Velagola M. 6. Lobet den Herrn den möchtigen Röuin der Ehren 1872. 48 1637 M. G 1872 vormen. 50. Stich u.Druck v. Serz& C in Nürnberg. „ Der Friede sei mit euch!" Peace be with you. Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. Cassel, 1871. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. Gb Gb 1637 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Werte Gottes, Num. 1 13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42- 48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70- 77. 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt, Num. 89- 98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99- 119. 9) Bom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120- 123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153- 155. 1* 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesn und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Num. 173- 189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242-259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Num. 260 272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. 3 weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281-302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323 352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356. 3nhalt.. 26) Ven der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372- 397. 29) Vom Gebet, Num. 398-405. 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Num. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 bis 428. 5 Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 bis 432; der eltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Num. 433-434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438- 458. 2. Besondere, Num. 459- 463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num 480 489. s 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496- 498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 6 Inhalt. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532- 542. 44) Bon der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553-555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556- 558. Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. St omm heil ger Geist, erfüll die Herzen deiner Glänbigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versamme't haft, in Einig feit des Glaubens. Al- lelu- ja, = Al- lelu- ja, Al- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Aleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten bie ganze Gemeinde. Mel. O Gott, du unfer Vater. 2. Ge ott, der du unser Bater bist, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit E fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligleit verchreu! Erster Theil. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu. 3. S err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie 8 - dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffu uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen fund; rühr unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzu hören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden Nach dem öffentlichen Gottesdienste. 3. du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht ans Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre deines Mel. Liebster Jefu, wir find bier- 4. 5. Höchster Gott! wir danken dir, du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Him 6. M mel preist, dir Bater, Sohn und heilgem Geist, dir heilige Dreieinigit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. 2. Unser Gott und Bater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei get. S ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausge2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt sandt Propheten, deine Knechte; so mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht wurden damals schon bekannt den deines Geistes Kraft une mit Licht Menschen deine Rechte. Zuletzt ist von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. Mel. Es ist das Heil uns tommen 2c. 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. Vom Worte Gottes: 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht faffen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Vater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg sofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Seg und Luft der Welt verderbet und ersticket. 9. Laß uns dein Wort beständig fein ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. setz durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Die 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, deine Zeugnisse find beffer, Gib uns ein Herz, das an dir haft und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir bloß; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten. Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. ein Wort, Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O felig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. Wegen, vertreibt des Irrthums Fin 2. Es leuchtet uns auf unsern sterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! Oheilger Geist, 8. 9 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lii5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. O Gott du frommer Gott. u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit gene- se; Erster Theil. Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann drum gib, daß ich dein Wort, oft nehmen, wenn Gott fich und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil 10 - enthält. Dank sei dir für dies Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Luft und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Nath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Krenze sehn! 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. Ostärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnißvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man fie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, gefangen offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ists, zu glauben, was Gott spricht. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel fränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danfet alle Gott. elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. D, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, mas du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Dienschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Werte Gottes. 11 sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. 3 seiner Nichtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. - 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der gegeben, wie preis ich Mel. Wer nur den lieben Gott.. 7. du das mir aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gib deinen Geist ins Herz, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. Mel. Ach Gott und Herr. 10. G ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß feinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Mülh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hafts una qegeben. dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben! durch Christum schenktest du es mir. Kein Licht tein Trost erfreute mich, kennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erPflicht? wird auch mein Geist im schaffen? was ist auf Erden meine Tod entschlafen? und, halt Gott künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne Chrifti Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finster. nissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahreit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt did selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Luft, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier.- 4. 12. H err, mein Licht! erleuchte 1 Vom Wesen Gottes Mel. des 100. Psalms. mich, daß ich mich und 13. DIS er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. Gott, 2. Ein Haufe Lästrer magts, o mit wildem ausgelaßnem 3. Aber mich nicht allein richtig feinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd Spott, den Heiland, deinen Sohn, ich bei dem Wissen doppelt Streiche zu schmähn, durch den die Himmel Leiden müssen. einst vergehn. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes tren bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben fernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandein; so wird einst in jenem keben mich ein hellres Licht ungeben. erwacht. 3. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr, schleicht jego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße mei nem Geist die tiefste Demuth ein, und 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geist 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott.-& laß mich stets vor dir voll Chrerbies 14. Anbetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von teinem Leide; stets ruhig in vir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch ohne Kreatur bist du dir selbst Mel. Allein Gott in der Hôb sei Chr. genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riesst dem, das nicht war, 15. D er Herr ist Gott um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Nath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu seguen, zu erfreun. und keiner mehr. Frohlockt ihn alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. seinem ganzen We- sen. 6. Du bist es, der allein Unsterb- Zeit. Nie größer oder kleiner wird 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger lichkeit besitzet, der Leben gibt und seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst nimmt, der unsern Odem schützet. ist er, sonst keiner! Wir Menschen Den Geist, der in uns lebt, den haben sind von gestern her; eh noch die wir von dir. Willst du, so wird er Erde war, war Er; noch eher, als Nichts. Du bleibest für und für. die Himmel. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. Licht, das ihn vor uns verhüllet. 3. Um seinen Thron her strömt ein Ihn' fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst 4. Was wären wir, wenn seine zuver uns offenbaren müssen. Die Kraft uns nicht gebildet hätte? Er Schöpfung zeugt von dir, und deines fennet uns, und was er schafft, der Sohnes Mund macht uns noch deut- Wesen ganze Kette. Bei ihm ist licher, Gott, deinen Namen kund. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott. erhöhn. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Berschoner. - Mel. des 8. Psalms. Vom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so fei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn di vergiltst mit Wonne! du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du mur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott un teiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 16. rhabuer Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Sichtschnur sei. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. G ott mache du mich bist, und daß umschränkt mein selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Heirlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstrenen, die mich hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, and keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; kein Helfer, noch Erretter ist außer 5. Mein eigner Geist kann sich leicht Hintergehen. Dein Wort ist wahr; 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und mur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Ulebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 15 tigkeit, und deine Wege preise, fo wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern himveggenommen, als Morgen ist vom Abend. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Sib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerech10. Gott, deffen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Sib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dränest;- auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Nach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trutz, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. und ehr, dein Wort zum Grunde 11. Gott, wenn ich dich so kenn setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. Mel. des 27. Psalms. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. - frohem Jubelschall, und und geh in Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb in alle Ewigkeit. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: lieber Vater! sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller fagen kann. Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet! Gott sieht ihn Wesen, Gott von unendlicher Voll- als sein Kind recht zärtlich an! kommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts kann so ihn ist, was gewesen, und ist, und sein herrlich sein! der höchsten Fürsten wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie hocherhabner Stand ist, gegen dies Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor dessen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. selbst gebückt und zitternd steht! Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. Sein 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ewgen Kraft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 4. Was gut und fein nur kann -genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit aulacht, was in sich faßt der Himmel sammat der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschten Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. 8. O Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher banen; doch Gottes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 9. Indes, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben. Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch stets 19. derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird tlar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, kennet er kein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, unt seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnverSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. 7. Er ist dir nah, du sitzeft oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, 20. und seiner Werke Heere sind ewig vor ihmt offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 8. Er fennt mein Flehn und allen Nath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 4 Gott, du bist von Ewigfeit! und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner sen. Zaß dies meinen Geist beleben, Zeit; du bleibst stets, was du geweehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getrene, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getren zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Luft; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlaffen. Hand wird mich umfassen, wenn ich Nur du bleibst mir ewig stehn; deine nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. 3ft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Retter werden, so frag diese deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, bir Erden, und Sicte selbst der Hölle zu tranen, und auf deinen Troft zu Trutz. bauen. 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. 21. Herr err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. — - Vom Wesen Gottes 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du mur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schützest sie mit deiner starken Rechte, du läss'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sei Dank in aller Welt. 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du biſt, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du ligest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. 23. H Herr, du erforschest mich; dir Du fennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 19 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn,| du flar, du prüfest Herz und Nieren, die Fittige vom Morgen; selbst an und nichts bleibt dir verborgen. dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, ch ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ichs von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubrei ten, und läff'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt vers schwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuches leien? Laß mich auch in der Einsam feit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bei allem Thun mich lenken, und stets mein Herz behüten. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott Schöpfer aller 7, Mel. von Nr. 17 24. Uwiffender, vollkommner 25. D Dinge, der alles ganz Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Ge wicht und Regeln vor. 2. Selbst die Gedanken sind dir fund, die unsre Seele heget, eh fie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Rath der Seele siehst 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 20 Erster Theil. Vom Wesen Gottes dein Verstand hervorgebracht. Du stehet eilend da, was noch zuvor kein brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Nath. Du kennst und wählst zu deinem Zweck beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. - 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle in ihrem foust verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. 6. Was für ein Wunder deiner 7. Du hast mich durch mein ganzes Macht wird unser Aug einst sehen, Leben nach deinem flugen Rath ge-[ wenn nach der langen Grabesnacht führt. Mein Geist muß dir die Ehre die Todten auferstehen, wenn du von geben, daß du aufs beste mich re- unserm Staub den Rest zu neuen giert. Leit ferner mich durch Welt Körpern werden läss'st. und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. Dzünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und mächtig werden kann, wenn Gib, daß er auf dich sich steifet. ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. S H Auge fah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es blei bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. 27. großer Gott! der alle Ding erfüllet, vor dessen Blick fein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesehn? unmöglich wär, 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolken schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich) Du führest deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn mo allen Hindernissen. Du winkst, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah und seinen Vollkommenheiten. 21 3. Dein Auge steht, was Nacht und und bleibt auch eine böse That vor Abgrund decken, es kann sich nichts aller Welt verhehlet: so weißt du sie, vor deinem Licht verstecken; du kennst und strafest mich zu meiner Beßrung genau das Innre der Natur, der väterlich. ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret; du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 5. Du weißt und hörst, was deine 6. O brick, Allgegenwärtiger! dies Kinder beten, und siehst, wenn sie im tief in meine Seele! daß, wo ich bin, Stillen vor dich treten; noch eh ihr nur dich, o Herr, mein Herz zur Mund dir ihren Kummer sagt, ver- Zuflucht wähle; daß ich dein heilig nimmst du schon, was dir ihr Seuf Auge schen, und dir zu dienen eifrig sei. zen klagt. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seift, das tröst und beßre meinen Geift. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Nichtschuur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Von der Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 29. 6 ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und füir. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirtst da stets vollkommne Werke. Mel. Machs mit mir, Gott, nach- 26. 28. Nie bist du, Höchster! von uns fern; du wirfst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich dei- E ner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer trener ſei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bist nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frebelnden Vers brecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. - 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? erlösen, D, so 5. Uns von Sünden zu gabst du deinen Sohn dahin. reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unfern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lanter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beslissen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Neue sehen: so laß mich die Gerechtigteit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld bes Thron auf alle Menschenkinder, befreit, in Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. und seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmei auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. Mel. Gott des Himmels und der. 32. M 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns iemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 23 eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. sprochen, seinen Bund mit mir ge 2. Gott hat mir ein Wort verbrochen, bis er alles hat vollbracht. macht, der wird nimmermehr ges Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze und getreu. mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie wenn gleich alles bricht und fällt. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, fie ewig sich gestellt. Ist die Welt Sie soll ihren Zweck erreichen, den voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut werde das von mir gewagt, waschen, hat sie Krieg und Streit im 4. Will die Welt den Frieden bredein Befehl mir untersagt. Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Lasst sein Antlitz sich verstellen; ist ſein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei sein reicht, wenn auch alle Hoffnung geliebtes Kind, dem er beide Hände weicht. 6. Wie stark sind unsers Glan bens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid wenn sich schon die Welt empört. 6. Er will Friede mit mir halten, hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Ihre Liebe mag erkalten; ich bin Mund beschwört, ist völlig unsers seinem Herzen werth. Glaubens werth. Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. Und wenn 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! Otrane Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbar meint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Trost! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 8. Nun, so soll mein ganz Ber- 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! chren? Und seine Güte nicht verFelfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. stehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Psalms. 33. W ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, H den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch feiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte find sie dein. Sich, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 5. Dies ist mein Dank; dies ist fein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, mein Leben dir zu weihn. Sie ganzes tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34, Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz pe ohne alle Gränzen ist deine Gültig feit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und haft uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Gott, des starke Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird Aber uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. kommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Seh ich den weiten Himmel an, deiner Batertreu. Du, Ursprung aller so viel ich davon schen kann, so seb Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, tren zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? Mel. Wie schon leuchtet der. 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du frönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ewgen Freuden hin. Wie theur ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes sein. 25 Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und hör und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Gemüthe. Billig muß ich dir hin-/ wer tann sie, Gott, so wie du, mit wieder meine Glieder ganz ergeben, voller Freud erquicken? Wer kann und nur dir zu Ehren leben. der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlaffen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze fie, die alle Falschheit haffen! 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 36. - Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Vieh! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstocken nähreft fie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, sahst und riefest du nicht ehmals die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Volke zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Nuh? Wer, bekehrte! wie trugst du nicht mit Von der Geduld und Langmuth Gottes. 37. G Univ.- Bibl. Giessen etreuer Gott! Wie und seinen Vollkommenheiten. Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzu hauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar fei, nicht auf, an ihm zu bauen. scheinen. 2. Waffer, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie straucheln, fie vergehen fich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Nuh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzu4. Du vergibest Sünde, hörst der stehen. Du trägest sie mit Baterhuld, Sünder Flehen, wenn sie weinend bift willig, ihre Sündenschuld durch vor dir stehen. Deine Rechte dränet, Chriftum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig FreuPfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. denleben. dir gegangen, statt der Gnade Recht 5. Herr, es hat noch keiner, der zu 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit empfangen; wer zu deinen Füßen sich uns führen! Trag uns erbarmend mit Thränen senket, dem wird Straf fernerhin; doch gib uns auch dabei und Schuld geschenket. Unser Schmerz den Sinn, daß wir die Sünde haffen, rührt dein Herz, und du willst der und uns noch in der Gnadenzeit den Armen gnädig dich erbarmen. Reichthum deiner Gültigkeit zur Buße leiten laffen. 6. Höchster, sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Allein Gott in der höh.- 15. 39. 39. Gº ott, unserm Gott allein sei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drücket mun sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 mumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdiſchen kaum taugen, daß ſie in die 27 #f Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdfreis huldreich schmücken, 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich,| Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regierest ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden fann niemals wanten. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. - 3. Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unfer aller! 41. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. heiligste Dreieinigkeit! nach Würden dich zu 4. O heilger Geift! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie Teucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein we wir wandeln, unser Licht! Wesen unerforschlich. Verlaß uns auch im Tode nicht! traun auf deine Treue! Wir 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dant sei seinem Worte! es zeigt uns ihn eift recht, er heißt: Gott Vater, Sohn Mel. von Nr. 17. err, unser Gott, wer ist 40. höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Baters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch genießen! damit wir unsre men Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, hast von aller Zeit in grenzenloser Ewigteit den Sohn, dein Bild, gezeuge.. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 5. bester Vater, steh uns bei, uns, deinen armen Kindern! wir sehlen oft noch, ach verzeih, verzeih uns armen Sündern. O, unsre Noth ist mannigfalt; errett uns, Herr, und hilf uns bald, zeig dich an uns als Vater! 6. Herr Jesu Christ, des Ergen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren. und seinen Vollkommenheiten. 29 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, 10. heilger Geist, du Geist des wer dich steht, sieht den Vater; ein Herrn, durch den wir Abba schreien, Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein nur du kannst uns, und thust es gern, Helfer, ein Berather des Menschen. zu seinem Bild erneuen. Durch dich Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine wird unsre Hoffnung fest, und wenn schwere Schuld durch dein unschuldig uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch fräftig. Leiden. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Bon Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vem Vater und vom Sohn gesandt, mach uns die Gottheit recht bekannt und ihr zu dienen willig. Der 19. Pfalm. 42. D 3) Von der Schöpfung. ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; dach wer hört ihre Stimme nicht? 11. Geist des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesun Christ getroft und selig sterben. 3. Die Ordnung funsterfüllter reise verherrlicht Gott durch jedes Land 12. Gott Vater, Sohn und heil. ger Geist, wie groß ist deine Gütte! sei ewiglich dafür gepreist, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilige heilig klingt, so hör hier unser Lallen! und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zune Streit erwachet und des Kampfs sich. freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Mor gen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen segnend der Nacht, beseelt die Welt und gibt auf. Ihr Glanz zerstreut das Grann ihr Pracht. gegeben, ist heilig und untadelhaft. 6. Das Recht, das uns der Herr Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem franken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug erhellt und macht die Einfalt flng. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. Pflanzen sich neues Leben 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles Sie heiligen, wenn sie ergötzen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. gen, das Feld mit tausend Farben spielt, das fließt allein aus deiner Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. - 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglüktet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Die Zeugnisse des Herrn find besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist föstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. 3a, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tauKnechte! Der hat viel Segen, der fie hält! Doch oft vergißt man deine Rechte. Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergib, das bitt ich, Gott, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! send Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott, du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gefichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluft. 11. Enthalte mich von frechen Siinden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Neden, die sich deiangenehmen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Stunde, bir mein Gebet gefeufzet 44. Webeine Macht, die Weissein! Ich habe ja dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, die für Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, anbetend überlege: so mein Hort! weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Mel. von Nr. 42. 43. Gott! den alle Himmel ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde fleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? sie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu fegnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Von der Schöpfung. 31 Gott, deine Güte reicht so weit, als 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden nur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrickt werden, am der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich flug und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. - 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 45 Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Gülte voll. D, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 46. Mel. des 140. Psalms. nimm, DE ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vero Mensch, ihr göttlich Wort. Sterne? wer führt die Sonn aus 2. Wer trägt die unzählbaren ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet gleich als ein Held. uns von ferne, und läuft den Weg, derwerke, die die Natur dir aufge 3. Vernimms und sich die Wunstellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. heit, Güite, ein Gott der Ordnung 6. Ich bin dein Schöpfer, Weiss und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von den Engeln. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Von der Schöpfung. 47. err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhu. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. 3. Ich preise deine Güte mit dantbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schutz ich sicher war. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Gib, Geber aller Güter, gib ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sei mein ganzes Leben 4. Herr, dein Wille soll geschehn, mit ihnen stets umgeben, so bleib wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf schn, daß wir ich manches Fehltritts frei. dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn ich fünftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Baterland. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr, an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd fein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Psalms. 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick ge schehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so sind sie wirklich schon zu 49. 3 hr Frommen, auf! die sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Nath besteh. ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von 33 Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne 6. Er wechselt niemals in Gedanfen. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er steht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er- riß, ist feinem Flüchtling, feinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Him- Die sich Gott ergeben, deren Gut mel Klüfte hieß sein Machtwort und Leben nimmt sein Ang in Acht. seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen Licht und Weise schuf sein Hauch grauet, seiner Huld und Macht. allein. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Luſt, und was sich da Geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 10. Der Flügel Gottes deckt die 4. Er hält die Meer und Wasser- Seinen vor allen Todsgefahren zu. schätze in ihrem sichern Abgrund auf. Wenn andre lang nach Brode weiEr schreibt der Ebb und Fluth Ge- nen, so speist er uns in milder Ruh. sebze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Darum, fromme Herzen, harrt in Adams ganz Geschlechte fürchte Got- allen Schmerzen seiner Hülf und tes Rechte, die dies wirken fann! Kraft, die euch fest umringet, alle Betet, freche Geister, Gott, des Don- Noth verdringet, und euch Heil verners Meister, mit Erstaunung an! schafft. 3 34 Erster Theil. 11. In dir, o Herr, in dir alleine| 5. Dein Wink gebeut den wilden erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Israels Gemeine ist deine Tren und Heiligkeit. llebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns cinst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpist du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. Wenn 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. du erquickst mit Thau und der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. Regen 1 - Von der Vorsehung Gottes. Der 65. Psalm. Sel. des Pfalms. 50. M an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merfest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Aehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thaurest Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh. 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weider von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaafgedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenoffen zählt! 3. Du gießeft nach den bangen Zei ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Sitze deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe 51. in und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller MenschenSchaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein mur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. Der 104. Psalm Mel von Nr. 33. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, den hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Borhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wasserfeen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nahst empor, gepflanzt durch deine Zucht. dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, fie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott durch dich! 4. Du schaltst die Waffer, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler santen unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 10. Die Sonn eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Wild aus seinen Wäldern, was in Dann geht das den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret feinen Raub von dir; 5. Du haft dem Meer ein Ziel du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, gestecket, das es nicht überschreiten und sättigst jedes wilde Thier. Doch fann; die Erde wird nicht mehr melden kaum die hellren Lüfte des bedecket, es findet nie der Rückkehr neuen Tages Ankunft an, so fliehen Bahn. Von dir wird aus der Berge sie in ihre Kliifte, die nie der SonHöhlen mit Quellen jedes Thal er- ne Strahlen sahn. füllt; da trinkt, wenn Hitz und Durst fie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. - 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zu frieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Bon deinem Saft ernähret zeu12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst fie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleinern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf Du segnest; sie erquicken sich. Du dich, daß es von dir gesättigt werde! gibst; sie sammeln. eröffnest du; sie werden satt. Wie Deine Hände schrecket sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen hat! 3* Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 36 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zer splittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! 17. Und füß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! 1 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sich auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Neuenden die Schuld; drum hoff ich auch Vergebung. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 52. Dir, unfer Gott! ift nie- 53. Firwahr, du bist, o Gott, gleich im Himverborgen! Dein 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; cu herrscheft über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk zu segnen, zu beglücken. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. mel und auf Erden. Du bist der bleibt für uns wunderbar. Umsonst Höchste, und dein Reich kann nie be- find alle unsre Sorgen; du forgteft, griffen werden. Unendlich ist die Ma- eh die Welt noch war, für unser jestät, die über alle dich erhöht, die Wohl schon väterlich; dies sei genug Kron und Zepter tragen. zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wiffen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt den uns so dunkeln Weg gewählt. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Bericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in den Demuth Schranken; die Demuth wirt von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebf den, der dich liebt, und deiner Führung fich ergibt. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf taun ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glitct und Unglück, Freud 55. 7 und Schick alles, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligfeit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. des 62. Pfalms. 54.0 国 ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer fann seinem feurigsten Bestreben, wie groß ihn gnug erheben? wer kann mit er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du Kinder loben und erhoben; dich werden unsrer Kinder deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld befinge, und Preis bir bringe. Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, desgleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich träftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis 6. Der Herr ist mild, von duldenbelebt der Frühling unfre Fluren. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm ven deinem Reiche, daß keine Macht, Je5. Auch stärke meine Zuversicht, so hovah, deiner gleiche, das rühmen quälet mich die Sorge nicht, wie mirs fie, damit sie auf der Erde bewun noch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar fein in Segenszeiten. 38 Erster Theil. 9. Dein Neich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. - Von der Vorsehung Gottes. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu feinem Preise, ift gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hilfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Nache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 56. G Mel. Von Gott will ich nicht lassen. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebens tagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und hast nie Luft uns zu betrüben; doch nügt uns eine Laft, fo bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 4. Läff'st du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich treuem Sinn. Drum werf ich, was zu tragen täglich auf dich hin. mir schwer deucht, ohne Zagen, noch 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du haft mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs erfinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du haft mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben G ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder 57. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Mel. von Nr. 13. Ich finge: Herr meine Luft bist du. 58. Mein Auge fieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommit nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 1 Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! berent noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gericht. Die Wage finkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die fie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 39 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Ulebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherdigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, heit, sein Trost füllt dich mit Freuund nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segue und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. bis in jene Ewigkeit. Dein Segen folg aus dieser Zeit mir Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blicht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist un erschöpflich reich. 40 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkommne erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum bessern ist so gut, so treu, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm mun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese turze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufst uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läff'st du uns deine Freund lichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der tünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen sein! Miel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 60. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du hegst ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen ficher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Netter, dich berborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß eft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses 5. Du zählst und fegnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlsein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Bater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. 61. ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond sind engen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. laute 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 41 sonst zu finden, rithmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind so nimmt er selbst sich meiner an. und Sturm preisen seine Stärke. — 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir aufs nene in Chrifto seine Baterhuld. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf weckt mich der Morgen wieder zu zeigt jeder Morgen. Ja tein Augen- finstern Wegen, eil ich dem Kreuz blick verschwindet, der mich nicht, entgegen, so sei sein Wort mein Gott, mein Licht, dir zum Dank verTrost und Licht. bindet. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! 1 7. Schein ich von ihm verlassen, so Hülfe traun! und wenn ich auf der will ich mich doch faffen, und seiner Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun.. Der 93. Pfalm. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. Mel. von Nr. 18. 62. In allen meinen Thaten 63. Jehovah herrscht mit Maer gürtete laß ich den rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und böf und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehet dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höhn, wie sich empörte Ströme schwellend blähn, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer Wogen Stimme braust donnernd aus siehst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du 4. 3hm tran ich in Gefahren; Er versprichst. Zu jeder Zeit ist deines wird mich wohl bewahren, er, der Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die da will und kann. Such ich nur dir gefällt und ewig währt. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 96. Pfalm. Der 97. Pfalm. Mel. von Nr. 33. Mel. des Psalms. 64. Erhebet Gott durch neue Lieber, voll nie gehörter 65. De er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder sammt den Meeren, frohlockt zu deffen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht 42 1 Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel fchallet fie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! Vor 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Götzen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefält! fallt hin in seines Tempels Hallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue fich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer den aufhüpfen! lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, fein Lob ertönen, sein sich freun! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte Berbienfte und Bergeltung gleich! ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet Blizz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht!" 4. O schämet euch forthin, und brauchet Aug und Sinn, die ihr mit Götzen prablet, und ihnen Opfer zahlet! Berehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Reue und eurem Heil erfrene! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht sie aus Gefahr. M Von der Vorsehung Gottes. 43 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. 66. N immt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet gibt? 67. BE Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. er, efiehl du deine Wege, und was dein Herze fränkt, der treuen Baterpflege des, der den Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; follt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm bestehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, fie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Ge schlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. Au wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. Sorgen bange Nacht verfinstre nicht 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Negente, der alles führen soll! Gott sitt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dic aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ges Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 44 hört: Er wird dir Hülfe fenden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. deine Stets 10. O, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns Hände im Leben und im Tod! laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 1 gesättigt werde. Than, Regen, Son nenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärtung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 9. Doch schwach ist, Bater, unser Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unfre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 1 68. Lobt obt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquidet! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobfinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem 69. D urch so viel Schein Staube webt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. gestärkt, fämpft Zweifel, wie ihr 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. Hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Der 73. Pfalm. Mel. des 89. Psalms. Erster Theil. Bon dem Menschen, seiner Natur 2c. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Schmerz erschreckt sie nie; in immer Gang und ihren Grund zu wissen. frischer Kraft des Wohlfeins blühen Umsonst! Mein Aug sah nichts in fie, von aller Mühe frei, worunter ihren Finsternissen. Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ift des Halfes Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin fie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geift an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. - 4. Der Pöbel steht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesetze; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. Traums Betrug vertreibt, der Bett8. Wie das Erwachen bald des fern Schätze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deisah ich jetzt, worauf ich schier geraner Stadt zum Spotte. Den Abweg then, als Schmerz und Eifersucht: mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du faffest: 5. So hab ich denn umsonst gesucht, meine Hände, führst mich nach deinem im Herzen rein, im Wandel ohne Rath zu der Verklärten Ende! Was Schuld der Tugend treu zu sein! würde ohne dich mir selbst der HimSo ist des Kampfes Lohn, daß ich mel werden? Nichts, nichts gelüftet hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlösseft du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von: dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zn dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen: Namen preisen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung.. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Vater, riefst mich aus dem Nichts 70. Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. ist mein Leben! Wie 2. Wie viel hab ich dir zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schran gauzes Wesen kommt von dir. Du, ken des ersten Daseins noch umfaßt, 46 as Erster Theil. da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. - Von dem Menschen, zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zuge2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so fünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. wandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs willig, Herr, gehorchen sie, wenn Walten, die mich von Kindheit an meine Seele spät und früh des Leibes umfing, bin ich Nis hierher noch erhal- Dienst verlanget. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel befleckt. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nützte deine Rechte schützet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt ste auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den höchsten preise. dich, wenn ich die Sinne brauche, 7. O, pries ich, Höchster, immer geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauchel Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geist stets wohne. 71. Dant gebracht! Dich 72. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. ir, Gott, Preis und rühme Harf und Psalter! Ich bin in Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan-| dir erhoben, du, deines Schöpfers ott werde stets von PE seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Bater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu schaun, mich sein zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Mas ist vor deinem Anist der sonnenreiche Himmel gedankengesichte der Mensch, los und unbeseelt; und mir, dem Gott, daß du sein gedenkst, und einen Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, dung und Verstand. den Staub, hernieder senkst! Was bald zerfallner Erdenkloß. ist er, wär er noch so groß? Ein 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen sein. 9. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Sedir, was brauch ich noch? was fehligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit let mir? dern den schweren Fall schon vor der 2. Du sahest an den MenschenkinZeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand faffen kann. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du hast den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh- Erde, doch wunderbar und schön gelen nur ihnen meines Schöpfers Lob. baut, daß er der Seele würdig werde, D Seele, jauchze, daß der Ruf der ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Allmacht dich zum Geiste schuf. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der alles schafft! 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Bater, meine Schuld, vergib sie mir nach deiner Huld." 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz, fo bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Trutz. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen gibst. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauen 7. Doch Erden, im wenn erhöhet von der Himmel, deiner ewgen 48 Erster Theil. Von dem Menschen, werden, von deinem Licht stets froh Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. und fatt: ſo sollen sie auch beide dich 75. Allmächtig großer Gott! rühmen Wer kann gnug - Der 8. Pfalm. erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd Mel. von Nr. 16. 74. unfer Gott, wie voll und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch trstet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Him- rufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, melsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sannnt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 3. D welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich beist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vieh in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. süßt, und wo er helfen kann, zum 9. O unser Gott! Beherrscher aller Helfen willig ist. Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit berehrt, als Crd und Himmel geht. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir nech seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ist das Heil uns fommen.- 6. mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist ch bin, o Gott, dein Eider Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig mich, dein zu sein; mein ganzes Le- Ende nimmt. Hier sind wir nur von ben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 76. I genthunt. Du schufft dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd einzusehn, wie bich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, fo treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei fets deiner Ehre voll. 77. Jie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur weWie viel an Zeit, Herr, hast du mir Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier af sbner Bahu, and selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 3. O, laß mir doch dies große Ziel hilfts, wenn ich auch noch so viel durch nichts verrücktet werden! was Geld und Luft gewinn', wenn ich von Gütern dieser Erden, von Ehre, reich zu erben? dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einft darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein folches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor 79. F 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sün- E den, vor dir, o Gott, zu finden? 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Begrung nachzujagen. Mel. des 38. Psalms. esu, Arzt todtkranfer Seelen! Wills uns fehlen an Erkenntniß eigner Noth, so daß wir die Laft der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Gesetz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer fanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Haffes voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. Jefu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzu8. Wohl dem, der sie gewinnt. sammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir sind, so willst im Herzen an. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 51 Mel. von Nr. 79. 3. Hilf mir durch den Geist der Ath! ch! was bin ich, mein Gnaden von der angeerbten Noth! 80. Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle lieg in meinem Blute, ja das Gute, meine Sünden! Laß mich vor dir so ich will, das thu ich nicht. Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. Erster Theil. - 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß druck widerstehen, und auf deine der fündlichen Begier mich mit NachHülfe sehen. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut 5. Zuflucht der betrübten Herzen! unter deinen Willen zwingen; denn Angst und Schmerzen sehen meiner dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht Seele zu. Sieh, wie mich die Sün- kann dein Reich ererben, laß schon den quälen, Arzt der Seelen, schaffe hier an mir ersterben. meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sich, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. Ho 4. Deinen Willen hier auf Erden ich dazu tüchtig werden, mußt du zu vollbringen wird mir schwer. Soll selbst von oben her mir dazu die Herz erneuen. Kraft verleihen, und mein sündhaft err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wie derum erlösen? 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie 52 Erster Theil.- 1 Vom Fall und von der Verborbenheit zc. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Baterhand. O, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben flagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn fie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demnthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe Ach! ziehen ganz mein Herz zu dir. erhalte selbst die Triebe trener Dant7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78 83. Mein Gott, dir ist be wußt die innre böfe Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobfinge. barkeit in mir. Bater! laß das 84. DE schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. Mel. des 51. Pfalms. ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil.- Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und Antlitz schaun. mein Vertraun, laß mich dein felig bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. soust der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heilig- Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. Ich zittre, Herr, und mein feit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit Dräun! Denn denkst du ins Gericht er gut und milde die Seele schmückte, gehn, wer kann, wer kann vor die er sich geweiht. dir bestehn? Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 85. Mie ein Geschwätz des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 7. Auf daß ich flug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. 3. Ach! aber ach! ein unglückfelger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jetzund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. kann der Stamm mit allen seinen 3weigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Chr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht S davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. De 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hitgel hin, se bleibt mein Sinn getroft, wenn ich bei Jesu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glockenschlag. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? Mensch! das alles merkest du, sich dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. - 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jesu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, so lehre du, mein Heiland, mich und Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. gib, daß ich nichts so begierig such, 88. Die Herrlichkeit der Erden als dich. Staub Asche werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergezet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe ftill. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. Tod und Leben sein. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. Mel. von Nr. 86. 87. Gott hab ich alles heim Traum vergehn. thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gütigkeit. 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem sel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; ts gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 1 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Neu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Chrift für meine Schuld gestorben ift; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergeßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blühend stehet in ihrer scheid't. D, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwelft fich Erster Theil. benget, eh sich der Abend blühen und verwelfen wir. - Von der Erlösung der Menschen zc. 55 neiget; so Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hasigen, da sie mit ihrer Lust vergeht. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. Mel. Jefu, meine Freude. 