OA Doc. Cooo00 R N Cine Felte Burg ilf unler Gaff. 24 166 + + + ++ + + + + + 다+ + + + ++ + + 다 다 + + + 다 + ++ + ++ + + ++ + + + + + X + ++ + + + + + Tr 25: 2 лич ств 664 frankfurter Evangelisches Gesangbuch. frankfurt am Main. Verlag von Moritz Diesterweg. 1886. Ausgabe auf gewöhnlichem Papier. Preis: ungebunden 90 Pf. TEX TRUCK Gb 664 budonpied Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Weisheit; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Kol. 3, 16. Univ.- Bibl. Giessen Inhaltsverzeichnis. I. Heilige Zeiten 1. Sonntag 2. Advent 3. Weihnachten 4. Epiphanias 5. Passion 6. Oftern 7. Himmelfahrt 8. Pfingsten 9. Trinitatis. II. Die christliche Kirche. 1. Kirche 3. Reformation 4. Mission 143-172 143-153 Ordination und Einführung ins Predigtamt 154-155 2. Kirchweihe. 156-158 159-162 163-172 ● III. Gnadenmittel 1. Wort Gottes. 2. Taufe.. 3. Konfirmation. 4. Abendmahl IV. Heilsordnung. 1. Buße 2. Glaube und Rechtfertigung 3. Leben in Gott und Christo ● Nr. 1-142 1- 21 22- 38 . 39-55 56-62 63-88 89-109 110-120 121-136 137-142 173-209 173-181 182-185 186-193 194-209 210-305 210-230 231-243 244-305 VTT Inhaltsverzeichnis. V. Gebetslieder. 1. Lob, Dank und Bitte 2. Kreuz- und Trostlieder VI. Tieder für besondere Verhältnisse und Zeiten. 1. Ehe und Hausstand 2. Vaterland und Obrigkeit 3. Krieg und Frieden 4. Jahreswechsel 5. Jahreszeiten und Ernte 6. Morgen Tischlieder 7. Abend VII. Die letzten Dinge 1. Tod und Begräbnis 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Melodien. Verzeichnis der Lieber. Nr. 306-393 306-344 345-393 394-445 394-400 401-402 403-405 406-414 415-420 421-430 431-433 434-445 446-493 446-477 478-493 Seite 369 385 389 ustis I. Heilige Zeiten. big the 91 " 1 1. Sonntag. Eigene Melodie. id d 3. Bis wir singen mit 1. Komm, heiliger Geist, Gottes Heer:„ Heilig, heilig ist Gott der Herr!" Und schauen dich von Angesicht In ew'ger Freud und sel'gem Licht. Erfüll die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd in ihnen Das Feuer deiner göttlichen Liebe: Der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen Die Völker der ganzen Welt versammelt hast In Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja! und dem Sohn, Dem heil'4. Ehr sei dem Vater gen Geist in einem Thron; Sei Lob und Preis in Der heiligen Dreieinigkeit Ewigkeit! Nach dem Veni Sancte Spiritus" des Hermann Contractus ( 1013-1054) von Martin Luther, 1483-1546. du Eigene Melodie. 21511 2. Herr err Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heil'gen Geist du zu uns send; Mit Hülf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein; Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt; im Herzog Wilhelm II. zu Sachsen- Weimar, 1598-1662. Mel. Vom Himmel hoch 2c. 3. Nun jauchzt dem Herndren alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt, kommt mit Frohlocken, sänmet nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, Der uns erschaffen ihm zur Ehr, Daß wir mit Wort und mit der That Verkünden unsers Schöpfers Gnad. 3. Er hat uns alle wohl bedacht Und uns zu seinem 1 F 2 I. Heilige Zeiten. Volk gemacht, Zur Herde, die er ist bereit zu führen stets auf guter Weid. 4. Jhr, die ihr nun bei ihm wollt sein, Kommt, geht zu seinen Thoren ein, Mit Loben durch der Psalmen Klang, Zu seinem Vorhof mit Gesang. iar si 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm, Lobsingt und danket allesamt; Gott loben, das ist unser Amt. is 100 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, Voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; Sein Gnade währet dort und hier Und seine Wahrheit für und für. David Denicke, 1603-1680. Eigene Melodie. 4. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, Kindlich Sehnen Bring ich dir, du Menschenfohn! Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch und Thon. i 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn; Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; Gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Jch begehre, Herr, gewähre Mir nur deine freie Gnad, Die du giebest, Weil du liebest Den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, Der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelfeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit! Joach. Neander, 1650-1680. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, Die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, Mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ Vom Tod für Und mich erstanden ist schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Da man sich Sonnentag, nicht g'nug freuen mag, Da wir mit Gott versöhnet sind, 1. Sonntag. I Daß nun ein Christ heißt Himmelslehren, Daß die Gottes Kind. Halleluja! Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort; Führ mich zur Himmels- Ehrenpfort; Laß mich hier leben heiliglich Und dir lobsingen ewiglich. Halleluja! 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, Gutes dichten Wollst du selbst in uns verrichten. Joh. Olearius, 1611-1684 3. Odu Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns alle samt bereit, Öffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausniper, 1619-1684. hidi Mel Gott des Himmels und der Erden Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 6. Herr, öffne mir die Herzensthür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund; 8. Großer Gott Dein Wort ist, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, 1611-1684. 3 von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Tren auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt: Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und Eigene Melodie. 7. Liebster Jesu, wir sind durch seinen guten Geist Mir hier, Dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zur 1* 4 I. Heilige Zeiten. Andacht schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen betet, singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragenfort; Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber: Amen! Denn wir sind dein Eigentum; Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648-1715 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 9. Licht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbathfröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget Und fein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen Und mich in die Ewigfeit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Rub in mir und ich in dir, Bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir Und gieß meiner Andachtskerze Immer neue Nahrung zu, du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelfeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, Als in nichts sonst thun, deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon; Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmold, 1672-1737. 1. Mel Gott des Himmels und der Erden. 10. Thut mir auf die Herzen grünt! Sonntag. I schöne Pforte, Führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht! 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Romme du nun auch zu mir; Wo du Woh3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heil'ge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt; Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Saatforn auf mich fällt; Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärkin mir den schwa chen Glauben, Laß dein teu res Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte stets bein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im 5 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille wird erfüllt; Laß mir nichts die Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mitHimmelsbrot, Tröste mich in aller Not! Benj. Schmold, 1672-1737. Mel Gott des Himmels und der Erden. nung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch 11. Halleluja! schöner in meinem Herzen ein, Laß es deinen Tempel sein! Morgen, Schöner als man keine Sorgen, Denn das ist denken mag! Heute fühl ich ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. Seelen, Sonntag, der voll 2. Süßer Ruhetag der Lichtes ist, Heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Heute hab ich sonst Ta 6 1. Heilige Zeiten. zu thun, Denn ich brauche alle Kräfte In dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt feine Arbeit fich, Als nur Gottes Werk, für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, Das ich Sein ihm zu Ehren trag, Blut und Gerechtigkeit 3st das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions stille Heute voller Arbeit sein, Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wert des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust, Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 8. Segue deiner Knechte Lehren, Öffne selber ihren Mund, Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier bet und singt, Solches in dein Herze dringt. . 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, Der du Herr des Sabbaths bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. Jonath. Krause, 1701-1741. Mel Wunderbarer König. 12. Gott ist gegenwärtig, Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte, Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn fennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder; Kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubimen Tagund Nacht gebeuget dienen ,,, Heilig, heilig, heilig" Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, Da auch wir Geringen Unfre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die mit deinem Dienste streiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum EigenDu allein tum ergeben. Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen! Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel Immer vor dir stehen 1. Sonntag. Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allem. 6. Du durchdringest alles; Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten, Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 7 5. Geift, der alles füllet, Drin wir sind und weben! Mel Mache dich, mein Geiſt, bereit Aller Dinge Grund und Leben, 13. Liebster Heiland, nahe Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich senk mich in dich hinunter, Ich in dir, Du in mir; Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden! ld dich, Mein Gemüt zu rühren Und aus allem kräftiglich Mich zu dir zu führen, Daß ich dich Inniglich Mög in Liebe fassen, Alles andre lassen. 7. Mache mich einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit; Laß mein Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 8. Komm in mir zu wohnen, Laß schon hier auf Erden Ganz dein Heiligtum mich werden. Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, Siz und steh, Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken! Gerh. Tersteegen, 1697-1769. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der Seelen! Wenn von dir ich fern noch bin, Muß die Ruh mir fehlen. Luft wie Schmerz Quält das Herz, Du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von Sorgen frei, Von der Welt geschieden, Daß ich eingekehret sei Stets in deinem Frieden; Daß mein Will, Sanft und still, Ohne Widerstreben Dir sich mög ergeben. 4. Stellt die Welt auf flücht'ge Lust All ihr Thun und Treiben, So sei mir nur eins bewußt: Herr, in dir zu bleiben. Herz und Mut Hat es gut, Wenn ich mich nur übe, Herr, in deiner Liebe. 5. Alles Eitle bleibe fern, Und was sonst kann stören! Jesu, ich will schweigen gern Und dich in Und dich in mir hören. I. Heilige Zeiten. Schaffe du Wahre Ruh, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Wirte nach Gefallen, 3ch 15. Zeige dich uns ohne halt still in allem. Hülle! Ström auf uns der Gnaden Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage, Daß durch dich, der starb, vom Bösen Uns Gefallne zu erlösen, Deine glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. 8 6. Was noch flüchtig, sammle du, Was noch stolz ist, beuge, Was verwirret, bring zur Ruh, Was noch hart, erweiche, Daß in mir Nichts hinfür Lebe noch erscheine, Als mein Freund alleine. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 14. Herr, vor deinem Anerr, vor deinem Angesicht Hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, Die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder Und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, Viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt Tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen Und das Herz mit Troft erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt Und hilf selbst es treulich üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, Daß kein Schmerz und keine Freude Uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, 1741-1771. 2. O daß frei von Erdenbürden Und der Sünde Lasten würden unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sabbathstille! Daß in deines Himmels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen Jenes Lichts, das dann verkläret, Wann der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich überm Grab einst höre, Sind's nicht Überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt in Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen Diesem Sabbath deiner Treuen! 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine 1. Sonntag. Schar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen, Wo sie Siegeslieder singen! Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. 9 fehle In der Gotteskinder Reihn. Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich mit einander haben; Offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! 5. Was von dir uns zugeMel. Alle Menschen müssen sterben. flossen, Müsse Geist und Leben sein; Was die Seele hat genos16. Jesu, Seelenfreund der Deinen, Sonne der Gerechtigkeit, Wandelnd unter den Gemeinen, Die zu deinem Dienst bereit: Komm zu uns, wir sind beisammen, Gieße deine Geistesflammen, Gieße Licht und Leben aus Über dies dein Gotteshaus. sen, Machesie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, Daß in ew'ger Lieb und Treu Jedes dir verbunden sei. Joh. Mich. Hahn, 1758-1819. 2. Komm, belebe alle Glieder, Du, der Kirche heilig Haupt; Treibe aus, was dir zuwider, Was uns deinen Segen raubt! Komm, entdeck uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad und Wahrheit, Laß uns fühlen allzugleich: Ich bin mitten unter euch!" 3. Laß sich die Gemüter kehren Zu dir, Glanz der Ewigfeit! Laßuns innigst nur begehren, Was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen Und in alle sich ergießen, Stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund. 11 4. Komm, o Herr, in jede Seele, Laß sie deine Wohnung sein, Daß dir einst nicht eine Mel. O du Liebe meiner Liebe. 17. O wie freun wir uns der Stunde, Da wir dir, Herr Jesu, nahn, Um aus deinem heil'gen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein; Schreibe ſelbst das Wort des Lebens Tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, Großer Meister, rede du! Sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden, Lehr uns, wie wir unsre Zeit, Diese kurze Zeit auf Erden, Nüßen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; Laß es mit lebend' als 10 I. Heilige Zeiten. gem Triebe In uns wirken fort und fort. Hilf uns, daß wir tren bewahren, Was wir in das Herz gefaßt, Und laß andre auch erfahren, Daß du Lebensworte hast. Zum Schluß des Gottesdienstes. Je Mel. Valet will ich dir geben. Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage: Amen" und zugleich: 18. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dirlaß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständig- Chr. Renatus v. Zinzendorf, feit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. " Friede, Friede sei mit euch!" 1727-1752. asdif Nik Selnecker, 1530-1592. ne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich Brot, Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach uns zu Himmelserben! Hartm. Schenk, 1634-1681. - Karl Joh. Phil. Spitta, daill 1801-1859. Mel. Vater unser im Himmelreich. 21. Amen! Lob, Preis und Herrlichkeit Sei unserm Gott zu aller Zeit! Wir gehn wohl Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19. Unsern Ausgang seg- fort aus seinem Haus, Doch Gottes Leuchte lischt nicht aus; Das Lied verhallt, der Segen bleibt; Das Wort besteht, die Welt zerstäubt. Eigene Melodie. 20. Die wir uns allhier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, 2. Herr, führ uns All auf Christi Bahn Zu Licht und Freiheit himmelan! Die Liebe mehr, den Glauben stärk Und baue fort dein heilig Werk, Bis All ein Sinn ans Ende bei uns bleibt. zu Christo treibt, Der bis Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 1785-1860. 2. Advent. I 2. Advent. Eigene Melodie. 22. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es fommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt.- Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rat! 11 groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster, früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, Eu'r Herz zum Tempel zubereit, Die Palmen der Gottseligkeit Streut hin mit Andacht, Lust und Freud: So kommt der König auch zu euch, Ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Des Herzens Thür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein, Dein heil'ger Geist uns führ und leit Den Weg zur ew'gen Seligkeit; Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr!! Georg Weißel, 1590-1635. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königsfron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zu End er bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet ſei mein Gott, Mein Heiland, 23. Herr Jesu Chriſte, Gottes Sohn, Der du vom hohen Himmelsthron Herab bist kommen in die Welt Und uns zu gut dich eingestellt. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund Demütiglich zu aller Stund, Daß du uns schenkst zum Erb und Teil Durch dein Ankunft das ew'ge Heil. Mel Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 3. Wir bitten dich, den treuen Herrn, Weil nun das 12 I. Heilige Zeiten. annahmst, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Daß im Glauben ich fortan Treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegengehn Und vor dir gerecht Eigene Melodie. 24. Gott sei Dank durch bestehn. H. Held, gegen 1650. alle Welt, Der sein Wort beständig hält, Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Und was sie geprophezeit, 3st erfüllt in Herrlichkeit. End nicht mehr ist fern, Du wollest uns zu Gnaden dein Dir lassen stets befohlen sein. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich, Daß wir lieben und loben dich Hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, 1605-1657. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanftmut kamst, Jedes Armen dich Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 25. Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Verheißen hat zu geben, Bei allen fehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist 2. Advent. I Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, 3u dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen Zu dieser Gnadenzeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach es zu deiner Krippen, So werden Herz und Lippen Dir ewig dankbar sein. Valent. Thilo, 1607-1662. Mel Zeuch ein zu deinen Thoren. 26. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Eur König kommt heran, Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist nicht fern; Hinweg all Angst und Schmerzen, Dort kommt der Morgenstern. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht! Laßt uns die Weg ihm bahnen, Macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset nur die Pla13 gen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut. 4. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch; Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich; Der alles hat bedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 5. Frisch auf, ihr Hochmit Macht; An uns, die betrübten, Der König kommt Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 6. Auf, auf mit schnellen Schritten Den König eilt zu sehn, Er kommt in unsre Mitten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit föstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. Johann Rist, 1607-1667. ave asas I. Heilige Zeiten. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. Weinen 27. Nun jauchzet all, ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichfeit, Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des 14 Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt, I'm hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an; Soll euch geholfen werden, So geht die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet, Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Jhr Armen und Elen den Zu dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemut. wohlgemut. Laßt eure Lieder flingen, Des Königs Lob zu singen, Der euer höchstes Gut. Verwandelen in Freud. Er ist's, der helfen kann, Macht eure Lampen fertig, Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, 1606-1673. Mel. Valet will ich dir geben. 28. Wie soll ich dich empfangen, Und wie begegn' ich dir, aller Welt Verlangen, meiner Seele Zier? D Jesu, Jesu, sebze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergöße, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinenSiun; Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Fried und Freude lacht, Bist du, mein Heil, gekommen Und hast mich froh gemacht. 4. 3ch lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichfeit Und all eu'r Klag und 2. Advent. I Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie ird'scher Reichtum thut. 15 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Voreurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande iſt. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und füßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal uns allzumal zum ew'gen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1606-1676. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt Als dein unendlich Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in die Herzen, Du herzbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. euch nicht bemühen Noch sorgen Tag und 29. Komm, Heidenheiland, Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Wil len, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Lösegeld, Du Jakobsstern, du Licht der Welt! Laß abwärts flammen deinen Schein, Der du willst Mensch geboren sein. 2. Komm an von deinem Himmelsthron, Wir harren dein, o Gottessohn! Komm, o du zwiefach edler Held, Geh mutig durch dies Thal der Welt. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegest wieder himmelauf; Die Abfahrt war zum Todesthal, Die Rückfahrt war zum Sternensaal. tit. Ai asas I. Heilige 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, Besieg allhier des Fleisches Reich; Denn unser Geist, in Fleisches Haft, Sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 16 5. Bon deiner Krippe glänzt ein Strahl, Der leuchtet durch dies finstre Thal; Er giebt der Nacht so hellen Schein, Der stets wird unverlöschlich sein. Nach einem lateinischen Kirchengesang des vierten Jahrhunderts von Joh. Franc, 1618-1677. Mel. Ach was soll ichSünder machen. 30. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost in Leiden, Jesu, meines Herzens Thür Steht dir offen, fomm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Gottes Sohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnadenvollen Segen Und das Wunder dei ner Kraft, Welches Heil und Leben schafft. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin; Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. Zeiten. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den und, Daß dich meines Herzens Grund Innig preiſe für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld, Durch Berenung meiner Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben; Dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Ann Ernst Christoph Homburg, 1605-1681. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 31. Nun kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar; dich, Du wertes Zion, ewigKönig kommt, drum freue lich. Halleluja! Dein 2. Wir hören noch das Gnadenwort, Das Wort vom Heiland immerfort, Das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Joh Olearius, 1611-1684. 2. Advent. I wertes Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. 32. Komm, du Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen. Komm in göttlich hoher Zier, Komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, du großer Ehrenkönig, Laß mich deine Wohung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit den Siegespalmenzweigen, So viel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir zu eignen zum Gewinst. 4. Hosianna, Davids Sohn! Ach Herr, Hilf, laß wohl gelingen! Laß dein Scepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius, 1635-1711. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 33. Hosianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend 17 Ehrenbogen! Strenet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. Komm, wir gehen dir ent2. Hosianna, sei gegrüßt! gegen. Unser Herz gegen. Unser Herz gerüst, Will sich Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. ist ist schon schon dir zu fürst, Ehrenkönig, Held im 3. Hosianna! FriedensStreite; Alles, was du bringen wirst, Das ist unsre Siegesbente. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet haſt; Ach, so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein. Die Verheißung zu erfüllen; 5. Hosianna, komme bald, Deine Majestät verhüllen, O, Sollte gleich die Knechtsgestalt so kennet Zion schen Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! Herr, hilf, laß wohlgelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmſt keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 2 ave 18 I. Heilige Zeiten. 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen! Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benj. Schmold, 1672-1737. uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit, Kommt aber Dann einst die Ewigkeit, wird sie triumphieren. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. oli 34. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ew'gen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hoch beschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund, Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehrund Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum MußDank zum Opfer bringen: Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinemTempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden; Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin, Denn fie bewies den alten Sinn Mel. Jesus, meine Zuversicht. Noch stets mit neuen Sünden. 35. Sieh, dein König 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: Mein König, komm zu mir, Heinrich Kornelius Hecker, 1699-1743. I 2. Advent. Sieh, ich öffne dir die Pforte, Ewig hochgepriesen werde Zeuch mit deiner Sanftmut ein, Was du findest, das ist dein! Gott, der ihn der Erde gab. Freut euch, Sünder! Jauchzt ihr Frommen! Unsern König, seht ihn kommen! Unser Heil kommt, unser Licht, Unsers Herzens Zuversicht. 2. Zu der Erde neigt sich wieder Gottes Vaterhuld herab; Segen taut Himmel nieder, Morgenglanz bestrahlt das Grab. Seht, Erlösung wird gefunden! Seht, es heilen alle Wunden! Müden strömet süße Ruh, Sterbenden Belebung zu. 19 2. Komm, ich bin dein Eigentum Schon seit deinem Wasserbade; Komm, dein Evangelium Werde mir ein Wort der Gnade. Du schickst ja dein Wort voran, Daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, Was du hasfest und mich reuet. Komm und reinige dein Haus, Das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut Alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, Das du uns zum Heil gegeben, Daß wir schon im Erdenthal Mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, Und mein Leben sei in dir. 5. Komm und bring den Geist auch mit, Deinen Geist, der dich verkläret, Der mich im Gebet vertritt Und des Königs Willen lehret, Daß ich bis auf jenen Tag: ,, Komm, Herr Jesu!" rufen mag. phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 36. Hosianna! Zuder Erde Mel. Werde munter, mein Gemüte. 37. Du, des Zukunft einst erflehten Tausende in Israel, Du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. GotSteigt der Friedefürst herab. tes Rat ist nun enthüllt, Und 3. Kommt, ihn würdig zu empfangen, Macht ihm Wege, macht ihm Bahn! Eilt in Demut, mit Verlangen Euern König zu empfahn! Streut ihm Zweige, streut ihm Palmen, Bringt ihm Jubel, singt ihm Psalmen! Geist und Herz sei ihm geweiht! Preis dem Herrn der Herrlichkeit! Aug. Ludw. Chr. Heydenreich, 1773-1858. 2* OVC D 20 I. Heilige Zeiten. zu unserm Heil erfüllt Jetzt der Väter heiße Bitte: Christus ist in unsrer Mitte! 2. Aber der der Welt erschienen, Wie vom Vater er gesandt, Wandelt mitten unter ihnen, Vielen fremd und unbekannt; Unbeachtet läßt man ihn Seinen Weg vorüberziehn; 38. Dein König kommt in Ruft er, will man ihn nicht hören, Läßt in Sünden sich nicht stören. 3. Und er klopft an manche Pforte, Suchet Eingang hier und dort, Grüßt sie mit holdsel'gem Worte, Doch man weist ihn schnöde ført. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, Dem gefällt der Helfer nicht; Wer nicht in sein Herz will gehen, Läßt den Heiland draußen stehen. 4. Kennt ihr ihn, der uns zu retten Von dem Thron des Vaters kam Und, damit wir Frieden hätten, Unsre Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigentum Ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben Unter denen, die ihn lieben? unsre Herzen dir; Komm, o komm, darin zu wohnen, Ja, als König drin zu thronen. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. 5. Hosianna, sei will kommen! Heiland, fehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen, Herzlich aufgenommen sein. Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig Mel. Der du das Los von meinen Tagen. niedern Hüllen, Ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, Empfang ihn froh, Jerusalem! entgegen FriedensTrag ihm entgegen Friedensmit grünen Halmen! So ist's palmen, Bestreu den Pfad dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Gewalt'ger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren, Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. 3. Weihnachten. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du ſelbst hienieden Kommst, zu 3. Weihnachten. Mat Eigene Melodie. 39. Es ist ein Rof entsprungen Aus einer Wurzel zart, Als uns die Alten sungen: Von Jesse kam die Art Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesaias sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew'gem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Eigene Melodie. 40. Gelobet feist du, Jesu Christ! Daß du Mensch ge21 erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedr. Rückert, 1789-1866. boren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des frenet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen find't; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ew'ge Gut. Halleluja! 100 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ew'ge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! dis 22 I. Heilige Zeiten. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und führt uns aus dem Jammerthal, Er macht uns Erben in sei'm Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an. Des freut sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja! Martin Luther, 1483-1546 Eigene Melodie 41. Vom Himmel hoch, da komm ich her, Ich bring euch gute, neue Mär; Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will." ter hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt ewig leben allzugleich." 4. ,, Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Va5. ,, So merket nun das Zeichen recht: Die Krippe, Windelein so schlecht; Dafindet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt." 6. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Willkommen sei, du edler Gast, Den Sünder nicht verschmähethast Und kommſt ins Elend her zu mir: Wie soll ich immer danken dir? 8. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar Und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, 1483-1546. 2. ,, Euch ist ein Kindlein heut geborn, Von einer Jungfrau auserkorn, Einkindelein, so zart und Das soll eu'r Freud und Wonne sein." 42. Vom Himmel fam 3. ,, Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not; Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein." Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar; Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, Das liegt dort in der Krippen hart; 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, Wie Micha das 3. Weihnachten. verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn, eu'r Fleisch und Blut, Eu'r Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Setzt ihr auf ihn eu'r Zuversicht; Es mögen euch viel fechten an; Dem sei Troß, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun Ihr seid nun worden Gott's Geschlecht, Des danket Gott in Ewigkeit, Geduldig, fröhlich alle Zeit. Martin Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 43. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, Inseinem höchsten Thron, Der heut schleußt auf sein Himmelreich:,: Und schenkt uns seinen Sohn.:;: 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein 23 Kindlein klein Und liegt dort elend, nackt und bloß :: In einem Krippelein.:,: 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, Wird niedrig und gering Und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt,:,: Der Schöpfer aller Ding.:,: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Nimmt von ihr seine Speis', An dem die Engel sehn ihr Lust,:,: Denn er ist Davids Reis,:,: 5. Das aus sein'm Stamm entsprießen sollt In dieser letzten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt:,: Sein Reich, die Christenheit.:,: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in sein's Vaters Reich:: Die flare Gottheit dran.:,: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher:: Der treue Jesus sein!:,: auf die Thür Zum schönen 38. Hent schließt er wieder Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür,:: Gott sei Lob, Ehr und Preis.:,: Nik. Hermann, † 1561. D AD AC THE KIFE 24 I. Heilige Zeiten. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. 44. Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unsrem Blute. 3. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder! 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut ben Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet! 5. Die ihr schwebt in großem Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost; hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eure Glaubenshände! Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben Boller Freud, Ohne Zeit, Dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 45. Ich steh an deiner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben; Ich stehe, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dir's wohlgefallen. 3. Weihnachten. 25 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt mit deiner Lieb und Güte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt stets mir im Gemüte. Und wie könnt es auch anders sein, Wie mag ich deinen Gnadenschein Aus meinem Herzen laffen? 3. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erforen. Noch war ich nicht ans Licht gebracht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie mein du wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todes nacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann mich satt Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. nicht sehen, Und weil ich's 46. Wir singen dir, Imnimmer fassen kann, So bleib ich sinnend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! manuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Der Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint Und keinen Trost kann finden, Russt du mir 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, zu: Ich bin dein Freund, Ein Tilger deiner Sünden; Was trauerst du und machst dir Pein? Du sollst ja guter Dinge sein, Ich bin dein Bruder worden." 7. Du fragst nicht nach der Lust der Welt Noch nach des Lebens Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seele Trost und Freud Durch deiner Seele Schmerz und Leid, Des ich dir ewig danke. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt, 1606-1676. S 26 I. Heilige Zeiten. Dich nunmehr eingestellet sich der Sünder zu dir fehr. hast. Halleluja! 123 Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht; Dich hat gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Halleluja! us 4. Nun bist du hier, da liegeſt du, Hältst in der Krippe deine Ruh; Du kehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein. Halleluja! 5. Du bist der Ursprung aller Freud Und duldest so viel Herzeleid; Du bist der füße Menschenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind. Halleluja! 6. Jch aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 7. Der Will ist da, die Kraft ist klein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 8. Und bin ich gleich der Sünde voll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll, Ei, kommst du doch deswegen her, Daß 9. So faß ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Trägst meine Schuld, erwürgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 10. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll's schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 47. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle Bricht durch in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Univ.- Bibl. Giessen 3. Weihnachten. Seligkeit. Wann Sonn und Mond und Stern vergehen Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtsonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtwonne Und lehre mich die Weihnachtkunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer, 1624-1685. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. 48. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren: Sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihrEnden der Erden! Gott und der Sünder, die 27 sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns verfündiget heut, Frenet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd, Alles anbetet und schweiget! 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; Gehet hinein, Eins mit dem Kinde zu sein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe mir schenken; Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze voll Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein; Ewig entsag ich der Sünde. 7. TreuerImmanuel, werd auch in mir nun geboren; Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger ver ac 28 I. Heilige Zeiten. loren! Wohne in mir, Mach mich ganz eines mit dir, Der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben; Gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, Völlig mich dir zu ergeben. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 49. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, meinen Heiland, bet ich an. 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 7. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße fizzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der Heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ 3m Himmel und auf Erden ist! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 3. Weihnachten. Mel.Heut singt die liebeChristenheit. 50. Brich an, du schönes 51. Ehre sei Gott in der Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret; Ein Licht von dem, der ewig wacht, Durchbricht die lange, finstre Nacht, Ein Tag, der ewig währet. Höhe! Der Herr ist geboren, Laßtuns ihmsingen, oChristen; auch wir sind erforen, Sein uns zu freun Und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Es ist ein König aller Welt, Von Ewigkeit zum Heil bestellt, Ein zartes Kind geboren. Der Teufel hat sein altes Recht Am ganzen menschlichen Geschlecht Verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, Es naht die sel'ge Gotteszeit Der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit! Daß jeder sich nach langem Streit In Friedenswerfen übe. 29 4. Ein ewig festes Liebesband Hält jedes Haus und jedes Land Und alle Welt umfangen, Wir alle sind ein heil'ger Stamm, Der Löwe spielet mit dem Lamm, Das Kind am Neft der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind Mit lächelnder Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld; Willkommen, Heiland aller Welt, Willkommen auf der Erde! Marv. Schenkendorf, 1784-1817. 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufendurch Liebe die Gottheit zu ehren, Folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, Und es ward Friede durch ihn; Singet es laut ihm zu Ehren. 4. Ehre seiGott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben; Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Einstuns zumHimmelzuheben. 5. Selige Aussicht! wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. THE 19 ac 30 I. Heilige Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Zeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 53. Erfüllt sind Stund und Zeiten, Der neue Tag bricht an; Das Licht der Ewigkeiten Tritt auf die Siegesbahn. Zur Mitternacht verschwiegen Hat es sich eingestellt, Die Engel Gottes fliegen Und rufen's in die Welt. 52. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel flang, Der hohe Freudentag ist da, Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns das Lebenslicht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl Wie Morgenrot im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein trenerHirt, insVaterland. 4. Er, der bort oben herrlich thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Him melsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid InSternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Frendentag ist da! Ihr Christen, singt Halleluja! Friedr. Ad. Krummacher, 1768-1845. 2. Hier liegt's im Mutterschoße Und ist noch schwach und klein; Nur zu geringem Lose Scheint es bestimmt zu sein, Als sollt es sich verlieren In tiefer Dunkelheit, Und doch soll es regieren Die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte Der Glanz der Welt vergehn, Vor diesem Angesichte Die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen Hat eine solche Macht, Daß Kranke drin genesen Und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, Die Müden in dem Schein; Es ladet voll Erbarmen Die Schwachen zu sich ein; Die Stolzen nur erquicken Sich nicht an seinem Strahl; Nur den verkehrten Blicken Ist dieses Licht zur Qual. 5. Licht, laß uns hienieden Als deine Kinder stehn, 3. Weihnachten. Bis wir dereinst in Frieden Den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, Des Vaters Glanz und Zier, O leucht auf unsre Pfade, Damit sie gehn zu dir! Chr. Rud. Heinr. Puchta, 1808-1858. 31 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Baun weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder Nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß; Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heil'ge Christ ist da. Er ruft so freundlich drein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein!" E. Moritz Arndt, 1769-1860. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 54. Der heil'ge Chrift er heil'ge Christ ist 55. Du lieber heil'ger kommen, Der süße Gottessohn; Des freun sich alle Frommen Am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Muß preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben heil'gen Christ. frommer Christ, Der für uns Kinder kommen ist, Damit wir sollen weiß und rein Und rechte Kinder Gottes sein! 2. Du licht vom lieben Gott gesandt In unser dunkles Erdenland, Du Himmelskind und Himmelsschein, Damit wir sollen himmlisch sein! 3. Du lieber heil'ger frommer Christ, Weil heute dein Geburtstag ist, Drum ist auf Erden weit und breit Bei allen Kindern frohe Zeit. Ich 4. O fegne mich, bin noch klein, O mache mir den Busen rein! O bade mir die Seele hell In deinem reichen Himmelsquell! 5. Daß ich wie Enge Gottes sei In Demut und in Liebe treu, Daß ich dein bleibe für und für, Du heil'ger Christ, das schenke mir! E. Moritz Arndt, 1769-1860. D M 32 I. Heilige Zeiten. 4. Epiphanias. Eigene Melodie. 56. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Willen; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille; Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast lassen sehn Und gemacht bekannt, Daß er sei das Leben Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen fürgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht Für die Heiden, Zu' rleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist dein's Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther, 1483-1546. zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, Die in Irrtum verführet sein, Auch die, die heimlich noch nicht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad Und sein verwund't Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, Bring her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585-1647. Mel. Meine Seele, laß es gehen. 58. Werde licht, du Stadt 57. Jesu Christe, wahres der Heiden, Und du Salem, Schaue, welch Licht, Erleuchte, die dich fennen nicht, und bringe sie werde licht, ein Glanz mit Freuden 4. Epiphanias. Über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhellt. Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet Schier vom Himmel jedermann; Unsre Augen und Gebärden Hafteten nur an der Erden. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken In der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, Daß du hast so wohl gethan Und 33 uns diesen Schatz geschenket, Der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch geliebte Glaubenswerke Folgen in Gerechtigkeit Und hernach im Freudenleben Heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen Mein Gemüt in aller Not; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir deinlicht erscheinen. 4. Gottes Rat war uns verborgen, Seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt' es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns solltegeben. 5. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches so Mel. Herzlich thut mich verlangen. viel Angst und Weh Aus 59. Herr Jeju, Licht der der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles übrig blieben. Heiden, Der Frommen Schaß und lieb, Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Exempel Dich großen Gott allhier. 9. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bö sen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. Johann Nist, 1607-1667. 3 SUC 34 I. Heilige Zeiten. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden Durch dein Verheißungswort; Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubensarmen trage, Wie hier der alte Greis. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in 60. Auf, Seele, auf und Bein, Im Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Krankheit ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Mein Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. fend an, Daß oft vor Angst und Weinen Ich dich nicht sehen kann: Dort aber wird's geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Joh. Franck, 1618-1677. 6. Hier blickst du zwar die Deinen So fremd und strasäume nicht, Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern giebt dir Bericht,:,: Der Held sei vor der Thür.:;: 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, Laß deine Augen sein gewandt: Auf diesen Morgenstern.:,: 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, Der aufgegangen ist, Er führet dich zum Kind hinein,:,: Das heißet Jesus Christ.:,: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Der alle Feinde schlägt; Er ist das teure Gotteslamm,:: Das unsre Sünde trägt.:,: 5. Drum mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von deinem Lauf,:,: Bis du dies Kindlein hast.:,: 6. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist 4. Epiphanias. I und gewiß; Das führet dich zum Lichte fort: Aus aller Finsternis.:,: 7. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geist und Leib und Seel Und singe mit der Engel Schar: :: Hier ist Immanuel!:: 8. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorhin erkannt, Den stillen Ruhund Friedenssteg:: Zum ew'gen Vaterland.:,: 9. Drum sinke nur vor seinem Glanz In tiefster Demut ein Und laß dein Herz erleuchten ganz:: Von solchem Freudenschein.:,: 10. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort,:,: Die wieder offen steht.:,: Mich. Müller, 1673-1704. beschenket bin, So ist dir's die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In des Elends Ofen sein. bim 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen. Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen; Wenn ich bete, nimm es auf sprich ,, Ja und Amen" drauf. Und 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu, Ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm Neumeister, 1671-1756. 35 Mel. mel Erschienen ist der herrlich Tag. 62. Wo ist der neugeborne Held, Der ist ein Heiland aller Welt? Wo treff ich meinen König an, Daß ich ihn recht verehren kann? Mel. Jesus, meine Zuversicht. 61. Jeju, großer Wunder- Halleluja! stern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ich's von bir selber habe Und damit 2. Nun, Kind von Bethlem, sei gegrüßt, Daß du mein Herr und Bruder bist, Der Stern aus Jakob, dessen Schein Nun dringt in alle Welt herein. Halleluja! 3. Du König über Israel! Es ist erfreuet Leib und Seel, Daß Gott nach langer banger 3*. SUC 36 I. Heilige Zeiten. Nacht Ein Licht auf Erden hat gebracht. Halleluja! 4. So lang ich lebe, leite mich, Daß ich ja nicht verliere dich; Du führst allein die rechte Bahn, Daß niemand uns verführen kann. Halleluja! 5. Wenn meine Wallfahrt auf der Welt Mit meinem Leben hier verfällt, So führe mich durchs finstre Thal, Daß ich dich find in Zions Saal. Halleluja! Verfasser unbekannt. 5. Passion. Eigene Melodie. 63. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, un schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Nik. Decius( von Hof), † 1541. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 64. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, Der du gelitten Hohn und Spott, Erlös uns von dem ew'gen Tod Und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Neich uns dein allmächtige Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, † 1600. 5. Passion. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. habe dies verschuldet, Was du erduldet. 65. Der du, Herr Jesu, 4. Wie wunderbarlich ist Ruh und Rast In deinem Grab gehalten hast, Gieb, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 37 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getötet an des Kreuzes Stamm; Laß ja uns Sündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. Georg Werner, 1589-1643. doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seineKnechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein's Menschen Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. Eigene Melodie 7. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Wo66. Herzliebster Jesu, was mit doch dein Erbarmen zu hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urteil dir gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du geraten? vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket.pie 8. Doch eines weiß ich, das wirst du annehmen. Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. Que KULERING 38 I. Heilige Zeiten. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todes schmerzen Nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, ob's für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar beiseite setzen, In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 12. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Joh Heermann, 1585-1647. Eigene Melodie 67. Traurigkeit, D O Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind Wird ins Grab getragen. ia 2. Ogroße Not! Der Herr liegt tot; Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm. Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, O Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. O selig ist Zu aller Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du Mein Hilf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen! Johann Rist, 1607-1667. Mel Herr Christ, der einig Gott'ssohn. 68. Wenn meine Sünd mich fränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Sündenlast Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 5. Passion. Lieb allein. 3. Was kann mir denn mir erwiesen, Aus reiner nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein lebenlang Für deine Bein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die fündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wieviel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollt's auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und deinem Beispiel folge, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann; Ohn Eigennuß und Heuchelschein Und, wie du 39 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meiner letzten Stunden, und des versichre mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601-1671. Eigene Melodie. 69. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen Freuden. Es duldet Schmach und Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: ,, Ich will's gern leiden!" 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen! Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf und Zornesruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; Save SAG que 583 KATERI 40 I. Heilige Zeiten. Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten!" than, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. Paul Gerhardt, 1606-1676. 3. ,, Ja Vater, ja von Herzensgrund, Leg auf, ich will dir's tragen; Mein Wollen an deinem Mel. Herzlich thut mich verlangen. Mund, Mein Wirken ist dein 70. Haupt voll Blut D und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, Haupt, Sagen!" O Wunderlieb, o Liebesmacht! Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen! O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. Mit zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron; O Haupt, sonst schön gekrönet höchster Ehr und Zier, Jetzt aber höchst verhöhnet, Gegrüßet seist du mir! 4. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht; Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben; Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch bir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen; Mein Born des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen, Und was du mir zu gut ge2. Du edles Angesichte, Davor das Reich der Welt Erschrickt und wird zu nichte, Wie bist du so entstellt! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht 3st hin und ganz vergangen; Des blaffen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last, Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der 5. Passion. Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an; Bon dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan; Dein Mund hat mich gelabet Mit wunderbarem Trost, Dein Geist hat mich begabet Mit reicher Himmelskost. Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, Andeinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 41 8. Ich dante dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erfalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Bein. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Mel Nun ruhen alle Wälder. Schoß. 7. És dient zu meinen 71. Welt, sich hier 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1606-1676. dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Wer hat dich so ge= schlagen, Mein Heil, und dich mit Plage mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unfre Kinder, Von Übelthaten weißt du nicht. 3. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körn HAEC QUS SAE 42 I. Heilige Zeiten. Der Lieb und lein finden Des Sandes an ein Siegel dem Meer, Die haben dir unverfälschten Treu. erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 9. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Mit stillem, sanftem Mut; Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch gefällt; Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 4. Jch bin's, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 5. Du setzest dich zum Bürgen, Ja, läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich will's vor Augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 72. Sei mir tauſendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich fnien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und 5. Passion. traurig bin; Nimm dieSchmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Ganz wird unter deinen Händen, Treuer Herr, mein Jammer enden. 3. Schreibe deine blut'gen Wunden, Jesu, mir ins Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht, Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Dich will ich umfangen halten, Herr, so fest ich immer fann; Schau, o schau mein Händefalten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: ,, Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden." Paul Gerhardt, 1606-1676, ( nach Bernhard von Clairvaur, 1091-1153). Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 73. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ. Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure 43 Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frebler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ward er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Krenz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, Keine Trübfal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, noch Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, Nun ist auch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint. SEK 44 I. Heilige Zeiten. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seelen Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. Verfasser unbekannt, seit 1676. Eigene Melodie. 74. Jeju, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verder ben, Nur daß ich nicht möchte sterben; Tausend-, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! litten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld; Daß ich würde frei gegeben, Gabft du hin dein teures Leben. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Übermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für die erlittne Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Deine tausendfachen Plagen, Für dein Weh und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1605-1681. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Hast getragen Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Aus den schweren Sündenketten. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Willig ließest du dich schlagen, Mich zu lösen von Mel. Schwing dich auf zu deinem der Pein, Ließest fälschlich Gott. dich anklagen, Daß ich könnte 75. Jesu, beine Passion sicher sein; Daß ich möchte Trost erlangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 4. Du hast dich mit Schmach bedecket, Hast ge 5. Passion. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dor nenkron, Speer- und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottessohn, Den du hast empfunden! 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünde dich Martre nicht aufs neue! Weg mit aller Sündenlust! Alles will ich meiden, Was mein Heiland büßen mußt Mit so großen Leiden. 5. Wenn mir meine Sünde will Machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich aß mich gläubig fassen; Liebet mich sein lieber Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 3. Doch so laß mich nicht allein Deine Marter Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Laß mich auch die Ursach fein 76. Herr Jesu Chrift, dein Und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, Ich, und meine Sünde! Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. teures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut: Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demut von 45 dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Ach, laß doch dies Lallen Bessern Dank ich dorten geb Jesu, dir gefallen! Siegmund von Birken( Betulius), 1626-1681. - 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron: Dein teures Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611-1684. a 46 I. Heilige Zeiten. Eigene Melodie. du 77. bu Liebe meiner D Liebe, Du erwünschte Seligfeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so niemand konnte stillen, dein Sterben hingelegt. Hat 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Bis sich Kraft und Atem end't, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, Du verwund'te Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh! 5. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein faltes Grab gesenket, Ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben fann Und der Seelen Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an. Verfasser unbekannt, um 1697. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 78. Jesu, dessen Tod und Leiden Unsre Freud und Leben ist, Der du abgeschieden bist, Auf daß wir nicht von dir scheiden, Sondern durch des Todes Thür Zu dem Leben folgen dir; 2. Als der fcharfe Speer gestochen, Herr, in deine Seite dort, Und dein Blut, des Glaubens Hort, Aus der Seit hervorgebrochen, Läßt du sehen uns dein Herz Voll von Lieb und voll von Schmerz. 3. Deine Arme ausgestrecket Zeigen deine Freundlichkeit, zu empfangen die bereit, So dein Kreuz zur Lieb erwecket; Wer nicht unempfindlich ist, Sich in deine Arme schließt. 4. Als sich, Herr, dein Haupt geneiget, War es, um zu segnen mich; Da der Geist von 5. Passion. dannen wich, Noch sich deine Liebe zeiget. Selig, wer auch Zeichen giebt, Daß er bis zum Tod dich liebt! 5. Laß die matte Seel empfinden Deiner Liebe süße Flut; Wem nicht deines Leidens Glut Kann sein kaltes Herz entzünden, Jesu, der muß wie ein Stein, Ohne Lieb und Leben sein. Gottfr. Wilh. von Leibnitz, 1646-1716. 197 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 8 79. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, Mein Jesus schließt die Augen zu; Der Friedefürst entschläft im Frieden, Die Lebenssonne geht zur Ruh Und sinkt in stille Todesnacht; Ogroßes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hat's gesprochen; Des Lebens Wort muß sprachlos sein, Das Herz der Treue wird gebrochen, Den Fels des Heils umfaßt ein Stein; Die höchste Kraft ist nun verschmacht, wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden Verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich vertünden: Des Sohnes Blut 47 erlangt Gehör; Am Kreuz hat's Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen Zieht mich zu deinem Grabe hin, Dich wünschen Engel zu umfangen: Ruh auch in meinem Herzen drin, Wo dir die Liebe Raum gemacht; O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen Zur Ruh auf Christi Grabesstein; Die Engel sind allhier zugegen, Ich schlummre sanft wie Jakob ein; Die Himmelspført ist aufgemacht, Lebenswort: Es ist vollbracht! Salomon Franck, 1659-1725 mel. Meinen Jesum laß ich nicht 80. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein: O so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Es ist gar mein Jesus tot. SAE 48 I. Heilige Zeiten. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich ans Kreuze hin. Gottes4. Unbeflecktes lamm, Ich verehre deine Liebe; Schaue von dem Kreuzesstamm, Wie ich mich 81. Herr, stärke mich, dein um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz Setzet mich in tausend Schmerz. Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 5. Eines will ich thun für dich: Ich will dir mein Herze geben; Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben: Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, Öffne deiner Wunden Thüre; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen; Laß mich dich, du höchstes Gut, 3mmer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich Wunderlich, nur seliglich. 8. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden; Nirgends sonst wird mich der Tod Als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es beugt mich tief und es 5. Passion. erhebt mich wieder; Lehrt Mel. Herzlich thut mich verlangen. mich mein Glück, macht mich 82. Du, meines Lebens aus Gottes Feinde Gottes Freunde. Zu 6. Herr, mein Heil! an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemütte In Leben, Du, meines Todes Tod, Für mich dahin gegeben In tiefe Seelennot, In Marter, Angst und Sterben, Aus liebender Begier Das Heil mir zu erwerben, Nimm Preis und Dank dafür. deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; Allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gnad und Lieb erweisen; Uns fommt es zu, fie demutsvoll zu preiſen; Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, Die Gnade steiget. 9. So sei dann ewig auch von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir erwiesen, Da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben Und stets mit Freuden deinen Willen üben. Ogieb zu diesem feligen seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 49 2. Ich will jetzt mit dir gehen Den Weg nach Golgatha, Laß mich im Geiste sehen, Was da für mich geschah. Mit innig zartem Sehnen Begleite dich mein Herz, Und meine Augen thränen Um dich vor Liebesschmerz. 3. Ich komm erst zu der Stätte, Wo Jesus niedersant Und ringend im Gebete Den Kelch des Leidens trank; Die Angst, die ihn durchdringet, Traf ihn durch mein Vergehn; Der Tod, mit dem er ringet, Den sollt ich selbst bestehn. 4. Mein Heiland wird verraten, Geführt zu Spott und Qual; Ach, meine Missethaten, Die brachten allzumal Ihn vors Gericht der Heiden Und in der Feinde Hand; Ich war's, ich sollte leiden, Was da mein Bürg empfand. 5. ,, Seht, welch ein Mensch!" er stehet Geduldig 4 SAR अण्ड 50 I. Heilige Zeiten. wie ein Lamm; Und nun wird er erhöhet, Ein Fluch, am Kreuzesstamm, Vollendet da sein Büßen, Der Welt, auch mir zu gut; Aus Händen, Seit' und Füßen Quillt sein Versöhnungsblut. dan 6. Du bittest für die Feinde; Mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; Gedenk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, Verheißest ihm dein Reich; Das macht mich Sünder fröhlich, Mich, der dem Schächer gleich. voll im Herzen:„ Mein Gott verlässet mich!" Du dürftest in den Schmerzen, Und niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende, Du russt: ,, Es ist vollbracht!" Befiehlst in Vaters Hände Den Geist; es war vollbracht. 8. Ich seh mit Lieb und Beugen Des Heilands letzten Blick, Ich seh sein Haupt sich neigen, Das war mein ewig Glück; Mein Bürge stirbt, ich lebe, So todeswert ich bin; Er giebt sich mir, ich gebe Mich ihm zu eigen hin. 9. O du, an den ich glaube, Und den mein Geist umfaßt, Der du im Todesstaube Für mich gelegen hast! Auf dein Verdienst und Leiden Vertrau ich ganz allein, Darauf werd ich einst scheiden Und ewig bei dir sein. 10. Erhalt mir deinen Frieden Und deines Heils Genuß, So lang ich noch hienieden In Schwachheit wallen muß, Bis endlich dir zu Ehren, Der mich mit Gott versöhnt, Dort in den obern Chören Mein Halleluja tönt! Ernst Welislaus Wilh. von Wobeser, 1727-1795, und Heinr. von Bruiningk, 1738-1785. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 83. Um Kreuz erblaßt, Der Marter Last, Der Todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst In dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchdringt mein Herz, Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich, Tief gebenget, schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Gehn aller Trübfal Wetter; Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! 4. Du hast's gethan, Dich bet ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht!" Niefst du mit Macht; Du zeigst, 5. Passion. I daß du dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. dakariti 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Kat Will ich in Demut preisen; Mein Erlöser wird mir einst Seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den Toten; sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen; Denn durch dich, Erlöser, ist's Mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich Und siehe, wie ich's meine. Ja du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, solang ich bin, Deine Lieb ermessen. Christoph Friedr. Neander, 1724-1802. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 84. Laß mir die Feier deiner Leiden, O großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn; Dir, 51 dessen Blut für mich gefloffen, Des Herz für mich im Tode schlug, Der ruhig, freundlich und entschlossen Auch meiner Sünde Strafe trug. 2. Drum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich für deine Bein und Wunden mit meiner Thränen Dank erhöhn, Gerührt die große Lieb ermessen, Die noch kein Sterblicher gefaßt, Und nie es undankbar vergessen, Was du für mich geduldet hast. 3. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein; Ich will dich an dein Kreuz begleiten Und alles, was dir mißfällt, scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Und nur allein auf den vertrauen, Der mir die Seligfeit erwarb. Christoph Gg. Ludw. Meister, 1738-1811. 4* هم 52 I. Heilige Zeiten. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 85. Amen! Deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wann wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Der des Grabes Siegel brach, Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu der Heiligen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns verföhnt, Aller Himmel Loblied tönt! 2. Großer Erstling deiner Brüder! Ja, du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder; Weil du lebst, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen! Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! K. Bernh. Garve, 1763-1841. 2. All Weh will ich in dich versenken, Will teilen deine bittre Not Und hier an keine Rosen denken, Wo dir der Acker Dornen bot; Ich sprech auf meiner Kreuzesbahn: Das hat man Gottes Sohn gethan! 3. Flößt die verbotne Lust dem Herzen Ihr Gift mit süßen Reizen ein, So geh ich ein in deine Schmerzen und töte sie durch deine Pein; Seh ich dein Dürsten, deine Schmach, So scheu ich, was das Herz dir brach. Mel Wer nur den lieben Gott läßt walten. 4. Will keine Sonne mehr mir scheinen, Und schweb ich in Verlassenheit, So denk ich, wie die Schar der Deinen, Wie Gott selbst dich verließ im Streit; Mit dir wird Nacht zum Morgenschein, Bei bir ist kein Verlassensein. 5. Will einst des Todes Pfeil mich schrecken, Und macht mir bang des Grabes Nacht, So hoff ich ihn mit dir zu schmecken, Der mir 86. Ich senke mich in Unsterblichkeit gebracht. Wer mit dir stirbt, der lebt zugleich, Sein Sterben wird zum Himmelreich. deine Wunden, Ich senke mich in deinen Tod, Wenn in der Buße Trauerstunden Die Sünde mir Verdammnis droht; Ich schaue deine Schmerzen an Und weiß, du hast genug gethan. 6. So will ich die Gemeinschaft üben, Aus deren Leid mir Freude grünt; Kann auch die Marter mich be 5. Passion. trüben, Durch die du Segen mir verdient? Ich geh in deine Leiden ein; Mit dir vereint, heißt selig sein. Joh. Friedr. v. Meyer, 1772-1849. 10 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 87. Es ist vollbracht! 11 O In deine Hände Befehl ich, Bater, meinen Geist." teures Wort, o sel'ges Ende, Das allem Jammer dich entreißt! Du Menschensohn, haft ausgerungen, Nicht trifft dich ferner Schmach und Hohn, Und aller Orten, aller Zungen Verherrlicht wird der Gottessohn. 2. O du, dem aller Knie sich beugen, Aus dessen Tod das Leben stammt, Auch ich will deinen Ruhm bezeugen, Von deiner Liebe süß entflammt. Wie müßt ich nicht! In dir geborgen, Ruht meine Habe, meine Welt. Du bist's, der schon am frühen Morgen Dem Pilger treu fich zugesellt. 3. Bleib ich bei dir, was kann mich irren? Nicht Wahn noch Zweifel stört mein Glück; Du führst aus allen Geisteswirren Mich auf die rechte Bahn zurück. Bleib ich bei dir, was kann mir schaden? Erbarmen krönt, Erlösung 53 winkt, Wann reuevoll und angstbeladen Ein Sünder vor dir niedersinkt. 4. Bleib ich bei dir, was fann mich beugen? Wie froh erfüll ich jede Pflicht! Ich habe einen hohen Zeugen; Der kennt mein Herz,- mehr brauch ich nicht. Bleib ich bei dir, was kann mich schrecken? Zum Tage, Herr, führt jede Nacht. Ich weiß, du wirst mich auferwecken; Auch sterbend sei dir Lob gebracht. Konr. Mar.Kirchner, 1809-1874. mel. Alles ist an Gottes Segen. 88. Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerrißnem Herzen Unterm Kreuz des Sohnes steht! Wie sie traurig seufzend ringet, Tiefes Wehe sie durchdringet, Durch die Seel ein Schwert ihr geht! 2. Wie betrübt in stummem Leide Steht die hochgebenedeite Mutter des Erlösers da! Wie sie zittert, wie sie zaget, Um den Eingebornen klaget, Den so schwer sie leiden sah! 3. Welcher Mensch wird da nicht weinen, Sieht er unter solchen Peinen Weinend Jesu Mutter stehn? Kann sie jemand ohne Trauer, he clos 54 I. Heilige Zeiten. Ohne tiefen Mitleidsschauer Mit dem Sohne leiden sehn? 4. Für die Sünden seiner Brüder Sieht sie, ach! wie Jesu Glieder Ünnennbarer Schmerz zerreißt; Sieht den lieben Sohn erblaffen, Wie von Gott und Welt verlassen Still ausatmen seinen Geist. 5. Laß, o Heiland, Quell der Liebe, Deines Herzens heil'ge Triebe Strömen in mein Herz herab! Laß mich dich mein Alles nennen, Ganz für dich in Lieb entbrennen, Der für mich sein Leben gab. 6. Drück, mein König, deine Wunden, Die du auch für mich empfunden, Tief in meine Seel hinein. Laß in Rene mich zerfließen, Mit dir leiden, mit dir büßen, Mit dir tragen jede Bein. 7. Laß mich herzlich mit dir weinen, Mich durchs Kreuz mit dir vereinen; Aller Weltsinn sei verflucht! Unterm 6. Kreuze will ich stehen und dich zittern, bluten sehen, Wenn die Sünde mich versucht. Von der Marter alle; Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unserTrost sein.Halleluja! 8. Gieb Gieb mir teil an deinem Leiden, Laß von aller Lust mich scheiden, Die dir solche Wunden schlug. Ich will auch mir Wunden schlagen, Will das Kreuz des Lammes tragen, Welches meine Sünden trug. 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen; 9. Laß, wenn meine Thränen fließen, Mich den Gnadenglanz genießen Deines milden Angesichts. Decke mich durch deine Plagen Vor den Ängsten und den Klagen Einst am Tage des Gerichts. Ostern. 10. Gegen aller Feinde Stürmen Laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen; Deine Gnade leuchte mir. Deckt des Grabes finstre Höhle Meinen Leib, so nimm die Seele Hin ins Paradies zu dir. Nach des Jacoponus( † 1306) Stabat mater" übersetzt. Eigene Melodie. 89. Christ ist erstanden Christ. Halleluja! Seit daß er erstanden ist, So lob'n wir den Herrn Jesum 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche( XIII. Jahrhundert). 6. Oftern. Eigene Melodie. 90. Christ lag in Todesbanden, Für unsre Sünd gegeben; Der ist wieder er standen Und hat uns bracht das Leben; Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen: Halleluja! Halleluja! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt Bei allen Menschenkindern; Das machte alles unsre Sünd, Kein Unschuld war zu finden Davon kam der Tod so bald Und nahm auch über uns Gewalt, Sein Reich hielt uns gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Gewalt; Da bleibet nichts, denn Tods Gestalt, Den Stach'l hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen; Das Leben, das behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. DieSchrift uns die Kunde bringt, Wie da sein Tod den Tod bezwingt; Ein Spott der Tod ist worden. Halleluja! 55 5. Hier ist das rechte Ofterlamm, Davon wir sollen leben; Das ist uns an des Kreuzes Stamm Aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Thür; Das hält der Glaub dem Tode für; Der Würg'r fann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Das uns der Herr erscheinen läßt; Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz; Der Sünd Nacht ist vergangen. Halleluja! Martin Luther, 1483-1546. mel Erschienen ist der herrlich Tag. 91. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist Und hast dem Tod zerstört sein Macht Und uns das Leben wieder bracht: Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, Nimm von uns unsre Missethat Und hilf uns durch die Güte dein, Daß wir dein treue Diener sein: Halleluja! inscj.ii 3. Gott dem Vater im höchsten Thron, Samt seinem eingebornen Sohn, Dem 56 I. Heilige Zeiten. heil'gen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis: Halleluja! Thomas Hartmann, um 1604. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 92. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht; Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not, Verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du die Gnadensonn anfgehn, Nach Traurigkeit mich Freude sehn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Hält meinen Heiland Todeszwang, Den dritten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Siegesfahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 6. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 9. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größrem Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, 1585-1647. 5. Jn kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag Eigene Melodie. ist schon im Lauf; Ich wach 93. Jesus, meine Zuverauf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! sicht Und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt 6. Ostern. ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt, Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Dieses weiß ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 57 5. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 6. Seid getrost und hocherfreut, Jesus läßt nicht seine Glieder; Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Wird in gelegt befunden, Daß mich 94. Wo willst du hin, auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. weil's Abend ist, O liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint: Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627-1667. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Zumal aus meiner letzten Not Hilf mir durch I. Heilige Zeiten. einen sanften Tod Herr zu Gnaden Bei sich selbst Jesu, bleib; ich halt dich gebracht? Mag die Hölle fest, Ich weiß, daß du mich dräuen, Dürfen wir nicht nicht verläßt. scheuen Ihre kurze Macht. Hier ist der, Vor dem das Heer Aller Feinde muß erbeben Und hinweg sich heben. Verfasser unbekannt( Seit 1674.) - Mel. Jesu, meine Freude 95. Aus des Todes Banden Ist der Herr erstanden, Mensch und Gottes Sohn! Jesus hat gesieget, Daß nun alles lieget Unter seinem Thron. Unser Freund Hat alle Feind Siegreich auf das Haupt geschlagen Und sie schaugetragen. 58 2. Daß er wollen sterben, War, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Solches ist geschehen, Und wir dürfen sehen, Daß auf kurze Zeit Jesus sich Wahrhaftiglich In den Tod um unser Leben Hat dahin gegeben. 3. Freiheit von den Sünden Sollen wir nun finden Und recht werden frei; Weil der wiederkommen, Der die Schuld genommen Auf sein Haupt so treu. Er fann G'nug für uns thun; Wenn wir nur in ihm erfunden, Bleibt uns Gott verbunden. nun 4. Was will uns nun schaden, Wenn uns Gott 5. Laß mit allen Schrecken Nun die Hand ausstrecken Wider uns den Tod; Seine Pfeil und Bogen Finden sich betrogen, Es hat keine Not. Ob er trifft, Ist's drum kein Gift; Nein, er muß mit seinen Pfeilen Uns vielmehr nur heilen. 