten Thron. 6., Uns're Bitten, unsre Lieder, Lege sie vor Jesu nieder, Daß durch deine Lieb' und Treu Er uns allen gnädig sei. Dir als Kinder bingege= ben, Nimm uns an in Tod und Leben, Sei du Unser Schutzpatron Bei des Allerhöchsten Thron. 294. Seil'ger N..., hocherhoben, Dich zu preisen, dich zu loben, Uns zugleich zur Seelenfreud Sind wir bier versammelt beut.& Wol= lest gnädig uns anschauen, Die wir kommen mit 500 3um heil. Joseph. mi Vertrauen Vor des höchsten Gottes Thron, Dich anrufend als Patron. 2. Unser Heil wir dir befehlen An dem Leib und an der Seelen Schüße uns als unser Freund Wider alle böse Feind'. He Wollest gnädig 2c. 3. Vor Bedrängniß und Gefahren Woll' uns Gott durch dich bewahren; Sind wir in betrübtem Stand, Tröst' uns deine milde Hand. R Wollest gnädig 2c. 4. Wann die Fürsten aus der Höllen Unfern Seelen stark nachstellen, Steh' uns deine Fürbitt bei, daß uns Gott mehr Hülf' verleih. Wollest gnädig 2. 5. Wann wir in den letzten Zügen Trost los auf dem Todsbett liegen, Kräftig unser dann gedenk, Daß Gott seinen Trost uns schenk. Wollest gnädig 2c. ein 6. O N..., unser Flehen Lasse dir zu Herzen geben, Von uns allen wende nicht hülfreiches Angesicht. Be Wollest gnädig 2. Zum heil Joseph. 295. Joseph, Davids Sohn geboren, Bräutigam der Jungfrau rein; Jesus hat dich auserkoren Und gestellt zum Vater sein. Treuer Josepb, mir auch biete Deine väterliche Hand Und beständiglich behüte Mich, dein Kind, vor Sünd' und Schand'. 2. Du die Jungfrau bast begleitet Zur Geburtsstadt Bethlehem; Nichts ihr da war zu= bereitet, Zeit und Ort war unbequem. In dem Stall sie mußt' gebären Ihren Sohn zu kalter Nacht; Ach, wo bleiben meine Zähren, Da ich solche Lieb' betracht! Zum heil. Andreas. 501 3. Als Herodes zornentzündet Suchte nach des Kindes Tod, Dir's der Engel hat verkündet Und. geholfen aus der Noth. Nach Aegypten bist geflohen Nicht obn' Müh' und Traurigkeit; Wann auch mir Gefahren drohen, Sei zu meiner Hülf' bereit. 4. Da du nun bist wiederkommen Aus dem fremden Heidenland, Nazareth bast angenommen, Alte Wohnung, alten Stand; Dieser Ort dem Kind' gebühret, Das von Lilien wird ernähret: Ach, daß auch mein Herz gezieret Wäre dieses Kindleins werth! 5. Als zwölfjährig, Gott zu ehren, Jeſus in dem Tempel blieb, Euchtest ihn mit beißen Zäbren, Zeigtest väterliche Lieb'. Sorge auch für meine Seele, Gleiche Treu erzeige ibr, Daß sie nie des Herrn verfehle, Daß sie Jesum nie verlier'. 6. Da nun nach vollbrachtem Leben Sich der Tod dir stellte ein, Haben lieb'voll dich umgeben Jefus und Maria rein. 2db mit Jesus und Maria, Wann ich sterbe, ruf mi zu, Und mit Jesus und Maria Führ' mich zur gewünschten Rub'. Zum heil. Andreas. How 296. Wir singen heut mit großer Freud' Bon SanctAndreas Herrlichkeit, Der Christierster Jünger war, Mit ihm nun herrscht in Freuden klar. 2. Er bat gemebrt das Reich des Herrn Durch Heidenländer weit und fern, Hat in des tiefen Kerkers Haft Gepredigt von des Kreuzes Kraft. 3. Er achtet nicht des Feindes Drohn, Gedenkt allein an Gottes Sohn, Uebt treulich sein Apostelamt, Darum ward er zum Kreuz verdammt. 502 Für die Abgestorbenen. 4. Als er das Kreuz von fern erblickt, Ward ihm sein Herz von Freud' entzückt; Er sprach: ,, Gegrüßet seist du, o Kreuz, Dich meine Seel' umfängt bereits." 5. ,, O Kreuz, geziert mit Christi Blut, Du mir erfreuest Herz und Muth; Von Herzen ich noch dir verlang', Mit deinen Armen mich umfang!" 6. Am Kreuz er hinz zwei ganze Tag' In großen Schmerzen chne Klag', Und sprach zum Volk' von Cbristi Tod, Von Christi Werk', Lehr' und Gebot. 7. In klaren Wolken Christus kam Und seine Seele zu sich nabm, Führt sie in seine Herrlichkeit Zum Trost der ganzen Christenheit. 8. Andreas, Christi hoher Freund, Mit ihm durch deinen Tod vereint, Du wollest durch die Marter dein Bei Gott uns ein Fürsprecher sein. 9. Erwirt uns Jesu Christi Gnad', Der dich so hoch erhoben hat; Und im Gericht der Ewigkeit Verhilf uns zu der Seligkeit. Für die Abgestorbenen. 297. Jener Tag, der Tag der Zähren, Wird die Welt in Asche kehren, WieSybill und Davidlehren. 2. Welch ein Zittern wird da werden, Wann der Richter aller Erden Kommt, zu scheiden seine Heerden. 3. Die Posaune wird erklingen, Durch der Länder Gräber dringen, Alle vor den Richtstuhl zwingen. TUL 4. Staunen wird da Tod und Leben, Wann die Wesen sich erheben, Antwort vor Gericht zu geben. Für die Abgestorbenen. 503 5. Offen liegt das Buch. der Sünden, Alles ist darin zu finden, Um zu lösen und zu binden. 6. Vor des Richters Angesichte Tritt Verborgnes klar ans Lichte, Nichts entgeht da dem Gerichte. 7. Weh! was werd' ich Armer sagen, Wel= chen Schuß und Rath erfragen, Wo Gerechte selbst verzagen. 8. König aller Kraft und Ehren, Mild, um Guade zu gewähren, Rettemich am Tag der Zähren. 9. Der du bist berabgekommen, Fleisch für mich haft angenommen, Hilf mir Jesu, Trost der Frommen. 10. Suchtest mich mit Huldverlangen, Haft am Kreuz für mich gehangen, Jesu, laß mich Gnad' empfangen. 11. Strenger Richter aller Sünden, Laß mich hier Verzeihung finden, Eh' der Hoffnung Tage schwinden. 12. Sieh mich seufzen voll Verzagen, Sieh die Schuld am Herzen nagen, Gott, erbarm' Dich meiner Klagen! 13. Der Maria Du erhöret Und den Schächer noch bekehret, Hoffnung bast auch mir gewähret. 14. Nichts verdient mein schwach Gebete, Deine Güte mich errette Vor der Hölle Feuerstätte. 15. Unter Deinen treuen Knechten, Herr, geschieden von den Schlechten, Laß mich stehn ju Deiner Rechten! 16. Wann die Bösen untersinken, Ewig Gluth und Qual zu trinken, Wollst mir dann zum Frieden winken. 17. Mit zerknirschtem Herzen wende, Gott, 504 Für die Abgestorbenen. zu Dir in meine Hände, Steh mir bei am leßten Ende Ganh 18. Stette mich ins ew'ge Leben, Wann die Todten sich erheben, Antwort vor Gericht zu geben. 19 Herr, verschone, Gott verzeihe, Guter Jesu, Gnad' verleihe, Gib den Seelen ew'ge Ruh! Amen. Bei einem Begräbniß. 298. Herr, gib Frieden dieser Seele, Nimm sie auf zum ew'gen Licht, Gib Erbarmen ihr und zähle, Bater, ihre Mängel nicht. 2. Gib ihr, was Dein Sohn erworben Durch sein schweres Kreuz und Leid, Durch den Tod, den er gestorben, Gnade für Gerechtigkeit. 3. Wasche sie mit seinem Blute, Schaff' sie neu durch sein Gebet; Dorn und Geißel, Speer und Ruthe Dich für sie um Gnade flebt. 4. Auch der süßen Mutter Schmerzen Stellen wir Dir bittend vor, Wie sie mit verwnnd'tem Herzem Zu dem Kreuzbaum blickt empor. 5. Ach, durch dieses Sohnes Leiden, Ach, durch dieser Mutter Schinerz, Vater, nimm zu ew'gen Freuden Diese Seele himmelwärts! Beim Begräbniß eines Kindes. 299. Zum Vater, der im Himmel wohnt. Und über allen Engeln thront, Ging dieses Kind wie Engel rein, Um ewig froh und schön zu sein. 2. Des Lebens Leid, der Welt Gefahr Ward ihm noch nicht hier offenbar; Das Garn zerriß, die Seel erhob Sich) frei empor zu Gottes Lob. 3. Auf Flügeln eilt es himmelan, Kein Feind es da aufhalten kann, Geht ohn' Gericht zum Himmel ein, welch ein Glück kann größer sein. Für die Abgestorbenen. 505 4. Bon Gott geliebt, von Gott gewählt, Ist's nun den Heil'gen zugezählt. Geschmückt mit Glanz und Ehrenzweig, Den lieben sel'gen Engeln gleich. 5. So schaut's herab vom Himmel hoch Und bittet für die Seinen noch, Weiß, was uns gut und selig macht, Und gibt auf unsre Schritte Acht. 6. Gott, der Du die Seelen schufft, Hinauf zu Dir die Reinen rufft, Gib, daß wir einst von Sünden rein, Wie dieses Kind gehn Himmel ein. Der schmerzhafte Rosenkranz. 300. Jesu, um unsre Sündenlast Am Oelberg Blut geschwißzet hast, Durch diese Pein, Tod'sangst und Schweiß Den armen Seelen Gnad' beweis'! 2. Jesu, gegeißelt fast zum Tod, Zerschlagen mit viel Wunden roth, Durch Dein daraus ver= goss'nes Blut Ach, kühlen wollst des Feuers Gluth. 3 Jesu, durch Deine Dornenkron' Der armen Seelen doch verschon', Durch den gelitt'nen Spott und Hohn Führ' sie zu Deiner Glorie Thron. 4. Jesu, Dein Kreuz ohn' Ruh und Rast Mit großer Müh' getragen hast, Für diese Müh' die ew'ge Rub' Den armen Seelen schenke Du. 5. Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, Daß Du am Kreuz gestorben bist, Laß fließen Deine Wundenmal' Zur Linderung der Seelenqual. 6. Erquick, o Herr, die Seelen Dein Mit Deiner letzten Todespein, Verkürz ihr Leid, ach mach sie rein Und führe sie zum Himmel ein! Klage einer armen Seele. 301. O schwere Gotteshand, Wie bist du hier zu Land So schmerzlich zu gedulden! Ach, wie 22 506 Für die Abgestorbenen. muß man so theu'r In diesem strengen Feu'r Bezahlen alle Schulden 2. Hätt' ich mir diese Pein Zuvor gebildet ein, Die man allhier muß leiden: So hätt' ich allsosehr Gewißlich nimmermehr Getracht't nach schnöden Freuden. 3. D web der Eitelkeit, O weh der kurzen Zeit, web der bösen Freuden! Ach wie so große Pein Nehm' ich dafür jetzt ein, Ach, wie viel muß ich leiden. 4. Wo ich mich nur hinkehr, Was ich nur seh' und hör', Ist lauter Weh und Klagen; Wo ich mich nur hinwend', An allem Ort und End' Ist lauter Pein und Klagen. 5. Man straft an diesem Ort Auch die ge= ringsten Wort, Die allerkleinsten Sünden; Was man geachtet nicht, Wird groß in dem Gericht, Man muß es schwer empfinden. 6. Ihr, meine lieben Freund', zu helfen mir erscheint, Noch heut' und nicht erst morgen! Um eure Hülf' ich bitt', Ihr könnt bezahlen. mit Und könnt mir reichlich borgen! 7. Ach betet all' für mich, Daß Gott erbarme fich, Daß er mir Gnad' woll' geben; Ach helft mir all' dazu, Daß ich fomm' in die Ruh und in das ew'ge Leben. Mitleid mit den armen Seelen. 302. O christliche Herzen, betrachtet die Schmer zen Der Seelen in Flammen und höchster Geduld! In Peinen und Qualen Sie müssen bezahlen, Was ihnen noch übrig von zeitlicher Schuld. 2. Ach, höret das Klagen, Ach sehet die Plaz Für die Abgestorbenen. 507 gen, Betrachtet der armen Gefangenen Noth! Ach, helfet erretten Von Banden und Ketten, Helft rufen und flehen um Gnade bei Gott. 3. Mit Ceufzen und Weinen In Schmerzen und Peinen Verlangen die Seelen zur ewigen Rub'. Oliebe Bekannten, Ibr Freund' und Verwandten, Mit Beten und Fasten, ach helfet dazu! 4. Vater der Armen, Ad, laß Dich erbarmen Der klagenden Kinder in Schmerzen und Leid; Ach, stille das Klagen, Bertilge die Plagen, Laß, Jesu, die Seelen zur himmlischen Freud'. 5. Dein Leiden gedenke, Aus Gnaden nur schenke Ein Tröpflein von Deinem vergossenen Blut! Die Wunden laß bluten Den Seelen zum Guten, Und lösche die Flammen, die bren= nende Gluth! 6. Ach, hoffet, ihr Seelen, Nicht ewig wird quälen Das Feuer; Einst kommt die Erlösung euch zu! Dann geht ihr vom Leiden zu himmlischen Freuden, Dann denkt auch an uns in der ewigen Rub'. Fürbitten durch Jefu Leiden. 303. Herr Gott, Jesu Christ, Der. Du so schmerzlich bist Am harten Kreuz gestorben: Sieh an der Seelen Gluth, Die Du mit Deinem Blut So theuer haft erworben. 2. Hör' an ihr Klaggeschrei, Schau ihre Noth und Reu' Und ihr so langes Dulden; Du weißt, was Schmerzen sind, Ach hilf, ach hilf geschwind, Abtragen ibre Schulden. 3. All' Deine Angst und Noth, Verfolgung, Hohn und Spott, Speer, Geißel, Kron' und Ruthe, 22* 508 Von den letzten Dingen. Dein leßter Todesstreit, All' Deine Bitterkeit Komm' ibnen reich zu Gute. 4. Das Kreuz in Deiner Hand, Zum Bater hingewandt, Sprich gut für diese Seelen, Leg auf den Sübnaltar Dein heil'ges Leiden dar, Zu fühnen all' ihr Fehlen. 5. Ach, nimm sie auf zu Dir, Schmück' sie mit Himmelszier, Dem Vater vorzuführen, Auf daß zu seiner Ehr' Sie mit dem Engelheer Allewig triumphiren. ein Gleiches. 1050 304. Herr, wir bitten Dich, ach denke An die Seelen in der Qual, Hab Erbarmen, Herr, und schenke Die so große Schuldenzahl. 2. Ad, laß sie nicht länger weinen, Zeige bald Dein Angesicht; Laß auch ihnen endlich scheinen Das gewünschte Himmelslicht. 3. Sie verlangen, Dich dort oben In des ew'gen Friedens Land Mit den Seligen zu loben, nur von Deiner Lieb' entbrannt. 4. Ach erböre, was wir bitten, Liebster Hei land, Jesu Christ; Denk, daß Du für sie ge litten, Ja, für sie gestorben bist. 5. Durch Dein Kreuz und bittres Leiden, Durch Dein gnadenreiches Blut Rüste sie zu Deinen Freuden, Mach' all' ihre Schulden gut. 6. Nicht verzieb', Herr, zu beweisen Deine große Gütigkeit, Daß fie Deinen Namen preisen In der ew'gen Herrlichkeit. Von den letzten Dingen. Zu Jesu. 305. Wann meine Stund' vorbanden ist, zu Von den letzten Dingen. 509 scheiden aus dem Leben, So wollest Du, Herr Jesu Christ, mir das Geleite geben; Die Seel' an meinem letzten Erd' Befehl' ich, Herr, in Deine Händ', Du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünden werden kränken sehr und mein Gewissen nagen; Denn ihr' sind viel wie Sand am Meer; Doch will ich nicht verzagen. Will denken, Herr, an Deinen Tod Und Deine heil'= gen Wunden roth, Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an Deinem Leib, Das tröstet mich von Herzen; Von Dir ich ungeschieden bleib' In Todesnoth und Schmerzen. Und sterb' ich auch, so sterb' ich Dir, Ein ew'ges Leben hast Du mir Mit Deinem Tod' erworben. 4. Weil Du vom Tod erstanden bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost Dein' Auffahrt ist, Sie kann die Furcht vertreiben. Denn wo Du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei Dir bleib' und bin, Drum fahr'ich bin mit Freuden. 5. Ich fahre hin zu Jesu Christ, Der mir vorangegangen; Wie er mein Ziel und Ende ist, Wo wird er mich empfangen? Wird öffnen mir die Himmelsthür Und schmücken mich mit aller Zier Und ewiglichem Leben. Zu Jesus und Maria. 306. O mein Jesu, ich muß sterben, Eile täglich zu dem Tod; Laß nicht ewig mich verderben, Wann ich komm' in lepte Noth. O du Mutter voller Schmerzen, O Maria, steh mir bei! O mein Jesu, mild von Herzen, Mir in Tod'sangst Guad' verleih. 2. Wann die Pein den Leib umringet, Wann 510 Von den letzten Dingen. der kalte Schweiß ausbricht, Wann der Schmerz die Seel' durchdringet, Wann die Angst das Herz durchsticht: O mein Jesu, durch Dein Leiden Tröste mich im Todesschmerz! O Maria, durch das Scheiden Deines Sohnes stärk' mein Herz. 3. Wann die Geister aus der Höllen Lagern um mein Todesbett, Meiner Seele stark nach stellen, Niemand ist, der mich errett': Dann, o Jesu, Gnad' ertheile, Weil bei Dir Versöh. nung ist; O Maria, zu mir eile, Du der Sünder Zuflucht bist. 4. Wann die Sünden auf mich dringen, So begangen ohne Zahl, Mich die Hölle will verschlingen In die Flamm' und ew'ge Qual! Jesu, wollst durch Deine Peinen, Durch Dein rosenfarbnes Blut, Und du, Mutter, durch dein Weinen Löschen aus der Hölle Gluth. 5. Wann mir wird vor Augen schweben Das gar strenge Endgericht, und mein böf vollbrachtes Leben Mir wird kommen vor Gesicht: O mein Jesu, wollst bedecken Meine Sünd' mit Deinem Tod, Du, Maria, hilf erwecken Reu' und Leid in dieser Noth. 6. so wird mich nicht mehr schrecken Hölle, Sünd', Gericht und Schmerz; Jesus wird die Arm' ausstrecken, Und Maria zeigt ihr Herz. Will mich halten zwischen beiden In der leßten Angst und Pein; Schmerz Mariä, Jesu Leiden Wird mein Trost und Hülfe sein. 7. O du Mutter voller Schmerzen Bitt durch deine Angst und Noth, O mein Jesu, bitt' von Herzen Durch dein Blut und Wunden roth: Von den letzten Dingen. 511 Laß mein sterbend Haupt sich lenten Auf das Kreuz und Herze Dein, Laß mein letztes Wort und Denken Jesus und Maria sein. Katholisch ist gut sterben. 307. Katholisch bin und bleibe ich, Nichts soll mich von der Kirche reißen; Sie ist mir Mutter, liebet mich, Ich freue mich, ihr Kind zu heißen; Sie zeigt den fichern Himmelspfad, Sie stärket mich mit Gottes Gnad', Sie läßt mich nicht verderben, Katholisch ist gut sterben. 2. Wobl läßt sich nach der Gegner Lehr' Bequem und ungebunden leben; Doch sterben läßt sich nach ihr schwer, Was wird es da am Ende geben? Drum stimm' ich dieser gar nicht bei, Denn nur die Wahrbeit macht uns frei, Die Lüge bringt Berderben, Katholisch ist gut sterben. 3. Zeigt mir die Kirche einen Weg, Der sich durch rauhe Deden windet, Das ist mir eben ein Beleg, Daß Jesus Christus sie gegründet; Eng' ist das Thor, spricht Gottes Sobn, Und schmal der Weg zur Himmelskron, Breit jener zum Verderben, Katholisch ist gut sterben. 4. Der wahre Glaubę kommt von Gott, Er sendet die, so ihn verkünden; Der Glaube ist nur Trug und Spott, Den Menschen ohne Sendung gründen. Die Irrenden verlaß sie nicht, Gib ihnen, Gott, das Glaubenslicht, Damit sie nicht verderben, Katholisch ist gut sterben. 5. Was einstens selbst aus Jesu Mund Der Jünger treue Schaar gehöret, Das thaten sie den Vätern kund, Das hat die Kirche stets gelehret; So ward der Glaube rein und klar zu uns ge= 512 Verschiedene Gesänge. bracht von Jahr zu Jahr, Kann ich nun wohl verderben, Katholisch ist gut sterben. 6. Die wahre Lehr' ist allgemein, Sie bleibt sich gleich in allen Zeiten; Bei Andern heißt's bald Ja, bald Nein, Sie bleiben ewig an dem Streiten. Die Wahrheit kann nur Eine sein, Doch tausenfach der Lüge Schein, Die führet in's Verderben, Katholisch ist gut sterben. 7. Das Erdenglück ist leerer Schein, Das Weinen endet und das Lachen, Der Tod wird alle, Groß und Klein, zu wenig Staub und Asche machen, Doch dann bebt Gottes Diener nicht, Mit Freuden geht er zum Gericht, Denn er wird nicht verderben, Katholisch ist gut sterben. 8. Gott Dank, daß ich fatholisch bin Und stets geschützt vor falschen Lehren; Katholisch sein ist mein Gewinn, Nie soll der Irrthum mich bethören; Katholisch bin und heiße ich, Katholisch leb' und sterbe ich; So werd' ich nicht verderben, Katholisch ist gut sterben. Verschiedene Gefänge. Morgenlied. 308. Wach auf mein' Seel', zu Gott dem Herrn, Es weckt uns auf der Morgenstern, Es fängt nun an zu tagen! Sieh, die Sonne Hergefahren, kommt auf klarem goldnen Wagen, Auf, mein' Seel', Gott Dank zu sagen! 2. Gott, meiner Augen Licht und Zier, Für diese Nachtruh' dank ich Dir Und für all' Deine Güte! Wollst mich künftig auch bewahren Vor Gefahren, Herr, behüte Meinen Leib, Seel' und Gemüthe. Verschiedene Gesänge. 513 3. Verleihe mir auch Kraft und Stärk, Daß mein' Gedanken, Wort' und Werk' Und all' mein Thun und Lassen, Handeln, Wandeln, Dir zu Ehren ich mög' kehren, Dich umfassen und mich ganz auf Dich verlassen. 4. Herr, meinen Leib und meine Seel' Und was ich hab', id) Dir befehl', Durch Beistand Deiner Gnaden Stärk' mich, daß ich Fromm mög' leben, widerstreben Bösen Thaten Und in keine Sünd' gerathen. 5. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn Und heil'gen Geist im hohen Thron, Ein Gott in drei Personen! Seinen Namen will ich loben, Daß der droben Mit der Kronen seiner Freud' mich woll' beloben. Abendlied. 309. In dieser Nacht Sei Du mein Schirm und Wacht, O Gott, durch Deine Macht Wollst mich bewahren Vor Sünd' und Leid, Vor Satans List und Neid, Hilf mir im letzten Streit, In Tod'sgefahren. 2. O Jesu mein, Die heil'gen Wunden Dein Soll'n meine. Ruhstatt sein, Das Bett der Seelen. In dieser Rub' Sdließ mir die Augen zu, Mein' Leib und alles thu' Ich Dir empfehlen. 3. O gnädigste Frau, Maria, auf mich schau! Mein Herz Dir anvertrau' In meinem Schlafen; Sanct Joseph, dich Bitt, Hilf mir väterlich; Schußengel, streit für mich Mit deinen Waffen. Gute Meinung. 310. Alles meinem Gott zu Ehren In der Arbeit, in der Ruh; Gettes Lob und Ehr' zu 22** 514 Verschiedene Gesänge. mehren Ich verlang' und alles thu. Meinem Gott allein will geben Leib und Seel', mein ganzes Leben, Gib, o Jesu, Gnad' dazu. 2. Dich, Maria, zu verehren, Ganz von Herzen bin bedacht; Was dein Leben mich thut lehren, Will ich nehmen stets in Acht. Laß mich findlich dich recht lieben, Nie durch Sünde dich betrüben, Schüße mich bei Tag und Nacht! 3. Dich, Schußengel, auch ich grüße, Was du willst, das soll geschehn. Kreuz und Arbeit mir versüße, Komme du, mir beizustehn! Zu dem Guten mich antreibe, Daß ich ein sei und verbleibe, Bis ich Gott werd' ewig sehn. 4. Dich all' Creaturen loben, Bater, Sohn und heil'ger Geist! Ueber uns doch weit erhoben Engel, Heil'ge allermeist; Daß auch wir in diesem Leben Gott allein die Ehce geben, Eure Hülfe uns erweist. Das Bater unser. 311. Bater, fieb, inDemuth treten WirvorDei= nen Thron und beten, Herr, vor Dir im Tempel Dein; Schau herab von Deinen Höhen, Laß Dir Deiner Kinder Flehen, Bater, wohlgefällig sein! 2. Deinen Namen laß auf Erden Mehr und mehr geheiligt werden, Daß in Dir sich alles hält; Gib, daß sich Dein Reich vermehre, Alles lebe Deiner Ehre, Deinen Frieden gib der Welt. 3. Dir zu dienen, Deinen Willen Stets mit Eifer zu erfüllen, Sei der Menschen Geligkeit. Daß der Himmel und die Erde Freudevoll vereinigt werde, Deinem Ruhme nur geweiht. 4. Halt uns, Herr, in unsern Tagen Frei von allen Erdenklagen, Daß wir leben Dir allein; Verschiedene Gefänge. 515 Halt uns rein von allen Sünden, Wenn wir fallen, laß uns finden, Bater, das Erbarmen Dein. 5. Sei uns nahe, wenn wir wanken, Stärke uns mit dem Gedanken Deiner Gegenwärtigkeit; Väterlich sei uns zugegen Ueberall mit Deinem Segen Schüße uns vor Sünd' und Leid. 6. Schöpfer, sieh, in Demuth fleben Wir hinauf zu Deinen Höhen, Herr und Gott erhöre uns! Gib Erbarmen, wir sind Sünder, Vater, wir sind Deine Kinder, Vater unser, höre uns! Glaube, Hoffnung und Liebe. 312. Ich glaube, Gott, mit Zuversicht, Was Deine Kirche lehret, Es sei geschrieben oder nicht, Denn Du haft ihr's erkläret, Der Du die Wahrheit selber bist, Die Weisheit auch) daneben. In diesem Glauben stirbt der Christ, In diesem muß er leben. 2. Ich hoffe, Gott, durch Deinen Sohn Verzeihung meiner Sünden, Im Leben Gnad' und einst den Lohn Des Himmelreichs zu fin= den. Weil Du getreu und gütig bist, Und mächtig, es zu geben. In dieser Hoffnung stirbt der Christ, In dieser muß er leben. 3. Gott, über alles lieb' ich Dich Von meinem ganzen Herzen; Daß ich von dieser Liebe wich, Das wird mich all'zeit schmerzen; Weil Du des Guten Quelle bist, Das Ziel, wonach wir streben, In dieser Liebe stirbt der Christ, In dieser muß er leben. Reue und Vorsaz. 313. O Gott, o Gott, es reuet mich, Daß ich so 516 Verschiedene Gesänge. bös gehandelt, Daß ich von Dir so freventlich In's Finstre bin gewandelt. 2. Bon Deiner Lieb', o höchstes Gut, Hab' ich mich weggewendet, Für eitle Lust mit Fre= velmuth Die Ewigkeit verpfändet. 3. Ach Vater, ach, ich bin nicht werth, Dein Kind mich mehr zu nennen; Doch sieh, mein gan= zes Herz begehrt, Die Schuld Dir zu bekennen. 4. O liebster Gott, ich bin bereit, Die Sün Sen abzubüßen; Ach, laß mich aus Barmherzigkeit Dazu die Gnad' genießen. 5. Den festen Borsaß mach ich Dir, Das Böse zu vermeiden Und nimmermehr, o Gott, von Dir Durch neue Sünd' zu scheiden. 6. Ich sage ab der leppigkeit, Der Hoffahrt und dem Neide Und aller Weltbegierlichkeit mit rechter Seelenfreude. 7. Der Tugend bin ich zugesagt, Fortan mit Leib und Seele; O Gott, erhalt' mich unverzagt, Wie ich mich Dir befehle. Vertrauen auf Gott. 314. Befiehl du deine Wege Und was, o Mensch, dich kränkt, Der treuen Vaterpflege Deß, der den Weltkreis lenft. Den Sternen und den Winden Bestimmt er ihre Bahn: Sollt er denn nicht auch finden Für dich den besten Plan? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn's dir soll wohlergebn; Aufihn nur mußt Du bauen, Wenn soll dein Werkbesteh'n. Durch Sorgen und durch Grämen Und selbstgemachte Pein Kannst du dir doch nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Das Aug' des Herrn der Gnade Sieht Verschiedene Gefänge. 517 immer ungeschwächt, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geschlecht; Und was sein Rath erlesen. Und für das Rechte hält, Bringt er zum Stand und Wesen, Wie's ihm, dem Herrn, gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen Fehlt's seiner Weisheit nicht; Sein Thun ist lauter Segen, Sein Gang ist lauter Licht. Und wenn er seinen Kindern Ein Glück für gut ersicht: Wer kann ihn daran hindern? Was er will, das geschieht. 5. Drum laß den Herrn nur walten, Er will dein Bestes nur, Und wird dich aufrecht halten, Folg' seiner Weisheit Spur: Dann wirst du inne werden, Wie gut er dich regiert, Wie herrlich er auf Erden Dich stets als Vater führt. 6. Verzicht der Trost auch lange, Den du von ihm begehrt, und wird dir oftmals bange, Als bliebst du unerhört; So hoff', bedrängte Seele, Vertrau recht fest auf ihn, Er wird dich aus der Höhle Des schwarzen Kummers ziehn. 7. Gott läßt nicht von den Seinen; Erwarte nur die Zeit; Die Sonne wird dir scheinen Mit neuer Lieblichkeit. Nur auf, gib deinen Schmer= zen Und Sorgen gute Nacht, Verbann' aus deinem Herzen, Was dich so traurig macht! 8. Wohl dir, denn deine Treue Empfängt die Siegeskron, Daß fie dir Muth verleibe, Denk' stets an ihren Lohn, Nach noch so vielem Leiden, Das dir begegnen kann, Bricht einst der Tag der Freuden Und sel'ger Ruhe an. 9. Gott reicht uns seine Hände Im Leben und im Tod Und macht ein fröhlich Ende Mit aller unsrer Noth. Wirst du nur treu befunden In 518 Verschiedene Gesänge. deinem Lebenslauf, So bast du überwunden: Gott führt dich himmelauf. Weine nicht. 315. Weine nicht, Gott lebet noch, Der dich herzlich liebet; Wenn auch schon das schwere Joch Fleisch und Blut betrübet. Ach, so sei nur getreu, Bis die Trauerstunden Glücklich überwunden. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, Wenn du's gleich nicht denkest; Oftmals wohl verbirgt er sich, So daß du dich kränkest; Sei nur still! denn er will In Geduld dich üben, um dich mehr zu lieben. 3. Weine nicht, wenn seine Hand Immer stärker schläget; Denn das ist der beste Stand, Wann Gott Kreuz aufleget. Wann mit Qual ohne Zahl Uns das Kreuz bedränget, Gott erst recht umfänget. 4. Weine nicht, wann Gott dich krank Auf das Bett binleget, Sag' vielmehr der Güte Dank, Die ihn so beweget, Daß er sucht durch die Zucht Aus des Satans Ketten Deine Seel' zu retten. 5. Weine nicht, wann Menschengunft Von dir ist entzogen, Dieser eitle Schein und Dunst Hat gar oft betrogen. Lob verschwind't wie der Wind, Der bald heftig streichet Und dann wieder weichet. 6. Weine nicht, wann du schon bier Wirft für nichts geschäßet; Denk, es wird durch Ebrbegier Gottes Ehr' verleget! Hier veracht't und verlacht, Dort wird dir versüßet, Was du hier gebüßet. 7. Weine nicht, Gott für dich stebt, Der did auserwählet, Laß es gehen, wie es geht, Bleib' Verschiedene Gesänge. 519 nur ungequälet! Dieser Zeit kurzes Leid Ist das Pfand der Frommen, Die zu Jesu kommen. 8 Weine nicht! nur tapfer dran! Es muß sein gestritten. Schau am Kreuz nur Jesum an, Sieh, wie er gelitten! Folg' ihm nach; nicht mehr klag', Wenn du hier mußt leiden! Kreuz bringt lauter Freuden. 9. Weine nur um deine Schuld, Die du hast verübet; Weine, leide mit Geduld, Solche Zähr' Gott liebet. Weine recht als ein Knecht, Der mit bösen Thaten Seinen Herrn verrathen. 10. Weine, weine Tag und Nacht! Denn des Sünders Weinen Und sein büßend Seufzen macht Gottes Huld erscheinen. Wann dein Geist Neu beweist Und es ernstlich meinet, Hast du recht geweinet. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 316. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Gut ist und bleibt sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Vertrau ich ihm in Stille. Er ist mein Gott, der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Sein Bort kann ja nicht trügen, Er führt mich stets auf rechter Bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner Huld und hab' Geduld; Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann, Ihm will ich mich ergeben. Nach Freud' und Leid kommt doch die Zeit, öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß 520 Verschiedene Gefänge. ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil doch zuletzt Ich werd ergößt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben, Es mag mich auf die rauhe Babn Auch Tod und Elend treiben; Der Herr wird mich doch väterlich; In seinen Armen halten, Drum laß ich ihn nur walten. Suchet den Herrn. 317. Willst du den Heiland finden, So suche ibn noch heut; Gil', ibm dich zu verbinden, Noch ist die Gnadenzeit. Willst du die Kron' empfangen, Dring' eifrig hin zum Ziel, Wer Großes will erlangen, Der mühet gern sich viel. 2. Coll er sich zu dir neigen, So such ihn in Geduld, Gelassenheit und Schweigen Erwirbt dir seine Huld. Soll er sich dir vereinen, Such ihn in Niedrigkeit; Die hoch zu stehen meinen, Verfehlen seiner weit. 3. Drückt dich das Kreuz hienieden, Such ihn in deiner Pein, Leicht sind von ihm geschieden, Die mit der Welt sich freu'n. Und kommt's mit dir zum Sterben, Such ihn mit gläub'gem Sinn: Er läßt dich nicht verderben; Der Tod ist dir Gewinn. 4. Such ihn im Himmel droben, Im Chor der Seraphim, Die ihn bier liebend loben, Sind dort auch noch bei ihm. Such ihn im tiefsten Herzen, Dies ist sein Heiligthum: So preist du, frei von Schmerzen, Auf ewig seinen Ruhm. Mein Jesus! Dein will ich sein! 318. O himmlische Liebe! du hast mich ergriffen, Verschiedene Gesänge. 521 Mein Herz, das bat Jesum, die Liebe, so lieb. Obimmlische Liebe, wer kann Dich ermessen, Weil Jesus so süße Ergöglichkeit gibt! Ach Jesus! mein Jesus! ich seufze stets hier: Ach Je= sus, mein Jesus! bleib immer bei mir! 2. Weg, irdische Liebe, weg eiteles Wesen! Ich achte nicht diese vergängliche Welt. Ich habe mir Jesum, mein Alles, erlesſen, Mein Jesus mir einzig im Herzen gefällt. Ach Jesus, mein Jesus! Dich lieb' ich allein, Ach Jesus, mein Jesus! Dein will ich stets sein. 3. Was fümmert die Welt mich mit Gütern und Schäßzen, Im Himmel dort oben ist Jesus, mein Schatz; An diesem nur will ich mich herzlich ergößen, Bei diesem da find' ich den reichsten Ersay. Ach Jesus, mein Jesus, Du bist ja mein Freund, Ach Jesus, mein Jesus, du steuerst dem Feind. 4. Es mag mich die Welt und der Satan gleich haffen, Erschrecken mich Elend und Angst und der Tod; Ich will mich allein nur auf Jesum verlassen, Der einzig mein Helfer noch bleibt in der Noth. Ach Jesus, mein Jesus, Dir trauich allein, Ach Jesus, mein Jesus, wollst Schüßer mir sein. 5. Und mag auch das Kreuz mich sehr drücken und plagen, Und werd' ich mit Thränen gespeist und getränkt, So will ich doch solches geduldig ertragen, Weil Jesus mir selbst aus dem Leidens: kelch schenkt. Ach Jesus, mein Jesus, Du bast mich erlöst, Ach Jesus, mein Jesus, Dein Kreuz mich jetzt tröst't. 6. Ach Jesus, mein Jesus, vérmehre die Flammen, Hilf, daß ich im Lieben beständig mag sein! 522 Verschiedene Gefänge. Ach Jesus, mein Jesus, o bring' uns zusammen. Und führe uns endlich zum Himmel hinein! Adh Jesus, mein Jesus, ich seufze stets hier: AchJesus, mein Jesus, ach nimm mich zu Dir! Jesus! Dir bleib' ich treu. 319. Meinen Jesus laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben, Sollt ich nicht aus Dank und Pflicht Ihm anhangen, ihm nur leben: Er ist meines Lebens Licht; Meinen Jesus laß ich nicht. 2. Meinen Jesus laß ich nicht, Ihn, den ich nun hab' gefunden, Nein, von ihm scheid' ich mich nicht, Ewig bleib id) ihm verbunden. Er ist ja mein Heil, mein Licht, Meinen Jesus laß ich nicht. 3. Meinen Jesus laß ich nicht, Nur durch ihn hab' ich das Leben; Er ist meine 3Znversicht, Ihm hab' ich mich ganz ergeben, Ganz mein Herz auf ihn gericht't, Meinen Jesus laß ich nicht. 4. Meinen Jesus laß ich nicht, Ganz für ihn will ich stets leben, Bis mein Herz im Tode bricht, Und in Liebe ihm ergeben, Dann mein letzter Seufzer spricht: Meinen Jesus laß ich nicht. Jesus mein Alles. 320. Von süßem Schmerz fühlt sich mein Herz Durch heil'ge Lieb' gequälet; Und ewiglich will lieben ich, Den ich mir auserwählet, Denn er allein auf dieser Erd' Ist tausendmal der Liebe werth. DJesu! Wo bist Du? Dich meine Seel' begehrt. 2. Zwar locket mich die Welt zu sich Und will wir Fallstrick' legen, Erzeigt mir Gunst, braucht alle Kunst, Doch mich kann nichts bewegen. Denn in der Welt fehlst Du, o Herr! Ohn' den mein Verschiedene Gesänge. 523 ganzes Herz so leer, Mir immer, Doch nimmer Kann ich Dich lassen mehr. 3. Auf dieser Welt mir nichts gefällt, Was sterblich ist geboren, All' Wohlgestalt verblühet bald Wie Blumen, die verdorren. Was ist die legte Gab' der Welt? Ein Kreuz, das auf das Grab fie stellt! Was weichet, Verbleichet, Mich nicht gefesselt hält! 4. Zur Lieb' mich treibt, was ewig bleibt,' Denn Trennung bringet Leiden; Die Lieb' zu Gott kennt keinen Tod. Sie weiß von feinem Scheiden. Mensch, du hier ein Fremdling bist, Lieb' nicht, was schnöd' und eitel ist, Nach oben Gehoben Halt's Herz zu jeder Frist. 5. Ich wähl' allein, was edel, rein, Und groß ist ohne Tadel. Mein Bräutigam, Tein hoher Nam' Hat einzig diesen Adel. Bor Deiner Würde tief gebeugt Sich alles, Erd' und Himmel neigt: Drum weihe Voll Treue Ich Dir mein Herz allein. Dankbare Liebe. 321. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir getreu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Du starbst für mich in Schmerz; Drum geb' ich Dir in Freuden Auf ewig bin mein Herz. 2. Oft möcht ich bitter weinen, Daß mancher Dich vergißt, Der Du doch für die Deinen Um Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen, Hast Du so viel gethan, Hast Heil der Welt errungen, Und ach, wer denkt daran? 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer Jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, Du bleibst 524 Verschiedene Gesänge. doch stets getreu. O, diese Liebe sieget Und sie ergreifet mich; Das Herz voll Rührung schmieget Sich inniger an Dich. 4. Ich habe Dich gefunden! Laß Du auch nicht von mir! Laß innig mid) verbunden Auf ewig sein mit Dir. Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und finken betend nieder, Dir treu in Freud' und Schmerz. Des Glaubens Glück und Siegel. 322. Freue deines Glaubens dich, Deines Gottes, seines Sobnes! Ja, mein Chrift, stets rühme dich Deiner Hoffnung, jenes Lohnes, Den dein Jesus hat bestellt Dir in jener bessern Welt. 2. Hat gleich sein Bekenntniß hier eine Leiden und Beschwerden: Dennoch sei ihm treu; denu dir Sollen ew'ge Freuden werden. Was ist ge= gen solches Glück Dieses Lebens Augenblick? 3. Schäme seines Wort's dich nie- Nie vor Frevlern, nie vor Spöttern, Wenn sie ihn verschmähn, wenn sie Sich und ihren Wiß vergöttern: Was vermag der Lästrer Spott Wider Jesum, wider Gott? 4. Was vermag er, tobt er gleich Wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich Kann doch keine Macht dir rauben, Halte dich an dem nur fest, Der die Seinen nicht verläßt. 5. Welchen Kampf hat nicht dein Herr Für dein ew'ges Heil gestritten! Jene Schaarder Märtyrer, Was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod Litten sie getroft für Gott. 6. Und der Spötter Wiß und Hobn Sollte je dein Herz verführen, Deinen Himmel und den Lohn Verschiedene Gefänge. 525 Deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nicht, Bitte auch für sie um Licht! 7. Sei getreu bis in den Tod; Denn du glaubest nicht vergebens, Nach dem Tode führt dich Gott Zu der Wohnung jenes Lebens Und auf einen kurzen Streit Krönt dich seine Herrlichkeit. Himmlischer Sinn. 323. O Christ, erhebe Herz und Sinn, Was hängst du an der Erden? Hinauf, binauf zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast,-Ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz bausgehalten hast, So erbt dein Gut ein Andrer. 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erfennt, kann der wohl noch Den Sinn aufs Nied're lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch: Somüssen Christendenken. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, Schau drum nicht mutblos nieder; Schau frei empor, sprich: mich erquickt Der Herr doch endlich wieder. 6. Der Christen hobes Bürgerrecht Ist dort im Baterlande; Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Kanaan, Wo Lebensströme fließen; Blick oft hinauf! der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Vaters Haus, Gott theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus; Kämpft auch um diese Krone! 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, Der 526 Verschiedene Gesänge. Gottheit Ruhm zu singen; Freund Gottes! seh= rest du dich nicht, Mit ihnen Gott zu singen? 10. Dort wohnt Gott Vater, Sohn und Geist, Mit Licht und Glanz umgeben, O Glück, das dir dein Gott verheißt! Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland Jesus Christ, Du, los von den Beschwerden, Sollst dem, durch den du selig bist, u Klarbeit ähnlich werden. 12. Hilf stets, mein Heiland, hilf Du mir, Daß ich den Geist erbebe, Und daß ich jetzt und ewig Dir Zur Ehre denk' und lebe. Kampf des Cbriften. 324. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure eligkeit! Bauet nicht, wie freche Cün= der, Auf die ungewisse Zeit. Unverweilt bekehret euch, Ninget nach dem Himmelreich und be: strebt euch hier auf Erden Heilig, selig dort zu werden. 2. Selig, wer im Glauben fämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet Und den Reiz der Welt verschmäbt. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie Triumph und Sieg; Nur den Sieger schmückt zum Lohne Unverwelft des Himmels Krone. 3 Nüchtern leben, beten, wachen, Die Versuchung weislich fliehn, Sich die Pflicht zur Freude machen, Unablässig sich bemühn, Selbst beim Spott und Hohn der Welt Das zu thun, was Gott gefällt: Darnach immer christlich streben, Heißet für den Himmel leben. 4. Drum entreißet euch den Lüsten, Die euch Verschiedene Gesänge. 527 bringen bittre Reu, Und beweiset euch als Christen, Seid im Streite standhaft treu. Schont der liebsten Neigung nicht, Wär' es auch die schwerste Pflicht; Und denkt oft an Chrifti Worte: Dringet durdy die enge Pforte! 5. Fliehen will ich stets die Sünde Und dabei. auf Jesum sehn, Daß ich seinen Beistand finde In der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, Du wirst mir Kämpfen helfen für und für, Hier mit deines Geistes Waffen Meine Seligkeit zu schaffen. 6. Gib zum Wollen das Vollbringen, Gib zum Streite Muth und Kraft, Lehre mich, mich) selbst bezwingen, Und die Lieblingsleidenschaft. Zeige mir von Deinem Thron Den verheiß'nen Gnadenlohn, Daß ich wache, bete, streite Und den Himmel mir bereite. In allgemeinen Nöthen. 325. O Herr, wir sind getroffen Von Deiner schweren Hand! Kein Netter ist zu boffen Für unsern Unglücksstand. Berschließest du die Obren Und hörest uns nicht an, So ist das Heil verloren, Es ist mit uns getban. 2. Zwar dürfen wir faum wagen, zu Dir hinauf zu sehn, Dir unsre Noth zu klagen, Um Deine Hülf' zu flebn; Wir müßten uns verstecken Bor Deinem Angesicht, Vor Deinem Blick erschrecken, Wie vor dem Endgericht. 3. Doch reicher an Erbarmen Ist Niemand, Herr, als Du; Du rufft mit offnen Armen Die Büßenden herzu; Sobald sie sich bekehren, Die Bosbeit recht bereu'n, So willst Du sie erhören Und sie mit Hülf' erfreu'n. 528 Verschiedene Gesänge. 4. Die Leiden, die wir dulden, Sind dir, o Herr, bekannt; Es ist um unsre Schulden Mit Recht Dein Zorn entbrannt. Doch weil wir jetzt beweinen, Was Böses wir gethan, So laß Dein Heil erscheinen, Nimm uns in Gnaden an! 5. Dann soll Dein Tempel schallen, O Gott, von unserm Dank; Dein Lob soll wiederhallen Das ganze Leben lang; Wir werden uns bestreben, Wir alle, groß und klein, Mit einem bes sern Leben Dir angenehm zu sein. 6. Maria, Trost der Sünder, Du hoher Engelchor, Ihr sel'gen Himmelskinder, Tragt unser Seufzen vor; Helft jenen Gott erbitten, Der euch im Himmel krönt; Durch das, was wir gelitten, Sei er schon ausgeföhnt. 7. Wir kommen in den Nöthen zu einem starken Gott, Er woll' uns all' erretten Aus dieser Angst und Noth. So bitten wir zusammen, Co bittet jeder Etand Durch Jesu Christi Namen Um Hülf' für's Vaterland. An einem Dankfeste. 326. Nun laßt uns aus der Seele Grund Dem böchsten Gott Dank sagen, Und preisen ihn mit Herz und Mund Jetzt und zu allen Tagen: Denn seine Lieb' und seine Gnad' Sich wunderbar bewähret bat An uns in diesen Zeiten. 2. Wir haben Gott um Hülf' begehrt In Jesu Christi Namen, Durch den allein er Heil gewährt Den Menschen allzusammen; Durch dieses Namens Kraft und Treu Sind wir von aller Trübfal frei, Gelobt sei Jesus Christus. 3. Wir haben Gott um Gnad' gefleht Durch Verschiedene Gesänge. 529 seiner Mutter Bitten, Die droben für die Kin= der steht In diesen Thränenhütten; Und mehr, als uns're Hoffnung war, Gab uns der ew'ge Vater dar, Gelobt seist du, Maria! 4. Wir haben Gott um Schuß gefleht Durch seiner Heil'gen Werke, Die Boten seiner Majestät, Die Zeugen seiner Stärke; Und Gott hat ibr Gebet erhört Und unsers Glaubens Kraft be= währt, Gelobt sei'n alle Heil'gen. 5. O heiligste Dreifaltigkeit, Nun danken wir in Freuden, Mit aller Heil'gen Innigkeit, Nach den so schweren Leiden; Nimm unsern Dank so gnädig an, Wie Du an uns hast gut gethan Nach Deiner höchsten Güte. Am Ernte- Dankfeste. 327. Noch immer wechseln ordentlich Des Jahres Zeiten ab; Dein Segen, Gott, ergießet sich Noch auf die Erd' herab. Du öffnest Deine milde Hand, Uns Menschen woblzuthun, Und läsfest auch auf unserm Land Noch immer Segen ruhn. 2. Von Deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit, Die Saat geht' auf und blüht und reift Und sättigt und erfreut. Bon Dir gesegnet gibt der Baum Den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 3. Du nährest jede Creatur; O Herr, wer ist Dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur Ist unerschöpflich reich. Wem strömt sie nicht, von Dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie Du? 4. Herr, ohne Dich vergingen wir, Und wir 23 530 Verschiedene Gesänge. verdienten's auch; Und dennoch leben wir in Dir, Beseelt durd) Deinen Hauch. Wer, Gott, erfährt nicht Deine Huld? Wem strahlet nicht Dein Licht? Mit welcher Langmuth und Ge duld Verschonst Du unser nicht? 5. O betzt, Gott, ihr Menschen, an, Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat er schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun! Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest Du uns sein, Du schufft uns für die Ewigkeit, Uns ewig Dein zu freu'n. 6. Läßt Du uns Deine Freundlichkeit Schon hier so herrlich seh'n: Was wird in der Vollfonimenheit Der künft'gen Welt gescheh'n! Noch tiefer dringt alsdann mein Blick In Deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhab'ne Glück Mir stets vor Augen sein. 7. Ach, Höchster, wir verehren Dich Mit findlich frohem Dant, Du nährst uns und gibst väterlich Auch mehr, als Speis und Tranf, Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeih'n, Zu unsrer Hände Fleiß- Auch das gibst Du und Dir allein Gebührt dafür der Preis. 8. Laß Deines CegensUeberfluß Uns nun auch nüßlich sein, Und hilf uns, daß wir beim Genuß Uns dessen würdig freu'n! Vermehr' in uns die Zuversicht, Direwigzu vertrauen, Bis wir dereinst in Deinem Licht Des Glaubens Ende schauen. Gebet für den Landesherrn. 328. Für unsern König beten wir, Er sei Dein Bild auf Erden! O laß durch ihn, Herr Gott, vor Dir Dein Volk beglücket werden. Verleih' ihm Verschiedene Gesänge. 531 Weisheit, Sinn und Kraft: Was Heil und Wohl dem Lande schafft, Mit Sorfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß er Deinem Vorbild gleich Uns väterlich regiere, Und Deinen Segen in sein Reich Durch gute Werke führe; Daß er ein Schutz der Unschuld sei, Den Redlichen mit Lohn erfreu' Und allem Unrecht steu're. 3. Gib Allen, die sein Wort vollziehn Und ihm zur Seite steben, Daß sie von wahrem Eifer glühn, Das Wohl des Volks zu seben; Damit Vertrau'n im ganzen Land Fürst, Volkund Herr'n und jeden Stand Zu Lieb' und Kraft verbinde. 4. Erhalt uns lange Friedenszeit, O Gott, zu Deiner Ehre; Gib, daß sich wahre Frömmig keit und rechter Glaube mehre; Auf daß vor Deiner Majestät, Die über alle Hoheit geht, Regent und Volk anbete. Bei Einführung eines geistlichen Vorgesepten, sowie bei Primizfeiern. 329. Herr, segne ihn, den Du erwählt, Daß er, von Deinem Geist beseelt, Sein heil'ges Amt in That und Lehr Verwalten mög' zu Deiner Ehr'. 2. Gib ihm des Glaubens volles Licht, Und Muth, der ewig wanket nicht, Daß er Dein Wort ganz, wahr und rein Verkünd' im Geist der Kirch' allein. 3. Gib ihm der Hoffnung festen Stab, Den Leitstern über Tod und Grab, Auf daß er, Deinen Wegen treu, Nie einen Feind auf Erden scheu'! 4. Gib ihm die Liebe, Gott ergieß In ihn den Thau der Liebe süß, Der Liebe Salbung, Feu'r und Kraft, Die über alles Sieg verschafft. 5. O Gnadenschatz der Heiligkeit, Komm über 532 Verschiedene Gesänge. Deinen Diener heut', Laß alle sieben Gaben Dein In ihm allzeit lebendig sein! 6. Lob sei dem Vater hoch im Thron Und seinem eingebor'nen Sohn, Dem Tröster auch der. Christenheit Jetzt und in alle Ewigkeit. Schlußgefang bei großen Festen. 330. Nun lobet Gott im hohen Thron, Ihr Völker aller Nation! Preiset ihn hoch) mit Freudenschalle, Ihr Menschen auf der Erden alle! 2. Denn sein Erbarmen, seine Gnade Sich über uns befestigt hat; Und wird die Wahrheit unsers Herrn In Ewigkeit unendlich währen. 3. Lob sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist im gleichen Thron, Dem ein'gen Gott und höchsten Herren, Den wir in drei Personen ebren. Schlußgefang beim sonntäglichen Got tesdienste, auch nach Beerdigungen. 331. Jesus, Maria, ich rufe zu Dir, Nach Dir steht meines Herzens Begier Und meiner Seele Verlangen. 2. Jesus, Maria, Dir schenk' ich mein Herz, Jesus, Maria, ich treibe nicht Scherz, Dir will ich ganz mich ergeben. 3. Jesus, Maria, ach komm mir behend zu Fülf an meinem letzten End' Und laß mich ja nicht verderben. 4. Jesus, Maria, komm, stärke mein Herz, Wenn ich schon fühle des Todes Schmerz, Hilf mir das Heil dann erwerben. 5. Ach Mutter, theure Beschüßerin mein, Dich will ich schließen in's Herz hinein Jett und in Ewigkeit. Amen. Register der Gesänge. 533 Seite Seite AchJerusalem, ach weine 63 AusGottes Munde gehet 282 Ach Jesu, ach unschuld. 425 Aus hartem Weh die 399 Ach Jesu, wer an Dich 70 Aus Lieb" verwand'ter 464 Ach, fomm zu uns, Du 147 Ave Maria, du HimAch, Maria will ihr. 184 melskönigin..... 476 Ach, mein Sohn wird 121 Ave Maria, gratia plena 400 Ad), nun ist meine Kraft 251 Ave Mutter ohne Weh 473 Ach, von schwerer Qual 48 Ach, wann doch Jesu. 468 Barmherz'ger Gott erb, 423 Ach, wann wird der. 77 Barmherzigkeit ist heute 335 Ach, wiederum verschw. 21 Bebend kehrt mein Geist 236 Ach, wohin bin ich) 241 Befiehl du deine Wege 516 Ach, wohin soll ich mich 66 Beglückte Nacht:... 293 Allein Gott in der Höh' 457 Beglückter Tag, wann Aleluja, Alleluja... 443 Bei finst'rer Nacht zur 312 Alleluja laßt uns singen 442 Bester Gott, unendlich Alleluja, sei erhoben. 260 Betrachtet ihn in Schm. 284 Alles meinem Gott zu 513 Bruderschaften. 280 Alles, was auf Erden 259 76 4 Alles, was Du offenbarest 3 Christen, seht sie EnAlle Tage fing' und fage 477 gelspeise. Allmächtiger, vor Dir 282 Christ erhebe dein Als Gott Mensch... 301 Christi Mutter stand ge459 260 quälet. 122 Als ich tief gebeugt von 276 Am Kreuz aus Lieb, o 369 Christi Mutter stand mit 433 Am Kreuze mit durchb. 432 Christ spricht zur Seel' 420 Am letzten Abendmahle 290 Christus fuhr auf gen 432 Am Sonntag, eh' die 319 Christus ist auferstanden Anbetung, Preis und 289 Von seiner Marter 437 Auf, auf, mein Herz. 136 Christus ist auferstanden, Auf, Fürsten, auf von 83 Wir sind erlöst von 131 Auf, ihr Herzen von 36 Christus ist erstanden. 318 Auf, mein Herz, auf. 149 Auf, Seele, auf nach. 116 Da Jesus an dem. 314 Auserwählte Schaar der 190 Dank, Ehre, Ruhm. 58. 23** Register der Gesänge. Seite Seite Das Grab ist leer, der 441 Die Jungfrau, außerfor.339 Das Heil der Welt.. 331 Die Liebe hat uns Dich) 288 Das ist das wahre.. 305 Dir will ich mich ergeb. 398 Das Zeichen ist geschehen 292 Dreimal heilig sei gepr. 391 Defensor noster aspice 387 Du edles Bethlehem. 306 Deinem Heiland, deinem 385 Du haft, o Herr, der 301 Dein Ende naht mit. 338 Du, Jesus, lad'st uns 287 Dein Erlöser wird 39 Du in Gottes Herrlicht. 498 534 Dem großen Martyrer 303 Du Krone der Engel 166 Demüthig wir dich.. 491 Du wahrer Gottessohn 393 Der am Kreuz ist meine 436 Du willst alsOpfergaben 287 Der Erdkreis lag in. 324 Durft ich Staub, durft 51 Der Jungfrau'n Krone 497 Ehre sei Gott in der 390 Der Heiland ist erstanden 322 Ein edler Schaß der. 479 Der Herr hat uns das 411 Ein ernstes Wort.. 291 Der Herr ist Herrscher 137 Ein Kindelein, so loben. 403 Der Himmel, der verschl. 402 Ein Kind, gebor'n zu 405 Der Himmel heut' 496 EitleLüfte, furzeFreuden 68 Der Himmelschor. 394 Endlich sind die sd weren 163 Der Lebensbalsam quillt 125 Entreiße dich, mein Geist 207 Der Mensch, den bald 225 Erbarmend fommt von 80 Der Mensch, der Erde 211 Erbarmend sieh von. 162 Der Menschen Heil ein 408 Erbarm Dich mein, Herr 424 Der schöne Morgen.. 322 Er, der Herr, frönt mit 256 Der Tag, der ist so. 404 Erfreut euch, fromme. 286 Der Tag ist groß und 90 Erleucht', o Schöpfer. 45 Des Himmels Glanz. 62 Ermuntre dich, mein. 56 Des Königs Fahnen. 315 Erstanden ist der heil'ge 439 Des Vaters Wort.. 293 Erstanden ist des Höchsten 132 Dich, Frau vom Himmel 486 Erstaunt und preis't mit 92 Dich Gott loben wir. 381 Erster Held der treuen. 94 Dich grüßen wir, o. 406 Erzittert, Helden dieser 105 Dich höchster Gott anbete 359 Erzittert, wenn nur. 218 Dich lieb ich, o mein 369 Es feiert deines Tempels 354 Dich, mein Gott, ich hier 463 Es führt drei König' 306 Dich liebt, o Gott mein 365 Es ist ein Thau gefallen 293 Dich zu kennen, Dich 100 Es kam die gnadenvolle 296 Die du in der Glorie 393 Es kam ein Engel hell 295 Die ganze Welt, Herr 321 Es ward. Zeit gekominen 334 Register der Gesänge. 535 Seite Seite Es werden vom Wechsel 142 Gott, Du chrest die. 195 Gott grüß euch.... 303 Finsterniß umhüllt die 43 Fort aus der Welt. 377 Gott, ich will dich ewig 270 Gott, Herrscher aller. 10 Freude, Jesus lebetwieder 45 Freu' deines Glaubens 524 Freu' dich, du Himmelsk. 320 Freu dich, du werthe. 440 Freut euch alle, singt 305 Freut euch, ihr lieben 462 Frohlocke nun, v... 132 Frohlocket, iht sämmtl. 277 Frohlock', o Kirch', in 337 Frohlockt dem neuerst. 129 Fronleichnams- Gesänge 387 Gott in d. Höh sei Ehre 287 Gott, o sei von uns. 254 Gott soll gepriesen werden 281 Gott, um einig Dir. 5 GottBater, Dir gehöret 285 Gott, von dem wir alles 186 Gott, ver deinem... 311 Golt, was fann der Mensch Dir schenken 391 Gott, wie liebst Du. 73 Gott, willst Du mich. 69 Für unsern König beten 530 Gott, wir erscheinen auf 396 Gebeugt, zerschlagen, 248 Großer Godhard, wir 191 Gedenk, o Mensch, an 326 Großer Gott, wir loben 380 Gedenk, o Mensch, du bist 308 Großer Schöpfer aller 7 Gegrüßet seist du, edelste 481 Großer Schöpfer, Herr 84 Gegrüßt seist du Königin 344 Großer Tag, bist du. 318 Gegrüßt seist du, Maria 341 Großer Bater, sei geehret 387 Gelobet feist Du, Jejus 300 Groß ist Gott, er sprach: 148 Gelobt sei Gott d. Bater 447 Größte, die der Himmel 172 Gelobt sei Jesus Chr. 471 Größter Held, der je. 158 Gelobt sei u. gebened. 456 Genitori genitoque 387 ebet Augen u. Gem. 431 Gestärkt von Himmelsfr. 272 Heil dem Manne, der 266 Gestiegen ist vom 299 Heil'ge, Gett. Herz.. 37 Gewaltiger Herrscher im 126 Heil'ger Bernward 193 Gleich dem Hirsch, der 243 Heilig, heilig, heilig. 393 Gott, auf den ich einzig 4 Heil'ger N..., hoch erh. 499 Gott, da die traur'ge. 24 Herr, ich glaube 363 Gott, Dank sei Dir. 12 Herr, ich küsse deine Füße 315 Gott, Deiner Streiter 497 Herr, ich lieb' Dich.. 469 Gott, der Du die Mensch. 143 Herr Jesu, deiner Liebe 286 Gott, der Du unser Retter387 Herr Jesu, wahrer Mensch 377 Gott, der Herr sei.. 357 Herr Jesu, aufgefahren 452 Gott, dieses Opfer zeiget 30 Herr, gib Frieden dieser 504 Register der Gesänge. Seite Seite Herr, laß doch diese Gaben285 Jene, dieHosanna schrieen 42 Herr, nun hab ich Dich 290 Jener Tag, der Tag der 502 Herr, segne ihn, den Du 531 Jenes Wort, von Gott 158 Herr und Herrscher aller 8Jesu, der Du einst diel. 397 Herr, unser Gott, Dich 346 Jesus eilet hinz. Garten 38 Herr, wir bitten Dich 508 Jesus ein süßer Name 414 Herrlich glänztest Du auf 196 Jesus, Gott wird angefl. 40 Herzliebster Jesus, helfe 368 Jesus leidet, nun erfreut 39 Heut bewährt sich unser 338 Jesus, Maria, ich rufe 532 Heut fliehen alle Schmerz. 99 Jesus ruft dir, o Sünder 310 128 Heutist der Gnadenstrahl 86 Jesus liegt Heut ist gefahren... 323 Jesus stirbt, es stirbt. 44 Heut loben wir die dritte 454 Jesus, wie süß, wer Dein 412 Hier bet' ich auf den. 391 Jesus will das Herz. 367 Hier lieg' ich, Gott.. 55 Jesus will den Feind 38 Hier liegt vor deiner 281 Jesus wird ins Grab 44 Himmel und Erd', schau 428 Jesus, zu Dir rufen wir 449 Hinweg mit Furcht.. 365 Jesu, um unsr'e Sündenl. 505 Hirt u.Fürst, vom Herrn 159 Jetzt und zu alle: Frist 415 Hoch heilig bist Du. 287 Ignatius, du edler Held 351 Hohes Vorbild reiner 353 3hr, d. man im Schmucke 134 Höre, große Königin. 490 3hr Felsen, hart... 430 Hört Engel, hört es. 263 3hr Helden, die die Welt 230 Hört, ich muß ein.. 264 3hr hochbewährt. Män. 498 Hört Theresen liebvoll 194 3hc Jünger Jesu, freuet 324 Ihr Knaben, erhebet. 267 168 In allen meinen Stund. 361 40 3n Demuth bet' ich Dich, 127 536 Ja, es wird einst.. Ja, ich stehe fest Jauchze, du selige Welt Jauchzet und preiset. Jauchzet, die ihr beneßt Ich danke Dir für deine Ich fühle mich erquicket Ich glaub' an Dich. Ich glaub' an Gott in aller Noth.... Ich glaube, Gott, mit Zuversicht. Ich will Dich preifen Verborg'ne Gottheit, 458 91 In Demuth bet' ich Dich, 185 Verdeckte Gottheit an, 32 60 In diesen dunkeln Tagen 401 5 In dieser Nacht.... 513 23 In Gottes Namen fahren 451 In Purpurlumpen.. 103 370 Johannes, auserforen. 348 Joseph, Davids Sohn 500 515 3st das der Leib, Herr .. 317 277 Jesu Christ.. Register der Gesänge. 537 Seite Seite 34057 344 Kannst du dich d. Glaub 209 Maria, Mutter Jesu. 475 Katholisch bin und bleibe 511 Maria rein geboren Klage nicht in trüben 217 Maria saß alleine... 335 Komm, ach fomm... 326 Maria trug Berlangen 336 Komm, göttlicher Geist 145 MariawahreHimmelsfr. 488 Komm, mein Kind.. Maria wir verehren. 476 Komm, heil'ger Geist. 453 Maria zu lieben Komm, o Geist der Heil. 454 Mariä Herz, dich grüß' 372 Kommt, besingt ... 94 Kommt, den Schöpfer 25 Meerstern, ich dich grüße 489 Kommt her, ihr Creatur. 459 Meinem Gott bleib ich 360 Kommt her, ihr Völker 36 Meinen Jesus laß ich 522 Kommt her mit frohem 150 Meinen Nächsten muß 4 Kommt mit reuerfülltem 102 Meine Zuflucht alleine 489 Kommtu, lobet ohne End 328 Mein Gott, woher nehm 228 Konigin des Himmels 444 Mein Herz bring ich Dir 404 178 Mächtiger Jesu 183 Menschen, liebt nicht. 279 Lauda Sion. 383 Mensch, voll Sünden. 212 Laß mein Flehn 274 Mich sollten Schicksal 210 Laß mich Deine Leiden 309 Mit Dank u. Jubeltönen 173 Laß mich würdig Dich 179 Mit dem Herzen, mit. 289 Laß, o laß dein Herz 43 Mit der Sterne Glanz 177 Laß, Schöpfer, unsern 250 Mit Entzücken Laß uns bei des Heilands 164 Mit was Trauern und 434 Laßt uns, Christen, mit 392 Mutter Chrifti, hocherh. 482 Laßt uns erfreuen herzl. 443 Mutter Gottes, mir erl. 472 Laßt uns Freudenliecer 392 Mutter von Gott selbst 176 Laßt uns gen Himmel 235 Laßt uns mit findlich 397 Nach Bethlehem zu eilen 302 Laßt uns nie d. Taufb. 289 Nach deinem Beispiel. 308 Laßt uns Sanct Petrus 349 Neue Wonne, neues. 11 Laurentius, Freund Ch. 350 Noch immer wechseln. 529 Nimm an, o Herr... 282 Maria ging geschwind 473 Nun bitten wir den h. 455 Maria ging hinaus. 474 Nun danfet( Hott, ihr 316 Maria ist geboren. 379 Nun haßt mein Geist. 138 Maria jung und zart 341 Nun ist das Lamm.. 284 Maria, Jungfrau rein 4-0 Nun laßt uns aus der 528 Maria Königin.... 432 Nun läßt Du deinen. 181 ... 538 Register der Gefänge. Seite Seite Nun lobet Gott im hohen 532 O Herr, ich bin nicht 284 Nun lobet Gott und. 461 O Herr, ich bin nicht allerhöchste Speise 457( Ges. der Kinder bei O, beglücktes, sel'ges 187 c. ersten H. Commun.) 290 O Christen, seht mit 25 O Herr, wir sind getr. 527 O Christen, welche Ehren 290 O Herzenleid, o Traur. 427 O Chrift, erhebe Herz 525 O Herz Jesu, Siß.. 371 O Christ, hie merf 331 Dhimmlische Liebe, du 520 O christliche Herzen.. 506 O Jesu, liebster Jeju 466 O christlich Herz, bedenk 426 O Jesu, der Menschen 139 O crux ave. 389 O Jesu, Heiland aller 88 O du Heilige 345 O Jesu, wahrer Mensch 253 Du gestrenger Richter 423 O ihr Freund' Gottes 495 Odu hochheiliges Kreuze 356 O ihr hochh. Gottesir. 494 Oduhochheil'ges Zeichen 124 D ihr Schußengel alle 493 ODu, mein Gott, ich 470 Jungfrau, ohne Mafel 333 O du unüberwindlicher 347 O Kinder, dieser Tag des 396 O edle Seel', o theurer 374 O fomm, Du Schöpfer 146 Deffnet euch, ihr heil'gen 180 O Königin, o gnäd'ge 486 ... Engel aus den.. 492 Engel Gottes, cilt 329 D Engel, o ihr Geister 493 Kreuz, Hoffnung.. 389 laßt uns dankend.. 28 Maria, auserkoren 483 Dewig erhabener König 1400 Maria, Jungfrau. 487 O ewiger Gott, wir. 446 0 Maria, schöner du. 480 OEwigkeit, o Ewigkeit 373 O Maria, sei gegrüßt 336 O Freunde weinet nicht 238 Maria, voll der.. 175 O Gott, Du wollst uns 397 O Maria, Wunderbare 342 O Gottes Lamm, ganz 34 0 Maria, zu Dir.. 485 Gott, o Gott, es reuet 515 O mein Christ, laß Gott 362 O Gott, streck aus die 448 mein Jesu, ich muß 509 O Gott, vergib die.. 395 Menschenvater voll 394 O Gott, wie groß ist Mensch, erkenn die 463 O großer Hott, Duperr 3040 Mutter d. Barmherz 484 O Haupt voll Blut. 3130 Mutter mein... 346 Heiland, reiß die. 294 O nimm das Opfer an 394 Oheil'ge Hostie, sei. 389 preifet den Schöpfer 272 Oheil'ge Nacht, sei uns 297 O reinste Mutter, sei. 176 Oheiligste Dreieinigkeit 327 0 salutaris hostia.. 389 75 schwere Gotteshand 505 07/ OSeele Christi, die mich) 35 190 • Herr, der du durch O Herr Gott, Jefu.. Register der Gesänge. 539 Seite Seite seht mit grenzenloser 113 Segne, Jesu, deineHeerde 328 sel'ge Jungfrau rein 343 Segnend fährt... selige Nacht.. 45 229 Seht den Heiland ganz 181 Seht den Messias sich, bedrängte Welt Vater der BarmO, so hast Du unser 258 Seht Erd' und Himmel 262 D. so femmst Du, starker 85 Seht hier des Heilands 103 O Tempel herrlich.. 355 Seht hier, seht hier. 110 Traurigkeit, o Herzel. 432 Seht, kann auch ein. 106 O, trodne nun die.. 135 Seht mit andachtsvollen 153 Seht, unerschrocken steht 192 herzigkeit, Du ſahst 59 Sei gegrüßt, oJungfrau 343 O Vater der Barm- Sei gegrüßt viel tausdm. 485 herzigkeit, Sieb' an 358 Sei heiliges Kreuz.. 355 O Vater, Herr und Gott 246 Sei uns gesegnet :.288 O Vater, hoch da droben 445 Sei uns tausendmal. 175 Vater, höre doch. 33 Seivon Allen hoch gepries. 46 O, wie hab' ich mich. 49 Selig ist, der voll von 271 O, wie hart bist Du. 42 Seße Dich zu meiner 269 O wie schnell sind doch 96 Sieh, dein Jesus geht 42 OZierde d. Apostelschaar 349 Sieh erbarmend auf die 45 41 114 Pange lingua gloriosi 383 Eich Vater von dem 283 Plößlich wird Gott selbst 232 Sing', o Scele, rühm' 332 98 .. Preis dem Herrn. Preis't den Herrn von Preis Dir, o Gott sei 27 Preiset Lippen.... 383 Singt heilig, heilig.. 283 Singt noch nie gesung'ne 89 Sion auf! es naht dein 437 Sion, Jesum zu verehren 154 So hab ich Dich gefunden 71 Sag, was hilft alle Welt 372 So muß ich denn die 167 Sanct Antoni 268 350 So muß wie ein hinfall. 239 Sanct Stephanus, erw. 410 So oft ich mir bild'. 414 Schaffet, schaffet. 526 So rein von Sünden 333 Schöpfer Himmels.. 204 So soll ein Fürst von 164 Schon ist der Tag.. 378 So will die Allmacht 171 Schönster Herr Jesu. 469 So wird die arglistvo le 105 Schweig auf Erden.. 88 Soll der Mensch denn 78 Seele, liebst du Ruh' 222 Soll mein Felsenherz. 118 Seele, sing' die.... 65 Sollt' ich zweifelnd Dich 151 Seele, singe d. verklärten 157 Sünder, eilt mit heil'gen 81 Seele, willst du dich. 152 Süßes Joch, o sel'ge 205 Seele, willst du ewig. 67 Stern auf diesem Meere 490 Register der Gesänge. Seite Seite 188 Still leuchtete der Sterne 409 Welch ein Schaß ein 213 Strenger Richter aller 450 Wenn Gott winkt, so 203 Tantum ergo.... 396 Wer ist wie Gott... 166 331 Wie entseßlich sind die 47 Te Deum laudamus 291 Wie furz ist doch auf 197 Thauet, Himmel, den Thu ouf, thu anf... 417 Wie lieblich bist Du mir 370 Tief gebeugt laßt uns 386 Wie mein Gott will. 362 51 Wie? Pilatus wusch die 41 Tief gebeugt von meinen Triumph! Triumph!. 82 Wie schnell entflieht. 375 Wie, so soll der Tod dich 227 Ueberdrüssig längst der Wie? will sich ein Mensch 201 Unsein Herzen soll die 72 Wie? zagest du, mein 216 Unsterb ich Will denn Gott der. 234 Willig gabst Du, Herr 41 407 Willst du dein Kreuz 216 465 Willst du den Heiland 520 Bater, sich, in Demuth 514 Willst du selbst dich. 215 Bater unser, der Du. 444 Wir fallen Dir zu Füßen 352 Voll Traurigkeit 115 Wir liegen mit der.. 330 Bom Anfang, wo der 87 Wir singen heut mit. 501 Vom obersten Himmel 170 Wir treten, Gott, vor 249 Von süßem Schmerz. 522 Wir treten, böchster Herr 390 Von dem Rach'geist. 16 23 rwerfen uns darnieder 284 Von der Sündenlast. 244 Wir werfen uns vor. 245 Von großer Noth 103 Wohlauf, nun laßt uns 383 Bor Dir fall' ich hin 141 Wo ist das Kind, so 4) 9 Wach auf mein' Seel' 512 Wo ist der Eifer erster 74 Wann meine Stund'. 508 Wo ist Jesus, mein. 366 Wann wird doch mein 418 Wollust, Mörderin der 220 Was Gott thut, das ist 519 . von Gott 224 Uns ist ein Kindlein. 407 Uns ist geboren ein.. Vater hoch .. Was ist, das Du.. 416 3ittert aller Welten. 118 Was plagt mich Angst 376 3ittert, schwache.. 38 Was sollen wir für. Wasch mich, o Jesu. Weg mit Jesus!... Weh mir, ein Lebenstag Weigerst du dich, böser Weine nicht, Gott lebet 397 3u Bethlehem geboren 297 24 Zu dieses Lammes.. 438 109 3u Dir, Allmächtiger. 199 22 3u Dir, o Gott vom 360 61 3u Dir in schwerem Leid 418 518 3ur Seele spricht der 421 Wenn alle untreu 523 3um Vater, der im. 504 540 . • Katholisches Gebetbuch. Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel reden, wie die Heiden, welche glauben, daß sie ververmittelst ihres vielen Geschwäßes erhört werden; diesen macht euch nicht gleich; denn euer Vater weiß wohl, was ihr bedürfet, ehe ihr bittet. Matth 6, 7, 8. Mit hoher bischöflicher Genehmigung. Hildesheim, 1872. Verlag und Druck von 3. Kornacker. en idud budisdoo ibile dogt mar Morgenandacht. Gebet beim Aufstehen. Im Glauben an Dich und mit festem Vertrauen zu Dir, Jesu, mein Herr und Heiland! stehe ich auf; erleuchte Du mich heute durch Teine Gnade, bewahre mich vor allem Bösen, befestige mich im Guten und leite mich zum ewigen Leben. Amen. Morgengebet. Gott, Du hast mich erschaffen; Du erhältſt mich von einem Tage zum andern, und gibst mir immer neue Kräfte, wodurch ich weiser und glücklicher werden kann; ich danke Dir für Deine unverdiente Güte. Dir, mein Gott! gehöre ich gänzlich an; und nur durch den Gehorsam gegen Dich kann ich glücklich werden und bleiben. Ich bin aber ein schwacher, unwissender Mensch, und würde obne Deine Hilfe viel Gutes unterlassen und viele Fehler begehen, wodurch ich mein eigenes Glück hinderte. Leite, liebster Vater! mich schwaches, unverständiges Kind an Deiner Hand auf dem Wege des Guten; laß mich oft an Dich und Deine Gegenwart gedenken; bewahre mich in den Gefahren zu fündigen; laß mich Eltern und Lehrern gehor= sam und zur Freude sein; erwecke in mir dieLernbegierde; gib meiner Seele Licht und Stärke, damit ich das Gute, welches ich wissen muß, richtig faffe, treu behalte und freudig ausübe. Dieses verleihe mir durch Jefum Christum, Deinen Sohn. Amen. 1* Morgengebet. Was ich heute denken, reden, thun oder leiden werde, das werde ich alles thun, um Deinen Willen, o Gott! zu vollziehen; ich werde mich bestreben, es auf die nämliche Weise zu verrichten, wie Jesus Christus auf Erden aus Liebe zu Dir handelte. 4 Heilige Mutter des Herrn! heilige Engel und Auserwählte Gottes! eure Tugend und Heiligkeit foll mir immer eine Ermunterung und ein Bei spiel zur Nachfolge sein! Behütet mich durch eure Fürbitte vor allem Bösen, und erhaltet mir die Gnade, das Gute beständig zu wirken. Amen. Der Engel des Herrn. ( Morgens, Mittags und Abends beim Läuten der Betglode zu beten) I. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom heiligen Geiste. Gegrüßet seist Du Maria 2. II. Maria prach: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte. Gegrüßet seist Du Maria. III. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Gegrüßet seist Du Maria 20 Gebet. Wir bitten Dich, o Ferr! ergieße Deine Gnade in unsere Herzen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. AUBE Schulgebete. mant paad man Schulgebete. 5 indigent Für den Montag und Donnerstag vor der Schule. Vorbeter: Gott, der Du die Apostel und Zün= ger Jesu Christi durch den heiligen Geist mit himmlischer Weisheit erleuchtet und mit Kraft zum Guten gestärkt hast, verleih uns, daß wir durch diesen nämlichen Geift Deinen Willen immer besser erkennen, und bei unserm Lernen und Handeln allezeit durch seinen Beistand geleitet und erfreut werden, darum bitten wir durch Jesum Christum, Deinen Sohn unsern Herrn. A Kinder: Amen. V. Unsere Herzen, o Herr! sind bereit: K. Deinen heiligen Willen zu erfüllen. V. K. Schicke uns, o Herr! Deinen heiligen Geist! Damit er uns belebre und bessere. Alles zur höchsten Ehre Gottes! K. Jeht und allezeit, Amen. V. Nach der Schule. Vorbeter: Wir danken Dir, Herr, himmlischer Bater! daß Du uns, Deine Kinder, durch die Lehre Jesu Christi zu allem Guten täglich unterrichtest; gib uns die Gnade, daß wir nach dieser Lehre beständig leben und Dir wohlgefälliger werden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Kinder: Ainen. V. Unbegreiflich großer Gott! der Du über Alles erhaben bist und herrschest; den wir mit findlichem Vertrauen nennen dürfen Unsern Bater. 