89. M ort aus Gottes Munde! Wort vom Friedens3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. Bunde! Evangelium! Bald, 味 da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat: 90. was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gerent, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Boten! trostreich ist ihr 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu deffen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. urch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein thenrer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! vertraut, auf sie fest baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges denn dies Licht führt zu Christo fort, Wort den Himmel aus der Ferne, dem hellen Morgensterne. Bricht de: nun an, fo faffset man alsbald die Hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine frerade Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Tod, die 91. fonder ihn verdarben. Mel. Freu dich sehr, o meine 29. Ege Liebe, mein Gemüthe waget Blick 4. Gott hat uns seinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send chenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dera Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, ein theures Lösegeld, durch des eignen der verdammnißwerthen Welt durch Sohnes Sterben Gnad und Freiheit 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgibt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wehl, wer auf diesen Felen baut, trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh; hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. zu erwerben. voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, und Hülfe bent. Liebe, die des Sohns uns hülflosen Armen Gnade, Trost nicht schont, der in ihrem Schooße 6. Der Mensch ist gottlos und verwohnt, um die Sünder zu erretten flucht, und wird zuletzt zum Spotte, aus den schweren Sündenketten. der solchen Troft bei Menschen sucht, 4. Doch du hast, o weise Liebe, und nicht bei seinem Gotte. Denn eine Ordnung auch bestimmt, daß sich wer sich will ein andres Ziel ohn jeder darin übe, der am Segen Undiesen Tröster stecken, den mag gar theil nimmt; wer nur an den Mittbald des Feinds Gewalt und arge ler gläubt, und ihm treu ergeben Lift erschrecken. bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet haft, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 269 57 6. Ewig sei mit Dank besungen,| zen schaun; da findet sich zu aller was dein Rath beschlossen hat. Mit Zeit unendliche Barmherzigkeit. uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte 7. Ich kann in meinen besten Werselbst mein ganzes Leben so nach dei- ten, wenn ich noch so behutsam bin, nem Willen ein, daß des Glaubens gar manchen, manchen Fehler mer Frucht und Kraft, den dein Geist in fen; o, wie fällt aller Ruhm dahin! nir geschafft, mir zum Zeugniß dienen doch bleibt mir noch der Trost bereit: möge: ich sei auf dem rechten Wege. ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Laß mich hier schon mit Bertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch bon deiner Liebe trennen. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 92. Ich habe nun den Grund fällt alles andre gleich dahin, so sing ich einst nach der Barmherzigkeit. gefunden, der meine Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 93. un, Christen, laßt uns N fröhlich sein, Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt er helfen lassen! zu mir wandt er sein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil, 5. Darein will ich mich gläubig sen- meines Herzens werthe Kron! sei du ken, dem will ich mich getrost ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! fitr sie entwaffne du kränken, nur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß sie mit dir leben. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel fiegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Nuh. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. Von der Erlösung der Menschen 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts 7. Vergießen wird man mir mein vollbringe! der alles Gute schafft! Blut, voll Grimms mein Leben rau- Hilf, daß mich nichts verblendet, mein ben. Gern leid ich alles dir zu gut. Herz nichts von dir wendet, nichts Das halt mit festem Glauben. Dein meine Liebe schwächt. Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, So bist du selig worden. dein. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. Mel. Herr Christ, der ein'ge Gottes. 94.0 国 軒 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt seines Namens hüte dich vor Menschenwahn, der dir den 95. T 2. Für uns ein Mensch geboren, der keuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Ge rechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu ber Lust an dir. Christe, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserforner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schütz uns im Gericht. Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt. edanke, der uns Leben gibt, welcherz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majeſtät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. Nath des Opfers Jefu nicht ergrün4. So kann mein Geist den hohen den; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. TO 59 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Thrift am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unſrer Singetragen, nicht Gott Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. dennoth ist Nettung uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. und dem Erlöser überhaupt. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Frendigkeit empfinden: so wirt er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 1 17. Hat Gott uns seinen Sohn ges schenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. fandt er zu uns auf Erden, von dem 2. Selbst seinen eingebornen Sohn verdienten Sündenlohn ein Netter uns Er kam und mit ihm 311 werden. unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein nun kann uns auch auf Erden schon Sohn, der Netter unsrer Seelen! das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 6. D, laßt uns ihm uns anvera traun, und niemals sein uns schä men! Auf seine Mittlershülfe baun, und sein Joch auf sich nehmen, das sein, um deinetwillen Schmach zu Weg, auf den man friedenvoll auch ist der Weg zum ewgen Wohl, der leiden: so laß mich keine Schmach noch schon auf Erden wandelt. Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Sollt ich dereinst noch würdig 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 7. Herr, laßt uns diese Seligkeit doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersehen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. O lenk auf dies erhabne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil.- Von der Erlösung der Menschen anser Herz zurück von schnöder Sün- suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest tu, daß nichts ihn von dir scheide. Mel. A. Wasserflüssen Babylons. 97. ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon 1 Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. wie kann warst du groß, herrlich, Gottes 98. ich bidh nach WitrdigSohn! gekrönt mit Schmuck und # Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der elles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekomunen! haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrectlichsten Gefahr zu retten, was verIoren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; keit besingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Vermunft? gib Gott die Ehr! Gott wollt unendlich lieben mehr, als du begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn von seines Vaters Thron zu uns heraus seinem Schooß genommen! Er ist abgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Adams Kinder? daß fie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Zorne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießeft. 5. O, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herze und dem Erlöser überhaupt. 61 das dir allein gehitt, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrin und Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott fet 6. liebster Bater, nimm es an, meine Luft; laß ewig nichts in mei und reinge seine Triebe, daß ich, so ner Brust, als deine Liebe bleiben. 8) Von der Geburt Jesu Christi. Nel. Nun dantet alle Gott. 9. 99. lag die ganze Welt mit Zorn und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. belegt, für uns geschlachtet ward und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund tren, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihn von Gott begnadigt und geliebt. 2. Gott, wer tann thun wie du? 9. Das werd auch unser Theil; Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Johannis Amt und Lehre verherrliche Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Trost baren, den jenes Engels Mund verheißen, sollt allein der keuschen Jung- auf alle Zeit. Wer Buße thut und frau Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch chrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt und weisfagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. 1 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! welche süße Stimme, die in der Wüst erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott verföhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Frent mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen fund zu thun. 7. Allein zu Jefu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger. Scht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56: 100. Mit Ernst, o Menscheneuch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. D, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig dera Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; ihre Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. bei Gott am höchsten steht; ein Herz 3. Ein Herz, das Demuth übet, Grunde geht. Ein Herz, das richtig das Hochmuth liebet, mit Angst zu ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem komme Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit 3euch in mein Herz hinein; dies sei statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 62 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 102. - 101. rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gat, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, ſo wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ges bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein 4. Er hats vollbracht! O, bringet Gott euren Lobgefang! Erlöste Men- Sohn! durch den er Gnad erweist! schen! singet dem Mittler ewig Dant. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! Mel. von Nr. 61. 5. Du Freund der Menschenfinder! Berwirf uns, Jesu, nicht. Dein 103. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch erName, Heil der Sünder, ist unsre freut faßt uns heut ihm Verehrung Zuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glücklich überwinden! Denn dein, Gott sei Ehre! o Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, 6. Bei dir steht unser Leben. Zu freue sich inniglich! Christus ist ge unserm ewgen Heil hast du dich hin- boren! Er, der König aller Wesen, gegeben. Gib uns am Himmel Theil! steigt herab, bis ins Grab, Sünder Laß uns dir folgsam sein! Was wird zu erlösen. uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Nathschluß anfre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 63 kann uns nicht haffen! Kommt der 13. Du kommst einst zum Weltges Sohn aus freien Trieben zu uns richte! dann werd ich, Richter, dich her: wie sollt er nicht die Menschen schaun von Angesichte. lieben? wird dein Hasser beben! Dann werd Gott, wie 4. Wenn er uns verworfen hätte, ich deiner mich freun und ewig leben. nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Sch errette. Deß soll sich der 104. SE elobet jeift du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Heren, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglitckt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig wirde. Wer kann beine Lieb ergründen? Ewig foll freudenvoll fie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod foll von dir mich scheiden. 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seist du Jesus Chrift, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der. 35. Friedensfürst aus DaStamm! o mei105. ner Seelen Bräutigam! mein Troft, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich die ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, fingt mit Freuden, Hostanna! seht er kommt jetzt: Hoftannal 64 Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Imvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was fonnte dich bewegen, soll dem auserwählten König! mein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jefu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in selbst und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbst freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so würd es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du hast gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Saben; fomm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der sich schenket, will allein mit Glaunb dir und Liebesarmen in Dankbarkeit umfasset sein. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelezier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Mel. von Nr. 17. 106. Gottesfohn und Menschenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stam mein, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen Mel Jesus, meine Zuversicht. 47. fallen, da bliebe man wohl ewig 107. Gottes und Marien Sohn! wenn es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. Liebster willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit anges nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Was alles Denken übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranen kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenurme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klüging sagen, dies Räthsel aufzulösen? 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen grannte. Du kamst ins Elend nackt and bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Stedt mein Herz in böser Lust, laffe du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. 4. Was aller heilgen Väter Schar berlangte zu erblicken; schon verheißen war; was Lamech fonnt erquicken; was Jacob fah; was er befang; was Hiobs Troft ge wesen; und was durch Davids Harf erklang: das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wardest du ein Menschensohn: und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich Kinder Gottes sein. Hat die Sünd stets vor seinem Thron einen Vater uns gleich verdorben: oso hast du neue an ihm finde! Er ist ja nicht mehr Kraft uns zur Heiligung verschafft, mein Feind, denn ich bin dein wahrer und die Tüchtigkeit erworben, einst, Freund. von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenfinder, so 4. Du bist Mittler! Heil uns Sünhab ich den großen Trost: daß du dern! huldreich gab der Vater ihn! da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb Du hast armen Adamskindern nun ich Leib und Seel, hilf mir, mein sogar das Recht verliehn, in den HimImmanuel! mel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob 5. Sollte Gott mich nun wohl has. sen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos laffen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer fennt und mich seinen Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein verföhnter Freund. gefungen, daß du von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unernteffen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Nuhm mit Recht. O, wie hoch haft du geehret unser #erbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Luft dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. 108. D - 3. Du, du bist der Völker Segen, famst, vom Fluch nne zu befrein, Mcl. Vom Himmel hoch da tomm ich her. 109. ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und F auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Thron dich Heil der Welt! dich, seinen Sohnl 5 Von der Geburt Jesu Christi. 66 Erster Theil. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Bion! fommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Väter hoffend fahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 3. Der du zu uns, gesandt bom Herrn, aus deinem Himmel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeft! Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief 8. Gedanke voller Majestät! du erniedrigt auch für mich! wie arm bift es, der das Herz erhöht. Ge- bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. danke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. 11. Herr, der du uns den Tag Du sahest unsre Sündennoth mit mitgemacht, der uns solch großes Heil leidsvollem Triebe. Du stimmtest, gebracht, dich preise, was durch unser Heil zu sein, in deines Vaters Jefum Christ im Himmel und auf Rathschluß ein, wardst Mensch, und Erden ist. kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, der in des Baters Schoose fitzt! erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 110. G ott! deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungstraft und Freu den, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 67 bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Lebent. Herr! 112. HE err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun sich mit uns zugleich und fin- Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an 4. An seinem Heil gib mir auch gen: große Freude verkündigen wir seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, euch! Euch ist dies Kind gegeben! wer Herr! Herr! spricht, und doch Euch solches Heil bereit, bei Gott nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. dereinst zu leben in fteter Seligkeit. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, belleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift gebeuget werden. dich erfreut, und aller Knie soll dir 7. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. gern, und wer ihn sucht, den wird Erhebt den Herrn! er hilft uns Dies Kind tritt sie darnieder. Nun sein Name trösten. Hallelujah! Halseid ihr wohl gerächt, und Gott lelujah! Freut euch des Herrn und erhöht nun wieder das sterbliche Ge- jauchzt ihm, ihr Erlösten! schlecht. was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Valet will ich dir geben.- 57. 111. Jhr, hr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Baters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schatz ihm bleibt! 5. So rühmen sie; mit ihnen frohLocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ist. 113. Dein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glück uns erlöst und ewig tröff't. Wer an von dir. ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. Mel. von Nr. 112. Christenheit, sei hoch erfreut! das Heil der Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 68 2. D große That! nach Gottes Nath hat sich sein erger Sohn filt 115. Wie soll ich dich empfan gen, uns gegeben. doch ohne Sind, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Mel. von Nr. 112. 114. f irf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner kränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Räufen? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. 1 Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 4. Ich lag in schweren Banden, di kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du fommist und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Augst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, und Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den kein Himmel hält, als mur die Sünden fränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen inner mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dränen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Gr kommit, der große König! der Nächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zus wenig zum Widerstande sind. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigfeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Goit mit ihm nicht alles schenken. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. Erster Theil. 9. Du kommst zum Weltgerichte, Berklärter Menschensohn, in maje ftätschem Lichte! und mit dir fommt dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! und leicht in vollem Glanz, erfüll mit ewger Wonne das Herz der Deinen ganz. - 116. W Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, 69 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wär? Hab ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 6. Aller wahre Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Chrift; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jetzo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich wählet, und da klag ihm, was dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst veribet, das sieht was sich in der Welt Böses dir ent gegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und germalmt mir mein Gebein. Es verfündigt Fluch und Toda Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lindern, da ich ſo beängstigt bin, zu der 117. Gott der Juden, Gott Heiden! Aller Welt Kindern, fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquittung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. Böller Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Frenden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest leben. Von der Erscheinung der Weisen. 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und insel aus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfaffet dich. 3. D, mit welchen irdschen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergötzen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Die an der Ströme Ufern pfliigen, befingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es konimt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! - 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getrenen Herzen an. Sucht uns 119. mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dic unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. Der 98. Pfalm. Mel. von Nr. 33. 118. Ihr Bölfer, stimmnet num Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jetzund! sein starker Arm offenbaret; sein Recht wird allen Völtern fund. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferutsten Ländern flar. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, was preift Gott mit Saiten und Gesang! verborgen ist in dir, kein fleischlich der Harfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geistes alles deffen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 71 5. Laß mich empfinden deine Kraft, rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Sefigkeit mein Erbe. - 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unfer im Himmelreich. 120. K ein Lehrer ist dir, Jefu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Men schen sichrer Nath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jefu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest felbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fester Tren dir nachzufolgen eifrig ſei. Amt, das die Versöhnung predigt, 6. Du bist es, Herr, von dem das stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. H eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz # regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jefu auf Erden. Rel. Mache mit mic, Gott nach. 2. Ueber seine Feinde weinen, je mit 26. Ebender Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. Dbild der allerhöchsten als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 13 4. Die Betrübten zu erquiden, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwiffenden zu lehren, die Berkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Schmach und Laft zu tragen; allen freundlich Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! Mel. von Nr. 72. 123. Wie göttlich sind doch Lehren! Wie zu begegnen, für die Läfte- überzeuget seine Macht! Wenn wir rung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfitllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blin den, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Chr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 73 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten fie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jefum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke ale dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. - 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch en Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sabe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Her zen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sei! 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. 124. Gott! was muß dein Sohn du der Verbrecher. ertragen! welche Mar- 7. D, Geheimniß weiser Güte, das ter! welchen Tod! Allem Trost muß kein Engel ganz durchschaut: rühre er entfagen! Ronnt ich denn in mei- kräftig mein Gemütthe! wie mein Herz ner Noth bei dem Schreien meiner auf dich vertraut, Gottmensch! so laß Sünden sonst nicht Trost und Ret- auch mein Leben dir Lob, Preis und tung finden? Ehre geben! - du, und ein Nächer, und doch schonft 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Bersöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preifen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfitllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feuersglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getroftem Muth. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Heldi daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen werden, weil doch feiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott verföhnen, mich mit Heil und Segen frönen. 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum tam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und des der, nun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fühlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. stürmet werden? 4. Du bist das Lamm, das Schuld du von solcher Angst, o Herr, beund Strafe auf seinen Schultern wil fig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Schaafe sein theures Leben niederlegt. war ich. Ich sollte Blutschweiß Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. Es sollten billig nur auf das erdulden, was wir all verdient; mich der Rache Wetter blißzen. Ich auf dir liegts alleine, daß wir wür- Armer, wie entrinn ich da! vor den reine, und mit Gott verfühnt. Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Troft versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geift gebeuget sei bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten laffen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun noch faffen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gesehn, so trägt er sie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig lohen, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst nicht in dein traurig Ringen mir indessen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! - 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd in ihre Netze zieh, nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau hin ins furchtbare Gericht, Mel. An Wafferfliffen Babylons. 97. 126. o gehst du, Jesu, wil liglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, das Jefum traf, und zittre! gehst hin, um aller Sündenlaft auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. - 82. 2. Du Held, der andern Stärke 127. Gottes Lamm, durch dessen Wunden unser gibt, was kann dich so erschüttern? Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart Ach, seine Seele wird betrübt, des wirst du gebunden, und dein heilger Helden Glieder zittern. Ach, hinge- Leib verletzt! Deiner Feinde strenge funken auf die Knie, arbeitet er in Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. und du gibst mit stillem Sinn dich Er wünscht den bangen Kampf ver- in ihre Fesseln hin. türzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? schauervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie fonnteft 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem Werte geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Stricke springen; und der führen ein, lassen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbenten mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ru then nicht so sehr die Wunden bluten. 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schar, wehrst den Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Gülte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüste nicht berükken, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlöften Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden foll: ach, so laß mich in den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. 128. 11er nser Heiland steht gebunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 129. eht, welch ein Mensch! ach seht! mit Schand ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und ers schrecker! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele grant! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bes kehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie - 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verslihnet! Wohl euch, daß ganz entzündet für mein Heil! Nichts feine Schmach euch schmerzet und schen du, nicht Marter, Schmach betrlibt. Erfreuet euch des Heils, das und Hohn, um aus der Noth mich diese Schmach ench gibt. ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierbe glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ift mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie fönnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich fehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallst dahin durch Kidrons schwarfeht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was fir Ströme Bluts aus seinen bir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Vorsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinut. was unfre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewiffen stillt. findern. 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen fein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, rom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über decet. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Schn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 3. Nuumehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein ein. ziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und fränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du sinkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 9. Seht, welch ein Mensch! mein 5. Ganz sollst du nun ein Mann Herz im Leibe will mir brechen! Ob des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! diese Leiden schon mir ewgen Trost Verbrechern gleich zu fangen, dringt versprechen: Herr, ich kann ihrer nie jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert mich ohne Wehmuth freun! Herr, und Stangen, von Wuth beseelt, die laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rithren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. Mel. von Nr. 84. 130. Mein ein Lebensfürft! nun kann ich dich mein Theil und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie foderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Misfethäter. Was that der Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 77 an. Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zirn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit Doch Judas sch erzt dich jego lesen; Tand wählet er, der Thor, nicht allein; bei deiner Noth siehst du fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein die Jünger fliehen; jetzt bleibest du solcher Thor gewesen. ganz hilflos und allein, du siehst ſie all und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Mardgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, entdecten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden. O! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nune durch deine Wunden worden. 7. Der Richter seines Volls steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut vertlagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, ale einem Lästerer der Stab gebrochen. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die man dich, o mein König! dem Frevler Schmach das Herz? Verspeit wirst ist die Schmach noch allzuwenig, ein du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist Rohr reicht man dir als ein Zepter dir, da der Lästrung Stimm ertö- dar! der Purpur höhnet dich, man net? Wie weit treibt man den pöbel- beugt die Knie und spottet dich mit haften Scherz? Du, der Propheten Worten und Geberden. Ach, meine Größter, wirft ein Spott. Wie darf Schuld! wie groß, wie groß ist ſie! dein eignes Volk dich so entehren! Ach, so tief mußt du für mich erniedrigt theuer sei du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören. werden. 14. Ganz mar schleppst du dein Krenz nach Golgatha, noch mehr vom 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gedrüldet. Furchtsamkeit verläugnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Aug erblicket? Wie schauervoll wirst öfters hab ich Treu gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulojen Knecht beständig noch zu lieben fort gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. ein Schensal, nackt und bloß; ſollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlange nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckenvolles Gols 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt gatha, die Trauerbühne, da mein Heiins Richthaus nach: O, welch ein land litte; der Kampfplatz, wo des Schauplat nie erhörter Leiden! wie Weibes Saame stritte, der Ort, wo duldet er von Juden und von Heiden, man das höchste Wunder sah. Hier Er, beider Heil, ganz unverdiente hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Pilatus nicht; o, wie empöret sich Hier trifft der Pfeil dich, meines jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin geriffen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite setzen, und, was entseglich ist! dich schlimmer schätzen. Raferei! D, mehr, als Cains Haß! Doch warum Glaubens Schild, der längst auf mich), mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwis schen Mördern. Mich wollt er der Schar der Seelgen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen, der Deinen Tren und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterven Jeſu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch Wasser flenßt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. - 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Nath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zn Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner wei nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe. Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt!, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geift laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Himmels Freuden. Pilgrim bin, soll in mein Herz dein 23. So lang ich aber noch ein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Laft für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos stehen, und schmachtend 131. 1 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden sein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. Mel. Herzliebster Jesu, was haft. nschuldger Jesu, was hast du verbro- chen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durft wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus und stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. Kreuze sterben, wie Sünder sterben. Schmach gefrönet, ins Angesicht ge 2. Gegeisfelt wirst du und zur du ermattet. auf blutgen Wegen voll Zuversicht 3. Du trägst dein Kreuz, du eil voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, 21. Merk auf, o du in mir erschrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen, nachdem der voll Wunden sterbend. Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deiner fchau, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger befingen, stets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der MittMel. Herzliebster Jesu, was. Leiden zu bedenken, ler, der Gerechte, für seine Knechte! 132. Herr! ftärke mich, dein 6. Fromme der und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! - 7. Ach), unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. D Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geift, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach und Plagen; uns sollen Spott, Berfolgung, Tod and Leiden nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmüdet mit der - - 131. mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schuld des Böfen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zers schlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, ss zagen meine Kräfte. Mein Herz er bebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlöfen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Ent zücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlicher Gedanken; allein sollt ich darum in Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott z ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnab und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, ba du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. 133. Dwunden für uns am Mel. Ach Herr, mich armen.- 67. er du voll Blut und Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da låg auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Kindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich felbst flagen: Gott! wie verläff'st du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich slets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erfalte, ganz nur der Deine feil 9. Wenn ich denn einst soll schei den, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Äengsten kraft deiner Angst und Bein. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. deine du warft der Leute Spott; dich höhnten 134. Mbich, Sefu Liebe zu Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. eine Seel, ermuntre deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzülden alsdann mich glaubensvell nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 7. Du hast mir durch dein Leiden Bergebung, Beßrungstraft, in Trib1 bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe sich jetzt dein Blick voll Andacht lenten, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich aus Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Siln den, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Stache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Num, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz fal Trost und Freuden, die ewig seine Lieb an dir will preisen. Kannst find, verschafft. D, gib an dieser du wohl in schwachen Liedern ihm so Gnade auch mir im Glauben Theil; große Lieb erwiedern? so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöfer! heil. 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur bergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Träg heit muß ich scheiten, daß ich thu so lan geliebet, ja durch Sünden oft 8. Ich danke dir von Herzen, o bu, mein größter Freund, fir deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betritbet. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Feft 135. Erfülle, Herr! doch selbſt andern Weg zu gehen, will ich mun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, berfluchen. mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! welch Wunder der Barmherzigkeit euch kann ich an mir nicht leiden! hast du der Welt erwiesen! Wann Welch ein schnöder Gräul seid ihr! hab ich dies doch recht bedacht, und Ach, von dem wollt ihr mich schei- dich aus aller meiner Macht genug den, ohne welchen ist kein Leben, keine dafür gepriesen? Gnade, fein Bergeben. 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringft mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich, denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. — 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich fränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. mich von Jesu treiben. Jesu, mich nicht lassen. ich dich umfaffen. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt im HerNichts soll zen, erträgst du Spott, Schmach, Du wirst, und Gewalt, voll Krankheit und voll Ewig will Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, erbarg man selbst das Ange13. Sst schon jetzo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jefu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies frendenvolle Leben! Heiland, dir jei Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten. sicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, Volkes Missethat gemartert und zerbelegt mit unsern Plagen, um deines schlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschlittert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär 6 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du 8. Du hafts gesagt; du wirst die sein so gedenkest, und deinen Sohn Kraft zur Heiligung mir schenken. ihm zum Versöhner schenkest? Was Dein Blut ists, das mir Trost ver- findest du an mir und an uns allen schafft, wenn mich die Sünden kränken. für Wohlgefallen? Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letter Trost auf Erden. 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeßze, verdient Verschwendung un schätzbarer Schätze, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? Mel. D Lamm Gottes, unschuldig. 6. O welche Tiefe deiner Menschenfiebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 136. D Gottes Lamm, 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Bater nennen, und zum Gehorsam dir unschuldig am Kreuz für uns gemein ganzes Lehen willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für schlachtet, befunden stets geduldig, mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! wiewohl du wurdst verachtet; die Sünd haft du getragen, sonst müßten wir verza- gen. dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst verachtet! Die Sünd hast du getragen; sont müßt auch ich verzagen. Lob sei dir ewig, o Jesu, Jesu! Erbarm Mel. von Nr. 55. 137. Gott, der du für uns gege bat, wer kann doch gnugsam deine 9. Dein Friede wohne stets in meis nem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geift fei mit mir, deinen guten Willen tren zu erfüllen. Mel Christus, der uns selig macht. 138. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, Erster Theil. Von dem welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden; D, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: of so scheiden! Herr, so dank ich ewig die hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich für dein bittres Leiden. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. 48. 139. Welt! fich hier bein Freuden. Leben am Stamm des den Lod. Der große Fürst der Ehren Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in läßt willig sich beschweren mit Ban2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. der großen Huld! daß ich selig würde, ilbernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. mit Blut und Todesschweiße ist ganz 2. Tritt her und schau mit Fleißel Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, sein Leib bedeckt; und unnennbare da er den Kelch des Zornes schmeat. dieses Heer von Plagen, Herr, wider 3. Wer hat dich so geschlagen, und dich erregt? du bist ja nicht ein Sünsind dir Strafen auferlegt? der, wie wir und unsre Kinder: wie 3. Nun kann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden ubzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. der sich so viele finden, als Sandes 4. Ich, ich und meine Sünden, an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. ewgen Finsternissen, was num dein 5. Ich bins, ich sollte büßen in Lod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. die Lasten, die mich drücken, wie ein 6. Du nimmst auf deinen Rücken Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! läsfest dich selbst würgen für mich und 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja frönen mit Dornen, die dich höhnen, meine Schuld; für mich läss'st du dich und leideft alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Siindenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. du dem Tod entgegen mit großem 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht erhörte Liebesglut! fierbe, noch ewiglich verderbe; o un 8. Drildt mich meine Sündennoth, ftraft mich mein Gewissen: ol dann laß aus deinem Tod mich den Trost den ich Heil gefunden! ich bin dein 9. Wie bin ich dir verbunden, durch genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweifen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel und Leib dich preisen, ind Gnad und Huld mir bei Gott erworben. bir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es foll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu ften und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest unfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden freuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. - 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; mas deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. ME 140. M ein Erlöfer hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Krenz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. 11 m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Erster Theil. - Von dem Leiden und Sterben Jesu. 85 Kraft. Herr Jefu Chrift! der letzte Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. wichter spotten. Du siehst mit jegensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: , so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein erfleht. Gebet selbst deinen Mördern Gnad verstehn sie nicht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum 2. Erstaunerd seh ich diese Huld. Himmel von der Erde! Du bist der Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns Mörder so erträget! Thr, die ihr euren nach, so laufen wir, so wollen wir Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth uns deiner Pein und deiner Fürsprach hohen Werth, und danket ihm beweget. ewig freun. Herr Jesu Christ! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergib o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 142. Schwing dich auf gen Golgatha! Herzen, daß dich ja seine Pein zur Heiland hier am Kreuze; nimm zu Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. zwischen Erd und Himmel hangen! 2. Schaue doch das Jammerbild wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? alles das hätt ich verschuldet, und 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schul dig; aller Schmerz, der dich trifft, 4. Wird wo mein Herz vom Troste feer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimichaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafüir, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend jehn ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel erfreut. - 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Krenze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Mel. von Nr. 55. Lehren, dein göttlich Kreuz im Glanben zu verchren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse flichn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? Leiden und Sterben Jesu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns z. gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. deinen mich 12. Sch ich dein den Klu143. te, mein Beiland, gen dieser Erden ein Nergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder scheiten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lodt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 3. Da du dich selbst für uns dahin- 14. Wenn endlich, Herr, mich meine gegeben, wie könnt ich noch nach mei- Sünden fränken, so laß dein Kreuz nem Willen leben? und nicht vielmehr, mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dies sei, wenn ich den Tod einst 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelaffen, wie fönnt ich sie, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? Mel. von Nr. 55. 144. Sei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließ st unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für fichern Trost auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erwerben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in dies sem Glauben. Kein banger Zweifel inüiffe ihn mir rauben! Er müffe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. Die letzten Worte Jesu. 145. B egleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmer zenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterELEME benden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Wertzenge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn! die Seinen noch zu schützen strebte, der, als der Tod schon um ihn schwebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlodt, bußfertige Berbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: noch heute deines Glaubens wegen du wirst, so ruft er ihm entgegen, mit mir im Paradiese sein. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! Der Tod Jesu. 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Krenze rief: 146. SEE Mein Gott, wie hast du mich verlaffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt er ver schmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlaffen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! - eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lasterknechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget seine Dornenkrone, und büßet unsern 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst geftillet werde! Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt: Oselig, wer den Ruf erfüllet! denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heis land selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine Richterstimme schwieg. der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erfösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: 5. Keine Lindrung stärkt den Mütvollbracht ist nun des Leidens Bahn.den, auf ihm liegt zu unserm Frieden 9. Das letzte Wort aus deinem Fluch und Straf! er trägts gelassen! Munde, Versöhner Gottes, sei auch seine Kraft hat ihn verlassen; er sintet mein! Laß es in meiner Todesstunde wieder in den Staub. mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du haft ihn sterben wollest du mir Weisheit schenken. Jehn. Bald wirst du ihn durch Freu- Mich vom Lafter abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erwecken, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- stets vor Augen sein. flagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu rich. ten mit Gerechtigkeit. Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt verlorner Seelen erkauft er sich um diefen Preis. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete. Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. Erster Theil. Von dem Mel. Werde munter, mein. 116. 147. Heute, sprach mein Heiland, heute, an sein blutges Kreuz erhöht, als ein Siinder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. - - Leiden und Sterben Jesu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geb ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Herr! mun fühl ich abzuscheiden eine heilge Lust in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab türzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Wert folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch fallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. - 7. 2. Theures Wort aus Jesu Munde! fest versiegelt durch sein Blut! Sn 148. am Kreuze des sterbender finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. Ď, Wort voll Frendigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. Troft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. Shr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode 4. Theures Wort des ewgen Le brach! Du hast den Fluch hinweggebens! tröste du mein brechend Herz; wendet, der auf der Welt voll Sünder und dann ängstet nur vergebens mei- lag. Für uns hast du genug gethan; nen Geist der Trennung Schmerz. Gott nimmt uns nun genädig an. Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 4. Dankvolle Thränen! netzt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. O Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge währt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deixem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ansersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes auf der fiindgen Welt; doch er fam Schrecken, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit seinem Last. Laß mich den Trost auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. - 149. Corhebe Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. Forhebe vom Geräusch der Welt, o Seele, deine Mel. von Nr. 86. Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Nun ist es alles wohl hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig fiehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D'Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. Mel. Welt ich muß dich laffen. 48. 150. Frohlocke, mein Gemilthe, und fus rust: Es ist vollbracht! der neigt der dir erwirbt das Erbe, welches sein Haupt, o Mensch, und stirbt, 5. Du selbst, hast du es gnug bedacht? Du haft den Herrn aus Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 6. Ach, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe in deinem Heiland an. Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einst Sohn gethan. fanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde fiir uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornfelch trinft; wie er für Soch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschütt- hebft, nur Jesu lebst, nur Jesu zu tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen Frebst! 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben, Fluch 9. Tödt, Jesu, selbst in meiner Bruft, was sich noch find't von böser L nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde fracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt, freudenlose Kreatur flagt jetzo nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt; so werd auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Lust! dein Tod, der mir das Leben Müth! durch dein Kreuz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ewgen Freuden. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Uleber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Troftes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 11. Wie dank ich gnug dir Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Nufst du, und ich habe mun gnug gekämpfet, um zu ruhu, Herr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich steghaft überwunden. mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. - Kraft und Trost des Leidens Jefu. 29. Mel. Freu dich sehr, o meine S. durch 152. und Wunden, deinen martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. - 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. S Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn fustig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwin det alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 5. Hier such ich in Unruh Friede; 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensin der Angst Beruhigung; neue Kraft, fürst, wie dich auch mich erwecken. wenn ich ermüde, und in Qualen Sollte denn mein gläubig Herz vor Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 92 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 5. Hier werd ich einft, bis du erfcheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlöjung. - Mel. Der Tag ist hin.- 153. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Am Kreuz erblaßt, der und zum dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränten; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschreden, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Borspiel der Erhöhung sehen kann. qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerlihret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Vergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergeffen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Rel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. D, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie bütßzend hat getragen. Jesus ist mit Preis getrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; mun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. Mel. Chrift lag in Todesbanden. 157. er Herr lag in das 93 geben. Nun, da ihn Gott hat auferwedt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm sin- gen. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Troft und Rath, Drum denn alle waren Sünder. fället uns der Tod so bald. Bon seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am marRuhm, und mein Treft ist nicht ver- tervollen Kreuzesstamm ward es für gebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns. du die Quelle meines Lebens. Hoch sein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Stärt und Muth. Der Würger geht Dank dafür. vorliber. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Hers erleuchtet er! Es flieht die Nacht der 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jefus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Halleluja! Grab gestreckt, für uns dahin ge- Sünden. Halleluja! 94 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir heiligen uns ganz dem 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Herrn, der uns zum Heil geladen. als Christus mit ihr kämpfte, und, Der alte Sauerteig sei fern vom wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch theuern Wort der Gnaden! Christus ihren Grimm bald dämpfte? ob fie selber will allein der Seele Speis ihn in die Fersen sticht, so siegt fie und Nahrung sein! der Glaube lebt darum dennoch nicht, der Kopf ist blos seiner. Halleluja! ihr zertreten. - 158. Mel. Herr Chrift, der einge Gottelsohn.- 94. er Held hat überwun den der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle ZornesFlammen hat Sesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zere bricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Iuda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh er lebet wieder. Weil mun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Sst Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ift er dem Tod entrissen, so lässet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du 6. Wer täglich hier durch wahre Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir neu mit Christo auferstehet, ist dort alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.-- 30. 159. ab, wo ist dein Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Saton thun, da Jesus überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott fei gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. 160. B ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. -10 ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Sefu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun 161. J den Trostgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnct? Halleluja! 4. Erstandner! ich frohloce dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter feist, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da foll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! Mel. des 32. Psalms. ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt Die Erde bebt, da den Raub. er den Fuß aufseßzet, trotz, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken, er hebt das Haupt mun siegħhaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn bestch. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürft, besungen: die Schlüssel sind bei dir Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. 96 zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; erwed uns hier, reiß ab die starken 163. Ka fien Lauf die Soun in Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. steigt Seil, die Leib und Seel an dieſe Erde heften. Erfüll uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erstritt, der bringt uns seinen Frieden mit. hier ist nicht fund Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. ich an, 162. Dich bet ir Erretter gemacht, was er uns aus dem Grab einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Sa, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Chrifti Liebe hab. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Ang hinab. 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich) zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott 9. Welch neue Welt voll Selig- verföhnt; durch ihn mit Gnad und feit erwartet mich nach dieser Zeit! Heil gefrönt. da findet der verklärte Christ das ermanne sich! Heil, das unaussprechlich ist. lieben mich. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen fann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein fegenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Freu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 10. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Bertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, fierben wir! doch du regierst! und wir find dein! und ewig werden wir es sein! - Mein banges Herz Gott und die Engel Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, fren daß du auferstanden bist. Neige du seiner mich in seinem Reich, und bin mich zu dem Einen, das des Lebens dort seinen Engeln gleich. Endzweck ist; daß zu jener selgen Ruh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. esus Christus, unser Hei- land, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- fer. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. 165. Landen, jauchze, du erlöste Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm versöhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen. 2. Jesus ruht den Sabbat fiber, nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir feine Straf; cinst erwach ich von dem Schlaf; dann werd ich mit seinen Theuern jenen ewgen Sabbat feiern. 1 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erföften, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Mel. von Nr. 34. 166. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Woune, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sich, er lebet! er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun fich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freu den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so shred. mich doch kaum ver Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdfreis wird Geist, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, au wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Ihn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 der mein Netter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. - Mel. Hoffanna, Davids Sohn. 167. efus, meine Liebe, lebt, dem es ist so mohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist die Stimm erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 168. Mach auf, mein Herz, die Sonn ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurück, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot, läff'st den Tod zum Heil gereichen; denn wie follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erwecken. schaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hält, Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, drum ist er auferstanden. 2. Steh von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Bergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, meil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du nur allein Ruh und Erquicung finden. 5. Der Löw aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich über4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. winden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! das du, Lebenssonn! durchscheinest; nun bist du auferstanden. Du kennst so komm ich zur süßen Ruh, da du des Satans Macht und List, o, mache mich mit dir vereinest. Wenn du einst sie zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 99 Prüfungszeit, mit ihm und mit der bim, mit allen Frommen aller Zeit Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. ich mich freun in Ewigkeit. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferslanden schon. — Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. - 169. C¹ erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, 170. Freiwillig haft du dar als als ob er spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. gebracht für o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlaffen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht faffen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Berwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, bir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, die Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens First, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieſer Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schaffteft, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schans 7* Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 100 den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch deffen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun fein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolt hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrekfen? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Stub erheben, wenn den Entschlafnen Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. Hallelujah! Sejus ruft." Dann wird das todie Geld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald find fie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja! der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. lebet. Erlöste Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Frende Raum! denn Icsus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! fobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 172. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. - 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Neines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu zc. 101 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts 6. Jefus lebt; nun ist der Tod mir foll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Eingang in das Leben. Welchen der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Trost in Todesnoth wird es meiner Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm Pflicht; dies ist meine Zuversicht. spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 173. Qiz 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen fominen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in können wir nichts wünschen. AlleEwigkeit beim höchsten Gut! mehr lujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen dir; o laß auch uns erfahMel. von Nr. 101. ren: daß wie voll With das Leben 174. Der Herr fährt auf gen Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobfinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. ist, doch da du hingegangen bist, ad id die Hoffnung es versüt- ßet. Alle 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun fich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Vers langen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Zench uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns 5. Gen Himmel laßt uns dringen immerdar erheben. Wir sehn hin- mit herzlicher Begier! mit Inbrunft auf, du siehst herab, an Tren und laßt uns singen: dich, Sefu, suchen Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich lujah, Alle- Allelujah! E 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet. wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! 102 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns licht den Lohn, den du uns zugesagt, und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner HerrlichMel. Vom Himmel hoch, da. - 109. keit? du Tag, wann wirst du sein, 176. Auf! Jefu Zünger, fruct euch, Herr fährt da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? Tag, brich bald Herein! Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 175. S chau, großer Herr der Herrlichkeit, herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wint bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschlossest du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sizzest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du fennst; daß alle Welt erkenn und seh, du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ißt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jefu Chrift, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüttet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobfinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbft. 9. Du haft die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sißen zur Rechten Gottes. dem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 177. Rechten seines großen Baters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Guaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlitz dienen; 103 finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner fich zu freun. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu sein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. Owohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. Mel. von Nr. 101. dessen Reich und Majestät fiber alle 178. Mein Jefus triumphiret, Dinge und den mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobfingt, lbfinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Liebreich Heil. Erlöste! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Reiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Nettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste 6. Du vertrittst, die an dich gläu- Theil zu achten, und nur nach dem ben; du bewahrst und stärkest fie, daß zu trachten, was ewig Heil gewährt. fie dir vereinigt bleiben; daß sie die 6. Sei du selbst unser Leiter in ses Lebens Mith standhaft durch dich unsrer Prüfungszeit, und bring uns überwinden, ihres Glaubens Ende immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, bin, wo alle Engel Gottes ihn als Heiland! sehen, und freudig vor dir ihren König ehren. fichen, bis Érd und Himmel neu. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Nuhm ist er sehr hoch Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Mir freuen uns, Herr zu loben. Ihm jauchzt der SeraJesu Christ, daß phinen Stimm, die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! - 2. Du sitzest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht feft, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein eiges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. feiner Seele bist du fern; du auf sie, und hilfft ihr gern. 8. Sich auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. Von siehst 1 6. Smmanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Beforgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du siegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher übers wind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gestegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Bas ters Throu voll Herrlichkeit geseffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich Mel. von Nr. 34. Laß uns dann freudig vor dir siehn. 181. Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. 180. Mein Jesus sitzt zur Eh noch die Welt geworden, hattst 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Chrift! der du zur Rechten Gottes bist. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. rechten Hand des du schon Herrlichkeit. Vaters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne sehe, und wo ich mit dem Herzen 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sißen zur Rechten Gottes 105 gewährt, sobald wir zu dir kommen. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist erhört und der des Glaubens Wunsch auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein erger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du trägeft alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewis nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zench uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß une fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir foll sich alles bengen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt. Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verchre und bete dich in Demuth an. Beschäme und betehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Hofer in seines Vaters Mel. Hosianna, Davids Sohn.- 167. Sohn, rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Namen sich erhebet auf den Thron fiber Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das 1 7. Wann fahr ich auf ans dieser Noth? wann komm ich, Heilserstats ter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! 119. 182. Herber Ruhm, du starMel. Aus tiefer Noth schrei ich. err Jesu, deiner Glie- selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das tes Haupt der Schwachen! du haft ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit selig machen; du bist, der das Gebet Nachdruck schützet! Schwinge dich in 06 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu ftetem Flor, groß durch Frieden, reich| Thron; der Höllen Heere sehn den an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. - 3. Dcines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Berdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen der Erde. großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz Aus dem 72. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 185. Gott! gib dein Ges richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried and Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte Welt stehn. Von Kind und Kindeskind die Wege bahnen. Ich gefelle mich im Geist froh großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15 184. Ihr Bölfer in der ganzen und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werte sind. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobfin gend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem gepreist. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt mur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht fie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Lust an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. - 109. 186. Die Erd und was darinnen ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felfenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Stätte nahn? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durchs Versöhnungsblut die schweren Sünden von sich thut. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze bligen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen stüßen, durch ihn gesegnet, fniet der Mel. Wie schön leuchtet der. 35. Heiden große Schar mit Ehrfurcht, 187. err, der du deinen theuHerr, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet fei der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ift Segen zugedacht. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! ren Sohn mit Hülf und Kraft vor deinem Thron zum Mittlerainte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld fein göttliches Gemüthe. Nun preift sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Selger Wechsel der Beschwerden! 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, da Trost und Bater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu beinem Schooß gegeben? Freunde, 3. Lehre mich, die Welt verachten, Feinde, alle müssen zu den Füßen und was in ihr Eitles ist! und nach Jesu fallen, durch muß dein Ruhm dem, was dort ist, trachten, wo du, erschallen. mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich fest, als von 4. Diese müffe mir nichts rauben; des ärgsten Grimmes Pest der Feinde du erwarbst sie theuer mir; jetzund Nachen rauchte. Schnöde, spröde, und seh ich sie im Glauben, dorten find mit Spotte sucht die Rotte dich zu töd- ich sie bei dir. Dort belohnst du das ten: Gott sieht drein, und sie erröthen. Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelft ihre Leiden in unendlich große Freuden. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolt, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch 5. Dort bereit auch mir die Stätte trägt ihr Same diesen Fluch, und in des Vaters Hause zu. Ruffst du ist( welch harter Richterspruch!) ein frühe oder späte mich zu meines GraScheufal aller Lande. Erde, werde, bes Ruh: leucht auch mir in dieser bei der Sache dieser Nache, die noch Nacht, durch die Stärke deiner Macht, brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Tamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. O Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Rächers. 6. Kommst du endlich glorreich wie der an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär sic ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und beinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. Mel. Freu bich sehr, o meine Seele.- 29. 188. Herr! bu fährst mit Glanz du zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geift zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn bein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. - 189. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Seger, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, mo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen stre ben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen Diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 6. Nun herrsch auch in meinem: Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und feiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich bengen. Dann sieht die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. Er kommt, er kommt bein erhöht. Weltgericht, der 4. Dusammelst site vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Nichter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß michh im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth? und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schore jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Heiland, den wir ehren. O weigert Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehors unzählbare große Heer der Todten sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen... 110 Erster Theil. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. - Von der Wiederkunft Jesu Christi 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Chriſt! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier flichen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majefiät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Chrift, mit Freuden vor dir stehen, und dir, so herrlich du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Neu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, und nie dich zu verläugnen. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Befrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschricht: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! we werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du haft auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Wonne sein. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort.- 190. 192. D er unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner ZuMel Ach Herr, mich armen Sünder.-67. kunft Zeit! in aller ſeiner Herrlichkeit 193. Bed Ledenke, Mensch, das steigt dann Ende, bedenke deirer Erdkreis beßre dich! der Tag nen Tod. des Schredens nahet sich. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann mors zum Gericht. 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben Sündern und den Deinen gibst du sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 4. Frohlockend fehn die Frommen 2. Bedenke, Mensch, das Ende, dein göttlich Angesicht. Schon hier dem bedenke das Gericht. Es müssen alle Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Stände vor Jesu Angesicht. Kein Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöst Mensch ist ausgenommen; es wird von aller Müh, sehn sie den Himmel dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. offen, und du, Herr, segnest sie. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in erger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich ſterben mag. Sm 195. Tod und vor mir, o 30. von Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 194. Ich Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. ch denk an dein Gerichte, du Nichter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung - 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel ziehn. Du rufft, und sie erschei- schweigt, und alle Völker hören erwar ven vor deinem Richterthron. Den tungsvoll und tief gebeugt. Kommt Erster Theil.- Von dem heiligen Geiste 112 erbt das Reich der 171. er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Wahr Sünder! erwacht! Mel. Wachet auf! ruft uns die. achet auf vom Schlaf die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. 5. O Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sünder, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft fie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist berloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! mun sehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehu nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! fein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden tränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. E omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde fie so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohx gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. denn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! fommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer über windet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Berlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlöfen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bereit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie dal gelobt sei Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 5. O, mach es kräftig, treibe fern des Feindes List. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärf uns im Glauben an den Sohn und Bater, bis das Schaun ihn frönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. Mel. von Nr. 33. und dessen Gaben. 198. erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. Christen rühmt, 2. Gefalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. D, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. 199. S Mel. Vater aller Gnade. ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schan von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Sch bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schäßen, Würden und Ergötzen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; dei nes Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thuft es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer feuscher Liebe, laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flam men bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 114 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 9. Ist bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geist zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband knüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshitze, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend sitze, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten nükLaß des Trostes, Ströme fließen, und lich werden. sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. Mel. Werde munter, mein.- 116. du uns 200. Deres als Bater und deinen Geist denen, die dich bitten, gibeft, ia, nm ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Bater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entriffen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet 201. mir dein Geist nicht bei. Drum fo laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Gitter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Troft erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieb n, daß ich mit getrostem Muth feiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 7. Gib mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sün den mein sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht Seelen nicht an Trost und Stärkung zu hören scheint: o dann laß es meiner fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze. durch dein Wort deine Gnadenwir tung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs Mel. des 77. Psalms. SIER eilger Geist, dit Himmelslehrer! starker Tröster und Befehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Den ten sich mein Herz zu Gott mag lenken; klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröste mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Jesu Wunden. Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung fei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Ren über mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und träftig feist. 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Henchelei verrichten, christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Mel. von Nr. 37. 5. Komm! erfülle, komm! bewohne, 203. Dir, Bater! dankt mein Herz und fingt, daß mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und bort in Ewigkeit. du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1 4. 202. Sott! bu haft in deinem du Sohn mich von Ewigfeit erwählet; Sende mun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, and gib mir des Geistes Gaben, burch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Bernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis. hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Bein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bea kannten seinen Namen frei, und lobs ten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geist der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, mich oft mit Neu und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden fränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schenk uns Muth und Kraft im Seelen Trost und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß fie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geift, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. — Mel. Nun bitten wir den h. G. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 1 204. Romm, o tomm, du Geift 205. DE es Vaters und des Lebens, wahrer Sohnes Geist, du, der uns den Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Berstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Neiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach mus tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geiſt im Himmels Geduld und throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn ums Satan wanten und dessen Gaben. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden fteh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig tren! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Troft der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. G und 2. Du, der Tugend Wiederbringer, vom Sohne! der du machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir mächnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden schon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Nath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, bor ott zu treten, und gib, enn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig fei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein träftigs Amen! 117 Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein fefte Burg ist unser Gott. 208. in starter Schug ift 15) Von der christlichen Kirche. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrft du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu ftehu. Seinen Namen zu erhöhn, feinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung ban, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche Freuden flüiglich ver meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsterniffen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: sie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 6. Schütze uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend fommen. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott! ber uns immer und droh uns zu verschlingen. Trotz gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. Sein freundlich Angesicht, Herr, deis Es soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. - 2. Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Bolt sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut fich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ift, Mel. von Nr. 55. 209. Laß boch, o Jefu, laß der so beschützen kann? dein Reich auf Erden 6. Es mache aller Völker Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Leitund! kein Volk sei auf der weiten den wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Güte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei nen guten Willen treu zu erfüllen. 7. Die Erde ist nicht mehr vers flucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren, denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 8. Ja, mach Jehovah, deine Tren an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. 211. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Chrift! der du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 213. Gottschutz in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdfreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschütttern, und sänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth hinab in seine Fluth: fie bleibet doch Gebirge, ihrem Grund enthoben, mit ihren Bächen die Stadt des Macht entflich des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird thums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! sein. Schau unsre Noth; wir sind 3. Gott wohnet selbst in ihren ja dein. Erhalt im Glauben uns Mauern, der Herr beschützet fie, fie getreu, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird sie dauern, den frei. der Höchste hilft ihr früh. tobten, und im Grimme empörten Die Völker Reiche sich! er sprach, vor seines Donuers Stimme zertheilten Welten sich. störe? er, der uns hilft, ist Gott! 4. Wer ist der Feind, der uns zerGott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. Mel. von Nr. 50. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevel stück! es fall auf ihren Kopf zurück! sie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 212. Shige die Deinen, die Berstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du felbst verheißen, nichts sie entreißen. 5. Er macht sich auf, dem Krieg 3u steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 2. Laß deine Wahrheit rein vertündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor 3. Du hast noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe sie endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der hienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schützet Jacobs Gott! 120 214. Erster Theil. - Von der christlichen Kirche. enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Krenz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gett. Sie mögen fich empören. With ch erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwiß erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 215. Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht fein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 3. Der Frebler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ; wer hier sein Sünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 5. In Feuer fiebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Verspottungen bewährt, strahlt Got 4. Auf, Christen! die ihr ihm ver- tes Wort auch heller. Der Strah traut, laßt ench kein Drohn erschrecken. len siegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? Die Feinde. 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indeffen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 6. Sein Licht beschütz uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Netze zieh, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk Erster Theil.- Von der christlichen Kirche. Träftig unsern Glauben. O heilger wir 121 Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Hirte Heerde, vor Abfall und Verrath mit ganzem 217. Trebu, der Deinen starter Ernst uns hülten. Schutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truß tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 216. 2. Du, Herr! bist ja unser König; verwandten doch nun seit der Apostel- dein sind wir nach Leib und Seel. zeit recht groß in allen Landen; du Menschenhülfe ist zu wenig, wo du haft durch deines Geistes Kraft die nicht, Immanuel, zu der deinen Netgroße Schar der Heidenschaft zu tung wachst, und den Feind zu Schandeinem Reich berufen. den machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfeft, und für deine Wahrheit kämpfeft. 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir machen, beten, kämpfen, und so die Versuchuna dämpfen. 119. Bater der Barmher zigkeit, bei Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. - 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wiffen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. D Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen: o, was kann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen frönen. 122 16) Bon der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Sorban. 218. M ie Christus selbft zum Jordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfüllen, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, 3. Die Liebe ist nicht zu ermeffen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als mir mit Heil entgegen kamst. du in deinen Bund mich nahmst, und 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfst an mein Gewissen an, und locft mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Bersprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölter, und auf den Bater, Sohn und 220. Mein Erlöfer! der du dir Mel Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. Wer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, als dein Jünger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort fest am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heißze. gehen. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und mur das zu jeder Zeit für mein größtes Mel. von Nr. 72. 219. h bin getauft auf dei Wohlfein achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. nen Namen, Gott Bater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volt, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen 2. Du hast mich für dein Kind zu ererben. erkläret, mein Vater! und ein felig 4. Laß mich drum, wie dirs geTheil hast du, Sohn Gottes, mir fällt, deinem Dienst, Herr, ganz gewähret an dem von dir erworbnen ergeben, und, entfernt vom Sinn der Heil. Du willst, mein Leben Gott Welt, als dein treuer Jünger leben; zu weihn, Geist Gottes, selbst mein daß ich einst auch, wenn ich sterbe, Beistand sein. das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 Rel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 3. Hirte! nimm dies Schäffein an! 221. err! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliede! Herr vor dir: laß dies Kind Lehrer! zeig ihm deine Bahn! Frie defürst! sei du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. - 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein 4. Laß uns alle in der Welt als durch dein Blut von seinen Sünden; rechtschaffue Christen leben! endlich laß es deinen Geist erneun und mit auch, wenn dirs gefällt, christlich dir genau verbinden! da wir ihm den unsern Geist aufgeben, und im Him Namen geben, schreib es in dein mel zu den Frommen, zu den wahBuch zum Leben! ren Christen kommen. 17) Von dem Einfeßung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. heiligen Abendmahle. 222. 18 Jesus jezund sterben wollt für unsre Misfetha ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verrathen: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glanben wankt, und meiner nicht vergesset; das ist mein Leib, der durch viel Qual jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergossen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, iegt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: ol wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu mei ner Ehr, als würdge Himmelserben! 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern han gen, und meint damit, wenns ütbel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem| 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein preist, dich will ich ewig loben. D, Trost, o Sünder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuer Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. — 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ich mich in den Lod für dich dahin 224. Gel gebaoth! gelobt fiir unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie haft du, Gett, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben gibt, ist auch für mich geftor gegeben: so weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. 10. Sch bleib in dir und du in mir, damit von meinem Geiste dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr erweise. Du bist nun ben. ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ewger Treu amfaffert. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gib, daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Vaterhuld erfreu. Gott meines Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 223. Halt im Gedächtniß Jeder auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Bergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Boll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiste liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunft fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Sch fühle, Herr, was mir geerstritten. Errettung von der Sünden- bricht. O stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. du auch mein Versöhner seist, und Dank ihm für diese Liebe! mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Trost set fest in mir, sei fest in mir, so dien ich voller Freuden dir. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! vers Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 125 laß mich nicht, verlaß mich nicht, so 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein tomm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß fie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. Mel. von Nr. 84. Herr, mein Heil, sei stets mit mir, 226. Jeju! Lebensquell, sei stets mit mir, so komm ich einst gewiß zu dir. der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich flag es dir, du 1 Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 225. Ich komme, Herr, und und beladen. O Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Guaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. e Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Siß, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will Tod! ich mich allein verschreiben. Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 126 227. M ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speiseft mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 5. Ach Jefu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigteit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen fich fest vereinen! 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner TaMel. An Wasserflüssen Babylens. 97. fel geh, und Brot und Wein mir 229. Du, Herr! haft aus geben imgleichen dich selber reichen. zu mir. Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mithfelge, kommt dir tomm ich auch heut, ein Sünder. Du Weltversöhner! ja zu Verstoß von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb entglind't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gefegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heifges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben foll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Troft und ängftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Neu, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! egiere fünftig mich), daß ich vorsichtig andle, und heilig, voll Vertraux auf dich, nach deinens Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, ver flärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entbade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Beben. aß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 230. Dich nicht; du kannſt ich, mein Jesu, las Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich) zeigen! meines Jefu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich vers binden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! fein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das pricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. - 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sinder waren, Dank und Preis und Jubel singer, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichtel laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; ach, laß würdig mich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, eiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Gottes schreckten, als du selbst für mich ge storben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, Mel. Schmücke bich, o liebe Seele. 121. 231. Seele, willst du Ruhe dir will ich mich ewig weihen. Hier finden, drücker dich will ich mich fleißig üben, dich z die Laft der Sünden, fomm, Verge tennen, dich zu lieben! einst werd ich bung zu empfangen, denn dein Licht dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe ist aufgegangen, und der Herr voll brennen. Laß fie mich auch hier empfius Heil und Gnaden hat zu sich dich ein- den; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. von Nr. 72. ch preise dich, o Herr, 233. Hier bin ich, Jeſu! zu Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 232. Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewiffensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Neu und Schmerz, die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Baterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer an vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Näum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opferno, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so thener mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gefinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Sie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn, - Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. 234. un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrütbe, der du für mich gestorben bist. Laß deines 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 5. Im Streite hilf mir überwin den und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 7. Wie jetzt in unfres Heilands Namen sein Bolt vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Nuhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trank, Herr, deines 9. So soll denn weder Spott noch Bundes Wein! voll Freude hab ich Leiden, noch Ehre, Freud und Luft dir versprochen, dir, treuster Jesu, der Welt mich, Herr, von deiner treu zu sein. Ich schwör es nun noch Liebe scheiden, die selbst im Tode mich einmal dir; schent du nur deine erhält. Du bist und bleibest ewig mein, Gnade mir! o laß mich deiner würdig sein. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deing Sohn. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glied der, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. Er litt, damit wir Friede hätten, ott, deine Guad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. 235. wie du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 3. Dank! ewig Dank sei deiner Trene, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir belehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du siehest mein Ver Plagen, die dem Gewissen furchtbar find; der kann getroft und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich fitt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. Sicher kann ich auf dich Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewiffen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be trübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! - 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade frent! Sie Hagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getrost selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. O laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestren verlaffen. Wenn alles wankt, so wanft sie nicht. Mit Neu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. trauen. bauen. Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.. 67. 236. Ich erhebe mein Gemüthe 237. Jch fleh in tieffter Neue sehnsuchtsvoll, mein zu und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Dwie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! tei- meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und laffe meine Thränen und Berächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, für Gnade Recht ergehn, so würde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmiste nicht verirren möge, führe du mich selbst bestehn. Du aber heilest gerne zer Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Netter offenbar, und läß'st mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Se ligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weiß heit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freu den. Wer aber sich auf Gott verläßt hält seine Gnade ewig fest, auch is den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frome men, on! euch wird des Höchsten Gitt umfahn. Bon allen seinen Knechten bleibt Gott der Troft, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Froh lockt ihm, ihr Gerechten! Inirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar sein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Pfalm. Mel. Kommit her zu mir, spricht. 238. M ie selig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn h schone doch, o großer 239. Menschenhütter! ad strafe nicht, barmherziger Gebieter! Each rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Krenz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entriffen. 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst kann ich nicht vor dei nem Thron bestehn! 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, 4. Ach strafe nicht, du aller Bosdie mir bewußten Sünden. Dann, heit Nächer! wo blieb ich sonst, ich dann, mein Gott, verzeihest du, und schuldiger Verbrecher! sich an den läß'st die müde Secle Ruh in dei- Sohn, der unsre Schulden trug, und nem Frieden finden. den dein Born, als unfern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Mel. von Nr. 16. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht; — - Von der Vergebung der Sünden. 132 Erster Theil. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen Schuld ist dir vergeben; sei getrost, thum; ach nimm mich auf! gedenk mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfassen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließzet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelstind verklagt? Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 240. Schöpfer aller Menschenfinder, großer Richter 8. Richter, der mich losgesprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Mittaller Welt! sieh, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und gemer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder gibt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler senket! Gott der GnaLastern sich befleckt, der in tiefen den! dir sei Ruhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zenge gibt sich an, der gesehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. FreMel. Wer nur den lieben Gott.- 7. cher Sünder, du mußt ſterben! wird 241. Wie theuer, Gott! ift mein strenges Urtheil sein. erzitdie alle tert meine Seele vor des offnen Ab- Missethat vergibt, sobald ein reuengrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ewgen Flammen Glut. des Gemüthe die Sünden, die es soust geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte thenre Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dar gestellt. 2. D! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih!. 5. Nichter, siehe meinen Bürgen, fiehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! fteh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Neu und Behrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erfithnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz boch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu fassen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde 9. Laß mich nun die Sünde haffert, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was deu neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein befliffen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! fie dränge stets und leite mich! ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Baterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Bater, mein Gewissen rein, und heidurch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter facht, die fromme Seel entfernt; fich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spren, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schaust im Zorn den Sünder an, des Süinders Weg vergeht. Mel. des 1. Pfalms. 243. D er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns HE für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Troft und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Frrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Trost? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in feiner Liebe Schooß trägt er uns stets, and ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. und Neigung, uns zu schüßen; es kann bekehrt, der wird nicht, wenn er der Geist in stillem Frieden sitzen, fleht, erhört. weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 4. Die Frevler mögen nicht bestehen; du haffest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Luft und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, Lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du tein Wassertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Sewer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! wer ist, der meiner mächtig ist? Der 5. Pfalm. 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs tlagt. 244. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Trußz, stets der verlaßnen Frommen Schuß. meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmer ten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Psalms. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze fehret, so kann ich bald von dir Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit fie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus fanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 3. D bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die Mel. Wie schön leuchtet der. 35. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Ses zur ligkeit, o Gott! in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! - 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen. Schein unverhüllt, 0 Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich 2. D, wie erhaben ist das Recht, darnieder schläget, und fast den Geist das du uns gibest, dein Geschlecht der Kindschaft in mir dämpfet, so und Bundesvolk zu heißen! Bei dir daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will tämpfet, und dieser Streit mir neue deiner starken Hand, Allmächtger! Angst erreget, so laß mich bald dein uns entreißen? Wenn wir gleich hier huldreich Äntlig sehn, und neue Kraft müssen streiten, und zu Zeiten schwach und Zuversicht entstehn. uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 3. Du deckest unfre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 246. I hofft auf deine Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann fieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Bolt 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 7. Zu diesem Glück bin ich erlauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 248. Ich weiß, an wen mein Seele! der Erde glänzend Nichts verGlaub sich hält. Kein geht; nur des Gerechten Ruhm beFeind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. Der 112. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. 249. reis, Preis fei Gott! Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? und Glück und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglfickt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 5. Wie glücklich, Gott, find Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt mur turze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene besre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil, dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 6. Heil ihm, daß er sie zu vers treten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! fein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil.. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getrost, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und zittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, die ihn schmähen, gerächt sich sehen. dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 9. Er streuct aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, fuirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erforen, das ist verloren. - 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! Mel. Jefu, meine Freude. 89. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und EitelDu erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 250. Mie getroft und heiter, feit? du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, 9. Deinen hohen Frieden schmeck und so gern erfreust! niemals wird ich schon hienieden. Und was hoff bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 2. Deinem Nath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn. Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erMel. von Nr. 42. eines Frevlers Herz erſchüttern: was 251. W wissen habe, so hab ich Gebrauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich große Seligkeit; es ist des Him ich überwinde sie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glück dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiden erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 10. Boll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe: groß ist deine 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreu digkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Welt ihr Lohn; und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. 3ch eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Nuh, indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Mel. des 4. Psalms. Gott, regiere mich! denn ol was 253. Mier W könnt ich ohne dich? Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252. in Bilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage: wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sintet: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie fei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'ft du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Dein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, lass mirs des Himmels Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein k Mel. des 46. Psalms. — ich schon auf Erden; hier such und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie tann, viel Guts erweisen, fie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! eglidter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen. nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspitren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiss'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur 5. Der Tod mag andern schrecklich übest, so ist und wird dir Gott allein. scheinen, er schwächet doch nicht mei- Gut, Ehre, Luft und Leben sein. nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläff'st du keinen, des Zuversicht auf die beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Emigkeit! 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrülget? Ihr tappt im Fina ftern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht ,. und findet nicht. 4. O füße Luft, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenft, der sich uns selbst zu eigen schenkt! 3. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner fräftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Trofte mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst fiber Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich tran auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener ungeschieden. Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergisset allen Weltgewinn. 7. Du segneft mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu Hassen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. deiner Bahn! laß deinen Geist mich Einst werd ich dich noch näher sehn, fiets regieren, und hier durch Welt du Ursprung wahrer Frenden! an dir und Prüfung führen zum Himmel, wird sich dann ewiglich mein ganzes wo man dein genießt, und du in Herz, Herr! weiden. allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. JE 255. ch freue mich, 9. Noch hats bein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Mel. Ich ruf- au dir, Herr Jesu. Trost, und was kann mir in deiner 256. M ein treuer Gott! Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein meiner Seelen? durch deine Stärk zu seinem Ziel 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. gelangen. Soll ich, bis in den Tod getren, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. E Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Luft und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bit nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Striden? 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Treu und in die leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Vere Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine 3. Der Gott ist unveränderlich, der Wacht, dein Trieb zum Kampf und mich zum Heil ersehen. Er kennet Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Nachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, 4. An meiner Statt hat Jesus sich läßt fich der Herr nicht nehmen. Mein zum Bürgen hingegeben; und nicht Vater wird sein armes Kind im Hof- umsonst; er hat für mich erworben fen nicht beschämen. Das allerkleinste Heil und Leben. Die Sündenschuld Lamm läßt nicht mein treuer Hirt ist abgethan, wer flaget mich nun verschmachten; er wird achten, was weiter an? wer kann mich nun vermir annoch gebricht, und mir zu dammen? helfen trachten. — 5. Mit dem mein Glaube sich ver 5. Den Glauben, den er mir ge- band, mein trener Seelenretter, mein schenkt, den wird er mächtig stärken. Jesus ist zur rechten Hand des Vaa Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, lei ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. ters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachfamkeit mich mächtig unterstützen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich hassen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand. heißt, zum Unterpfand gegeben. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! fein Tod, tein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist mur nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben fiben! ach, mache mich je mehr und mehr bequent zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 257. Get etrost, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. Er hat mich schon von Ewigkeit 2. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. Ich bin ein Chrißt! Gott in Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. -- - 30. dieser hohen Würde steh ich und fürchte teinen Feind, und lache jeder Bürde.. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser Pilgrim schaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; er ist zu fest gegründet. Er ftiget sich voll Zuversicht auf Jesum Chrift, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. Vom Tode der Glaubigen, - mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und lässet mich der stillen Ruh genießen. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit nir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Frift, Gott, gegen das, was ewig Tiefen wallen, so witrde mich fein ift? sollt ich nicht muthig kämpfen? Grauen doch befallen; du, Höchster, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Stecken mit allen seinen Schrecken. Gott will mein sichyrer Trost vor allen Todesmich aus des Grabes Nacht zum gro- schrecken. Noch mehr, du willst, daß sen Tag erwecken; ich fürchte nicht der ich an deinem Tische im Angesicht Höllen Glut, erkauft durch des Erlö- der Feinde mich erfrische. fers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Pfalm. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 259. Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. er Herr, mein 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. - 260. G Geben, dich zu verlaſsen, Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. ern will ich mich erge3. Du salbst mein Haupt mit dei nem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume blei67. in meiner letzten Stunde mir Geift und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubiger Entzilcken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. Welt! Ich geh zum besseru Leben, fobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: tommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh. Dies Wort aus deinem Minide laß, Herr, mich zu erfreun, 4. Der frohe Siegsgedanke: mo ist dein Stachel, Tod? stärt mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Mel. von Nr. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn mun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! ein fanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krantheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Stuh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Bater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 143 Gott Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 262. Noch bin ich dein Gast, mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Ange sterbend bricht, Leit uns dein Licht! so feblt suns Troft im Tode nicht. 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Blage sah dein Auge Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu bes seelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird als dann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. neuen Kräften; und von Schwäch und den jenen Ruf: das Grab ist da! 6. Hör, o Seele, einst mit Freu denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir er warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf: 144 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47 der Fluch der Sünde nieder. Doch 263. Selig, Gott, find die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; nun schon im in dir, glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus Chris Arbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. - - 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. sei dir nicht mehr fürchterlich; z Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kaun, anser ewges Schicksal an. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Ange bricht, zu deinen Todten sammelt. Bielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin 6. Daß wir dein sind, nicht der ich von meinem Ziel noch weit, fo Welt, daß du uns wirst auferwecken, sei mein Leben dir geweiht, bis einst diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Mnth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erge ben, daß ich droben dich unendlich föune loben. 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Lodten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will Mel. Wie schön leuchtet der.- 35 264. Wie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst dir, ganz befreit von Sünde und von 265. Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Fren dich innig! stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Efends Joch, Mel. des 103. Pfalms. ie komm ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu viel lieber, als diese Welt, woher schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. fommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschredet? 