два 1996 Univ.- Bibl. Glessen if 1996 дв Evangelisches Gesangbuch. Nach Bustimmung der Provinzialsynode vom Jahre 1884 zur Einführung in der Provinz Brandenburg mit Genehmigung des Evangelischen Oberkirchenrats herausgegeben vou Königlichen Konsistorium. Does Berlin 1886. Verlag von Trowitzsch und Sohn, Leipzigerstraße 133. prod дв 1996 budple Die Namen der Urheber dieses Werkes sind zur Eintragung in die Eintragungsrolle bei dem Stadtrat zu Leipzig angemeldet. (§§. 9, 11, 39, Gef. v. 11. Juni 1870, B. G. BI. S. 339.) ISTORICA BRDBG Übersicht des Inhaltes. I. Beten, Loben und Danken. A. Lob und Dank Nr. 1-21. B. Bitten und Fürbitten Nr. 22-35. II. Der Tag des Herrn III. Advent IV. Weihnachten V. Neujahr VI. Epiphanie A. Epiphaniasfest Nr. 102-106. B. Prophetisches Amt. Christi Nr. 107-115. VII. Passion.. VIII. Ostern IX. Himmelfahrt A. Himmelfahrtsfest Nr. 168-179. B. Königreich Christi Nr. 180-189. X. Pfingsten. XI. Trinitatisfelt. XII. Kirche. XIII. Mission XIV. Wort Gottes. Predigtamt Nr. 247 und 248. Weihe des Gotteshauses Nr. 249 und 250. XV. Taufe und Konfirmation Taufe Nr. 251-256. Konfirmation 257-263. XVI. Abendmahl XVII. Buße XVIII. Glaube Nr. 1- 35 " 1 "" " 1 " 1 11 " 1 " 1 " 1 " 1 11 " 1 36-54 55-71 72-92 93-101 102-115 116-143 144-167 168-189 190-206 207-211 212-228 229-237 238-250 251-263 264-281 282-301 302-335 IV XIX. Heiligung. Übersicht des Inhaltes. A. Wandel im Licht Nr. 336-378. B. Liebe zum Herrn Nr. 379-407. C. Nächstenliebe Nr. 408-416. D. Kampf und Sieg Nr. 417-434. XX. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. XXI. Beruf und Haus. A. Allgemeine Berufslieder Nr. 486-494. B. Hausstand( dabei Trauungslieder) Nr. 495 bis 503. Reiselied Nr. 504. XXII. Vaterland und Obrigkeit Geburtstag des Landesherrn Nr. 506-507. Eideslied Nr. 508. Krieg und Frieden Nr. 509-514. Landesnöte Nr. 515-517. XXIII. Besondere Beiten. A. Morgenlieder Nr. 518-543. B. Tischlieder Nr. 544-549. C. Abendlieder Nr. 550-571. .Nr. 336-434 D. Wochenanfang und Wochenschluß Nr. 572 und 573. E. Jahreszeiten Nr. 574 und 575. F. Ernte- und Wetterlieder Nr. 576-585. XXIV. Die letzten Dinge Verzeichnis der Dichter. 11 435-485 486-504 " 505-517 ,, 518-585 586-654 A. Sterbensbereitschaft, Tod und Begräbnis Nr. 586-634. Beim Tode von Kindern Nr. 629-634. B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 635-654. Anhang zum Gesangbuch. Seite 449-462 Seite 465-515 465-476 I. Gebete A. Morgen- und Abend- Gebete 1. Morgen- Gebete S. 465-470. Für den Sonntag S. 465. 466. Für die Wochentage S. 467-469. Insbesondere f. d. Montag u. Freitag S. 469, 470. 2. Abend- Gebete S. 470-476. Für den Sonntag S. 471. Übersicht des Inhaltes. Für die Wochentage S. 471-474. Insbesondere für den Freitag u. Sonnabend S. 475. 476 B. Tisch- Gebete 1. Vor dem Effen S. 476. 2. Nach dem Effen S. 476. C. Fest- Gebete. 1. Advent S. 477. 2. Weihnachten S. 477-479. 3. Jahreswechsel S. 479. 480. 4. Epiphanienzeit S. 480. 481. 5. Passionszeit S. 481. 482. 6. Charfreitag S. 482. 7. Oftersonnabend S. 482. 483. 8. Ostern S. 483. 484. 9. Bußtag S. 484. 485. 10. Himmelfahrt S. 485. 486. 11. Pfingsten S. 486. 487. 12. Trinitatisfeſt S. 487. 488. 13. Ernte- Dankfest S. 488. 14. Reformationsfest S. 489. 15. Totenfeier S. 489, 490. 16. Geburtstag des Kaisers S. 490. 491. D. Seicht- und Abendmahls- Gebete 1. Vor der Beichte S. 491. 492. 2. Nach der Beichte S. 492. 493. 3. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage S. 493. 4. Am Morgen des Abendmahlstages S. 493. 494. 5. Vor dem heiligen Abendmahl S. 494. 495. 6. Nach dem Abendmahl S. 495. 496. 7. Am Abend des Abendmahlstages S. 496. 497. Seite 4. Am Tauftage eines Kindes S. 499. 500. 5. Beim Kirchgang einer Wöchnerin S. 500. 6. Gebet der Eltern für ihre Kinder S. 501. 7. Am Konfirmationstage S. 501, 502. 8. Am Geburtstag S. 502. 9. Auf der Reise S. 502. 503. 10. Fürbitte für einen Reisenden S. 503. V 476 . 477-491 . 491-497 E. Für besondere Tage des häuslichen Lebens... 497-503 1. Am Trauungstage S. 497. 498. 2. Gebet christlicher Eheleute S. 498. 3. Nach der Geburt eines Kindes S. 499. VI Übersicht des Inhaltes. F. Gebete für besondere Nöte 1. In mancherlei Kreuz und Trübsal S. 503.504. 2. Bei großem Ungewitter S. 504. 3. Nach dem Unwetter S. 505. 4. In Kriegszeiten S. 505. 506. 5. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten S. 506. 6. In teurer Zeit S. 507. G. Gebete für Kranke und Sterbende 1. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke S. 507. 508. 2. Auf dem Krankenbette S. 508. 509. 3. Morgengebet eines Kranken S. 509. 510. 4. Abendgebet eines Kranken S. 510. 5. Dankgebet nach der Genesung S. 511. 6. Auf dem Sterbelager S. 511. 7. In Todesnöten S. 512. 8. Fürbitte für den Sterbenden S. 512. 9. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen S. 513. 10. Sprüche, dem Sterbenden vorzusprechen S. 513. 514. 11. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist S. 514. 12. Kranken- und Sterbetroft aus Bibel und Gesangbuch S. 514. 515. Berzeichnis der Episteln und Evangelien an Sonn- und Festtagen. Seite 503-507 II. III. Geschichte des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Seilandes Jesu Christi nach den vier Evangelisten.. 521-537 IV. Der kleine Katechismus D. Martin Luthers V. Geistliche Volkslieder Verzeichnis der Lieder 507-515 . 516-520 538-547 548-566 567-575 . 100. Jauchzet dem HErrn, alle Welt! Dienet dem HErrn mit Freuden, Kommet vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, daß der HErr Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, Su seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, Bu seinen Vorhöfen mit Loben; Danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der HErr ist freundlich, Und seine Gnade währet ewig, Und seine Wahrheit für und für. Col. 3, 16. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Palmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Jac. 5, 13. Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand gutes Mutes, der finge Psalmen. I. Beten, Loben und Danken. A. Lob und Dank. 1. 2. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Allein Gott in der Höh sei Ehr ankt dem Herrn, ihr Gottes Und Dank für seine knechte, Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade; Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich Für deine Ehr; wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ungemessen ist dein Macht, Fort gschieht, was dein Will hat bedacht: Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, Du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unsrer Not, Erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, Du allrheilsamster Tröster, Vor's Teufels Gwalt fortan behüt, Die Jesus Christ erlöste Durch Marter groß und bittern Tod, Abwend all unsern Jammr und Not; Dazu wir uns verlassen. Nic. Decius, † 1541. Kommt, erhebet seinen Ruhm; Er hält Jsraels Geschlechte Doch noch für sein Eigentum; Jesus Christus ist noch heut, Gestern und in Ewigkeit. 2. Sprich nicht: es ist dieser Zeiten Nicht mehr wie es vormals war; Gott macht seine Heimlichkeiten Jego niemand offenbar; Was er vormals hat gethan, Das geht dieser Zeit nicht an. 3. Sprich so nicht; des Höchften Hände Sind mit nichten jetzt zu schwach, Seine Güt hat auch kein Ende, Er ist gnädig vor wie nach. Jesus Christus ist noch heut, Gestern und in Ewigkeit. Nur in deines Gottes Treu; 4. Halte dich in allen Dingen Laß dich nicht zur Freude bringen, Such in aller deiner Not Ehe dich dein Gott erfreu; Nichts zum Trost, als deinen Gott. 5. All ihr Knechte Gottes, höret, Sucht den Herrn in eurer Not: Wer zu andern hin sich kehret, Als zu ihm, dem wahren Gott, Der verscherzt sein eigen Glüd, Gehet irr und fällt zurück. A 2 6. Die nur, die dem Herrn vertrauen, Gehen auf der rechten Bahn; Die in Angst, in Furcht und Grauen Jhn nur einzig rufen an, Denen wird allein bekannt Gottes Herrlichkeit und Hand. Beten, Loben und Danken. 7. Drum dankt Gott, ihr Gottesknechte, Kommt, erhebet seinen Ruhm; Er hält Israels Geschlechte Doch noch für sein Eigentum; Jesus Christus ist noch heut, Gestern und in Ewigkeit. Heinr. Georg Neuß, † 1716. 3. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Der Herr ist Gott und keiner mehr, Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens Ihn auszusprechen? Wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; Eh noch die Erde ward, war er, Und ewig wird er bleiben. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig wie er war, Verborgen und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand Und Kraft und Stärke, seine Hand Umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Wölft keine Schatten um euch her, Gedanken selbst erkennet er Im tiefsten Herzensgrunde. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittig über alle: Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut Und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig und wirst ewig sein Der Seligkeiten Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und sit bay Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehi: Wer ist ihm gleich? Wer in wie er, So herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Cramer, † 1788 Beten, Loben und Danken. 4. Mel. Valet will ich dir geben. Du meine Seele, singe, Wohlauf und singe schön Dem, welchem alle Dinge d Zu Dienst und Willen stehn.do Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd, Ich will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, Der hat das beste Teil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schaß geliebt: Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht; Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht: Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer Und die unzählge Herde Im großen wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, Die niemand Unrecht thun, All denen Gutes gönnen, Die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, Und was er spricht, geschicht, Herr Der Lobgesang Der erste Chor. err Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer, Auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Und wer Gewalt muß leiden, Den schüßt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, Zu retten aus dem Tod; Er nährt und giebet Speisen Zur Zeit der Hungersnot, Macht schöne rote Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, Thut auf der Tauben Ohr, Und die sich schwach befinden, Die richtet er empor. Er liebet alle Frommen, Und deren Auge weint, Die finden, wann sie kommen, An ihm den besten Freund. 7. Er ist der Fremden Hütte, Der Waisen Gut und Hab, Erfüllt der Witwen Bitte, Wird selbst ihr Trost und Stab; Die aber, die ihn hassen, Von seinem Geiste nicht Sich ziehn und strafen lassen, Die trifft sein Strafgericht. 8. Ach ich bin viel zu wenig, Zu rühmen seinen Ruhm, Der Herr allein ist König, Ich eine welke Blum; Jedoch weil ich gehöre Gen Zion in sein Zelt, Jsts billig, daß ich ehre Sein Lob vor aller Welt. P. Gerhardt, † 1676. 3 5. e duur furt Te Deum laudamus. Der andere Chor. Herr Gott, wir danken dir. Ehrt die Welt sehr weit und breit. Und was dienet deiner Ehr, Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! A 2 4 Beten, Loben und Danken. Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Der erste Chor. Dein göttlich macht und Herrlichfeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit Dich, Gott Vater, im höchstenThron, Den heiligen Geist und Tröster wert Du König der Ehren, Jesu Christ, Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht Du sigt zur Rechten Gottes gleich Ein Richter du zukünftig bist Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lieber Herr, 6. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Pf. 148. Himmel, Erde, Luft und Meer Zeugen von des Schöpfers Ehr; Meine Seele, sing auch du, Bringe auch dein Lob herzu! Der andere Chor. 2. Seht das große Sonnenlicht, Wie es durch die Wolken bricht; Mondesglanz und Sternenpracht Loben Gott in stiller Nacht. Geht über Himml und Erden weit. Und die lieben Propheten all, Loben dich, Herr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit. Deinen rechten und eingen Sohn, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; Zu erlösen das menschlich Geschlecht. Und all Christen zum Himmel bracht. Mit den Heiligen in ewgem Heil. Und segne, das dein Erbteil ist; Und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn dein Namen stetiglich. Vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig in aller Not. Wie unser Hoffen zu dir steht. In Schanden laß uns nimmermehr Amen. Altkirchlich. Deutsch von Dr. Martin Luther, † 1546. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Alles, was tot und lebend ist. Die mit deinm teurn Blut erlöset sein. 3. Sehet, wie den Erdenball Gott geziert hat überall; Wälder, Felder, Baum und Tier Zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht, wie durch die Lüfte hin Frisch und froh die Vögel ziehn; Feuerflammen, Sturm und Wind Seines Willens Diener sind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, Wie sie steigen ab und auf; Von der Quelle bis zum Meer Rauschen sie des Schöpfers Chr. Beten, Loben und Danken. 6. Ach mein Gott, wie wunderbar| Du hältst die Wach an unsrer Thür Stellst du dich der Seele dar! Und läßt uns sicher ruhn. Drücke tief in meinen Sinn, Was du bist und was ich bin. 3. Neander, † 1680. 7. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle seist, plas Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesett? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most Bu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, werten, edlen Fried In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; 5 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzuſehr; Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein Und was sein Kummer sei; Kein stilles Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut: Dein Gott, der Ursprung aller Ding, Jst selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 6 Beten, Loben und Danken. 15. Was kränkst du dich in deidu sit omnem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zum Heil gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment: Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt, † 1676. 