6 Schulgebete. K. Vater unser- Himmeln. Himmeln. dire 3. Erleuchte uns, auf daß wir Dich recht erkennen, und als den unendlich vollkommenen Geift an allen Orten und zu allen Zeiten würdig preifen. K. Geheiligt werde Dein Name. V. Sei Du unser Herr und König. Deine Gnade und Dein Gebot, nicht unser böser Eigenwille soll über uns herrschen. K. Zu uns komme Dein Reich. An B. Immer wollen wir mit Bereitwilligkeit und Freude erfüllen, was Du befohlen hast, so wie die Seligen im Simmel Deinen Willen vollziehen. O, daß Dir doch alle Menschen also gehorchten. K. Dein Wille geschehe 50 m auf Erden. V. Gib uns, o Herr! unsere nothwendige Leie besnabrung. K. Unser tägliches heute. V. Verzeihe uns, gütiger Bater! daß wir Dir nicht in Allem gehorsam gewesen sind; wir wollen auch unsern Beleidigern nach Deinem Befehle gern verzeiben. s K. Vergib uns8- Schuldigern. V. Laß doch, o Herr! nicht zu, daß wir freiwillig etwas Böses begehen, oder uns von Andern zur Sünde verleiten lassen. K. Führe uns nicht in Bersuchung. B. Befreie uns von dem, was uns am Leibe oder an der Seele schaden kann. K. Sondern- Uebel, Amen. V. Gegrüßet 2c. K. Heilige Maria 2c. Schulgebete. V. Heil. Schußengel und alle Heiligen Gottes. K. Bittet bei Gott für uns. 7 V. Aller abgestorbenen Cbriftgläubigen Seelen laß, o Gott! durch deine Barmherzigkeit ruhen in Frieden. ninun 2 K. Amen.sana musl ( Nachmittags wird dasselbe Gebet wie am Morgen, mit Auslaffung des Morgengebets, wiederholt.) Für den Dienstag und Sonnabend vor der Schule.d Borbeter: Gütigster Gott! ich danke Dir, daß Du mich diese Nacht bewahrt bast; leite mich auch diesen Tag durch Deine Fürsorge, auf daß ich keine Sünde begehe, und Dir, meinem liebsten Bater, nicht mißfällig werde. Verleih mir die Gnade, daß ich Deinen hl. Willen kennen lerne und immer standhafter ausübe, damit ich jeden Tag in der Tugend wachse und dadurch endlich zu Dir in den Himmel gelange. Allmächtiger Vater! der Du alle Dinge aus Nichts hervorgebracht hast, und dieselben durch Deine Vorsicht und Weisheit erhältst, ich glaube an Dich). soms tai K. Ich glaube- Erden. V. Sohn Gottes, Du bist für uns Mensch geworden, und haft als Gottmensch die Menschen belehrt! Jesu Christe! ich glaube an Dich. K. Und an Jesum Christum,- Jungfrau. V. Du hast, um uns von den Strafen der Sünde und dem ewigen Tode zu befreien, viele Schmerzen und den Tod erlitten. K. Gelitten unter zur Hölle.d V. Du hast uns durch Deine Auferstehung das 8 Schulgebete. K. Leben wieder gegeben; Du herrscheft jetzt als König über alle Geschöpfe, und wirst einst als Richter wiederkommen.dusspor sifa Auferstanden von die Todten. V. Heiliger Geist! Du hast uns durch das heil. Sakrament der Taufe zu Kindern Gottes wieder geboren, und in die heil. allgemeine Kirche versammelt, in welcher wir die Verzeihung unserer Sünden zu erhalten hoffen, und durch das Band Deiner Liede vereinigt, Dich Gott heiligen Geist, fammt dem Vater und dem Sohne, in unfern verberrlichten Leibern von Angesicht zu Angesicht anschauen Ich glaube an den- ewiges Leben. Amen. Gott, der Du uns durch die Kraft des beil. Geistes, vermittelst der Lehre und Verdienste Jesu Christi zum wahren Glauben geleitet haft; verleib uns gnädiglich, daß wir die Lehre Jesu Christi vollkommen erlernen, und nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen und in der That treu und beständig bekennen mögen. K. V. K. V. Amen. Unsere Herzen 2c.( wie am Montage.) Nach der Schule. 2011 V. Wir danken Dir, gütiger Gott! für alle von Dir empfangenen Wohlthaten. Gib uns die Gnade, daß wir diejelben gut gebrauchen, und Dir dadurch immer wohlgefälliger werden. K. Amen. V. Jesu Christe! uns zu Liebe bist Du ein Kind geworden. Auch als Kind bist Du für uns Schulgebete. Kinder das vollkommenste Muster der Tugend. Du warst Deinen Eltern gehorsam; Dit betetest in dem Tempel zu Jerusalem andächtiger, als je ein Mensch gebetet batte; chrerbietig und achtsam fragtest und hörtest Du die Lehre des Gesetzes; Du wuchfest an Weisheit, und wur dest wegen Deiner Freundlichkeit, Eingezogen= heit und Herzensgüte immer bei Gott und den Menschen beliebter. Gib uns Kindern die Gnade, holdseligster Jesu! daß wir Dir nachfolgen und solcheKinder werden, wie Du warst. K. Amen. V. Jesu, Du Licht der Welt, unser Lehrer und Vorbild. K. Wir bitten Dich, erhöre uns. V. Daß Du uns die Gnade verleihen wollest, Dir in der Unschuld und Heiligkeitnachzufolgen. K. Wir bitten 2c. - 9 V. Daß Du uns Gelegenheit und Kraft ver= leihen wollest, immer zu wachsen an Weisheit und Gnade. K. Wir bitten 2c. V. Daß Du unsere Seelen gegen alle Verführung und Versuchung zur Sünde befestigen wollest. K. Wir bitten 2c. V. Daß Du uns einst in Dein ewiges Reich aufnehmen wollest! K. Wir bitten 2c. Am Mittwochen vor der chule. V. Entzünde, v Gott, heiliger Geist! unsre Herzen durch die Liebe zu Dir; ordne unsre Hand1** Schulgebete. lungen und Begierden nach Deinem Willen, damit wir Dir immer in christlicher Zucht und Ehrbarkeit dienen, und durch die Reinigkeit unserer Herzen wohlgefallen mögen, der Du lebst und regierst in Ewigkeit. K. Amen. V. Unsere Herzen 2c. 10 Nach der Schule V. Wir danken Dir, o Herr! für alle Deine Gnaden; erhalte in uns dieselben, damit wir Dir stets mit kindlicher Gesinnung ergeben bleiben, und mit freudigem Gewissen dienen mögen, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. K. Amen. V. Vater der Menschen und Engel, Du allerhöchster Gott. 194 K. Vater- Himmeln. V. Gib, daß wir Dich recht verehren, Dich über Alles fürchten und lieben, daß wir auf Dich hoffen und vertrauen. K. Geheiligt werde Dein Name. V. Mache uns immer mehr mit Deiner Religion bekannt, damit wir Dir nicht nur äußerlich, sondern im Geiste und in der Wahrheit duran dienen. K. Zu uns fomme Dein Reich. V. Mit solcher Lust und Freude, wie die Engel Dir gehorsamen, wünschen wir Deinen Willen zu vollziehen. K. Dein Wille- Erden. V. Gib uns täglich, was wir zu diesem irdischen Leben gebrauchen; gib uns Zufrieden Schulgebete. heit mit dem, was wir haben, und bewahre uns vor Habsucht und Begierlichkeit. K. Unser tägliches- heute. V. Vergib uns unsere Sünden, wir wollen uns auch nicht an unsern Beleidigern rächen, sondern nach deinem Befehle sogleich und vom Herzen verzeihen. 11 K. Vergib uns Schuldigern. V. Laß uns nicht durch böse Menschen, durch eigne Begierlichkeit oder unsichtbare Feinde zur Sünde verführt werden. K. Führe uns nicht in Versuchung. V. Befreie uns von allem Bösen, besonders von einem bösen Gewissen und unseligen Tode. K. Sondern erlöse Amen. V. Gegrüßet 2c. K. Heilige Maria zc. - Am Freitage vor der Schule. V.-Ewiger Gott! ich glaube, daß Du ein einziger Gott in drei Personen bist; daß Du Alles erschaffen hast, in der Welt anordnest und regierst, daß die zweite Person in der Gottheit die menschliche Natur angenommen hat, mein und aller Menschen Erlöser ist; daß keiner auf eine andere Weise kann selig werden, als durch die unendlichen Verdienste und Gnaden dieses göttlichen Erlösers. Ich glaube, daß Du, o Gott! ein Belohner der Tugend und ein Bestrafer des Bösen bist, und besonders im künftigen Leben sein wirst. K. Dieses, und alles, was mir die katholische Kirche zu glauben vorstellt, glaube ich fest; Schulgebete. weil Du, unfehlbarer und wahrhafter Gott! solches geoffenbaret hast. V. Ich verlange und hoffe von Dir, o Gott! Deine kräftige Gnade, um hier heilig und dort ewig glückselig zu werden. V. K. Dieses hoffe ich, weil Du allmächtiger, gütigster und getreuester Gott! mir Deinen Beistand und die ewige Seligkeit wegen der Verdienste und Gnade Jesu Christi versprochen hast. V. Ich liebe Tich, mein Gott! über alles Andre, als meinen Erschaffer, meinen Wohlthäter und liebevollen Erlöser; ich liebe Dich, als das vollkommenste Wesen, als mein höchstes und bestes Gut, welches aller Liebe würdig ist. K. Gott erhalte, stärke und vollende in mir diesen Glauben, diese Hoffnung und diese Liebe. Gott! es ist Dein Wille, daß ich nüßliche Dinge erlernen, und Dir dadurch dienen soll; ich wünsche Deinen Willen vollkommen zu erfüllen. Mein einziges Geschäft soll sein, jetzt und immer Alles zu Deiner Ehre und im Namen Jesu Christi zu verrichten. Ich will dieses und alle meine Geschäfte anfangen und vollenden, wie sie Jesus Christus an meiner Stelle würde angefangen und vollendet haben. Ich will lernen, wie Jesus würde gelernt haben; ich will gehorsam sein, wie Jesus Christus aus Liebe Gottes den Menschen geborsam gewesen ist. Gott stärke mich in diesem Vorfaße, damit ich beständig als ein wahrer Jünger Jesu Christi lebe und sterbe. Darum bitte ich durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsernHerrn. K. Amen.- V. Unsere Herzen 2c. 12 13 Schulgebete. Nach der Schule. V. Wir danken Dir, oHerr! für alle Wohltbaten, welche wir durch Deine Gütigkeit empfangen haben, durch Jesum Christum unsern Herrn. K. Amen. V. Christus ist für uns gehorsam gewesen bis zum Tode. K. Bis zum Tode des Kreuzes. V. Er ist verwundet worden wegen unserer Missethaten. K. Wegen unserer Verbrechen ist er zerfleischt worden. V. Wie ein Opferlamm ist er zur Schlachtbank geführt worden. K. Und wie ein Lamm hat er seinen Mund zur Klage nicht geöffnet. V. O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! K. Erbarme Dich unser! V. Gedenke, o Herr! dieser unserer Versammlung. K. Für welche Jesus Christus sein theures Blut vergossen hat. V. Erhalte uns, o Herr! in Deiner Gnade. K. Auf daß wir würdig werden der Verdienste Christi. V. Siehe, o Herr! auf diese Deine Versamm= lung, für welche unser Herr Jesus Christus kein Bedenken trug, sich den Händen der Sünder überliefern zu lassen, und die Marter des Kreuztodes auszustehen, der Du lebst und regierst in Ewigkeit. K. Amen. Tischgebete. Gebet vor dem Effen. Aller Augen warten auf Dich, o Herr! und Du gibst ihnen Speise zu rechter Zeit; Du öffnest Deine Hand und erfüllest Alles, was da lebt, mit Segen.-Ehre sei dem Vater und dem ohne und dem heil. Geiste, wie im Anfange, so jetzt und alle Zeit und in alle Ewigkeit. Amen. Herr Gott, himmlischer Vater! segne uns und diese Deine Gaben, die wir von Deiner Güte empfangen werden! durch) Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du Maria 2. Nach dem Effen. Danket dem Herrn, denn Er ist gütig und seine Barmherzigkeit währet ewig. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heil. Geifte 2c. Wir danken Dir, himmlischer Bater! Durchesum Christum, Deinen geliebten Sohn, unsern Herrn, daß Du uns Deiner Gnade so väterlich theilbaftig gemacht, und nie aufhörest, uns Deine Gaben und Wohlthaten gütig mitzutheilen. Gib auch, o Herr! allen unsern Wohlthätern um Deines Namens willen zur Belohnung das ewige Leben. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du Maria 2. In der Versuchung. Jesu, Maria und Joseph, stehet mir gnädig bei. Eher sterben, als sündigen. 14 Gute Meinung. Defters im Tage zu erneuern. Alles meinem Gott zu Ehren Gottes Lob und Ehr' zu mehren. In der Arbeit in der Ruh: . Die drei göttlichen Tugenden. Meinem Gott nur will ich geben Heil' und Seel', mein ganzes Leben; Gib', o Jesu! Gnad* dazu. Die drei göttlichen Tugenden. ( Defters zu erwecken.) 15 Glaube. Mein Gott, ich glaube an Dich, daß Du einfach in der Wesenheit, dreifach in den Personen: Bater, Sohn und heiliger Geist, ein übernatürlicher Belohner des Guten und Bestrafer des Bösen bist; daß Jesus( Sbristus für mich gestorben und in dem heiligsten Altarssakrament wahrhaft gegenwärtig ist. Ich glaube auch alles Uebrige, was die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellt, weil Du, der unendlich weise und ewig wahrhafte Gott, dieses selbst geoffenbart bast. In diesem Glauben will ich leben und sterben. Hoffnung. Gütigster Gott! ich boffe von Dir durch die Verdienste Jesu Christi, meines Erlösers, und durch meine Mitwirkung, zu der Eu mich stärken wollest, alles Gute, die Verzeihung meiner Sünden, Deine Gnade und das ewige Leben, weil Du, o allmächtiger, unendlich gütiger und getreuer Gott! dieses selbst versprochen bast. In dieser Hoffnung will ich leben und sterben. Liebe. Liebenswürdigster Gott! ich liebe Dich aus ganzem Herzen über alle erschaffenen Dinge, nicht nur darum, weil Du mich zuvor geliebt und mit unzähligen Wohlthaten überhäuft hast; sondern vorzüglich deswegen, weil Du das allerhöchste Gut, und wegen einer selbst aller meiner Liebe vor Allem würdig bist. Aus Liebe zu Dir liebe ich auch meinen Nächsten, sowohl Feinde als Abendgebet. Freunde wie mich selbst, und Dich in ihnen. In dieser Liebe will ich leben und sterben. 16 Abendgebet. Gepriesen seist Du ewiger und gütiger Vater für alle Wohlthaten, welche ich heute und jemals von Dir empfangen habe. Dein Sonnenlicht hat mir geleuchtet, Deine Luft mich erquicket, Speise und Trank gestärket; auch heute habe ich an meinem Leibe erfahren, daß Du alle Geschöpfe der Welt zum Dienste des Menschen bestimmt hast. Was für größere Dinge hast Du aber nicht noch an meiner Seele, dem unsichtbaren und edelsten Theile von mir, gewirkt? Du bast mir von Deiner Weisheit mitgetheilt, daß ich das Gute vom Bösen unterscheiden kann; von Deiner Allmacht und Herrlichkeit, auf daß ich meine Schwachbeiten bessern und nach größerer Bollkommenheit streben kann. Durch Deine Engel bast Du mich beschüßt, und durch die liebreiche Hülfe Deiner Menschen belebrt, geleitet und erfreuet. Durch Deine Anordnungen und Führungen komme ich meinem Ziele, der ewigen Verherrlichung täglich näher. Dank Dir, unendlich gütiger Bott! Hätte ich doch nur von Deinen Gnaden einen treueren Gebrauch gemacht. ( Her erinnere Dich an die den Tag hindurch gegen Gott, Eltern, Lehrer, Geschwister und Mitschüler begangenen Fehler.) Gott! Dir bekenne ich mit innerer Beschämung und Traurigkeit meine begangenen Fehler, und meine Trägbeit, Gutes zu wirken. Täglich lerne ich besser einsehen, wie schwach ich bin, und wie Meßgebete. 17 unentbehrlich mir Deine Hülfe ist. Nur durch Dein Erbarmen, und nicht durch meinen Willen und mein Bestreben kann ich gerecht und selig werden. Verzeih' mir meine Fehltritte Ich will nicht aufhören, mich vor Dir zu erniedrigen, und Dich vertrauensvoll um Nachlaffung und Hilfe anzuflehen; und Du wirst nicht aufhören, mir gnädig zu sein. Schüße auch diese Nacht mich und meine Angehörigen; bewahre uns vor unglücklichen Zu= fällen, und vor dem Schrecklichsten aus Allem vor der Sünde. Mit Gedanken an Dich will ich einschlafen, und wenn ich erwache, sei Du mein erster Gedanke. Erhalte mich in Deiner Gnade, und laß mich durch den Schlaf neue Kräfte sammeln, Dir immer vollkommener zu dienen. Amen. Anda 201 Meßgebete. Gebet beim Eintritt in die Kirche. Himmlischer Vater! die ganze Welt ist Dein Tempel. An allen Orten zeigest Du in Teinen Werken Teine Herrlichkeit und Größe. An allen Orten und zu allen Zeiten bist Du würdig, ange= betet und gepriesen zu werden. Jesus aber, unser Heiland, hat uns gelehret, wie wir, als seine Jünger, und mit ihm vereinigt Dir unsere Anbetung auf eine Dir angenehme Weise darbringen sollen. Nach seiner Anordnung also versammeln wir uns in diesem Gebäude, an dem Altare, auf welchem Dir unser geliebter Heiland Jesus Christus sein Kreuzopfer erneuert, um Dich, ewiger Herrscher! durch ihn anzubeten, und uns der ewigen 18 Meßgebete. Güter zu verfichern, welche Jesus durch sein Leiden und Sterben uns erworben hat. Ich will diese Handlung in dem Sinne Jesu verrichten; ich will alle Unachtsamkeit und Zer= streuung nach Kräften vermeiden; ich will Dir bei dankbarer Erinnerung an sein Leiden und Sterben das Fleisch und Blut dieses meines Erlösers, und mit demselben mein Dir gänzlich unterworfenes Herz zu einem lebendigen Opfer darbringen, damit Du dasselbe immer mehr reinigest und Dir wohlgefälliger machest, durch denselben Jefum Chriftum, unfern Herrn. Amen. Beim Eingang der heil Messe. Heiliger Bater! wer Deine Gebote nicht gehalten hat, der kann nicht mit findlichem und freudigem Herzen an Dich denken und im Gebete vor Dich treten! Wer Dich aber wahrhaft liebt und Dir gehorsamt, der kann sich mit noch größerem Vertrauen zu Deiner Güte vor Dir hinstellen, als ein Kind vor seinem Vater. Du bast die Menschen immer lieb; wir lieben Dich aber nicht wie Du es verdienst, und wie wir schuldig wären. Ach! viele meiner Gefinnungen und Handlungen baben Tir gewiß mißfallen; deswegen bin ich unruhig in meinem Herzen; Du bist aber gütig und verzeihefst deinen Kindern, welche sich wahrhaft bessern wollen! Vater! ich bekenne Dir meine Fehler! ich will mich aber zukünftig mit mehr Wachsamkeit beobachten, um die Ursachen meiner Fehler kennen zu lernen, und dieselben sorgfältiger verhüten. 19 Meßgebete. So verzeihe mir denn, gütiger Vater! meine bisherigen Vergehungen! babe mich immer lieb wie Dein Kind. Mit vertrauensvoller Seele trete ich vor Dein Angesicht; laß Dir die Aufrichtigkeit und Einfalt meines Herzens wohlgefallen; laß in mir durch diese Andachtsübung die Kraft zur Vermeidung des Bösen und zur Ausübung guter Handlungen aufleben und vermehrt werden, zu Deiner Ehre und Verherrlichung. Amen. Zum Gloria. Gepriesen seist Du, großer und über Alles unendlich erhabener Gott! Ich freue mich innigst, daß Du so mächtig und berrlich bist. Du bist ja mein Vater. Glücklich sind die Menschen, welche fagen können, daß sie einen aufrichtigen Willen haben, Dir zu dienen; welde es mit allen Mitmenschen gut meinen, keinem Leid zufügen, und jedermann nach ihren Kräften Gutes erweisen! O! daß ich das immer thöte! In demüthigem Geiste bete ich Dich an, himmlischer Vater! Deinen Willen zu vollzieben, sei meine Freude und Seligkeit. Ich bete Dich an, Jefu Cbriste, Sohn Gottes, wahrer Gott! Nach Deiner Lehre und Deinem Beispiele will ich mich richten, gib mir Deinen heiligen Geist, auf daß er mich beständig erleuchte und leite. Amen. Gebet. Allwissender Vater! Dir ist Alles bekannt, des sen wir bedürftig find; Du giebst uns aus eigenem Triebe, was uns nüßlich ist; um so viel weniger Meßgebete. läßt Du den unerbört, welcher Dich um Deine Gnade anfleht. So erhalte und vermehre denn in uns, da wir Dich demüthig bitten, die Erkennt= niß einer Vollkommenheiten und die Standhaf tigkeit in Erfüllung eines Willens, damit wir immer im Glauben und der christlichen Vollkommenbeit zunehmen, und jener ewigen Erhöhung und Berherrlichung würdiger werden, zu welcher Du uns in diesem Leben vorbereitest. Tarum bitten wir durch Jesum Christum, Deinen Sohn. Amen. 20 Unter der Epistel und dem Evangelium. Diejenigen können nur den wahren Nußen von den göttlichen Gnadengeschenken haben, welche dieselben gut anwenden, und mit Gottes Beistande mitwirken. Durch Jesum sind wir zur wahren Kenntniß Gottes gelangt; wir solen aber über seine Lehre nachdenken und dadurch dieſe Erkenntniß in uns zu vermehren trachten. Jesus hat uns( Gottes Willen bekannt gemacht; wir müssen aber seinen Befehlen und Beispielen Folge leisten, damit wir heilig werden, wie Gott heilig ist. Ja, ich will Dir nachfolgen, mein Heiland! Ich will Gott, meinen himmlischen Vater, anbe= ten, und mit reinem Herzen ehren, wie Du ihn ehrtest; ich will mich liebreich, sanftmüthig und dienstfertig gegen die Menschen betragen, wie Du, Bester unter allen Menschen! mich mit Deiz nem Beispiele gelehrt hast; ich will mich bestreben, mit Dir an Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen täglich zuzunehmen. 21 Meßgebete. Du bist deswegen Mensch und uns ähnlich geworden, mein Gott! um uns beilbringende Wahrheiten zu lehren und wahrhaft weise zu machen; so lenke meinen Geist durch die Kraft Deiner Gnade, daß ich fest glaube, was Du geof= fenbaret, und gern thue, was Du befohlen hast. Zum Credo. Til Durch das untrügliche Wort der ewigen Wahrheit belehrt, glaube ich fest an Gott den Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, den ewigen Sohn Gottes, der Mensch geworden ist; der unter den Menschen gewandelt hat, um sie durch Worte und Thaten zu der Liebe Gottes und zur Begierde nach unsichtbaren himmlischen Gütern zu erwecken; der unsertwegen schmerzlich am Kreuze gestorben und am dritten Tage von den Todten auferstanden ist nun aber zur Rechten Gottes sigt, bis er kommen wird, zu richten die Lebendie gen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, an eine beilige von den Aposteln durch die ganze Welt verbreitete Kirche Jesu Christi; an eine Gemeinschaft der treuen Glieder der Kirche Jesu auf Erden mit ihren verherrlichten Mitbrüdern im Himmel, kraft welcher sie als Kinder eines Vaters, als Mitglieder eines Erlösers, auch Theilhaber der=selben geistigen Güter, und Erben des nämlichen ewigen Reiches sind. Ich glaube, daß man in dieser Kirche Nachlassung der Sünden erlangen könne, und erwarte, 22 Meßgebete. voll Vertrauen auf meinen auferstandenen Hei= land, die Auserweckung vom Tode, und das ewige Leben. Amen. Bei der Aufopferung des Brodes und Weines. Das Brod und der Wein, welchen der Priester zum Opfer für Gott abgesondert und bestimmt, wird in seinen Händen nun bald durch Gottes Allmacht in den Leib und das Blut Christi ver= ndih wandelt werden. Dieses einzige Opfer des neuen Bundes, dieses Opfer des Fleisches und Blutes meines Erlösers will auch ich Dir darbringen, Du Gott des Himmels und der Erde! um Deine höchste Herrschaft über mich und alle Geschöpfe in tiefster Anbetung zu- bekennen! Um Dir mit findlicher Ehrfurcht für Deine unaufhörliche Wohlthätigkeit gegen mich und alle Menschen zu danken. Um Dich, meinen beleidigten Vater, durch Jesum um Verzeibung anzuflehen, weil ich alles mir verbotene Böse nicht sorgfältig vermieden und das befohlene Gute nicht treu und beständig genug gewirkt habe! Um von Dir die Gnade zu erhalten, eifrig und standhaft, bis zu meinem Tode, in Deinem Dienste zu verharren. Zuletzt laß auch dieses heilige Opfer den abges schiedenen Seelen, welche Deiner Gerechtigkeit noch nicht genug gethan haben, denen vornehmlich, für welche ich besondere Verpflichtung habe zu beten, behilflich sein, damit sie bald zu Deiner Anschauung gelangen, welche sie sehnlich wünſchen. Meßgebete. Ich opfere mich Dir auch selbst mit Jesu, Deinem Sohne, auf; ich bin ganz Dein Eigenthum, und verspreche Dir mit Jefu immer gehorsam bis zum Tode zu sein. Amen. 23 Zur Präfation. 100 Wir erheben unsere Herzen zu Dir, höchstes, anbetungswürdigstes Wesen, unermeßliche Vollkommenheit und Majestät! Wir vereinigen uns sere Stimmen mit dem Lobgesange der Engel, welche vor Deinem Throne stehen und mit zitternEhrfurcht sprechen: beilig, beilig, beilig bist Du Herr der Heerschaaren! Himmel und Erde sind Deiner Herrlichkeit voll. Preis und Ehre dem, der in der Höhe wohnt! Gebenedeiet sei der, der da kommt im Namen des Herrn! Lob und Ehre dem der in der Höhe wohnt! Gebet vor der Confecration. Wir bitten Dich, gnädigster Bater! durch Je= sum Christum Deinen Sohn, nimin das Opfer, welches wir Dir darbringen, mit Wohlgefallen an. Laß es zur Wohlfahrt der ganzen Christenheit gereichen. Erleuchte und stärke den Oberbirten der Kirche sammt den Bischöfen und geistlichen Vorstehern; gib den Fürsten und Obrigkeiten Weisheit und Gottesfurcht; den Untergebenen aber den Geist der Demuth und Leitsamkeit. Gib den Eltern und Lehrern Klugheit und Stärke, den Kindern aber Verstand, Gehorsam und Dankbarkeit. Befördere die Aufnahme der Religion und Tugend; bekehre die Ungläubigen und Sünder; stärke die Gerechten, wende die Gefahren 24 Meßgebete. des Leibes und der Seele von uns ab, hilf allen Leidenden, und den Sterbenden stehe in ihrer Todesstunde bei. Hier erinnern wir uns auch mit Ehrerbietigkeit an Deine auserwählten Freunde, welche die Hülle ihrer sterblichen Leiber abgelegt haben: fie genießen der ungestörten Ruhe und der reinsten Freuden in der lichtvollen Anschauung Deiner Vollkommenbeiten; allein ihre Verbindung mit uns, die wir noch in diesem zeitlichen Leben wandeln, hat darum nicht aufgehört. Wir eilen zu ihrer Wohnstadt, sie erwarten uns und bringen ihre brüderlichen Fürbitten für uns vor Deinen Thron, sie wünschen nur, daß wir uns durch Nachabmung ihrer Tugenden diese ihre Fürbitte zu Nußen machen. So laß uns denn, o Gott! durch die Verdienste und Fürsprache Deiner Heiligen ihnen immer ähnlicher, und Deiner väterlichen Liebe würdiger werden! Dieses bitten wir durch Jesum Christum unsern gemeinschaftlichen Erlöser und Seligmacher. Der Augenblick nahet heran, in welchem der Heiland der Welt erscheinen und sein Kreuzopfer erneuen wird. Verleihe mir, o Gott! einen auf merksamen Geist; erfülle mein Herz mit wahrer Andacht, mit zitternder Ehrfurcht vor seiner Gottheit und Majestät. Unter der Wandlung. Ich bete Dich an unter diesen Gestalten, mein Gott und Heiland! Ewiger Dank sei Dir, daß Du für mich am Kreuze gehangen und den Tod gelitten hast. Meßgebete. 25 Tödte in meinem Herzen alle Begierden zur Sünde, und erfülle es mit Dankbarkeit und Liebe gegen Dich! Stärke mich im Leben und im Tode zu allem Guten, und sei mein Lohn in der Ewigkeit. Nach der Wandlung. Gott, himmlischer Bater! wie sehr liebst Du die Menschen. Du sendest Deinen vielgeliebten Sohn vom Himmel, und heißest ihn Mensch werden, damit er die Menschen lehre, weise und gut zu sein. Dennoch erkennen viele Menschen Deine Liebe nicht; sie wollen sich nicht belehren und bessern lassen; sie weigern sich, Deinen Sohn als ibren Erlöser aufzunehmen und versagen seinen Worten und Wunderwerken ihren Glauben. Jesus kommt, die Menschen vom ewigen Verderben zu erretten, ihnen die höchste Glückseligkeit zu verschaffen, und wird von den Undankbaren verworfen und beschimpft, wird gegeißelt und zum Tode verurtheilt.- Gleich einem geduldigen Lamme erträgt er alle diese Schmach und bittet noch für seine Verfolger, da er in Schmerzen an dem Kreuze stirbt! Co theuer erwarbest Du uns, liebevoller Hei land! die Gnade, Gott zu erkennen und zu lieben; so lehrtest Cu uns durch Dein Beispiel, Gott, auch bei allem Widerstande der Menschen, gehor= fam zu sein, standhaft auch unter den heftigsten Schmerzen- auch bis zum Tode gehorsam zu sein. Jeſu, ich erkenne Dich für den Urbeber meines Heils, und danke Dir von ganzem Herzen für Deine Liebe! 2 Meßgebete. Laß Dein Leiden und Sterben mir und allen Gläubigen zur Stärkung und zum ewigen Heile - auch den leidenden Seelen im Reinigungsorte zur Erquicklung und zur ewigen Ruhe gereichen! Die Erinnerung an Dein geduldiges Leiden und Deinen Kreuzestod soll mir ein beständiger Antrieb sein, Dich immer zu lieben. 26 Nur in Befolgung Deiner Lehre und Deiner Beispiele will ich Zufriedenheit und Glück für dieses und das zukünftige Leben suchen. Zum Pater nofter. Zur treuen Erfüllung dieser Entschließungen sind wir, Gott, himmlischer Vater! Deiner Gnade bedürftig; wir richten daher nach der Vorschrift Deines Sohnes unsere Bitten vertrauensvoll zu Dir. Gott! Deine Vaterliebe belebt und erfreuet die Menschen und Engel; Du gießest auch unseren Eltern in ihre Herzen die Liebe, wodurch sie ihre Kinder glücklich machen; Du bist ganz Liebe. O, daß alle Menschen immer besser erkennten, wie gut Du bist; o, daß doch die Anzahl Deiner wahren Verehrer immer größer, und Dein Reich erweitert würde! Gib, daß wir hier auf Erden Dir so willig und freudig dienen, wie Deine verherrlichten Kinder im Himmel!- Gib uns unsere Leibesnahrung, gib uns Liebe zur Tugend und Wachsthum in derselben. Berzeih uns unerfahrenen und schwachen Menschen unsere Fehltritte! auch wir wollen gern und gleich unsern Beleidigern verzeihen.- Bewahre Meßgebete. uns vor Sünden, stärke uns in den Anreizungen zu denselben, und wende alles Böse gnädig von uns ab. Amen. 27 Bei der Communion. Was für eine wundervolle Anordnung ist die= ses von Dir, mein Heiland! daß Du Dich den Menschen zur Speise gibst, und mit ihnen innigst vereinigst. Immer müssen wir uns an Deine grenzenlose Liebe erinnern, da Du immer, auch in Deinem Fleische bei uns bist, und sogar bei uns einkehrest. O, möchte ich doch würdig sein, Dich jetzt zu genießen und in mein Herz aufzunehmen! Wie sehnt sich meine Seele nach diesem Himmelsbrode, welches ihr Kraft und Leben gibt, welches sie zu künftiger Verherrlichung im Reiche Gottes zubereitet. Mache Du mich selbst, mein Jesu, würdig, diese himmlische Speise einst zu genießen, und dadurch der Verdienste Deines Leidens und Todes vollkommen theilbaft zu werden. Laß mich indessen jetzt, o mein Jesu! an den heilsamen Früchten, welche dieses heilsame Opfer auf das ganze Volk verbreitet, Antheil nehmen; stärke durch die Kraft dieses heiligsten Sakraments meinen Glauben, belebe meineHoffnung, entzünde in mir die Liebe, damit mein Herz nur nach Dir verlange, für Dich empfinde und lebe. Amen. Am Ende der heiligen Messe. Ich danke Dir, bimmlischer Vater! daß Du mir die Gnade erwiesen bast, dieser heiligen Handlung beizuwohnen und an der feierlichen Berehrung Deiner Majestät Theil zu nehmen. Gib, 2* Beichtgebete. 28 daß meine Andachtsübung sich nicht mit dem Schlusse der heiligen Messe endige, sondern in mir bleibende Tugendfrüchte hervorbringe. Immer schwebe mir das Leiden und der Tod meines Heilandes vor den Augen, um mein Herz in aufrichtiger Dankbarkeit zuerhalten! Laß dieTugendbeispiele Deines leidenden und sterbenden Sohnes meine stete Betrachtung sein, um mich zur Nachfolge desselben auf's kräftigste zu ermuntern. Darum bitte ich durch denselben Jesum, Deinen Sohn, meinen Herrn und Heiland. Amen. Beichtgebete. Allgegenwärtiger Gott! mit tiefster Unterwürfigkeit und findlicher Liebe bete ich Dich an als meinen Schöpfer, als meinen Herrn und Vater, als den ewigen unbegreiflichen Geist und Beherr= scher aller Dinge. Großer Gott! nichts wünsche ich mehr, als Dir allezeit zu gefallen. Ich möchte mich daher durch eine gute Beichte von meinen begangenen Fehlern vollkommen reinigen und in Zukunft ganz ſo leben, wie Du es verlangst. Du bist allwissend und allmächtig; ich bin ein unwissender, schwacher Mensch. Deshalb bitte ich Dich inständig, Du wollest Dich meiner erbarmen und mit Deiner hilfreichen Gnade den hei ligen Geist in mein Herz senden. Komm, beiliger Geist, und erleuchte mich, das mit ich meine Sünden recht erkennen, von Herzen bereuen, aufrichtig beichten und mich vollkommen bessern möge. Vater unser zc. Gegrüßt seist Du Maria. 29 Beichtgebete. Gewissenserforschung. Besinne dich jetzt ernstlich, wie du in der Kirche, in der Schule, zu Haus und anderswo mit Ge= danken, Worten, Werken oder Unterlassung des Guten gefündigt, und vor Allem, wann und wie du das leßtemal gebeichtet, und ob du die auferlegte Buße verrichtet hast. Damit du nichts vergessest, so durchgehe die Gebote Gottes und der Kirche, und die 7 Hauptsünden. Gegen das erste Gebot Gottes. Habe ich mein Morgen-, Abend- und Tischgebet unterlassen oder unandächtig verrichtet? Habe ich mich geschämt, das Kreuz zu machen, Weihwasser zu nehmen, beim Gebete zu knieen, die Hände zu falten, beim Zeichen der Betglocke zu beten 2c.? Habe ich an einer Glaubenslehre freiwillig ge= zweifelt, unkirchliche oder religionswidrige Bücher gelesen, Reden oder Spöttereien gegen die Religion angehört oder gar beigeſtimmt? Habe ich gesündigt durch Mißtrauen gegen Gott, Berzagtbeit, Murren und Unzufriedenheit, daß ich mir wohl den Tod wünschte oder im Gegentheile durch falsches Bertrauen und Bermesfenheit? War ich saumselig in Erweckung der drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe? Gegen das 2. Gebot Gottes. Habe ich die heiligen Namen: Gott, Jesus, Maria. unehrerbietig ausgesprochen? Habe ich aus Zorn oder Ungeduld die Worte: Himmel, Kreuz, Sakrament 2c." ausgestoßen? Beichtgebete. Habe ich geschworen, bei Gott! auf meine Seele zc. oder auch wenn nicht falsch und im Zweifel, doch leichtfertig, unbedachtsam geschworen? Habe ich von beiligen Dingen oder Ceremonien verächtlich geredet? 30 Gegen das 3. Gebot Gottes. Habe ich an Sonn- oder Feiertagen die heilige Meffe, die Predigt oder die Christenlehre versäumt, oder bin ich mit meiner Schuld zu spät gekommen? Habe ich unter derselben an andere Dinge gedacht, geschwägt, gelacht, umhergeschaut, Andere gestört? Gegen das 4. Gebot Gottes. Bin ich gegen Eltern, Lehrer, oder andere Vorgesetzte, Meister, grob und tropig oder ungehorsam und widerspenstig gewesen? Habe ich sie schwer beleidigt, betrübt oder erzürnt? Habe ich sogar ihre Ermahnungen verachtet, ihnen böses gewünscht, über sie geschimpft, oder gar die Hand gegen sie aufgehoben? Habe ich alte Leute verspottet? Gegen das 5. Gebot Bottes. Habe ich Andern, auch Geschwistern Schimpfnamen gege ben, mit ihnen gezankt, sie geschlagen, oder nach ihnen geworfen? War ich gegen die Dienstboten grob und unartig, gegen arme Leute lieblos und hart? Theilte ich ungern Geschenke und Gaben mit Geschwistern und Andern? War ich eigensinnig, unverträglich, feindselig? Habe ich Andere dadurch zum Zorne gereizt? War ich unwillig, zornig, rachgierig? Habe 31 Beichtgebete. ich Fluchworte oder Verwünschungen gegen mich und Andere ausgestoßen? Habe ich mich ohne Noth einer Lebensgefahr ausgesetzt? Habe ich ein Thier muthwillig gequält? Habe ich Andere durch Wort oder Beispiel zum Bösen verleitet oder verleiten wollen?- Habe ich Andern zum Bösen geholfen? oder, wenn sie Böses gethan haben, sie gelobt, ihnen Recht gegeben? Habe ich Streit und Händel gestiftet? Gegen das 6. und 9. Gebot Gottes. Habe ich etwas Schändliches oder Unehrbares vorwißig angeschaut, oder freiwillig an so etwas gedacht, getban, davon geredet, gelesen oder gern reden hören und dazu gelacht? Habe ich unanständige oder unkeusche Begierden gehabt? War ich vor andern Kindern oder Beuten beim Aus- und Ankleiden nicht schamhaft genug, oder entblößte ich mich vor ihnen? Habe ich mir unanständige Possen, Spiele oder sonstige Frechheit an mir oder Andern erlaubt? Bin ich mit bösen Kindern oder Leuten um= gegangen? Segen das 7. und 10. Gebot Gottes. Habe ich Obst, Geld, Näschereien oder sonst etwas gestohlen, oder den Willen gehabt, zu stehlen? habe ich von Andern etwas Gestohlenes angenommen und behalten? Habe ich etwas entlehnt oder gefunden, und nicht mehr zurückgegeben? 32 Beichtgebete. * Habe ich Schaden zugefügt an Bäumen, Zäunen, Wiefen 2c.? Habe ich ohne Wissen oder Willen der Eltern, der Vorgesetzten, des Meisters etwas verschenkt? Gegen das 8. Gebot Gottes. Habe ich gelogen? Hat meine Lüge Jemandem geschadet? Ist Lügen bei mir eine Gewohnheitssünde? Habe ich den nächsten falsch verklagt oder bei Andern verkleinert? geschah dieses aus Haß oder Neid? Habe ich ausgeschwaßt, was ich hätte verschweigen sollen? oder habe ich zu Fehlern ge= schwiegen, die ich den Eltern, Lehrern oder Meistern hätte anzeigen sollen? Gegen die Gebote der Kirche. Besuchte ich an Sonn- und Festtagen den Gottesdienst?- Siehe das dritte Gebot. Habe ich an verbotenen Tagen Fleisch gegessen oder statt einmal mehreremal?- That ich das aus Unachtsamkeit, Vergessenheit oder aus Gleichgültigkeit gegen das Gebot der Kirche? Gegen die 7 Hauptsünden. 1. War ich stolz und hoffährtig auf meine Geschicklichkeit, meine Gestalt, meine Kleider, auf den Stand oder Reichthum meiner Eltern? Meinte ich besser zu sein als Andere, und habe ich sie deshalb verachtet, verspottet oder ausgelacht? Kniete oder betete ich nur, um gelobt oder belohnt zu werden? 2. War ich geizig, und behielt Alles für mich, ohne den Geschwistern oder den Armen etwas mittheilen zu wollen? 3. War ich neidisch, und darum böse und Beichtgebete. 33 mißvergnügt, wenn Andere gelobt wurden, oder wenn es ihnen gut ging hingegen froh, wenn sie bestraft wurden oder Schaden litten? 4. War ich) ankeusch, unanständig in Ge= danken, Worten, Begierden oder Werken? Siehe das 6. Gebot Gottes. - 5. War ich unmäßig im Essen und Trinken, entweder weil ich zu viel aß und trank, oder weil ich allzu gierig, und, was der Gesundheit schädlich war, bineinaß, oder weil ich noch ganz erhitzt hineintrank? 6. War ich zornig und über scheinbare Beleidigungen oder Unannehmlichkeiten leicht auf geregt, rachgierig und zu Fluchworten aufgelegt? Siehe das 5. Gebot Gottes. 7. War ich im Lernen oder den mir aufge= tragenen Arbeiten faul und träge? Habe ich die Zeit mit Müssiggang, Spielen und Herumlaufen zugebracht? Habe ich ohne Ursache die Schule versäumt? oder war ich in derselben ohne Fleiß und Aufmerksamkeit, und hinderte auch meine Mitschüler im Lernen durch Schwätzen und muthwilliges Betragen? Unglück und Größe der Sünde. Wenn du nun also deine Sünden erkannt hast, dann führe dir zu Gemüthe: 1. Daß du durch diese Sünden verdient hast, von Gott in diesem und in jenem Leben gestraft zu werden. Denke an das, was die verdammten Engel und Menschen in der Hölle ewig leiden müssen, oder was die hier nicht ganz gereinigten Seelen im Fegfeuer auszustehen haben. Ach! 2** 34 Beichtgebete. wie wäre es dir ergangen, wenn Gott dich, bevor du diese Beichte ablegen konntest, vor seinen Richterstuhl gefordert hätte? Bedenke, was du nun zu thun hast, ob du nicht in Zukunft ein liebes gehorsames Kind des himmlischen Vaters sein willst, damit du einstens zu ihm in den Himmel kommest. Makit big 2. Stelle dir Jesus am Kreuze vor, wie er an Händen und Füßen angenagelt, mit Tornen gekrönt, ganz mit Wunden und Blut bedeckt, für dich leidet und stirbt. Siehe, das haben deine Sünden gethan; denn auch um deiner Sünden willen mußte dein lieber Heiland so vieles leiden und am Kreuze sterben. Und es sollte dich nicht schmerzen, sie begangen zu haben? 3. Erinnere dich auch der so vielen und großen Wohlthaten, mit denen dich Gott überhäuft hat; wie er dir Leben, Gesundheit, tägliche Nahrung und Kleidung, gute Eltern, Lehrer, Vorgesetzte und einen heiligen Schußengel gegeben; wie Du es ihm allein zu verdanken hast, daß du nicht als Heide oder Jude, sondern als ein Kind der katholischen Kirche geboren worden bist. Welch böses, undankbares Kind müßtest du sein, wenn du fortfabren würdest, einen so unendlich liebreichen Bater, der zugleich das höchste liebenswürdigste Gut ist, zu beleidigen, und du ihn nicht einmal lieben wolltest!-Nachdem Du dieses Alles bedacht hast, erwecke Reue über deine Sünden. Reuegebet. Mein Gott und Vater! Dir sind alle meine Sünden bekannt.- Ich erinnere mich an die 35 Beichtgebete. Du felben mit Scham und Betrübniß. Meine Fehler müssen Dir, heiligster Gott! mißfallen. bist auch gerecht und bestrafest die Sünder in dieser, besonders in jener Welt. Ich bin ein Sünder und strafwürdig vor Dir. Du vergibst aber denen ihre Sünden, die Dich um Verzeibung anflehen, und denen es wahrer Ernst ist, sich zu bessern. O, so verzeihe mir als ein gnädiger Vater und strafe mich nicht in Deinem Zorne. Du liebst mich, mein Gott! Du hast mir viele Wohlthaten an Leib und Seele erwiesen; ich aber bin so undankbar gewesen, daß ich Dich nicht nach meinen Kräften geliebt habe. Was Dir mißfällig war, habe ich gethan; manches, was Dir angenehm war, und das Du befohlen battest, habe ich unterlassen! Diese meine Undankbarkeit ist mir jetzt vom Herzen leid. Du bist der unendlich weise, der unendlich gütige, der große, allmächtige Herr! Du besigest alles, was gut und liebenswürdig ist. Du allein bist für alle Menschen und Engel das höchste Gut. Niemand hat Dir etwas gegeben; Du aber haft Allen Alles gegeben! Ach, wie reuet es mich, daß ich Dich, Du freundlicher, Du guter Bater der Menschen, Du erste und reichste Quelle alles Guten, nicht geliebt und durch meinen Gehorsam geehrt habe, wie ich schuldig war! Jetzt verspreche ich Dir, durch die vollkommenste Erfüllung Deines heiligen Willens, Dir meine Liebe in Zukunft zu beweisen. Alles Sündhafte will ich nach Kräften vermeiden; das Gute, das meinStand erfordert, will ichlernen und ausüben. Beichtgebete. Steh mir bei, mein Gott, mit Deiner Gnade. Ohne Dich kann ich nichts Gutes lernen und thun. 36 Uebungendes Glaubens, der Hoffnung und Liebe vor der Beichte. 17 Du, mein Gott! hast selbst durch Jesum den Aposteln und ihren Nachfolgern die Gewalt er theilt, die Sünden nachzulaffen. ,, Welchen ihr, sagt Jesus, die Sünden nachlassen werdet, denen sollen sie vergeben sein." Dieses und alles Uebris ge, welches Du mir durch Zesum bekannt gemacht, und durch die katholische Kirche zu glauben befoblen bast, halte ich für lauter untrüglich gewisse Wahrheiten, weil Du, der weiseste und wahrhaf teste Gott, mich nicht irre leiten fannst. nat Du hast uns, o Gott! durch Jesum, Deinen Sohn, Vergebung der Sünden versprochen.- Du bist unendlich gütig, und Jesus, Dein viel geliebter Sohn, ist, um unsere Sünden zu tilgen und Dich zu versöhnen, Dir gehorsam gewesen bis zum Tode, ja, bis zum Tode des Kreuzes. Er ist das unschuldige Lamm, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt. Ich hoffe, o Herr, durch diesen Jesum Chri ftum, Teinen Sohn, durch sein Ansehen und seine unendlichen Verdienste Verzeihung aller meiner Sünden, und die Gnade, welche mir zur täglichen Besserung nothwendig ist, im heil. Sakramente der Buße von Dir zu erhalten. Du bist der allmächtige Gott; Du kannst meine Seele in einem Augenblicke reinigen und bessern. Du bist der Gott voll Güte und Liebe; Du gibst allen reichlich, welche Dich um Deine Gnade bits Beichtgebete. ten. Du hast uns Verzeihung und Beistand versprochen, wenn es unser wahrer Ernst ist, uns zu bessern. Du bist der getreueste Gott, und fannst Dein Versprechen nicht unerfüllt laffen. Höchstes Gut, ich liebe Dich aus ganzem Herzen, weil Du aller Liebe würdig bist. Was Tu uns gebietest, das gebietest Du ja allein aus Liebe zu unserm Besten. Der, welcher Dir nicht gehorcht, liebt weder Dich, noch sich selbst. 37 Ach Herr, verzeihe es mir, daß ich Dir so oft ungehorsam gewesen bin. Da ich Deine Liebe nicht verdiene, so schenke mir aus Erbarmen Deine Baterhuld, weil ich ein von bösen Begierden geplagter, ein schwacher Mensch bin, und weil Du allein gut bist. Erbarme Dich meiner, o Gott; erbarme Dich meiner. Ich bin als ein fündiger Mensch geboren, und habe ein Herz, das zum Bösen geneigt ist, mit auf die Welt gebracht. Du, o Gott! bist der gute versöhnliche Vater, von welchem uns Jesus erzäblt hat.- Du gehst dem ungeborsamen, widerspenstigen Kinde, wenn es zurückkommt, selbst entgegen; Du umarmst es und drückest es an Deine Brust; Du kleidest es kostbar, wie den verlorenen Sohn, und nimmst es an Deinen Tisch, und freuest Dich, daß Du Dein Kind wieder bekommen hast. Auch ich bin ein ungehorsames Kind gewesen. Nimm mich wieder auf in Deine Baterarme, sonst. kann ich nicht ruhig, nicht freudig sein.- Gib mir und bewahre mir das kostbare Kleid der Un= schuld!- Laß mich immer in der Gesellschaft Beichtgebete. Deiner Freunde und Kinder leben und frob sein! -Leiste mir Beistand, daß ich Dir allezeit gehor= sain bleibe, wie Jesus, Dein Sohn, der immer gehorsam gewesen ist. O heilige Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, bitte jetzt für mich, damit ich diese heilige Beichte gut verrichte und Verzeihung meiner Sünden erlange. Und auch Du, heiliger Schußengel, stehe mir bei, auf daß ich von dieser Stunde an nicht mehr fündige, sondern ein gehorsames, Gott wohlgefälliges Leben führe. 38 Nach der Beichte. Ich danke Dir, gütigfter Bater! daß Du mir um der Verdienste Jesu Christi willen meine Sünden verziehen, daß Du mich erneuert und geheiligt hast. Diese empfangene Gnade will ich gut gebrauchen, durch dieselbe gestärkt will ich das Böse unterlassen, und in der Tugend immer wachsen. Gib mir, o Gott! Verstand, damit ich das Gute und Nüßliche immer besser erkenne. Gib mir Vorsicht, daß ich mich in den Gefahren zu fündigen, behutsam betrage; gib mir Kraft, daß ich meinem eigenen Willen, wenn er mich zum Bösen antreibt, entsage. Gib mir ein bereitwilliges Herz, immer so zu leben, daß es Dir zur Verherrlichung, mir aber zur ewigen Seligkeit gereiche. Um Alles dieses bitte ich durch Jesum Christum Deinen Sohn. Amen. Heilige Maria und ihr Heiligen Gottes alle! bittet für mich am Throne des Höchsten um die Gnade der Beharrlichkeit im Guten, auf daß ich Beichtgebete. einst nach meinem Hinscheiden aus diesem Leben seine Güte und Barmherzigkeit ewig mit euch im Himmel loben und preisen möge. Amen. 39 Danksagung. Lobe den Herrn, meine Seele, und Alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht aller feiner Wohlthaten. Der dir alle deine Sünden vergibt, und alle deine Krankheiten heilt. Der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich mit Barmherzigkeit und Güte frönt. Der den Verlangen nach Tugend erfüllt, der dich wie den Adler verjüngt. Der Herr schafft Barmherzigkeit und allen Unterdrückten Recht. Er hat dem Moses seine Wege kund gethan, und den Israeliten seinen Willen. Der Herr ist gnädig und barmherzig, geduldig und sehr gütig. Erwirdnichtimmerzürnen, nochewiglichdrohen. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, waltet seine Güte über die, welche ihn fürchten. So weit der Osten vom Westen ist, so weit entfernt er unsere Sündenschuld von uns. So wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, welche ihn fürchten. Denn er kennt unsere Schwachheit, und weiß, daß wir Staub sind. Beichtgebete. Litanei von der Liebesreue. ( Am Abend nach der Beichte zu beten.) Herr, erbarme Dich meiner!- Christe 2c. Herr 20. Gott Vater im Himmel Gott Sohn, Erlöser der Welt Gott heiliger Geist Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott Der Du Deine Allmacht und Güte vornehmlich durch Schonung und Nachsicht offenbarest Der Du die Bekehrung der Sünder so gedul- 5 dig und sehnsüchtig erwartest Der Du die Sünder zur Buße so liebreich einladest Der Du Dich über die Bekehrung der Sünder so hoch erfreuest 40 Ach! daß ich gesündigt habe bereue ich von Herzen! Daß ich so oft und schwer gesündigt habe Daß ich mit Gedanken, Worten und Werken gefündigt Daß ich vorsäßlich und muthwillig Dich beleidigt. Daß ich so unzähliger Nachlässigkeiten und Versäumnisse mich schuldig gemacht habe Daß ich Deine heiligen Gebote freventlich übertreten Erbarme Dich meiner! Daß ich Deine Almacht nicht gefürchtet Daß ich Deine Liebe verachtet Daß ich Deine Güte und Langmuth mißbrauchet Daß ich die Wunden und Schmerzen Deines Sohnes, meines Heilandes, erneuert habe) Bereue ich von Herzen! } Beichtgebete. 41 Daß ich mich Deiner gerechten Strafe in dieser und jener Welt dadurch schuldig gemacht habe bereue ich von Herzen! Weil ich Dich, meinen Gott, durch meine Sünden beleidigt habe- bereue ich sie von Herzen! Weil ich Dich durch dieselben erzürnt Weil ich Dir durch dieselben mißfällig geworden bin Bereue ich sie von Herzen! Weil ich Dich gleichwohl noch über Alles liebe Mit jener heftigen Liebesreue, die Deine heil. Büßer jemals empfunden haben Mit jenem Abscheu vor jeder, auch der geringsten Sünde, den Deine hl. jungfräuliche Mutter stets in sich getragen hat In Vereinigung mit jenen namenlosen Schmerzen, die Dein göttlicher Sohn am Delberge und auf Golgatha wegen meiner und der ganzen Welt Sünden in seinem liebevollen Herzen empfunden hat O Du Lamm Gottes, welches Du binwegnimmst die Sünden der Welt, verschone meiner, oJesu! O Du Lamm Gottes, welches zc. erhöre mich, o Jesu! O Du Lamm Gottes, welches 2c. erbarme Dich meiner, o Jesu! Christe höre mich! Cbrifte erhöre mich! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du 2. Gebet. O Gott! der Du durch die Sünde beleidigt, und durch die Buße versöhnt wirst, fiehe gnädig auf das demüthige Flehen Deines Kindes, und wende ab die Geißel Deines Zornes, die ich durch Beichtgebete. meine Sünden verdient habe, durch Jesum Chri= stum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 42 ( Zur Abwechslung ein andermal.) Erneuerung der Taufgelübde. O Gott! durch Deine erbarmende Liebe bin ich als ein schwaches unmündiges Kind in der heiligen Taufe von Sünden gereinigt, zu Deinem Ebenbilde neu geschaffen, durch Deine Gnade geheiligt und in Deine Kirche aufgenommen worden. Freudig bekenne ich jetzt, was meine Taufpathen einst statt meiner gelobten: den Glauben an Dich, o Bater! an Deinen Sohn, Jesum Christum, an den beiligen Geist, und will in der Einen, heiligen, katholischen Kirche, gemäß diesem beiligen, seligmachenden Glauben, leben und sterben. Aus meines Herzens Grunde danke ich Dir, Gott, himmlischer Bater! daß Du mich damals aus unverdienter Gnade zu Deinem Kinde ange= nommen; danke ich Dir, Sohn Gottes, mein Heiland! daß Du in Deinem Blute mich abgewaschen und gereinigt hast; danke ich Dir, Gott heiliger Geist; daß Du in der heil. Taufe meine Seele gereinigt und zu Deinem Wohnsize erkoren hast. Mit Beschämung und in Demuth bereue ich, daß ich durch meine Sünden den heil. Geist so oft betrübt habe, und aus der Kindschaft Gottes in die Sclaverei Satans hinab gesunken bin. Ich entsage jetzt aufs Neue dem Satan, und aller seiner Hoffahrt, und allen seinen bösen Werken; ich habe es ersehen, daß die Sünde nur Elend 43 Communiongebete. ist und Qual, und daß nur bei Dir wahre Freude und Frieden ist. Darum erneuere ich den gebrochenen Bund, gelobe ich Dir abermals, alle Deine heiligen Gebote treulich zu halten, Dich über Alles zu lieben und alle Menschen wie mich selbst. O Gott! stehe mir bei, daß ich mein Versprechen halte und zur Zeit der Anfechtung nicht ab= falle. Königin des Himmels und ihr seligen( eister, die ihr den Thron Gottes umgebet, beiliger Schußengel, dem ich anvertraut bin, Du Heiliger, dessen Namen ich trage, und alle Heiligen Gottes, euch nehme ich zu Zeugen der Verpflichtung, welche ich vor dem Angefichte Gottes erneuere. Helfet mir durch eure Fürbitten, daß ich von Gott die Gnate erhalte, derselben treu nachzukommen, und einst würdig bin, in eure Gemeinschaft aufge= nommen zu werden. Communiongebete. O Gott! bester Vater, mit unbegreiflicher Gütigkeit ordnest Du Alles, um uns zeitlich und ewig glücklich zu machen. Das erkennen wir deutlich an so vielen wunderbaren Geschöpfen, welche Du zu unserm Nußen und zu unserer Freude hervor= gebracht hast, und noch immer zu unserm Dienste erhältst. Noch vollkommener zeigtest Du Deine Liebe gegen uns in Jesu Christo, Deinem Sohne. Du fandtest denselben in menschlicher Gestalt den Menschen, damit er sie aus ihrem tiefen Elende errettete, fie heiligte, und eine ewige Liebesverbindung zwischen Dir und uns Menschen stiftete. Communiongebete. Diese Liebesverbindung soll nach der Anordnung Jesu, Deines Sohnes, durch das wundervolle Geheimniß seines Fleisches und Blutes, welches er uns zum Genusse hinterlassen und be= stimmt hat, beständig unterhalten und mehr befe= stigt werden, damit sie zum Grunde unserer ewigen Seligkeit und Berherrlichung diene. 44 Ich will jetzt, o Gott! dieses kostbare Unterpfand Deiner Liebe empfangen. Erfülle Du mein Herz mit Empfindungen und Entschließungen, durch welche ich fähig werde, allen Segen an mir zu erfahren, welchen dieses Geheimniß in wohl zubereiteten Seelen wirkt. Wie unerforschlich ist Deine Weisheit, o Gott! wie wundervoll sind die Mittel, welche Du wählst, um uns Dir wohlgefällig zu machen. Mein Fleisch, fagt Jesus, ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blutist wahrhaftig ein Trant. Wer mein Fleisch iffet, und mein Blut trinket, der bleibt in mir und ich in ibm.- Ich glaube, was Du sagst, mein Heiland! Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes! Du bist als wahrer Gott und Mensch in diesem Geheimnisse mit Deinem auferstandenen, verklärten Leibe gegenwärtig. Du vom Himmel gesandter Lehrer, der Du Alles weißt, hast uns dieses Geheimniß Deines Leibes und Blutes durch Deine eigenen Worte verkündigt! Dieses Dein Zeugniß nehme ich mit der ganzen allgemeinen Kirche für das allerwahrhafteste in festem Glauben an. Du 45 Communiongebete. fannst nichts Unwahres sagen; wer Dir glaubt, kann nicht irren. Ich hoffe auch, mein Herr und Heiland, daß Deine guadenvollen Absichten an mir werden erreicht werden, wegen welcher Du dieses Geheimniß eingesetzt hast. Mit gläubigem, Dir völlig unterworfenen Geiste suche und erwarte ich bei dem Genusse dieser geheimnißvollen Speise das ewige Leben, eine vollkommene Glückseligkeit. Darum hoffe ich durch Dich Vergebung meiner Sünden, welche ich reumüthig beweine; ich hoffe gnädige Nachlassung der verdienten Sündenstra= fen, und vorzüglich die Heilung meiner Seelenschwäche, daß ich zu meinen begangenen Sünden nicht noch neue binzufüge, daß mein Herz sich nicht zum Bösen gewöbne, nnd dann in noch größere Sünden einwillige; ich hoffe durch Dich Stärkung zu erlangen, um Deine Gebote willig und standhaft erfüllen zu können. Dieses hoffe ich, gütigster Jesus! durch Dein vor Gott unendlich angenehmes und kostbares Leiden, durch den Tod, den Du aus Liebe zu mir erlitten hast, auf Erden zu erlangen, und endlich mit Dir, verherrlichter Heiland, in dem Reiche Deines Vaters ewig vereint zu leben. Du hast es ja denen verheißen, welche Dir glauben, und auf Dich vertrauen, indem Du sagtest: ,, Wer dieses Brod essen wird, der soll nicht sterben, der soll leben in Ewigkeit." Du allmächtiger und getreuer Gott kannst und wirst Deine Verheißungen an mir erfüllen. Ich will mich von nun an aber auch mit aufrichtigem Abscheu von allerSünde abwenden, und Communiongebete. Dir mit wahrer Begierde dienen, denn ich liebe Dich, mein Gott! mein und aller Menschen Bater und Wohlthäter! Ich liebe Dich, allmächtiger Gott, der Du alles, was lebt, belebst, erhältſt und erfreust! Ich liebe Dich! Du erbarmender Gott! der Du durch Deine Menschwerdung und durch Dein Leiden die verblendete sündenvolle Welt gerettet und gebeiliget hast; ich liebe Dich, Urquell alles Guten, aller Weisheit und Liebe, der Du die Heiligkeit und Glückseligkeit selbst bist. Ich liebe Dich Deiner selbst wegen aus ganzem Herzen! 46 In solchen Gesinnungen will ich mein ganzes Leben bindurch treu verharren; das ist mein sehnlichster Wunsch, göttlicher Heiland! Darum komme ich zu Dir, um bei Dir Kraft und Hilfe zu suchen. Du kannst, Du willst mir helfen; deswegen hast Du mir diese heiligende Speise gegeben.„ Es sei denn, daß ihr das Fleisch des Men= schensohnes esset, und sein Bluttrine ket, sonst werdet ihr das Leben nicht in euch baben; wer mich isset, wird um meinetwillen leben." So trete ich denn mit aufrichtiger Neue über meine Sünden, und mit demüthiger Abbitte der= selben; mit eifriger Begierde mich zu heiligen und Dir wohlgefällig zu machen; mit Furcht und Zit tern, aber auch voll Vertrauen auf Deine Earm= herzigkeit hinzu, um Dich zu empfangen, mein Herr und mein Gott! O Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes, der Du nach dem Willen Deines Vaters unter Mitwirkung des heiligen Geistes der Welt durch Deinen Tod das Leben wieder gegeben 47 Communiongebete. hast; befreie mich durch dieses mein heiligstes Fleisch und Blut von aller meiner Ungerechtigkeit und allen Uebeln; laß nicht zu, daß der Genuß Deines Leibes und Blutes, woran ich Unwürdiger Theil zu nehmen mich unterfange, mir zum Gerichte und zur Verwerfung gereiche; er diene mir vielmehr zum Heile des Leibes und der Seele, und zur Arznei wider alle meine Gebrechen. Herr des Himmels und der Erde, wer bin ich, daß Du zu mir kommst! O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du bei mir einkehrest; aber sprich nur ein Wort und meine Seele ist gesund. Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben! Amen. Nach der Communion. Die Seele Christi heil'ge mich, Der Leib des Herrn erlöse mich, Das Blut des Heilands tränke mich, Der Seite Wasser wasche mich, Das Leiden Christi stärke mich), O guter Jesu! erhöre mich! In Deinen Wunden berge mich, Von Dir laß nimmer scheiden mich, Vor Feindes List beschüße mich, In meinem Tode rufe mich), 3u Deinem Reiche führe mich, Daß ich mit Deinen Heil'gen Dich, Mein Jesu, preise ewiglich! Amen. Jesu! Dir leb' ich,- Jesie! Dir sterb' ich,- Jesu! Dein bin ich todt und lebendig. Communiongebete. O mein Jesu! ich glaube an Dich, als die ewige Wahrheit. O mein Jesu! ich hoffe auf Dich, als die unendliche Barmherzigkeit. 48 O mein Jesu! ich liebe Dich von ganzem Herzen als das höchste und liebenswürdigste Gut. O mein Jesu! woher kommt mir das, daß Du, mein Gott! Dich gewürdiget hast, bei mir, armen Sünder, einzukehren. O mein Jesu! ich sage Dir unendlichen Dank für die große Gnade, daß Du Dich gewürdiget hast, mich heimzusuchen. O mein Jesu! ich opfere Dir auf meinen Leib und meine Seele, und Alles, was ich habe zu Deinem heiligen Dienste. O mein Jesu! bleibe bei mir mit Deiner Gnade, und stärke mich, durch die Kraft dieses heiligsten Sakramentes, jetzt und in der Stunde meines Todes. Danksagung. Du freundlicher und liebreicher Jesus! ich danke Dir von ganzem Herzen, daß Du mich mit der kostbaren Speise Deines heiligen Leibes gespeist und mit dem theuren Tranke Deines heiligen Blutes getränkt bast.- Ach! wer bin ich, daß Du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von Deinem Tische zu essen; daß Du, den die Himmel nicht faffen, mein armes Herz zu Deiner Wohnung auserkoren; daß Du, vor dem die Cherubim und Seraphim niederfallen und anbeten, es nicht verschmähest, dem ärmsten aller Geschöpfe den Kuß des Friedens zu geben? Communiongebete. 49 Gib mir die Gnade, göttlicher Heiland, daß ich Deiner großen Liebe nimmermehr vergesse. Dein Leib und dein Blut, diese göttliche Nahrung, segne und heilige meinen Leib und meine Seele und behüte mich vor allen Sünden! Ach, mein Erlöser und Seligmacher! lebe Du in mir, und laß mich leben in Dir; vertreibe aus meinem Herzen alles Böse, und besige Du es allein, als Wohnung nur für Dich. Biere meine Seele mit geistlichem Schmucke, mit himmlischer Schönheit, mit lebendigem Glauben, mit feuriger Liebe, mit starkem Vertrauen, mit Hoffnung, mit Demuth und Geduld, mit Sanftmuth und Undacht, mit heißem Verlangen nach Dir allein, daß ich immer mit Dir in Gemeinschaft stehe, ich mag essen oder trinken, schlafen oder wachen, leben oder sterben; daß Du bei mir und in mir, und ich bei Dir und in Dir ewig bleibe, stets an Dich denke, damit ich in diesem Glauben entschlafen, am jüngsten Gerichte auferstehen und in die ewige Freude eingehen möge, die Du mir erworben und vorbereitet haft bei Deinem und meinem Gott und Vater im Himmel! Amen. Aufopferung. Wie soll ich Dir, mein liebevollster Heiland! vergelten, was Du an mir Großes getban? Ich opfere Dir Alles auf, was ich habe. Nimm bin meine ganze Freiheit, alle meine Fähigkeiten. Alles, was ich bin und besize, ist mir durch Deine unendliche Güte zugetheilt worden. Ich stelle Dir Alles wieder zurück, verfüge Du über mich, wie es Deinem heiligen Willen wohlgefällig ist. Ent3 Communiongebete. ziehe mir nur Deine Liebe und Deine Gnade nicht, dann bin ich reich undverlange nichts weiter. Anrufung. Heilige Engel! Auserwählte Gottes! preiset den Herrn, unsern Gott, denn er hat Wunder der Liebe an mir gethan. Jesus ist in mir! Oheilige Jungfrau, beiliger Schutzengel, heiliger Namenspatron! danket für mich Gott, meinem Heilande; ihr könnt ja Gott weit würdiger lobpreisen, als ich. Bittet aber auch für mich, daß ich meinen Heiland ferner durch keine Sünde aus meinem Herzen vertreibe. 50 Getrost gehe ich nun hin; denn Jesus, mein Heiland, ist in meinem Herzen; nichts soll mich von ihm scheiden. Oihr Heiligen Gottes alle! erbittet mir die Gnade, daß ich stets in eurer Gemeinschaft verharre und einst mit euch meinen Gott und Herrn nicht mehr unter den Gestalten des Brodes, sondern von Angesicht zu Angesicht lobe und anbete in ewiger Seligkeit. Amen. Litanei zum allerheiligsten AltarsSakramente. ( Nm Nachmittage des Communiontages zu beten.) Herr, erbarme Dich unser!- Herr 2c. Christe, erbarme Dich unser!- Shrifte 2. Herr, erbarme Dich unser!- Herr 2c. Chrißle, höre uns;- Christe, erböre uns! Gott, Vater im Himmel!- Erbarme Dich unser! Gott, Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme Dich unser! Gott, heiliger Geist!- erbarme Dich unser! Communiongebete. 51 Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott!- Erbarme Dich unser! Jesu, der Du im heiligsten Altarssakramente) als Gott und Mensch zugegen bist, Du lebendiges Brod, so vom Himmel gekommen ist! Du verborgener Gott und Heiland! Du immerwährendes Opfer des neuen Bundes! Du würdigstes Opfer der Anbetung und Danksagung! Du wahres Versöhnungsopfer für Lebendige und Abgestorbene! malignnon Du unbeflecktes Lamm Gottes! Du Brod der Engel! Som Du Speife der Seele! Du Band des Friedens und der Liebe! Du himmlisches Verwahrungsmittel wider alle Sünden! Du Kraft und Wonne reiner Seelen! Du Urquell aller Gnaden! Du Trost der Betrübten! Erbarme Dich unser! Du Arznei der Kranken! Du Wegzehrung der Sterbenden im Herrn! Du Unterpfand der künftigen Herrlichkeit! Sei uns gnädig!- Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig!- Erlöse uns, o Herr! Vom unwürdigen Genusfe Deines beil. Fleisches und Blutes, Befreie uns, o Herr! Von aller Lauigkeit bei dessen Empfange- Be= freie uns, o Herr! Von der Begierlichkeit des Fleisches Befreie uns, o Herr! 3* 52 Communiongebete. Von der Begierlichkeit der Nugen Von der Hoffahrt des Lebens Von aller Lieblosigkeit gegen den Nächsten Bon aller Gefahr und Gelegenheit zu fündigen Vom ewigen Tode Durch Deine h. Menschwerdung Durch dein bitteres Leiden und Sterben Durch Dein sehnliches Verlangen, mit Deinen Jüngern das Osterlamm zu essen, Durch die tiefe Demuth, womit Du Deinen Jüngern die Füße gewaschen hast, Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher Du dieses heiligste Sakrament eingesetzt hast, Durch Deine immerwährende Gegenwart im heiligsten Sakramente Wir Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du den Glauben, die Ehrfurcht und) - Andacht gegen dieses heiligste Sakrament in uns erhalten und vermehren wollest, Daß Du uns durch eine wahre Buße zum öftern Empfange dieses heiligsten Saframents vorbereiten wollest, Daß Du uns dadurch mit Abscheu vor der Sünde und mit Liebe zur Tugend erfüllen wollest, Befreie uns, o Herr! Daß Du uns durch dasselbe in unserer Schwachheit stärken und in den Betrübnissen trösten wollest, Daß Du in uns das Feuer Deiner Liebe entzünden wollest, Daß Du uns alle mit dem Bande christlicher Liebe vereinigen wollest, Daß Du unsere Gemüther mit der Gnadel Wir bitten Dich, erhöre uns! Communiongebete. 53 Deiner Heimsuchung erleuchten und reinigen wollest,- Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns vor unserm Tode mit dieser himm= lischen Speise stärken wollest, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns durch sie der seliger: Unsterblichkeit theilhaftig machen wollest,- Wir bitten Dich, erhöre uns! - Jesu, Du Sohn Gottes und Heiland der Welt! --Wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes 2.- Berschone uns, oHerr! O Du Lamm Gottes 2c.- Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2.- Erbarme Dich unser, o Herr! Bater unfer 2c. Gegrüßet seist Tu zc. O heiliges Gastmahl, worin( Shristus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert, die Seele mit Gnaden erfüllt, und uns ein Unterpfand der künftigen Herrlichkeit verliehen wird. V. Du hast ihnen Brod vom Himmel gegeben ,. 2. Das alle Süßigkeit in sich hält! O Gott, der Du uns in dem wunderbaren Sakramente ein Denkmal Deines Leidens hinter= lassen hast, wir bitten Dich: laß uns die heiligsten Geheimnisse Deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Früchte Deiner Erlösung immerdar in uns erfahren mögen; der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. Gebet am Abende des Communiontages. Jesu, mein Herr und Gott! alle Lobpreisungen, die ich Dir heute an Deinem heiligen Tische dargebracht habe, möchte ich in dieser Abend Communiongebete. stunde mit gerührtem Herzen erneuern. Doch bloße Worte sind noch nicht der wahre Dank, der Dir gebührt. Deinen Willen erfüllen, Dir ge horchen, alle Widerspänstigkeit der Eigenliebe vernichten, das heißt in Wahrheit Dir danken. Und diese Uebung gelobe ich Dir aufs Neue. Laß mich ausharren in Deiner Liebe. Immer schwebe mir das Beispiel Deines heiligen Gehorsams vor Augen! Der tiefe Eindruck, den Dein geheimnißvoller Opfertod auf mich gemacht, bleibe unvertilgbar in meinem Gemüthe! Behalte Deine Wohnung in meiner Seele, und laß die Sünde keinen Raum mehr in derselben finden! Offenbare Dein heiliges Leben in meinen Gesinnungen und Handlungen! Laß mich die Freude genießen, aufrichtig mit dem Apostel Paulus sagen zu dürfen: Ich lebe nicht mehr- Jesus lebt in mir." Lehre mich handeln und leiden nach Deis nem Vorbilde; Du hast Dich ja heute mit mir auf's Innigste vereinigt. Diese Vereinigung ist nir das Unterpfand ewiger Seligkeit.-Wohl mir! ich soll einst ewig bei Dir im Himmel sein; ich soll lobsingend an Deinem Throne stehen und zu der Zahl jener heiligen Seelen gehören, von denen es in der geheimen Offenbarung des heil. Johannes heißt: Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird nicht mehr auffiefallen die Sonne, noch ir gend eine Hiße, denn das Lammin der Mitte vor dem Throne wird sie weiden und zu den Quellen des lebendigen Wassers führen, und Gott wird alle Thränen abwischen von ihren Augen." 55 Ablaßgebete. man'sid amie Jesus! All' mein Leben bist Du; ohne Dich nur Tod. Meine Nahrung bist Du; ohne Dich nurNoth. Meine Freude bist Du; ohne Dich nur Leid. Meine Ruhe bist Du; ohne Dich nur Streit. Jesu! Dir leb' ich.- Jesu! Dir sterb' ich.- Jesu! Tein bin ich todt und lebendig. Amen. ce Ablagebete nach der Vorschrift der Kirche. Um einen vollkommenen Ablaß zu gewinnen, wird in der Regel erfordert, daß man würdig beichte und communicire und ein Gebet nach der Meinung der Kirche verrichte, nämlich zur Erhöhung der heiligen katholischen Kirche, Ausrottung der Irrlehren und Erhaltung des Friedens unter den christlichen Fürsten. Tazu dient folgendes Gebet: Gott der Barmherzigkeit! ich hoffe zwar, daß Du mir in der heiligen Beichte die Sünden nachgelassen hast, und daß Du mich einst nicht wegen derselben mit der ewigen Verwerfung bestrafen willst. Allein, wenn mir auch die ewige Strafe geschenkt ist, so bleibt doch noch die zeitliche in diesem oder in dem andern Leben zu befürchten. Darum wende ich mich an Deine grundloseBarmherzigkeit, und bitte Dich mit bußfertigem und zerknirschtem Herzen, Du wollest wegen der unendlichen Verdienste Deines Sohnes und der Genugthuungen aller Heiligen mir auch die Nachlasfung der zeitlichen Strafen gnadenreich gewähren. In dieser Meinung will ich nun das von der Kirche vorgeschriebene Gebet andächtig verrichten. Ablaßgebete. ( Ist es deine Absicht, den Ablaß für die armen Seelen im Fegefeuer zu gewinnen, so verrichte statt des obigen folgendes Gebet: 56 Dunendlich barmherziger Gott! erbarme Dich der Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen, welche wegen ihrer Sünden im Fegfeuer noch zurückgehalten werden, namentlich der Seele des N. N. Zum Ersage für das, was sie Deiner Gerechtigkeit noch schuldig sind, opfere ich Dir Alles auf, was Dein geliebter Sohn auf Erden gethan und gelitten hat. Nimm an, o gnädigster Bater! für ihre Versäumnisse und Nachläffigkeiten den Ueberfluß Deiner guten Werke und Verdienste; für die Beleidigungen, die sie Dir zugefügt, die Pein, Schmerzen, Wunden und Leiden, die Er für sie ausgestanden, und für die Strafen, die sie noch zu leiden haben, den bittern Tod, in den Er für uns gegangen, ist. Laß sein kostbares, auch für sie vergossenes Blut ihnen zur Reinigung, Erquickung und Erlösung gereichen. Erzeige ihnen, o himmlischer Bater! Deine unendliche Barmherzigkeit, und nimm sie auf zu Dir in die ewige Ruhe, damit sie Dich im Himmel mit Deinen Heiligen ohne Unterlaß loben und preisen. Amen). I. O Gott! Du höchster Hirt und Vater der Gläubigen, der Du durch Deinen heiligen Geist den ganzen Leib der Kirche leitest und heiligest, und durch Jesum Christum die Herrlichkeit Deines Namens allen Völkern kund gemacht hast, erhalte und befördere das Werk Deiner Erbarmung, damit Deine heilige Kirche wachse, und ausbreite über die ganze Erde, und alle Gläubigen 57 Ablaßgebete. im Bekenntnisse Deines heiligen Namens standhaft ausharren. Daß Du Teine heilige Kirche behüten und erhalten wolleft: Wir bitten Tich, erhöre uns. Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du 2c. II. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du alle zur Seligkeit berufest und nicht willst, daß Einer verloren gehe, siehe gnädig berab auf die Seelen, welche die Arglist des bösen Feindes betrogen hat. Mache, daß alle Spaltungen und Trennungen unter dem christlichen Volke gänzlich aufhören. Deffne den Verirrten die Augen, daß sie allen Irrthümern entsagen, zur Einbeit Deiner Wahrheit zurückkehren, und durch treue Befolgung der= selben das ewige Leben erlangen durch Christum, unsern Herrn. Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demüthigen und bekehren wollest: Wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du zc. III. O Gott, der Du den Frieden gibst und die Einigkeit liebest, verleihe allen christlichen Fürsten, Deinen Dienern, vollkommene Eintracht; entferne alle Kriege, Unruhen und Zwistigkeiten, damit Deine Gläubigen in vollkommener Freiheit des. Glaubens Dir dienen mögen. Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht verleihen molleft: Wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du 2c. IV. Höchster und ewiger Hirt, Jesus Christus! ich empfehle Dir unsern heiligen Vater N. N., Deinen Stellvertreter auf Erden, den Nachfolger Petri. Erhöre seine Gebete und erfülle seine 3** Firmungsgebete. Wünsche, die Deine Ehre und das Beste der Kirche bezwecken. Leite, erleuchte, stärke, beschirme und unterstüße ihn, damit er der Kirche allezeit würdig vorstehe. atiall Daß Du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in Deiner heiligen Religion erhalten wollest! wir bitten Dich, erhöre uns! Bater unser 2c. Gegrüßet seist Du 2c. Ich glaube an Gott den Bater 2c. 58 O Gott der Erbarmungen! Du hast Deiner Kirche die Gewalt verliehen, zu binden und zu lösen. Dankbar benuße ich die Gnade, die sie mir anbietet. Laß mich nicht vergessen, daß nur wahrhaft reuigen Sündern, welche ihr Herz durch Buße gereinigt haben, die Kraft des Ablasses, die Nachlaffung der zeitlichen Strafen, die wir hier und jenseits abzubüßen haben, zu Theil werde. Ersetze, was uns von den Bußübungen der ersten Chris sten abgeht, durch Deine Güte und durch die un endlichen Verdienste Jesu Christi, in welchem alle Christen Gnade und Erlösung haben, und durch welchen wir von Deiner Erbarmung die Seligkeit des Himmels erwarten. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie im Anfange, so jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen. Firmungsgebete. Firmung heißt so viel als Stärkung, und macht den Christen, der in der Taufe ein Kind Gottes geworden, zum Kämpfer für die Ehre Gottes, daß er wie die Apostel auch unter Spott und Hohn den Glauben bekennen, die Versuchun 59 Firmungsgebete. gen überwinden, und in seinem christlichen Berufe auch die größten Beschwerden ertragen kann. Die Apostelgeschichte( 8, 14-17) erzählt, daß die Apostel den Getauften die Hände auflegten, und auch diese den heiligen Geist empfingen." Diese Handauflegung, verbunden mit der Salbung mit dem heiligen Chrysam unter Gebet des Bischofs, als Nachfolger der Apostel, ist das heilige Sakrament der Firmung. Sie wird jetzt den jungen Christen in jenem Alter gespendet, wo sie nach empfangener ersten heil. Communion aus dem Kindes- in das Jugendalter, die Zeit des gefährlichsten Kampfes, eintreten. Schön deuten die Ceremonien der heiligen Firmung auf ihre Wirkungen: die Handauflegung zeigt an, daß der Gefirmte unter den besonderen Schuß des heiligen Geistes tritt.- Der Chrysam, ein stärkender und wohlriechender Balsam, bedeutet, daß der Firmling ein Kämpfer für die Ehre Jesu Christ wird, und Andern durch frommes Leben einen Wohlgeruch des guten Beispiels geben soll. Das Kreuz auf der Stirne, dem Siße der Scham, sagt ihm, daß er sich seines Glaubens nicht schäme. Der Backenstreich endlich mit den Worten: der Friede seimit Dir! bedeutet, daß der Gefirmte gefaßt sein soll auf Leiden und Verfolgungen, und daß, wer mit Gott Frieden haben will, in steter Furcht vor der Sünde der Welt leben müsse. Die auch bei dem hl. Firmungssakramente nothwendigen Pathen bezeugen durch Aufle= gung ihrer rechten Hand auf die rechte Schulter der Firmlinge, daß sie sich verpflichten, denselben 60 Firmungsgebete. im geistlichen Kampfe mit Rath und That beizustehen. Vorbereitungsgebet. Allmächtiger, ewig lebendiger Gott! Du hast uns, Deine Diener, in der heiligen Taufe durch das Wasser und den heiligen Geist neu geschaffen; Du hast uns alle unsere Sünden verziehen, v gieße nun über uns Deinen heiligen Geist aus. Jesus Christus, Du sprachst einst zu Deinen Apo= steln; nach wenigen Tagen sollet ihr mit dem heil. Geiste erfüllt werden; siehe auch uns hier versammelt im Vertrauen auf Deine Verheißung; siehe, auch wir harren wie einst Deine Apostel einmüthig im Gebete, bis der große Tag( die Stunde) herankommt, wo auch über uns die Fülle des heiligen Geistes im Sakramente der Firmung herabsteigen soll. Allein Du selbst, o Herr! hast es gesagt: in eine unreine Seele geht der heil. Geist nicht ein." Oso reinige denn un sere Seele von allen unlautern Gedanken und Begierden. Obne Deine Kraft ist nichts im Menschen rein und heilig. Komm denn, heiliger Geist! wasche, was unrein, heile, was verwundet, komm, komm, DuVater der Armen, Gnadenverleiher! Komm, o komm Du Herzenslicht. Amen. Bei Ausspendung der heil. Firmung. Wenn der Bischof sich zu den vor ihm knieenden Firmlingen wendet und die Hände über sie ausbreitet: Der heilige Geist komme über uns herab und in uns, und die Kraft des 61 Firmungsgebete. Allerhöchsten bewahre uns vor Sün= den. Amen. Unsere Hilfe im Namen des Herrn, # Der Himmel und Erde gemacht hat. Get Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Dich gewürdigt hast, uns Deine Diener aus dem Wasser und dem heil. Geiste wieder zu gebären, der Du uns Nachlaß aller Sünden ertheilt haft; sende über uns vom Himmel herab den Tröster, Deinen heil. Geist mit seinen sieben Gaben. Amen. Den Geist der Weisheit und des Verstandes; Den Geist des Rathes und der Stärke; Den Geist der Wissenschaft, der Frömmigkeit d und Gottesfurcht. Amen. Die Firmlinge treten nun mit Andacht und Ehrfurcht zum Empfange des heil. Sakramentes vor den Bischof, der ihnen auf der Stirn mit Chrysam das hl. Kreuzzeichen macht, sprechend: Ich bezeichne Dich mit dem Zeichen des Kreuzes+ und stärke Dich mit dem Chrysam des Heiles im Namen des Vaters und des Sohnes und des heil. Geistes. Amen. Dann gibt der Bischof den Gefirmten einen Backenstreich mit den Worten: Der Friede sei mit Dir! Dank- und Bittgebet nach der heil. Firmung. Gott heiliger Geist! mein Herz ist nun eingeweiht zu Deiner Wohnung; ich glaube wahrhaftig, daß Du im hl. Sakramente der Firmung mit der Fülle Deiner Gnaden zu mir gekommen 62 Firmungsgebete. bist; ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine Liebe. Doch kann ich Dir nicht besser danken, als wenn ich Dich, o heil. Geist! in mir walten lasſe, und Dir nicht widerstrebe. O, so verleibe denn, daß meine Seele als ein Dir geweihter Tempel durch Deine wirkliche Inwohnung mehr und mehr gereinigt und geheiligt werde; verleihe, daß ich Dich nie durch freiwillige schwere Sünde betrübe; denn meine Schuld und Verantwortung ist jetzt um so größer, wenn ich sündige; laß mich jederzeit bedenken, daß ich Deine Gnadengaben, mit denen ich in der h. Firmung besiegelt bin, schwerlich wiedererlange, wenn ich sie einmal wieder verliere. Befestige mich im Glauben, vermehre in mir die Erkenntniß seiner heil. Lehren; laß mein Herz dadurch mehr und mehr von der Liebe zu eiteln und vergänglichen Dingen dieser Welt abgezogen, und nach den unvergänglichen, ewigen Schäßen des Himmels hin gerichtet werden. Stehe mir bei, Geist der Stärke, im Kampfe wider die Feinde der heil. Religion! laß mich ihren Grundsätzen treu bleiben, auch wenn ich dafür verspottet und verhöhnt werde. Leite Du, hl. Geist, auch besonders meine Schritte in meinem jugendlichen Alter, wo so viele Gefahren der Verführung mir drohen; vor Allen in jenem für Zeit und Ewigkeit entscheidenden Augenblicke, wo ich die Wahl meines Standes vornehmen muß. Du, göttlicher Geist, sei mein Führer, mein Beistand, daß ich um meines zeitlichen Fortkommens willen nicht zu schlechten, sündhaften Mitteln greife; daß mir dann meine Unschuld und Dein Wohlgefallen mehr gelte als die ganze Welt, und daß ich nichts mehr 63 Firmungsgebete. fürchte, als den Verlust Deines heil. Wohlgefallens. O, stärke mich in allen Prüfungen dieses Lebens, daß ich standhaft kämpfe, fiege, beharre bis an's Ende und die Krone erlange, die dem standhaften Kämpfer verhießen ist. Amen. Beim Schlußgebete und legten Segen des Bischofs. Befestige, o Gott! was Du vom Himmel aus vom beil. Sion in uns gewirkt hast. Ehre sei dem Vater 2c. Es segne uns der Herr von Sion aus, und laffe uns fosten seine Güte und Wonne alle Tage unseres Lebens und führe uns zur ewigen Seligfeit. Amen. Erneuerung der Gnade des hl. Geistes. ( Defters, namentlich am Jahrestage der hl. Firmung zu beten.) A Mein Gott! Du hast mir durch das heil. Sakrament der Firmung den heiligen Geist mitge= theilt, und mich mit überirdischer Kraft ausgerü= stet, Dir zu dienen, Deinen heil. Namen zu bekennen, und so wohl meinen Glauben, als meinen Gehorsam gegen Dich an den Tag zu legen. Ich fage Dir dafür unaussprechlichen Dank durch Deinen lieben Sohn, meinen Herrn.- Wie habe ich aber diese Gnade gebraucht? Habe ich nichts gedacht, nichts geredet, nichts gethan, das den heiligen Geist in mir betrübt oder gar vertrieben hat? Habe ich allen Einsprechungen und Antrieben. des heiligen Geistes Folge geleiſtet? Habe ich mich nicht geschämt, vor Andern das Kreuz zu machen oder meinen Glauben durch Andacht zum Kinde Jesu. Kniebeugung vor dem allerheiligsten Sakramente und durch Theilnahme an öffentlichen Andachtsübungen zu bekennen? Habe ich nie aus Menschenfurcht Spötteleien oder leichtfertigen Reden gegen die Religion und ihre Gebräuche Beifall gegeben? Habe ich auch starkmüthigen Widerstand gelei stet, wenn in mir Versuchungen aufstiegen, oder wenn mich Jemand hat zum Bösen reizen, oder mit mir Böses verüben wollen? 64 O göttlicher heiliger Geist, verzeih' mir's doch, daß ich Dir so oft Hindernisse in den Weg gelegt habe, während Du mich zu allem Guten ermuntern und stärken wolltest. Komm von Neuem über mich und mein Herz, und mache mich starkmüthig und standhaft, daß ich nicht mehr vom Guten oder von der Andacht, von der Ehrfurcht vor Gott, vom Glauben und der Tugend abweiche. Gib mir nochmals jene Gnaden, die Du mir bei der Hl. Firmung ertheilt hast. Aber bewahre fie auch in mir, damit ich sie nicht mehr verliere. Darum bitte ich durch Jesum Christum, meinen Herrn und Erlöser. Amen. Verschiedene Andachtsübungen und Fürbitten. 1. 3um göttlichen Kinde Jesu. Bitte um die Gnade der Nachfolge. O holder Jesus! Du haft aus unendlicher Liebe gegen uns Menschen die Gestalt eines Kindes annehmen, und gleich uns aufwachsen wollen, damit wir, Deine Kinder, ein Beispiel der Tugend Andacht zum Kinde Jesu. an Dir hätten. Ich danke Dir dafür von Herzen und bitte Dich demüthigst, gib mir die Gnade, meinen Wandel nach Deinem Beispiele einzurichten. Du bist in Deinem zarten Alter mit Freuden in den Tempel gegangen, Deinen himmlischen Vater zu loben und anzubeten. Du hast in dem Tempel die tiefste Ehrerbietung gezeigt, und dort die göttliche Lehre aufmerksam angehört, Du, obwohl der wahre Gott, bist Deinen Eltern jederzeit gehorsam und unterthänig gewesen. 65 Göttliches Kind! gib auch mir ein wahres Verlangen, Dir und Deinem himmlischen Vater jetzt und allezeit zu dienen und meinen Vorgesetzten, meinen Eltern und Lehrern gehorsam zu sein. Mein ernstlicher Wille ist es, dieses zu thun. Deswegen soll es meine größte Freude sein, die Kirche zu besuchen, und Dich da zu loben und anzubeten. Ich will mich befleißigen, Dir stets alle Ehrfurcht daselbst zu erweisen, und alles, was Dir mißfällt, zu vermeiden; ich will dem Gottesdienste mit Aufmerksamkeit beiwohnen, ihn nie vernachlässigen, noch mich davon abhalten lasſen. Meinen Eltern und andern Borgesetzten will ich nach Deinem Beispiele vollkommen gehorsam ſein, nie will ich sie bedachtsam betrüben oder erzürnen, nie mich ihnen widerspänstig zeigen. Dieses Alles, o Jesus! nehme ich mir fest vor. Verleihe mir Deine kräftige Gnade, damit ich es auch wirklich vollziehe. Berleihe mir auch, daß ich mich vor allen Sünden, in welche die Jugend vorzüglich zu fallen pflegt, sorgfältig hüte, dagegen mich in jenen Tugenden, in welchen sich die Jugend vorzüglich auszeichnen soll, mit allem 66 Andacht zum Kinde Jesu. Eifer übe. Um dieses bitte ich Dich, o Jesu, durch Deine unendlichen Verdienste. Amen. How is JEDA Bitte um Schuß und Segen. Jesus Christus! Du hast zwar allen Menschen in Deinem Leben eine unendliche Liebe in Worten und Werken bezeugt, besonders aber der Jugend, da Du einst sagtest: Lasset die Kleinen zu Mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn für solche ist das Himmelreich." Du hast ihnen Deine heiligen Hände aufgelegt, zum Zeichen, daß Du fie unter Deinen besondern Schuß aufnehmest; Du haft sie liebreich gesegnet und auf das zärtlichste umfangen. Du warst voll Liebe gegen jenen Jüngling, welcher bekannte, daß er die göttlichen Gebote von Jugend auf beobachtet habe. Ich bitte Dich mit findlichem Vertrauen, wirf auch auf mich Dein liebreiches Auge; laß auch mich zu Dir kommen und verstoß mich nicht. Reiche mir Deine heiligsten Hände, zum Zeichen, daß Du mich unter Deinen Schuß gnädig aufnehmest. Umfange und halte mich fest in Deinen heiligsten Armen, auf daß ich mich nie durch eine Sünde von Dir trenne. Um aber dieser Güte würdig zu werden, so verleihe mir, liebster Jesus! Deine kräftige Gnade, daß ich Deine heiligen Gebote allezeit unverbrüchlich halte, und Dir in wahrer Reinigkeit des Leibes und der Seele beständig diene. Amen. Bitte um Aufnahme in den Himmel. Göttliches und anbetungswürdiges Kind Jesus! Du Ebenbild und Abglanz des himmlischen Andacht zum allerheiligsten Sakramente. 67 Baters. Du hast Dich gewürdigt, aus Liebe zu uns die Hoheit Deiner Gottheit und heiligsten Menschheit bis zum Stande eines armen Kindes zu erniedrigen: verleibe uns die Gnade, daß wir, die wir die göttliche Weisheit in Deiner Kindheit, die Almacht in Deiner Schwachheit, und die Majestät in Deiner Niedrigkeit erkennen und tiefgebeugt anbeten, Dich dereinst als unendlich groß und erhaben im Himmel anschauen und besitzen mögen. Der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. In schij In ding the 2, 3um allerheiligsten Sakramente. Lobspruch. Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars! Von nun an bis in Ewigkeit!" numophood an inutuyoan chil Anbetung und Danksagung. 12201 O süßester Jesu! liebreichster Heiland! der Du durch das Uebermaaß Deiner wunderbaren Liebe in dem heiligsten Sakramente des Altars haft bei uns bleiben wollen, ich erkenne Dich für meinen allerhöchsten Herrn und wahrhaftigen Gott. Ich bete Dich in tiefster Demuth meines Herzens an, ich sage Dir Danf aus dem Innersten meiner Seele wegen der unendlichen und göttlichen Liebe, welche Du mir allda erweisest, ungeachtet der ge= ringen Gegenliebe, die Du in diesem heiligsten Sakramente von mir empfängst. Vergiß, o Herr! meine Sünden und Missethaten, und denke nur an Deine Barmherzigkeit. Nimm zu Gnaden auf 68 Andacht zum allerheiligsten Sakramente. die wahre Begierde, die ich habe, Dich jetzt nach Kräften zu ehren und auf das Höchste geehrt zu sehen in dem heil. Altarssakramente. Ja, mein Jesus! ich verlange aus ganzem Herzen, Dich in demselben ebenso zu lieben, zu preisen und anzubeten, wie Dich in demselben lieben, loben, preisen und anbeten die Heiligen und die Engel des Him= mels. Ich bitte Dich durch dein göttliches Fleisch und kostbares Blut, vor welchem ich anbetend niederknee, Du wollest mir die Gnade ertheilen, Dich in Zukunft so ehrerbietig anzubeten, und mit solcher Würdigkeit zu empfangen, daß ich nach meinem Tode verdiene, Dich mit allen Seligen zu lieben und zu loben in alle Ewigkeit. Amen. Aufopferung. O anbetungswürdigster Jesus! der Du hier im hochheiligen Sakramente wirklich und wesent lich gegenwärtig bist, wie huld- undliebreich ladest Du mich von diesem Deinen Gnadenthrone ein, Dir mein Herz zu geben! ,, Mein Sohn, sprichst Du, gib mir Dein Herz."- Wer bin ich, daß Du, mein Herr und mein Gott! nach meinem Herzen Dich sehnest und mich einladest, es Dir zu schenken? Dein ist ja der Himmel und die Erde und Alles, was darin ist.- O wie undankbar müßte ich sein, wenn ich Dir mein armes Herz versagte, nachdem Du am Stamme des h. Kreuzes Dein göttliches Herz für mich aufgeopfert haft, und es noch immerdar im allerheiligsten Altarsfatramente für mich aufopferst! O mein Jesus! wie groß ist Deine Barmherzigkeit gegen mich! Du verlangst nach meinem armseligen Herzen, nur Andacht zum allerheiligsten Sakramente. 69 um es glückselig zu machen. 1 So nimm denn hin mein Herz, Du, mein geliebtester Heiland! nimm, und mache es gleichförmig Deinem aller= heiligsten Herzen, und würdige Dich, es in Vereinigung mit demselben Deinem himmlischen Bater aufzuopfern. Ich gebe wenig, aber ich gebe doch Alles, was ich geben kann, und was Du, mein Erlöser, von mir verlangst; denn da ich Dir mein Herz schenke, so schenke ich es Dir so, daß ich es nie mehr zurücknehmen will. Dein soll es sein in der Zeit und in der Ewigkeit.- Weil ich aber zu schwach und zu unbeständig in meinen from= men Vorsäßen bin, so bitte ich Dich, mein Gott und Heiland, durch die grenzenlose Barmherzigkeit Deines liebevollen Herzens, daß Du mein Herz in dem Entschlusse, welchen ich jetzt mit Deiner Gnade gefaßt habe, bestärkest, in dem Entschlusse nämlich, Dich über Alles zu lieben, Dir getreu zu dienen und Dir allein zu leben. Laß nicht zu, o Jesu! daß je eine Sünde mein Herz von dem Deinigen trenne, sondern verleihe gnädiglich, daß ich in diesem meinen Vorsage bis zum Tode ausharre, und keinen andern Wunsch mehr habe, als in Allem das Wohlgefallen Dei= nes himmlischen Vaters zu erlangen. Besuchung des heiligsten Altars= Sakramentes. Wen dürftet, komme zu mir. Betrachtung. Der Urquell alles Segens ist Jesus Christus im heiligsten Sakramente, der da sagt: Wen dürstet, der kommezu Mir. O welche Fülle von Gnaden haben die Heiligen 70 Andacht zum allerheiligsten Sakramente. Gottes allezeit aus dieser Quelle des heil. Sakramentes geschöpft, wo Jesus uns alle Verdienste seines Leidens austheilt, wie der Prophet es vorher verkündete: In Freuden werdet ihr Wasser schöpfen aus dem Brunnendes. Erlösers.( Jesaias 12, 20.) Als die heil. Clara, die Braut des allerheiligsten Sakramentes genannt, einst gefragt wurde, was sie denn thue, wenn sie stundenlang vor dem Allerheiligsten verweile, antwortete sie:„ Ich möchte die ganze Ewigkeit dort bleiben. Ist da nicht das Wesen Gottes, an dem die Seligen sich weiden? Man liebt, man lobt, man dankt, man bittet. Was thut denn ein Armer bei dem Reichen? Was thut der Kranke bei seinem Arzte? Was thut der Durstige bei der klaren Quelle? Was thut der Hungrige am gedeckten Tische? Oliebenswürdigster, süßester, vielgeliebter Jeſu, Leben, Hoffnung, Reichthum, einzige Liebe meiner Seele, o wie viel hat 28 Dich gekostet, bei uns in diesem Sakramente zu bleiben! Sterben mußtest Du, damit Du verborgen auf unsern Altären weilen konntest. Und wie viele Unbilden mußtest Du dann in diesem Sakramente ertragen, um uns mit Deiner Gegenwart nahe zu sein! Aber Alles überwand Deine Liebe und Dein Verlangen, von uns geliebt zu werden! Gebet. So komme denn, o Herr! komm und laß Dich nieder in meinem Herzen; verschließ es dann für immer, daß kein Geschöpf sich darin eindränge, um jene Liebe zu theilen, die ich Dir ganz allein widmen soll und will. Du allein, mein lieber Heiland! beherrsche mich, Du allein Andacht zum allerheiligsten Sakramente. besige mich ganz; und wenn ich bisweilen Dir nicht vollkommen unterwürfig bin, so züchtige mich streng, daß ich für die Zukunft gewarnt, Dir diene nach Deinem Willen. Mache, daß ich keine Freude mehr suche noch wünsche, als Dir Freude zu machen, Dich oft am Altare zu besuchen, vers traulich mit Dir zu sprechen, Dich oft in der heil. Communion zu empfangen. Suche andere Güter, wer da will; ich liebe, ich begehre kein anderes, als das Kleinod Deiner Liebe; sie allein suche ich an den Stufen des Altares. Laß mich meiner ganz vergessen, daß ich nur an Deine Güte denke. O selige Seraphim, um eure Herrlichkeit beneide ich euch nicht, wohl aber um die Liebe, die ihr zu eurem und meinem Gotte tragt. Lehret ihr mich, was ich thun muß, um Ihn zu lieben und Ihm Freude zu machen. nismo subred Mein Jesus, Dich allein will ich lieben, Dir allein will ich gefallen. ( Die Litanei vom allerheiligsten Sakramente siehe S.50.) Gebet um die Gnade, würdig zu communiciren. Großer Gott! den die Chöre der Engel zitternd anbeten, ist es möglich, daß Du selbst zu mir kom men, und bei mir, sündigem Menschen, wohnen willst? Der Himmel ist nicht würdig genug, Dich aufzunehmen, und Du willst in die niedrige Wohnung meines Herzens einkehren! unbegreifliche Güte! wie könnte ich dieses Wunder glauben, wenn Du nicht selbst mir dasselbe verkündetest? Wie darf ich wohl den Gedanken wagen, daß Du Dich würdigest, in meinen Mund zu kommen, auf Andacht zum allerheiligsten Sakramente. meiner Zunge zu ruhen, in meinem Herzen Dich aufnehmen zu lassen?-Doch Du willst es, und um mich zu ermuthigen, versprichst Du mir alle Schäße Deiner Gnade! Könnte ich wohl gegen so große Liebe gleichgültig sein? Die h. Patriarchen und Propheten brannten vor Sehnsucht nach Dir; die Engel des Himmels werden nicht müde, Dich zu schauen, und ich sollte kein Verlangen haben, Dich zu besigen? Ja, mein Gott, ich verlange aufrichtig nach Dir, nach dem Brode der Engel, derQuelle des Lebens, dem Spender alles Trostes, dem zärtlichsten aller Freunde,- nach Dir, meinem süßesten Jesus. Komm, nähre und sättige meine Seele, daß ich in dir und für dich lebe. 72 Aber, o mein Gott und Heiland! Du kennst den Leichtsinn meines Herzens; Du durchschauest die ganze Tiefe meines Elendes und meiner Sündhaftigkeit. Ach laß doch nicht zu, daß das Brod des Lebens mir wegen meiner Unwürdigkeit den Tod bereite. O Gott aller Gnade und Barmher zigkeit! Ich bitte Dich durch die Liebe, welche Dich bewogen hat, dieses heilige Sakrament einzusehen, verleihe mir jenen kräftigen Gnadenbeistand, der mich allein in den Stand sehen kann, mich wür dig und mit Erfolg Deinem heiligen Gastmahle zu nähern. Ja, o mein Jesus! mache mich wür dig, Dich in mein Herz einzuführen, reinige meine Seele von allem Sündenschmuße, und schmücke sie mit allen Tugenden. Gib meinem Herzen eine lebhafte Zerknirschung und meinen Augen Thränen der Buße, daß ich alle meine Sünden auf richtig beweine und reumüthig beichte. Gib mir die Gnade, jeden Tag so zu verleben, daß er eine Andacht zum heiligsten Herzen Jefu. würdige Vorbereitung zu jenem großen feierlichen Tage sei, wo ich Dich, den allmächtigen, ewigen Gott, in die Wohnung meines Herzens aufnehmen werde. 73 3. Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. Unterricht. Die Andacht zum heil. Herzen Zeiu, welche seit den frühesten Zeiten der christlichen Kirche von einigen frommen und gottesfürchtigen Seelen geübt wurde, hat durch die förmliche Bestätigung des Apostolischen Stuhles seit dem 17. Jahrhunderte eine weite Verbreitung gefunden. Der Gegenstand und zugleich der Beweggrund dieser Andacht ist die unermeßliche Liebe, bon welcher Jesus Christus gegen das Menschengeschlecht entbrannte, zu deffen Erlösung Er sein Leben sogar an dem schimpflichen Kreuze seinem ewigen Vater aufopferte, nachdem Er in der einsetzung des h. Altarssakraments Sid selbst als Unterpfand seiner unendlichen Liebe une zurüdgelassen hatte. Die also dieser Andacht sich widmen, bemühen sich mit allen Kräften und durch eine dankbare, erwiedernde Liebe die Zärtlichkeit anzuerkennen, welche Jesus überhaupt, besonders aber im allerheil. Altarsfaframente gegen uns an den Tag gelegt, und so viel wie möglich die Beleidigungen und Mißhandlungen wieder gut zu machen, welche der Erlöser im Verlaufe seines irdischen Lebens erduldet, und die Jom noch jetzt von jenen Sündern zugefügt werden, die sich entweder unwürdig mit dem Brode der Engel speisen lassen, oder Ihn durch Unehrerbietigkeit gegen das allerheil. Sakrament beleidi= gen. Und in Wahrheit ist dem göttlichen Erlöser nichts schmerzlicher und unerträglicher, als der Undank und die groben Beleidigungen der Christen. Die Andacht zum heil. Herzen Jesu besteht also nach der Absicht der Kirche darin, Jesum eifrig zu lieben, und ihn durch verschiedene ndachtsübungen unsere Liebe, gegenüber den vielen Unbilden, die Er fortwährend zu leiden hat, zu beweisen. Der Gegenstand derselben wird den Sinnen durch die Darstellung des menschlichen Herzens Jesu Christi anschaulich gemacht; denn das Herz ist das natürlichste und 4 74 Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. Jedermann verständliche Sinnbild einer Andacht, welche auf die Liebe gerichtet ist. Die Liebe ist ihr Gegenstand. ihr Beweggrund, ihr Zwed. So wie die heil. Kirche durch die Vorstellung der Wunden Jesu Christi das rührende Andenken an dasjenige bei uns erregen will, was der Erlöser gelitten, um uns den verlornen Weg des Heils wieder zu eröffnen, so will sie durch das Bild des heil. Herzens an das Uebermaaß der Liebe uns erinnern, womit Jesus uns geliebt hat, und zugleich unsere Gefühllosigkeit anfwecken, Ihn wieder zu lieben. Schon im 13. Jahrhunderte hatte die hl. Gertrudis borhergesagt: Die Süßigkeit dieses Herzens wird der Allerhöchste erst in dem legten Zeitalter der Menschen zu erkennen geben, damit die in der Liebe erfaltete Welt es vernehme und wieder von Liebeseifer erglühe." Hierdurch ist der große Nußen dieser Andacht angedeutet, worüber uns viele gottselige Christen tröstliche Erfahrungen berichten. O wie süß ist es, ruft der hl. Bernardus aus, in dem heil. Herzen Jesu seine Wohnung aufzuschlagen. Welch' ein reicher Schaß ist, o liebreichster Jesu! Dein Herz." So eile denn oft, christliche Seele, in Andacht zum heiligsten Herzen Deines Erlösers. Dort erkenne die Größe der Liebe und Barmherzigkeit Gottes gegen dich, um dich zur Gegenliebe und Dankbarkeit anzuregen, damit dich nicht der strafende Vorwurf treffe, den der Herr einst durch den Mund seines Propheten machte: Mein Herz ist gewärtig der Schmach und des Elends. Ich erwarte, ob Einer mittraure, und es ist Keiner, ob Einer tröfte, und ich finde Keinen." Ps. 68,21. Gebet zum h. Altars- Sakramente und zum h. Herzen Jesu. Sieh', wie weit Dich, o mein liebreichster Jefus, Deine unermeßliche Liebe gebracht hat! Um Dich mir ganz zu schenken, hast Du mir von Deinem eigenen Fleische und kostbaren Blute ein göttliches Mahl bereitet. Was bewog Dich doch zu solch' einer übermäßigen Liebe? Nichts anderes Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. 75 fürwahr als Dein von Liebe flammendes Herz. O anbetungswürdiges Herz meines Jesus, Du glühende Flamme der göttlichen Liebe, nimm auf meine Seele in Deine heil. Seitenwunde, damit ich in dieser Schule der Liebe jenen Gott wieder lieben lerne, der so bewunderungswürdige Beweise seiner Liebe mir gegeben hat. Amen. Gebete zum heiligsten Herzen Jesu.*) " Das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet." 3u Deinen Füßen, o ewiges, aus Liebe zu uns Mensch gewordenes Wort, werfen wir uns nieder, und beten Dich an mit tiefster Ehrerbietung unserer Seele. Um unsern Undank gegen die so große Wohlthat Deiner Menschwerdung wieder gut zu machen, bereinigen wir uns mit dem Herzen aller derer, die Dich lieben, und opfern Dir unsern demüthigsten und wärmsten Dank auf. Durchdrungen von dieser so großen Demuth, Güte und Zärtlichkeit, welche wir in Deinem göttlichen Herzen erkennen, flehen wir zu Dir um die Gnade, diese Dir so theuren Tugenden nachzuahmen. Vater unser 2c. Gegrüßet seist zc.- Ehre sei 2c. " 1 *) Pius der VII. hat durch Rescript vom 12. Febr. 1808 und 26. Sept. 1817 allen Gläubigen, welche diese Gebete zum hl. Herzen Jesu mit drei Vater unser 2c." " Gegrüßet seist 2c." und Ehre sei 2c." andächtig ver=richten einmal im Tage einen Ablaß von 300 Tagen verliehen; ferner einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate denjenigen, welche sie täglich verrichten, und an einem beliebigen Tage nach würdigem Empfang des h. Buß- und Altarssakraments für das Wohl der hl. Kirche 2c. zu Gott beten. Diese Ablässe können auch den Seelen im Fegefeuer zugewendet werden. 4* 76 Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. Er ist auch gefreuziget für uns, hat gelitten unter Pontius Pilatus, und ist begraben worden." Vor Deinen Füßen, o Jesu, unser liebenswürdiger Erlöser, werfen wir uns nieder, und beten Dich an mit tiefster Ehrerbietung unserer Seele. Nimm dieses an als einen aufrichtigen Beweis von dem Schmerze, den wir haben über unsere Gefühllosigkeit gegen all' Deine Schmach und all' Deine Pein. Dein liebevolles Herz hat alles Dieses für unser Heil in Deinem schmerzvoller: Leiden und Tode ertragen wollen. Deshalb vereinigen wir uns mit dem Herzen aller derer, die Dich lie= ben, um Dir aus unserer ganzen Seele Dank abzustatten. Wir bewundern die unendliche Geduld und Hingabe Deines göttlichen Herzens, und bitten Dich um die Gnade, Du wollest auch) unser Herz mit diesem Geiste christlicher Abtödtung erfüllen, der uns dahin führt, daß wir muthig alles Leiden übernehmen, und unsern größten Trost und all' unsern Ruhm in Dein Kreuz setzen. Vater unser 20. Gegrüßet seift 2c. Ehre sei 2c. Das Brod des Himmels hast Du ihnen gegeben, welches alle Süßigkeit in sich enthält." Vor Deinen heiligsten Füßen, o, aus Liebe zu uns entbrannter Jesu, werfen wir uns demüthig nieder, und beten Dich an mit der tiefften Ehrerbietung unserer Seele. Um Dir einigen Ersatz zu geben für die Schmach, welche Dein göttliches Herz täglich im allerheiligsten Altarssakramente zu erdulden hat, vereinigen wir uns mit dem Herzen aller Derer, die Dich lieben, und Dir den wärmsten Dank abstatten. Wir lieben in Deinem göttlichen Herzen dieses unbegreifliche Feuer der Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. 77 Liebe gegen Deinen ewigen Bater, und bitten Dich, Du wollest unsere Herzen von brennender Liebe gegen Dich und unsere Mitmenschen entflammen. Vater unser ze. Gegrüßet seift 2. Ehre sei 2c. Endlich, o liebenswürdigster Jesu, bitten wir Dich bei der Lieblichkeit Deines göttlichen Herzens, Du wollest die Sünder bekehren, die Trauernden trösten, den mit dem Tode Ringenden zu Hülfe kommen, und den Seelen im Reinigungsorte Erleichterung geben. Vereinige unsere Herzen mit dem Bande der Eintracht und Liebe; befreie uns von einem unvorhergesehenen Tode und verleihe uns einen heiligen und sanften Tod. F. Herz Jesu, aus Liebe zu uns entbrannt, Be. Entflamme unser Herz aus Liebe zu Dir. Gebet. Verleihe uns gnädigst, allmächtiger Gott, daß wir, in dem heiligsten Herzen Deines geliebten Sohnes uns rühmend, und der größten Wohlthaten seiner Liebe gegen uns in Andacht gedenkend, auch durch die Früchte und Wirkungen derselben zugleich erquickt werden; durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn unfern Herrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. O göttliches Herz meines Jesus, ich bete Dich an mit allen Kräften meiner Seele; ich weihe fie Dir auf immer mit all' meinen Gedanken, Wor= ten und Werken, und mit Allem, was ich bin und habe. Ich will, so ferne es mir möglich ist, die Unbetung, Liebe und Lobpreisung Dir erstatten, die Du dem ewigen Vater erwiesen hast. Sei Du POLICE T 78 Andacht zum heiligsten Herzen Jeſu. der Versöhner meiner Fehler, der Beschüßer meines Lebens, Du meine Zuflucht, Du mein Schuß in der Stunde meines Todes. Verleihe mir durch die Seufzer und Leiden, worin Du durch den ganzen Lauf Deines sterblichen Lebens versenkt warst, verleihe mir eine wahre Reue über meine Sünden, die Verachtung der vergänglichen Dinge, ein heftiges Verlangen zu den himmlischen Gütern, ein lebendiges Vertrauen auf Deine unendlichen Verdienste und die Beharrlichkeit bis zum Ende in Deiner Gnade. Herz Jesu, Du bist ganz Liebe! ich opfere Dir auf diese demüthigen Gebete für mich, für alle diejenigen, welche sich im Geiste mit mir ver= einigen, Dich anzubeten; nimm sie durch Deine unendliche Güte gnädigst auf, und erhöre sie zunächst für denjenigen von uns, der zuerst dieses sterbliche Leben endigt. Süßestes Herz meines Erlösers, schicke über ihn mitten im Todeskampfe deine inneren Tröstungen; nimm ihn auf in Deine heiligen Wunden, reinige ihn in diesem Feuer Deiner Liebe von aller Makel, damit Du ihm den Eingang in Deine Herrlichkeit geſtattest, wo er der Fürbitter bei Dir für alle diejenigen werde, welche noch in diesem Jammerthale znrückbleiben. Heiligstes Herz meines liebreichsten Jefus, ich will für mich armseligen Sünder und für Alle, welche sich zu Deiner Anbetung vereinigt haben, diese Acte der Anbetung und diese Gebete jeden Augenblick, und so oft ich athme, wiederholen und Dir aufopfern bis zum Ende meines Lebens. Ich empfehle Dir, o mein Jesus, die heilige Kirche, Deine geliebte Braut und unsere 79 Andacht zum Leiden Christi. wahre Mutter; ich empfehle Dir die Seelen, welche die Gerechtigkeit üben, alle armen Sünder, die Bedrängten und mit dem Tode Ringenden und alle Menschen. Laß nicht zu, daß Dein für sie vergoffenes heiliges Blut ihnen nußlos werde. Laß endlichst gnädigst diese Gebete den Seelen im Reinigungsort zu ihrer Erleichterung zu Gute kommen, und insbesondere denjenigen, welche während ihres Lebens die heilige Andacht, Dich anzubeten, übten.. Liebenswürdigstes Herz Mariens, Du bist unter den Herzen aller Geschöpfe das reinste, das am meisten von Liebe entbrannte gegen das heiligste Herz Jesu, und zugleich das erbarmungsvollste gegen uns arme Sünder! erlange uns diejenigen Gnaden vom heil. Herzen unsers Erlösers, um welche wir Dich bitten. Mutter der Erbarmung, bloß Ein Liebesblick, bloß Eine Bewegung deines liebentflammten Herzens gegen das heil. Herz Jesu, Deines göttlichen Sohnes, kann uns ganz mit Trost erfüllen. Verleih uns also diese Gnade, und das göttliche Herz Jesu wird wegen der kindlichen Liebe, die Er gegen Dich hatte und immer haben wird, nicht ermangeln, uns zu erhören, Amen. 4. Andacht zum Leiden Christi. Unterricht. Nichts ist dem Herrn so wohlgefällig, als die innige Erinnerung, Andacht und Verehrung seines bittern Leidens und Sterbens. Es war für Ihn selbst als der höchste Act seiner Liebe gegen seinen himmlischen Bater und gegen uns Menschen, als der Quell der höchsten Berherrlichung des Ersteren und des Heiles der ganzen Welt, sein Lieblingsgedanke und sein Herzensdrang: Andacht zum Leiden Chrifti. Ich muß mit einer Taufe getauft werden, und wie drängt es mich, bis es geschieht." Luc. 12, 50. Es war der Lieblingsgegenstand seiner Rede: Er sprach davon auf dem Berge der Verklärung zu Moses und Elias( Luc. 9 31) und oft zu seinen Jüngern, daß Er hinaufgebe nach Jerusalem, um zu leiden und zu sterben. Zu den nach Emaus gehenden Jüngern gesellte er sich bald als Begleiter, da diese fein bitteres Leiden und Sterben zum Gegenstand ihrer Unterredung machten.( Luc. 24, 14.) So lieb und werth war Ihm die Erinnerung daran, daß Er selbst unter den Gestalten des Brodes und Weines in der Hl. Messe das ewige Denkmal seines Leidens und Sterbens sein wollte, und daß wir durch den Empfang dieses heiligsten Geheimnisses den Tod des Herrn verfündigen sollten." 1. Cor. 11, 26. Ebenso fommen die Apostel immer auf das Leiden und Sterben Jesu Chrifti zurück, und versichert uns der h. Paulus, daß er nicht meine, Etwas unter uns zu wissen, als Jesum Chriftum, den Gefreuzigten." 1. Cor 2, 2. Daraus magst du nun, christliche Seele, entnehmen, wie Gott wohlgefällig, heilsam und ersprießlich die Andachten und Gebete zum bittern Leiden und Sterben Christi sind, die unsere hl. Kirche den Gläubigen so sehr empfiehlt, und mit Ablässen bereichert. In feinen andern Gebeten sprechen sich so die tugendhaften Grundgesinnungen eines Christen aus, als in ihnen, wenn sie mit inniger, wahrer Andacht des Herzens verrichtet werden. Es drückt sich zuvörderst darin aus die Anbetung und Anerkennung Gottes, als des un: endlich Heiligen und Gerechten, dessen Beleidigung nur durch den unendlich Heiligen gesühnt werden kann, ferner die Liebe gegen den himmlischen Vater, ,, Der so sehr die Welt geliebt hat, daß Er seinen eingeborenen Sohn hingegeben" Joh. 3, 16, eben so die Liebe gegen unsern Heiland, Der sich als Opfer für uns dargebracht" ( Gal. 5, 2), aus unaussprechlichem Elende uns errettet' und unendlicher Gnade uns theilhaftig gemacht hat. Endlich sprechen sich darin die tiefste Demuth, Anerkennung unseres Nichts, unserer Sündhaftigkeit und Verdienstlosigkeit, Dankbarkeit und Theilnahme an den namens losen Leiden und das Vertrauen auf unsern Retter aus. Darum gilt denn, nach dem Zeugnisse des hl. Albertus 80 Andacht zum Leiden Chrifti, 81 Magnus, ein geringer Gedanke vom Leiden Christi mehr als biele andere Bußwerke und Andachtsübungen. So wie der Herr durch sein Leiden und Sterben uns erlöset, und die Quelle seiner Gnaden eröffnet hat, so ist auch die Andacht zu seinem bittern Leiden und Sterben eben die wirksamste, uns die Früchte der Erlösung zuzuwenden. Gerade diese Andacht führt und besonders zur Zerfnirschung unseres Herzens, zur Liebe Gottes und aller Tugend. Ja, jede gute Gesinnung und Tugend, welche nicht auf einer tiefen, den Christen durchdringenden Auffassung des Leidens und Todes des Herrn ruhet, ist matt und fraftlos. So lange wir Jesum, den Gefreuzigten, nicht fortwährend in unserm Herzen tragen, dürfen wir nicht glauben, auf dem Wege Gottes Fortschritte ge= macht zu haben. Die Liebe, sagt der h. Franz von Sales, welche nicht im Leiden geboren ward, ist schwach." Das Leiden und Sterben Christi gibt uns die Vollkommenheiten Gottes, seine Güte und Barmherzigkeit und die Größe seiner Gerechtigkeit am meisten zu erkennen, so wie den Werth unserer Seelen, das große Ulebel der Sünde und den elenden Zustand des Sünders, und regt uns träftig an zur Besserung unseres Lebens, zur glühendsten Gegenliebe, zum unerschütterlichen Bertrauen zu Gott, zum Hasse der Sünde, zur Treue im Dienste Gottes und zu jeder Tugend. Das bittere Leiden und Sterben war daher jederzeit die Betrachtung und Andacht der Heiligen und Außerwählten; es war den Aposteln die Anregung zum Eifer in der Berkündigung des Evangeliums, die Stärke der Martyrer, die Treue der Bekenner und Jungfrauen, und der Trost und Liebesborn aller frommen Gläubigen. Darum sagt der heilige Bonaventura: Wer die Liebe gegen Jesum im Herzen anregen und bewahren wolle, müsse sich immer Jesum vorstellen, wie er am Kreuze, hängt und für uns stirbt." Wie glücklich ist eine Seele, fagt der H. Alphonsus von Liguori, die sich oft den am Kreuze sterbenden Jesus vor Augen stellt, und voll der Theilnahme an das Leiden denkt, das der Heiland er= duldet hat, und an die Liebe, womit Er dasselbe seinem himmlischen Vater für uns aufgeopfert hat!... Bei dem Anblicke des Gekreuzigten flichen alle Begierden nach 17 4** 82 Andacht zum Leiden Christi. den Gütern dieser Welt aus unserer Seele; vom Kreuze herab weht eine himmlische Zuft. Ja, vom Kreuze kommt den bedrängten und angstvollen Seelen Trost, Erleichterung und Zuversicht, Geduld, Ruhe und Tilaung der Sündenschuld. Kraft mider alle Leidenschaft, Versuchung und Anfechtung des bösen Feindes. O die glücklichen Seelen, die der Herr durch seinen Kreuzestod aus dem Abgrund ihrer Leidenschaften und Neigungen gezogen und so innig an sich gezogen hat, daß fie Alles verließen und sich ganz seiner Liebe schenkten! die mit dem Apostel( Gal. 6. 14), all' ihren Ruhm in das Kreuz unsers Herrn Jesu Christi setzten." Diese Wa heiten hat die Kirche in ihr innerstes Bewußtsein aufgenommen; sie sind die Grundlage ihres innern nnd äußern Lebens, wehen in ihren Gebeten und gottesdienstlichen Feierlichkeiten und heiligen Symbolen, finden ihren höchsten Ausdruck in der stets von der Kirche fortgefegten unblutigen Wiederholung des heiligen Kreuz zesopfers selbst, in der h. Meffe. Besonders kräftig und furz ist dieses Bewußtsein der Kirche ausgesprochen in dem h. Kreuzzeichen, das sie gleichsam zu ihrem unterscheidenden Wappenbilde sich gewählt hat. Die heiligen Väter sind unerschöpflich in dem Lobe und Preise dieses, alle Geheimnisse unsers Glaubens in sich enthaltenden Zeichens und seiner Kraft und Wirksamkeit. Das Zeichen des Kreuzes, sagt der h. Ignatius der Martyrer, ist ein Siegeszeichen gegen die Macht des Weltfürsten, bei dessen Anblicke er erschreckt, und bei dessen Anhörung er sich fürchtet." Hören wir auch noch den heil. Chrysostomus: Nebst den Worten:„ Ich widersage Dir, Satan, und aller Deiner Pracht, und allem Deinen Dienste, und ergebe mich Dir, o Christus!" mache noch das Zeichen des heiligen Kreuzes auf deine Stirn, und dann fann dir kein Mensch, ja auch der Satan nichts schaden, wenn er dich stets so gewaffnet erblickt. Dann wirst du Siegeszeichen über den Satan aufrichten, und die Krone der Gerechtigkeit empfangen. Das Kreuz ist der Wille des Vaters, die Ehre des Sohnes, die Freude des heiligen Geistes und der Ruhm des h. Paulus, welcher spricht: Es sei ferne, mich zu rüh Andacht zum Leiden Christi. 83 men, als nur allein des Kreuzes Jesu Chrifti. Gal. 6 14.... Das Kreuz ist eine unüberwindliche Festung, ein undurchdringlicher Schild, die Sicherheit der Reichen, das Glück der Armen, der Schuß für die Verfolgten, die Rüstung der Angegriffenen, die Befreiung von Leiden, die Grundlage der Tugend, das herrliche, wunderbare Zeichen. Das Kreuz hat cas Paradies wieder aufgeschlossen, den Schächer hineingelassen, und das menschliche Geschlecht, das schon im Begriffe war, verloren zu gehen, und der Erde nicht einmal mehr werth war, in das Himmelreich eingeführt. So viel Gutes wurde und wird uns durch das Kreuz zu Theil." Gebete zu den h. fünf Wunden unsers Herrn Jesu Christi.*) Man erwecke zuerst einen Act der Neue. Indem ich mich vor Dir, gekreuzigter, liebenswürdiger Erlöser meiner Seele, niederwerfe, hält mir mein Gewissen vor, daß ich Dich mit meinen Händen an's Kreuz geheftet habe, so oft ich eine schwere Sünde beging, und Dich mit großen Un*) Pius VII. verlich unterm 29. September 1807 allen Gläubigen, welche andächtig folgende Gebete zu den heiligen fünf Wunden einmal im Tage beten, 100 Tage Ablaß, denjenigen ferner, welche sie wenigstens zehn Mal in jedem Monat beten, verlich er zweimal des Jahres, am Feste Kreuzerfindung( 3. Mai) und Kreuzerhöhung( 14. September) einen vollkommenen Ablaß, wenn sie an diesen Tagen das bl. Buß- und Altarssakrament empfangen. Denjenigen endlich, welche diese Gebete vom Passionsfonntage bis Charsamstag einschließlich beten, verlieh er für jeden Tag 7 Jahre und 7 Quadragenen Ablaß und einen vollkommenen für das Osterfest, wenn sie nach würdigem Empfange des heil. Buß- und Altarssakramentes für das Wohl unserer hl. Kirche beten. Diese Ablässe können auch den Verstor= benen im Fegfeuer zugewendet werden. 84 Undacht zum Leiden Christi. danke betrübte. O mein Gott, vollkommenstes und höchstes Gut, wegen der Wohlthaten, die Du mir allezeit erwiesen, meiner ganzen Zuneigung werth! ich Elender kann zwar meine bösen Werke nicht, wie ich es wünsche, ungeschehen machen, aber mit dem innigsten Schmerze verabscheue ich sie, weil ich Dich, unendliche Güte, dadurch belei= digt habe, und knieend zu Deinen heiligen Füßen, bestrebe ich mich wenigstens, Dich in Deinen Schmerzen zu bemitleiden, Dir zu danken, und von Tir Verzeihung und Besserung zu erflehen. Deshalb spreche ich mit Inbrunst meines Herzens: 1. 3ur heil. Wunde des linken Fußes. Ich bete Dich an, heiligste Wunde des linken Fußes meines Jesus. Ich trage zärtliches Mitleid mit Dir, wegen des höchst bittern Schmerzes, den Du erduldet, und danke Dir für die Liebe, mit der Du blutend zwischen den Dornen und Stacheln meiner Sünden, Dich abmübtest, mich auf dem Wege des Verderbens einzuholen. Ich opfere dem ewigen Vater den Schmerz und die Liebe Deiner heiligsten Menschheit auf, zur Sühnung meiner Missethaten. Vater unser 2c. Gegrüßet feist 2c. Ehre sei zc. " Heil'ge Mutter drück' die Wunden, Die Dein Sohn für mich empfunden, Tief in meine Seele ein!" 2. 3ur heil. Wunde des rechten Fuße 8. Ich bete Dich an, heiligste Wunde des rechten Fußes meines Jesus. Ich trage zärtliches Mitleid mit Dir wegen des bittersten Schmerzes, den Undacht zum Leiden Christi. Du erduldet, und danke Dir für die Liebe, welche Dich unter Krämpfen und Blutvergießen an's Kreuz beftete, um meine Vergebungen und sündhaften Befriedigungen zügelloser Leidenschaften an Dir zu bestrafen. Ich opfere dem ewigen Bater den Schmerz und die Liebe Deiner heiligsten Menschheit auf, und bitte Ihn um die Gnade, daß ich meine Fehltritte mit heißen Bußthränen beweine, und auf dem betretenen Wege der Besserung, ohne mich je dem Geborsam der göttlichen Gebote zu entziehen, verharre. Vater unser 2c. Geg rüßet feist 2c. Ehre sei 2c. Heil'ge zc. 85 3. 3ur heil. Wunde der linken Hand. Ich bete Dich an, heiligste Wunde der linken Hand meines Jesus. Ich trage zärtliches Mitleid mit Dir wegen des höchst bittern Schmerzes, den Du erduldet, und danke Dir, daß Du mit so großer Liebe die Züchtigungen und die ewige Verdammung, welche ich durch meine Bosheit verdient habe, aufgehoben hast. Ich opfere dem ewigen Vater den Schmerz und die Liebe Deiner heiligsten Menschheit auf, und bitte Ihn, mich durch seine Gnade zu kräftigen, daß ich die Lebenszeit, welche mir noch übrig ist, zur Uebung würdiger Bußfrüchte und zur Entwaffnung der gereizten Gerechtigkeit Gottes verwende. Bater unser 2c. Gegrüßet seist 2. Ehre sei 2c. Heil'ge ze. 4. 3ur heil. Wunde der rechten Hand. Ich bete Dich an, heiligste Wunde der rechten 86 Undacht zum Leiden Chrifti. Hand meines Jesus. Ich trage zärtliches Mitleid mit Dir wegen des bittersten Schmerzes, den Du erduldet, und danke Dir für die Wohlthaten, mit welden Du mich, obgleich ich denselben so wenig entsprochen, mit so großer Liebe immer überhäuft haft. Ich opfere dem ewigen Vater den Schmerz und die Liebe Deiner heiligsten Menschheit auf, und bitte Ihn, mein Herz und meine Neigungen umzuwandeln, und mich in allen Dingen nach seinem göttlichen Wohlgefallen handeln zu lassen. Vater unser 2c. Gegrüßet seist 2c. Ehre sei 2c. Heilige 2. 5. 3ur heiligen Seiten wunde. Ich bete Dich an, heiligste Wunde der Seite meines Jesus. Ich trage zärtlichstes Mitleid mit Dir, wegen der bittersten Mißhandlung, die Du erduldet. Ich danke Dir für die Liebe, womit Du Brust und Herz Dir durchstechen ließest und die letzten Bluts- und Wassertropfen zu meiner überreichlichen Erlösung hingabst. Ich opfere dem ewigen Vater diese Schmach und Liebe Deiner heiligsten Menschheit auf, damit meine Seele in jenes liebevollste Herz, das zur Aufnahme der größten Sünder stets bereit und willig ist, endlich eingehe und es nie wieder verlasſe. Vater unser 2c. Gegrüßet seift zc. Ehre sei 2, Heilige 2. 3ur schmerzhaften Jungfrau. Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, Martyrin aus Liebe und vor Schmerzen beim Anblick der Mißhandlungen und Beschimpfungen Deines S Andacht zum Beiden Christi. Jesus! Du wirktest an der Wohlthat meiner Erlösung mit, indem Du die namenlosen Leiden mittrugst, und dem ewigen Baterfeinen und Deinen eingeborenen Sohn zum Brand- und Sühnopfer für meine Sünden darbrachtest. Ich bemitleide Dich wegen des bittersten Schmerzes, den Du erduldet, und danke Dir für die grenzenlose Liebe, die Dich bewog, um mich Sünder zu retten, Deis nen Sohn Jesum, den wahren Gott und wahren Menschen, hinzugeben. Lege Deine stets wirksame Fürbitte gnädigst bei dem Sohne und dem Vater ein, damit ich mit Ausdauer mein Leben beffere, nicht durch neue Verbrechen meinen liebreichen Erlöser kreuzige, sondern in seiner Gnade bis zum Tode verharrend, durch die Verdienste seines bittern Leidens und Sterbens am Kreuze das ewige Leben erlangen möge. Drei Gegrüßet seist 2c." 87 Gebet. Herr Jesus Christus, der Du in der sechsten Stunde des Tages für das Heil der Welt das schmähliche Kreuz bestiegen und Dein kostbares Blut zur Vergebung unserer Sünden vergoffen haft; wir bitten Dich demüthig, daß Du uns nach unserm Tode in die Pforten des Himmels freudig eingehen lasſest. Wir bitten Dich, Herr Jesus Christus! laß die heilige Jungfrau Maria, Deine Mutter, deren heiligste Seele zur Zeit DeinesLeidens ein Schwert des Schmerzes durchdrang, jetzt und in unserer Sterbestunde für uns bei Deiner Milde Fürbitte einlegen. Durch Dich Jesus Christus, Erlöser der Welt, der Du lebst und regierst mit dem Vater und dem hl. Geiste, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 88 Andacht zum Leiden Christi. eri Litanei vom Leiden Jesu.. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser!-Herr, erbarme Dich unser! Chrifte höre uns!- Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel,- erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,- erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist,- erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,-erbarme Dich unser! Jesu, Du ewige Weisheit, Jesu, von Maria der Jungfrau geboren, Jesu, in arme Windeln gehüllet, Jesu, in der Krippe vor Kälte zitternd, Jesu, durch die Beschneidung dem Gesetze unterworfen, Jesu, im Tempel aufgeopfert, Jesu, von Herodes zum Tode geführt, Jesu, als Kind gezwungen nach Aegypten zu fliehen, Jesu, von den Menschen ohne Ursache gehaßt, Jesu, mit Schmach und Lästerungen überhäuft, Jesu, für dreißig Silberlinge verkauft, Jesu, bei der Fußwaschung zu den Füßen der Apostel gebeugt, Jesu, im Gebete auf dem Antlig liegend, Jesu, im harten Leidenskampfe von blutigem. Schweiß bedeckt, Jesu, von den Rotten der Gottlosen mit Stricken gebunden, Jesu, von Deinen Jüngern verlassen, Jesu, vor Annas und Kaiphas geführt, Erbarme Dich unser! Andacht zum Leiden Christi. Jesu, von dem Kriegsknechte ins Angesicht geschlagen, Jesu, von falschen Beugen angeklagt, Jesu, zum Tode verurtbeilt, Jesu, verspieen und gegeißelt, Jesu, mit verhülltem Angesicht mißhandelt, Jesu, dreimal von Petrus verleugnet, Jesu, dem Pilatus gebunden vorgeführt, Jesu, von Herodes verhöhnet, Jesu, mit einem weißen Kleide angethan, Jesu, dem Mörder Barrabas nachgesetzt, Jesu, an eine Säule gebunden und grausam gegeißelt, Jesu, wegen unserer Missethaten geschlagen, Jesu, einem Aussäßigen gleich geachtet, Jesu, mit einem Purpurmantel bedeckt, Jesu, mit Dornen gefrönt, O Jesu, mit einem Rohr geschlagen, Jesu, von den Juden zum Kreuzestode gefordert, Jesu, zum schmählichsten Tode verurtheilt, Jesu, dem Willen Deiner Feinde übergeben, Jesu, mit dem schweren Kreuze beladen, Jesu, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, Jesu, Deiner Kleider beraubt, Jesu, mit Nägeln an das Kreuz geheftet, Jesu, wegen unserer Frevelthaten verwundet, Jesu, zu Deinem himmlischen Bater für Deine Feinde betend, Jesu, unter die Missethäter gezählt, Jesu, von den Mördernverlacht und verhöhnt, Jesu, von Deinem himmlischen Vater verlassen, 89 Erbarme Dich unser! Andacht zum Leiden Christi. Jesu, mit Effig und Galle getränkt, Jesu, gehorsam bis zum Tode am Kreuze, Jesu, der Du sterbend Deinen Geist in die Hände Deines Vaters übergeben hast, Jesu, der Du als unser Versöhnungsopfer starbest, 90 Jesu, vom Kreuze herabgenommen, Jesu, glorreich vom Tode auferstanden, Jesu, zum Himmel aufgefahren, Jesu, unser Fürsprecher bei dem Vater, Jesu, der Du den heiligen Geist gesandt hast, Jesu, der Du kommen wirst zu richten diej Lebendigen und die Todten, Sei uns gnädig! Sei uns gnädig! Von allem Uebel, Bon aller Sünde, Verschone uns, o Jesu! Erhöre uns, o Jeſu! erlöse uns, o Jeſu! Von Kleinmuth und Ungeduld in Kreuz und) Leiden, Von Unzufriedenheit gegen die Anordnungen Gottes, Bon aller Lieblofigkeit gegen Menschen, die uns mißfallen, oder die uns Böses zufügen, Vor allzu großer Furcht vor Leiden und vor dem Tode, Vor Verstocktheit und Unbußfertigkeit, Von einem unvorhergesehenen Tode, Von dem ewigen Tode, Wir armen Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir auch in harten Schicksalen uns den Anordnungen Gottes jederzeit mit kindlichem Gehorsam unterwerfen, Wir bitten Dich zc. - Erbarme Dich unser! - Befreie uns, o Jesu! Andacht zum Leiden Christi. Daß wir in Traurigkeit, Angst und Betrüb-) niß nie verzagen, sondern zu Dir unsere erste Zuflucht nehmen, Daß Dein Leiden und Sterben uns in den Widerwärtigkeiten zur Geduld und Ergebung in den Willen Gottes stärke, Daß wir durch wahre Demuth und Abtödtung unserer Sinne an Deinem Leiden Theil nehmen, Daß wir Dein Leiden durch Sünden nicht 91 - Wir bitten Dich, erhöre uns! erneuern, Daß wir die Früchte Deines Leidens und Sterbens reichlich erhalten, Daß wir durch Kreuz und Leiden mit Dir zur ewigen Herrlichkeit gelangen, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c.- erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c.- erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr! erbarme Dich unser! Bater unser 2c. Gegrüßt 2c. y. Jesus Christus ist für uns gehorsam geworden bis zum Tode! Bc. Bis zum Tode des Kreuzes. Gebet. Jesu! Du hast durch dein Leiden und Sterben die Welt erlöst und uns das vortrefflichste Beispiel hinterlassen, wie wir in den Widerwär Andacht zum heiligsten Namen Jesu. tigkeiten dieses Lebens und in der Stunde unseres Todes uns verhalten sollen; verleihe uns die Gnade, daß wir Deine Lehren und Beispiele immer vor Augen haben, denselben jederzeit getreu nachfolgen, und dadurch der glorreichen Früchte Deiner Erlösung theilhaftig werden; der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 92 5. 3um heiligsten Namen Jesu. Unterricht. ,, Er erniedrigte sich selbst, undwardgehorsam bis zum Tode am Kreuze; darum hat Ihn Gott auch erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen alle kniee derer, die im Himmel, auf der Erde, und unter der Erde sind, und daß alle 3ungen bekennen, daß der Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes, des Baters, ist" Philipp. 2, 8-11. 3u allen Zeiten ist der Name Jesus den Gläubigen der heiligste, crhabenste und anbetungswürdigste erschienen. Gott selbst hat seinem eingeborenen Sohne, als er Mensch geworden, diesen Namen beigelegt, und der seligsten Jungfrau Maria durch den heil. Erzengel Gabriel befannt machen lassen. Es ist auch uns Menschen, wie der h. Petrus, Apostelgesch. 4, 12, versichert, kein ane derer Namen unter dem Himmel gegeben, in welchem wir selig werden könnten"; und dieser heiligste Name fündigt uns unsern Erlöfer und Heiland an. Der Name Jesus schwebte den Aposteln immer auf den Lippen, und in den Briefe n des beil. Paulus finden wir ihn mehr denn 200 Mal aufgezeich= net. Die h. Kirche wendet sich flehend im Namen Jesu unaufhörlich zum Vater der Erbarmung, und flößt den Gläubigen Andacht, Berehrung und Vertrauen ein zu diesem heiligsten Namen. Sixtus V. verlieh unterm 1. Juli 1587 allen Gläubigen, welche mit den Worten: Andacht zum heiligsten Namen Jesu. 93 Gelobt sei Jesus Christus", grüßen, so wie denjenigen, welche darauf antworten: In Ewigkeit. Amen", jedesmal einen Ablaß von 100 Tagen. Der heiligste Namen Jesus hat, wenn er mit ge= bührender Andacht und Ehrfurcht ausgesprochen wird, eine überaus große Kraft. Durch ihn machten die Apostel Kranfe gesund, erweckten Todte zum Leben und trieben Teufel aus. Im Namen Jesus ist uns alles Heil und Leben gegeben. Im Namen Jesus erlangen wir Erhörung aller unserer Bitten. Der Heiland selbst verbürgt uns dieses: Alles, um was ihr den Va= ter in meinem Namen bitten werdet, das wird Er euch geben." Joh. 16, 23. Im Namen Jesu sollen wir, nach der Aufforderung des Apostels alle unsere Geschäfte anfangen, fortsegen und vollenden, jeden Tag beginnen und enden: Was ihr immer redet oder thut, verrichtet Alles im Namen Jesu." Colloff. 3, 10. Demnach ließ auch der Kaiser Justinian in sein berühmtes Gesetzbuch folgende Worte eintragen: Es ist unsere Gewohnheit, in allen unseren Berathungen und Unternehmungen allezeit im Namen unseres Herrn Jesus Christus voranzuschreiten." Die wunderbare Kraft des göttlichen Namens Jesus wird uns auch durch einstimmiges Zeugniß der Heiligen und Bäter unserer h. Kirche verbürgt. Wenn ein böser Geist, sagt der h. Martyrer Justin, sich eines Chriften bemächtigt hat, wird er blos durch den Namen Jesus schon in die Flucht getrieben, und der Besessene ist befreit." Der Namen Jejus, sagt der h. Chrysoflomus, ist den Teufeln, den Leidenschaften und den Krankheiten furchtbar." Jesus, sagt der Hl. Bernard, ist Honig dem Munde, dem Ohre Gefang, dem Herzen Jubel, aber auch Heilmittel. Wird Jemand von uns traurig, Jesus fommt in sein Herz und geht von da in seinen Mund, und sich', wenn das Licht dieses Namens aufgebt, zerstreut sich jede Wolke, der heitere Himmel fehrt zurück. Nichts zügelt so sehr den Ausbruch des Zornes, drückt nieder den Stolz, löschet das Feuer der Wollust, heilet die Wunde des Neides, stillt den Durst der Habsucht und verscheuchet alle Unanständig 94 Andacht zum heiligsten Namen Jesu. feit." Die h. Theresia bezeugt uns nach einer beständigen Erfahrung, daß in Bersuchungen die andächtige Anrufung des Namens Jesus durch die Verdienste des Kreuzestodes ein untrügliches Unterpfand des Sieges sei. Man brauche nur demüthig den Namen Jesus auszusprechen, und der Versucher werde verscheuchet. Eben so liegt ferner auch in diesem anbetungswürdigen Namen der mächtigste Antrieb zu jeder Tugend. Sobald ich den Namen Jesus aussprechen höre, sagt der h. Bernard, so steigt jeder gute Gedanke auf in meiner Seele... Jesus sei also immer in deinem Herzen, immer in deiner Hand, damit auf Jesus gerichtet feien alle deine Gesinnungen und alle deine Handlungen." Dieses bes denke, christliche Seele, um dein Herz fur die Andacht zum heiligsten Namen Jesu zu entflammen. 11 Lob des heil. Namens Jesu. ( Vom heil. Bernardus.) Deindenken, Jesus! schon verleiht- Dem Herzen wahre Freudigkeit- Doch mehr als jede Lust erfreut- Ach! Deiner Nähe Süßigkeit. Kein Liederstromso lieblich fließt- Kein Klang so freundlich uns begrüßt- Und nichts so süß zu denken ist- Als Gottes Sohnist Jesus Christ. Jesus, der Sünder Hoffnungsstern- Den Bittenden erhörst Du gern- Dem Suchenden bist Du nicht fern- Was dem erst, der Dich fand, den Herrn? Kein Wort genügend sich erweist- Und keine Schrift es würdig preist- Nur fühlen kann's ein gläub'ger Geist- Was es, Dich Jesum lieben, heißt. D'rum Jesus! unser Jubel tönt- Der einst mit Seligkeit uns kröntIhm fingen wir Lob Andacht zum heiligsten Namen Jesu. 95 und Herrlichkeit- Jeßt und in alle Ewigkeit. Amen. Der Name des Herrn sei gepriesen Von nun an bis in Ewigkeit. Litanei vom heiligsten Namen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr erbarme Dich unser! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! Gott Vater, Herrscher im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott Heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Du Sohn Davids, Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria, Jesu, Du allmächtiger Gott, Jesu, Du Quelle der Vollkommenheit, Jesu, Du König der Herrlichkeit, Du erbarmungsvoller Jesu, Du werthester Jefu, Du wunderthätigster Jeſu, Du holdseligster Jeſu, Du allerheiligster Jeſu, Du sanftmüthigsler Jesu, Du geduldigster Jesu, Du allergnädigster Jesu, Du liebenswürdigster Jesu, Jesu, Du Mittler zwischen Gott und den Menschen, Jesu, Du guter Hirt, Jesu, unsere Zuflucht, Jesu, Du getreuester Liebhaber der Menschen,) Erbarme Dich unser! 96 Andacht zum heiligsten Namen Jefu. Jesu, Du wahres Licht, Jesu, Du ewige Weisheit, Jesu, Du unendliche Gütigkeit, Jesu, Du Eiferer der Seelen, Jesu, Du köstlicher Schaß der Gläubigen, Jesu, Du selige Luft der Seelen, Jesu, Du Vorbild aller Zugend, Jesu, Du Vater der Armen, Jesu, Du Tröster der Betrübten, Jesu, Du allmächtiger Retter der Bedrängten, Jesu, Du Freude der Engel, Jesu, Du König der Patriarchen, Jesu, Du Einsprecher der Propheten, Jesu, Du Herr und Meister der Apostel, Jesu, Du Stärke der Martyrer, Jesu, Du Licht der Bekenner, Jesu, Du Bräutigam der Jungfrauen, Jesu, Du Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig. Verschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig. Erhöre uns, o Jesu! Von Deinem Zorn und aller Ulebertretung) Deiner Gebote, Von den Nachstellungen des Satans, Bon Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Durch Deine heilige Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Erbarme Dich unser! Durch Deine für uns erlittenen Schmerzen, Durch Deinen bittern Kreuzestod, Durch Deine Auferstehung und Himmelfahrt, Durch Deine ewige Herrlichkeit, DurchdieFürspracheDeiner heiligsten Mutter, Durch die Fürbitte aller Heiligen, Befreie uns, D Jeſu! Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 97 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, 2c.- erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, 2c.- erbarme Dich unser, o Jesu! dni Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du zc. F. Der Name des Herrn sei gebenedeiet, R. Von nun an bis in Ewigkeit. Gebet. Gott, der Du den glorwürdigsten Namen unsers Herrn Jesu Christi, Deines eingebornenSoh-= nes den Gläubigen zur Quelle alles Trostes und aller Freude, den bösen Geistern aber zum Schrecken gemacht hast, verleihe doch gnadenvoll, daß alle andächtigen Berehrer dieses beiligsten Namens Jefu Trost und Erquickung in diesem Leben, und im zukünftigen die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn. Amen. 6. Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. Unterricht. Von der Verehrung der Herligen überhaupt und der allerseligsten Jungfrau insbesondere. Die Gläubigen, welche die Kirche Christi bilden, sind mit dem Herrn und unter fich auf das Innigste verbunden. Er ist nach dem h. Paulus( Ephes. 1, 22. und 1. Cor. 12, 12.) das Haupt, die Kirhe der geheimnisvolle Leib, die Gläubigen die Glieder dieses Leibes. Daraus ergiebt sich von selbst 5 93 Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. die innigste Wechselbeziehung zwischen dem Haupte und seinem mystischen Leibe und zwischen den einzelnen Gliedern unter sich nach Aehnlichkeit bei einem physischen Leibe. Die triumphirende Kirche im Himmel, die leis dende in Fegfeuer und die streitende auf Erden bilden nun aber zusammen diesen einen mystischen Leib, und diese eine in innigster Liebe und Gütergemeinschaft geeinte Kirche des Hauptes Jesu Christi; und dies ist eine Glaubenslehre unserer heil. Religion, welche wir unter der Benennung Gemeinschaft der Heiligen befennen. Der Tod löset nämlich dieses mystische Lebens- und Liebesband eben so wenig auf, als er die Gemeinschaft mit Christus auflöset. Durch die Aufnahme in den Himmel sind die Heiligen ihrer Verbindung mit der Kirche auf Erden nicht entnommen, sondern mit derselben in um so innigerer Gemeinschaft, als sie reiner und voller in Christi Einheit und Leben aufgenommen sind, und die Liebe in ihnen befestigt ist, welche sie zu Gott und wegen Gott auch zu ihren Mitmenschen haben. Denn die Liebe hört nicht auf. 1. Cor. 13, 8. Sie beten daher für uns; wir dürfen und können sie um ihre Fürbitte anrufen, und es ist billig und recht, und überaus heilsam, daß wir sie verehren und preisen. Die Wirksamkeit und Kraft der Fürbitte der Heiligen findet man im alten Testamente( Tob., 12. 12. Jer. 15, 1-2. Mach. 15. 14.) angezeigt; ebenso im neuen Testamente( Offenb. 5, 8. und 8, 3.); einstimmig ist Die Heiligen weinen darüber die Lehre der Väter. und seufzen für uns vor dem Angesichte des Schöpfers", sagt der h. Antonius, der Erem. Der fromme Chrift, sagt Clemens von Alexandrien,( Strom. 7, Cap. 12.) steht überhaupt nie außer dem Schuße der Heiligen; und wenn er auch allein betet, so hat er den Chor der Heiligen um sich stehen." Wer möchte es auch wohl in Abrede stellen, daß diejenigen, welche diesfeits ihre Brüder so innig geliebt, für sie so inbrünstig gebetet haben, dort, wo sie in der Liebe Gottes und der Menschen vollendet, die ganze Größe der himmlischen Herrlichkeit und die große für uns auf Erden bestehende Gefahr, fie ewig zu verlieren, erkennen und zu würdigen wissen, um so mehr sich unsrer annehmen? Wer möchte aber Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 99 auch wohl die unausspretliche Kraft und Wirksamkeit ihrer Fürbitte verkennen? Wenn Gott um zehn Gerechter auf Erden willen Sodoma und Gomorrha bers schonen wollte, was wird Er, der Bater der Barmher= zigkeit, nicht thun um seiner Himmelsbewohner willen. Wenn Moses durch sein Gebet oft hundert Tausende vom Untergange rettete, was wird sein Gebet dann nicht im Himmel vermögen? Wenn endlich Paulus 276 Seelen durch sein Gebet vom Tode im Meere befreite, was wird er nicht im Himmel erwirken? Ja, die Anrufung der Heiligen entspricht dem innern Gemüthsbedürfnisse der Gläubigen und der Natur und Liebesgemeinschaft der streitenden und triumphirenden Kirche, und deshalb hat dieselbe auch immer bei den Gläubigen stattgefunden. Immer haben die Gläubigen die Ueberzeugung gehabt, daß Gott, der die Propheten erleuchtet, den heiligen Paulus die Geheimnisse des Himmels hat sehen lassen, auch die Heiligen unsere Bitten erkennen lasse. Sind sie doch wahre und vollendete Mitglieder der Kirche, welche daher, unbeschadet ihrer unendlichen Seligfeit, weil in Gott dem unveränderlichen, dem Allgütigen, Weisen und Gerechten in all' seinen Fügungen und Zulassungen fest begründet, an allen Leiden und Freuden der Kirche und ihrer Mitglieder Theil nehmen: " denn wenn Ein Glied etwas leidet, so leiden alle Glieder mit; desgleichen wenn Ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit" 1. Cor. 12, 26. Auch wird Christi Ehre und die Einzigkeit seiner Erlösung durch die Anrufung der Heiligen nicht im mindesten beeinträchtigt, eben so wenig als dadurch, daß der h. Paulus( Ephef. 