6. Darum mir nicht grauet, Wenn mein Geist anschauet, Daß ich in das Grab Meine müden Glieder Werde legen nieder, Weil ich dieses hab: Daß mein Hort Mir diesen Ort Selbst mit seinem Leibe weihe, Daß ich ihn nicht scheue. 7. Laffet uns als Christen Sterben allen Lüsten Und der Eitelkeit! Denn so wir uns haben Lassen mitbegraben Hier in dieſer Zeit, So wird er, Der große Herr, Uns hervor auch mit sich führen Und mit Kronen zieren. 8. der großen Freude! Hängst du noch am Kleide Dieser Sterblichkeit? Sollst du nicht hingegen Es getrost ablegen, Weil nach kurzer 6. Oftern. Zeit Jesus Christ Voll noch bei den Schwachen Und Willens ist, Uns zu kleiden mit der Sonne In des Himmels Wonne! den Geringen dieser Welt Als ein gekrönter Siegesheld; Drum wirst du überwinden. Phil. Jak. Spener, 1635-1705. HAD 5. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Bom Tode auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein 3um neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 6. Sei hochgelobt in dieſer Zeit Von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden! Laurentius Laurentii, 1660-1722. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 96. Wa ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab herfür, Der ganzen Welt zur Wonne. 59 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben, Vollführe deinen Glaubenslauf, Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was broben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 4. Schen weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Höllen Rachen; Denn Jesus lebt, es hat kein not, Er ist mel. Alle Menschen müssen sterben 97. 3ween der Jünger gehn mit Sehnen Über Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seelen voll Verdruß; Und sie wechseln Klageworte, Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach; Sie bejammern voller Schmerzen Ihre I. Heilige Zeiten. Not, ihr Ungemach. Mancher kümmert zu dir flehn! Wenn wandelt ganz alleine, Daß sie von der Welt sich trennen, er in der Stille weine; Doch Daß sie satt sich weinen könmein Jesus ist dabei, Fragt, nen, Sprich dann ihren was man so traurig sei? Seelen zu: ,, Liebes Kind, was trauerst du?" 3. Oft schon hab auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zu rechten Stunden Sich mit seinem Beistand ein; Wann ich mich in Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O, so ist er mehr als nah Und mit seiner Hülfe da. 7. Hilf, wenn es will Abend werden Und derLebenstag sich neigt, Wenn dem dunkeln Aug auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleib alsdann in unsrer Mitten, Wie dich deine Jünger bitten, Bis du sie getröstet hast: Bleibe, bleibe, teurer Gast! 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner noch bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, Ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, Joh. Neunherz, 1653-1737. Mel. Valet will ich dir geben. Wollst du mächtig mich be- 98. Ich geh zu deinem decken; Komm, in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich thun! Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn. 60 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich dein eigen bin. Laß dein Wort mich fester gründen, Laß es Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tiefbe2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem 6. Oftern. Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Du drickst die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht, Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben In meiner letzten Not; Dann schlaf ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Und wach ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. Christus, der ist mein Leben. 99. Willkommen, Held im Streite, Aus deines Grabes 61 Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schaugetragen und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! Schallt schon das Siegeslied, 3. In der Gerechten Hütten und bringst den Osterfried. Du selbst trittst in die Mitten 4. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus, Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden Mit dir begraben sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod erworben, Das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir nur dorten selig Mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nunmehr stumpf: Wir stehn bei Gott in Gnaden Und rufen schon: Triumph! Beni. Schmold, 1672-1737. C 62 I. Heilige Zeiten. Tod Mir das Leben; der Eingang in Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr.FürchtegottGellert, 1715-1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 100. Jesus lebt! mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, Lästert ihn undGottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben; Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht! 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht! 6. Jesus lebt! Nun ist der Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 101. Überwinder, nimm die Palmen, Die dein Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpfalmen Den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da der Schlange Kopf entzwei und derStachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da; Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun die Siegeszeichen Auf der dunklen Gruft empor. Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor, Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach Harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank Halleluja! 3. Neige deines Scepters Spitze Unfrer Ohnmacht gnädig zu! Zittern wir vor deinem Blitze, Frommer Gott, so tröste du; Sind bisweilen 6. Oſtern. wir verdrossen, Abba, so ver- so kann der Tod nicht töten; gieb die Schuld. Herrscher, richte mit Geduld Über deine Reichsgenossen, Denn dein Name ruhet da; Gott sei Dank, Halleluja! 4. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thronder Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen, O so jauchzet Herz und Mut, Weil das Los so wundergut Und aufs lieblichste gefallen, Denn der Ölzweig grünet da; Gott sei Dank, Halleluja! 5. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geiſtlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so fördre selbst den Lauf, Rufe fleißig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Halleluja! 6. Tilg in uns des Todes Grauen, Wenn die letzte Stunde schlägt, Weildu denen, die dir trauen, Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein, O 63 Denn die Hoffnung blühet da; Gott sei Dank, Halleluja! Chr. Ludw. Taddel, 1706-1775. Mel. Eine feste Burg ist unser Gott. 102. Er lebt, o frohes Wort, er lebt, Der Heiland aller Sünder; Der Feinde Heer erschrickt und bebt Vor seinem Überwinder. Auf, bringt Gott Lobgesang, Bringt Ehre, Preis und Dank, Da wir nun voller Freud In dieser Osterzeit Christ ist erstanden!" singen. 2. Er lebt, der starke Gottessohn, Zu seines Vaters Rechten; Er herrscht auf seinem hohen Thron Und hilft den schwachen Knechten; Er lebt nun ewiglich, Er lebt und schüßet mich, Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Daß sie mich nicht verderben. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Er wird auch mich erwecken; Der Tod, den Jesu Sieg erschreckt, kann mich nun nicht erschrecken; Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht:„ Wer glaubt, der stirbet nicht!" Des tröst ich mich von Herzen. I. Heilige Zeiten. 4. Er lebt, er lebt, der auf Golgatha; Rühmt es tapfre Held; Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völfer in der Welt, Des Hei lands Sieg und Ehre! Besingt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns das Leben bringt, Der uns zu Siegern machet. laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor; Im Triumph bricht er hervor. Seht, des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! 64 5. Er lebt! er lebt! O laßt uns heut Und stets sein Lob erheben! Er lebt! O laßt uns allezeit Ihm wohlgefällig leben! Hier, Heiland, hast du mich; Befiehl mir! hier bin ich; Dein, dein will ich allein Tot und lebendig sein, Dein will ich ewig bleiben. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. 3. Uns vom Tode zu befreien, Sant er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben ist errungen; Ob man unsern Leib begräbt, Halleluja! Jesus lebt! Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Ba103. Auferstanden, auf- ter hin. Laßt uns ihm zur erstanden Ist der Herr, der uns versöhnt; Seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, Über Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestät; Fallet nieder vor dem Sohne, Der uns einst zu sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! Ehre leben: Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtnis Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden Des, der nach dem Himmel strebt. Halleluja! Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang; Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, Der da starb 6. Oftern. Versuchungsstunden, Wenn euch Sünd und Elend droht, Rühmt es in der Todesnot: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! Nach J. F. Danneil( † 1772) von Christian Sturm, 1740-1786. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 104. Ich sag es jedem, daß er lebt und auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt :,: Und ewig bei uns ist.:,: 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt:,: Das neue Himmelreich.:,: 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland; Ein neues Leben nimmt man hin:: Entzückt aus seiner Hand.:,: 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr:: In seine Zukunft schaun.:,: 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rat,:,: Kommt auch in Vaters Haus.:,: 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, Wenn eins die 65 Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh,:,: Wird dieser Schmerz versüßt.:,: 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frisch erglühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat:: In schönern Fluren blühn.:,: 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein, Ein Weltverjüngungsfest.:,: Fr. L. von Hardenberg( Novalis), 1772-1801. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 105. Erhöhter Sieges fürst und Held, Dir jauchzet die erlöste Welt Am Feste deiner Wonne. Du gehst aus deines Grabes Thor Als wie ein Bräutigam hervor, Schön wie die Morgensonne. Mächtig, Prächtig Kommst du heute Aus dem Streite, Kommst mit Segen uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch bauest du Am dritten Tage deiner Ruh Den Leibestempel wieder! Trotz aller Feinde List und Macht Hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb und lebe wieder! Gehet, 5 I. Heilige Zeiten. Sehet: Alle Riegel, Band Mel. Wachet auf, ruft uns die und Siegel Sind zerstöret, Stimme. Jesus lebt und ist verkläret. 106. Halleluja, jauchzt 3. Erlöste, kommt zu die sem Grab Und blicket glaubensvoll hinab: Ist dies die Gruft zum Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, Sind Gräber eine Ruhestatt, Die Fried und Hoffnung decken. Zagt nicht, Klagt nicht; Diese Glieder Werden wieder Sich erheben Und das Leben Christi leben. ihre Chöre, Singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja! Er hat's vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 66 nem 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn, Gekrönt vor seiThrone stehn Mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, Dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, Nichts kann mich ihm entrücken. Ewig Selig, Ohne Mängel Wie die Engel Werd ich leben Und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, Was mich noch hier zurücke hält, Daß ich mich zu dir schwinge. O gieb mir deinen Geist, dein Licht, Daß ich, wenn Herz und Auge bricht, Vom Tod ins Leben dringe. Mach mich Mutig In dem Streite Und bereite Mich beizeiten Zum Triumph der Ewigkeiten. Christ. Gottl. Göz, 1746-1803. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Satans Reich bezwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder Sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn im Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und 6. Ostern. selig sein. Halleluja! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht; Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsres Grabes Dunkel bricht! was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, 1734-1814. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 107. Ostern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen Aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen himmlisch glühen, Denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, Der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen Dringt hinan sein ew'ger Gang. 3. Der im Grabe lag ge bunden, Hat den Satan überwunden, Und der lange Ker67 fer bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling soll's im Herzen werden, Herrschen soll das ew'ge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, Alle Hoffnung ist versiegelt Und beflügelt jedes Herz; Und es flagt bei keiner Leiche Nimmermehr der kalte, bleiche, Gottverlaßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, Seit im Grabe Jesus lag; Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden, Und es scheint ein ew'ger Tag. Marv. Schenkendorf, 1784-1817. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 108. Wandle leuchtender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf, Denn dein Herr und mein Versöhner Stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächt'gem Flor, Doch jetzt komm hervor und leuchte, Denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden Unter deinem Himmel aus; Denn dein Herr ist nicht geschieden, Er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, Als er 68 I. Heilige Zeiten. seinen Geist verhaucht; Grüße nun den Neubelebten, Wonnevoll in Licht getaucht! 3. Doch du selber, meine Seele, Sag, wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mit gewalt'gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen Auch in rechter Ofterfreud? Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auf erstanden Aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden Losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen Und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen Noch kein helles Morgenrot? 5. O dann laß dich nicht bedecken Länger mehr die finstre Nacht; Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, Von dem Tode auferwacht. Komm, vom Schlaf dich zu erheben, Komm, der Fürst des Lebens ruft, Wache auf zum neuen Leben, Steig herauf aus deiner Gruft! 6. Steig empor zum neuen Leben, Denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen, Fühlst du dich auch noch so matt; Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auferwecket hat. 7. O bedenke und erwäge, Wie du gehn magst, nicht so lang; Solch Bedenken macht nur träge, Macht dich mehr noch schwach und krank. Keine Hülfe wird versagen Er, wenn du nur erst begannst, Wird dich auf den Armen tragen, Wo du selbst nicht gehen kannst. 8. Sieh, dein Herr ist auferstanden, Daß du könntest auferstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur ergeben, Streift er deine Ketten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Karl Joh.Phil.Spitta, 1801-1859. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 109. Dein Heiland lebt, o Christenheit! Wohl dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, Und wir, o Jesu, wir find dein. Halleluja! 2. Gelobet feist du, Jesu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist! Lob sei dir, Herr der Herrlichkeit, Von Ewigfeit zu Ewigkeit. Halleluja! Verfasser unbekannt. 7. Himmelfahrt. 7. Himmelfahrt. 69 Mel Allein Gott in der Höh sei Ehr. 110. Auf Chrifti Him- 111. Ach wundergroßer melfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiemit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut haft du dich gesetzet Zur Nechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verletzet. Mächtig, Mächtig, Prächtig Triumphierest, Jubilierest, Tod und Leben, Dir ist alles untergeben. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mög meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wann dir's gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Jofua Wegelin, 1604-1640 Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majeſtät und großer Macht Zur Glorie bist erhoben; Singet, Bringet Jubellieder, Fallet nieder, Rühmt und ehret Den, der auf gen Himmel fähret. 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir Sind deine Glieder, nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, Was dem Gemüt Erquickung schafft, Wird uns von dir gegeben. Bringe, 70 I. Heilige Zeiten. Dringe Mein Gemüte, Ew'ge Güte, Dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir fortan für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, Laß uns demütig, züchtig, rein All üppigkeit verachten! Unart, Hoffahrt Hilf uns meiden, Christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davidssohn, Komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegangen. Komm, Herr! Hilf, Herr! Dann so sollen, Dann so wollen Wir ohn Ende Jauchzend heben unsre Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605-1681. In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlitz scheut! zur Rechten Seines großen Vaters sitt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Den auf dem erhabnen Throne 2. Dein Erlösungswerk auf Erden Und dein Opfer ift vollbracht; Was vollendet sollte werden, Ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hert und Hüter In des Vaters Heiligtum, Die erworbnen Durch dein Segensgüter Durch Evangelium Allen denen mitzuteilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen Trägst du stets auf deiner Brust; Und die gläubig zu dir kamen, Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, Daß sie nichts dir möge rauben, Bittest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Doch vergißt du auch 112. Großer Mittler, der der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil das Herz dir vor Erbarmen Über ihrem Elend bricht; Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er 7. Himmelfahrt. ändre ihren Sinn, Darauf zählten Herde Der Geschöpfe zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden Stellest du dem Vater dar Und vertrittst vor ihm mit Freuden Deine teu'r er löfte Schar, Daß er wolle Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben Und die Seelen zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. in den Feldern, Inden Seeen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dränen. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligtum So viel Tren an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. dein Joh. Jak. Rambach, 1693-1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 113. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vaters ew'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der unge71 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preiſen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen Ist dir niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflichfeit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 72 I. Heilige Zeiten. 6. Herrsche auch in meinem Alle Himmelsgeister füllt. Herzen Über Zorn, Furcht, Prächtig wirst du aufgefust und Schmerzen; Laß nommen, Freudig heißt man mich Gnad und Hülfe finden, dich willkommen; Schau, dein Alle Sünden überwinden, armes Kind auch hier Rufet: Dich im Glauben ehren, lieben Hosianna! dir. Und mich im Gehorsam üben; Gieb, daß ich hier mutig streite Und dort herrsche dir zur Seite. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt ich mutlos niedersinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Nicht vor Welt und Teufel grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen Joh. Jak Nambach, 1693-1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 114. Siegesfürst und hier und ewiglich. Ehrenkönig, Hochverklärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zu: Rechten da, Seh ich, wie der Engel Scharen Alle rufen Gloria: Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert, Weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klarheit sich enthüllt Und mit neuem Glanz und Wonne 5. Geist und Kraft nun überfließen; Laß sie wirken kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füßen Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende. Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfüll'n und nahe sein; Meines armen Herzens Pforten Stehn dir offen: komm herein! Komm, du König aller Ehren, Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron. 7. Deine Auffahrt, dein Erheben Bringt mir Gott und Himmel nah; Lehr mich nur im Geiste leben, Als 7. Himmelfahrt. vor deinen Augen da: Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, Bei dir abgeschieden drinnen, In das Himmelreich versetzt, Wo nur Jesus mich ergötzt. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 115. Jesus Christus herrscht als König, Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel Ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist einer, Und demselben gleichet keiner; Nur der Sohn, der ist ihm gleich; Dessen Stuhl ist unumstößlich, Des sen Leben unauflöslich, Des sen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm- o Wundergaben!- Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hört's! das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 73 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, Willst du Jesum? Er ist dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeit darnieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Frenden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heil'ger Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märt'rer mit der Krone Und du Chor vor seinem Throne, Derdie Gottesharfen schlägt! 74 I. Heilige Zeiten. 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. singet ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 3. Weit, über alle Him mel weit Geht seine Macht und Herrlichkeit, Ihm dienen selbst die Seraphim, Lobfingen ihm mit lauter Stimm. 4. Sein sind die Völker aller Welt, Er herrscht als sieggewohnter Held; Er herrscht, bis unter seinen Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christenheit, Erhält sie bis in Ewigteit, Er ist ihr Haupt, lob6. Ja, Heiland, wir erheben dich, Und unsre Herzen freuen sich Der Herrlichkeit und Majeſtät, Dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Bereitet hast du schon den Ort, Wo wir dich schauen fort und fort; Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf Nimmst du uns in den 116. Auf, Jünger Jesu, Himmel auf. frenet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich; Ertriumphiert, lobsinget ihm! Robsinget ihm mit lauter Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gefrönt. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk uns in unsrer Prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 9. Dann werden wir uns ewig dein, Erhöheter Erlöser, freun, Dann singen wir von deinem Ruhm Ein neues Lied im Heiligtum. Nach E. Alberus( † 1553) von J. S. Diterich, 1721-1797. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 117. Ihr aufgehobnen Segenshände, Segenshände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, 7. Himmelfahrt. Im Segnen kommt ihr einst euerm goldnen Königsstabe Des weiten Himmels Königreich. zurück; Auch in des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. K. Bernh Garve, 1763-1841. 2. Jhr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Ihr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert. Ja segnend ruht ihr auf den Seinen, Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thränen ab. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen Zu ihm und an sein Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen fettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, 3hr hebt, ihr tragt, und ihr errettet Und führt uns bis ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore Der treuen Erdenpilger- Schar Und reicht dem Überwinderchore Des ew'gen Lebens Kronen dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt 75 Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 118. Triumph, Triumph! der Sieg ist mein, Mein Heiland ist erstanden, Der Held zieht in den Himmel ein Aus Grab und Todesbanden. Bezwungen ist die lange Nacht, Der ganzen Welt das Licht gebracht, Die Finsternis vergangen. 11 2. Triumph, Triumph!" - der Himmel klingt, Die Erde klingt es wieder; Der Sünde, Tod und Hölle zwingt, Ist nun im Himmel wieder. Dort sizzet er in Herrlichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Und tröstet seine Brüder. 3. Drob soll'n wir alle fröhlich sein: Der Heiland ist erstanden, Aufgangen ist der helle Schein Den trüben Erdenlanden; Das ew'ge Morgenrot steht klar, Das Wort des Vaters offenbar, Das wen'ge nur verstanden. 4. Drob soll'n wir alle fröhlich sein Und jauchzen, singen, klingen, Daß Gott uns solchen Gnadenschein Der Seligkeit will bringen, Daß 76 I. Heilige Zeiten. er uns auf dem dunklen Pfad Das helle Licht gezündet hat, Das Nacht und Grans kann zwingen. 5. O süßer Schein, o himmlisch Licht, O Todesüberwinder! Wir zittern nicht, wir zagen nicht, Nun sind wir alle Kinder, Sind alle Sieger in dem Sieg, Vollendet ist des Todes Krieg, Erlöset sind die Sünder. E. Moriz Arndt, 1769-1860. Hand. Von dannen wirst du kommen In Richtersmajestät; Dann jauchzen deine Frommen, Der Stolzen Hohn vergeht. 4. O Jesu, Heil der Deinen, Rüst uns auf diesen Tag, Sei's, daß er heut erscheinen, Sei's, daß er säumen mag. Wenn dann dir deine Knechte Verklärt entgegenziehn, Dannführe deine Rechte Auch uns zum Himmel hin. Mel. Valet will ich dir geben 5. Dann laß in Strömen quillen Dein schönes Lebenslicht; Dann zeig uns ohne 119. Ergrünt, ihr Sieges- Hüllen Des Vaters Angesicht. himmlisches Entzücken, sel'ger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken, Hat unser Herz genug. palmen! Ihr Himmel, werdet flar! Ihr Herzen, bringet Psalmen Und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne Und seinem großen Sieg, Singt, wie er auf zum Throne Der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst, von Qual durchdrungen, Den Sündern Nach Beda Venerabilis(+735) von Albert Knapp, 1798-1864. Mel Wie schön leucht uns der Morgenstern. war ein Spott, Der unsern 120. Halleluja! Wie liebTod verschlungen In seine Todesnot, Den sehn wir hoch und prächtig Im Siegesglanze ziehn, Der schwinget sich allmächtig Durch alle Himmel hin. 3. Du, Heiland, hast nach oben Zum Throne dich gewandt Und waltest ewig droben zu Gottes rechter lich stehn Hoch über uns die Himmelshöhn, Seit du im Himmel sizest, Seit du vom ew'gen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Herde schüßest. Fröhlich, Selig Schaut der Glaube Von dem Staube Auf zum Sohne; Meine Heimat ist am Throne. 2. Die Sterne leuchten 8. Pfingsten. ohne Zahl; Was ist ihr tau- spät Vor Feindeslist und sendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ew'ger Wonne! Spende, Sende Deine hellen Lebensquellen Reichlich nieder, Großes Haupt, auf deine Glieder. Schaden. Keiner Deiner Auserwählten, Geistbeseelten Bleibt verlassen; Tren will ich dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Verwundet und zerstoßen. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Öl verlor, Kommt neues hergeflossen. Im Licht Soll nicht Eine fehlen Von den Seelen, Die zum Leben Dir dein Vater übergeben. 6. O fel'ger König, Jesu Christ, Wie wundervoll und heilig ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, Bleibt unser Anker, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenfet. Hier, hier Sind wirFestgebunden; Unfre Stunden Fliehn in Eile, Dann hinauf zum ew'genHeile. Albert Knapp, 1798-1864. 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach. Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis nen die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, Nimmer zagte, Seit du wachest Und aus Nächten Tage machest. 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und 8. Pfingsten. 77 Eigene Melodie. O Herr, durch deines Lichtes 121. Komm, heiliger Geist, Glast Zum Glauben du verHerre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. sammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 78. I. Heilige Zeiten. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß leuchten uns des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr Denn Jesum mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Glut, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. Durch deine Kraft uns, Herr, bereit Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir bringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther, 1483-1546. Eigene Melodie 122. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, erbarm dich unser! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns gebracht zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben Und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne Nimmer verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Martin Luther, 1483-1546 Mel. Gott des Himmels und der Erden. 123. Komm, o komm, bu du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit; Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit, So wird Geist und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns von Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn, Räume 8. Pfingsten. alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann; Wirke Reu an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 79 Sagt das Fleisch gleich immer: Nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die uns unser Gott erkiest Und nicht auszusprechen ist.d Heinr. Held, gegen 1650. - 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Not und Drangsal find't; Denn des Vaters liebe Rut Jst uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufz auch in uns, wenn wir beten, und 124. O heil'ger Geist, vertritt uns allezeit: So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. fehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein; O - 6. Wird uns auch nach komm, du Herzenssonne! Troste bange, Daß das Herz Du Himmelslicht, laß deinen oft rufen muß: Ach mein Gott, Schein Bei uns und in uns mein Gott, wie lange? Ei, träftig sein zu steter Freud so mache den Beschluß; Sprich und Wonne! Sonne, Wonne, der Seele tröstlich zu Und Himmlisch Leben Willst du gieb Mut, Geduld und Ruh. geben, Wenn wir beten Und 7. O du Geist der Kraft im Glauben vor dich treten. und Stärke, Du gewisser neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Und wenn Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, Lehre, Daß wir können Herz undSinnen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit 80 I. Heilige Zeiten. deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen Und geflissen, Dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Gotteskraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Gebärden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein himmelsüßes Wort In unsre Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr Und deiner Liebe trennen; Fließe, Gieße Deine Güte Ins Gemüte, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, gieb dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets in Liebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; Fried und Liebe Müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geiſtes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen Und Beginnen Von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Mich Schirmer, 1606-1673. mel. Freu dich sehr, o meine Seele 125. du allerfüßte Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältſt und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst als ein milder 8. Pfingsten. Regen Ausgegossen von dem mich eben; Wenn ich sinke, Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verteilst nach deinem Willen, Meine Seele ganz erfüllen. sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, sei meinGrab; Wenn ich wieder aufersteh, O so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1606-1676. 4. Du bist weise, voll Verstandes, Das Geheimnis ist dir kund, Haft gezählt den 2015 Eigene Melodie. Staub des Sandes Und durch 126. 3euch ein zu deinen schaut des Meeres Grund; Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hoch geliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gieb Weisheit und vor allem, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt: Bleib ich von dir ungeschieden, So bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 6. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Hilf mir, daß er sich erneue, Daß mein Gott sich meiner freue. 7. Sei mein Retter, halt 81 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn um gebracht, Mit Segen mich geschmückt, Mir schon im Wasserbade Versiegelt Gottes Gnade, Die mich im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der 6 82 I. Heilige Zeiten. lehret, Wie man recht beten foll; Dein Beten wird er höret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es läßt nicht ab und steiget, Bis der sich helfend neiget, Der allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, Mit Trauern hältst du's nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Achja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal. 6. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, Willst, daß in Liebesflammen Sich wieder thu zusammen, Was voller Zwietracht ist. Mel. Jesu, meine Freude. 7. Du Herr, haft selbst in 127. Schmückt das Feſt Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt; So gieb doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 8. Beschirm die Obrig feiten, Bau unsers Fürsten Thron, Gieb Glück zu diesen Zeiten; Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit 9. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der sich dir widersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenn's mit uns hier wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1606-1676. mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, So wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That; Friedens 8. Pfingsten. überbringer, Du, der Christi Jünger Führst den Himmelspfad: Gieb uns Kraft Zur Ritterschaft, Laß uns deine teuren Gaben Indem Streite laben. 3. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor. Gieb uns Kraft zum Beten Und vor Gott zu treten, Sprich uns selber vor. Gieb uns Mut, Du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf die ganze Welt; Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Wo dein Wort hinfällt, Und verleih, Daß es gedeih, Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns geschehen, Dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch Am Sündenjoch Mit der Welt nicht ferner ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen 83 Haus. Wertes Pfand, Mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen recht erkennen Und Gott Bater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, Und durch Finsternisse Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, Die letzte Not Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, Du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 128. Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsternis dem Lichte feind. Geiſt, dem keiner kann entgehen, Dich laßich gern mein Innres sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, Was nicht in deinem 6* 84 I. Heilige Zeiten. Lichte rein; Wenn mir's gleich noch so schmerzlich wäre, Die Wonne folget nach der Pein. Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, Das ist bein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, Sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben, Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ew'gen Stille, Durchwehe sanft der Seele Grund, Füll mich mit aller Gottesfülle Und da, wo Sünd und Greuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei tindlich folgsam deinem Trieb; Bewahr mein Herz und alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen Laß mich in keiner Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun quillt in stille Herzen ein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, Von allem abgekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich vergessen, Dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. 129. Höchster Tröſter, komm hernieder, Geist des Herrn, Sei nicht fern, Stärke Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen.7 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe! Rette doch Heute noch Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, Laß sie nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht 8. Pfingsten. Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; Sei uns nah Und sprich: Ja! Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und geGieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. recht zu leben. 7. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Steh uns bei, Mach uns tren In der Brü fungshizze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 130. Der du uns als Vater liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja uns um ihn bitten heißt; Demuts85 voll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Ew'ge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüter Besserst und mit Trost erfreust, Nach dir, Herr, verlangt auch mich, Ich ergebe mich an dich; Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 4. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich lieb und Sanftmut übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knitpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Benützlich werden. schwerden kann dem Nächsten 5. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein 86 I. Heilige Zeiten. Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug in Nöten weint Und Gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb haft du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir; so sete durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich in mir vollende. Dav. Bruhn, 1727-1782. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 131. Geist vom Vater und vom Sohne, Du, der unser Tröster ist Und von Gottes ew'gem Throne Auf die Gläub'gen sich ergießt, Steh mit deiner Kraft mir bei, Daß ich Gott geweihet sei, Und mein Herz schon hier auf Erden Mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich das Rechte wählen, Werd ich nie das Heil verfehlen. 3. Heiltge des Herzens Triebe, Durch die Gnade schaff es neu, Daß ich Gott vor allem liebe Und ihm findlich dankbar sei. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden Mein Gemüt versuchet, wird; Laß mich bald den Rückweg finden, Hab ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, Wirk in mir der Neue Schmerz, Daß ich mich in Demut beuge und den Sinn zur Bessrung neige. 5. Treib mich kräftig zum Gebete, Wenn mir Hülfe nötig ist, Daß zu Gottes Thron ich trete Durch den Mittler Jesus Christ; Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög auf mein Verlangen Gnad um Gnad von ihm empfangen. 6. In des Lebens Müh und Leiden Steh mit deinem Trost mir bei, Daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassnes Herz; Laß mich selbst 8. Pfingsten. im Todesschmerz Deines Trostes Kraft empfinden Und einst siegreich überwinden. Nach Gottfr. Hoffmann( 16581712) von Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 132. Dich, Geift der Wahrheit, Geist der Kraft, Dich, Geist der Christusritterschaft, Die alle Blöden trösten kann, Dich, starter Tröster, ruf ich an. 2. Dich, Licht der Höhe, milden Stern, Dich, freundlich frommen Geist vom Herrn, Der alles Dunkel lichten kann, Dich, Licht der Höhe, ruf ich an. 3. Tief sitz ich in der dunklen Nacht, Wo mich die Sünd hineingebracht, Tief sizz ich in der Finsternis, Wohin Verzweiflung mich verstieß. 4. Mein Jammer brauset wie ein Meer Mit allen Stürmen um mich her, Er saust und brauset immer zu Und läßt mir Tag und Nacht nicht Ruh. 5. Drum fomm, mein Hort, und rette mich, Mein Tröster, komm und tröste mich; Mein Licht, geh auf mit deinem Schein Und funkle durch die Nacht herein! 87 6. Komm, Helfer in dem Sündengraus, Und sprich mir zu und leg mir's aus, Was ich nicht mehr begreifen mag, Was Christus zu den Sündern sprach! 7. Sprich mir das Wort der Liebe zu, Den rechten Klang verstehst nur du, Das rechte Wort, den rechten Klang, Des Glaubens Hoffnung und Empfang! 8. Geist der Liebe, Geist des Herrn, Der Himmelsfreude Gnadenstern, Geh auf in mir mit deinem Schein, So kann ich wieder fröhlich sein! E. Moritz Arndt, 1769-1860 Mel. Vom Himmel hoch 2c. 133. Gottes Geist und Christi Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist, Der uns die dunkle Erdennacht Durch seine Lichter helle macht! 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht Als Gottes stille Majestät, Du, aller Lichter reinstes Licht, Erleucht uns Herz und Angesicht. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein Hell in die weite Welt hinein; Komm, mach uns in der Finsternis I. Heilige Zeiten. 88 Des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, Die Wahn und Sünde trübe macht; Ach, hier ist alles Not und Tod, Geht uns nicht auf dein Morgenrot; 5. Das Morgenrot der bessern Welt, Das wie ein Strahl vom Himmel fällt, Als Gottes Macht und Gottes Lust Durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6. Gottes Geist und Christi Geist, Der uns wie Kinder beten heißt, Der uns wie Kinder glauben heißt, O komm, o komm, du heil'ger Geift! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht! Komm, gieße deinen Gnaden schein In Seele, Sinn und Herz mir ein! 8. Dann wandl' ich wie ein Kind des Lichts Im Glanze deines Angesichts Schon meinen kurzen Erdenlauf Stets himmelein und himmelauf. & Moris Arndt, 1769-1860. len Licht und Trost, Erntesegen aus dem Grabe Unsers Heilands aufgesproßt, Uns gesandt vom Himmelsthrone, Vom erhöhten Menschensohne, Geist der Kraft und Herrlichkeit, Mache dir mein Herz bereit! 2. O, wer innig möchte dürsten Und zum Gnadenthrone gehn, Würde bald vom Lebensfürsten Dich, du höchstes Gut, erflehn! Selig, wer von dir geleitet, Sich auf Christi Tag bereitet; Wer dich, wenn sein Stündlein schlägt, Unbetrübt im Herzen trägt! 3. O, du Pfand des neuen Bundes, Geist des Vaters, mild und rein, Heil'ger Odem seines Mundes, Zeuch in unsre Herzen ein! Leib und Seele, Haupt und Glieder Kehren aus dem Tode wieder, Wo sich deine Gottestraft Einen Siz und Tempel schafft. Albert Knapp, 1798-1864. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 135. Komm auf uns, o Geist des Herrn! Lehr uns zu dem Vater beten Und beleb uns, daß wir gern Und voll Glauben zu ihm treten; So Mel Alle Menschen müssen sterben. 134. Geift des Lebens, wird er um Christi willen heil'ge Gabe, Du, der See- Unsre Bitten gern erfüllen. 9. Trinitatis. 2. O du Geist der Herrlichkeit, Wohn und wirke in uns allen; Jedes Herz sei dir geweiht, Schmück es auch nach Wohlgefallen! Reich sind wir versehn mit Gaben, Wenn wir deine Salbung haben. Verfasser unbekannt. Die drei hohen Feste. Eigene Melodie. 9. 136. du fröhliche, du selige, Gnadenbringende heit! Weihnachtszeit! Welt ging Eigene Melodie. 137. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, Für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz unermessen ist dein Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des feinen Herren! 89 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Osterzeit! Weltlag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! Trinitatis. 3. O du fröhliche, du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unFrene, freue dich, o Christenfer Meister, Heiligt die Geister: Altes Volkslied 3. O Jesu Christ, Sohn Vaters, Versöhner derer, die eingeborn Deines himmlischen verlorn, Du Stiller unsers Haders! Lamm Gottes, heil'an die Bitt von unsrer Not, und Nimm Erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du Heil uns tröste! Vor Satans höchstes Gut, Mit deinem Macht nimm uns in Hut, Die Jesus Christ erlöste Durch Marter groß und bittern Tod; Wend allen Jammer ab und Not, Daraufwir uns verlaffen. Nit. Decius( von Hof),+ 1541. 90 I. Heilige Zeiten. Eigene Melodie. 138. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder Mel. Nun danket alle Gott. werden. Er will uns allzeit 139. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben; Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Guts an mir gethan. ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren, Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, Hüt und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heil'gen Geist im Glauben, Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestorben Und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. Elend 3st bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Martin Luther, 1483-1546. Und 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt mit Gaben zieret schöne, Die ganze Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben, Hie all Sünd vergeben werden, Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben; Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben; Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt nene Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was durch ihn lebt und webet! Gelobet sei der Herr, Des 9. Trinitatis. Name heilig heißt, Gott Heil uns! Da ist Freude, Vater, Gott der Sohn Und Gott der heil'ge Geist! Da ist Weide, Da ist Manna Und ein ewig Hosianna! Joh. Olearius, 1611-1684. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelschar 140. Halleluja, Lob, Und singet nun und immerdar Mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, Singet: Heilig, heilig, Hoch und Herrfich, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Barthol. Graffelius, 1667-1724. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, Singet: Heilig, heilig, Hoch und herrlich, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! In 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft Und Gemeinschaft, Die wir haben Und darinnen uns erlaben. 91 3. Halleluja, Gott heil'ger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren; Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Den Hochzeittag erkoren. Heil uns! Mel. Wie schön leucht uns 2c. 141. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, Mein Trost und meine Wonne! Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Keine Reine, Wahre Freude, Trost im Leide Und in Sünden 3st, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Mein Herr und Heiland, Jesu Christ, Mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, 92 I. Heilige Zeiten. 9. Trinitatis. wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine Eine, Wahre Freude, Wahre Weide, Wahre Gabe Hab ich, wenn ich Jesum habe. zum 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Geist, der uns gegeben ist Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfft du nicht, wer will trösten? Meine Eine, Wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden! Vers 1 und 2: Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. Vers 3: Alb. Knapp, 1798-1864. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 142. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; Du bist es, der die ganze Welt Erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir; Du littst für uns des Todes Pein, Uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet feist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; Du haft durch deines Wortes Macht Uns allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! Christian Sturm, 1740-1786. II. Die christliche Kirche. 1. Mel. Aus tiefer Not 2c. 143. Ach Gott vom Him- meiſtern? 4. mel, sich darein Und laß dich des erbarmen! Wie wenig find der Heil'gen dein, Verlassen sind wir Armen: Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch erloschen gar Bei allen Menschenkindern. Kirche. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet: Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trotz! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, 93 Was wir setzen, das gilt gemein; Wer ist, der uns soll 11 Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen." 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal Bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden: Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird sein Kraft erkannt, und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen G'schlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß II. Die christliche Kirche. sich's in uns nicht flechte. Herzens Truß Und deiner Der gottlos Hauf sich umher Kirche wahrer Schüß; Dafind't, Wo diese losen Leute bei erhalt uns, lieber Herr, sind In deinem Volk erhaben. Daß wir nichts anders suchen Martin Luther, 1483-1546. mehr. 94 Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 7. Hilf leben uns in deinem Wort Und darauf endlich fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelsfaal. Nik. Selnecker, 1530-1592. 144. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, mel. Freu dich sehr, o meine Seele Taß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzten, trüben Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, Wir sind gar sicher, träg und kalt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an jedem Ort. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist! Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers 145. 3ion klagt mit Angſt und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen, Meiner hat er ganz vergeſsen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar bist du jetzt die 1. Kirche. betrübte, Seel und Geist ist dir verwund't, Doch stell alles Trauern ein: Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Mein Herz hast du mir besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort an schauen. Joh. Heermann, 1585-1647. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 95 Auge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche haft erbauet Zu deines Namens Lob und Preis; Daß alle sich zusammenfinden In einem heiligen Verein, Wo sie, erlöst von ihren Sünden, Sich, Jesu, deines Reiches freun. 2. Du rufest auch noch heutzutage, Daß jedermann erscheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: Noch immer ist mein Haus nicht voll. Zwar viele sind von dir geladen, Doch wenige nur ausgewählt, Sie wandeln auf des Weltsinns Pfaden, Und mancher, den du rufest, fehlt. 4. Nicht eignem Werk gilt ihr Vertrauen, Es ruht auf die und deinem Sohn. Er ist der Fels, auf den sie bauen, Er ist der Weg zu 146. Ich lebe dich, mein Sieg und Lohn; Er ist der Weinstock, sie die Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, Durch Wahrheit, Lieb und fromme Zucht. 5. Ein Herr, ein Glanh In 3. Herr, unter Völkern vieler Zungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, dem dein Preis dir wird gesungen, Das Glaube, Lieb und Hoffnung ziert, Wo alle unter Christus stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christus glaubt. II. Die christliche Kirche. und eine Taufe Vereinigt Licht! Mache deinen Leuchter sie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, Und allen, Gott, bist Vater du. Dir streben alle zu gefallen, Und du giebst ihnen Heil und Ruh. helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle. Zion, bringe durch die enge Pfort, Fahre fort, fahre fort! 96 6. So weih uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten widerstehn. Gieb, daß wir als getreue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn Und dann auch allesamt als Brüder In Lieb ihm folgen treu und gern. 7. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben Noch fernerhin bis an das End. Laß nichts uns deine Schätze rauben, Dein heilig Wort und Sakrament. Erfülle deiner Christen Herzen, O Gott, mit deinem Gnadenheil Und gieb nach überwundnen Schmerzen Uns droben einst das beffre Teil. Nach Fr. Konr. Hiller, 1662-1726. Eigene Melodie. 147. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im 2. Leide gern, leide gern, Zion, leide ohne Scheu Trübfal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebensfrone. Zion, scheint der Trost dir noch so fern, Leide gern, leide gern! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nichts ihr Gut und Geld, Laß sie deines Glaubens lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, das, was gut scheint und was schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, bringe ein in Gott; Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, nicht in den Schein, Dringe ein, bringe ein! 1. Kirche. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft; Laß die Bruderliebe brennen, Zeige, was der in dir schafft, Der dich als sein Bolt will kennen. Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß doch nimmer lau dich finden; Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt, 1669-1745. vereint zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh; Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 97 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, Und erneuert euren Bund. Schwöret unserm überwinder Lieb und Tren von Herzensgrund; Und wenn eurer Liebeskette Festigso feit und Stärke fehlt, flehet um die Wette, Bis fie Jesus wieder stählt. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 148. Herz und Herz Christo man gefallen mag. 5. Halleluja, welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat; Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist. 6. Ach du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie sich so herzlich meine, Wie's bein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so trenes Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer mahne doch den andern, Christo, der sich für uns gab, Kräftiglich stets nachzuwandern, Selbst durch Leiden, Tod und Grab. Einer soll den andern stärken Und erwecken Tag für Tag, Daß in frommen Glaubenswerken II. Die christliche Kirche. im Wesen bist, Alles, was Gemeine, Segne mich, bein von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. armes Glied; Wollest neue Kraft mir geben Deines Geistes, dir zu leben, Stärke mich durch deine Güt. 98 7. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Denen du dein Herz enthüllet, Auch in seine Liebe zieh; Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 8. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nif Ludw von Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 149. Jesu, der du bist alleine Haupt und König der 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe Deinen Gliedern allzumal, Wo sie hier zerstreuet wohnen Unter allen Nationen, Die du kennest überall. 3. Dwie lieb ich, Herr, die Deinen, Die dich suchen, die dich meinen, O wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie mich's oft erquicket, Wenn ich Seelen hab erblicket, Die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, Und verein'ge mich mit ihnen, Und vor deinem Angesicht Wünsch ich Zion tansend Segen, Stärke sie in deinen Wegen, Führ sie selbst nach deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, Stärke, daß sie ganz ergeben Ihre Seel in deine Hand; Mache sie in Demut kleiner Und von allen Schlacken reiner, Einzig nur zu dir gewandt. 6. Teuer hast du uns erworben, Da du bist am Kreuz gestorben, Schüß uns, Jesu, wir sind dein; Halt uns fest, 1. Kirche. so lang wir leben Und hier noch in Unruh schweben, Laß uns nimmermehr allein, 7. Vis wir einst mit allen Frommen, Herr, bei dir zu sammen kommen und von allen Flecken rein Dort vor deinem Throne stehen, Uns in dir, dich in uns sehen, Ewig eins in dir zu sein. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 150. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Straft zur andern, Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad, Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Von ganzem Herzen richte Hin gen Jerusalem. 3. Laßt uns wie Pilger wandeln, Geduldig, frei und leer; Viel Sammeln, Halten, Handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot; Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem 99 zufrieden, Und brauchen's nur zur Not. 4. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus, Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinans. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. enge, und 5. Ist gleich der Weg oft So einsam, krumm schlecht, Der Dornen uns in Menge Und manches Kreuze trägt; Doch fürchten wir uns nicht, Wir ziehen fröhlich weiter Und folgen unserm Leiter und seinem hellen Licht. 6. Wir wandeln eingefehret, Verachtet und verkannt, Man siehet, fennt und höret Uns faum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von Gottes großen Dingen, Die unser warten da. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit, Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir haben's gut! 100 II. Die christliche Kirche. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärke zu; Man trag, man helfe allen Und pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt ench fester an! Ein jeder sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste Auf unsrer Lebensbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern; Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald fällt der Leib ins Grab; Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ew'gen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus: Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wird's thun! 11. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten, Es soll nur Jesus sein. bi Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott.( II.) Com 151. Wenn Christus seine Kirche schützt, So mag die Hölle wüten. Er, der zur Rechten Gottes sigt, Hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah, Wenn er gebeut, steht's da. Er schützet Heiligtum, Mag doch die seinen Ruhm Und hält sein Hölle wüten! 2. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, Gelobt sei Jesus Christ! Wir halten fest am Glauben. Sein Wort von Herzen hält, Wer hier sein ist, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 3. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, Hält über sein Gebot, Giebt uns Geduld in Not Und Kraft und Mut im Tod, Was will uns da erschrecken? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 1. Kirche. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 152. Großer Hirte deiner Herden In dem Himmel und auf Erden, Treuer Heiland, Jesu Christ! Laß in diesen letzten Zeiten Sich dein Reich noch mehr verbreiten, Als bisher geschehen ist. 2. Gieb dazu von Jahr zu Jahren Viel Evangelistenscharen, Treue Lehrer ohne Fehl, Die im Glauben, Wort und Leben Gründlich, kindlich dir ergeben, Heiliger Gott Israel! Leben, nicht nur Wissen, Und behalt von Ärgernissen Lehrer mit den Schülern rein. 4. Laß dein Wort die Sichern schrecken Und die Geistlichtsten wecken, Stürz die Selbstgerechtigkeit; Mach die Geistigblinden sehend, Mach die Geistiglahmen gehend, Mach dir selbst den Weg bereit. 101 3. Flöße früh der zarten Jugend Alle Wissenschaft und Tugend Nur durch dein Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Erkenntnis ein; Gieb ihr 153. Wachet auf, erhebt die Blicke: Laut mahnen uns die Weltgeschicke, Es dränget hart der Brüder Not! Seht, gekommen ist die Stunde, Die uns vereint zum schönen Bunde, zu thun, was uns der Herr gebot; Laßt nicht die Hände ruhn; Auf, laßt uns Gutes thun Allen Menschen Imrechten Geist, Doch, wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist". 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Väter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreu verdankt. 5. Welchen ihre Schuld vergeben, Die laß stets im Glauben leben, Der viel Geistesfrüchte bringt; Laß sie niemals stille stehen, Treibe sie stets fortzugehen, Bis ihr Geist die Kron erringt. 6. Die am Ende sich befinden, Denen hilf selbst überwinden. Zeig dem Glanben jenen Lohn, Den du denen aufgehoben, Die nach ausgestandnen Proben Siegreich stehen vor dem Thron. 7. Herr, so sammle deine Glieder; Dann erscheine gnädig wieder Als der ewig gute Hirt, Da aus so viel tausend Herden Eine Gottesherde werden Und um dich sich stellen wird. Joh. Jal. Moser, 1701-1785. II. Die christliche Kirche. Auf und tilgt die alten Schul- Ordination und Einfühden! Wie lange soll sich noch rung ins Predigtamt. gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hülf herbei! Es rudert froh und frei- Wenn ihm liebe Die Segel schwellt 102 Hin durch die Welt; Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! in allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Glaubensmacht. Werdet müde nicht im Werke, Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag; Reift die Frucht doch Im Sonnenglanz; Der Erntekranz Wiegt auf die Mühen voll und ganz. 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen Soll alle Glieder munter machen, Und feines trete schen hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, Und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort Und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht; Es trüget nicht: Der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rud. Hagenbach, 1801-1874. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 154. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde! Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, Zugezählet Den Erlösten, Die du fegnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen; Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glauben, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen Niemals fehlen Und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihmi und Kräfte. Lehr ihn, Hilf ihm Thun und leiden, Dulden, streiten, Beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 1. Kirche. Ordination und Einführung 2c. 103 Durch die Leiden Dieser Zeiten Zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Karl Bickel, 1737-1809. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und 155. Auf dich seh ich, Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegenführen. Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein teures Pfand, Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Beut die Hände, Daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ew'gen Vaterland; Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir Gehn wir Mel. Ringe recht, wenn Gottes Ang Gnade. Mit dir geh ich, Jesus Christus, starker Held, Der durch Kriege Führt zum Siege Über Sünde, Tod und Welt. 2. Auf dem Plane Winkt als Fahne Deines Kreuzes Zeichen mir; Zu der schwör ich, Dir gehör ich, Auch durch Leiden folg ich dir. 3. Starke Waffen Wirst Du schaffen Und ins Herz getrosten Mut! Statt des Schwertes Wird dein wertes Wort mir dienen treu und gut. 4. Sei im Streite Mir zur Seite, Kämpfe für mich, wo es gilt. Wie's dann gehe, Ich bestehe, Denn mich deckt des Glaubens Schild. Aug. Herm. Walter, geb. 1817. 104 ( 39) 80 op II. Die christliche Kirche.it 2. Kirchweihe. Mel. Wie schön leucht uns der Hoffnung fest zu gründen. Morgenstern. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 156. Kommt ommt her, ihr Christen, voller Freud, Erzählet Gottes Freundlichkeit, Kommt her und laßt er klingen Die Stimm des Dankes unserm Gott, Laßt uns dem Herren Zebaoth Mit frohem Munde singen. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 2. Wir gehn in unsers Gottes Haus Mit Herzenswonne ein und aus, Gott lässet uns noch finden Den teuren Schatz, des Lebens Wort; Hier zeigt er uns die Himmelspfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 3. Man höret mit Verwundrung an, Was Gottes Güt an uns gethan, Den Glauben zu entzünden. Man lernt Geduld, Lieb, Friede, Zucht, Und was noch mehr des Geistes Frucht, Die 4. O große Wohlthat, die Gott thut An uns mit seinem Himmelsgut, große Lieb und Gnade! Laß ferner leuchten, Gott, dein Wort Zu unserm Trost an diesem Ort, Daß uns kein Feind nicht schade. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 5. Ach Gott, laß deinen Schutz und Treu In aller Not uns stehen bei, Wann uns der Feind will stören. Laß uns mit wahrer Dankbarkeit Dir widmen unsre Lebenszeit, zu dir die Herzen kehren. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 6. Erhalt dein Wort und Sakrament, Verleih zuletzt ein selig End Und laß uns dahin kommen, Wo keines Tempels nötig ist, Wo du in allen alles bist, Wo ewig 2. Kirchweihe. alle Frommen Singen, Bringen Schöne Weisen Und dich preisen Um die Gaben, Die sie zu genießen haben. Joh. Christoph Arnschwanger, 1625-1696. 105 Gott Gebete, Hier erschallt sein teures Wort: O wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, Weil er Christum aufgenommen; Und hier rufet Jesus aus: ,, Selig sind, die zu mir kommen!" Deren Herzen nimmt er ein, Daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hieher Diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, Der sich uns will offenbaren, Woher hätten wir den Geist, Der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön Sind des Herren Gottesdienste, Laßt uns froh zu ihnen gehn, Hier erlangt man zum Gewinste Einen Schatz, der ewig währt, Den kein nost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; Speis' uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, Bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmolck, 1672-1737. - Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 157. Ach, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pført, Hier erhöret 158. Gott Bater, aller Dinge Grund, Gieb deinen Vaternamen fund An dieſem heil'gen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier, Die Herzen wallen auf zu dir: Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern Als bei Kindern Voller Klarheit; Heil'ge uns in deiner Wahrheit. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies GottesHaus ist dir geweiht, O laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gieb den Herzen; Angst und Schmerzen Tilg in Gnaden, Heil uns ganz von Sündenschaden. 3. Gott, heil'ger Geist, du wertes Licht, Wend her II. Die christliche Kirche. dein göttlich Angesicht, Daß von allen gleicherweis Für wir erleuchtet werden. Geuß dies dein Haus gesungen! über uns und dieses Haus Du hast's geschenkt und aufDich mit allmächt'gen Flam- erbaut, Dir ist's geheiligt men aus, Mach himmlisch und vertraut Mit Herzen, uns auf Erden! Lehrer, Hörer, Händen, Zungen. Ach, hier Kinder, Väter, Früher, später Sind wir noch in Hütten! Geht's zum Sterben; Hilf Herr, wir bitten: Stell uns uns Jesu Reich erwerben! droben In den Tempel, dich 4. Dreiein'ger Gott! Lob, zu loben! Dank und Preis Sei dir Albert Knapp, 1798-1864. 106 3. Geformation. Eigene Melodie. 159. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst er's jetzt meint, Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist, Auf Erd ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie haben's fein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben! Martin Luther, 1483-1546 3. Reformation. Eigene Melodie. 160. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinenSohn, Stürzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis' dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster wert, Gieb dein'm Volt einen Sinn auf Erd, Steh bei uns in der letzten Not, Leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther, 1483-1546. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 161. Verzage nicht, o Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach Ist Gottes, dem befiehl die Rach, Laß ihn alleine walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 107 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpført, Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Hohn und Spott: Gott ist mit uns, und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. Gustav Adolfs Feldlied bei Lüßen, 6. Nov. 1632. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 162. Komm, komm, du Licht in Gottespracht, Den Tag, den uns der Herr gemacht, Mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft! Zünd an der rechten Andacht Kraft, Uns heil'gen Schmuck zu leihen! Frühe Ziehe Uns nach oben, Den zu loben, Der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. 2. O seht: in Hellem Glanze steht Die Kirche Christi hoch erhöht; Ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel Sahn harrend auf nach solchem Ziel Und haben's nicht gesehen. Selig, Selig, Die da sehen Auf den Höhen Und im Thale Lebenslicht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des 108 II. Die christliche Kirche. Ist Herrn Altar, In Menschentrug begraben war Das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach Hüter, ist die Nacht bald hin? nah des Aufgangs Stunde? Singet, Bringet Morgenlieder Unserm Hüter! Er schläft nimmer; Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Gottes Helden drang der Schein: ,, Steht auf! ihr sollt mein Rüstzeug sein! Euch ruft des Reiches König!" Daschallt's: ,, Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag herbei!" Und Jubel Hallt vieltönig. Herr, Herr, Ew'ger! Trenim Halten Und im Walten Überschwänglich; Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsternis! Die Erde bebt, der Vorhang riß: Da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, Manch Reich gestürzt und mancher Thron: Die Kirche steht geborgen. Jesus Christus Gestern, heute Und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! Eigene Melodie. 163. Es wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben; Sein Antlit uns mit Hellem Schein Erleucht zum ew'gen Leben, Daß wir erkennen seine Werk, Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, Dich grüßt in Lieb und Glauben fest Die Heilige Gemeine, Die kämpfend noch hienieden geht, Die triumphierend droben Es ist ja doch nur eine! Ein Wort, Ein Hort! Jauchzt, Verklärte, Jauchz, o Erde, Seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen. steht; Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 1785--1860. 4. Mission. Christi Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, O Gott, die Völker alle, Und alle Welt, die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten; 4. Mission. Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott, der heilig Geist, Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Martin Luther, 1483-1546. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 164. D daß doch bald dein Feuer brennte, Du un aussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! O möchten seine Himmelsfunken Entzünden jedes tote Herz, Die Durst'gen machen freudetrunken Und heilen allen Sündenschmerz. 2. Zwar brennet es mit heller Flamme Schon hier und dort in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme Ein herrlich Pfingstund Freudenfest; Erwecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar, Und 109 mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil du jedem offenbar. 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch! Dein Feuermeer strömt nicht vergebens, Ach, zünd in unsern Herzen auch! Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und bane deinen Tempel aus: Laß leuchten deine heil'gen Flammen men Durch deines Vaters ganzes Haus! 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt, Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held! Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. Joh. Ludw. Fricker, 1729-1766. TOT Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. 165. W. ach auf, du Geist der ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen, Und die getrost dem Feind entgegen gehn, Ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 110 II. Die christliche Kirche. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Hände; Gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt; Osiehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig darum anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: ,, Es soll geschehn." 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sein; Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein; Ach, führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf. 7. O besfre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe finden kann, Das räume bald aus jedem Wege; Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn Und mach uns bald von jedem MietSchul ein Garten Gottes ſei. ling frei, Daß Kirch und 8. Laß jede hoh und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein, Und size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer wir und Beter sehn, Die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. Karl Heinr. von Bogatzky, 1690-1774. mel. Gott sei Dank durch alle Welt. 166. Watte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 4. Mission. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig weggenommen hat. 4. Kräftig Wort Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein; Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld, Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Mut; Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonathan Friedr Bahnmaier, 1774-1841. 111 o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird; Freue dich, du kleine Herde! Mach dich auf und werde licht; Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?" Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden. Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste fniet Dürstend an der Lebensquelle, Ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. engel 5. Gräber harren aufgethan: Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn, Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht!" Jesus hält, was er verspricht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 6. des Tags der Herr167. Eine Herde und ein lichkeit! Jesus Christus, du Hirt! Wie wird dann dir sein, die Sonne, Und auf Erden 112 II. Die christliche Kirche. weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedr. Ad. Krummacher, 1768-1845 Mel. Valet will ich dir geben. 168. Der du in Todesnächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt; Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan: Dir stimmen unsre Zungen Ein Halle luja an. 2. Jm Himmel und auf Erden Ist alle Macht nun dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Hinaus zu streun dein Feuer Ins weite Völkermeer. 4. So fammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schließ auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran; Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd dein Feuer an. Chr. G. Barth, 1799-1862. Mel. Gott des Himmels und der Erden 169. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, Treib hinweg die alte Nacht, Zeuch in deinen Wunderschein Bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zenget, Einen recht gepriesnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Es sei keine Sprach noch Rede, Da man deine Stimm nicht hört, und kein Land so fern noch öde, Wo nicht dein Gesetzbuch lehrt. Laß den hellen Freudenschall Siegreich ausgehn überall. 4. Geh, du Bräut'gam, aus der Kammer, Laufe deinen Heldenpfad; Strahle Tröstung in den Jammer, Der die Welt umdunkelt hat. Der 4. Mission. I leuchte, ew'ges Wort, Ost Die bringen nun, entsündigt, und West und Süd und Nord. Dir Preis und Ehre dar. 5. Komm, erquick auch unsre Seelen, Mach die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen, Vor den Stolzen uns bewahr; Ja laß deinen Himmelsschein Unsres Fußes Leuchte sein. Ewald Rudolf Stier, 1800-1862. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 170. Der du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubimen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am dürren Holze Versöhntest ihre Schuld, 113 4. Drum fann nicht Friede werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erben Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der fie dir gegeben, Vors Angesicht geftellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht. Auch sie haft du gegraben In deinen Priesterschild, Am Borne sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn; Daß, wo man Teufeln fröhnet Und vor den Gögen kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp, 1798-1864 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unfre Bürden Und bautest uns ein Haus; Von Westen und von Süden, Von Morgen, ohne Zahl, Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits- 171. Einer ist's, an dem kleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der 8 II. Die christliche Kirche. Schmerzen, In deiner Liebe Himmelreiche fern! Seit ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder! Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heil'gen Angesicht. Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Geh uns voran Und mach uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist füß, Dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 114 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ew'gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und feiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel. Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes. Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten, Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohneSchein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet iſt. Albert Knapp, 1798-1864 4. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Mission. 172. König Jesu, streite, siege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen dei115 nen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn, Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Verfasser unbekannt. 8* 116 III. Gnadenmittel. 1. Wort Gottes. Mel. Sollt es gleich bisweilen werden, scheinen. 173. Trener Meister, deine Worte Sind die rechte Himmelspforte, Deine Lehren sind der Pfad, Der uns führt zur Gottesstadt. 4. Hilf mir, mich im Lieben üben Und Gott über alles lieben; Meinen Nächsten gleich wie mich Laß mich lieben inniglich. Gieß mir deine Sanftmut ein, Laß mich klug in Einfalt sein. 2. O wie selig, wer dich höret, Wer von dir will sein gelehret, Wer zu jeder Zeit und Stund Schaut auf deinen treuen Mund. Mel. Jesu, meine Freude zc 3. Sprich doch ein in 174. Wort des höchſten meiner Seele, Gieb ihr Weisung und Befehle; Lehr sie halten bis zum Tod Deiner Liebe sanft Gebot. Mundes, Engel meines Bundes, Jesu unser Ruhm, Bald, da wir gefallen, Ließest du erschallen Evangelium: Eine Kraft, Die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben Uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was die 5. Lehr mich heilige Gebärden, Laß mir deine Demut 6. Also werd ich mich verbinden Ganz mit dir und Ruhe finden; Also werd ich in der Zeit Sein gelehrt zur Ewigkeit. Johann Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. 1. Wort Gottes. Opferschatten Längst ver- dich Als ein Kind, mit dir kündet hatten, Das vollführt zu erben, Evangelisch sterben. dein Rat; Was die Schrift Verspricht, das trifft Alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 117 Ist nun vermeld't Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. Heinrich Kornelius Hecker, 1699-1743. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 3. Alles ist vollendet, 175. Herr, dein Wort, Allen Jesu Gnade wendet Zorn und Schuld; Jesus ist gestorben, Jesus hat er worben Alle Gnab und Huld. Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; Ach, erwünschte Lehre! die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir! Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 4. Uns in Sünden Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund; Lieblich sind die Füße Und die Lehren süße, Teuer ist der Bund: Aller Welt 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest und unbeweglich stehn! Laß mich dienen früh und spat Und eifrig sein beflissen, Dir zu zugleich zu deinen Füßen Sigen, wie Maria that. 5. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; So soll mein Vertrauen Evangelisch sein; Auch will ich Nur würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Jesu, beine Stärke 176. Prediger der ſüßen Schaffet diese Werke, Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich Einmal auf Lehre, Die ich mit Erstaunen höre, Großer Arzt der Menschenkinder, DuEvangelist der Sünder Und Prophet des neuen Bundes, Laß die Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. III. Gnadenmittel. Worte deines Mundes, Deine von Gottes Wort gerichtet. Stimme an die Herden Mir zu Geist und Leben werden. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist g'nug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, Wenn ihr selbst auch Engel wäret. 0911 6. Selig, selig sind die Seelen, Die sich sonst kein Licht erwählen, Als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, Weil sie Gottes Rat ergründen Und sein Herz im Worte finden. D, ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 118 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelenjammer; Es erquickt mich wie der Regen, Leuchtet mir auf allen Wegen, Stärket meines Geistes Kräfte, Giebt mir neue Lebenssäfte, Ist ein Stab für matte Glieder und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden, Fremde Lehre macht zu Schanden, Aber dein Gesetz und Gnade Leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: Es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, Mit Begierde darauf achten; Lehre mich's im Geist verstehen, Laß es mir zu Herzen gehen; Mache, daß ich's fröhlich glaube, Und kein mir es raube, Mel. Ach Gott und Herr. Daß ich's mit Gehorsam ehre 177. Gott ist mein Hørt, Und sonst keine Stimme höre. 5. Was die Welt bekennt und lehret, Was mein Herz erdenkt und ehret, Was der böse Geist erdichtet, Wird Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, Wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren Und ein ewiges Bewahren: Das sind dieses Wortes Früchte. Alles andere wird zu nichte; Alles andere muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725-1761. 1. Wort Gottes. 2. Dein Wort ist wahr; mein Teil, Es sei mir Heil Laß immerdar Mich seine Laß keinen Und Kraft zum ew'gen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Kräfte schmecken! Spott, Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 3. Wo hätt ich Licht, Wofern mich nicht Dein 178. Welch himmlisch Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verständ ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. und Leben. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'gen Rat, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, 3st meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh Vermag ich's nie; Dein Wort giebt mir die Kräfte. 119 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hast's uns gegeben. Es sei licht ist's, das der Welt So herrlichstrahlt, so mild erhellt Den dunklen Pfad durchs Leben? Es ist das Wort des Herrn, das Licht Von Gott gesendet, das uns nicht In Finsternis läßt schweben. Seine Reine, Ew'ge Wahrheit Strahl in Klarheit Dir, o Erde, Daß der Herr verherrlicht werde. 2. zum Was führt uns hin höchsten Gut, Was giebt zur Tugend Kraft und Mut Und reinigt uns von Sünden? Es ist des Lebens Wort allein; Dies lehrt uns treu und standhaft sein Und glücklich überwinden. Heil uns! Laßt uns Dann mit Freuden Auch verbreiten Gottes Lehre, Daß das Reich des Herrn sich mehre. 3. Wo quillt dem Herzen Trost und Ruh? Wo strömt ihm sel'ge Hoffnung zu Und hoher Gottesfrieden? In des Erlösers heil'gem Wort. 120 III. Es führt zur Seligkeit uns dort Und tröstet uns hienieden. Diesen Süßen Quell der Freuden Soll kein Leiden, Diesen Glauben Keine Macht der Welt uns rauben. Remigius Fresenius, 1777-1820. Gnadenmittel. Mel Was Gott thut, das ist wohlgethan. 179. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Für trost bedürft'ge Seelen, Laß keinem Pflänzchen deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn, Laß jedes blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade; Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte. Wo anders wend ich sonst mich hin? Herr, du hast Lebensworte. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, feiten. zu 6. O sende bald von Ort Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Send aus ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. K. Bernh. Garve, 1763-1841. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Blitz, der Felsen splittert, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein erschüttert. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. Eigene Melodie. 3. Dein Wort ist uns 180. Treuer Heiland, V der Wunderstern Für unsre Pilgerreise; Es führt auch Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. wir sind hier In der Andacht Stille; Unsre Sinnen und Begier Lenke sanft dein Wille. Deines Wortes heller Schein Strahl in unser Herz hinein, Uns mit Licht erfülle. 2. Kehr, o Jesu, bei uns 1. Wort Gottes. ein, Komm in unsre Mitte, Wollest unser Lehrer sein, Hör der Sehnsucht Bitte: Deines Wortes stille Kraft, Sie, die neue Menschen schafft, Bilde Herz und Sitte. 3. Von dir lernen möchten wir Deiner Sanftmut Milde, Möchten ähnlich werden dir, Deinem Demutsbilde, Deiner stillen Thätigfeit, Deiner armen Niedrig keit, Deines Wohlthuns Milde. 4. Zeige deines Wortes Kraft An uns armen Wesen; Zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht genesen. Jesu, dein allmächtig Wort Fahr in uns zu siegen fort, Bis wir ganz genesen. 5. O wie selig ist es, dir Kindlich zu vertrauen! Uner schüttert können wir Auf dich Felsen bauen. Herr, wir glauben in der Zeit, Bis die sel'ge Ewigkeit Uns erhebt zum Schauen. Christian Heinr. Zeller, 1779-1860. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend.. 181. Nun geh uns auf, du Morgenstern, Du seligmachend Wort des Herrn, Du Pfand des Heils, das uns im Sohn Der Vater gab von seinem Thron. 121 2. Bereitet ist für dich die Bahn, Die Herzen sind dir aufgethan; Wir sehnen uns nach deinem Licht Und seufzen auf: Versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, Mach unsre dunkeln Augen Hell, Daß wir die Wege Gottes sehn, Nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz Uns an mit tiefem Reueschmerz, Daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, O bring uns Botschaft fort und fort Von ihm, der für uns litt und starb Und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, Gieb uns Kraft, Daß wir, der Eitelkeit entrafft, Im gnädig dargebotnen Heil Ergreifen unser ew'ges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, Durchbring uns und verklär uns ganz, Du Wort, das noch in Kraft besteht, Wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. 122 III. Gnadenmittel. 2. Caufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 182. Liebster Jefu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Waſser und durch Geiſt Nicht 183. Ich bin getauft, ich zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. steh im Bunde Durch meine Tauf mit meinem Gott: So sprech ich stets mit frohem Munde In Kreuz, in Trübsal, Angst und Not. Ich bin getauft, des freu ich mich, Die Freude bleibet ewiglich. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. dein Herz, Was von Herzen Seufzer himmelwärts Und ist gegangen; Führ die erfülle das Verlangen; Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum eben. Benj. Schmold, 1672-1737. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun wir legen an 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen Das allerschönste Ehrenkleid, Darin ich ewiglich kann prangen Hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft, Und ich bin auch damit getauft. 3. Ich bin getauft, mir ist gegeben Zu gleicher Zeit der heil'ge Geist, Der heiliget mein Herz und Leben, Dafür sei ewig Gott gepreist. 2. Taufe. Zierde, welche große Pracht, Die mich gerecht und selig macht! 4. Ich bin getauft, ich bin geschrieben Auch in das Buch des Lebens ein: Nun wird mein Vater mich ja lieben Und seinem Kinde gnädig sein. Es ist mein Name Gott bekannt und ein geprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft; was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, Bei dem ich allzeit Hülfe find; Denn wenn ich weine bitterlich, So spricht mein Vater: hier bin ich. 123 7. Ich bin getauft; ihr Feinde, weichet! Ich stehe unter Gottes Schutz, Der seinem Kind die Hände reiWas acht ich eure Macht und Trut! Greift ihr ein Gotteskind nur an, So glaubt, daß Gott es schüßen kann. chet: 8. Ich bin getauft und bin zufrieden Mit meines Vaters Lieb und Treu; Ich werde von ihm nie geschieden, Mein Lebenstrieb wird täglich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, Bin ich in allem wohl vergnügt. Ich 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, Was schadet mir das kühle Grab? weiß mein Vaterland und Erbe, Das ich bei Gott im Himmel hab. Nach meinem Tod ist mir bereit Des Himmels Freud und Seligkeit. Joh. Friedr. Stard, 1680-1756 116 6. Ich bin getauft; was kann mir fehlen, Weil ja mein Vater an mich denkt? 184. O Bater, sieh mit Wer kann die Wohlthat all erzählen, Die er mir wirk lich hat geschenkt? Mein Mein Vater ist ein reicher Herr, Der giebt mir immer mehr und mehr. Wohlgefallen Dies Kindlein an, das wir dir weihn, Und laß der Unschuld frommes allen Dir Lobgefang und Psalter sein. Mel. Errett mich, o mein lieber Herre. 2. Hirt, voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein ein Und laß in deiner Liebe Armen Es immer wohl bewahret sein. 3. O Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Des Kindes Herz, laß deine Klar 124 III. Gnadenmittel. heit Im Pilgerthal ihm Leitstern sein. Friedr. Ad. Krummacher, 1768-1845. Mel. Vater unser im Himmelreich. 185. Dies Kindlein, Jefu, ist nun dein; Laß dir es 3. Konfirmation. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 186. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. wohl empfohlen sein. Mit Wasser taufen wir es heut, Mit Geist tauf du's in Ewigfeit. Wir wollen's pflegen fort und fort; Mach, Herr, es ewig selig dort! Rob. Steiger. 3. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab einen Fall gethan. 4. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir fein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 5. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, 1693-1735. 3. Konfirmation. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 187. Mit heil'ger Freude nahen wir, Erlöser Jesus Christus, dir, Uns deinem Dienst zu weihen! Wir nahen, Herr, mit Herz und Münd, Der Taufe segensreichen Bund Als Christen zu erneuen, Und du, Jesu, Wollst zum Bunde Dieser Stunde Segen sprechen, Daß wir nimmermehr ihn brechen. 2. Heil uns! Wir haben dich erkannt, Gott Bater, und das Vaterland, Im Himmel uns bereitet, Und dich, Sohn Gottes, Jesu Christ, Daß du der Sünder Heiland bist, Der sie zum Himmel leitet. Laß dein Uns sein; Unser Leben, Dir ergeben, Soll dich loben! Gieb uns dazu Kraft von oben. 3. O send uns, wie dein Wort verheißt, Den heil'gen guten Gottesgeist, Daß er uns Weisheit lehre! Er steh uns in Versuchung bei, Er mache uns von Sünden frei Und tröst uns, dir zur Ehre, Daß wir Dir hier Wie in Freuden, So in Leiden Leben, sterben, Und die Seligkeit erwerben. Joh. Christoph Spieß, 1771-1829. 125 Mel. O du Liebe meiner Liebe. 188. Bei dir, Jesut, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn, Nichts soll mich von dir vertreiben, Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich's irgend besser haben, Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab, Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich Šo in Freude wie in Leid; Bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch III. Gnadenmittel. des Russ aus dieser Welt; im Grabe, Das euch sorgsam Denn der ist zum Sterben einst bewahrt. fertig, Der sich lebend zu dir hält. 126 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt. Wenn es nun will Abend werden und die Nacht herniedersteigt; Wenn mein Aug wird dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reist. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 189. Bleibt bei dem, der euretwillen Auf die Erde niederkam, Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zerstäubet, überm Staube steht. 3. Alles stirbt, das Ird'sche findet In dem Irdischen sein Grab, Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, Frd'sche Flamme muß verglühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüte muß verblühn. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt, Und das Auge schläft 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht: ,, Stüße dich auf mich und glaube, Hoffe, liebe, fürchte nicht!" Darum bleibt bei dem, der bleibet, Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt! Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Siegend 190. Ich bin in dir und du in mir; Nichts soll mich, ew'ge Liebe, dir In dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, Olaß mich's ewig heißen Und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Friedensbund!_ 3. Konfirmation. 2. Ich bin in dir und du Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gemeinde. in mir; Dreiein'ger Gott, du hast zu dir Mich frühe schon berufen. dem Kindlein, war bereit, Ergreif ich heut mit Innigfeit An des Altares Stufen Und sag: o Liebe, du bist mein, Ich will dein Kind auf ewig sein. Was mir, 191. Vor dir, Todesüberwinder, Stehn deine teu'rerlösten Kinder, Ihr Lobgesang sei dir gebracht. Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Dein Auge sieht sie hier Den Kinderseelen zugedacht. Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein, Laß ihre Reihn Dir an dein Herz geleget sein! 3. Ich bin in dir und du in mir; Noch wohn ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle. O daß, was ich dir heut versprach, Mir gehe tief und ewig nach! 127 4. Ich bin in dir und du in mir, Komm, Herr, mir deine Tugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und Not, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög in Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leiden, sterben, auferstehn. Albert Knapp, 1798-1864. Chor der Kinder. erkoren Am ersten Tag, als 2. Friedefürst, ich ward ich geboren, Zu deinem sel'gen Gnadenkind. Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. Jesu, meine Ruh, Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast erneut. 3. Laß dich halten und umfassen, Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schütze mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht, III. Gnadenmittel. Auf daß ich Tag für Tag Zu dem Himmel hin, Wenn In dir mich freuen mag Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Erinnre an den Liebesbund! Gemeinde und Kinder. wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, WeltLust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wolleft du auf unsre Bitten Uns mit Gnaden überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 128 4. O du Hirt erkaufter Seelen, Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht; Darum gieb mir Licht und Stärke Und Glaubensmut zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilgerstand Im ew'gen Vaterland Siegreich ende, Und du, o Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenthron. Albert Knapp, 1798-1864. 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. Sam. Marot, 1770-1865. Mel. Christus, der ist mein Leben. 193. Aufliebender! wir Mel. Seelenbräutigam. nahen Uns betend deinem Thron, Erhör uns, deine 192. Von des Himmels Kinder, Durch Christum deinen Sohn! Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn 2. Als feines Reiches Erben Und auf sein Wort getauft, Hat er, der Welt Erlöser, Uns tener sich erkauft. 3. Den Taufbund zu er neuen, Sind wir versammelt hier Und weihen unser Leben Und unsre Herzen dir. 4. Du hörst, was wir geloben, Du siehst in jedes 4. Abendmahl. Herz; Ach, laß uns treu dir 6. bleiben In Freude und in Ziele Schmerz. 5. Laß uns von dir nicht wanken, Und straucheln wir im Lauf, Dann reich uns deine Hände Und hilf uns wieder auf. 4. Abendmahl. Eigene Melodie. 194. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns deinen FrieAlte Kirche. den! Amen. 129 Und führ uns bis zum Wo du des Sieges Kron Dem treuen Kämpfer reichest Vor deinem Gnadenthron! Joh. Just. Finger, 1781-1868. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ewig leben: Solches wollest du uns geben! nehmen nicht Dein wertes 2. Ach Herr, laß uns doch Nachtmahl zum Gericht; Ein jeder recht bedenke, Daß er mit diesem Lebensbrot Im Glauben stille seine uns tränke: Züchtig, Tüchtig Not, Der Fels des Heils Dich dort oben Stets zu loben, Bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 3. O daß wir solche Seligfeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen 195. Herr Jesu, dir sei Und folgends aus dem JamPreis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut Wahrhaftig kommt uns sehr zu gut Und unsre Herzen labet, Daß wir In dir Uns erfreuen, Wohl gedeihen, merthal Gelangen in den Himmelsfaal, Dein Antlitz, Herr, zu schauen: Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste Auf das beste Bei ihm laben Und ganz voll Genüge haben. Bernh. Derschau, 1591-1639. 130 III. Gnadenmittel. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 196. Ich stell mich ein, o frommer Gott, zu deinem Himmels- Gastgebot, Dazu du mich geladen hast: Hilf, daß ich sei ein würd'ger Gast. 2. Mit Sünden bin ich zwar beschwert Und darum deiner Gunst nicht wert; Doch, lieber Gott, erbarme dich um Christi willen über mich. Verfasser unbekannt, um 1674. 3. Herr, wie föstlich ist die Gabe, Die ich hier vor Augen habe, Und umsonst wird mir gegeben Lebensbrot, Gewächs der Reben, Weil in aller Berge Gründen Doch der Schatz nicht ist zu finden, Der das Labsal dieser Schalen, Der dies Manna kann bezahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach diesem Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften Nach dem Trant Eigene Melodie. ondan 197. Schmücke dich, o des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Sich mein Herr mit mir vereine! liebe Seele! Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange Herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten, Eile, sie ihm aufzuschließen; Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: O Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nicht mehr lassen. 5. Jesu, meine Lebenssonne, Jefu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen; Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeiſe Mir zum Heil und dir zum Preise 6. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, PUSCOLA 4. Abendmahl. Das uns jetzt kann kräftig Mel. Aus tiefer Not schrei ich tränken, Deiner Liebe zu gedenken. zu dir. 7. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seeleneffen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mag dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand, 1618-1677. Mel. Allein Gott in der Höh ſei Ehr. 198. Jesu, bir sei ewig D Dank Für deine beste Gabe, Für meiner Seele Speis und Trank, Die ich empfangen habe. Daß du an deinem Tisch als Gast Mich Armen nicht verschmähet hast, Wie soll ich's, Herr, dir danken? 131 199. Herr err Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns haft geladen, Zu deiner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werfe! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke; Hilf, daß wir würd'ge Gäste sein Zum ew'gen Himmelswesen. Und werden dir gepflanzet ein 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. Vor 1698, Verfasser unbekannt. 2. Laß mich nun bleiben stets bei dir, Mit dir vereinigt leben! Ach, leb und wirke du in mir, Ich will mich dir ergeben! So hab ich, was ich haben soll, Licht, Kraft und Trost, und freude 200. Mein Jeſu, der du voll Will ich dir ewig danken. Nach Joh. Olearius, 1611-1684. vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In Mel. Erquice mich, du Heil der Sünder. 9* III. Gnadenmittel. einem Testament vermacht: 6. Drum sei dir Lob und Es preisen gläubige Gemüter Dich, Stifter dieser hohen Güter. Dank gesungen Und deinem Namen Ruhm gebracht, Und mit uns preisen Engelzungen, Herr, deine große Liebesmacht. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtnis bei uns neu, Und neue Lebensströme fließen Uns zu von deiner Lieb und Treu. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unserm Herzen. Joh. Jak. Rambach, 1693-1735. 132 3. Es wird dem zagenden Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß unserSchuldbrief sei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blut'gen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, Wird nun das Band, das uns vereint; Von allem Seelenschmerz genesen, Schan'n wir in dir den liebsten Freund. Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, Erquickung diesem Kelch entfließt; Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube Wir fühlen dich genießt. neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. Strömt Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 201. Komm, mein Herz, aus Jesu Leiden auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier bein sehnlich Dürsten An dem Miahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe Und in seinem Heil mich labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen; Darf ich da mich ihm verbinden, Werd ich's tiefer noch empfinden, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. BERRIA 3. Ach, wie werd ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn 4. Abendmahl. mir dieses Licht entschwunden: Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst geſtiftet, Daß ich einen Heiland habe, Welcher ging zum Kreuz und Grabe, Daß er meinen Tod bezwänge Und in seinen Sieg verschlänge. 5. Heil'ges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Der mit seinen heil'gen Wunden Die Er lösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 6. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Defsen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürre Seele labe, Muß dies nicht mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 133 7. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann mein Heil ermessen, Werd ich das nur nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei vom Tod und Grabe; Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 8. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Bis zum Thron, wo man Kripplein bis zum Grabe, ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725-1761. Mel Ein Lämmlein geht und trägt. 202. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie und finde sie Im Glauben der Erlösten. 184 III. Gnadenmittel. 2. Dich bet ich zuversicht lich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder; Ich dent an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht!" Du hast mein Heil verdienet, Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden Und läßt an ſeinem um Tische hier Dich Gnad Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: ,, Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben." 4. ,, Dein ist des Himmels Seligkeit, Bewahr sie hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben! Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen; Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen!" 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen; Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir stets zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung, O Herr, durch wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 203. Herr, der du dein teures Leben In den Tod für mich gegeben, zu erlösen Wer mich von Sünden, fann deine Huld ergründen? Sieh, ich komm, von dir geladen, Zu dem Mahle deiner Gnaden, Will den Bund mit dir erneuen, Deinem Dienst mich ganz zu weihen. 2. Heute sei der Bund erneuet; Ganz sei dir mein Herz geweihet, Dich will ich mit allen Trieben Meiner ganzen Seele lieben; Immer will ich mich bestreben Nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! PROPRIAAS 3. Ich gelob aus treuem Herzen, Meiner Brüder Not 4. Abendmahl. Reicher König, deiner Gnaden Ist kein Maß und keine Zahl. und Schmerzen Täglich brü- Alle Christen sind geladen; derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hassest, will ich hassen, Nur dein Wort mich leiten lassen, Nie mit Vorsatz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. 4. Darum hilf du mir und stärke Mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten. Liebe schlug dir deine Wunden; Dieses soll in trüben Stunden, Wenn mich Angst und Zweifel drücken, Mich mit Himmelstrost erquicken. 5. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zukunft rüsten, Daß sich keiner vor dir schäme, Wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? Joh. Kasp Lavater, 1741-1801. 135 deiner Frommen Will auch ich, o Heiland, kommen zu des neuen Bundes Mahl. 2. Welche große Seligkeiten feiten Willst du, Mittler, uns bereiten, Seele, freu dich seiner Huld! Wenn dich Sünd und Elend drücken, Gott ist hier, dich zu erquicken, Jesus tilgt auch deine Schuld. 3. Darf ich, Herr, ich Sünder, nahen, Deine Gnade zu empfahen, Ich, der nichts als Fluch verdient? Ja, auch mir bist du gestorben, Leben hast du mir erworben, Mich durch deinen Tod verfühnt. 5. Wer nur glaubt, wird nicht verloren, Er wird rein und neu geboren; Droben iſt sein Vaterland. Freuet euch, erlöste Sünder! Gott ist Mel Alles ist an Gottes Segen. Bater, wir sind Kinder, Hier 204. Mit dem Haufen ist der Erlösung Pfand. Joh. Rasp. Lavater, 1741-1801. Um 4. Den Gedanken darf ich wagen, Darf ihn laut voll Freuden sagen: Ich soll eins mit Jesu sein! mir Gnade zu erwerben, Wollt er für mich Sünder sterben: Jesus und sein Heil ist mein. 136 III. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gnadenmittel. 205. Herr, du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen, Und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, Dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 206. Wie könnt ich sein vergessen, Der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, Dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittren Schmerzen, Er schafft mein Leben neu, Und stets quillt aus dem Herzen Ihm neue Lieb und Treu. 3. Ihn will ich ewig lieben, Der mir aus Todesnacht von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht; Der noch zur letzten Stunde Mir reicht die treue Hand, Daß mich kein Feind verwunde Im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heil'gen Pfande Mir seinen Leib, sein Blut, Hebt mich aus Nacht und Schande, Füllt mich mit Himmelsmut; Will selber in mir thronen Mit Heil'gem Gnadenschein: Sollt ich bei ihm nicht wohnen, In ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen Durchleuchte mich dein Bild, Wie du, o Herz der Herzen, Geblutet haft so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, Mein Dulden weih ich dir; Laß mir die Heimat offen Und dein Herz für und für! Christ. Gottl. Kern, 1792-1835. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, Der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn betrüben, Der so zu mir sich 207. Kommt her, ihr ſeid neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, Getragen meine Schmach, Ruft er mir nicht von oben: ,, Komm, folge du mir nach!" geladen, Der Heiland rufet euch; Der süße Herr der Gnaden, An Huld und Liebe reich, Der Erd und Himmel Mel. Aus meines Herzens Grunde. nd 4. Abendmahl. lenft, Will Gastmahl mit euch halten Und wunderbar gestalten, Was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, Und werft die Ängsten weg. Kommt her, versöhnte Kinder, Hier ist der Liebesweg! Empfangt die Himmelslust, Die heil'ge Gottesspeise, Die auf verborgne Weise Erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, Die Not und Jammer drückt, Mit Gott euch zu vermählen, Der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab Der Sünde bange Säumnis, Empfanget das Geheimnis, Das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Treue, So lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe, nahst du selig mir? soll der Sünden Tod deinem Blute trinken, Vergehen und versinken In deiner Liebe, Gott! 137 5. O Wonne kranker Herzen, Die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, Getröstet ist der Gram; Was von dem Himmel fleußt, Hat lieblich sich ergossen, Mein Herz ist gar durchflossen Von süßem Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, Hell aus der Sünden Nacht! Berkünde und erzähle Die tiefe Wundermacht, Die unermeßlich süß, Ein Born der Liebe, quillet Und jeden Jammer stillet, Der fast verzweifeln ließ. Mel Herzlich thut mich verlangen. In 208. Wen hast du dir So geladen, Mein Heiland mild Ich Ich und gut, zu deinem Tisch der Gnaden? Nicht die voll Kraft und Mut, Die Reichen nicht und Satten Sind dir willkommen dran; Die Kranten und die Matten Rufft du voll Huld heran. 7. Drum jauchze, meine Seele, Drum jauchze deinem Herrn! Verkünde und erzähle Die Gnade nah und fern, Den Wunderborn im Blut, Die sel'ge Himmelsspeiſe, Die auf verborgne Weise Dir giebt das höchste Gut. komed E. Moritz Arndt, 1769-1860. 2. Da dürfen wir es wagen Und treten mit heran; Wir müßten wohl verzagen, Ging's nur die Starken an. III. Gnadenmittel. Zu dir, dem guten Hirten, Stell'n wir voll Mut uns ein: Du willst ja den Berirrten Von Herzen gnädig ſein. 138 3. Es sei dir, unserm Fürsten, Fortan das Herz geweiht, Mit Hungern und mit Dürsten Nach der Gerechtigkeit. Ach, laß uns doch genießen Das wahre Himmelsbrot Und Lebensbäche fließen Auf uns bis in den Tod! 4. Laß uns danieder sinken An deinem Sühnaltar, Und reiche uns zu trinken Den Kelch des Lebens dar! Wenn auf der Pilgerreise Das Herz so matt und krank, Ist das die rechte Speise, Ist das der rechte Trank. 209 4. Abendmahl. 5. Wer glaubensvoll genossen Den Leib, dazu das Blut, Für unsre Schuld vergossen, Der hat es ewig gut; Der ist vom Fluch entbunden, Der jedem Sünder droht, Hat Trost in schweren Stunden Und in der letzten Not. Nach C. F. Tießz von F. A. G. Tholuck, 1799-1877. Dich Mel Es ist dasHeil uns kommen her. 209. Mein Heiland, den der Himmel preist, will ich ewig loben. O stärke dazu meinen Geist Mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir Des Glaubens Kraft, damit ich dir Mit neuer Treue diene. Verfasser unbekannt. IV. Heilsordnung., Eigene Melodie. 1. Bußze. 210. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; Dein gnädig Ohr, Herr, fehr zu mir, Und meiner Bitt es öffen. Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, Die Sünde zu vergeben; Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn allein verlassen mich Und 139 JASE seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen: Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Jsrael rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnaden, Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Martin Luther, 1483-1546. 140 IV. Heilsordnung. Eigene Melodie. 211. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden; Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann; Dich ruf ich an, Von dem ich Hülfe kann empfahn. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen, Und nimm dich mein beim Vater an, Der du genug für mich gethan, So werd ich los der Sünden Last. Mein Glaub erfaßt, Was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Freundlichkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der uns allzeit behüte; Und ſeinem werten heil'gen Geist, Der seine Hülf uns allzeit leist, Daß wir ihm wohlgefällig sein Hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Joh. Schnesing( Chiomusus), gest. 1567. PA Mel Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 212. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, Nimm sie aus meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das fommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf mein Herz ein Stein Und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte gar verloren 1. Buße. sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herze wieder lacht, wenn's beginnt zu springen, Als Dieweil es alle Gnad verheißt Dem, der sich mit zerknirschtem Geist Zu dir, Zu dir, Herr Jesu, wendet. 5. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Angst geschritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeih mir doch genädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab begangen. 6. O Herr, vergieb, vergieb mir's doch Um deines Namens willen, Laß sich in mir das schwere Joch Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut, Heil mich durch deine Wunden, Wasch mich nit deiner Gnade Flut In meiner letzten Stunden, Und führ mich einst, wenn dir's gefällt, In rechtem Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwald, 1530-1598. 141 Eigene Melodie. 213. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu solcher Zeit Bis an des Erdreichs Enden Und wollt los sein Des Elends mein, Würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Wie ich's wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; Der Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünden folgen müssen, So fahre fort, Nur schone bort, Laß mich nicht ewig büßen! 5. Gieb, Herr, Geduld, ein gehorsam Herze, Daß ich Vergiß die Schuld, Schaff Durch Murren nicht vermein Heil, Mein bestes Teil, scherze. dünket dir, Durch dein Gnad 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir, Durch dein Gnad will ich's leiden; Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. Mart. Rutilius, 1550-1618. 142 IV. Heilsordnung. Mel. Vater unser im Himmelreich 214. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß in der Sünd er stehe still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, in Verzweifle nicht in deiner Sünd, Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 4. Wahr ist's: Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade fündigt hin Und bleibt bei seinem bösen Sinn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird einst nach Verdienst gelohnt. hat er nicht gewollt, Ob du du mußt sterben, ist dir fund, bis morgen leben sollt. Daß Verborgen ist die Todesstund. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht, zur Buße ist noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd, Bis ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich bemel. Alle Menschen müssen ſterben. kehren mich, Gott wird wohl 215. Jesu, Retter meiner mein erbarmen sich. 5. Gnad hat dir zugefaget Gott Durch Jesu Christi Blut und Tod, Doch sagen 6. Heut lebst du, heut befehre dich, befehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, 3st morgen krank, vielleicht gar tot. Stirbst du nun ohne Reu und Leid, So büßest du in Ewigkeit. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh' mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, 1585- 1647 Seele, Der du für die Sünder starbst Und, daß sie kein Tod mehr quäle, Sie zum Eigentum erwarbst; Du, du rufest allen Sündern Wie ein Vater seinen Kindern: ,, Kommt, Verschuldete, zu mir!" Sieh, ich komme, Herr, zu dir. 2. Ich auch bin so voller Sünden, Voller Ungerechtigkeit; Nirgends kann ich in mir finden Gutes, rein und 1. Buße. unentweiht. Meine Lüfte zu bezwingen, Was ich wollte, zu vollbringen, Meistens, ach! vermocht ich's nicht; Geh nicht mit mir ins Gericht! 3. Paß mich trauern, laß mich weinen; Aber für mein zagend Herz Laß auch Licht und Heil erscheinen, Lindre meines Kummers Schmerz. Du allein, Herr, kannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand, Weicht. ich hab euch nie erkannt!" 143 Ganz mein Herz bir eigen sei. 6. Steh mir bei in allen Leiden, Stärke mich in Not und Schmerz; Nichts laß, Herr, mich von dir scheiden. Gieb, daß stets mein armes Herz Höre, was dein Mund geschworen: ,, Wer da glaubt, ist nicht verloren; Ewig lebt er; ins Gericht Kommt, wer an mich glaubet, nicht." 7. Herr, ich glaube, Hilf mir Schwachen, Ohne dich vermag ich nichts; Du nur kannst mich gläubig machen, Quell des Lebens und des Lichts! Ohne dich müßt ich verzagen, Mit dir kann ich alles wagen, Selbst in finstre Todesnacht Hast du Lebenslicht gebracht. 8. nommen 4. Jesu, du hast weggeUnsre Schulden durch dein Blut; Laß, Erlöser, o laß kommen Mir auch dein Verdienst zu gut; Dies mein Herz, von Gram bedränget, Das dein teures Blut besprenget, Übergeb ich, Jesu, dir; Nimm es gnädig an von mir. 5. Hilf mir siegen, hilf mir siegen; Wenn die Sünde mich ansicht, Laß mich ja nicht unterliegen, Thu mir, wie dein Mund verspricht; Komm du selbst, in mir zu leben, Kraft zur Daß, Heiligung von Sünden rein und frei, 216. Ich will von meiMit dem Tod hast du gerungen, Steh auch mir im Tode bei; Hilf, der du den Tod bezwungen, Daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr, will ich fest vertrauen, Dort werd ich dein Antlitz schauen, Mächtig kämpf ich; auf den Streit Folgt des Himmels Seligkeit. Johann Rist, 1607-1667. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. ner Missethat Zum Herren mich bekehren; Du wolleft selbst mir Hülf und Rat 144 IV. Heilsordnung. Hierzu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627-1667. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 217. O Bater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust ansicht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Reichtum, Lust und Ehr In meinem Herzen herrsche. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. O Gottes und des Menschen Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon, Hör auf mein kläglich Rufen. 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Truß und List Durch Christi Sieg mög dämpfen, und Not Und dann der letzte Auf daß mir Krankheit, Angst Thür zum Leben. Feind, der Tod, Nur sei die David Denicke, 1603-1680. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Nat, Worin 218. Ich armer Menſch, Gieb es sonst mir fehlet. Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht: Ach Gott, ach Gott! verfahr gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd; Ach, daß vor dir ich Gnad erlange, Ich armes und verlornes 1. Buße. Kind! Erbarme dich, erbarme Mel Freu dich sehr, o meine Seele. dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach höre doch mein sehnlich Schreien, Du aller treustes Vaterherz! Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd; O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wieder als dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; Sprich, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr." Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhört von deiner Gült und Treu; Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum ruf ich nochmals zweifelsfrei: ,, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich!" Christoph Tieße( Titius), 1641-1703. 145 219. Schaffet, schaffet, Menschenlinder, Schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, Nur auf gegenwärt'ge Zeit, Sondern schauet über euch, Ninget nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und nach dessen Neigung gehen, Sondern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwachen Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde ist, Daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, Daß ihr fehlt zu jeder Frist, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Daß nichts außer seiner Gnade In euch ist, als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht Und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget 10 146 IV. man dem Frieden nach; Wer den Himmel will erwerben, Muß zuvor mit Christo sterben. Heilsordnung. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Luft zu jagen, Findet nicht bei Christen statt; An dem Fleisch Gefallen tragen, Macht des Geistes Kräfte matt; Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich gar nicht an, Daß man noch mit frechem Herzen Wolle sicher thun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter, Dessen Hand das Scepter trägt, Der die sichern Bösewichter zur Verdammnis niederschlägt. Er ist's, der, wie's ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt; O so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und zu werden Christi Glieder, Die sein reiner Geist bewegt, Kämpft den alten Menschen nieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, senkt ins Grab; Was euch ärgert, hauet ab Und denkt stets an Chrifti Worte: ,, Dringet durch die enge Pforte!" 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. Amen! Gott versiegle dies in 10. Amen, es geschehe, mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk Und regiere und Stärk selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Mel Ein Lämmlein geht und trägt. 220. könig, dessen Majestät Weit über alles steiget, Dem Erd und Meer zu Diensten steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Mensch vermag 1. Buße. 71 nichts mehr, Als daß ich laß ihn nicht, Bis Gottes ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deine Hülf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin Und Sünde meinen ganzen Sinn Zum Guten macht unthätig, So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Bater, ja nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zer knirschtem, bangem Geiſt, Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch ben wir Gottes Kinder 3m sind; Vertrauen gläubigen Der ist's, bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und 147 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thälig; Und will's nicht fort, so wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf deiner Gnade; Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, nicht Kommt dann das legte Stündlein So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesn, selbst noch gnädig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! an, Val. Ernst Löscher, 1673-1749. Mel Jesus, meine Zuversicht. 221. Jesus nimmt die Sünder an! Sagt doch dieses Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf ver10* 148 IV. Heilsordnung. fehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; Doch hat er in seinem Worte Klar und liebreich sich erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gottesfinder; Glaubt es doch und denket dran: Jesus Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so fass' ich frohen Mut, Auf dich werf ich meine Sünden; Dein am Kreuz vergoßnes Blut Lässet mich Vergebung finden, Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister, 1671-1756. Eigene Melodie 222. An dir allein, an Und dir hab ich gesündigt übel oft vor dir gethan; Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, Du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott 1. Buße. V Vater der Barmherzigkeit. Leben, Kannst mir geben Erfreue mich um deines Namens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. Neue Hülfe, neue Huld. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, Und lehre mich dein heilig Recht; Laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen Und nimmt sich meiner Seele an. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Fehle, Suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige Dich und zeige Mir dein tröstlich Angesicht; Auf mein Flehen Laß dich sehen, Und verbirg dich länger nicht. 2. Ich empfinde, Meine Sünde Sei an allem Summer schuld; Ich gestehe Dir's und flehe Um Vergebung und Geduld. Du, mein 149 3. Ach von Herzen Und mit Schmerzen Such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange Ist es bange Meiner Seele! Komm in Eil, Laß dich nieder, komme wieder, Meines Herzens bestes Teil! 223. Meine Seele, Voller mein Schild. 4. Richtig wandeln, Weise handeln, Wollst du künftig mir verleihn; Gieb die Triebe Reiner Liebe Voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen Ist zugegen, Wenn es heißt: Du mein, ich dein. 5. Lehre, leite, Vollbereite Mich, wie du mich haben willt; Gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, Daß ich gleich sei deinem Bild; Daß man merke, Meine Stärke Sei in dir und du 6. Bis im Lichte Dein Gesichte Mir sich droben völlig zeigt, Wenn die Deinen Nicht mehr weinen, Und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige Mir die Steige, Da man auf zum Himmel ſteigt! di Magdalena Sibylla Nieger, 1707--1786. IV. Heilsordnung. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ich Blieb verstockt beim Ruf der Gnade Auf dem schnöden 224. Höchster, vent ich Sündenpfade. an die Güte, Die du mir bisher erzeigt, so wird mein ganz Gemüte Tief beschämet und gebeugt, Daß ich dich nicht so verehrt, Wie mich deine Vorschrift lehrt, Dich, der mich so sehr geliebet, Mit Vergehungen betrübet. 150 2. Alle meine Seelenkräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Diensts geheiligt sein; Doch hab ich der Eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht; Ja, ich ließ zum Dienst der Sünden Nur zu oft mich willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen Über mir, o Bater, neu; Von wie manchen schweren Sorgen Machtest du mein Herz schon frei! Was mir nütte, gabst du mir; Aber ach, wie dankt ich dir? Was du gabst, hab ich vermessen Oft gemißbraucht, oft vergessen. 4. Fromm, gehorsam deinen Lehren, Sollt ich stets die Sünde fliehn; Dich durch Wort und That zu ehren, Sollt ich freudig mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße, aber 5. Ich erkenne meine Sünden, Beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß vor dir mich Gnade finden, Neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergieb, was ich gethan; Nimm mich noch erbarmend an; Führe mich durch deine Gnade Schnell zurück zum Tugendpfade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gieb, daß mein beschwerter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb: Fried und Freude im Gewissen, Ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, Dem Gelübde treu zu sein! Stehe mir stets mächtig bei, Daß ich ganz dein eigen sei! Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein eifrigstes Bestreben! ric Nach Friedrich Fabricius, 1642-1703, von Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. 1. Buße. Mel Alle Menschen müssen sterben. 5. Allen, die zu dir sich betrübt, Willst du Trost und wenden, Über ihre Schuld Rettung senden, Wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenfet deine Güte Dem geängsteten Gemüte, Welchem du die Sündenlast Liebreich abgenommen hast. 225. Ich erhebe mein Gemüte Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, Denn ich kenne beine Güte, O wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir, Daß ich richtig wandeln möge; Führe du mich selbst zu dir. Gott, du fiehest mein Vertrauen; Sicher kann ich auf dich bauen: Deine Batertreue ist Ewig, wie du selber bist. 151 4. Gott, du willst des Sünders Leben, Dir ist seine Seele wert; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Umkehrt! Du verwirfst ihn nicht. 6. Dir will ich mich denn verlaß mich nicht! Laß mich ergeben, Gott, mein Gott, immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden Soll mich ferner überwinden; Ach bewahr, ich bitte dich, Meinen Geist und stärke mich! 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden Meiner Jugendfahre nicht; Laß mich Gnade vor dir finden, Geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die Mel Sich, hier bin ich, Ehrenkönig uns reuen, Willst du, Bater, 226. Gott der Gnaden! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich, Meine Seele hofft auf dich. Joh. Kasp. Lavater, 1741-1801. Schwerbeladen Neigt sich unser Haupt vor dir. Unfre Herzen Sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, Denn wir tragen Auf uns aller Sünden Last; Aller Qualen Volle Schalen, Die du aus 152 IV. Heilsordnung. gegossen hast. Hab Erbarmen Eigene Melodie. Mit uns Armen, Angst und 227. Kehre wieder, fehre Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen Laut vor dir die Missethat; Es ist keiner Hier ein Reiner, Jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Sieh auf den, der für uns bat! 4. Herr, verzeihe! Jesu, leihe Üns dein priesterlich Gebet. Gott, verschone, Wenn vom Sohne Jetzt das Gnaden wort ergeht. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Weil der Mittler bei dir steht! 5. Jesu, rette, Brich die Kette Unfrer Finsternis entzwei, Daß der Glaube, Tief im Staube, Unsers Herzens Zuflucht sei. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Mach uns aus den Sünden frei! 6. Wenn du Frieden Uns beschieden, Fürchten wir die Strafe nicht; Dein Bersöhnen Wird uns krönen Mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen Hilft den Armen, Du bist unsre Zubersicht. th Chr. Rub. Heinr. Puchta, 1808 1858. wieder, Der du dich verloren hast; Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heil'ges Wort verspricht Dir Vergebung, Heil und Segen; Kehre wieder, zaubre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung In die Einsamfeit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück; Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen; Wo des heil'gen Geistes Mahnen Du mit stillem Beben hörst Und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Rehre wieder, irre Seele; Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen Dir mit ausgestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme; Kehre wieder, fürchte nicht, Daß der Gnäd'ge dich verdamme, Dem sein Herz vor Liebe bricht. 1. Buße. 4. Kehre wieder; neues Leben Trink in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen, Er hat Trost für alle Schmerzen, Er kann alle Wunden heilen, Macht von allen Flecken rein, Darum fehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder; endlich tehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein, Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute, kehre gleich! Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. 153 2. Wer will uns da erlösen Von Seelennot und Tod? Wer tilgt den Fluch des Bösen, Den Zorn, der uns bedroht, Das Beben, das beklommen 3m Busen tief sich regt? O Heiland, sieh, wir kommen zu dir, von Leid bewegt. 3. Du heilest alle Schmerzen Mit himmlischer Geduld Und nimmst vom bangen Herzen Die schwere Last der Schuld. Ach, schenke deinen Frieden, Der wonnevoll erquickt, Dem Traurigen und Müden, Der weinend zu dir blickt. 4. Laß keinen von den Deinen In trostlos bittrer Qual; In jede Nacht laß scheinen Der Hoffnungsanften Strahl. Belehre und befehre Du selbst mit Rat und That, Daß sich auf Erden mehre Des Himmels heil'ge Saat. Mel. Herzlich thut mich verlangen 228. Wir fleyen um Erbarmen Zum Richter aller Welt, Der mit allmächt'gen Armen Die heil'ge Wage hält. Ach, wer in dem Gerichte, Wer kann vor Gott bestehn? Vor deinem An- fand! gesichte, Herr, müssen wir vergehn. 5. Begleite, Herr, im Streite Den dir geweihten Geist, Daß ihn von deiner Seite Nicht Welt noch Hölle reißt. Nein, Welt nicht soll noch Hölle Zerreißen dieses Band! O ew'ge Lebensquelle, Beglückt ist, wer dich Konr. Mar. Kirchner, 1809-1874. 154 IV. Heilsordnung. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 229. Mag über uns bein Eifer flammen, Weil wir vor dir nicht recht gethan, Mag uns das eigne Herz verdammen, Wir wagen's dennoch, dir zu nahn; Wir treten vor dein Angesicht: Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht. 2. Du siehst, wie uns die Sünden brenuen, Wir wissen keinen andern Rat, Denn dir von Herzen zu bekennen All unsre Schmach und Missethat, Und was vergessen unser Mund, Das lies in unsrer Seelen Grund. 3. Wir können nicht vor dir bestehen, Ach, geh nicht mit uns ins Gericht! Wir beugen unsre Knie und flehen: Verwirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Christi willen an, Der auch für uns genug gethan. 4. Wir zitterten vor deinem rone Und suchten bebend zu entfliehn, Wenn du im eingebornen Sohne Nicht den Versöhner uns verliehn, Das Lamm, das sich in Tod und Grab Für unsre Schuld und Sünde gab. 5. Herr, wollest länger nicht verhüllen Dein Antlitz, hör auf unser Schrei'n, Um Christi, deines Sohnes, willen Laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß ja auch für uns zu gut Vom Krenz sein heilig Opferblut. 6. Vergieb, vergieb uns unsre Fehle, Ob uns das eigne Herz verdammt, Und gieß in unsre bange Seele Den Frieden, der vom Himmel stammt, Und send uns deinen heil'gen Geist, Der uns der Sünde Macht entreißt. Julius Sturm, geb. 1816. Met. Alle Menschen müssen sterben. 230. Jesu, sich mich an in Gnaden, Rette mich aus meiner Not; Heile meiner Seele Schaden, Ach, er bringt mir sonst den Tod. In dem Dulden deiner Leiden, Durch dein Kreuz und Todesscheiden, Herr, verheißest allen du Hülfe, Trost und Seelenruh. 2. Jesu, soll ich denn verzagen, Weil ich schuldbeladen bin? Nein, ich darf, ich will es wagen, Glaubensvoll zu dir zu fliehn. Du wirst meiner dich erbarmen, Nie verstießest du die Armen; 2. Glaube und Rechtfertigung. 155 4. Mach auf ewig mich dir eigen, Daß mein Herz nur dein begehrt; Hilf mir meiden, dulden, schweigen, Wie dein Mund die Deinen lehrt. Dir nur, Herr, nur dir ergeben Sei mein ganzes Thun und Leben; Nimm Größer noch als meine meine Schuld Ist doch deine Gnad und Huld. 3. Laß die Gnade mächtig werden, Wie die Sünd es worden ist; Herr, auch mich laß inne werden, Daß du mein Erlöser bist. Eile, Heiland, mich zu retten, Und zerbrich der Sünde Ketten, Daß, von Schuld und Sünden frei, Ganz ich nur dein eigen sei. 2. Glaube und Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 231. O gläubig Herze, benedei und preise Gottes Güte; Dien ihm ohn alle Heuchelei Mit dankbarem Gemüte, Dieweil ja niemand nicht vermag, Ohn seinen Beistand einen Tag Und Augenblick zu leben. 2. Er ist, der dich von Herzen liebt, Viel Gutes dir mitteilet, Dir deine Missethat vergiebt und deine Wunden heilet, Dich gänzlich wappnet zu dem Krieg, Auf daß der Feind nicht oben lieg Und deine Hoffnung raube. es ganz, nimm Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! Verfasser unbekannt Kechtfertigung. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den Armen und Elenden, Die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; Er nimmt ſie als ein Vater auf Und giebt, daß sie den rechten Zur Seligkeit vollenden. Lauf 4. Wie sich ein Vaterherz bezeigt Bei seinen lieben Kindern, Also hat sich auch Gott geneigt zu uns sehr armen Sündern. Er hat uns lieb und ist uns huld, Vergiebt uns gnädig alle Schuld Und hilft uns überwinden. 5. Er giebt uns seinen guten Geist, Verneuert das Gemüte, Daß wir vollbringen, IV. Heilsordnung. was er heißt, Und trauen D hilf, daß wir mit deiner seiner Güte. Er hilft uns Kraft Durch eine gute Ritterhie mit Gnad und Heil, Des Lebens Kron Verheißt uns auch ein herrlich Teil Von großen Himmelsschätzen. schaft erringen. Michael Weiß, † 1534. 156 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Vielmehr erzeigt Barmherzigkeit, Da wir verderben sollten. Er ist mit Lieb und Freundlichkeit Den selben immerfort bereit, Die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun ange fangen hat, Das woll er auch vollenden; Wir geben uns ganz seiner Gnad Und seinen treuen Händen, Thun seinen treuen Händen, Thun auch daneben allen Fleiß, Daß Gottes Name, Ehr und Preis Durch uns befördert werde. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, Weil wir sind im Elende, Daß unser Thun aufrichtig sei Und nehm ein selig Ende. Leucht uns mit deinem hellen Wort, O Herr, an diesem dunklen Ort, Auf daß wir ja nicht irren. 9. Gott, nimm an zu Lob und Dant, Was wir einfältig singen, Und laß dein Wort mit freiem Klang Hin durch die Herzen dringen. Eigene Melodie. 232. Nun freut euch, lieben Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wunderthat; Gar teu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälet Nacht Darin ich war geboren; Ich Nacht und Tag, fiel auch immer tiefer brein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gott's Gericht, Zum Guten gar erstorben; Die Angst mich zu ver zweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb; Zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend über 2. Glaube und Rechtfertigung. maßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu' rbarmen; Fahr hin, mein's Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen; Und hilf ihm aus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben!" 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erten, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fangen. Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden." 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leib ich alles dir zu gut, Das halt 157 mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein; Da bist du selig worden." 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren, mich erkennen wohl, Und in der Wahrheit leiten." 11 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren; Und hüt dich für der Menschen G'satz, Davon verdirbt der edle Schatz, Das laß ich dir zur Lezze." 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb mich Eigene Melodie. ganz Da will ich für dich ringen; 233. Es ist das Heil uns 8 kommen her Von Gnad und lauter Güte; Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat g'nug für uns all gethan, Er ist der Mittler worden. Martin Luther, 1483-1546. ( Ältestes evangelisches Kirchenlied.) 158 IV. Heilsordnung. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Das konnte niemand halten, Darum erhob sich große Not In mancherlei Gestalten; Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Den das Gesetz will allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Weil ein Gesetz gegeben, So könnten wir auch selber frei und heilig darnach leben. So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sünd'ge Art In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war's, dieselbe Art Aus eigner Kraft zu lassen; Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und alles, was vom Fleische stammt, kann nimmer vor ihm gelten. 5. Doch das Gesetz erfüllt muß sein, Sonst wären wir verloren, Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der ward ein Mensch geboren. Ganz hat er das Gesetz erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist Durch ihn, den Gott erlesen, So lerne nun ein frommer Christ Des Glaubens rechtes Wesen; Der spricht: Du lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein; Du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann ja nicht lügen; Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag, Und wirst fürwahr nicht trügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Gerecht vor Gott find die allein, Die dieses Glaubens leben; Dann wird des Glaubens heller Schein Durch Werke kund sich geben. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Und aus der Nächstenlieb sieht man, Daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünd, durch das Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder. Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder, Es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, Denn im Gesetz ist keine Ruh Mit allen seinen Werken. 2. Glaube und Rechtfertigung. 10. Gewiß, die Werke kommen her Aus einem rechten Glauben; Denn das fein rechter Glaube wär, Dem man die Werk wollt rauben; Doch macht allein der Glaub gerecht; Die Liebe wird des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage; Wann das geschehen soll zur Freud, Sett Gott nicht feste Tage; Er weiß wohl, wann's am besten ist, und braucht an uns kein arge List, Des soll'n wir ihm vertrauen. 12. Und wenn er nicht zu helfen scheint, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er's oft am besten meint, Da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, So laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Wohlthat willen Gott Bater, Sohn und heil'gem Geist; Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Macht und Gnad, Daß heilig werd ein Name. DER 159 14. Sein Reich zukomm; sein Will auf Erd G'scheh wie im Himmelsthrone; Das täglich Brod noch heut uns werd; Wohl unsrer Schuld verschone, Wie wir den Schuldnern thun nach Pflicht; Auch führ uns in Versuchung nicht; Hilf uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484-1551. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 234. Such, wer da will, Ein ander Ziel, Die Seligfeit zu finden; Mein Herz allein Bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, Sein Werk sind klar, Sein heil'ger Mund Hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, Der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil Durch ihn zu teil, Uns macht gerecht Der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, Laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret. Er ist der Herr Und keiner mehr, Der 160 IV. Heilsordnung. euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund Von Herzensgrund, Sucht ihn allein; Denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein's Herzens Kron, Mein Freudenson: Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Licht Die Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, Dein Wort mich speif'; Bleib du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht Dein Angesicht; Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, Mein höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen; Hilf mir zur Freud Nach diesem Leid; Hilf, daß ich mag Nach dieser Klag Dort ewig Lob dir sagen. Georg Weißel, 1590-1635. Mel. Valet will ich dir geben 235. Ift Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich; So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich; Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei; Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, Stönnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin; Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 2. Glaube und 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmt mir meinen Mut, Die Höll und ihre Flammen Löscht meines Heilands Blut, Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit find't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 8. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch füßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein eble neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; Nicht Feu'r und Schwert der Frechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 10. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein HerrRechtfertigung. lichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst und Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei flein oder groß, Der feines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 161 11. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein: Die Sonne, die mir lachet, 3st mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Allein Gott in der Höh sei im Ehr. 236. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Du meiner Seele Leben! Was mir zum Glauben nötig ist, kann ich mir selbst nicht geben; Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr, Und daß ich drin verharre. 2. Sehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Jesu Christe, dich Den Sohn des Höchsten nenne; Daß ich auch ehr den heil'gen Geist, Zugleich gelobet und gepreist In dem dreiein'gen Wesen. 11 IV. Heilsordnung. 3. Wär auch mein Glaub Mel. Wer nur den lieben Got läßt walten. ein Senfkorn klein, Und daß man ihn kaum merke, Wollst 237. Ich bin ein Mensch du doch in mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zerstoßne Rohr nicht bricht, Das glimmend Docht auch vollends nicht Auslöschet in dem Schwachen. 162 4. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken; Daß er sei thätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten stets zu dienen. 5. Insonderheit gieb mir die Kraft, Daß vollends bei dem Ende Ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende In meiner letzten Stund und Not, Des Glaubens End durch deinen Tod: Die Seligkeit erlange. 6. Du hast entzündet, Jesu Christ, Das Fünklein in mir Schwachen; Drum, was von Glauben in mir ist, Das wollst du stärker machen; Was du begonnen hast, vollführ Bis an das End, daß dort bei dir Auf Glauben folge Schauen. David Denicke, 1603-1680. von Gottes Gnaden. süßes Wort, das mich ergözt! Ein Mensch mit Sünden zwar beladen Und doch vor Gott so hoch geschätzt, Daß er in seiner Gnade steht, Die über alle Würden geht. 2. Ich bin ein Christ von Gottes Gnaden. In Christo hab ich diesen Ruhm; Was will mir Welt und Satan schaden? Ich bleibe Gottes Eigentum. Durch diese Gnade ganz allein Kann ich gerecht und selig sein. 3. Ich bin ein Kind von Gottes Gnaden. Drum schweigt, ihr Kinder dieser Welt! Bin ich gleich hier mit Kreuz beladen, So wißt, daß Gott es also hält: Die Kinder, die in Gnaden stehn, Die müssen durch viel Trübfal gehn. 4. So bin und bleib ich hier auf Erden Von Gottes Gnaden, was ich bin. Aus Gnaden wird mir dort auch werden Ein unaussprechlicher Gewinn. Drum soll mir nichts erfreulich sein, Als Gottes Gnade ganz allein. Benj. Schmold, 1672-1737 2. Glaube und Rechtfertigung. 163 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getroft vertraun, Und wenn mich meine Sünden fränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 238. Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält; Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt, Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu den Sündern neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen tam sein Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So start an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 6. Wird alles andre mir entriffen, Was Leib und Seel erquicken kann; Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgethan, Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Es gehe nur nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist; Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt; So stehet es in Lieb und Leid Gegründet auf Barmherzigkeit. 8. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: S Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr Rothe, 1688-1758. 11* 164 IV. Heilsordnung. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir, 239. Mir ist Erbarmung und führe durch den Tod widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die BarmherzigPhil. Friedr. Hiller, 1699-1769. feit. Mel O daß ich tausend Zungen Fitte. 2. Ich hatte nichts denn Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschicht's? Erbarmung ist's, und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein; Auf dieses bulb ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. duld Mel Gott des Himmels und der Erden 240. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Gottes Gnade weicht mir nicht; Und der Friede hat dies Siegel: Daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unverzagt, Weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, Die sind alles Glaubens wert; Das heißt an die Herzen reden, Das ist Trost, wie man begehrt. Gottes Gnade weicht dir nicht, Weil es dein Erbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, Die so manches Elend beugt, Man find't Gnade, man hat Frieden, Welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du Dies in allen Nöten zu. 2. Glaube und Rechtfertigung. 165 nicht des Todes Raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen Und der Strafen lange Pein, Ach so rede meinem Herzen Deinen Trost und Frieden ein: Daß du mir in Jesu Christ Ewig ein Erbarmer biſt. 5. Gieb mir einen starken Glauben, Der dein Wort mit Freuden faßt, So kann mir der Tod nicht rauben, Was du mir geschenket hast. Auch die Hölle nimmt mir nicht, Was mein Heiland mir verspricht. Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort 241. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh Und führt mich deinem Himmel zu, du, an den ich glaube! Ach gieb mir doch Beständig keit, Daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu ſein! ein Christ; Mein Herz ist 3. Ich bin erlöst, ich bin ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu: Hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit Mir, der ich meiner Seligkeit Mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet all mein Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch In meinem Lauf auf Erden. Gehorsam üb ich meine 2. Du haft dem sterb- Pflicht; Doch fühl ich wohl, lichen Geschlecht Zur sel'gen ich bin noch nicht, Was ich Ewigkeit ein Recht Durch dereinst soll werden. Mein deinen Tod erworben. Zum Trost ist dies: Gott hat GeStaube kehrt zurück der duld Und straft mich nicht Staub, Mein Geist wird nach meiner Schuld. IV. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh; Denn meine Wunden heilest du, Du stillest mein Gewissen. Und fall ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 166 Heilsordnung. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben! Es giebt mir schon in dieser Zeit Den Vorschmack ew'ger Seligkeit, Ich will es treulich üben. Es sei mein Trost, es sei mein Licht, Auch wenn das Herz im Tode bricht. Balthasar Münter, 1735-1793. Mel. Valet will ich dir geben. 242. Ich weiß, woran ich glaube; Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Sand und Staub verweht. Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe; Das ist der Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist; Der nimmermehr kann wanfen, Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 3. So weiß ich, was ich glaube; Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht; Ich weiß, was in dem Grauen Des Todes ewig bleibt Und selbst auf Erdenauen Schon Himmelsblumen treibt. E Moritz Arndt, 1769-1860. Mel Was mein Gott will, gescheb allzeit. 243. So halte fest benn, was du hast, Halt aus in Tren und Glauben, Und laß durch keine Lust noch Last Dir deine Seele rauben, Die Seele, die Gott selbst geliebt, Für die sein Sohn gestorben, Für die er Kampf und Sieg geübt, Das ew'ge Heil erworben. 2. Das ew'ge Heil, das ew'ge Gut, Ein Brunnen ohn Versiegen, Voll Lieb und Lust, voll Trost und Mut, Voll himmlischem Vergnügen; Ein Born von unerschöpfter Kraft, Von unsichtbarer 3. Leben in Gott und Christo. Stärke, Der Geist und Leben in uns schafft Zu jedem guten Werke. 3. Kommt alle, die ihr seid beschwert, O tommt doch ohne Säumnis! Teilt mit uns, was uns Gott beschert, Das selige Geheimnis! Es halten's immerdar bereit Die allertreusten Hände: Der Herr ist bei uns allezeit Bis an der Welten Ende. 4. Er sieht uns all, wir ſehn ihn nicht, Doch wenn die Herzen brennen, Und wir vor seinem Angesicht Den heil'gen Namen nennen, Dann wissen wir und glauben fest Mit christlichem Vertrauen: Er kommt ja bald, und fröhlich läßt Er uns sein Antlitz schauen. 244. Her Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und 167 5. Und mit ihm alle, die er nahm An seine Brust nach oben, und die befreit von Leid und Gram Dort seine Größe loben. Es ist ja nur ein Gottesreich Im Himmel und auf Erden, Und jenen sel'gen Siegern gleich Soll jeder von uns werden. 6. So halte fest denn, was du hast, Halt aus in Treu und Glauben, Und laß durch keine Lust noch last Dir deine Krone rauben! Die Arbeit ruft, es ruft der Streit, Es rufen Lobgesänge; Es wächst der Bau in Herrlichkeit, Die Welt wird ihm zu enge. 3. Leben in Gott und Christo. Eigene Melodie Ernst Albert Zeller, 1804-1877. wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist du doch mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr! 168 IV. Heilsordnung. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab, Mein Leib und Seel, und was ich hab In diesem armen Leben. Damit ich's brauch zum Lobe dein, Zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behült mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein Am letzten In End die Seele mein Abrahams Schoß tragen; Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft, ohn ein'ge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottessohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532-1608. Eigene Melodie. 245. Wie schön leucht uns der Morgenstern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Uns herrlich aufgegangen! O guter Hirte, Davids Sohn, Mein König auf dem Himmelsthron, Du Hast mein Herz umfangen: Lieblich, Freundlich, Schön mächtig, Reich an Gaben, und prächtig, Groß und Hoch und wundervoll erhaben. 2. O Kleinod, dem fein Kleinod gleicht, Sohn Gottes, den fein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Herz zerfließt in Mein deinem Ruhm; Dein süßes Evangelium Ist lauter Geist und Leben. Dich, dich Will ich Ewig fassen, Nimmer lassen; Brot des Lebens, Dein begehe ich nicht vergebens. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gotteslicht und Himmelsschein, Die Flamme deiner Liebe, Und stärk mich, daß ich ewig bleib, O Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebenstriebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, Ew'ge Güte, Bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 3. Leben in Gott und Christo. Mit O 4. Von Gott kommt mir der erst und letzte bist, ein Freudenlicht, Wenn mich dein heilig Angesicht Freundlichkeit anblicket. Herr Jesu, mein trautes Gut: Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicket. Nun ich Bitt dich: Blick mich Armen Voll Erbarmen An mit Gnaden; Auf dein Wort komm ich geladen. In 5. Herr Gott, Vater, du starter Held! Du hast mich ewig vor der Welt deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, In dem mich nichts betrübet. Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben Wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang, Und laßt den hohen Lobgesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesu heut Und morgen und in Ewigfeit In steter Liebe wallen! Singet, Klinget, Jubilieret, Triumphieret! Dankt dem Herren, Ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du 169 Der Anfang und das Ende! Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst mich einst in dein Paradies, Drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen! Komm, o Sonne, o Sonne, Meine Wonne, Bleib nicht lange, Daß ich ewig dich umfange! Phil. Nicolai, 1556-1608 Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 246. 246. Jesu, Jeſu, Gottes Sohn, Mein Mittler auf dem Gnadenthron, Du meine Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen Dich vor allen; Nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte; Ich werd von Tag zu Tag entzünd't, Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte Ins Gemüte Lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 170 IV. Heilsordnung. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, Wenn ich es recht besinne, Kann mich Ohn dich G'nugsam laben; Ich muß haben Reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen; Es geh ihm, wie es woll auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen: Ewig, Selig! Nach dem Leide Große Freude Wird er finden, Alles Trauern muß verschwinden. 5. Rein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es läßt sich nicht beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich Nicht erreichen, Noch vergleichen Den Weltschätzen Dies, was uns dort wird ergezzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeld't, Aus Liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd abscheiden Und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freundlichkeit, Die schon auf Erden mich erfreut, In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket Und geschmücket Vor dem Throne Mit der schönen Himmelsfrone. Joh. Heermann, 1585-1647. Eigene Melodie. 247. Meinen Jesum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Unverrückt nur ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, Weil ich soll auf Erden leben; Jhm hab ich voll Zuversicht, Was ich bin und 3. Leben in Gott und Christo. hab, ergeben. Alles ist auf Mel Freu dich sehr, o meine Seele ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge3. Laß vergehen das Gesicht, Alle Sinne mir entweichen; Laß das letzte Tages= licht mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 171 248. Warum willst du draußen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, was nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab ich Reichtum, was ist's mehr Als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist fie wert? Was ist's, bas mich heut erfreue Und nicht morgen schon mich reue? 3. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, Wo das Herz recht fröhlich ist; Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht. Laß mich, Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken. Paul Gerhardt, 1606-1676. Eigene Melodie Christian Keymann, 249. Jeju, meine Freude, 1607-1662. Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, 172 IV. Heilsordnung. ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Du bist mein, Und ich bin dein; Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden! ans Licht! Gute Nacht, Du Stolz und Pracht; Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein. Duld ich schon Hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh Frand, 1618-1677. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern, Jesus steht mir bei! Wenn die Welt In Trümmer fällt, Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, Trotz des Todes Schauern, Trotz der Furcht dazu! Zirne, Welt, und tobe! 3h 250. Ach, sagt mir nichts steh hier und lobe Gott in sichrer Ruh. Gottes Macht Hält mich in acht; Erd und Abgründ müssen schweigen Und vor ihm sich neigen. von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergößen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Weg mit allen Schäßen; Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 2. Denn er allein ist meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüften, Des Leibes Schönheit dauert nicht; Die 3. Leben in Gott und Christo. 173 Zeit kann alles das verwüsten, Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein allerschönstes Angesicht, Und was von Schmuck an ihm zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alles heben und seiner Klarheit machen gleich, Er kann mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jefum, der mein Ziel. 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. 251. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit! Auf, dieser Welt, in dieser Zeit auf zum Überwinden! In 3st keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt nicht davon. die Kron Des ew'gen Lebens 2. Der Satan fommt mit seiner List, Die Welt mit ihrem Prangen, Das Fleisch, durch Lust dich, wo du bist, zu fällen und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, Bist du dahin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Des Feldherrn haft geschworen; Gedente, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren; Gedenk, daß ohne Streit und Sieg Noch keiner zum Triumphe stieg. 4. Wie schmählich, wenn ein Kriegesmann Dem Feind den Rücken kehret! Wie schändlich, wenn er fechten kann und dennoch sich nicht wehret! Wie sträflich, wenn er gar mit Fleiß Sich zaghaft giebt dem Feinde preis! 5. Wer überwunden und den Raum Der Laufbahn wohl durchmessen, Der wird 174 IV. Heilsordnung. im Paradies vom Baum Des ew'gen Lebens essen. Er wird fürwahr von keinem Leid Noch Tod berührt in Ewigkeit. 6. So streit denn wohl, streit teck und fühn, Daß du mögst überwinden; Streng an die Kräfte, Mut und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, Bleibt ewiglich in Spott und Hohn! Joh. Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht. Ich danke dir, du Himmelswonne, 252. Ich will dich lieben, Daß du mich froh und frei gemacht, Ich danke dir, froh thu ich's fund: Du, Heiland, machtest mich gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleuchte Leib und Seele Du reiner, heller ganz, Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Dich lieben auch bei Schmach und Hohne, Auch in der allergrößten Not. Ich will dich meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier! Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lang dein Gnadenglanz mir scheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Das für mich litt am Kreuzesstamm. Heiland du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich nicht früher dich geliebt. 3. Ach, daß ich dich so ſpät erkannte, Duhochgelobter 4. Ich ging verirrt und war verblendet, Ich suchte Ruh und fand sie nicht; Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich mein ew'ges Heil gesehn. 3. Leben in Gott und Christo. lieben, schönstes Licht, Bis einst mein Herz im Tode bricht. Joh. Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. Mel. Gott des Himmels und der bleiben ewiglich. Erden. zum Bilde Deiner Gottheit haft gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall haft wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig 253. Liebe, die du mich liebet, Die für meine Seele die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich ich mich, Dein zu bleiben Liebe, dir ergeb ewiglich. vertritt: 7. Liebe, die mich wird entrücken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken Mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 175 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erftritten Ew'ge Luft und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich dargegeben Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 254. Mir nach, spricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle: Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heil'gem 176 IV. Heilsordnung. Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. und 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Voll Liebe mein Gemüte, Mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, Boll Sanftmut und voll Güte: Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. folgt mir, 3st mein nicht wert und meiner Zier. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird fie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und 7. So laß uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen Und wohlgemut, getroft und gern In allen Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ew'gen Lebens nicht davon. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen 255. Laffet uns mit und zu meiden Und euer Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen. Trener Jesu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. Joh. Scheffler( Angelus Silesius), 1624-1677. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. singen. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich; Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränensaat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, Denn es scheint durch Gottes Hulb Nach dem Regen bald 3. Leben in Gott und Christo. die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Sein Tod rettet uns vom Tod, Rettet von der Seel Verderben, Von der ewiglichen Not; Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab, So wird er uns aus dem Grab In das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben: Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder. Wo bu lebst, da leben wir; Ach, erkenn uns für und für, Treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Siegmund von Birken( Betulius), 1626-1681. Mel. Ach Gott und Herr. 256. Mein Freund ist mein, Und ich bin sein, Ihm hab ich mich ergeben. In Freud und Leid ich bereit, Dir, Jesu, stets zu leben. Bin 177 2. Ich glaub an dich, An dir hang ich; Ich will dich auch nicht lassen, Bis du mich wirst, O Lebensfürst, Mit deiner Gnad umfassen. 3. Mir zum Gewinn Gabst du dich hin; Dein Todeskampf und Sterben Hat mich versöhnt, Ja gar gekrönt Zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, Die du hier hast Für mich auf dich genommen, Hat mich befreit Von allem Leid, Das sonst auf mich gekommen. 5. Trotz sei dem Tod Und aller Not! Von dir kann nichts mich wenden, Weil ich forthin Bewahret bin In deinen treuen Händen. 6. In deinem Reich Werd ich nun gleich Den lieben Engeln werden Und sicher sein Vor aller Pein, Vor Not und vor Beschwerden. 7. Herr Jesu Christ, Allein du bist Mein höchster Schatz auf Erden; Ach, laß mich nicht, Mein Lebenslicht, Von dir geschieden werden. 8. Denn du bist mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben In Glück und Freud, In Kreuz und Leid, Im Sterben und im Leben. Anna Sophie, Landgr.v.Hess. Darmst, 1638-1683. 12 178 IV. Heilsordnung. Eigene Melodie. 257. Ruhe ist das beste Gut, Das man haben kann; Stille und ein guter Mut Steiget himmelan. Die suche du! Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott; ihm eile zu; Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedes Ding, Allermeist ein Christ. Du, mein Herz, nach Ruhe ring, Wo du immer bist. O suche Ruh; In dir selber wohnt sie nicht; Such in Gott, was dir gebricht; Gott ist die Ruh. 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, Suchst das, was droben ist; Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron, Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Dringe ein zur Gottesstadt; Gott ist die Ruh. 5. Ruhe bent er allen an, Die beladen sind. Arm und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, Ihr findet Ruh. Traget ihr des Leides viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel; Gott ist die Ruh. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält; Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh; Gieb im Glauben Herz und Sinn Seinem Geist zu eigen hin; Gott ist die Ruh. 7. Ruhe findet sich zumeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott gesetzter Geist Macht ein still Gemüt Und Seelenruh. Darum selig, wer sich giebt, Daß er Gottes Willen übt. Gott iſt die Ruh. 8. Ruhe hat, wer williglich Christi sanftes Joch Hingebücket nimmt auf sich; Ist es lieblich doch Und schaffet Ruh. Folge deinem Heiland gern, Dann ist nie dein Friede fern; Gott ist die Ruh. has 9. Ach, du Gott der wahren Ruh, wahren Ruh, Gieb auch Ruhe mir! Was ich denke, red und thu, Streb nach Ruh in dir; Gieb Ruh dem 3. Leben in Gott und Christo. Geist. Schließt sich dann mein Auge zu, So führ Leib und Seel zur Ruh, Dem Himmel zu! miss Johann Kaspar Schade, 1666-1698. Eigene Melodie. 258. Eins ist not! Ach Herr dies Eine Lehre mich erfennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erfaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, So werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei teiner Kreatur, Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, notwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen Sich Maria bort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Ihr Herze entbrannte, nur einzig zu hören, Wie 179 Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; 3hr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir! Ob viele zum größesten Haufen auch fallen, So will ich dir dennoch in Liebe nachwallen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle Jn dir ja verborgen liegt; Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein teures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Da hab ich die 12* IV. Heilsordnung. Kleider des Heiles erlangt, ich dich, Jesu, im Glauben Worinnen mein Glaube in erblickt. Ewigkeit prangt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf, erfahre, wie ich's meine, Tilge ob ich auf bösem, betrüglichem allen Heuchelschein; Sieh, Stege, 180 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur HeiliWas dienet gung gemacht. zum göttlichen Wandel und Leben, 3st in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust; Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege! Gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, Nur Jesum gewinne; dies Eine ist not! 9. Volles G'nügen, Fried und Freude Jego meine Seel ergötzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßeres kann mich im Herzen erlaben, Als wenn ich, mein Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn Joh Heinrich Schröder, 1666-1699. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist einond Eigene Melodie mal eingegangen In das 259. Jesu, hilf fiegen, Heil'ge durch dein Blut: Da Hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, 3m findlichen Geiste das Abba nun klingt. du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, Wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein: Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, Daß fie mich sichte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der Begierden empfinde Und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte Und durch dein Leiden die Sündenlust töte. 3. Leben in Gott und Christo. 3. Jesu, hilf siegen, da ich auf ewig ergeben, Hilf mit auch mein Wille Dir, du mir siegen, mein Heil, Herr, sei gänzlich zu eigen Trost und Leben. geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen verhülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 4. Jesu, hilf fiegen im Wachen und Beten, Hüter, du schläfft ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Für sprach zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 5. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang: So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn's nun kommt zum Sterben; Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, dir bleib 181 Joh. Heinrich Schröder, 1666-1699. mel. Es ist das Heil uns kommen her. 260. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Den Heiland, der auf Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder da zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten Und dir, da er gestorben ist, Am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dant ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage: Bedenke, daß er Fried gemacht, Das Leben wieder hat gebracht; Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der nach den IV. Heilsordnung. Leidenszeiten Gen Himmel erleuchteten Sinne gezieret aufgefahren ist, Die Stätt Und sie zu der göttlichen dir zu bereiten, Da du sollst Würde geführet. bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für diese Liebe! 182 5. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen. sorge, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mag und durch den Tod Zu dir ins Leben bringen. Cyriakus Günther, 1650-1704. Eigene Melodie 261. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, Ob hier auch von außen kein Schimmer sie schmückt; Was ihnen der König des Himmels gegeben, Das wird nur vom Auge des Geistes erblickt. Was viele verachten Bei irdischem Trachten, Hat ihre 2. Sie gleichen im Äußern den Kindern der Erde Und tragen auch an sich des Irdischen Bild, Sie fühlen, wie andre, der Menschheit Beschwerde, Oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, Sie reden und handeln, Wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen, Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 3. Denn innerlich find fie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel, als Brüder, Erfreun sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen Und bis in das innerste Heiligtum dringen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden Und bleiben in Freuden, Sie scheinen getötet 3. Leben in Gott und Christo. den äußeren Sinnen Und ferner im Gerichte Wider führen das Leben des Glau- unsern Adamssinn, Bis du bens von innen. GOS uns zum hellen Lichte Führeft aus dem Kerker hin. 5. Wenn Christus, ihr Leben, sich wird offenbaren, Wenn er sich einst allen in Herrlichkeit zeigt, Dann wird auch den frommen und gläubigen Scharen Die Krone des ewigen Lebens gereicht. Sie werden regieren, Mit ihm triumphieren, Wie leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn aller Weltschimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschäßzet Und oftmals verletzet, Hier stille mit Christo im Vater gelebet: Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Nach Christ. Fr. Richter, 1676-1711. 183 3. Schau denn her auf unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzend um Erlösung beten Von der Schwachheit der Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns hart danieder drückt, Ob auch unser Geift zu Zeiten Sich auf etwas Beff'res schickt. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre Diese Macht der Finsternis; Denn der preist nicht deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Luft der Welt hinaus; Laß uns wahre Mel. O du Liebe meiner Liebe. 262.0 Durchbrecher aller Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus. 5. Herrscher, herrsche, Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Luft und Himmel ist: Stehe 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Dazu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk; Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und uns aus der Unruh führest Zu der sel'gen Ruhestatt. IV. Heilsordnung. Reiches Kriege, Mach der Mel Herr Jesu Christ, dich zu Sflaverei ein End! Mach uns wend. sie frei, die arme Seele, 263. Ein reines Herz, Durch des neuen Bundes Blut, Daß sie sich nicht länger quäle; Nimm sie auf in deine Hut! Herr, schaff in mir, Schleuß Thür, Vertreibe sie und laß zu der Sünde Thor und nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh! 184 6. Lange hält uns schon gefangen Lust und Selbstgefälligkeit; Ach, laß uns nicht länger hangen In dem Tod der Eitelkeit. Ja die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen wir dich an: Zeig uns nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn. 7. Teuer sind wir ja erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein. Der wird rein, frei und vollkommen, Ähnlich deinem heil'gen Bild, Wer hat Gnad um Gnad genommen, Die aus deiner Fülle quillt. 8. Zeuch uns, Jesu, in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht fann ererben; Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen; Laß uns nur nicht lässig sein; Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666-1714. 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür; Ach, komm und wohne du bei mir; Was unrein ist, das treib hinaus Aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mein Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und Segen reich; Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, 1654-1716. 3. Leben in Gott und Christo. Eigene Melodie. 264. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, Die für mich aus reinem Triebe Starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut; Wenn du freundlich mich anblickest Und mit deinem Geist er quickest, Macht mich wohl gemut Deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, Durch den Keuzestod, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in mir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht 185 versehre, Ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb uns, den deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Frieden gieb. 8. Wer der Welt abstirbt, Sich mit Ernst bewirbt, Dir zu leben und zu trauen, Der wird bald mit Freude schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich; Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfaffen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenfron; Hier im Hoffen und Vertrauen, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und an deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, Werte Himmelsblum! 186 IV. Heilsordnung.d In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werte Himmelsblum, Du mein Preis und Ruhm! an Adam Drese, 1620-1701. dall Eigene Melodie. 265. Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans Lift Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; Wache, sonst wird dir sein Licht Ewig ferne stehen; Denn Gott will Für Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. die 4. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Daß dich nie Falsche Brüder fällen, Die dir Neze stellen. 5. Wach und hab auf dich wohl acht, Trau nicht deinem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; Denn es ist Voller List, kann sich selber heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Wert nicht treibeſt. 7. Doch getrost, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch feinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Alle Füll Seiner Gunst ausschütten, Wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil uns Angst, Not und Gefahr Immer näher treten, Daß zur Zeit Wir bereit, Da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, 1671-1720. 3. Leben in Gott und Christo. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 266. Rüstet euch, ihr Christenleute; Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat eu'r begehrt. Waffnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Mit ihm behalten wir das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüften, Besieget sie, die ihr seid Christen Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß eure Kniee nicht erlahmen; Auf, zeigt des Glaubens Ritterschaft! Wer hier ermülden will, Der schaue auf das Ziel, Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, So frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen' gen Jahre, Eh ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, turz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gott187 lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Sohn Hat längstens schon Währt nicht lange, Und Gottes Uns beigelegt die Ehrenkron. der Und laß sie werden Über4. Jesu, stärke deine Kinwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Aus dem die Liebe fleußt In die Herzen! So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, geft. 1721. bun Eigene Melodie. 267. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht, was kann mich quälen? Ich eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden. Wenn mit der Fülle hoher Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wem muß nicht volle G'nüge werden, Der in dir suchet Ruh und ust? 188 IV. Heilsordnung. 2. Die Welt mag meine Feindin heißen Es sei also! ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will gieb erweisen Mit einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Kein Sturm der Welt kann mich zerschellen, Weil in den stärksten Trübsals wellen Mir deine Tren den Anker reicht. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, Bligt auf mich des Gesetzes Weh, Zeigt sich die Hölle meinen Blicken, Dann schau ich auf zur Kreuzeshöh; Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, Da habe ich den Ort gefunden, Wo mich fein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil; wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg und lehne mich auf dich; Du giebst mir aus den Wolken Speise Und tränkest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen, In Wüsten selbst bist du mein Stab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen. Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Ich seh ihn an mit frohem Mut; Denn du, mein Herr, verläsfest feinen, Des Herz in deiner Liebe ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, Da aus der Nacht, die mich wird decken, Ich eingeh in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich denn mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn auf dich! mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Denn du, mein Herr, du trösteft mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte Nach deiner unumschränkten Güte Des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nur er, mein Heil, kann mich erfreuen. Oreicher Trost: mein Freund ist mein. Julen Wolfg. Christoph Deßler, 1660-1722. 3. Leben in Gott und Christo. 189 Eigene Melodie. 8. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt 268. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich ganz entlade Von der Last, die ihn beschwert. auf ihrer Hut, Suchet Ruhe nicht noch Pflege, Hält ſich selber nichts zu gut. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal, Immer stehn hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring in Gottes Reich hinein. Mag der Satan widerstreben, Du darfst nimmer furchtsam sein. 4. Ringe, deine Lieb erglühe! Halbe Liebe hält nicht stand. Daß dein Herz der Welt entfliehe, Sei es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl errungen, Denke nicht: nun ist's gethan! Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern Deiner Seele Seligkeit. Laß dein Herz durch nichts erschüttern, Wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte feste; Halte treulich, was du hast. Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 9. Wahre Treu fommt dem Getümmel Eitler Weltlust niemals nah; 3st ihr Schatz doch in dem Himmel, Darum ist ihr Herz auch da. 10. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Sorgt nur, wie sie überwinde, Kämpft, bis sie erlangt den Sieg. 11. Drum wohlauf, ihr tapfern Streiter, Kämpfet recht und macht euch Bahn! Geht auf Christi Wegen weiter, Denn so geht ihr himmelan. Joh. Joseph Winkler, 1670-1722. Mel. Herr Christ, der einig Gott'ssohn 269. Herr Jefu, Gnadensonne, Wahrhaftes Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnab erfreuen und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag mir's nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß alles Zürnen 190 IV. schwinden Und hilf mir gnädiglich; Laß deine Friedensgaben Mein armes Herze laben; Ach, Herr, erhöre mich. Heilsordnung. 3. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein lebendig Wort; Damit ich an dich glaube Und in der Wahrheit bleibe, Ja wachse fort und fort. 4. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Liebesbahn. 5. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; Gieb, daß ich deinen Willen Getreulich mög erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Eigene Melodie. 270. O Ursprung des Lebens, O ewiges Licht, Da niemand vergebens was ihm gebricht! Sucht, Lebendige Quelle, Die lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tempel ergießt Und in die begierigen Seelen einfließt. Wer 2. Du sprichst: begehret zu trinken von mir, Was ewiglich nähret, Der komme; allhier Sind himmlische Gaben, Die kräftiglich laben; Er trete im Glauben zur Quelle heran, Hier ist, was ihn ewig beseligen kann!" 3. Mein Hirt und mein Hüter, Ich komme zu dir, Gewähre die Güter Des Heiles auch mir! Du kannst dein Versprechen Mir Armen nicht brechen; Du siehest, wie elend und dürftig ich bin, Auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, Und wen du begabest, Find't ewiges Gut. Wenn man dich genießet, Wird alles versüßet; Es jauchzet, es singet, es springet das Herz, Es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wie dein Wort verheißt; Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe. Laß hei 3. Leben in Gott und Christo. 191 lige Triebe Mich immerfort 2. Über seine Feinde weitreiben zum Himmlischen hin, nen, Jedermann mit Hülf Es werde mein Herze ganz erscheinen, Sich der Blinselig darin. den, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenfinder! 6. Wenn du auch vom Leiden Was schenfest mir ein, So laß mich mit Freuden Gehorsam dir sein; Denn alle die, welche Mittrinken vom Kelche, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Dann laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt, Da wo deine Herden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt! Chr. Jak. Koitsch, 1671-1735. 3. O bu Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu Dir gekommen? wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Erbetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Zu den Kleinen sich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu sich locken: Das Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 271. Heiland, deine Men- war beines Werkes Weiſse, Herr, und deine liebste Speise. schenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder ungemeinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu 192 IV. Heilsordnung. beten Und die Mörder zu vertreten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschäßbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben; Da du in der Sünder Händen, Alle Leiden zu vollenden Und den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 7. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken; Du hast das Gesetz erfüllet, Seinen Fluch hast du gestillet; Laß mich wider bessen Stürmen Dei ner Liebe Schild beschir. men, Heil'ge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. Joh Jak Rambach), 1693-1735 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 272. Glaube, Liebe, Hoff. nung sind Das Geschmeide wahrer Christen, Und mit dem muß Gottes Kind Sich bemühen ausarüsten; Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses Kleeblatt grünen. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heiles festem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, Unterwirft sich Christi Zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen; Sie läßt sich in allem Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der Liebe Mut, Alle Not zu überwinden, Und kann in der tiefsten Flut Als ein fester Anker gründen; Was sie hier erdulben müssen, Muß das Künftige verfüßen. 5. Der du bist mein Herr und Gott, Ach, bewahr in mir den Glauben, Mache du den Feind zu Spott, Der mir will das Kleinod rauben. Laß das schwache Rohr nicht brechen und den fleinen Docht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein bestehe, Flöße deine Kraft mir ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem Triebe Dich und auch den Nächsten liebe. 7. Gründe meine Hoffnung fest, Stärke sie in allen 3. Leben in Gott und Christo. Nöten, Daß sie dich nicht fahren läßt, Wenn du mich auch wolltest töten. Laß sie auf zum Himmel schauen Und auf das, was fünftig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen, Doch die Liebe bringt hinauf, Wo fie Ursprung hat genommen. Ach, da werd ich erst recht lieben, Mich im Lieben ewig üben. Benj Schmold, 1672-1737 Mel. Jefus, meine Zuversicht. Himmelan geht 273. Him unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Kanaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrims- Stand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen Und fannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem erlesen. Ein von Gott erlenchter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich 193 einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Über Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben, Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Šinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmold, 1672-1737. Mel Seelenbräutigam 274. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserforen, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not Zu er13 IV. Heilsordnung. lösen, hat geschmecket, Meine ich nicht mög von dir wanken, Schulden zugedecket Und mich Sondern bleiben in den aus der Not Hat geführt Schranken; Sei du mein zu Gott! Gewinn, Gieb mir deinen Sinn! 194 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket. In der Füll der Zeit, der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ew'ges Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum, Du mein höchster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt Als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß 9. Deines Geistes Trieb Jn die Seele gieb, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlig treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gieb. 10. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 11. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um beinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste haffe, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 12. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, 1670-1739. 3. Leben in Gott und Christo. 195 4. Ja, wer ihn fest im Glauben hält, Der kann die Freuden jener Welt m Vorgenuß schon schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit In Kümmernis und Traurigkeit Sein Antlitz zu verdecken: Ist doch Sein Joch Frei von Plagen, Welche nagen, Welche quälen, Welt- und fündergebne Seelen. 5. Ich weiß nun auch aus deinem Wort, Daß du, mein Heiland und mein Hort, Dich ewig nicht verhüllest. Du zauderst, ew'ge Liebe, du, Auf daß mit desto größrer Ruh Du nachher mich erfüllest. Wenn ich Treulich In dir lebe, In dir leide, In dir sterbe; Bin ich deines Himmels Erbe. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern 275. Mein Jesu, meines Herzens Lust! Nichts ist mir auf der Welt bewußt, Das meine Seele stillet, Als deine Huld, die föstlich ist, So daß auch seiner felbst vergißt, Den du mit ihr erfüllet. Zeuch mich Kräftig zu der Liebe Rein stem Triebe Von der Erde, Daß ich ganz dir eigen werde! 2. Was hatt' ich doch für Troft und Licht, Als ich dein holdes Angesicht, Mein Jesu, noch nicht fannte! Wie blind und thöricht ging ich hin, Da mein verkehrter Fleischessinn Von Weltbegierden brannte, Bis mir Von dir Licht und Leben Ward gegeben, Dich zu kennen, Dich mein höchstes Gut zu nennen. 3. Die Lust der Welt hat wohl den Schein, Als wär ihr eitles Fröhlichsein Ein herrliches Vergnügen; Allein wie eilend fleucht's vorbei, Sich lohnend nur mit bittrer Ren Und des Gewissens Rügen Drum muß Jesus Mit den Schäßen Mich er. götzen, Die bestehen, Sich von Kraft zu Kraft erhöhen. 6. Der Glaube, der mich dir verband, Soll halten dich mit starker Hand Herr, mehre mir den Glauben. Im Glauben kann mich niemand dir, Im Im Glauben fann dich niemand mir, O, mächt'ger Jesu, rauben. Durch dich Werd ich Tapfer ringen Und bezwingen Welt und Sünden Und mit Ehren überwinden. Joach. Lange, 1670-1744. 13* IV. Mel Meinen Jesum laß ich nicht 276. Seele, was ermüd'st du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 196 Heilsordnung. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad einbringen! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 6. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zut ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube, daß fein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, 1684-1754. Mel Nun sich der Tag geendet hat. 277. Herr, der du einst gekommen bist, In Knechtsgestalt zu gehn, Des Weise nie gewesen ist, Sich selber zu erhöhn; 2. Komm, führe unfre stolze Art In deine Demut ein; Nur wo sich Demut offenbart, Kann Gottes Gnade sein. 3. Der du noch in der leßten Nacht, Eh du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht So treu gezeuget hast, 3. Leben in Gott und Christo. 197 4. Erinnre deine kleine Dir getreulich nachzueilen: Schar, Die sich sonst leicht Führ uns an der Hand entzweit, Daß deine letzte Bis ins Vaterland. Sorge war Der Glieder Einigkeit. 5. Du opfertest die Jünger noch Dem Vater im Gebet, O würden unsre Herzen doch Oft im Gebet erhöht! 6. Der du um unsre Seligkeit Mit blut'gem Schweiße rangst Und thränenvoll im bangen Streit Des Todes Macht bezwangst, 7. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, Der nichts von Demut weiß, Und führ ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. 8. Gekreuzigter, den seine Lieb In Not und Tod geführt, Ach würd auch unsrer Liebe Trieb Treu bis zum Tod verspürt! 9. Drum leit auf deiner Leidensbahn Uns selber an der Hand, Weil dort nur mit dir herrschen kann, Wer hier mit überwand. 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. Nik Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O so gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöt'ge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. mel. Valet will ich dir geben. 279. Vor Christi Augen leben, Ist wahre Seligkeit; Sich ihm zu eigen geben, Ist, was allein erfreut Nichts können und nichts wissen, Nichts wollen und nichts thun, Als Jesu folgen Mel. Seelenbräutigam 278. Jesu, geh voran müssen: Das heißt in FrieAuf der Lebensbahn; Und den ruhn. wir wollen nicht verweilen, 2. Der Christ steht aus 198 oid IV. Heilsordnung. dem Schlafe In Christi Freundschaft auf Und fürchtet keine Strafe Im ganzen Tageslauf. Und ist der Tag vollendet, So legt er sich zur Ruh, Von Christo unverwendet Thun sich die Sinne zu. 3. So geht er fest und stille Dahin bei Tag und Nacht; Auf Jesum ist sein Wille, Nicht auf die Welt bedacht. Er hört und sieht und fühlet, Hört, sieht und fühlt doch nicht, Und weiß, von Schmerz durchwühlet, Kaum, daß ihm weh geschicht. 4. Gewiß, wer erst die Sünde Getilgt durch Christi Blut, Und gleich dem frommen Kinde Auf ihn lenkt Sinn und Mut, kann auch gottselig handeln Und kann bald anders nicht. Herr Jesu, lehr uns wandeln In deiner Augen Licht! Nik Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760 Miel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 280. Wie dank ich's, Heiland, deiner Liebe, Daß du von deinem Gnadenthron Durch deines heil'gen Geistes Triebe Mich haft erneut, o Gottessohn? Wie dank ich's deinem treuen Herzen, Daß du mich von dem Fluch befreit Und mir die ew'ge Seligkeit Erworben hast durch Todesschmerzen? 2. Das hab ich an mir wahrgenommen, Zu deiner Stunde ist's geschehn; Da bin ich meinem Feind entkommen, Da hab ich in dein Licht gesehn; Da wurde köftliches Geschmeide, Das Kleid des Heils mir zugewandt, Mir mitgeteilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes sel'ge Ruh und Freude. 3. Doch wär es, daß mein Herz noch hinge Mit einem Faden an der Welt, Auf etwas seine Sehnsucht ginge, Was dir, mein Heiland, nicht gefällt: Ach, wäre dies, mein liebstes Leben, So bitt ich, brauche du Gewalt, Zerreiße diesen Faden bald, Faden bald, Mein Wille ſei dir übergeben. 4. Mein ganzes Herz sei dir gegeben, zu deiner Wohnung nimm es hin Und hauch ihm ein bein selig Leben, Dein Geist regier allein darin. Die Liebe, die dich ehmals nieder In dieses Erdenwesen zog Und Mensch 3. Leben in Gott und Christo. zu werden dich bewog, Die 2. Wir haben einen Gott zieh auch jetzt zu mir dich wieder. und Herrn, Sind eines Leibes Glieder, Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 5. Zerbrich, vertilge, ja zermalme, Was deinem Willen nicht gefällt. Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weift, Und nur die lautre Liebe taugen. 6. Ja, Amen, hier sind Herz und Hände, Aufs neue sei's dir zugesagt: Ich will dich lieben ohne Ende, Mein Alles werde dran gewagt. Du giebst mir einen neuen Namen, Der gilt in deiner Treuen Zahl Und gilt in deinem Ehrensaal, Wohin die Überwinder famen. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. 199 3. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brütder haffen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? him hist 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, Den kleinMel. Mach's mit mir, Gott, nach sten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, deiner Güt. 281. So jemand spricht: Als hätt' ich's ihm erwieſen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein Und Gott in Brüdern nicht erfreun? Ich liebe Gott! Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die 200 IV. Heilsordnung. ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 282. Vaterherz, o Licht, o Leben, Otreuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren; So geh denn mit mir aus und ein. Ach Herr, erhöre meine Bitten Und leite mich auf allen Tritten; Ich gehe keinen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß in keiner Sache Rat; Drum sei in groß und kleinen Dingen Mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich darf dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein; So follst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führeft mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst: ,, Mein Auge soll dich leiten, Mein Angesicht soll vor dir gehn." Ja, deine Güt und dein Erbarmen Soll mich umfangen und umarmen! O daß ich nur recht findlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe, So spür ich täglich neue Treu. 4. Gieb, daß ich auch am Kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei, Und deine Weisheit lasse walten, In allem mich an dich zu halten. Drum halte mich auf rechter Bahn Und mach in allem mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Du weißt allein die rechten Wege, Weißt auch, was meinen Frieden stört; Drum laß mich meiden alle Stege, Wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach, daß ich nimmer von dir irrte, Noch durch Zerstreuung mich verwirrte, Selbst nicht beim 3. Leben in Gott und Christo. allerbesten Schein. O halte bist. Ach, offenbare deine meine Seele feste, Hab auf Liebe und wirke doch die mich acht aufs allerbeste heißen Triebe Der reinen Und halte der Versuchung ein. Gegenlieb in mir. Durch6. Du wollst ohn Unter dring dadurch mein Herz laß mich treiben Zum Wa- und Sinnen, Daß ich hinchen, Ringen, Flehn und fort mein ganz Beginnen Schrein; Laß mir dein Wort In deiner Lieb und Lob nur im Herzen bleiben Und führ. Geist und Leben in mir sein. Laß deinen Zuruf stets er schallen, Daß ich in Furcht vor bir mög wallen; Zieh ganz zu dir die Seele hin. Vermehr in mir dein inn'res Leben, Dir unaufhörlich Frucht zu geben, und bilde mich nach deinem Sinn. 201 vor 9. So lieb und lob ich in der Stille Und ruh als Kind in deinem Schoß. Ich schöpfe Heil aus deiner Fülle, Die Seel ist aller Sorgen los. Sie sorget nur allen Dingen, Wie sie zum Himmel möge dringen, Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit! Nur 7. Ach, mache mich recht treu und stille, Daß ich dir immer folgen fann; dein, nur dein vollkommner Wille Sei für mich Schranke, Ziel und Bahn. Nichts soll mich ohne dich vergnügen, Laß mir nichts mehr am Herzen liegen Als deines heil'gen Namens Ruhm. Das ſei allein mein Ziel auf Er- 283. Dich Jefum laß den; Ach, laß mir's nie verrücket werden, Denn ich bin ja bein Eigentum. 8. Laß mich in dir den Vater preisen, Der ganz die Liebe selber ist; Laß deinen Geist mir täglich weisen, Wie gnädig du in Christo ich ewig nicht, Dir bleibt mein Herz ergeben; Du hörst, was meine Seele spricht: Nur einem will ich leben. Du, du allein, Du sollst es sein; Du sollst mein Schatz auf Erden, Mein Teil im Himmel werden. Karl Heinr. von Bogazky, 1690-1774 Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 202 IV. Heilsordnung. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund; Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünber ins Gericht Und büßtest für mich Armen, Mit Dankbarkeit Will ich allzeit Dir Ehr und Dant erweisen und deine Gnade preisen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Du stärfest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, Wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, Du eilft zu mir; Wenn mich die Feinde haffen, Wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Nichts soll von dir mich scheiden; Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Reid Währt furze Zeit; Bald ist es über standen, Und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Sie soll mein Glaube wanken; Und wann des Leibes Hütte bricht, Sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, Und ich bin sein; Er ist mein Schuß, mein Tröster, Und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. Mel. Nun bitten wir den hei ligen Geist. 284. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick Macht uns so selig, Daß Leib und Seele dari ber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir schaun dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade zwar leiblich nicht, Über unsre Seele kann dich gewahren, Du kannst fühlbar dich ihr offenbaren, Auch ungesehn. 3. O wer nur immer, bei Tag und Nacht, Dein sich zu freuen recht wär bedacht! Der hätte ohn Ende Von Glück zu sagen, Und seine Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein Und täglich 3. Leben in Gott und Christo. reichlich die Schuld verzeihn, Hetlen, stillen, trösten, Erfreun und segnen Und unfren Seelen als Freund begegnen, 3st deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommnen Teil Und laß unfre Seele Sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner Leidens- und Siegsgestalt, Laß sie vor den Augen Uns immer schweben, Daß an uns allen dein göttlich Leben zu sehen sei. 7. Laß frohes Wesen und Kindlichkeit Uns immer schmücken in Freud und Leid. Muß auch oft die Thräne Die Wange netzen, Wenn nur an dir das Herz sich ergötzen Und stillen kann. 8. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Haft so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Darandenken Beschämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723-1801. 203 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 285. Gern in alles mich zu fügen, Mich der Stille still zu freun, Ohne Worte, mit Vergnügen Aller Knechte Knecht zu sein, Nie mit Gaben stolz zu prangen, Menschenruhm nie zu verLangen: Diese Weisheit fleh ich mir, Hocherhabner Gott, von dir. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund mich nennt: Das, du freundlicher Gewährer, Aller Demut Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schweigend sehn auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, und Stillen, Die so gern im Schatten ruhn, Streng und fromm nach deinem Willen Einsam leiden oder thun, Laß, o Vater, mich nicht klagen, Soll ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demutsvoll auf dich nur sehn. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demutsvoll zu Fuße dir. Du erquickst, begnadigst alle, Schenkest IV. Heilsordnung. Gnad und Ruh auch mir, Gott, mehr als allen Durch Unterstützest mein Bestreben, mein Leben zu gefallen, So Immer stiller dir zu leben, sind deine Freuden mein. Meiner Ohnmacht nie zu traun, Fester stets auf dich zu baun. 204 Joh. Kasp. Lavater, 1741-1801. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 286. Vater, ben mein Dem mein Herz verehret, Leben angehöret, Heilig sei mir dein Gebot: Über alles dich zu lieben, Deinen Willen gern zu üben Und dir treu zu sein, o Gott! 2. Ohne dich ist ja tein Friede, Und die Seele ringt sich müde Nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ihre Sehnsucht fannst du stillen, Jeden edeln Wunsch erfüllen Hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde Nie für mich verführend werde, Deine Huld sei mehr mir wert! Sie nur ist das Glück der Seelen, Und das werd ich nie verfehlen, Wenn mein Herz dich findlich ehrt. 4. Innre Ruhe, Seelenfrieden Hab ich, Bater, schon hienieden, Lieb ich herzlich dich allein. Such ich dir, 5. Laß den Reiz der Eitelfeiten Nie von dir mein Herz ableiten, Bleib du mir mein höchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden Sehn und flandhaft überwinden, Gieb dazu mir Kraft und Mut! 6. Lenfe, Vater, mein Bestreben Hin zu einem bessern Leben; Lehre mich schon in der Zeit Mich des Edle Ewigen zu freuen, Saaten auszustreuen, Saaten für die Ewigkeit! Joh. Kasp. Lavater, 1741-1801. Güte. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 287. So viele gehn umher und suchen und finden doch das Rechte nicht; Sie nennen immer fich die Klugen, Wie viel der Klugheit auch gebricht. Der eine denkt: Ich hab's ergriffen! Und was er hat, ist nichts als Gold. Der andre will die Welt umschiffen; Nichts als ein Name ist sein Sold. 2. Der läuft nach einem Siegerkranze Und die nach 3. Leben in Gott und Christo. einem Lorbeerzweig; Und so ganz mich schadlos hält. Du wird von verschiednem Glanze Getäuscht ein jeder, keiner reich. Habt ihr von Jesu nichts gelesen, Von ihm kein einzig Wort gehört, Wie himmlisch gütig er gewesen, Und welch ein Gut er uns beschert? giebst mir meine Lieben wieder; Du bleibst in Ewigkeit mir tren. Dir, Heil'ger! singt der Himmel Lieder; Ach, daß mein Herz dir heilig ſei! 3. Wie er vom Himmel hergekommen, So milde war und so gelind? Welch Wort die Welt von ihm vernommen, Wie viel durch ihn genesen sind? Wie er, von Liebe nur beweget, Sich ganz uns hingegeben hat Une in die Gruft sich hingeleget Zum Grundstein einer Gottesstadt? 4. Kann diese Botschaft euch nicht rühren, Ist euch des Menschen Sohn nicht g'nug, zu öffnen ihm des Herzens Thüren, Ihm, der der Welt Verschuldung trug? O laßt doch willig alles fahren, Thut doch auf alles gern Verzicht, um ihm die Seele zu bewahren, Ihm, der euch so viel Huld verspricht! 5. Nimm ganz mich hin, du Held der Liebe! Sei du mein Leben, meine Welt! Wenn nichts vom Irdischen mir bliebe, Ich weiß, wer 205 Fr. L. von Hardenberg( Novalis), 1772-1801. Mel Wic groß ist des Allmächt'gen Güte. 288. Was wär ich ohne dich gewesen, Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Ängsten auserlesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; Die Zukunft wär ein dunkler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät ich meine Sorge tund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen Erschien mir nächtlich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Thränen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus; Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich IV. Heilsordnung. seiner erst gewiß, Wie schnell wahres Vaterland; Wir konnverzehrt ein lichtes Leben ten glauben nun und hoffen Die bodenlose Finsternis! Und fühlten uns mit Gott Mit ihm bin ich aufs neu verwandt. geboren, Die Welt wird mir verklärt durch ihn; Das Paradies, das mir verloren, Muß fröhlich wieder mir er blühn. 4. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein; Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. 206 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, Ein böses Wesen wohnte drin; Und ward's in unserm Geiste helle, So war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde Die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte Verschlang der Hoffnung Überreft. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn voll Lieb und Macht, Und hat ein allbelebend Feuer In unserm Innern angesacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen Als unser 7. Noch steht in wunderbarem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornenkranze Und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der seine Hand mit uns ergreift Und, in sein Herz mit aufgenommen, Zur Frucht des Paradieses reift. Fr. 2. von Hardenberg( Novalis), 1772-1801. mel. Herzlich thut mich verlangen. 289. Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Leben in Gott und Christo. 207 Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Flut mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich neu in seinen Jüngern wieder. Fr. L von Hardenberg( Novalis), 1772-1801. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei; Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, lasse nicht von mir; Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Fr. L. von Hardenberg( Novalis), 1772-1801. Eigene Melodie. 290. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treu gesinnt nur meinem Herrn, Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf ich fröhlich ein: Mel. Ruhe ist das beste Gut 291. Himmelan, nur himmelan Soll der Wandel gehn; Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn; Auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; nicht hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht. 2. Himmelan schwing deinen Geist Jeden Morgen auf; Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf; Mach mich getreu." 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt; Sorg nicht mutlos, nicht zuviel Um den Tand der Welt, Flieh diesen Sinn! Nur 208 IV. Heilsordnung. was du dem Himmel lebst, Tir von Schätzen dort er strebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater, treu und reich, Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch- froh! 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern; O schließ dich an! Kämpfe brauf, wie sich's gebührt; Denke: auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht, Sei's, daß sie dir, sterbend jetzt, Kurze Schrecken macht. Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Baters Haus. 9. Halleluja! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, Alles preist verklärt und neu, In Ewigfeit. - 10. Halleluja fingst auch du, Wenn du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Er hilft dir zu deinem Sieg: Gelobt sei er! 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach; Eil, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach: Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er, Statt zu klagen, bete Mel Warum sollt ich mich denn grämen. mehr, Erkämpf den Sieg. 7. Himmelan führt seine 292. Meines Herzens Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich, Im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter geht's Zum Himmel hin. Johann Gottfried Schöner, 1749-1818. reinste Freude Ist nur die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide. Daß ich ihn durch Glauben ehre, Jederzeit Hocherfreut Seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden Und erfüllt, Sanft 3. Leben in Gott und Christo. und mild, Ihren Geist mit liebt er ewiglich. Heil mir, Frieden. Seine Last ist leicht auch mich erhebet Er einst zu tragen. Er macht Bahn, hinauf zu sich. Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. heilet Herz, 2. Er liebt, er tröstet, Das müde, wunde Und wer nur zu ihm eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Ende, Ist allen treu gesinnt, Uns segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; Größern Schmerz, Als sein Herz, Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, Ach, er trägt Und verpflegt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treuster Freund von allen, Mit dir will Froh und still Ich durchs Leben wallen! Auch der Tod fann mich nicht schrecken; Lebensfürst! Ja, du wirst Einst mich auferwecken. Sam. Gottlieb Bürde, 1753-1831. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 293. Wenn alle von mir scheiden, So scheidet er doch nicht, Auch in der Nacht der Leiden Bleibt er mein Trost, mein Licht. Er liebt, so lang er lebet, Drum 209 3. Versöhnte Gotteskinder, liebt ihn nur lebenslang; Dem Todesüberwinder Bringt ewig Preis und Dank! Ihm dirft ihr fest vertrauen, Er lebt, er lebt für euch; Er will, ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. 4. Wer kann so kräftig trösten, Wer kann so hoch Erlösten Beseligend erneun? erfreun? Wer kann so die Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was wird erst dem beschie den, Dem er dort oben lohnt! 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin; Dorthin, von dir geleitet, Schaut der verklärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier, Du bist vorangegangen, Heil uns, wir folgen dir. Karl Aug Döring, 1783-1844 14 210 IV. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 294. Laß in meinem Pilgerkleide Wallen mich zu deinem Ruhm, Und von fremder Herrschaft scheide Dein erkauftes Eigentum. Treue, Herr, gieb deinem Knecht, Gürte mich mit Gnad und Recht, Mache rein die Lampe brennen, Bis wir dich empfangen können. Heilsordnung. 2. Vor des Glaubens Aug erhelle Sich dein Bildnis ewig flar, Und gleich einem Spiegel stelle Dich mein neues Leben dar. Ein falt leite meinen Schritt. Keine Schaltheit laufe mit. Wert nur sei mein stilles Handeln Denen, die im Denen, die im Fichte wandeln. 3. Der du bist der Thron der Gnade Und des Vaters Freundlichkeit, Wasche mich im Geistesbade Zum Gefäß der Heiligkeit, So wie du mich selbst verlangst, Wie du gern in Seelen prangst; Nicht, was eigne Zier ist, wähle Meine dir geweihte Seele. 4. Scheuche mit des Richters Blicken, Was von Trug sich um mich wälzt. Sollt ich mich mit Flimmern schmücken, Die der Tag des mich durch den Tand, Und Zorns zerschmelzt? Leite frei vom bessern Vaterland Laß zu den entwirrten Sinnen Stärkungen herniederrinnen. Joh. Friedr. von Meyer, 1772-1849. mel. Herzlich thut mich verlangen. 295. Von vir will ich nicht weichen, nicht weichen, weiche nicht von mir! In aller Dinge Reichen Gleicht keine Güte dir. Wenn ich gen Wenn ich Himmel flöge, zum Brunn des Lichts Durch ferne Meere zöge, Geliebtres find ich nichts. 2. Bringt Edelstein und Schäße, Bringt Glück und Wonne her: Was ist, das mich ergötze, Fehlt mir mein Leben, er? Bringt Kronen her und Güter, Bringt, was ein Wunsch nur weiß, Dir, Labsal der Gemüter, Mein Jesu, bleibt der Preis. 3. Wenn bittres Leitir sprießet In Furchen meiner Flur, Durch dich ist's mir versüßet, Verwandler der Natur! Sollt heut ich Lust genießen, Des Lebens Freu 3. Leben in Gott und Christo. denwein, Noch will ich dir zigkeit! Ich hab in guten zu Füßen Ein treuer Jünger Stunden Schon oft mich ſein. dir geweiht. 4. Geh ich durch Nacht und Nöte Bloß, hungrig und verbannt, Du bist mir Morgenröte, Brot, Heimat und Gewand. Wird voll mein Mund von Gaben, Glänzt um mich Herrscher schein, Ich kann es alles haben, Doch lieben dich allein. 5. Du läsfest Felsen grünen Und schaffest Saat im Meer; Dir müssen Welten dienen, Und Sterne sind dein Heer; Doch Demut blüht und Liebe Zum Kranze deiner Macht; Es bleibt kein Auge trübe, Wo deine Milde lacht. 6. Weckt mich zum Kampf das Leben, So waffnet sie den Sinn; Will Schlummer mich umweben, Sie ist mir Wächterin. Und wird mein Peib erblassen, Ist fie des Friedens Thür: Von dir will ich nicht lassen. O lasse nicht von mir! Joh. Friedr. von Meyer, 1772-1849. 211 2. Ich wollte treu dir bleiben und deinen Willen thun, Dein Werk mit Frevden treiben, In deiner Liebe ruhn. 3. Doch was ich wirken sollte, Das hab ich nicht vollbracht, Und was ich werden sollte, Das hemmt der Sünde Macht. 4. Mir winken tausend Sterne Und leuchten mir dir ferne voran, Doch wandl' ich von Bahn. Oft eine irre 5. Gott der Gnade, weiche Von deinem Kinde nicht, Die Baterhand mir Licht. reiche, Zieh mich empor zum streiten, Stey meiner Schwach6. Lehr du mich siegreich heit bei, Laß deinen Geist mich leiten, Mach mich in Wahrheit frei. Friedrich August Köthe, 1781-1850. Mel. Valet will ich dir geben 297. Aus irdischem GeMel. Christus, der ist mein Leben. tümmel, Wo Glück und Luft 296. Ich habe dich ge vergeht, Wer ist mein Weg funden, Gott der Barmher- zum Himmel, Dahin die 14* 212 of IV. Heilsordnung. Hoffnung steht? Wer spornet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Wenn Irrtum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie können wir gelangen Zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit Von Gottes ew'gem Thron, Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, Wenn bang das Herz verzagt, Die Hoff nung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tove Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Chr. K. Jul. Asschenfeldt, 1792-1856. Mel. Valet will ich dir geben. 298. Ich höre beine Stimme, Mein Hirt, und allgemach, Wenn auch in Schwachheit, flimme Ich deinen Schritten nach. O laß zu allen Zeiten Mich deine Wege gehn Und deinem sanften Leiten Mich niemals widerstehn. 2. Dein Stab und Stecken trösten Mich, wenn Gefahr mir droht, Du zeigest dich am größten Mir in der größten Not. Will mir die Kraft verschwinden Und aller Mut entfliehn, Weißt du doch Rat zu finden, Mich aus der Angst zu ziehn. 3. Oft denk ich: wie wird's weiter In dieser Leidensnacht? Da wird's auf einmal heiter, Daß mir das Herze lacht. Oft bin ich wie gebunden und weiß nicht aus noch ein; Und doch wird bald gefunden Ein Ausgang aus der Bein. 4. Oft fühl ich mich so traurig In dieser argen Welt, Die Zukunft sich so schaurig Mir vor die Seele stellt. Dein Wort, zum Heil beschieden, Spricht dann mir tröstend zu, Da geb ich mich zufrieden und finde in dir Ruh. 5. Oft machen mir der Sünden Verborgne Wunden Gram, Da weißt du zu verbinden, zu heilen wundersam. Oft sink ich müde nieder, Ermatt' in meinem Lauf, Da weckest du mich wieder Und richtest sanft mich auf. 3. Leben in Gott und Christo. 213 6. Mein Hirt, mein nichts bliebe, Ich gäb mit Gnadenspender, Zieh mich frohem Sinn Um Jesu bir träftig nach, Ich folgte Christi Liebe Auch noch das gern behender, Allein ich Letzte hin. bin so schwach. O komm, mir beizuspringen, Wenn ich nicht weiter kann, Es wird mir wohl gelingen, Nimmst du dich meiner an. 7. Vielleicht ist's nur ein Kleines, So ist die Mühe aus, Du führst mich dann in deines Und meines Vaters Haus; Dann wird dein treues Leiten Durch so viel Angst und Bein Für alle Ewigkeiten Mein Dankund Loblied sein. $ 2 Karl Joh. Phil. Spitta, 1801 1859. 4. Ich fenn auch gar kein Leben, Von dir, mein Herr, getrennt; mein einzig Leben Du bist Lebenselement. Und Ich kenne gar kein Sterben, Seitdem ich leb in dir; Denn was mich konnt verderben, Die Sünde, nahmst du mir. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Ich weiß nichts mehr 299. O Jeju, meine von Leiden, Denn alles Kreuz Sonne, Vor der die Nacht entfleucht! O Jesu, meine Wonne, Die alle Not verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich Der eine helle Ton: Wie hast du so unsäglich Geliebt, o Gottes Sohn. und Leid Kann mich von dir nicht scheiden, Du Born der Seligkeit; Ja, wenn ich dich nur habe, Dann gilt mir alles gleich, Ich bin am Bettelstabe Noch wie ein König reich. 3. Um diese Perle wäre Mir alles andre feil, Selbst Hab und Gut und Ehre, Mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden Das alles froh und still, Wenn's von dem Herrn mich scheiden Und ihn mir rauben will! 2. Es faßt mich so ein tiefes, Ein himmlisches Gefühl; Es ist mir stets, als rief es: Hier ist dein einzig Ziel! Ja, wenn mir gar 6. Ich bin schon hier auf Erden So selig und so leicht; Und was wird dort erst werden, Wo alle Schwachheit weicht! Das macht ein selig Sterben, Daß ich als 214 IV. Heilsordnung. Gnadenlohn Ein Königreich soll erben Und eine ew'ge Stron. 7. O lieber Herr, so präg es Recht meinen Sinnen ein; lieber Herr, so leg es Mir tief ins Herz hinein, Daß ohne deine Liebe Ich ganz verloren wär Und ohne Hoffnung triebe Auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich Zum Hafen hast gebracht und mich so überselig Aus Gnaden hast gemacht, Daß ich vor nichts erschrecke, Was andern schrecklich ist, Weil ich es seh und schmecke, Wie du mein Heiland bist. Karl Joh Phil. Spitta, 1801-1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 300. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du milder Liebeshort! Einst bist du abgeschieden Mit süßem Mit süßem Freudenwort: Ich geb euch meinen Frieden, Wie ihn die Welt nicht giebt, Verheißen und beschieden Dem, der mich glaubt und liebt!" }} 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, Der Stille wird gemieden, Der Wilde hat den Sieg, Und Unruh herrscht auf Erden Und Sug und Trug und List. Ach, laß es stille werden, Du stiller Jesus Christ! 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden Ein Paradiesesort, Und Sorgen fliehn und Schmerzen Aus jeder schweren Brust; In Freuden glühn die Herzen, In Lieb und Himmelslust. E. Moritz Arndt, 1769-1860. Mel Zeuch ein zu deinen Thoren 301. Ich bin des Lebens müde, Der eitlen Eitelfeit, komm, du Gottesfriede, Und nimm mich aus dem Streit, Nimm mich in deine Ruh, In deine stillen Freuden, Und schließe bittern Leiden Des Wahns Erinnrung zu. 2. Zu viel hab ich geduldet, Gefämpfet überlang, Gefündigt und verschuldet, Drum ist mir weh und bang; Ich weiß nicht aus noch ein Auf diesen öden Straßen, Ich wäre gar verlassen, Wär Jesus Christ nicht mein. 3. Ich wäre längst ver gangen, Wär Jesus Christ 3. Leben in Gott und Christo. Auf sein Und den nicht mein, In Zittern und und Todesgrauen in Bangen, In Sündenangst Antlig niedersank und Bein, In tiefer Seelen- Kelch des Vaters trank. not, Wär er, das Licht der Frommen, Vom Himmel nicht gekommen, Der Zukunft Morgenrot. 4. Du süßer Jesu Christe, So freundlich und so hold! Ach wenn doch jeder wüßte, Was deine Huld gewollt, Wir würden immerdar Entzückt nach oben schauen, Und von den Sternenauen Herab würd alles klar. die du 5. Ja, von den Sternenauen, Wo unsre Heimat ist, Daher käm uns das Schauen, Wer du gewesen bist, Nein, wer du ewig bist: Im Himmel und auf Erden Würd offenbaret werden Der ganze Jesus Christ. E. Moritz Arndt, HD 1769-1860 s Mel. Die wir uns allhier beisammen finden 302. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß 215 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, an des Kreuzes Hängend Stamm; Wie er dürftend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht!" 3. mich Ja, mein Jesu, laß Schuld und deine Huld! Als nie vergessen Meine ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach meiner Seel getrachtet, Eh ich auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegelb Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treufter Jesu. du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798-1864. 216 IV. Heilsordnung. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 303. Volt Volt des Herrn, hienieden Einen du hast langen, schweren Streit! Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, Stehe auf dem ew'gen Fels, Daß dir Sieg und Heil beschere Er, der Heiland Jsraels! 2. Träumest du von gue ten Tagen, Oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, Oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: ,, Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Verächter, Denn sein Trost wird untergehn." 3. Volk des Herrn, du haft hienieden Einen langen, schweren Streit; Nun, so suche keinen Frieden In der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege! Jesu Kreuz ist das Panier; Unter diesem Zeichen siege; Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswerf, 1799-1871. 500 Mel. Christus, der ist mein Leben. 304. In Christo hab ich Frieden, In Christo hab ich Ruh, Ihm lebe ich hienieden, Ihm fall ich einstmals zu. 2. Ihm will ich mich erTod; Er ist mein Heil und geben Im Leben wie im Leben, Was hat es da für Not! 3. Was soll ich denn verzagen; Ist Christus doch bei mir, Ihm will ich alles klagen, Was mich noch drücket hier. du 4. Ihm will ich ganz vertrauen In aller meiner Not, Auf seine Hülfe schauen, Er ist mein Herr und Gott. 5. Er wird mich nicht verlaffen, Wenn mich der Tod anficht; Ihn will ich fest umfassen, Wenn mir das Auge bricht. erfalten, Wenn alles mich 6. Wenn mein Leib will verläßt, Will ich mich an ihn Und an ihn flamhalten mern fest. 7. Herr Jesu, du alleine Bist meine Zuversicht, Ich bin auf ewig deine, Mein Gott, verlaß mich nicht! 8. Dein bin ich allerorten, Dein will ich ewig sein, Dein bin ich hier und dorten, Ach nimm mich zu dir ein! Ludwig Schmidt, geb. 1831. alsarbs 3. Leben in Gott und Christo. Mel. Christus, der ist mein Leben. 305. Mein Wandel ist auf Erden Und führt dem Himmel zu; Durch Wonnen und Beschwerden Such ich die ew'ge Ruh. 2. Mir geht ein Freund zur Seite, Ein starker Sie gesheld, Des Schild deckt mich im Streite, Der mir erkämpft das Feld. 3. In Stürmen und im 13 Glücke Hält seine treue Hand Und zieht zu sich zurücke Mich sanft am Liebesband. 4. Ich stehe oder falle, So bin ich Gottes Kind, Weil meine Sünden alle Durch ihn gefühnet sind. 5. Mein Wandel ist auf Erden, Führt mich dem Himmel zu; In Wonnen und Beschwerden Such ich die ew'ge Ruh. 217 90 19 i mo m Verfasser unbekannt, feit 1842. 308 dod im 19mmi male Lands 1160 stopil jonsid 218 id 971 duit an hist V. Gebetslieder. rood Eigene Melodie 306. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, Ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, Und was dienet deiner Ehr, Auch Cherumbim underaphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth! SUR 208 1. Lob. Dank und Bitte. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit Rühmt dich auf 3 Erden allezeit; Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Deinen rechten und einigen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster wert Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist, Haft nicht verschmäht der Jungfrau Schoß, zu machen uns von Sünden los. Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht; Du sitzest zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr ins Vaters Reich; Ein Richter du zukünftig bist All des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die durch dein Blut erlöset sein; Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heiligen am ewigen 1. Lob, Dank und Bitte. Heil; Hilf deinem Volf, Nach deinem Namen würHerr Jesu Christ, Und segne, diglich. Behüt uns, Herr, das dein Erbteil ist; Wart vor falscher Lehr, Das arm und pfleg sein zu aller Zeit verführte Volk bekehr. Und heb es hoch in Ewigfeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Und ehr'n dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat! Sei uns gnädig, Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unser Hoffen zu dir steht! Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr! Amen! Martin Luther, 1483-1546 ( nach Ambrosius, Bischof von Mailand,+ 397: Te Deum laudamus). Eigene Melodie. 307. Vater unser im ater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willst das Beten von uns han: Gieb, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich, 219 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, Was man bedarf zur Leibesnot; Behüt uns vor Unfried und Streit, Bor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unfre Schuld vergieb uns, Herr, Daß fie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. V. Gebetslieder. 7. Führ uns, Herr, in dein armes Leben, Nimmt Versuchung nicht, Wenn uns der böse Geist ansicht Zur linken und zur rechten Hand; Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst, Und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, Es sind die Zeit und Tage bös; Erlös uns von dem ew'gen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selig End, Nimm unsre Seel in deine Händ.s die 220 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Stärt unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiermit gebeten han Auf dein Wort in dem Namen dein; So sprechen wir das ,, Amen" fein. Martin Luther, 1483-1546 is dich in seinen Schoß, Mit reichem Trost beschüttet, Verjüngt dem Adler gleich; Der Herr schafft Recht, behütet, Die leid'n in seinem Reich. 308. Nun lob, mein Seel, den Herren, Was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o Herze mein; Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß, Beschirmt 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Dazu sein Güt ohn Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht; Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Guad thut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold; Sein Güt ist hoch erhaben Ob dem, der fürchtet ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihrer jungen Kindelein, So thut der Herr uns Armen, So wir ihn kindlich fürchten rein. fennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Eigene Melodie. Wie Gras auf dürrer Fläche, Ein Blum und fallend Laub; Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieb'n Gemeine, Die steht in seiner 1. Lob, Dank und Bitte. Furcht bereit, Die seinen mein Fels, mein Hort, Mein Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. 3hr starken Engel, waltet Sein's Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heil'ges Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487-1541. Eigene Melodie. 309. In dich hab ich gehoffet, Herr, Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zu Spotte; Das bitt ich dich: Erhalte mich In deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Bitt, thu dich herfür, Eil bald mich zu erretten. In Angst und Weh Ich lieg und steh, Hilf mir in meinen Nöten. 221 gar viel seind beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, Mein Hüllf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott In aller Not: Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und durch falsch Gedicht Viel Netz und heimlich Stride. Herr, nimm mein wahr In der Gefahr, Be= hüt vor falscher Tücke. FDM 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Not Hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Preis und Ehr Bater und Herrlichkeit Sei Gott und Sohn bereit, Dem heil'gen Geift mit Namen. Die göttlich Kraft Mach uns siegħaft Durch Jesum Christum. Amen. Adam Reißner, 1471 bis um 1575. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei mir ein Burg, darin ich frei Mel Erhalt uns, Herr, bei Und ritterlich mög streiten deinem Wort Wider mein Feind, Der 310. Herr Gott, der du An mir auf mein Vater bist, Ich schrei im Namen Jesu Christ Zu dir, auf sein Wort, Eid und 222 V. Gebetslieder. Tod: Hör, Helfer treu, in Angst und Not! 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist; Hilf, daß wir thun, was du uns heißt; Gieb Fried, Schuß, gute Freund und Brot, Behüt die Stadt, du treuer Gott! 3. Errett von Hölle, Sünd und Tod, Aus Leibes und der Seelen Not, Ein selig Stündlein uns bescher: Dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr! 4. Auf dein Wort sprech ich: Amen! Herr, Aus Gnad mein kleinen Glauben mehr; Du bist allein der Vater mein, Laß mich dein Kind und Erbe sein! Johann Mathesius, 1504-1565. Eigene Melodie 311. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen; Verleih mir Gnab zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Ten Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben; Dein Wort mein Speis' laß allweg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück gehet her, Das mich von dir möcht kehren. 3. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Beständig sein ans End gieb mir, Du haft's allein in Händen; Und wem du's giebst, der hat's umsonst, Es mag niemand erwerben Noch ererben Dura) Werfe deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 4. Ich lieg im Streit und widerstreb, Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen; In beiner Gnab allein ich leb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Wollst Du mich nicht verlassen, Fest mich fassen; fassen; Behüt mich immerbar; Ich weiß, du wirst's nicht laffen! Johann Agricola, 1492-1566. 1. Lob, Dank und Bitte. Mel Christus, der ist mein Leben. 312. Ach bleib mit deiner Guade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid hier und dorte Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein Gnad und all Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße Bei uns, du starfer Held, Daß uns der Feind nicht truge, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Trene Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, 1588-1632. 223 mer Gott, Du Brunnquell aller Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesunden Leib Leib Ein unverletzte Seel gieb mir Und daß in solchem Und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet, Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu, so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich mei nen Feind Mit Sanftmut überwind, Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es Eigene Melodie. 313. Gott, du from christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb V. Gebetslieder. auch dies dabei, daß von un- freundlich zu sich laden: rechtem Gut Nichts unter Freue dich, Israel, feiner menget fei. Gnaden! 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen fauern Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb Geduld; vor Sünd Und Schande mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tob abscheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab. 224 8. Wann du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, So woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß, Herr, durch deine Stimm Dann meinen Leib erstehn Und schön verklärt zur Schar Der Auserwählten gehn. Joh. Heermann, 1585-1647. Eigene Melodie. 314. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Dank ihm, o Christenheit! Er läßt dich 2. Der Herr regieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern fein! zu grünen Weiden Stellet euch willig ein; Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise Reichlich und überall; Nach Vaters Weise Sättigt er allEr schaffet frith zumal; und spaten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Dank ihm, Lob vermehre, o Christenheit! Uns soll hinfort fein Unfall schaden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles von Löwenstern, 1594 1648. Eigene Melodie. 315. Nun banket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große 1. Lob, Dank und Bitte. Dinge thut An uns und Mein Mund vor jedermann allen Enden; Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund gethan. Und deinen Ruhm vermehren, So lang er fallen kann. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich, Im höchsten Himmelsthrone; Jhm, dem dreiein'gen Gott, Als der im Anfang war Und ist und bleiben wird Jesund und immerdar! Martin Nindart, 1586-1649. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. 225 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deine Güt und Größe kennt, Und stets dein Lob erneuen, Wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sei gepriesen! Du bist's, der Wunder thut; Du haft auch mir erwiesen, Was mir ist nüß und gut. Drum geb ich mich mit Freuden Dir, Herr, zu eigen hin; Nichts soll von dir mich scheiden, So lang ich leb und bin. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht, Denn als die Schwachen famen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du haft mir Gnad erzeiget, Nun wie vergelt ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1607-1667. 316. Man lobt bich in der Stille, Du hocherhabner Zions- Gott! Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht, In Trübfal und Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. läßt du die Deinen nicht. 317. Ich finge dir mit Drum soll dich stündlich ehren Herz und Mund, Herr, mei15 226 V. nes Herzens Lust; Ich sing und mach auf Erden fund, :: Was mir von dir bewußt.:,: 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ew'ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat:: Viel Heil und Gutes fleußt.:,: 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Bater, nicht von dir:: Allein gegeben werd?:,: 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld: Mit Tau und Regen nett?:,: 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost, Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most: Zu seinen Zeiten find't?:,: Gebetslieder. 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Mut, Wer hält mit seiner Hand Des güldnen Friedens wertes Gut :,: In unsrem Vaterland?:,: 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; Du hältst die Wach an unsrer Thür :,: Und läßt uns sicher ruhn.:,: 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr:: Geraten, treulich bei.:,: Du strasst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr; Ja, endlich nimmst du unsre Schuld :: Und wirfst sie in das Meer.:,: 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut :,: Und dir zu Ehren reicht.:,: 11. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns des Himmels Haus, :,: Wenn uns die Erd entgeht.:,: sing 12. Wohlauf, mein Herze, und spring Und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding,: Ist selbst und bleibt dein Gut.:,: 13. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil,:,: Schafft Rat und läßt dich nicht.:,: 14. Was fränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin:: Auf den, der dich gemacht.:,: 1. Lob, Dank und Bitte. 15. Hat er dich nicht tes Muts, Die Straf erläßt, von Jugend auf Versorget die Schuld vergiebt:,: Und und ernährt? Wie manchen thut uns alles Guts.:,: schweren Unglückslauf:: Hat er zum Heil gekehrt!:,: 16. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment, Nein, was er thut und läßt geschehn,:,: Das nimmt ein gutes End.:,: 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier im Frieden ruhn:: Und ewig fröhlich sein.:,: Paul Gerhardt, 1606-1676 Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 227 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz :: Ins Meeres Tiefe hin.:,: 6. Er laffe seinen Frieden ruhn Auf seines Volkes Land; Er gebe Glück zu unserm Thun: Und Heil in allem Stand.:,: 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht,:,: Gar ferne von uns stehn.:,: 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil Und bleib auch, wenn wir von der Erd:,: Abscheiden, unser Teil.:,: 318. Nun banket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer: 3m Himmel stets vermeld't!:,: 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall:,: Und große Dinge thut!:,: 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund Eigene Melodie. erhält, Und wo kein Mensch 319. Sollt ich meinem mehr helfen kann,:,: Sich selbst zum Helfer stellt.:,: 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gu9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu Und zeig uns drauf sein Angesicht:,: Dort in der ew'gen Ruh.:,: Paul Gerhardt, 1606-1676 Gott nicht singen, Sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie 15* 228 V. Gebetslieder. so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, Also hat auch immer wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Allsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich Hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Durch sein teures Blut gewinn. du Brunnen ohn Ergründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Deines Grundes Tiefe finden! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Giebt er mir in ſeinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Macht zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not zustehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen fann, kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt; Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue nene Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles 1. Lob, Dank und Bitte. Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir gleich bitter scheint, Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuz zu ihm hinlenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenfreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1606-1676. 229 Eigene Melodie. 320. Lobe ben Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; Kommet zu Hauf, Pfalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, Was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Obem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! Joach. Neander, 1650-1680 230 v. Gebetslieder. Eigene Melodie. Mel. O Gott, du frommer Gott. 321. Wunderbarer Kö- 322. Wohlauf, mein Herz, zu Gott Dein Andacht fröhlich bringe, Daß dein Wunsch und Gebet nig, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch, Laß die Zunge singen, Laß die Stimme flingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Stärke, Mehr als aller Menschen Werfe! Großes Licht der Sonnen, Sende deine Strahlen, Die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! 3. D du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, Jauchze, preise, klinge, Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig troben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet! Halleluja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet! O wohl dir, Glaube mir, Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. Joach. Neander, 1650-1680. Durch alle Wolken dringe, Weil Gott dich beten heißt, Weil dich sein lieber Schn So freudig treten heißt Vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir Befohlen hat zu beten; Dein Bruder ist's, der dich Vor ihn getrost heißt treten; Der werte Tröster ist's, Der dir die Wort giebt ein; Drum muß auch dein Gebet Gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort Vertreibt ja alles Zagen; Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir So viel Not abgewandt. 4. Komm nur, fomm freudig her In Jesu Christi Namen; Sprich: Lieber Vater, hilf, Ich bin dein Kind, sprich: Amen! Ich weiß, es wird geschehn, Du wirst mich lassen nicht, Du wirst, du willst, du kannst Thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius, 1611-1684. 1. Lob, Dank und Bitte. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 231 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von sei323. Sei Lob und Ehr nem Volk geschieden. bleibet ihre Zuversicht, Segen, Heil und Frieden. Er Ihr tem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem und her: Gebt unserm Gott die Ehre! Gott, der alle Wunder thut, Mit Mutterhänden leitet er Gott, der alle Wunder thut, Die Seinen stetig hin Dem Gott, der mein Gemülte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Herrscher O aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Sie preisen deine Schöpfer macht, Die alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich 3st alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 2) 4. 