8. Lobe obe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren: Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Adelers Fittigen sicher geführet, Der dich auf Der dich erhält Wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich) freundlich geleitet: In wie viel Not hat nicht der gnädige Gotts Über dir Flügel gebreitet! shi 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! 3. Neander,+ 1680. 9. Pf. 146. Lobe den Herren, o meine Seele, Ich will ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden sport du zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah. 2. Fürsten sind Menschen vom Weib geboren Und kehren um zu ihrem Staub, Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen fann, Rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah. Beten, Loben und Danken. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hülfe der Gott Jakobs ist, Der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und That. Hallelujah, Hallelujah. 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden 5. Zeigen sich welche, die Un recht leiden: Er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bea scheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei, Und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist der Herrscher aller Welt, 10. Mel. Nun los mein Seel den Herren. Welcher uns ewig Glauben hält. Man lobt dich in der Stille, Hallelujah, Hallelujah. Du hocherhabner Zionsgott; Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er fallen kann. Erhebt die tiefgebeuget gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Witwen und Waisen hält er Schuß. Hallelujah, Hallelujah. 7 8. Rühmet ihr Menschen den hohen Namen Des, der so große Wunder thut. Alles was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preiſt Vater und Sohn und heilgen Geiſt! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah, Hallelujah. Hallelujah, Hallelujah. 3. D. Herrnschmidt, † 1723. 2. Es müssen, Herr, sich freuen, Die du zu deinem Volk gemacht, Und stets das Lob erneuen: Preis sei Gott unserm Herrn gebracht! Sein Name sei gepriesen, Der große Wunder thut, Und der auch mir erwiesen Nun dies ist meine Freude, Das, was mir nüß und gut. und mich nichts von dir scheide, Daß ich stets hang an dir, So lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. 8 Du hast mir Gnad erzeiget, Nun wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich hier, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, † 1667. Beten, Loben und Danken. 11. Sir. 50, 24-26. Nun un danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jebund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Wie es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jegund und immerdar. M. Rintart, † 1649. 12. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. Nun danket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch gnädig unser denkt, Die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt Und uns viel Gutes schenkt. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf unserm Volk und Land; Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil; Und wenn wir scheiden von der Erd, Verbleib er unser Teil. Beten, Loben und Danken. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu Und zeig uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt, † 1676. 13. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Pf. 100. Nun jauchzt dem Herren, alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch, Kommt mit Frohlocken, säumet nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, Der uns erschaffen ihm zur Ehr, Und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad Ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht Und uns zu seinem Volk gemacht, Zu Schafen, die er ist bereit Zu führen stets auf guter Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, Kommt, geht zu seinen Thoren ein Mit Loben durch der Psalmen Klang, Zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, Rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, Lobsingt und danket allesamt: Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, Voll Lieb und Treu zu jeder Zeit: Sein Gnade währet dort und Und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, Und Jesus Christ, sein einger Sohn, Samt Gott dem werten heilgen Geist Sei nun und immerdar gepreist. Nach Corn. Becker, † 1604, von Dav. Denide. 14. Pf. 103. Nun lob, mein Seel, den Herren, Was in mir ist den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß, Errett dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß, Mit Trost dich überschüttet, Verjüngt dem Adler gleich; Der Herr schafft Recht, behütet Die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein herrlich Recht und sein Ge richt, Dazu sein Güt ohn Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht; Sein Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Gnad thut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold; Sein Güt ist hoch erhaben Ob den, die fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihrer jungen Kindlein klein, 10 Beten, Loben So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte, Er weiß, wir sind nur Staub, Ein bald verwelft Geschlechte, Ein Blum und fallend Laub: Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieben Gmeine, Die steht in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich: Ihr starken Engel waltet Seins Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; Der wolle in uns mehren Was er aus Gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Uns lassen ganz auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Mit unserm Mut und Sinn Ihm findlich stets anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, ich werds erlangen, Glaub ich von Herzensgrund. 3. Gramann, † 1541. 15. daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund und Danken. Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte Bis dahin, wo die Sonne steht, O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Und stehet munter im Geschäfte Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geiſt, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Wohlsein hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, Daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hülfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todesschmerz Beten, Loben und Danken. Bon aller Teufel Grausamkeit Zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. Oheilig werter Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach wo ich etwas Guts verricht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 16. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 9. Wer überströmet mich mit Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, ning n Segen? Bist du es nicht, du reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? 10. Ich hab es ja mein Lebetage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Zwar wunderbar, doch wohl geführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht doch gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 11 12. Ich will von deiner Güte singen Im Himmel foll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin: Da sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor. Joh. Menter, † 1734. Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt; Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohlbedacht; Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich; Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, So lange sich die Zunge regt, Ich will dir Freudenopfer bringen So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Mein Gott, in allen Gnaden hin; Von seinem Volk geschieden; Ach danket, danfet Gott mit mir; Gebt unserm Gott die Ehre! Beten, Loben und Danken. 12 Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her; Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, Die alle Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh; Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben malang, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich; Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht; Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, † 1690. Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hegt und trägt Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen stredt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich bin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Giebt er mir in seinem Wort, 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort; Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 17. 5. Meiner Seele Wohlergehen er recht Sollt ich meinem Gott nicht singen, Will dem Leibe Not entſtehen, Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Beten, Loben und Danken. Wenn mein Können, mein Ver-| Die mich hart gefangen hält, mögen Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 13 9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir auch bitter scheint, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, 10. Das weiß ich fürwahr und lasſe Mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, † 1676. 18. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, es Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Thut und aus der Bahne weicht; Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Bottes Lieb in Ewigkeit. Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich, von Bewundrung voll ,Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blidt, Die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausge schmückt, 14 Beten, Loben und Danken. Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet: Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm astrol remind gern: Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, † 1769. 19. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geitbet. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größte Pflicht: Der Herr hat mein noch nie ver: geſſen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar be reitet? Wer hat mit Langmut mich ge Der Gott, der meiner nicht bedarf. leitet? Wer stärkt den Frieden im Ge Er, dessen Rat ich oft verwarf. wissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts ge nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Beten, Loben und Danken. Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er; Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein: Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblics. Chr. F. Gellert, † 1769. 20. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott; Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; 15 Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 3. Denk ich, wie ich dich verIaffent, Wie ich häufte Schuld mit Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Vor der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 4. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich nicht das Ziel verfehle, Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich ausgeföhnet haben Und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 5. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und Allmacht merken Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 6. Wie du setest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Ziel, Damit feinem zu geringe Möcht geschehen, noch zu viel, So hab ich auf tausend Weisen Deine Weisheit auch zu preisen.. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, 16 Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. Beten, Loben und Danken. 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, Wie es Kindern nüßlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist Und dich meiner angenommen, Wenns aufs höchste war gekommen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 9. Du hast mich auf Adlersflügeln Oft getragen väterlich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich; Schien auch alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 10. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir so wohl gelungen: Ach laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter, † 1735. 21. diol Ho Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch; Laß die Stimme flingen! Laß die Zunge singen, 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Thaten, Mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, Sende deine Strahlen, Die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder. Was den Odem holet, Jauchze, preise, flinge, Wirf dich in den Staub darnieder Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir, Glaube mir, Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. 3. Neander, † 1680. Beten, Loben und Danken. B. Bitten und Fürbitten. 22. ipuili Mel. Christus der ist mein Leben. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid hie und dorte Gei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht, Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und alls Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trube, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not. 3. Stegmann, † 1632. 23. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Betgemeinde, heilge dich Mit dem heilgen Öle; Jesu Geist ergieße sich Dir in Herz und Seele. Laß den Mund Alle Stund Von Gebet und Flehen Heilig übergehen. 17 T 2. Heilige der Seele Glut Und ihr groß Verlangen, Dem, der für dich gab sein Blut, Innig anzuhangen: Heilger Rauch Sei es auch, Der zu Gott aufgehet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauchaltar Vor Gott ausgeschüttet, Und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner Aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, Seines Zwecks nicht fehlen: Wenns zum Herzen Gottes geht, Was wirds thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zusammen beten? Aus von ihnen allen, Wie muß das erschallen! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen, mit Begier Alle sich vereinen, Und es geht Ein Gebet 6. O der unerkannten Macht Von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht So in Freud als Nöten; Schritt vor Schritt Wirkt es mit B Beten, Loben und Danken. 18 Wie zum Sieg der Freunde, So zum End der Feinde. 7. so betet alle drauf, Betet immer wieder, Heilge Hände hebet auf, Heilget eure Glieder; Heiliget Das Gebet, Das zu Gott sich schwinget, Daß hinauf es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit Vollends übergehe, Daß man Christi Herrlichkeit Offenbaret sehe; wat Stimmet ein Insgemein Mit der Engel Sehnen Nach dem Tag, dem schönen. Ch. C. L. v. Pfeil, † 1784. 