6, 19.) die noch lebenden Gläubigen um ihre Fürbitte anrief, dem Mittleramte Jesu zu nahe getreten wurde. Die Wirksamkeit ihrer Fürbitte steht bei Gottes freier Gnade und Barmherzigkeit, und ruhet auf dem Verdienste Jesu Christi, der uns zwar seine Gnaden und alles Gute gern geben will, aber von uns verlangt, daß wir darum bitten, und was unser unwürdiges Gebet allein nicht vermag, durch die Fürbitte seiner Heiligen, die wir anrufen, bewirkt werde. Sie sind Werke und reine Ebenbilder Gottes, lebendige Glieder Jesu Christi, geweihte Tempel des heil. Geistes und als 5* 100 Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria. folche würdiger Gegenstand unserer Berehrung. Dieſe geht auf Gott als den Grund ihrer Heiligkeit, der in ihnen das Wollen und Vollbringen wirkte. Bewundere und betrachte daher die Thaten der Heiligen, anerkenne ihre Tugencen, nämlich ihre Standhaftigkeit, Geduld, erhebe ihre Keuschheit und Enthaltsamkeit, preise ihren Gehorsam, ihre Armuth und Berachtung der Welt, ihre Gottes- und Menschenliebe. So viele Tugenden du an ihnen preisest, so viele Wunder der göttlichen Macht und Güte machst du bekannt. Sie sind würdig alles Lobes. Danke aber auch Gott für alles Gute, das Er den Heiligen erwiesen hat: dadurch entsprichst du mit der Kirche in Festen, canonischen Tageszeiten und hh. Messen zu Ehren der Heiligen dem innigsten Liebesdrange der Zepteren, womit sie Nichts mehr wünschen, als daß dem Herrn für die großen Dinge, die er an ihnen gethan hat, von jeglicher Creatur gedankt werde. Was aber noch besonders zur Verehrung der Heiligen gehört, ist die Nachahmung ihrer hohen und erhabenen Tugenden, wozu wir durch ihre Anrufung und Verehrung erweckt und angetrieben werden sollen. Und fürwahr, wenn die Welt das Andenken berühmter Menschen, die sich durch würdige Thaten ausgezeichnet haben, in öffentlichen Denkmälern der Nachwelt aufbewahrt und in der öffentlichen Achtung, die man der Tugend und dem Berdienste erweiset, ein mächtiges Mittel erkennt, den im Menschen schlummernden Trieb zur Nachahmung aufzuweden, so wird die Kirche um so mehr Grund dazu haben, diejenigen in Ehren zu halten und hochzuschätzen, welche durch christliche Tugend und Heiligkeit ausgezeichnet, Gottes ewiger Freundschaft gewürdigt," bor dem Throne und vor dem Lamme stehen, angethan mit weißen Kleidern und Siegespalmen in ihren Händen" ( Offenb. 7, 9), und mit Ruhm und Herrlichkeit ge front sind Ps. 8. 6. Um so mehr hat die Kirche Grund, diese ihre älteren verklärten Kinder den jüngern, noch streitenden zum Muster und Beispiele aufzustellen, und ihnen die Fußstapfen zu zeigen, welchen sie folgen sollen. Mächtig ist zur Nachahmung die Aufforderung des Beispiels, fräftiger als der Schall der Worte. Gerade durch die Berehrung und Anrufung der Heiligen will uns die Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 101 Kirche zu Gott führen. Um Gott zu dienen und Ihn allein anzubeten, loben wir den Herrn in seinen Heiligen. Pf. 150, 1. " Die allerfeligste Jungfrau und Mutter Got= tes, die Erhabenste aller Geschöpfe, die Königin aller Engel und Heiligen im Himmel, die ewig alle Geschlech= ter selig preifen werden( Luc. 1, 48), ist aber vor allen andern Heiligen zu verehren und anzurufen, je mehr sie vor allen übrigen Heiligen erhaben ist und Gott felbst sie geehrt hat. Sie ist die geliebteste Tochter des himm=. lischen Baters, die Mutter des Sohnes, die Braut des h. Geistes. Dadurch, daß sie Gottes Mutter ist, fagt der h. Unselmus, überragt sie alle Hoheit, die nach Gott genannt oder gedacht werden kann. Sie ist der Spiegel der Gerechtigkeit, woraus alle Tugend und Heiligkeit rein und ungetrübt, in vollendeter Vollkommenheit wiederstrahlen, als Cemuth, Keuschheit, Geduld und Gehorsam, ottes- und Menschenliebe 2c. Den übrigen Heiligen ist ein bedeutend großes Maß von Gnaden er= theilt; Maria aber hat die Fülle der Gnaden erhalten. " Du bist voll der Gnade." Alle Heiligen sind Freunde Gottes; Maria aber ist die Mutter Gottes. Der Herr ist mit dir, Du bist gebenedeit unter den Weibern." Ja, fort und fort wied sie von der allerheiligsten Dreifaltigkeit durch Zeichen und Wunder an ihren zahllosen Gnadenorten und überall verherrlicht, ewiglich preifen sie die Engel und Heiligen; die Kirche begeht ihr zu Ehren herrliche Feste, weihet ihr zu Ehren auf der ganzen Erde Tempel und Altäre, auf Flur und Feld prangen ihre Bilder, und aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge wird ihr Lob bereitet; denn diese fallen:„ Gegrüßt seist Du Maria!" Sie ist ferner, wie der H. Gregor M. jagt, die Mittlerin zwischen dem Erlöser und den Menschen. Durch sie, versichert uns der Hl. Bernard, haben wir Zutritt zum Sohne, wie wir durch den Sohn Zutritt zum Bater haben. Durch ihre Vermittlung fließen uns alle Gnaden zu. Die Fülle alles Guten hat Gott in Maria niedergelegt, damit wie erkennen, daß alle Hoffnung, alle Gnade, alles peil, das in uns gefunden wird, von ihr über= fließt, und dieses ist der Wille dessen, welcher wollte, "" 102 Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 11 daß wir Alles durch Maria erlangen. Gott verleiht une Gnade, Maria spendet sie uns aus. Lasset uns Gnade suchen und lasset sie uns durch Maria suchen; denn was sie suchet, das sindet sie und sie kann nicht abgewiesen werden."" In ihren Händen, sagt der h. Petrus Damian, sind die Schäße der Erbarmungen Gottes." Sie ist, sagt der h. Ephrem, die Hoffnung der Ver= zweifelnden, der Hafen derjenigen, welche Schiffbruch leiden, und der Verlassenen einzige Helferin. Es gibt Niemanden, der nicht, wenn er nur will, durch die Vermittelung Mariens gerettet werde. Sie ist die Zuflucht der Sünder, die Trösterin der Betrübten, die Hülfe der Christen, besonders in der Stunde des Todes. Sollte ich, fagt der h. Philippus Neri, bei meinem Tode Niemanden um mich haben, so sehe ich mein volles Vertrauen auf die allerfeligste Jungfrau. Sie ist die Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben und unsere Hoffnung, durch sie ist uns der Urheber des Lebens ge= boren. Großes Vertrauen müssen wir also seßen auf ihre Fürbitten, die von dem mütterlichen Ansehen begleitet werden, auf ihre Macht und Barmherzigkeit muß sich unsere Hoffnung gründen. Mit Beharrlichkeit müssen wir sie berehren, oft ihren heiligsten Namen andächtig anrufen, Andachtsübungen ihr zu Ehren mit Eifer verrichten und um ihre Fürbitte sie anflehen. Dazu leitet uns an unsere h. Kirche und die verschiedenen Festtage zur Ehre der hehren Gottesmutter, und die vielen Gebete, welche durch besondere Ablaßspendungen den Gläubigen empfohlen werden. Unter diesen merke dir, christliche Seele, den englischen Gruß, den hl. Rosenkranz und sonstige Andachtsübungen und Gebete zu Ehren der Mutter Gottes. Neben den vielen Festen sind die Samstage des Jahres ihr gewidmet und der Monat Mai. Um die Gläubigen anzuregen, diesen Monat zu Ehren Mariens zu heiligen, hat Pius VII. durch ein Rescript vom 21. März 1815 allen Gläubigen, welche entweder öffentlich oder für sich in diesem Monat mit Andachtsübungen oder andächtigen Gebeten die allerfeligste Jungfrau verehren, für jeden Tag 300 Tage Ablaß verlichen, und einen vollkommenen Ablaß an dem Tage in diesem Monat, wo sie das h. Buß- und Altarssakrament em= Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 103 pfangen und für das Wohl der Kirche beten. Dieſe Ablässe können auch den Verstorbenen zugewendet wer= den. Merke dir auch, christliche Seele, die sogenannten Novenen. Damit nämlich die Festtage der Mutter Gottes um so segensreicher gefeiert werden, ist es längst eine von der Kirche empfohlene Sitte, die letzten neun Tage, die dem jedesmaligen Feste der Mutter Gottes vorhergehen, durch eine Tugendübung oder ein andächtiges Gebet zu Ehren Marien's zu heiligen, so wie auch die apostel sich auf das h. Pfingstfest vorbereiteten. Gebet zur Mutter Gottes.*) Heiligste Jungfrau, Mutter des Wortes, das für uns Mensch geworden, Ausspenderin der Gnaden und Zuflucht für uns armselige Sünder! Mit lebendigem Glauben wenden wir uns zu Deiner mütterlichen Liebe und bitten Dich um die Gnade, stets dem Willen Gottes und dem deinigen gemäß zu handeln. In deine beiligsten Hände legen wir unser Herz, und wir flehen zu Dir um das Heil der Seele und des Leibes; und hoffen fest, daß Du, o liebevollste Mutter, uns erhören werdest. Darum beten wir mit lebendigem Vertrauen: Drei ,, Gegrüßet seist Du Maria" 2c. Gebet: Bewahre gnädigst, o Herr, deine Diener, vor jeglichem Gebrechen, auf die Fürbitte der allezeit reinen Jungfrau Maria, und schüße fie, die in tiefster Demuth zu Deinen Füßen ) Pius VII. verlieh 1804 allen Gläubigen, welche mit reumüthigem Herzen und andächtig dieses Gebet zur Berehrung der allerseligsten Jungfrau verrichteten, einen Ablaß von 100 Tagen. Leo XII. hat durch Decret vom 11. August 1824 diesen Ablaß für immer bestätiget. S 104 Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. liegen, huldvoll gegen die Nachstellungen aller Feinde. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Drei Gebete zur allerfeligsten Jungfrau Maria um Erlangung der Tugenden, besonders der Keuschheit.*) 1. Ich verehre Dich aus ganzem Herzen, heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des Himmels, als die Tochter des ewigen Ba= ters, und weihe Dir meine Seele mit all' ihren Kräften. Gegrüßet seist" 20. $ 0 1010 2. Ich verehre Dich aus ganzem Herzen, heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des Himmels, als die Mutter des eingeborenen Sohnes, und weihe Dir meinen Leib mit all' feinen Sinnen. Gegrüßet seist" 20. 3. Ich verehre Dich aus ganzem Herzen, heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des Himmels, als die geliebte Braut des heiligen *) Leo XII, verlieh unterm 21. October 1823 allen Gläubigen, welche diese drei Gebete mit drei Gegrüßet feist" 2c. zur allerfeligsten Jungfrau um ihren Schuß in Ausübung aller Tugenden, vorzüglich der Keusch heit zu erlangen, andächtig beten, jedesmal einen Abloß von 100 Tagen; ferner Jedem, welcher sie täglich durch einen Monat betet, einen bollkommenen Ablaß, wenn er an einem beliebigen Tage am Ende des Monats beichtet, communicirt und für das Wohl der h. Kirche betet. Diese Ablässe können auch den Verstorbenen zugewendet werden. Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 105 Geistes und weihe Dir mein Herz mit all' seinen Neigungen, und bitte Dich, Du wollest mir von der allerheiligsten Dreifaltigkeit alle Gnaden erflehen, die zu meinem Heile nothwendig sind. Gegrüßet seist" 2. esinen 11 Aus dem Lobliede des heil. Casimir auf die allerfeligste Jungfrau. - Alle Tage- Seele sage- Du Mariens Preis und Dank; Ihre Feste Ehr' auf's BestePreis ihr Thun mit Lobgesang. stbalgung#C Obetrachte Und beachte- Staunend ihre Herrlichkeit;.--Nenn' Beglückte, Hochentzückte -Mutter fie und sel'ge Magd. Lieder spende Ohne Ende 1 -- - Ihr der Weltenkönigin;- Stets gedenke- Der Geschenke Ihrem Lobe gib Dich hin. Bunge finge Sing und bringe- Sieges trophä'n der Mutter dar; Die des Bösen- Fluch zu lösen Ihren hohen Sohn gebar. Sie verehre- Daß die schwere- Sündenlast von dir gethan;- Laß uns flehen,- 3u bestehen- Wenn des Lasters Stürme nah'n. Litanei von der Mutter Gottes. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns!- Christe erhöre uns! Gott, Bater vom Himmel!-Erbarme Dich unser! Gott, Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme Dich unser! Gott, heiliger Geist!- Erbarme Dich unser! 5** 106 Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria. Heiligste Dreifaltigkeit ein einiger Gott!- Erbarme Dich unser! Heilige Marin!- Bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, lam Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Chrifti, Mutter der göttlichen Gnade, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du unversehrte jungfräuliche Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du holdselige Mutter, Du bewunderungswürdige Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du verehrungswürdige Jungfrau, Du preiswürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gnadenvolle Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Siß der Weisheit, Du Ursache unserer Freude, Du geistliches Gefäß, Du verehrungswürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, 10 Bitte für uns! Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 107 Alla Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hilfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst dieSünden der Welt,-Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c.- Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c. Erbarme Dich unser, ht Bitte für uns! o Herr! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Du zc. Antiphon. Unter Deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin. Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, v Du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau; unsere Frau, unsere Mittlerin und Fürsprecherin; verföhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor. y. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi! Bc. 108 Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria. Gebet. liter Seligste Jungfrau, Mutter des ewigen Wortes, Du bist uns ein Spiegel, aus welchem Ge= rechtigkeit und Weisheit hervorleuchtet, und welchen uns Gott zur seligen Beschauung vorgestellt hat. Aus Dir, Gebenedeite, entsproß Jesus, un= sere einzige Wonne und Seligkeit; Du bist das auserwählte Gefäß der Gnaden, von Gott selbst erfüllt. Gleich einer angenehm duftenden Rose verbreitetest Du den himmlischen Geruch aller Tugenden über den ganzen Erdboden. Unüberwindlich standest Du, über alle Leidenschaften siegend, immer unbewegt, auch unter dem Kreuze Deines Sohnes, gleich dem festen ThurmeDavids, und glänztest erhaben über alles gleich einem elfenbeinernen Palafte und goldenen Hause. Nach der langen Nacht des Fluches erschienest Du der Welt zuerst gleich einem holden Morgenstern, aus wel chem die Sonne der Gnaden uns aufging. Du bist die Arche des neuen Bundes, die das wahre Himmelsbrod, Jesum, den Sohn Gottes, ent= bielt; durch diesen öffnest Du uns den Himmel. Und nun hat Dich Dein Gott als die Würdigste über alle Geschöpfe erhoben. Heiligste, erhabenste Mutter des ewigen Herrschers, o laß uns immer Deinem tugendhaften Wandel folgen! Set Du unsere Fürsprecherin bei Deinem Sohne, unfre Beschüßerin in aller Trübfal, und in der letzten Stunde unsers Lebens. Amen. under Das Memorare des heil. Bernard. Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! es sei noch nie erhört worden, daß Einer, der unter Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria. 109. Deinen Schuß geflohen, Deine Hilfe angerufen, Deine Fürbitte angefleht, sei verlassen worden. Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu Dir, heilige Mutter, Jungfrau der Jungfrauen, komme ich zu Dir, stehe ich vor Dir, ein seufzender Sünder, und bitte Dich, Du wolleft, als Mutter des ewigen Wortes, meine Worte nicht verschmähen, sondern mich gnädig hören und erhören. Amen. Gebet zum h. Herzen Mariä.*) O Herz Mariä, der Mutter Gottes und auch unserer Mutter, liebenswürdiges Herz, Du Gegenstand des Wohlgefallens der allerheiligsten Dreifaltigkeit, und so würdig aller Berehrung und Liebe der Engel und Menschen. O heiliges Herz, das dem Herzen Jesu so ähnlich, ja sein vollkommenes Ebenbild ist. Du gütiges und gegen unser Elend so mitleidiges Herz, zerschmelze das Eis unserer Herzen und erwirke uns die Gnade, daß wir unsere Herzen ganz demjenigen unseres göttlichen Erlösers gleichförmig machen; theile ihnen die Liebe zur Tugend und jenes Feuer mit, 1010 *) Pius VII. berlich unter dem 1. Febr. 1816 Allen, welche dieses Gebet andächtig zu Ehren des h. Herzens Mariä verrichten, einen Ablaß von 60 Tagen; und am 20. Septbr. 1817 verlich er drei vollkommene Ablässe, am Feste Mariä Geburt, der Himmelfahrt und des Herzens Maria Allen, welche ein Jahr lang es täglich verrichten und nach Empfang der Hl. Sakramente eine Kirche oder einen Altar, welche der b. Jungfrau gewid= met sind, besuchen, und nach der Meinung des h. Baters beten. Ferner verlieh er denen. welche sich gewöhnen, dieses Gebet täglich ihr ganzes Leben zu berrichten, einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde. 27 110 Die Andacht des hl. Rosenkranzes. von welchem Du immerdar entflammt bist. Wache über die heil. Kirche und beschüße sie; sei Du immer ihre Zuflucht und Schußwehr gegen alle Anfälle ihrer Feinde; sei Du der Weg, der uns zu Jesu führt und der Kanal, durch den alle Gnaden uns zufließen, die wir zur Erlangung unserer Seligkeit bedürfen. Sei Du unser Trost in der Trübfal, unsere Stüße in Versuchungen, unsere Zuflucht in Verfolgungen, unsere Hülfe in allen Gefahren, und besonders in der Stunde unseres Todes, in jenem letzten Streit, wo die Hölle alle ihre Kräfte aufbietet, unsere Seelen zu rauben. In diesem furchtbaren Augenblicke, von dem unsere ganze Ewigkeit abbängt, laß uns, o mitleidige Jungfrau, die volle Zärtlichkeit Deines mütterlichen Herzens empfinden; zeige uns, was Du bei Jesus vermagst und eröffne uns in dieser Quelle der Barmherzigkeit eine sichere Zufluchtsstätte, auf daß wir Ihn in der Wohnung der Seligen mit Dir preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Möge das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä immer mehr erkannt, gelobt, gepriesen, geliebt und verherrlicht werden auf der ganzen Erde! Die Andacht des h. Rosenkranzes. Unterricht. Eine der vorzüglichsten Andachten zur Anbetung Gottes und Berehrung der allerfeligsten Jungfrau Maria ist der h. Rosenkranz. Für die Sitte, das h." Vater unser" 2c. und den" englischen Gruß" in einer bestimmten Anzahl zu wiederholen, mit dem Lobspruche auf die h. Dreifaltigkeit Ehre sein 2c. zu schließen, und durch ein in die Sinne fallendes Mittel, z. B. Steinchen oder Kügelchen zu zählen, finden wir schon Die Andacht des heil. Rosenkranzes. 111 Spuren in den ersten christlichen Zeiten, wie der gelehrte Papst Benedict XIV. in seinen Werke über die Feste der allerseligsten Jungfrau nr. 163 berichtet. Auch wurden schon in den ersten christlichen Zeiten die Gläubigen angewiesen, eine gewisse Anzahl Vater unser" 2c. und " Gegrüßet" 2c. zu beten. Der Rosenkranz in unserer jeßigen Form, in Verbindung mit der Betrachtung der wichtigsten Geheimnisse unserer H. Religion, der freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse wurde im dreizehnten Jahrhunderte eingeführt, und wird dem h. Dominicus zugeschrieben, den die allerfeligste Jungfrau darüber unterrichtete. Dieses Gebet ist sowohl seinen Bestandtheilen nach als auch in Betreff der Geheimnisse, die dabei betrachtet werden, nämlich seinen himmlischen Worten und Lehren nach, ausgezeichnet. Es ist der Gruß des Himmelsboten an Maria, es ist das Gebet, das der Herr selbst uns gelehrt hat, und der kurze Inbegriff aller von Oben geoffenbarten Glaubenswahrheiten, der Inhalt des Nosenkranzes, der darum nothwendig den Menschen emporheben muß aus dem Reiche des Bergänglichen in dasjenige seligmachender Wahrheit. Groß und erhaben sind daher auch die Früchte, welche die göttliche Barmherzigfeit damit verbunden hat. Denn auf dieses Gebet hat der h. Dominicus, durch die fräftige Fürbitte Marien's unterstüßt, unzählige Schaaren Irrgläubiger und Sünder dem Schooße der Kirche und dem Wege der Tugend zurückgeführt; bald verbreitete sich diese Andacht über die ganze Christenheit, sie wurde von der Kirche unter vielen Ablaßspendungen allen Gläubigen empfohlen und fie hat sich von der Zeit an als ein besonderes Mittel und Zeichen der Frömmigkeit bewährt. In alle religiöse Orden wurde sie eingeführt und ununterbrochen bis auf unsere Zeit geübt; die Heiligen bedienten sich derselben. Der h. Franz von Sales unterließ es keinen Tag, den Rosenkranz zu beten. Wie angenehm und wohlgefällig Gott dieses Gebet fei, und welch' kräftige Wirkung es vor dem Throne seiner Allmacht und Barmherzigkeit habe, dieses zeigte Gott nicht allein gleich bei der Einführung, sondern fort und fort auf die auffallendste, oft wunderbarste Weise, besonders bei allgemeinen oder 112 Die Andacht des heil. Rosenkranzes. besonderen Anliegen und Drangsalen; und gerade dieses bat die römischen Päpste veranlaßt, ein eigenes Fest des Rosenkranzes zur Ehre der allerfeligsten Jungfrau für die ganze Kirche anzuordnen, worüber Benedict XIV. im bereits angeführten Werke das Nähere angibt.„ Wie viel Gutes, sagt der H. Alphonsus von Liguori, berdankt die Welt dieser herrlichen Andacht! D, wie Biele sind durch dieselbe von ihren Sünden befreit, wie Biele dadurch zu einem heiligen Leben angeleitet worden! Wie Biele, die jetzt selig im Himmel sind, verdanken derselben einen guten Tod! Laß es dir, christliche Seele! daher ernülich angelegen sein, dieser Andacht dich eifrig zu bedienen, und der Gnaden und Ablässe theilhaftig zu werden; zu dem Ende betrachte in tiefer Andacht die hochheiligen Geheimnisse, die in jedes„ Ge= grüßt" 2c. nach dem Worte Jesu8 eingeschaltet werden. Es sind folgende: a) Die freudenreichen Geheimnisse: 1. Den Du, o Jungfrau, vom h. Geiste empfangen haft. 2. Den Du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. 3. Den Du, o Jungfrau, geboren hast. 4. Den Du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert haft. 5. Den Du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast. b) Die schmerzhaften Geheimnisse: 1. Der für uns Blut geschwißet hat. 2. Der für uns gegeißelt worden. 3. Der für uns mit Dornen ist gekrönt worden. 4. Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. 5. Der für uns gekreuzigt worden. c) Die glorreichen Geheimnisse: 1. Der von den Todten auferstanden ist. Die Litanei zur schmerzhaften Mutter. 113 2. Der in den Himmel aufgefahren ist. 3. Der uns den h. Geist gesandt hat. 4. Der Dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. 5. Der Dich, oJungfrau, im Himmel gekrönt hat. Litanei zur schmerzhaften Mutter. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,- erbarme 2c. Gott heiliger Geist, erbarme 2c. - Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, 150 Unit er= barme Dich unser! C Heilige Maria- bitte für uns! 39 4/2 Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Gekreuzigte Mutter, Schmerzhafte Mutter, Thränenvolle Mutter, Betrübte Mutter, Verlaffene Mutter, Trostlose Mutter, 40132 int 16 K ( 691102) ma Du Quelle der Thränen, Du Inbegriff aller Leiden, Du Spiegel der Geduld, 902 Deines Sohnes beraubte Mutter, Mit dem Schwerte durchbohrte Mutter, Von Mühsalen verzehrte Mutter, Mit Angst erfüllte Mutter, b Mit dem Herzen an's Kreuz geschlagene Mutter, Traurigste Mutter, Bitte für uns! Y 114 Die Litanei zur schmerzhaften Mutter. Du Felsen der Standhaftigkeit, Du Anker des Vertrauens, Du Zuflucht der Verlassenen, Du Schild der Unterdrückten, Du Besiegerin der Ungläubigen, Du Trost der Elenden, Du Arznei der Kranken, Du Stärke der Schwachen, Du Hafen der Schiffbrüchigen, Du Stillung der Stürme, Du Zuflucht der Trauernden, Du Schrecken der Nachstellenden, Du Schatz der Gläubigen, Du Auge der Propheten, Du Stab der Apostel, Du Krone der Martyrer, Du Licht der Beichtiger, Du Perle der Jungfrauen, Du Trost der Wittwen, Du Freude aller Heiligen, Königin, ohne Erbsünde empfangen, Du Lamm Gottes, 2c.- Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c.- erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. erbarme Dich unser, o Herr! added sim Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. Gebet. Sieh' uns an, o schmerzhafte Mutter, befreie uns, rette uns von allen Nöthen durch die Kraft Jesu Christi. Amen. - — Bitte für uns! 10 Andacht zu allen Heiligen. 115 Schreibe, o heilige, hochgebenedeite Frau, in mein Herz ein deine Wunden, daß ich darin den Schmerz und die Liebe lesen kann; den Schmerz, um durch dich jeden andern Schmerz zu ertragen; die Liebe, um für dich jede andere Liebe zu verachten. Lob sei Gott und der Gottesgebärerin. Amen. Hymnus: Stabat Mater. Christi Mutter stand gequälet 2c., siehe den Gesang Nr. 110. 10 Bisne 7. Andacht zu allen Heiligen. Bei allen ernsten Angelegenheiten, z. B. der Weihe der Priester und Bischöfe, bei den Bittgängen 2c. wen= det sich die Kirche an alle Heiligen, um ihre Fürbitte zu erflehen. Sie mahnt uns dadurch, daß auch wir, wo es immer ein wichtiges Werk gilt, uns mit unseren Gebeten nicht genügen mögen; wir sollen uns vielmehr an unsere verklärten Mitbrüder, die Heiligen Gottes, wenden, damit sie ihr Gebet mil dem uns'rigen ver= einigen, und wir desto sicherer auf Erhörung unseres Flehens hoffen dürfen. Bitanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser!- Herr, erbarme Dich unser! Gott Vater vom Himmel.- Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, Erbarme 2c. Gott heiliger Geist,- Erbarme 2c. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Erbarme Dich unser! — - Heilige Maria, Bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, Sund BUNGA Bitte für uns! Abent Andacht zu allen Heiligen. Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Bitte für uns! 116 Heiliger Michael, Bitte für uns! Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, - - Bitte für uns bid hi Bitte für uns! Alle heil. Engel und Erzengel,-- Bittet für uns! Alle heil. Chöre der seligen Geister,- Bittet 2c. Heiliger Johannes der Täufer,- Bitte für uns! Heiliger Joseph,- Bitte für uns! Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Bittet für uns! Heiliger Petrus, Heil. Paulus, Heil. Andreas, Heil. Johannes, Heil. Thomas, Heil. Jacobus, Heil. Philippus, Heil. Bartholomäuß, Heil. Matthäus, Heil. Simon, Heil. Thaddäus, 1 - Heil. Matthias, Heil. Barnabas, Heil. Lucas, Heil. Markus, Alle heil. Apostel und Evangelisten, Bittet für uns! Alle heil. Jünger des Herrn, Bittet für uns! Alle heil. Unschuldige, Bittet 2c. Heil. Stephanus,- Bitte für uns! Bitte 2c. 1 Heil. Laurentius, Heil. Vincentius,- Bitte 2c. Bitte für uns! Andacht zu allen Heiligent. 117 Bittet 2c. Heil. Fabianus und hl. Sebastianus, Bittet 2c. Heil. Johannes und heil. Paulus, Heil. Cosmas und heil. Damianus, Bittet 2c. Heil. Gervasius und heil. Protasius,- Bittet 2c. Alle heil. Martyrer, Bittet 2c.itisk noe Heil. Sylvestering Heil. Gregorius, isthof and Heil. Ambrofius, all dan moe Heil. Augustinus, dig Heil. Hieronymus, Heil. Martinus, Heil. Nicolaus, Heil. Godehardus, Heil. Bernwardus, — 1 Alle heil. Bischöfe und Beichtiger- Bittet 2c. Alle heil. Lehrer, Bittet 2c.artsch Heil. Antonius, ne dam to m Heil. Benedictus, es - Bitte für uns! Keha Heil. Bernardus, uds Heil. Dominicus, Heil. Franziscus, Basford Alle heil. Priester und Leviten,- Bittet für uns! Alle heil. Mönche und Einsiedler, Bittet 2. Heilige Maria Magdalena, Bitte für uns! Bittefüruns! Heil. Agatha, Heil. Lucia, Heil. Agnes, Heil. Cäcilia, Heil. Catharina, Heil. Anastasia, an Alle heil. Jungfrauten und Wittwen, Bittet 2c. Alle Heilige und Auserwählte Gottes,- Bittet für uns! Bitte für uns! 118 Andacht zu allen Heiligen. Sei uns gnädig!- Verschone uns, o Herr! Erhöre uns, o Herr! Sei uns gnädig! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Bon Deinem Zorne, Turint and 039 Von einem schnellen und unvermutheten Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unreinigkeit, Vom Blitz und Ungewitter, Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß Deiner heil. Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heil. Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine heil. Auferstehung, Durch Deine wundervolle Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Befreie uns, o Herr! Am Tage des Gerichts, calents Wirarmen Sünder!-Wirbitten Dich, erhöreuns! Du wollest uns verschonen, inpit: pil Du wollest uns verzeihen, Du wollest uns zur wahren Buße führen, Du wollest Deine heilige Kirche regieren und erhalten, Du wollest unsern Oberhirten und alle geistlichen Vorsteher in Deiner heiligen Neligion erhalten, held Du wollest die Feinde Deiner heiligen Kirche demüthigen, Wirbitten Dich, erhöreuns! Andacht zu allen Heiligen. Du wollest allen christlichen Königen und) Fürsten Gesinnungen des Friedens und der Eintracht einflößen, Du wollest der ganzen Christenheit Friede und Einigkeit verleihen, Uns selbst wollest Du in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten, Du wollest unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben, Du wollest alle unsere Wohlthäter mit den ewigen Gütern belohnen, Du wollest unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, unserer Verwandten und Wohlthäter von der ewigen Verdammniß erretten, Du wollest die Früchte der Erde geben und erhalten, Du wollest unser Gebet annehmen, Du Sohn Gottes! 119 Wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst dieSünden der Welt,- Verschone uns, oHerr! O Du Lamm Gottes 2c.- Erhöre uns, o Herr! ODu Lamm Gottes, welches 20.- Erbarme Dich unser! Christe höre uns!-Christe, erhöre uns!-Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Psalm 69. ( Wird bei öffentlicher Andacht vom Priester mit der Gemeinde abwechselnd gebetet.) Priester: Gott, sei Du auf meine Rettung bedacht! Herr, eile mir zu helfen! Andacht zu allen Heiligen. Gemeinde: Laß zu Schanden werden und sich schämen, die meiner Seele nachstellen. Pr. Laß sie zurück stürzen und schamroth werden, die mein Unglück suchen. he pour no G. Laß sie schleunig mit Schande zurückstürzen, die zu mir sagen: weg, weg mit dir! Buff Laß alle frohlocken und jauchzen, die sich nach Dir sehnen; und laß sie, die Dein Heil lieben, immer sagen! Gepriesen sei der Herr! G. Ich aber bin arm und dürftig, Gottstehe mir bei. Pr. Du bist ja mein Helfer und mein Netter. G. Herr, verzögere länger doch nicht. Pr. Pr. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und 1089 dem heiligen Geiste. 6. So wie im Anfang und jetzt und allezeit, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Herr, mache Deine Diener selig.do G. Die auf Dich, mein Gott! vertrauen. Amen. Pr. 120 Pr. Herr, sei Du uns ein unüberwindlicher Thurm der Zuflucht. man G. Wider unsere Feinde. Pr. Laß den Feind nichts vermögen wider uns, G. Und der Boshafte wage es nicht, uns zu fränken. Pr. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, 740 G. Und strafe uns nicht nach unseren Ungerechtigkeiten. Pr. Laßt uns beten für unsern jebigen Oberhirten N. 6. Der Herr erhalte und belebe ihn; Er mache ihn selig auf Erden, und übergebe ihn nicht in die Gewalt jeiner Feinde.. Andacht zu allen Heiligen. Pr. Laßt uns beten für unsere Wohlthäter. G. Herr, um Deines Namens willen belohne alle unsere Wohlthäter mit dem ewigen Leben. Amen. Pr. Laßt uns beten für die verstorbenen Gläubigen. 6. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. 121 Pr. Laß sie ruhen in Frieden. G. Amen. Pr. Laßt uns beten für unsere abwesenden Brüder. 6. Mein Gott, mache Deine Diener selig, die auf dich hoffen. Pr. Sende ihnen Hilfe von Deinem Heiligthume. G. Und beschüßze sie von Sion her. Pr. Herr, erhöre mein Gebet.@innis 6. Und laß mein Geschrei zu Dir kommen. Laßt uns beten. Gott, dem ein stetes Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Fleben an; laß Deine erbarmende Huld uns und alle deine Diener, die mit den Ketten der Sünden beschwert sind, gnadenvoll davon erretten. Erhöre, o Herr, das Gebet der Flehenden, und verschone diejenigen, die ihre Schuld vor Dir bekennen, damit uns, wenn wir mit Dir ausge= söhnt sind, Huld und Frieden von Dir gnädigst verlichen werde. Erzeige uns, o Herr! Deine unermeßliche Barmherzigkeit, befreie uns von aller Sünde, und 6 Andacht zu allen Heiligen. errette uns von aller Strafe, die wir dafür verdienen. 122 Gott, der Du durch die Sünde beleidigt, und durch die Buße versöhnt wirst, sich doch gnadenvoll auf das Gebet Deines sich vor Dir demüthigenden Volkes, und wende die Geißeln Deines Bornes, die wir für unsere Sünden verdienen, von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners, unsers Oberhirten N., und leite Du ihn stets durch Deine Gnade auf dem Wege des ewigen Heils, damit er durch Dich, was Dir wohlgefällig ist, wolle und mit ganzer Kraft vollbringe. Gott, von dem die heiligen Begierden, die guten Rathschlüsse und die gerechten Werke herkommen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit wir unser Herz Deinen Geboten unterwerfen, und unter Deinem Schuß, von feindlichem Schrecken befreit, Zeiten des Friedens erleben mögen. Herr, läutere durch das Feuer des heiligen Geistes unsere Herzen und Nieren, damit wir Dir mit einem feuschen Leibe dienen, und mit einem reinen Herzen gefallen mögen. Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Rechtgläubigen, verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, damit sie die Verzeihung, wonach sie stets geseufzt haben, durch andachtsvolles Flehen erlangen mögen. Komm doch, o Herr! Wir bitten Dich, durch Deine Gnade allen unsern Handlungen zuvor, und begleite fie mit Deiner Hilfe, damit alle unsere Gebete und Werke jederzeit von Dir den Andacht zum heil. Antonius. Anfang nehmen und durch Dich beendigt werden. 123 Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebendigen herrschest und über die Todten, und Dich aller erbarmst, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest, wir bitten Dich flehentlich, daß Diejenigen, für welche wir Dich anzurufen Willens sind, und die entweder noch im Fleische in dieser Zeit wandeln, oder schon außer dem sterblichen Leibe in dem zukünftigen Leben sind, auf die Fürbitte aller Heiligen, durch) die Erbarmung Deiner Liebe die Verzeihung aller ihrerSünden erhalten mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste einig lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der allmächtige und barmherzige Herr erhöre uns. Amen. DieSeelen der abgestorbenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. 8. 3um heiligen Antonius von Padua. Die öffentliche Undacht zum heil. Antonius beginnt mit dem sacramentalischen Segen, worauf ein der Kirchenzeit entsprechender Gesang gesungen wird. Darauf wird die nachfolgende Litanei gebetet und das begonnene Lied weiter gesungen. Dann wird der sakramentalische Schlußsegen ertheilt und zuletzt der Gesang angestimmt: Sanct Antoni, hoch gepriesen 2c. Litanei zum h. Antonius. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser!-Herr, erbarme Dich unser! Christe höre uns! Christe erhöre uns! 6* 124 Andacht zum heil. Antonius. Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,- Erbarme 2c. Gott heiliger Geist,- Erbarme Dich unser! Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,- Erbarme Dich unser! Bitte für uns! S Heil. Maria, Alle heil. Chöre der Engel- Bittet für uns! Alle Heiligen und Auserwählten Gottes, Bittet für uns! Heiliger Antonius, Bitte für uns! Du treuer Diener des h. Franziscus, Du Zierde Deines Ordens, Du Säule der Kirche, Du Mann nach dem Herzen Gottes, Du Liebhaber der Armuth, Du Muster der Demuth, Du Beispiel der Geduld, Du Vorbild der Mäßigkeit, Du schöne Lilie unversehrter Reinigkeit, Der du gewürdiget worden, das Kind Jesus in deine H. Arme zu schließen, Der du deinen Gott von ganzem Herzen liebtest, Der du nach jeder Tugend strebtest, Du Spiegel hoher Heiligkeit, Du Muster wahrer Frömmigkeit, Der du mit der Gnade Gottes erfüllt warst, Du eifriger Verkünder des h. Evangeliums, Du liebreicher Lehrer des Glaubens, Du Zurechtweiser der Irrenden, Du mächtiger Streiter wider Irrthum und Sünde, Du Tröster der Betrübten, Bitte für uns! Andacht zum heil. Antonius. 125 Du Zuflucht der Verlassenen, Bitte für uns! Du Helfer der Nothleidenden,-Bitte für uns! Du Wiederbringer verlorner Sachen, Du mächtiger Wunderthäter, - Bitte 2c. Bitte 2c. Jesu Christe,- Erbarme Dich unser! Durch die Verdienste Deines h. Dieners An-) tonius, Durch seine Geduld und Demuth, Durch seine freiwillige Armuth, Durch sein Fasten und Wachen, Durch seine große Selbstverleugnung, Durch seine vielen Arbeiten für Deine Ehre, Durch seine Predigten und Lehren, Durch seinen glühenden Andachtseifer, Durch seine große Nächstenliebe, Durch sein Mitleid und seine Barmherzigkeit, Durch sein Verlangen nach der Marterkrone, Durch alle Mühseligkeiten, die er Deinetwegen duldete, Durch alle Dienste, die er Dir erwiesen, Durch seine kindliche Liebe zu Dir, Durch seinen seligen Tod, Durch die Liebe, mit der Du ihn zu Dir gege= Erbarme Dich unser! nommen, Wir arme Sünder,-Wir bitten Tich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest, Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns durch die Verdienste des heil. Antonius vor allen Ulebeln bewahrest, Daß Du uns in unsern Leiden Geduld verleiheft, Daß Du uns den Geist wahrer Andacht einflößest, Wir bitten Dich zc. 126 Vesper- Undacht. Daß Tu uns in unsern Nöthen beistehest, Wir bitten Dich, erhöre uns! Ourens Daß Du uns im Tode beschüßest,- Wir bitten 2c. Daß Du uns in Dein ewiges Reich aufnehmest ,Wir bitten Dich, 2c. Göttlicher Erlöser! Wir bitten Dich, 2c. ODu Lamm Gottes, 2c.- Verschone uns, oHerr! ODu Lamm Gottes, 2c.- Erhöre uns, o Herr! ODu Lamm Gottes, 2c.- Erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. y. Bitte für uns, v heil. Antonius! Bc. Auf daß wir würdig werden der Verheis Bungen Christi. Gebet. O Gott! der Du Deinen getreuen Diener, den h. Antonius, zum Heile der Welt auserwählt und durch sein h. Beispiel und eifriges Predigen die Seelen der Gewalt des Satans entzogen haft; wir bitten Dich, Du wolleft uns auf seine mächtige Fürbitte, in Rücksicht seiner Verdienste, Teine göttliche Gnade verleihen, und der ewigen Freuden theilhaftig machen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 9. Vesper- Andacht. ý. Deus in adjutorium meum intende. B.Domine, ad adjuvandum me festina. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio et nunc et semy. Gott, mert auf unser Flehen. Be. Herr, eile uns zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! Wie sie war im Anfange, so jegt und zu Vesper- Andacht. 127 per et in saecula saecu- allen Zeiten, Amen. Ulle= lorum. Amen. Alleluja luja.( nach Septuagesima): ( nach Septuages.): Laus Preis Dir, o Herr! König tibi Domine. Rex aeternae dir ewigen Glorie. Gloriae. 1. Pfalm. Ant.: Von Ewigkeit ist Gott und seine Macht hat feine Grenzen. 1. Unsterblicher, der Zeiten Köng! InEwigfeit Dir Preis und Ehre! Es ist kein Gott, so sprechen Thoren. Sie lieben Bosheit, nicht die Tugend. 2. Gott ist der Herr, erkenn's, Du Erde! Der Herr schuf uns, nicht wir uns selber.- Die Himmel rühmen seine Ehre. Die Veste Seiner Hände Werke. 3. Du bist vor Berg und Welt und Erde, Du bleibst in alle Ewigkeiten. Sie werden alt gleich dem Gewande, Du aber bleibst derselbe ewig. 4. Vor Dir sind Jahre gleich dem Tage, Der gestern uns vorbeigeeilet. Dein Nam' ist wunderbar auf Erden, Du herrschest allgewaltig, ewig. 5. Wer singet Deine Macht und Größe, Wer preiset würdig Deine Wunder?- Hoch preist den Ewigen, ihr Himmel! Rühmt, Meere, Seinen großen Namen. 6. Gesprochen hast Du, und sie wurden, Befohlen und sie sind erschaffen.- Dein Wort, Herr! zerschmettert Cedern; Erschüttert Wüsten, daß sie zittern. 7. Du schaust die Erde an, sie bebet, Du rührst Gebirge an, fie rauchen. Du zeigst dem 128 Besper- Andacht. Meere seine Grenzen; Bis hierher, sprichst Du, und nicht weiter! 8. Dem Vater und dem Sohne sei Ehre, Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geist;- So wie von Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und ewig! Amen. homme 2. Pfalm. Tnt. Du fennst uns Alle, durchforscheft Herz und Nieren. 1. Gott! Du durchforschest und kennest Alle; Weißt, ob wir sigen oder steben.- Siehst, ob wir gehen oder liegen, Du weißt von ferne, was wir denken. 2. Eh' noch das Wort steigt auf die Lippen, Hast Du's, Allwissender, gehöret.- Wo flieh' ich hin vor Deinem Geiste? Wo berg' ich mich vor Deinem Blicke? 3. Stieg ich zum Himmel, bist Du droben; Sänk' ich zum Abgrund, auch dort bist Du Wollt' ich zum fernsten Osten fliehen; Wollt ich am letzten Westen wohnen; 4. Auch dort wird Deine Hand mich halten, Auch dort ergreift mich Deine Rechte- Spräch' ich: Die Nacht soll mich bedecken; Die Finsterniß wird selbst zum Lichte. 5. Die Nacht wird Tag, zum Licht das Dunkel; Vor Dir entfliehen Finsternisse.- Erforsch' mich, Gott! fieb' meinen Wandel, Und leite mich den Pfad zum Himmel. 6. Dem Vater und dem Sohne sei Ehre 2c. 2016 3. Pfalm. Ant. Der Herr ist gütig, und Seine Barmherzigkeit währet ewiglich. 1. O Herr! ich danke Dir von Herzen; Denn 129 Sonntage- Vesper. ewig währet Deine Güte- Aller Augen warten auf den Herrn! Denn ewig währet Deine Güte. 2. Du gibst zur rechten Zeit die Speise; Tenn ewig währet Deine Güte.- Erbarmung finden Deine Kinder; Denn ewig währet Deine Güte. 3. Du richtest nicht nach unfern Sünden; Denn ewig währet Deine Güte.- Vergiltst nicht nach den Missethaten; Denn ewig währet Teine Güte. 4. Auch, wenn Du strafest, bist Du Liebe; Denn ewig währet Deine Güte.- Du willst, daß Alle selig werden; Denn ewig währet Deine Güte. 5. Du ziehst durch Liebe unsere Herzen; Denn ewig währet Deine Güte;- Dich preisen alle Deine Frommen; Denn ewig währet Deine Güte. 6. Gerecht ist Gott, Ihn will ich preifen, Hoch loben Ihn, den Herrn und König Ge= rechtigkeit sind Seine Wege, Und heilig Er in Seinen Werken. 7. Nicht wie des Menschen, sind Sein' Rathschlüss, Nein, Ihn bethören nicht Geschenke. Er richtet Sünder, wie Gerechte, Er lohnet uns nach unsern Werken. 8. Frohlockt, ihr Frommen, voll des Jubels: Denn groß ist euer Lohn im Himmel. Doch furchtbar auch Sein' Strafgerichte; Bor ihm bestehen nicht die Frevler. 9. 3u Grunde geh'n, die böse wandeln, Sie stürzen in die ew'genQualen.- Erbarm', erbarm' Dich Deiner Kinder! Denn ewig währet Deine Güte. 10. Dem Vater und dem Sohne sei Ehre zc. Lection. Röm. 11. Oder Tiefe des Reich6** Sonntags- Vesper. thume, der Weisheit und der Erkenntniß Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, wie unerforschlich seine Wege! Wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer gab Ihm zuvor, daß er Ihm vergelten müßte? Denn von Ihm und durch Ihn und in Ihm ist alles! Ihm sei die Ehre in Ewiz- 1 keit! Amen. R. Gott sei Dank. The Hymnus. 1. Des Lichtes Schöpfer, Gütigster, Führst Du das Licht des Tages her, Haft beim Entsteh'n die neue Welt Durch neugeschaff'nes Licht erhellt. 2. Auf Dein Geheiß ward Tag genannt, Was Morgen an den Abend band, Da lös't das dunkle Chavs fich, Neig' unfrem Flehen huldvoll Dich. 130 3. Daß sündenschwer die Seele nicht Verlier' des höhern Lebens Licht, Wenn sie, dem Ewigen entrückt, In Schuld und Laster sich verstrickt. 4. 3um Himmel strebe nur ihr Lauf, Des Lebens Palme blüh' ihr auf! O lass', was schaden mag, uns flieh'n, Und allem Bösen uns entziehn. 5. Gewähr' uns dies von Deinem Thron, O Vater! Eins mit Deinem Sohn, Der mit dem Geist voll Herrlichkeit, Regiert in alle Ewigkeit. F. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn, fammt dem beiligen Geiste. Be. Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! Ant. Dem ewigen Könige, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen und allmächtigen Gott fei Ruhm und Ehr' in Ewigkeit! 131 Sonntags- Vesper. Magnificat. 1. Hochpreiset meine Seel' den Herrn, Mein Geist frohlockt in Gott, dem Heile. Denn Er sah herab auf die Niedrigkeit seiner Magd. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 2. Denn Großes that an mir der Mächt'ge, Und heilig ist sein Name.-Seine Barmherzigkeit geht von Geschlecht zu Geschlechte Auf Alle, die Ihn fürchten. 3. Er übte Macht mit seinem Arme, 3erbrach den Stolzen und sein Sinnen. Die Mächtigen stürzt er vom Throne und hat erhöht die Niedrigen. 4. Die Hungrigen füllt er mit Gütern, Die Reichen hat er leer entlassen. Israels nahm Er sich an, Seines Knechtes, Eingedenk Seiner Barmherzigkeit. 5. Wie Er's gesprochen zu den Vätern, Abram und Seinem Samen ewig.- Dem Vater u. s. w. So wie u. s. w. y. Der Herr sei mit euch! Be. Und mit deinem Geiste. ( Das Kirchengebet vom einfallenden Sonntage.) Fürbitte für alle Stände der Kirche. ý. Schau herab vom Himmel, o Herr! und suche heim diesen Weinberg. F. Schüße und pflege Du ihn, den Deine Rechte gepflanzt hat. Allmächtiger, ewiger Gott! durch dessen Geist der ganze Leib der h. Kirche geheiligt und regiert wird! erhöre unser demüthiges Gebet und verleihe allen Vorstehern Deiner Kirche und allen Ständen derselben Deine Gnadengaben, damit 132 Sonntags- Vesper. sie Dir treulich dienen mögen. Gib ihnen Nachlaß der Sünden, Trost im Leben und fortwäh renden Schuß vor allen Nachstellungen, damit sie in Deinem h. Dienste verharren und Deine Erbarmung ewig preisen mögen. Durch Christum 2c. Heilige Maria! komm zu Hülfe den Elenden, steh bei den Muthlosen, tröste die Betrübten, flehe für die Geistlichkeit und bitte für das Christenvolk. F. Bc. Laß lc Deiner Hilfe sich freuen, die Deiner in Andacht gedenken. Verleihe, wir bitten Dich, o Herr und Gott! daß wir, Deine Diener, uns der steten Wohlfahrt des Geistes und des Körpers erfreuen, und durch die glorreiche Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria von allen gegenwärtigen Ulebeln befreit werden und die ewige Freude genießen mögen. Durch Christum 2c. ý. O alle ihr Heiligen und Freunde Gottes im Himmel. Fe. Würdiget euch für uns und aller Menschen Heil zu bitten. Behüte, o Herr! Dein Volk und erhalte uns, die wir auf die Fürbitte Deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus und unserer heil. Patrone vertrauen, in Deinem ewigen Schuße. Wir bite ten Dich, o Herr! laß alle Deine Heiligen uns allenthalben zu Hülfe sein, auf daß, da wir ihre Verdienste verehren, wir ihre Fürbitte empfinden. Verleihe Deinen Frieden in unsern Zeiten, schüße Deine Kirche vor aller Bosheit, lenke unsere und aller Deiner DienerWege, Handlungen und Rath= schlüsse in dem Ueberflusse Deines Segens; ver= gilt unsern Wohlthätern mit den ewigen Gütern, und verleihe allen verstorbenen Gläubigen die ewige Ruhe. Durch Christum 2c. Gebet zum heil. Schußengel. Der Herr sei mit euch! Be. Und mit Deinem Geiste! y. Paffet uns den Herrn preisen! Be. Laffet uns Gott Dank fagen. y. Laß auch. Allbarmherziger, die Seelen der verstorbenen Christgläubigen in Frieden ruhen! B. Amen. 133 Gebet zum heil. Schußengel. O Gott! wie gut bist Du gegen uns Menschen. Sogar Deinen Engeln, jenen vortrefflichen Geschöpfen, hast Du befohlen, daß sie uns beschüßen solen auf allen Wegen, damit wir nicht Schaden leiden an Leib und Seele. Besonders sind die Kinder von Jesus Christus versichert worden, daß die Engel über ihnen auf Erden wachen, und zugleich im Himmel sich an dem Anblicke Gottes erfreuen. Wie viel Ursache habe ich also, euch zu verehren, ihr himmlischen Freunde! euch für eure Sorgfalt und Liebe zu danken, und mich eurem Schuße zu empfehlen. Ich danke Dir darum recht herzlich, liebster Engel, den mir Gott zum Schuße gegeben; ich danke dir für deine treuen Dienste, die du mir, so lange ich lebe, schon erwiesen hast, und bitte dich, du wollest mir auch ferner alle Tage meines Lebens. beistehen. Ach, wie sehr habe ich deinen Schuß und deine Leitung nöthig, ich schwaches, unerfahrenes Kind. Tausend Gefahren des Leibes und der Seele ist mein Leben ausgesetzt, bewahre und unterstüße du mich also, daß ich denselben nicht unterliege. Ich will deinen Einsprechungen willig Gehör Gebet zum heil. Namenspatron. geben, deiner Leitung bereitwillig folgen, und dich niemals durch eine schändliche That, ja, nicht einmal durch eine böse Begierde oder einen freiwilligen sündhaften Gedanken betrüben. Denn ich weiß, wie sehr du die Sünde verabscheuest, und wie lieb dir dein Pflegkind ist, das eines reinen Herzens ist. 134 Sobald mir also etwas Böses in den Sinn fommt, will ich denken und sagen: Der Engel Gottes ist neben dir, ehre seine Gegenwart und fündige nicht. Und welche Freude wird es dann für dich und mich sein, liebster Engel, wenn Du mich einst als gerecht und fromm meinem lieben Gotte vorstellen kannst. Wie will ich dir dann danken, daß du mein Führer und Beschüßer warest, und daß ich mit dir Gott in alle Ewigkeit loben und preisen kann. Amen. Gebet zum heil. Namenspatron. Heiliger Namenspatron! Dein Name wurde mir in der heiligen Taufe gegeben, damit ich recht oft an dich denken, und mich bemühen soll, auch so fromm zu sein, wie du es warst. Du hattest Gott so lieb; dein einziges Verlangen war, seinen Willen zu erfüllen, und ihm wohl zu gefallen. So gingest du durch Jesus in den Hummel ein. Zu dir möchte auch ich einst gelangen in den Himmel. Allein ich habe bis jetzt deinem Beispiele so wenig nachgestrebt. Ich wurde so oft bei deinen Namen genannt, und dachte nicht einmal daran, daß man mich dadurch an dich erinnern und aneifern will, fromm zu sein! Ich ließ mir 135 Gebet zum heil. Joseph. am Namenstage wohl auch Glück wünschen; aber man bätte mich vielmehr bedauern sollen, daß ich Dir so wenig ähnlich bin, und Deinen Namen zu tragen gar nicht verdiene. Doch ich will nun eifriger werden, nicht mehr. so träg im Guten sein. Wenn es mir auch noch so hart ankommt, so will ich doch aus Liebe zu dir darnach ringen, diese.... böse Gewohnheit aufzugeben, und diese.... vernachläffigte Tu= gend mit Gottes Gnade zu üben. Dir empfehle ich mich, o Heiliger Gottes! nimm mich als dein Pflegekind an, und bete für mich, daß ich jetzt schon zu den wahren Jüngern Jesu gehöre, und einst in die selige Gemeinschaft aller Heiligen im Himmel gelange, durch Jesus, meinen Erlöser. Amen. Gebet zum heiligen Joseph. Heiliger Joseph, du getreuer Diener Gottes; Du hast durch Deine Frömmigkeit und Tugend das Glück erlangt, mit Jesus und Maria zu leben und unter ihrem Beistande zu sterben. Dein Beispiel sei mir ein mächtiger Antrieb, den Willen Gottes allezeit treu und gewissenhaft zu erfüllen; so kensch, 10 fromm, so gerecht, so arbeitsam, so geduldig, so dienstfertig und so liebreich zu sein, wie Du es warst. Der Gehorsam gegen die Gebote Gottes oder die Befehle meiner Eltern und Lehrer, die seine Stellvertreter auf Erden sind, sei meine Herzensfreude, mein liebstes Geschäft auf Erden. Erbitte mir, heil. Joseph! bei dem, der einst dein Pflegesohn auf Erden war und jetzt alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, die 136 Gebet zum heil. Aloysius. Gnade eines tugendhaften Lebens und eines feligen Todes, damit ich ihn mit dir in alle Ewigfeit loben und preisen möge. Bitte für uns, heil. Jofeph! Daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. O Gott, der Du durch deine unaussprechliche Fürsehung den heiligen Joseph zum Bräutigam Deiner heiligsten Mutter zu erwählen Dich gewürdigt hast, verleihe uns gnädigst, daß wir ihn, den wir auf Erden als unsern Beschüßer verehren, auch im Himmel zum Fürsprecher haben; der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. Gebet zum heil. Aloysius.*) Heiliger Aloysius, du Jüngling von englischer Reinheit, zu dir nehme ich Unwürdiger meine Zus flucht und empfehle dir inständig die Reinheit meiner Seele und meines Leibes. Ich beschwöre dich bei deiner englischen Keuschheit, empfiehl mich Jesu Christo, dem unbefleckten Lamme, und seiner allerseligsten Mutter, der Jungfrau aller Jungfrauen. Bewahre mich vor jeder schweren Sünde, und laß nicht zu, daß ich mich jemals mit einer Unreinigkeit beflecke. Siehst du mich in einer Versuchung oder Gefahr zu fündigen, so entferne von mir alle unreinen Gedanken und Empfindungen; erwecke in mir das lebhafte Andenken an die Ewigkeit und an Jesum, den Gekreuzigten; drücke meinem Herzen tief ein das Gefühl der *) Pius VII. verlich unter dem 16. März 1802 Allen, welche dieses Gebet zu Ehren des h. Aloysius mit Einem Vater unser 2c." und Gegrüßet seist du 2c." reumüthig beten, einen Ablaß von 100 Tagen. 11 Litanei von dem heil. Bernward. Gottesfurcht. Entflamme mich mit göttlicher Liebe, auf daß ich, dir nachfolgend auf Erden, auch würdig befunden werde, mich mit Dir in Gott zu erfreuen im Himmel. Amen. Ein Vater unser ze. Gegrüßt zc. Litanei von dem heil. Bernward. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel!-Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,- Erbarme Dich unser! 263 - 137 Gott heiliger Geift!- Erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott!- Erbarme Dich unser! Heilige Maria, Bitte für uns! Heiliger Michael,- Bitte für uns! Alle heilige Engel- Bittet für uns! Heiliger Bernward, Du Diener Gottes, Du Zierde der Jugend, Du Ausbund der Sitten, Du Spiegel der Gottesfurcht, Du Pflegkind der Mutter Gottes, Du Bewahrer der Reinigkeit, Du Abtödter deines Fleisches, Du Vorbild der Priester, Du Unterweiser der Jugend, Du Rathgeber der Kaiser, Du Hirt der Seelen, Du Form deiner Heerde, Du Verpfleger der Waisen, - Bitte für uns! Litanei vom heil. Bernward. 138 Du Vertheidiger der Wittwen, Tu Trost der Betrübten, Tu Hilfe der Verlassenen, Du Schuß der Unterdrückten, Du Zuflucht der Bedrängten, Tu Vater der Armen, Du Eiferer der Tugenden, Tu Bertilger der Laster, Du Beförderer der christlichen Zucht, Du Lehrer des Volkes, Du Fortpflanzer des Glaubens, Du Vermehrer der Wissenschaften, Du Beschüßer deines Stiftes, Du Stifter der Kirchen und Klöster, Du Zierer der Altäre, Tu Verehrer des heiligen Kreuzes, Tu Berachter der Welt, Du Vergrößerer der Undacht, Du Erbauer der Stadt, Tu Engel des Friedens, Du Ruhm der Sachsen, Du Freude der Engel, Tu Gesell der Propheten, Tu Nachfolger der Apostel, Tu Verehrer der Heiligen, Du Muster der Liebe gegen Gott, Du Beispiel der Liebe gegen den nächsten, Tu demüthigster Bischof, Du geduldiger Bischof, Du sanftmüthiger Bischof, Du andächtiger Bischof, Du arbeitsamer Bischof, Du großer Wundermann, Bitte für uns! Litanei vom heil. Bernward.. 139 Tu Vertreiber der Fieber, Du Erleuchter der Blinden, Du Helfer der Lahmen, Tu Arzt aller Kranken, Du Erlediger der Gefangenen, Du Erretter in allen Gefahren, Du Patron der Sterbenden, Du Erwecker der Todten, Tu Schrecken der Teufel, Du Befreier der Besessenen, Du Mann Gottes, Unser Schußvater, Heiliger Bernward, O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt!- Erhöre uns, o Herr! Bitte für uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet seist Tu Maria 2. y. Bitte für uns, o heiliger Bernward! B. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten: O Herr Jesu Christe, Du König der Herrlichkeit, der Du in der Versammlung einer Heiligen hochgepriesen, und in einen Außer Litanei von dem heil. Godehard. wählten geehrt wirst; der Du den glorwürdigen Bischof Bernward, unsern Patron, mit vielen Wunderzeichen gezieret haft: Verleihe gnädig, daß wir durch seine Fürsprache dasjenige kräftig erhalten, was wir durch seine Verdienste vertraulich bitten. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 140 Litanei von dem heiligen Godehard. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser!- Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel!-Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme 2c. Gott heiliger Geist; Erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott!- Erbarme Dich unser! - Heilige Maria, Bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Godehard, Heiliger Bischof und Bekenner Christi, Heiliger Hirt und Borsteher der christlichen Seelen, - Du Lehrer der göttlichen Wahrheit, Du Mann nach dem Herzen Gottes, Du Verfechter des katholischen Glaubens, Du Beschüßer der heiligen Kirche, Du getreuer Diener des Herrn, Du eifriger Nachfolger der Apostel, Du Stifter vieler Kirchen und Gotteshäuser, Bitte für uns! Litanei von dem heil. Godehard. Du Vermehrer der Andacht, Du Unterweiser der Unwissenden, Du Wegweiser der Irrenden, Du Bekehrer der Sünder, Du Zuflucht der Kranken und Gebrechlichen, Du starker Obsieger des bösen Feindes, Du Pflegvater der Armen, Du gottesfürchtiger Bischof, Du gerechter Bischof, Du demüthiger Bischof, Du sanftmüthiger Bischof, Du feuscher Bischof, Du arbeitsamer und eifriger Bischof, Du mit vielen Wunderwerken von Gott gezierter Bischof, Du Patron und Schüßer dieſer Stadt und 141 - O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! 193 - Chrifte höre uns!- Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr! erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet seist du Maria zc. y. Bitte für uns, o beiliger Godehard! B. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. V. Herr, erhöre mein Gebet! B. Und mein Geschrei fomme zu Dir. Bitte für uns! vent 142 Gebet zur Erhaltung der Unschuld. Laßt uns beten: O Herr Jesu Christe! der Du Deinen getreuen Diener Godehard zur Heiligkeit des Lebens auf der Erde, und zur ewigen Herrlichkeit im Himmel durch Deine Gnade geführt hast, hilf uns, daß auch wir beständig mit Deiner Gnade mitwirken, und endlich durch die Fürbitte des heiligen Gode= hard die ewige Seligkeit erlangen mögen. Wir bitten Dich, o Herr! neige gnädig Dein Ohr zu unserm Gebete, welches wir zur Ebre des heiligen Godehard, Deines Dieners und Bischofs, verrichten; und weil wir auf unsere eigene Ge= rechtigkeit nicht vertrauen können, so verleihe uns, daß wir durch die Verdienste und Fürbitte desjenigen, der bei Dir in besonderer Gnade steht, mögen unterstügt werden. Segne, o Herr! Dein bittendes Volk mit Deiner allmächtigen Hand, und durch die Fürbitte des heiligen Godehard, Deines getreuen Dieners, bewahre uns vor allen Widerwärtigkeiten des Leibes und der Seele. Durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. Stein P Gebet zur Erhaltung der Unschuld. Göttlicher Heiland! Du hast unter den größten Qualen Dein Blut vergossen, um meine Seele von aller Makel abzuwaschen, und ihr das schöne Kleid der Unschuld zu erwerben. Ich danke Dir tausendmal für diese so große Liebe, und bitte Dich recht inständig, erhalte mir auch diefes kostbare Kleid, damit ich es nicht verun reinige durch den Schmuß der Sünde. Bewahre mich, daß ich selbst nie etwas thue, welches nur Gebet zur Besserung eines Fehlers. 143 im Geringsten wider die Ehrbarkeit ist. Du siehst mich ja überall, ich mag allein oder bei Anderen sein; Du weißt ja Alles, was bei Tag und Nacht geschieht; Du weißt sogar alle meine Gedanken. Wie sollte ich mir getrauen, Etwas zu thun oder zuzulaffen, ja nur zu denken, dessen ich mich vor Dir, o Allwissender, Heiligster, schämen müßte! Und fing ich einmal an, etwas Ungebührliches zu thun, so würde ich bald frecher werden und mich immer weniger schämen; und so würde ich meine Unschuld und Reinigkeit, die mir doch das Liebste sein soll, verlieren. Davor bewahre mich, mein gütigster Jesus, durch die Verdienste Dei= nes bittern Leidens und Sterbens. Amen. Allerreinste Jungfrau Maria! dir empfehle ich dieses mein kostbares Kleid der Unschuld. Nimm mich in deinen mütterlichen Schuß, und bewahre meinen Leib und meine Seele rein und unbefleckt. Heiliger Schußengel! Wache über meine Unschuld und vertreibe alle Feinde, die ihr nachstellen. Laß mich so schön, wie Du bist, sein und bleiben und sterben. Dann darf auch ich unter den Chören der Engel ewig im Himmel wohnen. Ich freue mich schon darauf, und will recht Sorge tragen, daß ich nicht um den so kostbaren Schaß der Unschuld komme. Gebet zur Besserung eines Fehlers. Oft habe ich mir schon vorgenommen, diesen meinen Fehler... zu verbessern. Und doch begehe ich denselben so oft wieder. Ach, mein Gott, hilf mir! Es könnte immer weiter kommen und zulegt gar eine böse Gewohn 144 Gebet um eine glückliche Standeswahl. heit daraus werden, die ich schwer oder gar nicht mehr würde ablegen können. Ich will mich auch recht in Acht nehmen, daß ich diesen Fehler nicht mehr so oft und so leicht= finnig begehe. Ich will den Tag über öfter daran denken, wie und wo ich mich besonders davor hüten soll. Ich will es auch gleich wieder bereuen, wenn ich gefehlt habe, und mir wieder auf's Neue vornehmen, mich zu bessern. Mit Deiner Hülfe, o Gott! wird es doch endlich besser werden! Um dieses bitte ich Dich; dieses hoffe ich durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen. Gebetumeine glückliche Standeswahl. O Jesus, Du Freund der Seelen! Du bist, um mir das Heil zu erwerben, vom Himmel gestiegen, hast Dich selbst erniedriget, und Dein Erdenleben in Mühe und Arbeit, in Leiden und Schmerzen zugebracht. Ich bitte Dich, sende mir vom Himmel den Geist des Rathes, daß ich den= jenigen Lebensstand erwähle, zu welchem Du mich berufen haft nach den Rathschlüssen Deiner weisen Borsehung, die Alles leitet und regieret. Du weißt am besten, o Jesus! in welchem Stande ich fromm und selig sterben werde. Mein einziger Herzenswunsch ist, nicht meinen Lüsten und blinden Neigungen zu folgen, sondern Dir immer treu zu dienen, und so mein Heil zu wirken. Sieh, o Jesus, mein Herz ist bereit: ich will, was Du willst, zeige mir nur Deinen Willen, und gib mir die Gnade, demselben gehorsam zu folgen bis in den Tod. Amen. sch Gebet in der Krankheit. affer Gebet in der Krankheit. Gott, Du Helfer aller Elenden, Du Tröster aller Leidenden! Du weißt die Schmerzen, die mich drücken; ja es ist sogar Dein heiliger Wille selbst, daß ich jetzt krank bin. Darum muß ich auch in diesem Uebel Deine Weisheit und Güte erkennen und sie loben und preisen. Welchen Menschen Du lieb hast, den züchtigest Tu. Du entziehst ihm zuweilen auf einige Zeit Deine Gaben, damit er sie schäßen lerne; und damit er seine Sündhaftigkeit betrachte, und sich im Gehorsame und im Vertrauen gegen Dich üben kann. Du ewige Liebe, willst mit Deinen Heimsuchungen uns, arme schwache Menschen, nicht quälen; Du prüfest nur, reinigest nur, und besserst uns, um uns für künftige, neue Freuden, besonders aber für die ewigen Belohnungen würdig zu machen. Dank sei Dir also gesagt, daß Du mich mit dieser Krankheit heimgesucht hast! Dein Wille ge= schehe auch hierin, nicht dermeinige! Nur bitte ich Dich), himmlischer Bater, laß diese Krankheit auch wirklich mir zum Besten gedeihen, daß ich durch sie bewogen werde, das Böse abzulegen und dafür das Gute zu wirken! Gib mir deshalb die Gnade, daß ich mein Kranksein mit Geduld und in Ruhe ertrage, gleich Deinem Sohne Jesu, der mir in seinem Leiden auf dem Kreuzwege und am Kreuze stecbend das schönste Muster gegeben hat! Gib, daß ich durch Willigkeit und Dank allen Menschen, die mich besuchen, und die mit mir zu thun haben, zeige, daß ich Dein Kind bin, und daß ich mit ganzem Herzen Dir anhange und Dir diene. Vergilt Du diesen meinen Wohl7 145 146 Gebet zu Jesus und Maria um einen seligen Tod. thätern ihre Mühe undSorge um mich, und tröste und stärke alle anderen Kranken und Leidenden hier auf Erden. Soll meine Krankheit sich verschlimmern, und hast Du, ewige Weisheit, beschlossen, mich aus dieser Welt zu nehmen, o so vergib mir, was ich von jeher Unrechtes gethan habe, damit ich nicht mit Sünden vor Deinem Gerichte erscheine. Nimm meine Neue und Buße um der Verdienste und um des Todes Jesu willen, gnädig auf! Dann habe ich das Sterben nicht zu fürchten; dann werde ich zu Dir kommen in die Wohnungen Deines Reiches im Himmel, wo ich Dich und Deinen einge= borenen Sohn, meinen Heiland, von Angesicht zu Angesichtschauen, und mit den Engeln und allen Heiligen die ewige Herrlichkeit genießen werde. Willst Du mich aber wieder gesund machen, so verleihe, daß ich nur zu Deiner Ehre lebe und mich durch Frömmigkeit auf einen fünftigen ſeligen Tod vorbereite. Amen. Gebet zu Jesus und Maria um einen seligen Tod. ( Vom heil. Alphons von Liguori.) O mein Herr Jesus Christus, um aller Schmerzen willen, welche Du am Kreuze erlitten hast, als Deine beilige Seele sich von Deinem Leibe trennte: babe Erbarmen mit meiner fündhaften Seele, wenn sie dereinst diesen elenden Leib ver= lassen und in die Ewigkeit eingehen wird! Und du, o Maria, um aller Schmerzen willen, welche Du auf dem Kalvarienberge erduldet hast, da Du Jesus am Kreuze sterben sahest, erlange mir Gebet für das allgem. Anliegen d. ganzen Christenheit. 147 einen glückseligen Tod, damit, nachdem ich Jesus und dich auf Erden geliebt habe, ich euch ewig lieben könne. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater! sieh an mit den Augen Deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, Elend und Noth. Erbarme Dich über alle Christgläubige, für welche Dein eingeborener Sohn, unser Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater, die wohlverdienten Strafen, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Krieg, Theuerung, Krankheiten und betrübte, armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Oberen und Regenten, damit sie alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, zum gemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der ganzen Christenheit gedeihen mag. Verleibe uns, o Gott des Friedens, rechte Vereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Trennung. Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Le= bens. Zünde in uns an das Feuer Deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben undSterben Dir angenehm undwohlgefälligseien. Wir bitten auch, o Gott, wie Du willst, daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für 7* #g Gebet für die Kirche. Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sei einmal empfohlen, o Herr, all' unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur Deine Gnade hier ge= nießen und dort mit allen Auserwählten erlan= gen, daß wir in ewiger Freude und Herrlichkeit Dich ehren und loben mögen. Das verleihe uns, Herr, himmlischer Vater, durch Jesum Christum Deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Tir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott, lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 148 Gebet für die Kirche. Gütigster Heiland! Du bist in diese Welt gekommen und hast Dich in den Tod dahin gegeben, damit Du uns von dem Fluche der Sünde erlösen, von aller Lasterhaftigkeit befreien und Dir aus allerlei Menschen ein angenehmes, eigenthümliches Volk zubereiten möchtest, ein Volk, das eifrig wäre, Gott zu dienen in Reinheit und Lauterfeit. Diesem Volke gabst Du Apostel und Evangelisten, Hirten und Lehrer, Bischöfe und Priester, die Deine Stelle bei ihm vertreten, und es zum ewigen Heile führen sollten. So hast Du Deine Kirche gestiftet, haft sie auf einen Felsen gebauet, damit sie ewig stehe; und ihre Mitglieder hast Du durch die heiligsten Bande des Glaubens und der Liebe vereinigt, damit sie eines Sinnes und Herzens sein sollen, wie Du es mit Deinem Vater bist. O welch' ein Glück, daß auch ich ein Mitglied dieser heiligen Gemeinde bin! Aber ach! nicht alle Gebet für den Papst. 