3ch rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien!" Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Troft gedeihen. Drum dank, ach Gott, brum dank ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Ich will dich all mein lebenlang, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Seel und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm ihr Gottes Macht bekennt, Gott die Ehre! Jhr, die Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht 31 Spott: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! Und 8. So fommet vor sein Dank zu bringen, Bezahlet Angesicht, Mit Jauchzen die gelobte Pflicht laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles wohl gemacht, Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schüßz, 1640-1690. V. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 232 Gebetslieder. 324. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hie her hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte, Bis hieher hat er mich geleit, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir gethan, Bis hieher mir geholfen! 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen. Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, 1637-1706. sonder Ende; Die Welt so groß, das Meer so breit Eind Werke deiner Hände; Tes Himmels Bau, der Erden Last, Und was du, Herr, geschaffen hast, Zeugt uns von deinem Wesen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, Voll Herzlichkeit und Stärke, Und wer dein Wesen nicht versteht, Dem zeigen deine Werke, Daß du ein Herr der Herren bist Und deine Machi unendlich ist 3m Himmel und auf Erden. 3. Ich ehre dich in solcher Pracht Im Herzen und mit Worten; Mein Geist erwäget Tag und Nacht Dein Heil an allen Orten; Mein Mund bekennet jedem frei, Daß sonst kein Gott und Herrscher sei, Als du, den wir verehren. 4. Ach Gott, erwecke doch die Welt, Die ganz im Argen lieget, Dich und dein Wort verächtlich hält Und Sünd zur Sünde füget; Du schlägest fie, fie fühlen's nicht; Ach, wenn sie doch dein Strafgericht Noch zur Erkenntnis brächte. Mel. Allein Gott in der Höh jei Ehr. 5. Ich glaube, Herr, du bist mein Gott, Ich will es 325. Herr Gott, bu bist alle lehren, Sollt auch der von Ewigkeit Und bleibest fremden Kinder Spott Sich 1. Lob, Dank und Bitte. noch darüber mehren; Ich weiß gewiß, ich traue dir, Du wirst noch ihnen und auch mir, Daß du regierest, zeigen. Mart. Günther, um 1720. Eigene Melodie. 326. a Lobe den Herren, meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren, Und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hülfe der Gott Jakobs ist, Der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, Und 233 was darinnen ist, gemacht; Alles muß treulich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis' bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei, Und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Truß; Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergess'nen Tritte nen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß ſie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut; Alles 234 V. Gebetslieder. was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist! Halleluja, Halleluja! Joh. Daniel Herrnschmidt, 1675-1723. Eigene Melodie. 327. Dir, bir, Jehovah, will ich singen; Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und ſpiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich in Geist und Wahrheit an, So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Senfzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich„ Abba, lieber Vater!" schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht Und wird gewiß ron dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit digkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die giebst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von 1. Lob, Dank und Bitte. dir in Geist und Glauben wegen; Ach Bater, fröne bitt. Wohl mir! Lob dir doch Mit reichem Himmelsjetzt und in Ewigkeit, Daß segen Die Werke meines Amts, du mir schenkest solche Se- Die Werke meiner Pflicht, ligkeit. Zu thun, was dir gefällt: Ach Gott, verlaß mich nicht! Barthol. Craffelius, 1667-1724. Mel. O Gott, du frommer Gott. 5. Ach Golt, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, Hilf mir, o großer 328. Ach Gott, verlaß Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht; Hilf mir in Not und Tod, Ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franck, 1659-1725 mich nicht! Gieb mir die Gieb mir die Gnadenhände, Ach, führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz; Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; Ach, laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen! Gieb mir den guten Geist, Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärf und Kraft, Ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir, Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be235 Eigene Melodie. daß ich tauſend 329. Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, Mund, So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht; O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, V. Gebetslieder. braucht allen euren Fleiß sten Gefahr Ward ich dein Und stehet munter im Ge- Trostlicht stets gewahr. schäfte zu Gottes, meines Herren Preis. Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir; Ihr schwanken Gräser in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 8. Wie sollt ich nun nicht voller Frenden In deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend mit dir gehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 236 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erHöhn, Die allenthalben um mich stehn. 9. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich noch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Joh. Menßer, 1658-1734. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 7. Ich hab es ja mein 330. Womit soll ich Lebetage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter unter vieler Plage Zwar wunderbar, doch wohl geführt; Denn in der größedich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen 1. Lob, Dank und Bitte. Deine Gnad und Liebeszei- den Wunden fliehn, Die mich chen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Froh erhebe Tag und Nacht; Denn was ich nur bin und habe, Kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Ob der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Haft getragen voll Erbarmen. tausendmal sei dir, König, Dank dafür! Tausend, Großer 4. Ach ja, wenn ich überlege, Wie mit Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. O wie haft du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sünden Höhle Möchte zu 237 6. Ja Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht, Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und Allmacht merken. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Ganz sich zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, Wie's den Kindern nützlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist Und dich meiner angenommen, Wenn's aufs höchste auch gekommen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Du hast mich auf Adlers Flügeln Oft getragen 238 at V. Gebetslieder. väterlich, In den Thälern, Mel. In allen meinen Thaten. auf den Hügeln Wunderbar 331. Herr, höre, Herr, erwecket mich; Schien mir alles zu zerrinnen, Ward ich deiner Hülf doch Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöten, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 11. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gültigkeit, Und du haft zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen. Ach, laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten, Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Ehre An allen Orten aus. erhöre! Breit deines Namens Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschütze Kirch und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nutz; Bewahr vor allen Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer Und unverdrossne Hörer, Die beide Thäter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reichlich ein. 4. Gieb unserm Kaiser Glücke, Laß deine Gnadenblicke Auf unsre Fürsten gehn; Schütz sie auf ihren Thronen Und laß auch ihre Kronen In vollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Jhr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Freud sich müssen In unserm Lande füssen, Ja segne Herr und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden So Feu'r- als Was 1. Lob, Dank und Bitte. serschaden, Treib Sturm und das Amen In unsres Jesu Hagel ab; Bewahr des Lan- Namen, So ist der Wunsch des Früchte und mach uns gewährt. nicht zu nichte, Was deine Hand uns gab. Benj Schmold, 1672-1737. 7. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die sonst verirret sein; Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wann sie um Hülfe schrein. 8. Sei allen Kindern Bater, Den Müttern sei Be= rater, Den Kleinen gieb Gerater, Den Kleinen gieb Gedeihn; Zeuch unsre zarte Jugend Zur Frömmigkeit Daß sich die und Tugend, Eltern freun. 9. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanfen, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig überstehn. 10. Bleib der Verfolgten Stüte, Die Reisenden beschüße, Die Sterbenden begleit Mit deinen Engelscha ren, Daß sie in Frieden fahren zu Zions Herrlich feit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt begehrt; Wir sprechen nun 239 Mel. Jesu, meine Freude. 332. Augenugsam Wesen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut! Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, Ist still und satt, Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann in Frieden leben; Er hat, was er will. Wer im ist Herzensgrunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und still. Bist du da Und innig bald erbleichen und das nah, Muß das Schönste Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein! Was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben: Du vergnügst allein. Was ich mehr Als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht V. Gebetslieder. zu. Einer nur kann geben der Überwinderkrone Der Freude, Ruh und Leben, Eins ist not: Nur du! Hab ich dich Nur wesentlich, So mag Leib und Seel verschmachten, Ich will's doch nicht achten. Erstgebornen sel'ge Schar, Samt den unzählbaren Frommen, Die durch den Sohn zu dir gekommen; Sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, Preis, Dank in Ewigkeit! Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 240 5. Laß von dir mich scheiden Freuden nicht noch Leiden, Reine Kreatur; Stets nach dir verlangen, Kindlich an dir hangen Sei mein Himmel nur! Bleib nur du Mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Amen" sagt unendlich mehr. Ihr Lob zu wenig ist; Dein Lob du selber bist. Amen, 333. Großer Gott, wir Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. fallen nieder; Zwar du bedarfst nicht unsrer Lieder, Uns ziemt und nützt dein Lob so sehr. Dir zum Lob sind wir geboren, So teu'r erkauft, so hoch erforen! Seligkeit, bir geben Ehr! Zu deinem Lobe nur Ist alle Kreatur. Sel'ges Wesen, Laß uns dir nahn, beten an, In Geist und Wahrheit sei's gethan. Wir Und 3. Gott, fie loben deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke bringen dir allein die Ehr; Schaun im Licht auf deinen Wegen Gerechtigkeit und Heil und Segen, Ihr 2. Droben steht vor deinem Throne Im Schmuck 4. Durch dein Wollen muß bestehen, Was wir durch dich geschaffen sehen; Dein Werk ist groß und wunderbar. Lob muß dir von allen werden Im Himmel, Meer und auf der Erden, Es stellt von deiner Pracht was dar. Dein Lob ist eingeprägt In allem, was sich regt. Amen, Amen! Und Auch wir sind bein VALERIO 1. Lob, Dank und Bitte. stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 5. Alle jene Millionen, Die als dein Volk auf Erden wohnen, Erheben dich, du ew'ges Gut! Freuen sich, dich zu bekennen, Gott, ihren Vater dich zu nennen, Der sie erlöst durch Christi Blut, Ihr allgenügend Teil, Ihr Trost, ihr ganzes Heil. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 6. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich würdiglich verehren; Nimm unser Herz zum Heiligtum, Daß es ganz von dir gestillet, Von deiner Herrlich feit erfüllet Zerfließ in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, Erhebe Geist und Mut. Amen, Amen! Halleluja, Halleluja! Der Herr ist groß und gut und nah! Gerh. Tersteegen, 1697-1769. 241 2. Wenn morgens ich erwache Und schlafe abends ein, Befehl ich Gott die Sache: Herr, hilf mir, ich bin dein! 3. Geh ich an die Geschäfte, So bitt ich zum Gedeihn Ihn um Verstand und Kräfte: Herr, hilf mir, ich bin dein! 4. Will sich mein Fleisch vergehen, Betrogen von dem Schein, So halt ich an mit Flehen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 5. Wenn mich die Sünden fränken, So kann ich noch allein An den Versöhner denken: Herr, hilf mir, ich bin dein!" im Beten, und ist mein 6. Fühl ich mich schwach Glaube flein, Soll mich) sein Geist vertreten: Herr, hilf mir, ich bin dein! 7. Wenn ich in Leidenstagen Bei seiner Rute wein, So will ich findlich sagen: Herr, hilf mir, ich bin dein! Mel. Christus, der ist mein Leben. 8. Will Satan mich berauben, Und macht die Welt 334. So lang ich hier mir Pein, Ruf ich getrost im Glauben: Herr, hilf mir, ich bin dein! noch walle, Soll dies mein Seufzer sein, Ich sprech bei jedem Falle: Herr, hilf mir, ich bin dein! 9. Macht auch mein Herz mir Grauen, Der Herr sei 16 V. Gebetslieder. Herr, nicht mehr mein, So seufz' lieren. Mein wahrer Ruhm ich voll Vertrauen: sei meine Pflicht, Der Ruhm hilf mir, ich bin dein! vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes Leben; Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. 242 10. In meinen letzten Stunden Schäß ich mich heil und rein Durch meines Heilands Wunden; Er hilft mir, ich bin sein! Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 335. Sott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. 2. 3ch bitte nicht um Überfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verChr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Eigene Melodie. 336. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke, Hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn Anfang Gott Und Gott in 1. Lob, Dank und Bitte. ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war In Himmel, Erd und Meere, Das tennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich oder nachmals thue, er erforschet mich und VorUnd dich. 7. Er ist dir nah, Du sitest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn Und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft Ich Gutes thu und fehle, Und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch, Wie lang ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. men Sueci 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel; Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfst das Land, Führst uns auf grüne Weiden, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Empfangen wir Freuden aus deiner Hand. 243 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Sollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. 3ft Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden, So frag ich nichts Nach Himmel und nach Erden Und biete selbst der Hölle Trutz Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769 Mel. 997 337. W enn ich, o 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, 11. Wer kann die Pracht Anbetend überlege, So weiß Von deinen Wundern fassen? ich von Bewundrung voll Ein jeder Staub, Den du Nicht, wie ich dich erheben haft werden lassen, Verkün- soll, Mein Gott, mein Herr digt seines Schöpfers Macht. und Bater! Es ist das Heil uns kommen her 16* 244 V. Gebetslieder. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht, Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? dienen? 3. Wer mißt dem Windes él seinen Lauf? Wer heißt dull den Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So So weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und bien ihm gern; Wer wollte Gott nicht 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Eigene Melodie. 338. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem 1. Lob, Dank und Bitte. du erschaffen bist, Wo du, Zeit der Schmerzen, Sie mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du fönntest 10 selig sein. leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine verstehn? Er Güte nicht sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein; Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur 245 Es ist das Heil uns kommen her. Mel. 339. Der Herr ist Gott und keiner mehr; Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, Jhn auszusprechen, wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; Eh noch die Erde war, war er, Und eher als die Himmel. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn faſsen alle Himmel nicht, Die seine Kraft erfüllet; Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 246 V. Gebetslieder. 4. 3st er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, Was ihr beginnt; er sieht's gewiß, Er sieht es schon von ferne. 5. Wer schützt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegen wärtig breitet sich Dein Fittich über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, der verschonet. 6. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? To Joh. Andr Cramer, 1723-1788. nord Mel. Sollt es gleich bisweilen. 340. Urquell aller Seligfeiten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöpfung weit Gebiet, Vater, Hör mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, nicht damit ich reicher werde, Auch um Weltlust femm ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schätze, die mich nicht verlassen, Wenn ich sterbend werd erblassen, Tugenden, des Christen wert, Sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht ich haben, Den fein Zweifel, keine Nacht Schwerer Leiden wankend macht. 5. Unverfälschte, wahre Liebe, Voller edler, reiner Triebe; Liebe, die dem Feind verzeiht Und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr alles raubte, Hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll. 7. Starken Mut im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten, Sieg dem Geist, und wenn er fiegt, Demut, die im Staub sich schmiegt. 8. Stärke, alle Lebensplagen Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot; 1. Lob, Dank und Bitte. letzte Seufzer spricht: mein Jesu, laß mich nicht! 10. Herr, du wollst im Erdenleben Mir nur diese Güter geben, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen beißt. 9. Seelenruhe, Mut im 2. 3n rein Erbarmen Sterben, Wenn die Lippen hülle Mein schwaches Herz, sich entfärben, Und der Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz; Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind; Es wird die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Julie Hausmann, geb. 1826. Chr. Friedr. Daniel Schubart, 1739-1791. Eigene Melodie. 341. Jehovah, Jehovah, Jehovah! Deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm. Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt Auf dein Wort in Staub zerfällt, Soll in unsern Hallen Das Heilig, Heilig, Heilig!" erschallen. Halleluja, Halleluja! 19 Gottl. Konr. Pfeffel, 1736-1809. Eigene Melodie. 342. So nimm denn meine Hände und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt; Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 247 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 343. Bringt Dank dem Herrscher, Preis und Ehre! Frohlockt im Staube, betet an! Vom ganzen erdgeschaffnen Heere Darf nur der Mensch zu Gott sich nahn. Er darf's, wo ihren hehren Flügel Die Andacht seiner Seele leiht; Im Temvel, anf dem Blumenhügel, Im Schatten stiller Einsamkeit. 2. Wie festlich prangt die Morgenröte, Das stille Abendrot, wie schön, Wenn wir im heiligen Gebete Durch ihren Glanz zum Schöpfer 248 V. Gebetslieder. sehn! Wie schimmert in der Nacht die Ferne, Wenn schaubernd, doch voll Zuversicht Der Fromme mit dem Gott der Sterne Als Kind mit seinem Vater spricht. 3. Nie leichter fühlt der Christ die Bürde, Die ihn oft matt zur Erde zieht, Nie mehr die Hoheit seiner Würde, Als wenn er vor der Gottheit kniet. Da atmet schon der Staubver wandte Das Leben, das im Himmel lebt, zu dem er aus dem Sinnenlande Durch stille Grabesschauer schwebt. 4. Da schwindet jedes Glück der Erde Vor seinem hellen Blick in nichts; Da schwinden Kummer und Beschwerde, Wie Schatten vor der Macht des Lichts. Drum laßt, mit reiner Seelen- Fülle, Uns oft dem Weltgeräusch entfliehn Und in dem Himmel unsrer Stille Vor dem Erhabnen betend knien. Verfasser unbekannt. don Eigene Melodie. 344. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir beugt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in sel'ger Ruh Heilig, heilig, heilig!" zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm, Alles ist dein Eigentum. Chor, Menge 4. Der Apostel heil'ger Der Propheten große Schickt zu deinem Thron empor Neue Lobund Dankgesänge. Der Blutzeugen große Schar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenfreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater; dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie verehrt auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit Und mit folchen Lehren Troste kräftig speist, Der, o König aller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. 2. Kreuz- und Trostlieder. 7. Herr, erbarm, erbarme heißung wegen! Auf dich dich! Auf uns komme, Herr, hoffen wir allein, Laß uns dein Segen! Deine Güte nicht verloren sein! zeige sich Allen der Verdu Verfasser unbekannt 2. kreuz- und Crostlieder. Eigene Melodie. fällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel Ich 345. Was mein Gott Gott befehl In meiner legSein will, gescheh allzeit, Will, der ist der beste; Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, Der fromme Gott, Und züchtiget mit MaBen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben; Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht wi derstreben. Sein Wort ist wahr, Er hat das Haar Auf meinem Haupt gezählet; Er sorgt und wacht, Nimmt uns in acht, Auf daß uns gar nichts fehlet. 249 3. Drum will ich gern von dieser Welt Hinfahrn nach Gottes Willen Zu meinem Gott; wenn's ihm geten Stunden; Du frommer Gott! Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wollst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Feind ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf mir und wehr, Ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, Dem wird's gewährt; Drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg- Gulmbach(?). is 1522-1557. dan Tid Eigene Melodie. 346. War Sarum betrübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeit 250 di V. lich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. Gebetslieder. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein; Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind du nimmermehr vergißt, Du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich Auf Erden feinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, Ich trau auf dich mit festem Mut, Ob ich gleich werd veracht; Ich weiß und glaube festiglich, Wer dir vertraut, dem mangelt's nicht. Als bu es du 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertrau'n; Mach reich an meiner Seele mich, So g'nügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr, Das Ewige mir nur gewähr, Das du erworben hast Durch deinen herben, bittern Tod: Das 15 bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich dante dir, Herr Jesu Christ, Daß solches fund mir worden ist Durch dein göttliches Wort; Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis ſei dir gebracht, Daß du hast alles wohlgemacht; Ich bitt demütig dich, Du wollst von deinem Angesicht Mich ewiglich verstoßen nicht. Verfaffer unbekannt, um 1565. This Eigene Melodie. 347. Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen nicht wo aus und ein Und finden weder Hülf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not. 2. Kreuz- und Trostlieder. 3. Und heben unser Aug Christ, Dem muß der Himmel werden. Darum auf dich All Hoffnung ich Ganz fest und treu will setzen; Herr Jesu Christ, Mein Trost du bist In Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär Dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist Du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich Nur hab um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr Mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. und Herz zu dir in wahrer Neu und Schmerz Und suchen der Sünd Vergebung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich Im Namen des Herrn Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum fommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unser Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, Sprich uns von ihr aus Gnaden los, Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Sünden frei; 7. Auf daß von Herzen fönnen wir Nachmals mit Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511-1569. Mel Was mein Gott will, ge= scheh allzeit. 251 3. Dein tröst ich mich Ganz sicherlich, Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist not, Du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, Mein Herz erneu, Errette Leib und Seele; Ach höre, Herr, Dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen. Joach Magdeburg, 1525 bis nach 1583. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 348. Wer Gott vertraut, Hat wohl gebaut 3m 349. Herr, wie du Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt Auf Jesum willst, so schick's mit mir Im Leben und im Sterben; V. Gebetslieder. Allein zu dir steht mein Be- sorgen, Wo ich auch sei im gier, Laß mich, Herr, nicht Land. verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gieb mir Geduld, Denn dein Will ist der beste. 252 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem gan zen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, O Herr; ein seligs End gieb mir Durch Jesum Christum, Amen! Kaspar Bienemann( Melissander), 1540-1591. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 350. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Sonst ging ich in der Jrr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend wie den Morgen Will er mich wohl ver2. Wenn sich der Menschen Treue Und Wohlthat all verkehrt, So wird mir bald aufs nene Sein Macht und Gnad bewährt; Er hilft aus aller Not, Befreit von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenn's auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, So kann mir gar nicht grauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist. Er meint's gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Den eingebornen Sohn, Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seele nähret; Lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Die er uns beide schenkt; Das ist ein sel'ge Stunde, sein gedenkt. Sonst ist all unsre Zeit Verloren hier Darin man dok 2. Kreuz- und Trostlieder. auf Erden; Wir sollen selig retten Aus Trübsal, Angst werden und sein in Ewigkeit. und Nöten, Mein Unglück kann er wenden: Es steht in seinen Händen. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Zuvor so groß geacht; Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben, Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 7. Darum, ob ich schon dulde Hier Widerwärtigkeit, Wie ich's auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Die aller Freude voll, Dieweil ich Christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein Erbteil werden soll. 8. Das ist des Baters Wille, Der uns geschaffen hat, Sein Sohn giebt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad; Und Gott, der heil'ge Geist, Im Glauben uns regieret, Zum Reich des Himmels führet, Drum sei er hochgepreist! Ludwig Helmbold, 1532-1598. Eigene Melodie. 351. Auf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Not, Er kann mich allzeit 253 2. Ob mich mein Sünd anficht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen, Ihm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut eder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du geduldig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben und bringst uns all zugleiche Zum ew'gen Himmelreiche. 5. Amen! Zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen! Friedr. Beurhaus(?), gest. 1609 V. Gebetslieder. Mel. Bater unser im Himmelreich Herzens Schatz und mein Reichtum: Ich kann's doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen fann; Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wird's erfahren mit der That. 254 352. Aa Gott, wie Nay manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit; Der schmale Weg ist trübsalvoll, Den ich zum Himmel wan dern soll; Wie schwer doch läßt sich Fleisch und Blut Zwingen zu dem ewigen Gut. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hüllf und Rat Allzeit gewiß ge= funden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der fest vertraut auf Jesum Christ. 3. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ich's nicht acht. Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir; Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ew'gen Lebens Vorschmack sei. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, Gern tragen deines Kreuzes Joch; Mein Gott, mach mich dazu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann. Konrad Hojer, um 1570-1612. 4. Rein bessre Treu auf Erden ist, Denn nur bei Eigene Melodie. dir, Herr Jesu Christ; Ich 353. In allen meinen weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter, treuer Hirt, Der mich ewig behüten wird. Thaten Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst geben Rat und That. 5. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, Mein's 2. Kreuz- und Trostlieder. 2. Nichts ist es spät und hängnis gehn; Kein Unfall frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Gunst. unter allen Wird je zu hart mir fallen, Ich will ihn überstehn. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder zieh ich fort; In Schwachheit und in Banden, Und was mir stößt zu Hauden, So tröstet mich sein Wort. 255 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist; Ich nehm es, wie er's giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab ich auch erfiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schüßt. Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich ents binden, Durchstreichen meine 354. Sei getreu bis Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch Geduld. an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Not Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Ver8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen: Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Bater in der Höhe Weiß allen Sachen Rat. 12 Paul Flemming, 1609-1640. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 2. Sei getreu in deinem Leiden Und laß dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht 256 1905 V. Gebetslieder. mit Weh und Ach; Denn 6. Nun wohlan, so will du machest deine Schuld ich leiden, Glauben, lieben, Größer nur durch Ungeduld. Leichter trägt, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget. 3. Sei getren in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund Ja nicht aus dem Herzen rauben; Halte treulich deinen Bund, Den dein Gott durchs Wasserbad Fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, Wenn du treulos ihm ge= schworen. 4. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Näch sten Gutes übe, Ob er dich gleich hart betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat. mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeihn und liebreich leben. Du 5. Sei getren in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; Hat dich Kreuz und Not betroffen, Und Gott hilft nicht allsofort: Hoff auf ihn doch festiglich! Sein Herz bricht ihm gegen dich, Seine Hülf ist schon vorhanden, Hoffnung machet nie zu Schanden. hoffen fest, Will getreu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergiebt, Sieh, ich fasse deine Hände: Hilf mir treu sein bis ans Ende! Nach Benj. Prätorius, 1571-1668. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 355. du betrübte Seele mein, Stell doch einmal das Trauern ein, Schwing die Gedanken über sich: Der wohnt im Himmel, fennet dich. 2. Gedenke doch an Jesum Christ, Der weiß aufs best, was nüglich ist Und dienet deiner Seligkeit, Die er durch seinen Tod bereit't. 3. So du ein rechter Christ willst sein, So mußt du, gleich dem Herren dein, Das Kreuze tragen in der Still, Dies ist des Herren ernster Will. 4. Willst du genießen seiner Freud, Mußt du zuvor mittragen Leid; Die himmlisch Rosen bricht man 2. Kreuz- und Trostlieder. nicht, Eh uns ein Dorn hohe, starke Hand des Kreuzes sticht. 5. So ist auch nur ein Augenblick, Daß währet alles Mißgeschick, Wenn du bedenkst die Ewigkeit, Darin besteht die Seligkeit. 6. Wohlan, so mag's nur immer gehn, Wie mir es ist von Gott versehn; Was er mir schickt, ist alles gut, Ob gleich nicht alles sanft mir thut. 7. Ihm sei es gänzlich heimgestellt, Er mach's nur, wie es ihm gefällt, Und laß den schwachen Willen mein Sein'm Willen ganz ergeben sein. Joh. Mich. Dilherr, 1604-1669. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 356. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn, Auf die schwere, bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein; Meine Seele, die zu Sank bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. vor 2. Der, vor dem die Welt erschrickt, Hat mir meinen Geist erquickt, Seine 257 Reißt mich aus der Höllen Band; Alle seine Lieb und Güt Überströmet mein Gemüt, Daß es nun in Lieb erglüht. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kummer mich beschwert, Hat die Sünde mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schuß und Treu Steht mir wieder treulich bei. zu 4. Gott läßt keinen traurig stehn, Noch mit Schimpf zurücke gehn, Der sich ihm eigen schenkt Und ihn auf Gott sein Hoffnung setzt, sein Herze senkt: Wer Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt. in 5. Kommt's nicht heute, wie man will, Sei man nur ein wenig still; Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt: Wann die kommt, kommt unsre Bitt Und die Freude reichlich mit. 6. Als ich furchtsam und verzagt Mich selbst und mein Herz geplagt, Als ich manche liebe Nacht Mich 17 V. Gebetslieder. mit Wachen frank gemacht; fränkt, Der allertreusten Als mir aller Mut entfiel, Tratst du selbst, mein Gott, ins Spiel, Gabst dem Unfall Maß und Ziel. Pflege Des, der den Himmel lenkt: Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 7. Nun so lang ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll mir dieser Wunderschein Stets vor meinen Augen sein; Ich will all mein lebenlang Meinem Gott mit Lobgesang Hierfür bringen Preis und Dank. 258 8. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ew'gen Vaters Herz Mir schon jetzo zugezählt Oder fünftig auserwählt, Will ich hier in diesem Lauf Meines Lebens allzuhauf Frisch und freudig nehmen auf. 9. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod, Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein; Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 357. Befiehl du deine Wege, Und was dein Herze 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohlergehn; Auf sein Wert mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Bein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ew'ge Treu ind Guade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt's dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerHARUS adv 2. Kreuz- und Trostlieder. stehn, So wird doch ohne nem Teile, Als hätt in Zweifel Gott nicht zurücke seinem Sinn Er deiner sich gehn: Was er ihm vorge begeben Und sollt'st du für nommen, Und was er haben und für In Angst und will, Das muß doch end- Nöten schweben, Als frag lich kommen zu seinem er nichts nach dir. Zweck und Ziel. 6. Hoff, o bu arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll: Gott sitt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn lağ thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit Rat Das Werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 038 wunderbarem 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an sei259 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und Mit Ruhm trägst davon und Dankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpfalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende Mit aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1606-1676. 17* 260 309 v. Gebetslieder. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 358. Gebulb ist euch 5. Geduld dient Gott zu vonnöten, Wenn Sorge, Ehren Und läßt sich nimGram und Leid, Und was Und was mermehr Von seiner Liebe euch mehr will töten, Euch fehren; Und schlüig er noch in das Herze schneid't. so sehr, So ist sie doch bes O auserwählte Schar! Soll dacht, Sein heil'ge Hand euch der Tod nicht töten, zu loben, Spricht: Gott, Ist euch Geduld vonnöten, der hoch erhoben, Hat alles Das ist gewißlich wahr. wohl gemacht!" 2. Geduld ist Gottes Gabe Und seines Geistes Gut, Er schenkt sie uns zur Habe, Sobald er in uns ruht. Der eble, werte Gast Erlöst uns von dem Zagen Und hilft uns treulich tragen Die große Bürd und Last. ,, Wer will's ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus!" 3. Geduld kommt aus dem Glauben Und hängt an Gottes Wort: Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort, Das ist ihr hoher Wall; Da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater, sorgen Und fürchtet keinen Fall. 6. Geduld ist mein Verlangen Und meines Herzens Lust, Nach der ich oft ge= gangen, Das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld! Ach gieb mir und gewähre Mein Bitten, ich begehre Nichts anders als Geduld. 7. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. kommt dann der letzte Zug, So gieb durch deine Hände Auch ein geduldig Ende, So hab ich alles g'nug! Paul Gerhardt, 1606-1676. 4. Geduld ist wohl zufrieden Mit Gottes weisem Eigene Melodie Rat, läßt sich nicht leicht 359. Gieb dich zufrieermüden Durch Aufschub seiner Gnad, Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getroft beschweren Und denkt: den und sei stille In dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle, 2. Kreuz- und Trostlieder. Ohn thn mühst du dich ver- zens stilles Klagen, Und was gebens. Er ist dein Quell du feinem darfst erzählen, Und deine Sonne, Scheint Magst du Gott gar fühnlich täglich hell Zu deiner Wonne. sagen; Er ist nicht fern, Gieb dich zufrieden! Steht in der Mitten, Hört bald und gern Der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten dich umringen, Wirst du doch nicht unterliegen. Denn, wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, Dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbten treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not Kann er bald wenden, Ja, auch den Tod Hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und fennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen; Er zählt den Lauf Der heißen Thränen Und faßt zuhauf All unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ein'ger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Trenster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid Und heimlich Grämen Und weiß die Zeit, Dir's zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Her261 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand Voll reicher Gaben, Dran See und Land Sich tönnen laben. Gieb dich zufrieden! 8. Sprich nicht:" Ich sehe keine Mittel; Wo ich such, ist nichts zum besten." Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wann die Not am größten. Wenn ich und du Ihn nicht mehr spüren, Tritt er herzu, Uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! Sous Tante Cassistante V. Gebetslieder. 9. Bleibt gleich die Hülf Qual Hat dann ein Ende. in etwas lange, Wird sie Gieb dich zufrieden! dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, Faßt man gewisser, Und was verzeucht, Ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 10. Nimm nicht zu Her zen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten. Laß sie nur immer weiblich spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Eigene Melodie. Freund Und deiner Sachen, 360. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, In der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, däm= pfen. 262 Was kann dein Feind, Der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 11. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Un glück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab Schlägt unfre Lenden Bis in das Grab, Da wird sich's enden. Gieb dich zufrieden! 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Wo uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und Leibs und allem allem Bösen. Es kommt einmal Der Tod behende, Und alle 13. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimge fahren, Sich auch nun im Frieden freuen, Da sie den Grund, Der nicht kann brechen, Den ew'gen Mund Selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden!" Paul Gerhardt, 1606-1676. 2. Hab ich was nicht recht gethan, Ist mir's leid von Herzen; Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; Denn das ist das Lösegeld Meiner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir geraten. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht 2. Kreuz- und Trostlieder. meine Krone, Sein Ver- hat geweint Darf nicht dienst mein Eigentum, Darin ewig klagen, Sondern hat frei ich wohne Als in einem vollkommne Lust vollkommne Lust Dort in festen Schloß, Das kein Das kein Christi Garten, Dem sein Feind kann fällen, Brächt Leiden ist bewußt, Endlich er gleich davor Geschoß Und zu erwarten. Gewalt der Höllen. 4. Was ist in dem Himmelszelt, Was im tiefsten Meere, Was ist Gutes in der Welt, Das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht Mir und meinem Leben? 5. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz Herein Mit dem bittern Leide, Laß es dringen, fommt es doch Von geliebten Händen; Schnell Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 263 7. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Blagen, Wer hier zeitlich 8. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und lachen. 9. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Schmerzen, Wirf sie fröhlich hinterwärts! Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr: Er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, 1606-1676. d 6. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Eigene Melodie. Die gedeihen selten wohl 361. Warum sollt ich Hab Ohne Zucht und Ruten; Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen? mich denn grämen? ich doch Christum noch; Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben! 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht 264 V. Gebetslieder. mein; Gott allein Ist es, der's gegeben; Will er's wieder zu sich kehren, Nehm er's hin! Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Bein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 5. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich laffen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 6. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 7. Was sind dieses Lebens Güter? bens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. 8. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. d 9. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 362. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, Nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind Und braust, daß alles kracht und bricht, So sei getrost, denn dir geschicht, Was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes Will, Auf diesem ruht man sanft und still. Da gieb dich allzeit frisch hinein, Begehre nichts als nur allein, Was Gott gefällt. 2. Kreuz- und Trostlieder. 3. Der flügste Sinn ist Hand; Hinwieder trägt uns Gottes Sinn: Was Men- See und Land, Was Gott schen sinnen, fället hin, gefällt. Wird plötzlich kraftlos, müd und laß, Thut oft, was bös, und selten das, Was Gott gefällt. 9. Sein ist die Weisheit und Verstand, Jhm ist bewußt und wohlbekannt, Sowohl wer Böses denkt und thut, Als auch wer Gutes thut und liebt, Was Gott gefällt. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, Der niemand Arges gönnt und thut: Er segnet, wenn uns schilt und flucht Die böse Welt, die nimmer sucht, Was Gott gefällt. 5. 10. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; Sobald es sich zur Sünde fehrt, So winkt er mit der Vaterrut Und locket, bis man wieder thut, Was Gott gefällt. Das treuste Herz ist Gottes Herz, Treibt alles Unglück hinterwärts, Beschirmt und schütet Tag und Nacht Den, der stets hoch und herrlich acht't, Was Gott gefällt. 6. Ach, könnt ich singen, wie ich wohl Im Herzen wünsch und billig soll, So wollt ich öffnen meinen Mund Und singen jego diese Stund, Was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Nat Und übergroße Wunderthat, Das süße Heil, die ew'ge Kraft, Die allenthalben wirkt und schafft, Was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, Auf ihm steht unser Wohl und Weh; Er trägt die Welt in seiner 265 11. 3st dem also, so mag die Welt Behalten, was ihr wohlgefällt. Du aber, mein Herz, halt genehm Und nimm vorlieb mit Gott und dem, Was Gott gefällt. 12. Laß andre sich mit stolzem Mut Erfreuen über großes Gut, Du aber nimm die Kreuzeslast Und sei geduldig, wenn wenn du haſt, Was Gott gefällt. 13. Rebst du in Sorg und großem Leid, Hast lauter Gram und keine Freud, Ei, sei zufrieden! trägst du doch In diesem sauren Lebensjoch, Was Gott gefällt. 14. Mußt du viel leiden hier und dort, So halte fest POLLMAN Sorexcedur Haral 266 156 V. an deinem Hort; Denn alle Welt und Kreatur Ist unter Gott, kann nichts, als nur Was Gott gefällt. Gebetslieder. 15. Wirst du veracht't von jedermann, Höhnt dich dein Feind und flagt dich an, Sei wohlgemut! dein Jesus Christ Erhöhet dich, weil in dir ist, Was Gott gefällt. 16. Der Glaub ergreift des höchsten Huld, Die Hoffnung bringt und schafft Geduld: Schließ beide tief ins Herz hinein, So wird dein ew'ges Erbe sein, Was Gott gefällt. 17. Dein Erb ist in des Himmels Thron, Hier ist dein Scepter, Reich und Kron, Hier wirst du schmecken, hören, sehn, Hier wird ohn Ende dir geschehn, Was Gott gefällt. Paul Gerhardt, 1606-1676. pidha Eigene Melodie. 363. Attes lles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderbar geführet Und mich leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind. Ich begehr, nach dem zu ringen, Was allein kann Frieden bringen, Den man in der Welt nicht find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgeſtellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit; Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, Will ich ihm nicht widerstreben; Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, 2. Kreuz- und Trostlieder. Alles Irdische vergehet Und Heuchelei, So kommt Gott, fährt wie ein Strom dahin. Um 1676, Verfasser unbekannt. eh wir's uns versehn Und lässet uns viel Guts geschehn. dag Eigene Melodie. 364. Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigfeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 267 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße size, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und seget jeglichem sein Ziel. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und ist dem Reichen flein und arm zu Höchsten alles gleich, Den machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der Morgen Beseufzen unser Un- bald erhöhn, bald stürzen gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. kann. 7. Sing, bet und geh richt das Deine nur getreu auf Gottes Wegen, VerUnd trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott segt, den verläßt er nicht. Wie 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wann es nützlich sei; Mel. Jesu, meine Freude. Wenn er uns nur hat treu 365. Meine Seel ift erfunden und merket feine stille Zu Gott, dessen Wille Georg Neumark, 1621-1681. Miss 268 V. Gebetslieder. Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur Dem Himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein; Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wonach sind so viel beslissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, In tem Sich mir ich mich freue, ganz ergiebt. Er allein, Er soll es sein, Dem ich wieber mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß; Lerne ihm vertrauen, So So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt Aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket Alles, was sie fränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Lust, Fasset sich Ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste; Am End kommt das Beſte. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu mindern Und das Glück zu sparn Bis zu End; Alsdann sich wend't Das zuerst gekost'te Leiden, Und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade, 1666-1698. e Eigene Melodie. 366. Sollt es gleich bisweilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am 2. Kreuz- und Trostlieder. allergrößten; Er ist gegen Mel. Alles ist an Gottes Segen. mich, sein Kind, 367. Mehr als Wunderanfang, väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen, Ich kann seine Macht verlachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen kränken, Mag auf mein Verderben denken, Wer mir ohne Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, Will ich alles andre lassen; Legt man mich dereinst ins Grab, G'nug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Tieße( Titius), 1641-1703. 269 herrlich's Ende, Wo die wunderweisen Hände Gettes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, Wunderreich sind seine Thaten, Und du sprichst: Wo will's hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, Was Gott weislich heißt geschehen Ihm und dir zur Herrlichkeit; Ob der Anfang seltsam scheinet, 3ft das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß; So auch. in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag ersinnen, Wo man Hülfe kann gewinnen, Die Vernunft ist hier zu blind; Nicht für das Verborgne taugen Ihre halbgebrochnen Augen, Weil sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, 270 V. Gebetslieder. was er angefangen, So zum Ende stets gelangen, Daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, Verne dei nem Gott vertrauen, Sei getrøft und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, Daß du wirst am Ende spüren, Wie er dir thut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wird's nicht fehlen; Du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht fennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst befen nen müssen: Wunderanfang, herrlich's End! Heinr. Arn. Stockfleth, 1643-1708. Eigene Melodie. 368. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn, So laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab Geduld: Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenken, Er, als ein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei; Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben fommt die Zeit, Da öffentIn Freud und Leid; Es lich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der meinem bitter ist nach Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil doch zuletzt Ich werd ergötzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So 2. Kreuz- und Trostlieder. wird Gott mich Ganz väter- weit. Wer Gott liebt, dem lich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedente doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Samuel Rodigast, 1649-1708. Eigene Melodie 369. Sott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden thut, Der mit Kraft und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott fann besser, als wir denken, Alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt' der schlummern oder schlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedente doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und 271 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf, Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft Gottes Gnade währet imdem Schwachen gnädig auf. mer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser HerrGott noch! 5. Gott lebet noch! Seele was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden tränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ist's, der es herzlich meinet, Wo die 272 26 V. Gebetslieder. Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der Harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Frieden, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Johann Friedrich Ziehn, 1650-1719. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 370. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; Wo Gott nicht giebet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir alles Guts; Drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 3. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 4. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt und Treu, So g'nüget mir's zu jeder Stund; Drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 5. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir gnädig stehen bei; Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 6. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat; Er giebt und nimmt, macht's, wie er will; Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 7. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, Nichts hilft Verstand, Wiß oder Kunſt; Mit Gott geht's fort, gerät auch wohl, Daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! Joh. Betichius, 1650-1722. DE 2. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 371. Meine Seele fenket sich Hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, arm und bloß In des lieb sten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, 3st mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spigen Dornen sticht Und den Frieden nur kann kränfen. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hangt an Gottes Angesicht Auch alsdann, wenn er will töten. 273 Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden: Also hab ich allen Spott, Alle Marter überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Joseph Winkler, 1670-1722. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. sein: 372. Ein Chrift kann ohne Kreuz nicht nicht Drum laß dich's nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge: Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein Sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, So gieb dich brein; Es kommt von Liebeshänden: Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Das Kreuz 18 274 V. Gebetslieder. lehrt fleißig beten, Zieht ab von eitlem Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenn's nun zu dir gekommen: Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Das muß uns immer wecken; Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit und der Posaunen Schallen Uns würde überfallen. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Es lehrt die Sünde hassen Und unfern lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Bedenk's und laß dich üben, Das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein: Was Gott schickt, will ich tragen. Schickt's doch der liebe Vater mein, Sind's doch nur turze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden: Ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649-1726. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 373. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn alles Eigenwählen; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird es an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt 3m kindlichen Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er's will fehrn und wenden, Sei ihm allein ganz heimgestellt; Er mach es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterwillen; Scheint's der Vernunft gleich wunderlich: Sein Nat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das 2. Kreuz- und Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich tren Im Glau ben, Hoffen, Leiden; Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will von ihm mich scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Es geh durch Nacht und Schrecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich tren und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. Lambert Gedicke, 1683-1735. Trostlieder. 2. Gott hört, wenn niemand hören will; Wie sollte mir denn bangen, Als könnt an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf ich empor, So hört sein Ohr. Sein Amen schallet wieder und sendet Hülf hernieder. 374. Gott lebt! Wie kann ich traurig sein, Als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz, Drum darf ich nicht verzagen, Soll ihm nur alles klagen. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, Als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die fleinste meiner Zähren, Er wird mir Trost gewähren. 275 4. Gott führt! Drum geh ich ruhig fort Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen legen, So wird er zwar Mich Mel. Was Gott thut, das ist wunderbar Doch selig imwohlgethan. Daß nie mein mer leiten, Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot: Und wenn in Not Ich müßt durch Wüsten reisen, Er würde doch mich speisen. 18* 276 V. Gebetslieder. 6. Gott lebt, ich mert es überall; Gott hört, ihm darf ich flagen; Gott sieht, er kennt der Thränen Zahl; Gott führt, ich darf nicht zagen. Drum nicht betrübt! Gott giebt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 375. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Sich in Geduld stets fassen Und Gottes heil'gem Rat und Wink Sich völlig überlassen, Sowohl bei trüber Not und Bein Als bei vergnügtem Sonnenschein; Geduld erhält das Leben. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, Wenn dich ein Leiden drücket; Flich nur getrost zum ew'gen Licht, Das träftiglich erquicket! Küß in Geduld des Vaters Nut, Der dir so viel zu gute thut; Geduld bringt Mut und Kräfte. 3. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, Bis sich der Sturmwind leget! Im Kreuze wird die Lust gedämpft, Die sich im Fleisch noch reget; Dem Geist wird neue Kraft geschenkt, Daß er sich still in Gott versenkt; Geduld erhält viel Gnade. 4. Es wird auch keiner dort gekrönt, Der hier nicht recht gestritten, Der nicht, wenn ihn die Welt verhöhnt, Die Schmach des Herrn gelitten; Wer aber Christi Joch hier trägt, Dem wird sein Schmuck dort angelegt; Geduld erlangt die Krone. 5. Gott hilft dir auch bei aller Not, Dem kannst du sicher trauen; Er übergiebt dich nicht dem Tod, Du sollst das Leben schauen; Er steht dir bei, er tröstet dich, Beweiset sich recht väterlich; Geduld ist voller Segen. 6. Erwarte nur der rechten Zeit, So wirst du wohl empfinden, Wie er in süßer Freundlichkeit Sich mit dir wird verbinden. Es wird ausgestandner Pein nach Labsal unaufhörlich Geduld wird nicht zu Dein sein; Schanden. Jak. Gabr. Wolf, 1684-1754 2. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Aus tiefer Not schrei ich Welt sei Welt und bleibe zu dir. Welt, Du bist der Schatz, der mir gefällt, Da iſt mein ganzes Herze. 5. Wenn du mich schlägst, so dank ich dir so dank ich dir Und will die Rute füssen, Denn in dem Kreuze läßt du mir Dein Vaterherze wissen, Das wallt vor Liebe gegen mich. Du sprichst:" Mein Kind, ich werde dich nicht lassen noch versäumen!" 376. Mach's, lieber Gott, wie dir's gefällt In allen meinen Sachen, Die Hoffnung ist auf dich gestellt, Du wirst's am besten machen; Ich seh auf deine rechte Hand, Dabei ist mir der Trost bekannt, Daß sie kann alles ändern. 2. Will's vor der Welt unmöglich stehn, Deswegen unverzaget! Was Gott will, das muß doch geschehn, Wohl dem, der's auf ihn waget. Der Höchste kann im Augenblick Durch seine Hand mein Mißgeschick In Glück und Heil verwandeln. 3. Zwar fällt mir oft ein Zweifel vor, Der dies und das will sprechen; Doch du wirst das zerstoßne Rohr Nicht vollends gar zerbrechen; Das Docht des Glaubens, das nur glimmt Und bloß von dir noch Kräfte nimmt, Wirst du nicht gar verlöschen. 4. Gieb nur Geduld und stärke mich, Wenn ich in Schwachheit leide, Ich halte mich allein an dich, Und dies ist meine Freude. Die 277 6. Das tröstet meinen blöden Mut, Daß ich mich wenig kränke; Du machst doch endlich alles gut Und besser, als ich denke; Wer weiß, wie nah die Freudenzeit, Da mir mein Herzenswunsch gedeiht, Und ich im Segen lebe! 7. Drum weiche Sorg und Traurigkeit! Ich bin in Gott zufrieden; Gott hat mir schon zu rechter Zeit Mein Teil und Heil beschieden. Ist mir's zur Zeit noch unbekannt, So kann des Höchsten rechte Hand Doch alles fröhlich ändern. Erdm. Neumeister, 1671-1756. 278 V. Gebetslieder. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 377. Auf Gott und nicht auf meinen Rat Will ich mein Glücke bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. ds 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nitzen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, Mel. Nun ruhen alle Wälder. eh ich's bat, gewährt, Wenn's 378. Ich hab in guten seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne So will ich denn Zahl. gelassen Mich auch in Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 4. 3st nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, 2. Kreuz- und Trostlieder. Das doch zu meinem Besten bient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Rub, mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen banen; Du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnabe; Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 379. Was ist's, daß ich mich quäle? Harr seiner, 279 meine Seele, Harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüget; Gott weiß es, und Gott schütet Allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn Vater nannute, War er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, auch die größte Last der Welt. Wär's 4. 3ch lebe nicht auf Erten, Um glücklich hier zu werden, Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir Gott, du ge= gewähret! währst es gern. Was dieses Glück verletzet, Wenn's alle Welt auch schätzet, Sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Ist Mangel i V. Gebetslieder. schwer zu tragen, Noch Allmacht treue Hand. Nie schwerer Haß und Spott: zu kurz ist seine Rechte; Wo So harr ich und bin stille ist einer seiner Knechte, Der Zu Gott; denn nicht mein bei ihm nicht Rettung fand? Wille, Dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider fahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. 4. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz! Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte Worte nicht, nicht Thränen finden, Klag ihm schweigend deinen Schmerz. 5. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen; Glaube nur, daß er dich hört. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Glaub, daß Jesus dich vertreten, Glaube, daß, was er gebeten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 6. 380. Fortgekämpft und fortgerungen, Bis zum Lichte durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbegleiten; Mut spricht er den Schwachen ein. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen, Flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werde überwinden; Wer ihn sucht, der wird ihn finden, Wird ihn haben hier und dort. 280 Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen, Glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanken! Bald wirst du voll Freud ihm danken, Bald Mel. Ach, was soll ich Sünder umgiebt dich Kraft und Licht. machen. 3. Aus des Jammers 381. Endlich bricht der wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner Joh. Kasp. Lavater, 1741-1801. heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt sein Siegel, Gleich 2. Kreuz- und Trostlieder. 281 dem Gold, im Feu'r be- sten Schmerzen Dringt das währt; Zu des Himmels Herz zu Jesu Herzen höchsten Freuden Werden Immer liebender hinan, Und nur durch tiefe Leiden um eins nur fleht es sehnGottes Lieblinge verklärt! lich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des fünft'gen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 1911) 3. Leiden bringt empörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo unterthan, Daß er die gebrochnen Kräfte Zu dem Heiligungsgeschäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unfre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im innersten Gemache Des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, findlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 6. Im Gefühl der tief7. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermiſset denn hienieden, Welch ein Meer voll Gottesfrieden Droben ihm beschieden sei? 8. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. Nach Karl Friedr. Hartmann, 1743-1815. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 382. Wenn der Herr einst die Gefangnen Ihrer Bande ledig macht, dann schwinden die vergangnen Leiden wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, Unser Mund voll Lachens sein. Jauchzend V. Gebetslieder. werden wir erheben Den, Dein Herz, das zärtlich, voll der Freiheit uns gegeben. Erbarmen Den Leidenden 282 2. Herr, erhebe deine Rechte, nicht auf uns den Vaterblick; Führe die verstoßnen Knechte In das Vaterhaus zurück! Ach, der Pfad ift steil und weit; Kürze unsre Prüfungszeit! Führ uns, wenn wir tren gestritten, In des Friedens stille Hütten! 3. Ernten werden wir mit Freuden, Was wir weinend ausgesät; Jenseits reift die Frucht der Leiden, Und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, Er, er selbst ist unser Lohn. Die ihm lebten, die ihm starben, Bringen jauchzend ihre Garben. Sam. Gottlieb Bürde, 1753-1831. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 383. Getreuzigter, deinen Füßen dem Staube sich empor Mein Herz, wenn es von Gram zerrissen; Es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr: Dein Herz, die Ruhe statt der Armen, Die niemand sonst erquicken kann, zu Hebt aus ist aufgethan. 2. Du unser heil'ger Blutsverwandter, Der einst so heiß für uns geweint, du mit jeder Not bekannter, Erfahrner Arzt und Seelenfreund, Eröffne du dein Herz dem Matten Als eine stille Felsenkluft, Wo Kühlungen ihn sanft umschatten, Wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. 3. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, Das du dem Petrus zugewandt, Daß er, verirrt auf dunklem Pfade, Dich guten Hirten wiederDein Aug begegne fand, meinem Sehnen, Das aufwärts seine Seufzer schickt: Denn milder fließen meine Thränen, Wenn du mich, Jesu, angeblickt. 4. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab: So sich auch mich an und die Meinen In jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, Der oft den Geist mit Angst Wenn endlich beschwert, Hoffnung, Lieb und Glaube Die fühnsten Bitten sieht erhört? 2. Kreuz- und Trostlieder. 5. O du mein freund- über mich; Dein Rat wird lichster Regierer, Seitdem ich wall im Pilgerland, Sei ferner noch mein treuer treuer Führer Bis zu dem schönen Heimatland! Halt mir dein Ohr für alles offen, Was ich dir flag im Kämmerlein, Und laß mich stets voll Demut hoffen, Daß es soll Ja und Amen sein. nimmer wanken, Bau ich nur feft auf dich. Die deine Kinder heißen, Die sind dir wohlbekannt, Nichts kann sie dir entreißen Aus deiner Vaterhand. Chr. Adam Dann, 1758-1837. Mel. Herzlich thut mich verlangen 384. Hier lieg ich, Herr, im Staube Vor dei nem Angesicht. Wo ist mein froher Glaube, Wo meine Zuversicht? Wo sind die Hellen Stunden, Da ich im Licht dich sah? Ach, alles ist verschwunden, Und nur mein Schmerz ist da. 2. Sieh, Vater, voll Erbarmen, Voll Gnad und 283 3. Herr, du hast nur Gedanken Des Friedens 4. Laß Berg und Hügel weichen, Der Friedensbund steht fest: Der wird das Ziel erreichen, Der still sich führen läßt, Der, wie die Bahn sich lenket, Die er hier wandeln soll, Bei jeder Schickung denket: Der Herr macht alles wohl. 5. Drum fasse dich, o Seele, sehr; Und traure nicht so Wie viel zum Trost dir fehle, Bald klagest du nicht mehr. Er kommt, er kommt, der Retter, Er kommt und zögert nicht, Auch durch das trübste Wetter Dringt seiner Sonne Licht. Joh. Friedr. Ludw. Drewes, geb. 1762. voll Geduld Hernieder auf mel. Auferstehn, ja auferstehn. mich Armen, Vergieb mir meine Schuld; Hilf, daß 385. Ja fürwahr, uns ich nie versinke, Reich mir die starke Hand: Mit einem deiner Winke Ist alles abgewandt. führt mit sanfter Hand Ein Hirt durchs Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Herde. Halleluja! 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt, Er wacht, V. Gebetslieder. der treue Hirt, Und läßt heit hast du mich erschreckt, den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Halletuja! Ich seufze, Herr, und weine. Doch hast du deine GnadenHand In dieser Not nicht abgewandt Von deinem schwachen Kinde. 3. Sicher lettet aus des Todes Graun Er uns zu grünen Au'n, Zu frischen Quellen, Zu ew'gen Lebenswellen. Halleluja! 284 4. Freundlich blickt sein Aug auf uns herab; Sein fanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede, Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 5. Ja fürwahr, er ist getreu und gut; Auch unser Schicksal ruht In seinen Armen, Sein Name ist Erbarmen. Halleluja! Friedr. Ad. Krummacher, 1768-1845. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 386. Herr, mein D Gott, verlaß mich nicht In meinem großen Jammer; Senk einen Strahl von dei nem Licht In meine Trübsalskammer! Barmherziger, ich suche dich! Von oben her erquicke mich, meiner Seele Frieden! Gieb 2. Du hast mir einen Sturm erweckt, Mir zittern die Gebeine; Mit Krank3. Ich weiß es wohl, du liebst mich noch, Haft du mich gleich zerschlagen; Drum will ich auch das Trübsalsjoch, Das du mir auflegst, tragen. In allem, Herr, gescheh dein Will; Ich halte dir in Demut ſtill Und beuge meine Kniee. 4. Verspottet mich in meinem Leid Der Feind und Widersacher, So gründ ich meine Freudigkeit Auf meinen Seligmacher Und tröste mich in meiner Not Mit seinem blut'gen Kreuzestod, Den er für mich gelitten. Wer kann mir denn nun Schaden thun, lang ich Christum habe? In seiner Gnade will ich ruhn, Bis man mich trägt zu Grabe. Hier ist der Herr und macht gerecht Durch sein Verdienst den armen Knecht, Wer will mich denn verdammen? 6. Das Kreuz währt eine kleine Zeit, Darnach Doch muß es vergehen. 2. Kreuz- und Trostlieder. Gottes Lieb und Freundlich- Leid und Sorgen pressen, keit Wird ewiglich bestehen. Mein Glaube stehet felfenfest: Der Herr, der treue Gott verläßt Den nicht, der auf ihn tranet. Daß ein Vaterauge wacht! Selbst die Haare auf dem Haupte Zählet er. O daß ich's glaubte: Auch aufs Kleinste giebt er acht. Christian August Bähr, 1795-1846. 5. Warum sollt ich mich denn ängsten? Sind nicht auch die allerbängsten Nächte Mel. Alles ist an Gottes Segen von ihm vorgesehn? Vorm Beginn kennt er das Ende, Und es führen seine Hände Alles, wie es soll geschehn. 387. Still, in meinem Gott zufrieden Aufwärts blicken, wenn hienieden Mich die Dunkelheit befällt; Immer ruhig und gelassen Ihn, den Herrn, ins Auge fassen; Wär doch so mein Herz gestellt! 285 2. Wäre doch mein innres Leben Ganz und gar dem Herrn ergeben, Säh ich nur auf ihn allein; D, dann könnte selbst der Schrecken Reine Unruh mir erwecken, mir kein Sorgenanlaß sein! 6. Wie er will, so muß es gehen. Könnt ich ihm doch so schwach und klein? denn widerstehen, Ich, der Seinem Willen mich zu fügen Sollt mein seligstes Bergnügen, Meine liebste Pflicht mir sein! dann 7. Herr, mach meine Seele stille. O Allweiser, wenn mein Wille Nur in deinem Willen ruht, Ja, strahlt, troß Leid und Schmerzen, Fried und Freude mir im Herzen; Dann ist alles, alles gut! Peter Friedrich Engstfeld, 1793-1848. 3. Möcht ich mich in Gott versenken, Fest im Glauben es bedenken, Daß er alles weiß und thut, Daß der höchste Weltregierer Auch mein treuer Lebensführer Und mein Gott ist, groß und gut! 4. Möcht ich niemals 388. Das ist mein doch vergessen, Wenn mich Trost in allen Leiden, Daß Mel. Der du das Los von meinen Tagen. di V. Gebetslieder. nichts mich kann von Jesu scheiden Den heißen Wunsch scheiden, Von seiner Liebe in deiner Brust; Es ist feine Macht, Und daß der ja meines Heilands Wille, größte aller Schmerzen Hat Und daß ich den getreu ernicht Gewalt in einem fülle, einem fülle, Das werde meine Herzen, Worin die Liebe höchste Luft. Jesu wacht. 2. Wenn er mir bleibt, was kann mir fehlen? Wenn er mich labt, was kann mich quälen? Wie hat er alles wohl bestellt! Wenn ich nur seinen Namen nenne, Dann ist's, als ob das Herz mir brenne, Jm Lichte steht die ganze Welt. 286 3. Wenn meine Pflichten oft mich drücken, Se darf ich Liebesrosen pflücken Aus seinem bittren Kreuzestod. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Wie kommt mir wunderbare 389. Ich habe viel ge litten, Doch Jesus litt noch mehr; Was er so hart erstritten, Ist mir nun Kraft und Wehr. Hinan zu seiDu müder nem Hügel, Sinn, hinan, Und lern in diesem Spiegel, Wie man ertragen kann. Stärke, Wie sind dann leicht die schweren Werke, Dieweil mein Jesus sie gebot. 6. Geduld! sie wird ja endlich kommen, Die Stunde, mir zum Heil und Frommen, Gott hat sie feinem noch versagt. Bis dahin dent in allen Leiden, Daß nichts dich kann von Jesu scheiden, Von seiner Liebe feine Macht. Annette von Droste- Hülshoff, 1797-1848. 4. Mein Leid muß mir zu Freuden werden, Denk ich an Jesu Leid auf Erden Und seinen schweren Kreuzes pfad. Mein Jesus ist vorangegangen; Ach kann mir noch vor Dornen bangen Auf Wegen, die mein Herr betrat? 5. Ach könnt ich diese Hülle meiden! Doch still, mein Herz, verschließ be2. Geh ein in seine LeiGeh ein in seinen den, Tod, Und laß dich willig scheiden Von aller deiner Not. Sei dir in ihm gestorben, So weicht, was dich betrübt: Der hat die 2. Kreuz- und Trostlieder. Ruh erworben, Der sich sein selbst begiebt. 3. Was ist es, das mir fehle, Schweigt erst mein Anspruch still? O süßes Los der Seele, Die Gottes Rat nur will! Dies duldende Verlangen Führt' Jesum himmelein, Und wo er hingegangen, Da soll fein Diener sein. 4. Nur eines, was ich heische, Sei mir noch hier gewährt: Hilf, daß der Welt Geräusche Nicht meine Seele stört. Doch kommt's nach deinem Willen, So laß mich findlich, klein, Auch dann dein Bild erfüllen Durch Harren und Verzeihn. 5. Ich hab ein neu Verlangen: Was du willst, will auch ich. Nicht rauben, nur empfangen Mag ich mein Wohl durch dich. Gott wohnt in meiner Seele, Erquickt mich täglich viel; Umsonst, daß ich mich quäle, Sein Himmel ist mein Ziel! Joh Friedr. von Meyer, 1772-1849. Mel Valet will ich dir geben. 390. Was willst du dich betrüben? Der alte Gott lebt noch, Nicht hüben 287 und nicht drüben, Nicht ferne und nicht hoch: Sein Hauch weht allenthalben, Sein Lieben klingt durchs All In höchster Engel Psalmen, In kleinster Vöglein Schall. 2. Er weiß um deine Schmerzen, Er weiß um deine Zust. Und willst du ihn von Herzen, Gleich hat ihn deine Brust, Gleich fällt wie Frühlingsregen Bei warmem Sonnenschein Sein süßer Gnadensegen Dir voll ins Herz hinein. tes Grämen, 3. Auf, wirf dein schlechDein eitles alle Schemen, Sorgen weg! Verscheuche Die irren deinen Weg. Du sollst im Lichte schreiten, Und der dich frei gemacht, Das große Licht der Zeiten, Schloß ewig deine Nacht. 4. Mag alles sinken, wanken, Dies eine bleibet fest, Gedanke der Gedanken, Der nimmer sinken läßt: Das große Licht der Zeiten, Dein Heiland Jesus Christ, Wird Strahlen um dich spreiten, Wo alles finster ist. 5. Dies wage fest zu fassen, Dies halte treu und fest, Den schwöre nie zu V. Gebetslieder. denn bei Tag und Nacht Ich's im Herzen ausgedacht. lassen, Der nimmer dich denn ich je gehofft, Beffer, verläßt; Der dich mit sei nem Blute Erlöst aus Nacht und Wahn, Will, daß mit Hellem Mute Du wandelst deine Bahn. E. Moritz Arndt, 1769-1860. 288 Mel. Gott des Himmels und der Erden. 391. Stille halten deinem Walten, Stille halten deiner Zucht, Deiner Liebe stille halten, Die von je mein Heil gesucht; Ja, das will ich, wie's auch geh, Wie's auch thu dem Herzen weh. 2. Stille halten ohne Klage, Ohne Murren, ohne Trop. Was dazu die auch sage, Ich will spotten ihres Spotts; Weiß ich doch, wie gut mir war Stille halten immerbar. 3. Wo ich's selber wollte zwingen Und es wagen ohne dich, Ach, da santen mir die Schwingen Meines Mutes jämmerlich; Aber wo ich stille hielt, Hast du stets mein Heil erzielt. 4. Ward es anders auch gewendet, Ging's durch banges Dunkel oft, Immer hat es gut geendet, Besser, 5. Darum will ich stille halten Tag und Nacht, jahrein und aus, Bricht auch neues zu dem alten Kreuz und Leid herein ins Haus; Weiß ich nur, es kommt von dir, Nun, es sei willkommen mir. 6. Du, o Herr, giebst Kraft den Deinen Und den Schwachen allermeist, Darum gieb mir mir deinen reinen, Deinen guten, stillen Geiſt, Daß es gelte wo und wann Ich dir stille halten kann. 7. In der wellenlosen Stille Über tiefem MeeresGotteswille In dem Klarsten sich mir dein Spiegel fund, Da nur fann dein Odem wehn, Wo die Stürme schlafen gehn. 8. Wie das Weltmeer seine Masten Sicher trägt auf stiller Flut, So, Herr, laß mich deine Lasten Tragen mit ergebnem Mut, Kehr mit deinem Frieden ein, Laß mich stille, stille fein! Karl Rud Hagenbach, 1801-1874. silic 2. Kreuz- und Trostlieder. Mel Freu dich sehr, o meine Seele 392. mein Herz, gieb dich zufrieden! Overzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, Nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will, Harre nur, vertraue still; Geh des Wegs, den er dich sendet! Er begann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, So lobsing ihm aus der Nacht; Sieh, er wird dir Licht bereiten, Wo du's nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, Wird die Last dir allzuschwer, Faßt er plötzlich deine Hände Und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, Rottete sich wider dich: Dank ihm, o der Herr ist freundlich, Seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid Seines Segens dunkles Kleid: Dank ihm; er schickt seinen Segen Auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; Kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, Wenn dich Glut und Sturm 289 bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; Und kann's nur ein Wunder fann er senden. wenden, Auch ein Wunder 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt mutig aus! Was mit ihm du angefangen, Führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht: In Vertraun und in Gebet Bleib So führt er's zum schönsten am Werke deiner Hände, Ende. Viktor von Strauß, geb 1809. Eigene Melodie. 393. Alles, was dein Gott dir giebt, Nimm getrost aus seinen Händen, Denn zum Segen muß sich wenden Alles, was dein Gott dir giebt. Ja für jeden, der ihn liebt, Muß das Leid auch selig enden: Alles, was dein Gott dir giebt, Nimm getroft aus seinen Händen. 2. Alles, was dein Gott dir nimmt, Gieb getrost, so er's verlanget, Wie dein Herz auch zagt und banget, Wenn dein Alles Gott dir 19 290 V. Gebetslieder. 2. nimmt. Wenn dein schönster Stern verglimmt, Der so leuchtend erst gepranget, Und wenn Gott dir alles nimmt, Gieb's getrost, so er's verlanget. 