3. Verleih mir, Höchster, solche ee Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, So bet ich dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern apod Chor. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand Instalk noplised regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck stolpils und fühl Und dir darob im Herzen sing und ſpiel. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 24. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Dir, dir, Jehova, will ich singen, Durch deines heilgen Geiſtes Kraft Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht verfagen fann, Die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, dein Kind und Erbe bin dir Gnad um Gnade bin. Durch welchen ich Und nehme von Beten, Loben und Danken. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug: maomnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jeder Zeit, Die giebst du und thust überAls ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt: In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Woh! mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Selig feit! Bartholom. Craffelius, † 1724. So weit die Wolken gehen, Du frönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten! 19 Dich, Gott, und den, den du gefandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, 2. Jch bitte nicht um Überfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, So sehr sie Menschen rühren; Laß mich nur nicht verlieren. Des guten Namens Eigentum Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Und frommer Freunde Liebe. Der Ruhm vor deinem Angesicht 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben: Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Ch. F. Gellert, † 1769. 25. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gott, deine Güte reicht so weit, Behüte alle Stände, 26. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Her err, höre, Herr, erhöre, Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus; Durch deiner Allmacht Hände Schüß Kirche, Obrigkeit und Haus. Noch ferner reichlich schallen 2. Ach laß dein Wort uns allen zu unsrer Seele Nuß. Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen Widersachern Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer Und unverdroßne Hörer, Die beide Thäter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernten reiche Früchte ein. B2 Beten, Loben und Danken. 20 4. Du wollst das Land beglücken Und stets mit Gnadenblicken Auf unsern Kaiser sehn; in dull Schüß ihn auf seinem Throne Und lasse seine Krone In segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unserm Lande küssen, Ja segne beide, Herr und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Treib Sturm und Hagel ab, Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zu nichte, Was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb Ruhe uns und Friede, Mach alle Feinde müde; Verleih gesunde Luft; Laß Not und teure Zeiten Nicht übers Land sich breiten, Da man nach Brot vergebens ruft. 8. Die Hungrigen erquide Und bringe die zurücke, Die in der Irre gehn; Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Erhalt in jeder Ehe Beim Glücke wie beim Wehe Rechtschaffne Frömmigkeit; In Ehrbarkeit und Tugend Gedeihe unsre Jugend, Zu deines Reiches Dienst bereit. 10. Sei du ein Arzt der Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüße, Die Reisenden beschüße, Die Sterbenden geleit Mit deinen Engelsscharen, Daß sie in Frieden fahren In Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jest begehrt; Wir sprechen nun das Amen In unsers Jesu Namen, So ist all unser Flehn erhört. B. Schmold, † 1737. 27. Herr, wie du willst so schicks mit mir Im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gieb mir Geduld, Denn dein Will ist der beſte. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; O Herr, ein selig End gieb mir Durch Jesum Christum. Amen. C. Bienemann, † 1591. Beten, Loben und Danken. 28. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß Beständigkeit ists beſte; nach dir Von Herzen mich verlange, Und ich dich suche mit Begier, Wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich In meiner Angst bald finde; Gieb mir den Sinn, daß ich forthin Meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz Mich deiner Gnad ergebe, Hab immer ein zerknirschtes Herz, In wahrer Buße lebe, Vor dir erschein, herzlich bewein All meine Misſethaten. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht von Heuchelei Und Ehrgeiz werd verführet; Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid Laß in mir nicht verbleiben. Verstockten Sinn und Diebs- Gewinn Wollst ferne von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, Von falscher Meinung trete, Den Armen helfe mit der That, Für Freund und Feind stets bete, Dien jedermann so viel ich kann, Das Böse haß und meide Daß sie nicht überwinde. Nach deinem Wort an allem Ort, Rechtschaffne Lieb und Lust zu dir Bis ich von hinnen scheide. In meinem Herzn anzünde, Daß ich in Not bis in den Tod Dich und dein Wort bekenne, Und mich kein Truß noch Eigennuß Von deiner Wahrheit trenne. 3. Heermann, † 1647. Mein Trost und Licht, ach laß mich nicht 21 5. Den Glauben stärk, die Lieb n- all erhalt, Die Hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wanke bald, drill Den Mund bewahr, daß nicht Gefahr In ewgen Tod geraten. NUDITE popul 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, Durch ihn mir werd erwecket. Gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib Von Wollust unbeflecket. 29. dans& Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Grimm, Hilf uns, Herr, in allen Dingen, 4. Behüte mich vor Zorn und Mein Herz mit Sanftmut ziere. Daß wir unser Amt und Wert Auch alle Hoffart von mir nimm, Wohl anfangen und vollbringen, Zur Demut mich anführe. Gieb uns Weisheit, Kraft und Was sich noch findt von alter Stärf. Sünd, Laß mich hinfort ablegen, Trost, Fried und Freud laß jederzeit Sich in mir Armen regen. Ohne deine Segenshand Ist verloren Stadt und Land. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. 22 Beten, Loben 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, Wo uns Hülfe nötig ist; Brich der Höllen Macht und Pforten Und gicb uns zu jeder Frist Und der ganzen Christenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, Aller Trübsal und Gefahr; Laß uns keine Drangsal töten, Nimm doch unser also wahr, Daß Kreuz, Elend und Verdruß Uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Grauen In der größten Sündenangst, Daß wir auf die Zahlung bauen, Die du hast gethan schon längst. O Herr Jesu, laß dein Blut Uns ja kommen auch zu gut. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. 5. Hilf uns, Herr, aus allem Leiden In der legten Todesnot, Laß uns fahren hin mit Freuden Und durch dich und deinen Tod Bald und glücklich kommen fort Zum ersehnten Lebensport. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. M. Rinkart, † 1649. 30. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Ich komme vor dein Angesicht, Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: und Danken. Vergieb mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in Filld. mir, Ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, Ein Herz voll Demut, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein Lebelang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, Von dir empfing ich den Verstand; Und stärk ihn durch dein göttlich Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, Wort. 5. Laß deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein; Laß meines Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, Dir folgen sei mein bestes Teil; Nach deines Reichs Gerechtigkeit Laß, Herr, mich trachten allezeit. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft Zum Kampf mit meiner Leidenschaft, Drum ziehe du mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt Mir, Herr, so viel als dir gefällt; Beten, Loben und Danken. Gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil. Whorche 9. Schenkt deine Hand mir Überfluß, So mach mich mäßig im Genuß Und laß, die Dürftgen zu erfreun, Mich einen frohen Geber sein. ng 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, Daß ich sie deinem Dienste weih, Und daß aus Sorgsamkeit für sie Ich niemals mich der Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, Ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, Und werden meiner Tage viel, So bleibe meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Alter nicht. WAL 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, Eo nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Christum deinen Sohn Mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn. CH. F. Gellert, † 1769. 31. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen; Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Dein Wort zu halten eben. 23 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd zu Spott: Die Hoffnung gieb daneben, Voraus wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf all mein eigen Thun, Sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzens: grund Den Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben; Dein Wort mein Speis laß allweg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück schlägt herein, Das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Beständig sein ans End gieb mir, Du hasts allein in Händen; Und wem dus giebst, der hats umsonst, Es mag niemand erwerben Noch ererben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen; Beten, Loben und Danken. 24 Von deiner Gnad allein ich leb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Wollst du mich nicht verlassen, Fest mich fassen, Behüten immerdar. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 3. Agricola, 1566. 32. Die Litanei. Kyrie, eleison! Christe, eleiſon! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott, Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig! binnen Hilf uns, lieber Herre on thr Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Übel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feur und Wassersnot, Vor Hagel und Unwetter, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn id und Himmelfahrt, In unsrer letzten Not, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre do Gott! Wir arme Sünder bitten, Du wollst uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wieder8 6 11073 du bringen, Den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unserm Kaiser steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, Unsern Rat und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Beten, Loben und Danken. Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. O Jesu Christe, Gottes Sohr Erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! ( Beide Chöre:) Kyrie, eleison! Amen. Dr. Martin Luther, † 1546. 33. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Gott, ich flopf an deine Pforte Mit Seufzen, Flehn und Bitten an, Ich halte mich an deine Worte: 25 Klopft an, so wird euch aufge dhisthan! Ach öffne mir die Gnadenthür, Mein Jesus klopft selbst an mit mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rat und That, Du bist der Brunn, der immer quillt, Du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, Das herzlich und voll Glauben ist; Der mich vor dich hat heißen treten, Ist mein Erlöser Jesus Christ, Und der in mir das Abba schreit, Ist, Herr, dein Geist der Freudigfeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, Was deinem Kinde nötig ist, Nur du kannst mein Verlangen stillen, Weil du die Segensquelle bist; Doch gieb, du Geber, allermeiſt, Was meiner Seelen selig heißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe brünstig sein; Will Satan mir das Kleinod rauben, So halt mit der Versuchung ein ,. Damit mein armes Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu Willen thut. chio re 6. Erweck in mir ein gut Ge tilajt sellers wificat, Das weder Welt noch Teufel scheunt; Wenn Züchtigungen folgen müssen, 26 Beten, Loben und Danken. So schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut Und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, Daß es mich gar verschonen soll, Hat doch mein Jesus selbst gelitten, Und also leid ich billig wohl; Doch wird Geduld gar nötig sein, Die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Das andre wird sich alles fügen, Ich möge arm sein oder reich; An deiner Huld laß mir genügen, Die macht mir Glück und Unglück gleich. Kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, Wirds doch genug zur Notdurft sein. 9. Ich bitte nicht um langes Leben, Nur daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und des Gerichtes großen Tag, Damit mein Ausgang aus der Welt Den Eingang in den Himmel hält. B. Schmold, † 1737. 34. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. A Jesu, einig wahres Haupt Der heiligen Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf dir alleine Als ihrem Felsen steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze Welt Bertrümmert und zerfällt: Erhör, erhör uns, Jesu. 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, Das sich zu dir bekennet, Dir ferner anbefohlen sein, Erhalt uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl Laß in seiner Zahl Und ersten Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen dienen, Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße kräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen, Mach uns dadurch getrost und froh, Das schwere Kreuz zu tragen; Gieb uns Beständigkeit, Daß uns Lust und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus Geuß von dem Gnadenthrone Den Segen deines Blutes aus; Umstrahle seine Krone Mit deiner Herrlichkeit, Jhm zur Sicherheit, Zu seiner Feinde cub Und zum gewünschten Schuß Uns, deinen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christenheit, Vermehre deine Heerde; Für uns, dein armes Häuflein, streit, Univ.- Bibl. Glessen Beten, Loben und Danken. Daß es erhalten werde; Den Ärgernissen wehr, Was dich haßt, befehr, Was sich nicht beugt, zerbrich: Mach endlich seliglich An aller Not ein Ende. 3. Menter, † 1734. 