149 Mitglieder der Kirche Christi sind so heilig und gut, wie sie sein sollten; und wie viel Ungemach muß die Kirche selbst nicht manchmal leiden? Ich weiß es wohl, bester Heiland, daß Du Deine Kirche nicht verläßt, und daß die Mächte der Hölle sie niemals überwältigen können, aber dessenungeachtet bete ich zu Dir: Wache, o guter Hirt! über Deine Heerde, wende alles Unheil der Keßerei, des Irrthums und Aberglaubens von ihr ab. Bewahre sie vor Spaltung und Tren= mung; gib Einigkeit im Glauben. Entzünde und erhalte aber auch das Feuer der Liebe. O Gott der Liebe, verbanne doch aus unseren Herzen und Gemeinden allen Bank und Hader, allen Haß und jede Feindschaft, alles ungerechte und sündhafte Wesen, das dem Christenthume so viel Unehre und Schande macht. Verleihe Deine Gnade, daß wir uns alle eines reinen Glaubens und reiner Sitten befleißigen; daß wir das Laster verabscheuen und die Tugend üben, so viel wir können. Besonders gib, daß wir in wahrer christlicher Liebe vereinigt mit einander ruhig leben, getrost sterben, und ewig selig werden. Amen. Gebet für den Papst. OGott, um Deine Kirche auf einen festen, von den Pforten der Hölle nicht zu zerstörenden Felsen zu gründen, hast Du den heil. Petrus zu ihrem sichtbaren Oberhaupte gemacht. Laß unfern jeßigen Papst N., den Du uns in Deiner Barmherzigkeit geschenkt haft, wie er der rechtmäBige Nachfolger des Apostelfürsten ist, so auch der www Gebet für den Bischof. würdige Erde seiner Tugenden sein. Erleuchte ihn mit Deinem Lichte, erfülle ihn mit Eifer, mit Standhaftigkeit und mit einer heiligen Sorgfalt für die ganze Kirche, die Du ihm anvertraut hast. Laß ihn uns Alle in seinem Herzen tragen, laß ihn Allen Alles sein, und weil er der Vater von uns Allen ist, so laß uns als seine gelehrigen Kinder nicht nur seinen Befehlen, sondern auch seinen Ermahnungen Gehorsam leisten. Erhöre, o Herr, meine Gebete, und gieße die Fülle Deines Segens auf das Oberhaupt der Kirche aus, damit unser Papst, nachdem er die Pflichten als oberster Hirt erfüllt hat, und der Ruhm der streitenden Kirche gewesen ist, dereinst in der triumphirenden Kirche in alle Ewigkeit glückselig sein möge. Amen. 150 Gebet für den Bischof. Oberster Hirt unserer Seelen, gütigster Jeſu! gib dem Bischofe, der unserer Diöcese vorsteht, die zu seiner und unserer Heiligung nothwendigen Tugenden. Spende über seine geheiligte Person die Fülle Deiner Segnungen aus, damit er un sere Finsternisse erleuchte, unsere Herzen mit Deiner heiligen Liebe entzünde, uns auf dem Wege des Heils führe, und das Beispiel und Muster der Heerde sei, die ihm von Dir anvertraut ist. Verleihe ihm würdige Mitarbeiter in seinem apo= stolischen Amte, gib ihm Klugheit bei der Wahl, die er unter ihnen trifft, Weisheit bei ihrer Verwendung, und Wachsamkeit, am über sie zu ge= bieten. Mache ihn zu einem Hirten nach Deinem 151 Gebet für den Landesfürsten. Herzen; zu einem wahren Nachfolger der Apostel, der auf nichts fiebt, als auf Dich, nichts sucht, als Dich, nichts fürchtet, als Dich), und nur auf Dich vertraut. Flöße endlich und Allen die Ehrfurcht vor ihm ein, die wir ihm schuldig sind, damit, wenn Du kommen wirst, den Hirten und die Heerde zu richten, wir seine Krone und seine Freude seien, und Hirt und Heerde den ewigen Lohn des Himmels von Dir empfangen. Amen. Gebet für den Landesfürsten. Allmächtiger Gott, Herr Himmels und der Erde, König der Könige! von dem alle irdische Macht und Oberherrschaft herkommt, und durch dessen Anordnung die Könige und Fürsten der Erde regieren: Wir bitten Dich inständig um die Wohlfahrt unseres theueren Landesvaters und feines königlichen Hauses. Schenke ihm, da er in Deinem Namen regieret, auch Deinen milden Baterfinn, uns aber kindliche, ihm ergebene Her= zen. Laß den Geist der Wahrheit und Gerechtig= keit, den Geist der Weisheit und Güte auf ihm ruhen. Mache ihn zum Bater der Wittwen und Waisen, zum Retter der verleumdeten Unschuld, zum Beschüßer aller guten Unterthanen, aber auch zum Richter und Schrecken aller Lösen. Laß ihn für das Land stets nützliche Gefeße mit christ= licher Weisheit verfassen und dieselben mit unerschütterlichem Muthe einführen und behaupten; allen Unterthanen aber gib einen willigen Gebor= fam, fie treu zu befolgen. Laß ihn Dein Gesetz über Alles hochschäßen, damit er Dich liebe und fürchte und Deine Gebote halte. Segne ihn mit Gebet für die Eltern. Deiner hilfreichen Gnade, daß er alles Gute zur Ausbreitung Deines göttlichen Reiches auf Ers den befördere, seines Volkes Glück väterlich begründe, lange lebe, wahres Wohl genieße und so vor Deinem Angesichte wandle, daß er einst in Deinem Reiche ewig selig werde, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 152 Gebet für die Eltern. Himmlischer Vater, Du hast den Kindern geboten, ihre Eltern zu ehren und zu lieben! Du wirst also mein Gebet, welches ich Dir für meine Eltern darbringe, gütigst erhören, weil ich es aus kindlicher Liebe zu ihnen verrichte. Ich bitte Dich also, Du Geber alles Guten! laß Dir meine besten Eltern empfohlen sein! gib ihnen Gesundheit und ein langes Leben; Glück in ihren Unternehmungen; Segen in ihrer Haushaltung; Trost in Widerwärtigkeiten; Rath in zweifelhaften Fällen. Behüte sie vor Unglück und Gefahren und vor allem Ulebel des Leibes und der Seele. Erleuchte sie, daß sie stets weise und klug handeln, und besonders, daß sie mich gut und christlich erziehen mögen. Auch für mich bitte ich um Deinen Segen und um Deinen heiligen Geist, o Gott und Vater! auf daß meine Liebe gegen Vater und Mutter nie erfalte. Daß ich den Gehorsam, die Ehrerbietung und Dankbarkeit, die ich Ihnen schuldig bin, nie vergesse; sie niemals erzürne, nie beleidige, nie betrübe. Ach, welch' ein Herzleid würde es für sie sein Gebet für Geschwister.- Gebet für Borgesegie. 153 - wenn ich ein ungerathenes Kind würde!- Aber das soll gewiß nicht geschehen; vielmehr will ich mich bestreben, durch Wohlverhalten, durch Gehorsam und Liebe ihnen Freude zu machen und die Tage ihres Lebens zu versüßen. Gebet für Geschwister. Nach meinen Eltern bin ich, o Gott, meinen lieben Geschwistern und nächsten Verwandten die größte Liebe schuldig. So bitte ich denn auch für sie, bester Vater im Himmel! Laß ihnen Deinen väterlichen Schuß und Segen angedeihen; erhalte sie in Deiner Freundschaft und Gnade gesund und gut; mache sie zeitlich und ewig glücklich. Ich selbst will ihnen, besonders meinen Geschwistern, so viel Gutes thun, als ich kann; will sie nie beleidigen und es nicht gleich übel aufnehmen, wenn sie etwas reden oder thun, was mir nicht gefällt, um den Frieden und die Ruhe zu erhalten, und allen Zank und Hader zu vermeiden, wodurch wir nur Gott beleidigen, unsern lieben Eltern das Leben sauer, uns selbst unglücklich, und bei andern Leuten verächtlich machen. O Gott! Gib auch meinen Geschwistern und der ganzen Familie eben diese Gesinnungen, das mit wir in Liebe und Frieden mit einander leben und sterben mögen. Amen. Gebet für Vorgesetzte. Du hast es so eingerichtet, o Gott! daß fast kein Mensch auf der Welt ist, der nicht wieder unter andern Menschen steht; besonders haben wir 154 Gebet um Wiedervereinigung im Glauben. Kinder und jungen Leuten Vorgesetzte, die über uns wachen, von denen wir lernen, und denen wir gehorsamen und dienen müssen. Sie geben uns entweder Unterricht, oder Kost und Lohn; sie vertreten die Stelle der Eltern und Lehrer an uns, darum werden sie auch Hausväter und Hausmütter genannt. Wie meine Eltern muß ich sie also lieben und ehren; ich muß ihnen Gehorsam leisten in jeder billigen Sache, als wenn es Gott beföhle; keine Unbill, nicht den geringsten Schaden darf ich ihnen zufügen; sondern ihre Ehre, ihren Wohlstand und Nußen muß ich mit aller Sorgfalt und Treue befördern, so viel ich kann. Dies ist Dein Gebot, v Herr! ich will es redlich erfüllen; gib mir Deine Gnade dazu. Ja, da mir meine Vorgesetzten so viel Gutes erweisen, ich aber ihnen so wenig vergelten kann, so bitte ich Dich, bester Gott; vergilt es ihnen. Segne sie, o Vater! mit allem Segen des Himmels und der Erde, wende alles Unheil und alle Betrübniß von ihrem Haupte ab; laß ihre Arbeiten und Geschäfte gedeihen, und gib, daß wir mit einander, wie Kinder und Eltern, in Eintracht und Liebe vergnügt und zufrieden leben. Gebet um Wiedervereinigung im Glauben. Vater unser 2c. Gegrüßt seist zc. y. Bittet für uns alle Heiligen Gottes! Bc. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Gebet für die Bekehrung der Ungläubigen. 155 Lasset uns beten. Herr, himmlischer Vater! erbarme Dich über unser Vaterland und führe alle seine Bewohner wieder zur Einheit des Glaubens zurück. Gib, daß Alle, die nach dem Namen Deines göttlichen Sohnes sich nennen, Eins seien in dem Bekenntnisse der Wahrheit, die Du uns geoffenbart hast, und durch Deine Kirche zu glauben vorstellest. Laß sie vollkommen Eins werden, wie Du Eins bist mit dem Sohne und dem heiligen Geiste. Dies erflehen wir von Dir, o himmlischer Vater! durch die Verdienste Deines eingeborenen Sohnes Jesu Christi, der mit Dir und dem heiligen Geiste regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für die Bekehrung der Ungläubigen. ( Vom heil. Franz Xaver.) Dewiger Gott, Schöpfer aller Dinge! gedenke, daß auch die Seelen der Ungläubigen, Irrgläubigen und Sünder von Dir erschaffen und nach Deinem Ebenbilde gemacht find. Siehe, zu Deiner Berunehrung werden sie von der Gewalt der Finsterniß und des höllischen Feindes gehalten. Gedenke, daß Dein eingeborener Sohn Jesus für ibre Rettung den bittersten Tod gelitten hat, und lasse es nicht länger zu, daß dieser Dein geliebter Sohn von ihnen verkannt und geschmäht werde; erhöre das Gebet Deiner heil. Kirche und heil. Männer, womit sie Deine Barmherzigkeit für das Heil so vieler Verirrten anruft; vergiß ibrer Ab= götterei, ihrer Treulosigkeit und ihrer Verstockt 156 Gebet zur Bekehrung der Sünder. heit und Bosheit, und bewirke durch DeineGnade, daß auch sie endlich erkennen, fürchten und lieben Denjenigen, den Du gesandt hast, unsern Herrn Jesum Christum, welcher allein ist unser Heil, unser Leben, unsere Auferstehung, durch den wir gerettet und erlöst worden. Ihm sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen. Gebet zur Bekehrung der Sünder. Du befiehlst uns, o Herr, für einander zu beten, daß, wenn wir zur Bekehrung der Sünder beitragen, wir eine Menge unserer eigenen Sünden zudecken und unsere Seele vom ewigen Tode retten. Ich bitte Dich daher, o Herr! erzeige den Andern dieselbe Barmherzigkeit, wie ich sie auch bedarf; habe Mitleid mit dem beklagenswerthen Zustande der Sünder. Ihre Ungerechtigkeit hat Deinen Zorn berausgefordert; Du hättest fie schon lange ein Opfer Deiner furchtbaren Gerechtigkeit können werden lassen; aber, o Herr! je schuldiger sie sind, desto mehr verdienen fie Dein Mitleid, und das Uebermaaß ihrer Vergehen wird Dir nur dazu dienen, die Wunder Deiner Barmherzigkeit desto herrlicher zu offenbaren. Laß nicht zu, daß Dein kostbares Blut für diese Unglücklichen umsonst ist vergossen worden; laß es ein heilsamer Balsam sein, der ihre tödtlichen Wunden heilt. Ich bitte inständigst für fie, o Herr! laß Dich zum Mitleid bewegen, Gott der unendlichen Liebe, ich beschwöre Dich darum; laß Dich rühren durch mein Gebet und meine Seufzer, und verzeihe ihnen, da Du ja nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich - Gebet zur Zeit des Unglücke und der Widerwärtigkeit. 157 bekehre und lebe; verzeihe Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun; öffne ihre Augen, damit sie demüthig und zerknirscht Dir zu Füßen fallen und so ein ewiger Triumph Deiner Barmherzigkeit werden. Amen.STALE Gebet zur Zeit des Unglücks und der Widerwärtigkeit. Kein Sperling fällt vom Dache und kein Haar von meinem Haupte ohne Deinen Willen, o Va= ter im Himmel! Du weißt also von dem Unglücke, das mich betroffen, und von den Widerwärtigkei= ten, die ich leiden muß! und Dein heiligster Wille ist es, daß ich sie leiden soll. Ach! schwer kommt es mir freilich an, und ich schwaches Kind bete zu Dir mit Jesu Christo: ,, Bater! wenn es möglich ist, o so nimm diesen ,, Kelch des Leidens von mir! Doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe, o Bater!"- Habe ich schon so viel Gutes von Dir empfangen, warum soll ich mir nicht auch etwas unangenehmes gefallen lassen? da ich doch weiß, daß Du auch dieses zu meinem Guten wendest, und daß Du den lieb hast, den Du züchtigest. Ich klage und murre also nicht gegen Dich; ich füffe vielmehr Deine Baterhand, die mich schlägt, und bin bereit, mit Geduld zu leiden, was Du über mich verhängt hast. Jesum Christum will ich mir vorstellen, was und wie er gelitten hat; und von Ihm will ich leiden lernen, damit ich mich einst auch mit Ihm im Himmel erfreuen kann. Dazu gib mir Deine Gnade und Deinen Segen, o Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Gebet für einen Kranken. Gebet, wenn man beleidigt wird... Stärke mich v Gott! daß ich die Beleidigung, welche ich erlitten habe, geduldig ertrage. Das Beispiel Deines göttlichen Sohnes, meines Erlösers, der für seine größten Feinde gebetet und ihnen Gutes für Böses vergolten hat, soll mich) ermuntern, ein Gleiches zu thun. Was würde es mir nüßen, wenn ich mich an meinem Beleidiger rächen wollte?- Dadurch würde ich nur Dich, meinen Gott, beleidigen, und mir selbst neues Ungemach und neuen Verdruß zuziehen. 158 Vielleicht hat es der, welcher mir Uebles ges than, nicht so böse gemeint, vielleicht ist es aus Uebereilung geschehen. O ich will nicht mehr daran denken! ich vers zeihe ihm von ganzem Herzen, wie ich wünsche, daß Du mir, o Gott! meine Fehler und Schwachheiten verzeihen mögest, durch Jesum Christum, den sanftmüthigsten und geduldigsten Heiland. Amen. Gebet für einen Kranken. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du das ewige Wohl Deiner Gläubigen willst, ich bitte Dich für diesen Kranken, daß seine Krankheit doch nicht zum Tode führe, sondern zu Deiner Ehre und seiner Heiligung diene. Ich bitte Dich aber immer nur um seine Genesung, wenn seine Wiederherstellung seiner Seele beilsam ist, und der Tod nicht vielmehr in dieser Beziehung für ihn besser und nüßlicher ist. Wenn also die Verlängerung seiner Tage zu Deinem Ruhme und zu seiner ewigen Glückseligkeit beiträgt, so bitte ich Dich, o 159 Gebet für einen Kranken. Herr! erhöre mein Gebet und gib den Heilmitteln, die zur Herstellung seiner Sträfte angewendet wer= den, Deinen Segen. Zwar bin ich nicht würdig, zu Dir hinzutreten, und verdiene nicht, von Dir erhört zu werden; aber ich flehe zu Dir durch die Verdienste Deines göttlichen Sohnes Jesu Christi, der während seines irdischen Lebens auf die Für= bitte der ihn um Hilfe Anrufenden vielen KranPen die Genesung geschenkt und Todte wieder erwecket hat. Schenke darum, Gott der Barmherzigkeit diesem Kranken auch seine Gesundheit wieder, verleihe ihm Geduld in seinen Schmerzen und gib ihm und mir den Trost, Dich bald wieder in Deinem heiligen Tempel loben und Dir danken zu können, um dann dereinst auch im Himmel in Ewigkeit Dich zu preisen. Amen. Laßt uns beten. Gott, nach dessen Winke die Zeitpunkte unseres Lebens dahinfließen! Laß Dir diese Gebete und Opfer, die wir für unsern kranken Bruder ( Schwester) Deiner Barmherzigkeit darbringen, wohlgefällig sein, damit, sowie uns jetzt die Gefahr seines Lebens bange macht, so auch seine Ge= nefung uns froh und dankbar mache, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. O Gott! Du erste kräftigste Stüße der menschlichen Schwachbeiten! Laß die Kraft Deiner Hilfe an diesem franken Diener sichtbar werden; damit er durch die Hülfe Deiner Erbarmungen genese, und gesund in Deiner heil. Kirche erschei= nen könne, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. # 34 160 Gebet eines Kranken nach seiner Genesung. Gebet eines Kranken nach seiner Genesung. Ich benedeie Dich, mein höchster Herr und Gott! und danke Dir für die Krankheit, die Du mir geschickt, und die Genesung, die Du mir geschenkt hast. Du bist gütig und barmherzig gegen mich gewesen. Ich verdiente den Zod, so oft ich Dein heiliges Gesetz übertreten habe. Du hast mir aber meine Sünden verziehen und mich am Leben erhalten, damit ich Dich loben und alle meine Tage dazu verwenden soll, Dich zu preisen. Ach! Herr! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du hast mich geschlagen, um mich wieder zu heilen, und mir dadurch zu zeigen, daß Du der Herr über mein Leben bist und damit ich bußfertig zu Dir zurückkehren möge. Sieh' gnädig herab, o Herr! auf den lebhaften Schmerz, die Beschämung und die Thränen meines zerknirschten Herzens und auf mein aufrichtiges Verlangen, Buße zu thun. Sieh auf meine Vorsäße, Dich nicht mehr zu beleidigen, von der überstandenen Krankheit Nußen zu ziehen, meine Kräfte und meine wiedererlangte Gesundheit zu Deinem Dienste anzuwenden, und mich auf den Tod vorzubereiten. Laß mich, o mein Erretter! der nun vorübergegangenen Gefahr nie vergessen; mache, daß ich die unordentliche Liebe zum Leben nun in mir zerstöre, und stets mich erinnere, daß ich sterben muß, und jeden Augenblick sterben kann. Verleihe mir die Gnade, stets chriftlich zu leben, Dir zu dienen, Dich mit neuem Eifer zu verherrlichen, und den Ueberrest meines Lebens zum Lobe Deines heilig 161 Gebet um Gedeihen der Feldfrüchte, sten Namens anzuwenden, nicht aber zur Gewinnung der vergänglichen Güter dieser Welt, sonder der ewigen Güter des Himmels, die ich als das leßte und größte Geschenk Deiner unendlichen Barmherzigkeit von Dir hoffe und erwarte. Amen. Laßt uns beten. Gott, der Du feines Deiner Kinder mit über-= mäßiger Trübsal heimsuchest, sondern stets unsern Bitten ein gnädiges Gehör und Erhörung schenkest; wir danken Dir mit gerührter Seele für Deine Güte und Liebe, mit welcher Du unser Flehen vernahmst, und unsere Wünsche erfülltest, und bitte Dich, Du wollest uns von allen künftigen Uebeln erlösen durch unsern Herrn Jesum Christum, Deis nen Sohn, der mit Dir und dem heil. Geiste glei= cher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Gebet um Gedeihen der Feldfrüchte. Barmherziger Gott und Vater! Gütiger Erhalter unseres Lebens! Wir rufen zu Dir um das tägliche Brod, und bitten Dich um Alles, was wir zu unserem Unterhalte nöthig haben. Gib Wachsthum und Gedeihen unsern Feldfrüchten; sende zu rechter Zeit erquickenden Regen und milden Sonnenschein. Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde! Alles steht in Deiner Macht. Du fannst uns Deinen Segen geben und entziehen. Darum bitten wir Dich, segne die Früchte unserer Felder, und beschüße sie vor Mißwachs, Ungeziefer, Dürre, Nässe, Reif und verderblichem Hagel. 3war sind wir fündige Menschen der Gaben und Gnaden, Die Du uns täglich, ja stündlich erweisest, 162 Danksagung nach der Ernte. nicht würdig; aber, o gütiger Bater! sich nicht auf unsere Missethaten, die wir hier von Herzen bereuen, sondern erbarme Dich unser um Jesu Deines Sohnes willen, der für uns am Kreuze gestorben ist und sein kostbares Blut vergossen hat. Wir sehen unser Vertrauen auf Dich, und geloben Dir, Deine Gaben heilig und zu Deiner Verherrlichung zu gebrauchen, genügsam zu sein, und im Unglücke wie im Glücke uns Deinen weifesten Anordnungen unterwerfen zu wollen. Wir werden es nie vergessen, daß Du unser Vater bist, und daß Du es mit Deinen Kindern wohl meinst, Du magst geben oder nehmen, segnen oder züchtigen. Wir bitten Dich, o barmherzigerGott! verlaß uns, Deine armen hilfsbedürftigen Kinder, nicht. Erbarme Dich noch ferner über uns, und segne uns mit Gnade und Barmherzigkeit in Allem, was unser zeitliches und ewiges Wohl betrifft. Darum bitten wir Dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Danksagung nach der Ernte. Wie gnädig bist Du, Gott Israels! und wie groß ist Deine Güte selbst gegen die Sünder. Du läßt Deine Sonne scheinen über Gerechte und Ungerechte, und schenkeit den Feldern zur rechten Zeit Thau und Regen, um sie fruchtbar zu machen. Wir beleidigen Dich so oft, und dennoch über= häufst Du uns mit Deinen Wohlthaten. Wir mißbrauchen das Leben, das Du uns geschenkt haft, und Du erhältst uns dasselbe durch die beständigen Beweise Deiner Fürsehung. Wir haben Danksagung nach der Grnte. Dich angerufen, und Du hast unsere Felder gesegnet und jedem von uns gegeben, was ihm zum Unterhalte seines Lebens nöthig ist. Wie sehr haben wir darum Ursache, Dir unfern Dank darzubringen, uns zu schämen wegen unseres Un= dankes, und uns unwiederruflich Deinem Dienste hinzugeben. Ja, o Herr! wir wollen Dich loben, Dich verherrlichen, und Dir danken aus ganzem Herzen; wir wollen alle Heiligen und die aller= seligste Jungfrau Maria anrufen, daß sie Dich loben, und Dir danken sollen in unserm Namen. Wir wollen den Mißbrauch verabscheuen, dessen wir uns bisher oft mit Deinen Wohlthaten schuldig gemacht, und versprechen in Zukunft, von denselben einen guten Gebrauch zu machen und unserer Pflicht und unsern Kräften gemäß nach Deinem Willen einen Theil davon zu Deinem Dienste, zu Werken der Frömmigkeit und der christlichen Nächstenliebe zu verwenden. Verleihe uns, gütigster Gott! Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Liebe, die Tugenden, die nothwendig sind, um von Allem, was wir von Dir empfangen haben, einen guten Gebrauch zu machen, und laß nicht zu, daß Deine Gaben durch Unmäßigkeit, Verschwendung und Geiz uns zur Verdammniß gereichen. Würdige Dich auch, oHerr! wie Tu für unsere leiblichen Nöthen sorgest, für das Wohl unserer Seele zu sorgen; und wie Du dem Ausfäenden so viel gibst, als er aussäen muß, und dann den in die Erde geworfenen Samen vervielfältigest, so streue auch den kostbaren Samen Deiner Gnade und Deines Wortes in unsere Herzen; laß ihn wachsen und vervielfältige ihn durch Früchte gu163 164 Geistliches Testament eines Kranken. ter Werke, damit wir, auch an Verdiensten, den Himmel zum Lohn erhalten. Amen. Geistliches Testament eines Kranken. ( Auch in gesunden Tagen öfters zu sprechen.) Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Ich übergebe meine Seele in die Hände meines Schöpfers und Erlösers. Mein Leib soll wiederkehren zur Erde, davon er genommen ist.- Allen zeitlichen Gütern, Ehren und Freuden sage ich freiwillig ab und verlange, Gott meinem Herrn allein anzuhangen.-E8 reuet mich aus Grund meines Herzens aller meiner Sünden, insonderheit derer... deswegen, weil ich Gott, mein höchstes Gut, das ich über alles liebe, erzürnt habe. Ich will mich mit seiner Gnade ernstlich bessern, alles beichten, und so viel mir möglich, genugthun. Gerne vergebe ich Allen, die mich jemals beleidigt haben; ich wünsche auch, daß gleichfalls Alle mir verzeihen wollen, was sie wider mich haben. Im Frieden will ich hierüber einschlafen und ruhen; auch ist mein Wille, also zu sterben. - Ich glaube an einen Gott, ich glaube Alles, was mir die katholische Kirche zu glauben vorstellt. Ich hoffe und vertraue, die göttliche Barmherzigkeit werde mir alle meine Sünden vergeben und mich zum ewigen Leben aufnehmen. Ich liebe Gott aus meinem ganzen Herzen, aus meiner ganzen Seele und aus allen meinen Kräften. Gutes und Böses nehme ich an von der göttlichen Hand; und befehle mich in euren Schuh Sterbegebete. ontho 165 und Schirm: O heilige Maria! O beil. Joseph! Oheil. Schußengel! O heil. Namenspatron! und bitte euch demüthig, ihr wollet bei meinem legten Ende zugegen sein, und mir treulich beistehen. Meine letzten Worte sollen sein: Jesus, Maria, Joseph, in eure Hände befehle ich meinen Geist! und wenn ich vielleicht diese Worte alsdann mit dem Munde oder im Herzen nicht könnte aussprechen, so spreche ich jetzt für alsdann mit aller möglichsten Ehrfurcht und findlichstem Bertrauen: Jesus, Maria, Joseph! in eure Hände befehle ich meinen Geist. Amen. Sterbegebete. Wenn der Kranke in die letzten Züge kommt, so spreche man ihm die letzten Seufzer" und öfters die heiligsten Namen Jesus und Maria vor und beim Sterben bete man die Litanei und die Kirchengebele. Leyte Seufzer. Jesus! ich glaube an Dich,- v Jesus! ich hoffe auf Dich, o Jesus! ich liebe Dich über Alles! Jesus! von Herzen reuen mich meine Sünden. Jesus! verzeih' mir, reinige und erlöse meine Seele durch Dein heiligstes Blut.- Jesus! Dir opfere ich Leib und Seele. Jesus! bei Dir möchte ich ewig leben. Nimm auf, liebreichster Jesus! meine Seele, die Du durch Dein heiligstes Blut erkauft hast.. Gott Vater im Himmel! erbarme Dich meiner. Gott Sohn, Erlöser der Welt! erbarme Dich Gott heiliger Geist! erbarme Dich Gott, mein Beschüßer, mein Leben! meiner. meiner. Dein bin ich, steh' mir bei! 166 Sterbegebete. Jesus! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist.be Jesus! Dir lebe ich.- Jesus! Dir sterbe ich. Jesus! Dein bin ich im Leben und im Tod.- Jesus! Maria und Joseph! stehet mir bei in meinem letzten Kampfe! Gelobt und gepriesen sei Jesus Christus in Ewigkeit! Litanei. und Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme 11. f. w. Herr, erbarme Dich unser! Heilige Maria! Bitt für ihn( fie)! Alle heiligen Engel und Erzengel! Heiliger Abel! Alle heiligen Shöre der Gerechten! Heiliger Abraham! Heiliger Johannes der Täufer! Heiliger Joseph! Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Heiliger Petrus! Heiliger Paulus! Heiliger Andreas! Heiliger Johannes! Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Alle heiligen Jünger des Herrn! Alle heiligen unschuldigen Kinder! Heiliger Stephanus! Heiliger Laurentius! Alle heiligen Martyrer! Heiliger Eylvester! Heiliger Gregorius! Bitt'( Bittet) für ihn( sie)! Sterbegebete. Heiliger Augustinus! Alle heiligen Bischöfe und Bekenner! Heiliger Benedictus! Heiliger Franziscus! Alle heiligen Mönche und Einsiedler! Heilige Maria Magdalena! Heilige Lucia! Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen! Alle Heilige und Auserwählte Gottes! Von der Gefahr des Todes Von einem bösen Tode Sei ihm( ihr) gnädig! Verschone ihn( sie), oHerr! Sei ihm( ihr) gnädig! Erlöse ihn( sie), o Herr! Von deinem Zorne Von den Strafen der Hölle Von allem Ulebel Von der Gewalt des bösen Feindes Durch Deine Geburt Durch Dein Kreuz und Leiden Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß Durch Deine glorreiche Auferstehung Durch Deine wunderbare Himmelfahrt Durch die Gnade des heiligen Geistes des Trösters Am Tage des Gerichts Wir arme Sünder 167 2 Bitt'( Bittet) 2c. Erlöse ihn( sie), o Herr! Wir bitten Dich, Daß Du ihn( sie) verschonest ferhöre uns! y. Herr, erbarme Dich unser!. Christus, erbarme Dich unser! y. Herr! erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. Kirchengebete. So fahre denn hin, o christliche Seele aus dieser Welt, im Namen des allmächtigen Vaters, 168 Kirchengebete. der Dich erschaffen; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für Dich gelitten hat! im Namen des heiligen Geistes, der in Dich ausgegossen ward; im Namen der Engel und Erzengel; im Namen der Throne und Herrschaften; im Namen der Fürstenthümer und Mächte; im Namen der Cherubim und Seraphim; im Namen der Patriarchen und Propheten; im Namen der heiligen Apostel und Evangelisten; im Namen der heiligen Martyrer und Bekenner; im Namen der heiligen Mönche und Einsiedler; im Namen der heiligen Jungfrauen und aller Heiligen Gottes! Heute noch mögest Du in das Haus des ewigen Friedens aufgenommen werden; heute noch wohnen im heiligen Sion, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Barmherziger Gott! gütigster Gott! der Du nach der Fülle Deiner Erbarmungen die Sünden der Bußfertigen auslöschest, und die Schulden der begangenen Missethaten kraft der Huld Dei= ner Versöhnung aufhebest: siehe auf diesen Deinen Diener( diese Deine Dienerin) N. mit einem gnadenvollen Blick herab und erhöre ihn( fie), weil er( sie) seine( ibre) Sünden von ganzem Herzen bereuet und flehentlich von Tir Verzeibung berlangt. Erneuere, o mildester Vater, an dieser Seele, was an ihr durch menschliche Schwachheit entstellt, oder durch die Lift des Satans verletzt wurde und knüpfe dieses Glied der Erlösung der Einheit des Leibes Deiner heil. Kirche an. Erbarme Tich, o Herr, dieser Seele um ihrer Seufzer und um ihrer Thränen willen! und da sie einzig und allein auf Deine Güte vertraut, so laß Kirchengebete. 169 sie die Gnade völliger Aussöhnung mit Dir er= fahren; durch Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr! wir empfehlen Dir diese Seele, und flehen zu Dir, Herr Jesus Christus, Erlöser der Welt! daß Du sie in den Schooß der Patriarchen aufnehmen wolleft;- Du, der Du auch dieser Seele zum Heile voller Erbarmung vom Himmel auf die Erde herabgestiegen bist, erkenne in ihr das Werk Deiner Hände, das nicht von einem fremden Gott, sondern von Dir, dem alleinigen, lebendigen und wahrhaften Gott, erschaffen wor= den; denn außer Dir ist kein Gott und Nichts ist Deinen Werken gleich! Erfreue, o Herr, diese Teele mit Deinem Angesichte, und gedenke nicht der Sünden ihres vergangenen Lebens, nicht der Bersehen ihrer Jugend; sondern nach der Fülle Deiner Barmherzigkeit sei ihrer eingedenk im Reiche Deiner Herrlichkeit. DieHimmel mögen sich ihr öffnen, die Engel sich mit ihr erfreuen. Nimm, v Herr! Deinen Diener( Deine Dienerin) in Dein Reich auf. Es nehme ihn( sie) auf der heilige Erzengel Michael, der Fürst der himmlischen Heerschaaren; alle seligen Geister mögen ihm ( ihr) entgegen eilen und ihn( sie) einführen in die himmlische Stadt Jerusalem. Es nehme ihn( sie) auf der heilige Apostel Petrus, dem Gott die Schlüssel des Himmelreichs übergeben hat. Es stehe ihm( ihr) bei der heilige Apostel Paulus, der gewürdigt ward, das Gefäß der Auserwählung zu werden. Es bitte für ihn( fie) der auserwählte Jünger des Herrn, Johannes, dem Gott himmlische Geheimnisse geoffenbart hat. Es mögen für ihn( fie) um Beseligung flehen alle heiligen 8 Das Kirchenjahr. Apostel, denen der Herr die Binde- undLösegewalt anvertraut hat. Bitten mögen für ihn( sie) alle Heiligen und Auserwählten Gottes, die um Christi willen hienieden große Marter erduldet haben, damit er( sie), von den Banden des Fleisches er= löst, zur Herrlichkeit des himmlischen Reiches zu gelangen verdiene. Das verleihe ihm( ihr) Jesus Christus, unser Herr, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 170 Beherzigungen und Gebete an den verschiedenen Festzeiten und Festtagen. Das Kirchenjahr. Wie die beil. Messe die wirkliche und bleibende Grneuerung des einigen Erlösungswerkes ist, so bildet das Kirchenjahr eine Vergegenwärtigung des großen Erlösungswerkes in seinem geschichtlichen Berlaufe und seinen einzelnen Geheimnissen, und soll dem Gläubigen nach dem Geiste der Kirche die besondern Gnaden der einzelnen Geheimnisse der Erlösung zueignen. Die Mesſe als solche ist immer nur Eine, wie nur Ein Christus und Ein Erlösungsopfer ist, und so sind auch die wesentli chen Worte bei der Hl. Messe immer dieselben, mag ein Requiem oder ein Alleluja dazu ertönen; sie ist als solche über alle Zeit erhaben, weil sie denjenigen ganz und wahrhaft in sich trägt, der die Fülle und den Mittelpunkt der Zeit bildet. Das Kirchenjahr aber gibt dem Einen Christus gleichsam das Gewand der Zeit, wie es dasselbe auch dem Priester am Altare gibt. Es begleitet den Heiland von seinem Eintreten in die Berheißung und in die Erwartung der Völker bis zu seiner ers schreckenden Wiederkunft am Ende der Tage, begleitet ihn von seiner Verkündigung durch den Engel bis zu feiner Auffahrt gen Himmel und bis zur Sendung des Advent. 171 heil. Geistes, der da fortführen und vollenden soll sein Werk in der heil. Kirche. Und so ist das Kirchenjahr: 1. eine Vergegenwärtigung des Leidens Jesu aufErden, 2. ein Bild der ganzen Weltgeschichte in Christo, ihrem Mittelpunkte. Es bildet aber auch um 3. eine Erneuerung der einzelnen Menschen in Christo, als der Glieder seines geheimnißvollen Leibes. An und aus der Feier des Kirchenjahrs soll der Mensch empfangen: seine Sehnsucht nach Christus, seine Wiedergeburt in Christus, seine Auferstehung durch Christus, seine himmlische Erhebung an Christus und seine geistige Nahrung und Fortbildung aus Christus durch die Wirkung des heil. Geistes. Und wodurch konnte er sich in den einzelnen festlichen Zeiten solcher Gnade wirkfamer theilhaft machen, als durch die heil. Communion, durch die unmittelbare Theilnahme an Demjenigen, der in dem allen der Ewige und Einige ist, und der da nicht aufhört, in der hl. Messe das wandelbare Irdische zu verwandeln in sein unwandelbares Fleisch und Blut zum Heile der Menschenkinder. Advent. Der Advent( Ankunft) ist vorzugsweise die Berge= genwärtigung des alten Bundes, ist die Zeit der Erwartung, der Sehnsucht nach der Ankunft des Heilandes, ein Verlangen nach Licht in den dunkeln Tagen. Eine solche Zeit der Erwartung des versprochenen, in Wahrheit schon wirkenden Erlösers war der ganze alte Bund, von der ersten Verheißung bis zu seinem öffentlichen Auftreten, von der Stimme des Herrn im Paradiese bis zur Stimme des Rufenden in der Wüste; am innigsten und seligsten die Erwartung in Maria von der Verkündigung des Herrn bis zu seiner Geburt. In gleicher Weise verlangt denn auch die gläubige Seele nach Ankunft des Heilandes im Herzen, damit sie getrost auch erwarten könne seine Ankunft zum leßten Gerichte. Alle diese Stimmen des Erwartens und Kom= mens läßt die Kirche in der Feier des Advents mahnend und tröstend durchtönen, und vereinigt sie alle in dem Rufe zur Buße und zur Erneuerung des inneren Menschen. 8* 172 Advent. 3ur heiligen Messe.inse Zum Eingang. y. Thauet, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet den Gerechten. R. Deffne dich, Erde, und lasse hervorsprießen den Heiland! Zürne nicht, Herr, und gedenke nicht weiter unserer Sünden; denn siehe, Dein Volk sind wir alle! Wir haben gesündigt und sind unrein geworden; wie dürres Laub sind wir hingesunken, und wie ein Sturmwind haben uns hinweggerafft unsere Missethaten. Siehe an, o Herr! die Zerschlagenheit Deines Volkes, und sende, den Du senden willst! Sende das Lamm, das da herrschen soll auf Erden, damit es hinwegnehme das Joch unserer Befangenschaft! Tröste dich, mein Volk, tröste dich, bald wird kommen das Heil! Warum verzehrst du dich in Trauer? Siehe, weil dein Schmerz dich erneuert hat, so will ich dich retten! Fürchte nicht; denn ich bin der Herr dein Gott, der Heilige Israels, dein Erlöser! F. Thauet, ihr Himmel, von oben 2c. Gebet. Gott, der Du uns alljährlich mit der Erwartung unseres Heiles erfreust, wir bitten Tich, verleiheuns, daß wir Deinen Eingebornen, welchen wir als Erlöser freudig aufnehmen, der= einst auch als Richter getrost kommen sehen, unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, wel cher mit Dir und dem heil. Geiste ein einiger Gott lebt und regiert 2c. Amen. Zu den Collecten. Erwecke, o Herr, wir bitten Dich, Deine Macht und komme! Eile uns zu helfen mit großer Kraft, Advent. 173 damit unter der Hülfe Deiner Gnade das, was durch unsere Sünden verhindert und ferngehalten wird, durch Nachsicht Deiner mildreichen Erbarmung beschleunigt werde, der Du lebst und regierst 2c. impunan O Gott, der Du weißt, daß wir um unserer Sünden willen gebeugt sind, verleihe gnädig, daß wir aus Deiner Heimsuchung Trost empfan= gen, der Du lebest 2c. O Gott, der Du gewollt hast, daß Dein Wort unter Verkündigung des Engels aus dem Schooße der seligsten Jungfrau Maria Fleisch annehme, wir bitten Dich demüthigst, verleihe, daß uns durch die Fürsprache derjenigen, die wir wahrhaft als Mutter Gottes verehren, geholfen werde, durch Jesum Christum 2c. Amen. Zur Epistel. Lasset uns aufstehen vom Schlafe; denn es ist Zeit! Unser Heil nahet heran! Die Nacht ist vor= über; der Tag ist angebrochen! Lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anziehen die Rüstung des Lichtes. Laßt uns ehrbar wandeln wie am Tage; nicht in Schmauserei und Trinkgelagen; nicht in Schlaffammern und Unzucht! nicht in Zank und Neid! sondern ziehet an den Herrn Jejum Christum! NE 3um Evangelium. Die Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! machet zurecht in der Wüste die Pfade unseres( Gottes! Jedes Thal soll erhöhet und Jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was krumm ist, soll gerade, was rauh ist, zu ebnem Wege werden. Denn die Herrlichkeit Advent. 174 des Herrn wird sich offenbaren, und sehen wird alles Fleisch, daß der Mund des Herrn geredet hat. Herr Jesu, Du wahres Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, der da kommt in diese Welt, gib, daß wir Dein heil. Evangelium allzeit im Herzen tragen, damit wir als wahre Kinder Gottes auf Erden wandeln und dereinst Dich getrost kommen sehen, wenn Du wiederkehrest, zu richten die Lebendigen und die Todten. Zum Credo. ON THE Ich glaube an Gott den Vater 2. 16th 3um Offertorium. Nimm auf, o liebreichster Jesu, dieses Opfer, zur Danksagung für Deine wunderbare Menschwerdung, in der Du Dich gewürdigt hast, aus dem jungfräulichen Schooße Mariä die menschliche Natur anzunehmen, damit Du im Fleische das Fleisch befreiest; wir bitten Dich, Du wollest durch die Fülle dieser Deiner unendlichen Liebe den Abgrund unserer Unwürdigkeit bedecken, damit wir als Mitgenossen Deines Reiches vor Deinem heil. Angesichte erscheinen können, der Du lebest und regierest 2c. Amen. Opfere Jesu dein Herz auf und bete in Erinnerung an die viertausendjährige Erwartung des Heilandes vier Vater unser, zur Erweckung eines inbrünstigen Verlangens nach Vereinigung mit Christus und nach Erneuerung deines Herzens während der heil. Adventszeit. 3um Sanctus. Gebenedeiet sei die allerheiligste Dreifaltigkeit, welche des menschlichen Geschlechts eingedenk ge wesen und ihm den langgewünschten Messias ge Advent. 175 gesandt hat! Gebenedeiet sei Gott der Vater, wel= der so sehr die Welt geliebt, daß er seines einzigen Sohnes nicht geschonet, sondern ihn dargegeben. hat, um uns zu erlösen. Gebenedeiet sei der Sohn Gottes, welcher uns zu Liebe vom Himmel gefomanen, sich mit unserem sterblichen Fleische befleidet und unser Elend auf sich genommen hat. Gebenedeiet sei der heil. Geist, welcher das große Wunder der Menschwerdung gewirkt und die menschliche Natur mit der göttlichen in dem jung= fräulichen Leibe vereinigt hat. Gebenedeiet sei die allerfeligste Jungfrau Maria, welche durch ihre inbrünstige Liebe den Sohn Gottes vom Himmel herabgezogen und ihn bewogen hat, aus ihrem allerreinsten Geblüt seinen heil. Leib zu bilden und seine Nahrung von ihr zu empfangen. Gebenedeiet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Almächtiger, ewiger Gott, durch dessen Geist der ganze Leib der Kirche geheiligt und regiert wird, erhöre gnädig unser Gebet und verleihe, daß nach Unterdrückung aller Irrthümer Dir in gesicherter Freiheit und wahrer Einigkeit von Allen gedient werde durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zur Wandlung. O Jesu, Du wahrer Gott, vom wahren Gott, erbarme Dich unser, und errette uns! O Jesu, Du fleischgewordenes Wort, das unter uns gewohnt, erbarme Dich unser und belebe uns! D Jesu, unser Erlöser und Seligmacher, erbarme Dich unser und mache uns zu Miterben in Dei= nem Reiche! Gedenke auch der armen Seelen im Fegfeuer, und erfreue sie mit Deiner Ankunft. 176 Wahlgebet zu Jesus. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! Du wolleft durch das Geheimniß Deiner heil. Menschwerdung und durch die Tage Deiner Ankunft unsere Herzen reinigen und mit himmlischer Sehnsucht erfüllen, damit wir am Tage des Gerichts, wenn Du mit Deinen heil. Engeln wiederkehren wirst, Deiner Verheißungen würdig befunden werden, und zur ewigen Anschauung Deiner Glorie gelangen mögen, der Du lebest 2c. Amen. and 1685 O glorwürdige Mutter und allerreinste Jungfrau Maria, nimm auf unsere Gebete in dein gebenedeites Herz, damit wir durch die überflieBende Gnade, welche Du in der Verkündigung des Engels empfangen hast, in allen Anliegen unseres Heiles der göttlichen Erhörung gewürdigt werden durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. atended a ang Wahlgebet zu Jesus. Herr Jesu Christe, meine Hoffnung und meine Zuflucht, Du Trost meines Lebens und Süßig= feit meines Herzens, Du ewiges Wort des ewigen Baters, der Du herabgekommen aus der Herrlichkeit des Himmels und Mensch geworden bist, um uns Menschen zu erlösen, ich erwähle Dich mit seligem Vertrauen zu meinem göttlichen Beschüßer, zum Lenker meines Lebens, zum Fürsorger in allen Bedrängnissen, zum Tröster in allen Leiden und Drangsalen, zum Helfer in allen Mühen und Arbeiten, einzig aus Liebe zu Dir und zum Heile meiner Seele. Du sollst meine Zuflucht sein, Du meine Heimath und meine Wohnung, Du meine Speise und mein Tranf, Du meine Ruhe und meine Erquickung, Du mein Gebet an den Quatembertagen um gute Priester. 177 Bater und mein Bruder, mein Freund und Gefährte, Du mein Hort und der Wächter meines Lebens, dem ich mich und mein Alles gänzlich befehle, weil Du mir Alles in Allem bist, und kein Heil außer Dir ist und keine Sicherheit ohne Dich. Darum laß über mir sein Deine Barm= herzigkeit, o Herr; Deine Gnade mich führen in allem, Dein Auge über mir wachen bei Tag und bei Nacht und Deine Rechte mich beschirmen zur Rechten und zur Linken. Würdige Dich, mich auf geradem Wege zu geleiten in die Wohnung Deiner Herrlichkeit, damit ich Dich dort anschaue und benedeie in Ewigkeit. Nimm auf, o liebreichster Jesus, diesen meinen Leib und meine Seele, sammt allem meinen Denken und Wollen, das ich Dir in Demuth des Herzens und von ganzem Gemüthe darbringe und für immer übergebe. Strecke aus, Deine Hände, o Herr, und ziehe mich zu Dir, und vereinige mich aufs innigste mit Dir, so daß ich von nun an kein anderes Wollen oder Nichtwollen habe, als das Deinige, und mir außer Dir nichts süß sei in Ewigkeit. Ich habe Dich angerufen, o Herr! und verlange nach Dir, bereit, alles zu verschmähen um Deinetwillen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit; Dich lobe und benedeie mein Mund und meine Seele und alles Erschaffene, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet an den Quatembertagen um gute Priester. Jesu Christus, der oberste Hirt und Seelsor8** 178 Gebet an den Quatembertagen um gute Priester. ger, ist nicht mehr sichtbar auf der Erde. Auch die Apostel, die ersten Bischöfe und Priester, die Jesus Christus selbst geweihet hat, sind gestorben, und dennoch hat es Deiner Kirche, o Gott! noch niemals an Bischöfen und Priestern, an solchen Geistlichen gefehlt, die Nachfolger der Apostel sind, und die Stelle Jesu Christi als Lehrer und Hirten zum Heile der Seelen vertreten. Immer werden neue geweiht. D Ja, gerade jetzt ist wieder die Zeit da, wo dieses geschieht; wie vielen hundert Geistlichen wer den nicht in dieser Quatemberwoche von Bischöfen die Hände aufgelegt und die Gewalt gegeben, in der Kirche zu lehren, zu taufen, zu opfern, zu segnen, und von Sünden loszusprechen! O welche Gnade! was für ein Glück ist dies für uns Christen! Hätten wir keine Geistlichen, ach, so würden wir auch kein Christenthum haben! Dank sei Dir also, bester Gott! daß Du uns von Zeit zu Zeit Geistliche weihen läßt! Dank sei Dir, Jesus Christus, für die Einsetzung des Sakraments der Priesterweihe. tomus Aber gib auch, o Bater! daß wir keine anderen, als gute Priester und tugendhafte Geistliche erhalten; nur solche, die uns gut unterrichten, im Guten stärken, zum Guten aufmuntern, und wenn uns Uebles widerfährt, wenn wir krank oder elend werden, uns besuchen, uns helfen und trösten; solche Geistliche gib uns, die auch die Kinder gern haben, und sie so lieben, wie es Jesus Christus gethan, da er auf Erden war. Um diese Gnade bitte ich Dich mit der ganzen Kirche, die auch deswegen die Quatemberzeit zu Weihnachtsandacht. einer Zeit der allgemeinen Andacht, des Betens und Fastens eingeseßt hat, damit sie ja in Auswahl und Weihung ihrer Geistlichen glücklich sein möchte. Durch Jesum Christum Deinen Sohn erhöre unser Gebet, und erfülle unsere heiligen Wünsche. Amen. 179 Weihnachten. Ein Licht ist aufgegangen in der Finsterniß! A18 Mitternacht auf der Erde ruhete, da mard leuchtend der Himmel. Die irdische Sonne wendet sich und verjünget das Jahr, die Sonne der Gerechtigkeit ruhet in dem Schooße einer Mutter, und strecket die Arme nach dir, um von dir aufgenommen zu werden in dein Herz, damit du wiedergeboren werdest zu einem finde des himm= lischen Vaters. Wir waren todt durch die Sünde; Gott hat uns lebendig gemacht in Christo. So laffet uns denn ablegen den alten Menschen mit allen seinen Wer= ken, und da wir empfangen die Mittheilung der Geburt Christi, so lasset uns absagen den Werken des Fleisches, und das Göttliche in uns an's Licht bringen. Weihnachtsandacht. Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt worden; Herrschermacht ruht auf seinen Schultern! Sein Name wird sein: der Wun= derbare, der Nathgeber, Gott, der Starke, der Bater der künftigen Zeit, der Friedensfürst. E8 wird sich mehren sein Reich, und des Friedens wird kein Ende sein. Die Könige von Tharsis und die Inseln werden ihm opfern, die Könige von Saba werden Geschenke bringen. Es wer= den ihn anbeten alle Fürsten der Erde, und alle Völker ihm dienen. Denn er wird retten den Armen von der Hand des Mächtigen, den Armen, dem sonst kein Helfer war. Ogroßer Gott des Himmels und der Erde, 180 Weihnachtsandacht. der Du Deine göttliche Majestät und himmlische Glorie aus Liebe zu uns unter die holdselige Gestalt eines Kindes eingeschlossen hast, ich bitte Dich, verleihe mir nach Deinem Beispiele die Demuth zu lieben und den Hochmuth zu verabscheuen; leite und regiere mich! erfülle mich mit Deinen Tugenden, und lehre mich, vor der Welt klein und im Himmel groß zu sein, der Du lebest und regierest 2c. Amen. Heute ist also der glückliche, der freudenreiche Tag, an welchem Du, o mein bester Heiland! auf der Welt, welche Dich solange mit Sehnsucht erwartet hat, sichtbar erschienen bist! Heute hat Dich Deine gebenedeite Mutter geboren; heute sangen Dir die Engel das Loblied: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen, die eines guten Willens sind! Und fromme Hirten waren heute so glücklich, die erste Nachricht von Deiner Geburt zu erhalten. Sie waren aber auch die ersten, die Dich auf das Wort der Engel gesucht, in der Krippe gefunden, und mit inniger Andacht angebetet haben. Und ich sollte nun falt und unempfindlich bleis ben bei Deiner Geburt, über welche sich sogar der Himmel erfreut und die ganze Erde frohlockt hat? Nein das darf, das kann ich nicht; denn meinetwegen hast Du, o Gott der Liebe, den Himmel verlassen, und bist mir gleich ein Mensch geworden, damit ich ein Kind Gottes werden follte! Ja, Du hast noch dazu in der größten Niedrigkeit geboren werden und erzogen werden wollen, damit Niemand, auch der Nermste sich Weihnachteandacht. 181 nicht scheute zu Dir zu kommen, und Dich mit Engeln und Hirten anzubeten. O ich erfülle also meine Pflicht und bete Dich an!- Dank, tausend Dank sage ich Dir für alles Gute, das Du mir und allen Menschen durch Deine Menschwerdung und Geburt erwiesen bast. - Ach, wie elend wäre es in der Welt zu leben, wenn Du, Heiland der Welt, nicht gekommen wärest, um gut zu machen, was die Sünde der ersten Eltern verdorben bat! Noch immer wären wir unglückliche Kinder Adams, ausgeschlossen vom Himmelreiche, Kinder des Fluches. Aber Du hast uns den Segen gebracht, haft uns den Weg zum Himmel geöffnet, ibn durch Deine Lehre gezeigt, und durch Dein heiliges Leben dazu aufgemuntert. Du hast gelitten und bist gestorben, damit wir durch Dein Blut mit Gott versöhnt ewig leben mögen.-O welch ein glückseliger Tag ist also nicht Dein Geburtstag für uns! Mit Freude feiere ich ihn. Ich bitte Dich aber auch mit findlichem Ber= trauen, laß doch das Werk Deiner Menschwer= dung und Geburt an mir nicht verloren gehen, sondern mache mich aller Früchte Deines Lebens, Leidens und Sterbens theilhaftig; vorzüglich heute an dem Gedächtnißtage Ceiner Geburt, bitt' ich Dich um diese Guade, an dem Tage, an welchem Du als ein unschuldiges geringes Kind erschienen bist, um uns aufzumuntern, ohne Furcht und mit innigstem Zutrauen alles von Dir zu erbitten. Ach! gewähre mir diese Bitte! um Deiner gnadenreichen Geburt willen flebe ich darum, und hoffe gewiß, daß Du mir sie nicht versagen wirst, Weihnachteandacht. - O ich will gewiß alles thun, mich Deiner Gnade und Deines Beistandes würdig zu machen. Amen. isto tutto 182 Komm, o Jesu! in mein armes Herz und bereite es zu Deiner Krippe, daß es wiederglänge von dem Lichte Deiner Gnade; durchdringe meine Seele mit dem Feuer Deiner Liebe, damit ich würdig werde, Dich zu besigen in Ewigkeit. Laß, o Herr! wir bitten Dich, durch die erneuerte Feier dieses allerheiligsten Geheimnisfes unser Heil immer mehr gesichert werden; laß sie uns gedeihen zu einer Erinnerung des alten Menschen, damit wir von Dir als dem zweiten Adam unsern neuen Ursprung haben und, wie wir in jenem ersten Adam unsern Tod empfangen, so in Dir alle gesegnet werden zum ewigen Leben, der Du lebest und regierest 2c. Amen. Hier betet man auch passend die Litanei vom heil. Namen Jesu S. 95 und das Wahlgebet zu Jeſus S. 176 und zum Schlusse Zur Mutter Gottes. Gegrüßet und gebenedeiet seist du allerreinste Jungfrau Maria, die du empfangen und geboren haft, und unbefleckt und unversehrt geblieben bist. Sei gegrüßet, du Tempel des lebendigen Gottes, du erwähltes Gefäß des heil. Geistes, du Brunnen des lebendigen Wassers, durch welches die ganze Christenheit erquickt wird. Denn aus dir wollte geboren werden die Klarheit des ewigen Lichtes, der schönste unter den Menschenkindern, der König der Ewigkeit, der Heiland der Welt, Jesus Christus. 183 Am letzten Tage des Jahres. y. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! Be. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Gebet. O Gott, der Tu durch die fruchtbare Jungfrauschaft Mariä dem menschlichen Ge= schlechte die Freuden des ewigen Heiles verliehen haft; wir bitten Dich, laß uns die Fürbitte der= jenigen zu Theil werden, durdy welche wir verdient haben, den Urheber des Lebens zu empfan= gen, unfern Herrn Jesum Chriftum, einen Sohn, der mit Dir 2c. Amen. Am letzten Tage des Jahres. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr der Zeit und Ewigkeit! fiehe gnädig herab auf das Gebet, so ich Dir heute mit gerührtem Herzen darbringe. Mein ganzes Leben besteht aus einer Reihe von Wohlthaten, die mir aus Deiner milden Hand zugeflossen sind. Du hast mich nach Deinem Ebenbilde geschaffen, und durch Jesum Christum in Deinem Kinde angenommen. Du hast mich in den Schooß Deiner heil. Kirche geführt, und mich der unendlichen VerdiensteIefuChristi theilhaftig gemacht. Du hast mir Leibes- und Seelenkräite gegeben, und mich versorgt mit Allem, was ich für meine körperlichen und geistigen Bedürfnisse nöthig hatte; Du bewahrtest mich vor vielen Gefahren, und wenn ich sündigte, so er= trugst Du mich mit Langmuth und Geduld, und schenftest mir Verzeihung. O! so lobe denn meine Seele den Herrn, und Alles, was in mir isl, preise seinen heil. Namen! Mit findlichem Herzen danke ich Dir, himmlischer Bater! für alle diese Gnaden Am letzten Tage des Jahre. überhaupt, und insbesondere für die Wohlthaten, die Du mir in diesem Jahre erwiesen bast, und wünsche, daß mein ganzes zukünftiges Leben nichts anderes sein möge, als ein immerwährender Dank für Deine Güte. 184 Aber ach, gerechter Gott! dürfte ich auch in diesem Augenblicke ohne Furcht vor Dir, meinem Richter, erscheinen? Wie könnte ich vor Deinem Angesichte bestehen, wenn Du mit mir zu Gerichte gingest? Wie nachlässig war ich dieses Jahr in Deinem heil. Dienste! Wie stolz und eitel! Wie oft ließ ich mich von meinen finnlichen Neigungen hinreißen? Wie oft war ich mehr besorgt für die vergänglichen Güter der Erde, als für das Heil meiner unsterblichen Seele!- Wie oft habe ich meine guten Vorsätze gebrochen?- Vater im Himmel! ich erkenne mein Unrecht; mit reuerfülltem Herzen erhebe ich heute meine Hände zu Dir, und flehe um Verzeihung. Ich will mich mit Deiner Gnade bessern. Vor Deinem Angesichte fasse ich den festen Borsaß, meine bösen Neigungen und Begierden zu bezähmen, und über meine Sinne und mein untreues Herz besser zu wachen. Nimm mich wieder zu Deinem Kinde an, bewahre mich vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, und stärke und beschüße mich in jeder Versuchung zum Bösen. Denn nur Dir will ich in Zukunft leben; nur Dir will ich dienen; und die Zeit, die Du mir in Deiner Barmherzigkeit noch beschieden hast, will ich nur für Dich und zu Deiner größeren Verherrlichung verwenden. Dein Wille soll mir fortan heilig sein. Bekräftige mit Deiner Gnade meinen Borsaß, daß ich ihu Am Neujahrstage.- Am Feste der heil. drei Könige. 185. balte, und nimmermehr abweiche vom Wege Dei= ner Gebote. Darum bitte ich Dich durch Zesum Christum unsern Herrn. Amen. Am Neujahrstage. Allmächtiger Gott! wie sich Dein eingeborener Sohn, Jesus Christus, am beutigen Tage, dem Gefeßze gemäß, der körperlichen Beschneidung unterworfen bat, so unterwerfen wir unsere Her= zen der geistigen Beschneidung, und bitten Dich: reinige sie von allen eitlen und sündhaften Ge= danken, von allen sinnlichen Neigungen und Be= gierden, und bilde uns in diesem neuen Jahre nach dem erhabenen Vorbilde Deines göttlichen Sohnes, daß wir vollkommen vor Dir wandeln, getrost Dir folgen, und gerechtfertigt vorDir erscheinen, wenn es Dir gefallen sollte, uns im Laufe dieses Jahres in die Ewigkeit abzuberufen. Wir bitten Dich darum durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen drei Könige oder der Erscheinung des Herrn. Unterricht. Die Kirche erinnert die Gläubigen durch das Fest der Erscheinung des Herrn an die Wunder der Gnade, wodurch Gott den Menschen das Geheimniß der Menschwerdung eines Sohnes verkündigt hat. Sie erinnert nämlich 1) an die Erleuchtung der Heiden durch den Stern, 2) an das Wunder, welches bei der Taufe Jesu geschah, da der heil. Geist in Gestalt einer Taube erschien, und die Stimme des Vaters ertönte: Dieser ist mein geliebter Sohn Ihn böret!" und endlich 3) an das Wunder zu Kana, das erste, welches Jesus öffentlich gewirkt hat. Der Christ dankt für die Gnade, daß der Heir auch ihm - Hagst Die Fastenzeit. erschienen ist durch das Licht des Glaubens, und macht den Vorsag, die Stimme Jesu fortan zu hören und zu befolgen, um einst auch zur Anschauung des ewigen Lichtes zu gelangen. 186 Gebet der Kirche. O Gott, der Du an diesem Tage Deinen Ein> geborenen den Heiden durch die Leitung des Sternes geoffenbaret haft; verleihe uns gnädig, daß wir, die wir im Lichte des Glaubens Dich schon erkannt haben, auch zur Anschauung Deiner ewigen Herrlichkeit zugelassen werden; durch den= selben Jesum Christum 2c. Amen.desi Die Fastenzeit. Die Zeit der Fasten ist vorzugsweise die Bergegen= wärtigung des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, von seinem vierzigtägigen Faften an bis zu seinem Tode am Kreuze. Sie soll daher für die Christen eine Zeit des Ernstes, der Trauer und der Buße, sowie zugleich einer würdigen Vorbereitung zu der heiligen österlichen Communion sein. Damit sie das für dich werde, mußt du, o( Shrist, thun, was Christus that; also bete, faste, erweise Gutes, wo und wie du kannst, leide und büße für deine eigenen Sünden, und sei gehorsam dem Herrn, bist du der Sünde abstirbst, damit du in der Kraft Gottes am Oftermorgen als ein neuer Mensch auferstehen mögest. Diese ernste aber auch gnadenreiche Beit beginnt mit dem Aschermittwoch, an welchem der Priester unser Haupt mit Asche bestreut unter den Worten: Gedenke, omensch, daß du Staub bist, und in Staub zurüdPehren wirst. Mit dem Gedanken an den Tod will ich daher die heil. Fastenzeit anfangen, als Die Fastenzeit. 187 sollte ich meinem göttlichen Erlöser nicht nur in seinem Leiden nachfolgen, sondern auch mit ihm sterben. Gebet der Kirche. O Gott! wer sich vor Dir demüthigt, findet Gnade vor Dir, und wer über seine Sünden Buße thut, besänftigt Deinen Zorn. Erhöre unser Flehen, und gieß über Deine Diener, die jetzt ihr Haupt mit Asche bestreuen laffen, den reichen Segen Deiner Gnade aus. Erfülle sie mit dem Geiste der Zerknirschung und Buße; schenk' ihnen, um was sie mit Weisheit bitten; befestige in ihnen, was sie erhalten, und bewahre, was sie empfangen. Allmächtiger, ewiger Gott! Du hast den Niniviten, Sie im Trauergewande und in der Asche Buße gethan, Vergebung ihrer Sünden gnädig angedeihen lassen: verleihe auch uns, daß wir würdige Buße wirken, und von Dir Vergebung unserer Sünden erlangen; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Andacht zum Leiden Christi.. init dem Unterrichte darüber siehe oben S. 79-83. Kirchengebete. Bekehre uns, o Gott, unser Heil! und erfülle unser Herz mit himmlischem Sinne, damit das Fasten der 40 Tage uns gedeihlich werde. Siehe, o Herr! auf Deine Familie herab, und verleihe, daß, während der Leib durch Fasten ab= getödtet wird, das Gemüth im regen Verlangen nach Dir hell und glänzend vor Dir werde. Siehe, o Herr! gnädig auf die Andacht Deines Bußpfalm. Volkes, damit wir, die durch Enthaltsamkeit die Lüste des Fleisches schwächen, durch die Frucht guter Werke am Geiste stark werden. Laß, o Gott! da wir eine fromme Sitte alljährlich erneuern, die leibliche Uebung, noch mehr aber die Verfassung unserer Seele Dir angenehm sein. int Wir bitten Dich, o Herr! siehe gnädig auf diese Deine Gemeinde herab, für welche unser Herr Jesus Christus sich nicht geweigert hat, den Händen der Sünder und der Qual des Kreuzes überliefert zu werden, der mit Dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 188 - Zur Anregung und Vermehrung des Bußgeistes betet die Kirche in den Tagszeiten der Fastenzeit immer von Neuem den 4. und 6. Bußpsalm, wodurch sie uns mahnt, ihrem Beispiele zu folgen. Vierter Bußpsalm( Psalm 50). ( Demüthiges Gebet des reuigen Sünders um Berzeihung und geistige Erneuung.) Erbarm' Dich meiner, Gott! nach Deiner groBen Barmherzigkeit, und tilge meine Schuld nach Deiner Gnadenfülle. Wasch' mehr und mehr von mir die Sünde, und reinige mich von meiner Missethat. Denn ich erkenne meine Sünde, fortwährend schwebt sie mir vor Augen. 2018 Dir allein hab' ich gefündigt und Böses vor Tir gethan, so daß Du gerecht bist in Deinem Urtheil und siegend im Gerichte. Denn siehe, in Sünden wurde ich empfangen, in Sünden empfing mich meine Mutter. Bußpfalm. 189 Nun denn, der Du die Wahrheit liebst, und mir die Tiefen Deiner Weisheit offenbarest. Besprenge mich mit Ysop, dann werde ich rein, wasche mich, dann werde ich weißer als der Schnee. Dann wirst Du Freude geben mir und Wonne, frohlocken wird dann mein zerschlagenes Gebein. O wende Deinen Blick von meinen Sünden, und tilge alle meine Missethaten. Ein reines Herz, o Gott! erschaff' in mir, den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht vor Deinem Angesichte, und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir die Freude Deines Heiles wieder, befestige im ersten Geiste*) mich. Dann will ich Verirrten Deine Wege lehren, daß die Sünder sich zu Dir bekehren. Erlöse, Herr, von Blutschuld mich, dann wird meine Zunge Deine Gerechtigkeit preisen. Du selbst eröffne meine Lippen, so wird mein Mund Dein Lob verkünden. Wenn Opfer Du gewollt, führwahr ich hätte sie gegeben! Brandopfer aber gefall'n Dir nicht. Das Opfer, das Dir wohlgefällt, ist ein zerknirschter Geist; ein Herz demüthig und zerschlagen, Gott! das verschmähst Du nicht. Herr! thu' Sion wohl nach Deiner Huld, daß seine Mauern sich erbauen. Dann wirst Du Opfer der Gerechtigkeit empfangen und Gaben und Brandopfer! dann wird man Kälber( wohlgefällige Opfer) legen auf Deinen Altar. Ehre sei dem Vater, dem Sohne 2c. *) Im Geiste des ersten Tugendeifers. Bußpsalm. Sechster Bußpsalm( Psalm 129). ( Gebet um Berzeihung der Sünden.) sidi Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Gott! Herr erhöre mein Gebet. Laß Dein Ohr doch achten auf meines Flehens Stimme. 190 Wenn Du der Sünden willst gedenken, wer könnte dann, o Herr! vor Dir bestehen? So aber ist bei Dir Vergebung! Ja, auf Dich vertraue ich um Deines Gefeßes willen. Es süßet auf sein Wort fich meine Seele, und hoffet auf den Herrn mein HerzVon der Morgenwacht bis in die Nacht vertraue Israel dem Herrn. Denn bei dem Ewigen ist Erbarmung und überschwengliche Erlösung. Und er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne zc. Andacht des Kreuzweges. Die Andacht des Kreuzweges oder der vierzehn Stationen bezieht sich auf den Weg, den der Herr vom Hofe des Pilatus bis zum Kalvarienberge hinauf zurücklegte, und besteht in 14 Erwägungen und Gebeten über die Leiden, die daselbst auf verschiedenen Stellen Ibn und seine jungfräuliche Mutter trafen. Folge, o Christ, den Spuren deines blutenden, freuztragenden Erlösers, verweile mit inniger Theilnahme auf jeder Stelle, wo Ihm ein neuer Schmerz begegnete, und schärfe in der neu erwachenden Liebe zu Ihm den Schmerz über deine Sünden, welche die Ursache Seiner Leiden waren. 191 Andacht des Kreuzweges. Vorbereitungsgebet. Göttlicher Erlöser, Du bist den schmerzensvollen Todesweg gegangen, mit Deinem Kreuze belastet, und zwar für mich armen Sünder. Ich will Dich im Geiste begleiten, ich will mit Deiner hochgebenedeiten Mutter Maria, mit Deinem ge= liebten Jünger Johannes und mit den frommen Frauen Dir zur Seite gehen, und Dich leiden und sterben sehen. Dein Leiden und Tod möge mich die Abscheulichkeit meiner Sünden und die Größe Deiner Liebe lehren, damit ich mich fest entschließe, mich selbst zu verleugnen, mein Kreuz auf mich zu nehmen, und Dir nachzufolgen. Gib mir Deine kräftige Gnade, daß dieser Gang der Andacht in meinem Herzen viele Frucht der Besserung bringe. Erste Station. Pilatus verurtheilt Jesum zum Tode. Betrachte, meine Seele, wie Jesus deinetwegen dieses ungerechte Urtheil erlitt, um dich von dem Urtheil der ewigen Berdammniß zu erlösen. Er hat ausgetilgt die Handschrift des Urtheils wider uns, die uns entgegen war, und hat sie hinweggenommen und an's Kreuz geheftet. Und wie sollten wir Ihn nicht wiederlieben? Gebet. Gott! der Du durch die Demuth und Geduld Deines unschuldig zum Kreuzestode verurtheilten Sohnes die Hoffahrt und Schmach unseres Urfeindes zerstöret, und uns von dessen Tyrannei und dem Gerichte des ewigen Todes barmherzig befreiet haft: wir bitten, laß uns sein Leiden tief zu Herzen fassen, und der Menschen Vom Leiden Christi. falsches Urtheil und alle Widerwärtigkeiten mit Geduldertragen, damit wir an jenem Tage hören mögen: ,, Kommet ihr Gebenedeite! Durch den= selben Jesum Christum unsern Herrn Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. 192 3weite Station. Cbristus wird mit dem Kreuze beladen. Betrachte, meine Seele, wie Christus mit dem Kreuze deine und aller Menschen Sünden uuf Sich ladet und unsere Schmerzen trägt. Und du wolltest dich noch beschweren, das süße Joch und die leichte Bürde Seiner Lehre auf dich zu nehmen? Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du gewollt, daß Dein eingeborener Sohn, zum Vorbilde des Gehorsams und der Geduld, unser Fleisch annahm, und mit der Last des Kreuzes als der wahre Isaat vor uns hinwandelte: verleihe gnädig, daß wir, aus Begierde, ihm nachzufolgen, das süße Joch Deines Gesetzes und das Kreuz der Abtödtung gern annehmen und standhaft bis in den Tod tragen. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Dritte Station. Jesus fällt unter dem Kreuze zum ersten Male. Betrachte, meine Seele, wie schwer die Bast deiner Sünden ist, da Derjenige darunter niederfällt, der alle Dinge trägt durch das Wort Seiner Kraft. O Jesu, laß mich Deine Kreuzeslast nicht durch neue Sünden vermehren. Gebet. O Gott! der Du durch die unüber Vom Leiden Christi. 193 windlicheStandhaftigkeit Deines unter der schwe= ren Last des Kreuzes niederfallenden Sohnes die Welt vom Falle errettet hast! verleihe uns die Hülfe Deiner Gnade, daß wir ohne Anstoß den Weg Deiner Gebote wandeln, und vor dem Falle des ewigen Todes bewahret werden. Durch den= selben Christum unsern Herrn. Amen. Vierte Station. Jesus begegnet Mariä, seiner Mutter, und dem Jünger Johannes. Betrachte meine Seele, wie bei dem Anblicke des mit Wunden bedeckten, mit Dornen gekrönten, mit dem Kreuze beladenen Heilandes ein Schwert des Schmerzes das Herz Maria, seiner Mutter, und seines Lieblingsjüngers Johannes durchdringt. Wirst du denn nicht vor Mitleid verzehret? Nimm weg, o Jesu, mein hartes Herz, und gib mir ein mitleidiges; denn ein hartes Herz wird sich übel befinden an seinem Ende. Gebet. Herr Jesu Christe! der Du gewollt hast, daß das milde Herz Deiner Mutter bei ihrer Begegnung mit Dir auf dem Kreuzwege vom Schwert des Mitleids durchdrungen wurde: wir bitten Dich, verleihe, daß auch wir über Deine Schmerzen, die Du um unserer Sünden willen gelitten, heiße Thränen des Mitleids vergießen, und bei Dir und Deiner lieben Mutter in aller Trübsal Trost und Hülfe finden; der Du lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Fürfte Station. Simon von Cyrene wird gezwungen, Christo das Kreuz tragen zu helfen. Betrachte, meine Seele, wie Simon gezwungen wers 9 194 Vom Leiden Christi. den mußte, das Kreuz mit Christo zu tragen. Welches Berdienst hätte er sich erworben, wenn er es bereitwillig gethan hätte! Bist du denn bereit, mit Verachtung der Welt dein Kreuz dem Heilande nachzutragen? Gebet. O Herr Jesu Christe! der Du alle Dinge trägst durch das Wort Deiner Kraft, und dennoch unter dem schweren Kreuze so matt und schwach hast werden wollen, daß ein elender Mensch gezwungen werden mußte, Dir Dein Kreuz tragen zu helfen, durch diese Deine Mattigkeit verleihe uns Kraft, das Kreuz, das Du uns auflegest, mit Liebe zu empfangen, Dir auf dem mübevollen Wege des Kreuzes durch Ehre und Schande standhaft nachzufolgen, und die verheiBene Belohnung zu erlangen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Sechste Station. Die heil. Veronika begegnet Christo. Betrachte, meine Seele, welchen Spiegel Christus der Veronika und uns allen hinterlassen hat. Schaue immerdar hinein und lerne die Schwere deiner Sünden erkennen. Gebet. O Jesu, Du Ebenbild des ewigen Baters, und Abglanz seiner Herrlichkeit! der Du uns im Schweißtuche die blutigen Malzeichen Deines heiligsten Antlißes, welches die Engel zu schauen gelüftet, hinterlassen hast; dämpfe in uns. alle Hoffahrt und Eitelkeit, und laß uns vor Dei nem Angesichte hier also in Demuth wandeln, daß wir Dich im Himmel in Deiner Klarheit schauen, selig lieben und vollkommen besigen mögen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Vom Leiden Christi. hely Siebente Station. Jesus fällt zum zweiten Male. Betrachte, meine Seele, wie Jesus zum zweiten Male unter der Last des Kreuzes niederfällt. Deine wiederholten Sünden sind es, die den Heiland abermals niederwarfen. Willst du denn nicht aufhören zu fündigen? Gebet. Gott! der Du zugelassen, daß Dein unschuldigster Sohn unter die Ulebelthäter gezählet und mit Schmach erfüllt wurde, um uns vom Fluche der Verdammniß zu befreien; wir bitten Dich, laß uns von der Sünde aufgestanden, nicht wieder in dieselbe hineinfallen, und standhaft das Joch Deiner Gebote tragen, bis zum Ende; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Achte Station. 