3. O so bleib getrost und still, Giebt dir Gott, will er dir nehmen. Was er ELE Kreuz- und Trostlieder. giebt, nimm ohne Grämen Und verbleib getrost und still. Wo er nimmt, er geben will Reichres nur, dich zu beschämen: O so bleib getrost und still, Giebt dir Gott, will er dir nehmen. Friedrich Heinrich Ofer, geb. 1820. VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 291 1. Ehe und Hausstand. Mel. Wie schön leucht uns der Kein Wurm Kann zerschlaMorgenstern. gen, Kann zernagen, Was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 394. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, 3m Stande heil'ger Ehe. Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, Die im Orden Eines Lebens einig worden. 3. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Es ist ein höh'rer Vater; Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, Die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und Hand in Hand durchs Leben gehn Jm Bunde reiner Treue: Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, Da sieht man, wie der Engel Schar Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Die Thränen läsfet fließen; Doch wer sich still und in Geduld Ergiebt, des 19* 292 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Leid wird Gottes Huld In Angst und Not gestürzt, Ja, großen Freuden schließen. Schweige, Beuge Dich ein wenig! Unser König Wird behende Machen, daß die Angst sich wende. das Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte Immer dir Und mit verpflichtet sein dankbarem Gemüte Solchen Glücks- und Segensschein Rühmen und vor jedermann Deine Wohlthat zeigen an: Ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schätze, Suchen in der Welt ihr Heil, Daß sie Geld und Gut ergöße, So bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in keiner Not Und in keinem Kreuz verderben, Bis Mel. Werde munter, mein Gemüte. 395. Sorge doch für sie endlich selig sterben. 5. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, In Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; Wir wollen fingen bester Weis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen Zu erfüllen, Deinen Namen Ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, 1606-1676. meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Ob sie gleich vor dir sind Sünder, Sind sie dir doch zugethan, Und du hast sie in der Tauf Väterlich genommen auf, Daß sie, wenn sie sollten sterben, Wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret Und so manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie hier und überall Hätt' in 5. Schüße sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schar, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Laß sie ihre Lebensjahr In der Tugend bringen zu, Bis du sie, wie mich, zur Ruh Wirst in's tühle Grab versenken Und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie in diesem Leben Hier, und wo es dir gefällt, Was zu deiner Ehre geben, So laß in der gan. 1. Ehe und Hausstand. 17 293 Gott ist ein reicher Er wird euch wohl versorgen; Er weiß ja eure Not, Sie ist ihm nicht verborgen. Ob ihr auch wenig habt, Ist auch der Vorrat flein, So will fürs Künftige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, Er woll Verlassene Aus ihrer Trübsal reißen. Das Wort geht euch auch an; Ihr werdet es schon sehn, Wie auch an euch es wird In die Erfüllung gehn. zen Welt Ihnen, wo sie immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, Daß einst an dem jüngsten Tag, Nach so vieſem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt bescheret; Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser, 1663-1723. Mel. O Gott, du frommer Gott. 396. Ihr Watjen, weinet nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, Der wird euch nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, So lebet dennoch Gott: Weil aber Gott noch lebt, So habt ihr feine Not. 3. Gott, 5. Ja glaubet, bleibet fromm Und geht auf Gottes Wegen, Erwartet mit Und weichet nicht Geduld Den euch verheißnen Segen von Gott, Vertraut ihm allezeit; So werd't ihr glücklich sein In Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedr. Stard, 1680-1756. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2. Gott ist und bleibet stets Ein Vater aller Wai- 397. Wohl einem Haus, sen, Der will sie insgesamt Ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, Der nimmt sich eurer an, Seht, er ist euer Schutz Und euer Helfersmann. da Jesus Christ Allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, Wie elend wär's, wie arm und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann 294 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. und Weib und Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 10 13. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äuß're Werk nichts ist noch heißt. 4. Wohl, wenn gleich Räuchwerk das Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort Als Gottes Werf und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Im Glauben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, Und wenn sie Kind und Kindeskind Versäumen nicht am ew'gen Glück, So bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern sieht man's an, Wie Gott die Seinen segnen fann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund Samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volt vom Herren wich, So dienen wir ihm ewiglich. Chr. K. L. von Pfeil, 1712-1776. Mel Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 398. Senke, o Vater, herab deinen göttlichen Frie den Auf diese Herzen, die du für einander beschieden; Gieb ihnen Heil, Laß ihnen werden zu teil Gnad und Erbarmen hienieden. 2. Leite und führe sie, Heiland, auf ebenen Wegen, Laß ihre Herzen in Treue und Liebe sich regen; Scheuche zurück Untreu und böses Geschick; Gieb ihnen himmlischen Segen! 3. Herr, du bist weise, du schenkest nicht immer uns Freuden; Um uns zu bilden, zu ziehen nach dir, schickst du Leiden, Beugst unsern Sinn, Trübest den reichsten Gewinn; Doch nicht, um von uns zu scheiden. 4. Hast du für sie denn der Leiden auch manche erforen, Damit sie würden für dich und den Himmel geboren: Dann, Herr, gieb Kraft, Du bist's allein, der 1. Ehe und Hausstand. sie schafft; Laß sie nicht gehen verloren. 5. So werden Freuden und Leiden mit Segen sie krönen, Und sie dir danken, o Heiland, am Ziel einst mit Thränen, Daß du erhört, Daß du aus Gnaden gewährt, Was wir erflehten mit Sehnen. Emanuel Christ. Gottl. Langbecker, 1792-1843. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 399. Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reine Hausgemeine Mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Es leucht uns wie das Sonnenlicht, Damit's am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Seelenspeise Auch zur Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 295 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde; Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Voll Demut, sanft und linde. Liebe Übe Jede Seele, Keinem fehle, Dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine in der Nächte Graun Auf große Güte. Auch laß uns deine treue Hülfe schaun Mit findlichem Gemüte; Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen In dem Herzen Dir uns lassen Und dann in Geduld uns faſsen. Glück ins Haus, So schließ 5. Giebst du uns irdisch den Stolz, die Weltlust aus, Des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, stille Gnadenfülle, Die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. Und voll von 6. Und endlich flehn wir allermeist, Daß in dem Haus kein andrer Geist, Als nur 296 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. dein Geist regiere; Daß er, An jedem guten wie am der alles wohlbestellt Und bösen Tag. gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, Spende Ihn uns allen, Bis wir wallen Heim und droben Dich in deinem Hause loben. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. Eigene Melodie. 400. selig Haus, da wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo unter allen Gästen, die kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Herzen dir entgegenschlagen, Und aller Augen freudig auf dich sehn; Wo aller Lippen dein Gebot erfragen, Und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; Wo beide unzertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und Freuden stammeln, lernen früh dein ob mit Sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. Oselig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen Und wissen, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausgenossen, In Demut willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei feiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist; Bis jeder einst sein 2. Vaterland und Obrigkeit. Tagewerk vollendet, Und bis dich gesendet, Ins große, fie endlich alle ziehen aus freie, schöne Vaterhaus. Dahin, woher dein Vater Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. 2. Daterland und Obrigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 401. Vater, fröne du mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schuk, Deinen Feinden biet er Truß; Sei du dem Gesalbten gnädig: Segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast, Sei in Jesu du ihm gnädig: Schüße, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königs297 thron Eine Burg, o Gottessohn; Sei du ihm auf ewig gnädig: Leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heil'ge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Haft du über ihm gewacht, Du erhieltest ihn uns gnädig: Segne, segne unsern König! 5. Gieb uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir, Treuen frönst du gnädig; Segne, segne unsern König! Deine 6. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns, 298 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Gott, zu aller Zeit; Sei du deinem Volke gnädig; Segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann, 1781-1865. Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Mel. Allein Gott in der Höh Kaisers Wegen Dein huldsei Ehr. voll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geiſt, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit, Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frie den und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen, Ein frommes Volk, das dir vertraut Und dir zum Tempel sich erbaut Zu deines Namens Ehre. 402. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt trotz der Feinde Toben Gnaden Und In unser Vaterland Geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht, zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, Du Retter aus Gefahren, Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, 3. Krieg und Frieden. Direkt Eigene Melodie. 403. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine! Martin Luther, 1483-1546. Julius Sturm, geb. 1816. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 404. Gottlob, nun ist erschollen Das edle Friedund Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Sai si 3. Krieg und Frieden. tenspiel hervor, O Deutsch- den Thränenbach Aus beiland, und sing Lieder Im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte Und danke Gott und sprich: Herr, Herr, deine Gnad und Güte Bleibt den noch ewiglich. den Augen rinnen; Geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, Das hast du ausgelacht; Nun hat er sich gewendet Und väterlich bedacht, Vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn: Ob er dich möchte zwingen Mit Lieb und Gutesthun. 299 2. Sei tausendmal willkommen, Du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und fränfet, Der drückt ihm selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die goldne Freudenkerze Mit seiner eignen Hand. 3. Das drückt uns niemand besser In unsre Seel und Herz hinein, Als ihr zerstörten Schlösser Und Städte voller Schutt und Stein; Jhr vormals schönen Mit Saat Mel. Nun danket alle Gott. beſtrent, Jetzt aber lauter 405. Herr Gott, dich Wälder Und dürre, wüste Heid. Ihr Gräber voller Leichen Und tapfrer Helden Schweiß, Der Helden, deren gleichen Auf Erden man nicht weiß. 4. Hier trübe deine Sinnen, O Mensch, und laß 5. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknen Muts: Der Friede, den er giebet, Bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ew'gem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1606-1676. loben wir! Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsern Herzen glimmen. Komm, fomm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 300 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 2. Herr Gott, dich loben ser Mund Mit herzlicher wir, Wir preisen deine Güte, Begier: Gottlob! wir sind Wir rühmen deine Macht in Ruh; Herr Gott, wir Mit herzlichem Gemüte; Es danken dir! steiget unser Lied Bis an des Himmels Thür Und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine große Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des goldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in langen Jahren Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm erfahren; Jetzt rühmet un5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür Jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 406. Das alte vergangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Not uns und Gefahr Behütet hast auch dieses Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn Des Vaters 6. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frand, 1618-1677. 4. Jahreswechsel. Mel. Vom Himmel hoch, da komm auf dem höchsten Thron ich her. Du wollst dein arme ChristenDas alte Jahr heit Bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, Es ist der Seele Trost und Hort. Vor Unglaub und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Jahreswechsel. 4. Hilf, daß wir fliehn mens Ehr! Hilf, daß ich der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an. Der alten Schuld nicht mehr gedenk, Ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr; Laß mein Bitten und mein Flehen Auf zu dir gen Himmel gehen. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, Mach mich frei von meiner Sünd. Laß sie mir nicht ferner schaden, Gieb, daß ich Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, Kannst die Sünd allein vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Zagen bin; Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten. 5. Hilf christlich leben stetiglich, In dir einst sterben seliglich Und danach fröhlich auferstehn Und mit dir in den Himmel gehn: 6. Zu loben und zu preisen dich Mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein, 1546-1613. Eigene Melodie. 407. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an, Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein; Geh ich aus, wollst du mich leiten, Komm ich heim, steh mir zur Seiten. 3. Laß mich beugen meine Kniee Nur zu deines Na301 6 Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei; Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr; Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607-1667. 302 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 408. Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Not und Trübsal bligen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob ſei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten Und laß an allen Orten Auf so viel BlutDie Friedensvergießen ströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlass'nen Der Irrenden BeVater, Der Unversorgten rater, Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du 4. Jahreswechsel. geben, meines Lebens Leben, Mir und der Christenschare Zum sel'gen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1606-1676 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 409. Durch Trauern und durch Plagen, Durch Not, durch Angst und Bein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch Sorgen groß und klein Bin ich, gottlob! gedrungen: Dies Jahr ist nun dahin; Dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohlerhalten, Du bist mein Trost und Hort; Dich laß ich ferner walten, Herr, führ mich fort und fort! 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich! Dir ist mein Will ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 303 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, Ach, ich gehorche dir. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnad sei heut Neu auf mich ausgegossen; Mein Herz werd auch erneut! Laß ich die alten Sünden, So werd ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. G. Wilhelm Sacer, 1635-1699. mel. Es ist das Heil uns kommen her. 410. Gottlob! Ein Schritt zur Ewigkeit Ist abermals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein 304 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Herz sich sehnlich wendet, Quell, daraus mein Leben fließt, Daraus sich alle Gnad ergießt In meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzulange, Bis es er scheine, daß ich gar, Ole ben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt Die rechte Zeit und Stunde; Wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir fomm entgegen. Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems bort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind In meines Glaubens Schwanken, Damit durch deine Kraft mein Herz Sich stärke, und ich himmelwärts Ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile, wie ein Adler fleugt, Mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen; Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich meinen Freund darf nennen, Und daß du dort, o Lebensfürst, Dich ganz mit mir vereinen wirst Und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich mel. Meinen Jesum laß ich nicht. aus Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet Und also 411. Jesus soll die Loauch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet, Und schreite hurtig weiter fort, Da ein neues sung sein, Jahr erschienen; Jesu Name soll allein Denen zum PaAugust Hermann Francke, 1663-1727. 4. Jahreswechsel. niere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in den Gemeinden schallen; Und so oft wir an den Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil Wollen wir im Glauben ehren; Also wird es uns zu teil, Wird sich täglich bei uns mehren; Auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Zeit stern für, So wird alles wohl bestehen Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen, So wird alle Bitterkeit Uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmold, 1672-1737. 305 Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 412. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu teilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht: Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen. 2. Herr, der da ist, und der da war! Bon dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied gesungen; Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried und Ruh, für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es bir gefällt, Des Lebens Ruh und Freuden, Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden; Nur stärke mit Ge20 306 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. duld mein Herz, Und laß 2. Warum es so viel Leimich nicht in Not und Schmerz Den Glücklichen beneiden. den, So turzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen, Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen- Du armes Herz, warum? 5. Hilf deinem Volfe väterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlass'nen dich Und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne; Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne; Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 3. Daß nicht vergessen werde, Was man so gern vergißt: Daß diese arme Erde Nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, Die wir auf ihn getauft, In Zions goldnen Hallen Ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen Die Thränensaat ins Feld, Dort werden wir uns freuen Im sel'gen Himmelszelt; Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Vaterhaus Und wissen's, die geschieden, Die ruhen dort Mel. Herzlich thut mich verlangen. schon aus. 413. Das Jahr geht still zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz, In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz, Und Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott, der Herr, nur weiß, Die Thränen, die geflossen, Die Wunden, brennend heiß. 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit sel'ger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der flare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, Daß sie hinüber schaut! 6. Hilf du uns durch die Zeiten, Und mache fest das 5. Jahreszeiten und Ernte. 17 307 Mel. Vater unser im Himmelreich 414. Nun treten wir ins neue Jahr, Herr Jeſu Christ, uns auch bewahr! Gieb Gnad, daß wir dies ganze Jahr Zubringen mögen ohn Gefahr; Gieb Glück und Heil, gieb Fried und Ruh, Hernach die Seligkeit dazu! Verfasser unbekannt. Herz, Geh selber uns zur Seiten, Und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, Olaß in deinem Frieden Uns hier schon selig sein. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, geb. 1835. 5. Jahreszeiten und Ernte. Mel. Heut singt die liebe Christen- chen fleugt aus seiner Kluft heit. Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergökt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 415. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An beines Gottes Gaben; Schau an der schönen Gärten Zier, Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narciffen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täub4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz von Luft20* 308 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. geschrei Der Schaf und gen, Da so oiel tausend ihrer Hirten. Seraphim Mit unverdross'nem Mund und Stimm Ihr Halleluja singen? 6. Die unverdroff'ne Bienenschar Zeucht hin und her, sucht hier und dar Die eble Honigspeise; Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärf und Kraft In seinem schwachen Reiſe. 11. O wär ich da! O stünd ich schon, Ach füßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Balmen! So wollt ich nach der Engel Weis Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüte. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen. Mein Herze soll sich An diefort und fort sem und an allem Ort Zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer det= ner Gnad In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Erwähle mich zum Paradeis, Und laß mich bis zur letzten Reis An Leib und Seele grünen; So will ich dir und deiner Ehr Allein und sonsten feinem mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1606-1676. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen; Ich finge mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höch sten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden, Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klin 5. Jahreszeiten und Ernte. V 309 Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. Ernte. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 416. Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus. Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Und dennoch läßt bu's feinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. 5. Nun Herr, wer kann's zu Ende denken? Der WunUnd dein der sind hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, Erbarmen hat kein Ziel. Denn immer wird uns mehr beschert. Als wir zusammen alle wert. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Das Ackerland wird ihm zu Brot; Es mehret sich vielfält'ger Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der 6. Wir wollen's auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648-1715. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endMel. Zeuch ein zu deinen Thoren. lich auch die Frucht genießt. 417. Die Ernt ist nun die Der Wind, der durch Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. zu Ende, Der Segen eingebracht, Worans Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht; Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken, Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt und oft ohne unsre Bitte Gethan, was uns 310 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. gefällt; Die immer noch So ernten wir mit Freuden geschont, Ob wir gleich Nach ausgestandnem Leiden gottlos leben, Die Fried Die Garben voller Lust. und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 4. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not; Gieb frieden volle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben, Regier die Obrigkeit. 5. Besonders laß gedeihen Dein reines, wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen; Halt auch an unfrem Ort Dies eble Saatkorn rein, Laß es viel Früchte bringen, Daß wir in allen Dingen Recht fromme Leute sein. 6. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Baterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; Gottfr. Tollmann, um 1723. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Dir Dank, 418. Wir alle, menschenvater, bringen unsern feierlichsten Und unsre frohen Herzen fingen Dir ihren lauten Preisgesang. Für Millionen deiner Kinder Ist jetzt ein neuer Tisch bereit; Du nährst den Frommen und den Sünder, Und alles wird durch dich erfreut. Von neuem uns 2. Herr, welchen Reichtum deiner Gaben Hast du mit liebevoller Hand, Uns zu erhalten und zu laben, herabgesandt; Wir ernteten aus deiner Fülle Segen unsrer Fluren ein; Denn uns zu segnen ist dein Wille, Wer wollte dir nicht dankbar sein? Den 3. Wie väterlich kannst du versorgen, Mehr als wir bitten und verstehn; Du hörst am Abend und am Morgen Mit Vaterhuld auf unser Flehn. Selbst unser 5. Jahreszeiten und Ernte. nicht. uns Segen gab! Undank, unsre Sünden Er- gefallen, Daß deine Hand müden deine Liebe Wir schmecken, sehen und empfinden, Was uns dein göttlich Wort verspricht. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, Da jede Stunde von ihr zeugt? Du schenktest Sonnenschein und Regen Zur rechten Zeit für jede Frucht. Owohl uns, wenn auf deinen Wegen Auch unser Herz dich ewig sucht! 5. Um deine Gaben anzuwenden, Verleih uns uns Weisheit und Verstand; Nicht um sie üppig zu verschwenden, Entströmten sie, Gott, deiner Hand. Wir sollen alle sie genießen, Doch mäßig auch und dankbar fein; So gütig, wie du dich bewiesen, Soll jeder der Beglückten sein. 311 6. Ja groß, o Gott, ist deine Milde! Wir wollen freudig dich erhöhn Und liebreich sein nach deinem Bilde Und hören auf des Armen Flehn. Er jauchze heute mit uns allen, trockne seine Thränen ab Und dente stets mit WohlEr Chr. Gg. Ludw. Meister, 1738-1811. Gottfr. Bened. Funk, 1734-1814. Surg Mel. O du Liebe meiner Liebe. 419. Herr, die Erde ist gesegnet Von dem Wohlthun deiner Hand; Gült und Milde hat geregnet, Dein Geschenk bedeckt das Land; Auf den Hügeln, in den Gründen Ist dein Segen ausgestreut; Unser Warten ist gekrönet, Unfre Herzen sind erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, Daß du Speise giebst von oben Und versorgest jeden Mund; Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt, Deine Hülfe, Gab und Spende Machet alle froh und fatt. 3. Gnädig hast du ausgegossen Deines Überflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr. Und das Gut steht unver 312 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. sehret, Und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du gethan; Unser Wissen und Gemüte Klagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde Für dich rühre unser Herz, Daß der Reichtum deiner Milde Uns bewege himmelwärts. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden Treu verwalten immerført! Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gotteswort. Was wir wirken und vollenden, Sei gesät in deinen Schoß, Dann wirst du die Ernte senden Unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta, 1808-1858. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 420. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes Kinder; Wenn man nicht reichlich ernten fann, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Ob wir auch oft auf Erden Bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Im Nehmen und im Geben Sind wir bei ihm stets wohl daran Und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt; Und seine Hände müssen Wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, Muß sich die Hoffnung legen; Weil er allein Der Schak will sein, So nimmt er andre Güter Zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott thut, das Es geh ist wohlgethan; nach seinem Willen; Und läßt sich's auch zum Mangel an, So weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld Nicht viel enthält, Man kann bei wenig Gaben Satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Das Feld mag traurig stehen, Wir gehn getrost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben, Wie können wir verderben? 6. Morgen. 6. Was Gott thut, das Doch ist's genug Zur Sätist wohlgethan! So wollen tigung, Wenn Gott bas wir stets schließen; Ist gleich Wen'ge segnet Und uns mit bei uns kein Kanaan, Wo Huld begegnet. Milch und Honig fließen, Benj. Schmold, 1672-1737. 6. Morgen. 313 Eigene Melodie. dir 421. Aus meines Herzens Grunde Sag ich Lob und Dank In dieser Morgenstunde Und all mein lebenlang, O Gott in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum unsern Herren, Dein eingebornen Sohn, Gott mir wollt bescheiden 2. Daß du mich haft In meinem Amt und Stand. Johann Mathesius, 1504-1565. aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Fährlichkeit und Schaden Behüttet und bewacht. Ich bitt 3. Dich will ich lassen raten, Der alle Dinge lenkt; Du segne meine Thaten, Und was mein Herz gedenkt. Dir sei es heimgestellt, Leib, Seele, Geist und Seben, Und was du mir gegeben; Mach's, wie es dir gefällt. 4. Darauf so sprech ich: Amen! Und zweifle nicht daran; Gott nimmt in Jeſu Namen Mein Flehen gnäbig an. Drauf streck ich aus die Hand, Greif an Werk mit Freuden, das Das Me Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. mir mein Sünd vergeben, Womit in 422. Das walt Gott diesem Leben Ich hab erzürnet dich. Vater und Gott Sohn, Gott heil'ger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; Wenn's Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und 314 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. ruf zu dir mit heller Stimm: So sichtbar und unsichtbar Dein Ohren neig, mein Red vernimm! seind. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig haft behüt, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Frieden zugebracht. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier Und mich mit schönen Gaben zier; Er führ mich heut auf rechter Bahn, Daß ich was Guts vollbringen kann. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Eigene Melodie. Hut; Laß heut dein liebe 423. Gott des HimEngelein Mein Wächter und Gefährten sein. mels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht Mit Freuden diesen Tag verricht Zu deinem Lob und meinem Nuk, Und daß ich thu dem Nächsten Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich vom Übel abgewandt Mein Seel mit Sünden nicht beschwer Und mein Gewissen nicht versehr. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, Daß mir nichts übles widerfahr; Behüte mich vor schnellem Tod, Und hilf mir, wo mir Hülf ist not. 8. Behüt mich heut und allezeit Vor Schaden, Schand und Herzeleid; Tritt zwischen mich und meine Feind, Martin Behemb, 1557-1622. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast behütet und bewacht; Daß des bösen Mein nicht Feindes List mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn. O Herr Jesu, laß dich finden Und dein Herz mir offen stehn, Wo alleine Hülf und Nat Ist für meine Missethat. 6 6. Morgen. 4. Hilf, daß ich mit die ihrem Glänzen Ein Herzsem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn einst dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen darnieder; Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß; Und wo die Frommen sollen hinkommen, sie mit Frieden Von hinren geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. Dann Wann singen bringen Wae 3. Lasset uns Dem Schöpfer Güter und Gaben; wir nur haben, Alles fei Gotte zum Opfer gesetzt: Die besten Güter Sint unsre Gemüter; Lieder der Frommen, Vom Herzen gekommen, Sind Weihrauch der ihn am meisten ergößt 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen, Segnen und mehren, Unglück ver wehren, Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzig5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. H. Albert, 1604-1668. Eigene Melodie. 424. Die güldne Sonne, Voll Freud und Wonne, Bringt unsern Grenzen Mit feit Schein. 315 316 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 5. Alles vergehet, Gott Meinem Gebeine, Das weißt aber stehet Ohn alles du alleine, Hast niemals Wanken; Seine Gedanken, einen zu bitter betrübt. Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 6. Gott, meine Krone, Vergieb und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Aus deinen Augen sein ferne gewandt. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dir's gefället: Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 7. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich fann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte Und Allergewißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 8. Willst du mich kränfen, Mit Gallen tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen: Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig 9. Kreuz und Elende, Das nimmt ein Ende; Nach Meeresbrausen Und Windesfausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himmlischen Garten; Dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1606-1676. Eigene Melodie. 425. Wach auf, mein Dem singe Herz, und Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! 2. Als Nacht und dunkle Schatten Mich ganz umfangen hatten, Bedecktest du mich Armen Mit göttlichem Erbarmen. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Mein starker Schutz dir g'nüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen; Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 6. Morgen. 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben; In Demut fall ich nieder und bring Gebet und Lieder. 2. So fomm ich denn gegangen In dieser Morgenstund; Ach, laß mich doch erlangen, Was ich aus Herzensgrund Von dir, mein 6. Die wirst du nicht Gott, begehre Im Namen verschmähen; Du kannst Jesu Christ, Und gnädig ins Herz mir sehen und mir gewähre Und mir gewähre Das, was weißt wohl, daß zur Gabe mir nützlich ist. Ich ja nichts Beff'res habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; Hilf selbst das Beste raten, Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum Besten wende! 317 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1606-1676. 3. Doch bitt ich nicht, zu geben Mir, Herr, aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, Nicht Ehr, noch hohen Stand; Denn dieses ist nur nichtig Und lauter Eitelkeit, Vergänglich, schwach und flüchtig Und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schenken Ein fromm und keusches Herz, Das nimmer- mehr mag denken Auf Sünd und schnöden Scherz; Das stets mit Liebe flammet Zu dir, Gott, himmelan Und alle Lust verdammet Der lastervollen Bahn. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Hernach laß mich ge 426. Es hat uns heißen winnen Nach deiner großen treten, O Gott, dein lieber Sohn Mit herzlichen Gebeten Vor deinen hohen Thron Und uns mit teurem Amen Erhörung zugesagt, Wenn man in seinem Namen Nur bittet, fleht und klagt. Kraft Kunst, Weisheit, fluges Sinnen, Verstand und Wissenschaft; Daß all mein Thun und Handeln Dir mög gefällig sein, Laß vor der Welt mein Wandeln Sein ohne falschen Schein. 318 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. So wird von jenen Leib dir aufersteh Und, allen: Stand, Leben, Ehr und Geld Auf meine Seite fallen, So viel dir, Gott, gefällt; Man muß die Seel erst schmücken, Dann wirst du allgemach Den Leib auch schon beglücken, Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark, 1621-1681. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen; Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. Eigene Melodie. 427. Morgenglanz der Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte, Und vertreib durch deine Macht Unfre Nacht. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre falten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei erstandner Morgenröte, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne; Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Christian Knorr v. Rosenroth, 1636-1689. 428. Fang bein Wert mit Jesu an: Jesus hat's in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wird's wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen, Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Will er stehn zur Nacht Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde 6. Morgen. wüten; Er wird dich vor nun in Begier Zu dir sich ihrer List Schüßen und be- ausgestreckt. hüten. Setz nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott Also angefangen: Ei, so hat es keine Not, Wirst den Zweck erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir über geben, Es nach deinem Willen mach Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; Laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen! Verfaffer unbekannt, um 1700. 319 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad einsenten Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. Gott, Seele, tum, Da hast du meine 3. Drum siehe da, mein Sie sei dein EigenMit ihr dich heut vermähle In deiner Liebesfraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen willst du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung liebstes Leben! Ach wohn, und zum Haus, Ach allerach leb in mir, Beweg und rege mich; So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. Mel. O Gott, du frommer Gott. 5. Dem Leibe hab ich 429. O Jesu, süßes jetzt Die Kleider angeleget, Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget In güldnem Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 320 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 6. Mein Jesu, schmücke 2. Mich selbst zu schützen mich Mit Weisheit und ohne Macht Lag ich und mit Liebe, Mit Keuschheit, schlief in Frieden; Wer mit Geduld Durch deines Durch deines schafft die Sicherheit der Geistes Triebe; Auch mit Nacht Und Ruhe für die der Demut mich Vor allem Müden? fleide an, So bin ich wohlgeschmückt Und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, Ja rede und gedenke, Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lente, Daß alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. Joach. Lange, 1670-1744. Eigene Melodie. 430. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, Erheb ihn, meine Seele; Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele! 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich, selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 6. Morgen. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erfenn und willig thue; Tischlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Näch- 432. Wir danken Gott sten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 431. Se Tischlieder. 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, Hilf endlich auch aus aller Not; So preisen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Verfasser unbekannt, vor 1562. die Gaben dein, Die Speis' laß unsre Nahrung sein! Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürft'ge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein Kann uns nicht g'nug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. 321 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Desegn' uns, Herr, 433. Speif, o Gott, für seine Gab'n, Die wir von ihm empfangen hab'n; Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll auch ferner sie bescher'n, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir fatt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geb'n Nach dieser Zeit das ew'ge Leb'n. Verfasser unbekannt, um 1588. uns, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns in diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, 1585-1647. 21 322 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 7. Abend. Mel. Erhalt uns, Herr, bei dei- Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. nem Wort. 434. Hinunter ist der 435. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Chrift; Dich will ich lassen walten Und allezeit In Lieb und Leid In meiner Brust behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, Kein Ding so fest auf Erden steht, Ein jeder muß bekennen: Es soll fein Not, Ja nicht der Tod Von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht, Dasselbe mich dir ganz verspricht m Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jeſu Christ, bleib du bei mir, Es will nun Abend werden; Laß doch dein Licht Auslöschen nicht Bei uns allhier auf Erden. Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, Fahr und mancher Plag Durch deine Engel hast behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir hab'n erzürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu, Laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll: Vor Schrecken, Angst und Feuers not Behüte uns, o lieber Gott. Nit. Hermann, † 1561. Seit 1598, Verfasser unbekannt. 7. Abend. mal Mel Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 436. wertes Licht der Christenheit, heilige Dreieinigkeit, Weil jetzt die Sonne von uns weicht, Durch dein Licht unser Herz erleucht! 2. Am Morgen früh, da danken wir, Des Abends Des Abends beten wir zu dir; Auch unser armer Lobgefang Dich rühmet unser lebenlang. 3. Lob, Ehr und Dank sei dir erweist, Gott Bater, Sohn und heil'ger Geist! Du dreimal einig wahrer Gott, Tröst unser Herz in aller Not! Matth. Apelles von Löwenstern, 1594-1648. Eigene Melodie. 437. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinne geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein 323 Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. men Seelen, D du Glanz 3. O du Licht der fromder Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Daß ich nimmer mich betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe! 4. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles Übel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenoſsen Sei'n in deinen Schutz geschlossen. 5. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schutz und Rat, Und mein Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Johann Rist, 1607-1667. 21* 324 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Eigene Melodie. 438. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsfaal: Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieber, Der Betten ihr begehrt: Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd! 7. Mein Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie für allen Schaden, Du Aug deinen Sei gut und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverleget sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt, 1606-1676. 5. Das Haupt, die Füß Eigene Melodie. und Hände Sind froh, daß 439. Der Tag ist hin, nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden- Arbeit frei. mein Jesu, bei mir bleibe; O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; Geh auf in mir, Glanz der Gerech 7. Abend. tigkeit; Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen Nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger; Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, Da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, 3u meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein ist hin. 325 Fels. Der Tag Joach. Neander, 1650-1680. Eigene Melodie. 440. Nun sich der Tag geendet hat, Die Sonne nicht mehr scheint, Schläft, was von Arbeit müd und matt, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast, Du schläfft noch schlummerst nicht: Ob uns die Finsternis umfaßt, Bleibst du doch unser Licht. auch an mich In dieser 3. Gedenke, Herr, nun dunklen Nacht, Und halte du mich gnädiglich In deiner Hut und Wacht. 4. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, Die mich bei dir verklagt: Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Er hat für mich genug gethan, Als er am Kreuze starb; Ich nehm den Trost im Glauben an, Den mir sein Tod erwarb. 6. Drauf thu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein: Mein Gott wacht über meine Ruh, Wer wollte traurig sein? 326 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 7. Weicht, nichtige Ge- tiefgeschlagnen Wunden Gnädanken hin, Hemmt nicht diglich entbunden. der Andacht Lauf: Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Erdenthal: So führ mich, Herr, zum Himmel ein Zur auserwählten Schar. 9. Und also leb und sterb ich dir, O Herr Gott Zebaoth, Im Tod und Leben hilf du mir Aus aller Angst und Not. Joh Friedr Herzog, 1647-1699. Mel. Jesu, meine Freude. War 441. Hirte irte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht Auch auf der Wacht, Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhefissen, Drum vergieb Schuld. Denn dein Sohn Hat mich davon Durch die die 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein; Schließ uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein. Du bei mir, Und ich bei dir, Also find wir ungeschieden, Und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer, Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deinen Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu Mit Schutz und Ruh, So wird uns fein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Heut zum Grabe Wie bald rot, bald Doch hast du beschlosDaß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnot: So will ich nicht wider dich: Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. Bette hätte? tot! sen, 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben O du Hüter du! 7. Abend. Gute Nacht, Nimm mich in mit Freuden Zu Jesu, meiacht; Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter forgen. Beni. Schmold, 1672-1737. nem Herrn; Die Welt und ihre Leiden, O Gott, verlaß ich gern. Wohl dem, ber bis ans Ende Sich als ein Christ erweist; Mein Gott, in deine Hände Befehl ich meinen Geist. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 442. Herr, es gescheh 327 dein Wille! Mein Leib eilt nun zur Ruh, Es fallen in der Stille Die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, Daß ich von Sünden rein, Zum Tode wie zum Schlafe Bereitet möge sein. Joh. Friedr. von Cronegt, 1731-1758. mel. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe. 443. Der Abend kommt, du? du die Sonne sich verbecket, Und alles sich zur Ruh und 2. Laß fern von Schreckens- Stille strecket; O meine bildern Und wilder Träu- Seel, mert auf, wo bleibest merei Die Seele nichts sich In Gottes Schoß, schildern, Das ihrer unwert sonst nirgends findst bu sei; Laß frei von eitlen Ruh. Sorgen Den Tag mich wiedersehn Und auf den Kampfplag morgen Mit neuen Kräften gehn. 3. Doch wenn der Todesschlummer Für mich in dieser Nacht Den Freuden und dem Kummer Ein schnelles Ende macht, Dann stärk mich, wann das Schrecken Der letzten Stunde droht; Du wirst mich auf erwecken, Ein Schlaf nur ist mein Tod. 4. Drum fahr ich hin 2. Herr, sammle selbst Begierden und Gedanken, Die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; Mein Ruheplatz und Heimat, thu dich auf, Daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 3. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, Bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; Ich bin's nicht wert, daß du so gut und treu; Mein Alles dir zum Dank ergeben sei! 328 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 4. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret Und mich zu viel durch dies und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; Nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 5. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, Mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, Im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 6. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; Mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget, Ins Heiligtum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein. 7. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket; Mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sin nen, still! Mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. 8. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; Laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein; In dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 9. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, Im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; Deck mich bei dir in deiner Hütte zu, Bis ich erreich die volle Sabbathruh. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel Nun ruhen alle Wälder. 444. Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich findlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir; Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte Hoffen, Im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin 7. Abend. bei dir in Gnaden, Und in wir getrost belachen, Weil dem Himmel ist mein Teil. unsre Augen sie nicht sehn. 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreist; Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 445. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar. Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold! Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, Die 329 4. Wir stolze Menschenfinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. Der sein. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Auf nichts Vergänglichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod; Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen, nieder; Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch. Matth. Claudius, 1740-1815. 330 VII. Die letzten Dinge. 1. Cod und Begräbnis. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 446. O welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ew'ge Vaterland; Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ew'ge muß mir werden, Mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Chrift, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben, Mein Mittfer er auch worden ist. 4. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst durch Christi Blut: Kein Werk kommt mir zu frommen, So ich will zu ihm kommen; Der christlich Glaub allein es thut. Welt, laß ab von Der Tod wird 5. Sünden, dich auch finden; Drum richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen, Laß alle ird'schen Sachen Und fang ein göttlich Leben an. Johann Hesse, 1490-1547. Mel Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 447. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, Und ich soll fahrn mein Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht 1. Tod und Begräbnis. verlasse! Mein Seel an Mel Vater unser im Himmelreich. meinem letzten End Befehl ich dir in deine Händ; Du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich fränken sehr Und mein Gewissen nagen; Denn ihr ist viel wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen; Will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, Der wird mich wohl erhalten. 331 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben; Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit Freuden. Nit. Hermann,+ 1561. 448. Herr Jesu Chriſt, Gott, wahr Mensch und Der du littst Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst ich 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergeht all mein Gesicht, Und meine Ohren mich von Herzen; Von dir hören nicht, Wenn meine ich ungeschieden bleib In. Zunge nicht mehr spricht, Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; Ein ewig Leben hast du mir Mit deinem Tod erworben. Und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und mir all menschlich Hülf zerrinnt: So komm, Herr Christe, mir behend Zu Hülf an meinem letzten End Und führ mich aus dem Jammerthal, Verkürz mir auch des Todes Qual. mir treib, Mit deinem Geist 4. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib; Bis sich die Seel vom Leibe trennt, Dann nimm sie, Herr, in deine Händ; Der Leib hab in der Erde Ruh, Bis naht der jüngste Tag herzu. VII. Die letzten Dinge. 5. Ein fröhlich Auferstehn Christi Blut gereinigt fein. verleih, In dem Gericht Herr Jesu, stärk den Glaumein Fürsprech sei Und ben mein! meiner Sünd nicht mehr gedenk; Aus Gnaden mir das Leben schenk, Wie duis haft mir In deiPaul Eber, 1511-1569. nem Wort, das trau ich dir. 6. 332 Ach Herr, vergieb all unsre Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch unser Glaub stets wacker sei, Aufs Wort zu trauen festiglich, Bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1511-1569. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. Eigene Melodie. 450. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, Er mach's mit mir, wie's ihm gefällt; Ob ich allhier noch länger leb, Ich drein mich geb, Nicht seinem Willen widerstreb. 3. Es hilft kein Reich449. In Christi Wun- tum, Geld noch Gut, kein den schlaf ich ein, Die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. Kunst, noch Gunst, noch stolzer Mut; Des Bleibens ist ein kleine Zeit, Voll Müh und Leid, Und wer's bedenkt, ist stets im Streit. 3. Dank hab, mein Tod, du förderst mich, Ins ew'ge Leben wandre ich, Mit 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, Ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel; Es sind gezählt all Härlein mein, Beid, groß und klein, Fällt keines ohn den Willen sein. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark Und liegen morgen tot im Sarg; Heut blühn wir wie ein Rose rot- Bald frank und tot! Ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus 1. Tod und Begräbnis. den Augen, aus dem Sinn; Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Ach Herr, lehr du uns früh und spät, Daß uns der Tod gewiß zusteht, Und unsers Bleibens ist nicht hier; Bald scheiden wir, Und hin ist Jugend, Kraft und Zier. 7. Das macht die Sünd, du treuer Gott! Dadurch ist komm'n der bittre Tod, Der nimmt hinweg all Menschenkind, Wie er sie find't, Fragt nicht, wes Stands und Ehr sie sind. 8. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auf erstehn aus meinem Grab. 10. Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht, In ew'ger Freud und Seligfeit, Die mir bereit; Jhm fei Lob, Preis in Ewigkeit. Joh. Leon,+ 1597. 333 Eigene Melodie. 451. Fren dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual; Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fahren in die Freud, Die fein Ohr je hat gehöret, Und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Not; Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden mög mein Leben. 3. Welt und Teufel, und Hölle, Unser Fleisch und Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut; Wir sind voller Angst und Plag, Lauter Kreuz sind unsre Tag; Wenn wir nur geboren werden, Find't sich Jammer g'nug auf Erden. Sünd eigen Blut 4. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei du jetzt von mir nicht ferne, Weil dein Blut mich hat 334 VII. Die letzten Dinge. erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut; Ach, sei du mein Licht und Straße, Mich mit Bei stand nicht verlasse. 5. Ob mir schon die Augen brechen, und mir das Gehör verschwind't, Meine Zung nicht mehr kann sprechen, Der Verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; Du wirst mich in Gnad regieren, Auf der rechten Bahn heimführen. 6. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren Und auf ewig triumphieren. Um 1600. Verfasser unbekannt. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Nimm, Herr, mein Seufzen auf. Eigene Melodie. 452. Christus, der iſt mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Dem thu ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. 5. Wenn mir Herz und Gedanken Zergehn, als wie ein Licht, Das hin und Wenn her thut wanken, ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, Wie es dein Rat und Wille, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich gleich den Reben Anhangen dir allzeit Und ewig bei dir leben In Himmels Wonn und Freud. Seit 1608. Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 453. Herzlich thut mich verlangen Nach einem sel'gen End, Weil ich hier bin 1. Tod und Begräbnis. umfangen Mit Trübfal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ew'gen Freuden; O Jesu, fomm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünde, Tod und Höll; Es hat dein Blut gekostet, Drauf ich mein Hoffnung stell; Warum sollt mir denn grauen Vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, Zu sterben willig dir. Ich weiß ein beffer Leben, Da meine Seel fährt hin; Des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden Zum Staube wird verfehrt, Doch auferweckt wird werden, Durch Christum schön verklärt, Wird leuchten als die Sonne Und leben ohne Not In ew'ger Freud und Wonne; Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, Und mir auch immer 335 zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier: Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur kurze Zeit; Nach Himmlischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Gesegn' euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre Über den Abschied mein; Beständig bleibt im Glauben; Wir werd'n in kurzer Zeit Einander wieder schauen Dort in der Ewigfeit. 7. Nun will ich mich ganz wenden Zu dir, Herr Christ, allein; Gieb mir ein selig Ende, Send mir die Engel dein; Führ mich ins ew'ge Leben, Das du erworben hast, Als du dich hingegeben Für meine Sündenlast. 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Den Christ; schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist; Hilf ritterlich mir ringen, Dein Hand mich halt mit Macht, Daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Knoll, 1563-1621. 336 VII. Die letzten Dinge. Eigene Melodie. 454. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt; Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut, Laß selig mich abscheiden, Setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Krenz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Er schein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, Wie du, Herr Christ, so milde Dich haft geblut zu Tod. 4. Verschließ mein Seel aus Gnaden Tief in dein Herz hinein, Und laß sie los von Schaden Bei dir auf ewig sein. Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmelschloß; Auf ewig ist gewesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste Ins Buch des Lebens ein, Und halte mich gar feste Im seligen Verein Mit Himmelsbürgern droben, Die vor dir leben frei, So will ich ewig loben, Daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1562-1627. Eigene Melodie. 455. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Gült, Hilf mir in meinem Leiden; Bersag mir nicht, was ich dich bitt: Wenn meine Seel will scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ: Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, Du läßt mich nicht verderben; Ach, du bist doch von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben Und lassen meine lieben Freund, Die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel sich zu dir schwinget, In deiner Hand fie unversehrt Tod ins Leben Durch 1. Tod und Begräbnis. bringet; Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd Mir können nichts mehr schaden; An bir, o Herr, ich Rettung find, Ich tröst mich deiner Gnaden; Dein ein'ger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, Weil ich tann wohl bestehen, Geschmückt mit Christi Unschuld rein Zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh Herm. Schein, 1586-1630. Eigene Melodie. 456. O wie selig feid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen: Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: Was wir hier kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 337 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden st euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1605-1659 Mel. Nun ruhen alle Wälder. 457. Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche werden, Kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergeßen, Was wir für ewig schäzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 22 338 VII. Die letzten Dinge. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt feiner, was man hier gethan. 3. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nügen; Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, Da keine Macht noch Krone Kann unvergänglich sein? Es mag von Totenreihen Kein Scepter dich befreien, Kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Verwelft und unversehns abfällt: 8. So wachsen wir auf Und hoffen groß Erden zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei. Doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir uns besinnen, Der Erbe wir von hinnen Und, eh sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verflossen; Was fünftig, wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, Und geh den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig ewig machen kann. 1. Tod und Begräbnis. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, Er hat recht fest gebauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch bort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 1616-1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 458. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand: Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier reif ich nur zum Grabe; Dort in der ew'gen Ruh Gottes Gnadengabe, schleußt all Arbeit zu. Ist Die 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blig, Donner, Wind und Regen Hat mir viel Angst erweckt. Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht ver339 schuld't, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gutem Rat. Wie mußten die sich plagen! In was für Weh und Schmerz, In was für Furcht und Zagen Sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heil'gen Seelen, Die gingen fort mit Quälen Den erst beund fort Und änderten wohnten Ort. Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid. Was will ich besser leben In dieser Sterblichkeit? Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein. Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 7. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, Die zu der Heimat führt, Da mich 22* 340 VII. Die letzten Dinge. ohn alle Maßen Mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nachdem's ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, Da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selig's Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich fränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft! 11. Wo ich bisher gesessen, 3st nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret ich dann hinaus; Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wann ich ausgehauchet, So legt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du zeuchst mich, wann ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne, Nebst andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausge schmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 459. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig' denken an die Stund Von Herzensgrund, Wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, Ein nicht'. ger, leerer Wasserschaum; Im Augenblick es bald vergeht Und nicht besteht, Gleichwie ihr dieses täglich feht. 1. Tod und Begräbnis. 3. Nur du, Jehovah, Mel. Wer nur den lieben Gott bleibeft läßt walten. mir Das, was du bist, ich traue dir; Laß Berg und Hügel fallen hin; Mir ist's Gewinn, Wenn ich allein bei Jefu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn; Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, Bedenk es nun, Du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. Omein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh Und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit flugem Herzen suche dich. Joach. Neander, 1650-1680. 341 460. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in fteter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Chrifti 342 VII. Die letzten Dinge. Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und immer bittrer diese Welt; Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Jesu zu, Darein ich mich fest winde, Das Eigene Melodie. giebt mir recht erwünschte 461. Mein Leben ist Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod, Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 8. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in deinen Sorgen Mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich leb indes mit dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Mir g'nüget, wie mein Gott es füget; Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut! Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, 1637-1706. ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Auf Bundesblut gegründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, Läuft schnell des Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit Und öffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht! 1. Tod und Begräbnis. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach, Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abwenden von dem Ziel, Ich muß mich oft an Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In un verfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu; Mein matter Geist find't nirgends Ruh, Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Chrift, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch haft angenommen, Zeig mir im Worte deinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleugt, ach eile du Und fleug mit Gnad und Hülf herzu. 343 Straucheln meinen Fuß beschütze, Ich falle stündlich, hilf mir auf; Ach, zeuch mich, daß ich dir nachlauf; Sei mir ein Schirm in Trübsalshize, Trübsalshize, Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. 7. Wann mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; Und schließ ich einst die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh verschwinden; Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich tennen; Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland komm, bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang! Fr. Adolf Lampe, 1683-1729. 194 6. Durch deinen Geist d Gieb in mich heilig leit, Geduld Beständigkeit, Vor 344 VII. Die letzten Dinge. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 5. Nun, liebster Gott, wann ich einst sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir, Auf daß ich dort mit Christo erbe. Wenn nur mein Heiland lebt in mir, So gilt mir's gleich, und geht mir's wohl, Wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmold, 1672-1737. 462. Mein Cein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein sichres Erbe, Kein Gut, das ewiglich besteht, Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute schon geschieht; Zerbrechlich bin ich gleich der Scherbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; Drum mache täglich mich bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem einen wird das Sterben herbe, Sanft wird der andre heimgeführt. Doch wie du willst, nur dies verleih, Daß einst mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. wo Und welcher Staub mich einst 464. Die Christen gehn bedeckt; Doch wenn ich nur dies Heil erwerbe, Daß mich dein Ruf zum Himmel weckt, Mag hier, mag dort die Stätte sein: Die Erd ist allenthaben dein. von Ort zu Ort Durch mannigfalt'gen Jammer Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seine Arme auf; Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 463. Laß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein; Komm, deinen Trost mir zuzusprechen, Und segne mein Gebeine ein; Gieb Ruhe mir in deinen Armen, Darin ich Gnad und Friede fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Vaterland. Chr. Renatus von Zinzendorf, 1727-1752. 1. Tod und Begräbnis. Das Weizenkorn wird in geschehen, An diesem nehm sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. ich teil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereift, Gelobt sei'n eure Schritte, Du friebevoll befreiter Geist, Du jetzt verlassne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern, Euch Glieder deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. Wir freun uns in Gelassenheit Der großen Offenbarung, Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ 7. Ich kenn ihn als mein uns gleiche Bahn, hinab, so hoch hinan! So tief Leben, Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. Nik Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Christus, der ist mein Leben. 465. Wie Simeon verschieden, Das liegt mir oft im Sinn; Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 345 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn, Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab ihn nicht in Armen, Wie jener Fromme da, Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden, Es rühmt: Mein Freund ist mein; Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. 8. Mein Glaube darf ihn faffen, Sein Geist giebt Kraft dazu; Er wird mich auch nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, Hängt sich mein Herz an ihn; Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. 346 VII. Die letzten Dinge. Mel. Christus, der ist mein Leben. Wallfahrt, Durchs Todesthor Den Geist empor; 466. Ich weiß, an wen Dann sing ich dir im höhern Chor. ich glaube, Und daß mein Heiland lebt, Der aus dem Todesstaube Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wankt und weicht, Der, wenn dem Herzen bange, Die Retter hand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und wenn mein Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 467. Halleluja, Amen, Amen! In meines großen Jeſu Namen Eil ich dem ew'gen Ziele zu. Über mir schwebt Gottes Segen, Sein Fried ist nah auf allen Wegen, Mein Herz erquickt einst ew'ge Ruh. Du nimmst, Herr Jesu Christ, Wenn nun vollendet ist Karl Aug. Döring, 1783-1844. Mel. Christus, der ist mein Leben. 468. Mag auch die Liebe weinen! Es kommt ein Tag des Herrn; Nach dunkler Nacht wird scheinen Ein heller Morgenstern. 2. Mag auch der Glaube zagen! Ein Tag des Lichtes es tagen, Zur Heimat führt naht; Aus Dämmrung wird sein Pfad. 3. Mag Hoffnung auch erschrecken, Mag jauchzen Grab und Tod! Die Schlummernden wird wecken Dereinst ein Morgenrot. Friedr. Ad. Krummacher, 1768-1845. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 469. Geht nun hin und grabt mein Grab, Denn ich bin des Wanderns müde; Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Meine Engeln droben zu. 1. Tod und Begräbnis. 2. Geht nun hin und Schein: Droben nur fann grabt mein Grab, Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles 3rd'sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden scheiden, Deine Hoffnung, ach! ist hohl, Deine Freuden werden Leiden, Deine Schönheit Unbestand: Alles Wahn und Trug und Kanb. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reifs' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. 3hr, die nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet froh des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eitlen 347 ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrland will, Aus dem Schatten, aus dem Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht, mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein frommes Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 12 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt, Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht!" G. Moritz Arndt, 1769-1860. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 470. In Gottes Rat ergeben, Verlaß ich gern die Welt; Ich geh zum bessern Leben, Sobald es ihm gefällt. Was wär's, was mich betrübte? Dort VII. Die letzten Dinge. schau ich ewig den, Den sie empfehle, Der du die meine Seele liebte, Noch Liebe bist. eh ich ihn gesehn. Verfasser unbekannt. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, Ihr findet bei mir Ruh! Dies Wort aus deinem Munde Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten Stunde Mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken Laß meine Seele sehn, Wie du, o Heil der Sünder, Einst mit dem Tode rangst, Und wie du, Überwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärk mich, daß ich nicht wanke In meiner Todesnot. So ist, ob ich gleich sterbe, Doch Sterben mein Gewinn; Ich bin des Himmels Erbe, Dein Wort sagt, daß ich's bin. 348 - 5. Du schreibst ins Buch des Lebens Auch meinen Namen ein; Dein Blut kann nicht vergebens Für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, Dich lobt, was in mir ist, Dich, dem ich Beim Tode von Eltern. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 471. Eingefargt zum letzten Schlummer, Blaß, in deinem Sterbekleid, Ohne Schmerzen, ohne Kummer, Seh ich dich mit stillem leid, Vielgetreue Mutter du! Jezzo trägt man dich zur Ruh; Schlummre füß im fühlen Grunde Bis zur Auferstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen Oft die Seinen angeblickt, Segnend mit viel tausend Thränen Haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr Blickst du zärtlich auf uns her; Doch zu zu Wiedersehens Grüßen Wirst du heller dich erschließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, Die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, Ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, Und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auferstehen, Wird in dir die Palme wehen. Und mich 1. Tod und Begräbnis. 4. Edler Mund, zum Rei- nun forthin; Bald wird nen, Großen Und zu Lieb und mildem Wort Freundlich, lieblich aufgeschlossen, Nimmer tönest du hinfort; Aber was die Lippe sprach, Tönt in unserm Herzen nach, Bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Halleluja singen. auch mit grünem Moose Sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden dritber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. 2. Doch in unsern treuen Herzen Wird dein Geist, dein Bild, dein Wort Unter tiefen Liebesschmerzen Unvergänglich leben fort, Wie du liebend uns umfangen Und in Frieden hingegangen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, Das in Liebe nie geruht, Das uns sterbend noch getragen, Ruhe fanft in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir: Ew'ger Segen folge bir! Wenn die Grüfte sich bewegen, Schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, Wie sie jetzt in Trauer fließt; Froh wird dich dein Kind begrüßen, Das dich heut in Thränen grüßt. Dann, dann wird der schwere Stein Weg von deinem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben, Ewig darfst du vor ihm schweben. Albert Knapp, 1798-1864. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 472. Vater, hier im Erdenschoße Ruhst du lange 349 3. O wie heilig ist dies Bette, Wo der Herr dich hingelegt! O wie teuer diese Stätte, Die nun dein Gebeine hegt, Das im ew'gen Osterwehen Himmlisch flarsoll auferstehen. 4. Schlafe wohl, o Vater. schlafe Deiner Wallfahrt Leiden aus, Bis der Hirte seine Schafe Sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, Dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten, Der du nichts von dem verlierst, Was bein Vater dir geboten, Daß du's zur Vollendung führst, Dieses Vaters Geist und Ende Legen wir in deine Hände. 6. Komm, in unser Herz zu geben Deiner Wahrheit VII. Die letzten Dinge. hellen Schein, Daß, wenn schwinden. Ich glaub und sich die Toten heben, Unser red es ohne Scheu: Die Vater ohne Pein Spreche best ist doch getraute Treu; bei des Herrn Erscheinen: Der muß ich jetzt entraten. Sieh, hier bin ich und die Meinen! Albert Knapp, 1798-1864. 350 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert Jezund burch meine Seele, Die abzuscheiden oft begehrt Aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, In solchem Kreuz mein Mel. Aus tiefer Not schrei ich Tröster bist, Muß ich vor Beim Tode von Ehegatten. zu dir. 473. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Mein Leben nun beschließen, Dieweil der Tod von meiner Seit So eilends hat gerissen treues Herz, der Tugend Schein, Des muß ich jetzt beraubet sein; Wer kann mein Elend wenden? Mein 2. Wenn ich an seine Freundlichkeit Gedenk in meinem Herzen, Die er mir hat zu jeder Zeit, In Freud und auch in Schmerzen, Erwiesen ganz beständiglich, Viein Kreuz und Weinen mehret sich, Vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt Rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, Die Treu will gar verLeid verzagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, Zu dir will ich mich wenden In diesem meinem großen Schmerz, Ob sich mein Angst wollt wenden; Ich will betrachten deinen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not Kann dich jeßund verlegen; Im Himmel will der fromme Gott Mit Liebe dich ergözzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud Den Herrn in seiner Herrlichkeit Mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder Her zu mir In dies betrübte Leben; Ich aber komm hinauf zu dir, Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn 1. Tod und Begräbnis. und Lust, Die deine Seele Mein Herz und Wunsches täglich kost, Drauf ich mich herzlich freue. Fülle. 8. Dwie mit großer Freudigkeit Woll'n wir einander kennen; Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, Wenn ich dich, den ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid Mir zu Gemüte führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir Und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehren. Joh. Heermann, 1585-1647. Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 351 und bleibest mein, will mir anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein, Der Herr von ew'gen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, 2. Ach, gält es Wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut williglich Mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, Du sollst sein meines Hauses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben. 4. 3ch sehne mich nach meinem Sohn, Und der mir nah an seinem Thron Im ihn gegeben, Will, daß er Himmel solle leben. Ich 474. Du bist zwar mein sprach: Ach weh, mein Licht Wer verschwind't! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind, Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meint's noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 5. O süßer Rat, o schönes Wort, Und heil'ger als wir denken. Bei Gott ist o mein Sohn, mein Wille, ja fein böser Ort, kein Un 352 VII. Die letzten und kein Kränken, glück und Kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, Bei Gott kann keinem Leid geschehn, Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Gottes Namen ehren, Der hei lig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist: Ich weiß, ich werde müssen Vor Freude Thränen gießen. 7. Ich würde sprechen: Bleib allhier, Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, da mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen. 8. Nun sei es ja und bleib also, Ich will dich nicht beweinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ew'ger Freud und Ruh; Hier leb und bleib nun immerzu, Ich will, will's Gott, mit andern Auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1606-1676. Dinge. Begräbnis. Eigene Melodie. 475. Nun laßt uns den Leib begraben, Dran wir keinen Zweifel haben, Er wird am jüngsten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch zur Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus Von aller lauter Gnad Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend 3st kommen zu ei'm sel'gen End, Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ew'ger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. 