35. Pater ater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns han: Gieb, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzens: grund. 2. Geheilget werd der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm, verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit; Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei; Des Satans Zorn und groß Ge Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. walt 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich 27 Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot Auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; Und was man darf zur Leibesnot; Behüt uns vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Geist ansicht, Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös: Es sind die Zeit und Tage bös; Erlöse uns vom ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selig End, Nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Das wir hiemit gebeten han Auf dein Wort in dem Namen dein; So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther, † 1546. 28 Der Tag des Herrn. 19iad adio II. Der Tag des Herrn. 500 choite 36. 37. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geibet. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Pf. 100. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen, Alle Welt, was lebt und webet, Erhebe dich, gebeugtes Haupt: Was im Feld und Häusern ist, Was nur Stimm und Zung erdhebet, Jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, Kommt mit Lust zu ihm heran. 2. Sprecht: der Herr ist unser Meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Unsre Leiber, unsre Geister An die lichte Welt gebracht; Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, Geht durch seines Vorhofs Gang, Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, Daß dein Ruhm bei uns groß HOUR werde, Beistand selbst und Hülf uns leiſt: Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. Joh. Franck, † 1677. Es kommt der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe hat er vorgeschrieben Und selbst den Ruhetag geweiht; Auf, auf, des Herrn Gebot zu üben, Zu seinem Dienst sei gern bereit. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, Dein irdisch Werk muß ferne stehn; Du sollst zu höherem Gewinne In deines Gottes Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflichten, Froh zu vermehren seinen Ruhm, In tiefster Demut zu verrichten Dein geistlich Werk und Priestertum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen Und flch um deines Geistes Kraft, Wie kann ich dir wohl würdig dienen, Wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, Wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, Wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 4. Kann meines Herzens Harfe flingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Der Tag des Herrn. Kann ich zu dir empor mich 5 schwingen, Wenn nicht dein Arm mich auf sont du du wärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, Wenn nicht dein Feuer auf mich fällt, In mir verzehrt die Lust der Erden Und mich belebt für jene Welt? 39. Mel. Christus der ist mein Leben. 5. Erkauft hat Jesus mich so teuer, Die Gnade ſei mit allen, Zu seinem Tempel mich geweiht: Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit; Vollführe, was du angefangen, Neig auch zu mir dein Angesicht, Dann ist der Seele aufgegangen Des Sabbats rechtes Freudenlicht. Nach Christ. Wegleiter, † 1706. " Haya Hotlle 38. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Das as ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt Und das Herz von Herzensgrunde Tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, Das erfüllet unsre Zeit Mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle Fließt so gern ins Herz hinein; Deine Sonne scheinet helle, Denn du willst genossen sein. Und bei aller Segensfüllen Ist dein Wunsch und ernster Wille, Daß man, weil dein Brünnlein voll, Unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun so laß auch diese Stunde Dein Gedächtnis in uns sein; In dem Herzen, in dem Munde Leb und herrsche du allein. 29 Laß uns deiner nie vergessen. Wie Maria einst gesessen, Da sie dir hat zugehört, Also mach uns eingekehrt! E. Gottl. Woltersdorf, † 1761. Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade. Gelingt uns ja kein Tritt, Es gehe seine Gnade Denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu; Und wenn uns je will grauen, So bleibts: der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Eriöser, Du kommst, so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, Denn sie flößt zu dem Siegen Gnade mit uns sein; Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der Herr hat eine Gnade, Die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden Nur durch des Lammes Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen, Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, Die Gnade sei mit mir! Ph. Fr. Hiller, † 1769. 30 40. Mel. Wunderbarer König. Der Tag des Herrn. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Ich in dir, Gott ist in der Mitten: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder, Gebt das Herz ihm wieder! Tag und Nacht gebeuget dienen; Heilig, heilig, heilig Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unfre Stimm, Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigentum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel Immer vor dir stehen 5. Luft, die alles füllet, Drin wir immer schweben, Aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: hi Ich senk mich in dich hinunter. Und dich gegenwärtig sehen! 8 Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, som si Liebster Gott, in allem. Du in mir: ords 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd und Welt bereiten. Schauen mag in Geist und WahrDa liegt unser Wille, heit. Laß mich ganz verschwinden, n Dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles, Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine Strahlen faffen Und dich wirken lassen. 7. Mache mich voll Einfalt, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 8. Komm, in mir zu wohnen, Daß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum fann werden; Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, Wo ich steh, Laß mich dein gedenken, Mich in dich versenken. G. Tersteegen, † 1769 Der Tag des Herrn. 41. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Großer Gott von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt, Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt, Betet und von Herzen singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5.O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. C. Neumann, † 1715. 42. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Hallelujah, schöner Morgen, Schöner als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seele, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag in dunkler Höhle, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 31 Recht als einen Morgentau, 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte Zu des Vaters grüner Au; Die mich führt aus meiner Hütte Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schaß und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Heute hab ich sonst zu thun; Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich Als nur Gotteswerk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schäßen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Schall Recht tief in mein Herze fall. 7. Segne deiner Knechte Lehren, Öffne selber ihren Mund; Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier fleht und singt, Solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, Der Tag des Herrn. 32 Der du Herr des Sabbats bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbat halten mag. Jonath. Krause, † 1762. 43. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Herr, err, es ist der Tag erschienen, Der mich dein gedenken heißt Und mich zu dem Himmel weisſt; Sieh, ich komme, dir zu dienen An dem Tage deiner Ruh; Gieb mir Schwachen Kraft dazu. 2. Halte fern an diesem Morgen Von mir das Geräusch der Welt, Die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, Daß ich heut, von allem frei, Dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen Gaben, 44. Her err Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heilgenGeist du zu uns send, Mit Hülf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 5. Laß mich nicht in Sünde fallen, Laß mich fest im Glauben stehn, Voll Vertrauen auf dich sehn. Lieber Vater, hilf uns allen, Daß der Ruhe heilger Tag Uns ein Segen werden mag! C. Neumann, † 1715. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herz. zu SachsenWeimar, † 1662. Stärke mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd ich haben, Wenn in heiliger Begier Ich mich freue, Herr, in dir! 45. 4. Gieb, daß mich dein Wort durchdringe, Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Steh mit deinem Geiſt mir bei, Herr, öffne mir die Herzensthür, Zeuch durch dein Daß es in mir kräftig sei. Wenn ich bete, wenn ich singe, Siehe du mich gnädig an Und laß mich dein Heil empfahn. Wort mein Herz zu dir; Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ist, das mein Herz Tu erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. Der Tag des Herrn. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, † 1684. 46. Mel. Liebfler Jesu wir sind hier. Höchster Gott, dir danken wir, Daß du uns dein Wort gegeben; Innig bitten wir von dir: Hilf uns heilig darnach leben; Gieb dem Glauben solche Stärke, Daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen: Schenk uns deine Kraft dazu, Gieb zum Wissen uns das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen, So wird alles wohlgelingen. 3. Gieb uns, eh wir gehn nach Haus, Deinen väterlichen Segen. Breite deine Hände aus, Leite uns auf deinen Wegen. Laß uns hier gesegnet gehen, Dort gesegnet auferstehen. 3. Ad. Haßlocher, † 1726. 47. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Jesu, Jesu, Brunn des Lebens, Stell, ach stell dich bei uns ein; Laß uns nun und nie vergebens Wirken und beisammen sein! 2. Bist du mitten unter denen, Welche sich nach deinem Heil Mit vereinten Herzen sehnen, O so sei auch unser Teil! 33 3. Lehr uns singen, lehr uns beten, Hauch uns an mit deinem Geist, Daß wir vor den Vater treten, Wie's dein Mund die Kinder heißt. 4. Heiland, laß uns dich erkennen, Komm, erkläre selbst dein Wort, Daß wir dich recht Meister nennen Und dir folgen immerfort. 5. O gefalbtes Haupt der Glieder, Nimm auch uns zu solchen an; Bring das Abgefallne wieder Auf die frohe Himnielsbahn! 6. Gieb uns Augen, gieb uns Ohren, Gieb uns Herzen, die dir gleich, Mach uns redlich, neugeboren, Herr, zu deinem Himmelreich! 7. Ach ja, laß uns Christen werden, Christen, die ein Licht der Welt, Christen, die ein Salz der Erden, Wie's dem Vater wohlgefällt! H. Annoni, † 1770. 48. Mel. Herzlich thut mich verlangen. aß mich dein sein und bleiben,. Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken Gieb mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. N. Selnecker, † 1592. S 34 Der Tag des Herrn. 49. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Licht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Süßigkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget, Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, Heilig, Heilig! singen Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen; Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten: Nichts sonst wollen, nichts sonſt thun, Als in deiner Liebe ruhn. 6. Du bist mehr als Salomon: Laß mich deine Weisheit hören; Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht ¹Ind den schönsten Sonntag macht. B. Schmold, † 1737. 50. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören: Lente Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten Wollst du selbst in uns verrichter: 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Öffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. T. Clausnitzer, † 1684. 51. Mel. Hier ist mein Herz o Seel. Ps. 139, 23. großer Geist, des Wesen alles füllet, Und den kein Ort in seine Grenzen hüllet, Der unumschränkt Sich niedersenkt Mit seiner Kraft in alle Dinge, Dem nichts zu groß, nichts zu ge ringe: 2. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, Du siehst, wenn sie verborgen vor dich treten, Macht gleich ihr Mund Nicht alles fund, Der Tag des Herrn. So kannst du selbst des Herzens Sehnen Mit Segen und Erhörung krönen. 3. Vor Menschen bleibt jetzt manches Thun verborgen, Dir aber ist die Nacht ein klarer Morgen, Und dein Gericht Wird an das Licht Und an die helle Sonne bringen, Was finstre Wolken jest umringen. 4. O Auge, das nicht Trug und Falschheit leidet, Wohl dem, der auch verborgne Sünden meidet, Der los und frei Von Heuchelei Vor dir und Menschen redlich handelt Und unter deiner Aufsicht wandelt. 5. Erforsche selbst die innersten Gedanken, Ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken, Lenk Herz und Sinn Zur Wahrheit hin, Sei du der Leitstern meiner Füße, Bis ich, mein Licht, die Augen schließe! 3. 3. Rambach, † 1735. 52. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Thut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein: Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekomKomme du nun auch zu mir. men, 35 Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Saatkorn auf mich fällt; Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, Laß dein teures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben Halte mir dein Wort stets für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd erfüllt; Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quilli Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not. B. Schmold, † 1737. 53. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Unsern Ausgang jegne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser Thun und Lassen, Segne unser täglich Brot, Segne uns mit selgem Sterben Und mach uns zu Himmelserben H. Schent, † 1681. $ 2 36 54. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Beige dich uns ohne Hülle, Ström auf uns der Gnade Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage, Daß durch dich, der starb, vom Bösen Uns Gefallne zu erlösen, Deine glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. Advent. 