195 Jesus tröstet die weinenden Frauen. Betrachte, meine Seele, wie oft du über vergängliche Dinge weinest, und wie selten du eine Thräne vergießest über deine Sünden und die Wunden, die sie dem leidenden Heilande geschlagen haben.- Wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen einen Quell der Thränen, daß ich weine Tag und Nacht? Gebet. O gütigster Jesu, Du Trost der Betrübten und Zuflucht der Bedrängten! der Du Dich gewürdigt hast, die Töchter Jerusalems, welche auf Deinem blutigen Kreuzwege über Dich weinten, zu trösten und sie zu heilsamen Thränen zu ermahnen: wir bitten Dich, verleihe uns reichliche Thränenquellen, mit denen wir die Flecken unserer Sünden abwaschen, und Deinem bittern Eziden und allen bedrängten Mitmenschen Herzliches Mitleid beweisen mögen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. may 9* 196 Vom Leiden Christi. Neunte Station. Th Jesus fällt zum dritten Male. 11 Betrachte, meine Seele, daß durch Häufung deiner Sünden die Last des Kreuzes dem Herrn vermehrt wird. Höre, wie der Heiland beim Pfalmisten flagt: Die Sünder haben auf meinem Rücken geschmiedet, sie haben Ungerechtigkeit lange geübt!"- Herr, siehe nicht auf meine Sünden, sondern auf die Leiden Deines Gesalbten. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du weißt, daß wir unter der Last so vieler Widerwärtigkeiten und den Nachstellungen des bösen Feindes in unserer Schwäche nicht bestehen können: wir bitten demüthig Deine göttliche Majestät, verleihe uns durch den schmerzlichen Fall Deines göttlichen Sohnes am Kalvarienberge Hülfe und Stärke in allen Nöthen und Versuchungen, und laß uns dereinst mit Deiner Hülfe den Berg der Glorie glücklich ersteigen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Zehnte Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt und mit Galle 1916 for 2 getränkt. 370 Betrachte, meine Seele, mit welcher Grausamkeit die Schergen Jesum behandelten. Uebest du nicht zuweilen gleiche Härte gegen die Armen, von denen der Heiland fagt: Was ihr den Geringsten aus den Meinigen thut, NON CHE das thut ihr mir! Gebet. O Herr Jesu Christe; der Du Dich mit Galle und Effig haft tränken lassen, und gelitten hast, daß durch Abreißung Deiner Kleider all' Deine Wunden erneuert, und Du vor allem Bolke entblößet wurdest: wir bitten Dich durch Dein kostbares für uns vergoffenes Blut, bewege Vom Leiden Christi. 197 unsere Herzen zu größerem Mitleid mit Dir und unsern leidenden Neben menschen, und durch eine Blöße vertilge in uns alle Sinnenlust und alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Eilfte Station. Jesus wird an's Kreuz genagelt. Petrachte, meine Seele, die starken Liebesbande, mit denen Jesus sich verbindet. Wird denn noch immer dein hartes Herz nicht von Gegenliebe verwundet, daß du mit dem Apostel ausrufen könntest: Ich bin mrt Christo an das Kreuz geheftet? Gebet. Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes! der Du zur Erlösung der Welt Dich wie ein unschuldiges Lamm auf dem Kreuzholze haft ausspannen und grausam durch Hände und Füße hast annageln lassen: verleihe gnädig, daß wir unser Fleisch durch christliche Abtödtung kreuzigen, und laß uns mit den Nägeln der Liebe mit Dir an's Kreuz geheftet werden und in Ewigkeit verbunden bleiben; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 3wölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. Betrachte, meine Seele, wie Christus sterbend ſeinen Geist in die Hände seines himmlischen Baters befiehlt, Jesu! sei Du fünftig mein Leben; so wird Ster= ben mein Gewinn sein! Gebet: O Herr! wir bitten Dich, siehe gnädig herab auf Deine Gemeinde, für welche unser Herr Jesus Christus sich den Händen der Sünder überantwortet und den bittern Kreuzestod gelitten hat; der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit 198 Bom Leiden Chrifti. des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze genommen und in den Schooß seiner Mutter gelegt. Betrachte, meine Seele, welches Schwert des Echmerzes das Herz der Gottesmutter durchdrang, als der heilige Zeichnam ihres Sohnes vom Kreuze genommen und in ihren Schooß gelegt wurde. O Maria, Mutter der Schmerzen, laß mich Tag und Nacht meine Sünden beweinen und, ihnen abgestorben, laß mich in deinem Schooße ruhen! Gebet. O Maria, Du schmerzenreiche Mut ter! Welches Schwert des Schmerzes hat deine Seele durchdrungen, als du den entseelten Leichnam deines göttlichen Sohnes mit deinen lieb reichen Armen umfingest: ach! erlange mir, daß ich die Sünde, die Ursache seines Todes und deiner Schmerzen, aus allen Kräften verabscheue und beweine, und nach meinem Hinscheiden nimm meine Seele auf in deinen mütterlichen Schuß. Amen. Vierzehnte Station. Jesus wird in's heilige Grab beigeſetzt. Betrachte, meine Seele, das glorreiche Grab deines Heilandes, und laß deinen alten Menschen zugleich mit Ihm gefreuzigt sein, auf daß der Leib der Sünde zerstöret werde, und du hinfort der Sünde nicht mehr dienest. Gebet. O Jesu, mein Heiland und Erlöser! gib, daß ich der Welt abgestorben Dir allein lebe; und wenn Du mich dereinst vom Leibe dieses Todes erlösest, laß mich im Himmel der Früchte 199 Fastenandacht. Deines Leidens und Deines schmerzvollen Todes genießen. Amen. Schlußgebet. Nun kniee ich hier an Deinem Grabe, mein theuerster Erlöser, um es Dir noch einmal zu fa= gen, daß ich von jetzt an ganz Dein sein will. Dies wünsche ich von Herzen. Ich bin Dir auf Deinem Kreuzwege gefolgt, ich wünsche Dir im mer zu folgen, und den Weg der Sünde niemals wieder zu betreten. Sei Du mein Führer, und möge ich stets Dein folgsames Kind sein, für wel ches Du heute Dein Leben gelassen hast. Leite mich ferner an Deiner Hand, und gib nicht zu, daß ich mich jemals weit von Dir verirre. Amen. O Gott! der Du durch das kostbare Blut Dei= nes eingeborenen Sohnes die Fahne des leben= bringenden Kreuzes geheiligt haft: verleihe gnadenvoll, daß Alle, die sich dieses heil. Kreuzes rühmen, sich auch Deines Schußes überall er= freuen mögen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Fastenandacht. Nachdem der sakramentalische Segen ertheilt ist. Vorbereitungsgebet. Jesus, unser Erlöser und Seligmacher! In tiefster Demuth werfen wir uns vor Dir hin, und beten Dich an vor Deinem verdeckten Gnadenthrone. Gnadenvoller Jesus! wir flehen zu Dir durch Dein schmerzvolles Leiden, durch Dei-. nen Kreuzestod, erleuchte Du unsern Verstand, entflamme unsern Willen, erfülle unser Gedächt= niß mit den Wundern Deiner Güte, damit wir die Fastenandacht. heil. Betrachtungen von Deinem Leiden und Deinem Tode mit einem lebhaften Glauben, mit innigster Dankbarkeit, mit einem zerknirschten Herzen, mit inbrünstiger Liebe zu Dir und fester Entschließung, Dir nun künftig allein zu leben, anfangen und vollenden mögen. Ach, daß wir doch von Deiner unendlichen Barmherzigkeit Gnade für uns, Gnade für alle Sünder erhalten möchten! Amen.nd 200 Litaneistas idre Vater von dem Himmelsthron!- Sieh' auf uns, erbarme Dich! Christe Jesu, Gottes Sohn!-Sieh' auf uns 2. Und Du Geist der Heiligkeit!- Sieh auf uns 2c. Heiligste Dreifaltigkeit! Sieh' auf uns 2c. 1. Jesu, Jesu, der Du kamst, des Vaters Willen, für uns leidend zu erfüllen, Erbarme Dich, erbarme Dich! 2. Jesu, Jesu, der Du schuldlos bist verhöhnet, hart gegeißelt und gekrönet, Erbarme Dich, erbarme Dich! 3. Jesu, Jesu, der Du bis zum Tod entkräftet, schimpflich bist ans Kreuz geheftet, Erbarme Dich, erbarme Dich! 4. Jesu, Jesu, der Du für uns Blut und Leben haft zum Opfer hingegeben! Erbarme Dich, erbarme Dich! 5. Jesu, Jesu, Gottes Lamm, nimm weg die Sünden, laß uns büßend Gnade finden, Erbarme Dich, erbarme Dich! Nr. 5 wird dreimal wiederholt. Gib Gnad' dem reu'gen Herzen! Wir fleh'n durch Deine Schmerzen, O Kreuz, einz'ge Hoffnung der Christenheit, In dieser heiligen Leidenszeit 201 Fastenandacht. Mehr' Frommen die Gerechtigkeit. Und Sündern schenk' Barmherzigkeit! Bater unser 2c. V. Christus ist für uns gehorsam geworden bis zum Tode. A. Ja bis zum Tode des Kreuzes. Laßt uns beten. Jesus, Du Sohn Gottes, Tu Heiland und Erlöser der Menschen! wir bitten Dich mit reumüthigem und demuthsvollem Herzen durch Dein Leiden und Deine schreckliche Todesangst, welche Du für die Erlösung der sündigen Welt er= litten hast. Du wollest Dich über uns Alle gnadenvoll erbarmen. Laß doch, o bester Erlöser! den unaussprechlichen Werth Deines Lei= dens und Sterbens an keinem unter uns verloren sein, laß uns alle selig sterben! Amen. Schmerzvolle Jungfrau und Mutter unseres Heilandes, Maria, wir bitten dich durch deine unter dem Kreuze deines Sohnes erlittenen Qualen, erwirb uns Allen Gnade im Leben, Gnade im Tode, darch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gott, Du Liebhaber des menschlichen Geschlechtes, wir bitten Dich durch Deine unermeßliche Barmherzigkeit, und durch die Todesangst Deines einzigen Sohnes, verleihe doch allen Seclen, welche aus diesem Leben geschieden sind, die ewige Ruhe; laß sie doch zur Gemeinschaft der Seligen, zur Vereinigung mit Dir schleunig gelangea, durch Jesum Christum. Amen. Die Seelen aller gestorbenen Gläubigen laß 9** 202 Oftern. o Herr! durch Deine unendliche Barmherzigkeit im Frieden ruhen! Amen. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes komme vom Throne des Ewigen über uns herab, und bleibe immer bei uns. Amen. Ostern. Bist du gestorben mit Christus, so stehe nun auch auf mit Christus. Erfreue dich der Kraft Gottes und frohlode in seinem Gegen! Laß es vollen Frühling werden in deinem Herzen, und laß es reichlich erblühen von Tugenden, damit es dem Herrn gefalle, darin zu wandeln, und mit deiner Seele zu verkehren in Liebe, wie er mit den Jüngern nach seiner Auferstehung gewandelt und verkehrt hat. Vor allem gedenke seines glorreichen Leidens theilhaftig zu werden; genieße das Osterlamm nach dem Vorbilde des alten Bundes, bereitet am Feuer der Liebe, gegürtet mit dem Eifer zu guten Werken, in der Hand den Stab der himmlischen Wanderschaft, und beschuhet wider allen Schmuß und alle anfechtung der Erde! genieße eilig und säume nicht; und genieße es ganz, d. h. mit allen seinen Gnaden! Bei der Aussprengung des heiligen Wassers. Während der österlichen Zeit wird vor dem Hochamte an Sonntagen die Gemeinde nicht mit gewöhnlichem Weihwasser, sondern mit Taufwasser besprengt, wobei gesungen wird: Ich sah Wasser hervorgehen vom Tempel zur cechten Seite, Alleluja! Und alle, zu welchen dieses Wasser gekommen ist, sind geheiligt worden und sprechen Alleluja! Alleluja! 203 Oftern. y. Bei Deiner Auferstehung, Christe, Alleluja. H. Freuen sich Himmel und Erde, Alleluja. Gebet. Verleihe uns, allmächtiger Gott! daß wir bei der Feier des Osterfestes von himmlischen Begierden entflammt, dürften mögen nach dem Lebensquell, nach Christo unserm Herrn. Amen. Zur beil. Messe am Osterfeste. Beim Eingang. Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat! Lasset uns frohlocken und fröhlich sein. Der Stein, den die Bauleute verworfen, der ist zum Eckstein geworden! Vom Herrn ist dies geschehen, und wunderbar ist es in unsern Augen. Alleluja! Preiset den Herrn und rufet seinen Namen an; verkündiget unter den Völkern seine Werke. Saget es den Völkern, daß der Herr regieret vom Holze des Kreuzes. Gebenedeiet sei, der da kommt im Namen des Herrn; der Herr ist unser Gott. Alleluja. y. Erstanden ist Cbristus, der Herr, der Alles geschaffen. B. Und hat sich erbarmt des Menschengeschlechtes. F. Der ferr ist wahrhaft erstand en von den Todten. Re. Und stirbt nicht mehr. Alleluja. Gebet. O Gott! der Du durch die h. Osterfeier der Welt die Heilsmittel bereitet hast, wir bitten Dich, Du wollest Deinem Volke mit himmlischen Gaben zu Hilfe kommen, damit es die volltommene Freiheit gewinnen und zum ewigen Leben gelangen möge, durch Jesum Christum, Deis nen Sohn, unsern Herrn. Amen. Oftern. Zum Gloria. Gepriesen seist Du großer Gott. S. 19. 204 Zu den Collecten. O Gott, der Du an dem heutigen Tage durch Deinen Eingebornen uns nachleberwindung des Todes den Zugang zur Ewigkeit aufgeschlossen hast, wir bitten Dich, Du wollest unsre frommen Wünsche und Vorsäße, die Du durch Deine zu= vorkommende Gnade uns einflößeft, auch mit Deinem Beistande begleiten und zu gutem Ende gedeihen lassen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Gott, der Du in der Erniedrigung Deines Sohnes die Welt von ihrem Falle wieder aufges richtet hast; verleihe Deinen Gläubigen ein immerwährendes Frohlocken, damit Du diejenigen, welche Du von den Abgründen des ewigen Todes entrissen bast, zu dem Genusse der ewigen Freuden hinführest, durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Zur Epistel. Lasset uns ausfegen den alten Sauerteig, damit wir ein neuer Teig seien, wie wir denn als Berufene schon ungesäuert find; denn unser Ofterlamm Christus ist geschlachtet worden. Lasset uns also das Fest halten nicht im alten Sauerteige der Sünde und des Lasters, sondern im ungesäuer ten Brode der Reinheit und der Wahrheit!- Wenn wir auferstanden sind mit Christus, so las set uns suchen, was droben ist, wo Christus fizet zur rechten Hand Gottes, Alleluja! Was droben ist, kostet, Alleluja! 205 Ostern. 3um Evangelium. O Herr Jesu Christe; der Du Dein hl. Evangelium durch Deine glorreiche Auferstehung mit dem göttlichen Siegel bestätiget hast, verleihe uns mit dem Verlangen nach Deinen himmlischen Verheißungen zugleich die Festigkeit des Glaubens, damit wir, indem wir glauben, was wir nicht sehen, auch jener Freuden gewürdigt werden, von denen Du sagst: Kein Auge hat's gesehen, kein Ohr hat's gehört, und in keines Menschen Herz ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Zum Credo. Das Glaubensbekenntniß S. 21. 3um Offertorium. Nimm auf, o Herr! mit den dargebrachten Opfergaben das Gebet Deines Volkes, damit die geweihte Festfeier unter der Wirkung Deiner Gnade uns zu einem Heilsmittel für die Ewigkeit gereiche, durch Jesum Christum, Deinen Sohn zc. Ich opfere Dir, o Herr, mein Wissen und mein Erkennen, auf daß Du seine Finsterniß erleuchtest, wie Du die Dunkelheit Deines Grabes mit Dei= ner Klarheit erhellet bast. Ich opfere Dir mein Herz, damit Du es erwärmest und belebest, wie Du Deinen jl. Leichnam wieder mit Leben erfüllt hast. Ich opfere Dir meinen Willen, damit Du ihn stark machest wider alle Anfechtungen und feindlichen Gewalten, wie Du siegreich hervorgegangen bist durch die Riegel des Grabes. Ich opfere Dir meinen Leib und meine Seele, auf daß 206 Ostern. Du ihnen Theil gebest an Deiner Auferstehung und Berberrlichung, damit ich von den Todesbanden der Sünde befreiet mit der Seele allzeit im Himmlischen wohne, und dereinst auch mit dem Leibe in die ewige Klarheit eingehe, der Du lebest und regierest 2c. Amen. 17H4 Die Präfation. Wahrhaft würdig und recht ist es, gebührend und heilsam, Dich, o Herr! zwar zu jeder Zeit, besonders aber in der gegenwärtigen, hochherrlich zu preisen, wo unser Osterlamm Christus ist ge= schlachtet worden; denn er ist wahrhaft das Lamm, welches hinweggenommen die Sünden der Welt; Er, der durch seinen Tod unsern Lod zernichtet, und durch seine Auferstehung unser Leben wieder erneuert hat. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschaar den Lobgesang Deiner Herrlichkeit, indem wir ohne Ende sprechen: Heilig, heilig 2c. Canon. Aus der Meßandacht, S. 23. O Jesu, Du Erstgeborner und Erstauferstandener, der Du fizest zur Rechten des Vaters in der Herrlichkeit, die Du hattest von Anbeginn, ich bete Dich an als Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, eines Wesens mit dem Bater, durch den Alles gemacht ist; der Du, herabgestiegen vom Himmel, Mensch ge worden und geboren aus Maria der Jungfrau, für uns gelitten hast alle Schmach und Marter Oftergedanken. 207 und gestorben bist am Stamme des Kreuzes, um uns zu erlösen von der Sünde und der ewigen Verdammniß; ich bete Dich an, o siegreicher König der Könige, Herr aller Herrscher, der Du triumphirt haft über alle Gewalten, über den Tod und die Hölle, über das Fleisch und die Welt, auferstanden von den Banden des Grabes und aufgefahren zum Himmel, wo Du thronest über den Cherubim, und herrscheft über die Lebendigen und die Todten. O Herr Jesu( Sbriste, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser; der Du sizest zur , Rechten des Vaters, nimm auf unser Fleben! Erbarme Dich meiner, o DuHeiliger der Heiligen, und gib, daß ich Tag und Nacht meine Sünden beweine, bis ich gewürdiget werde, Dich anzuschauen in Deiner Herrlichkeit, von Angesicht zu Angesicht, auf daß ich anbete mit Deinen Erwäbls ten, und, erfüllt von dem unaussprechlichen Jubel des himmlischen Frohlockens, ausrufe mit denen, die Dich lieben: Siehe, was ich gewünscht habe, das schaue ich; was ich hoffte, halt' ich um= fangen; was ich verlangt habe, das besige ich, Dich, den Bräutigam meiner Seele, der Du allein heilig bist, allein der Herr, allein der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem heil. Geiste, in der Herrlichkeit des Vaters, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gedanken zur Beherzigung in der österlichen Zeit. Alleluja! Jesus lebt. Seme Leiden sind mun alle in Herrlichkeit verwandelt. Er lebt und 208 Ostergedanken. stirbt nicht wieder. Sollte das mich nicht hoch erfreuen, daß die Martern, die er für meine Sün= den erduldet hat, durch die glorreichste Auferstehung gekrönt sind? Alleluja! Jesus lebt. Dies ist das größte seiner Wunder; denn dieses Wunder verrichtete er, da er todt war. Er hatte vorhergesagt, daß er am dritten Tage wieder auferstehen würde, und genau hat er sein Wort erfüllt. Nun weiß ich, daß er alle seine Worte erfüllen wird, jeine Verheißungen an den Büßern, aber auch seine Drohungen an den Verstockten. Nun weiß ich, an wen ich glaube, was ich an meinem Jesus habe; ihm will ich mich völlig überlassen in allen Lagen meines Lebens. Alleluja! Jesus lebt. So hat er bewies sen, daß er den Tod besiegen kann. So wie er sich auferwecket hat, so wird er auch einst mir die Theuren erwecken, welche der Tod mir entrissen hat. Auch mich, uns Menschen alle wird er aufz erwecken, der Tod wird ihm alle, die er verschlun gen hat, wieder herausgeben müssen, und dann wird kein Tod mehr sein, wir werden in unserm Fleische Gott unsern Heiland schauen, und selig im Hause seines Vaters bei ihm wohnen. O welche Hoffnungen begründet uns das hohe Osterfest! Alleluja! Jesus lebt. Er ersteht in der freundlichen Frühlingszeit, und scheint es nicht, als wenn die von ihrem Wintertode neu auf lebende Natur seine Auferstehung vom Tode mitfeiern wollte? Die Bäume fleiden sich in frisches, zartes Laub, die Fluren schmücken sich mit Blumen Ostergedanken. 209 und der Vögel Chor singt frohe Weisen dem Schöpfer, ohne ihn zu kennen. Alleluja! Jesus lebt! Nun muß auch ich mit ihm in einem neuen Leben wandeln. Welche Früchte hat denn die vierzigtägige Bußzeit bei mir getragen? Welche sündliche Gewohnheiten habe ich abgelegt, welche Tugenden errungen? In welchen Stücken bin ich besser, seitdem ich das Ofterlamm, Christum, in dieser bl. Zeit genoffen habe? Oder bin ich noch in allen Stücken der alte Sünder, noch todt, im Grabe des Lasters? Und was will ich noch thun zu meiner geistigen Auferstehung? Alleluja! Jesus lebt. Seine Feinde hatten Wächter an das Grab gestellt, und eben dadurch bewirkt, daß seine Auferstehung Augenzeugen bekam. Die Wächter selbst mußten das Wun= der bezeugen, die Ungläubigen fonnten es nicht leugnen, auch nicht verheimlichen. Welch' ein Trost für mich! Früh oder spät bringt Gott immer die Wahrheit und die Unschuld an's Licht. Wenn Gott für mich ist, so kann alle Bosheit der Welt mir nicht schaden. parin 33 43003) 61346 Alleluja! Jesus lebt, und läßt durch die frommen Frauen seinen Jüngern, namentlich aber dem Petrus seine Auferstehung melden. Wie wird dies den Jünger getröstet haben, der ihn verleugnet, aber noch nicht das Wort der Vergebung aus seinem Munde vernommen hat! Nun will auch ich getrost von ihm Vergebung hoffen. Aber ich muß auch zerknirscht sein, wie Petrus. Zum Troste für uns Sänder setzte der Erlöser am Abende seines Auferstehungstages 210 Ostergedanken. sogar das Sakrament der Buße ein, gleichsam zum Vermächtnisse seiner Auferstehung. Mit welchem Geiste habe ich in diesen Tagen jenes hl. Sakrament empfangen? Alleluja! Jesus lebt. Aber seine Jünger fonnten es nicht glauben. Doch mit welcher Langmuth suchte er sie zum Glauben zu bringen! Ten Jüngern, die nach Emmaus gingen, lösete er alle Zweifel in einem langen Gespräche, und öffnete ihnen die Augen, daß sie ihn am Brodbrechen erkannten. Abends erschien er seinen Jüngern zusammen, und so nachher oft, reichte ihnen seine Hände dar, aß mit ihnen, um sie nur zu überzeugen, daß er es sei, und wieder lebe, und von Thomas ließ er sogar seine Wundmale betasten. Die Hartgläubigkeit der Apostel war ein Fehler ihrer Schwachheit. Sind meine Sünden nichts, als Schwachheitsfehler? Folge ich dem Gnadenrufe so treu, wie die Apostel? Alleluja! Jesus lebt, und redete dann noch vierzig Tage mit seinen Jüngern vom Reiche Gottes, von seiner Kirche auf Erden. Unter anderm fragte er einmal den Apostel Petrus, ob er ihn liebe, und als dieser mit Vertrauen antwortete: ,, Ja, Herr, Du weißt es, daß ich Dich liebe", da verordnete er ihn zumOberhaupte seiner Kirche, den Jünger, der ihn verleugnet hatte; er sagte zu ihm: Weide meine Lämmer, weide meine Schafe." O übergroße Barmherzigkeit meines auferstandenen Heilandes! Den Apostel, der ihn abgeschworen hatte, zog er allen andern vor, weil er sich bekehrt hatte! Welcher reuige Sünder darf nun noch an der Vergebung zweifeln? 211 Christi Himmelfahrt. mVierzig Tage nach seiner Auferstehung führte Jesus seine Jünger auf den Delberg, und fuhr vor ihren Augen zum Himmel. Wo er seine Lei= den angefangen hatte, an demselben Orte ging er in seine Freude ein. Ich sehe, die Leiden sind der Weg zu den wahren Freuden. Im Himmel bereitet der Heiland mir eine Stätte, und holt mich einst zu sich, der Himmel ist mein wahres Vaterland. Ich darf also nicht für die Erde leben, nach dem Himmel muß ich meinen Blick richten, wohin Jesus mir voraufgegangen ist. Die Sünde hatte uns den Himmel verschlossen; Jesus der Gekreuzigte und Auferstandene hat ihn geöffnet. Ich will der Sünde nicht mehr dienen, ich will Jesu meinem Erlöser dienen, dann spricht er wohl einst das tröstliche Wort zu mir: Gehe ein in die Freude deines Herrn. Amen. In der Bittwoche wird die Litanei von allen Heiligen sammt den beigefügten Gebeten S. 115-123 gebetet, mit denen noch das Gebet für das allgemeine Anliegen S. 147-148 und jenes um das Gedeihen der Feldfrüchte passend verbunden werden kann. nepre Christi Himmelfahrt. Der Triumphtag der Menschheit ist über uns aufgegangen! Denn heute feiern wir den Tag, an welchem die Niedrigkeit unserer Natur in Christo über alle Heerschaaren des Himmels, über alle Chöre der Engel und über die Hoheit aller Mächte zu dem Throne Gottes des Baters erhöht worden ist. Eind wir nun in Chrifto schon erhoben, so laffet uns mit dem Herzen auch wohnen 212 Christi Himmelfahrt. im Himmlischen, lasset uns im Hinblick nach oben fester werden im Glauben, stärker in der Hoffnung, feuriger in der Liebe und seliger im Verlangen nach Vereinigung mit dem Heiligen der Heiligen zur Rechten des Vaters. 3ur heiligen Messe. 15200 1196 3um Eingang.lingo 1917 Frohlocket alle Völker; jauchzet dem Herrn mit Jubelschall! Denn Gott der Allerhöchste ist ver= herrlicht in seinen Werken. Er hat bezwungen unter uns alle Feinde und sie gelegt zu unsern Füßen; uns aber hat er erwählt zu seinem Erbe ewiglich; zu seinen Kindern hat er uns geseßt, die er liebet. Aufgestiegen ist der Herr zu seinem Reiche; in seine Herrlichkeit ist er eingegangen. Lobsinget unserm Gott, lobsinget unserm Könige; der König aller Könige ist unser Gott. Er herrscher über die Völker und siget auf dem Throne ewiglich. Die Fürsten der Erde versammeln sich und bekennen seine Herrlichkeit. 1516-152 y. Lobsinget alle Völker und freuet euch in der Macht unseres Gottes. B. Denn wir sind seine Erben, und unseres Reiches wird kein Ende sein. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Gebet. Herr Jesu, Du Retter der Welt, der Du gen Himmel gestiegen bist in den ewigen Triumph Deiner Herrlichkeit, wir danken Dir, daß Du die Pforte, welche durch Adams Sünde so viele Jahre verschlossen war, wieder geöffnet haft, und beten Dich an als den ewigen König des Himmels und der Erde. Gedenke unser, o Herr! die wir noch wandeln in Mitten der Feinde und in dem Schatten des Todes, und schenke uns Christi Himmelfahrt. 213 Deine Barmherzigkeit, damit wir durch sie auch Deiner Herrlichkeit mögen theilhaftig werden, der Du lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Zum Gloria. Gepriesen seist Du 2c. S. 19. Zu den Collecten. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, Du wollest uns, die wir glauben, daß an dem heutigen Tage Dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist, gnädig verleihen, daß auch wir mit unsern Herzen im Himmlischen wohnen, durch denselben Jesum Christum 2c.19 sind in dira 3ur Epistel. Gott, welcher reich ist an Erbarmung, hat um seiner großen Liebe willen uns, die wir todt waren in Sünden, mitbelebt in Christo und mit= auferweckt, und uns mit ihm Siß gegeben im Himmel, auf daß er in den kommenden Zeiten den überschwenglichen Reichthum seiner Gnade zeige durch die uns in Christo erwiesene Güte.- Darum lasset uns weise sein und wachen in ebeten! Vor allem aber lasset uns einander lieben und in der Liebe beharrlich sein; denn die Liebe bedecket die Menge der Sünden. In Vor dem Evangelium. Alleluja, Alleluja! Gott stieg auf im Jubelschall, und der Herr im Klang der Posaune! Lasset uns frohlocken und fröhlich sein, denn ein Tag der Freude hat uns beschienen. Würdig 214 Christi Himmelfahrt. ist das Lamm, das getödtet worden, zu empfangen die Macht und die Gottheit und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob in Ewigfeit. Alleluja! Nun ist geworden das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes und Christi seines Sohnes. Alleluja! Ehre sei dem Vater zc. 3um Credo. Wie in den Meßgebeten S. 21-22. 3um Offertorium. Nimm auf, o Herr! die Eaben, welche wir für die glorreiche Auffahrt Deines Sohnes darbringen, und verleihe gnädig, daß wir von den zeitlichen Gefahren befreit werden und zu dem ewigen Leben gelangen. Laß uns, o Herr! durch das unbefleckte Opfer gereinigt und unsere Herzen von der Kraft himm= lischer Gnade erfüllt werden, damit wir von den Geheimnissen, die wir sichtbar begehen, auch die ihnen innewohnende, unsichtbare Wirkung ema pfangen, durch Jesum Christum 20.0 O Jesu, Du König meines Herzens, Du Geliebter meiner Seele, ohne Dich ist nichts mein Leben, ist nichts meine Heiligkeit und all' mein Thun und Lassen. Darum, o Herr der Kräfte, König der Glorie, der Du triumphirend über alle Himmel emporgestiegen bist, lasse mich nicht vers waiset, sondern mache durch Deine göttliche Gnade meine Seele Dir zu einem Himmel, darin Du wohnest, o Du Gott meines Herzens und mein Theil in Ewigkeit! Christi Himmelfahrt. then and Die Präfation. widamentes Wahrhaft würdig und recht ist es, gebührend und heilsam, daß wir Dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch Christum, unsern Herrn, welcher nach seiner Auferstehung allen seinen Jüngern sichtbar erschienen und vor ihren Augen aufgenommen ist in den Himmel, um uns theilhaftig zu machen seiner Göttlichkeit. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschaar den Lobgesang Deiner Herrlichkeit, indem wir ohne Ende sprechen: Heilig, heilig zc. Das Uebrige wie in der Ostermesse, oder den allgemeinen Meßgebeten. 215 Gebet. noun derd O meine Hoffnung, Jesus Christus, Du Mitgeborener der Menschenfinder, wahrer Gott, mein Licht und mein Weg, mein Leben und mein Heil, der Du gelitten hast alle Schmach und Marter, alle Angst und Betrübniß, und nun glorreich thronest in der Herrlichkeit des Vaters, die Du battest von Anbeginn, blicke herab von den Höhen des Himmels in den Schatten des Todes, darin wir wandeln. Du bist mein Hirt und mein Hel= fer, mein Führer und Bater, mein Troft und meine Stärke! Ach! leuchte mir, daß ich erkenne Deine Wege; halte mich, daß ich nicht weiche von Deiner Wahrheit; ziehe mich, daß ich nicht säume, Dir zu folgen zum ewigen Leben; denn Du bist der Weg und die Wahrheit, Du bist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn! Laß mich wanAmyery 216 Pfingsten. deln in Dir, laß mich kommen zu Dir, laß mich ruben in Dir! Droben ist meine Heimath, droben mein Friede; bei Dir alle Klarheit der Erkenntniß, bei Dir alle Süßigkeit des Herzens. Hilf mir, o Herr! daß ich Dich suche und finde, Dich ume fange und besige, und Dir angehöre in Ewigkeit. O mein König und mein Herr! beschirme mich durch Deine Macht, führe mich durch Deine Weisheit, erschrecke mich durch Deine Gerechtigkeit, tröste mich durch Deine Güte, bewahre mich durch Deine Liebe, errette mich durch DeineBarmherzigfeit! Segne mich, wie Du gesegnet haft Deine Jünger in der Herrlichkeit Deiner Auffahrt, und befestige mich durch die Kraft und Gnade des hei= ligen Geistes, damit ich Dir diene alle Tage mei= nes Lebens und mit Frohlocken Deinen Namen preise, wenn Du wiederkehrest, zu richten die Lebendigen und die Todten, der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Pfingsten.dst filan Christus sizet zur Rechten des Vaters; aber er wollte uns nicht als Berwais'te zurücklassen; den heil. Geist, den Tröster, hat er gesendet, auf daß er uns erfülle, in uns wobne, in uns bleibe, und das Werk der Erlösung erhalte und zueigne. So ist die Kirche gegründet und geheiligt, und so sind wir alle geheiligt und befestigt; und uns immer mehr zu heiligen in der Gnade und zu befestigen in den Werken, auf daß wir Frucht bringen, wie draußen die Natur zur Sommerszeit, das ist unfre Aufgabe, das die Bedeutung der Sonntage, die nach Pfingsten gezählt werden und die dahinführen zum Ende der Tage. Denn nichts Gutes und Gott Wohlgefäliges geschiebt, als in und aus dem heil. Geiste, er ist die ftillwirkende Gemeinschaft zwischen Gott und dem Menschen, wie er die Gemeinschaft von Vater und Pfingsten. Sohn ist; er ist es, der in uns betet mit unaussprech= lichen Seufzern, und wir haben zu ibm selbst gleichsam fein anderes Gebet, als den Ruf des Verlangens, daß er une noch mehr durchdringen und erfüllen möge; denn nur in seinem Besiz vermögen wir wahrhaft zu ihm zu rufen: Komm, fomm!" 3ur heil. Messe. Zuin Eingang. Komm, o allmächtiger Tröster, heiliger Geist, der Du bist die Liebe des göttlichen Wesens, die heilige Gemeinschaft des allmächtigen Vaters und des ewigen Sohnes, komm und durchdringe das Innerste meines Herzens mit Deiner göttlichen Kraft. Verwunde das Verborgene meines innerlichen Menschen mit dem Pfeil Deiner Liebe; durchleuchte mich mit dem Feuer Deiner beiligen Inbrunst, und verzehre in mir alles Böse des Leibes und des Geistes. Lehre mich thun nach Deinem Willen, denn Du bist mein Gott; Du mein Beschirmer und mein Helfer, Du meine Hoffnung und meine Stärke, Du meine Zierde in der Gemeinde der Lebendigen und mein Heil in dem Schatten des Todes! Komm, o allerbeiligster Geist und erbarme Dich meiner; richte mich nach Deinem Wohlgefallen und steige gnädig zu mir herab, daß Deiner Größe meine Niedrigkeit, Teiner Stärke meine Schwachheit, nach der Menge Deiner Erbarmungen gefallen möge durch Jesum Christum, meinen Heiland, der mit dem Bater in Deiner Einigkeit lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Zum Gloria. Gepriesen seist Du, S. 19. 10 217 in Pfingsten. Zu den Collecten. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast, gib, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen und seines Trostes uns allezeit erfreuen mögen. Laß bei uns sein, o Herr, die Kraft des heiligen Geistes, damit sie unsere Herzen reinige und vor allem Bösen gnädig bewahre. 218 Verleihe, o allmächtiger und barmherziger Gott, daß der Tröster, der beilige Geist, der von Dir ausgeht, uns gnädig, wie Dein Sohn versprochen hat, in alle Wahrheit einführe und durch seine Einwohnung uns zum Tempel seiner Herrlichkeit vollende, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zur Epistel. Wisset ihr nicht, daß ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnet? Wenn aber Jemand den Tempel Gottes entheiligt, so wird ihn Gott zu Grunde richten; denn der Tem= pel Gottes ist heilig, und der seid ihr! Erschaffe, o Gott, ein reines Herz in mir, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Berwirf mich nicht vor Deinem Angesicht und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude Deines Heiles, und mit dem starken Geiste befestige mich. Zum Evangelium. ,, Dieses habe ich zu euch geredet, da ich bei euch war. Der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch in allem unterweisen und euch an alles erin Pfingsten. nern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz betrübe sich nicht und verzage nicht!" O Gott, der Du Deinen Aposteln den heiligen Geist gegeben hast, verleihe Deinem Volke die Wirkung des andächtigen Gebetes, auf daß Du denen, welchen Du den Glauben gegeben hast, auch den Frieden ertheilest, und sie vor allem feindlichen Anfall bewahrest, durch Jesum Christum Teinen Sohn ic. Amen. Zum Credo. Wie in den Meßgebeten S. 21. 219 3um Offertorium. Heilige, o Herr, die Gaben, die wir darbringen, und reinige unsere Herzen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes. Komm, o gnadenreicher Geist, und bereite Dir eine würdige Wohnung in mir; erfülle mein Herz mit Deiner Süßigkeit und schmücke es mit Deinen Gaben, damit es hinwiederum eine wohlgefällige Gabe sei vor den Augen Deiner göttlichen Majestät. Siehe, mein Herz ist unrein, Tu kannst es reinigen; es ist finster, Du kannst es erleuchten; es ist hart, Du kannst es erweichen; es ist arm und schwach, Du kannst es bereichern und stärken; es ist krank und voller Gebrechen, Du kannst es heilen und erfüllen mit allem Guten. Darum komm und besige mich; denn meine Seele verlanget nach Dir und hat keine Rube, bis sie mit Dir vereinigt ist, o Du mein Tröster und Seligmacher! non solo in 10* Pfingsten. Zur Präfation. Wahrhaft würdig und recht ist es, gebührend und heilsam, daß wir Dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Bater, durch Christum, unsern Herrn, welcher emporsteigend über alles immel und sipend zu einer Rechten, den versprochenen heil. Geist auf die Kinder Deiner Erwählung ausgegossen hat. Darum froblockt in überströmenden Freuden die ganze Welt über den Erdkreis; aber auch droben die Kräfte und englischen Mächte singen den Lobgesang Teiner Herrlichkeit, indem sie ohne Ende sprechen: Heilig, heilig, heilig der Herr Gott Sabaoth; immel und Erde find voll Deiner Herrlichkeit; Hosanna in der Höhe 2c. 220 15320 Das Ulebrige nimm aus den allgemeinen Meßgebeten, oder aus den folgenden Gebeten, mit der Litanci zum heil. Geiste. Gebete um die sieben Gaben.tr. dost. Um Weisheit, sunt Komin, o Geist der Weisheit, und unterrichte mein Herz, damit ich die himmlischen Güter also zu schäßen und zu lieben weiß, daß ich fic allen irdischen vorziehe und sie ernstlich zu suchen nicht aufhöre. Zeige mir zugleich den Weg, wie ich sie unter Deinem Beistande gewinnen und in Ewigkeit besigen möge. Vater unser 2c. mit 94 2. Um Verstand. ti Komm, o Geist des Verstandes, und Pfingsten. erleuchte meine Seele, damit ich alle Geheimnisse des Heils recht verstehe und gläubig umfasse, und endlich in Deinem Lichte das ewige Licht schauen und eine vollkommene Erkenntniß Deiner und des Vaters und des Sohnes in Ewigkeit genießen möge. Vater unser 2c. 221 3. Um Rath. Komm, o Geift des Rathes, stebe mir bei in allen Gelegenheiten dieses unbeständigen Lebens; neige meinen Sinn zum Guten und Rechten, schrecke ihn ab vom Bösen und Verkehrten, und führe mich auf dem geraden Pfade Deiner Gebote zu dem gewünschten Ziele des ewigen Heiles. Vater unser 2c. 4. Um Stärke. Komm, v Geist der Stärke, gib Kraft meinem Herzen, befestige es wider alle Verwirrung und Widerwärtigkeit, und mache es stark gegen die ges fährlichen Anfälle des bösen Feindes, auf daß ich niemals überwältigt und von Dir, meinem höchsten Gute, getrennt werde. Vater unser 2c. 5. Um Wissenschaft. Komm, o Geist der Wissenschaft, und mache, daß ich die vergänglichen Güter dieser Welt in ihrer Eitelkeit durchschaue und verachte, und sie me anders gebrauche, als allein zu Deiner Ehre und meinem Seelenheile, damit ich der unvergänglichen Güter des Himmels theilhaftig zu wer den verdienen möge. Vater unser ze. 6. Um Gottseligkeit. Komm, o Geist der Gottseligkeit, bewege 222 Litanei vom heil. Geiste. mein Herz zu wahrer Frömmigkeit und heiliger Liebe Gottes, damit ich in aller meiner Andacht ihn jederzeit suche und in vollkommener Hingabe ihn finden und beständig besitzen möge. Vater unser 2c. 7. Um die Furcht Gottes. Komm, o Geist der Furcht Gottes, durchdringe mein Fleisch und mein Blut mit der heilsamen Furcht, damit ich Dich, meinen Gott und Herrn, allezeit vor Augen habe und alles sorgfältig vermeide, was den Augen Deiner göttlichen Majestät und Heiligkeit mißfallen könnte. Bater unser 20. Litanei vom hl. Geiste. te Herr, erbarme Dich unser.. Christe, erbarme Dich unser! Herr erhöre uns. Be Christe erhöre uns. Gott Vater vom Himmel,. Erbarme Dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme 2c. Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Geist der Weisheit und des Verstandes, Geist des Rathes und der Stärke, O Geist der Erkenntniß und der Gottseligkeit, O Geist der Furcht des Herrn, O Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, O Geist der Freuden und des Friedens, O Geist der Demuth und Sanftmuth, R Litanei vom heil. Geiste. OGeist der Geduld und Langmuth, B. Erbarmez. Geist der Güte und Erbarmung, O Geist der Keuschheit und Reinigkeit. O Geist der Treue und Wahrhaftigkeit, O Geist der Heiligkeit und Gerechtigkeit, O Geist der Vollkommenheit, O Geist der erwählten Kinder Gottes, Du Regierer und Beschüßer der Kirche, Du Erforscher der menschlichen Herzen, Du Ausspender aller himmlischen Gnaden, Du Tröster der Betrübten, Du ewiges Licht, Du seliges Feuer, Du Brunn des Lebens, Du Salbung des Geistes, Du Freude der Engel, Du Erleuchter der Patriarchen, Du Einsprecher der Propheten, Du Lehrer der Apostel, Du Stärke und Sieg der Martyrer, Du Trost der Beichtiger, 223 Du Reinigkeit der Jungfrauen, Du Seligkeit aller Heiligen, Sei uns gnädig, F. Berschone uns, o heil. Geist. Sei uns gnädig, Bc. Erhöre uns, o heil. Geist. Von allem Uebel, B. Befreie uns, o heil. Geist. Von aller Sünde, B. Befreie uns 2c. Von den Versuchungen des bösen Feindes, Vom Geist des Irrthums und der Lüge, Vom Geist des Unglaubens und des Aberglaubens, Vom Geist der Hoffahrt und des Neides, Vom Geist der Lästerung und der Verleumdung, Vom Geist der Unreinigkeit, 224 Litanei vom heil. Geiste. Vom Geiste der Begierlichkeit und Trägheit, B. Befreie uns 2c. sha Von Vermessenheit und Verzweiflung, Von Widerstrebung gegen erkannte Wahrheit, Von einem verstockten und unbußfertigen Herzen, Bon aller Bosheit und Verkehrtheit, 1920) C Von einem jähen und unvorhergesehenen Tode, Am Tage des Gerichts, Wir arme Sünder, B.Wir bitten Dich, erhöre uns. Daß Eu die Kinder der wahren Kirche beleben und heiligen wollest, Taß Du die katholische Kirche regieren und vermehren wolleſt, topilat j Daß Tu den apostolischen Oberhirten erleuchten und befestigen wolleft, ad qu Daß Du alle Irrlehren ausrotten wollest, Daß Du die christlichen Fürsten vereinigen und in Frieden erhalten wollest, Taß u alle Völker zur Erkenntniß und Einigfeit des wahren Glauben führen wollest, Daß u uns init Teiner Gnade zuvorkommen, begleiten und nachfolgen wollest, Taß Su die christliche Jugend mit Deinen heiligen Gaben erfüllen wollest, Daß Su uns allen das wahre Heil verleihen wollest, Daß Du die Seelen im Fegfeuer heimsuchen und ewig beseligen wollest, O Du Lamm Gottes 2c. Vater unser 2c. y. Sende Deinen heil. Geist aus, und alles wird neu erschaffen. oni ida B. Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Dreifaltigkeit. 225 Komm heil. Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen; Be. Und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe. Gebet. O Gott! der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heil. Geistes gelehret hast, gib, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen, und uns feines Trostes allzeit erfreuen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. F. Amen. Dreifaltigkeit.immt and not Nachdem die drei großen Festzeiten des Kirchenjahre das Werk der Erlösung und Heiligung vor unsern Augen erneuert haben: wie der Vater aus Liebe seinen Eingeborenen Sohn sender, wie der Sohn durch sein Le= ben, Leiden und Sterben das Werk der Erlösung vollbringt und in die Herrlichkeit des Vaters zurückkehrt, und wie der heilige Geist, ausgehend und gesendet vom Vater und Sohne, das Werk der Heiligung mit himmlischer Feuergewalt beginnt, um es bis zum Ende der Beiten fortzuführen: läßt uns nun die Kirche zum An= fang der ferneren Heiligungszeit, vor allem emporblicken zu dem einigen, dreifaltigen, anerforschlichen Gott, von dem, durch den und in dem Alles ist, damit wir ohne Trennung in der Unterscheidung ibn allein anbetend, nunmehr als Kinder des Vaters durch die Verdienste des Sohnes, in der Gnade und Kraft des hl. Geistes unser ewiges Heil wirken und vollenden. Andacht zum Dreieinigen. 1. Anbetung. Drei sind, die Zeugniß geben im Himmel; der Vater, das Wort und der heil. Geist, und diese Drei find Eins. 10** Dreifaltigkeit. y. Zaffet uns benedeien den Vater und den Sohn und den heil. Geist. B. Lasset uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit. Gebet. Dreieiniger Gott, unbegreifliche Dreifaltigkeit eines einzigen Wesens! aus dem Abgrund meiner Nichtigkeit rufe ich zu Dir als dem unerschöpflichen Abgrund alles Seins, und bete Dich an in meinem dunkeln Glauben als den An= fang und das Ende, als Anfang ohne Anfang, als Ende ohne Ende, als den Herrn des Lebens und des Todes, der die Schlüssel bat zu den Pforten des Himmel und der Hölle, der da öffnet und keiner wird schließen, der da schließet und keiner wird öffnen. Ich kann Dich nicht faffen, o Herr; darum umfasse Du mich, und versenke mich in Dein Wesen, Dein Licht und Deine Liebe, o Schöpfer, Erlöser und Seligmacher, o allmächtiger und allbarmherziger Gott!- Ehre sei 2c. Bater unser 2c. 226 2. Lob. Die Liebe ist der Vater, die Gnade der Sohn, die Gemeinschaft der heilige Geist; wahrhaftig ist der Vater, die Wabrheit der Sohn und Wahrheit der beilige Geist; der Vater, Sohn und heil. Geist eine göttliche Wesenheit. y. Laffet uns benedeien den Vater und den Sohn und den heil. Geist. Be. Lasset uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit. Gebet. O göttlicher Bater, Du ewiger Ulr sprung der ewigen Gottheit, ich preise Dich als Dreifaltigkeit. 227 den Vater des Himmels und der Erde. O göttlicher Sohn, Du ewiges und wesentliches Wort des Vaters, ich benedeie Dich als den Gebenedeie= ten von Ewigkeit. O göttlicher Geist, Du ewige und wesentliche Liebe des Vaters und des Sohnes, ich liebe Dich als den Liebreichen von Ewigfeit, in welchem sich erfreuen alle Engel und Heiligen. O dreifaltiger und einiger Gott, ich preise, benedeie und liebe Dich als den Erschaffer aller Dinge, als den Erlöser der Welt, und den Seligmacher der Auserwählten. Heilig die Allmacht des Vaters, heilig die Weisheit des Sohnes, heilig die Güte des hl. Geistes; heilig, heilig, heilig, o dreieiniger Gott, Du Gott der Heerschaaren!- Ehre sei dem Vater 2c. Vater unfer 2c. 3. Dank. Dir sei Lob, Glorie und Danksagung zu unendlichen Zeiten, und benedeiet sei der Name Deiner Herrlichkeit, o allerheiligste, ungetheilte Dreifaltigkeit! y. Lasset uns benedeien den Vater und den Sohn und den heil. Geist. B. Lasset uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit. Gebet. Ich danke Dir, o himmlischer Vater, daß Du mich durch Deine allmächtige Kraft aus dem Nichts hervorgezogen und zu Deinem Ebenbilde erschaffen hast, damit ich Deinen heil. Namen erkennen und Dich in höchsten Freuden und Ehren ewig loben und lieben möge. Ich danke Dir, v eingeborner Sohn, daß Du aus Liebe zu mir nach Deiner unendlichen Weisheit die mensch Dreifaltigkeit. 228 liche Natur angenommen, mich von der ewigen Verdammniß erlöset und mir die Pforten des Himmels geöffnet hast. Ich danke Dir, o beil. Geist, daß Du mich durch den unendlichen Reichthum Deiner Gnade in der Taufe gebeiligt bast, und nach Deiner Barmherzigkeit noch unaufhörlich meine Heiligung zu wirken førtfäbrst. Nimm auf meinen Dank, o allerheiligste Treifaltigkeit, für diese und alle andern unzählbaren Wohlthaten, die Du mir von Anbeginn erwiesen hast und täglich aus der Fülle Teiner Erbarmungen an mir erneuerst.- Ehre sei dem Vater 2c. Vater unser 2c. 4. Bitte. Dich rufen wir an, Dich preisen wir, Dich beten wir an; o Du unsre Hoffnung, unsre Ehre! erlöse uns, erbalte uns, mache uns lebendig, o allerheiligste Dreifaltigkeit! F. Lasset uns benedeien den Vater und den Sohn und den heil. Geist. B. Laffet uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit. Gebet. In Dir, o dreieiniger Gott! ist alle Wahrheit; darum glaube ich an Dich; stärke meinen Glauben! In Dir ist alle Glückseligkeit, darum hoffe ich auf Dich; befestige meine Hoff= nung! In Dir ist alle Vollkommenheit, darum liebe ich Dich; entflamme meine Liebe! In mir ist alle Sünde und Unvollkommenheit, darum hasse ich mich und bereue meine Sünden allein aus Liebe zu Dir; vermehre meine Reue! In diefem Glauben, in dieser Hoffnung, dieser Liebe und Reue begehre ich zu leben und zu sterben durch Fronleichnam. Deine Gnade. Segne mich, o allmächtiger Bater, in meinem Leben und Sein; segne mich, o liebreicher Sohn, in meinem Kreuz und Leiden; segne mich, o beil. Geist, mit der ewigen Glorie, damit ich anschaue, was ich glaube, Dich, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heil. Geist in Ewigkeit. 229 5. Fürbitten. Lasset uns beten zu Gott dem Vater, daß er unsre Mutter, die heilige Patholische Kirche, erhalten und erhöhen wolle, und allen ihren Kindern die nade ver= leihe, im rechten Glauben und in christlichem Wandel bis an das Ende beständig und gottselig zu verharren. Vater unser 20. asset uns beten zu Gott dem Sohne, daß er alle Irrthümer und Spaltungen vertilgen, mit dem Licht seiner Wahrheit alle Finsterniß der Herzen erleuchten und die verstodien Sünder mit seiner Gnade befehren wolle. Vater unser 20. Lasset uns bet n zu Gott dem heil. Geiste, daß er den christlichen Fürsten und Mächten Frieden und wahre Eintracht verleiben und dem gesammten christlichen Volke die Gnade zutheilen wolle, in gesicherter Freiheit auf dem Wege des Heils zum gewünschten Ziele zu gelangen. Vater unser 2c. Fronleichnam. Hat uns das Fest der heiligen Dreifaltigkeit vor de in ewig unausiprechlichen, in unnahbarem Lichte wohnenden Gott in Ehrfurcht und Anbetung niedersinken lassen, so läßt uns das heutige Fest anbetend niederknieen vor dem nahen, in sichtbare Gestalten eingeschlossenen, mit der Menschheit vereinigten und mitten unter uns wohnenden Gott, borgebildet durch das Allerheiligste in der Stiftshütte des alten Bundes; und im Triumphzuge führt es uns mit Ihm, dem Könige der Christenheit, hinaus in die Natur, daraus die Substanzen genommen, die er geheiligt und in sich selber verwandelt hat, auf 230 Fronleichnam. daß alle Creaturen Theil nehmen an dem Preißgefange der Erlösung und Heiligung! Dieses Fest nun, welches am ersten Donnerstage nach Dreifaltigkeit, nach der Verordnung des Papstes Ur= ban IV. in der ganzen katholischen Kirche mit großer Pracht gefeiert wird, ist eine dankbare Erinnerung an die Einsegung des allerheiligsten Altarssakramentes, daher der Name Fronleichnam, welches heiliger Leib bedeutet. Zwar feiert die Kirche, wie der genannte Papst schon in der Einsegungsbulle 1264 erklärte: am grünen Donnerstage das Andenken dieses Geheimnisses; allein da sie sich an diesem Tage wegen des bevorstehenden Leidens und Todes ihres Bräutigams, in Trauer hüllt, so fann sie dasselbe nicht mit der ganzen Feier, die es verdient, begeben. Um so mehr laffe sich nun erwarten, daß alle Gläubigen sich befleißigen werden, durch erhöhte Andacht und tiefe Anbetung, durch öffentliche Ehrenbezeugungen und Lobgesänge dieses Fest würdig zu feiern." Die Fronleichnams procession beginnt mit dem sakramentalischen Segen unter Anstimmung des Gesanges 140: Seele finge des verklärten Körpers 2c., und wird zu den vier Altären oder Stationen und von da zurück zur Kirche geleitet. Am ersten Altare. Der Anfang des Evangeliums vom heil. Matthäus, vom Geschlechts register Jesu, wird vom Priester oder Diacon gesungen. Betrachte, wie Jesus, seiner menschlichen Natur nach ein Sohn Abrahams und Davids, von Maria geboren, um hl. Saframente mit dem nämlichen Fleische und Blute, daß er von Maria annahm, gegenwärtig ist. Bete ihn an und sprich: Ant. O heiliges Gastmahl, in welchem Christus genossen, das Andenken seines Leidens cr neuert, die Seele mit Gnade erfüllt, und uns Fronleichnam. ein Unterpfand der zukünftigen Herrlichkeit gege= ben wird! Alleluja. 231 ý. Das Brod vom Himmel hast Du ihnen gegeben, alleluja, Bc. Welches alle Süßigkeit in sich schließt, alleluja. Gebet. O Gott, der Du uns in dem wunderbaren Sakramente u. j. w. wie S. 53. Darnach fabre fort: . Von Blig und Ungewitter, B. Befreie uns o Herr Jesus Christus. 84 y. Laß, oHerr, DeineBarmherzigkeit kommen über uns. R. Gleichwie wir gehofft haben auf Dich. Gebet. Wir bitten Dich, allmächtiger, ewiger Gott, Du wollest durch die Fürbitte der heis ligen Gottesgebärerin Maria, und der h. Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer, Be= fenner, Jungfrauen und Wittwen, wie auch aller Deiner Heiligen, uns stets Beistand leisten, rubige Luft verleihen, gegen Bliz und Ungewitter uns bewahren, obwohl wir deß nicht würdig sind, vom Himmel herab Deinen Segen ausgießen, und die dem Menschengeschlechte stets feindseligen Mächte der Luft mit Deiner allmächtigen Hand zu nichte machen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Beim Segen. y. Der Name des Herrn sei gebenedeiet, B. Von nun an bis in Ewigkeit.- y. Unsere Hülfe ist im Namen des Herrn, F. Der Himmel und Erde gemacht hat.-. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, steige herab 232 Fronleichnam. über uns und die Früchte der Erde und bleibe allezeit. Bc. Amen. Am zweiten Altare. Der Anfang des Evangeliums vom hl. Markus über den H. Johannes den Täufer und Vorläufer Jesu wird gesungen. Petrachte, wie dieser Jesus in der heil. peftie zugegen ist, und du noch weniger als Johannes würdig bist, im Staube vor Ihm zu knien und ihn anzubeten. Und bete in Demuth: B. Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Es ist kein anderes, so doch erhöhtes Volk, dem Gott sich nahet, wie unser Gott sich uns nabet. V. Brod vom Himmel hat er ihnen gegeben, alleluja. F. Brod der Engel genießt der Mensch, alleluja! Gebet. Gott, der Du uns in dem wunderbaren u. f. w.( wie oben.) y. Von Blizz und Ungewitter u. s. w. Gebet. Schone, o Herr, schone Deines Volkes, und laß uns nicht durch Unglücksfälle, Kriege, Krankheiten, Ungewitter und Gefabren geplagt werden, da Du uns durch das kostbare Fleisch und Blut Deines Sohnes unsers Herrn Jesus Christus erlöset hast. Durch denselben Christus unsern Herrn. Amen. Zum Segen, wie oben. Am dritten Altare. Der Anfang des Evangeliums vom hl. Lukas über den Hohenpriester Zacharias und die Berheißung des Borläufers Jesu wird gesungen. Betrachte, wie Jesus, der Hohepriester des neuen Bundes, in der heil. Hoftie zugegen ist als Priester und Opfer zugleich in der heiligen Messe, und bete: Fronleichnam. 233 B. Die Menge der Kinder Israels soll ein Lamm opfern am Abende des Osterfestes: und sie sollen dessen Fleisch und ungefäuertes Brod essen. y. Als unser Osterlamm ist Christus geopfert; darum lasset uns essen in dem ungesäuerten Brode der Reinheit und Wahrheit. y. Er speisete fie mit dem Fette des Weizens, Alleluja. B. Und sättigte sie mit Honig vom Felsen, Alleluja. Gebet. derbaren u. f. w. y. Von Bliß und Ungewitter u. f. w. Gebet. Allmächtiger Gott, wir fleben demüthig und inständig Deine Barmherzigkeit an. Tu wollest segnen, heimsuchen und befeuchten die Früchte und Aecker und Fluren einer Diener, schädliche Gewitter entfernen, Plaßregen und Ueberschwemmungen abhalten, die Einflüsse der bösen Geister vernichten, gesunde Luft verleihen und uns vor allen Nachstellungen der Feinde im Frieden beschüßen, der Du uns durch das Fleisch und Blut Deines Sohnes vom ewigen Tode erlöset hast. Durch denselben Christus unfern Herrn. Amen. 3um Segen, wie oben. Gott, der Du uns in dem wunAm vierten Altare. N Der Anfang des Evangeliums vom heil. Johannes über die Gottheit des Sohnes Gortes wird gesungen. Betrachte, wie das Wort, das Fleisch geworden ist, im beil. Sakramente des Altars mit Gottheit und Menschheit zugegen ist, und bete: Fronleichnam. Ant. O, wie süß ist Dein Geist, o Herr! der Du, um Deinen Kindern Deine Süßigkeit zu zeigen, ihnen das süßeste Brod vom Himmel gegeben hast, und die Hungrigen mit Gütern erfülleft, die stolzen Reichen aber leer ausgehen läsfest! y.. Laß Brod wachsen aus der Erde, alleluja. B. Und Wein des Menschen Herz erfreuen, alleluja. 234 Gebet. O Gott, der Du uns in dem wunderbaren u. f. w. y. Von Blig und Ungewitter u. f. w.. Gebet. Gott, der Du durch das einzig würdige Opfer Deines Leibes die Sünden der ganzen Welt getilgt haft; wir bitten Dich, bekehre huldvoll Dein Volk zu dir, auf daß es von allen Gefahren des Leibes und der Seele befreit, vor sichtbaren und unsichtbaren Feinden beschirmt werde, erwünschte Heiterkeit der Luft, Segen der Feldfrüchte und ruhige Zeiten genieße, und in allen Dingen die Gnade Deines Segens erfahre. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Zum Segen, wie oben. 1505 Lobsprüche auf das allerheiligste Sakrament. Gelobt und gebenedeiet sei das allerheiligste Sakrament des Altars so vielmal, als Sterne am Himmel, Funken im Feuer, Stäubchen in der Luft, Tropfen im Meere, Sandkörner im Erdboden sind! Denn hier ist das lebendige Brod, das uns vom Himmel zur Erde gekommen ist und alle Güter in sich begreift. Gelobt und gebenedeiet sei das allerheiligste Fronleichnam. 235 Sakrament des Altars, so vielmal, als aller Men= schen Zungen aussprechen und aller Herzen erdenken und wünschen können! Denn hier ist das unbefleckte Lamm, durch dessen Blut wir gereinigt und erlöset sind. Gelobt und gebenedeiet sei das allerheiligste Sakrament des Altars, so vielmal, als Christus in demselben von allen Engeln gelobt und geehrt wird, und Dir, o allerheiligste Dreifaltigkeit, es wohlgefällig ist! Denn Du, o Christe Jesu, hast Dich zur Speise gemacht, um uns ewig mit Dir zu vereinigen. GST M . Gebenedeiet seist Du, o Herr, unser Gott! ne Bc. Du bist lobwürdig und herrlich und über alles erhoben in Ewigkeit. ODu mein Heiland und Seligmacher, Christe Jefu, wahrer Gott und Mensch, Deine wahrhaftige Gegenwart in diesem heil. Sakramente bete ich an, und verehre sie auf das höchste von ganzem Herzen und aus allen meinen Kräften. O ihr himmlischen Geister, die ihr eurem Gott und Herrn in großer Zabl hier zum Dienste gegenwärtig seid, lehret mich mit euch denselben, mir verborgenen Gott nach Würdigkeit verehren und anbeten, da= mit ich dereinst auch im Himmel ihn mit euch ewig zu loben und zu preifen gewürdigt werde. Amen. Weitere Gebete für dieses Feit siebe Seite 67-73 in der Andacht zum allerheiligsten Sakramente. Abbitte vor dem hochwürdigsten Gute. O Herr! ich erschrecke, wenn ich gedenke Deiner Gegenwart in diesem allerheiligsten Sakramente und dagegen halte die zahllosen Berunehrungen, 236 Fronleichnam. die Du in dieser liebreichen Berbüllung Deiner göttlichen Majestät so langmüthig erträgst. Ich sebe Dich, o Herr! wie Du hier aus der H. Hoftie Deine milden Augen zu uns wendest und mit der= selben Liebe, womit Tu einstens auf Erden die göttliche Kraft der Wunder geübt, in unserer Mitte wohnest, damit wir als Deine Jünger uns zu Dir versammeln und das Brod des Lebens von Tir empfangen möchten; aber wir achten Deiner nicht und lassen Dich einsam, und gehen dem Blendwerke der Welt nach. Hier klopfest Du an uns're Herzen, um bei uns einzukehren und das Gastmahl des Friedens und der Gnade mit uns zu halten, wir aber hören nicht auf Deine Stimme und verstoßen Tich in Deiner Liebe. Hier winkest Tu uns, um an Deiner Brust zu ruben und Trost zu empfangen für alles, was uns mühet und ängstiget; aber wir fehren uns ab von Dir und eilen fort, um Dich zu verrathen und für eitle Lust und vergänglichen Gewinn zu verkaufen. Hier sebe ich Dich hangen am Kreuze und Dem heil. Blut vergießen, und dürsten und seufzen um unseres Heiles willen; aber wir wenden uns ab von einem Anblicke oder lästern Dich mit unsern Sünden. Hier kommst Du uns ent= gegen mit einem verklärten Leibe, damit auch wir Dir entgegeneilen und selig feien in Deinem Frieden; aber wir schließen die Augen des Glaubens, und wollen die Hände in Deine Wundmale legen, bevor wir von Herzen ausrufen: Mein Herr und mein Gott! Hier bist Du gegenwärtig, o ewiger König, wie Du zur Rechten des Vaters sigest, in der vollkommenen Vereinigung Deiner Fronleichnam. allerreinsten Menschheit mit der ewigen Gottheit; aber wir mißkennen die Gottheit und nehmen feinen Theil an Deiner versöhnenden Menschheit. O Herr, Du ewiger Richter, ich jebe Dich, wie Du hier Tod und Leben in Deiner Hand hältst, damit wir wählen; und wir unterscheiden den Leib des Herrn nicht, und nehmen den Tod und das Gericht! D mein Herr und mein Gott, ge= denke nicht der vielfältigen Frevel, womit wir die Barmherzigkeit und Glorie Deiner Gegenwart entwürdigen. Ich beuge mich vor Dir in den Ab= grund meiner Nichtigkeit und seufze zu Dir aus der Tiefe, daß Du nicht ansehen wolleft die Un= dankbarkeit Deiner Erlöften und die Berstocktheit Deiner Geheiligten. Verzeihe, o Herr, verzeihe! tilge Du selber unsere Schuld, und ersetze durch Deine Herrlichkeit unsere Mängel und Gebrechen. Laß, o Herr Jesu! die Würdigkeit Deiner aller= heiligsten Menschbeit, die Reinigkeit Deiner Seele und die Klarbeit Deines Leibes mit dem unende lichen Berthe Deines Fleisches und Blutes genug= thuen für die vielen unwürdigen Communionen, womit Dein heil. Sakrament entweihet wird. Erseße durch die unaussprechliche Liebe, worin Dich auf Erden nach diesem Abendmahle verlangt bat, unsere Trägbeit in dem Besuche Deines heiligen Opfers und im Empfange des hl. Sakramentes. Siehe an das flammende Herz Teiner süßen Mutter, und bedecke mit ihrer Inbrunst die Lauigkeit der Andacht, mit welcher wir in Deiner Gegenwart weilen. Ueberhöre die Lästerungen der Irrlehren und lasse statt ihrer Dir wohlklin= gen den Jubel, womit Dich allezeit lobpreisen die 237 238 Am Feste Mariä Empfängniß. Heiligen im Himmel! Siehe nicht an das Verstummen der Heiden, und laß statt ihrer Dich anbeten die seligen Engel, die allezeit um Dich gegenwärtig und zu einem Dienste bereit sind. O glorreicher Gott, laß das Frohlocken aller Himmlischen ersetzen die Armseligkeit alles Irdischen und Dich bewegen, Deinen Namen groß zu machen über den ganzen Erdkreis und niederzureißen alle Finsterniß, auf daß alle Dich erkennen und selig seien in diesem unaussprechlichen Wunder Deiner Liebe. Erhöre mich, o gegenwärtiger Gott, allmächtiger Richter, liebreichster Jesu; nimm auf dieſe Abbitte für alle, die sie Dir schulden, und verleihe aus dem Uebermaße Deiner Barmherzigkeit und alles dasjenige, was wir aus eigenem Eifer Dir entgegenbringen sollen: lebendigen Glauben, inbrünstiges Verlangen, Andacht und Liebe, der Du würdig bist, in dieser Gestalt des Brodes ge= priesen zu werden ohne Ziel und Maß, von allem, was ist und sein wird, so vielmal als Geschöpfe und Gestalten im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, o gnädiger Gott, o starker, heiliger, unsterblicher Gott, o gegenwärtiger Gott! Gebete an den Festen der Mutter Gottes. Am Feste Mariä Empfängniß.*) Sei gegrüßt, du Hochgebenedeite, Maria, du Mutter unsers Erlösers! Hoch bist du geehrt vor allen Frauen der Erde, da du von Gott zur *) An jedem dieser Feste benuße die Andacht zur seligsten Jungfrau S. 97-115 und das Magnificat S. 131. Am Feste Mariä Geburt. 239 Mutter seines eingeborenen Sohnes nach seiner Menschheit erwählt wurdest. Gewiß, da Gott am heutigen Tage deine Seele erschuf, hat er diefelbe schon mit seinen besten Gaben ausgeschmücket. Wenn du aber auch viele Gaben von Gott hattest, o allerfeligste Jungfrau, so warest du doch ein Mensch, wie wir alle, und allen Leiden und Plagen des Menschen unterworfen, und darin besteht dein größter Ruhm, daß du die Gnaden Gottes so treu zum heiligen Wandel benutzet hast. Auch ich, o Maria, erhalte Gnaden genug von Gott, fromm zu leben, aber ich wende sie nicht so treu an wie du. Denn nicht blos seinen auserwähl= ten Freunden, sondern allen Menschen verleibet Gott hinlängliche Gnade, ihr Heil zu wirken. Möchte ich also von dir lernen, du Gnadenvolle, den Einsprechungen Gottes treu Folge zu leisten. Je treuer ich mitwirke, desto mehr Gnaden zum Guten bekomme ich auch von Gott. Komm mir auch durch deine Fürbitte bei Gott zu Hülfe, o Mutter der Christen, daß Gott mir seine Gnaden doch niemals entziehe, besonders nicht in der Stunde meines Todes. Amen. Am Feste Mariä Geburt. Sei gegrüßt, o Maria, bei Deinem Eintritte in die Welt. Ta du geboren wurdest, kam Freude in die ganze Welt, denn es nahete sich unsere Erlösung. Sei gegrüßt, du Tochter des himmlischen Baters, du Mutter des göttlichen Sohnes, du Braut des beil. Geistes. Deine Geburt, du Hochgebenedeite, brachte deinen heil. Eltern Joachim und Anna große Am Feste Mariä Opferung. Freude, und so lange sie lebten, warest du die Wonne ihres Alters. Möchte doch auch ich immer der Trost meiner Eltern und Angehörigen sein! Möchte ich überhaupt nicht müde werden, Gutes unter meinen Mitmenschen zu stiften, so daß beim Tode mir viele nachweinen, und mein Andenken noch lange im Segen bleibe! Dein Beispiel, o glorreiche Jungfrau, erwecke mich dazu, und deine Fürbitte bei deinem göttlichen Sobne unterstüße mich, daß ich in meinem Berufe treu arbeite den Meinigen nüße und einst reich an guten Werken aus dieser Zeitlichkeit scheide. Amen. 240 ALICANTON Am Feste Mariä Opferung. Maria, Mutter meines Erlösers! Es war Gottes Wille, daß du im jungfräulichen Stande Gott dienen, und dann durch den beil. Geist die Mutter des göttlichen Sohnes nach seiner Menschheit werden sollteſt Gott hätte nun den jungfräulichen Stand dir befeblen können; aber ge= leitet durch Gottes Einsprechung, wäbltest du freis willig denselben, opferst dich Gott dem Herrn schon in zarter Jugend, und entsagtest allen Lüften des Fleisches. Ach, ich babe in meiner Jugend der Sünde, der Welt gedient, und wohl vielleicht gedacht, wenn ich älter, ernstbafter würde, dann wollte ich Gott dienen Möchte ich doch von dir lernen, o Maria, den schönsten Theil des Lebens Gott zu weiben. Wenn ich in der Jugend der Welt diene, so wird mir dieses zur Gewohnheit, und wie werde ich dann nachher Gott dienen können! Ich kann Am Feste Mariä Verkündigung. ja auch früher sterben, ehe ich für den Himmel gearbeitet habe. 241 O Maria, bitte für mich, daß ich doch für mein Seelenheil sorge, ehe es zu spät ist. Bitte für mich, dein Pflegkind, daß ich nicht verloren gehe. Amen. Am Feste Mariä Verkündigung. Heute, oHochgepriesene, verkündiget ein himmlischer Bote Dir, daß Gott dich zur Mutter seines geliebten Sohnes auserwählt habe vor allen Menschentöchtern. Du hegest keinen Unglauben, nur stößt dir der Zweifel auf, wie dies mit deiner dem Herrn gelobten Jungfrauschaft bestehen könne. Als aber der Engel dir versicherte, ohne Verlegung deiner Reinigkeit sollest du die Mutter des Erlö sers werden, auf wunderbare Weise, durch den heiligen Geist, da sprichst du mit tiefer Ergebenheit und Demuth: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte! Gepriesen sei der Herr, der durch dich uns unsern Erlöser gegeben hat! Berehrt sei mir auch dein Gehorsam gegen Gott, o reinste Jungfrau! Möchte ich doch auch etwas von deinem keuschen Sinne haben! In feuschen Seelen wohnet Jesus gern, die Unkeuschen sind ihm ein Gräuel. Möchte ich ferner Gott immer willig gehorsam sein, auch wenn die Wege, welche er mich führt, dunkel sind vor meinen Augen! Bete für mich), Maria, daß ich deinem Zugendbeispiele muthig nachstrebe, und mich freue, daß Gottes Wille an mir geschieht in Leiden und Freuden. Amen. 11 242 Am Feste Mariä Heimsuchung.-- Mariä Reinigung. Am Feste Mariä Heimsuchung. Liebreiche Jungfrau und Mutter Gottes, Maria! als du vom Engel gehört hattest, daß deine Base Elisabeth in ihrem Alter beglückt sei, und den Vorläufer des Erlösers gebären solle, da eiltest du über das Gebirge Juda zu ihr, sie zu begrüßen. Du nahmest herzlichen Antheil an dem Wohle deiner Mitmenschen. Als Elisabeth dich als Mutter Gottes mit hoher Ehrfurcht empfing, und sich für unwürdig erklärte, von der Mutter des Allerhöchsten besucht zu werden, da nanntest du dich wieder mit Demuth die Magd des Herrn, und gabest Gott alle Ehre. Herrlich glänzen, hochgebenedeite Jungfrau, deine Nächstenliebe und deine Demuth. Und ich Sünder wollte mich stolz aufblähen, meine Mitmenschen verächtlich ansehen, mich um ihr Wohl und Wehe nicht kümmern, und blos für mein Ich sorgen! Dein Beispiel möge mich beschämen, und deine Fürbitte mich stärken, daß ich einmal liebreich und demüthig von Herzen werde. Amen. Am Feste Mariä Reinigung oder Lichtmeß. Hochbegnadigte Mutter meines Erlösers, reinste Jungfrau Maria! vierzig Tage nach der Geburt deines göttlichen Sohnes opfertest du den selben im Tempel, denn alles Gute betrachtetest du als Gottes Gabe. Du brachtest im Tempel nur das Opfer der Armen, denn gern warest du geringe vor der Welt. Als der fromme Simeon im Tempel dir weis sagte, einst werde noch ein Schwert des Schmerzes Am Feste Mariä Himmelfahrt. 