266. B egrabt den Leib in Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst dem finstern Todesthal? blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Mit Daut muß ich von deiner Gülte fagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Troft erquict; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Han- Herr; er war schon Staub, und wirds 2. Aus Staube schuf ihn einst der den, doch weiß ich auch, wie du mir nur mehr; er liegt, er schläft, verbeigestanden, daß mich die Last der west, erwacht dereinst aus dieser ToTrübsal nicht erdrückt. desnacht. Gott, der sie aus aller ihrer Noth, 3. Des Frommen Seele lebt bei aus aller ihrer Missethat durch ſeinen Sohn erlöset hat. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll." 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolf vertheisen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 6. Gott! du bists, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur au dir fest flebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o drüldt: nun wird er, Gott, von dir 4. Hier hat ihn Trübfal oft geerquickt; hier wandelt er im finſtern und Qual. Thal: nun ist er frei von Schmerz 5. Gott blieb er treu bis an sein ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Grab: nun wischt Gott seine Thränen Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Nuh! wir gehn nach unfern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit 5. Du bist mein Fels; die Wunden find die Höhlen, dahin ich flieh, was Freund und Zittern uns bereit. fann ich sonst erwählen, wenn mir 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer der Tod das matte Herz zerbricht? Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Muß ich allhier im finstern Thale laß unsre ganze Seele dein, und freuwandern, treibt Todesnoth von einem dig unser Ende sein. Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 267. J ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd aufer10 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, 3. Wird gleich mein Leib des Todes stehen. Dann werd ich in der Raub ,, er wird doch wieder lebent, - Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heio land, fehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung du bists, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trilbfal, Angst und Schrecken, fo, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigteiten mich würdig zu bereiten. und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'st in dein Reich mich gehen. Forts hin von keiner Last beschwert, an leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmels reich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 268. Mein Heiland lebt! Er damit mein Herz: es kommt ein des die, die dir hier folgen, leben, und 6. Denn, wo du bist, da sollen von Seligkeit umgeben, genießen dei frei und ner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo teine Schwachheit uns mehr drückt, we wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. 269. Mein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht diinft mir dann alle Laft, die mich hienie den drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Here und der Auferstehung der Tobten. und Gott, mein Herr und Gott! dies Mel. Jefus, meine Zuversicht. Heil Tod. eit verbank ich seinem Tinen Wint 270. Jehus meine Sticht Zuversicht - 147 mein Geist des Körpers Banden sich im Leben! dieses weiß ich, sollt ich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; nicht auch zu sterben, mich ergeben? daß ich, durch deinen mächtgen Stab was die lange Todesnacht mir auch beschützt, ins Todesthal hinab getroft für Gedanken macht! und frendig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Ge meinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich 3. Und wenn mein Geist aus Schilchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden tränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht ge- 4. Fleisch bin ich, und muß daher denken. Der Trost, den du auch mir auch einmal zu Staube werden. erwarbst, als du zum Heil der Siin- Dieses weiß ich; doch wird er mich der starbst, und fühlteft, wie dich erwecken aus der Erden, daß ich in Gott verließ, der mache mir das der Herrlichkeit bei ihm sei in EwigSterben süß. O Jesu Chrift, mein feit. Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird fich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Bor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, Nichter aller Völker, sehn, dich fehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich foll lebendig sein, wie du. Herr Jefu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Ang im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterb lich sein. 8. Frendig bin ich and getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb, ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber bringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefuin Christum, werd ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, er hebst von den Lüften dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Mel. Mache mit mir, Gott, nach.- 26. 271. Hebersicht. Du lebſt, ich err! du bist meine Zu werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 272. Wachet auf! so ruft die Stimme nach der Zeit, der Engel Stimme, ver laßt das Grab, verlaßt die Gruft! wachet auf, erlöste Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vor bei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! fein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Eiuft trifft den Spötter dein Gericht, und dann Segt meine Zuversicht. 2. Erd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn frönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sint immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich nen beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 273. M Mel. bes 84. Psalms. 6. In diesem Glauben stärke mich). Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. 21) Vom ewigen Leben. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde feine - 3. Ewges Lob sei dir gefungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Frenden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, em Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott felbft fest begründet hat, da werd ich Erster Theil. - erst cht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. Vom ewigen Leben. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft ange nommen, laß mich auf der Berläugmung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher tommen. Gib, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 6. Berleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getroft auf beine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! Mel. des 16. Psalms. 149 4. Oft feh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübfal Sturm dringt auf mich zu, mein milder Geist find't 3. Ifraels Arzt! vertreibe durch die nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, Macht, die so viel Blinden das Gesicht die mich umhüllet, betracht ich nur gegeben, in mir der Seelen finstre der Treue Lohn und jener Ueberwin- Blindheitsnacht. Die Augen werd ich der Kron. dann zu dir erheben, um so mit aufgezu sehn in deinem Lichte. decktem Angesichte dein ewges Licht 274. uf, träger Geistl laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wefen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewige feit wird dauern und bestehen. schon gesehn, daß, was dein Herz 2. Ja, hast du nicht im Glauben wahrhaftig kann ergötzen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? digkeit, die mich verhindert, flüiglich 4. Schenk Augensalbe für die Blö mit dem Dampf der Zeit; laß nie das zu vergleichen des Himmels Schätze Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen taufen, für alle, die in Lebensschran ten laufen. 5. O felges Volk! das du ans freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst Heiligthum zu bringen. 150 Erster Theil. 6. Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ith, mein Heiland, dich nun selbst verfläret in Klarheit seh! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. — Vom ewigen Leben. 7. 3ch entbrenne vor Berlangen, dies verheißne Land zu sehn, fene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Bater geh ich hin. 8. Welche Tröftung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden ſoll. Leicht und kurz sind diese Leiden, Freuden, wenn ich christlich fie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Ruh zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein foll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Stetter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen wir dig ist der Erbarmer, Jesus Christ! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Baterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was fein Sterblicher bernommen, Gottes Heil gewähreft du. Freudenernten schenkt er denen, die erst hier gesät mit Thränen. Alle Thränen trocknet er, Sünd und Elend sind nicht mehr. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle diel in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquict. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgejang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die Welt hervorgebracht, so sein auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ewgen Glüd, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommen Freuden und frönet sie mit Preis und Ehr. O unaussprechlich süße Ruh, wie herrlich, Höchster, segneft bul Erster Theil. Vom ewigen Leben. 151 7. Wer kann hier deine Gnade| 5. Bor seinem Antlitz wandeln fie faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit gefchickt zu dieser Seligkeit. - auf ewig frei von aller Mith, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, wird entzückt, wenn so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Frenden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! fein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer Geist, Gott, er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Wächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ift, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gitte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. Mel. von Nr. 234. 3. Kein Tod ist da mehr und kein 278. Nach einer Prüfung turGrab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein feid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird te ganz besungen. Völlig gibt sich den Erlöften, fie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Au genblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil. Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo und Mel. Wer nur den lieben Gott, 7. den Bekümmerten vergißt; hier tann 279. Decles Leben nicht für der Mensch nie frei von Pein, nie 279. D" n gabst mir, dieses frei von eigner Schwachheit sein. den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Nichtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und goffeft über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufst mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig fei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Liste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu 12. Was seid ihr, Leiden dieser sein, und diese turzen Prüfungstage Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Gott und der Tugend blos zu weihn, - Vom ewigen Leben. die an uns offenbart foll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heiliy und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. - Erster Theil. Vom ewigen Leben. 153 wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, 4. Dann wirst du dich unsern Seeder mich zum beffern Leben führt. len offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. -- 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! 10. Gott, gib deines Geistes 5. Da wird deiner Frommen Menge Stärke, der du in Schwachen mäch- ein Herz, eine Seele sein, Dienst tig bist, dem, der zu diesem großen und Dank und Lobgesänge dir, erWerke zu klein, zu schwach, zu sinn- habner Gott! zu weihn, dir und lich ist; lehr mich das Irdische ver- dem, der selbst sein Leben willig für schmähn, und stets nach meinem Ziele uns hingegeben. Mit ihm, unserm schn. vereint. größten Freund, sind wir ewig dann 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken bann, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künstge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 280. felig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch disse Zeit. - 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Gitter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Pfalmen, unfre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ifts doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummier frei. Schnell nur wird die Zeit erscheinen, wo kein folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfrenet fiber das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der From men mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Neue Wunder deiner Güte wer- 9. Ohne Heiligung wird feiner, den da ihr Glück erhöhn. Mit erstau- Herr, in deinen Himmel gehn. O, fo nendem Gemüthe wird dann unser mache immer reiner hier mein Herz, Auge sehn, deine Huld sei über dich einst zu sehn! hilf du selber meischwenglich, und die Wohlfahrt un- ner Seele, daß sie nicht den Weg vergänglich, die dem, der dich redlich verfehle, der mich sicher dahin bringt, liebt, deine Baterhand dort gibt. wo man ewig dir lobsingt. 154 3weiter Theil Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Mel. von Nr. 84. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsse nun kein Schrecken, Furcht und Leid und tilge durch dein göttliches Erbar- der Seelen Ruh und Wonne nicht men die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath. meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mehr stören. 5. Sich meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. mich Reinigung und Gnade finden. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. ei gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, 281. Sei 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu und Weh die Missethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und folltest du es rächen, so müßte man, fo müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib fie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Ausfäßgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erwedt in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstiltz und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 8. Eröffne meine Lippen, daß ich derlich. Dein will ich ewig sein. D tann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich. Dant erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. Der 95. Pfalm. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. O Gott, tu frommer Gott, 8. err! höre mein Gebet 282. willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Senfzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Troft gewährt? 283. rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offentbar sein Schutz und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von und über alle Götter sizet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünstig feit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Hei 4. Denn er ist unser Gott und steht nur bei dir! o, daß ich Hilfe Heil, wir sein erkauftes Volk und fände! für Recht laß Gnad ergehn! Theil, und Schafe seiner Weid und ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme den rechten Weg; denn nach dir sehn hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unverän- Bucht wohl vierzig Jahr umsonst be 6. Ihr rohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine 156 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt denn, sprach ich, und vor deinem Heiland flichest, desto mur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. D, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endTich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Gülte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geis ster und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinsort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. - Mel. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick! komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht felbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, fo du wartest, bis die Gnade, als die Sonne untergeht! fomm am Tage dieses Lebens, hör die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! tonin, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fei getroft und unverzagt! sich der böfen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könneft christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Neben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. 285. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. chaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! banet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 4. Schrecket dich die Macht der Sanden? Ei, du kannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben fän finden; er, dein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, nicht. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. - 7. den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott. Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Gott! hilf mir, daß ich will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz fich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. hört, 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme 5. Sich voll Leichtsinn stets zer- und redlich sich zu dir bekehrt. ftreuen, thun, was Fleisch und Welt 3. Den rettest du von dem Verders uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Christi machst ihn zu deinem Kind und Er Geift. Wer ihn wünscht zu haben, ben, daß er frohlockend rühmen kann: kann auf der Tugend rauher Bahn wie groß ist Gottes Vaterhuld, er nicht in ficherm Stolze leben, und tilget meine Sündenschuld. den Lüften sich ergeben. 4. Sollt ich die Güte denn vera achten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering fie schätzt. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverweltt des Himmels Krone. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der lieb- 6. Sich bessern, ist der Weg zum 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstoftung, wenn ich mein Leben ohne Rew im Sündendienste zugebracht, zu dei nem Zorngefäße macht. ften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist deu Sündenelend sich entreißt. 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, Ja, mein Heiland, ach! und leite mich selbst auf dem Pfade geh nicht mit mir Armen ins Gericht der christlichen Rechtschaffenheit! wie gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. selig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 157 9. Gib mir Wollen und VollbrinMel. Beuch mich, zeuch mich. gen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Dir allein hab ich gefilm lehre dene und verleih Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, we also zum Himmel dringe. . - 81. 1 ich Gnade such! ein gerecht Gesets verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was fann vor seinem Schrecken Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? manchen schweren Sorgen machtest Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir nützte, dir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zweck vergessen! 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und fannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! - 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Laft ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zer flöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, verföhnen? 6. Gottverföhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöfer, dir zu leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Deine Güte Seele mich bemühn. lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gefündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vont Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist dei ner Baterhuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was bein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folg sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. öchster! denk ich an die Mel. Liebster Jesu, Troft der. 284. 288. Süte, die du mir bis 289. Liebster Sesu, Troft der her erzeigt: o, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Bergchun -gen betrübet. Herzen! Stiller ban ger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschüld ich trage, die des Höchsten Buch ent hält: ach! so kann ich nicht ersehent, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig fein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der finden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie — 2. Von Geburt bin ich ein Sün der, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 3. Herr, wohin soll ich mich wen-| so fahr hier fort, nur schone dort, den? Was kann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; keinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. muß ich auch hier viel büßen. 5. Vergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wies diinfet dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offent. - 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. Zwar ich muß vor Gott geste hen, daß ich gröblich mich verschen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tieffter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme. mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin bes streben, beffer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jefu Chrift, du höchMel. Es ist das Heil uns tommen.- 6. Gut, du weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und bes den; da das Gesetz, das mich vers tlagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Laft; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet haft am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erwedter Sinn an mein Betragen denket, 2. Flöh ich gleich weit vor Ban- so fint ich fast vor Angst dahin gigkeit hin an des Erdreichs Enden, die Sünde drückt und kränket und der Angst und Pein befreit zu sein: schrecket mich. In dieser Pein würd würd ich sie doch nicht wenden. ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 3. 3u dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf and Pein auf Sünde folgen müssen: 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben; ja, weit du alle Huld verheiß'st dem, der sich 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Ach Gott und Herr 10 290. Ach ch Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie dritckt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 160 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränkt: so zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! - 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ängstigt mein Gewissen noch, du fannst sein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, mun gänzlich dir ergeben sein, in findRichem Gehorsam. 7. Dein freudger Geist stärt mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, felig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. Je ch schäme mich ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll SündenErbarme dich und - 308. schmerzen. nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So gieng ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade zu; die Seelenruh verschwand; dies alles saheft du. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, Borte hörte ich dich, und achtete verführte mich; in deinem jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wefen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Troß und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedente nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächti ger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wah ren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollmich dir allein zum Dienste weihn. bringen schafft, voll Reu und Leid Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurüldge 293. König, deffen Ma denkt, mit wie viel Missethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienste Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich ariner Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich fuche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilsst ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall, mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 1 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winist, so bet ich mit ganz zerkuirschtem bangen Geist, der gleich wohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Šinder gnädig! Mel. von Nr. 201. 294. M enn der Sünder hat breiten Weg gewandelt, welcher zum mißhandelt und den verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles nen und gut. 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und fannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entzichn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes fei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der ir die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein 5. Doch viel heller ist die Klarheit, Gott, und was ich bin, bleibt ewig die sich zeigt im Wort der Wahrheit; dir ergeben. Ach heilige mich ganz komm, o Sünder, und vernimm Jeſu, und gar, nach meinen Glauben des Versöhners, Stimm; komm zu immerdar durch wahre Liebe thätig. dieser Quell der Gnaden, komm mühLäßt sich dann noch viel Schwachheit selig und beladen; er sagt deiner Seele fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth Ruh, er sagt dir Erquickung zu. flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmcu viel, hast du davon kein Gefühl? Sichst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gültgen Schöpfers Spur? 6. Jesu, Trost der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffst selbst durch deinen Geist geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so kräftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sin Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den lediq; und wenn ich nicht mehr Buße spürt. 11 162 3weiter Theil. 295. A dir allein haber der blitzet; fuch ein Zoar, das 2. Eile! Sodom lehret dich, wie Herr dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Dente, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! - Von der Buße und Bekehrung. ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß 2. Dir ist mein Seufzen nicht verbor- vermehret. Auf! Gott ruft dich noch gen, und meine Thränen sind vor dir. zu sich: eile, und errette dich! Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sün den, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Frith wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Bater der Barmherzigteit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich frendig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohl gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du ruhn. 296. 6. Was du Böses an dir haft, wird sonst wie ein alter Aft; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich 10. Bater der Barmherzigkeit! von mir versäumet werde; führ mich Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht * selbst zu deiner Heerde! Vater! ach bekehrest, da du Gottes Stimme ich bitte dich: eile, und errette mich! hörest! Auf! Gott rufet dich zu sich; eile, und errette dich. ünder, willst du 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom gefloffen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! Mel. von Nr. 79. 297. verschwinden? üter! wird die Nacht Hüter! ist die Nacht Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu ungeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entfagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kom men ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich | efkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 4. Du hast ja, da du ist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehu; so werd ich das Gute licben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte fliehn. 6. Herr! du winfft, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 298. Millst du die Buße noch, schieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigen Herz bekämpfen. Begierden 1 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlaffen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verlängnest sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ifts gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns 11* 164 3weiter Theil. die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. - Von der Buße und Bekehrung. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8 12. Der Glaube heiligt dich. 3 299. Laß mich boch, o mein Mensch! Buße and du verschmähst des Geistes Got- verschieben, die mir dein Wort gebeut! tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein wie könnt ich sonst mich lieben? Sft Wert? Gibt im verkehrten Sinn wahre Besserung nicht meiner Seele den Sünder, der beharrt, nicht Gott Glück? wer verschiebt sein Heil zuletzt dahin? gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich ertühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gerent. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glüld, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 17. So süß ein Safter ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück, sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlaffen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Liste dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich er schreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Schen ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu sein, um wie viel weniger werd ich mich morgen scheun. 8. Du reichst ja Kräfte dar, ung felber zu besiegen. Der Sieg, so schwer Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 165 er ist, bringt göttliches Vergnügen; 6. Heut lebst du, heut bekehre geht er im Anfang gleich nur noch sehr dich; eh morgen kommt, kanns langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, Gott, ein Wunsch nach Besserung daß ich mich gläubig nahe dir, und und Angst auf Misfethat, ist noch mich belehre unverweilt, eh mich nicht Heiligung. mein Ende übereilt, damit ich heut jederzeit zum letzten Abschied ändern sich. Wer heut ist start, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nen und ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 10. So gib denn, weil ich noch, und Herr, deine Stimme höre, daß ich sei bereit. mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier verfäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. bereun. Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. 300. S( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich befre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 1 Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. M ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, frank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die in Grimme: weicht, die ihr euch veralle Sünder lockt! Ach, sprächeft du stodt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Wer sind wir? Gott wird wohl mein erbarmen sich. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 3. Doch heißt dein Ruf uns kom4. Wahr ist es: Gott ist stets bemen; und merken mir nicht drauf, reit zum Wohlthun, zur Barmher- ob wir ihn schon vernommen, so suchst zigkeit; doch, wer auf Gnade Böses du selbst uns auf. Dein Herz, o Heithut, und der Versöhnung theures land, brennt, daß doch das Schaf Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, zur Heerde zurückgeführet werde, dadem wird, wie er verdient, gelohnt. von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Christen. 5. Liebhaber unfrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüfte; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. - trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu! reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 8. Nun, Jesu! ich beklage den deiner Güte freuen? Gott des Le2. Wird dies Herz im Grabe sich blöden Unverstand, und daß ich meine bens! todt kann ich dir kein DankTage so übel angewandt. Verstoß lied weihen. den Sünder nicht! mich reut und Rette mich, daß ich schmerzt mein Schade, verwandle dich, weil ich hier noch lebe, dankbar deine Gnade nicht in ein Zorngericht. froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kaim mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Guade, Gott, du Gott der Gnade! 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich) preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirklichen Genusse, stets Gnade schöpfen foll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, bid. 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und sehnet sich nur umsonst nach Friede. von Seufzen müde. Meine Seele Ach! wie lang soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46.. 303. h glaub an Gott! hoch Schar. sei verehret, er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jesum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 167 Glauben. 11. Auch an dem Geist, der ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herri erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen und ewig voll des Lobes sein. 16. O heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Bein und Schmach das Herz! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns komFinsterniß. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet: dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freun. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder nun mit sich in sein ewig den schweren Zorn gestillt, des Last Reich. uns alle drückte. - Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, so laß dir noch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sei gepreift, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollft erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier gesche bricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird ge- Verzeih, was wir versehen, als wir tauft, dem ist die Seligkeit erkauft, den Schuldigern verzeihn! Versuchung der gehet nicht verloren. laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; Mel. O Gott du frommer Gott.-8. ohnt den wird er nie bleiben. Er 305. Herr! ohne Glauben kann lehrt, in Willen er lehrt, dem Nächsten Gutes und Sanftmuth üben. vor dir Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 168 Zweiter Theil. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du hast für mich gebüßet. — thun, Geduld bestehen. 7. Wer bei Gott Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihm dankt für alle Gaben, in feiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu; laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir in Glück 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folgficht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam sei. sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten, ehrt und preist in Christo Gott mit stillem Geist, es gch ihm, wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet ftill der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 4. Zaß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst fei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will ers oft nicht entdecken. Sein Mort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel 6. Wie selig leb ich dann im Glanben schon auf Erden! wie herrlich Zweiter Theil. Bom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. stärk im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 8. Wohn in mir durch den Glanben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merte, und eifrig, 306. Gottes Sohn, Herr gleich wie du gethan, auf der mir O Jesu Christ, an wen abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freu digkeit vollende. Steh dann zu meis nem Trost bereit, daß ich der Seelen Scligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du haft angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr. stärk meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! - 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Cifer 141. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. schicken. Nur in dir find ich Trost 307. Ich komme, Friedensund Ruh und erges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich), zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Roth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dain, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit richten der Gerechtigkeit erfüllet, - mend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Rub erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz ven Sünden rein? Herr Sesu Christ, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. vor 2. Anbetend steh ich, Herr, dir. Dein Antlitz neige du zu mir. und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Bergehn um Nache schreit, fa mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Dn, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 170 Zweiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jefu Chrift! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. — 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Baterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jejus nimmt die Sünder an! Christ, soll mein Vertraun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Netter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein trener Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, fommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Jefus, meine Zuversicht.— 47. 309. Jefu Jefus nimmt die Sünder an! sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verfehrten Wegen wallen! 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder ant Mel. Alle Menschen müffen sterben. 82. Prüfungszeit ein Helfer voll Barn- 310. Jeful daß du meine Seite herzigkeit, naht Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad und rette mich. - tern Tob aus des Abgrunds tieffter Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Verzagten wissen; dieses predis get dein Wort, uns zum Troft noch immerfort. 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Vom Glauben. 171 Welch Zweiter Theil. Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufft du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als mur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. der Drangsal mir erwecken. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mi siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts 10. Hilf durch deine blutgen Bunbei mir zu finden, als nur lingerech- den, denn durch diese werd ich heil. tigkeit. Beßrung hab ich oft ver- Durch die Qual, die du empfunden, sprochen, und wie bald mein Wort ist nun Seligkeit mein Theil. Deine gebrochen. Kaum erschreckt mich die Schmach und Dornenkrone stärke mich Gefahr, die mir oft so nahe war. in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Situden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger fei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schanen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 5. Herr, ich glaube. Nette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein 82. ach), gib Trost, die Angst zu lindern. 311. Jeunaden! fich mein Mel. Alle Menschen müssen sterben. sich an in Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. bon mir. 1 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir 7. Mach es selber rein. Ich fühle, zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch daß nichts Gutes in mir wohnt. bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk Gutes seß ich mir zum Ziele, Böses auch meiner; denk an mich, sprich bin ich stets gewohnt. Nun kann nur ein Wort, o so weicht mein ich mein Fleisch nicht zwingen, und Sammer fort. das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen. Starfen, 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrek fen neue Furcht und Bangigkeit in 172 Zweiter Theil. Vom Glauben. Frommen; nur den Sündern riefen 5. Dies mitsfe mein Vertraun zu fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, 5. Jesus, sollt ichs denn nicht der Gottheit Nath vom Menschen zu wagen? follt ich denn zu dir nicht entdecken, bet ich der Liebe Macht, flichn? Sollt ich darum ganz ver- die ich nicht fassen kann, mit froher zagen, weil ich so verdorben bin? Nie Zuversicht, doch auch in Demuth an. verstießest du den Armen; meiner wirft du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 1 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du geschenket bist! Neiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Nath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. Mel. O Gott du frommer Gott. 313. ben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o, sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmfischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ewges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. - - 8. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine 312. Mag doch der Spötter Hülfe doch von mir nicht ferne sein! Mel. O Gott du frommer Gott.- 3. Heer des Namens 3. Jesu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. D, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, 4. Gib, daß die Zuversicht in meikonnt'st uns mit Gott versöhnen, und nem Geist sich mehre, daß du mein uns mit neuem Recht zum ewgen Vater seist, und ich dir angehöre, daß Glück belehnen. O! beides ist gleich alle meine Schuld von dir vergeben groß, der Welt ein Schöpfer sein, sei; damit mein Herz sich dein, als und eine Welt, die fiel, von ihrem seines Gottes, freu. Fall befrein! err, allerhöchster Gott, 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets befliffen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertrateft; o unterstütz auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlers and ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Ewigkeit. Mel. Mache mit mir Gott nach. 26. 314. Mer, Gott, dein Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der liget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 1 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flicht den Nath der Sünder, folgt 316. Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, ange=" nehm, wenn ich Gehorsam itbe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhin. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. einen Jefum laß ich 315. Da er ür mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens dicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, 5. mich zu erquicken, ewig mir sein An Sesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein IJesu, laß ich nicht. nichts von dir mich scheiden. Weh 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laſſe euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das Mel. Herr hör, ach höre mein. ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so doch mein, und klein: ist ich bin sein. 174 Zweiter Theil. 2. Mein gültiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu inden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich den noch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Sonathan, steht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig unge schieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, haffen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entchret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ia das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöste, hier beide schützet, pfleget, speist, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Witz, Scharfsinn, Muth, Entschloffenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und Vom Undant weiß, ist seine Gabe. hält er selbst mich rein. Mein Freims ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und uhm. Er kam, von Sünden mich thum sonst, leider! nichts, als Schand zu retten. Ich hatte für mein EigenLaft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. und Ketten. Doch er hat alle meine Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Welt gericht mich schrecken? Ob Erd und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen: durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der mich herzlich liebt? Ist ers nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich fein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. mel. Durch ihn find ich in Arbeit 317. Cinsies Eine lehre meine Mel. Alle Menschen müssen sterben. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmel selbst kein HimRast, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 82 Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergeßt. Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was mur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rufen kann. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude ists, was meine Seel ergetzt. auf wie so gute Weide hast du mich, Hirt, Vom Glauben. 175 dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquict, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, Wenn und tilg allen Heuchelschein. die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Sesu! Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Saben, über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht laffe, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freuder'icht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jefu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speis mich, tränt mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Him melsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig haft du 176 mich in deinem Sohn gelicbet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie- Mich sollt ihr nicht blenden, nicht vor ger, wähl zum Freunde! und dann dem mich wenden, der mich tren erfürchte keine Feinde. hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihn müß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. Zweiter Theil.- Vom Glauben. - 7. Wie freu' ich mich, o Jefu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du wedst mich auch von Todten auf; des klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlit schauen. Mel. Jefu, meine Freude.. 89. 319. Jefu kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Eil gebieten. gefu, meine Frende, bester 320. 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh'. Schn, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triche, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können feine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdfreis zittern, und den Einsturz eräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, blitzen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Frendig, daß ich Jesum sehe, blid ich auf zur Höhe. Mel. de 35. Pfalms. öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du, wo man sich nicht will bestreben, nach der eigen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er fiebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gewacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die wenn mit eiteln Sorgen sich mein bes trognes Herz nerzehret. Zweiter Theil. Von Glauben. 177 3. Zwar der Schluß ward oft ge- drum ist mein Herz auf dich gericht't. Im Tode nommen, ich riß mich im Geiste los; Dn fannst mir alles geben. doch wenn es zur That sollt kommen, kannst du bei mir stehn; in Noth als fand ich mich von Kräften bloß; ich Herzog vor mir gehn. Hilf, Sefu, Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt dem Zerknirschten! mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach befferm Gut zu trachten. 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquice mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich foll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. Ach, wann wirds doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib des Todes, bei dir sei! ich danke Gott durch Christum. 3. Du sprichst zu mir: berzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! 6. Gib mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. Gib mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung findir bekannt, faß in deinen Liebesflam- den? Mich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, den; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Trost erlangen? 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschrankten eilen meinem Jesu zu. Jefu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe tränken. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. Sünder 322. Whirt, der ich so straf2. O Jefu voller Gnad! auf dein Gebot und Nath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Guadentröpffein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. Mei. Aus tiefer Notb schrei ich).- 119. 0 321. o foll ich hin? wer hilfet mir? 4. Durch dein unschuldig Blut mach führet mich zum Leben? Zu niemand, meine Schulden gut; wasch mich daHerr, als nur zu dir, will ich mich mit von Sünden, und laß mich Netfrei begeben. Du bists, der das Ber- tung finden; ins Meer sie tief versenke, lorne sucht; du segneft das, so war und ihrer nicht gedente. verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 5. Du bist es, der mich tröst't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du hast mich erlöst; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Ogefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müſsen! mir, was mich naget! du weißt es du heilest mein Gewissen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 6. Zwar meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich) dein Blut auffaffe, und nun die Sünde beffe. Wer so sich zu dir werdet, Reht be sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut versöhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht berzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Troßz bald schweigen. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Die heiligen zehn Gebote. Mel, von Nr. 46. 323. Erheb dein Herz, thu auf du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Berehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder flichen; mach feins, es sei, wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, schen, liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Uleppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes ei. 9. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Bes 10. Ertheile nach Gewissenstriebe schäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht arger List. gierden nach jemands Weibe, Hab 11. Verdamm, als Sünden, die Be und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte find dir vorgeschrieben, doch eins fast alles unter fich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner spricht. Durch deinen Geist wirt auf im Gericht. mich fräftig; vertritt du selbst mich Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Psalms. 324. Mein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. von Nr. 79. fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchfivoll- 325. Gott! wie rein ist deine tommner Geist, auch dir im Geist und Lehre. Wenn ich höre, in der Wahrheit diene, und keinen wie wir vor dir sollen sein: of so Dienst zu leisten mich erfühne, wordringen die Befehle in die Seele, wie auf mich nicht dein heilges Wort ein scharfes Schwert hinein. verweist. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüsten spielt. 4. Böses soll ich nicht nur laffen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich evig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Weiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Bor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel fithre; auch jedem geb und laff', was ihm gebühre, mein Werk verricht bergnügt und emsiglich. 9. trener Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in feinen Würden lasse, der Wahrheit stets getreu von Herzensgrund. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 10. Verleih, baß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust, 5. Können wir denn deinen Willen doch mit ein, wenn wir noch so eifrig ganz erfüllen? Sünde schleicht sich wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken: zu entdecken, uns zum Spiegel vor gestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. M enn zur Vollfüh rung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil. - der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes nur das Gute rathen: so thu- eAngesicht, ob seine Liebe dich beseelet. FE noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles kein Gewinn. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 5. Läg ihm an unfern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. Ein Herz, dem nicht der Glaube fchlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zn, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht feinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. 327. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. Commt, laßt euch den und fernet allzumal, welche die sind, Herren lehren! kommt noch niemals hat verrichten können; die gehören zu der rechten Christen4. Thu Thaten, die der Heldenmuth vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. zaht: die im Glauben fest bestehn, Heiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, allein, sich nie erhebet, wenn er groß seine Schwachheit nie vergißt, Gott und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, 3. Selig ist, wer seine Sünde damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud und Schmerz. Vater! hilf feinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll Stärke mich befleiße guter Werke! bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschüßzen, und er wird das Land besitzen. 9. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. Ich danke meinem Gott, der mir den Sinn als gerecht, wie Gott, zu sein; die gegeben, so gut ich immer kann, zu fest an dem Guten hangen, und sich seinem Preis zu leben. Du weißt, ganz der Tugend weihn; deren Herz Gott, wie viel Kraft dein Knecht nichts mehr begehrt, als was Gottes noch nöthig hat! verleihe du sie mir; Ruhm vermehrt. Gott wird ihr bei dir ist Rath und That. Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Troft und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke flichen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Chrifti willen Leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. Mel. Nun danket alle Gott.- - 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühue; dir anhang 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort sei jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, site, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. von Nr. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Wer darf in heine Hütte deß ich dieser dort mich freuen kann. ich demüthig sei, meine Schuld vor dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. gehen? Wer nimmt Gib, daß hier seinen Wohnplay ein? Wer wird auf jenen heilgen Höhen, o Herr, beständig vor dir sein? 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä- sanftes Joch und seine Last zu trahet, und groß durch seine Nedlichkeit, gen, mach mich bereit und seinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Berläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dein Wort sich hält. dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Trotze der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthau, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jeju sagen, und Mel. von Nr. 324. 330. Ich weiß es wohl, ich nicht dabei mit Ernst zugleich der selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 2. Die Gnade mur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußer lich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Unwissen aus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu ften reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Si nen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt diene! 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wan deln. Dein Wille sei mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ein bin ich, Herr, dir 332. Denn ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren, Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sind und alles, Gott, was dir berhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 4. Du schusst das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Bater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind 3. Dein, Herr, dein ist Barmhergigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geistlich mir geweiht, und und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. meiner Gnade Kinder! ihr irrt 3 sein, sich freun? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, kein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wint erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harmonie; und ich, mit deinem Bild geschmidt, empöre mich und störe fie, 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. 12. Nein! Gott dir sei mein Herz 333. Dein, Gott, ist Maje- geweiht, Gehorsam ſei mein größter und Macht, und mir alles ist dir unterthan. Dir werde und heilge mich, dein Eigenthum. 184 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. 334. Hilf mir, mein Gott! ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verleben. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft, tren und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlaffe, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß Mel. von Nr. 55. ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, 335. h habe, Gott! mir ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudigkeit sein Krenz auf mich zu nehmen. ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 2. Erforsche mich, sich, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleissende der Lafter nur mehr verhafter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihre gefällt, mich richten; ich, hab ich deinen Beifall, kann mit 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig fliehen; nie müß ich mich durch Gleisnerei um Menschexgunst bemühen. Laß Ja und Freuden Verachtung leiden. oder dem christlichen 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode erfunden: wie Mel. von Nr. 17. schon verwandeln sich dann meine 337. D Eugend schenkst, Gott, er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb ich der Sünd hier vergebens. Denn, wen dein Geist ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. 336. err Jesu, Gnadensonne! Wandel überhaupt. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stützet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Widen bes ständig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Drum, Vater, neig dich väter2. Mit vielen großen Sünden reiz lich zu deinem schwachen Kinde. Gib ich dich wider mich; doch laß den mir ein frommes Herz, daß ich mich Zorn verschwinden, vergib genädig- schen vor jeder Sünde. Bewahre lich. Du pflegst dich ja der Armen meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, Wort entfalle, vielmehr von meinen erhöre mich! Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! laffe mich forthin mit einem heilgen Leben mir selbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die distren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald laffe, hald verübe, ist böse und nicht gut. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld za verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergetzen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergeßt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schätzt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts licber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Senfet, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nührt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flich, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland steht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. - - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 338. Gott! ott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienſt der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. selber das Vollbringen. Gib Bahn, wenn du mich nicht begleiteſt, 3. Umsonst such ich der Tugend und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffest du verehret sein. Herr, hilf um Jesn jeden falschen Schein. Mit Ernst willit willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß. Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß michs als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit 6. Erquicke mich mit deinen Freu- deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht den, schaff ein getroftes Herz in mir, zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenand stärke mich in allen Leiden. So thum, will dafür deines Namens halt ich mich, mein Gott, zu dir, Ruhm in Ewigkeit erheben. bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 8. Mel. Gott, du frommer Gott ein Vater und mein 340. Mei Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heilges Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97 339. Erbarm dich, Herr! du fennst mein Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch Freude und durch Schmerz oft auf ben Srrweg leiten. So wankt riti Gott, dein Wort mich heißt. ← oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffmung stark und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 187 mir sterben, dir zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer den, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem: Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Chris stenthum! Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende üibe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: o Mel. Nun danfet alle Gott. 9. Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du fagst: ich bin ein Christ. Wohl dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir dessen, und froher Hoffnung nicht. was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, und wenn dein ganzes Thun, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. durch Gottes Kraft und Geist, von ein Gott! ach, lehre deinem Christenthum die ächten Pro341. M mich erkennen den ben weist. 