2. O daß frei von Erdenbürden Und der Sünde Lasten würden Unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sabbatſtille! Daß in deines Himmels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen III. 55. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Auf, auf, ihr Reichsgenoſsen! Der König kommt heran, Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah; Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Jenes Lichts, das dann verkläret, Wenn der Sabbat ewig währet! 3. Was ich strahlen seh am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was dort Sinds nicht Überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Balmen, Ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen Diesem Sabbat deiner Treuen. 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine Schar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen, Wo sie Siegeslieder singen. F. G. Klopstod, † 1803. Advent. Da wir ihn finden können: Im Nachtmahl, Tauf und Wort 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern; Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht; Laßt uns die Weg ihm bahnen, Macht sie zum Einzug recht. Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut. Advent. 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht; An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. ein 6. So eilt mit schnellen Schritten, Den König selbst zu sehn; Er kommt in unsre Mitten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit töstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. OKönig, hocherhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 8. Nun Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir dir allein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rist, † 1667. 56. Mel. Ach Jesu meiner Seelen Freude. Dein ein König kommt in niedern Hüllen Sanftmütig, auf der Eslin Füllen: Empfang ihn froh, Jerusalem! 37 Trag ihm entgegen Friedenspal men, Bestreu den Pfad mit grünen Halmen, So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Wor ten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden fiegen, Die Macht der Finsternis erliegen Advent. 38 Und lösch der Zwietracht Glim-| Komm, Hand und Scepter dem men aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Fried. Rückert, † 1866. zu küssen, Der dich wird so zu schüßen wissen, Daß dich kein Angststrom über: schwemmt. 57. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Dein ein Mittler fömmt; auf, blöde Seele, Die Mosis Fluch und Donner schreckt, Die in der bangen Trauerhöhle In Fesseln trüber Schwermut steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, Es reißen Satans feste Schlingen, Die den gefangnen Geist beklemmt. Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen: Gott ist versöhnt, sein Himmel offen, Dein gnadenvoller Mittler kömmt. 2. Dein Lehrer kömmt, laß deine Ohren Auf seinen Mund gerichtet sein; Er zeigt den Weg, den du verloren, Er flößt dir Licht und Wahrheit ein. Was tief in Schatten war geſtellet, Hat dein Prophet dir aufgehellet Und die Gewalt der Nacht gehemmt. Er macht dir kund des Vaters Willen Und giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen: Dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 3. Dein König kömmt, doch ohne Prangen, Sein Aufzug ist an Armut reich; Auf, deinen Fürsten zu empfangen, Der dir an tiefster Schwachheit gleich. Thu wie getreue Unterthanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: Dein längst ersehnter König kömmt. 4. Dein Alles kömmt, dich zu er: gößen, Dein A und O ist vor der Thür; Wer dieses Gut recht weiß zu schätzen, Vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen Enden Ein Meer der Gnaden überströmt; Eröffne deines Herzens Thüren, Ihn in sein Eigentum zu führen: O armes Nichts, dein Alles kömmt. 3. 3. Rambach, † 1735. 58. Gottes Sohn ist kommen Uns allen zu Frommen Hier auf diese Erden n armen Geberden, Daß er uns von Sünde Freiet und entbünde. 2. Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrtum und Thorheit Treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schänien Und sein Dienst annehmen Durch ein rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. 4. Denn im heilgen Mahle Reicht er dar für alle Sich selber zur Speise, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein genießen In ihrem Gewissen. 5. Die an ihn fest gläuben Und beständig bleiben, Dem Herren in allem Trachten zu gefallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende: Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit ihm führen Zu der Engel Chören. 7. Von da wird er kommen, Wie die Welt vernommen, Wenn die Toten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 8. Da wird cr sie scheiden: Seines Reiches Freuden Erben alle Frommen, Doch die Bösen kommen Dahin, wo sie müssen Ihr Untugend büßen. 9. Jesu, unser Leben, Wollest gnädig geben, Daß wir alle Stunden Werden gläubig funden Und so auch verscheiden Zur ewigen Freuden. Advent. Joh. Horn, † 1547. 39 59. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gottlob, ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten, hochbeschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden, Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem dunklen Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Advent. 40 Laß Kirch und Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Heerde rein zu geben; Laß alle Hörer Thäter sein, Damit fein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie trimaphieren. H. C. Hecker, † 1743. 60. Mel Nun komm der Heiden Heiland. Gott ott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Der wohl zweigeſtammte Held, Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war Voller Sanftmut, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich gar hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf ent zwei, Daß ich, aller Ängste frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan. 9. Laß mich, wenn du Lebensfürst Prächtig wiederkommen wirst, Freudig dir entgegengehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held, um 1650 61. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Hosianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, Seßt ihm tausend Ehrenbogen; Streuet Balmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt, Komm, wir gehen dir entgegen; Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite; Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein beſteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet haſt; Ach so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein. Advent. 5. Hosianna! laß uns, Herr, Dich in deiner Sanftmut küssen; Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschließen, Ei so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, O Herr, hilf, laß wohl gelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, Du Gesegneter des Herrn; Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja du kommst, Hallelujah! Benj. Schmold, † 1737. 62. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Komm, omm, du wertes Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen: Komm in deiner Gotteszier, Komm, wir warten mit Begier. 2. 3euch auch in mein Herz hinein, D du großer Ehrenkönig, 41 Laß mich deine Wohnung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit des Sieges Palmenzweigen: Soviel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir aneignen zum Gewinst. 4. Hosianna! Davids Sohn, Ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, Laß dein Scepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit besteh Hosianna in der Höh! 3. G. Olearius, † 1711. 63. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Komm, Heidenheiland, Lösegeld, Komm, schönste Sonne dieser Welt, Laß abwärts flammen deinen Schein, Denn so will Gott geboren sein. 2. Komm an von deinem Ehrenthron, Sohn Gottes und der Jungfrau Sohn, Komm an, du zweigestammter Held, Geh mutig durch dies Thal der Welt. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegst auch wieder himmelauf: Dein Abfahrt war zum Höllenthal, Die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, 42 Advent. Besieg hier dieses Fleisches Reich; Denn unsers siechen Leibes Haft Sehnt sich nach deiner Himmelsfraft. 5. Es glänzet deiner Krippe Strahl, Ein Licht leucht durch dies finstre Thal, Es giebt die Nacht so hellen Schein, Der da wird unverlöschlich sein. Joh. Franck, † 1677. 64. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht; O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür Steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Jungfraunsohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnadenvollen Segen Und die Wunder deiner Kraft, Welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben; Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. E. Chr. Homburg, † 1681 65. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Not Und sandte Jesum, seinen Sohn, Zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Jhn sandt er, unser Trost zu ſein, Vom Sündendienst uns zu befrein, Mit Licht und Kraft uns beizustehn Und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller Rat, Welch unaussprechlich große That! Welch Gnadenwerk, dem keines gleicht, Das nie der Menschen Lob erreicht. 4. Was sind wir, daß das höchste Gut So große Dinge an uns thut? Was sind wir, daß uns Gott so liebt, Uns seinen Sohn zum Heiland giebt? 5. Ei nimm ihn heut mit Freuden an, Bereit ihm deines Herzens Bahn, Auf daß er komm in dein Gemüt, Und du genießest seiner Güt. Advent. 6. Bei solcher Treu giebt er dir| Derhalben jauchzt, mit Teil An dem von ihm erworbnen Heil; Doch hörst du seine Stimme nicht, So wartet deiner das Gericht. 7. Wie er voll Huld und Freundlichkeit Erscheint in dieser Gnadenzeit, So kommt er einst mit Majestät, Zum Richter aller Welt erhöht. 8. Dann trifft die Sünder ewge Pein; Die Frommen gehn zum Leben ein, Und in des Vaters ewgem Reich Macht er sie seinen Engeln gleich. 9. Gelobt sei von uns Jesus Christ, Der uns zum Heil erschienen ist! Gelobt sei Gott, der ihn gesandt, Sein Ruhm erfülle jedes Land! Nach Mich. Weiße, † 1542. Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zum End er bringt, Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That. 43 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn; Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit; Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, 66. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, Macht hoch die Thür, die Thor Meins Herzens Thür dir offen ist; Ach zeuch mit deiner Gnaden ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein, macht weit: Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Der König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt, Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: So kommt der König auch zu euch, Ja, Heil und Leben mit zugleich; Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad. Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! G. Weissel, † 1635. 67. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Bald wird das Heil der Sünder, 44 Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. Advent. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast; Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt; Macht eben jeden Pfad, Die Thal laßt sein erhöhet; Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht, Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Beuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo, † 1662. 68. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Nun jauchzet all, ihr Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und macht. 2. Kein Scepter, keine Krone Sucht er in dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erder, Nehmt diesen König an, Wollt ihr beraten werden Und gehn die rechte Bahn, Die nach dem Himmel führt. Denn wenn ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Jhr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemut, Laßt eure Lieder klingen, Dem König zu lobsingen, Der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit, Der euer Leid und Weinen Verwandeln wird in Freud: Er ists, der helfen kann; Macht eure Lampen fertig, Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, † 1673 69. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Nun kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar; Dein König kommt, drum freue dich, Du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah. Advent. 2. Wir hören noch das Gnadenwort Vom Anfang immer wieder fort, Das uns den Weg zum Leben weist: Gott sei für seine Gnad gepreist. Hallelujah. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Das laß uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Hallelujah. 3. Olearius, † 1684. 70. Mel. Valet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen, Und wie begegn ich dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, sebe Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergöße, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 45 4. Jch lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlast, Die kein Mund aus kann sagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei welchem Gram und Schmerze Sich häufet mehr und mehr: Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht: Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sünden Schuld, Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld: Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Weihnachten. 46 Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick: Er kommt, er kommt ein König, Dem alle Macht und List Der ganzen Welt zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ewgen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. P. Gerhardt, † 1676. 71. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan. Wir warten dein, o Gottes Sohn, Und lieben dein Erscheinen; Bald ist die Wartezeit entflohn, Bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, Erhebt sein Haupt Und sieht dir froh entgegen: Du bringst ja Himmelssegen. 72. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. 