243 deine Seele durchbohren, da warest du auch mit Gottes Willen zufrieden, und bewahrtest Gottes Wort in deinem Herzen. Möchte ich, wie du, heilige Jungfrau, auch alles, was mir widerfährt, Freude und Leid, als Gottes Gabe ansehen, und für alles Gott herzlich danken! Möchte ich nicht das Unmögliche vers langen, einen Himmel auf Erden! Möchte ich mich freuen, geringe zu sein vor der Welt, aber reich vor Gott an guten Werken, mit denen ich einst als mit brennenden Lichtern vor meinem Richter erscheinen könne! Dein Beispiel belehre mich, deine Fürbitte unterstüße mich. Amen. Am Feste Mariä Himmelfahrt. Die Gottesgebärerin ist über die Chöre der Engel erhöhet zu den himmlischen Reichen. Das ist nun deine Belohnung, hochheilige Jungfrau! Auf Erden warst du arm, im Himmel bist du reich, auf Erden warst du verachtet, geringe, im Himmel bist du geehrt, groß, sogar hienieden von der ganzen Christenheit hoch gepriesen; auf Erden hattest du viele Leiden, im Himmel hast du nichts als Freuden. Solch ein glücklicher Wechsel steht auch mir bebor, wenn ich gottesfürchtig lede. Ein frommes Leben führt zu einem seligen Tode Aber bin ich bereit zum Tode? Wenn ich jetzt sterben sollte, was würde mich da am meisten beunruhigen?.. O Mutter der Christen, erflehe mir von deinem göttlichen Sohne den Geist der wahren Buße, damit der Tod mich nicht mitten in meinen Sünden überrasche. Bitte für mich mit mütterlicher Liebe 11* 244 Am Feste des heil. Johannes des Täufers. jeßt und immer, besonders in der Stunde meines Todes, damit Christi Blut nicht an mir verloren sei. Amen. Litanei von der Mutter Gottes. ( Siehe Seite 105.) Magnificat. ( Lobgesang der Mutter Gottes. Luc. 1.) Hochpreiset meine Seele den Herrn.( S. 131.) Am Feste des heil. Johannes des Täufers.( 24. Juni.) Dieser fam zum Zeugniß, auf daß er Zeugniß gebe von dem Lichte, und dem Herrn bereite ein vollkommenes Volk. Höret ihr Inseln, und merket auf ihr Völker aus der Ferne: der Herr hat mich gerufen, vom Schooße meiner Mutter gedachte er meines Namens. F. Bitte für uns, o heil. Johannes, B. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, verleihe, daß Dein Volk auf dem Wege des Heiles wandele, den Mahnungen des heil. Vorläufers Johannes nachkomme, und durch seine Nachfolge zu demjenigen hingelange, den er vorausgesagt bat, zu unserm Herrn Jesus Christus, welcher mit Dir lebt bis zur Ewigkeit. Amen. O Gott, der Du den Geburtstag des hl. 30hannes verehrungswürdig gemacht hast, verleihe uns die Gnade der geistlichen Freuden und lenke Am Feste des heil. Petrus und Paulus. 245 die Herzen aller Christgläubigen auf den Weg des ewigen Heiles, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu Christe, der Dn hinwegnimmst die Sünden der Welt, wir bitten Dich, verleihe uns durch die Verdienste und Fürbitte Deines heil. Vorläufers Johannes, daß wir unsere Her= zen allezeit zur wahren Buße kehren, damit wir durch Deine GnadeVerzeihung aller unserer Sünden empfangen und den Strafen deines ewigen Gerichts entgehen mögen, der Tu lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der heil. Petrus und Paulus.( 29. Juni.) Kirchengebete. O Gott, der Du den heutigen Tag durch das Marterthum Deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus geheiligt hast, verleihe Deiner Kirche, daß sie in Allem der Lehre und Vorschrift derjenigen folge, durch welche sie einen Anfang der Religion genommen hat, durch Jesum Christum 2c. Amen. Gott, dessen Rechte den heil. Petrus, da er auf den Fluthen wandelte, oben gehalten und seinen Mitapostel Paulus, da er zum dritten Mal Schiffbruch litt, von der Tiefe des Meeres errettet hat: erhöre gnädig unser Fleben und verleihe, daß wir durch ihrer beider Verdienste die Glorie der Ewigkeit erlangen, der Du lebest und regierest 2c. 3um heil. Petrus. O Gott, der Du Deinem heil. Apostel Petrus die Schlüssel des Himmelreichs übergeben und die hohepriesterliche 246 Um Feste eines heiligen Apostels. Gewalt zu binden und zu lösen übertragen hast: verleihe, daß wir durch den Beistand seiner Fürsprache von den Banden unserer Sünden befreiet werden, durch Jesum Christum 2c. Amen. 3um heil. Paulus. O Gott, der Du die Völker der Heiden durch die Predigt des heiligen Apostels Paulus gelehrt hast, wir bitten Dich, laß uns, die wir seine Geburtsfeier festlich begehen, auch seine wirksame Fürsprache bei Dir erfahren, durch Jesum Christum 2c. Amen. Am Feste eines heiligen Apostels. Sei gegrüßt, o hl. Apostel N., der du zu einer Säule und Grundfeste der katholischen Kirche erwählt, zum Verkündiger des göttlichen Wortes verordnet und zum Richter an jenem Tage gestellt bist! Ich bitte dich demüthig durch Christi Tod und durch die Marter, die Du ihm zu Liebe und zur Behauptung seiner Lehre hast ausgestanden, du wollest mir die Gnade erwerben, im wahren katholischen Glauben, in der göttlichen Hoffnung und inbrünstigen Liebe mein Leben zu beschließen und an jenem Tage ein gnädiges Urtheil zu erlangen. y. Bitte für uns, o heiliger Apostel N. Be. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. -Gebet. O Herr! wir bitten demüthig Deine göttliche Majestät, daß Dein heil. Apostel N., welchen Du Deiner Kirche zu einem Lehrer und Vorsteher gegeben hast, uns auch ein beständiger Fürsprecher bei Dir sein möge, damit wir unter seinem Beistande in allem Guten zunehmen und Am Feste aller Heiligen. 247 zum ewigen Ziele gelangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Die Präfation von den Aposteln. Wahrhaft würdig und recht ist es, gebührend und heilsam, Dich, o Herr, demüthig zu bitten, daß Du Deine Heerde, o ewiger Hirt, nicht verlassest, sondern durch Deine h. Apostel sie unter fortwährender Obhut bewahrest, damit sie von eben denselben geführt und regiert werde, welche Du als Stellvertreter Deines Werkes ihr zu Hir= ten und Vorstehern bestellt hast. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften, und mit der ganzen himmlischen Heerschaar den Lobgesang Deiner Herrlichkeit, indem wir ohne Ende sprechen: Heilig, heilig, heilig der Herr Gott Sabaoth zc. Am Feste Allerheiligen.( 1. November.) Ich sah eine große Schaar, die Niemand zählen Ponnte, aus allen Nationen vor dem Throne stehen. Du hast uns erkauft, Herr, Gott! mit Deinem Blute aus allen Stämmen und Sprachen, und Völkern und Nationen, und hast uns unsern Gott zu Königen gemacht. Der Herr hat Wunder gethan an seinen Heiligen, und hat sie erhöret, wenn Sie zu ihm riefen. Lob jiemte allen feinen Heiligen, dem Volke, das ihm nahe ift! Ehre sei allen Heiligen! In der Meffe. Herr Jesus Christus! der Du durch Dein Opfer am Kreuze Dir eine Gemeinde der Heiligen erworben hast, wovon Du das Haupt bist, und in denen Du Dich herrlich und mächtig erweisest! 248 Am Feste aller Heiligen. siehe uns vor Deinem Altare versammelt, um dieses Dein Opfer zu feiern, zum Andenken an Dich, das Haupt, und zugleich an alle Deine Heiligen, die Glieder Deines Leibes; wir bringen es dar zum dankbaren Bekenntniß, daß Du es bist, der große Dinge an ihnen gethan; zum Preise ihrer Tugenden und Verdienste, die sie in derKraft der Früchte Deines Kreuzopfers gewirkt haben. ODu ewiger hoher Priester! dem alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, der Du Dein ewiges Opfer, durch welches Du unser Mittler beim Vater bist, auch zur Verherrlichung Deiner Heiligen gereichen läsfest, daß sie, die mit Dir regieren, auch durch Dich Macht haben in Deinem Namen für uns zu bitten, und durch Dein Opfer uns Gnade zu erlangen: B. O laß unser unwürdiges schwaches Gebet von den würdigen vielvermögenden Fürbitten Deiner Gerechten unter= stüßt, emporsteigen zum Gnadenthrone Deines Baters, und uns die Kraft erwirken zur stets vollkommenen Bekehrung, auf daß Freude werde bei den Heiligen im Himmel über uns Sünder, die Buße thun. Amen. Kirchengebet. Allmächtiger ewiger Gott! der Du uns verliehen haft, die Verdienste aller Deiner Heiligen in einer gemeinsamen Feier zu verehren; wir bitten Dich, Du wollest uns den Reichthum Deiner Erbarmung, welche wir so sehnlich verlangen, durch die zahlreichen Fürsprecher zu Theil werden lassen. Durch Christum 20. 3um Evangelium. Matth. 5. In der Zeit, als Jesus die Menge Volkes sah, Am Feste aller Heiligen. 249 stieg Er auf den Berg, segte sich, und seine Jünger traten zu Ihm. Da öffnete Er seinen Mund, lehrte sie und sprach: ,, Selig die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden die Erde besigen. Selig find die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Selig, die da hungern und dursten nach der Gerechtigkeit; denn sie wer= den gesättigt werden. Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig ihr, wenn man euch um meinetwillen lästert und verfolgt, und allerlei Böses euch fälschlich nachredet. Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß in den Himmeln. Gebet. Laff, o Herr! das Opfer unserer Andacht, das wir Dir heute zur Ehre aller Gerechten darbringen, Dir wohlgefällig und durch Deine Barmherzigkeit uns heilsam werden. Durch Chriftum 2c. Gebet nach der Messe. Schenke uns, göttlicher Heiland und Erlöser, durch die Kraft dieses allerheiligsten Opfers Deines Fleisches und Blutes die uns nöthigen Gnaden zur treuen Befolgung Deiner Gebote. Durch Dich gestärkt, haben Deine Heiligen einen guten Kampf gekämpft, den Glauben bewahrt und die Krone der Gerechtigkeit errungen; sei auch unsere 11** Kirchweihfest.The Stärke im Kampfe wider die Welt, Fleisch und Teufel! Sei unser Trost in allen Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens! Laß uns nie vergessen, daß wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern die zukünftige suchen, wo Du mit Deinen Auserwählten herrschest in Ewigkeit! B. Ihr aber, Freunde und Hausgenossen Gottes im Himmel, auch unsere Freunde! unterstüzet unser unwürdiges Gebet mit eurer Fürsprache, daß wir durch treue Erfüllung unserer Pflichten eurem Beispiele nachfolgen; und daß weder Trübsal noch Angst, weder Hunger noch Blöße, weder Gefahr noch Verfolgung, noch selbst der Tod uns zu scheiden vermögen von der Liebe Christi, unseres Herrn. Amen.nu 250 Gloria Gall studst Am Kirchweihfeste. 1. Aus Psalm 83. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Du Herr der Heerschaaren! es sehnet sich und schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn. Selig sind, die da wohnen in Deinem Hause; in alle Ewigkeit werden sieDich loben. Denn besser ist ein Tag in Deinem Hause, als tausend anderswo; viel lieber will ich der Geringste sein im Haufe meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Sünder. Denn Barmherzigkeit und Wahrheit liebet Gott, Gnade und Herrlichkeit wird geben der Herr; er wird nicht entziehen die Güter denen, welche wan deln in Inschuld; Herr der Heerschaaren, selig ist der Mensch, der auf Dich hoffet. ALDED v. Ich will anbeten in Deinem heil. Tempel, Kirchweihfest. B. Und will preisen Deinen Namen.- y. Schaue an, o Gott, Du unser Beschirmer. Be. Und siehe in das Angesicht Deines Gesalbten. 251 Gebete. O Gott, der Du uns alljährlich das Einweihungsfest dieses Deines heil. Tempels erneuerst und durch h. Geheimnisse uns allezeit neu belebst und begnadigst, erhöre das Gebet Deines Volkes und verleihe, daß jeder, welcher in diese Kirche eingeht, um von Dir Wohlthaten zu erflehen, sich einer vollkommenen Gewährung seiner Bitten erfreuen möge. Wir bitten Dich, o Herr! neige Dich zu unserm Gebete, damit wir alle, die wir von dem Umfang dieses Tempels umschlossen werden, Dir durch eine gänzliche und vollkommene Hingabe des Leibes und der Seele gefallen, und, indem wir gegenwärtig Dir unsern schuldigen Dienst erweisen, durch Deine Hülfe zu den ewigen Belohnungen gelangen mögen. 2. Aus Psalm 45. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer in allen Trübsalen. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde sich bewegte und die Berge versetzt würden mitten ins Meer. Mögen rauschen und wallen seine Wasser, und die Berge erbeben vor seiner Gewalt: des Stromes Anlauf erfreuet die Stadt Gottes; der Allerhöchste hat geheiliget feine Wohnung. Gott ist mitten in ihr; sie wird nicht wanken; frühe am Morgen hilft ihr Gott. Es tobten die Völker und wankten die Reiche; da gab er seine Stimme und die Erde erbebte. Der Herr der Heerschaaren ist mit uns; unsere Zuflucht ist der Herr unser Gott. Kirchweihfest. ý. Der Herr wird mein Gott sein. Be. Und jener Stein wird genannt das Haus Gottes. 252 y. Herr, erhöre mein Gebet. B. Und mein Rufen laß zu Dir kommen. O Gott! der Du aus lebendigen und auserwählten Steinen Deiner Majestät eine ewige Wohnung bereitest, komme Deinem Volke nachh seinem demüthigen Flehen zu Hülfe, damit das, was den körperlichen Räumen Deiner Kirche dient, auch durch geistigen Zuwachs gewinnen möge, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Mahnung. Um heutigen Tage erinnern dich, o Christ, die Kirche und die hl. Väter an die große Wahrheit, daß du selbst ein Tempel Gottes bist nach der Lehre des Apostels Paulus: ,, Wisset ihr nicht, daß ihr ein Tempel Gottes seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnet;- wisset ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Chrifti find, daß eure Glieder ein Tempel des heil. Geistes find, der in euch ist, den ihr von Gott habet?" Zu diesem Tempel des lebendigen Gottes bist du eingeweihet in der heiligen Taufe, und zwar ebenso feierlich, wie dies bei den Kirchen von Holz und Stein geschehen ist. Darum sollen wir nach der Mahnung des heiligen Bernard, bei dem Anblicke des Gotteshauses an unsere eigene Einweihung erinnert werden. Was an den Mauern der Kirche sichtbarer Weise geschehen ist, das wird geistiger Weise an uns erfüllet: nämlich die Besprengung mit dem Wasser, die Salbung, die Erleuchtung und Segnung. Dieses hat an diesem sichtbaren Hause der Bi Gebete für die Abgestorbenen. 253 schof gethan; dieses wirket Christus, der hohe Priester, täglich in uns. Darum mußt du dich auch bestreben, immerdar ein reiner und heiliger Tempel Gottes zu sein, und Leib und Seele vor aller Befleckung der Sünde zu bewahren. Hüte dich wohl, den Tempel Gottes in dir zu verderben, und zu entheiligen durch irgend eine Todsünde, wodurch der heil. Geist aus deiner Seele vertrieben wird. Denn es steht geschrieben: ,, Wer den Tempel Gottes entweiht, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr." 1. Korinth. 3, 17. Ja schrecklich wird Gott den Sünder strafen, der seine Seele, den Tempel des heil. Geistes, durch Sünde und Laster befleckt und entheiligt! Bete darum mit dem heil. Augustin: O Gott! der Du mich nicht um meiner Verdienste willen, sondern durch Deine Gnade in der heil. Taufe zu Deinem Tempel gemacht hast, verleihe mir, daß ich allezeit ein reiner und heiliger Tempel für Dich sei. Reinige denselben von allen Lastern, schmücke ihn mit Tugenden, und gib nicht zu, daß sich jemals in dieser Deiner Wohnung etwas befinde, was die Augen Deiner Majestät be= leidigen könnte. Mache endlich auch, daß ich als ein lebendiger Stein, der durch die Trübsale dieser Welt genugsam behauen und zubereitet wor= den, einstens zu dem Baue des himmlischen Jerufalems möge verwendet werden. Gebete für die Abgestorbenen. Die Scheidewand des Grabes ist gefallen; nicht nur mit dem Siege und Hilfreichen droben sind wirStreitenden 254 Gebete für die Abgestorbenen. im heil. Verkehr, sondern auch mit den armen Seelen im Fegfeuer; auch sie gehören dem Könige der Ewige feit als seine Erkauften, und sind in der Hoffnung schon eins mit ihm, wie die Heiligen es sind im Besize. Darum sind dieselben auch für uns nicht todt, sondern fie leben und leiden und empfangen Trost und Hilfe aus unsern Gebeten und guten Werken. Denn es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden." Gedenke also der Abgestorbenen, so wird auch deiner gedacht werden; gedenkst du ihrer nicht, wo ist dein Glaube und deine Liebe? birhen 3 ur heil. Messe. Vorbereitung. Barmherziger Gott, himmlischer Vater! der Du auch die Seelen der Abge= storbenen nicht ausschließen willst von der Kraft und Wirkung des immerwäbrenden Opfers deines geliebten Sohnes: Dich bitte ich, erfülle mein Herz mit inbrünstiger Andacht, damit Du in Ansehung meiner Fürbitte die Gnadenschäße dieses heiligen Meßopfers den armen Seelen der Abges schiedenen( besonders N.) gnädig zutheilest und sie mit Deinen Erbarmungen erfreuest. Nimm auf für sie die Marter und Peinen, die Wunden und Schmerzen, das Leiden und Sterben Deines eingeborenen Sohnes, und lasse durch seinen Gehorsam bis zum Tode des Kreuzes Dir genug gethan sein für die verdienten Strafen, welche sie Deiner Gerechtigkeit noch schulden. O mildreicher Jesu, gedenke, wie schmerzlich Deine Seele vom Leibe geschieden, und hinabgestiegen ist zu der Hölle, um die Gefangenen ju erlösen; ich bitte Dich, laß auch jetzt, wo Du das Opfer am Kreuze erneuerst, die Erlösung der 255 Gebete für die Abgestorbenen. Armen erneuert werden, die da jammern und weinen und nach Deiner Ankunft verlangen. O Mutter Maria, vereinige deine Fürbitte mit der meinigen, durch das Schwert der Schmerzen, das deine Seele durchdrungen; gedenke deiner Verlaffenheit am Grabe, und hilf deinen verlaffenen Kindern, daß sie hervorgehen aus der Finsterniß und bei Dir sich erfreuen in dem ewigen Lichte. Amen. alle Zum Eingang. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Pf. 64. Dir ziemet Lobgefang, o Gott, auf Sion, und ein Dankopfer soll Dir gebracht werden in Jerusalem. Erhöre mein Gebet; zu Dir wird alles Fleisch kommen.-Herr, gib 2c. Zu den Collecten. O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, ertheile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller ihrer Sünden, damit sie die Nachlassung, die sie allzeit gewünscht haben, durch fromme Fürbitten erlangen, der Du lebest und regierest 2c. Für Vater und Mutter. Gott, der Du uns befohlen hast, Vater und Mutter zu ehren, erbarme Dich nach Deiner milden Gütigkeit über die Seelen meines Vaters und meiner Mutter; vergib ihnen ihre Sünden und lasse mich sie wiedersehen in der Freude der ewigen Klarheit, durch Jesum Christum, unsern 2c. Amen. Für Verwandte und Freunde. Gott, Du Ausspender der Gnade und Liebhaber des Gebete für die Abgestorbenen. menschlichen Heiles, wir flehen zuDeiner Güte, daß Du unsere Mitbrüder, Verwandte und Wohlthäter, die aus diesem Zeitlichen hinübergeschieden, durch die Fürsprache der seligen, allzeit jungfräulichen Mutter Maria mit allen DeinenHeiligen zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit wolleft gelangen lassen, der Du lebest und regierest zc. Amen. 256 Am Begräbnißtage. O Gott, dem es eigen ist, sich allzeit zu erbarmen und zu verschonen, wir bitten Dich demüthig für die Seele Deines Dieners N., die Du aus dem Zeitlichen hast abscheiden lassen; übergib sie nicht in die Hände des Feindes und vergiß ihrer nicht auf ewig, sondern laß sie von den heil. Engeln aufgenommen und zu dem paradiesischen Baterlande hingeführt werden, auf daß sie, weil sie auf Dich gehofft und an Dich geglaubt hat, den Strafen der Hölle entgehe und die ewigen Freuden besige, durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher 2c. Amen. Epistel. 1. Kor. 15. Brüder, ich sage euch ein Geheim> niß. Wir werden zwar alle auferstehen, aber nicht alle verwandelt werden; plößlich, im Augenblick, bei der letzten Posaune! Denn erschallen wird die Posaune und die Todten werden auferstehen unverweset; und wir werden verwandelt werden. Denn es muß dies Verwesliche anziehen die Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche anziehen die Unsterblichkeit. Hat aber dieses Sterbliche anges zogen die Unsterblichkeit, dann wird in Erfüllung gehen das Wort, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod im Sieg! wo ist, o Lod, Gebete für die Abgestorbenen. 257 dein Sieg? o Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, und die Kraft der Sünde das Geseß. Gott aber fei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch uns fern Herrn Jesum Chriftum. Graduale. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen!- In ewigem Gedächtniß wird sein der Gerechte, und hat nicht zu fürchten vor bösem Gerede. Befreie, o Herr! die Seelen der abgestorbenen Christgläubigen von jeglichem Bande der Sünden, komm ihnen zu Hilfe mit Deiner Gnade, damit sie verdienen, dem Gerichte der Rache zu entgehen und die Seligkeit des ewigen Lichtes zu genießen. Sequenz. Dies irae. Jener Tag des Zorns, der Zähren Wird die Welt in Asche kehren, Wie Sibyll' und David lehren. Welch' ein Zagen, welch' ein Bangen, Wann der Richter kommt gegangen, Strenge Rechnung zu verlangen. Mit Posaunen- Donnertone Reißt' aus Gräbern jeder Zone Alle, Alle, hin zum Throne. Tod und Leben werden beben, Wann die Todten sich erheben, Antwort vor Gericht zu geben. Und ein Buch wird sich entfalten, Wo mit Flammenschrift enthalten Aller Menschen Thun und Walten. 4 Gebete für die Abgestorbenen. Wird nun das Gericht beginnen, Kommt an's Licht des Herzens Sinnen, Wird der Rache nicht entrinnen. 258 Was soll dann ich Wermster sagen, Wen kann ich um Beistand fragen, Wo Gerechte selbst verzagen? Fürst auf schreckenvollem Throne, Nur die Gnade führt zum Lohne, Born der Gnade, rette, schone! Milder Jesu, magst erwägen, Daß Du famest meinetwegen, Vor dem Abgrund mich zu hegen. Suchtest mich bis zum Ermüden, Bist am Kreuz für mich verschieden, Das gereiche mir zum Frieden. Richter mit gerechter Wage, Mildre meiner Sünden Plage Vor dem strengen Rechnungstage. Reu und schuldbewußtes Bangen Färben bluthroth meine Wangen, Gott, laß Gnade mich erlangen! Du, der gnadenvoll Marien Und dem Schächer haft verziehen, Haft auch Hoffnung mir verliehen. Zwar nicht würdig ist mein Flehen, Doch laß Huld an mir geschehen, Daß der Höll' ich mag entgehen. Scheide Du mich von den Schlechten, Mit den Schaaren der Gerechten Stelle mich zu Deiner Rechten. Gebete für die Abgestorbenen. Und wirst Du Vermaledeiten Ewig Schmerz und Qual bereiten, Ruf mich zu den Benedeiten. Tief im Staub und reuig wende Flehend ich zu Dir die Hände, Gib mir, Herr, ein selig Ende. 259 Thränenvoll der Tag wird werden, Wann der Mensch vom Staub der Erden Zum Gericht sich wird erheben. Woll' ihm dann, o Gott! vergeben! Milder Jesu, Heiland Du, Schenke Allen ew'ge Ruh'! Evangelium Joh. 5, 25-29. In jener Zeit sprach Jesus zu den Schaaren der Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde, ja sie ist schon da, wo die Todten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die fie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selbst zu haben, und er hat ihm die Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er ein Sohn des Menschen ist. Wundert euch nicht darüber; denn c8 fommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und es werden hervorgehen, die Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Am Begräbnißtage. Joh. 11. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich, daß alles, was Du von Gott begehrest, Gott Dir geben wird. Jesus sprach zu ihr, dein Bruder wird auferstehen. Martha Gebete für die Abgestorbenen. sprach zu ihm: ich weiß, daß er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus sprach zu ihr: ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst Du das? Sie sprach zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß Du Christus der Sohn des lebendigen Gottes bist, der in diese Welt gekommen ist. 260 3um Offertorium. Herr Jesu Christe, König der Herrlichkeit, errette die Seelen aller abgestorbenen Chriftgläubigen von den Strafen der Hölle und von dem tiefen See; errette sie von dem Rachen der Löwen, auf daß sie der Abgrund nicht verschlinge und daß sie nicht versinken in die Finsterniß, sondern Dein Heerführer, der hl. Michael, sie vorführe in das heilige Licht, welches Du ehemals dem Abraham versprochen haft und seinem Samen. Herr, wir bringen Dir Opfer und Gebete zu Deinem Lobe; nimm sie auf für jene Seelen, deren Gedächtniß wir heute halten; laffe sie übergehen, o Herr! von dem Tode zum Leben. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Erlöser aller christlichen Seelen, sende Deinen hl. Erzengel Michael, daß er sie hinausführe aus den Orten der Finstermß und sie hingeleite in den Schooß Abrahams, in das ewige Licht. Im Geiste der Demuth und in Zerknirschung des Herzens laß uns aufgenommen sein von Dir, Gebete für die Abgestorbenen. o Herr, auf daß unser Opfer nach Deinem Wohlgefallen verrichtet werde, o Herr und Gott. 261 Stillgebete. Wir bitten Dich, o Herr! siehe gnädig auf das Opfer, welches wir für die Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Dir darbringen, auf daß Du denen, welchen Du das Verdienst des christlichen Glaubens verliehen hast, auch den Preis der Belohnung schenken wolleft. Seignädig, o Herr! der Seele Deines Dieners N., für welche wir dieses Lobopfer Dir darbringen, indem wir Deine Majestät demüthig bitten, daß sie durch dieses heilige Werk der Versöhnung verdienen möge, zu der ewigen Ruhe zu gelangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Bis zur Wandlung. Gedenke, v gütigster Bater, wie viel Dein Sohn auf Erden gethan und gelitten hat, damit Dir keines Deiner Kinder verloren gehe! Durch diese seine unendlichen Verdienste bitte ich Dich, Du wollest uns allen, die wir Deine Barmherzigkeit anrufen, ein Dir wohlgefälliges Leben und ein glückseliges Ende verleihen. Besonders aber bitte ich Dich, Du wollest die Verdienste Deines geliebten Sohnes in Kraft dieses hl. Opfers zur Versöhnung gereichen lassen den Seelen der Abgestorbenen( besonders N.). Ich opfere Dir für alle Sünden, die sie begangen, seinen vollkommenen Wandel und alle seine demüthigen und tugendseligen Uebungen, womit er das höchste Wohlgefallen Deiner Gottheit zu sich herabgezogen. Für 262 Gebete für die Abgestorbenen. ihre Versäumnisse opfere ich Dir alle inbrünstigen Begierden, die er in seiner Menschheit zu Dir getragen, und allen Ueberfluß der guten Werke, die er auf Erden geübt hat. Für ihre Lauigkeit in Deinem Dienste opfere ich Dir alle Gebete, die er mit so unaussprechlicher Andacht in der Einsamkeit vor Dir verrichtet hat. Und endlich für die Strafen, die sie noch verschulden, opfere ich Dir alle seine Bußwerke, die er durch Fasten, Wachen und Beten, Lehren und Arbeiten, Schmach und Leiden für uns übernommen und mit unendlicher Geduld vollbracht hat. Schaue an, o gnädigster Vater, das Angesicht Deines geliebten Sohnes, und lasse Dein Wohlgefallen an ihm zugleich ein Gnadenblick sein für die leidenden Seelen, für die er gelebt und gelitten hat! Nimm sie auf aus seinen für sie verwundeten Händen, und verleihe unter der Fürsprache der allerseligsten Jungfrau und aller Engel und Heiligen, daß sie mit ihnen im Himmel vereinigt Dich loben und preisen, und auch unser wieder gedenken mögen. Amen. Zur Wandlung. Milder Jesu, Gott und Herr! gib den armen Seelen Ruh!( dreimal zu wiederholen und zulegt beizufügen: in Ewigkeit.) Nach der Wandlung. 1. Gebet zu Gott dem Vater. Barmherziger Vater im Himmel, im Namen Deiner unendlichen Erbarmungen bitten wir Dich, Du wollest gnädig herabsehen auf die Seelen der Gebete für die Abgestorbenen. 263 Christgläubigen im Fegefeuer, welche Du erschaffen haft nach Deinem Ebenbilde. Erbarme Dich über ihr Seufzen und Flehen und erlaß ihnen die verdienten Strafen, damit sie von aller Gefangenschaft erledigt in Dein Reich eingehen und Dich anschauen in Deiner Herrlichkeit. Vater unser 2c. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe 2c. 2. 3u Gott dem Sohne. O gütigster Jesu, Du Liebhaber der Menschen und Eiferer der Seelen, gedenke an Deinen bittern Tod und Dein vergossenes Blut, womit Du die Seelen, für welche wir Dich anrufen, so theuer erkauft hast. Sei ihnen abermals ein gnädiger Retter, und erscheine ihnen, wie Du erschienen bist den Vätern in der Vorhölle, auf daß sie mit Dir auffahren in Dein Reich, wonach sie mit Schmerzen verlangen. Vater unser 2c. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe zc. 3. 3u Gott dem heil. Geiste. O heil. Tröster, Du Schaß der Gläubigen, süßer Seelengast, siehe gnädig auf die armen Verlassenen, welche einsam sigen in der Finsterniß und nach Ruhe schmachten, die sie nicht finden können. Eile, fie zu trösten, o Spender aller Gnade; gib ihnen Licht in der Finsterniß, Küblung in der Hiße, Labung in der Ermattung, und gieße über sie aus die Salbung des ewigen Friedens. Vater unser 2c. Herr gib ihnen 2c. Gebete für die Abgestorbenen. 4. 3ur Mutter Gottes. O füße Mutter der Gnade, du Hülfe der Christen und Trösterin der Betrübten, laß die reichen Verdienste deiner heiligen Schmerzen, die du bei dem bittern Leiden und Sterben deines Sohnes empfunden hast, zu Gute kom= men den armen Seelen im Fegefeuer, und erwirb ihnen durch deine gebenedeite Fürsprache eine baldige Erlösung aus den langwierigen Qualen und die selige Anschauung deines verherrlichten Sohnes zur Rechten des ewigen Vaters. Vater unser 2c. 264 5. Zu den Engeln und Heiligen. Oihr seligen Engel und alle Heiligen und Auserwählten Gottes, ftellet euch vor den Thron der strafenden Gerechtigkeit, und haltet an um Gnade und Erbarmen für die nothleidenden Brüder und Schwestern in den Flammen des Fege= feuers, auf daß sie bald mit euch vereinigt werden und in einstimmigem Frohlocken loben und preisen den allgütigen Vater, den liebreichen Sohn, und die Gnade des heiligen Geistes in Ewigkeit. Vater unser 2c. Herr, gib ihnen 2c. Litanei für die Abgestorbenen. Herr, erbarme Dich der armen Seelen, B. Christe, erbarme Dich ihrer. Herr, erhöre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater vom Himmel.. Erbarme Dich ihrer. Gott Sohn, Erlöser der Welt. Gott heil. Geist. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott. Gebete für die Abgestorbenen. Heilige Maria, Bitte für sie. Heilige Gottesgebärerin, our Alle hh. Engel und Erzengel, Bittet für sie. Alle hh. Patriarchen und Propheten, Alle hh. Apostel und Evangelisten, Alle heil. Jünger des Herrn, Alle heil. Martyrer und Bekenner, Alle heil. Jungfrauen und Wittwen, dan Alle heil. Auserwählten Gottes, 265 Gind in bie ne te sidoar O in Sei ihnen gnädig, Verschone sie, o Herr! Sei ihnen gnädig, Erhöre fie, o Herr! Bon allem Ulebel, Erlöse sie, o Herr! Von Deinem Zorne, dan entienjun bisit Von der Strenge Deiner Gerechtigkeit, Von der langwierigen Betrübniß, 120 Von den bittern Qualen, 6 oun( bildan Von dem nagenden Wurme des Gewissens, Von der traurigen Verlassenheit, mi Durch Deine heil. Menschwerdung, Durch Deinen allersüßesten Namen, no Durch Deinen vollkommenen Gehorsam, Durch Dein bitteres Leiden und Sterben, Durch Deine Auferstehung vom Tode, Durch Deine glorreiche Himmelfahrt, das Durch die Verdienste Deiner heil. Mutter, Durch die Fürbitte aller Heiligen, Am Tage des Gerichtes, duabuo andares Wir Sünder; wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du den leidenden Seelen im Fegefeuer Nachlaffung ihrer Sünden ertheilen wolleft; wir bitten Dich, erhöre uns! da ne nud Daß Du ihre Schmerzen und Trübsale lindern wolleft; wir bitten Dich zc. PADE 12 266 Gebete für die Abgestorbenen. Daß Du sie in ihren Leiden mit himmlischem Troste erfüllen wolleft; wir bitten Dich 2c. Daß Du ihr frommes Seufzen und Flehen nach Dir in Gnaden erhören, und ihre schwere Bußzeit bald vollenden wolleft; wir bitten Dich 2c. Daß Du Dich unserer verstorbenen Eltern, Berwandten und Wohlthäter erbarmen wolleft; wir bitten Dich 2c. nu Tied all Daß Du Dich insbesondere jener Seelen erbarmen wollest, deren Leiden wir mit verschuldet haben; wir bitten Dich zc. pidu Daß Du fie alle gereinigt und geheiligt in Dein Reich aufnehmen und mit ewiger Herrlichkeit frönen wolleft; wir bitten Dich 2c, do Daß unser Gebet für sie Dir angenehm, ihnen nüglich und uns heilsam sein möge; mon O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Verschone sie, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c. Erlöse sie, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c. Erbarme Dich ihrer, o Herrira namimiblod man 2 ball Herr, erbarme Dich ihrer! Herr 2c. Christe, erbarme Dich ihrer! Herr 20. Herr, erbarme Dich ihrer! Herr 2c. bu Selig sind die Todten, die im Herrn sterben. Von nun an, spricht der Geist, sollen sie von ihren Mühen ausruhen; denn ihre Werke folgen ihnen nach. 157 Amadio Laßt uns beten. Aff Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest der Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Dein unendliche Barmherzigkeit erweisen, damit es ihnen 1 f 1 Gebete für die Abgestorbenen. 267 zum ewigen Heile gereiche, daß sie allezeit auf Dich gehofft und an Dich geglaubt haben, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. y. Bitte für sie, o heil. Gottesgebärerin! B. Auf daß sie würdig befunden werden der Ver= heißungen Christi. O mildreichste Mutter, himmlische Königin, siehe mit deinen barmherzigen Augen auf die armen Seelen im Fegefeuer, und erzeige ihnen deine Macht und Gütigkeit! Versöhne fie deinem Soyne, damit er fie beigefelle deinen frohlockenden Kindern in der ewigen Seligkeit. Amen. v. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. Bc. Und das ewige Licht leuchte ihnen. y. Herr, laß sie ruhen in Frieden. R. Amen. 10/760 Das Media vita in morte. Mitten sind im Leben wir Von dem Tod umfangen- Wer bringt Schuß und Hilfe bier- Daß wir Gnad' empfangen? Das bist Du, Herr, alleine!-Uns gereuet uns're Missethat Die Dich, Herr! erzürnet bat.- Heiliger Herr und Gott! Heiliger, starker Gott!-Heiliger, barmherziger Heiland- Ewiger Gott!- Laß uns nicht verfinken In des bittern Todes Noth! Kyrie eleison. no introd - -M -- 12* Todesangst- Bruderschaft. bin in Bruderschaften. 268 1. igin ondi JERG unt Todesangst- Bruderschaft. Gefang. O Herzeleid!- Traurigkeit! 2 Die Jesus hat erduldet. Als er für mich gab huldvoll sich di Zum Tod, den ich verschuldet. 1290 Er lag in Noth, und nah dem Tod, #dhold Mit Blutesschweiß umflossen, Mit Thränen übergossen. lieg jämmerlich 2. Herr! wenn einst ich In letzten Todesplagen, Laß deinen Schmerzmein sterbend Herz Erquicken; hör' mein Klagen, Du treuer Hirt! Ach, wenn mich wird Die Todesmarter quälen, Und meinen Leib entseelen. 3. Wenn Deine Macht in legter Nacht, Mein Gott mich nicht wird stärken, So sinkt mein Sinn- verzweifelt hin, Gedrückt von Sündenwerken, Die ich verübt als ich geliebt Die Welt, nicht Dich, oJesu! Ach hilf, ach schone, Jesu! 4. Du trugest doch der Schmerzen Joch Für mich voll Blut und Wunden Starbst Du, mein Heil! mein Trost, mein Theil, Hilf mir in leßten Stunden! Dann laß Dein Blut- dies köstlich Gut Zum Vater für mich flehen! Laß Gnad' an mir geschehen. more 1 unim milira - - - - Gebet. ing ONN d Herr, eröffne unsere Lefzen, um deinen heiligen Namen würdig zu loben! Reinige Du unsere Herzen durch eine wahre Reue über unsere Sünden und befreie uns alle in dieser heiligen Bersammlung von unnüßen und ausschweifenden Gedanken. Erleuchte, o Gott, unsern Todesangst- Bruderschaft. 269 Verstand, entflamme unfern Willen, und gib uns den Geist der wahren Andacht, womit wir unser Gebet mit einem demüthigen, reuevollen und inbrünstigen Herzen so verrichten mögen, daß es vor dem Throne Deiner ewigen Majestät würdig erscheine und von Deiner unendlichen Barmherzigkeit erhört werde, durch Jesum Christum Deinen Sohn, welcher mit Dir lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.ne bet nga esang. 1. Da Jesus in der größten Noth Am Kreuz hing schwach, ganz nah dem Tod, Bedeckt mit Blut und Wunden, 45 Da sprach er, und belehrt uns noch In legten Lebensstunden. ard 2. Zum Vater sprach er, voll der Huld: Vergib, den Mördern, Gott, die Schuld, Die mir das Leben rauben! Sie wissen selbst nicht, was sie thun; Gott laß sie an mich glauben! 3. Nun hört er gleich des Schächers Fleh'n, Er läßt den großen Wunsch geschehn, Schenkt ihm, was er begehret. Er spricht: Heut' sollst du bei mir sein, Mein Reich ist Dir gewähret. ( Nach diesem Gesange wird die Predigt gehalten.) Nach der Predigt. Gesang. Dann lehret er erbarmungsvoll thou Vom Kreuze, wie man liebend foll Die Eltern immer ehren! Johannes muß, wie er befiehlt, 0077 Anu Die treue Mutter nähren. ( Demnach werden fünf Vater unser und ein Ave Maria gebetet, um wahre vollkommene Neue in der Todesstunde zu erhalten.) Sebet. Jesu, Erlöser der Welt, unser Heiland und Seligmacher, sich doch erbarmend auf uns, Deine von Dir so 270 Todesangst- Bruderschaft. theuer erlöf'ten Geschöpfe! O, laß Dein köstliches Blut, welches am Kreuz aus Deinen heiligen Wunden gefloffen, an uns Sündern nicht verloren sein. Erweiche unsere har ten Herzen zur wahren Buße, und gieb uns jetzt und am Ende unseres Lebens ein demüthiges und zerknirschtes Herz, welches Du, erbarmungsvoller Gott, nimmer berachtest. Gnadenvoller Jesu! wir bitten Dich durch Dein heiliges Blut, erbarme Dich auch aller Seelen, die in jener Welt ihrer Sünden wegen noch büßen! errette sie aus ihren Leiden und mache sie selig. Getreueste Mutter unsers Erlösers, die du bei deinem sterbenden Sohne schmerzvoll unter dem Kreuze standest, flehe für uns, und schüße uns in unseren Todesschmerzen. Amen.bid dun Gesang. 112 Jeßt ruft er laut: es dürftet mich! Nach wem, mein Jesu, sehnst Du Dich? O Mensch, nach deiner Seeles Hier schmacht ich nun, daß nicht dort dich Die Gluth des Abgrunds quäle de ( Nun werden fünf Vater unser und ein Ave Maria gebetet, um Gnade und Stärke wider alle Anfechtungen in unserer Todesstunde zu erhalten.) si 10. Gebet. Wie schwach und unbeständig ist doch der Mensch! heute ist sein Herz zum Guten und oft morgen zum ösen geneigt. Gott, diese unsere Unbeständigkeit ers wedt in uns mit Recht die Furcht vor einem unseligen Tode, da wir alle Augenblicke sterben, und wenn wir sterben, dazu nicht vorbereitet sein können. Allmächtiger Jesu, ach! stärke Du uns! Laß uns Deiner o gefreuzigter Heiland, nimmer vergessen! VerbindeDu uns mit Dir mit unauflöslichen Banden der Liebe und laß uns durch dein heiliges Blut und Deine Wunden gestärket bis zum Tode in Deiner Gnade etreu verharren. Standhafteste Mutter Jesu, die du undewegt unter dem Kreuze in den Willen Gottes ganz ergeben standest, erbitte uns von Gott Standhaftigkeit im Guten, und die Gnade der endlichen Behartung; den Seelen aber, die in jener Tedesangst- Bruderschaft. 271 Welt noch büßen, die baldige Erlösung durd, Jefum Christum den für uns gefreuzigten Heiland. Amen. Gefang. Dein Jesus ruft in Todespein: Ach Vater, Gott, wie kann es sein, Daß Du mich haft verlassen? So flebt er, daß uns in dem Leid Mit Huld Gott soll umfassen. ( Zeßt werden fünf Vater unser und ein Ave Maria gebetet, daß uns Gott am legten schrecklichen Gerichtstage nicht mit den Verworfenen zu seiner linken Seite stellen möge.) hinter Gebet. Jesu, barmherziger Erlöser, aber auch ei.ist schrecklicher Richter der Weltl ach, mit welcher Angst um= rungen wird unser sterbend Herz einst beben, wenn wir in unserer Todesstunde die Schuldregister unserer Sünden vor uns sehen werden! Jesu, wir bitten Dich mit zerknirschtem Herzen durch Deine heiligsten Wunden, verleibe uns Gnade, durch eine wahre Buße unsere Sünden in der Lebenszeit abzubüßen, damit sie einst unser im Tode brechendes Herz nicht zur Verzweiflung hinreißen. Jesu, lösche Du unsere Schulden mit Deinem aller= theuersten Blute für ewig aus, und laß uns an jenem schrecklichen Gerichtstage die gnadenvollen Worte bou Dir hören: Kommt her, ihr Gebenedeite. Ach, laß auch die büßenden Seelen in jenen Peinen noch heute diese Deine Stimme hören. Amen. O Mutter unseres Heilandes, erwirb uns durch das am Kreuze vergoffene Blut deines Sohnes Gnade im Tode, Gnade am schrecklichen Weltgerichte. Amen. Gefang. Dein Jesus spricht: es ist vollbracht, Es ist zerstört der Hölle Macht, Der Tod ist überwunden. Heil dem! der dieses sagen kann In seinen Todesstunden. Todesangst- Bruderschaft. ( Jetzt werden gebetet fünf Vater unser und ein Ave Maria, um Gnade zu erhalten, daß wir einst im letzten Gerichte mit den Gebenedeiten zur Rechten unsers Richters stehen inögen.) 272 Gebet. Wir leben und wissen nicht, wie nahe unser Ende sei; wir müssen sterben, und wissen nicht, wo uns der Cod überfallen werde. Nur dieses wissen wir, daß wir nach unserm Tode von Dir, gerechtester Gott, nach der Strenge werden gerichtet, und das schreckliche Urtheil für eine ganze Ewigkeit aus Deinem Munde hören werden. Ach, weh uns! und doch sind wir nicht wachsam, und doch verstricken wir uns in Sünden, lieben die Eitelkeit und verscherzen oft in einem Augenblick der Zeit das ganze Glück einer unendlichen Ewigkeit. Ach Jesu, Jesu! wir werfen uns vor Deinen am Kreuz blutenden Füßen nieder und flehen um Gnade. Wir erkennen unsere Blindheit. Wir bereuen von ganzem Herzen unsere Sünde, wodurch wir Dich, bester Vater, allerhöchstes Gut, für uns aus Liebe gestorbener Jesu, erzürnt haben. Ach, vergib uns unsere Sünden, und verwirf uns nicht von Deinem heiligsten Angesichte; wir wollen nun fünftig Dich nimmer wieder beleidigen, wir wollen stets wachen und beten, und des großen, des schrecklichen Tages unsers Gerichts nimmer vergessen. Ach, stärke uns mit Deiner kräftigen Gnade! laß uns Dich von nun an bis zum Tode beständig lieben! Jesu, laß uns Dich mit Deinen Auserwählten ewig lieben. Amen. Jesu, durch Dein schmerzvolles Leiden und Sterben bitten wir Dich, laß die Seelen der Verstorbenen noch heute Dein Angesicht sehen. O Mutter unsers Erlösers, erhalte uns Gnade von Deinem Sohne, daß wir mit beständiger Wachsamkeit gerüstet, vom Tode nicht unvorbereitet überfallen werden; laß uns so durch dieses Zeitliche wandeln, daß wir das unendliche Glück der Ewigkeit nicht verscherzen. Amen. Gefang." 113 Da ihm der Schmerz das Leben raubt, Spricht Jesus mit geneigtem Haupt: O Dir, in Deine Hände Todesangst- Bruderschaft. Befehl ich, Vater, meinen Geist! Ach, so sei auch mein Ende. ( Jetzt werden fünf Vater unser und ein Ave Maria gebetet, um die Gnade zu erhalten, daß wir in der vollkommensten und inbrünstigsten Liebe zu Gott unser Leben schließen mögen.) Gebet. Jesu, Jesu, unser Retter und Seligmacher, mit wel= cher unbegreiflichen Liebe hast Du uns Süuder geliebt! An's Kreuz genagelt bist Du für uns in den größten Schmerzen, ganz mit Blut und Wunden überdeckt, Du Gott, für uns elende Menschen gestorben; und da Du nichts mehr leiden konntest, ließest Du uns noch dein göttliches Herz eröffnen, um Dich ganz für uns darzugeben, um uns zu zwingen, Dich Vater, wieder zu lieben. Ach, am Kreuz für uns gestorbener liebster Bater, gib uns doch Gnade, Dich, bester Gott, so wieder zu lieben, wie Du uns geliebt baft. Ersticke Du mit deinem heiligsten Blute, welches aus deinem liebenden Herzen gefloffen, in uns alle unordent= liche Liebe zu den Geschöpfen, laß uns in der vollkommensten Liebe zu Dir leben und sterben. 273 Ja, höre, für uns gestorbener Bater, höre für uns am Kreuze erblaßter Jesu, das feierliche Versprechen unserer ganzen Verfammlung: Jefu, einzig Dir zu Liebe wollen wir fünftig leben. Jefu, Dir zu Liebe wollen wir sterben. Amen. Jesu, laß allen Seelen unserer verstorbenen Brüder und Schwestern, die in jener Welt ihrer Sünden wegen leiden, noch heute Gnade widerfahren! Jesu, laß sie Dich noch heute in Deiner Herrlichkeit anschauen. Amen. Heiligste Gottesgebärerin, die du dein ganzes Leben in der vollkommensten Liebe Gottes zugebracht und be= schlossen hast, o laß uns leben, wie du lebtest, laß uns sterben, wie Du starbst. Amen. Gefang. O Menschen, theur versöhnt mit Gott, Erkauft durch Jesu Blut und Tod Vom Fluch und vom Verderben; Gedenkt daran, vergeßt es nicht Im Leben und im Sterben. 12** Todesangst- Bruderschaft. ( Nun werden noch gebetet drei Vater unser und folgende Gebete.) 274 Gebet. Jesu, mein Mittler, mein Erlöser und mein Gott, welch' schreckliche Wengste hatten dein flerbend Herz umrungen, da Du von deinem Vater selbst, uns zu Liebe, verlassen am Kreuz deinen Geist aufgabst. Ach durch diese deine mir zu Liebe übernommene Verlassenheit und Todesangst bitte ich Dich, verlaß doch meine Seele nicht. Jesu, verlaß mich nicht in meiner letzten Todesnoth, und laß mich selig sterben. Jesu, Du mein für mich am Kreuz gestorbener Vater, ach, welcher Schaden wäre es, wenn ich, dein von Dir so theuer erkauftes Kind, in ewiger Gluth an deinem foftbaren Blute nimmer einen Antheil haben sollte! ach, laß es nicht geschehen! Allerseligste Jungfrau, Mutter meines Erretters, ach fei du in meiner letzten Todesqual bei deinem Jesu meine Fürsprecherin, sei meine Beschüßerin! laß meine mit dem Blute und Tode des Gottmenschen erkauftr Seele aus diesem Jammerthale selig hinscheiden, um in ewiger Wonne die Erbarmungen meines Gottes und meines Erlösers Jesu Christi ohne Ende zu preisen. Heiliger Joseph und ihr übrigen Heiligen Gottes, erwerbet mir diese Gnade durch Jesum Christum. Amen. Mein Jesus, Gett, ich flehe Dich, Gib, daß dein Geist ganz heil'ge mich! Dein Leib erquice mich in Noth, Und mache selig meinen Tod. O meines Heilands theures Blut, Tränk mich, und gib mir Kraft und Muth! Wasch mich, des Herzens Jesu Fluth Erlösch in mir die Sündengluth. Dein Kreuz laß, Heiland, mir in Pein 3um Labsal und zur Stärkung sein! Mein Gott, mein Jesus, hör' mein Fleh'n! Laß Gnad und Heil an mir geschehn. Schließ mich in deine Wunden ein, Dort kann ich sicher mich erfreun! Und ach, in letzter Todesnacht Schüß, Herr, mich vor des Satans Macht! Todesangst- Bruderschaft. Sei Du mein Retter, Heil und Licht! Ruf mich zu deinem Angesicht, Daß ich nach Leiden und Gefahr Dich preise mit der Sel'gen Schaar. Gesang. 275 1. Wenn Angst mich deckt,-ach wenn mich schreckt Die Vielheit meiner Sünden, Erfülle Du mein Herz mit Ruh', Herr! laß mich Hoffnung finden. Ach Gott, verleih- mir wahre Neu! Laß mich auf Erden büßen, In Thränen hier zerfließen. 2. Wenn ich verdärb- und ewig stürb, Was hülfe mir dein Sterben, Dein theures Blut?- Ach, höchstes Gut! Gott, laß mich selig sterben! Hilf mir im Tod, in legter Noth! O, laß mich nicht verderben! Gott, laß mich selig sterben. 3. Gott, stärke mich!- jetzt will ich Dich) Durch Sünde nie betrüben; Die Lebenszeitsei Dir geweiht, Dich will ich immer lieben. Ja, dann wirst Du- mit sel'ger Ruh Mein sterbend Herz erquicken, Mich ewig dort beglücken. 13 4. Weg, schnöde Welt,-weg Lust und Geld, Ich will nach Euch nicht trachten! Was nüßet ihr -uns, wenn einst wir In Todesängsten schmachten? O kurze Zeit!- o Ewigkeit! Ich will die Welt verachten, Und nach dem Ew'gen trachten. 5. Ich flehe Dich,- ach), führe mich, Mein Gott, auf Tugendwegen! Dann fürcht' ich nicht - dein Strafgericht; Dann bringt der Tod mir Segen. Dann führt er mich- dorthin, wo ich Dich Jesu werde sehen, Dich ewig froh erhöhen. ( Bum Beschluß können die Gesänge vom Tode Jesu gesungen werden, z. B. Seht den Messias euren Gott 2c., 276 Todesangst- Bruderschaft. oder: Zittert aller Welten Herzen 2c., wie auch: 0 Freunde weinet nicht 2c., und auch: O Jefu, wahrer Mensch und Gott 2c.) Gebetfürkranke BrüderundSchwestern. O gefreuzigter Jesu, Du Retter und Troft aller deiner Gläubigen, wir flehen Dich demüthig an, und bitten Dich durch Dein schmerzvolles Leiden, Du wolleft nach Deiner unergründlichen Barmherzigkeit unsern in Krankheiten und Schmerzen zu Dir seufzenden Brüdern und Schwestern die gewünschte Gesundheit zu Deiner Ehre wieder verleihen. Alhnächtiger Jesu, sprich nur ein Wort, so sind sie gesund. Olaß sie Dich in unserer heiligen Bersammlung bald mit uns wieder loben und preisen, der Du lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Gebet für die verstorbenen Brüder und Schwestern. Psalm 129. Aus der Tiefe( meines Elends) schreie ech, Herr, zu Dir: Herr, erhöre meine Stimme! Laß doch Dein Ohr aufmerksam werden auf die Stimme meines Flehens. Wenn Du auf die Missethaten siehest, Herr, Herr, wer wird dann bestehen; Aber bei Dir ist Gnade, und Deines Gesetzes wegen verlasse ich mich, Herr, auf Dich.dom Ja, auf das Wort des Herrn verläßt sich meine Seele; meine Seele hoffet auf den Herrn. Ifrael, von der Morgenwache an bis in die Nacht hoffe nur auf Gott. Denn bei Gott ist Erbarmung! bei ihm ist häufige Erlösung Und er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. Gebet. O Herr! wir bitten Dich, sprich frei und erlöse die Seelen Deiner Diener und Dienerinnen; laß sie, welche nunmehr der Welt abgestorben sind, ewig bei Dir les ben! tilge Du nach Deiner huldvollen Erbarmung die Sünden, welche sie aus menschlicher Schwachheit in ihrem Todesangst- Bruderschaft. 277 sterblichen Leben begangen haben, der Du lebst und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bater unser 20. ( Am folgenden Tage, wenn das hochheilige Mesopfer für die Verstorbenen gehalten wird, so wird zuerst gebetet: Aus der Tiefe 2c., wie oben; und nach der h. Messe folgende) Litanei. Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Gott Vater, Herrscher im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heil. Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, um dreißig Silberlinge verkauft, und mit einem Kuß von Judas verrathen, Jein, in der blutigen Todesangst im Garten vom Engel gestärket, Jesu, wie ein Uebelthäter gefangen und gebunden, Jesu, vor dem Hohenpriester Annas mit Fäusten geschlagen, Jefu, in dem Hause des Caiphas drei Mal von Petrus verleugnet, Jesu, vor dem Pilatus fälschlich angeflagt, Jesu, vom Herodes im weißen Kleide verspottet, Jesu, mit Geißeln erbärmlich zerfleischt, Jesu, von der bösen Schaar verspieen, und mit Dornen gekrönet, Jesu, zum schmerzlichen Tode des Kreuzes verurtheilt, Jesu, mit der schweren Last des Kreuzes unmenschlich für uns beladen, Jesu, zwischen zwei Mördern für uns gekreuzigt, Jefu, in bitt'rer Todesangit für uns am Kreuze mit geneigtem Haupte gestorben, Jesu, sei uns gnädig, verschone unser, o ferr! Jesu, sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Bon aller Ulebertretung deiner heiligen Gebote, erlöse uns, o Herr! Von Krieg, Hunger, Krankheit, Pest und allem Ulebel, erlöse 2c. Erbarme Dich unser! Todesangst- Bruderschaft. 278 Von einem bösen Tode, erlöse 2c. Durch dein bitteres Leiden und schmerzvolle Todesangst, erlöse 2c. Durch deine allerheiligsten blutfließenden Wunden, erlöse 2c. 07 Durch deinen Tod und äußerste Verlaffenheit am Kreuz, erlöse 2c. Wir arme Sünder! wir bitten Dich, erhöré un8! Daß Du die Gedächtniß deines hl. Leidens und Sters bens in unserm Herzen allezeit erhalten wellest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns wahre Buße und einen seligen Tod verleihen wollest, wir bitten Dich 2c. Dan Du alle gegenwärtigen nd abwesenden Mitglieder dieser Bruderschaft in Deiner Gnade beständig erhalten wollest, wir bitten Dich 2c. Daß Du allen berstorbenen Brüdern und Schwestern dieser Bruderschaft die ewige Ruhe verleiheu wolleft, wir bitten Dich 20. Jesu, Du Sohn Gottes, wir bitten 2c. ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden 2c, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöie uns! Herr, erbarme Dich unser, Vater unser 2c. y. Shristus in für uns gehorsam geworden bis zum Tode, B. Bis zum Tode des Kreuzes. F. Herr, sei eingedenk deiner Bersammlung. B. Welche sich in deinem heil. Namen zur Gedächtniß deines Leidens versammelt hat. Gebet. Jesu, Du Sohn Gottes, Du Heiland und Erlöser der Menschen, wir bitten Dich mit reumuthigem und demuthsvollem Herzen durch dein Leiden und schreckliche Todesangst, welche Du für die Erlösung der fündigen Welt erlitten hast, Du wollest Dich über alle Mitglieder unserer Bruderschaft gnadenooll erbarmen! Laß Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts zc. 279 doch, o bester Erlöfer, den unaussprechlichen Werth deines Leidens und Sterben8 an feinem unter ihnen verloren sein, laß sie alle in deiner Gnade bis an's Ende verharren! Jesu, laß uns alle selig sterben! Amen. Schmerzvolle Jungfrau und Mutter unseres Hei= landes, Maria, wir bitten dich durch deine unter dem Kreuze deines Sohnes erlittenen Qualen, erwirb uns allen Gnade im Leben, Gnade im Tode, durch Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. Gott, Du Liebhaber des menschlichen Geschlechts, wir bitten Dich durch deine unermeßliche Barmherzigkeit und durch die Todesangst deines einzigen allerliebsten Sohnes, verleihe doch allen Brüdern und Schwestern, allen Wohlthätern dieser unserer Bruderschaft, welche aus diesem Leben verschieden sind, die ewige Ruhe, laß sie doch zur Gemeinschaft der Eeligen, zur Anschauung deines göttlichen Angesichts schleunig gelangen durch Jesum Christum. Amen. Die Seelen aller verstortenen Gläubigen laß, o Herr! durch deine unendliche Barmherzigkeit in Frieden ruhen. Amen. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, und des Sohnes, und des heil. Geistes komme vom Throne des Ewigen über uns herab, und bleibe immer bei uns. Ame". - Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts in der Religion, unter dem Titel: Gesellschaft von Jesus, Maria und Joseph. Die Pflichten dieser Bruderschaft sind folgende: 1. An allen Sonntagen dem Unterrichte in der Religion oder der christlichen Lehre beizuwohnen. 2. Bei der monatlichen Bersammlung mit inbrünstiger Audacht, und, wenn es sein kann, nach verrichteter reumüthiger Beichte und Communion zu erscheinen und Gott inständig für die Abwendung aller Günden und Ungerechtigkeit zu bitten. Endlich 3. nach verrichteter reumüthiger Beichte und Communion sich auch bei der halbjährigen Versammlung einzufinden. Wer diese Werke verrichtet und 280 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. christlich nach dem erhaltenen Unterrichte lebt, gewinnt große Gnadenschäße und Nachlassung der verdienten Sündenstrafen. ebet ( bei der Aufnahme in diese Bruderschaft, welches auch sonst oft mit Nußen zu gebrauchen ist, auch vor der Predigt). O ewige Weisheit! Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes, Du Lehrer und Heiland der Welt, Du fainst aus unbegreiflicher Liebe und Erbarmung vom Himmel auf die Erde, um uns zu unterrichten und den Weg des ewigen Heils zu zeigen. Mein Erlöser, ich preise Dich für diese uns Menschen erwiesene Gnade. Jesu, ich bekenne Dich vor dem Himmel und vor der ganzen Welt für den Sohn des ewigen Gottes, für meinen Heiland und Lehrmeister; tief verehre ich deine göttliche Lehre, dein Evangelium. Ich erniedrige mich und werfe mich hin zu deinen Füßen mit jener Maria, der Schwester des Lazarus, um aus deinem Munde die glückseligen Lehren des Heils zu vernehmen. Auch Du sprichst noch zu uns durch deine Diener. Ich will bei der Verkündigung deines heil. Wortes, bei dem Unterrichte in der Religion fleißig und immer erscheinen. Von Dir, mein Jesu, von deiner Gesellschaft und Versammlung will ich nimmer abweichen. Ach Jefu, Du ewiges Licht, erleuchte Du doch Alle, die durch Irrthum und Sünde verblendet sich von deiner heil. Versammlung trennen, deine Worte nicht hören und den Weg des Verderbens wandern. Jesu, ich will deine Worte hören, ich will sie in einem reinen Herzen bewahren, ich will nach deiner Lehre leben und sterben, und ich werde hier und dort ewig selig sein. O mein Heiland, schenke mir zu diesem unverbrüchlichen Borsage deine kräftige Gnade. Amen. *) Jesu, laß mich nimmer durch eine schwere Sünde von Dir geschieden werden. Jesu, bewahre mich vor aller Gelegenheit und Gefahr zu fündigen, Jesu, wende die Strafen, die ich durch meine Sünden verdient habe, gnadenvoll von mir ab. Jesu, verlasse mich nicht in *) Diese fünf Stücke werden in den monatlichen Ver fammlungen von Gott erbeten. Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. 281 meiner legten gefährlichen Todesstunde. Jesu, führe mich nach meinem Tode, ohne fernere Sündenstrafen in jener Welt leiden zu müssen, in die Gesellschaft deiner Auserwählten, um ewig bei Dir, mein einziger aller= liebster Gott, zu sein. Amen. 331627 Maria, Mutter des Gottmenschen! Dich erwähle ich heute zu meiner besonderen Fürsprecherin, zu meiner Mutter, und ich will, als dein treues Kind, deinem Tugendwandel immer folgen. Du hörtest die Worte deines göttlichen Sohnes mit inbrünstiger Begierde, und bewahrtest sie alle in deinem Herzen; ich will es auch thun, ich will e8 thun bis an mein Ende. O meine allerfeligste Mutter, erwirb mir hierzu Gnade. Treuester Joseph, du folgtest den Worten und Befehlen Gottes in allem oyne Anstand. Auch dich wähle ich zu meinem Fürsprecher und Schußvater. O, laß mich doch stets nach deinem Beispiel handeln. Ihr beide von Gott Auserwählte! flehet für mich, im Leben und im Tode, führet mich, euer Pflegefind, auf den Wegen der Tugend zum Himmel in eure selige Gesellschaft, um mit euch Gott und meinen Jesum ewig zu lieben, ewig zu preisen. Amen. Vor der christlichen Lehre. ( Erst wird gesungen: Erleucht', o Schöpfer, den Ver stand 2c., oder: O fomm, Du Schöpfer, Gottes Geist ze., auch können andere Gesänge gesungen werden, die sich zu der Zeit schicken.) Roopi lebung des Glaubens. Allmächtiger, ewiger Gott! Himmel und Erde sind die Werke deiner Hänte; Du hast sie erschaffen. Du bist der allgewaltige Herrscher, der König über alles, ohne dessen Willen nichts geschieht. Aus Liebe und Erbarmung hast Du auch uns Menschen erschaffen, und uns eine unsterbliche Seele gegeben. Allmächtiger, Du bist Gott, und also bist Du auch gerecht. Du mußt das Böse strafen, und das Gute belohnen. Ja, mein Gott! Du wirst uns einst und die ganze Welt richten; und wenn wir Dich in diesem Leben lieben und Gutes über, so wirst Du uns in Deinem Reiche ewig selig, ewig herrlich machen; sündigen wir aber und empören uns wider Dich, so verdammst Du uns mit den abtrünnigen Gei 282 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichte 20. stern zum ewigen Höllenfeuer. Unergründlicher Gott! Du bist einzig in deiner Wesenheit und dreifach in Perfonen. Ewiger Vater, aus nimmer zu begreifender Erbarmung kam dein Sohn Jesus Christus auf diese Welt, er ward Mensch für uns und erwarb uns in seiner Menschheit die Aussöhnung mit Dir, erwarb uns deine Gnade, ohne welche wir nichts Gutes vermögen. Gott, ewige Wahrheit und Weisheit, ich glaube dieses festiglich und einzig darum, weil Du es uns aus Gnaden geoffenbaret hast; denn Dir, o ewige Weisheit, ist nichts berborgen, und was Du, o Gott, der Du selbst die ewige Wahrheit bist, sagst, ist wahr und untrüglich. Ich glaube auch alles Uebrige, was Du, mein Gott, mir durch deine unfehlbare Kirche, die dein Geist regiert, entdeckest; ich bin bereit, diesen meinen Glauben vor der ganzen Welt zu bekennen. Ich spreche öffentlich mit Herz und Mund: ich glaube an Gott, den Bater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde zc. O Allmächtiger! stärke Du mich in meinem Glauben, und gib mir Gnade, wie ein rechtschaffener Chrift nach diesem meinen Glauben zu leben, und selig zu sterben, durch Jesum Christum. Amen. Hoffnung. 490 10 Gott, wie groß ist deine Macht! Himmel und Erde schufst Du aus Nichts mit einem Wint. Allmächtiger, wenn Du mein Freund bist, so kann und habe ich alles. D. welch' ein Glück für mich! so mächtig Du mein Gott bist, so barmherzig bist Du auch. Du gabst deinen einzigen Sohn für uns zum Tode hin; durch ihn nahmst Du uns als deine Kinder an. Du versprachst uns durch seine unendlichen Verdienste alle Gnaden und dein ewiges Reich, wenn wir nur mit deiner uns zum Guten verliehenen Gnade mitwirken. 1000 GAD Allmächtiger, gnadenvoiler Cott! Du erfüllst gewiß dein Versprechen; denn Du bist unendlich getreu. Ich erwarte von Dir alle versprochenen Gnaden und die ewige Seligkeit, Auf dein Wort mich fest verlaffend, wage ich es, Dich, großer Schöpfer, Bater zu nennen, und spreche mit freudigem Herzen: Vater unser ze. Ja, bester Bater, Du wirst dieses uns, deinen Kin dern, durch Jesum Shriftum verleihen. Bater, Gott, auf Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. 283 Dich hoffe ich, ich werde nimmermehr zu Schanden werden. Amen. Allerseligste Gottesgebärerin! damit ich nimmer durch einige Sünde meine Hoffnung zernichten möge, flehe ich zu dir: Gegrüßet seist 20. lagieb: und Reue. O mein Gott und mein Alles! ich liebe Dich aus Grund meines Herzens, denn Du bist mein gnadenvoller Bater, der Du mich aus lauter Erbarmung er schaffen hast, und mich täglich ernährest, Du hast mich mit dem Blute Deines eingeborenen Sohnes Jesu von der ewigen Verdammniß theuer erlöset. Du hast mich mit unzählbaren Wohlthaten überhäufet, und Du willst mich für einen geringen Dir geleisteten Dienst ewig sfelig machen. O, mein Gott, mein Vater, ich liebe Dich; hauptsächlich aber und über alles liebe ich Dich, weil Du Gott bist, ein unendliches, allervollkommenstes, aller Liebe würdigstes Wesen. Du bist die ewige Heiligkeit. die uner meffene Schönheit, die unbegreifliche Liebe, Güte und Gerechtigkeit selbst. O mein Gott, allerhöchstes, bestes, unendliches Gut! Ich liebe Dich um deinetwillen über alles. us Liebe zu Dir, o liebenswürdigster Gott, will ich alle deine Gebote, wie auch die Gebot: deiner Kirche, genau erfüllen, und um Gnade zu diesem meinen Entschluß zu erhalten, will ich deine heiligen Safra= mente als Quellen der Gnaden oft würdig gebrauchen. Ich bezeuge es vor der Welt; und bekenne öffentlich deine heiligen zehn Gebote: Ich bin der Herr dein Gott 2. Die fünf Gebote der christlichen Kirche: Du sollst die zc. Die heil. steben Sakramente: das erste: die Taufe 2c. Mein Gott, wie schmerzt es mich! daß ich diese deine heiligen Gebote und die Gebote deiner heiligen Kirche, welcher Du zu gehorsamen befohlen hast, bisher nicht vollfommen erfüllt habe. Ach heiligster, bester, liebenswürdigster Herr und Gott! Wer bin ich Staub, ich Erdwurm, daß ich Dich, allmächtiger Herrscher! ach, Dich, unendliches, höchstes Gut! jemals erzürnt habe? Gott, es reuet mich von Herzen! O, wäre es doch nie ge= schehen. Nun will ich deine Gebote Zeitlebens genau erfüllen, ich will Dich bis zum Tode lieben. Wehe mir! daß ich mich bis hichin um das wichtigste Geschäft mei 284 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. ner Seele und ewigen Seligkeit so wenig bemüht habe! vielleicht weiß ich nicht einmal, was Deine Gebote in sich halten, und was sie uns eigentlich andeuten wollen. Gott, verschone meiner! ich will nun fünftig dem Unterricht in der Religion, der christlichen Lehre beständig beiwohnen, erleuchte Du, o Gott, durch deinen heil. Geist meinen Verstand, damit ich meine Pflicht recht eifenne, dein heiliges Wort in meinem Herzen bewahre. und all' mein Thun und Lassen jederzeit genau danach einrichten möge, durch Jesum Christum. Amen. Nach der christlichen Lehre oder Predigt. Mein Herr und mein Gott, nun erkenne ich meine Pflicht; o wie vieles von dem, was Du heute durch deinen Diener gesagt hast, habe ich leider bis hiehin bernachlässiget und nicht erfüllt. Gott, ich bereue öflentlich und bekenne meine Missethat. Ach, es schmerzt mich nun über alles, daß ich deine allerheiligste. göttliche Majestät jemals beleidigt habe. Gott, Du Inbegriff aller Vollkommenheiten! Gott, ganz Heiligkeit, ganz Güte und Barmherzigkeit, ganz Liebe und Wahrheit, ganz Schönheit und Gerechtigkeit! Gott, unergründliches ewiges Gut! ach hätte ich Dich doch nimmer erzürnet. Bester Gott, nun liebe ich Dich über alles! Du bist deiner selbst wegen aller Liebe würdig; und aus reiner wahrer Liebe zu Dir, o allerhöchstes Gut! verfluche ich alle meine Sünden. Ich schlage an meine rust und rufe mit tiefster Demuth und zer= fnirschtem Herzen um Gnade: O Vater im Himmel, erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig! Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich meiner und sei mir gnädig! O heiliger Geist, erbarme Dich meiner, und fei mir gnädig! allerheiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich meiner, und hilf mir elenden Sünder. Amen. Unendlicher Dank sei Dir, gnadencoller Gott, daß Du mir heute Deinen heiligen Willen, dein göttliches Wort haft erklären lassen; gib, o Bater, durch die unendlichen Verdienste Jesu, deines geliebten Sohnes, daß deine heilige Lehre in meinem und aller Herzen hundertfältige Frucht bringe*) Durch deine *) Dies sind jene Ulebel, um deren Abwendung die Bersammlung Gott inständig bittet. Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. 285 allmächtige Gnade bewahre uns alle vor aller schweren Sünde, als das einzige und schrecklichste Uebel der Welt. Gott, bewahre uns vor aller Gelegenheit zu fündigen. Wende die wohlverdienten Sündenstrafen gnädig von uns ab. Laß uns selig sterben, und laß uns Dich, o höchstes Gut! nach unserm Tode ohne ferneres Leiden, in Amen. Maria, Mutter Gottes! Heiliger Joseph! Heiliger Schußengel! alle Heiligen Gottes, erbittet uns dieses von unserm Gott, durch Jesum Christum. 3um Beschluß wird gesungen: Alles, offenbarest 2c. KOSM Monatliche Versammlung dieser Amen. was Du Bruderschaft. gio alla Gesang. LIBOR ( Melodie: Schönster Herr Jesu zc.) 1. Mächtiger Jesu!- Herrscher aller Welten, Gottes und Mariä Sohn! Können Geschöpfe- Dir es vergelten, Daß Du kamst von Deinem Thron. 2. Kamst voll Erbarmen, Menschen zu beglücken, Sie zu führen aus der Noth, Selig zu machen, Sie zu erquicken Ewig einst nach ihrem Tod. 3. Großer Erbarmer, wer kann Dich genug preisen? Welche Liebe, welchen Dank, Sollen Erlöste,- - Gott, Dir erweisen? Würdig preist Dich kein Gesang. 4. Immer auf Erden- voll von Liebe glühen Zu Dir, bester Menschenfreund! Alle dem Unglück liebvoll entziehen, Immer sein dem Laster feind. 1713 5. Dieses erfordern der Erlösten Pflich= ten. Herr, gib, daß wir diesen treu, Unseren Wandel selig so richten, Daß er deinem ähnlich sei. - 286 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichte 2c. 6. Seligste Mutter- unsers Heilands, flehe Für uns bei des Höchsten Thron! O du getreuer Joseph, erflehe Uns den sel'gen Tugendlohn! -dhod Nach dem heiligen Segen. 