1 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ists, der Jesum kennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, ber Sünde abgestorben sei; laß mich nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Christ. zeigt Zorn und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen laffen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum Leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch tein Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 12. Du sagst: ich bin ein Christ, und rithmst dich des mit Freuden. Doch thufst du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar Zeugniß geben. Der Name machts oft und viel gebrochen? Hast du als nicht aus; ein Christ muß, ohne Gottes Kind dich, wie du ihm ver- Schein, das, was er heißen will, sprochen, in allem Thun erzeigt? dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? im Wesen selber sein. 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ge langet nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. binden. Doch zeiget sich bei dir in 343. Oft denkt mein Herz, deinen wie es fei, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. - rung nach solchem heilgen Branch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, les' und singe; ich geh ins Gotteshaus. Dlanter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ift. 9. Du sagst: ich bin ein Christ! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der 11. Doch wenn man noch an dir Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt das Gegentheil verspüret; wenn Stolz nichts als Mühe blicken, doch weiter und Uebermuth dein eitles Herz regie fort führt er zum Heil, und endlich ret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu kränken: was müßten 344. wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr befommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 4. Ich Armer! darum kommt tein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels. müde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr stranchein, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja ſelbst laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, mein Herr und Meister. Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei. 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so furzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Frenden jener Welt mich oft im Geist erheben. Mel. von Nr. 72. chön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit Seel auch oft begehrt. Ach könnt aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ord-. mung und Vollkommenheit! Von Ewigfeit her war er gut; er bleibts, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finster. nisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleid) dahin. Bald wähl ich, was dene Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 6. O bilde, Bater, meine Seelet in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, getrost und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. Mel. von Nr. 294. Mie nie selig, Herr! ist der Gerechte, die bist sein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht sein möchtet doch ach, wie wenig bin ichs schon.. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit: entjernt von der Vollkommenheit. 10. Erhalte mich stets unverzagt, mirs wenn wenn mich), so viel mein Herz auch 345. wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - Von der Heiligung, 4. Gib, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. was wahre Beßrung schafft. Laß 347. Du, der Herz und NieD¹, ren meinen Fleiß gesegnet sein, und meine Heiligkeit gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. erforsche mich! ach ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich. hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, unMel. Ich ruf zu dir, Herr Jefu.- 256. 346. Herr, mein Erlöſer! nur gewiß und träge geht mein Fuß der noch mein Blick auf der Laster Bahn zurück. Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlitz wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 2. Du haft dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich 4. Wenn, von Andacht hingerissen, den Nächsten lieben! wenn ich nach ich den Himmel offen sah, lag die deinem Worte thu: so hab ich schon Welt zu meinen Füßen und, Gott, hienieden großen Frieden, und welches deinem Throne nah, mischt ich in Heil hast du den Frommen dort beder Engel Chöre den Gesang von schieden. deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitel keit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu ha ben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müth sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Shr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmühen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe start gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. ( Im zal und im Melodienbuch für Kurhessen ist diesem Liede vie achte Reile wegzulasſen, die vorleşte Note e in der sechsten Seile aber zweimal zu fingen.) 348. 3 ch armer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach Ich kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Srrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel felbft verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmtest über mich, verföhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sic ger Krane schmückt. 192 Zweiter Theil. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 349. Bald ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst umnsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sach schwingen; getrost den Pfad der Trübfal gehn, und stand haft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele. doch mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. - 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch leiden. Ich bin durch Jesu Blut erfauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht leit noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht flagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe schn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Subellieder; und eurer hoher Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getrew bis in den Tod dir sei. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Joll nie mir meinen Glauben, den süßen Troft der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Macs mit mir, Gott, nach. 26. 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unire Werte. 350. Melch hohes Beispiel gabst du mir, mein Der Glaub allein gibt Kraft und Heiland, durch dein Leben! sollt ich Muth, und nur durch Christi Stärke nicht gern und mit Begier dir nachsind wir, in Angst und Traurigkeit, zuahmen streben? und nicht den Weg, getrost, und überwinden weit. den du betratst, auch gehn, und dus thun, was du thatst? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligteit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Chre; hier schaffst du mir Zufriedenheit, und dort einst ewge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm schei- 3. Darum entäußertest du dich, nud deu! nicht Wollust, Güter oder Ruhm: stiegst vom Himmel nieder, wardst - oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst stark in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bitFeinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, und ehrtesi 352. K tommt zu mir, spricht Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. her, auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet jei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jesu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gesinnet! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur nenne: damit ich deinem Beispiel tren, auch andern selbst ein Beispiel sei. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so fanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Laft. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. xah und Erquickung findet sich bei Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 351. D Seele, schaue Jefum mir, und troſtreich werd ich mich gean! hier du an bezeigen. recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gefimet war. So sei auch du gefinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinent; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl zuthun bereit. So sei auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Baters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gesinnet! - Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Netter ist, bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demnth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Adj, bilde mich nach deinem Simm, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 11. Dann werd ich immer heller 353. Soll ich mein Geist, o dich erkennen, und täglich mehr von Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 2. Laß dach, o Herr, bein Licht 354. mich stets erfreuen, Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch hast du selbst, fei hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermeffen, verführt ihn, jeine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von bir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede! Mel. von Nr. 72. Wº Wo find ich Gott, den meine Seele vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flitgel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürst ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlitz deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug er hellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stüdwerk in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lernt ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. Von der Erkenntniß Gottes. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 1 7. 355. Mein Gott, du wohnest kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweckt ist. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. zu 356. ie felig bin ich, wenn Gott sich schwingt, und, wenn er zwar im Lichte, dahin seinen Schöpfer preist, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist fo geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lente, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobfingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein dänmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit sehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Mel. von Nr. 234. 357. ie sollt ich dich, mein Wi Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbe ginn, und haft mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. O welch ein feliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. Dankbarkeit gegen Gott. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sein. 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent ich an deine Treu, denn Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit füße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen der Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359. Der du mich als ein zu. Herr, Bater und Dann tröste mich mein künftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst, dann führe mich in deine Ruh. Mit völliger Zufriedenheit lieb ich dich bann in Ewigkeit. 301. - 358. Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier vont deiner Liebe scheide? Du machst mir Mel. Beuch ein ju deinen Thoren.- deinen Weg bekannt, hältst mich bei ' n dich, mein Gott, meiner rechten Hand, regierest meinen gedenken, ist Pflicht Lebenslauf, und hilfeft meiner Schwachund Troft für mich. Wenn Sorg heit auf. D Herr, mein Gott! di und Gram mich fränken, so sieht mein bist mein Licht, du bist mein Licht! Aug auf dich. Dann mindert sich ich folge dir, so irr' ich nicht. mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit zc. 197 rauher Bahn nimmst du mich dort warte drauf, ich warte drauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Luft für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. - 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Troft und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Luft und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. Mel. O Gott, Vater, ich glaub an dich. 360. ohlan, mein Herz, ſei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan kend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet; sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten 6. Sch zähle leichter Stern und Leide. Dein Wort, o Höchster, soll Sand, als alle Güter deiner Hand. allein mein Trost und meine Richt- Der selgen Engel hohe Sprach ist schuur sein, bis sich einst in der selbst für deinen Ruhm zu schwach. Ewigkeit mein Herz vollkommen dei- Wie kann es dann mir Wurm gelinner freut. Gott meines Heils! ich gen, dein Hallelujah recht zu fingen? Zweiter Theil. Von der Liebe 198 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will dein verbleiben. — Der 116. Pfalm. 10. Dir opfr' ich Dant, dich will ich stets erhöhu, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. Mel. von Nr. 324. 361. ie lieb ist mirs, daß Mie Gott zu meinem 11. In Salem, Herr, in deinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß Heiligthum, will ich dich loben! durch er meine Klagen im Himmel hört; des Tempels Hallen soll mein Gefang, in allen meinen Tagen soll mein soll, Gott, mein Dank erschallen, Gebet nur ihm geweihet sein! da sing ich: Hallelujah! dir sei 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, faum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Le- 362. ben, tief fant ich hin in Traurigkeit und Noth: 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Tren! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 9. Wie köftlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Bolt solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! Mel. von Nr. 42. D u Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzen Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir mas Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Frenden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam sein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübsal führt zu ewgen Freu- mich ganz dein eigen sein, so mich den. Wer ihre Laft gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nützt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. Werde munter, mein.- 116. 363. der Himmel ist. Deines Wohlthuns 364. Min hun reise Gott, mein Bater, deine reicht, weit Herz, dich zum ermuntre starke Triebe sind so ewig, als du bist. des Gottes, der dein Vater ist! beDeiner Huld Unendlichkeit, Gott, er- denke, auf wie viele Weise du ihm schöpfet feine Zeit; und wer kann die zum Dank verpflichtet bist. Bring vielen Proben deiner Güte würdig ihm, der stets dein Helfer war, mit loben? Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünftge Dantbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlöften voller Zuversicht darf trösten. Mel. von Nr. 42. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir mützet, einen Bater, der mich schützet. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das 5. Gott, du machst's mit uns stets Beste, und wenn auch meine Noth beffer, als wir wünschen und ver- sich häuft, so steht durch dich mein stehn. Deine Güte ist viel größer, als Wohl doch feste. Wenn Fluth von die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte Elend auf mich träuft, so siehst du gleich so hoch mein Dank, wie der mit Erbarmen drauf, und heminst Seraphim Gesang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. allmächtig ihren Lauf. 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. D, könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe soll! doch meine Kraft reicht nicht| Mel Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. erstaunt, Alldahin. Du weißt es, Gott, wie 366. M mächtiger, wenn er - schwach ich bin. die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch er7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten frent, ganz deiner Güte voll, und Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, rühmen kann, hat deine Huld an mir wie es danken soll. gethan. 8. Jedoch du fichst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Nedlichkeit, und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf ſeiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Frende werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wfnschen kann. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, bernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. mich höchst liebreich, Herr, dein Nath 365. Habe deine Lust am Herrn, darauf zurückgeführt. Herrn 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glüd des Lebens Trost mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn frachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält. dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! Mel. D Welt, ich muß dich lasſen.- 48. ir dank ich für mein 367. mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, haft mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich 368. Mel. O großer Gott von Macht. 201 bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogft du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, deß ich mich freue, lobsinget dir mein 6. Für alle deine Treue, für das, Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüsteft, dies, Vater, dant ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch müßt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Bater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segue und behüte mich! 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Scheiten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mir stets so Seligkeit, als Pflicht. mit deinem Licht. Dich fürchten, sei Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunfeln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. will verleiten. Zweiter Theil.- Von der Furcht Gottes. 202 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leift, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet 7. Laß, Vater, deine Furcht des uns dir, Höchster, gleich; sie stillet Lebens Leitstern sein, so nimmt kein unsre Herzen, verfüßet unsre SchmerIrrthum mich zu meinem Schaden zen, und bringt uns in dein ewig ein. Reich. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil. Mel. des 26. falms. 369. D Gott, wer ist dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 370. Por dir, o Gott, fich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die findlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Bater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott 2c. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich cinst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Mel. von Nr. 72 illst du der Weisheit Es 371. Wiele tennen? Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt Wer Gott, dem verachten Höchften, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Le Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Richtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich gieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten findlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du sie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung Willen. in seinen vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Netze stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht ver372. Vou dir beten, o Gott, Macht! Voll oll Glauben will ich zagen, denn Gott lebt noch mit seiner zu 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Last; 204 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, hilfft, wenn sie flehen, deinen KnechMel. von Nr. 72. ten, und haffest jeden, der sie haßt. 374. ein Hort ist Gott, ihn 6. Weh dem, der den Gerechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten fann! 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dränt! 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffmung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott thut, das ist.- 267. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich meinen Rath, ohne meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirft mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmteft meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgft für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige bei wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. hoff auf ihn! er tennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es feinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trütbfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ift's fiberwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. hat nicht Luft an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. Er 4. Die lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gültig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Nath, wie er mir zugefaget hat! Mel. Was Gott thut, das ift.- 267. L 375. Der Herr ist meine ZuTrost im Leben. Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht ver traun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst du, Herr, zu zernichten. ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. u hast, mein Vater und 376. dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst berkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. Se will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein findlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich befümmert, lenke du zu meinem ewgen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 4. Erbarmender! vergib es mir nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht iramerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Pfalm. Mel. von Nr. 54. 377. Mein Geift soll nun in allein, als ihm in seinem Schutze, ruhig sein. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roherHauf, Berläumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit allerMacht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen.. Da spart ihr keine Tücke nicht. She 206 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, segnet mich ins Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. - den dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, sich auf deines Sohnes Tod. Meine und auf der Großen Schutz vertraut, Seele sucht und findet darin großen der wird in seinem Wahn betrogen. Trost in Noth. Ja, sein siegreich Ihr ganzes Wesen weit und breit ist Auferstehen läßt mich zu dem Leben eitler noch, als Eitelkeit, und wird gehen, das kein traurig Ende nimmt, von nichts auch überwogen. wo mir ewges Heil bestimmt. 7. Verlasset euch auf Frevel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf und seid auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! sein: wirst du doch von den Beschwerund kommet ihr zu Geld und Gut, den dieser Zeit mich einst befrein. so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. O, erwünschte selge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchfien Throne, der Richter, dessen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste lohne. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, 82. schauen wir einst gewiß, o Herr, 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser sein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich ftützt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Trutz und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 378. Gott der Wahrheit! deffen bei dir. Treue unsre Hoffnung stützt und hält, ich erkenn es voller Rene, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. O wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. - Mel von Nr. 33. 2. Gott, vergib mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. Der höchste Bater von ewge und allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schätzen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und 3. Laß mich Gram und Sorgen der nun herrscht auf Gottes Thron, meiden, weil du für mich sorgst und um dessen Willen will er heißen mein wachst, und bei allem Druck der Lei- Vater und mein Bundesgott, auch und der Ergebung in seinen Willen. väterlich sich mir erweisen in aller Leibs- und Seelennoth. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater trauen? sollt ich nicht, wann mich Unglück trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesseilen zu dir stets angezogen sein: so stellt bein 381. M Mi Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Bater, ein. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 380. Wer nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst ver gnitgt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwiffenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 207 ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Mens schen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshize, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße sige, der reich und groß und mächtig ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt anch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst vor bösen feuten: ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten: waffnet| lenket, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle sich wider dich: 7. Wisse, wen die Allmacht schützet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm 2. Sinds Sünden, die dich schmerund Keilen blitzet; ja ob gleich die zen? ja, fühle deine Schuld, doch ganze Welt bricht und fällt. trau mit ganzem Herzen auf deines 8. Führ dein Leben nur mit Fren- Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe den, warte von des Höchsten Hand, führet die Neu, die Gott gefällt. was er dir hat zuerkannt, schicke dich, Allein den Tod gebieret die Traurigauch das zu leiden; schweige gern zu feit der Welt. allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 382. Ich danke dir von ganzem Herr, vor aller Welt. Dein Name findert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er stehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich dech durch ihn erquict. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arin wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Wert in mir! Mel Ach Herr, mich armen Sünder. Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. 7. Ergib dich ihm mit Frenden, sei stark in seiner Kraft. Sei auch) zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer fann dir diefen rauben, der affen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regievet! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst 67. du überführet, daß er der beste war. alles was dich der erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: — 383. fräufet, befiehl getreft dem Herrn. Er, der die Himmel sen, die Wahl des Besten zu. Sprich, 3. Tran Gott, nicht deinen Schlüs wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in feinen Wegen hochheilig, weiß und ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! umsonst empört sie sich, wenn er dich will behülten; und er behittet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Christ! und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre fein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Mel. Siegestron; auf kurze Brüfungstage 385. Seele, sei zufrieden! und was dir Gott beschieMel. von Nr. 72. 384. err, mache meine Seele stille! bei allem, was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. schweiget jede Klage und wird ein den, das ist alles gut; treib aus deiLobgefang. nem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Nachen: Gott wirds doch wohl machen. ewgen 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübjal bringt dem Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, sichts gleich der blöde Geist nicht ein. 209 noch mit der Gelassenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Jesu, meine Freude. 89. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so thr ich auch im größten Schmerz dich - 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Simu mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum laf alle Wetter frachen: Gott wirds doch wohl machen. 14 210 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine KinKreuzes Plagen in Geduld besiegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. frechen Uebermuth und Spott. KeiDrum nimm dir, o Seele! für, alles nem, der ihn liebt, wirds fehlen, Unglück zu verlachen: Gott wirds darum stärket eure Seelen, und die doch wohl machen. ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. err! dir trau ich; auf 386. nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglüid dräut, Fele und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 387. Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Roth schrei ich.- 119. er Herr ist meines Lemir vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trots, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Nath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich haffe, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frebel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine mülden Füße, damit ich nicht straucheln misse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, tren sich mir erwieMel. O Gott, du frommer Gott. fen hat! angstvoll nannt ich mich 388. er höret unser Flehen; Es verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. wir dürfen stets getrost zu seinem Throne gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Berbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und befre, die mich haffen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. und der Ergebung in seinen Willen. tlagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser fehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. b 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; fein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer fränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. 211 nung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Sichts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh lassen; er reißt sie endlich draus. 4. Er wird mich wohl versorgen, und beffer, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. mich von ihm scheiden, weil ich sein Nichts kann eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. Mel. von Nr. 16. 390. 390. Serr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag ich Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. 389. as hilfts, daß ich mich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück. quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schicst, ist meine Seligkeit. duple 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen finnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird nüßlich sein. 5. Du gibst aus Huld uns dieser 3. Was dich will niederschlagen, Erde Freuden; aus gleicher Huld was dich zur Erde biegt, was dir verhängst du unsre Leiden. Ist mur mit Angst und Klagen in den Gedan- mein Beh nicht meine eigne Schuld, ten liegt, das wirf in seinen Schooß; so zag ich nicht. Du gibst dabei vertrau auf seine Güte, und mach Geduld. dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du mur selbst mein Trost, mein Theil. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn, mir dennoch bald und mächtig Hüttf ersehn. 14* 212 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe fingen: o Herr, durch den idy Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, die soll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hert, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von Mel. von Nr. 54. Mas grämst du dich, mein mir zuritcke. Ich biete Trots mit deinem Wa blödes Herz? VerWort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. schaden Die 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und nicht, die an dem Tage fliegen. Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in getroster Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 391. banne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was mur geschieht, ist sein Geheiß; wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermæhr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der Wenn sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dantbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Lust; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmack, jenes Freudenleben. Der 91. Pfalm. Mel. von Nr. 222. 392. We er unter Gottes Schatten ruht, den mag tein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Allmacht St, mit frohem 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft mir triumphiren, und wirft mir, bin ich einstens fatt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißer hat, die Seligkeit bescheeren. und der Ergebung Aus dem 146. Pfalm. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 393. uf mein Geist, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschenfinder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. Oso lehnt euch nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschüßen, er hält ftets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. 2. Was nützt es, heidnisch sorgex, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. in seinen Willen. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle du hilfft, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 394. Wa as soll ich ängstlich flagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 56. tein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Ron Gott will ich nicht zum Trost, mein Herz, für dich! mein 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. und in Banden wird nicht sein Freund Er hilft aus aller Noth; in Ketten Schanden; er hilft selbst aus dem 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schutz ergeben; er thu, was ihm Geifte nagt, werf ich auf dich, den gefällt. 214 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nützlich ist. Gut meint ers Ssts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jesu er jegnet es, und sorgt für mich. Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, verfaget uns kein Gut. - 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 1 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auf erlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur ben lieben Gott. 7. 396. Gott forgt für mich, was sorgt für mich. will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Aus dem 77. Pfalm. Machtwort spricht. Drum bin ich 397. M Höhe, wo mein Ret Mel. von Nr. 201. Jeine jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur feftiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. 4. Gott jorgt für mich bei theuern Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst Zeiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schreckte mich! meiner noth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten fie in 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und singen froh: Gott sorgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Nechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! und der Ergebung in seinen Willen. 215 Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sahn dich, Gott, die Wasser; ängstlich fahn die Waffer dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wollen gossen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Sitze brüllten Donner, strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerin fund, und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du. Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; Israels Geschlechte, einer Heerde wer ist, der sie tadeln möge? wer ist Schafe gleich, hin in dein verheißnes groß, wie unser Gott, wie Jehovah| Reich. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn anf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blide in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig nich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 4. Sein Heil von dir, o Gott, 398. Dein Heit, mein Geist, begehren, ist wahrlich keine schwere nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nützet, gibst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich schn? o Bater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der eme pfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten hast. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. rt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Freund zu sein, und frößt das ange: 399. Komm betend oft und mit botne selbst von Vergnügen, zurück. vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. heit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus sel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. 1 10. Bet oft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prüfen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht erist ein Geist. Wie können dir die kalten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und feinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. seiner nur. Mel. von Nr. 234. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein 400. Von dir kommt jede gute Sabe! nur mein Bater, ist. Bet oft zu und, fühl im Leiden, wie göttlich er dein Gott, kannst mich allein mit allem, Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, was ich nöthig habe, zu meinem wahder Hülfe schafft. Er gibt den Mü- ren Wohl, erfreun. Mein Leben und den Trost und Kraft. mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gett für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schutz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmähest nicht ihr schwa. ches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. nimm in deinem Mel. Nun danfet alle Gott.<-9. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. W wohl auf, ein Opfer Geist regiere meinen Geist, daß er dich), betend, würdig preift. Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du treten Mel. von Nr. 320. 401. Retter! sei bei dein und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebet gelingen. - Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. kannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befoh len hat, zu beten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Wort verspricht. Gottessohn, wenn wir beten, gläu3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein Mel. von Nr. 17. Bater, Gott!' daß mir, wie big sehen. 4. Herr, wenn wir jetzt beten wol- 403. len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, einem Kinde, verstattet wird, in aller du weißt, was uns gebricht! Wenn Noth, wie groß auch meine Sünde, der Mund nicht sprechen kann, wenn mein Herz vor deinem Gnadenthron wir nicht mehr können beten, so laß in Einfalt auszuschütten; das machet deinen Geist alsdann uns mit Seuf dein geliebter Sohn, der heißt mich freuzern noch vertreten. dig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Vater! 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. D angenehmer Baternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir kam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Unschuld reines Kleid, das Jesus Maaß im Beten dir vorschreiben, anschenkt, zu statten. Er spricht: ich halten ohne Unterlaß, bei dem allein bete selbst mit dir; mein Geist soll auch bleiben, was uns dein Wille dich vertreten; mein redend Blut soll bitten lehrt, was deinen großen Nafür und für dem Klopfen, Suchen, men ehrt, und unser Wohl befördert. Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glanben alles nehmen. Mein frohes Beten ftüzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geift wohnt mir im Herzen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 404. Sott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. 1 - 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlaffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Neich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Bater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm sich unsrer Schwach heit an, uns fräftig zu vertreten, fo oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf 405. Mit Seufzen flag ich Beten dir, mein Gott! im uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt ich eifrig beten, und, drückt dir zu bringen, daran dein Herz Ge- mich meiner Sünden Noth, voll Glan1 Allgemeine Gebetlieber. 219 Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Luft und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. Zweiter Theil. ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber Vater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, bleibt es am Eiteln fleben. Träg ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern fucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies kränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geift nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 406. Bater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 100 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel in Nuh, sich frei 2. Dein Name müß uns heilig sein; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf Senchen, Dürr und theure Zeit. Laß uns! entferne Krieg und Streit, Best, bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergib uns gnädig unsre Schulb, und trage, Herr, mit uns Geduld; durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Bersuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von altem Uebel los. 4. Dein Will gescheh auf Erden Ach, unfre Schwachheit ist sehr groß! schon, wie er geschieht vor deinem o tröste du uns in der Noth; verThron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen selgen Tod. Herr, Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimm gefällt, bereit, un wehre allem uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrfichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. - Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. Der 86. Psalm. Mel. von Nr. 201. 407. Herr, erhöre meine Kla7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgibst! gen! schaue her auf 408. Gott weit, so weit die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. deine Güte so Wolfen gehen. Du frönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Sch bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namers Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Baterangefichts. 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, fei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verfangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! we sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, 409. Ich komme vor dein Andaß ich möge, zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 221 Schmerz voll Dank und Demuth sich er- mer groß an Rath und That. Du gibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? - 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich Lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und tren in allen meinen Pflichten sei. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Nuh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so sieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag. an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. 7. Das andre wird sich alle fiigen. Du weißt am besten, was mir nüßt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. 3ufrieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. Mel. D Got, du frommer Gott. 1 8. Mel. von Nr. 234. 410. Mer Fann, Gott, je was 411. Gott, du frommer Gott, du BrunnGutes haben, das quell aller Gaben, ohn den nichts ist, nicht von dir den Ursprung hat; du was ist, von dem wir alles haben! bist der Geber aller Gaben, und im- gesunden Leib gib mir, und daß in 222 folchem Leib ein unverlette Seel und rein Gewiffen bleib. Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanft muth überwind, und zur Versöhnlichteit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß fie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich flüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirft es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine S. 412. icbfter Sesu! Gnaden Kath gefällt. Bricht auch Kreuz und sonne, meines Her zens Zuversicht, meine Freude, meine Wonne! ich komm vor dein Angeficht. Ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. Noth herein, scheinet es gar aus zu sein: laß mich ruhn in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Verspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, Bin ich, Welt! von dir veracht't! ob ich schon nicht völlig fann, dir wohl! mach immer was du willt, ein schwaches Danflied bringen, daß Gott ist mir doch Sonn und Schild, du mir viel Guts gethan. Wollte wider den will ich nicht sprechen, ich von Jugend auf, durch den ganzen noch mich an den Feinden rächen. - 29. Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Baterhand. Habe Dank für deine Treu! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 1 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heikand, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behütte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. Zweiter Theil. 10. Soll ich hier noch länger leben, nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach mich dir getreu, gib gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt tuch wieder. Allgemeine Gebetlieber. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blißest; schrei ich im Staub, hör von dem Thron, wo du, Weltherscher, sigeft. and 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. Je ch weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemülhet. 8. Erleuchte mich von deiner Höh gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ifts nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Wert, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier brauft die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen anges füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, mur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. on ganzer Seele preis einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegſt, so laß mich dir vertrauen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Rr. 33. 415. Ri erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich 416. Du bist ia, Sefu! meine vor dir mit Flehen, ach stärke mich Freude! warum Streit! Hülfe denn mein Geist betrübt? kann denn mein Heil, geschehen, daß ich mög die Freud auch bei dem Leide sein überwinden weit. in dem Herzen, das dich liebt? ach 3. Du hast, o Held! ja überwun ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meiden, gib mir auch Ueberwindungsnen Geist mit Freuden an, daß, fraft, und laß mich in den Kam wenn ich mich darinnen übe, sie keine pfesstunden erfahren, was dein LeiBung aussprechen kann. den schafft, dadurch ich kann der 2. Weil aber noch nicht ganz ge- Feind bestegen, da Sünde, Teufel, dämpfet in mir mein böses Fleisch Höll und Tod nun unter deinen Zweiter Theil Füßen liegen so mach sie auch, an mir zu Spott. - 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ia angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Liste mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir er freue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein Mel Ach, mein Jefu, sich, ich trete. 417: Besondere Gebetlieder. 2259 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater sein? ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich Run zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gefinnt. 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. bin ich freilich nicht mehr werth. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen Doch, da mich dein Geist bekehrt, fann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Batertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater blei ben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott 2c. Bileter 418. efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du fichst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des 226 Zweiter Theil. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe 1 Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Pein. D, möcht ich ungestört mit dir vereinigt sein. Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich; Dank sei dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Ach! ich follt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'ft, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen; du gibst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Beis 6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, Schwäche nach! hier, wie in dem doch in der Wüste eilt mir meine Gedräng, mert ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Borsatz thut. 7. Ich trau auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schreden bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geift nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbewachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich dringet Jesu und störet meine Ruh durch seine lieb, und ich bin noch so flein! fo wechselt stets bei mir das Licht mit Gott, und machst mein Herz gewiß? Finsterniß. Wann kömmst du, starter 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Zauberkraft entrückt dem Geist sein und der Welt? die Fessel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und küßt, des Wegs verfehle, der Borurtheile reicht deine Liebe mir, die unausRaub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Luft auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sei dir geflaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, das oft noch in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Rub und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 419. ie gnädig warst du, Gott, vor Alters deinem Lande! wie halfft du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott.. 7. 420. s zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, fo ists für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. - 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glühn? und willst du Erden; du bist es, der die Welt 3. Kein blinder Zufall herrscht auf regiert. Laß uns der Feinde Spott deine Huld auf ewig uns entziehn? nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt Streich. der 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns kräftig schützt. vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie 4. Die allerfeinsten Kriegesliften wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlösten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube tommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volk, das feinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff' und Wagen start Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehn: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 154 228 Zweiter Theil.- Besondere Gebetfieber. 8. Doch findet, Herr, dein weifer 5. Um feinetwillen schone du; erhöte Wille noch ferner Züchtigungen gut: unsre Klagen. Verleih uns wieder wohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen bei dem, was deine Vorsicht thut. Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme Ich, dein Geschöpf und auch dein dich, und rett uns alle gnädiglich Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. von Krieg und Kriegsbeschwerden! 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was Dor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. 3ft gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthfel, ifts doch gut. 6. O Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernfilich denken. 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen find deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Bater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barm herzger Gott! das Baterland. Mel. Ach Gott, vom Himmel 215. - Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr fich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. 421. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschütz und segne jeden Stand, Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Bater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Chrifti willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56. 422. Du reicher Setter Armen, du Schöpfer aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedente nicht, daß wir so uns verfichnen Gaben geschändet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gebricket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Misfethat um Jesu Christi willen! o, der für une gelitten hat, kann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt nur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollst Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach treuer Vater aufgelegt, hat sie ja, Gott, verföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; 2. Herr, unsre großen Sünden ver dienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um feiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 0229 doch diese Frucht bringt Schaden. 4. Zwar könntest du, o trener Hort, Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlitz sucht. auch unser Land und diesen Ort durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns fündge Schaar in deinem Zorn verzehren; 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Ren. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verütbet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Ze baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Bater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 6. Du rufft dem Nichts, o Bater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränfs mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. --8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet. 413. 423. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. ( traf, o Herr! mich nicht im Grimme, und bemich fein Nachgericht! Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 1 Gott, du unser 2e- 424. benslicht, Herr, unfre stimme über Burg und Zuversicht, du Trost und rügé meiner Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wilthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiStimm. Ach, straf uns nicht in dei- get, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Noth, daß sie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Laft. 230 Zweiter Theil. 4. O, wie tribet meine Tage manche Plage! frumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh Herr, mein Gott! tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde fliehn als Feinde meine Qual und scheuen nich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergetzet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu tränken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch fie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die giftge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du höreft und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. - Besondere Gebetlieder. Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdarame mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider dei nen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemithe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blide, Herr, von deiner Auf der Reise. 215. 425. I Herr Christ! will ich Mel. Ach Gott, vom Himmel. deinem Namen, du, nun weiter( zur Reise) gehen; der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Heis math finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be kannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deis nem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dantes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver leih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Berstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelaffen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer - Zweiter Theil. Huld umfaffen. O, laß sie dir empfohlen sein, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reist er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schutz; und weffen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? Besondere Gebetlieder. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt fie. 10. Gott spricht, daß er verherr licht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Nächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es das ist Gott von Ewigkeit. dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschirs men, um sie wird großer Friede sein. Bei Gewittern. Der 29. Pfalm. Mel. Nun danfet alle Gott. 1 9. Mel. von Nr. 46. ringt her, ihr Mäch- 427. Our en straf 426.tigen der Erde, bringt träget, der Erde, Luft und Meer Meer und Erde her dem Herrscher Lob und Macht! durch einen Wink beweget: ich lobe der Ehre seines Namens werde von deine Güt, ich preise deine Macht, euch der Dank und Ruhm gebracht! auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 2. Im heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern fie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht fie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Lust gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blitzt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läsfet feine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blizze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 5. D Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Baterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schreden braujet durch Meer und Erd erschüttern, so darf 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. frommes Herz darum nicht Mel. von Nr. 42. erzittern! schredt dich des Schöpfers 428. DeGebrüille wird schwä es Macht, so denke doch dabei, daß er zu 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blitz und Knall in laute Wengsten schwebeft. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. deinem Schutz nicht minder mächtig sei. cher, und die Blizze fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgefang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein findliches Vertranen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Nuhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich start den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nütz und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inmiglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. - 11. So oft wir blitzen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blitz her vorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Bater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nutz, dir jeder dankbar sei! 3. Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blizzes Strahlen lenft, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchften theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glithen sowohl die Menschen als das Vieh den Odem matt und feuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Chr. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blitz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nüß. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht mun kein Blit uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. 429. Fürbitten. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Besondere Gebetlieber. ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schützen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist feine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Bater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Trene' dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüthn den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. G rlöser! sich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich be lehret, durch feines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sei! 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben 8. Erhalt ihn in den rechten Schranführen in wahrer Frömmigkeit. Herr ten, in Wort, in Wandel und GedanGott du segnest gern; wir bitten ohn| ten! gib ihm, nur deinen Geist zu Ermüden: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Vorsatz nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wanken, und bis ans Ende treu zu sein. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. - Besondere Gebetlieber. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Trost Mel. Vom Himmel hoch, da. 431. voller Rath den Chstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schüßzest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. - 109. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergeßt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde flichn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Sib, daß fie deinen Willen thun, und unter deinem Schuße ruhn. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere fie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dant; bis dich, Gott Bater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. 1 stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ewge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. 433. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. orge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu 1 Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 432. Gott ott ist es, deffen weiser gestiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. Du haft sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlik sieht, sich doch für sie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. O! wie viel Wohlfein regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gctt wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. Zweiter Theil. 4. Herr! du bists, was mich ergetet, meiner Seele Troft und Heil, das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß fie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. - Besondere Gebetlieber. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sünde! nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Ge horsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß fie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehors sam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den vor 9. Gönne mir die große Freude, sauern Lebenstagen: so gib du daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, Jauchzen sagen mag: liebster Bater, ich bin hier, nebst den Kindern, die einst mit Lohn. Eines Waisen. du mir einst in deiner Gunst gegeben; Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ewig will ich dich erheben. 435.2 自 軒 Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. ott, mein Vater! Dank 434. Gott sei dir! du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du fie. welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh 236 Zweiter Theil. entriffen hat; demüthig ehr ich - deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir fteht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herr! leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 5. Beschütz mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. 436. 