2. Wir warten dein. doch mit Geduld lso hat Gott die Welt geliebt, Daß er aus freiem Trieb Den eingebornen Sohn uns giebt; Wie hat er uns so lieb! In unsern Prüfungstagen; Du hast dein Kreuz für unsre Schuld So demutsvoll getragen: Wie sollten wir Uns nicht mit dir Zum Kreuze gern bequemen, Bis dus hinweg wirst nehmen? 3. Wir warten dein, du hast uns ja Das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah, Doch willst du sichtbar kommen; Und dann wirst du Bei dir uns Ruh, Bei dir uns Freude geben, Bei dir ein Himmelsleben. 4. Wir warten dein, du kommst gewiß; IV. Beihnachten. Dir flopfen schon die Herzen, Vergessen aller Kümmernis, Vergessen aller Schmerzen. Dereinst, dereinſt, Wann du erscheinst, Wie soll das Lied dir klingen Und ewig dir lobsingen! R. B. Garve, † 1841. 2. Was sein erbarmungsvoller Beschloß von Ewigkeit, Die große wundervolle That Vollführt er in der Zeit. Rat 3. Er, unser Heil und höchstes Gut, Weihnachten. Der alle segnen kann, Nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde an. 4. Du Sohn des Allerhöchsten wirst Mir Rat und Kraft und Held, Mein Vater und mein Friedefürst, Der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, Das, Herr, erwirbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, Das hab ich nur in dir. 6. Dein Mangel wird mein Überfluß, Dein Leiden stillt mein Leid, Dein Niedrigsein schafft mir Genuß Der höchsten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn In dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron, Erheb ihn, Christenheit! H. C. Hecker, † 1743. Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret; Es ist ein Leuchten aus der Fern, Es ist ein Schimmer, ist ein Stern, Von dem ich längst gehöret. 47 2. Nun wird ein König aller Welt, Von Ewigkeit zum Heil bestellt, Ein zartes Kind geboren; Der Teufel hat sein altes Recht Am ganzen menschlichen Geschlecht Verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, Es naht die selge Gotteszeit Der Freiheit und der Liebe: Wohlauf, du frohe Christenheit, Daß jeder sich nach langem Streit In Friedenswerken übe. 4. Sin ewig festes Liebesband Hält jedes Haus und jedes Land Und alle Welt umfangen; Wir alle sind ein heilger Stamm, Der Löwe spielet mit dem Lamm, Das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und finnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind Mit lächelnder Geberde: Wir grüßen dich, du Sternenheld, Willkommen, Heiland aller Welt, Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, † 1817 73. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. Brich an, du schönes Morgen- Dem Herrn, dem alle Seraphim licht! Das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, Verläßt des Himmels hohen Thron, Um Heil der Welt zu bringen. Preis dir, Daß wir Von den Sünden Rettung finden, Gnad empfangen Und zum Himmelreich gelangen. 74. Mel Wie schön leucht uns der Morgenstern. Der er Heiland kommt, lobsinget ihm, 48 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, Willkommen hier auf Erden! Du kommst der sündgen Welt zu gut, Du kleidest dich in Fleisch und Blut, Weihnachten. Willst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, Kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, Wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; Sei hoch dafür gepriesen! D Herr, zu arm und schwach sind wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an uns erwiesen! Da wir Allhier Im Verderben müßten sterben, bringst du Leben; O was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz Und wollen fromm in Freud und Schmerz Nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht Und gieb uns deines Geistes Licht, Wie dirs gefällt zu handeln; Zeig dich Freundlich, Hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen Und zu deinem Reiche dringen. Magdeburg 1786. 75. Mel. Aus meines Herzens Grunde. er heilge Christ ist kommen, Der süße Gottessohn, Der Des freun sich alle Frommen Im höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Muß preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben, heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Eriöset ist der Sinn; Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Baun weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos: Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß; Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kinder fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ ist da. Er ruft so freundlich drein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, † 1860. 76. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Dies ies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht: Weihnachten. Jhn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward: Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht ſtill; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott mein Heiland, bet ich an. 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 7. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des Vaters Schoße sitt? 8. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! 49 Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 9. Dies ist der Tag, den Sott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, † 1769. 77. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dies ies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein; Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit; Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Vielleicht in einer kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht! D Weihnachten. 50 Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht: Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachts: sonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst, Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. C.F. Nachtenhöfer, † 1685. Der hohe Freudentag ist da, Lobsinget, Gottes Heil ist nah. 2. Geboren ward in dunkler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht. Nun leuchtet uns im tiefen Thal Der ewgen Morgenröte Strahl. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, In menschliche Natur gehüllt, Damit auch wir ihm würden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 4. Der jetzt im Himmel herrlich thront, Hat unter uns als Mensch gewohnt Und führet uns mit sichrer Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 79. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, 78. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Von Empor zu ihm, mein Lobgesang, Daß du, da wir verloren, Dem einst das Lied der Engel klang! 5. Empor zu ihm, mein Lobgesang, Dem schon der Engel Lied erflang! Welch hoher Freudentag ist da! Ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, † 1845. Und trage groß Verlangen, Mit Freuden zu empfangen. Ein Kind, das Ewig- Vater heißt, Dies ist die Nacht, darin es kam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, Du König aller Ehren, Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Leben lang Herzen sagen Preis und Dank, Für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie fonnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein Königreich, die Freudenpracht, Dein selig Gottesleben Für solche Feind hingeben? 4. Brich an, du schönes Morgenlicht, Und laß den Himmel tagen, Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, Weil dir die Engel sagen, Daß dieses schwache Kindelein Soll unser Trost und Freude sein, Dazu den Satan zwingen Und leßlich Friede bringen. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, Holdselig von Geberden, Mein Bruder, den ich lieber hab Weihnachten. Als alle Schäß auf Erden, Komm, Jesu, in mein Herz hinein, Komm eilend, laß die Krippe dein, Komm, komm, ich will bei Zeiten Dein Lager dir bereiten. 6. Du, des sich meine Seele freut, Mein höchstes Gut, mein Leben, Was soll ich dir aus Dankbarkeit Für deine Liebe geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt, Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen; Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Joh. Rift, † 1667. 80. euch, ihr Christen alle, Freuet Treuet Freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch geacht, Sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der dunklen Höhle Liegt als Kindlein dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. 51 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr: So laß mich von dir nicht wanken; Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder Ferner noch in Gnaden an; Schenke, was man bitten kann, Zu erquicken deine Brüder; Gieb der ganzen Christenschar Frieden und ein selges Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. Ch. Keymann, † 1662. 81. Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind Das verbindt Sich mit unserm Blute. D2 52 3. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Epricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder. Weihnachten. 4. Ei so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet. 5. Die ihr schwebt in großen Leiden, Wer empfindt Seine Sünd 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Und Gewissensschmerzen, Sei getrost: hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 8. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, bd Meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben: Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 7. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eure Glaubenshände. Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 9. Meine Schuld kann mich nicht drücken; Ich will dir Sehet, hier Ist die Thür Leben hier Zu den wahren Freuden; Und mit dir heimfahren. Faßt ihn wohl, er wird euch führen Mit dir will ich endlich schweben An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. Denn du hast Meine Last All auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 10. Ich will dich mit Fleiß be: wahren, Voller Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. P. Gerhardt, f 1676. 82. Gelobet seist du, Jeſu Chriſt, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah. Jeßt man in der Krippe findt, 2. Des ewgen Vaters einig Kind In unser armes Fleisch und Blut Berkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Weihnachten. Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Hallelujah. 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward Und führt uns aus dem Jammerthal, Macht Erben uns in seinem Sa... Hallelujah. 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und uns im Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an, Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah. Dr. M. Luther, † 1546. 83. Mel. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören, Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Heerden. 53 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich Sehet die Liebe, die endlich als der Höchste hier beuget: Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, Alles anbetet und schweiget. Träget und hebet die Sünd: 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; Gehet hinein, Macht euch dem Kinde gemein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen, mir schenken; Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein: Ewig entfag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren: Wohne in mir, Mach mich ganz Eines mit dir, Der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben: Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leber; Weihnachten. 54 Gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, Mach mich dir völlig ergeben. G. Tersteegen, † 1769. 84. Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. Ich steb an deiner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben, Ich komme, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dirs wohlgefallen. 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt Mein Adern und Geblüte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, du Herze mein, Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war. Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erforen; Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann nicht satt mich sehen; Und weil ich nun nicht weiter kann, So thu ich, was geschehen: O daß mein Sinn ein Abgrund wär, Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, Guchst meiner Seelen Trost und An unsrer Statt zu leiden, Freud Durch dein selbst eignes Herzeleid, Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mit, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß mich deine Krippe sein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. . Gerhardt, † 1676. 85. Mel. Ich dank dir lieber Herre. Ihr Christen auserkoren, Freut euch von Herzen sehr. Der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben Der heilgen Engel Schar, Die Gott den Vater loben Jetzt fort und immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, Freut euch von Herzen alle Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben Und hat das Heil bereit, Weihnachten. Daß ihr bei Gott sollt leben In steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, Denn dieses Kindelein Euch bringet süße Liebe: Was wollt ihr traurig sein? Den Himmel will es schenken Dem, der ihm glaubet fest: Daran sollt ihr gedenken, Euch freuen auf das best. 4. Nun ist euch Recht gesprochen An eurer Feinde Schar; Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle Sind ganz und gar geschwächt: Bei Gott hat seine Stelle Das menschliche Geschlecht. G. Werner, † 1643. 86. Mel. Quem pastores. Kommt Commt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; Singet fröhlich, laßt euch hören, Wertes Volk der Christenheit. grämen, 2. Sünd und Hölle mag sich Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben Aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Satan hat betrogen, Zu besuchen aus der Höh. 55 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, Stillt das sehnliche Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlangen Und zerstört der Hölle Reich. 6. D gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit unserm Munde Danken dir, o Jesu Christ! 7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. P. Gerhardt, † 1676. 87. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich In seinem höchsten Thron, Der heut schleußt auf sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn.:,: 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein.:,: wird niedrig und gering 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, Und nimmt an sich die Knechtsgestalt, Der Schöpfer aller Ding.: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr Milch die ist sein Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust Denn er ist Davids Reis,:,: 5. Das seinem Stamm entsprie. ßen sollt In dieser letzten Zeit, Weihnachten. 56 Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit.:,: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, Giebt uns in seines Vaters Reich Die klare Gottheit dran.:,: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher Der liebe Jesus sein?:,: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis, Der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis.:,: Nit. Hermann, † 1561. 88. Liebe, die den Himmel hat zerrissen, Die sich zu mir ins Elend niederließ, Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, Der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, Sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, größte WunDaß du für mich das Die Liebe macht dir der thust; meinetwegen Schmerzen, Daß mir zu gut du unter Dor nen ruhst. O unerhörter Liebesrat, Der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anver wandter worden, Mein Bruder ist selbst die Barm herzigkeit. Der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, Die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, Der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, Die Reinigkeit der Seelen wieder: bracht: Sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, Da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, Dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott gebo ren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, Daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden: Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe hin zu ihm, dem Quell der Gnaden, So dient mir selbst das Elend und der Tod. mir nur Der Jammer hängt noch an, Weihnachten. Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Weil Christi Blut und Wasser in fie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb: Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, Viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir: Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, Weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, Erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, Und der Verlust ist völlig wieder bracht. Dewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun das Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter, † 1711. 89. Pom Himmel hoch da komm ich her, 57 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindelein so zart und fein, Das soll eur Freud und Wonne fein. Ich bring euch gute, neue Mär, Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich singn und sagen will. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe und die Windeln schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast Und kommst ins Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir? 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering! Auf dürrem Gras liegst du, Herr Christ, Der du Herr aller Herren bist. 9. Und wär die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie doch dir viel zu klein Zu sein ein enges Wiegelein. Weihnachten. 58 10. Der Sammet und die Seiden dein Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Herprangst, als wärs dein Himmelreich. 11. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach du herzlieber Jefu mein, Mach dir ein ette sanft und rein, Bu ruhn in meines Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 13. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn: Des freuet sich der Engel Schar Und singet uns solch neues Jahr! Dr. M. Luther, † 1546. Erschien den Hirten offenbar; Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart Das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist geborn eur Fleisch und Blut, Eur Bruder ist das ewge Gut. 5. Er will und kann cuch lassen nicht, Seßt ihr auf ihn eur Zuversicht; Es mögen euch viel fechten an, Dem sei Troß, ders nicht lassen kann. 6. Zulebt müßt ihr doch haben Recht, Ihr seid nun worden Gotts Ge schlecht: Des danket Gott in Ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Luther.+ 1546. 90. fen, Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Dom om Himmel kam der Engel Du giebst den Sohn aus deinem Schar, Schoß. Du sendest uns den Eingebornen Von deinem Thron zum Staub herab, 91. cordert. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet Wie sollen wir dir, Vater, danken? Nein, deine Lieb ist viel zu groß, Ist unaussprechlich, ohne SchranZu uns Gefallnen, uns Verlornen, Und weihest ihn für uns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! Er steigt her: nieder, Ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu sein; Er nennet Sünder seine Brüder Und macht sie von der Sünde rein. Damit wir wieder Gott gefallen, Weihnachten. Vergießet er sein teures Blut; Er bringt Unsterblichkeit uns allen, Und Lieb ist alles, was er thut. 3. O Liebe, Liebe, deinesgleichen Ist in der ganzen Schöpfung nicht! Kein Lobgesang kann sie erreichen, Nicht, was der Engel Zunge spricht. Des Himmels Herrlichkeit verlassen, Um hier verfolgt, erwürgt zu sein, Wer kann die Huld, die Demut So lieben kann der Sohn allein. 92. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir singen dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, faffen? Du Himmelsblum und Morgenstern, 4. Nun wissen wir, Gott voll Du Sohn der Jungfrau, Herr Erbarmen, der Herrn. Hallelujah. 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah. Daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen Führt uns Erlöste Jesus Christ. Nun fließt von dir nur Heil und Leben, Nur Seligkeit kommt her von dir. Der Gott, der seinen Sohn gegeben, Giebt mit dem Sohn auch alles mir. 5. Ach daß wir ganz in Liebe brennten Zu dir, dem Herrn in Knechtsgeſtalt! Ach daß wir besser danken könnten; Die wärmsten Herzen sind zu kalt! O möcht uns doch dein Geist entzünden, Gäbst du uns göttliches Gefühl! Kein Mensch kann würdig sie empfinden, Die Liebe ohne Maß und Ziel. 59 6. O habe Dank für deine Liebe! Ich lebe dir allein, mein Heil! Wer jeßt, auch jetzt noch Sünder bliebe, Gericht und Elend wär sein Teil. Denn auf den Wolken wirst du kommen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, men Die Sünder richten, und die FromErhöhn zu dir an deinen Thron. 3. C. Lavater, † 1801. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht, Auf dich gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Hallelujah. 4. ,, Ach daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, So würde Jafob fröhlich sein!" Hallelujah. 5. Nun bist du hier, da liegest du, Hältst in der Krippe deine Ruh, Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah. 60 6. Jch aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Hallelujah. Neujahr. 7. Der Will ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz, und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah. 8. Und bin ich gleich der Sünde voll, Hab ich gelebt nicht wie ich soll, Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah. 9. So faß ich dich nun ohne Scheu, V. 93. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 1. Sam. 7, 12. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat er mich geleit, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Dir sei Lob, Ehre, Preis und Dank Du machst mich alles Jammers frei. Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. Neujahr. Für die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; Hallelujah. 10. Du bist mein Haupt, hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigentum Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir wie dirs beliebt. Hallelujah. 11. Ich will dein Hallelujah hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl: Hallelujah. P. Gerhardt, † 1676. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat wohl an mir gethan, Bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen! Ämilie Juliane v. SchwarzburgRudolstadt, † 1706. Neujahr. 94. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Das as alte Jahr vergangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Not uns und Gefahr So gnädiglich beschüßt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron: Du wollst dein arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Das ist der Seelen höchster Hort; Vor Jrrlehr und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an; Keinr Sünd im alten Jahr gedenk, Ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich lebent, seliglich Einst sterben und laß fröhlich mich Am jüngsten Tage auferstehn Und mit dir in den Himmel gehn, 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, † 1613. 95. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Das Jahr geht still zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz, Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott der Herr nur weiß, Die Thränen, die geflossen, Die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, So kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen, Der erst noch hold gesprochen Und mancher Mund nun stumm, Du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, Daß diese arme Erde Was man so gern vergißt: Nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, In Zions goldnen Hallen Die wir auf ihn getauft, Ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen Dort werden wir uns freuen Die Thränensaat ins Feld, Im selgen Himmelszelt; Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Vaterhaus Und wissens, die geschieden, Die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit selger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, Daß sie hinüberschaut. 61 - 1835. 6. Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz, Geh selber uns zur Seiten Und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, laß in deinem Frieden Uns hier schon selig sein. Eleonore v. Neuß,* 62 Neujahr. 96. Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. Das liebe neue Jahr geht an, Das alte hat ein Ende: Frisch auf und freu sich jedermann, Erhebe Herz und Hände Zu unserm Gott im Himmelsthron, Dank ihm und seinem lieben Sohn, Auch Gott dem heilgen Geiste! 2. Gott Vater hat den Sohn gefandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das befannt Uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben Gotteswort Geschrieben ists an manchem Ort Und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sakrament Wir habn in unserm Lande, Fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut Und hält die Schul in guter Hut, Auch aller Christen Häuser. 4. Des danken wir dem lieben Herrn Und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn Und uns fort auch behüten. Er geb ein selig neues Jahr Und helf uns zu der Engel Schar, Da wolln wir ihn schön preisen. Chr. Schneegaß, † 1597. 97. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Durch Trauern und durch Plagen, Durch Not, durch Angst und Bein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch manchen Sorgenstein Bin ich, Gottlob, gedrungen; Dies Jahr ist nun dahin: Dir, Gott, sei Lob gesungen, Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein fester Trost; Dich laß ich ferner walten, Wenn mich die Not anstößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich; Dir ist mein Will ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, Ach ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei Auf mich neu ausgegossen, Mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, Neujahr. So werd ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, † 1699. Ist abermals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fleußt, Und alle Gnade sich ergeußt Zu meiner Seele Leben. 98. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Gottlob, ein Schritt zur Ewig- Dich darf den Bräutgam nennen, feit Und du, o teurer Lebensfürst, Dich dort mit mir vermählen wirst Und mir dein Erbe schenken. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzulange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, das du entzündet. Du bists, mit dem sich mein Gemüt Aus aller Kraft verbindet. Ich leb in dir und du in mir, Doch möcht ich, o mein Heil, zu dir Noch immer näher dringen. 4. O daß du selber kämest bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz erkalt Und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit, Schau, deine Braut hat sich bereit, Die Lampen sind geschmücket. 5. Doch sei dir ganz anheimge stellt Die rechte Zeit und Stunde; Wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 63 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann 7. Drum preis ich dich in Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet Und also auch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet, Und schreite hurtig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, In meines Glaubens Schranken, So beut mir deine Hand geschwind Sich stärke, und ich himmelwärts Damit durch deine Kraft mein Herz Ohn Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben dran Und sei nur unerschrocken; Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile wie ein Adler fleucht Mit Flügeln süßer Liebe. 10. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen, Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Neujahr. 64 Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke, † 1727. 99. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gott ott ruft der Sonne, ruft dem Mond, Das Jahr darnach zu teilen; Er, der im Himmel ewig thront, Er heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht, Laßt uns erhöhn den Gott der Macht Und dankbar vor ihm weilen! 2. Herr, der da ist und der da war, Dich rühmen alle Zungen! Dir sei für das entflohne Jahr Ein heilig Lied gesungen: Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried und Ruh, für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben; Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Zu segnen bist du stets bereit, Wenn wir nach der Gerechtigkeit Und deinem Reiche streben! 