7. Jesus, allmächtiger- Schöpfer der Wesen, Ach, Du kommst von deinem Thron! Kemmst und ertheilst uns- Gnad' und Genesen, Segen, Glück und heil'ge Wonn'. die 8. Ewig geehret- seist Du Herr vor allen, Du, der allen alles gibt, Laß Dir heut unsere Andacht gefallen, Ewig sei von uns geliebt. ( Nun wird von der ganzen Bersammlung der für uns am Kreuze verwundete und gestorbene Heiland mit inbrünstiger Andacht angerufen, um die fünf Hauptübel des Menschen erbarmend von uns abzuwenden.) Erstens: Werden gebetet drei Bater unser und drei Gegrüßt seist du Maria, um den für uns am Kreuze uns vor aller schweren verwundeten Jesum zu bitten, hinzugesegt: Welcher uns vor aller schweren Sünde gnädigst bewahren wolle, und nach dem: heilige Maria Mutter Gottes jedesmal: und du heiliger Joseph bitte für uns 2c. demnächst der Priester: Vor aller schweren Sünde wolle uns gnäbe 30% digst behüten: Bolk: Jesus, unser für uns am Krenze verwundeter und gestorbener Heiland. Pr.: Herr, erhöre mein Gebet! B. Und laß unser Geschrei zu Dir kommen! Pr. Jesu, wahrer Gott, Erlöser der Welt! der Du, 39 um den Fluch der Sünde zu tilgen, selbst am Kreuz voll Blut und Wunden, mit Spott, und Hohn, in äußerster Qual und Verlassenheit, nach dem erbar= menden Rathschluß der hochfeligsten Dreieinigkeit hast sterben müssen. Ach Jesu! wir bitten Dich: laß uns doch nimmer so unglücklich sein, eine solche erschreckliche That zu begehen, wegen welcher Du, Gott, Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. 287 sterben mußtest! Jesu, bewahre uns vor aller schwe= ren Sünde. V. Du, o Mutter Jesu, Maria und heiliger Pflegevater Joseph, erhaltet uns von Gott die Gnade, nimmer schwerlich zu fündigen und Gott bis zum Tode zu lieben, durch Jesum Christum. Amen. man ( Folgende Gesänge fönnen nach Berschiedenheit der Zeit nach folgenden Melodien gesungen werden: Im Advent, nach: Vom Anfang, wo zuerst 2c. In der Weihnachtszeit, nach: Auf Fürsten, auf von eurem Thron. In der Fasten, nach: Seht den Messias, euren Gott. In der Osterzeit, nach: Kommt her mit frohem Jubelton. Das Jahr hindurch nach: Weh mir, ein Lebenstog ist hin.) Gefang. 1. Ach, wie unglücklich ist doch der, Wer Dich erzürnt, allmächtiger Herr, Dich, Quelle aller Seligkeit, Dich einz'gen Retter in dem Leid! 2. Die Sünde, dieses Ungeheuer, Stürzt uns von Dir zum Höllenfeuer. Sie raubet uns dein ewig Reich, Macht uns dem bösen Satan gleich. 3. Die Sünde stürzt in Qual und Noth, Und sie gebieret uns den Tod, Mein Jesus, Gott, ich bitte Dich, Ach! vor der Sünde schüße mich. ( Jetzt werden 3 Vater unser und Gegrüßt seist du Maria nach oben angezeigter Manier gebetet, um von dem am Kreuze verwundeten und sterbenden Heiland Gnade und Stärke wider alle gefährliche Gelegenheiten und in allen Anfechtungen zur Sünde zu erhalten. Nach dem Namen Jesus wird hinzugefügt: Welcher uns wider alle Gelegenheit und Anfechtung zur Sünde Gnade und Stärke verleihen wolle. DOCA MINE Priester: Wider alle gefährliche Gelegenheit und Anfechtung zur Sünde verleihe uns Gnade und Stärke. Bolt: Jesus, unser für uns am Kreuze verwundeter und gestorbener Heiland. 288 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. Pr. Herr, erhöre mein Gebet! V. Und laß unser Geschrei zu Dir kommen! Pr. Jesu, Du Retter der Menschen, der Du mit durchnagelten Händen und Füßen für uns am Kreuze blutend hingest! ach, durch diese deine Schmerzen, durch dein heil. Blut, durch deine Wunden bitten wir dich, errette uns gnädiglich von aller gefährlichen Gelegenheit, schwerlich zu fündigen. Implar on th V. Allerseligste Mutter Maria, heil. Joseph, erhaltet uns durch eure Fürsprache kräftige Gnade von Gott, diesem größten Uebel zu entgehen, durch Jesum Christum. Amen. JC 150 MC 60 Taba Gesang. 1. Mein Gott, wie groß ist meine Noth, Da Welt und Satan immer droht BEN zu stürzen mich: da Fleisch und Blut Zur Sünde reizt durch böse Glut. Mads 2. Gib Gnad', o Jesu, gib mir Sieg, In diesem schweren Seelenkrieg! Entferne von mir immer weit Zur Sünde die Gelegenheit. 3. O, fleht für mich bei Gottes Thron! Erflehet mir von eurem Sohn Maria, Joseph, daß ich treu Zeitlebens meinem Jefu sei. ( Jetzt werden drei Vater unser und Gegrüßet seist du Maria gebetet, damit der verwundete und gefreuzigte Jesus die verdienten Sündenstrafen gnädigst von uns abwenden möge; nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt:( Welcher die verdienten Sündenstrafen gnädigst von uns abwenden wolle.) slike o se Priester: Von den durch unsere vielfältigen Sünden verdienten Strafen befreie uns. mic far Volk. Jesus, unser für uns verwundeter und gefreu= zigter Heiland. Pr. Herr, erhöre mein Gebet! V. Und laß unser Geschrei zu Dir kommen. Pr. Jesu, Du Versöhner der Menschen, der Du durch dein heil. Blut, durch deine Wunden die Strafen der Sünden getilgt und uns mit deinem Vater Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. 289 versöhnet hast, ach, laß auch jetzt dein hl. Blut, deine Wunden, für uns zum Vater flehen, daß er uns gnä= dig sei und nicht strafe. O Du großer Mittler zwi= schen Gott und den Menschen, entferne von uns die verdienten Strafen, und laß uns Gnade finden. Amen. V. O Mutter unsers Heilandes, Marta, und du, heil. Joseph, bittet für uns, daß Gott unser schone, und nicht nach unsern Verdiensten strafe, durch Jesum Christum. Amen. Gesang. 1. Ach, schwer ist meine Sündenschuld, Ach, Jesu, Gott, verleih mir Huld! Ach, ziehe mich im Grimme nicht Vor Dein erschrecklich Strafgericht! 2. Verdient hab' ich die ew'ge Glut! Doch schreit für mich Dein köstlich Blut: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! Fürmich, den Duhastfelbstbefreit. 3. Durch Deiner treuen Mutter Flehen Laß, Jesu, Gnad' an mir geschehen! Entzieh' von uns, vom Vaterland, DieRuthenDeinerschweren Hand. ( Nun werden drei Bater unser und Gegrüßet seist du Maria gebetet, damit der für uns mit durchbohrten Händen und Füßen am Kreuz gehangene Jesus uns gnadenvoll von einem unseligen Tode befreien wolle. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Welcher uns bor einem schnellen und bösen Tode bewahren wolle.) Priester. Von einem unvorgesehenen unglückfeligen Tode wolle uns gnädigst erlösen Volk: Jesus, unser für uns am Kreuze verwundeter und gestorbener Heiland. Pr. Herr, erhöre mein Gebet! V. Und laß unser Geschrei zu Dir kommen! Pr. Jesu, der Du mit durchbohrten Händen und Füßen, mit Blut und Wunden überdeckt, für uns am Kreuz gestorben bist, damit wir Menschen selig sterben möch= ten. Ach, wir bitten Dich flehentlich durch Deine hl. Wunden, durch Dein so schmerzvolles Sterben, bewahre 13 290 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichte 2c. uns vor einem bösen unseligen Tode! Jesu, laß uns Deine von Dir so theuer erkauften Geschöpfe selig sterben. Amen. V. Heilige Gottesgebärerin, Maria, die du schmerzvoll unter dem Kreuze deines sterbenden Sohnes standest, und du, h. Joseph, flehet für uns, daß wir den Tod der Gerechten sterben und ewig selig sein mögen, durch Jesum Christum. Amen. Gefang. 1. Du starbst, o Jesu! mir zu Gut, Du starbst aus großer Liebesglut, Ach, laß doch deine Todespein An mir, Gott, nicht verloren sein. 2. Beschüße vor der Höllenmacht In meiner legten Todesnacht Mich; Jefu, hilf mir aus der Noth! Ach selig, selig sei mein Tod! 3. Maria, Joseph, fleht für mich! Ach flehet, daß Gott meiner sich Erbarme in dem legten Leid Und Fröne mich mit Seligkeit. ( Segt werden drei Vater unser und Gegrüßet feist du Maria gebetet, damit der für uns am Kreuze ge= storbene Jesus von den Sündenstrafen in jener Welt uns gnädigst befreien möge. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Welcher uns von den schrecklichen Sündenstrafen in jener Welt erretten wolle.) Priester: Von den unleidlichen Peinen der in jener Welt Büßenden wolle uns gnädigst erretten V. Jesus, unser für uns am Kreuze gestorbener Heiland. Pr. Herr, erhöre mein Gebet! V. Und laß unser Geschrei zu dir kommen. Pr. Jesu, unser theuerster Seligmacher und Bater, 0, welche Liebe hast Du gegen uns unwürdige Sünder erwiesen! Diese zu zeigen, ließest Du noch nach Deinem Tode Dein liebevolles Herz für uns eröffnen. Jesu, wir bitten Dich durch Dein uns zu Liebe am Kreuz durchstochenes Herz, sei uns gnädig und erquide Erwecke in uns in unsern legten Todesängsten. Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichte 2c. 291 unserm sterbenden Herzen eine vollkommene Liebe zu Dir, o höchstes Gut! Laß Dein Blut und Deinen Ted unsere verdienten Sündenstrafen noch auf Er= den gänzlich tilgen, damit wir der schweren Hand ottes in jener Welt entgehen mögen. Amen. V. Du Mutter des Gottmenschen, Maria, und du o h. Joseph, schüßet uns in unserer letzten Todesnoth, erwerbet uns Gnade von Gott, selig zu sterben, und, ohne fernere Strafen in jenem Leben leiden zu müssen, gleich nach unserem Tode mit euch das Angesicht Gottes zu schauen, durch Jesum Christum. Amen. Gesang. 1. Gott laß mich büßen in der Zeit, Und nicht in jener Ewigkeit. Laß mich Dich seh'n, mein Heiland, gleich Nach meinem Tod in deinem Reich. 2. Ach, Jesu, durch dein theures Blut Errette doch aus jener Glut Die Seelen, die noch ihre Schuld Dort büßen; Gott! schenk' ihnen Huld. 3. O, laß fie bald im ew'gen Licht Anschau'n Dein göttlich Angesicht! Laß heute sie noch selig sein, Und Dir ein frohes Danklied weih'n. ( Nach diesem Gesange werden die Namen der ber= storbenen Brüder und Schwestern abgelesen, und wird für sie gebetet.) Priester: Lasset uns beten für die verstorbenen Gläus bigen. Bolk: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Pr. Von den Pforten der Hölle V. Errette, o Herr, ihre Seelen! Pr. Aller Verstorbenen Seelen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden! V. Amen. Vater unser 2c. ( Nachdem wird gebetet für alle Nothleidende und Kranke.) Priester: Lasset uns beten für alle Nothleidende und Kranke. Volk: Gott, errette sie, und gib ihnen, was an Seele und Leib sie beglücken kann. 13* 292 Bruderschaft zur Beförderung des Unterrichts 2c. Pr. Herr, o laß doch Deine Diener und Dienerinnen nicht zu Schanden werden. 2. Welche auf Deine Barmherzigkeit hoffen! Vater unser 20. ( Letztlich wird gebetet für die Wohlthäter der Bruderschaft.) Priester: Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. Volk: Allmächtiger, ewiger Gott, wir bitten Dich, Du wollest allen denen, die uns um Deines heiligen Namens willen Gutes thun, ibre Wohlthaten mit den ewigen Gütern vergelten. Amen. Vater unser 2c. Jet Gesang. ( Melodie: Ja, es wird einst in Feu'r und Glut 2c. auch: Thu' auf 2c.) 1. Mein Herz, o bleib doch Gott getreu, Der dich so sehnlich liebet! Zerschmilz vor Schmerz und bitt'rer Neu, Daß du ihn hast betrübet! Er starb für dich am Kreuzes stamm, Bedeckt mit Blut und Wunden, Verlassen hing dein Bräutigam Voll Qual in leßten Stunden. 2. O Herz, betrübe Jesum nicht, Der dich oft, oft erquicket In deiner Noth, mit Trost und Licht Im schwarzen Gram beglücket! Er wohnt bei dir im Gnadenthron, Verdecket dir zu Gute. Er nährt dich schlechten Erdensohn Mit eig'nem Fleisch und Blute. Nach dem legten Gegen. 1. Frohlocket! Jesus segnet euch! Der große Gott der Welten. Macht euch an ew'gen Gütern reich. Wie wollt ihr es vergelten! Ihr Sterblichen, vergesset nicht n Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 293 Die Wunder, die Gott übet An euch, ihr Staub! vergeßt es nicht! O dankt, und hofft, und liebet, 2. Wir sind ja nichts vor Gott als Staub, Und Alles, was wir haben; Daß wir nicht sind der Hölle Raub, Sind seiner Güte Gaben. O, bester Vater, Jesus Gott, Wer darf Dich noch betrüben! Wir wollen, Bater, Jesus Gott, Dich bis zum Tode lieben. Erzbruderschaft des Rosenkranzes zur beständigen Erinnerung der vornehmsten Geheimnisse des allerheiligsten Lebens, Leidens und der Herrlichkeit unseres einzigen Erlösers Jesu Christi, und zur Berehrung seiner auserwählten Mutter Maria. Der Rosenkranz besteht hauptsächlich in der Betrachfung des Lebens, des Leidens und der Herrlichkeit Jesu Chrifti, welche ernstliche Betrachtung gewiß das sicherste Mittel ist, christlich zu leben und selig zu sterben. Die in diesen Blättern angezeigte heilsame Manier, den Rosenkranz zu beten, fann auch ein jeder für sich mit Nußen gebrauchen. Die Gesänge werden nach den in voriger Bruderschaft angezeigten Melodien gesungen. Die Pflichten dieser Bruderschaft sind folgende: Nachdem man sich nach vorheriger reumüthiger Beichte und Communion in diese Bruderschaft hat einschreiben las sen, soll man jede Woche für alle Brüder und Schwestern den dreifachen Rosenkranz beten, und sich bei der monatlichen Bersammlung nach Möglichkeit fleißig einfinden. Die Bruderschaft wird an folgenden Festtagen gehalten: Auf Weihnachten, Ofern, Himmelfahrt Chrifti, Pfingsten und an allen Feiertagen der heiligen Mutter Gottes Maria, und an jedem ersten Sonntage im Monate. Die verliehenen vollkommenen Ablässe können verdient 294 Erzbruderschaft des Rosenkranzes. werden am Tage der Einschreibung, am ersten Sonntage in jedem Monat, auf eben erwähnte Festtage, am ersten Sonntage nach Allerseelen, in den letzten Todesnöthen und wenn einer den ganzen Psalter oder den dreifachen Rosenkranz für die in Todesnöthen liegenden Brüder oder Schwestern betet. Nota. Die nämliche Andachtsübung kann auch bei der marianischen Liebesversammlung gebraucht werden. Der freudenreiche Rosenkranz. Das erste Geheimniß ist die gnadenvolle Menschwerdung Jesu Christi, welche der Jungfrau Maria durch den Engel Gabriel verkündet wurde, und die auch wirk lich durch Ueberschattung des h. Geistes empfangen hat. Bei diesem Geheimniß sollen wir die große Liebe Gottes, welcher sich für uns schlechte Menschen so sehr erniedrigt hat, betrachten; wie auch die große Demuth der gnadenvollen Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, die sich eine Magd nannte. Nach dem Namen Jesus wird zugesetzt: Den du Jungfrau empfangen hast. Gesang. 1. Es kommt zu uns vom ew'gen Thron Des großen Vaters einz'ger Sohn, Wird Mensch, daß er uns durch sein Blut Erlöse von der Höllenglut. 2. Maria, die gebären soll, Wird von des Geistes Gnade voll; Doch blühet ihre Fruchtbarkeit Mit unverweltter Reinigkeit. Sebet. Almächtiger, ewiger Gott, der Du aus unendlicher Erbarmung die verderbte Welt so sehr geliebt hast, daß Du zu ihrer Erlösung Deinen eingeborenen Sohn felbst hast hingegeben. Ach, verleihe uns, daß wir stets diese so unbegreifliche Gnade, die Menschwerdung Deines Sohnes, mit einem dankbaren und Dir ergebenen Herzen betrachten, und der Demuth seiner tugendvollen Mutter immer folgen mögen, damit wir einst die seligen Früchte dieses großen Geheimnisses in Deinem ewigen Reiche genießen. Amen. Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 295 Das zweite Geheimniß ist die Heimsuchung Maria, die, nachdem sie den Sohn Gottes empfangeu, sich eilends über das Gebirge zu Elisabeth begab, um dieselbe zu erfreuen und mit Gnaden zu überhäufen durch ihren göttlichen Sohn, den sie unter ihrem Herzen trug. Hierbei follen wir erwägen, wie glücklich derjenige sei, bei welchem Gott ist, oder zu dem er kommt. Wir sollen der Liebe dieser göttlichen Mutter nachfolgen, welche auch mit großer Beschwerniß Andere zu erfreuen und zu beglücken suchte. Nach dem Namen Jesus wird hinzugefeßt: Den du, Jungfrau, zur Elisabeth getragen hast. Gefang. 1. Maria, voll vom ew'gen Wort, Verlässet ihren Wohnungsort, Eilt schleunig zu Elisabeth, Zu der sie nur aus Liebe geht. Durch sie wird Gnade, Freud' und Heil Der Mutter und dem Sohn zu Theil. Johannes hüpft, als ihn der Schooß Der frommen Mutter noch umschloß. 2. Gebet. Gnadenvoller Gott, der Du bei der Heimsuchung Mariä durch Deinen Sohn den Johannes im Mutterleibe geheiligt, die Elisabeth mit Deinem Geiste erfüllt und dem ganzen Hause des Zacharias hast Heil widerfahren lassen. Ach, Bater, wir bitten Dich durch diesen Jesum, Deinen Sohn, suche auch uns heim mit der Fülle Deiner Gnade, segne unsere Häuser, laß Heil und Tugend darin wohnen, und gib uns fräftige Gnade, daß wir nach dem Beispiele Mariä zu allem, was Deine Ehre und das Heil des Nächsten betrifft, immer eilfer= tig und willig sein mögen, durch Jesum Christum. Amen. Das dritte Geheimniß ist die gnadenreiche Geburt Jesu Cbrifti, wobei wir betrachten sollen, wie die zartefte Jungfrau im Winter in einem Stalle den Sohn Got= tes in Armuth geboren und in eine Krippe gelegt hat. Wir sollen unsere Herzen Jesu Christo zu einer Wohnung heiligen, die Reichthümer dieser Welt verachten, der tugendvollen Jungfrau folgen, die gern mit allem 296 Erzbruderschaft des Roseufranzes. zufrieden war. Mit den Engeln und Hirten sollen wir Gott für diese wundervolle, uns zu Liebe geschehene Geburt seines Sohnes danken und preisen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Den du Jungfrau geboren hast. M Gesang. 1. Maria hat zur Welt gebracht Den Heiland, der uns selig macht. Zu Bethlehem am schlechten Ort, Erscheint als Mensch des Vaters Wort. 2. 8 ruhet nach verlaß'nem Thron In einer Krippe Gottes Sohn; Er wird den Hirten offenbar, Und jauchzend singt der Engel Schaar. ( Sebet. Liebreichster Jesu, allmächtiger Gott, der Du aus Liebe zu uns die Gestalt eines Knechtes angenommen und aus Maria der Jungfrau Mensch geboren bist, verleih uns gnädiglich durch die Kraft Deiner gnadenvollen Geburt, daß auch wir, geistigerweise wiedergeboren, fünftig Dir allein in einem neuen und heiligen Lebenswandel bis zum Tode dienen mögen. Amen. Das vierte Geheimniß ist die Aufopferung Christi im Tempel. Da ibn Maria im Tempel darstellte, er= fannten ihn Simeon und Anna als den versprochenen Messias und priesen ihn voll von Freuden. Wir sollen uns nach dem Beispiele Mariä, die sich aus Demuth dem Gesche der Reinigung unterwarf, gern und ohne 3wang den Gefeßen unterwerfen. Wir gehören ganz Gott zu, er hat uns erschaffen, mit dem Blute seines Sohnes erkauft; wir müssen uns ganz als sein Eigenthum ihm aufopfern und gern in seinem Tempel erschei= nen, wo sich Jesus zeigt und seine treuen Verehrer mit Gnaden überhäuft. Nach dem Namen Jesus wird hinzuz gefeßt: Den du Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast. Gejang. 1. Gott wird im Tempel dargestellt, Zum Opfer für die ganze Welt Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 297 Des höchsten Vaters Freud' und Lust Drückt Simeon an seine Brust. 2. Frei vom Geseß der Weiber war Die Jungfrau, welche Gott gebar; Und da sie es aus Demuth hält, Beschämet sie den Stolz der Welt. Gebet. Allmächtiger, erbarmungsvoller Gott, wir bitten Deine unermessene Güte, durch die Verdienste Deines einge borenen Sohnes, welcher für aller Welt Sünden Dir aufgeopfert ist, gib, daß wir durch das Blut Deines Sohnes gereinigt, Dir, als ein angenehmes Opfer, in dem Tempel Deiner ewigen Glorie einst mögen dargestellt werden, um mit Simeon und Anna Deine Erbar= mung ewig zu besingen, durch Jesum Christum. Amen. Das fünfte Geheimniß ist die Wiederfindung des verlorenen zwölfjährigen Jesus, welchen Maria und Joseph mit Schmerzen suchten, und im Tempel wiederfanden. Wir sollen uns vor nichts mehr fürchten, als Gott und Jesum durch die Sünde zu verlieren, weil wir ohne Gott nichts find, und mit Gott alles verloren haben. Wir sollen auf Erden nichts suchen, als nur Gott allein, unser einziges und höchstes Gut; und haben wir ihn unglücklicher Weise durch die Sünde verloren, so müssen wir ihn eilends und mit Schmerzen durch eine wahre Buße im Tempel wiedersuchen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Den du Jungfrau im Tempel wiedergefunden haft. Gefang. 1. Maria suchet mit Begierd' Den Heiland, welchen sie verliert; Doch alle Traurigkeit verschwind't, Da sie den Herrn im Tempel find't. 2. Heil dem, der Jesum in der That Zu seinem Glück gefunden hat! Denn dieses höchste Gut allein Kann unser wahrer Reichthum sein. 13** Erzbruderschaft des Rosenkranzes. Gebet. Holdseligster Jesu, der Du das Herz Deiner geliebten Eltern bei Deiner Wiederfindung mit Trost und Freude erfüllt hast, ach, weh uns! wir haben Dich, o Quelle aller Glückseligkeit, durch unsere vielfältigen Sünden leider oft freiwillig und boshaft verloren und verlassen. Jesu, aus bloßer Erbarmung und Güte zeige uns Dich wieder, und erfreue mit Deiner Gnade unser unseliges Herz. Jesu, verleih uns kräftige Gnade, daß wir Dich durch eine ernstliche Buße mit Schmerzen wiedersuchen, mit Freuden finden, und nimmermehr verlieren mögen, bis wir Dich ewig besigen. Amen. Wir danken Dir, allmächtiger Gott, für alle Deine Wohlthaten, die Du uns durch diese freudenreichen Geheimnisse erwiesen hast, durch Jesum Christum, unsern Herrn und Seligmacher. Amen. Der schmerzhafte Rosenkranz. Das erste Geheimniß ist die große Betrübniß Jefu im Garten, wo er unserer Sünden wegen Blut schwigte. Hier betrachte, christliche Seele, welch ein entsetzliches Uebel die Sünde sei, da Jesus, der Gottmensch selbst, zur Bertilgung fremder Sünden, vor Angst Blut schwigt. Nach dem Namen Jesus wird hinzugefeßt: Welcher für uns Blut geschwißt hat. 298 Gefang. 1. Betracht, o Mensch, die Traurigkeit, Die Qualen und das Herzeleid, Die dort in schwarzer Trauernacht Die Sünde deinem Jesu macht. 2. Dein Jesus, Gott, dein Heil und Licht Sinkt blutend auf sein Angesicht. Sein Herz umringet Angst und Noth. Er wird betrübet bis zum Tod. Gebet. Jesu, Gott des Himmels und der Erde, welch' ein entfeßlicher Greuel ist die Sünde! Die Strafen fremder Sünden konntest Du selbst kaum ertragen, und bateſt Deinen Vater um die Abwendung derselben. Fremde Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 299 Sünden preßten Dir in Deiner Todesangst Blut aus allen Deinen Adern. Jesu, mein Gott, ach in welche Höllennoth werden mich einst meine Sünden stürzen! Ach, mein Erlöser und mein Herr, durch Deinen blutigen Todesschweiß tilge Du die schrecklichen Strafen meiner Sünden. Gern will ich auf Erden nach dem Willen Gottes dafür leiden. Jesu, laß mich nimmer in dieses grausenvolle Unglück wieder zurückfallen. Amen. Das zweite Geheimniß ist die grausame Geißelung Christi. Jesus stand ganz entblößt an die Säule ge= bunden. Die wüthenden Henkersknechte zerschlugen seinen unschuldigen Leib mit solcher Wuth, daß vom Haupte bis zu den Füßen nichts Gesundes mehr an ihm war. Ihr wollüstigen Seelen, betrachtet hier an dem se erbärmlich gegeißelten Gottmenschen die schrecklichen Strafen eurer Sünde. Nach dem Namen Jesus wird hinzugeseßt: Welcher für uns ist gegeißelt worden. Gesang. 1. Wem soll't es nicht durch's Herze gehn'! Der Alles deckt, muß nackend steh'n! Man schlägt auf ihn mit wilder Wuth, Aus tausend Wunden triefet Blut. 2. Ihr Geilen, die ihr ohne Scheu Den Lüsten dienet, kommt herbei, Und seht, wie theu'r hier Gottes Sohn Bezahlet eurer Wollust Lohn. Gebet. Ach Jesu, wehe uns, wir sind diejenigen, welche Dich durch ihre bösen Lüste, durch ihre vielen Sünden so zermartert haben. Ach es schmerzt und reuet uns bon Herzen, laß uns durch Deine Geißelstreiche und Wunden noch einmal Gnade finden. Verwundeter Jesu, wir wollen Dich bis zum Tode lieben, wir wollen uns sere Ungerechtigkeit durch Liebe und Barmherzigkeit an Armen und Elenden tilgen. Jesu, laß mich früher sterben, als Dich, blutender Heiland, durch neue Sünden wieder erzürnen. Amen. Das dritte Geheimniß ist die schmerzliche Krönung Christi. Ihm wurde nach der Geißelung eine Dornen 300 Erzbruderschaft des Noienkranzes. frone mit größten Schmerzen auf sein heiliges Haupt gedrückt. Statt des Scepters gab man ihm zur Beschimpfung ein Rohr in die Hand. Man bedeckte seinen verwundeten Rücken mit einem alten Purpurmantel und nannte ihn spottweise einen König der Juden. Hier sollen wir erwägen, wie empfindlich der vermenschte Gott den Stolz der fündigen Menschen gebüßt hat. Nach dem Namen Jesus wird hinzugefegt: Welcher für uns mit Dornen gekrönt ist. 1. Gesang. Seht, unser König trägt zum Hohn Von rauhen Dornen eine Kron'! Seht, da der Dorn sein Haupt durchsticht, Umfließt das Blut sein Angesicht. So 2. Die Hand, die Welten hob empor, Trägt nun zum Schimpf ein schwaches Rohr! büßet der vermenschte Gott Den Stolz der Welt durch Menschen Spott. Gebet. Jesu, sanftmüthigster Heiland, wie tief hast Du Dich für uns heruntergelassen! Du allmächtiger Gott, welthen die Himmelsfürsten zitternd verehren, wirst für uns ein Spott der Menschen, um uns mit ewiger Ehre zu frönen. Jesu, verhöhnter Gott, verzeih uns unseren Stolz, wir fallen im Staube Dir zu Füßen, bereuen unsere Sünden und erkennen unsere Nichtigkeit. Gern wollen wir nach unseren Verdiensten Schimpf und Spott um deinetwillen leiden. Jesu, wir erkennen Dich für unseren König, o stärke unsern Glauben und mache uns ewig selig. Amen. Das vierte Geheimniß ist die schmerzvolle Kreuztragung Christi. Jesus, von seinem Blute und allen Kräften fast erschöpft, mußte selbst für uns sein schweres Kreuz auf den Berg Calvaria tragen. Christen, laßt uns doch mit unserem Jefu eine kurze Zeit das Kreuz auf Erden tragen, damit wir ihm bald in seine durch das Kreuz verdiente Herrlichkeit folgen mögen. Nach Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 301 dem Namen Jesus wird hinzugefeßt: Welcher für une das Kreuz getragen hat. 1. Gefang. Das Leben wird zum Tod geführt! Mein Herz, o werde nun gerührt! Gott trägt sein Kreuz nach Golgatha, Sinkt fraftlos seinem Tode nah. 2. O Christen, denkt an diesen Gang, Den Jesus that, denkt lebenslang, Wie theuer er= kauft uns Gottes Sohn! O, tragt mit ihm gern Kreuz und Hobu. Sebet. Jesu, unsere Sünden haben Dir die schwere Last des Kreuzes aufgebürdet; ach es schmerzt uns, daß wir an diesem deinen traurigen Gang durch unsere Missethaten eine Ursache sind. Jesu, wir wollen in diesem Augenblicke den Weg der Sünde verlassen, und gern mit Dir auf dem Wege des Kreuzes wandeln, damit auch wir einst Dir in Deine Herrlichkeit folgen mögen. Du, unser Gott, trägst das Kreuz für uns, sollten wir Sünder es nicht mit Freuden Dir zu Liebe tragen? Jesu, wir wollen es thun, gib uns dazu Gnade und Geduld. Amen. Das fünfte Geheimniß ist die Kreuzigung Christi. Jesus wurde entblößt, durch Hände und Füße an's Kreuz genagelt, hing zwischen zwei Mördern und starb für uns in Gegenwart seiner Mutter in größten Schmerzen, in äußerster Verlaffenheit. Christen, erwägt hier die unergründliche Liebe Gottes, der für uns Sünder am Kreuze stirbt, damit wir ewig leben mögen. O, welche schreckliche höllenwürdige That ist es, diesen Gott nicht lieben, der uns so geliebt hat! Nach dem Namen Jesus wird hinzugesegt. Welcher für uns gefreuzigt ist. Gesang. 1. Seht, wie das holde Gotteslamm Voll Wunden stirbt am Kreuzesstamm! Ach seht, in welchen Qualen stirbt Gott, der das Leben uns erwirbt! Erzbruderschaft des Rosenfranges. 2. Wir flehen, Gott, durch deinen Tod, Verlaß uns nicht in letter Noth! Laß, o Maria, deinen Schmerz Im Tod erquicken unser Herz." Gebet. 302 Ach, Jesu, wer begreift Deine unergründliche Liebe, daß Du, allmächtiger Gott, für uns Sünder als Mensch am Kreuze haft sterben wollen, um ein ewiges Leben uns zu erwerben. Am Kreuz für uns gestorbener Gottmensch, wir wollen Dich bis zum Tode wieder lieben, wir wollen lieber sterben, als Dich, unfern Versöhner, turch eine Sünde jemals betrüben. Jesu, allvermögender Gott, stärke uns, gilf uns in unserer Todesnoth und nimm uns mit dem büßenden Schächer in Dein Reich auf, um Dich für Deine Liebe ewig zu preisen. Amen. Wir danken Dir, allmächtiger Gott, für Deine Wohl= thaten, die Du uns durch diese schmerzhaften Geheimnisse erwiesen hast, durch Jesum Christum, unseru Herrn und Heiland. Amen. Der glorreiche Rosenkranz. Das erste Geheimniß ist die glorreiche Auferstehung Christi. Er stand nach seinem Worte am dritten Tage siegend auf; er erschien seiner Mutter, seinen Jüngern, der hl. Maria Magdalena und vielen andern. Wer den Sünden abstirbt, nur Jesum mit Inbrunst, wie Magdalena, fucht, der wird einst glorreich auferstehen und Jesum in seiner Herrlichkeit frohlockend sehen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugeseßt: Welcher von den Todten auferstanden ist. Gesang. 1. Frohlocket, ihr Himmel, erfreue dich, Welt! Es tritt aus dem Grabe der siegende Held. Die sonst uns beherrschende höllische Brut Hat Jesus bezwungen durch Wunden und Blut. 2. Nun jauchzt Magdalena, nachdem sie geweint, Da Jesus ihr siegend und lebend erscheint, Und da sich der Heiland den Jüngern zeigt, Beseelet sie Freude, die Traurigkeit weicht. • Erzbruderschaft des Rosenkranzes. Gebet. Jesu, unser Leben und unsere Auferstehung, der Du die Hölle und den Tod überwunden hast, und glorreich am dritten Tage auferstanden bist, ach, laß uns aller Sünde gänzlich absterben! laß uns nur Dir, auferstandener Heiland, der Du nun nicht mehr stirbst, fünftig leben, damit wir einst glorreich zur ewigen Herrlichkeit aus unserm Grabe auferstehen mögen. Amen. 303 Das zweite Geheimniß ist die Himmelfahrt Chrißi. Jesus fuhr als ein Sieger über Tod und Hölle zum Himmel, er führte die Seelen der verstorbenen Väter mit sich hinauf, und wenn wir an ihn glauben und ihn lieben, so wird er auch uns in seine Herrlichkeit aufnehmen. Wir sollen nun nicht mehr nach dem Irdischen, sondern nach dem Himmel trachten wo Jesus Christus, unser Haupt, unser Heiland und unser höchstes Gut, zur Rechten Gottes ewig herrscht. Nach dem Namen Jesus wird hinzugeseßt: Welcher zum Himmel aufgefahren ist. Gesang. 1. Es fähret zum Himmel, zum göttlichen Thron Des ewigen Vaters obsiegender Sohn; Die Menschheit, die sonst sich im Abgrund verlor, Erhebt er zur Rechten des Schöpfers empor. 2. Erstaunet! ein glänzender Engel belehrt Die Jünger, Da Jesus im Jubel hinfährt: Er komme zu richten mit schrecklicher Macht, Der jetzt sich erhebet mit herrlicher Pracht. Gebet. Jesu, Dich glorreich zum Himmel erhebender Heiland! Du bist einzig der Weg, die Wahrheit und das Leben; ach, verleihe uns Gnade, daß wir stets auf dem seligen Wege zu Deinem Reiche, den Du uns gewiesen hast, wandern mögen. Stärfe unsern Glauben, ermuntere unsere Hoffnung, entflamme unsere Liebe zu Dir, o höchstes Gut! O, laß uns die Eitelkeiten dieser Welt, welche wir doch bald verlassen müssen, verachten und nur nach dem 304 Erzbruderschaft des Rosenkranzes. ewigen Lohne in Deinem Reiche trachten, welchen Du denjenigen bereitet hast, die Dich lieben. Jesu, liebevoller Heiland, Quelle alles Trostes und aller Seligfeit, laß uns dort ewig sein, wo Du bist. Amen. Das dritte Geheimniß ist die gnadenvolle Sendung des heiligen Geistes. Maria war mit den Jüngern Jesu einmüthig, von der Welt entfernt, im Gebete ver= sammelt, und da kam auf sie der Tröster, der h. Geist, und erfüllte ihre Herzen mit Gnade und Freude. Wer den hl. Geist empfangen will, muß sich von den Eitelfeiten der Welt losreißen, und mit reinem Herzen inbrünstig zu Gott flehen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesept: Welcher den hl. Geist gesandt hat. Gesang. 1. Zur Jünger versammelten einsamen Schaar, Die seufzend und betend voll Kümmerniß war, Kommt schleunig von oben nach Trauer und Schmerz. Der tröstende Geist und erquicket ihr Herz. 2. Er tröstet dieselben mit göttlicher Kraft, Die Eifer und Zungen den Blöden verschafft. Mit Heldenmuth reden die Jünger jetzt frei, Und predigen Jesum mit Lust ohne Scheu. Gebet. Göttlicher Geist, Du Quelle aller Gnaden, ohne Dich vermögen wir nichts, und von Dir kommen alle guten Gaben. Ach, ergieß Dich in uns, wie Du Dich vormals in die Jünger ergosfest, und mache uns für ewig zu Deinem Tempel! O Geist der Wahrheit, nimm alle schädlichen Irrthümer aus unsern Herzen hinweg. Leite Du doch alle aus den Finsternissen und laß uns alle beständig heilige Werke des Lichtes üben. Allmächtiger Tröster, erquicke uns in unserm Elende und stärke uns wider alle Versuchung. Schaffe in uns ein neues und reines Herz, und führe uns glücklich durch diese verderbte Welt in Deine ewige Wohnung, durch Jesum Christum. Amen. Erzbruderschaft des Rosenkranzes. 305 Das vierte Geheimniß ist der seligste Tod und die Aufnehmung Mariä zum Himmel. Sie als die Mutter des ewigen Sohnes, welche, voll vom heil. Geiste, ihren Lebenswandel in der vollkommensten Liebe Gottes, in der höchsten Reinigkeit und allen Tugenden zugebracht hatte, ward billig mit Leib und Seele zum Himmel aufgenommen. Wir müssen ihrem tugendvol= len Lebenswandel nachfolgen, so werden auch wir einst in jene ewige Herrlichkeit ihr selig folgen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Welcher dich zum Himmel aufgenommen hat. Gesang. 1. Die Mutter des Lebens, Maria, beschließt Das Leben; o kindliche Herzen zerfließt In Thränen! doch nein, es erhebet ihr Sohn Den Leib und die Seele zum ewigen Thron. 2. Ihr Sterblichen jauchzet! denn Gnaden und Glück Gibt Gott nun verdoppelt den Menschen zurück, Indem er die Mutter beim Thron jetzt erblickt, Durch die er die Menschen als Mensch hat beglückt. Gebet, O gebenedeite unter allen Weibern, Mutter des ewi= gen Wortes, voll von aller Tugend und Heiligkeit, dir gebühtet der ewige Thron der Glorie. Ach, sich nun, über alle Geschöpfe erhaben, auf uns Elende in diesem Jammerthal, erwirb uns Berzeihung aller Sünden und kräftige Gnade, Gott bis zum Tode getreu zu leben, Samit auch wir, deine Pflegekinder, dir, seligste Mutter, in jene ewige Herrlichkeit glücklich folgen mögen, durch Jesum Christum. Amen. Das fünfte Geheimniß ist die Krönung Mariä. Als die Würdigste und Heiligste unter allen, wurde sie zur Mutter des göttlichen Sohnes von Gott erwählt; sie mußte also, als die Vortrefflichste, als eine Mutter Got tes, über alle Geschöpfe im Himmel erhoben werden. Gott frönt die Heiligen im Himmel mit ewiger Herrlichkeit, und sie, als die Heiligste, empfing von Gott 306 Erzbruderschaft des Rojenkranzes. die höchste Krone der Glorie. Laßt uns nach ihrem Beispiele nach der vollkommensten Tugend und Heiligfeit auf Erden streben, damit wir einst ewig zum Throne des allmächtigen Gottes desto höher erhoben werden mögen. Nach dem Namen Jesus wird hinzugesetzt: Der dich im Himmel gekrönt hat. Gesang. 1. Gott schmücket die Mutter mit ewiger Kron', O, sebet der Tugend und Reinigkeit Lohn! Ja, Königin wird sie mit Rechte genannt, Sie wird von dem Schöpferals Mutter erkannt. 2. Ach Mutter, wir fliehen als Kinder zu dir! Wir bitten und seufzen versammelt allhier! Erhalt uns durch Christum die Rettung in Noth, Verzeihung der Sünden, den seligen Lod. Gebet. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o hei= ligste Bottesgebärerin! Berschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöthen, sondern erlöse uns durch deine mächtige Fürsprache jeder Zeit von allen Gefahren. O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor! O du seligste Königin des Himmels! erwirb uns durch die Gnade, die du bei Gott gefunden hast, daß er, der Herrscher, der deine tiefste Erniedrigung angesehen, der von dir unsere menschliche Natur angenommen und dich nun über alles erhoben hat, auch uns durch deine Fürbitte seiner ewigen Herrlichkeit theilhaftig mache. Er, Jesus Christus, dein Sohn, unser Herr und Heiland, der über alles gepriesen und gebenedeit set in alle Ewigkeit. Amen. Wir danken Dir, allmächtiger Gott, für alle Wohl= thaten, die Du uns durch diese glorreichen Geheimnisse erwiesen hast, durch Jesum Chriftum, unfern Herrn und Heiland. Amen. ( Gewöhnliches Schlußgebet.) 307 Mäßigkeits- Bruderschaft. Mäßigkeits- Bruderschaft. Die Andacht wird mit dem sakrament. Segen eröffnet. Vorbereitungsgebet. O Gott, von dem die heiligen Begierden, die rechten Entschlüsse und die guten Werke kommen, wir bitten Dich demüthig, Du wollest unserm Handeln durch Deine anregende Gnade zuvorkommen, und selbiges mit Deinem Beistande begleiten: damit das, was wir zu Deiner Ehre und unferm Heile beginnen, in Dir vollendet werde. Durchdrungen von der Erkenntniß des vielfachen Schadens der Völlerei und Trunfsucht für Seele und Leib haben wir versprochen, die Tugend der Mäßigkeit in der Bruderschaft unser ganzes Leben lang heilig zu üben. Aber wer gibt uns Schwachen die Ver= sicherung, daß wir unser Versprechen getren und vollfommen erfüllen werden? Nur wer auf Dich vertrauet, der steht fest. Darum rufen wir zu Dir, o Herr, eile uns zu helfen, stärke uns in unfern Vorsäßen! Mit Deiner Gnade vermögen wir Alles; überlaß uns nicht unserer Schwäche! Frleuchte und beschirme uns auf unserm Lebenswege, damit wir von Deiner Gnade ge= stärkt, in der Tugend der Mäßigkeit, Nüchternheit und allen christlichen Tugenden immer mehr wachsen und Andere zu gleicher Nüchternheit und Enthaltsamkeit von dem heillosen Genusse aller gebrannten Getränke zu be wegen trachten, bis wir dorthin gelangen, wo Du selbst für die im Guten Ausharrenden ein ewiger, ſeliger Lohn sein wirft, mit Deinem eingeborenen Sohne und dem heiligen Geiste, wahrer, lebendiger, dreieiniger Gott in alle Ewigkeit. Amen. Gefang:" Erleucht' o Schöpfer" 47.- Predigt. Erste Betrachtung und Gebet. " Hütet euch, daß euere Herzen nicht etwa belaſtet werden mit Böllerei und Trunkenheit und den Sorgen des Lebens, und jener Tag euch nicht plößlich überrajche. Wachet allezeit, damit ihr würdig geachtet werLuc. det.. zu bestehen vor dem Menschensohne." 21. 34-36. Mäßigkeits- Bruderschaft. Mit dieser Ermahnung schließt der göttliche Heiland Jesus Christus die Ankündigung der Zerstörung Jerusalems und seiner Wiederkunft zum WeltSein gericht mit großer Macht und Herrlichkeit. Wort ist Wahrheit, seine Ermahnung für uns Gefeß. Gehorchen wir mit christlichem Gehorsam. Folgen wir nicht blindlings den finnlichen Trieben, sondern vernünftiger, christlicher Ueberlegung. Darum sind wir ja der Mäßigkeitsbruderschaft bei= getreten und haben es als heilige Pflicht gelobt: unsre Herzen nicht mit Völlerei und Trunkenheit zu belasten, sondern in Mäßigkeit und Nüchternheit unsere Begierden zu zähmen." Laffet uns beten ein andächtiges Vater unser" und " Ave Maria" um Gnade und Beistand zur getreuen Erfüllung unseres Versprechens. 308 - „ Vater unser". Gegrüßet feit du Maria". Jesus, der uns Muth und Kraft verleihen wolle, unser Mäßigkeits- Versprechen treu zu erfüllen; heilige Maria 2c. Göttlicher Heiland, Jesus Christus! Deiner göttlichen Ermahnung: seid nüchtern und wachsam" gehor= sam, haben wir mit willigem Herzen den Entschluß gefaßt, berauschenden Getränken, die an dem zeitlichen und ewigen Berderben so Vieler Schuld sind, zu ent= sagen. Hilf uns, o Jesu, mit Deiner Gnade, damit wir in diesem gut angefangenen Werke der Selbstverleugnung und Entsagung standhaft beharren, und überall, wo bei der uns inwohnenden Schräche in den täglichen Versuchungen diese Entsagung uns schwer werden will, Kraft in dem Gedanken finden, für die Rettung unserer Seelen zu arbeiten, und den Millen Deines göttlichen Vaters zu erfüllen, der Du lebeft und regiereft mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gefang. ( Melodie: Christi Mutter 2c.) Meide, Christ, der Trunksucht Pfade, Wache, rufe Gott um Gnade, Mäßigkeits- Bruderschaft. Weisheit in Versuchung an. Zitt're vor dem ersten Schritte, Mit ihm sind die andern Tritte Zu dem nahen Fall gethan. 309 ang 3 weite Betrachtung. So leuchte euer Licht vor den Menschen, auf daß fie euere guten Werke sehen, und euren Vater preifen, der im Himmel ist." Matth. 5, 16. Ein jeder von Euch gefalle dem Nächsten zum Guten, zur Erbauung." Röm 15, 2. Haben wir zunächst wegen unseres eigenen Seelenheiles der Mäßigkeitsbruderschaft uns angeschlos= sen, und das Versprechen abgelegt, mit Gottes Gnade und unter Fürbitte der allerfeligsten Jungfrau Maria uns aller berauschenden Getränke zu enthalten und mäßig, nüchtern und guttselig zu leben; so geschah es aber auch in der Ueberzeu= gung, daß wir verpflichtet sind, Andern ein gutes Beispiel zu geben. Und so wollen wir denn mit Gottes Gnade durch Wort und Beispiel und Ge= bet auch Andere zur Tugend der Enthaltsamkeit und Nüchternheit zu bewegen trachten und sie für die Mäßigkeitsbruderschaft gewinnen, damit immer mehr in Erfüllung gehe das Wort Davids: Siehe, wie gut und lieblich ist es, wenn Brüder beisammen wohnen; denn dahin sendet der Herr Leben und Segen in Ewigkeit." Beten wir ein andächtiges, Bater unser" und" Ave Maria", damit Gott unser Beispiel Andern zur Nachahmung segnen wolle. Vater unser" 20. Gegrüßet"... Jesus, der uns mit seiner Gnade stärken wolle, Andern in Nüchternheit und Mäßigkeit mit unserm Beispiel voranzugehen; heilige Maria" 20. Unser Heiland und Erlöser; Du höchstes Vorbild göttlicher Tugend! Dein Aufruf: Lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, daß sie eure guten Werke sehen und den Vater preisen, der im Himmej ist", und die Mahnung Deines Apostels: Ein jeder von Euch 11 310 Mäßigkeits- Bruderschaft. gefalle dem Nächsten zum Guten und zur Erbauung!" enthalten für uns die tröstliche Weisung, daß unser Beispiel zur Besserung unseres Nächsten oft mehr wirkt, als unsere Worte und Ermahnung. Du, der Du allwissend jede Ursache mit ihren Wirkungen kennst, wirst uns segnen, wenn wir bemüht sind, durch unser Beispiel unsern Nächsten zu erbauen. Wir wollen, getreu unserm Versprechen der Enthaltsamkeit von berauschenden Getränken, vor Dir nüchtern und gottielig wandeln, damit Alle, die von den Banden der Trunksucht und Völlerei noch gefesselt sind, durch unser Beispiel gewonnen, sich davon losreißen, der Mäßigkeitsbruderschaft beitreten. Dein Vaterherz durch Mißbrauch Deiner Gaben nicht ferner betrüben und dein Ebenbild, das Du uns aufgedrückt, nicht mehr verunehren. Hilf dazu, göttlicher Erlöser, durch die Fürbitte Deiner hochgebenedeiten Mutter, der Beschüßzerin dieser Bruderschaft, mit Deiner Gnade jetzt und allezeit. Amen. Hilf, o Gott! uns, daß wir siegen, Hilf uns, daß wir nicht erliegen In des Kampfes schwerem Streit! Auch für uns'rer Brüder Seelen Beten wir, daß sie nicht fehlen Auf der Bahn der Mäßigkeit. Dritte Betrachtung. Betraget euch nicht wie Unverständige, sondern wie Solche, welche wissen, was der Wille Gottes ist. Lasset uns ehrbar wandeln, wie am Tage, nicht in Schwelgerei und Trinkgelagen und Berauschen, das führt zur Ausschweifung. Röm. 13. Eph. 5. So ermahnt der Hl. Apostel Paulus und fügt hinzu: daß Säufer Feinde Jesu Christi sind und daß ihr Ende unglücklich und erschrecklich sein wird. rus Bollerei und Trunksucht entstehen 3ank, Mord, Ehebruch und alle Laster. Die Unglücklichen, welche sich von Schwelgerei und Soff beherrschen lassen, gehören in die erste Klasse der Basterhaften. Der Trunfsucht Mäßigkeits- Bruderschaft. 311 ergeben seen, heißt im eigentlichen Sinne: ein thierisches Leben führen; ein so beklagens= werther Zustand, daß der heil. Paulus von ihnen mit Thränen sagt:" In Thränen nenne ich sie Feinde des Kreuzes Christi, deren Gott der Bauch, deren Ende Untergang ist." Geleitet von der Erfenntniß des Unheils der Völlerei und Trunksucht für Leib und Seele, haben wir die Tugend der Mäßigkeit in der Bruderschaft unser ganzes Leben lang zu üben versprocheu, und beten in Demuth ein andächtiges Vater unser" und" Ave Maria" um treue Befolgung der Ermahnung des heiligen Apostels. Jesus, der 11 Vater unser" 2c. ,, Gegrüßet" uns erleuchten und stärken wolle, die Lehre und Ermahnung seines heiligen Apostels zu befolgen; heilige Maria" 2c. Wir bitten Dich, göttlicher Bater! verleihe uns durch die Verdienste Jesu, Deines eingeborenen Sohnes, und durch die Fürbitte seiner jungfräulichen Mutter, der Zuflucht der Sünder, und durch die vereinten Bitten aller Heiligen, die Gnade der Erleuchtung, und stärke uns, daß wir die Lehren und Ermahnungen Jesu und seiner heil. Apostel immer im Herzen und vor Augen haben und getreu und sicher wandeln die Wege der Mäßigkeit, Nüchternheit und aller Tugenden, welche uns Grund geben zu Hoffnung des ewigen Lebens! Amen. Trunksucht kürzt des Lebens Tage, Seuchen werden ihre Plage, Ihre Freuden werden Pein. Chrift! liebst du dein Glück und Leben Mußt du vor dem Zaster beben, Mußt enthaltsam, nüchtern sein! Vierte Betrachtung. Wehe euch, die ihr früh aufsteht, euch der Trunkiucht zu ergeben und spät bis in den Abend trinkt! Wehe euch! die ihr Helden seid im Trinken, und tapfere Leute im Mischen berauschender Getränke; auf das Wort des 312 Mäßigkeits- Bruderschaft. Herrn hört ihr nicht und verachtet das Geseß des Herrn und lästert das Wort Israels. Jesaias 6. Jahrtausende liegen zwischen jener Stunde, in welcher der gottbegeisterte Prophet Jesaias diesen Weheruf über Trunksucht und Völlerei aussprach, und zwischen unseren Tagen; aber wie damals gilt noch heute von dem Trunkenbolde das Wort des Herrn:" Euretwegen wird mein Name gelästert!" Säufer sind nicht nur todte Glieder der Kirche Jesu, sondern durch ihre schandbare Sitte wahre Lästerer und Verfolger derselben. Darum gilt ihnen mit Recht der Weberuf des Propheten, und wenn sie unbußfertig dahin sterben, gilt von ihnen das unwiderrufliche Urtheil Gottes: " Säufer werden das Reich Gottes nicht besigen!" Beten wir ein andächtiges Vater unser" und Ave Maria" um Bekehrung der Trunksüchtigen. ,, Vater unser" 20.-Gegrüßet" 2c.... Jesus, dec alle Trunkenbolde auf den Weg der wahren Besserung führen und alle durch Trunksucht und Völlerei verursachten Sünden verzeihen wolle! heilige Maria" 20. ma Allmächtiger, ewiger Gott! Du Schöpfer aller Dinge! Gedenke, daß auch die Seelen der Unglücklichen, welche durch Unmäßigkeit und Trunfsucht Dich und Deine heilige Kirche verunehren, von Dir nach Deinem Ebenbilde erschaffen sind, gedenke, daß Dein eingeborener Sohn Jesus Christus auch für sie und ihre Rettung den bittersten Tod gelitten hat, und laß nicht länger zu, daß dieser Dein geliebter Sohn von ihnen verkannt und berunehrt werde; erhöre das Gebet der Heiligen und das Flehen Deiner heil. Kirche, womit sie Deine Erbarmung für das Heil so vieler Berirrten anruft; vergiß ihrer Treulofigkeit und ihrer Verstocktheit und Bosheit, und bewirke durch Deine Gnade, daß auch sie endlich erkennen, fürchten und lieben denjenigen, den Du gesandt hast, unsern Herrn Jesum Christum, der allein unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung ist. Ihm sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen. Mäßigkeits- Bruderschaft. Wer sich Trunksucht hat erkoren, Ist für's Himmelreich verloren, Würdig nicht zur Seligkeit. Vater, Gott! gib doch den Schwachen Gnade stets zum Beten, Wachen, Muth im Kampf und Freudigkeit. Litanei von der MäßigkeitsBruderschaft. 313 ( Vor dem Altare zu beten.) Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Jesu Christe, höre uns!- Jesu Christe, erhöre uns! Gott Bater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist! Erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ewiger Gott! Erbarme Dich unfer! Jesus, der Du dein Leben in strenger Enthaltsam-) feit und heiliger Mäßigkeit zugebracht hast! Jesus, der Du deinen Jüngern gesagt haft: Wer nicht Ullen entfagt, kann mein Jünger nicht sein." Jesus, der Du besonders nachdrücklich warntest: Hütet euch, daß eure Herzen nicht etwa belastet werden mit Bölerei, Trunkenheit und den Sore gen dieses Lebens und jener Tag euch nicht plößlich überrasche, Jesus, der Du durch deinen Apostel Pettus gesagt hast: Seid nüchtern und wachet", Jesus, der Du durch deinen Apostel Paulus gesagt haft:" Säufer werden das Reich Gottes nicht! besigen", 99 Jesus, der Du durch denselben Apostel gesagt haft: Das Reich Gottes ist nicht Speise und Trank, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste", Jesus, der Du gesagt haft: Wer überwindet, dem will ich von dem verborgenen Manna geben", Jesus, der Du gefagt haft:" Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben",) 14 Erbarme Dich unser! 314 Mäßigkeits- Bruderschaft. Jesus, der Du in unnennbarer Qual am Kreuze) sprachest: ,, Mich dürftet", und doch den Dir dargereichten Trank nicht nahmst, um Deinen Ab= scheu vor der Betäubung durch higige Getränke zu zeigen, Jesus, um dieses Deines Durstes willen, den Du für uns arme Sünder am Kreuze gelitten hast, Erbarme Dich unser! Gott, Geber jeder guten Gabe, wir beten Dich an und danken Dir! Du bist der Urheber der heiligen Sache der Mäßigkeit!) Du hast Männer erweckt und mit Deinem Geiste erfüllt, daß sie mit Muth und Unerschrockenheit ge= gen die traurigen Folgen des Branntweintrinkens sich erheben, und Dein Volk erretten von einem argen Feinde des menschlichen Geschlechts, Du hast Dein Bohlgefallen an den Vereinen der Mäßigkeit und der Bekehrung so Bieler zur Nüchternheit und Tugend auf eine unwidersprechliche Weise gezeigt, Du hast Dich gewürdiget, durch die Wirksamfeit der Vereine so vielen Unglücklichen Gesundheit an Leib und Seele, so vielen Familien Eintracht und Frieden, so vielen Nothleidenden Nahrung und Kleidung wiederzugeben, Du hast Dich gewürdiget, durch die Wirksamkeit der Vereine die Zahl der öffentlichen Verbrecher zur Freude aller Guten und zum Heile der gan= zen Menschheit bedeutend zu vermindern, Du hast Dich gewürdiget, durch eben diese großen Enthaltsamkeits- Vereine der genußsüchtigen Welt den ersten Hauptsaß Deiner Lehre: dich selbst", auf das nachdrücklichste zu predigen, Du hasi auch den zahlreichen Mitgliedern der se gensreichen Vereine Muth und Kraft verliehen, ihr Versprechen, ungeachtet aller Versuchungen, treu zu halten, Verleugne Erbarme Dich unser! Wir beten Dich an und danken Dir! Du hast uns dadurch die frohe Hoffnung gegeben, daß die Mäßigkeit, Enthaltsamkeit und Selbstverleugnung von den gegenwärtigen Christen wieder mehr geübt und der erste Schritt zu einer treuen Nachfolge Deiner Selbst sein werden. Wir beten Dich zc. 315 Mäßigkeits- Bruderschaft. Wir Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir Deine Wohlthaten stets weise uud mäßig ge= brauchen. Wir bitten Dich 2c. Daß wir alle geistigen Getränke mit der größten Vorsicht genießen und insbesondere den gebrannten Getränken mit standhafter Treue gänzlich entsagen, Daß Du den heilsamen Vereinen der Mäßigkeit und der Entsagung Deinen himmlischen Segen immer mehr verleihen wollest, Daß Du die Vorsteher und Wohlthäter dieser Vereine im Kampfe für's Gute immer mehr stärken und ihnen zum Lohne zeitliche und ewige Freude schenken wollest, Daß Du allen Mitgliedern des heilbringenden Bundes standhafte Treue verleihen wolleft, Daß Du die abgefallenen Mitglieder zur freudigen Rückkehr in den Verein anregen und führen! wollest, Daß Du alle Menschen über die schrecklichen Folgen der Trunksucht und über die segensreichen. Wirkungen der Enthaltsamkeits- Vereine immer mebr erleuchten und ihnen die Gnade zum offe nen Bekenntniß dieser Wahrheit verleihen wollest, Daß Du alle Trinker auf den Weg wahrer Buße und Besserung führen und alle aus berauschung und Unmäßigkeit verursachten Sünden verzeihen wollest, e Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du den durch Trunksucht in vielen Familien zerstörten Frieden wieder herstellen wollest, Daß Du alles Unglück, das durch Trunkenheit ent= standen ist, tilgen, und alle Menschen mit zeitlichem und ewigem Heile erfreuen wollest, Jesus, Du Sohn Gottes, Erlöser der Welt, ODu Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt! Verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c. Erbarme Dich unser, o Herr! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet seist du zc. Anleitung für Messediener. Gebet. Gütigster Jesu! Der Du durch Wort und Beispiel uns so nachdrucksvoll belehret, daß uns nur dann, wenn wir unser Leben wie Du in steter Nüchternheit und Wachsamkeit zubringen, das unaussprechliche Glück der ewigen Glückseligkeit zu Theil wird; verleihe uns doch, wir bitten Dich, die Gnade, daß wir unserm ge= gebenen Versprechen immer treu bleiben, daß wir uns von allen gebrannten, hizigen Getränken gänzlich ent= halten, die gegohrenen mäßig genießen, und zu dieser Tugend auch Andere nach Kräften verhelfen! Amen. y. O Maria, ohne Sünde empfangen! B. Bitte für uns, die wir unter deinem Schuße stehen! Beschüßerin der Mäßigkeitsbruderschaft! y. Bc. Bitte für uns. 316 Gebet. Heiligste, mafellofe Jungfrau und Mutter unseres Erlösers, du mächtige Beschüßerin unserer Pruderschaft! bitte für uns und für alle unsere Brüder und Schwestern auf dem ganzen Erdkreise, daß wir unserm Versprechen treu nachleben. Deine Fürbitte verschaffe den 3rrenden Erleuchtung, den Widersachern Bekehrung, damit eine immer größere Zahl sich der Bruderschaft anschließe, und mit uns muthig gegen Trunfsucht und Völlerei fämpfe. Unter deinem Schuße stehen wir, Mutter der Barmherzigkeit! Deiner Liebe vertrauen wir, daß wir unter deiner Fürbitte zum Siege vorwärts schreiten und die Palme erlangen, welche allen verheiBen ist, welche nüchtern, fromm und gottselig bis an's Ende dienen deinem göttlichen ohne und dir, o Mut= ter boll der Gnaden! Amen. ( Vor dem letzten Segen ein eines Muttergottesgesanges. oder ein paar Versc Genitori etc.) Anleitung für die Messediener. ( Wie man dem Priester bei der bl. Messe dienen und antworten soll.) Beim Altare angekommen, nimmt der Diener auf der Epistelseite rechts vom Priester- diesem das Stufengebet. Birret ab, und trägt es, nach gemachter Kniebeugung, an einen schicklichen Ort. Hierauf niet er auf der Evangelienfeite unten am Altare nieder, macht mit dem Priester das heil. Kreuz, betet abwechselnd mit ihm das Staffelgebet, neigt, bei den Worten, Gloria Patri" und während er das Confiteor" betet, sein Haupt und schlägt beim dreimaligen, mea culpa" dreimal an seine Brust. Priester: In nomine Pa- Priester: Im Namen des tris, et Filii, et Vaters und des Sohnes Spiritus sancti Amen. und des h. Geistes. Amen. Introibo ad altare Dei. Hintreten will ich zum Altare Gottes. 317 D. Ad Deum, qui laeti- Diener: Zu Gott, der ficat juventutem meam. meine Jugend erfreut. P. Judica me, Deus, et Pr. Richte mich. o Gott: discerne causam meam de gente non sancta: ab homine iniquo et doloso erue me. und schlichte Du zwischen mir und dem unheiligen Volke, von den boshaften und trügerischen Menschen errette mich. D. Quia tu es, Deus, D. Denn Du, fortitudo mea: quare me repulisti, et quare tristis incedo, dum affligit me inimicus? o Gott, bist meine Stärke; warum hast Du mich verstoßen, und warum muß ich traurig einhergehen, da mich der Feind plaget? P. Emitte lucem tuam et Pr. Sende Dein Licht und veritatem tuam: ipsa Deine Wahrheit, diese me deduxerunt et adduxerunt in werden mich leiten und montem hinführen auf Deinen heil. sanctum tuum, et in Berg und in Deine Hütten. tabernacula tua. D. Und ich werde kommen D. Et introibo ad altare zum AltareGottes, zu Gott, Dei: ad Deum, qui lae- der meine Jugend erfreut. tificatjuventutem meam. Pr. Lobsingen will ich Dir P. Confitebor tibi in cithara, Deus, Deus meus: quare tristis es anima mea, conturbas me? auf der Harfe, o Gott, mein Gott! Warum bist du so traurig, meine Seele, und warum betrübest Du mich? 3000 et quare 14** 318 Anleitung für Messediener. D. Spera in Deo, quo- O. Hoffe auf Gott, denn niam adhuc confitebor illi, salutare vultus mei, et Deus meus. ich werde Ihm noch danfen; Er ist das Heil meines Angesichts und mein Gott. p. Gloria Patri, et Fi- P. lio, et Spiritui sancto. D. Sicut erat in principio D. Wie im Anfange, jetzt und alle Zeit und in alle Ewigkeit. Amen. et nunc et semper, et in saecula saeculorum. Amen. P. Introibo ad altare P. Hintreten will ich zum Dei. Altare Gottes. D. Ad Deum, qui lae- D. Zu Gott, der meine tificatjuventutem meam. Jugend erfreut. p. Adjutorium nostrum, Pr. Unsere Hilfe im Namen iu nomine Domini. des Herrn. D. Qui fecit coelum et D. Der Himmel und Erde terram. erschaffen hat. Pr. Ich bekenne Gott 2c. P. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Confiteor ctc. ... Dominum Deum ad nostrum. D. Misereatur tui omni- D. Es erbarme sich deiner potens Deus, et demissis peccatis tuis perducat te ad vitam aeternam. P. Amen. der allmächtige Gott, er verzeihe dir deine Sünden, und führe dich zum ewigen Leben. Pr. Amen. D. Confiteor Deo omni- D. potenti, beatae Mariae semper Virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Johanni Baptistae, sanctis Apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis, et tibi, Pater: quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere, mea culpa, mea culpa, mea maxima Jch bekenne Gott, dem Allmächtigen, der allerfeligsten Jungfrau Maria, dem heil. Erzengel Michael, dem heil. Johannes dem Täufer, den hh. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und dir, Priester, daß ich oft gesündigt babe in Gedanfen, Wort und Werk au 8 meiner Schuld, aus culpa. Ideo precor bea- meiner Schuld, aus Anleitung für Messediener. tam Mariam semper Virginem, beatum Michaelem Archangelum, beatum Joannem Baptistam, sanctos Apostolos Petrum et Paulum, omnes Sanctos, et te, Pater, orare pro me ad Dominum Deum nostrum. 319 meiner größten Schuld. Darum bitte ich die allerfeligste Jungfrau Maria, den h. Erzengel Michael, den h. Johannes den Täufer, die heil. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und dir, Priester, daß ihr für mich betet zu& ott unserm Herrn. p. Misereatur vestri om- Pr. Es erbarme sich eurer nipotens Deus, ct dimissis peccatis vestris perducat vos ad vitam aeternam. 9. Amen. D. p. Indulgentiam, absolu- Pr. tionem, et remissionem peccatorum nostrorum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus. D. Amen. D. Amen. p. Deus, tu conversus Pr. Gott! wenn Du Dich vivificabis nos. te veniat. P. Dominus vobiscum. D. Et cum spiritu tuo. P. Kyrie eleison. D. Kyrie eleison, der allmächtige Gott; er verzeihe euch eure Sünden und führe euch zum ewigen Leben. Amen. Nachlaffung, Losipres chung und Vergebung unserer Sünden verleihe uns der allmächtige und barmherzige Gott! wieder zu uns wendest, so wirst Du uns beleben. D. Et plebs tua laetabi- D. Und Dein Volk wird sich in Dir erfreuen. tur in te. P. Ostende nobis Do- Pr. Zeige uns, o Herr, mine, misericordiam Deine Barmherzigkeit. tuam. D. Et salutare tuum da D. Und Dein Heil schenke uns. nobis. p. Domine exaudi ora- Pr. Herr, erhöre mein tionem meam. Gebet. D. Et clamor meus ad D. Und mein Rufen gelange zu Dir. Pr. Der Herr sei mit euch. D. Und mit deinem Geiste. P. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! Anleitung für Messediener. 320 P. Kyrie eleison. D. Christe eleison. p. Christe eleison. D. Christe eleison. P. Kyrie eleison. D. Kyrie eleison. P. Kyrie eleison. P. Dominus vobiscum. D. Et cum spiritu tuo. P. Per omnia saecula P. saeculorum. D. D. Amen. P. Herr erbarme Dich unser! D. Christe, erbarme 2c. P. Christe, erbarme 2c. D. Christe, erbarme 2c. P. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! P. Herr, erbarme Dich unser! . Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Von Ewigkeit zu Ewigfeit. D. Amen. Am Schlusse der Epistel, wenn der Priester ein Zei= chen mit dem Haupte gibt, antwortet der D. Deo gratias. D. Gott sei Dank. geht dann auf die Epistelseite, und trägt, sobald der Priester in die Mitte des Altars geht, das Meßbuch auf die Evangelienfeite. Während des Evangeliums steht er auf der Epistelseite. p. Domiuus vobiscum. P. Der Herr sei mit euch. D. Et cum spiritu tuo. D. Und mit deinem Geiste. P. Sequentia sancti Evan- P. Folgendes aus dem hl. gelii secundum N. Evangelium nach Matth. D. Gloria+ Tibi+ Do- D. Ruhm sei Dir, o Herr! mine. ( Nach dem Evangelium spricht der) D. Laus tibi Christe. D. Gelobt sei Jesus Christus! P. Dominus vobiscum. P. Der Herr sei mit euch. D. Et cum spiritu tuo. D. Und mit deinem Geiste. Wenn der Priester den Kelch abdeckt, so geht der Diener dem Priester Wein und Wasser zu reichen. Erstens nimmt er das Weinkännchen in die rechte Hand, und hält es geöffnet so hin, daß der Priester es bequem bei der Handhabe fassen kann, und eben so reicht er auch das Wasserkännchen. Dann legt er das Handtüchlein auseinander, nimmt das Wasserkännchen in die rechte Hand, und gibt ein wenig Wasser über die Finger des Priesters, worauf er das Wasser an dem biezu bestimmten Ort ausgießt, und nachdem er die Kännchen mit dem Teller und dem Handtuche an dem gehörigen Ort hingestellt hat, wieder niederkniet auf der Epistelseite. Anleitung für Messediener. p. Orate Fratres, etc. P. Betet Brüder 20. D. Suscipiat Dominus D. Der Herr nehme das Opfer von Deinen Händen in Gnaden an, zum Robe und zur Verherrlichung seines Namens, auch zu unserm Heile und zur Wohlfahrt seiner ganzen heil. Kirche. P. Per omnia saecula P. Bon Ewigkeit zu Ewigfeit. hoc Sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram, totiusqne Ecclesiae suae sanctae. saeculorum. D. Amen. D. p. Dominus vobiscum. P. Et cum spiritu tuo. D. Sursum corda. P. D. Habemus ad Dominum. D. D. P. Amen. Der Herr see mit euch. Und mit deinem Geiste. Empor die Herzen. Wir erheben sie zum Herrn. saeculorum. mino Deo nostro. P. Gratias agamus Do- P. Laßt uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott. D. Dignum et justum est. D. Das ist würdig und gerecht. Wenn der Priester sich beugt und dreimal Sanctus" sagt, so gibt der Diener mit der Schelle ein dreimaliges furzes Zeichen. Wenn dann der Priester, nachdem er die Hände über den Kelch ausgebreitet, das Kreuz über denselben macht, so gibt der Diener wieder ein kurzes Zeichen und knieet etwas seitwärts hinter dem Priester nieder. Während der Wandlung hebt er den Saum des Meßgewandes ein wenig in die Höhe und gibt mit der Schelle ein Zeichen bei jeder Kniebeugung des Priesters, sowie beim Emporhalten der heiligen Hostie und des Kelches. p. Per omnia saecula P. Durch alle Ewigkeit. 321 D. Amen. D. P. Et ne nos inducas in P. tentationem. Amen. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern bon dem Ulebel. erlöse uns Von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. D. Sed libera nos a malo. D. P. Per omnia saecula P. saeculorum. D. Amen. D. 322 Anleitung für Messediener. p. Pax Domini sit sem- P. Der Friede des Herrn per vobiscum. sei mit euch. D. Et cum spiritu tuo. D. Und mit deinem Geiste. Bei dem ,, Domine non sum dignus" gibt der Diener wieder dreimal ein Zeichen mit der Schelle. Wenn der Priester die heil. Hoftie genossen und das Knie ge= beugt hat, nimmt der Diener das Weinkännchen und gießt etwas Wein in den Kelch, den ihm der Priester darreicht; hierauf nimmt er auch das Wasserkännchen und gießt zuerst Wein, dann Wasser über die Finger des Priesters in den Kelch, stellt hiernach die Kännchen an den gehörigen Ort, trägt das Buch auf die Epistelfeite und Pniet dann auf der Evangelienfeite nieder. P. Per omnia saecula P. Der Du lebest und resaeculorum. gierest in Ewigkeit. D. Amen. 9. Amen. p. Ite missa est oder Be- P. Gehet, das Opfer ist nedicamus Domino. vollbracht. D. Deo gratias. In der D. Gott sei Dank.( AlleOsterwoche: Deo gratias. luja.) Alleluja, alleluja. ( Bei einer Todtenmesse.) P. Requiescant in pace. P. D. Amen. D. Läßt der Priester das Meßbuch Diener auf die Evangelienseite. $ p. Dominus vobiscum. P. D. Et cum spiritu tuo. D. P. Initium oder Sequentia P. sancti Evangelii secundum N. D. Gloria+ Tibi+ Do- D. Ehre sei Dir, o Herr. Sie ruhen in Frieden. Umen. offen, so trägt es der Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Anfang des heiligen Evangeliums nach N. mine+. ( Am Ende des legten Evangeliums.) 3. Deo gratias. D. Gott sei Dank! Während des Evangeliums hat der Diener das Birret geholt, reicht es dann an der Stufe des Altars dem Priester dar, macht eine Kniebeugung und geht jenem in die Safristei voraus. Inhaltsverzeichnik. Seite Morgenandacht. Engel des Herrn Schulgebete. Gebet vor und nach dem Essen, in der Versuchung und gute Meinung Die drei göttlichen Tu.. genden Abendgebet Meßgebete Beichtgebete Erneuerung der Tanfgelübde Zwei Bußpsalmen Communiongebete Ablaßgebete . ... ● Firmungsgebete... Andacht zum göttlichen Kinde Jesu. Andacht zum allerheil. Sakramente Andacht zum heiligsten Herzen Jesu Andacht zum Leiden Christi Andacht zum heil. Namen Jesu Andacht zur allerfeligst. Jungfrau Maria Andacht des heil. Nosenkranzes ● ● Seite menspatron 134 5 Gebet jum hl. Jofeph 135 Gebet zum hl. Aloysius 136 Gebet zur Erhaltung der Unschuld 14 Gebet zur Besserung 142 eines Fehlers.... 143 15 Gebet um eine glückliche 16 Standeswahl... 144 17 Gebet in der Krankheit 145 28 Gebetzu Jesus u. Maria um einen seligen Tod 146 42 Gebet für das allge188 meine Anliegen... 147 43 Gebet für die Kirche. 148 für den Papst.. 149 für den Bischof. 150 für den Landes55 58 64 151 fürsten Gebet für die Eltern. 152 für Geschwister. 153 für Vorgesetzte. 153 73 Gebet um Wiederver67 3 Gebet zum heil. Na4 - 12 1 - - 323 155 156 157 110 Gebet, wenn man beAndacht zu allen Heiligen leidigt worden... 158 115 Gebet für einen Kranken 158 eines Kranfen nach 123 der Genesung .. 160 Vesperandacht.. 126 Gebet um Gedeihen der Gebet z. H. Schußengel 133 Feldfrüchte..... 161 Andacht zum heiligen Antonius. einigung im Glauben 154 79 Gebet für Bekehrung der Ungläubigen 92 Gebet für Bekehrung der Sünder 97 Gebet zur Zeit des Unglücks. . ● 324 Seite 164 Sterbegebete..... 165 Gebete an den verschiedenen Festzeiten. Bedeutung des Kirchenjahres. Himmelfahrt 170 Pfingsten Advent Adventmesse. der Mutter Gottes. 238 Am Feste des hl. 3o. 183 171 Gebet um die 7 Gaben 172 des heil. Geistes.. 220 Wahlgebet zu Jefus. 176 Dreifaltigkeitsfest.. Gebet an Quatemberta= Fronleichnamsfest... 229 gen um gute Priester 177 Gebete an den Festtagen Weihnachten... 179 Am letzten Tage des Jahres hannes des Täufers 244 Am Neujahrstage. 185 Am Feste des h. Petrus An heil. drei Königen 185 und Paulus.... 245 Die Fastenzeit.. 185 Am Feste eines Apostels 246 Andacht d. Kreuzweges 190 Alm Feste aller Heiligen 247 Fastenandachtu.Litanei 199 Am Kirchweihfeste... 250 Ostern.. 202 Für die Abgestorbenen 253 Oftergedanken.. 207 Das Media vita... 267 Bittwoche 211 Anleitungfür Meßdiener 316 Litaneien. Litanei v. d. Liebesreue 40 Litaneizum h. Antonius 123 v. h. Bernward 137 zum allerheiligsten Altarssakramente Litanei v. Leiden Christi vom hl. Namen Inhaltsverzeichniß. Seite Geistliches Danksagung nach der Ernte ● = ● Todesangst Bruderschaft Bruderschaft zur Beför= derung d. Unterrichts in der Steligion, unter dem Titel: Gesell... 162 eines Kranken 50 88 95 — Testament v. h. Godehard 140 für Sterbende. 166 in der Fastenzeit 200 vom hl. Geiste 222 für Verstorbene 264 der TodesangstJesu Litanei von der Mutter 205 Gottes Litanei zur schmerzhafBruderschaft 277 ten Mutter Gottes 113 Bitanei der MäßigkeitsLitanei v. allen Heiligen 115 Bruderschaft.... 313 Bruderschaften. 268 — ● 211 .. 216 schaft von Jesus, Maria und Joſeph 279 Erzbruderschaft des No- 40 senkranzes ... 293 Mäßigkeits- Bruderschaft . 307 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 + ₁+ 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 8 14 19 B.I.G. Black