20 Mel. bes 134. Pfalms. uf, Christen! preist 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! Vom Lobe Gottes. Bedeckt mich durch der Engel Wacht als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. Brunnquell aller Gültigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu effen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! verserge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 4. Wie wird der Geist dadurch entgildt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe sein. Erlang ich dieses nur, so acht ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal." 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sei, ihn erhöhn! 9. Wer ist gutthätiger, als Er? folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, denn welche Gabe follt uns der nicht schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder: 237 Dienste wacht! 11. Auf, Christen, preist mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. - 3. Euch segne Gott von seinem 437. Erhebet Gottes Heiligkeit Chron, und jei dort ewig enter Lohn; ihr, die er vor Welt er andern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dir, mein Gott, will - 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! b. Allgemeine Loblieber. traun, beschirmen; ja, der Herr ift unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott ver läßt euch nicht. Wer will uns unglück lich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Tren steht beim nahen Tod uns bei. 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertraun, als du? wer fann in der Noth erhören? wer fann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft fie... von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! laffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! lasset, laffet uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 8. Kommt dann, fromme Seelen, 3. Herr, du hast mein Leid vernom höret, wie der Herr euch segnen fann! men, du sahst meine ganze Noth! nehmet, Kinder, was er lehret, mit mein Geschrei ist vor dich kommen: da bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt halfft du mir, o mein Gott! und du ihr selig leben, eure Herzen Gott eiltest auf mein Beten, mich aus mei- ergeben; euer Herz und Mund muß ner Noth zu retten; strecktest, ach, rein, ganz das Leben heilig sein! wie dank ich dir, deine Baterhand. zu mir! 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 9. Fliehet eurer Zunge Sünden;. laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend tren, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit ihm helfen fann; in sein Buch sind seine Gnad und Huld bedecket jeden, alle lagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stirmen, wenn wir ihm verrühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit wahschnell erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. rem Andachtstriebe, o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! 12. Weh dem, der den Frommen ich soll, ich will mit dankerfüllter brücket, Gott siehts! und der Fromme Seelen, so lang ich kann, erwägen schreit, und Gott hörts, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehu. und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sei! 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein 13. Züchtigt Gott gleich unsre See- Weh und tilget meine Schuld. Der len: er meints immer mit uns gut, Verderben, und krönet mich, als einen Herr, mein Gott, erlöst mich vom läßt, wenn uns die Leiden quälen, Himmelserben, mit heilgem Schmuck doch nicht sinken unsern Muth. Gott und ewig reicher Huld. beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 3. Er sättigt mich mit aller Gitter Fülle, gewähret mir des innern Friedens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. - Allgemeine Loblieder. 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlich uns unser Sein, Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. Der 103. Pfalm. Mel. von Nr. 265. Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel boch, da. 109. mit 5. Verdienen wir, daß er uns gar 439. Ihr Bölfer, jauchzt sem verlaffe, und droht er uns mit ſeinem frohem Schall Gott der Götter überall! erscheint in feinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! schweren Hasse: so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Šeligkeit. 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm findlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Rev und Thränen flehn. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. J 4. Wie herrlich zeigten sich dort feine Wege, wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Here ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 7. So zärtlich schont fein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 Beiten! heilt und findert ihre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches feine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. - 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht fein guadig Wort, das ihn gereue. Der fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. 9. Nur Gottes Treu tann nimmer mehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, 7. Es dauert fest und ewig unbedie seinen Bund und sein Gesetze weget! er hats auf Stein und uns halten, und was er will, von gan- ins Herz gepräget, daß wir getreu zem Herzen thun. und willig seinen Rechten gehorchen 10. Des Herren Thron ist himmel- mochten. hoch erbauet, von welchem er auf 8. Er sendet Heil und Rettung alle Dienschen schauet. Sein Wint seinem Erbe, damit es nicht der Feinde regiert die Völker aller Welt. Lob fingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. Grimm verderbe. Sein Bund, die Fronunen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lob9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weis heit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wahle. 10. Von ihr geleitet, lernt man fingt dem Herrn, ihr alle seine Werte; Wege wallen, die nie verführen, so weit er herrscht, verehret jeine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. weiche Gott gefallen. Der Juhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 111. Psalm. Mel. von Nr. 55. Der 113. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Hob.- 15. elobt fei Gott! ihm 442. Ihr Knechte Gottes, lobt 441. will ich fröhlich singen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. helgen Namen! gelobet sei er nah und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gefang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmud ihn fleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. Der Hochste Bebaoth, der auf das ciedre siehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Poblieber. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, ale nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, ftets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und seht ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankts: ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Der 117. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 443. obt, lobt den Herrn, Seele gabft du mir; Gott, o wie ihr Nationen! froh- verdank ichs dir! lodt ihm, bringt ihm Ruhm und 3. Für mich Armen, mich Verlor Macht! von allen, die auf Erdennen, mich, der ich gefallen bin, gab wohnen, werd Ehr und Lob dem er seinen Eingebornen, Jefum ChriHerrn gebracht! stum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Grad und Treu! - 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis frene der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Zobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Chr und Lob dem Herrn gebracht! 444. obet den Herren, alle Hei- den, preiset ihn alle Völ- ter, denn seine Guade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. At- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und mun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn dies Welt mich an sich reißt, daß er meine. Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille; deines Heils darf ich mich freun Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem beffern Theil, der Seele, gibt er Trost und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, ftrömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedtirfen in der Welt, mas die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Ge treide in den Gründen, auf der Höh in den Büschen, in der See, findes mir Nahrung, sind mir Freude; bou Gedeihn und Ueberfluß trieft) des Allerhöchsten Fuß! Mel. von Nr. 108. 445. ollt ich meinem Gott nicht singen? follt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann erfreun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dena Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er fo oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, hätte mida Zweiter Theil. fein Angesicht nicht erquict, so wär ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, gieng ich durch die dunkle Nacht! - Allgemeine Loblieber. 241 Gnade, Treu und Güte froh erhebe Tag und Nacht; denn was ich nur bin und habe, fommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Scham gestehen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trägst du, Gott, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sicht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ichs gethan, wills nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ichs verirrt begieng, doch mein Herz noch an ihm hieng. 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gültigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie haft du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Chriftum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz loben, mächtiger Herr zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern nützlich ist: so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs Höchste 16 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen, ists gleich, wenn es da ist, Pein, führt er uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein! und, was haben wir gelitten? duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! 10. 3ft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Nath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 446. Momit soll ich dich wohl Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Taufend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde me Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 1 242 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. gleich gekommen. Tausend, tausendmal 7. Er half und wird mich fort er fei dir, großer König! Dank dafür. lösen. Er hilft, der Herr ist fromm 10. Trägst du nicht in deinen Ar- und gut. Er hilft aus Reizungen men mich oft treu und väterlich? riß zum Bösen, und gibt mir zu der mich nicht oft dein Erbarmen aus Tugend Muth. Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie wer den, und deine Güt ist täglich neu. 11. Bater! du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gefungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlits sehen, so werd ich, dein Eigenthum, ewig preifen deinen Ruhm. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemütthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werte! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung furzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. Mel. von Nr. 46. 447. Du bists, dem Ruhm 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seelel vergiß nicht, was er dir ge und Dank gebühret, than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und Ruhm und Dank, Herr! bring und bet ihn durch Gehorsam an. ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. Mel. von Nr. 34. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte nahte, so hörte Gott, der Herr, mein 448. Auf, meine Seele, fingel Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sant in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz ver gißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir verge ben. gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, and seine Gnade war mir nah. 6. Um Troftwar meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schaun: so thut - Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit feinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 243 nen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Troft erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, dankfet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget fein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt unferm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449, ob, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein Anhöchsten Gut, dem Ba- gesicht mit Freud und Zittern drins ter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Wunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Trost hat alles wohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die deine auf Erden, Luft und Meer in deinem Schöpfersmacht, die uns und sie herborgebracht! Gebt unserm Gott die Chre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Gnade walten! in seinem ganzen Kö- Herz uns geben; der Herr laß uns, nigreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! sein Volk, in ftetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. 3ch rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Laus Roth: ach Gott, vernimm mein Bei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* Mel. Run danfet alle Gott.- 9. 450. Nun danket alle Sott Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 244 Zweiter Theil. 3. Der große starke Gott woll uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen; er schütz uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. - 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns fei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Allgemeine Loblieder. Schuß, du bist der Müden Ruh; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Anen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Frenden; du fahst mich, eh der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Lafter blüht. Ich haffe seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, be denken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. 451. Durch dich, o großer Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du erret teft gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, odeines Ruhmes sei! Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. Schrecken füllt das Land; noch füürcht 452. Jauchze, auserwählt Geich nichts, denn mich beschützt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Vcond, euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt du bereitet, und rühmt, und danket doch! macht so sprech ich: was ist doch der Mensch, es mit frohem Muth auf Saiten daß du sein denkst? und daß du täglich spielen gut! Halleluja! sein Wort uns unzählig Gutes schenkst? ift süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Ha leluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas ans 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen nichts. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, fen! er wendet Völkern die Gedanken; ihr Schild und Licht. Wenn wir mit er macht zunicht der Heiden Rath. den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Ewig fann sein Rath nicht wanken, Luft, mit dem Feind in unsrer Bruft, er ändert sich nicht in Gedanken, er wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt ist gleich groß an Rath und That. er uns zum Kampf und Lauf, und Wohl dem Volk, dessen Gott heißt hilft unsrer Schwachheit auf. Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn. dann gibt er uns seine Freuden, unser 4. Herr, deine Güte gleichet Herz empfindet ihn! kann ich größ dem Himmel, deine Wahrheit reichet res Glück begehren? Ewiger, hat dich so weit, als aller Wolken Heer! ja, mein Herz, o so wird es ohne Schmerz als wie der Berge Höhen bleibt die den Besitz der Welt entbehren, Erd Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht und Himmel wird mir flein, gegen wie Tiefen in dem Meer. dich verächtlich sein. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. - 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Chrifti großes Opfer ist. spiel ein Danklied dir da auf der Harfe für. Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Bebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 15. Mel. Allein Gott in der Höh. Ich ( timmt unserm Gott ein 454. Loblied an mit freu digem Gemüthe; es rühm und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. von Nr. 108. 453. Gott, durch welchen alle und danket seinem Namen. Dinge 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Majes befinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweist in den du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding erTiefen feiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immer- 3. Lobt Gott, der uns erschaffen dar, der mich schuf und neu gebar. hat, der Seele, Leib und Leben aus 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: väterlicher Huld und Gnad uns Allen Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schützt, der täglich schenket, was uns nützt. Drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem - Allgemeine Loblieder. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. Namen. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft deffen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Chrifto liebt, 5. Lobt Gott, der in uns durch euch durch sein Blut erkaufte, auf den Geist den Glauben angezündet, seinen Tod euch tauste, euch einst und seinen Beistand uns verheißt, wenn den Himmel gibt. er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket keinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke feinem Namen. Mel. von Nr. 101. 455. Lobt Gott, den Gott der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch ftreichet, verbreite seinen Ruhm. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treufte Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr erlegt; laßt uns in solchen Proben das Kreuz beweint, das er euch aufihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, ent reißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets fitr fie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör uns gnädiglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! 2. Erhabne Himmelsgeister, erwettet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrosische Lobgesang oder Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. das Te Deum. 3. Was Obem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Bolten oben auf sein Geschöpfe sieht. 456. err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, urser Trost und Theil! so preifen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigteit. Zweiter Theil. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preift Gott Vater dich, dich Soha, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, Geist, des Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 457. vor dir, ch singe meiner Seele Zebaoth! ich fing aus dankerfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer fleidet Hügel, Thal und Au mit Schönheit, pflanzt den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes sizeft du, mit deinem Vater herscheft du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe lässest du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets doin Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Gülte reicht so weit, so weit die Wolfen ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die stillfte Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. - 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ift, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. Mel. von Nr. 201. 458. Gr roßer Gott, Herr aller Götter! Schöpfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preifen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Besondere Loblieder. und Güte, Wahrheit und Barmher zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, fann mein Herz nicht gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wiffen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! 459. H HI err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie foll ich würdig fingen, was du, Herr, an mir gethan? 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du, so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich c. Besondere Loblieder. 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, och bald kam dein Antlik sah. der frohe Morgen, da ich, Herr! 3. Heilig, Herr! find deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn still sein, hoffen, schweigen, stets vor des Kreuzes Last mich drückt; ich will dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquidt. Besondere Loblieder. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 7. Doch läß'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Bergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. 9. Doch will ich dir mein Opfer Lieder fingen, bringen, das Opfer meiner Dankbarund singe mit erquicktem Muth jetzt so viel dein Geist mir Kraft verleiht. neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu sing ich dir, in Herrn, der große Dinge thut; denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. diesem nimm es an von mir! Zweiter Theil. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübfal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, sind ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Jein Herz, ermuntre 460. Danklieder bei der Erndte. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 461. Frohlocket, Jung und Alt, Neichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von nenem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief ver2. Auf! danket unserm Gott, daß borgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth be- Fried und Ruh hier wohnet. Mit dacht, und dich zu helfen aufgemacht. Krieg und Hungersnoth hat uns der 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. Herr verschonet. Kein Feuer, teine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Veste. Wenn Fluth und Saramer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 3. Die Erndte hat der Herr uns tren und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder 250 Zweiter Theil. triegen. Wir möchten früh aufstehn Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. und bis zur Mitternacht nicht wieder 462. Gott im Himmel und auf fchlafen gehn: es wär umsonst gewacht. 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vaterfegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. Erden! Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 6. Gott ist's, der euch ergetzt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 7. O schmecket doch und jeht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein tuhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Bolt und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Beit; halt uns in deiner Hut. Besondere Loblieder. 3. Bater! du haft ans Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriefen! 4. Du haft Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib mun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht ver- 7. Schenk uns auch vergnügte geffen. Herr! deine milde Hand er- Herzen; Stolz und Geiz laß ferne freue jedermann, daß uns Stadt sein; laß den Undank nichts verund Land den Segen spüren kann. scherzen. Schenke ferner dein Ge11. Laß unser Korn zur Saat und deihn, und laß uns mit deinen Gabis zur Erndte reichen. Gib selber ben willig auch den Dürftgen laben. Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigteiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf 463. BE Erden efingt Gott Ze Zweiter Theil. Gebet- und Loblieber 2c. 1 baoth; befinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, Dienst erkalten, dein Wort beständig welche die Gefahr des Krieges hart halten, und nicht mit neuen Sünden geplaget, zerstreuet und verjaget; um des Krieges Wuth entzünden. Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 3. Herr! ewig währet deine Tren, mit Huld uns zu begeguen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angefehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 4. Du hast auch im versloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Trost bereitet. Von ganzer Seele 464. deiner weisen preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich Mel. Es ist das Heil uns fommen.- 6. u, Gott, du bist der auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 5. Vergib mir die gehäuste Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und ver- Herr, stets gewissenhaft mit mir und gehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibeft. 8. Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszutaufen. Laß mich 252 Zweiter Theil. bie Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Laft er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. Gebet- und Loblieber 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, ver doppelt euer Eilen; mich lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; mur bald von hier, und dann geschwinde dort; Mel. von Nr. 324. 11. Dort, wo der Hafen der Glück465. o ist von meiner kur- seligkeit; dort, wo das Kleinod meizen Pilgrimschaft ein ner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß Gib du ich stets wachend bleibe. mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk mich wiederum. ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingefloffen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne stch. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höh.- 15: deine Gnad vergebens; ach! würde 466. Gott ruft der Sonn und nur Lebens zu deinem Preise beffer zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur bestehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben sehn. schafft Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o möcht kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl gelungen. auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 uns, und du vermehrst der Menschen 468. A Tag) verfloffen! näner Furcht zu leben. Du schützeft Mel. Freu bich sehr, o meine S.- 29. bermal( ein Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heimir, ich muß vergehen! denn wer liger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Nuh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hiff deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Nath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns sein! dies, Bater! wollst du uns verleihn in Christo, deinem Sohne. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 48. 467. Herr! der du mir das 1 gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe fren ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entLaden, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist! 3. die Hand des Höchsten. Gott rufet Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in res Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirst die Geduld verleihn. Deine Treue du bei den Beschwerden, Herr, mir bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 1 8. in Jahr der Sterblich469. keit, der kurzen Lebenstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jete gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. - 3. Wir schließen uns aufs neu in bein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da find wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wah ren Worts erlösche bei uns nicht! 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem ift vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschlie sen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 33) Morgenlieder. sei Preis und Dank; erhebe Gott, Seele! der Herr hört deinen Lob6. Gelobet Gott der 470. Min erft Gefühl Macht! gelobt feit deine Trene, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mirs jeht neu gegeben. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuvers ficht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebens zeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeurt, beschließe! Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. Lippen sein; er hat als das reinste 471. Noch läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne fal leben! mit schen Schein. - Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Bertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich fiehest du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergeben gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemülhet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Dent, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern fanftes Schlafen sei, und daß ich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. Mel. von Nr. 79. 472. ( eele! du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb bermag. 2. Doch, daß man auf würdge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüttet, und beschüßet den, der sich 256 Zweiter Theil. Mel. von Nr. 16. 473. Mein erster Wunsch, innigstes Bestreben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertren, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zengt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt raftlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dantvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. Morgenlieder. Mel. Warum betrübst du dich. 435. 474. Ihm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. - 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmſt du, Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Erbarmer, forgft für mich. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. Dich feh ich wieder freue mich der edlen Pflicht, dem Morgenlicht, und Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildeſter Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche 2. Du warst auch diese Nacht um meiner Seele; verwirf mich nicht, mich. Was wär ich? hättest du nicht vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir dich so hülfreich mir erwiesen! zu empor fleht meine Seele stets, und meinem Leben setest du jetzt einen du vernimmsts, Erhörer des Gebets! neuen Tag hinzu; sei doch Zweiter Theil. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merfe neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. - - Mel. Werde munter, mein.- 116. err! es ist von mei476. nem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Tren erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir kommt mir schon dein Segen mit der Morgenröth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. Morgenlieder. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinteriegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß mur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und jo ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 6. Sollt ich hent in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache nur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Krenz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübsal scheuten; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. von Nr. 463. hr trüben Sorgen 477. hab ich erreicht, die Sonne schau ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, mülß euch anjetzt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Weit bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schutz genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so 4. Ist mein Auge nunmehr lichte, gittig meinen Lauf; lässt mich so so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 258 Zweiter Theil. gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquict und nähret, das hast du mir gewähret; du hast mir Leib und Leben und diese Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemüthet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 1 Morgenlieder. Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. F 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. 6. Dein Wert wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und ich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bet aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. - 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehu; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sterb Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würdger an. Zweiter Theil. Abendlieder. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. 480. G Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 34) Abendlieder. o flichen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du mur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. — 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn graun? mich schützet beine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie. Doch mein Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. Sohn und 481. Fr alle Gülte sei gepreift, heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sün den. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel. von Nr. 49. Gepriesen, Gott! fei 482. Gepriesen, dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gege ben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer würd uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* Zweiter Theil.- Abendlieder. 260 zu. Wir liegen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Miih ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns fein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir wirdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirft erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jefu, bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bift gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer fann sie zählen? 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingeriffen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Rene. Uch, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnilgen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hilflos liegen, und wir entfeelt, umhüllt von Finsterniffen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Mel. Werde munter, mein. 116. o Herzenständiger! ich strauchle noch, 485. M erde munter, mein wie ein Unmündiger. Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Got tes Güte, die er heut gethan au mir, da er mich den ganzen Tag vor fo mancher Noth und Plag tren behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Duschlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dank sei dir gefungen, Bater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelungen, daß du Lebensfonn, erquice meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Mel. von Nr. 55. 484. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was ntflohen sind auch die du, Herr, an mir gethan? Rechnung, ses Tages Stunden, Wort und Kräfte fehlen, fang ich an dem wir noch des Lebens Glück nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frohem Dank laßt ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch uns den Herrn erheben, durch den Ziel. Wär ich nur bei deinem Lies wir leben. ben dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. Abendlieder. 261 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen meine Sünd und Missethat, die ich sei, mein treuer Gott, von mir. Was heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Lück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 3. Gib mun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. 6. O du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Sesu Christ, da es Abend worden ist! tröfte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns keine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Wassersnoth, Pest und 487. Schon ruhet auf den bösen schnellen Tob! keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath. du werther heilger Geist, stärk mich, der du Beistand heiffst. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja! es soll geschehen. Mel. Werde munter, mein. 116. 486. Auf uf, o Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschüßet, meine Schwachheit unterstüzet. 4. Ach, laß uns kein banges Schrek ten, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Bater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Feldern, in und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euern Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermiffen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einft wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Nuh gewährt. 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel, 7. Dein Flügel mich bedecke, daß teine Noth mich wecke, tein Unfall, teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre fein Betrüben, fein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schüße seiner Engel Schaar! Mel U Herr, mich armen S. 67. 488. Mie lang darf ich noch fäumen! Gott, stärke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Beftes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die tribe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Slinden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buchel hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesety mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letter Abend ift: gib, daß ich bahin fahre, wo bu, mein Bater, bift. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir fiets vor Augen fchweben, daß ich einft sterben muß. Abendlieder. und mit Gebet, mit eifrigem Berlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächti gen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glid mit Dant, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zn des Mitteids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Gind, daß Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leib, sobalb ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Berlangen? unb, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? Prüfung am Abend. Mel D Gott, du frommer Cott.- 8. 489. er Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ornst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrit, daß ich ihn angefangen? Mit Danf 9. Gott! der du alles weißt, was fönnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verlehte Pflicht; vergib und gebe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den feine Sinden fränken; du liebst Barmherzigfeit, und wirft auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb ich, so Teb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt une Trost auf Trübjalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; bu, Herr, gibst ihnen Gnab und Chr; und wer nur erst zu bir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. der Erlöften Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das feine Boten lehren, das will ich hören. Mel. von Nr. 42. 490. Wie Die lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörft sein Lob und seine 6. D, laß auch heute deinen Geift Bitte, und stärfst mit neuer Kraft mich lehren, vom Weg, der dir mißden Geist, daß er auf deiner Wahr- fällt, mich abzulehren. Regiere mid), heit Bahn rechtschaffen vor dir wan- baß meine ganze Seele zum Troft dich wähle. beln kann. 7. Dein Tag fei mir ein Denfer deiner Güte; er bring mir Heil unt lente mein Gemüthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 263 Mel von Nr. 56, ies ist der Tag, zum 491. Dies Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer beiner, Gott, sich freuet. D, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgefang der Dimmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Shre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie fren ich mich), die Stätte zu begrüßen, wo Durstenben des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlaffen. Mel. von Nr. 436 hältst bu feft. Wohl dem, der sich auf 492. Gott! bu bist mein dich verläßt. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff' er mir stets heilig werden! Lob fet, Erlöfer, beinem großen Namen auf ewig. Amen! Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienfte weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemilth be wahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh 3. Erinnre selber meinen Geift, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffmung reichlich mehr. mich vor dem Geift der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; fei unser Trost in aller Noth; stärk uns im Leben und im Tod. - 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 493. Dies, Christen, ist der Tag des Herrn, Gefchäft und Müh sei von uns fern! fommt vor des Höchsten Angesicht, und freutet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Troft erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. er Herr des Himmels 494. daß die Welt gerichtet werde; mit strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Nache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des sind alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. D thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgefang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Netter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfürcht, Menschenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der Von der Selbstliebe. 265 erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. Zweiter Theil. Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron scheu ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht fehen; doch mein nie mitdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Berläum dung, Spott und freche Litgen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir mein freundlich Angesicht. 10. Hört, immer freche Slinder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, enth, Born gefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. Dnehmet meine Warnung an! Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 495. selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe wethe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 36) Von der Selbstliebe. 5. Nie blende mein Gemilth der ein Will ists, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit einst auf immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heilgen Eifer trachtet, und für sein größtes Glitc, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh und einst vollkommne Seligkeit. 3. Kein schnöder Eigennutz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 11. So finkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau 8. Das sei mein Zwed, mein Fleiß. O fegne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es wohlgefällt. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. von Nr. 265. 496. Wichtge Frage! Gott, er bin ich? Herr! lehre mich, wenn lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. ich daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, nicht auf sie sicher und vermessen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann find sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 7. welche 497. 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum Laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich), mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend; gedenke nicht der unvollkommnen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Nach aus Eigennuße haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann füh len wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ 8. Ich muß es einmal doch erfahren, mich früh zur Tugend unterrichten? was ich hier war, und hier gethan. mein Glüd mich sehn in meines Lebens Dlaß michs nicht bis dahin sparen, Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam wo Neue nichts mehr helfen kann. sei mein Ruhm? Herr! mache mich schon hier recht flug, and frei vom schnöden Selbstbetrug. 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir - Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist die Quell, die mich mit Weisheit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Beßrung deinen Segensblick. 267 und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wie derfährt? Was hat dich, Herr, be wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; se werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zuge 498. mein Fleiß auf Erden; dazu wandt, dein trener Knecht zu werden: Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. as ich nur Gutes habe, du Vater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 499. Her! err! meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich 5. Mit dir, o Gott, vereint zu mit Ernst bedenken, und auf die sein, mich ewig deiner Huld zu freun, Sorge für ihr Wohl so unermüdet und dich zum Trost zu wählen, das als ich soll, den größten Eifer lenken. sei mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg ans Leichtsinn nie verfehlen. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu sein, und haft, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, beftimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren. 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh zu 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. 268 3weiter Theil.- Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz Fich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht was anch Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 500. Nad meiner ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Beg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; brum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? fann auch die Welt mit allem, was sie in fich hält, mir deine Gnad ersetzen? - 119. 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesert Leben? was kann mir Troft und Frendigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; mur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschützeft, und mich zur Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstützest? Ostärfe mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst bestch, sei meine größte Sorge! hafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht fich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu das Herz beschwert, und sich hülten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. N Zweiter Theil.- Von der Sorge für die Seele. 269 8. Einst läß'st du im Gewissen mir diesen Troft genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Berdanimlichs an mir sei. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, auch mir! laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. Weg des Friedens leiten. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. bares Gut ist, Herr, ein rein Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müffen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt kein Tod und fein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet fich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und 4. Sein Geift sieht mit Zufriedenheit seine Neigung dämpfen, ist freilich der künftgen Welt entgegen. Die schwere Pflicht; doch, wenn wir uns gibt ihm Muth und Freudigkeit auf besiegen, welch seliges Vergnügen ge- allen seinen Wegen. Denn dort macht währt uns die Vollbringung nicht! selbst, o Herr, dein Mund den wah5. Nichts kann im Wohlergehen so ren Werth der Menschen kund; da unser Glück erhöhen, als ein geruhigs wird der Fromme siegen. Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Necht nicht zu ents weihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich au meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Neu und Glauber Vom Gewissen. Mel. O Welt, ich muß dich laffen.- 48. 502. Fin ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genieBen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, sich deiner Huld zu trösten: welch Glüd, mein Gott, fann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich| verschmerzen, und sieh, dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt so Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und se hart, als es zuerst gefehle. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. ift, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Ange, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? - Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz fülr Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht eithren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 11. Du bist gerecht: denn auch bes scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 7. was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott, Der Trieb des Neids, der Schmäh. 505. Damit ich meine Seele manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht bir befreit; jetzt follst du eine Schmach 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das stranchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Kust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz berführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. - Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibeft, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Nachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünstger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. - wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. 506. Mache dich, mein Geist, Fleisch sich selbst verstridt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. Drum 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. hüte dich! das Weltgericht alle Sünden an das Licht. sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. bringt Christ, 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Shr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. Mel. Vater unfer im Himmelreich.- 120. 507. Hier ist noch unfre BritPrüfind 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 272 Zweiter Theil.- Von der Sorge für den Leib. 6. Du Jesu! mußt das Beste thun.| 9. Wenn schon die Trübsal auf mich Mein Heffen soll auf dir beruhn. dringt und überall mich Angst umAch, durch dein Blut bin ich ja dein, ringt, bleib ich doch stets in deiner dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Hand. Ich halt in jeder Prüfung Bein! Mein Gott, mein Gott, laß Stand. Du, du bist durch den nicht von mir, damit auch ich nicht Glauben mein. Nun muß mir alles laß von dir. heilsam sein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich feft bis in den Tod. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehut, die Sieger Preis und Ehre trönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger fei. 39) Von der Sorge für den Leib. Mel. von Nr. 72. 508. ie mannigfaltig find 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufs| geschäfte, untilchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zant, uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Neben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so be Mel. von Nr. 234. fiegen, daß ſie zum Schwelgen mich 509. Der Wollust Reiz zu laß bewegt. deiner zu kreun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung gibst. Sie Höchster, meine Weisheit sein! ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust fürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 273 3. Sie raubt dem Herzen Muth 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eiser edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; sie führt Neu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften 8. Mein größter Fleiß auf dieser mit Muth und Nachdruck widersteh, Erde sei stets auf meinen Geift geund stets, darwider mich zu rüsten, richt't, daß er zum Himmel tüchtig auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Misfethat. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. Mel. von Nr. 234. Mel. 510. Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, 511. 0 Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? Welt ich muß dich laffen. 48. Mas ist mein zeitlich Wa Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering ein Kunststück schätzen, was du, o Schöpfer, selbst wird mein Glück dort sein. erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer fein? 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? Herr! laß mir, im Glauben der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undank deine Güte. Ein 18 274 Zweiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Poften nicht. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Müthe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Baterhände befehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage - Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 26. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. dem, der nicht, 512. Laß mich doch hen 513. Wo Schätze liebt, als Gott! den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? Schäße dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Kann ein vergänglich Eut auch nnfre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verfierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr haftig soll beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf send sie verzehrt, bald geizig fie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das fei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir eutriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligften Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geiftes Kraft zu ewgen Gütern hin. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schuteden, Zweiter Theil. und in des Unglüics Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? Von der Arbeitsamkeit zc. - 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du se reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 514. Herr! laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hanszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Dn gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handeln!" 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich nur, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reich thum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nützen, daß ich einst erfrent noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenns mit 515. ott ist's, der das Ver- seinem Willen stimmt, nicht ohne Gute zu vollbringen. Er gibt zur 2. Wer das zu seinem Hauptzweck Arbeit Muth und Kraft, und läßt macht, vor ihm gerecht zu werden, sie uns gelingen. Was man mit ihm und erst nach seinem Reiche tracht't, 18* 276 Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit zc. dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. er sie, und segur Arbeit, nicht net. bei des Lebens Müh ihr Herz 517. 3 magiggang, find wir, Müßiggang, doch mein Lebenlang kein Knecht der o Herr, auf Erden. Drum laß mich Trägheit werden. Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 1 mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu, daß fie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von mei- Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. nem Fleiß in jenes Leben folge. 3. D Herr! vor träger Weichlichfeit wollst du mein Herz bewahren, meine Kräfte sparen. so werd ich aus Gemächlichkeit nie Erholen werd von ich mich nur dann, wenn ich, 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch die 516. Dpflicht zur Arbeit auf- mein Vergnilgen ſein, mich den Geerleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernfilich eingepräget. Der träge Müt- schäften ganz zu weihn, die du mir Biggang ist dir, o Gott, verhaßt, für auferleget. uns der Lafter Netz, und unserm Nächsten Last. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, c Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu den zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nützlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthuni. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 2c. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Almachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einst mißfällt, was nützet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. - 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 518. Gott! ott! du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln un zufriedne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. Mel. von Nr. 46. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entchre nicht, mein Herz! mit den bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne Sorg und Krän ten, was nützlich, schenken. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterfeit und 5. Bin ich getreu mit dem verlich- Kräfte, und nährt und stärkt sie väternen Pfunde, und harr ich nur der lich; sie brauchen, dies ist dein rechten Segensstunde: so kommt sie, Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm und dann werden meine Thaten zum für dich. Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquicken, und stets beglücken. der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 5. Zwar jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nützet, und was dem Nächsten nützt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewäh ret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht 278 Zweiter Theil. braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; bich fürchten, dir vertraun, dich lieben, iniß ewig meine Wollust sein! L Von der Zufriedenheit 9. D! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Vater, liebeft, kann, wenn du ihn betrübeft, doch niemals unglückselig sein. Mel. D Welt ich muß dich lassen.- 48. 520. Mill mich, o Gott, hie Laft ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Triibsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Die Laften, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer sein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, so finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Luft der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch schei den von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. Zu jenem beffern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist nein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genefen; er eilt zu Seligkeiten hin. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. 521. Sei, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohnge fähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Nath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Nuh, und einst mit ewger Freude, 5. Drum hab, o Secle, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 8. bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden! und Geduld im Leiden. ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden, läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen laffen. Mel. von Nr. 55. 522. in Herz, o Gott! in Cin Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, Uebertreter? ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich han des Lebens Glück Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. in guten empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die ser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend felbft verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlöften ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! wer pricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be rather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 279 US 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und be reun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glaus ben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sei zufrieden. ME 524. arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. Zweiter Theil. rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, yütfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier werde. 1 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. Was gethan, es bleibt Mel. Was Gott thut, das ist.- 267. Gott das Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm ers hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, follt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlaffen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod bekriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit beffern Schäzzen Geift und Herz auf den Schmerz ewig dort ergetzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. Wie er fängt gerecht sein Wille. stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er läffet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergetzt mit siißem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! És mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526. Verborgner Gott, dem Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als daß ich gelaffen sie ertrage, und machst wüßtest du mein Elend nicht? verstellet gleich dein Antlitz sich, dein Herz meint es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du ge sehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge stehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glanben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts ranben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfitl len, du haft mir Hülfe zugesagt. Sa, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dant, auf Klagen froher Lobgesang. 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertrane Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da fammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sich dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Neth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, fiets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. Mel. von Nr. 234. 527. Was as ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ists von Luft und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanftefte Bufriedenheit. Hier wohn ich noch Mel. O Welt, ich muß dich laffen.- 48. in einer Welt, die kein vollkommnes 528. Mas ists, daß ich mich enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. quäle? auf Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, Gott, auf mein Gebet, den Muth, 282 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist| sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meifieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. zet, sei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! - 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 529. Mas ist das Leben hier auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Lei denswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erwedte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquidt? 5. Er ward beleidigt ohu Vergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Krenz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 7. Drum laß mich mit dem Trofte fiegen: Gott gibt nach kurzer Prüfungszeit das allerfeligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Ver schmachte Leibl stirb und vergeh ich weiß, daß ich einft aufersteh. Trost in geistlicher Schwermuth. 