1. Tod und Begräbnis. 7. Nun lassen wir ihn Lebenszeit; Auf Sterben hier schlafen Und gehn all heim unsre Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß, Denn der Tod kommt uns gleicherweis. folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Vons Teufels G'walt und ew'ger Pein: Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Michael Weiß, † 1534. Vers 8 ist Luthers Zusatz von 1540. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. den Leib zur Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 476. Nun bringen wir Gräbern stehn, Soll jeder 7. Hier, wo wir bei den bitt, o Gott, durch Christi zu dem Vater flehn: Ich Blut, Mach's einst mit meinem Ende gut! 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Lern hier, was unser Leben ist: Nach Sorge, Furcht und mancher Not Kommt endlich noch zuletzt der Tob. 4. Schnell schwindet unsre 353 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, furze Zeit. 6. O fichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns findlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm jeder seine Seele wahr. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge winn, Zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber 23 VII. Die letzten Dinge. mächtig öffnen wirst, Dann den Sabbath ein, Der nach laß uns fröhlich auferstehn Und dort dein Antlitz ewig sehn. des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden ist. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. A. 477. Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus; Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 354 2. Du Herberg in der Wanderzeit, Gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getroft die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Geist geht hin zur ew'gen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, Ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! der Tag war schwül Im Erdgewühl. Hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, Ein Sieges zug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn; Sein Kreuz voran, Das winft und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hochfestlich brein Und läutet hell B. erwirbt, Daß er im Herrn, 6. O selig, wer das Heil in Christo stirbt! Oselig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die broben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; Denk an dein Heil, Und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; Schau himmelwärts! Da, wo dein Schag ist, ſei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir, Heut ist's an dir. Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo, 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 355 ist Gott bewußt. Schlag an sieht das Kleinod in der die Brust! Du mußt von Fern Und kämpfet gern dannen, Mensch, du mußt. Und harrt der Zukunft seines Herrn. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangenrot; Im Finstern droht Der Ted und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Gräbernacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, Schon hier die ew'gen Hütten baut. Er 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, Gönnt allzugleich Auch ihm ein Räumlein neben euch. ben sind mit dem Tod um fangen. Wen such'n wir, 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, Viel Wohnungen im Himmel bort; Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, fomm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 1785-1860. 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. Eigene Melodie. der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist 478. Mitten wir im le- du, Herr, alleine. Uns reuet Leunsre Missethat, Die dich, Herr, erzärnet hat. Heiliger 23* VII. Die letzten Dinge. Herre Gott! Heiliger, starker Mel. Es ist das Heil uns kommen Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, her. In Laß uns nicht versinken des bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 356 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Höllen Rachen; Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Bor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben, Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starfer Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewi ger Gott Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Martin Luther, 1483-1546. 479. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Christ, der Herr, wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Wer wird alsdann vor ihm bestehn, Wenn alles wird durchs Feu'r gehn, Wie uns sein Wort bezeuget? 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welt ihr Ende; Dann werden alsbald auferstehn Die To ten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wann er wird hören neue Mär, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, Darinnen steht geschrieben, Wie Gott will und alt; richten jung Nichts wird verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn Empfahen, wie er hat gethan In seinem ganzen Leben. 4. Was werd ich armer Sünder dann Vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, Der meine Sach austrage? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, Weil du zuvor 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 357 gekommen bist, All Sünder Hochzeit; Jhr müsset ihm zu erlösen. entgegengehn. 5. Wann ich, Herr, meine Sünd bedent, Mein Augen müssen weinen, Wann ich die große Freud bedenk, Mein Herz thut sich erfreuen; Herr, hilf, daß ich dein Angesicht Mög sehn mit meinem Augenlicht Dert in dem ew'gen Leben. 2. Zion hört die Wächter singen; Das Herz thut ihr vor Freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf! Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit atid 6. Herr Jesu Christ, du machst es lang In diesen bösen Tagen, Den Leuten wird auf Erden bang, Laß sie doch nicht verzagen; Gieb ihnen deinen heil'gen Geist, Der sie in alle Wahrheit leit Durch Jesum Christum. Amen. Barthol. Ningwaldt, 1530-1598. das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Des jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, 1556-1608. Eigene Melodie. 480. Pachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne; Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr, klugen JungEigene Melodie. frauen? Wohlauf, der Bräut- 481. Jerusalem, Du gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz So groß Ver VII. Die letzten Dinge. langen hat und reißt sich gen insgemein, Die weiland los von hier: Weit über dort Trugen des Kreuzes Berg und Thale, Weit über Joch Und der Thrannen blaches Feld Schwingt sich Pein, Schau ich in Ehren zum Himmelssaale Und eilt schweben, In Freiheit überaus dieser Welt. all, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 358 2. O schöner Tag Und noch viel schönre Stund, Wann kommst du doch heran, Da ich mit Lust, Mit loberfülltem Mund Die Seel befehlen kann In Gottes treue Hände Auf Christi Wort und Pfand, Daß ihre Wallfahrt ende In jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, Sei nun gegrüßet mir! Thu auf die Gnadenpfort! Wie lange schon Hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin fommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit; Nun hat mir Gott gegeben Das Erb der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, Welch eine edle Schar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Auserwählten war, Trägt dort die Ehr kron. Die wird auch mir gespendet Aus meines Jesu Hand, Nun ich den Lauf vollendet In jenem Thränenland. 5. Propheten groß Und Patriarchen hoch, Die Gläub' 6. Und lang ich an Im schönen Paradies, Im Heiligtum des Herrn, Dann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er gesehn von fern. Das Halleluja schallet In reiner Heiligkeit, Das Hosianna hallet Ohn End in Ewigfeit. 7. Mit Jubelllang, Mit Instrumenten schön Auf Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall Und von dem süßen Ton Sich regt der Freudensaal, Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch vielmehr, Wie von Anfang gesungen Das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, 1590-1642. Eigene Melodie. 482. Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 359 O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Tranrigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen klebt. 5. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist, 1607-1667. mord 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Sie ist ein Meer, das Wellenspiel Läßt nimmer ab Eigene Melodie. zu toben, Ja, wie mein 483. Alle Menschen Heiland selber spricht, Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang, O ewig, ewig ist zu lang; Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Bein betracht, Erschreck ich recht von Herzen: Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. müssen sterben, Alles Fleisch ist gleich wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu; Dieser Leib, der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Der so großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 4. Wach auf von deinem Schlaf, wach auf, Halt ein in deiner Sünden Lauf Und besfre bald dein Leben. Wach auf, denn es ist hohe Zeit, Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: Wer weiß da, wann er sterben mag? 2. Drum so will ich dieses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab ich nun Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn Er hat mir VII. Die letzten Dinge. das Heil erworben, Drum sein, Drum bilde dir, 0 fahr ich mit Freuden hin Sünder, Ein täglich Sterben Hier aus diesem Weltgetüm- ein. mel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen Gottes Herrlichkeit. 360 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. O Jerusalem, du Schöne, Ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! Ach, der groen Freud Wonne, Jego gehet auf die Sonne; Jetzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag! Joh. Georg Albinus, 1624-1679. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nach dem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzensschreien: Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke stets die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Damit vor Gottes Throne Die Seele wird verpflegt: Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß sich nach dir zu lenken, 484. Bedente, Mensch, Mein Herze ſei bereit. Laß das Ende, Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweggestorben mich den Tod betrachten Und deinen Richterspruch, Laß mich auch nicht verachten Den ew'gen Tod und Fluch. 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 361 6. Hilf, Gott, daß ich in genossen! Der Bräut'gam ist Zeiten Auf meinen letzten nicht weit. Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomo Liskow, 1640-1689. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Begegnet ihm auf Er485. Ermuntert euch, den, Ihr, die ihr Zion liebt, freudigen ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein; Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen . fertig, Und füllet sie mit Öl, Und seid des Herrn gewärtig; Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Begegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 4. Er wird nicht lang verziehen; Drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, Der schönste Frühlingsschein Verheißt Erquickungszeiten; Die Abendröte zeigt Den schönen Tag von weitem, Davor das Dunkel weicht. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist auf geschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf, ihr ReichsMit Mit Gebärden, Und seid nicht mehr betrübt; Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Klagen In Freuden sonder Leid Mitleben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier stehn die Weizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünen die Gebein, Die dort der Tod erschlagen; Hier quillt der Freudenwein. VII. Die letzten Dinge. 8. Hier ist die Stadt der sehn. Denn die dein Wort Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort, Hier sind die güldnen Gassen, Hier ist der Freudensaal, Da wir uns niederlaffen Zum ew'gen Hochzeitsmahl. 362 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurentii, 1660-1722. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. angenommen, Läßt du, Gott, zur Ruhe kommen. 3. Will der Weg mir lange werden, Zeige mir das nahe Land; Ist das Streiten voll Beschwerden, Stärke mir zum Sieg die Hand. Dahin, wo ich ausgegangen, Laß mein Fleisch nicht mehr verlangen. 2. Lehr mich, Herr, im Glauben wallen, Nur nach deiner Führung gehn, Stehen, wenn schon andre fallen, Hoffen, wenn noch nichts zu 4. Laß mich nicht von Ruhe träumen, Wo mein Geist doch keine hat; Die nicht glauben, die versäumen Ihren Teil an jener Stadt; Und in dieser Erden- Wüste Sind die Gräber ihrer Lüste. 5. Was ich denke, was ich thue Unter meiner Pilgrimslast, Alles geh auf deine Ruhe, Die du uns verheißen hast, Daß ich auf Verheißung sterbe Und das* 486. Ruhe hat uns los des Glaubens erbe. Gott verheißen, Ruhe, die da ewig währt. Da wir hier durch Wüsten reisen, Wo uns Gott den Glauben Phil. Friedr. Hiller, 1699-1769. lehrt, Soll uns die Ver- Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. heißung treiben, Daß wir nicht dahinten bleiben. 487. Nach einer Britfung furzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 363 Tugend ihren Fleiß, Und 6. Da wird der Vorsicht jene Welt reicht ihr den heil'ger Wille Mein Will Preis. und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick, Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter fiegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Beflimmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ich's nur, dort werd ich's finden, Dort werd ich heilig und verklärt Der Tugend ganzen Wert empfinden, Den unaussprechlich großen Wert. Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward, Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden Augenblick 3hr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der VII. Die letzten Dinge. Gottes Weg mich gehen hieß, Stuhle weiden; Wirf hin Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. die Last und eil herzu! Bald ist der schwere Kampf vollendet, Bald, bald der saure Lauf geendet, Dann gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die fein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit!" 11 364 11. Da ruft,- o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offen bart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 488. Es ist noch eine Ruh vorhanden, Auf, müdes Herz, und werde licht; Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt! Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr, die ihr seid des Kampfes müde, Mit euch ist Gott, mit euch sein Friede! kommt, geht zur Ruhe Gottes ein!" 4. Dort wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 365 der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! erflingen Und süßer Ton werd ich gesät! Der Herr ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, Es wird kein Tod uns mehr erreichen; Wir werden unsern König sehn. Er wird am Brunnquell uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen; Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 5. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Heiland in den Schoß. Ach, Flügel her! wir müssen eilen, Nicht länger mehr hienieden weilen, Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, Fort, mein Geist, zum Jubilieren, Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Siegm. Kunth, 1700-1779. Eigene Melodie. 489. Auferstehn, ja auf Mein erstehn wirst du, Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein! Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 490. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde, Bon keiner Sünde mehr entweiht, Entladen von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele! Stärke, tröste Dich, Erlöste, 366 VII. Die letzten Dinge. Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß dann, Reiche Saaten Vater, Guter Thaten Mich begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten! 2. Ich freue mich und bebe doch, So brückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch; Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Christ, er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich: Ins Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale! Gottes Ruh ist Unvergänglich, Überschwänglich, Wird trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wann nun mein Auge bricht, deinen Toten Vielleicht umziebt mich ihre 491. Ich hab von ferne, Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater! Ich befehle Meine Seele Deinen Händen, Laß mich einst in Frieden enden! Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig singen Wir und bringen Deinem Namen Preis und Ehr auf Die Erlösten ewig. Amen! sie unaussprechlich Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. Mel. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit. 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 367 2. Das war so prächtig, Stein und Dorn auf allen Was ich im Geist gesehn! Schritten. Ferne strahlt der Du bist allmächtig, Drum Heimat licht, Doch wer ist dein Licht so schön! Könnt weicht, erreicht sie nicht. ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. J. Tim. Hermes, 1738-1821. Mel Jesus, meine Zuversicht. 492. Pilzer sind wir, wallen hier, Gottes Stadt, nach deinen Hütten; Schmal der Weg und eng die Thür, 2. Manchen seh ich vor mir her Nach des Zieles Kronen eilen. Warum säum ich? Ist's auch schwer, Wie nur könnt ich hier verweilen? Strahlt doch fern des Himmels Pracht; Hier ist dunkle, öde Nacht. 3. Nein, ich will zum Vaterland, Zu der Ruh der Heimat dringen. Die hier Weh und Schmerz umwand, Stehn am Threne jetzt und singen: Nimmer Erdenleid Herrlichkeit. wert sei Ihrer großen 4. Bin ich etwa Sünder nur? Und nicht auch mit Gott verbunden? Wall ich nicht auf dessen Spur, Der die Welt hat überwunden? Wie, kann Kleinmut mich entweihn? Wo er ist, da soll ich sein. 5. Er, der mir ein ewig Teil, Das kein Auge sah, bereitet, Hat nur zu gewisserm Heil Mich den rauhern Weg geleitet. Glaubensvoll schreit ich voran, Jesus ebnet mir die Bahn. 6. Wall ich weiter nur voran, Werden Rosen um 368 VII. Die letzten Dinge. 2. Auferst., Weltg. 2c. Frommen Schau dein holdes Angesicht. mich sprießen, Und am Ziele meiner Bahn Wird die Pforte sich erschließen, Und nach treu vollbrachtem Lauf Nimmt die Gottes stadt mich auf. 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wird's sein, wie wird's sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der goldnen Gassen! Herr, mein Gott, ich kann's nicht fassen, Was das wird für Wonne sein. Joh. Friedr. von Meyer, 1772-1849. Eigene Melodie. 493. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, Daß ich Jesum möge sehn; Meine Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird's uns sein, als wenn wir träumen: Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Friedr. Ludwig Knak, 1806-1878. ser 369 Verzeichnis der Liederdichter. ( Die Zahlen bezeichnen die Nummern der Lieder im Gesangbuch.) Agricola, Johann; geb. 1492 zu Eisleben, gest. 1566 als Hofprediger in Berlin. 311. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein, gest. 1668 als Organist in Königsberg. 423. Alberus, Erasmus; geb. zu Sprendlingen bei Frankfurt a. M., gest. 1553 als Gen.- Superint. in Neubrandenburg. 116. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternesfa bei Weißenfels, gest. 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 483. Ambrosius, geb. 340 zu Trier, gest. 397 als Bischof zu Mailand. 306. Angelus Silesius f. Scheffler. Arends, Wilhelm Erasmus; gest. 1721 als Pfarrer in Halberstadt. 266. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schorizz auf Rügen, gest. 1860 als Professor zu Bonn. 54, 55, 118, 132, 133, 207, 242, 300, 301, 390, 469. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg in Sachsen, gest. 1714 als Pastor zu Perleberg. 262. Arnschwanger, Johann Christoph; geb. 1625 zu Nürnberg, geft. 1696 als Pfarrer zu St. Lorenz daselbst. 156. Asschenfeld, Christoph Karl Julius; geb. 1792 in Kiel, gest. 1856 als Propft in Flensburg. 297. 24 370 Verzeichnis der Liederdichter. Bahnmaier, Jonathan Friedrich; geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, gest. 1841 als Dekan von Kirchheim u. Teck. 166. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 zu Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen, starb 1862 als Missions- und Jugendschriftsteller in Calw. 168. Bähr, Christian August; geb. 1795 zu Atterwasch bei Guben, gest. 1846 als Pfarrer zu Weigsdorf bei Zittau. 386. Beda Venerabilis; 674-735, ein angelsächsischer Mönch. 119. Behemb, Martin; geb. 1557 zu Lauban in der Lausitz, gest. 1622 als Pfarrer daselbst. 422. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Steckby( Anhalt- Zerbst), gest. 1722 als Diakonus in Zerbst. 370. Betulius s. Birken. Beurhaus, Friedrich; gest. 1609 als Professor am Gymnasium zu Dortmund. 351. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau im Taunus, gest. 1809 als Superint. zu Usingen. 154. Bienemann( Melissander), Kaspar; geb 1540 zu Nürnberg, gest. 1591 als Gen.- Superint. zu Altenburg. 349. Birken( Betulius), Siegmund von; geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, gest. 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. 75, 255. Bogakky, Karl Heinrich von; geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, gest. 1774 als Privatmann in Halle. 165, 282. Böhme, David; geb. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, gest. 1657 als Hofprediger in Öls. 23. Brandenburg, Luise Henriette, Kurfürstin von; geb. 1627 zu Gravenhaag in Holland, gest. 1667 zu Berlin. 93, 216. Brandenburg- Culmbach, Markgraf Albrecht Alcibiades; geb. 1522 zu Ansbach, geft. 1557 zu Pforzheim. 345. Bruhn, David; geb. 1727 zu Memel, gest. 1782 als Prediger in Berlin. 130. Verzeichnis der Liederdichter. 371 Bruiningk, Heinrich von; geb. 1738 zu Riga, geſt. 1785 als Bischof der Brüdergemeinde in Barby. 82. Bürde, Samuel Gottlieb; geb. 1753 zu Breslau, geft. 1831 als Kanzleidirektor in Berlin. 292, 382. Chiomusus s. Schnesing. Clairvaux, Bernhard von; geb. 1091 zu Fontaine in Burgund, gest. 1153 als Abt des Cisterzienserklosters zu Clairvaux. 72. Claudius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, gest. 1815 als Bankbeamter in Hamburg. 445. Clausniker, Tobias; geb. 1619 zu Thum bei Annaberg in Sachsen, gest. 1684 als Pfarrer zu Weiden in der Oberpfalz. 7. Contractus, Hermann; Mönch im Kloster Reichenau, geb. 1013, geſt. 1054. 1. Cramer, Johann Andreas; geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachfen, gest. 1788 als Professor der Theologie in Kiel. 339. Craffelius, Bartholomäus; geb. 1667 zu Wernsdorf in Sachsen, gest. 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 140, 327. Cronegk, Johann Friedrich von; geb. 1731 zu Ansbach, gest. 1758 in Nürnberg. 442. Bach, Simon; geb. 1605 zu Memel, gest. 1659 als Professor der Poesie zu Königsberg. 456. Dann, Christian Adam; geb. 1758 in Tübingen, geſt. 1837 als Pfarrer in Stuttgart. 383. Danneil, Johann Friedrich; geb. 1719 zu Quedlinburg, e geft. 1772 als Prediger daselbst. 103. Decius( von Hof), Nikolaus; gest. 1541 als Prediger zu Stettin. 63, 137. Denicke, David; geb. 1603 in Zittau, gest. 1680 als Konsistorialrat in Hannover. 3, 217, 236. Derschau, Bernhard; geb. 1591 in Königsberg, geft. 1639 als Oberpfarrer daselbst. 195. Dehler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 zu Nürnberg, gest. 1722 als Konrettor an der heil. Geistschule daselbst. 267. 24* Verzeichnis der Liederdichter. Dilherr, Johann Michael; geb. 1604 zu Themar bei Meiningen, gest. 1669 als Pfarrer in Nürnberg. 355. Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 zu Berlin, gest. 1797 als Konsistorialrat daselbst. 116, 131, 224. Döring, Karl August; geb. 1783 zu Markt- Alvensleben bei Magdeburg, gest. 1844 als Pfarrer in Elberfeld. 293, 467. 372 Brese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, gest. 1701 als fürstlich Schwarzburgscher Kapellmeister in Arnstadt. 264. Drewes, Johann Friedrich Ludwig; geb. 1762 zu Horn im Fürstentum Lippe, Pfarrer in Detmold. 384. Droste- Hülshoff, Annette Elisabetha von; geb. 1797 zu Hülshoff bei Münster, gest. 1848 zu Mersburg am Bodensee. 388. Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, geſt. 1569 als Gen.- Superint. und Prof. der Theologie zu Wittenberg. 347, 448, 449. Engstfeld, Peter Friedrich; geb. 1793 zu Heiligenhaus bei 0 Elberfeld, gest. 1848 als Lehrer und Organist zu Duisburg. 387. Fabricius, Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, gest. 1703 als Pfarrer daselbst. 224. Finger, Johann Justus;-geb. 1781 zu Frankfurt a. M., gest. 1868 als Kaufmann daselbst. 193. Flemming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein an der Mulde, gest. 1640 als Arzt zu Hamburg. 353. Franck, Johannes; geb. 1618 zu Guben in der Lausitz, gest. 1677 als Bürgermeister daselbst. 29, 59, 197, 249, 405. Franck, Salomon; geb. 1659 zu Weimar, gest. 1725 als Konsistorial- Sekretär daselbst. 79, 328. Francke, August Hermann; geb. 1663 in Lübeck, Gründer der nach ihm genannten Stiftungen in Halle, gest. 1727 als Pfarrer und Prof. der Theologie zu Halle. 410. Fresenius, Remigius; geb. 1777 zu Homburg v. d. Höhe, geft. 1820 als Pfarrer zu Frankfurt a. M. 178. Verzeichnis der Liederdichter. 373 Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim im Fürstentum Wolfenbüttel, gest. 1739 zu Halle. 274. Freystein, Johann Burchard; geb. 1671, gest. 1720 als Justizrat zu Dresden. 265. Fricker, Johann Ludwig; geb. 1729 zu Stuttgart, gest. 1766 als Pfarrer in Dettingen u. sod. in Urach. 164. Funk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in der Grafschaft Schönburg, gest. 1814 als Rektor des Domgymnasiums und Konsistorialrat zu Magdeburg. 106,418. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei HannoSver, Prediger der Brüdergemeinde, gest. 1841 zu 108 Herrnhut. 85, 117, 179. Gedicke, Lambert; geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmart, gest. 1735 als Feldpropst in Berlin. 373. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, gest. 1769 als Professor an der Universität in Leipzig. 49, 81, 100, 151, 177, 202,222, 281, 335-338, 377-379, 412, 430, 444, 487. Gerhardt, Paul; geb. 1606 zu Gräfenhainichen in Kursachsen, gest. 1676 als Archidiakonus in Lübben in der Lausitz. 28, 44-46, 69-72, 125, 126, 235, 248, 317-319, 356-362, 394, 404, 408, 415, 424, 425, 438, 458, 474. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck im Hannoverschen, gest. 1671 als Gen.- Superint. und Oberhofprediger in Hannover. 68. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, gest. 1735 als Assistenzrat daselbst. 219, 269, 330. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Würtajtemberg, gest. 1803 als Pfarrer in Hohenheim bei Stuttgart. 105. Gramann( Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, gest. 1541 als Pfarrer in Königsberg. 308. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 19 gest. 1801 als Bischof der Brüdergemeinde in Berthelsdorf. 284. 374 Verzeichnis der Liederdichter. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Großglogau, geft. 1664 als Landschafts- Syndikus daselbſt. 457. Günther, Chriafus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, gest. 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 260. Günther, Martin; geb. um 1690 zu Großrückerswald im sächs. Erzgebirge, war 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der Kurpfalz. 325. Hagenbach, Karl Rudolf; geb. 1801 in Basel, geft. 1874 als Prof. der Theologie daselbst. 153, 391. Hahn, Johann Michael; geb. 1758 zu Altdorf in Württemberg, gest. 1819 als Landmann in Sindlingen. 16. Hardenberg( Novalis), Friedrich Ludwig von; geb. 1772 zu Widerstedt in der Grafsch. Mansfeld, geſt. 1801 als Assessor zu Weißenfels. 104, 287-290. Hartmann, Karl Friedrich; geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, Pfarrer in Lauffen am Neckar, geft. 1815 als Privatmann in Tübingen. 381. Hartmann, Thomas; 1604 Diakonus zu Eisleben. 91. Hausmann, Julie; geb. 1826 in Riga, Lehrerin in St. Petersburg. 342. Hecker, Heinrich Kornelius; geb. 1699 zu Hamburg, gest. 1743 als Pfarrer zu Meuselwig bei Altenburg. 34, 174. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Rauden in Schlesien, gest. 1647 als Privatmann zu Lissa in Polen. 57, 66, 92, 145, 214, 246, 313, 433, 473. Held, Heinrich; gegen 1650 Sachwalter zu Guhrau in Schlesien. 24, 123. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, gest. 1598 als Superint. daselbst. 350. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen gest. 1627 als Pfarrer daselbst. 454. Hermann, Nikolaus; Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, 808 geft. 1561. 43, 434, 447. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Pegnick bei Stargard in Pommern, gest. 1821 als Prof. der Theologie und Ober- Konsistorialrat in Breslau. 491. Verzeichnis der Liederdichter. Herrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, gest. 1723 als Direktor der Franceschen Stiftungen und Prof. der Theologie in Halle. 326. 375 Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, gest. 1699 als Rechtskonsulent daselbst. 440. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, gest. 1547 als Prediger in Breslau. 446. Hessen- Darmstadt, Anna Sophie, Landgräfin von; geb. 1638, geft. 1683 als Übtissin des Stiftes Quedlinburg. 256. Heydenreich, August Ludwig Christian; baden, gest. 1858 ebendaselbst als schen Landeskirche. 36. geb. 1773 zu WiesBischof der NassauHiller, Friedrich Konrad; geb. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, gest. 1726 als Abvolat in Stuttgart. 146. Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen a. d. Enz in Württemberg, gest. 1769 als Pfarrer von Steinheim bei Nördlingen. 35, 115, 141, 239, 240, 334, 465, 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, gest. 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 131. Hojer, Konrad; geb. um 1570, gest. 1612 als Subprior zu Melsenbeck. 352. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, gest. 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 30, 74, 111. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest, gest. 1865 als Pfarrer in Elsog bei Iserlohn. 401. Bacoponus a Tuderto( da Todi); Franziskaner- Mönch, gest. 1306. 88. Kern, Christian Gottlob; geb. 1792 zu Schönstetten auf der schwäbischen Alp, gest. 1835 als Pfarrer zu Dürmenz- Mühlacker. 206. Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankratz in Böhmen, geft. 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 247. 376 Verzeichnis der Viederdichter. Kirchner, Konrad Maximilian; geb. 1809 zu Frankfurt a. M., gest. 1874 als Pfarrer daselbst. 87, 228. Klopflock, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlinburg, gest. 1803 zu Hamburg. 15, 205, 489, 490. Knak, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin, gest. 1878 als Prediger daselbst. 493. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, gest. 1864 als Ober- Konsistorialrat zu Stuttgart. 119, 120, 134, 141, 158, 170, 171, 190, 191, 302, 471, 472. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, gest. 1621 als Diakonus zu Sprottau. 453. Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, gest. 1689 als Kanzleidirektor zu Sulzbach in der Oberpfalz. 427. Koitsch, Christian Jakob; geb. 1671 zu Meißen, geft. 1735 als Rektor des Gymnasiums zu Elbing. 270. Köthe, Friedrich August; geb. 1781 zu übben in der Lausitz, gest. 1850 als Konsistorialrat in Allstädt bei Weimar. 296. Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg, geſt. 1741 als Pfarrer und Superintendent zu Liegnitz. 11. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1768 zu Tecklenburg in in Westfalen, geft. 1845 als Pfarrer in Bremen. 52. 167, 184, 385, 468. Kunth, Johann Siegmund; geb. 1700 zu Liegnitz, gest. 1779 als Superint. zu Baruth in der Lausitz. 488. Lampe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, gest. 1729 als Prediger daselbst. 461. Langbecker, Emanuel Christian Gottlieb; geb. 1792 in Berlin, gest. 1843 als Hof- und Staats- Sekretär un daselbst. 398. Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen, gest. 1744 als Prof. der Theologie zu Halle. 275, 429. Laurentii, Laurentius( Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, gest. 1722 als Musikdirektor am Dom zu Bremen. 96, 485. Verzeichnis der Liederdichter. 377 Lavater, Johann Kaspar; geb. 1741 zu Zürich, gest. 1801 Pals Prediger zu St. Peter daselbst. 203, 204, 225, 285, 286, 380. Leibnik, Gottfried Wilhelm von; geb. 1646 zu Leipzig, gest. 1716 als Justizrat und Historiograph zu Hannover. 78. Leon, Johann; geb. zu Ohrdruff in Thüringen, geſt. 1597 als Pastor zu Wölfis. 450. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Propsthagen in Schlesien, gest. 1780 als Pfarrer zu Lomnitz bei Hirschberg. 102, 129, 283, 476. Piskow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitsch in der Lausit, gest. 1689 als Diafonus in Wurzen. 484. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, gest. 1749 als Ober- Konsistorialrat zu Dresden. 220. Löwenstern, Matthäus Apelles von; geb. 1594 zu PolnischNeustadt im Fürstent. Oppeln, gest. 1648 als Staatsrat des Herzogs von Münsterberg- Öls in Breslau. 314, 436. Luther, Dr. Martin; geb. 1483 zu Eisleben, gest. als Prof. der Theologie zu Wittenberg 1546 zu Eisleben. 1, 40-42, 56, 90, 121, 122, 138, 143, 159, 160, 163, 210, 232, 306, 307, 403, 475, 478. Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen, gest. nach 1583 in Österreich. 348. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, gest. 1865 als Konsistorialrat in Berlin. 192. Mathefius, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, gest. 1565 als Pfarrer zu Joachimsthal in Böhmen. 310, 421. Meister, Christoph Georg Ludwig; geb. 1738 zu Halle, gest. 1811 als Pastor prim. und Lehrer am Gymnasium zu Bremen. 84, 418. Meliffander f. Bienemann. Menher, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausit, gest. 1734 als Pastor zu Kemnitz in der Oberlausit. 329. Verzeichnis der Liederdichter. Meyer, Johann Friedrich von; geb. 1772 in Frankfurt a. M., gest. 1849 als Schöff und Senator baselbst. 86, 294, 295, 389, 492. 378 Menfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel im Gothaschen, gest. 1642 als Pfarrer und Prof. der Theologie zu Erfurt. 481. Moser, Johann Jakob; geb. 1701 zu Stuttgart, gest. 1785 als Landschafts- Konsulent daselbst. 152. Müller, Michael; geb. 1673 zu Blankenburg, geſt. 1704 als Kandidat der Theologie und Hauslehrer zu Schaubeck in Württemberg. 60. Münter, Balthasar; geb. 1735 zu Lübeck, gest. 1793 als deutscher Prediger zu Kopenhagen. 241. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, gest. 1685 als Prediger zu Koburg. 47. Neander, Christoph Friedrich; geb. 1724 zu Eckau in Kurland, gest. 1802 als Propst zu Gränzhof in Kurland. 83. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, gest. 1680 als Prediger daselbst. 4, 320, 321, 439, 459. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, gest. 1726 als Gen.- Superint. zu Stargard in Pommern. 372. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, gest. 1715 als Pastor prim. daselbst. 8, 416. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, gest. 1681 als Bibliothekar und Archiv- Sekretär in Weimar. 364, 426. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 in Üchtritz bei Weißenfels, gest. 1756 als Hauptpastor in Hamburg. 61, 221, 376. Neunherz, Johann; geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, geft. 1737 als Ober- Pfarrer zu Hirschberg. 97. Neuh, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode am Harz, geft. 1716 als Superint. in Wernigerode. 263. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen im Waldeckschen, gest. 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 245, 480. Verzeichnis der Liederdichter. Niemeyer, August Hermann; geb. 1754 zu Halle, gest. 1828 als Prof. der Theologie, Kanzler der Universität und Direktor der Franckeschen Stiftungen daselbst. 51, 466. 379 Novalis s. Hardenberg. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, gest. 1684 als Gen.- Superint. in Weißenfels. 5, 6, 31, 76, 139, 198, 322. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, geſt. 1711 als Superint. zu Arnstadt. 32. Ofer, Friedrich Heinrich; geb. 1820 zu Basel, Hausgeistlicher an der dortigen Strafanstalt. 393. Pfeffel, Gottlieb Konrad; geb. 1736 zu Colmar im Elsaß, geft. 1809 als Präsident des Konsistoriums daselbst. 341. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von; geb. 1712 zu Grünstadt in der Grafsch. Leiningen, gest. 1776 als Geheimrat und Minister auf dem Gut Deufstetten bei Ansbach. 397. Poliander s. Gramann. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, gest. nach 1668 als Pfarrer zu Lissa bei Delitzsch. 354. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kant. Basel, gest. 1871 als Prediger und Professor an der Universität zu Basel. 303. Puchta, Christian Heinrich Rudolf; geb. 1808 zu Cadolzburg in Mittelfranken, gest. 1858 als Pfarrer zu St. Jakob in Augsburg. 53, 226, 419. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, gest. 1735 als Prof. der Theologie zu Gießen. 112, 113, 186, 200, 271. Reißner, Adam; geb. 1471 zu Mündelheim in Bayern, war Sekretär des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg und starb um 1575 in seiner Vaterstadt. 309. Reuk, geb. Gräfin zu Stolberg, Fürstin Eleonore; geb. 1835 zu Gedern im Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in der Oberlausitz. 413. Verzeichnis der Liederdichter. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, gest. 1711 als Arzt des Waisenhauses in Halle. 261. Rieger, Magdalena Sibylla; geb. 1707 zu Maulbronn, gest. 1786 als Witwe des Oberamtmanns Jm. Rieger in Stuttgart. 223. 380 Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, gest. 1649 als Archidiakonus daselbst. 315. Ringwald, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. d. D., gest. 1598 als Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg. 212, 479. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, gest. 1667 als Pfarrer zu Wedel an der Elbe. 26, 58, 67, 215, 316, 407, 437, 482. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, gest. 1708 als Rektor am granen Kloster in Berlin. 368. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Liffa bei Görlitz, gest. 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 238. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben im Meißenschen, geft. 1618 als Archidiakonus in Weimar. 213. Rückert, Friedrich; geb. 1789 zu Schweinfurt, gest. 1866 als preuß. Geheimrat auf Neuseß bei Koburg. 38. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, gest. 1699 als Stammerfonsulent in Wolfenbüttel. 409. Sachse, Christian Friedrich Heinrich; geb. 1785 zu Eisenberg im Altenburgschen, gest. 1860 als Konsistorialrat zu Altenburg. 21, 162, 477. Sachsen- Weimar, Herzog Wilhelm II. zu; geb. 1598 zu Altenburg, gest. 1662 zu Weimar. 2. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühmdorf bei Meiningen, gest. 1698 als Diafonus zu St. Nikolai in Berlin. 257, 365. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, gest. 1608 als Prediger an der Liebfrauenkirche zu Nürnberg. 244. Scheffler( Angelus Silesius), Johann; geb. 1624 zu Bresdalau, wurde Katholik 1653 und starb 1677 als geiſtredlicher Rat des Fürstbischofs von Breslau daselbst. 173, 250-254. Verzeichnis der Liederdichter. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhagen im Meißenschen, geft. 1630 als Kantor an der St. Thomasschule in Leipzig. 455. Schenk, Hartmann; geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, gest. 1681 als Pfarrer von Völkershausen in Thüringen. 19. Schenkendorf, Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried Schenk von; geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Regierungsrat in Koblenz. 50. 107. Schiebeler, Daniel; geb. 1741 zu Hamburg, gest. 1771 als Advokat daselbſt. 14. 381 Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, gest. 1673 als Konrektor am grauen Kloster in Berlin. 27, 124. Schloffer, Ludwig Heinrich; geb. 1663 zu Darmstadt, geſt. 1723 als Pfarrer in Frankfurt a. M. 395. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hohenfelden bei 201 Erfurt, gest. 1745 als Pfarrer zu Šiebleben bei Gotha. 147. 008 Schmidt, Ludwig; geb. 1831 zu Prenzlau, lebt als Direktor der Handelsschule in Leisnig. 304. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf im Fürstentum Liegnitz, gest. 1737 als Pastor prim. aut Schweidnig. 9, 10, 33, 80, 98, 99, 127, 157, 182, 237, 272, 273, 331, 374, 411, 420, 441, 462. Schnefing( Chiomusus), Johann; geb. zu Frankfurt a. M., gest. 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 211. Schöner, Johann Gottfried; geb. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, gest. 1818 als Pfarrer zu St. Lorenz in Nürnberg. 291. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe im Fürstent. Calemberg, gest. 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt. 258, 259. Schubart, Christian Friedrich Daniel; geb. 1739 zu Obersontheim in Württemberg, geft. 1791 als Hof- Musikdirektor und Theaterdichter in Stuttgart. 340. Schük, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., gest. 1690 als Rechtskonsulent und Reichsrat daselbst. 323. 382 Verzeichnis der Liederdichter. Schwarzburg- Rudolstadt, Emilie Juliane, Gräfin von; geb 1637, geft. 1706. 324, 460. Selnecker, Nikolaus; geb. 1530 zu Hersbruck in Bayern, gest. 1592 als Prof. der Theologie und Superint. in Leipzig. 18, 144. Spener, Philipp Jakob; geb. 1635 zu Rappoltsweiler im Elsaß, gest. 1705 als Konsistorialrat und Propst zu St. Nicolai in Berlin. 95. Speratus, Paul( von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil, gest. 1551 in Marienwerder als Bischof von Pomefanien. 233. Spiek, Johann Christoph; geb. 1771 zu Dillenburg, gest. 1829 als Pfarrer an der deutschen reformierten Gemeinde zu Frankfurt a. M. 187. Spitta, Karl Johann Philipp; geb. 1801 in Hannover, gest. 1859 als Superint. zu Burgdorf. 17, 37, 108, 188, 189, 227, 298, 299, 399, 400. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, gest. 1756 als Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 183, 396. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld in Franken, geſt. 1632 als Prof. der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 312. Steiger, Robert;(?). 185. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, gest. 1613 als Stadtschultheis in Meiningen. Meiningen. 406. Stier, Ewald Rudolf; geb. 1800 zu Fraustadt in Bosen, gest. 1862 als Superint. in Eisleben. 169. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld bei Hildesheim, gest. 1708 als Brandenburg- Bayreuthscher Kirchenrat und Gen.- Superint. zu Mönchsberg. 367. Strauß, Viktor Friedrich von; geb. 1809 zu Bückeburg, ehemals Schaumburg- Lippescher Bundestagsgesandter in Frankfurt a. M., lebt als Privatmann in Dresden. 392. Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zu Augsburg, gest. 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 103, 142. Verzeichnis der Liederdichter. 383 Sturm, Julius Karl Reinhold; geb. 1816 zu Köstritz im Fürstent. Reuß, lebt daselbst als Pfarrer und Kirchenrat. 181, 229, 402. Taddel, Christian Ludwig; geb. 1706 zu Rostock, geſt. 1775 als Hofrat und Justizkanzlei- Direktor daselbst. 101. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, wurde Bandweber und starb 1769 als Privatmann zu Mülheim a. d. Ruhr. 12, 13, 48, 114, 128, 149, 150, 332, 333, 443. Thilo, Valentin; geb. 1607 zu Königsberg, gest. 1662 als kgl. polnischer Geheimsekretär daselbſt. 25. Tholuck, Friedrich August Gottgetren; geb. 1799 in Breslau, gest. 1877 als Prof. der Theologie in Halle. 208. Tiel, C. F.(?). 208. Tiehe( Titins), Christoph; geb. 1641 zu Wilkan in Schlefien, gest. 1703 als Diakonus in Hersbruck. 218, 366. Titius f. Tieße. Tollmann, Gottfried; geb. zu Lauban in Schlesien, war 1723 Pfarrer zu Leuba in der Oberlausitz. 417. Vischer, Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, gest. 1600 als Hofprediger und Gen.- Superint. in Zelle. 64. Walter, August Hermann; geb. 1817 zu Leipzig, war daselbst Katechet und Nachmittagsprediger zu St. Petri, lebt jetzt im Pensionsstande. 155. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, gest. 1640 als Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 110. Weiß, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, gab das erste deutsche Gesangbuch der böhmischen Brüder heraus und starb 1534 als Priester der Brüder- Unität zu Landskron in Böhmen. 231, 475. Weißel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Preußen, gest. 1635 als Prediger zu Königsberg. 22, 234. Werner, Georg; geb. 1589 zu Preuß.- Holland, geſt. 1643 als Diafonus zu Königsberg. 65. Winkler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Zuckau in SachsenAltenburg, gest. 1722 als Domprediger und Konsistorialrat in Magdeburg. 268, 371. 384 Verzeichnis der Liederdichter. Wobeser, Ernst Welislaus Wilhelm von; geb. 1727 zu Luckenwalde in Brandenburg, gest. 1795 als Mitglied der Ältesten- Konferenz der Brüdergemeinde in Herrnhut. 82. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, geſt. 1754 als Prof. der Rechte und Hofrat in Halle. 276, 375. Woltersdorf, Ernst Gottlieb; geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, gest. 1761 als Pfarrer in Bunzlau. 176. 201. Beller, Christian Heinrich; geb. 1779 zu Hohen- Entringen bei Tübingen, gest. 1860 als Stifter und Vorsteher der Armen- Schullehrer- Anstalt zu Beuggen bei Basel. 180. Beller, Ernst Albert; geb. 1804 in Heilbronn, gest. 1877 als Direktor der Irren- Anstalt in Winnenthal. 243. Biehn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, gest. 1719 als Archidiakonus daselbst. 369. emilia Binzendorf, Christian Renatus von, der Sohn des Stifters der erneuerten Brüdergemeinde; geb. 1727 zu Herrnhut, gest. 1752 daselbst. 20, 463. Binzendorf, Nikolaus Ludwig von; geb. 1700 zu Dresden, der Vater des Obigen, gest. 1760 zu Herrnhut. 148, 175, 277-280, 464. Lieder von unbekannten Verfassern: 39, 62, 73, 77, 89, 94, 109, 135, 136, 161, 172, 194, 196, 199, 209, 230, 305, 343, 344, 346, 363, 414, 428, 431, 432, 435, 451, 452, 470. Verzeichnis der Melodien. ( Die durch die Schrift hervorgehobenen Zahlen verweisen auf das Lieb der betreffenden Original- Melodie.) 1. Ach Gott und Herr 177. 213. 256. 2. 3. Allein Gott in der Höh sei Chr 110. 118. 137. 198. 236. 325. 375. 402. 412. 4. Allein zu dir, Herr Jesu Christ 211. 5. Alle Menschen müssen sterben 16. 97. 134. 215. 225. 230. 285. 483. m2 10 6. Alles ist an Gottes Segen 88. 107. 115. 149. 152. 204. 286. 363. 367. 380. 387. Ach, was soll ich Sünder machen 30. 78. 381. 7. Alles, was dein Gott dir giebt 393. 8. An dir allein, an dir hab ich gefündigt 222. 9. Auferstehn, ja auferstehn 385. 489. 10. Auf meinen lieben Gott 351. 11. Aus meines Herzens Grunde 54. 207. 421. 12. Aus tiefer Not schrei ich zu ir 143. 199. 210. 212. 216. 217. 349. 373. 376. 386. 447. 473. 13. Christe, du Lamm Gottes 194. 14. Christ ist erstanden von der Marter 89. 15. Christ lag in Todesbanden 90. 385 312. 334. 452. 465. 466. 468. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. Ein feste Burg 102. 151. 159. Der du das Los von meinen Tagen 38. 388. Der lieben Sonne Licht und Pracht 464. Der Tag ist hin, mein Jesu 439. 443. Die güldne Sonne 424. Die wir uns allhier beisammen finden 20. 302. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 165. 327. 24. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld 69. 202. 220. 25. Eins ist not! Ach Herr 258. 26. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 64. 144. 160. 196. 310. 434. 27. Ermuntre dich, mein schwacher Geist 474. 28. Erquicke mich, du Heil der Sünder 128. 200. 29. 30. Erschienen ist der herrlich Tag 5. 31. 46. 62. 91. 92. 109. 142. 362. 370. Errett mich, o mein lieber Herre 184. 31. Es glänzet der Christen inwendiges Leben 261. 32. Es ist das Heil uns kommen Her 96. 209. 231. 233. 234. 260. 323. 324. 335. 337. 339. 410. 479. 16. Christus, der ist mein Leben 99. 193. 296. 304. 305. 33. Es ist ein Ros'entsprungen 39. 25 386 Verzeichnis der Melodien. 34. Es wolle Gott uns gnädig 54. In allen meinen Thaten 331. ſein 163. 353. 35. Fahre fort, fahre fort 147. 36. Freu dich sehr, o meine Seele 73. 125. 130. 131. 145. 219. 224. 248. 294. 354. 382. 392. 401. 451. 471. 37. Gelobet seist du, Jesu Christ 40. 38. Gieb dich zufrieden 359. 39. Gott des Himmels und der Erden 8. 10. 11. 123. 169. 240. 253. 391. 423. 40. Gott ist mein Lied 336. 41. Gott lebet noch 369. 42. Gott sei Dank durch alle Welt 24. 166. 43. Großer Gott, wir loben dich 344. 44. Herr Christ, der einig Gott's= sohn 68. 269. 45. Herr Gott, dich loben wir 306. 46. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 2. 6. 23. 57. 76. 94. 132. 181. 263. 397. 422. 431. 432. 436. 449. 47. Herzlich lieb hab ich dich 244. 48. Herzlich thut mich verlangen 59. 70. 82. 170. 206. 208. 228. 289. 293. 295. 299. 300. 357. 384. 389. 409. 413. 442. 453. 458. 470. 484. 49. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 66. 81. 50. Heut singt die liebe Christenheit 50. 161. 415. 51. Hilf, Herr Jesu, laß ge= lingen 407. 472. 486. 52. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt 450. 459. 477. 53. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Christ 311. 55. In dich hab ich gehoffet, Herr 309. 435. 56. Jehovah, Jehovah 341. 57. Jerusalem, du hochgebaute Stadt 481. 58. Jesu, hilf siegen 259. 59. Jesu, meine Freude 95. 127. 174. 249. 332. 365. 441. 60. Jesu, meines Lebens Leben 36. 74. 112. 114. 330. 61. Jefus, meine Zuversicht 35. 61. 93. 100. 167. 221. 273. 469. 492. 62. Kehre wieder, fehre wieder 227. 63. Komm, heiliger Geist, erfüll 1. 64. Komm, heiltger Geist, Herre Gott 121. 65. Laßt mich gehn 493. 66. Liebster Jesu, wir sind hier 7. 14. 19. 135. 182. 272. 67. Lobe den Herren, den mächtigen König 48. 51. 320. 398. 68. Lobe den Herren, o meine Seele 326. 69. Lobt Gott, ihr Christen, alle ogleich 43. 60. 104. 317.318. 70. Mache dich, mein Geist, bereit 13. 265. 71. 72. 73. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt 251. 254. 281. 455. Macht hoch die Thür, die Thor 22. Meinen Jesum laß ich nicht 9. 32. 33. 80. 157. 247. 276. 371. 411. 74. Mein erst Gefühl sei Preis 430. 75. Meine Seele, laß es gehen 58. 76. Mein Jesu, dem die Seraphinen 280. Verzeichnis der Melodien. 77. Mein Leben ist ein Pilgrimstand 461. 78. Mit Fried und Freud ich fahr dahin 56. 79. Mitten wir im Leben sind 478. 80. Morgenglanz der Ewigkeit 427. 81. Nun bitten wir den heiligen Geift 122. 284. 82. Nun danket alle Gott 139. 315. 405. 2E to 83. Nun freut euch, lieben Christen g'mein 34. 45. 232. 84. Nun laßt uns den Leib be= graben 65. 475. 476. 85. Nun lob, mein Seel, den Herren 308. 316. 404. 86. Nun preiset alle Gottes 89. daß ich tausend Zungen hätte 47. 186. 238. 239. 250. 252. 329. 416. Highs 92. 93. du Liebe meiner Liebe 17. 77. 108. 148. 175. 188. 189. 262. 303. 419. Ewigkeit, du Donnerwort 190. 241. 482. Barmherzigkeit 314. 491.255. 319. 87. Nun ruhen alle Wälder 71. 378. 379. 438. 444. Hände 342. 445. 446. 457. 88. Nun sich der Tag geendet hat 277. 440. Gott, du frommer Gott 313. 322. 328. 396. 429. 94. Lamm Gottes, unschuldig 06. 63. 95. O selig Haus, wo man dich aufgenommen 400. 96. Traurigkeit, o Herzeleid 67. 83. 97. Ursprung des Lebens 99. Ringe recht, wenn Gnade 155. 268. 100. 101. Schmücke dich, o liebe Seele 009 15. 113. 176. 197. 201. 203. 271. 433. 270. 98. Dwie selig seid ihr doch 456. 109. Trener Heiland, wir sind hier 180.0 110. Valet will ich dir geben 18. 28. 53. 98. 119. 168. 235. 242. 279. 297. 298. 390. 426. 454, 485. 90. O du fröhliche, o du selige 111. Vater unser im Himmel136. reich 21. 185. 214. 307. 91. 352. 414. 448. 112. Verleih uns Frieden gnädiglich 403. 113. Vom Himmel hoch, da komm ich her 3. 29. 41. 42. 49. 52. 55. 116. 133. 406. 387 Gottes Ruhe ist das beste Gut 257, 291. 102. 103. 104. 105. Singen wir aus Herzensgrund 356. 106. Sollt es gleich bisweilen scheinen 173. 340. 366. 107. Sollt ich meinem Gott nicht singen 85. 101. 103. ubisgyer Schwing dich auf zu deinem Gott 75. 360, 428. Seelenbräutigam 192. 264. 274. 278. 114. 115. Sieh, hier bin ich, Ehrenfönig 4. 223. 226. 108. So nimm denn meine Wach auf, mein Herz, und finge 408. 425. Wachet auf, ruft uns die Stimme 106. 153. 171. 172. 191. 205. 266. 333. 467. 480. 116. Warum betrübst du dich 346. 117. Warum sollt ich mich denn grämen 44. 129. 292. 361. 25* 388 Verzeichnis der Melodien. 118. Was Gott thut, das ist wohlgethan 179. 283. 368. 372. 374. 377. 420. 119. Was mein Gott will, ge= scheh allzeit 243. 345, 348. 120. Wenn ich ihn nur habe 290. 121. Wenn wir in höchsten Nöten sein 347. 355. 122. Werde munter, mein Gemüte 37. 72. 395. 437. 123. Wer nur den lieben Gott läßt walten 79. 86. 183. 218. 229. 237. 364, 460. 462. 487. 124. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 84. 87. 117. Vierzeilig. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Nun laßt uns den Leib begraben. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Sechszeilig. 1. Heut singt die liebe Christenheit. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Derzeichnis derjenigen Melodien, welche gleiches Dersmaß haben. 2. O daß ich tausend Zungen hätte. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 146. 164. 287. 288. 338. 343. 383. 418. 463. 125. Wie schön leucht uns der Morgenstern 105. 111. 120. 124. 140. 141. 154. 156. 158. 162. 178. 187. 195. 245, 246. 275. 394. 399. 490. 3. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Meine Seele, laß es gehen. 4. Großer Gott, wir loben dich. 10% 126. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen 267, 282. 488. 127. Wir glauben all an einen Gott 138. 128. Wunderbarer König 12.321. 129. Zeuch ein zu deinen Thoren 25. 26. 27. 126. 150. 301. 350. 358. 417. Jesus, meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Siebenzeilig. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Es ist das Heil uns kommen her. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Achtzeilig. 1. Herzlich thut mich verlangen. Valet will ich dir geben. 2. Aus meines Herzens Grunde. pid Zeuch ein zu deinen Thoren. 3. Nun danket alle Gott. O Gott, du frommer Gott. 4. Alle Menschen müssen sterben. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Freu dich sehr, o meine Seele. Werde munter, mein Gemüte. 201 02 Verzeichnis der Lieder. Nr. Ach bleib bei uns, Herr 144 Ach bleib m. deiner Gnade 312 Ach Gott, ich muß in. 473 Ach Gott und Herr, wie 213 Ach Gott, verlaß mich 328 Ach Gott vom Himmel 143 AchGott, w.manch.Herzel. 352 Ach, mein Herr Jesu 284 Ach, sagt mir nichts v. Gold 250 Ach, wie heilig ist der Ort 157 Ach, wundergr. Siegesh. 111 Allein Gott in der Höh 137 Allein zu dir, Herr J. Chr. 211 Alle Menschen müss. sterb. 483 Alles ist an Gottes Segen 363 Alles, was d. Gott dir giebt 393 Allgenugsam Wesen.. 332 Alliebender, wir nahen 193 Amen! D. Grabes Friede 85 Amen! Lob, Preis und 21 Am Kreuz erblaßt... 83 An dir allein, an dir hab ich 222 Auf, auf, ihr Reichsgenoff. 26 Auf, Christenmensch, auf 251 Auf Christi Himmelfahrt 110 Aufd. Nebelfolgtd.Sonne 356 Auf dichseh ich, mit dir geh 155 Auferstanden, auferstand. 103 389 Nr. Auferstehn, ja auferstehn 489 Auf Gott und nicht auf 377 Auf, Jünger Jesu, freuet 116 Auf meinen lieben Gott 351 Auf, Seele, auf u. säume 60 Aus des Todes Banden 95 Aus irdischem Getümmel 297 Aus meines Herz. Grunde 421 Aus tiefer Not schrei ich zu 210 A admo Bedenke, Mensch, d. Ende 484 Befiehl du deine Wege 357 Bei dir, Jesu, will ich bleib. 188 Bis hieher hat mich Gott 324 Bleibt bei dem, der euretw. 189 Brich an, du schönes. Bringt Dank d. Herrscher 343 ♦ Christe, du Lamm Gottes 194 Christ ist erstanden vonder 89 Christ lag in Todesbanden 90 Christus, d. ist mein Leben 452 Dank u. Anbet. bringen 142 Das alte Jahr vergangen 406 Das ist mein Trost in 388 Das Jahr geht still zu Ende 413 Das walte Gott, d. helfen 370 390 Verzeichnis der Lieder. Nr. 54 Das walt Gott Vater. 422 Dein Heiland lebt, o. 109 . 109 Dein König kommt in. 38 Dein Wort, o Herr, ist 179 Der Abend kommt, die 443 Der am Kreuz ist meine 73 Der du, Herr Jesu, Ruh 65 Der du in Todesnächten 168 Der du uns als Vater 130 Der du 3. Heil erschienen 170 z. Der hl. Christ ist kommen Der Herr ist Gott und 339 Der Mond ist aufgegangen 445 Der Tag ist hin, mein 439 Dich, Geist der Wahrheit 132 Dich Jesum laß ich ewig 283 Die Christen gehn v. Drt 464 Die Ernt ist nun zu Ende 417 Die güldne Sonne voll 424 Die Herrlichkeit der Erden 457 Dies ist der Tag, d. Gott 49 Dies ist die Nacht, da mir Dies Kindl., Jesu, ist nun 185 Die wir uns allhier beis. 20 Dir, dir, Jehovah, will 327 Du bist zwar mein und 474 Du, des Zukunft einst 37 Du lieber, heil'ger, fromm. 55 Du, meines Lebens Leben 82 Durch Trauern und durch 409 47 Ehre sei Gott in der Höhe 51 Ein Christ kann ohne Kreuz 372 Eine Herde und ein Hirt 167 Einer ist's, an dem wir 171 Eines wünsch ich mir. 302 Mr. Ein feste Burg ist uns. Gott 159 Eingefargt zum letzten. 471 Ein Haupt hast du dem 402 Ein Lämml. geht und trägt 69 Ein reines Herz, Herr 263 Eins ist not! Ach Herr 258 Empor zu Gott, m. Lobges. 52 Endl. bricht d. heiße Tiegel 381 Erfüllt f. Stund u. Zeiten 53 Ergrünt, ihr Siegespalm. 119 Erhalt uns, Herr, b. d. W. 160 Erhöhter Siegesf. u. Held 105 Er lebt, o froh. Wort, er I. 102 Ermunt. euch, ihr From. 485 Es glänzet der Christen 261 Es hat uns heißen treten 426 Es ist d. Heil uns kommen 233 Es ist ein Ros' entsprungen 39 Es ist gewiß e. köstl. Ding 375 Es ist gewißlich an der Zeit 479 Es ist noch e. Ruh vorh. 488 Es ist vollbracht, er ist 79 Es ist vollbracht! In deine 87 Es wolle Gott uns gnädig 163 Fahre fort, fahre fort. 147 Fang dein Werk mit J. an 428 Fortgekämpft u. fortger. 380 Freu dich sehr, om. Seele 451 Fröhlich soll m. Herze spr. 44 Frühmorgens, da d. Sonn 92 Geduld ist euch vonnöten 358 Gehaus, mein Herz, u.suche 415 Geht nun hin u. grabt mein 469 Geist d. Lebens, hl. Gabe 134 Verzeichnis der Lieder. Nr. Geist v. Vater u. v. Sohne 131 Gekreuzigter, zu d. Füßen 383 Gelobetseid. Herr, m. Gott 139 Gelobet seist du, Jesu Chr. 40 Gern in alles mich zufügen 285 Gesegn'uns, Herr, d. Gab. 431 Gieb dich zufried. u.s. stille 359 Gieb Frieden, Herr, g. Fr. 300 Glaube, Liebe, Hoffn. sind 272 Gott, d. Güte reicht so weit 335 Gott der Gnaden! Schwer 226 Gott des Himmels und der 423 Gott ist gegenwärtig.. 12 Gott ist mein Hort 177 Gott ist mein Lied... 336 Gott lebet noch, Seele, was 369 Gott lebt! wie kann ich 374 Gottlob! der Sonntag. 5 Gottlob! ein neues... 34 Gottlob! ein Schritt zur 410 Gottlob! nun isterschollen 404 Gott ruftd.Sonnu. schafft 412 Gott s. Dankdurch alle W. 24 Gott Vater, aller Dinge 158 Großer Gott v. alten Zeit. Großer Gott, wir fallen 333 Großer Gott, wir loben 344 Großer Hirte deiner Herd. 152 Großer Mittler, der zur 112 8 ♦ ● Halleluja, Amen, Amen 467 Halleluja, jauchzt ihr 106 Halleluja, Lob, Preis 140 Halleluja! schöner Morgen 11 Halleluja! Wie lieblich 120 Halti. Gedächtnis J. Chr. 260 391 Nr. 76 2 Heiland, d. Menschenliebe 271 Herr, dein Wort, die edle 175 Herr, der du dein teures 203 Herr, der d.einst gekommen 277 Herr, der du mir das Leben 444 Herr, die Erde ist gesegnet 419 Herr, du wollst uns vollb. 205 Herr, es gescheh dein Wille 442 Herr Gott, der du mein 310 Herr Gott, d.lob.wir, H.G. 306 Herr Gott, d. lob. w., regier 405 Herr Gott, du bist von Ew. 325 Herr, höre, Herr, erhöre 331 Herr Jesu Christ, d. teures Herr Jesu Christ, dich zu Herr JesuChrist, d.höchstes 199 Herr Jesu Christ, d. höchstes 212 Herr Jesu Christe, Gottes 23 Herr Jesu Christ, wahr 448 Herr Jesu, dir sei Preis 195 Herr Jesu, Gnadensonne 269 Herr Jesu, Licht d. Heiden 59 Herr, öffnemir d.Herzens. 6 Herr, stärke mich, dein. Herr, vor deinem Anges. 14 Herr, wied. willst, so schick's 349 Herzlich lieb hab ich dich 244 Herzlich thut m. verlangen 453 Herzliebster Jesu, was hast 66 Herz und Herz vereint zus. 148 Hier lieg ich, Herr, i.Staub. 384 Hilf, Herr Jesu, laß gel. 407 Himmelan geht unsre B. 273 Himmelan, nur himmelan 291 Hinunter ist der Sonne 434 Hirte deiner Schafe.. 441 81 392 Verzeichnis der Lieder. Nr. Höchster, denk ich an die 224 Höchster Tröster, komm. 129 Hosianna! Davids Sohn 33 Hosianna! Zu der Erde 36 Ich armer Mensch, ich 218 Ich bin des Lebens müde 301 Ich bin ein Gast auf Erden 458 Ich b.ein Mensch v. Gottes 237 Ich b. getauft a. d. Namen Ich b. getauft, i. steh im B. Ich bin in dir u. du in mir 190 Ich erhebe mein Gemüte 225 Ich geh zu deinem Grabe 98 Ich habe dich gefunden 296 Ich habe nun d. Grundgef. 238 Ich habe viel gelitten. 389 Ich hab in guten Stunden 378 Ich hab mein Sach Gott 450 Ich hab von ferne... 491 Ich höre deine Stimme 298 Ich komme, Herr, u.suche d. 202 Ich lobe dich, mein Auge 146 Ich ruf zu dir, Herr J.Chr. 311 Ich sag es jedem, d. erlebt 104 Ich senke mich in d. Wund. 86 Ich finge dir mit Herz und 317 Ich steh an d. Krippe hier 45 Ich stell mich ein, ofrommer 196 Ich u. mein Haus, wir sind 399 Ich weiß, an wen ich glaube 466 Ich weiß, woran ich glaube 242 Ich will dich lieben, meine 252 Ich will v. mein. Missethat 216 Ihr aufgehobnen Segensh. 117 Ihr Waisen, weinet nicht 396 186 183 Nr. In allen meinen Thaten 353 In Chr. Wunden schlaf ich 449 Jn Christohab ich Frieden 304 In dich hab ich gehoffet 309 In Gottes Rat ergeben 470 Ist Gott für mich, so trete 235 Ja fürwahr, uns führt. 385 Jauchzet, ihr Himmel.. 48 Jehovah! Jehovah!.. 341 Jerusalem, du hochgebaute 481 Jesu, deine Passion.. 75 Jesu, der du bist alleine. 149 Jesu, dessen Tod u. Leiden 78 Jesu, geh voran auf der. 278 Jesu, großer Wunderstern 61 Jesu, hilf siegen, du Fürste 259 Jesu, meine Freude... 249 Jesu, meines Lebens Leben Jesu, Retter meiner Seele 215 Jesus Christus herrschtals 115 Jesu, Seelenfreund der. 16 Jesu, siehmich an inGnad. 230 Jesus lebt, mit ihm auch ich 100 Jesus, meine Zuversicht. 93 Jesus nimmt die Sünder 221 Jesus soll die Losung sein 411 74 29 Kehrewieder, kehrewieder 227 Komm auf uns, o Geist des 135 Komm, du wert. Lösegeld 32 Komm, Heidenheiland Komm, heil. Geist, erfüll Komm, h. Geist, Herre Gott 121 Komm, komm, du Licht in 162 Komm, mein Herz, aus Jesu 201 1 Verzeichnis der Lieder. Nr. Komm, o komm, du Geist 123 Kommst du, kommst du. Kommt her, ihr Christen. 156 Kommt her, ihr seid gelad. 207 Kommt, Kinder, laßt uns 150 König, dem kein König. 113 König Jesu, streite, siege 172 Lasset uns mit Jesu ziehen 255 Laß in mein. Pilgerkleide 294 Laß mich dein sein und. 18 Laß mir die Feier deiner. 84 Laß mir, wenn m. Augen 463 Laßt mich gehn, laßt mich 493 Licht, das in die Welt.. 169 Licht vom Licht, erleuchte Liebe, die du mich z. Bilde 253 Liebster Heiland, nahe dich 13 Liebster Jesu, w. s. h., dein. 182 Liebster Jesu, w.s. hier, dich Lobed. Herren, denmächt. 320 Lobe den Herren, o meine 326 Lobt Gott, ihr Christen alle 43 9 7 Mache dich, mein Geist 265 Mach's, lieber Gott, wie 376 Mach's mitmir, Gott, nach 455 Macht hoch die Thür.. 22 Mag auch die Liebeweinen 468 Mag über uns dein Eifer 229 Man lobt dich in der Stille 316 Meinen Jesum laß ich nicht 247 Mein erst Gefühl fei Preis 430 Meine Seele senket sich. 371 Meine Seele voller Fehle 223 Meine Seel ist stille... 365 393 Nr. Meines Herzens reinste. 292 Mein Freund ist mein 256 Mein Glaub ist meines. 241 Mein Gott, ich weiß wohl 462 Mein Heiland, den der. 209 Mein Jesu, der duvordem 200 Mein Jesu, mein. Herzens 275 Mein Leben ist ein... 461 Mein schönste Zier und. 435 Mein Wandelistauf Erden 305 Mirist Erbarmung widerf. 239 Mir nach, spricht Christus 254 Mit dem Haufen deiner. 204 MitErnst, oMenschenkind. 25 Mit Friedu. Freudichfahr 56 Mit heil'ger Freude nahen 187 Mitten wir im Leben sind 478 Morgenglanz der Ewigkeit 427 Nach einer Prüfungkurzer 487 Nun bitten wir den heiligen 122 Nun bringen wir den Leib 476 Nun danket alle Gott.. 315 Nun danketall und bringet 318 Nunfreut euch, lieb. Christ. 232 Nun geh uns auf, du.. 181 Nunjauchzetall, ihrFrom. Nun jauchzt dem Herren Nun kommt das neue Nun laßt uns den Leib. 475 Nunlaßtuns gehnu.treten 408 Nun lob, mein Seel, den 308 Nun preiset alle.... 314 Nun ruhen alle Wälder. 438 Nunsich der Tag geendet 440 Nun treten wir ins neue 414 27 3 31 ♦ 394 Verzeichnis der Lieder. Nr. 77 Odaß doch bald dein Feuer 164 Odaß ich tausend Zungen 329 O du allersüßte Freude. 125 O du betrübte Seele mein 355 O du fröhliche, o du selige 136 O du Liebe meiner Liebe ODurchbrecher all. Bande 262 DEwigkeit, d.Donnerwort 482 O gläubig Herze, benedei 231 DGott, du frommer Gott 313 DGottes Geist und Christi 133 OGottes Sohn, Herr Jesu 236 DGott, o Geist, o Licht. 128 OGott, von dem wir alles 416 OHaupt voll Blut und. 70 Oheil'ger Geist, kehrb.uns 124 O Herr, mein Gott, verlaß 386 DJ. Christe, wahres Licht 57 O Jesu, dir sei ewig Dank 198 DJesu, Herr der Herrlichk. 154 DJesu, Jesu, Gottes Sohn 246 DJesu, meine Sonne.. 299 O Jesu, süßes Licht. 429 OKönig, dessen Majestät 220 OLammGottes, unschuld. Omein Herz, gieb dich zuf. 392 Oselig Haus, womandich 400 Ostern, Ostern, Frühlings. 107 O Traurigkeit, o Herzeleid 67 O Ursprung des Lebens. 270 O Vater der Barmherzigt. 217 O Vaterherz, o Licht.. 282 O Vater, sieh mit Wohlgef. 184 63 Welt, ich muß dich lassen 446 DWelt, sich hierdeinLeben 71 71 D wertes Licht der Christ. 436 Nr. O wie freun wir uns der 17 D wie selig seid ihr doch. 456 Pilger sind wir, wallen. 492 Prediger der süßen Lehre 176 Ninge recht, wenn Gottes 268 Ruhe hatunsGottverheiß. 486 Ruhe ist das beste Gut. 257 Rüstet euch, ihr Christenl. 266 Schaffet, schaff. Menschenk. 219 Schaut die Mutter voller 88 Schmückedich, oliebeSeele 197 Schmückt das Fest mit. 127 Schwing dich aufzu deinem 360 Seele, geh auf Golgatha. 80 Seelenbräutigam.... 264 Seele, was ermüdst du dich 276 Sei getreu bis an das Ende 354 SeiLob u. Ehr dem höchst. 323 Sei mir tausendmal gegr. 72 Senke, o Vater, herab.. 398 Siegesfürst u. Ehrenkönig 114 Sieh, dein König kommt zu 35 Sieh, hier bin ich, Ehrenk. 4 Sohalte fest denn, was du 243 Sojemand spricht: Ich. 281 So lang ich hier nochwalle 334 Sollt es gleich bisweilen 366 Solltichmeinem Gottnicht 319 So nimm denn m. Hände 342 Sorgedochfür meine Kind. 395 So viele gehn umher und 287 So wahr ich lebe, spricht 214 Speis, o Gott, uns, deine 433 Verzeichnis der Lieder. Nr. Stillehaltendeinem Walt. 391 Still in meinem Gott zufr. 387 Such, wer da will, ein 234 Thut mir auf die schöne 10 Treuer Heiland, wir sind 180 Treuer Meister, deine W. 173 Triumph, Triumph! der 118 überwinder, nimm die. 101 Unsern Ausgang segne 19 Urquell aller Seligkeiten 340 Valet will ich dir geben 454 Vater, den mein Herz. 286 Vater, hier im Erdenschoße 472 Vater, kröne du mit Segen 401 Vater unseri. Himmelreich 307 Verleih uns Frieden.. 403 Verzage nicht, o Häuflein 161 Volk des Herrn, du hast 303 Vom Himmel hoch, da 41 Vom Himmel kamd.Engel 42 Von des Himmels Thron 192 Von dir will i. nicht weichen 295 Von Gott will ich n. lassen 350 Vor Christi Augen leben 279 Vor dir, Todesüberwinder 191 Wach auf, du Geist der 165 Wach auf, mein Herz, die 96 Wach auf, mein Herz, und 425 Wachet auf, erhebtd.Blicke 153 Wachet auf! ruft uns die 480 Walte, walte nah u. fern 166 Wandle leuchtender und 108 395 Nr. Warum betrübst du dich 346 Warum sollt ich mich denn 361 Warum willst du draußen 248 Was freut mich noch, wenn 141 Was Gott gefällt, mein 362 WasGott thut, dasi.wohlgethan, es bleibt.. 368 WasGottthut, dasi.wohl390 gethan, so denken.. 420 Was ist's, daßi. mich quäle 379 Was m. Gott will, gescheh 345 Was wär ich ohne dich gew. 288 Was willst du dich betr. Weicht, ihr Berge, fallt ihr Welch himmlisch Licht ist's Wen hast du dir geladen 208 Wenn alle untreu werden 289 Wenn alle von mir scheiden 293 Wenn Christus seine Kirche 151 Wenn der Herreinstd.Gef. 382 Wenn ich ihn nur habe 290 Wennich, oSchöpfer, deine 337 Wenn meine Sünd mich 68 Wenn mein Stündlein. 447 Wenn wir in höchst. Nöten 347 Werde Licht, du Stadt der 58 Werde munter, m. Gemüte 437 Wer Gott vertraut, hat 348 Wer ist wohl wie du.. 274 Wer nur den lieben Gott 364 Wer weiß, wie nahe mir 460 Wie dank ich's, Heiland 280 Wie fleucht dahin der. 459 Wie Gott mich führt, so 373 Wie groß ist des Allmächt'. 338 Wie könntich sein vergessen 206 240 178 396 Verzeichnis der Lieder. Nr. Wie schön ist's doch, Herr 394 Wie schön leucht uns der 245 Wie Simeon verschieden 465 Wie soll ich dich empfangen 28 Wiewird mir dann, odann 490 Wie wohl ist mir, o Freund 267 Willkommen, Held im. 99 Wir alle, Menschenvater 418 Wir danken dir, Herr J. Ch., daß du für uns 64 Wir danken dir, Herr J. Ch., daß du vom Tod 91 Wir danken Gott für seine 432 Wir flehen um Erbarmen 228 Wir glauben all an einen 138 Nr. 62 Wir singendir, Immanuel 46 Wohlauf, mein Herz, z.Gott 322 Wohlauf, wohlan, zum. 477 Wohl einem Haus, da Jes. 397 Wo ist der neugeborneHeld Womit soll ich dich wohl 330 Wort des höchsten Mund. 174 Wo willst du hin, weil's 94 Wunderanfang, herrlich's 367 Wunderbarer König.. 321 Beige dich uns ohne Hülle 15 Zeuch ein zu deinen Thoren 126 Zion klagt mit Angst und 145 3ween der Jünger gehn mit 97 6. Naumann's Druckerei. Frankfurt a. M. Gebete. Anhang zum frankfurter Evangelischen Gesangbuche. Frankfurt am Main. Verlag von Moritz Diesterweg. 1886. ...... robapna អ្វីៗ, រ ម orbudain shi Um Geist und Gnade, recht zu beten. 1. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unseres Herrn Jesu Christi! Weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich thun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieße über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebetes, daß er uns bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen im rechten Ernste anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen. Herr, thue unsere Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige, und verleihe uns Gnade, daß wir dich im Geist und in der Wahrheit, ohne jeglichen fremden Gedanken und ohne Heuchelei anrufen. Laß uns nichts von dir begehren als nur allein, was dir zu Lob und Ehre und unseren Seelen zur Seligkeit gereicht. Verleihe, daß wir alles, was wir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte erflehen, auch dir nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern in allen Dingen in Geduld und Demut uns dir unterwerfen. Gieb Gnade, o Herr, daß wir vor dir liegen mit unserem Gebete, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht 1 2 - unseren lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir um unserer Unwürdigkeit willen vom Beten nicht abgeschreckt werden. Hilf uns, daß wir heilige Hände aufheben und anhalten mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit wir nach deiner Verheißung und nach deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herru. Amen. Hannöverisches Gesangbuch. 2. Ich danke dir, mein Herr und mein Gott, für die unaussprechliche Wohlthat, daß du uns nicht allein befohlen hast, deinen hülfreichen Namen in allen Nöten anzurufen, sondern auch sogar väterlich und holdselig verheißen, daß du uns gewißlich erhören und immer geben wollest zu rechter Zeit, was uns heilsam und gut ist an Leib und Seele. Ich bitte dich, mein Gott, gieße aus über mich deinen heiligen Geist, den Geist des Gebetes, daß ich allezeit Lust und Liebe zum Gebete habe, täglich getrost und mit aller Zuversicht im Namen meines Herrn Jesu Christi hintrete, meine Kniee vor dir beuge und in allen Nöten als ein liebes Kind dich anrufe, mein allerliebster Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Gieb, daß ich allezeit heilige Hände zu dir aufhebe ohne Zorn und Zweifel und festiglich traue, daß alle meine Gebete, ja alle Seufzer, die aus meinem Herzen kommen, gewiß erhört werden. Verleihe mir auch, wenn die Hülfe verzieht, daß ich Geduld trage, dir nicht Zeit noch Maß vorschreibe, sondern harre und warte auf deine Stunde; denn du hast Wohlgefallen an denen, die dich fürchten und auf deine Güte hoffen. 3 - Endlich, mein Gott, regiere und erinnere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich täglich oft an meine Sterbeſtunde denke, mich allezeit in guter Bereitschaft halte und um einen seligen Abschied von Herzen dich bitte. Amen. Sammlung geistlicher Lieder. K. von Raumer. Allgemeine Morgengebete. 1. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde, Und an Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiſt, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zu der Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zu der Rechten Gottes, seines allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist in dem Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie in dem Himmel also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schulden, so wie wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 18 1* - - 4 Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Luther. 2. Herr unser Gott, der du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns versammelt hast, unsere Hände aufzuheben zu dir und deine gerechten Gerichte zu preisen, nimm an unser Gebet und Flehen und schenke uns Glauben, der nicht zu Schanden wird, zuversichtliche Hoffnung und ungeheuchelte Liebe; segne unsern Eingang und Ausgang, unsere Gedanken, Worte und Werke, und laß uns diesen Tag beginnen unter Lob, Preis und Ruhm der unaussprechlichen Größe deiner Güte. Geheiliget werde dein Name; dein Reich komme. Dir sei Preis und Lob in Ewigkeit. Amen. SOU Griechische Kirche. 3. Wir loben, preisen und rühmen dich und danken ir, Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missethat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmungen. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß - 5- scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unseren Verstand und behüte alle unsere Sinnen, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und das ewige Leben erlangen, wo wir uns freuen werden in deinem unzugänglichen Lichte. Denn du bist die lebendige Quelle, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Amen. Griechische Kirche. 4. Herr unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen läsfest aus der Finsternis, der du uns erquickt durch den nächtlichen Schlaf und wieder aufgeweckt hast, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen: nimm jetzt von uns an nach deiner grundlosen Barmherzigfeit das Opfer unserer Anbetung und unseres Dankes und gewähre uns alle uns heilsamen Bitten. Bilde du uns zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Nach dem Reichtum deiner Erbarmung, o Herr, gedenke deines ganzen Volkes, aller, die mit uns beten, und aller unserer Brüder, die zu Land oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reiche deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir erlöst nach Seele und Leib, unverrückt in festem Glauben deinen heiligen und wunderbaren Namen rühmen mögen. Amen. ( burs Griechische Kirche. - - 6- - Morgengebet am Sonntage. O du Vater des Lichts! der du das natürliche Licht uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und allezeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen, und laß ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit wir dich, o ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und lieb gewinnen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit gefangen und verwickelt; darum lehre du uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem heiligen Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können; so werden wir uns erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden und dir in deinem Lichte dienen nach deinem Wohlgefallen. O Herr Jesu Christe! du Sonne der Gerechtigkeit, gehe du in uns auf als ein Morgenstern, und schenke uns dein Heil unter deinen Flügeln, damit uns alle Tage unseres Lebens zu rechten Sonntagen werden. Lehre uns aufwachen vom Schlafe der natürlichen Sicherheit und aufstehen von allen toten Werken, damit du uns, o Jesu, erleuchten mögest. Du bist ja der Glanz der Herrlichkeit. Ach, so lasse uns nicht uns selbst leben, sondern dir, der du für uns gestorben und auferstanden bist. O brich an, du helles Licht, in unseren Herzen, und herrsche über alle deine Feinde in uns, die du in deiner Auferstehung bezwungen hast. Und du, o heiliger Geist! richte unsere Herzen heute zu, daß sie deine Tempel werden, darin du den ganzen Tag lehren könneft. Heilige alle Gedanken und Sinne, dein Wort zu fassen und zu behalten, auch dir ohne Falsch - 7- zu gehorchen und in täglicher Buße diese ganze Woche und allezeit fortzuleben. Halte selbst deinen Ruhetag in uns, und habe dein Werk in unseren Herzen, daß wir dir gefällig seien in Zeit und Ewigkeit. Amen. Sun Gottfried Arnold. Gebet am Montag- Morgen. = Bei diesem Anfange der Woche rufen wir zu dir, o heiliger Vater, im Namen Jesu Christi, du wollest uns Herz, Mut und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, damit wir allein das denken, reden und thun, was du selber in uns willst und wirkest. Ach, vereinige unsere Gedanken und Begierden mit dir durch die Liebe Christi, und reinige unser Gewissen durch sein Blut, damit wir in deinem Gehorsam einhergehen. Siehe, wir übergeben uns dir auf diese ganze Woche, ja auf unser ganzes Leben. Stärke uns mit deiner Kraft, mache uns aufrichtig, dir und unserem Nächsten in Liebe zu dienen. Lehre uns, wider alle Verführungen unseres verderbten Herzens und böser Menschen zu streiten. Mache uns die Eitelkeit recht bitter, daß du uns desto süßer werdest. Hilf uns, die Last dieser Woche tragen. Leite uns wie ein lieber Vater und mache uns kindlich gehorsam. Sprich selbst deinen Segen über unsere Arbeit und gehe uns mit deiner Weisheit vor, damit wir darin fröhlich und getrost, aber auch gewissenhaft und treu seien. Ja, werde du selbst in uns und allen unseren Dingen Anfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und zu unserem Heile. Amen. Gottfried Arnold. - 8- - dun schaft sing shoid sau rochilgt i dur nochrodog# Gebet am Dienstag Morgen. ill Getreuer Gott und Vater, dir sei Preis für alle deine Güte, daß du uns unter dem Schatten deiner Flügel hast ruhen lassen. Desto mehr laß nun auch diese zukünftige Zeit über uns zu deiner Liebe erweckt werden, daß wir nicht zu leben begehren außer in dir, und was wir noch leben, nur im Glauben deines Sohnes leben, ja daß er unser wahres Licht und Leben werde. Hierzu übergeben wir uns dir ganz von neuem zu deiner Reinigung und Regierung. Laß du den lebendigen Glauben und dadurch Christum in unseren Herzen wohnen, daß in uns gepflanzt und gemehrt werde die Frucht des Geistes, welche ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Lehre uns, keine Lust zu verlangen, als nur deine heilige Liebe; keine Vorteile, als die Schätze deiner Gnaden; keine Ehre, als deine Kindschaft. Für das Zeitliche laß uns ja nicht ängstlich sorgen, denn du wirst uns nicht verlassen noch versäumen. Heilige und segne selbst das Werk unserer Hände und neben uns auch alle, die dich suchen. Ja, breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus und hole einen jeden herum aus seinem Verderben, absonderlich die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondere befehlen wir deiner Gnadenregierung uns und die Unsrigen wie auch unsere Oberen und Vorgesetzten. Erbarme dich des allgemeinen Elends in allen Ständen, und mache der Bosheit und den Ärgernissen ein Ende. Hilf auch allen Notleidenden, und sei uns allen gnädig, daß du uns deinen Frieden gebest im Namen Jefu. Amen. Nach einer Handschriftlichen Sammlung. in pod enoid Gebet am Mittwoch- Morgen.n sinfini red slus82 sid, niedumat östthi? Bed drift in Herr Jesu Christe, Sohn Gottes, der du zu aller Zeit und Stunde im Himmel und auf Erden angebetet und gepriesen wirst, du Gnädiger, Barmherziger und Geduldiger, der du die Gerechten liebest und der Sünder dich erbarmst, der du alle zur Seligkeit rufst durch die Verheißung der zukünftigen Güter: Herr Christe, nimm selbst zu dieſer Morgenstunde unser Gebet an und richte den Weg unseres Lebens nach deinen Geboten. Heilige unsere Seelen, reinige unsere Leiber, lenke unsere Gedanken, läutere unsere Sinnen und erlöse uns von aller Trübsal, Leid und Schmerz. Beschirme uns durch deine heiligen Engel, damit wir durch ihre Wacht beschüßt zur Einigkeit des Glaubens und zur Erkenntnis deiner unzugänglichen Herrlichkeit gelangen mögen. Dir sei Preis und Lob in Ewigkeit. Amen. Griechische Kirche. Gebet am Donnerstag- Morgen. Gelobet sei Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist, der uns unter seinem Schutz und Segen diese Nacht hat ruhig schlafen lassen und uns vor so vieler Gefahr, Unglück und Schaden, die uns hätten widerfahren können, so gnädiglich und väterlich behütet und bewahret hat. Die Güte des Herrn ist's, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß. Herr Jesu, sei du - 10 — ferner unser in Gnaden eingedenk; der du herrschest in deinem Reiche, verlaß uns nun und nimmermehr; sei du unser Licht, erleuchte unsere Herzen, daß wir diesen Tag als Kinder des Lichtes wandeln, die Werke der Finsternis fliehen und meiden und dir diesen ganzen Tag in Aufrichtigkeit des Herzens dienen. Regiere du uns, unsere Herzen, Sinne und Gedanken, unsere Worte und Werke, damit wir doch ja nicht wider dich fündigen. Dein heiliger Geist sei unser Leiter und Führer in allem unfrem Thun und Lassen. Ach gieb du uns Gnade, daß wir dich, der du allein heilig bist, und uns selbst täglich mehr und mehr erkennen, auch uns selbst in unseren Gebrechen urteilen und strafen, damit wir nicht von deinem strengen Gerichte verurteilt und gestraft werden. Schaffe in uns, o Gott, ein reines Herz und gieb uns einen neuen und gewissen Geist, verwirf uns nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Treibe alles aus, was noch Sündliches und dir Mißfälliges an uns ist. Pflanze in uns wahre Gottesfurcht; vermehre und stärke in uns das Licht des Glaubens und laß uns nimmermehr aus deiner Gnade fallen. Amen. Aus der Seelenapotheke". Gebet am Freitag- Morgen. Gott und Herr der Heerscharen, aller Dinge Schöpfer, der du aus unvergleichlichem Erbarmen deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, zum Heile unseres Geschlechtes herabgesendet, durch seinen heiligen Kreuzestod die Handschrift unserer Sünden vernichtet und über die Herrschaften und Gewalten der Finsternis triumphiert haft: - 11- - gnädiger, freundlicher Gott, nimm auch von uns, den Sündern, jetzt Dank und Flehen an und erlöse uns von allen verderblichen Werken der Finsternis und allen unseren Feinden, die uns zu verderben trachten, sichtbaren und unsichtbaren. Kreuzige durch deine Furcht unser Fleisch, und laß nicht zu, daß unsere Herzen in unheilige Gedanken und Worte ausschweifen, sondern entzünde unsere Herzen mit Sehnſucht nach dir, auf daß wir, unverrückt auf dich hinblickend und von deinem Lichte aus deiner Höhe geleitet, dich, das unzugängliche und ewige Licht, von ferne schauen und dir ohne Unterlaß Preis und Dank darbringen mögen, dir, dem anfangslosen Vater, mit dem eingebornen Sohne und deinem heiligen, guten, belebenden Geist jetzt und immerdar und in Ewigkeit. Amen. Bafilius. Gebet am Samstag- Morgen. Lieber himmlischer Vater! hilf, daß wir dich dieſen Morgen und allezeit im Geist und in der Wahrheit anbeten, aber auch nichts begehren, als was dein Wille ist. Erleuchte uns mit deinem heiligen Geiste und reinige unser Gewissen von allen toten Werken, dir, dem lebendigen Gott heut und allezeit zu dienen durch deinen lieben Sohn Jesum Christum. Gieb, daß wir nichts in unser Gemüt fassen, als was dir gefällt. Siehe, wir sind dein, und du hast uns in der Buße zu deinem Sohne geführt: sete du diese Buße täglich in uns fort durch deinen heiligen Geist, daß wir wider alles Böse ernstlich streiten und uns unser Christentum einen rechten Ernst sein lassen. Wende von uns ab alle unnüzen - 12- und bösen Worte und Werke, sei durch dein Wort ein Richter der Gedanken und der Sinne des Herzens. Auch bewahre unseren Fuß, daß wir nicht auf verbotenen Wegen gehen. Denn du weißt, lieber Vater, wieviel Feinde um und um nach unserer Seele stehen, und wie leicht wir berückt und befleckt werden. Herr, es soll auch dein Ruhm allein sein, wenn du unsere Hülfe wider das Straucheln sein wirst; und unser Glaube wird dadurch gestärkt werden, daß wir dir ewiglich anhangen und nicht von dir weichen. Deine Wunder wollen wir auch anderen erzählen, die du ebenso wie uns zu dir ziehen und an der Hand deiner Liebe leiten wollest durch den Sohn deiner Liebe in Kraft des heiligen Geistes. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". Allgemeine Abendgebete. 1. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt. Amen.dk vodni- un film Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde, Und an Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zu der Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zu der Rechten Gottes, seines allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. - 13 - Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist in dem Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie in dem Himmel also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schulden, so wie wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Luther. 2. Getreuer Gott, Vater und Herr unseres Lebens! Deine Treue hat noch kein Ende, und deine Güte ist alle Morgen neu. Auch heute hast du uns erhalten, ernährt, versorgt und behütet und unsere Schritte gerichtet nach deinem heiligen Worte. Dafür preiset dich unsere Seele und verkündigt in dieser stillen Abendstunde dein Lob. O möchte deine Gnade an uns nicht vergeblich gewesen sein! Ach vergieb uns, barmherziger Vater, jeden Undank und Ungehorsam, dessen wir uns heute gegen dich schuldig gemacht haben. Vergieb uns um deines lieben Sohnes 14- 1 Jesu Christi, unseres Herren willen, alle Sünden, die wir begangen haben in Gedanken, Worten und Werken, alle Versäumnisse, Fehltritte und Übertretungen. O Gott, der du in uns wirkest beides, das Wollen und das Vollbringen nach deinem Wohlgefallen, wir beugen vor dir unsere Kniee, daß du uns Kraft gebest nach dem Reichtum deiner Herrlichkeit, stark zu werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, und zu wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Jesus Christus. Laß uns einen guten Kampf kämpfen, daß wir den Glauben und ein gut Gewissen behalten mögen. Auch heute sind wir wieder um einen Schritt dem Ziele der Ewigkeit näher gerückt. Lehre uns bedenken, wie furz unsere irdische Vorbereitungszeit und wie ungewiß die Dauer derselben ist. Erwecke uns, zu ergreifen das Eine, was not ist, um das Heil unserer unsterblichen Seele zu gewinnen. Hilf uns wachen und beten, daß wir in deiner Furcht unser irdisches Tagewerk einst vollenden und am letzten Abend unseres Lebens zu deiner seligen Ruhe eingehen mögen. Die dunkle Nacht ist jetzt eingebrochen. Auch in der Finsternis bist du, Herr, bei uns. Schüße uns und alle die Unsrigen vor Unglück und Gefahr. O du treuer Menschenhüter, wache über alle deine Kinder! Lindre allen Kranken, Elenden und Traurigen ihren Schmerz und Kummer. Sende dein Licht und deinen Trost in jedes dunkle und niedergedrückte Herz; trockne die Thränen derer, die um Hülfe seufzen. Laß die letzten Stunden und Augenblicke aller Sterbenden Zeugen deiner väterlichen Erbarmung sein. Laß uns morgen mit neuer Kraft und Munterfeit erwachen, damit wir aufs neue dir die Opfer unseres Dankes bringen und zu deinem Preise unseren Christenlauf fortsegen - 15 - mögen. Solltest du aber, Herr über Leben und Tod, nach deinem ewigen Ratschlusse in dieser Nacht aus unserer Mitte einen von der Welt abrufen, so nimm seinen unsterblichen Geist auf in die Wohnungen des Friedens, zum Genusse der Herrlichkeit und Seligkeit, die du uns durch Jesum Christum bereitet hast. Dir sei Ehre und Lob von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Aus Kunz Kirchengesangbuch". 3. Gott, du einiges und höchstes Gut! In dir allein findet unser Herz Ruhe und in deiner Gnade die höchste Freude. Herr, wenn wir nur dich haben, so haben wir genug. O wie wohl ist unserer Seele, wenn du uns gnädig bist und unser Gewissen stillest. Erhalte in unseren Herzen deinen Frieden und thue ferner unserer Seele Gutes. Stärke uns in allen Leiden durch den inwendigen Trost deines heiligen Geistes. Bringe uns, wenn die letzte Nacht unseres Lebens einbricht, an den Ort der ewigen vollkommenen Ruhe, damit wir schauen dein Antlig in Gerechtigkeit und gesättigt werden aus deiner ewigen Freudenfülle. Amen. Aus Kunz Kirchengesangbuch". 4. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, wir sagen dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsternis unterschieden hast, den Tag zur Arbeit, die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Wir loben und preisen dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du uns durch deine göttliche Gnade - 16- und Schutz den vergangenen Tag haft vollenden und seine Last und Plage überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der anderen ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Wir danken dir von Herzen für all das Gute, das wir an diesem Tag von deiner Hand empfangen haben. Ach Herr, wir sind zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an uns thust. Wir danken dir auch für die Abwendung des Bösen, das uns diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß wir unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sünden behütet geblieben sind, und bitten dich herzlich und kindlich: Vergieb uns alle unsere Sünden, die B wir diesen Tag begangen haben mit Gedanken, Worten und Werken. Gar manches Böse haben wir gethan, gar manches Gute versäumt. Ach Gott, sei uns gnädig, sei uns gnädig! Laß heute alle unsere Sünde mit uns absterben und gieb, daß wir immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehen, daß unser Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf, daß unsere Seele und unser Geist immer zu dir wache, daß wir von dir reden, wenn wir uns zu Bette legen, an dich gedenken, wenn wir erwachen, daß dein Name und Gedächtnis in unseren Herzen bleibe, wir wachen oder schlafen. Gieb uns, daß wir nicht erschrecken vor dem Grauen der Nacht, daß wir uns nicht fürchten vor dem plötzlichen Schrecken, sondern recht schlafen. Hüter Israels, du schläfst noch schlummerst nicht, ja, der uns behütet, schläft nicht. Sei du, o Gott, unser Schatten über unserer rechten Hand, daß uns des - 17 — Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Laß deine heiligen Wächter uns behüten, und deine Engel sich um uns lagern und uns aushelfen. Wecke uns morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lob und Preise, daß wir mit neuen Kräften dir dienen mögen. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschlusse die letzte sein soll, und unser Stündlein vorhanden ist, so verleihe uns einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, unserem Herrn. Amen. Johann Arndt. 18 Gebet am Sonntag- Abend. Wir loben und preisen dich, Gott unser Bater, Herr Himmels und der Erden, daß du uns an diesem heutigen Tage aus lauter Güte und Barmherzigkeit reichlich versorget hast, nicht allein dem Leibe nach mit dem täglichen Brote, sondern auch an unseren Seelen mit der himmlischen Speise deines Wortes. Verleihe, o treuer Gott, daß es in unsern Herzen wurzele und großen Nußen schaffe zu deiner Ehre und unserer Seligkeit. Wir bitten auch deine väterliche Gnade, du wollest uns ja dein lauteres Wort und reinen Kirchendienst nicht entziehen. Laß uns auch, barmherziger Vater, unsere Schuld und Sünden, mit welchen wir diesen heutigen Tag möchten verunheiliget haben, nicht entgelten, sondern vergieb sie und wende sie uns zu Gnaden durch das bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi. Du wollest auch auf die heute angehende ganze übrige Zeit unseres kurzen Erdenlebens uns dir in deinen göttlichen Schutz und väterlichen Segen befohlen 2 - 18- - sein lassen. Laß deine heiligen Engel sich um uns her lagern, damit der böse Feind keine Macht an uns finde. Weil aber der Abend dieser Welt mehr und mehr herbeinahet, und sich der Tag geneiget hat, so verleihe uns die Gnade deines Geistes, damit wir stets wachen und in lebendigem Glauben, in brünstiger Liebe, fester Hoffnung und heiligem Wandel warten der seligen Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi, wenn er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten: auf daß wir ihn alsdann würdig und mit Freuden empfahen, ins ewige Leben mit ihm eingehen und den ewigen Feier- und Freudentag mit allen Auserwählten erlangen und ohne Ende halten mögen. Erbarme dich, o Herr, der ganzen Christenheit, und befreie deine arme verfolgte Gemeinde von aller Bedrängnis, Spott und Tyrannei. Tröste alle geängstete, betrübte Gewissen durch den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns allen deinen Frieden durch Jesum Christum, unseren Fürsprecher und einigen Mittler. Amen. Aus Eubach. ww**** 017 suisd thun aslid viisigibe TT To the Gebet am Montag- Abend. thin tus Heiliger und gerechter Gott, wir sollen in täglicher Buße uns immerdar zu dir wenden und deine Gnade also von neuem suchen. Darum erinnere du uns selber durch den Geist deiner Zucht, worin wir etwa diesen Tag über oder sonst von dir abgewichen sind. Laß uns stets mit dem verlorenen Sohne wieder zu dir nahen mit zerknirschtem Herzen, und komme uns mit deiner Erbarmung zuvor in 19 - allem unserem Elende, damit uns die Finsternis nicht als Ungewaffnete überfalle. Nimm uns von neuem auf in deine heilige Fürsorge wider alle Feinde, vornehmlich die unsichtbaren, und habe zugleich Dank für die heutige Bewahrung und Hülfe in unserem Berufe. Lehre uns erkennen, wie wir ohne dich unmöglich sicher bleiben können, und wie du hingegen Macht genug habest, alle deine Kinder zu erleuchten und zu schützen. Das Fleisch laß in Züchten rein sein von allen sündlichen Lüsten. Laß uns all das Unsere dir anvertrauen, uns in deinem Namen niederlegen, in dir sanft ruhen, und mit guten Gedanken und Begierden wieder aufwachen zu einem hellen und fröhlichen Tag deiner Gnade in Christo Jesu, unserem Herrn und Heiland. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". " 1 Gebet am Dienstag- Abend. Wiewohl wir deine Güte, o himmlischer Vater, nicht völlig erkennen, die wir nur heute, geschweige unser lebenlang genossen haben: so wollest du doch unseren schwachen Dank in Gnaden annehmen und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen Wohlthaten hinzuthun, daß du uns mit unserem Lobopfer in Christo gnädiglich ansehest. Dir sei insonderheit Dank, daß du uns etwa heute eine Züchtigung und Demütigung zugeschickt hast, unsere Seelen von der Welt abzuziehen. Du hilfft ja nun immer eine Last nach der andern überstehen und trägest dabei viel Geduld, regierest uns auch mit vielem Berschonen. Laß uns ja deine Gnade nicht wegwerfen, noch auf Mutwillen ziehen, 2* - 20- - sondern mache uns rechtschaffen vor deinem Angesicht und prüfe, wie wir's meinen. Ja, laß uns täglich in deiner Liebe und Erkenntnis wachsen, und was versäumet ist, ersetze du selbst. Nimm uns nun in deinen Frieden ein, und wirke die nötige Zuversicht auf deine Bewahrung. Bleibe du in und bei uns, daß kein Feind einbreche. Erbarme dich aller deiner Kinder, ja, aller deiner Geschöpfe, und morgen öffne uns Herz und Mund, dich dafür zu loben und in deiner Kraft einherzugehen, bis endlich der Abend unseres Lebens kommt und dein Tag einbricht, da keine Nacht und Finsternis ist. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschap". Gebet am Mittwoch- Abend. Sammle, o Gott, alle unsere Kräfte und Gedanken nun in dir zusammen, als in dem Brunnen unseres Lebens, damit wir dir würdiglich danken können durch Jesum Christum, deinen Sohn, weil du uns heute begnadet und uns beigestanden hast. Nun empfehlen wir dir auch heute in solchem Vertrauen unser ganzes Leben und Wesen; wir fliehen wider alle unsere Feinde in dein liebevolles Herz und suchen unsere Befriedigung in dir allein, weil auch sonst im Himmel und auf Erden uns nichts stillen noch vergnügen kann. Wirke du nun allein in unserem Gemüte, damit feine andere Kraft an uns haften, und weder der Satan, noch sonst etwas Feindliches zu uns nahen könne. Schließe du selbst deinen Tempel, unser Herz, mit deinen feurigen Rossen und Wagen als mit einer Ringmauer ein, so können - 21- - wir wohl sicher ruhen und mit allem zufrieden sein, wie du mit uns verfahren willst. Denn wir sind einmal dein, und dein Sohn hat uns so teuer erfauft, auf daß wir zugleich mit ihm leben sollen, wir wachen oder schlafen. Darum leben, schlafen und ruhen wir nicht uns, sondern dir. Das schaffe du selbst in uns durch Christum in dem heiligen Geist allezeit. Amen. Nach einer Handschriftlichen Sammlung. Gebet am Donnerstag Abend. Herr, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unseres Herzens für alle beine Güte und Wohlthat, die du uns heute diesen Tag so väterlich erzeigt, und daß du vor allem Übel uns frisch und gesund behalten haft. Wir bitten dich ferner, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem alleinfeligmachenden Worte bis an unser letztes Seufzen gnädig erhalten und unser Herz mit deinem heiligen Geiste erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut oder böse ist. Du wolleft auch alle unsere Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigfeit vertilgen, und uns die zukünftige Nacht eine christliche Ruhe verleihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe wieder aufstehen. Hilf auch, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen, zu unserer Seelen Seligkeit in Jesu Christo, deinem lieben. Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. „ Liedersammlung" von K. v. Raumer. 22 Gebet am Freitag- Abend. od tog Wir preisen und loben deinen heiligen Namen, ewiger dreieiniger Gott, daß du uns erhöret und unser Gebet nicht verschmähet hast, das wir heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht haben. Zwar ist uns von deiner wunderbaren Güte um unserer Schwachheit willen das meiste noch verborgen; darum können wir dich nicht so völlig und kräftig loben, als wir schuldig sind, ja, als wir durch deine Gnade wünschen und verlangen. Doch preisen wir dich mit unseren Lippen nach dem Maße deiner Gnade, die du uns dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, bis wir dahin gelangen, da wir sie alle erkennen, ja dich selber von Angesicht zu Angesicht anschauen werden. Dieweil wir hier sind, wollen. wir dich insonderheit preisen für das liebe Kreuz, welches du uns als Jüngern Christi täglich auflegest, um unsere Seelen von den Lüsten dieser Welt recht zu entwöhnen und zu dir zu gewöhnen. Nun ist ja dieses Tages Last und Hiße überstanden unter deinem gnädigen Beistand. So wird ein Schritt nach dem andern aus diesem Elende heraus zurückgelegt, und wir kommen immer näher hin zu unsrer ewigen Herrlichkeit. Indessen hast du Geduld mit uns und vergiebst uns täglich und reichlich alle unsere Sünden. Darum haben wir auch einen freien Zutritt zu dir, unserem Vater, in dem Blute Jesu Christi, welches uns abgewaschen und von allen unseren Sünden gereinigt hat. Wie groß ist deine Liebe, daß du uns also aus Gnaden selig gemacht hast, unser Vater! Wir werfen deine Gnade nicht weg, - 23 - ob wir wohl unsere Gebrechen und Untugenden an uns erkennen. Auch weißt du, daß es unseres Herzens Verlangen ist, völlig davon befreit zu werden, und daß uns darum vornehmlich diese sterbliche Hülle drückt, weil wir uns in derselben nicht recht zu dir aufschwingen, noch uns völlig mit dir vereinigen können, sondern immer von der uns anklebenden Sünde träge gemacht werden. Doch laß uns nur diese Gnade widerfahren, unser Vater, daß unser Christentum bis an unser Ende rechtschaffen sei, und daß wir deine Gnade zu unserem täglichen Wachstum nicht vergeblich empfahen, so genüget uns. Emerson velisul and Nun so nimm uns denn zur Ruhe, lieber Vater, denn wir legen uns in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du uns mit deiner segnenden Vaterhand unsere Augen zu, und bleibe indessen vereinigt mit unserem Geiste, daß der Satan feine Macht an uns finde. Behüte gnädiglich unseren Leib und Seele und alles, was du uns gegeben hast. Erbarme dich auch aller Menschen in der Welt, insonderheit aller deiner Kinder, unserer Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie an diesem Abende auch unseres armen Gebetes mitgenießen. Öffne uns dann an dem morgenden Tage wieder unsere Augen, und erfülle unseren Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit wir so lange dich preisen und dir zu Ehren leben, bis der Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, darnach wir uns herzlich sehnen, und du uns ins Grab zur Ruhe legest und uns dann wieder auferweckest am rechten Ruhe- und Freudentage deiner Kinder, da unsere Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern wir in ewiger Wahrheit und Klarheit vor dir leben werden. Amen. lus Worft. 24 - Gebet am Samstag- Abend. Nun sei dir, o Bater im Himmel, alle Ehre allein gegeben, daß du uns bis hierher geführet und sowohl diesen Tag, als die ganze Woche hast vollenden lassen. Wir bekennen dir zum Preise, daß wir nicht einmal bei Leben bleiben, geschweige ruhig hätten leben können, wo dein Aufsehen nicht unseren Odem bewahret hätte. Wer sollte sich nun einem solchen holdseligen Herrn und Vater nicht weiter anvertrauen? Ach, so ziehe all unser Innerstes nach dir, daß wir in dir und du in uns bleibest, und wir ohne dich, Herr Jesu, nichts thun, ja, nicht ruhen, bis wir dich lebendig in uns wohnen und wirken haben. O gieb unseren Herzen Ruhe in dir durch wahre Bekehrung zu dir, laß deine Liebe stärker sein als unseren Trieb zur Eitelkeit und als alles in der Welt, damit wir durch dich in allem weit überwinden, was uns ansicht und beunruhigt. Lege deine Linke unter unser Haupt und befriedige Leib und Seele durch deine unverdiente Barmherzigkeit, die uns besser ist als das Leben. Thue uns auf deinen erbarmenden Schoß der Gnade, und bedecke uns in deinen Hütten zur bösen Zeit. Ja, wenn uns unser Feind am nächsten sein möchte, so sei du uns doch noch viel näher und beweise, daß du der Hüter Israels bist, der nicht schläft noch schlummert. AL laß uns auch nicht sicher werden, sondern erwecke unseren Geist, zu dir zu seufzen und auch im Schlafe dir anzuhangen. So soll uns nichts von dir trennen, denn wir lassen dich nicht, du segnest denn uns und alle, die es mit uns begehren. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". 11 - 25 - - Beicht und Kommunion- Gebete. Gebet vor der Beichte. Barmherziger Gott, unerträglich ist dein Zorn, welchen du allen mutwilligen Sündern drohest; aber unermeßlich ist deine Gnade, welche du allen bußfertigen Sündern verheißen hast. Darum rufe ich aus der Tiefe, Herr, zu dir, erhöre meine Stimme, laß mein Flehen vor dich kommen und vergieb mir alle meine Sünden. Denn du bist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte. Du hast kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern willst, daß er sich bekehre und lebe. Darum sei mir gnädig, der ich mich durch deine Gnade zu dir bekehre, und laß mich nicht sterben, sondern leben. Du willst nicht, daß einer soll verloren werden, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Darum erbarme dich meiner, mein Gott, und vergieb mir alle meine Sünden, der ich mich in wahrer Buße von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu dir bekehre. Handle nicht mit mir nach meinen Sünden, sondern nach dem Reichtum deiner Gnade in Christo Jesu. Sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge alle meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meinen Sünden, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen. So will ich deinen Namen rühmen hier in der Zeit und dort in Ewigkeit. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". - 26 - otodo Beichte.-Irbisë O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer elender Sünder bekenne dir alle meine Sünden und Missethaten, womit ich dich je beleidigt und deine gerechte Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle von Herzen leid und reuen mich sehr; darum bitte ich dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das heilige, unschuldige, bittere Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein und mir solche begangene Sünden aus Gnaden vergeben, auch den heiligen Geist zur Besserung meines Lebens gnädiglich verleihen. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". 901 50.0071 " 1 Gebet nach der Beichte. Guning 1. Ach liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder abermal die gnädige Vergebung meiner Sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verderbe; denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Ach, verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich auf meine Zusage möge anfangen frömmer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht von - - 27- deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist halte mich aufrecht. Ach, laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und laß mich hingegen erneuert werden im Geist meines Gemütes und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen allen Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich töten alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was tensch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gieb, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. om Johann Quirsfeld. 2. Gnädiger Gott, barmherziger Vater, ich sage dir von Herzen Dank, daß du mein Gebet erhöret und mir um Christi willen alle meine Sünden vergeben hast. Nun erfahre ich in der That, daß du keinen Gefallen habest am Tode des Gottlosen, sondern wollest, daß er sich bekehre und lebe. Denn du hast meine Seele vom Tode und mein Leben vom Verderben errettet. Nun empfinde ich in der Wahrheit, daß du bist nahe denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilfft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben. Denn da ich rief, hörtest du es und halfft mir 28 aus meiner Not. Nun kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß deine Barmherzigkeit groß sei, und du dich gnädig finden läsfest denen, die sich zu dir bekehren. Nun merke ich, daß du nicht handelst mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unserer Miſsethat, sondern so fern der Morgen ist vom Abend, läsfest du unsere Übertretung von uns sein; und wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, so erbarmest du dich über die, so dich fürchten. Darum lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Laß mich ferner Gnade finden, und bereite mich durch deinen heiligen Geist, damit ich im heiligen Abendmahle würdig esse den Leib und trinke das Blut Christi, zu mehrerer Versicherung deiner Gnade und der gnädigen Vergebung meiner Sünden, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschatz". Gebet vor dem heiligen Abendmahle. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, der du gesagt haft: Ich bin das Brot des Lebens; wer von mir isset, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten": ich komme zu dir und bitte dich demütiglich, du wollest mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gast 29 - machen dieser himmlischen Mahlzeit. Du wollest mich heute weiden auf deiner grünen Aue und zum frischen Wasser des Lebens führen. Du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen um deines Namens willen. Du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch und mir voll einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich komme, mein Hirte, zum Brot des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach, du wahres Himmelsbrot, erwecke in mir einen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreit nach frischem Wasser. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre herzliche Reue und Leid über meine Sünde, und lege mir an das rechte Hochzeitliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heiliges Verdienst ergreife, festhalte und bewahre, damit ich nicht ein unwürdiger Gast bin. Gieb mir ein demütiges, versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Du hast befohlen, daß das Himmelsbrot in einem goldenen Gefäße aufgehoben werde zum Gedächtnis in der Lade des Bundes. Ach, wolltest du mir geben, daß ich dich in einem ganz reinen Herzen bewahren möchte. Ach mein Herr, du hast ja selbst gesagt:„ Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken". Ach ich bin krank, ich bedarf deiner als meines himmlischen Seelenarztes. Du hast ja gesagt: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken". Ach Herr, ich komme mit vielen Sünden beladen, nimm sie von mir, ent 30 ledige mich dieser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuster Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab, und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich, in mir selber bin ich tot. In dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammnis. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir alles. Bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: „ Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage". Amen. Johann Arndt. Gebet vor Empfang des heiligen Abendmahls. my sid msgis Herr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde selber sagest: kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir fommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten": ach Herr, hier kommt zu dir eine arme, hungrige und durstige Seele nach einer Speise und einem Tranfe der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brot des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leibe. O du Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blute, auf daß ich, gesättigt und erquicket, aus diesem Jammerthale mich zu dir hinauf in den Himmel erhebe, da du sitzest zur Rechten deines - 31- himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freude und Frohlockung samt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewigkeit. Amen. Aus dem bayrischen Gesangbuche. Gebete während der Abendmahlsfeier. 1. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig, gieb mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. his ad Aus dem bayrischen Gesangbuche. 808 #POF 2. Herr Jesu, der Genuß deines heiligen Leibes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. 1918 Herr Jesu, der Genuß deines heiligen Blutes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Aus Kunz Kirchengesangbuch". 3. Du Sohn des lebendigen Gottes, der du als das wahre Brot des Lebens alle betrübten Seelen, geängsteten Gewissen, hungrigen und durstigen Herzen mit deinem Leib und Blut sättigest, speisest und tränkest, auch zu dieser himmlischen Mahlzeit jedermann aufforderst und ladest: nimm mich auch in Gnaden an, erquicke und speise mit deinem wahren Leib und Blut meine arme Seele zum ewigen Leben. Amen. njir di sds Augustinus. 32 4. Dein heiliger Leib, o Herr Jesu Christe, mein Herr und Gott, gedeihe mir zum ewigen Leben und dein teures Blut zur Vergebung aller meiner Sünden. Laß mir dein heiliges Sakrament nicht zum Gerichte, sondern zur Seligkeit und wahren Freude gereichen, und mache mich armen Sünder würdig, daß ich in deiner letzten Zukunft, am Tage des letzten Gerichtes, zur Rechten der ewigen Herrlichkeit fröhlich stehen möge. Amen. Altväterbetbuch. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. 1. O du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermals väterlich an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen: Laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. Aus dem bayrischen Gesangbuche. 2. Herr Jesu Christe, deine große Liebe, die du mir jetzt hast lassen widerfahren, vermag ich weder mit Worten noch Gedanken genugsam zu loben, daß du mich armen Sünder zu Gnaden angenommen und mit deinem heiligen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast. Laß dir auch gefallen das Dankopfer meines Herzens und Mundes, soviel ich jetzt in diesem armen Fleisch und Blut vermag, dich zu loben; in der Ewigkeit will ich dich vollkommen ehren und preisen. - 33 Gieb unterdes deinen heiligen Geist, der mich lehre bedenken und erkennen, was du an mir gethan hast, auf daß ich im Glauben, Liebe, Hoffnung und Geduld anfange, ein neues Leben zu führen, dir zu Lob und Ehren und zu Nutz meines Nächsten, um deines teuren Verdienstes willen. Amen. Kirchengesangbuch von Cunz. 3. Barmherziger Gott und Vater, wir loben und preisen deinen heiligen Namen und danken dir für deine unaussprechliche Güte, daß du uns unwürdige Menschen mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeiset und getränket hast. Ach Herr, wir sind viel zu gering aller Barmherzigkeit, Güte und Treue, die du an uns Menschenkindern thust. So hilf uns denn, getreuer Gott, daß uns dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung unseres Glaubens gegen dich und zu brünstiger Liebe untereinander, damit wir hinfort viele Früchte des Glaubens in unserem ganzen Leben bringen. Mache uns brünstig im Geiste, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, und laß uns anhalten im Gebet, damit wir den guten Vorsatz, den wir durch deine Gnade gefaßt haben, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen, woher sie auch kommen mögen, überwinden. Erhalte auch deine Kirche auf Erden im rechten Glauben und wahrer Einigkeit des Geistes, und hilf uns endlich allen zu deinem himmlischen Reiche aus, das du uns erworben hast durch Jesum Christum, welchem samt dir und dem heiligen Geiste sei Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Aus dem Evangelischen Liederschaß". 3 34- Gebete für Kranke und Sterbende. Gebete um rechte Erkenntnis der Leiden. 1. Lieber himmlischer Vater, bewahre mich um Jesu Christi willen durch den heiligen Geist vor allen Ärgernissen, die das menschliche Herz so gern an den Trübsalen nimmt. Wer bin ich, daß ich mit dir rechten sollte? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister, warum machest du mich also? Ich will schweigen und meinen Mund nicht aufthun; du, lieber Vater, wirst es wohl machen. Lehre mich erkennen, wie viel Böses ich schon gethan, und wie viel Gutes ich schon unterlassen habe, und wie ich deswegen billig von dir, als ein ungehorsames und unartiges Kind, gezüchtigt werde. Laß mich nicht neidisch sein gegen andere, denen es besser gehet als mir, weil doch deine Regierung ohne Tadel, und alles, was du thust, recht ist, wenn wir schon dabei sagen müssen: wie gar unbegreiflich sind deine Gerichte, und wie unerforschlich deine Wege! Vergieb mir alle Gedanken und Worte, mit welchen ich wider dich gemurret habe, und strafe mich wegen derselben nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm, wie ich's verdient habe, und laß für diese meine Sünde die reine Geduld und den untadeligen Gehorsam deines lieben Sohnes gelten, welcher, da er gestraft und gemartert ward, seinen Mund nicht aufthat wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Pflanze seinen - 35 Sinn auch in mir. Erneuere mich zu seinem Bilde. Stärke mich, daß ich mein Kreuz willig trage, und mein Mut darunter aufgerichtet bleibe. Salbe mich mit dem Freudenöl, mit welchem dein lieber Sohn ohne Maßen gesalbet gewesen, damit ich fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal und im Gebet anhaltend sein möge. Thue deinen Willen an mir, wenn schon mein Fleisch öfters widerstrebet, und leite mich nach deinem Rat, wenn schon derselbe meiner Vernunft zuwider ist. Endlich aber nimm mich auch mit Ehren an, und verseze mich in das helle Licht der seligen Ewigkeit, wo alle Zweifel und Anstöße aufhören, wo die Klagen in ein fröhliches Lob und die kindische Erkenntnis in eine vollkommene Weisheit verwandelt sein wird. Amen. sitionspuff Neue Kreuzschule" von Magn. Friedr. Noos. 2. Lieber himmlischer Vater, es soll nach deinem heiligen Rat und Willen kein fündiger Mensch in der Welt vom Leiden frei sein, seitdem der Sündenfall geschehen und die menschliche Natur verderbt ist; deshalb hast du auch in mein irdisches Leben allerhand Trübsale eingeflochten, um der Sünde bei mir zu wehren, mich von der Welt abzuziehen, zur Buße und zum Gebet anzutreiben und mir dein Wort lieber und werter zu machen. Schaffe durch deine Gnade, daß dieser gute Endzweck bei mir erreicht werde und die leiblichen Trübsale durch einen geistlichen und ewigen Nutzen, den sie bei mir haben, überschwenglich bezahlt werden. Wenn der Satan oder die Menschen mir Böses zufügen, so bist du es, der es zulässet; daß ich aber dieses Böse leide, ist dein wohlgefälliger Wille, unter den 3* - 36- 11 - du meinen menschlichen Willen beugen wollest. Habe ich mir selber durch Unvorsichtigkeit oder Übelthaten ein Leiden zugezogen, so demütige ich mich vor deinem Angesichte und bitte, du wollest mir, was ich hierbei gesündigt habe, um deines Sohnes Jesu Christi willen gnädiglich vergeben, das Leiden aber, das nicht mehr abzuwenden, mir zum Besten dienen lassen. Lehre mich in allem Leiden deine Macht verstehen, nach welcher du allein schlagen und auch heilen kannst. Laß mich deine Gerechtigkeit erkennen, nach welcher es recht bei dir ist, die Sünder zu züchtigen und deinen Abschen an der Sünde fühlen zu lassen. Lehre mich auf deine Weisheit merken, nach welcher du einem jeden Menschen seinen ihm allein angemessenen Teil von Leiden zuschickest. Offenbare mir aber auch deine Güte, nach welcher du den Auserwählten nach dem Ungewitter die Freudensonne wieder scheinen läsfest und sie, wenn sie durch Leiden wohl geläutert sind, deiner ewigen Herrlichfeit und Ruhe teilhaftig machst. Schenke mir den Geist der Weisheit und der Offenbarung zur Erkenntnis deiner selbst. Vertreibe durch das Licht der Wahrheit die thörichten und sündlichen Gedanken, wodurch ich deine Ehre oft angetastet und mich selbst auf eine unnötige und unnützliche Weise gekränkt habe. Schaffe und stärke den neuen Menschen in mir, der geistlich gesinnet ist und sich in alles wohl schicken kann. Laß meinen Gang auch in trüben Zeiten richtig und gewiß sein nach deinem Wort und die Trübsal mich in meinem Christenlaufe nie matt und träge machen. Endlich bringe mich zum Ziele, da die Nöten und Gefahren aufhören und ewige Freude und Ruhe anfangen wird. Deinem Namen sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Neue Kreuzschule" von Magn. Friedr. Roos. - 37 3. Himmlischer Vater, es ist dir gefällig, mich mit einer Krankheit zu züchtigen und dadurch anzumahnen, daß nicht nur die Sünde in meine Natur eingedrungen sei, sondern daß ich auch meine Glieder oft zum Sündigen mißbraucht habe. Ich beuge mich deswegen unter deinen Willen und bekenne, daß derselbe gerecht, ich aber ein Sünder sei. Vergieb mir nun meine Sünden, und laß mir Gnade widerfahren um deines Sohnes Jesu Christi willen. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir: denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Nimm dich meiner Seele herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünden hinter dich zurück. Ach Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde, und laß mich nicht zu Schanden oder den Gottlosen ein Spott werden. Ich will schweigen und meinen Mund nicht aufthun, du wirst's wohl machen. Wende deine Plage von mir: denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Thränen: denn ich bin beide, dein Pilgrim und dein Bürger wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier bin. Schenke mir und denen, die meiner pflegen, Geduld, und schaffe, daß beiderseits eine Frucht deiner Züchtigung entstehe. Weißt du, daß die Verlängerung meines Lebens zu deiner Ehre gereiche und mir und andern heilsam sei, so stärke meine Kräfte, segne die Mittel, die ich zu meiner Genesung gebrauche, und errette mein Leben vom Verderben. Mache mich aber alsdann auch tüchtig, 38 zu deiner Ehre zu leben und als ein guter Baum gute Früchte zu tragen. Ist aber mein Ende nach deinem Natschlusse nahe, so bereite mich vollends zu, daß ich im Frieden und mit Freuden hinfahren könne; wirke noch alles in mir, was zum seligen Sterben nötig ist, und laß die kurze Zeit, die ich noch übrig habe, eine gesegnete Gnadenzeit für mich sein. Laß deine Hand nicht allzuschwer auf mir liegen, lindere meine Pein, und wenn mein Ende kommt, so nimm meine Seele in Gnaden und lasse sie zur Ruhe fommen in den Wohnungen, die in deinem himmlischen Hause sind. Ja, ziehe mich zu dir, du erhöhter Heiland, daß ich deine Herrlichkeit schaue, welche dir der Vater gegeben hat. Amen. Neue Kreuzschule" von Magn. Friedr. Roos. Gebet in äußerer Not. me O unendlich tiefe Erbarmung, die du dich in Christo allen Menschen eröffnet und dargeboten hast, erbarme dich doch meiner in allen meinen Anliegen. Du weißt es ja am besten, was mich drückt und jetzt in große Versuchungen bringen will. Wem soll ich's auch klagen als dir, der du in der Zeit der Not willst angerufen sein und mich zu deinem Preise gern erhörest? Niemand empfindet auch mein Elend so genau und so mitleidig als du, barmherziger Hoherpriester, der du auch allenthalben versucht bist. Ach, so sieh mich doch mit den Augen deiner Gnaden an, so wie du am Ölberg in der Angst des Geistes von 39 deinem Vater angeschaut und gestärket wurdest. Ich bitte dich um deiner Zusage willen, du wollest mich nach deinem Wohlgefallen aus diesem Elend erretten. Ach, neige deine Ohren zu meinem Geschrei, und verstoße mich nicht um deines Namens willen. Herr, hilf mir, ich verderbe sonst. Ja, ich lasse dich auch nicht und halte dich bei deinem Wort, daß wir dein Antlig suchen sollen: darum segne mich auch. Gedenke doch an deinen Bund, und welchen Eid du geschworen hast, daß du des Sünders Tod nicht wollest. Warum solltest du mich denn also in meiner Unreinigkeit dahinraffen, ehe ich von dir zur Ewigkeit recht bereitet wäre? Laß ab von mir, daß ich mich noch einst erhole und dich noch hier dafür preise. Ich bin zwar deiner Rettung nicht würdig, das weiß ich wohl: aber hochbedürftig bin ich ihrer doch und müßte ohne deine Hülfe vergehen. Das weißt du nun, lieber. Bater, darum kannst du nicht zusehen deines Geschöpfes Untergang, sondern du mußt dich sein erbarmen. Siehe, ich schütte alle meine Not in deinen erbarmenden Schoß, und allen meinen Kummer werfe ich zu deinen Füßen. Ich schreie mit dem kananäischen Weibe: Herr, hilf mir! Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, schone um deiner Ehre willen, daß der Feind sich nicht rühme, er sei mein mächtig geworden. Herr Jesu, durch alle deine Todesangst, durch den bitteren Leidenskelch, durch dein Zittern, Trauern und Zagen bitte ich dich, errette mich. Hilf mir aus dieser Stunde. Durch dein Angstgeschrei und deine Thränen, dadurch du zum Vater riefest, hilf mir auch aus diesem Tod, wie dir ausgeholfen ward. Ach, opfere du dem Vater alle dein Leiden für mich zur Versöhnung und Stillung — 40 - des Zorns, bis er vorübergehe. Ach, wirke in mir solche Gelassenheit, solche Aufopferung und Übergabe meines Willens, daß ich von ganzem Herzensgrund mit dir sagen lerne: Ist's möglich, Bater, so überhebe mich dieses Kelches. Nicht wie ich will, sondern wie du willst. Nun Vater, es ist dir alles möglich, das glaube ich festiglich und bin gewiß, daß mich weder dies gegenwärtige Elend noch zukünftiges scheiden soll von deiner Liebe, die in Christo ist. Also geschehe dein vollkommener Wille an mir in Ewigkeit. Du wirst's wohl machen! Amen. Gottfried Arnold. Dankgebet für die Hülfe aus äußerer Not. Ich danke dir, Herr mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ich danke dir, denn du kannst es wohl machen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß ich nicht verdürbe. Ich schrie zu dir in meiner Angst, da erhörtest du meine Stimme, und mein Geschrei kam vor dich zu deinen Ohren, und du tröstetest mich; du bist mir treulich beigestanden, du hast meine Seele erhalten und mich endlich aus meiner großen Trübsal väterlich errettet. O mein Herr und Gott, wie soll ich dir vergelten alle Wohlthaten, die du täglich an mir thust? Wohlan, ich will den heilsamen Kelch nehmen und des Herrn Namen predigen; ich will dich, Herr, loben allezeit und dein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Hilf, du getreuer - 41- - Gott, daß ich diese meine Gelübde bezahle. Regiere, leite und führe mich, daß ich in steter Danksagung für alle erzeigten Wohlthaten täglich wachse und zunehme, durch deinen geliebten Sohn, meinen Erlöser und Heiland Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, gleicher Gott in Ewigkeit. Amen. Bernhard Albrecht. Gebete in innerer Anfechtung. 1. Ewige Liebe, die du uns aus großer Erbarmung in der Menschheit Jesu Christi besuchet hast, um von uns die Plage des Fluchs, der auf der alten von dir abgewichenen Natur liegt, hinwegzunehmen und uns in deiner Gnade und Wahrheit zu deiner Liebe wieder zu erneuern; siehe uns an mit dem Auge deiner Menschenfreundlichkeit, und nimm die Decke von unserm Herzen, die uns das schwer machen will, zu glauben, daß du uns wahrhaftig 190 CTS liebest, daß du unser wirklich begehrest, ja daß du mit deinen ausgestreckten Armen uns alles völlig selbst anbietest, was wir von dir bedürfen, um dich im Glauben zu ergreifen, aus dir ewiges Leben zu empfangen und dereinst mit deinen Kindern vollendet zu werden und in das Reich der Herrlichkeit einzugehen. Vater, nimm auf deine dürftigen Kinder, erleuchte sie; vertreibe alles Gewirke der Zerstreuung und des Unglaubens; gieb ein Wort zu dieser Zeit, dessen wir uns freuen mögen in Ewigkeit; laß uns leben zu deinem Preis und wachsen zu deinem Bild in der Kraft des heiligen Geistes. Amen.rdu nomme Johann Ludwig Fricker. - 42- - 2. Herr Christe, du treuer Hoherpriester, der du versuchet bist allenthalben gleich wie wir, auf daß du helfen könntest denen, die versuchet werden: ich hebe mein Herz, Augen und Hände auf zu dir, o du Anfänger und Vollender des Glaubens, der du dazu erschienen bist, daß du die Werke des Teufels zerstörest: auf dich traue ich, zu dir flehe ich, laß mich doch nimmermehr zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht über mich freuen. Denn ich habe nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ziehe mir an den Harnisch Gottes und den Krebs der Gerechtigkeit, und umgürte meine Lenden mit Wahrheit, daß ich Widerstand thun und bestehen könne gegen die listigen Anläufe des Teufels und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möge. Vor allen Dingen aber rüste mich mit dem Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen könne alle feurigen Pfeile des Bösewichts, und setze mir auf den Helm des Heils, und gieb mir das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, damit ich alle gefährlichen Gedanken abwehren könne.*) Denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. Laß mich keine Versuchung, kein Kreuz, Angst, Tranrigkeit oder Anfechtung von deinem Wort und seligmachenden Glauben abtreiben; sondern verleihe mir Beständigkeit, daß ich sowohl am bösen, als am guten Tage dir beharrlich diene, dich fürchte und liebe, dir vertraue, deinen Namen inbrünstiglich anrufe und dein Wort vor aller *) Ephes. 6, 10-17. - 43 - - Welt freudig bekenne. Am guten Tage aber, wenn es mir wohlgehet, erhalte mich durch deinen heiligen Geist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß ich fest bleibe und mit Furcht und Zittern nach meiner Seligkeit strebe, damit ich nicht sicher werde und also von neuem in Unglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laſster gestürzet werde. Zerstöre alle Werke des Teufels, mit denen er mir das Ziel der Seligkeit gern verrücken wollte, und vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, daß ich lauter und unanstößig bleibe bis auf den Tag deiner Erscheinung, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch dich in mir geschehen zur Ehre und Lobe Gottes, wie geschrieben stehet: Getreu ist Gott, der euch berufen hat zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, der wird euch vollbereiten, stärken, kräftigen und gründen; demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bernhard Albrecht. 3. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem lieben Kinde aufgenommen und mich durch dein Wort geheiliget und bisher erhalten hast. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen und täglich geängstiget werde, daß ich meine Betrübnis nicht aussprechen kann: so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, nimm deinen heiligen Geist doch nicht von mir, halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrüb 44 - tem Geist effe ich, mit Angst und Schmerzen lege ich mich wieder nieder und habe keine Ruhe in mir: ach Gott, siehe an mein Elend und Kummer; ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen und Munde dienen, aber ich vermag es nicht, wie stark ich mich wehre und dawider streite, ich bin gar zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachen, o du starker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geist, der mich erfreue und tröste in aller meiner Traurigkeit. Ich weiß ja, daß ich dein bin im Tode und im Leben, es kann mich nichts von dir scheiden, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst, ob ich gleich jetzt in Angst und Kümmernis schwebe. unds Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhöret von dir lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen reißen und mir ein neues Freudenlied in meinen Mund geben. So will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen und danken und dir dienen hier und in Ewigkeit. Amen. Sigismund Schererß. Dankgebet für die Befreiung aus innerer Not. Gott, du Brunnquell der Liebe und Barmherzigkeit, ich lobe und preise dich in deiner Wahrheit und danke dir in meinem Herzen, daß du mir wieder dein Antlitz scheinen läsfest und mich Unwürdigen und Elenden mit den Augen deiner Barmherzigkeit ansiehest und giebst mir wiederum einen Strahl des Trostes, daß meine Seele auf dich hoffen kann. Disgrote bad thi si nose magtunal - 45 - O du überschwengliche Liebe, Jesu Christe, der du den Tod zerbrochen und Gottes Zorn in Liebe gewandelt hast, dir ergebe ich mich ganz und gar. Dich lobet und rühmet meine Seele; sie erfreuet sich in deiner Kraft und Liebe, daß du so gütig bist. Mein Geist ist fröhlich in deiner Kraft und freuet sich deiner Wahrheit: alle dein Thun ist Recht und Wahrheit. Du herrschest über die Sünde und zerbrichst dem Tode seine Gewalt. Du hältst der Höllen Macht gefangen und zeigest uns den Weg des Lebens. Niemand ist wie du, Herr, der du die Gefangenen aus der Grube des Todes ausläsfest und erquickest die Elenden. Du tränfest sie auch in ihrem Durste und giebst ihnen Wasser des ewigen Lebens. Du richtest ihren Fuß auf den rechten Weg und weidest sie mit deinem Stabe. Die dürre Stätte des Herzens und der Seele befeuchtest du mit deinem Regen und giebst ihnen Wasser deiner Barmherzigkeit. Du machest sie mitten im Tode lebendig und richtest sie vor dir auf, daß sie vor dir leben. Du denkest der Barmherzigkeit und des Bundes, den du mit uns durch dein Blut und Tod gemacht hast, und vergiebst uns unsere Sünde. Du schenkest uns voll ein von deiner Kraft, auf daß wir dich erkennen, und giebst uns Speise des ewigen Lebens, dadurch wir erquickt werden und immerdar nach dir hungern und dürsten. Solches erkennet jetzt meine Seele, darum lobet sie dich und jauchzet dir in deiner großen Macht und Herrlichkeit. O du Brunnquell göttlicher Güte, fasse doch meine Seele in dich und erfülle meinen Geist mit deiner Liebe, daß ich nimmermehr von dir weiche. Stärke doch meinen schwachen Glauben, und gieb mir eine gewisse Hoffnung und Zuversicht. Reinige doch mein Herz und Seele, - 46 - und gieb mir Keuschheit ins Gewissen, daß ich mich der Sünde vor deinem Antlitz schäme und von ihr weiche. Töte doch alle bösen Lüste in mir, auf daß ich dir mit reiner Begierde anhange und in deinem Willen wandle. Erhalte mich doch in deiner Kraft und Erkenntnis, und gieb mir ein demütiges Herz gegen dich und meinen Nächsten, auf daß ich dich allezeit erkenne und liebe. Hilf auch, daß ich meinen Nächsten lieben möge als mich selber durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Jakob Böhme. Gebete während der Krankheit. 1. Herr, mein Gott, du siehest meine Schwachheit. Meine Leiden sind dir nicht verborgen. Dies tröstet mich auf meinem Krankenlager. Du hast dies Leiden über mich verhängt, so hilf es mir nun mit Gelassenheit und Geduld tragen. Wie du willst, mein Gott; du weißt am besten, was mir heilsam ist. Aber um deinen Beistand, um deine Stärkung flehe ich armes und unmächtiges Geschöpf: Herr, sei nicht ferne von mir. Meine Stärke, eile du, mir zu helfen. Erquicke du mich mit dem Trost deiner Gnade und der Vergebung aller meiner Sünden; Herr Jesu, mein Heiland, du Arzt der Kranken, du rufest allen Mühseligen und Beladenen zu: ,, Kommet her zu mir, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Auch ich komme auf deinen Zuruf mühselig und beladen zu dir. Du bist selbſt durch alle irdische Schwachheit geprüft worden, um deinen Brüdern in der Stunde der Prüfung zu helfen. Sei 47 mächtig mit deiner Kraft in meiner Schwachheit. Gieb mir durch deinen Geist den Frieden ins Herz, den du auch mir durch deinen Tod der Versöhnung am Kreuz erworben hast. Laß mich standhaft aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender des Glaubens, und von dir Geduld und Ergebung lernen. Lehre es mich erkennen, o Gott, daß auch mein gegenwärtiges Leiden eine Züchtigung deiner Vaterhand ist, die mir eine heilsame Frucht der Gerechtigkeit zu meinem ewigen Heil gewähren soll. Mache mir auf diesem Krankenlager die Nichtigkeit und Hinfälligkeit alles Irdischen recht fühlbar, und erwecke in mir ein ernstes und eifriges Verlangen nach dem Ewigen und Unvergänglichen. Versüße mir die bitteren Leidensstunden durch den Blick freudiger Hoffnung in die Welt, in welcher kein Leid, kein Schmerz und keine Plage mehr sein wird, und wo du abwischen wirst alle Thränen von unserem Auge. Ja, erlöse mich einst von allem Übel und nimm mich auf in dein himmlisches Reich. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Aus dem württembergischen Gesangbuche. 2. Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen können; ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden; stärke mich, daß ich's mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für - 48 meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: Erbarme dich über mich armen Sünder, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich im Glauben nicht sinken. O Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht, und weiche nicht von mir in meiner letzten Not, leite mich aus diesem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen. Aus dem bayrischen Gesangbuche. 3. O starker, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergiebst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wolleft mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden: denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. Aus dem bayrischen Gesangbuche. 49 4. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erhören, und du sollst mich preisen," deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen sündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille, wie im Himmel also auch auf Erden. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. op Hound misd is ism Johann Habermann. ichin 11 20 BR Hoc phim dun, uspanjogua sim ni nd and Dankgebet für wiedererlangte Gesundheit. bin vim and spidalij dom ibi jojmid bi un Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir iſt, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Denn die Güte des Herrn - 50- ist's, daß es mit mir nicht gar aus ist, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß. Ich habe dir, Gott, gelobet, daß ich dir danken will, so will ich dir demnach jetzt Dank opfern und meine Gelübde bezahlen, daß du mir geholfen hast. Meine Lippen und meine Seele, die du erlöset hast, sind fröhlich und lobsingen dir. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, du warfest alle meine Sünden hinter dich zurück. Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich dachte, nun bin ich gar dahin. Aber du hast meine Seele vom Tode errettet, die Stimme meines Flehens erhöret und meine Klage in einen Reigen verwandelt. Viele sprachen von meiner Seele: sie hat keine Hülfe bei Gott. Aber auf dich hoffte mein Herz, und mir ist nun geholfen. Da ich zu dir schrie, machtest du mich gesund. Herr mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen! Ich will sie verkündigen und davon sagen, so lange ich lebe. Gelobet seist du, Herr, täglich, und gerühmet sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden, sondern das gute Werk gnädig vollführen, das du in mir angefangen, und mich von Tag zu Tag mehr stärken und durch deinen guten Geist auf gute Wege leiten, daß ich hinfort nicht mehr fündige, daß mir nicht etwas Ärgeres widerfahre, sondern dir mein lebenlang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, daß sie mich auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von - 51- mir, eile, mir beizustehen, Herr, meine Hülfe, auf daß dir immerfort lobsinge meine Seele und nicht stille werde. Herr mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Aus Cubach. Betrachtung des Todes. Joh. 8, 51. So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Sterben müssen wir und den Tod leiden; aber das ist ein Wunder, daß, wer sich an Gottes Wort hält, soll den Tod nicht fühlen, sondern gleichwie in einem Schlaf dahinfahren, und soll nun nicht mehr heißen: ich sterbe, sondern ich muß schlafen. Aber, wer sich außer dem Wort finden läßt, der muß mit Ängsten sterben; darum das Beste ist, gesprochen mit ganzem Herzen: Ich glaube an Jesum Christum, Gottes Sohn, mehr weiß ich nicht, will auch nicht mehr wissen. BO Luther. Dorbereitung auf den Tod. sid 1. Ewiger Gott, der du allein Unsterblichkeit haft und dessen Jahre kein Ende nehmen: ich elender Mensch bin wegen der Sünde, die in meine Natur eingedrungen ist, hinfällig und sterblich. Ich bin wie das Gras, das am Morgen steht und am Abend schon abgehauen wird und verdorret. Ich habe zur Zeit meiner Jugend geblühet wie - 52 eine Blume, aber nun verdorre ich und werde bald abfallen. Erbarme dich meiner und wirke in dem noch übrigen kurzen Teil meines Lebens, was zu meiner Vorbereitung auf die selige Ewigkeit nötig ist. Wirke in mir Buße zum Leben. Vergieb mir meine Sünden und sende deinen heiligen Geist in mein Herz, daß er darin wohne und bleibe und auch im Sterben mein innerlicher Tröster sei. Herr Jesu Christe, der du am Ölberg Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thränen aufgeopfert hast 99 Onion und auch von deinem Vater erhört worden bist, erlöse mich um deines Kampfes und Opfers willen von dem Grauen vor dem Tode, und schenke mir nicht nur eine Willigkeit, sondern auch eine Freudigkeit zum Sterben. Laß mich im Sterben erfahren, daß mein Tod keinen Stachel habe, oder daß derjenige, der dein Wort hält, den Tod, insofern er fürchterlich ist, nicht sehen soll. Zerbrich meine Leibeshütte sanft und bewahre mich vor Ungebärde, wenn ich nun mein Haupt neigen werde. Schenke mir und den Meinigen, von denen ich durch den Tod getrennt werde, den Trost des heiligen Geistes reichlich, damit dein Name von uns allen durch Glauben und Geduld geheiliget werde. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Laß meine Seele, wenn sie vom Leibe scheidet, zur Ruhe kommen, laß sie aus der Finsternis ins Licht, aus der Fremde in die Heimat gelangen. Vollende die Heiligung in ihr bei dem Übergang in die Ewigkeit. Sende ihr deine heiligen Engel zu Hülfe und Lasse sie wie die Seele des Lazarus nach dem ausgestandenen Leid getröstet werden; versetze sie in das Haus deines Vaters, wo du selbst bist, daß sie deine Herrlichkeit sehe. Laß den Tag meines Todes besser sein als den Tag meiner 53 - Geburt und das Ende meiner Wallfahrt besser als den Anfang derselben. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt in meiner letzten Not am jüngsten Gericht hilf mir, lieber Herre Gott. Amen. Aus der Neuen Kreuzschule" von Magn. Fr. Roos. 2. Herr Christe, du Fürst des Lebens und König der Herrlichkeit, der du die Schlüssel der Hölle und des Todes in deiner Hand hast, ich fühle, daß ich meine Hülle bald ablegen werde; ich bin Erde und werde wieder zu Erde werden, davon ich genommen bin. Laß, o Herr, mir nicht grauen vor dem Tode, den ich vor Augen sehe, sondern tröste mich in Todesnöten und Schmerzen. tural stat( 09790) Ich danke dir, du Gott meiner Väter, daß du mich aus Gnaden zur Gemeinschaft der christlichen Kirche gebracht, daß du mir zum seligmachenden Glauben geholfen und mich bisher darin erhalten hast. Erhalte mich doch darin bis an mein Ende; laß mich nicht abfallen von dem Trost des rechten Glaubens, daß mir von dem andern, dem ewigen Tode, kein Leid geschehe. 50 Himmlischer Vater, es will Abend werden und die Tage meines Lebens haben sich geneigt: bleibe bei mir. Weise mich zur Ruhe, Herr Christe, und laß mich sanft einschlafen, laß mich in meiner Heimfahrt, wie Stephanus, den Himmel offen sehen. Herr Gott heiliger Geist, weiche nicht von mir, bis sich Leib und Seele scheiden, verkürze mir die Todesqual und nimm mich in Gnaden von diesem elenden Leben und Jammerthal zu dir in den Himmel. Herr Christe, der du um unserer Sünde willen gestor - 54 ben und um unserer Gerechtigkeit willen von den Toten erstanden bist: wenn mein irdisch Haus, diese sterbliche Hülle, zerbrochen und mein Leib zu Erde und Asche wird, so gieb mir durch deine göttliche Macht für den natürlichen Leib einen geistlichen Leib, und was verweslich, in Unehre und Schwachheit gesäet wird, laß unverweslich, in Herrlichkeit und Kraft auferstehen; verkläre meinen Leib, daß er ähnlich werde, Herr Christe, deinem verklärten Leibe. Ich sehne mich bei mir selber nach der Kindschaft, freue mich der künftigen Güter, Ehre und Herrlichkeit, und warte auf die freudenreiche Zukunft und meines Leibes Erlösung, auf ein ewiges Leben nach der Verheißung Gottes. Ich glaube, daß noch eine Ruhe vorhanden sei dem Volke Gottes, darin sie sich ewig freuen werden, und die Gerechten leuchten werden wie die helle Sonne in ihres Vaters Reich. " 1 Herr Christe, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Ich bin dein, und du bist mein, dir sei meine Seele befohlen, du wirst sie wohl bewahren, du hast sie erlöset, du wahrhaftiger und getreuer Gott. Herr, der du kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, verleihe mir eine fröhliche Auferstehung mit allen Seligen und laß mich mit gutem Gewissen und fröhlichem Angesichte vor deinem Richterstuhle erscheinen. Sei du mein Fürsprecher, stelle mich zu deiner Rechten, und laß mich mit Freuden das Wort hören: Gehe ein zu deines Herren Freude! Laß mich in der künftigen Welt mit dir leben und mit Gebet und Freudengesang dir ewig dienen um deiner Gnade willen. Amen. Aus dem Evangelischen Kirchengesangbuch" von Cunz. - 55 Gebete eines Sterbenden. 1. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Lichte, wandeln möge. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich meinen Geist aufgeben soll; errette mich aus der Hand des Feindes, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntnis und festem starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen sagen darf: Bater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht ausreden könnte, so laß doch mein Herz in der Stille also zu dir rufen und seufzen. Amen. Andreas Musculus. 2. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinen Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter, heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich in festem Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Amen. Joh. Friedrich Starck. - 56 3. Gott, du einziges Labsal meines Herzens! Meine Seele schmachtet, und mein Geist verlangt nach dir. Komm, Herr, laß deine Hülfe nicht ferne von mir sein. Odu wahres, unsichtbares Licht, das nimmermehr verlöschet, mein Lebenslicht erlöschet, öffne mir das Auge meines Geistes, daß ich dich sehe. Amen. Consumer Aus dem württembergischen Gesangbuche. 54. Herr Jesu, sei gnädig mir armen Sünder, laß dein Leiden und Sterben nicht an mir verloren sein. Hilf mir zur ewigen Seligkeit. Ich bin frank und schwach, und es ist keine Kraft mehr in meinem Fleische; Herr, mein Arzt, hilf mir. Meine Seele dürstet, tränke und labe mich mit deinem himmlischen Troste. Hier liege ich und schlafe ein, erwecke mich zu dem wahren Leben, daß ich deinen Namen ewiglich lobe. Erlöse mich von diesen Banden, Herr, mein Schutz, mein Erretter, mein Trost, meine Zuflucht und meine Stärke. Geist des Herrn, vertritt mich in meinen letzten Augenblicken durch unaussprechliche Seufzer, wenn mein Mund nicht mehr um Gnade flehen kann, und verleihe mir Freudigkeit im Sterben. Amen. Aus dem württembergischen Gesangbuche. 5. Bater, in deine Hände befehl ich meinen Geist; dein Sohn, mein Heiland Jesus Christus, hat mich am Stamme des Kreuzes erlöset und mir Barmherzigkeit und ewiges Leben erworben. Siehe mich an und erbarme dich meines Elendes. Hilf mir überwinden in der letzten Not - 57 durch deine allmächtige Kraft und Gnade. Laß mich sanft und selig entschlafen, führe mich an deiner Hand durch das dunkle Thal des Todes und leite mich zu deinem Himmel, daß ich mich da, erlöst von aller Erdennot, ewig freuen möge. Amen. mihim ni duu tul nied( houd Aus dem württembergischen Gesangbuche. Gebete, welche dem Sterbenden vorgesprochen 3d werden können. dst din inds find tistga 1. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir: eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. ing Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Laß mich nicht über Vermögen versucht werden, und schenke mir Kraft, mein Leiden geduldig zu ertragen. Laß es auch damit bald zu einem seligen End und Ausgang kommen. Himmlischer Vater, ich berufe mich auf deinen lieben Sohn, der für mich gelitten hat und gestorben ist, und bitte dich, du wollest mir um seinetwillen Gnade erzeigen, meiner vorigen Sünden nicht gedenken, meine Seele in die ewige Ruhe aufnehmen und meinen Leib zum ewigen Leben erwecken. Amen. im smio bi no 8 Aus der Neuen Kreuzschule" von Magn. Friedr. Roos. Gi 2. Herr Jesu, ich befehle meinen Geist in deine Hände, nimm meinen Geist auf und laß mich dahin kommen, wo du bist, daß ich deine Herrlichkeit sehe, die dir der Vater gegeben hat. Amen. Ebendaher. - 58- 3. Herr Jesu, zerbrich die Hülle meines Leibes mit einer verschonenden Vaterhand, und führe, wenn es geschehen ist, meine Seele durch den Dienst deiner Engel in die ewigen Hütten ein, die im Himmel sind; reinige mich völlig durch dein Blut und laß mich im Ofen meines Elendes recht bewährt und lauter werden. Amen. Ebendaher. 4. Herr Jesu, der du in den Tagen deines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thrän ge= opfert hast, nimm alles Grauen vor dem Tode von mir weg, und mache mich tüchtig, im Frieden wie Simeon hinzufahren. Amen. si Ebendaher. niam alip 5. Herr Jesu, ich befehle dir meinen Leib und meine Seele und so auch alle die Meinigen, die ich in der Welt zurücklassen werde. Gedenke meiner und ihrer aller am besten. Sorge für sie. Ziehe sie zu dir. Laß keins von ihnen verloren gehen und gieb, daß in rechter Treue und Liebe eines des anderen Zuflucht sei. Amen. Ebendaher. 6. Gott, ich schäme mich vor dir wegen meines geführten Lebens. Viel Böses habe ich gethan und viel Gutes versäumt. Sei mir gnädig, mein Gott, um deines Sohnes Jesu Christi willen. Gehe mit mir nicht ins Gericht, sondern erlasse mir die Schuld und Strafe gnädiglich, und schenke mir einen Anteil an deinem himmlischen Reiche. Amen. Ebendaher 59 7. Ach Gott! Meine Schmerzen sind groß. Stärke mich, hilf mir. Herr, ich leide Not, lindre mir sie. Die Angst meines Herzens ist groß: führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Amen. Ebendaher. 8. Großer Gott, jetzt weiß ich es: alles Irdische ist eitel. Ach, darum erquicke du mich inwendig durch deinen lieben Sohn. Sei du meines Herzens Trost und mein Teil. Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Fürchte dich nicht. Amen. Ebendaher. 9. Nach dir, Herr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden. Ich habe Lust abzuscheiden und bei dir, Herr Jesu, zu sein. Als ein Müder sehne ich mich nach der Ruhe, als ein Fremdling nach der Heimat, als ein Geplagter nach der völligen Erquickung. Erfülle dies mein Verlangen. Gewähre mir meinen Wunsch und meine Bitte bald, doch nur nach deinem Willen, und erfülle an mir alle deine Verheißungen um deines Namens willen. Amen. Ebendaher. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringet. Erbarme dich seiner in der letzten Angst. Erbarme dich seiner im - 60 Gerichte. Wir befehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Übel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seinen letzten Kämpfen! Du hast seine unsterbliche Seele erlöset zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge bricht. Stärke ihn in seiner letzten Schwachheit! Hilf ihm hindurchdringen durch die enge Pforte zum Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. O bi, ismim Aus dem württembergischen Geſangbuche. d Gebet der Umstehenden, wenn der Sterbende verschieden ist. O du heiliger und gerechter Gott! so hat es dir gefallen, diesen vor unseren Augen liegenden Verstorbenen durch den zeitlichen Tod von hinnen abzufordern. Ach, laß uns an diesem Tode lernen, daß wir auch einmal also sterben und die Welt verlassen müssen, damit wir uns in Zeiten durch Buße, lebendigen Glauben und Vermeidung der Eitelkeiten und Sünden der Welt dazu bereiten mögen. Die abgeschiedene Seele, die dein Sohn durch sein Blut erkauft hat, ruhet nun in deiner Hand, und alle deine Verheißungen sind auch ihr Wahrheit; dem Leibe gieb in - 61- der Erde eine sanfte und süße Ruhe bis an den lieben jüngsten Tag, da du alsdann Leib und Seele wiederum vereinigen und zu der Herrlichkeit einführen wirst, damit der ganze Mensch, der hier gedienet hat, dort mit der himmlischen Freude erfüllt werden möge. Tröste auch die durch diesen Tod Betrübten, und sei und bleibe der Hinterlassenen Vater, Versorger, Pfleger, Helfer und Beistand. Verlaß sie nicht und thue nicht von ihnen die Hand ab, sondern laß sie deiner Güte, Gnade, Liebe und Hülfe reichlich genießen, bis du sie auch wirst dermaleinst fröhlich und selig sterben lassen. Ach, erhöre uns um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. Joh. Friedrich Stard. Worte der heiligen Schrift, welche dem Sterbenden zugerufen werden können. Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgefürzet, das Grab ist da. Hiob 17, 1. Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterſtuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böſe. 2. Ktor. 5, 10. Td Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß ihre Macht sei an dem Holze des Lebens und zu den Thoren eingehen in die Stadt. Offenb. 22, 14. sonWohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Ps. 32, 1 u. 2. -62 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe, denn es ist hier kein Helfer. Pf. 22, 12. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünde. Pf. 25, 17 u. 18. Mein Geist in mir ist geängstet, mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehret. Ps. 143, 4. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Röm. 7, 24. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tod errettet. P₁. 68, 21. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Pf. 51, 19. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien und hilft ihnen. Ps. 145, 18 u. 19. Der Herr wird das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen, und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Jef. 42, 3. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. Jes. 54, 10. Ja, mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht in deinen Missethaten. Ich, ich tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. Jes. 43, 24 u. 25. 63 So ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch ener Vater eure Fehler auch nicht vergeben. Matth. 6, 14 u. 15. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Pf. 103, 2-4. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh.3, 16. Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. d Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium. 2. Tim. 1, 10. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort höret und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Joh. 5, 24. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Joh. 11, 25 u. 26. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Joh. 14, 6. 64 - Ich bin vom Himmel gekommen, nicht daß ich meinen Willen thue, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am jüngsten Tage. Das ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Joh. 6,38-40. Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Ror. 12, 9. isipigrad Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Joh. 14, 19. 2012.10 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 1. Petr. 1, 3-5. hi bilydnet bil Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist. 1. Tim. 6, 12. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Off. 2, 10. Ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. 2. Tim. 1, 12. Wer bis an das Ende beharret, der wird selig. Matth. 10, 22. 65- - Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben. Mart. 9, 24. Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir verlanget mich. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen. Vernimm, Herr, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens. In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören. Pf. 86, 4-7. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Denn deine Güte ist groß über mich und hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle. Pf. 86, 12 u. 13. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? Ich will den heilsamen Kelch nehmen und des Herrn Namen predigen. Der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten vor dem Herrn. Ps.116, 12. 13.15. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Pf. 73, 23-26. Und ob ich schon wanderte im finsteren Thal*), fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab tröstet mich. Pf. 23, 4. Hoe dit 120.00 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Röm. 8, 28. *) Jm Thal der Todesschatten. Jag 5 -66 Was wollen wir denn hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Röm. 8, 31-34. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? In dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Röm. 8, 35 u. 37-39. Denn unser feiner lebt ihm selber, und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Nöm. 14, 7 u. 8. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden. Röm. 6, 8. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein. Phil. 1, 23. 67 - Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Ps. 27, 1. b Wir rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Röm. 5, 2. Wir wissen, so unser irdisches Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. 2. Kor. 5, 1. strer Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, lobet, ihr Berge, mit Jauchzen; denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet. Jes. 49, 13 u. 15-16. Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen; ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Ps. 91, 14-16. Behaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesu Christi zum ewigen Leben. Jud. 21. and Wir warten seines Sohnes vom Himmel, welchen Gott auferwecket hat von den Toten, Jesum, der uns von dem zukünftigen Zorne erlöset hat. 1. Theff. 1, 10. 68 - Wir wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auferwecket, wird uns auch auferwecken durch Jesum und wird uns darstellen samt euch. 2. Kor. 4, 14. So nun der Geist des, der Jesum von den Toten anferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbe, der Christum von den Toten auferwecket hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen, um deswillen, daß sein Geist in euch wohnet. Röm. 8, 11. 2230 Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm ähnlich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1. Joh. 3,2. na Gull Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Joh. 14, 1-3. this Bater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit ſehen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward. Joh. 17, 24. di Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen; sondern sie werden sich ewiglich freuen und fröhlich sein über dem, das ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem schaffen zur Wonne und ihr Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Jes. 65, 17-19. ilus 69 Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. 2. Petri 3, 14. Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird weg müssen. Jef. 35, 10. Ich sahe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sahe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhle saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Offenb. 21, 1-6. Was kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben. 1. Kor. 2, 9. Wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch 70 - freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. 1. Petri 1, 7-9. du Ich will schauen, Herr, dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde. Pf. 17, 15. Es wird gesäet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gefäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. 1. Kor. 15,43 ut. 44 Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommſt. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Luf. 23, 42 u. 43. Amen. - 71- Verzeichnis der Gebete. 1. Um Geist und Gnade, recht zu beten 2. Allgemeine Morgengebete( 4). 3. Morgengebete an den einzelnen Wochentagen. 4. Allgemeine Abendgebete( 4) 5. Abendgebete an den einzelnen Wochentagen 6. Beicht- und Kommunion- Gebete Gebet vor der Beichte Beichte.. Gebete nach der Beichte( 2) Gebet vor dem heiligen Abendmahle Gebet vor Empfang des heiligen Abendmahls Gebete während der Abendmahlsfeier( 4).. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle( 3) 7. Gebete für Kranke und Sterbende Gebete um rechte Erkenntnis der Leiden( 3) Gebet in äußerer Not.. Dankgebet für die Hülfe aus äußerer Not Gebete in innerer Anfechtung( 3) Dankgebet für die Befreiung aus innerer Not Gebete während der Krankheit( 4). .. Dankgebet für wiedererlangte Geſundheit Betrachtung des Todes. Vorbereitung auf den Tod( 2) Gebete eines Sterbenden( 5) Gebete, welche dem Sterbenden vorgesprochen werden Seite 1 3 6 12 17 25 25 26 26 28 30 31 32 34 34 38 40 41 44 46 49 51 51 55 können( 9) . 57 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden . 59 Gebet der Umstehenden, wenn der Sterbende verschieden ist 60 8. Worte der heiligen Schrift, welche dem Sterbenden zugerufen werden können .. 61 otodo 296 einbiogro C. C. Naumann's Druckerei. Frankfurt a. M. sid. stsdasds ser inte in + + + + + + + + + + + + ++ + +++ + + + + + + + + ++ 다+ + +++++ + +++ ++ ++ + + & + + Jerest + + + + +++ THWWW 다 +++ + are + + + + + + + + + + ++ + + + + + + + + + + + + + ++ + + + + 다 + + + ++ + + 謝 60 RO N Inches 29 1 Centimetres Blue 2 S 3 or code 30 T 4 Cyan 2 5 EEE 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 ¹13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8