530. D u flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du flagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verge ben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo find denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und be Gnaden, der uns zu Christi Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld im Leiden. bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 283 12. 3war ist um Trost dir jeto bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geitbet ward. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 13. Fahr fort zu beten und z wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr 6. Zag nicht, o Christ, denn deine auch tödten, so harr ich dennoch Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer sein. Mir bleibt das Erbtheil der Herzen, als dir das deine scheint. Erlösten; und will mich Gott nicht Wie könntest du dich so betrüben, eher trösten, so wird er mich im Tod daß dir die Kraft fehlt, Gott zu erfreun. lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. Trost in Dürftigkeit. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. 531. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. u flagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Sa, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk in Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glück? Gnade sei. 3. Nie schenkt der Stand, nie schen 10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ten Güter dem Menschen die Zufrie ren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemüts ren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. ther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde fein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weifer Hand; nicht so wie wirs zu würschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und nüße daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den Iteben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einft im 532. 8 cilt der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmſt mich, Tagen, die du hier zu an! lebest, Mensch, herbei. Erfauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirft so ficher Jahre weg! bift 533. du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr?" as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts ver- 2. Der Tod soll dich nicht traurig borgen; ich bin vor deinem Angesicht, schrecken, doch, dich zur Weisheit zu und will, mich deiner Huld zu freun, erwecken, soll er dir stets vor Augen mein Leben gern der Tugend weihn! sein. Er soll den Wunsch zu leben 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find. Sprich: sollt 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, Kräften nach Gottes Reiche hier ge- meine Zeit, es auszuüben, ist turz strebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er rust dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 8. Mein sprachlos Flehn bei mei nem Ende vernimmst du, Herzensfündiger. In deine trenen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! und der Zubereitung zum Tode. 285 4. Denk an den Tod, wenn böse 2. Daß du, o Höchster, meinem LeTriebe, wenu Lust der Welt, wenn ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. und daß die Zeit, die mir gegeben, Sprich: kann ich nicht noch heute vielleicht gar bald ein Ende nimmt: sterben? Und könnt ich auch die Welt das flöße mir die Weisheit ein, stets ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. auf mein Heil bedacht zu sein. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, daziz laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 534. Du, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Bater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erge ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüget mir. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Here Treu, mir zum Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. err! ich hab aus deiden Tod oft lebhaft vorzustellen; so Gib wirst du ihn nicht zitternd scheun; Heil, noch Zeit in Händen. so wird er dir ein Trost im Klagen, doch, daß ich sorgsam sei, fie auch ein weiser Freund in guten Tagen, weislich anzuwenden; denn wer weiß, ein Schild in der Versuchung sein. wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. die uns zugezählten Stunden. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Eb ewig uns verschwunden. Niemals fehrt ein Augenblick, uns zum Heil davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, [ mein Gott och nie vergessen, wie 286 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschätzbar sei die Zeit, die du uns hier zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht. deine Zeit ist Gottes Sache. Bern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Mel. von Nr. 13. 6. Laß mich meine Befferung für 537. Wie sicher lebt der Menſch, mein Hauptgeschäft erachten, und nach sein Le meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Guade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. 3. Sprich nicht: ich denk in Glüc und Noth, im Herzen oft an meinen 536. Me Meine Lebenszeit ver- Tod. Der, den der Tod nicht weiſer macht, nie mit an gedacht. eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent, o Seele, an den Tod! fäume nicht, denn Eins ist noth. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter find nicht dein. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, se sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Dilih; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. und der Zubereitung zum Tode. On aber, ringe ftets nach ihr, als wäre fie ein Wert von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geiftes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott.- 418. 538. Mein Lebensfürst, zeig mir, in deines Geistes 287 naht, je stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was beffers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Borschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irdische so gar ver- 539. Mie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wall gänglich ist. Ja alles, alles macht zuletzt die Zeit zu nichte; und du, 0 Mensch, der du doch so gebrechlich bift, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Ted. fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Sch kann vielleicht der nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben start, und in der Liebe tren, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh und alles könnte lefen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Tedesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: se würd ich oft mit Schrekfen mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, deffen Flügel mich in aller bern klug zu werden. Nur der ist Noth bedecken, je mehr der Tod sich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltluft mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf solchen Weg mich leiten. 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz. gemeßner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinkfen neige. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hin gegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, son dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. lehre mich Mel. von Nr. 42. 540. bedenken, daß ih 541 ch will dich noch im Tod nah am einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht kränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit? kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so bergänglich bin, wie geschwind mein Grabe preis ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segneft mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht geht du mit mir Erlösten nicht. und der Zubereitung zum Tode. 289 3. Der Leib wird schwach; die ird- 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, sche Hütte, in der mein Geist hier dies Wort steht ewig fest. Die Freuwohnt, zerfällt; schon gehen meine den sind unzählig, die es mich hoffen mitden Schritte den Weg zu Gott läßt. aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jefu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du fennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das on am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umaringen und mir den letzten Schreften dräun: du halsst mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der fie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! o Tod, Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel Chriftus, der ist mein Leben. 542. ein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott verföhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich dech auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O thenre, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöfer! sich, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. 11. 31 dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du kannst mein Sunres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilft mir ringen; allmächtig hilsst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O mohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Rr. 37. dein Feind noch ist, mit Wohlthun 543. Der du die Liebe selber doch begegnest: o bilde meinen Sinn bist, und gern uns nach dir, und laß mich doch, mein Menschen segnest; ja selbst dem, der heitand, hier, wie du gewandelt, 10 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen fein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, nnd menschenfeindlich handeln. - 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. Du 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenfinder. schaffft den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seuf zenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächften beizustehen, betrübter Herzen Troft zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Straucheinden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Autlitz sei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. Mel Machs mit mir, Gott, nach.- 26. o jemand spricht, ich nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das sichst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. Mel. O Gott, du frommer Gott.-- 8. 545. ib mir, o Gott! ein Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid, und Härte flicht, und sich um andrer Glütd, als um sein Glück bemüht. 2. Sch ich den Dürftigen, so laß mich gültig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hüllfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern und 544. doch seine Brüder, der treibt mit dienen. Mich treibe nicht erst Dank Gottes Wahrheit Spott, und han- zu milder Wohlthat an; nein, was delt ganz dawider. Gott ist die Lieb, and will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll find eines Leibes Glieder; drum diene Troft, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt Zweiter Theil. Von nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Un- Güte haben. Es müsse nie mein Herz frieden anzurichten, so laß mich sorg- des Nächsten Freuden boshaft beneiden. sam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deckt seine Fehler zu. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem ver. liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behilflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seinen Fleisches werken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heitige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. SOFTING der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. Mel. von Nr. 13. 547. Nur Liebe ohne Heuche. geboren fei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorüber gehn: so stehts um deinen Glauben schlecht, so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Sa mariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft be trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Nach; o folge diesem Beispiel nach. Mel. von Nr. 55. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm 546. Hilf, Jesu! daß ich meinen gibt. So schränket ſich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Nänke sein Herze fränke. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhchle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Chrift nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigste vereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. 548. Drechtigkeit, und hafſest mein ganzes Herz bestrebe sich, demn liebst, o Gott! GeNie über mich! den, der sie entweiht, am Nächsten Nächsten gern zu geben, was er mit Du bists, der jedem feinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. Unrecht übet. Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu fränken. den sucht, und andre fränkt, wie fann das Brüder lieben? 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha- vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. 30rns Raserei nie des Herzens Meiott, der du die Men- fter sei. 549. Gott, schen liebest, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- seguen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß witch deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Bater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, liebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollst den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne du Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Laft! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth ibt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemale Ulebers macht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. O, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Mel. Herzliebster Jefu, was. 131. Baufsucht und der Haß verzehret nach 550. Herr, mein Versöhnert und den Lauf von unsern Jahren, macht test, und noch zur Rechten Cottes zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanitmuth wollest mich bewahren, daß des Jäb Triebe. Zweiter Theil.- Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Mel. Herzlicbfter Jefu, was. 131. Baß vergolten? du schaltst nicht wieerr! deine der, als man dich gescholten. Du 551. 551. Heit nicht zu ermeſſen! segnetest mit Wohithun nicht blos wie viel hast en vergeben und vers Freunde; nein, selbst auch Feinde. geffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor o Herr, Vergebung finden. Deindir, Herr, flagen, mein stolzes Herz und Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. schwerlich weiß ich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Nachgier Samen. 7. Wenn meine Brilder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht tibersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, seg nen. Herr, mache gegen alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 8. Erwecke denn, o Herr, in mei- Feind nicht haffen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, nem Herzen aufs nene das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei- Herr, fie segnen, und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich mit Freundlichkeit begegnen, daß mich empfunden. das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann schen. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn, die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Secle drilcken, so werd ich mich versöhnlich finden lassen, den Mel. von Nr. 30. Die will ich dem zu scha552. Nie den suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihn begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn sege nen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil. Von der Dienstfertigkeit zc. 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? - 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nützen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. wirkt seine Gütigkeit. Er steht auf 553. Wie ie selig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fithlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behilflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. 48. 11, Mel. Welt, ich muß dich lassen.- 554. Du, aller Menschen Bater! du gütigster Berather in allem, was uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Bergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der 6. Was andrer Nothdurft heischt, mitleidsvollen Liebe. Wie du mir das reizet seine Triebe, auch ohne Guts gethan, so laß, um deinetRuhm und Lohn zu wahrer Men- willen, mich andrer Nothdurft stillen. schenliebe. Kein Stolz noch Eigenmut so oft ich sie nur ftillen kann. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 4. Wer harvet, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erft erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Vers borgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch sei nen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? und Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. dieser Erden Güter 6. Wer für der Armen 555. Wer hat, und sieht den Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geist, vermagit es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und forgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Zweiter Theil. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. - 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich frent, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Berläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmutz, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel Ach Gott, vom Himmel. 215. Nächsten Glimpf und Nuß, der Un556. Die unge, die vernehmn- schuld und der Schwachen Schutz belich hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, ste stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getren, nicht mit den Lippen sündgen. 1 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirt auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was zichtig, feusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nutzen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn kund and 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht schenet! wie 296 Zweiter Theil. oft zu spät bereuct! ach, fiuchen bringet Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Buße folgt, den Tod; Gott wolle mich bewahren! - Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Ach Herr, mich armen S.-67. Moh ohl dem, der richtig wandelt, der, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trng und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden laffe. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Mel. Ale Menschen müssen sterben. 82. 557. Daß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein; jenes freu- 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, denvolle Leben nimmt nicht freche Lüg- Herr, deine Rechte übt! Shn leitet ner ein; denn vor deinem Angesichte deine Güte, er wird von dir geliebt. werden sie beschämt zunichte, so wie Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Satans Trug und List, der der Lüg- Wahrheit Licht beschämt die Falschen ner Vater ist. stehen, geschreckt durch dein Gericht. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren 4. Herr! drücke diese Sache mir Schwäßzern gleich zu sein, heuchelnd tief ins Herze ein, daß ichs zur Brüder zu betrügen, Herr! das falle Pflicht mir mache, der Lütgen Feins mir nie ein! Wahrheit leit an allen zu sein. Erinnre mein Gewissen, du Orten mich in Werken und in Bor- haffest Henchelei, damit ich stets beten. Redlich sei des Herzens Grund, flissen der Tren und Wahrheit sei. redlich spreche auch mein Mund. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann. und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit iib, und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld fiegt. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr künftigs Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränten Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens find. 8. Ein Herz voll Treu und Glau ben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. 20. Num. 540 239 80 222 102 Abermals ein Jahr verfioffen 468 Ach Gott, du unser Bebenslicht 423 Ach Gott und Herr, wie groß und 290 Nch Gott, vom Himmel sieh 215 Ach Gott wir treten hier vor dich 421 Ach! Derr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer Uh was bin ich, mein Erretter mächtig großer Gott! wer kann 75 wissender, vollkommner Geiß! 24 Als Jesus segund sterben wollt Also bat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marteriaft 155 Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlocken wir Un die allein hab ich gefündigt 295 Auf! auf! mein Geißt, auf! auf! Auf, Christen, preist mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrißt! 308 Auf dich, Herr! nicht auf meinen 373 Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, singe! an die Auf, mein Geißt, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Auf, träger Geißt! laß das, was B. 14 358 173 18 176 4 448 393 156 486 284 274 349 193 67 418 Bald oder spät des Codes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geiß, o Gott Begleite mich, o Chrißt! wir gehen 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Besingt Gott Zebaoth; befinget Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, the Wächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Seil. 160 463 Chriß! alles, was dich fränket 383 297 505 Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ist mein 70 Dein bin ich, Herr! dir will ich 332 Dein, Gott, is maiestät und m. 333 Dein Heil, mein Geiß, nicht zu 398 Dein sind wir, Gott! in Ewigkeit 261 Num. 495 Dein Will iss, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist velk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Biebe selber biß, und Der du mich als ein Barer lteby Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der du Verstand u. Tugend schenkß Der du voll Blut und Wunden Der ewge Gott und höchße Vater Der Held hat überwunden der Der Herr des Himmels und der G. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr iß Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in dessen Dienst 247 Der Herr ist metnes Lebens Kraft 387 Der Herr ist meine Zuversicht 375 13 Der Herr lag in das Grab gestr. 157 Der Herr, mein Hirt, behütet mich 259 Der König aller Welt ist Gott 65 Der Spötter Strom reißt viele fort 13 Der Tag ist hin, du aber, Jesu 483 Der Tag in wieder hin, und diesen 489 Der unfre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Reiz zu widerstreben 509 Des Donners schreckendes Gebrittle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geiß 205 Dich bet ich an, ersandner Held 162 Dich, mein Jesu, laß ich nicht 230 Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ist Die Herrlichkeit der Erden muß Die Simmel rühmen Gottes Chre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch Dtes, Christen! ist der Tag des$. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen 491 Die Zunge, die vernehmlich spricht 556 Dir allein hab ich gesündigt 287 Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, fei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen 438 Dir, unser Gott! ift niemand Dir, Vater! dankt mein Herz und 203 Du, aller Menschen Vater! bu Du bist ta, Jesu, meine Freude Du bißts, dem Ruhm und Dank Du, der Herz und Nieren kennet Du, der fein Böses thut! du Du gabft mir, Ewger! diefes 8. 279 Du, Gott, du bist der Herr der Beit 464 84 367 71 52 554 416 447 347 78 7 11 543 359 200 108 338 134 374 155 493 179 475 186 88 46 42 300 Register. 500 220 138 140 473 Mache dich, mein Geiß, bereit Mag doch der Spötter Heer des 312 Ran betet, Herr, in Bions Stille 50 Mein Auge sieht, o Gott, zu dir 58 Mein Bundesgott! ach, unterwetse 324 Meine Bebenszeit verstreicht, fündi. 536 Meinen Jesum laß ich nicht, da 315 Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erlöser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innig Mein erß Gefühl set Preis und 470 Meine Seel ermuntre dich, Jesu 134 Meine Stimme ruft zur Höhe 397 Mein ganzer Geiß, Gort! wird 277 Mein Geißt erstaunt, Ullmächtiger 366 Mein Geift soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lebre mich erk. 341 Wein Gott, dir iß bewußt die 83 Mein Gott! du wohneß zwar im 355 Mein Heiland! deine Größe geht 181 Mein Heiland lebt. Er hat die 268 Mein Deiland! wenn mein Getf 269 Mein Herz, ermuntre dich nun 460 Mein Herz, ermuntre dich zum 364 Mein Hort in Gott! ihn laß ich 374 Mein Jesu, du haft unsre Schuld 119 Mein Jefus ist mein Leben. Neißt 542 Mein Jesus fist zur rechten and 180 178 Mein Jesus triumphiret, und Mein Beben ist ein Pilgrimdand 273 Mein Lebensfürft! nun fann ich 130 538 Mein Sebensfürft! zeia mir in Mein Salomo! dein freundliches 245 Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der Menschen ists gefest, zu sterben Mit Ernst, o Menschenkinder, das 100 Mit Seufzen flag ich dir, mein 405 D Christe, Eingeborner, von D Christenbeit! sei hoch erfreut D erhabner Gott, an Macht und 256 340 275 500 504 Nach einer Prüfung Furzer Tage 278 Nach meiner Seelen Seligkeit nicht, daß ichs schon ergriffen Nie bißt du, Höchster, von uns 28 Wie will ich dem zu schaden suchen 552 Nimm Gott, dem wir vertrauen Noch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort gebr. 31 Run, Christen! last uns fröhlich 93 Nun danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe Nun ip es alles wohlgemacht Nur Biebe ohne Deuchelei zeigt 66 262 59 471 234 151 547 94 113 638 D Freund, der meine Schuldenlast 145 D Friedensfürß aus Davids 105 Oft denkt mein Herz, wie schwer 343 D Gott! den alle Himmel ehren 43 D Gott des Himmels und der E. 45 D Gott! des gnadenvoller Rath 431 D Gott, des parke Hand die W. 35 D Gott, du biß die Liebe! Allein 34 D Gott! du bist mein Preis und 492 D Gott, du frommer Gott, du 411 404 D Gott, es feblt uns Kraft und D Gottes samm, unschuldig am 136 D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ 306 D Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 D Gott, wer is die gleich! wie 369 D großer Goit! der alle Ding 27 390 60 O heiligste Dreieinigkeit, nach W. 41 D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers 8. O höchster! deffen Kraft Luft D Jesu, Brunnquell aller Freuden DKönig! deffen Maiestät sich D Liebesglut, wie kann ich dich D Menschenfreund, o Jesu D Seele, schaue Jesum an! hier O Tod! wo iß dein Stachel nun D unser Gott, wie voll ist deiner O Vater, allerhöcßer Gott! daß D Vater der Barmherzigkeit bei D Vater! groß im Himmelreich D welch ein Leiden, das mich 427 125 293 98 226 351 159 74 403 216 406 435 D welch ein unschäßbares Gut 503 D Welt! sieh hier dein Leben am 139 Dwie unausfprechlich selig werden 280 D, wohl dem Menschen, der dem 242 D Wundergott! der alles schafft 54 P. 165 Pretfet Gott in allen Banden Preis, Preis fei Gott! und Glück 249 Qual und Angst muß ich empfinden 417 Schaffet, Schaffet Menschenkinder 285 Schau, großer Herr der Derrlichk. 175 Schön ist die Zugend, mein Verl. 344 240 Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott beßt. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schüße die Deinen, die nach dir 212 142 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir G. 385 Seele, willst du Ruhe finden 472 231 263 146 Selig, Gott! sind die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Set gnädig, Herr, nach deiner 281 Set hochgepriesen, Herr! für 144 61 Get, Seele! Bark und unverzagt 521 Set zufrieden, mein Gemüthe So fiehen unsre Tage hin! auch 480 So gehst du, Jesu! williglich 126 So jemand spricht: ich liebe Gott 544 So if von meiner kurzen Pilgr. 465 Soll sich mein Geiß, o Gott! zu 353 Sollt ich meinem Gott nicht fingen 445 433 Gorge doch für meine Kinder So schlummer du in stiller Ruh 153 So war ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein Boblied 454 Strafe nicht, o Deiligster! mich 302 Straf, o Herr! mich nicht im 424 Sucht man die Freundschaft in der Sünder! will du sicher sein Tag, den mir der Herr gemacht Treuer Hirte deiner Heerde, du 11. Register. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Siebe! Gonne 316 296 228 217 141 22 131 128 38 Verborgner Gott! dem nichts verb. 526 Berleth uns Frieden gnädiglich 415 Vernimm, o Gott! vernimm mein 244 Boll Glauben will ich zu dir beten 372 Von der kommt jede gute Gabe 400 Von ganzer Seele preis ich dich 414 Von Gott will ich nicht laffen 395 Vor dir, o Gott! sich findlich 370 V. 301 251 44 Wenn ich ein gut Gewiffen habe Wenn to, o Schöpfer, deine R. Wenn zur Vollführung deiner Pf. 326 Wer bin ich? welche wichtge Frage 436 Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Dütte geben 485 410 380 392 218 85. 86. 248 315 267 488 329 er dieser Erden Güter hat, und 555 Wer, Gott! Dein Wort nicht halt 314 Wer kann, Gott, le was Gutes Ber nur den iteben Gott läßt w. Wer unter Gottes Gatten rubt Wie Christus selbß zum Jordan Wie ein Gestwäs des Tags Wie Heucht dohin der Menschen Wie getroß und heiter, du Gebened. 250 Wie gnädig warßt du, Gott, vor 419. Wie göttlich sind doch Jesu Lerren 123. Wie groß ist deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmächtgen Güte 33 Wie groß ist unfre Seligkeit Wie herrlich strabit der Morgens. Wie komm ich doch, mein Hell Wie lang darf ich noch faumen Wie lang soll ich traurig fehen Wie lieb to mirs, daß Gott zu Wie lieblich in doch, Herr, die Wie mannigfaltta sind die Gaben 508 Wie selig bin ich, wenn mein G. 356 Wie felta, Gott! wie felg to Wie selig, Herr! iß der Gerechte Wie selta lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der te soll ich dich empfangen, o Jefu Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! is deine Güte Wie treu, mein guter Hirte Wie ungewiß iß, Herr, das Biel Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Beiland 264 233 Wie webl th, Jesu, meiner 3. Will mich, o Gott, hienieden des 520 Willß du der Weisheit Quelle 116 361 490 238 537 115 357 241 301 539 77 371 iuß du die Buze noch, die Gott 298 Wirf, bloder Sinn! den Summer 114 Wir freuen uns, Herr Jesu Chriß 179 Wir Menschen sind von selbs Wo find ich Gott, den meine Seele 354 6 o steb ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Hert, fet Bets ber 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 Wohl dem, der beßre Schäße Itebt 513 558 Bohl dem, der ris tig wandelt Wohl dem Menschen! der von. 381 446 Womtt soll ich die wohl loben 89 Wort aus Gottes Munde! Wor Wo soll ich hin? mer hilfet mir? 321 345 553 Wach auf, mein Herz auf, träger 168 Bach auf, mein Herz und singe 478 Bachet auf! so ruft die Stimme 272 Wachet auf vom Schlaf, ihr S 196 Warum sollt td mich denn grämen 524 Wat Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blodes 391 Bas hilfts, daß ich mich quäle 389 Was ich nur Gutes habe, te deine 458 Was ist das Leben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 327 Was ist mein zeitlich geben, das 511 Was this, das ich mich quäle 528 Was ist vor deinem Angeüchte 73 Bas soll ich ängstlich flagen, und 394 Was sorgt du änglich für dein 8. 533 Weicht, ihr Berge! fault, ihr H. 32 Welch bohes Beispiel gabs du mir 350 Wenn Christus seine Kirche füşt 214 Benn der Sünder hat mißhandelt 294 Zur Arbeit, nicht zum Müfflggang 51% 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. Anmerkung. Unter der Bezeichnung ,, Neue Melodie" werden diejenigen Melos dieen verstanden, welche im Jahr 1770 von Becker, tm Jahr 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Beştere sind mit bezeichnet). 1. Neue Melodie( feit 1835). 1. Komm beiliger Geiß, erfüg. 2. Gott, du unser Vater bist. 2. Gett, der du unser Vater bist. 3. Herr Jesu Christ dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen G. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Biebßter Jesu, wir sind hier. 5. Döchster Gott, wir danken die. 12. Herr, mein Sicht, erleuchte m. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134, Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du haft in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Derr, wir sehen hier vor dir. 6. Es ist das Heil uns kommen ber. 6. Wir Menschen sind von selbst, 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilgrim bin ich in der W. 291. Herr Jesu Cbrißt, du bochnes G. 304. Es ist das beil uns kommen h. 351. D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du bist der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenh. Können auch nar nr. 15, 30, 119 u. 215 gefungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott låßt w. 7. Dein Wort, o Hochter, ist volk. 11. Der du das Dasein mir gegeb. 25. Du wetser Schöpfer aller D. 31. Noch nie haft du dein Wort g. 45. D Gott des Himmels und der E. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 60. D Herr und Schöpter unsers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist m. 73. Was ist vor deinem Ungesicht. 92. Ich habe nun den Grund gef. 148. es tot volbracht! so ruft am K. 241, ie theuer, Gott, iß deine G. 276. Es ist noch eine Rub vorhand. 279. Du gab mir, Ewger, dieses. 286. Gott, hilf mir, daß ich Buße th. 338. Gott. dir gefallt fein gottlos. 341. Mein Gott, ach lehre mich erk. 355. Mein Gott, du wohnest zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott sorgt für mich, was soll. 399 Komm bätend oft und mit Ver. 420. Es zieht, o Gott, ein Kriegesw. 460 Mein Herz, ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich? welche wichtge. 529, Wat tst das Leben hier auf E. 532. es eilt der leşte von den Tagen. 534. Du Herr und Meißer meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 8. und 234 gesungen werden. Gott, du frommer Fott. 8. Du willst, Gott, daß mein S. 129. Sebt, welch ein Mensr, ach f. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282 Herr, höre mein Gebet. 298. Willst du die Bune noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spetter hece. 313. Derr, allerhöchster Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. Ee hilft uns unser Cott. 411, D Gott, du frommer Gott. 419. Wie anädig mari du, Gott. 469. Ein Jahr der Sterblichkett. 489. Der Lag is wieder hin. 495. Dein Will ints, aroßer Gott. 516, Du haßt uns, Herr, die PA. 553. Wie feltg lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 ges fungen werden. 9. un danker alle Gott. 9. Gelobt seit du, o Gott. 14. Unbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforscheßt mich. 75. Allmächtig großer Gott. 99. es laa die ganze Welt. 328. Ich danke meinem Gott. 342. Du fagt, ich bin ein Cbriß. 402. Wohl auf, mein Dert, wohl auf. 427. Döchter, dessen Kraft. 450. Run danfet alle Sott. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, o großer Gott. 462, Froblocket, tung und alt. 512. Lap mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz. Können auch nach e. 8 ges fungen werden. 10. 2ch Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290, Uc Gott und Here. 13. Pfalm 100 der Lobwasserischen Melodieen. 15. Der Spotter Strom reißt. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. 85. Wie ein Geschwäs des Tags. 409. Ich komme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547. Nur Liebe ohne Heuchelet. Sonnen auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 u 436 gefungen werden. 15. Allein Gott in der hoh sei thr 15. Der Herr ist Gott und feiner 39. Gott, unserm Gott allein set. 44. Wenn ich, o Schöpfer, detne M. 52. Dir, unserm Gort, ißt niem. 96. Deil uns, aus unsrer Sünd. 98. Biebesglut, wie kann ich. 168. Wach auf, mein er, auf. 180. Mein Jesus sist zur rechten. 184, 3hr Volker in der ganzen Welt. 223. Dalt im Gedachtnis Jesum Chr. 232. 3ch pretfe dich, o Derr, mein. 268. Mein Herland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, bir will ich. 442. 3br Knechte Gottes, lobt den. 449. 206, Ehr und Preis dem Höchst 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466. Gott ruft der Sonn und frafft. Konnen auch nach Nr 6, 30,119 und 215 gesungen werden 16. Pfalm 8 der Lobwasserischen Melodieen. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du biß die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unser Gott wie voll ip d. 154. O Freund, der meine Schuld. 239. 2, stone doch, e greker. 390, D Herr, mein Gott, durch d. 473, Mein erßer Wunsch, mein 483. Der Tag tp hin, du aber, Jesu. 17. Neue melodie. 17. Gott, mache du mich selbs 24. Aliwiffender, vollkommner. 40. Derr, unser Gott, wer t dir. 106. Gottessohn und Menschenk. 331. Bewahre mich, Derr, daß der. 337. Der du Versand und Tugend. 403, D Vater, allerbochper Gott. Können auch nach Nr. 218 ge. fungen werden. 303 18. Psalm 27 der Lobwasserischen Melodieen. 18. Auf, auf mein Gelft, auf! 63. Jehovab herrscht mit Malestät. 19. Geue Melodie. 19. Gott ist mein led. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gort nach deiner. 26. Derr, Deine Aumacht reicht so. 28. Nie bißt du, Höchster, von u. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314. Ber, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Betspiel gabi. 513. Wohl dem, der beßre Schäge. 544. So temand spricht, ich liebe. 555. Wer diefer Erden Güter hat. 29. Freu dich ebr o meine Seele ( Psalm 42 der Lobwasseris schen Melodieen) 29 Gott, vor dessen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein gemüthe. 128. Unser Hetiand pebt gebunden. 152. Jesu, durch dein Blut und. 165 Preiset Gott in aden Banden. 188. err, du fährt mit Glanz und. 206. Edler Ceip im Himmelsthrone. 207. Geiß vom Varer und vom. 217. Treuer Otrie deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffei, Menschenk. 288. Dochter! denk in an die Gut. 327, Kommt, lagt euch den Derrent. 412. 2rebiter Jefu, Gnadensonne. 468. Ubermal ein Jahr verHoffen. 501. Lebre mich, Herr, recht bedenk. 540. Uch, err, lebre mich bedenk. stonnen auch nach Nr. 116 ge fungen werden. 30. Es 30 ist gewißlich an der Zeit. Gerechrer Gott, vor dein Ger. 41. D berligte Treieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Fr. 71. Dir, Gott, fet preis und D. 93. Nun, Chrisen, laßt uns frobl. 159. O Zod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig bas du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. O Vater der Barmherzigkeit. 257. Getroßt, mein Herz, verzage. 258. 3ch bin ein Chrißt, Gott ist. 503. D welch ein unschdsbares Out. 515. Gott ists, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 und 215 gefungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Beicht, tbr Berge, fallt, the D. 117. Gott der Juden, Gott der 9. 304 Melodieen 204. Komm, o fomm, du Geift des. 393. Auf mein Geiß, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der E. 33. Psalm 66 der Lobwasferischen Melodieen. 33. te groß ist des Allmächtgen. 51. Sei feurig, Secle, Goit zu. 64. Erbebet Gott durch neue Lieder. 118. Jhr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. 3hr Christen, rubmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchte. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: un lob, mein Seel den 5.) 34, D Gott, du biß die Licbe. 166 Lobsinge, meine Seite. 181, Mein Heiland, deine Größe. 448. Auf, meine Eeete, finge. 35. Wie schon leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke Hand die B. 105. D Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unsre Geligkeit. 264, Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geiß, Gott. 318. Wie herrlich Brahlt der Morgenst. 432, Gott iß es, deffen weiser Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenl. 36. Psalm 36 der Lobwasserischen Melodieen. 36. Gott, deine Huld und Güttgk. 37. Neue Melodie Verzeichniß. 37. Getreuer Gott, wie viel Ged. 135, Ertulle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. können aud) nach tr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Siebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Hmmel rufen, jeder ehr. 43, D Gott, den alle Dimmel ebr 251. Wenn ich ein gut Gewissen. 362. Du Vater deiner Menschenk. 364, Mein Herz ermuntre dich z. 382 3ch danke dir von ganzem Herz. 428. Des Donners schreckendes. 490, ie lieblich iß doch, Herr, die. 541, I will dich noch im Tod erheb. Können auch nach Nr 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Píalm 140 der Lobwasferischen Melodieen. 46. Die Dimmel rühmen Gottes. 303. 3ch glaub an Gort. boch sei. 323. Erbeb dein Herz, thu auf die 329. Wer darf ni deine pütte geben. 372, Boll Glauben will ich zu die 426. Bringt her, ihr mächtigen. 443. 2o5t, lobt den Herrn, ihr. 447. Du bigs, dem Ruhm und D. 519, Entebre nicht mein Herz mitt. Können auch nach Kr. 295 und 531 gesungen werden. 47. Jefus meine Zuversicht. 47. Herr, du hast in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gem. 263, Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gort, mein Vater, Dank set d. 535. Herr, ich hab aus deiner Tr. 536. Metne Bebenszett verstreicht. Konnen auch nach Nr. 156 ge fungen werden. 48. O Welt, ich muß dich lassen. 48. Du err der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Derrlichkeit der Erden. 139. D Welt, sieb hier den reben. 150. Froblocke, mein Gemuthe. 367. Dir dank ich für mein geben. 394, Was soll ich anglich flagen. 467, Herr, der du mir das Leben. 487. Schon rubet auf den Feldern. 498. War 10 nur Gures habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520, ia mich, o Gott, hiemieden 523 3ch hab in guten Stunden. 528. Was is, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Va er. 49. psalm 33 der Lobwasserischen Melodieen. 49. 3br Frommen, auf! die ihr die. 125. D Jefu, Brunnquel aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, fet dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobwasserischen Melodieen. 50. Man betet, Herr, in 3ions. 213. Gott ip unt etark und Sch. 552. Nie will ich dem zu schaden. 54. psa m 62 der Lobwasserischen Melodieen. 54 Wundergott, der alles( db). 377. Mein Geiß soll nun in Gott. 391, Was gramů du dich, meint. Konnen auch nach Nr. 283 ge fungen werden. 55. Neue Melodie, 55. 3ch will, mein Gott, du S. 137. Gott, der du für uns deinen. 143. Lag denen Geip mich ret 144. e boa gerriefen, berr füs Melodieen- Verzeichniß. 209. gaß doch, o Jesu, laß dein. 212. Süße die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis sei Gott und 336. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geist, o Gott, zu. 441. Gelobt fet Gott, ihm will ich. 484. Entfioben sind auch dieses. 491. Dieß ist der Eag zum Gegen. 518, Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid u. 546. ilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Ern, ihr Menschenk. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Valet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. III. 3hr, die thr wart verioren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 61. eue mielodie. 61. Set zufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott lobf. Können auch nach Nr. 524 ge, sungen werden. 65. Psalm 97 der Lobwasserischen Melodieen. 65. Der König aller Welt. 66. Psalm 130 der Lobwasserischen melodieen. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir is bewußt. 322. Wo Alieh ich Sünder hin. 59. Noch immer wechseln ordentl. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenth. 242. Dwohl dem Menschen, der d. 356. Wie selig bin tch, wenn mein. 366. Mein Getß erstaunt, Ulmächt. 457. 3d singe meiner Seelen Zust. Können auch nach Nr. 102 und 480 gefungen werden. Können auch nach Nr. 463 ge. sungen werden. 79. Psalm 38 der Lobwasserischen Melodieen( eine Armuth macht mich schreien). 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Err. 297. üter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine 8. 424. Etraf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. 3euch mich, zeuch mich mit den. ( Unser Gericher, unser Kön.) 81. Herr, du fenneßt mein Verd. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein bab ich gefündigt. 461, Gott im Himmel und auf€. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gesungen werden. 305 488. Wie lang darf ich noch fäum. 558. Wohl dem, der richtig wand. Können auch nach Nr. 57 und 66 gesungen werden 67. 2ch err, mich armen Sünder. Herzlich thut mich verlang.) 67. Befiehl du deine Wege. 115. Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wund. 193. Bedenke, Mensch, das Ende. 194. 3ch denk an dein Gerichte. 237. Ich fleh in tiefer Reue. 260. Gern will ich mich ergeben. 383. Chrißt, alles was dich fränket. 471. Rod läßt der Derr mich leb. 69. pfalm 89 der Lobwasserischen Melodieen. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde fiets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 8. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233, Dier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine Gnad ist unser 344. Schön ist die Tugend, mein. 354. Wo find ich Gott, den meine 371, Willst du der Weisheit Quelle 374. Mein Hort ist Gott! ihn laß. 384. Herr, mache meine Seele st. 398, Dein Heil, mein Geißt, nicht 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die G. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 82. 2lle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127. Gottes Lamm, durch desſen. 177, Großer Mittler, der zur R. 236. Ich erhebe mein Gemütbe. 240. Schöpfer aller Menschenkinder. 262. Noch bin ich dein Gast, o E. 275. Menschen is gefest, zu Berb. 280. O wie unaussprechlich felig. 310. Jesu, daß du meiner Seele. 311. Jesu, sieh mich an in Gnaden. 317. Eins t noth, ach Derr, dies. 347. Du, der Herz und Nieren. 20 Melodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386. Herr! dir trau ich auf der E. 438. Dir, mein Gott, will ich lobs. 446. Bomit soll ich dich wohl lob. 557. Laß mich, Höchster! darnach pr. 84. Píalm 51 der Lobwasferischen Melodieen. 84. Die Quell, woraus der M. 130. Mein Lebensfürd! nun kann. 226. Menfchenfreund, o Jesu. 281. Get gnädia, Herr, nach d. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Wie fleucht dahin der Mensch 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jefu, meine Freude. 89. Wort aus Gottes Munde. 250. Wie gerroßt und better. 319. Jefu, meine Freude. 385. Geele, sei zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist erst verd. 334. Stif mtr, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie Konnen auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Zerr Christ, der einge Gotts. 91. D Christe, Eingeborner. 158. Der Held hat überwunden. 336. Herr Jeru, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( Trostwort, das uns Leben gibt). 95. Gedanke, der uns Leben gibt. 97. an Wasserflüssen Babylon. ( Ein Lammlein gebt und tr.) 97, gob, Ehre, Preis und Dank. 126, o gebit du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Gerausch der 2. 225 3 komme, Derr, und suche d. 229. Du, Herr, bapt aus Barmh. 293. D Konig, deffen Watetät. 339. Erbarm dir, Herr, du kennst. Konnen auch nach Nr. 37 ge. fungen werden. 101. Neue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 174. Der Herr fahrt auf gen H. 178. Mein Jesus triumpbiret. 455. Lobt Gott, den Gott der St. Konnen auch nach Nr. 56, 301 und 429 gefungen werden. 102. Neue Melodie. 102. so bat Gori die Welt gel. Kann auch nab Nr. 59 and 480 gefungen werden. 104. Gelobet jeist ou, Jesus Christ. 104. Gelobet feit du, Jesus Chriß. 108. eue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das Dell errung. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 109. Dom Simmel hoch da komm. 109. Dieß ist der Tag, den Gott. 162. Did bet ich an, ersandner H. 163. Kaum Beigt zu ihrem frobsten. 169. Erinnre dich, mein Geiß, erfr. 176. Auf, Jefu Jünger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Ch. 186. Die Erd und was darinnen ist. 210, Gott, der uns immer Gu es. 431. D Gott, des gn denvoller R. 439. Jhr Volfer, jauchzt mit froh. 493. Dies, Christen, ist der Tag d. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 110. Neue Melodie( Ursprünglich: Ermuntre dich, mein schwa cher Geist). 110. Gott, deine Gnade sei gepr. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das 3. 112. Neue Melodie. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. D Christenbett sei hoch erfr. 114. Wirf, bioder Sinn, den K. 116 Werde munter, mein Gemüche. 116. Wie lang foll ich traurig Beh. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Vater liebest. 363. Gott, mein Vater, deine 8 433. Sorge doch für meine Kinder. 476. Perr! es ist von meinem 485. Werde munter, mein Gem. 486. Auf, o Seele, werde munter. Konnen aus nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus rierer Norb schrei ich zud. 119. Mein Jefu, cu hapt unsre Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder R. 191. Er kommt, er kommt zum Weltg. 248. Ich weiß, an wen mein Gl 306. D Gottes Sobn, Herr Jefu Chr. 321. Wo soll ich bin? wer bilfet m. 376. Du hast, mein Vater und m. 387. Der Herr iß meines Lebens. 404. Dort es fehlt uns Kraft u. 408. Gott, deine Gute reicht so w. 590. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. Zur Arbeit, nicht zum M. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. gl. 120. Vater unser im Himmelreich. 120. Sein Lehrer iß dir, Jesu, 300. So wahr ich lebe, sprint d. 406. D Vater, groß im Himmelr. 507. Hier if noch unsre Prufungst. Melodieen- Verzeichniß. 307 121. Schmücke dich, o liebe Seele.| 167. Sostanna, Davids Sohn. 121. Heiland, deine Menschenliebe. 189. Konig, dem kein Köntg gleich. 231. Seele, willß du Ruhe finden. 131. Herzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jesu, was hast d. 132. Herr, Parke mich, dein Beld. 550. Herr, mein Versöhner! der d. 551. Here, deine Sanftmuth ist n. Konnen auch nach Nr. 55 ge: fungen werden. 136. O Lamm Bottes, unschuldig 136, D Gottes kamm, unschuldig. 148. Christus, der uns selig macht. ( 8 twing dich auf zu deinem) 138. Mein Erloser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140. Mein Erlofer hangt am Kreuz. 141. Herzlich lieb bab ich dich. 141, Um Gnade für die Sunderw. 224, Gelobt seiß du, Herr Zebaoth. 269, Mein Heiland! wenn metn. 307. J komme, Friedensfurt, zu. 359. Der du mich als ein Vater 1. 145. Neue Melodie. 145. Beglette mich, o Chrift. 146. Neue Melodie.( Rommt bers aus, all ihr Jungfrauen). 146. Sebt den leidenden Gerechten. 153. Der Tag ist bin, mein Geist. 153. So schlummer du in piller R. 155. Am Kreuz erblagt. 156. Dennoch bleio ich sters an dir. ( nemen Jesum laß ich nicht). 156, Auf, mein Herz ein frober£. 172 Jefus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jefum laß ich nicht. 365. Habe deine Lust am Herrn. Können auch nach Nr. 47 ges fungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab g. Kann auch nach Nr. 160 ges fungen werden. 160. 7eue Melodie. 160. Bringt Brete und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ges 167. Jesus, meine Liebe, lebt. 183. Hoftanna, Davids Sohn. 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171, alleluja, Jefus lebet. 196. Wachet auf vom Schlaf, thr. 272. Wachet aut! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwält Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Tag froblocken wir. 190. Ewigkeit, du Donnerwort. 190. Erhobter Jesu, Gottes Sohn.! 192. Der unsre Menschheit an sich. 197. Romm, o Gott Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schopfer, betlg. 175. Schau, großer Herr der Herrl. 333. Dein Gott tp Matestat und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 u. 436 gefungen werden. Melodieen. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Seiland. 164. Jesus Christus, unser Hetland. 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Psalm 77 der Lobwasserischen wielodieen. 201. Hettger Geiß, du Himmelslehr. 294. Wenn der Sünder hat migh. 397. Meine Stimme ruft zur. 407. Herr, crhore meine Klagen. 458. Oroger Gort, Herr aller. 205. Aun bitten wir den beilgen G. 205. Des Vaters und des Sohnes. 208. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. Ein parker Sous ip unser. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Derr, bei deinem. Kann auch nach dtr. 3, 13, 109, 197 u. 436 gesungen werden. 214. Neue Melodie. 214. Wenn Christus seine Kirche. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 215. Uch Gott vom Himmel sieb. 405. Mit Seutzen flag to dir m. 421. Ach Gott, wir treten bier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Zunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 218 Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Wie Christus selbst zum jord. Kann auch nach Nr. 17 ge. fungen werden. fungen werden. 161. Psalm 32 der Lobwasserischen 222, Psalm 91 der Lobwasserischen Melodieen. 222 Als Jefus ieşund sterben w. 392. Wer unter Gottes Schatten. Konnen auch nach Nr. 90 gee fungen werden. 20* 308 Melodieen- Verzeichniß. 227. Pfalm 5 der Lobwasserischen| 267. Was Gott thut, das ist wohlg. Melodieen. 227. Wie groß ist deine Menschent. 234. Neue Melodie. 267. Ich freue mich der frohen 3. 373. Auf dich, Herr, nicht auf m. 375. Der berr ist meine Zuversicht. 525. Was Gott thut, das ist wohlg. 273. Psalm 84 der Lobwasserischen melodieen. 234. Mun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung kurzer T. 345. Wie feltg, Herr, ist der Ger. 357. Wie felt ich dich, mein Gott. 400. Von dir kommt jede gute. 410. Wer kann, Gott, je was Gut. 509. Der Wollust Retz zu widerstreb. 510, Des Seibes warten und ihn. 527. Was, if mein Leben auf der. Können auch nach Nr. 7, 42 und 72 gefungen werden. 238. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie felig, Gott, wie selig t. 246. Ich hoff, o Gott, mit frohem. 352. Kommt ber, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W. 548. Du ltebs, o Gott, Gerechtigk. 243. Psalm 1 der Lobwasserischen Melodieen. 243. Der Herr ist gut, in dessen D. 244. Neue Melodie. 244, Vernimm, o Gott! vernimm 245. Psalm 19 der Lobwasserischen Melodieen. 245. Mein Salomon, dein freundl. 253. Psalm 4 der Lobwasserischen Melodieen. 253. Wie wol ist, Jesu, meiner Seel. 254. Pfalm 46 der Lobwasserischen Melodieen. 254, Beglückter Stand getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und d. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256, Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 259. Neue Melodie. 259. Der Herr, mein Hirt, beh. 265. Plalm 103 der Lobwassferischen Melodieen. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimst. 274. Psalm 16 der Lobwasserischen Melodieen. 265. Wie komm ich doch, mein H. 440, Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich d. 266. unlaßt uns den Leib begrab. 266, Begrabt den Beib in feine Gr. 274. Auf, träger Geißt! laß das. * 283. cue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gesun. gen werden. 284. Liebster Jesu, Trost der Serzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehr. 389. Liebßer Jesu, Troß der Herz. 292 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. 3ch säme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chr. 295 Neue Melodie. 295, An dir allein hab ich gefänd. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gesungen werden. 296. meine Seele willst du ruhn. 296. Sünder, willß du sicher sein. 301. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. Wte treu, mein guter Dirte. 358. An dich, mein Gott, gedenken. 389. Was hilft's, daß ich mich qu. 255. Ich weiß, mein Gott, daß all. 316. Zerr hör, ach höre mein Gebet. in 255. 3ch freue mich, mein Gott, 414, Von ganzer Seele preis ich d. 481. Für alle Güte sei gepreißt. 521. Set, Seele, park und unverz. Können auch nach Nr. 415 ges fungen werden. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobwasserischen Melodieen. Können auch nach Nr 56, 101 und 429 gesungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o eiltgßer. 406. Mache dich, mein Geist, berett. 320. Döchst erwünschtes Seelenleben. 401. Jesu, meiner Seelen Netter. 324. Psalm 116 der Lobwasferischen Melodieen 324, ein Bundesgott, ach unterw. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst v. 381, Wie lieb iß mirs, daß Gott. 465. Go tft von meiner kurzen Pilgr. 326. Neue Melodie. 326. Wenn zur Vollführung deiner. 348. Es woll uns Gott genådig ſein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Serre Gort). 348 3 armer Sünder, wer tch b Melodieen- Verzeichniß. 360. Gott Vater, ich glaub an dich. 360. Wohlan, mein Herz! set sets. 368. O großer Gott von macht. 308. D du erhabner Gott. 369. psalm 26 der Lobwasserischen Melodieen. 369, D Gott, wer is dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von. 413. Jn dich hab ich gehoff. t. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganz. 423. Ach Gott, du unser Bebenst. Können auch nach Nr. 255 ge. fungen werden. 415. Verleih uns Frieden gnädigl. 415. Verleth uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! fieb, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befrete meinen Geist. 538. Mein Lebensfürst! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Sann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden. * 430. eue Melodie. 430. Eriöser, fieb auf uns bernieder. 435. Warum betrübst du dich, mein. 435. D welch ein geiden, das mich. 474. Jhm, der das Licht entstehen. 436. psalm 134 der Lobwasserischen Melodieen. 436. Auf, Chrißten! preißt mit mir den. 437. Erhebe Gottes Heiligkeit. 942, D Gott, du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 309 444. Lobet den Herren, alle Heiden. 444, 8obet den Herren, alle Heiden. 456. Neue melodie. 456. Herr, unser Gott, dich loben wir. 459. Alles ist an Gottes Segen ( Jesu, deiner Kirchen Gl.) 459. Herr, mein Licht, mein Deil 463. Neue Melodie. 463. Befingt Gott Zebaoth. 477. 3hr trüben Sorgen weicht. Können auch nach Nr. 78. gesungen werden. 470. eue melodie. 470. Mein erst Gefühl fet Preis. 478. un laßt unsGottdemherren. 478. Wach auf, mein Herz! und singe. 480. Nun fich der Tag geendet hat. 480. So siehen unsre Tage bin. Kann auch nach Nr. 59 und 102 gefungen werden. 524. Neue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gräm. Kann auch nach Nr. 61 gefun gen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du klagst, o Chriß, in schweren. 531. 631. eue Melodie. Du flagst und fühleßt die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gesungen werden. 533. Neue Melodie. 533. Was sorgft du ängstlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jesus ist mein Beben. $ 10 III. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. Ach Gott und Herr 10 417 15 292 Ach Gott, vom Himmel sieh darein 215 Ach Herr, mich armen Sander 67 Ach mein Jesu, fieh, ich trete Atein Gott in der Höb set Ehr Alein zu dir, Herr Jesu Chrißt Ale Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen An Wasserflüffen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 82 459 97 173 78 429 119 157 Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schret ich zu dir 413 1) 284 4 444 In dich hab ich gehoffet, Derr ( Komm heiliger Geiß, erfüll Komm, o Gott, Schöpfer, beilger 197 Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebster Jesu, Troß der Herzen Liebßer Jesu, wir sind hier Lobe: den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gost, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) Meine Liebe hängt am Kreuz Meine Seele, willst du rubn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den beilgen Geißt 205 140 296 9 Chrißt lag in Codesbanden Chriß unser Herr, zum Jordan kam 218 Nun danfet alle Gott Chrißus, der ist mein Leben 542 138 156 153 418 211 110) 6 Christus, der uns selig macht Dennoch bleib ich fets an dir Der Tag ist hin, mein Geiß Durch Adams Fall iß ganz verderbt 90 Ein feste Burg ist unser Gott 208 ( Ein Sammlein geht und trägt die 97) Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bet deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott 348) ( Ermuntre dich, mein schwacher Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Bett Es woll uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele 29 Gelobet seißt du, Jesus Chrift 104 Gott des Himmels und der Erden 32 Gott sei Dank in aller Welt 22 Herr Chrift, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Herr Jesu Chrißt, dich zu uns wend 3 Herzlich lieb hab ich dich ( Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast du Hosianna, Davids Sohn 30 348 141 67) 131 167 ( Ich hab mein Sach Gott heimgest. 86) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrißt 256 Ich weiß, mein Goit, daß all mein 255 ( Jesu, deiner Kirchen Glieder 459) Jefu, meine Freude 89 Jesus Christus, unfer Detland Jesus, meine Zuversicht 156) 59 480 190 Nun laßt uns den Leib begraben 266 Nun laßt uns Gott dem Herren 47) ( Nun lob, mein Seel, den Herren 348 Nun sich der Tag geendet hat D Ewigkeit, du Donnerwort D Gott, du frommer Gott D Gott, du unser Vater bist D Gott Vater, ich glaub an dich 360 D großer Gott von Mocht D Lamm Gottes, unschuldig 368 136 48 121 Welt, ich muß dich lassen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott 136) ( Sellt ich meinem Gott nicht singen 108) Straf mich nicht in deinem Zorn 302 ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Vater aller Gnade 81) 57 199 120 415 ich 109 Vater unser im Himmelreich Verleih und Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm Von Gott will ich nicht laffen 56 Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe Wer nur den lieben Gott laßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 116 7 35 381 38 301 81 164 Beuch ein zu deinen Thoren 47 Beuch mich, zeuch mich mit den 8 3 S e bete. 311 Morgengebete. ott, Schöpfer und Herr Himmels| habe! Uch, strafe mich nicht, wie ich es in thäter und Vater der Menschen, dich bete Christo, deinem Sohne, und verzeihe ich als den Urheber und Erhalter meines mir um seinetwillen alle meine Sünden. Lebens, als den Gott meines Heils, als Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. die einige und unerschöpfliche Quelle Ich verabscheue das Böse, das ich bisher meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir gethan habe, und wünsche nichts mehr, danke ich mit Freuden für mein Leben, als immer besser, immer tugendhafter für meine( Sesundheit, für meine Kräfte und heiliger zu werden. Ich erneuere für alle geistliche und leibliche Vortheile, hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, die ich besige. Dir danke ich insbesondere den aufrichtigen Vorsag, alle unordentdafür, daß du mich diese Nachtmit dei- lichen Begierden, die in mir aufsteigen, nem mächtigen Schuhe bedeckt, daß du zu unterdrücken, alle bösen Gewohnalle Gefahren, die mir droheten, von heiten, die ich noch an mir habe, zu mir abgewandt, daß dumeinen Leibdurch bestreiten, und mich in meinem ganzen einen sanften Schlaf erquicket, und mir Verhalten nicht nach dem Willen meines neve Kraft und neues Leben eingéflößet Fleisches, noch nach dem Beispiel der haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen Lasterhaften, sondern allein nach deinen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie guten und heiligen Geboten zu richten. übertrifft alle unsere Verdienste unend: Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu lich: sie ist weit größer, als daß wir dir gehorchen, deiner Gnade und deines jemals würdig genug dafürdankenkónn: Beifalls mich zu versichern, nach deinem ten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich. Bilde erneuert, und dadurch deiner seligdaß du auch mein gedenkest und dich meisten Gemeinschaft fähig zu werden: dies ner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesege übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und ver: giltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu fegnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Beit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in dei ner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gort, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert soll meine Ehre, mein Rubm, meine ernstliche Bemühung und meine Selige keit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Ges rechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sinden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und ieden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vor 312 Morgengebete. stellung von deiner Ullwissenheit und XU-| aufgestanden bin. Du hast nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gefeße erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüglich werden, als es gie Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich defeßet haft erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Borsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre und weder dem Geize, noch der ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men fchen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Uberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns geseget haft. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Umen. Unser Vater 2c. Numächtiger und unendlich gütiger Gott, deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gefund Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schuß hátte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Ullgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deincm mächtigen Schuge befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich ver solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschlicssungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gib mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gefehet haft, mir auf leget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorfäßlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehlt, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler auf richtig bereue, bei dir Vergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle umstånde meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirsts wohl machen, Amen. Abendgebete. Ich freue mich deiner Güte, o Sott, und komme mit Danken vor dein Ungesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Berpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du bich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnidige Borsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Ulebeln die großesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und liebliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir getban baft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung follen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, be ständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener sein! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nach lässigkeit und Trågheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Ungesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergange: nen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zufünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart forgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgeseht, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Junger und Nachfolger des demüthigen, des sanft: müthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jefu sei? Habe ich jeden Unlaß, mich selbst zu bessern und andern 313 nüglich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitels keit, zum Sorn, zur Unzufriedenheit, zur Wolluft widerstanden, und mich recht forgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Süter so wohl angewandt, als ich es hátte thun follen und thun können? Habe ich meine Pflick= ten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschámet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich ent= schließemich, indeiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geiftes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stebe mir in der Ausführung des selben mächtig bei. Gib, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenhilde erneuert werden. Hege ich haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeibe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst 314 Das Gebet des Herrn, umschrieben. vor deinem Richterſtuhle zu erſcheinen mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns fein unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes: und Seelenkräften wieder aufwachen. und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte. barmherziger Gott, tröfte meine etenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Unbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jefu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers, Umen. Barmherziger, gnädiger Gott, unter habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heis ligen Namen für alle andere unzählige Woh'thaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im 3ern vor dich, noch meine unerkannten Súnden ins licht vor deinem Ungesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Chrifti willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Uugen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haten, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet haft. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Un nfer Bater, der du bist im| licher auf dem ganzen Erdboden werden, Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Chrifto, was können deine ſo hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herr: so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ebre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Unt damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsternißleben und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. des Lafters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Bille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser v.rkehrter Wille, sondern ein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel voll zogen werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein got.setiges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Ubhängig keit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich segen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unfern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehauft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie haffen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, 315 so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergibt. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und liftig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir ges fallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unfern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Treue, der du Gnade beweisest, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Sott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jefu Christ, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außer: ordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våter: lichen Liebe gegeben haft. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und fannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unfer( Sebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen. und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. err, Herr, Gott, barmherzig, gnd| gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, ewige Leben haben. Du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich unwürdigen haft du zur Ers kenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Heiland der Welt, Herr Jeſu Chrift, du ein der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden settest du das heilige Abendmahl zum Trofte deis ner Berehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittlerzwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erldfeten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Caft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Unblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hätteft. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Troft, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergåße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein. göttlicher Erlöfer, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Be gierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit 316 Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn mit Bubfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Berderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne jei es von mir, mich eines solchen Verbrechene schuldig zu machen! Ich em: pfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünste sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und felig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver: zeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Zeben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart alten Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens fein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlich keit, die du mir vorhåltst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Befen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und die bis in den Tod getreu verbleibe. 317 Nach dem Genusse des heiligen Abentmahls. Bußfertigkeit und Glauben die Gnade,| gefegnet sein. Erlaube nicht, daß ich die du mir anbieteft, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum oufzuopfern, und den heiligen Versag zu erneuern, nicht mehr mir selber. sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufe neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geift, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seelevertreiben. eaß mich die Wunder deiner Barm herzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kraftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Amen. Namen. Lube den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barm: herzigkeit. Barmherzig und anådig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unfern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen nennen. Un ihm haben wir einen voll. kommenen der immerbar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelk lichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. vergeben sind, dem die Sünde bedecket Großer Erlöfer, meine Seele erhebet dich, den ist. dem Herr die Missethat nicht zurechnet, in deffen Geist kein Falsch ist: Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Misse: that meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unfertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du une mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Gcliebten, sind wir dem Höchften ange: nehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns feine Kinder freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bift auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlófet, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herr lichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten' Ich will dich ewig lieben, denn du haft mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergoffen zur Vergebung der 318 Gebet eines Kranken. i Sünden. Du bist für mich gestorben. Duheiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will bestritte, wenn ich eben so tråge und ganz der Deinige sein. Dir will ich leben nachlässig im Guten wäre, als ich es Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib ehemals gewesen bin! So würde ich und meine Seele, dir sei mein ganzes mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, Leben beilig: Dich zu kennen, dich zu die ich als ein Chrift b fige, verlustig lieben dirzugehorchen, deinem Beispiele und meine Verdammnißum soviel schwe zu folgen deinen Namen unter den Men- rer machen. Uch Gott! erlaube nicht, schen zu verkündigen, dein Reich hier daß ich so undankbar aegen dich, und auf Erden zu erweitern, und mich zu so feindselig gegen mich selbst handele. deiner näheren Gemeinschaft im Himmel Sei ou in meiner Schwach eit machtig. geschickt zu machen, dies soll meine Befestige meine guten Entschließungen, Ehre. mein Ruhm, mein vornehmstes und verleihe mir Gnade, an der Ausund beständiges( Beschäfte, meine ganze führung derselben unverzüglich und unGeligkeit sein! Umen. verrückt zu arbeiten. Erbatte du ſelbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß beines Beistes und führe mich durch denfelben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befl. ctungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kein d, zu welchem du mich durch Chriftum berufen hast, niemale aus den Augen verti ren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Blauben behalten. und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dere einst die Krone der Berechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Umen. o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes meines gnådig n Baters und unendlichen Wobithaters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet als ein Junger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geifte und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie beilig sind diese Ber: pflichtungen! Wic undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zufa en vergaße, und diese Versprechungen nicht hiert. Welch ein Verantwortung, welch ein Bericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse GewohnGebet eines Kranken. D mein Gott, du Quelle des Trostes| ich mich. Erbóre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen 3hránen. und der nade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Echmerzen sehnlich zu suchen. Höcster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem kann ich mich wen: den, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, tannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wence Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Eünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Bornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Bertammniß verstoßen werden, weil ich ihnen ouf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, bu aber unendlich gerecht bift. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Uch, ich Unglücks Gebet eines seliger! Uch, daß ich dich zum 3orn wider mich gereizet babe! Du bist die Liebe selbst. Du haft mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu toun Wie konnte ich doch so undankbar sein, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohltbåter, e: bob! Wie konnte ich so frech, so treulos sein, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporie Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Stand des Ab.runds geführet sche, wenn anders deine Barmherziafeir nicht noch ins Mittel tritt, und den Urm deiner Gerechtigkeit ufbå't. O erbarmungsvoller Gott, böre die Etim me des Blutes welches mein theuerster Erlöser für bußfert ge Sünder vergoffen hat. Laß es mich lebhaft bereuen daß ich dich beleidiget babe. Gib mir Kratt, daß ich allen dir mißfälligen Nei ungen widerstebe, und mich gänzlich deinem heitigen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich füsse die Ruthe, welche mich fchlágt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preife de ne Barmherzigkeit mitten in deinen Zuchtigungen. Gib mir Beduto in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen fanfren Sinn und Freund: lichkeit gegen alle die, jo um mich herum sind, beweisen, und alle Sorg: falt, fo man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung so ich anwende, gesegner sein, denn ohne deinen Ggen arbeiter doch der Arzt vergeb'ich, und alle Mittel sind umsonst Bon dir, o Gott, erwarte ich alles. Made es mit mir, wie es dein. m heiligen Willen emäß ist. Nicht mein, sondern d. in Wille geschehe! Ver: laß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtia in mir Schwachen! Befäll es rir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendiaen bleiben fell; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Kranken. 319 führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Büchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und effen zu sein, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. hat du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu for: dern so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den sütern der Ewigkeit gerichtet sein.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Schne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am berzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jegt seinen Geist in deine Hande befehlen wollte, so forgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Über du lebeft immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Vater, ihr Berather ihr Beschüger und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine poffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange fie bier noch streiten müssen, sich täglich zu ivrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die beilige Fassung, d ß du mir ungleich lieber bift, als alles, was ich auf Erden lieb babe.) Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und poffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen Erbore mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Coristi Jesu, meines Heilans des willen, Amen. 320 Danksagung und Bitte nach der Gen.fung von einer Krankheit. roßer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Uch ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Gra e danken? Du haft meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und haft mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen lengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ic versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger 3ufagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine eele leben, daß sie dich lobe. Biehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein unges stumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein Fannst mich erretten. Gib mir das nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Bersubungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten mége. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wante. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Sawertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückges fallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein 3ittern. Ich bin ganz beschämt. Sch bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist geſund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir iegt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, die doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebens frist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplag ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Hers zen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Uch! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mix immer ist, doch die Gesundheit der Ceele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher ſei. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 321 Erbarme dich auch, o mein Gott,| sie die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbe: tungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß Bib einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, i rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. [ Umáchtiger, gnädiger und barm-| die Schmerzen des Todes, und gib ihr herziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Ungesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Fleyen deines und ihres Geistes reden kann. Uch, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach), Herr Jesu, erbarme dich mein, kommdoch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Unfechtung und Angst, in seinem 3ittern und 3agen auf die Erde gefloffen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig sein. Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren legten Feind; sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, ver: siegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sei getroft, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und Oliebster Heiland Jesu! du haft verheißen, wenn du werdest erhöhet sein, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast daseibst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheinest. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Secle aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Secte dich anschauen und in die sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr tören, so Uns aber, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit Herr, gib die Gnade, erinnern, aller Sünde bei Zeiten abstererquicke und tröste sie durch das inner- ben, und durch rechtschaffene Bekehrung liche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, 10 sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Seift für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. beiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. und wahren lebendigen Glauben uns Nimm dich unser in Gnaden an, wenn zu einem seligen Abschied vorbereiten. die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns o lieber Vater, um Jesu Christi willen. in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Evangelien und Episteln. Evangel. am 1. Sonnt. des Advents, Matth. 21, v. 1-10. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an ben Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so ench jemand etwas wird sagen, so sprecht: der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, ter da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, v. 11-14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangel. am 2. Sonnt. d. Advents, Luc. 21, v. 25-34. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond, und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen. auf Erden, dann auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen, des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Benn aber bieses anfähet, zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure 1 Am 3. Sonntage des Advents. Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er fagte ihnen ein Gleichniß: Schet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so seht ihre an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 2 Epistel, Röm. 15, v. 4-14. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Darnm Gett und den Vater unsers Herrn Jesu Chriſti. nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Bolt. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermals spricht Esaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der aufstehen wird zu berrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen, Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. 010 hin Evangel. am 3. Sonnt. des Advents, Matth. 11, p. 2-11. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Sahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volle von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Am 4. Sonntage des Advents. Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Hänsern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. ilgst is goil got bi s dinini idn Epistel 1, Cor. 4, 1-6.jo juo bus med Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener, und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie tren erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. - ar Evangel. am 4. Sonnt. des Advents; Joh. 1, v. 19-28. sus Und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten, wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn; daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth. bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch: Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. 1* Am heiligen Christtage. Evangelium am heiligen Christtage, Luc. 2, v. 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe: des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verfündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Goit in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlen, und be, men en tout bred gefallen. iD DE ODIVITY nis Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Gropias: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das, ungöttliche Wesen, und die weltlichen Züste, und züchtig, gerecht nnd gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der sich selbst für uns -gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, das und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenth ddogs wäre zu guten Werken.no omadrot Evangel. am 2. hl. Christtage, Luc. 2, v. 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und sie famen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, bazu das Kind in einer Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, Am Sonntage nach Christstag. welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es tam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. dom dans 5 Epistel, Tit. 3, v. 3-8. Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsame, irrige, dienend den Lüften und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unseres Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er aue gegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. and Evangel. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33-40. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward, und imeon segnete sie, und sprach zu Maria, feiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in 3srael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte Aser, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahr mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschajt, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetze des Herrn, fehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward start im Geist, voller Weisheit und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vermündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Am Neuen Jahrestage. Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, er lösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in eure Her zen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun bier fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes durch Christum. todigar 6 Evangel. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. DOLA Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten wurde, da ward sein Name genennet, Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. Epistel, Gal. 3, v. 23-29.ind tior vid Che denn aber ter Glaube kam, wurden wir unter dent Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbarer werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel cuer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist fein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesus Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. onde ohning slav Evangel. am Sonnt. nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23.dll 19 Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch in Egyptenland, und bleib allda bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töbten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens! Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, Am Sonntage der Erscheinung Christi. denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Sand 35rael: sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt feines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Oerter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch den Propheten: Er soll Nazarenus heißen. d d d 7 Epistel, 1. Petri 4, v. 12-19. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreißet. Niemand aber unter euch leide, als ein Mörder oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Veidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es iſt Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns: was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer in guten Werken. Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphan.) Matth. 2, v. 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe da kamen die Weisen von Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern geseheu im Morgenlande, und sind kommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Bolk, und erforschte von ihnen, wo Christus Am 1. Sonntage nach Epiphaniä. sollte geboren werden. Und sie jagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Heer sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete fie gen Bethlehem, und sprach: ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihre findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 8 Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir femmt. Denn die Menge der Rameele wird sich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonnt. nach Epiphaniä, Luc. 2, v. 42-52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und famen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Befannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien. Tagen fanden sie ihn im Tempel sigen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes. und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Nöm. 12, v. 1-6. 9 Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigfeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebührt zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Teibe viel Glierer haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte baben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangel. am 2. Sonnt. nach Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. A Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesus zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinignng, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. 10 Am 3. Sonntage nach Epiphania. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets bem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. -dhu Mand Epistel, Röm. 12, v. 7-16. dhi Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gäbe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebt jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket cuch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haitet an dem Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch he runter zu den Niedrigen.ddmjöbbë ishemis jour mail Evangel. am 3. Sonnt. nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 1-13. Da Jefus aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und alsbald ward er von sei. nem Ausfazze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, fage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Cavernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, Am 4. Sonntage nach Epiphaniä. dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsfnechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das; so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden. ausgestoßen in die Finsteruiß hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehet hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. gidi godimod ind ad of dem Epistel, Röm. 12, 17-21. bin gỗi and jus Saltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ists möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Nächet cuch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. d GIURIS ( sin opin 15den 150 bin Evangel. am 4. Sonnt. nach Epiphaniä, Matth. S, v. 23-27, dit Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Uns die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? manis misis fi biss 11 soninis Epistel, Röm. 13, v. 8-10.gipano apro Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das Geseg erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe Am Sonntage Septuagesimä. thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.itis Evangel. am 5. Sonnt. nach Epiphaniä, Matth. 13, v. 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefe:, tam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausrauset, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bünklein, daß man es verbrenne, aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. 12 Epistel, Col. 3, v. 12-17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berusen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten oder Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangel. am Sonnt. Septuagesimä, Matth. 10, v. 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging Am Sonntage Seragesimä. er aus und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gib ihnen den Lohn, und bebe an, an den letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfingen ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. plyt monis Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mitsfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten.( bl- song 13 pesun Evangel. am Sonnt. Seragesimä, Luc. 8, v. 4-15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Saamen, und indem er 14 Am Sonntage Seragesimä. fäete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Geheimniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach fömmt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. 19 Epistel, 2. Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, p. 9. Denn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trotzet, so euch jemand in das Gesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun jemand fühn ist( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Am Sonntage Cuinquagesima. Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Obne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachbeit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, welcher sei globet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zut Damasco, der Landpfleger des Königs Areta, verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen ( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebſten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. 15 Evangel. am Sonnt. Quinquagefimä, Luc. 18, v. 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. 16 Am 1. Sonntage in der Fasten. Cie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Bolk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nütze. Die liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähetsich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das 3hre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höit nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kinrische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erfennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, tiese brei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evang. am 1. Sonnt. in der Fasten( Invocavit) Matth. 4, v. 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf Am 2. Sonntage in der Fasten. daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine zu Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels. Und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. 17 Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in Nengsten in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, im heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, allezeit aber fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangel. am 2. Sonnt in der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, v. 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Thrus und Sydon. Und siehe, ein canaäisch Weib ging 2 18 Am 3. Sonntage in der Fasten. aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Thess. 4, v. 1-7. Weiter lieben Brüder bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangel. am 3. Sonnt. in der Fasten( Oculi), Luc. 11, v. 14-28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stummm, und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Elice aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durc, Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. 3st denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will denn sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes Am 4. Sonntage in der Fasten. zu euch. Wenn ein starker gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durdwandert er dürre Stätten, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kömmt, so findet ers mit Besemen gefehrt und. geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volfe die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Sa selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. 19 Epistel, Ephes. 5, v. 1-9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebt hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder cherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Götzendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeb lichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonnt. in der Fasten( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tyberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortetc ihm: Am 5. Sonntage in der Fasten. Zweihundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel, Gal. 4, v. 22-31. 20 Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: sei fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat vielmehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind 3saate, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evang. am 5. Sonnt. in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Se ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Am Palmsonntage. Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehrt mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucbet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort, Abraham, euer Vater ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Ta sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. 21 Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hohenpriester der zukünftigen Güter durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn ſo der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. 20 Evangel. am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage Am grünen Donnerstage. an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas sagen wird, so sprechet: der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volfs breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen, und streueten fie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, der da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! dimor unit 22 Epistel, Phil. 2, v. 5-11. 319 in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn aud Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Laters. Evangel. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. Vor dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Iscarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Bater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz. damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, Am heiligen Ostertage. und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther. wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? 3hr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. 23 Epistel, 1. Cor. 11, v. 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, folches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß Denn so oft ihr von diesem Brod effet, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nnn unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isfet und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Evangelium am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. 1-8. Da der Sabbat vergangen war, kaufte Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen 24 Am heiligen Ostermontage. und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbate sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: entsetzet euch nicht: Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und faget es seinen Jüngern und Betro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie für bteten sich. Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heiligen Ostermont., Luc. 24, v. 13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Eie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und et Am 1. Sonntage nach Ostern. fiche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, danfete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. 25 Epistel, Apostel. Gesch. 10, v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprch: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz ges hangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er anferstanden ist von den Todten. Evangel. am 1. Sonnt. nach Ostern( Quasimod.), Joh. 20, v. 19-23. Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor Am 2. Sonntage nach Ostern. den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seiten. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 26 Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget dat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangel. am 2.Sonnt. nach Ostern( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. Ich bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte läsfet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verläffet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erfenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch) Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Am 3. Sonntage nach Ostern. 27 Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangel. am 3. Connt. nach Oſtern( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verfehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigfeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll Niemand von euch nehmen: und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Üelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangel. am 4. Sonnt. nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, 28 Am 4. Sonntage nach Ostern. und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe, so kömmt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Cünde, um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht mehr sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 17-21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum lieben Brüder, ein jeglicher Mensch seischnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Ceelen selig machen. Evangel. am 5. Sonnt. nach Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, da ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sendern euch frei heraus verfündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wie 29 Am Tage der Himmelfahrt Christi. derum verlasse ich die Welt und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sageſt kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jac. 1, v. 22-27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch nicht selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Feiheit, und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter Euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht ihm Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrem Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage d. Himmelfahrt Christi, Marc. 16, b. 14-20. Zulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Apost. Gesch. 1, v. 1-11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinen Leiden lebendig erzeiget hatte durch marcherlei Erweisung, und ließ Am 6. Sonntage nach Ostern. sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret ( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werbet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf, vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe da standen bei ihm zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: 3hr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sebet gen Himmel? Tieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. 30 Evangel. am 6. Sonnt. nach Ostern( Eraudi), Joh. 15, v. 26 bis Cap. 16, v. 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie wers den euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, 3. 8-11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. Co jemand rede, daß ers rede, als Gottes Wert. Se jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreicht, auf daß in allen Am heiligen Pfingsttage. Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 31 Evangel. am heiligen Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird, in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe, ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir, Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Epistel, Apost. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt: denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Barther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa, und Cappadocia, Ponto und Asta, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Vybien, bei Cyrenen, und Ausländer Am Pfingstmontage. von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Da entsetzten sich alle, und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weines. 32 Evangel. am Pfingstmontage, Joh. 3, v. 16-21. Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern, daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeter die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn die sind in Gott gethan. Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 42-48. Und der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Pedro fommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß fie mit Zungen redeten, und Gott hoch preisfeten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser webren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh 3, v. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wena er alt ist? Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset vom neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Din gen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. niihin 33 Epistel, Nöm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Bege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am 1. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das 3 34 Am 2. Sonntage nach Trinitatis. äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die das wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16-21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber füchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So Jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangel. am 2. Sonnt. nach Trinit, Luc. 14, v. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu befehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen Am 3. Sonntage nach Trinitatis. und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 35 Epistel, 1 Joh. 3, v. 13-18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Evangel. am 3. Sonnt. nach Tinit., Luc. 15, v. 1-10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten und hingehe nach dem verlorenen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn sinde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 3* Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1, Petri 5, v. 6-11. dan bually an o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet unher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge; dem widersteht fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 36 Evangel. am 4. Sonnt. nach Trinit., Luc. 6, v. 36-42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden fie nicht beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balfen aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. of t 30 0 Epistel, Röm. 8, v. 18-23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindheit und warten auf unsers Leibes Erlösung. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Evangel. am 5. Sonntage nach Trinit., Luc. 5, v. 1-11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1. Petri 3, v. 8-15.04.06 Endlich aber seid allesammt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nichts Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch Schaden könnte, so ihr dem Guten nechkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euern Herzen. 37 Evangel. am 6. Sonntage nach Trinit., Matth. 5, v. 20-26. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmel 38 Am 7. Sonntage nach Trinitatis. reich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Cei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter und der Richter überant: worte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Röm. 6, v. 3-11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinem Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Yeben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, daß Christus von den Todten auferwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu unserm Herrn. d Evangel. am 7. Sonnt. nach Trinit., Marc. 8, v. 1-9. Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel 39 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden fatt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, v. 19-23. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zn der andern, also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hättet ihr nun zu der Zeit für Frucht, welcher ihr euch jetzt schämet? denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herrn. 153 Evangel. am 8. Sonnt nach Trinit., Matth. 7, v. 15-23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe; an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen? oder Feigen von den Disteln? Also, ein jeglicher gute Banm bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel, Röm. 8, v. 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem 40 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werden ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zengniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. sus isler g Es war ein Evangel. am 9. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht, und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem. Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. imssid she join Baris Epistel, 1. Cor. 1, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jene Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Bolt setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, Am 10. Sonntage nach Trinitatis. und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen( uns) zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich läsfet dünlen, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. 41 Evangel, ain 10. Sonnt. nach Trinit., Luc. 19, v. 41-48. Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdeſt du au bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet, aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten und werden dich schleifen und feinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Bolt trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an in ſollten; denn all und hörete ihn. 80 And Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand fann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube in demselbigen Geist; einem Untern die Gabe gesund zu machen in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu 42 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket der= selbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangel. am 11. Sonnt. nach Trinitatis, Luc. 18, v. 9-14. Er sagte aber zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch; dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem, denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift; und daß er begraben sei und daß er auf. erstanden sei am dritten Tage nach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen: Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen, ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gnade, die mit mir iſt. Evangel. am 12. Sonntage nach Trinit, Marc. 7, v. 31-37. Und da er wieder ausging von den Grenzen Thri und Am 13. Sonntage nach Trinitatis. 43 Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßzete, und rührte seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata; das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ansbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 2, v. 4-9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, als daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit baben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evang. am 13. Sonnt. nach Trinit., Luc. 10, v. 23-37. Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach ins sonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollen sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten, als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem Am 14. Sonntage nach Trinitatis. hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vor. über. Desselbigen gleichen auch ein Sevit, da er fam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe und sprach zu ihm: Pflege sein und so du was mehr wirst darthuu, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. it stor 44 Gal. 3, v. 15-22. bod di Epistel, Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Ver heißung Abrahä und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor beſtätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch VerheiBung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschentet. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheis Bung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei feine. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung fäme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. post fad Evangel. am 14. Sonnt. nach Trinit., Luc. 17, v. 11-19. Und es begab sich, da er reifete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in cinen 45 Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Markt ging, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie jahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, febrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder nmkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. bi Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Ich sage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleich gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind. wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütig-. keit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. Evangelium am 15. Sontage nach Trinit., Matth. 6, v. 24-34. 15 Niemand kann zween Herren dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euter Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr denn die Kleibung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage Am 16. Sonntage nach Trinitatis. euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht befleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns fleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. 46 Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. So wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander uns zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mersch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe selbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Evangel. am 16. Sonnt. nach Trin., Luc. 7, v. 11-17. Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. 47 Am 17. Sonntage nach Trinitatus. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und sing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umligende Länder. Epistel, Ephes, 3, s. 13-21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Alles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Evangel. am 17. Sonnt. nach Trinit., Luc. 14, v. 1-11. Und es begab sich, daß er tam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: 3st es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und ants wortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrficherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt. der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sizzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an. 48 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. OKU Epistel, Ephes. 4, v. 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seid mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf allerlei Hoffnung eures Berufes. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle und in euch Allen. Evangel. am 18. Sonnt. nach Trinit., Matth. 22, v. 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er faget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfert ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet auf die Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen 49 Am 20. Sonntage nach Trinitatis. seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn. Evangel. am 19. Sonnt. nach Trinit., Matth. 9, v. 1-8. Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stebe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschensohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte er sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, v. 22-28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangel. am 20. Sonntage nach Trinit, Matth. 22, v. 1-14. Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihneu, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieb ist geschlachtet, und alles ist bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: 4 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die StraBen, und brachten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte fein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, Ephes 5, 3. 15-21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und faufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Bater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. 50 Evangel. am 21. Sonnt. nach Trinitatis, Joh 4, v. 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war tedtfrank. Und Jesus sprach. zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. Zulegt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß Am 22. Sonntage nach Trinitatus. ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 51 Evangel. am 22. Sonnt. nach Trinit., Matth. 18, v. 23-35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehataufend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ibn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksfnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, unt überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke( welches ich Am 23. Sonntage nach Trinitatis. allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eure Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in Euch, zur Ehre und Lobe Gottes. 52 Evangel. am 23. Sonnt. nach Trinit., Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharisäer hin, hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemanden, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Gros ben dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 24. Sonnt. nach Trinit., Matth. 9, v. 18-26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebentig. Und Jesus stand auf und folgete ibm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, and rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie, und sprach: Sei getrost meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehört haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu den Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzet in das Reich seines lieben ohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch ſein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. 53 Evangel. am 25. Sonnt. nach Trinit., Matth. 24, v. 15-28. Wenn ihr nun seten werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte,( wer da lieset, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter. oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübfal sein, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber Am 26. Sonntage nach Trinitatis. um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergaug, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. 54 Epistel, 1. Thess. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengele, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit den= selbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangel. am 26. Sonnt. nach Tinit., Matth. 25, v. 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten 55 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen gesehen, und sind zu dir fommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich nicht geträntet. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Thess. 1, v. 3-10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen. und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübfal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn. und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn, unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. 56 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangel. am 27. Sonnt. nach Trin., Matth. 25, v. 1-13. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nidt Del mit sich. Die klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber mard ein Geschrei: siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern und taufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, dennihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menscheu Sohn kommen wird. Epistel, 1 Thess. 5, v. 1-11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. 3hr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß each der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unters einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. 2./2 Nala Inches 1 Centimetres Blue Novelavevok 2 3 4 Cyan M. 6. Fabr 2 5 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow Surrn 1872. 9 NOWO 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 80