4. Gieb mir, wofern es dir ge= fällt, Des Lebens Ruh und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, Auf daß mich nimmer Not und Schmerz Von deiner Liebe scheiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich Und der bedrängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf unsern König nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne. Nach Chr. F. Gellert, † 1789. 100. Mel. Unser Herrscher, unser König. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an; Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, Meiner Zunge Red und Wort Müssen nur durch dich geraten Und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen Und verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein. Geh ich aus, wollst du mich leiten, Komm ich heim, so steh zur Seiten. Neujahr. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Laß mich büßen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Daß ich bald Vergebung find; Niemand sonst, als du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Wenn ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Sorge bin; Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten. 6. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr, Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. 3. Rift, † 1667. 101. Mel. Wach auf mein Herz und finge. Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blizen, In seinem Schoße sizen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 65 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer: pforten Und laß an allen Orten, Wo Krieg und Blutvergießen, Die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 66 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Epiphanie. VI. Epiphanie. 102. Mel. Valet will ich dir geben. A. Epiphaniasfest. De er du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am dürren Holze Versöhnteft ihre Schuld: Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christenschare 3um selgen neuen Jahre. P. Gerhardt, † 1676. 2. Daß uns ein Vater würde, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürde Und bautest uns ein Haus; Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vor's Angesicht geſtellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht; Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Borne sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn; Daß, wo man Teufeln fröhnet Und vor den Gößen kniet, Ein willig Volf, versöhnet, Zu deinem Tempel zieht. 2. Knapp,+ 1864. Epiphanie. 103. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Luc. 2, 25-32. Herr err Jesu, Licht der Heiden, Der Frommen Schatz und Lieb, Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Erempel Dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden Durch dein Verheißungswort, Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubensarmen trage, Wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein belles Licht in Bein, In Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Krankheit ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut: Kein Feind kann dich mir rauben, Dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, Und in dem meinen du, Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier will es oft mir scheinen, Du sähst mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weiner Dich kaum erkennen kann; Dort aber wirds geschehen, Zu Angesicht soll sehen Daß ich von Angesicht Dein immer flares Licht. 3. Frand, † 1677. 104. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Matth. 2, 1-12. 67 .8 Jesu, großer Wunderstern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen: Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dirs die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem Trübfalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Geuch bets, Laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets Ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu, Ach mich schmerzet meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. E. Neumeister, † 1756. € 2 68 Epiphanie. 105. Mel. Valet will ich dir geben. A König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron; Hilf, daß allhier auf Erden Den Menschen weit und breit Dein Reich bekannt mög werden Zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen Die Leut aus Morgenland, Die Knie sie vor dir beugen, Dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, Dazu das göttlich Wort; Drum man dich billig preiset, Daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeldt, Doch achtest du gar wenig Vergänglich Gut und Geld, Prangst nicht auf stolzem Rosse, Trägst keine güldne Kron, Thronst nicht in hohem Schlosſe; Hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön geschmücket, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güte fern hinblicket Und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen Durch dein Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sizen, Die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, In dein Reich nimm mich auf; Dein Güte schenk mir Armen Und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, Dem Teufel, Sünd und Tod, Daß sie mich nicht versehren: Rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, Daß falsche Lehr und Sünden Sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne Und mit der Christenheit Dich meinen König nenne Jeßt und in Ewigkeit. M. Böhm,+ 1622. 106. Mel. Unser Herrscher, unser König. Werde licht, du Stadt der Heiden, Und du, Salem, werde licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden Über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhellt: Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Gottes Rat war uns verborgen, Seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Welches so viel Angst und Web Haben wir das Licht empfangen, Aus der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles übrig blieben. 5. Jesu, reines Licht der Seelen, Du vertreibst die Finsternis, Die in dieser Sündenhöhlen Unsern Tritt macht ungewiß; Epiphanie. Jesu, deine Lieb und Segen Leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Dein Erscheinung müß erfüllen Mein Gemüt in aller Not, Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir dein Licht erscheinen. 107. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Joh. 14, 6. B. Prophetisches Amt Christi. 108. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Heiland, deine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder ungemeinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! Aus irdischem Getümmel, Wo nichts das Herz erquickt, Wer zeigt den Weg zum Himmel, Wohin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, Gehüllt in tiefe Nacht: Durch wen wird unsern Seelen Ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, Die alles uns erhellt, Denn Christus ist die Wahrheit, Er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, 69 Die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden Den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, Wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. K. 3. Asschenfeldt.+ 1856. 7. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Das mir dort schon ist bestellt, Dein so helles Licht zu sehen, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. 3. Rist,+ 1667. 2. Über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenkinder. 3. D du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen, O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Epiphante. 70 Die Verführten zu befehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu dir loden, Das war, Jesu, deine Weise, Täglich deine Freud und Speise. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschäßbar teuer Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden Und, den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 7. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Geset erfüllet Und desselben Fluch gestillet: Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. 3. 3. Rambach, † 1735. 109. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Heilg eilger Jesu, Heilgungsquelle, Mehr als Krystall rein, flar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit, Aller Glanz der Cherubinen Und Heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir: Ach bilde mich nach dir, Du mein alles! O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war, Also mach auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen, Ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleichgesinnt, Wie ein gehorsam Kind, Stille, stille. Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, In großer Arbeit, Müh und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen Und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete. Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und gutthätig Bist du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne scheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte. Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei wie du. Epiphanie. 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig Und littest alle Schmach geduldig, Vergabst und übtst nicht Rache aus; Wer kann deine Sanftmut messen, Bei der kein Eifer dich gefressen, Als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmut und dabei Guten Eifer. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich sanftmütig sei wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering; Wandeltest ganz arm auf Erden, In Demut und in Knechtsgeberden, Erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr Mich auch je mehr und mehr Stetig üben. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich demütig sei wie du. 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen War züchtig, keusch und auserlesen, Von ungetrübter Sittsamkeit; Denken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen War ganz in lautrer Züchtigkeit. O mein Immanuel, Mach mir Geist, Leib und Seel Reusch und züchtig. O Jesu, du, Hilf mir dazu, So keusch und rein zu sein wie du. 8. Liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in allem dir recht eben Und deinem heilgen Vorbild gleich; Mich mit Geist und Kraft durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, Behalt mich für und für, Treuer Heiland! 71 Jesu, du, Laß mich wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh. 1700. 110. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Matth. 5. Kommt, lasst euch den Herren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören In der rechten Christen Zahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben auch von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben 2. Selig sind, die Demut haber Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, Danken dem auch für und für; Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren sehen, Die sich selbst gering hier schäßen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern findt, Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer Leute Sünd; Die deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn: Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmut spüren kann, Welche Hohn und Truß verschmerzen, Weichen gerne jedermann; Die nicht suchen eigne Rach Und befehlen Gott die Sach: 72 Epiphanie. Diese will der Herr so schüßen, Daß das Erdreich sie besigen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Thun und Leben Kein Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Niemals sind der Sünde Knecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: Die wird Gott satt werden lasſen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Not, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behülflich sind mit Rat, Auch wo möglich mit der That, Werden wieder Hülf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Geberden Lieben Zucht und Heiligkeit: Diese, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen Und drauf sehn ohn Unterlaß, Daß man mög in allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß: Die da stiften Fried und Ruh, Raten allerseits dazu, Sich auch Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden, Und gerecht befunden sein: Ob des Kreuzes gleich ist viel, Seget Gott doch Maß und Ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel hier auf Erd, Auch aus Gnaden fähig werd. Daß ich solcher Seligkeiten Gieb, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und dien, Immer hab ein reines Herz, Die im Unfried stehn, verfühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärk: Mich befleiße rechter Werke. Nach J. Heermann, † 1647. 111. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen asset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen; Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich; Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränenfaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld, Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir. Epiphanie. 3. Lasset uns mit Jesu sterben, Sein Tod schützt vorm andern Tod, Reißt die Seel aus dem Verderben, Wendet ab die ewge Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab: So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir; Ach erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Dir, o Jesu, leb ich hier Und dort ewig auch bei dir. Sigm. v. Birken, † 1681. 112. Mel. Werde munter mein Gemülte. Lebenssonne, deren Strahlen Auch im Dunkeln geben Schein, Dich nach Würden abzumalen, Ist der Sonne Glanz zu klein: Aller Sterne güldne Pracht, Gegen dich ists lauter Nacht. Mond und Sonne müssen weichen Und vor deinem Glanz erbleichen. 2. Komm denn, Jesu! deine Klar heit Allen Sündendunst durchbricht, Zeige mir den Weg zur Wahrheit, Beig dein helles Angesicht; Treib aus meinem Herzen aus Alle Schatten, laß dein Haus, Drin du dich willst ewig spiegeln, Keine Macht der Welt verriegeln. 73 3. Laß in deinem Licht mich wandeln, du heller Morgenstern; Lehr mich, daß ich recht zu handeln Aus dem Wort des Lebens lern, Und gleich wie du für und für Bist des Vaters Bild und Zier, Also laß auch deine Strahlen In mir, Herr, dein Bildnis malen. 4. Wohne, herrsche, leuchte, heile! Dir, dir räum ich Herz und Mut; Sei mir stets zur Feuersäule, Fülle mich mit Licht und Glut. Eine Sonne wärmt die Welt, Eine Sonne mir gefällt; Würde die mich nicht beseelen, Müßt ich meines Ziels verfehlen. 5. Ja willst du dich schon ver: stecken Einen Augenblick vor mir, Es soll mich doch nicht erschrecken; Ich will schweigen, trauen dir: Du wirst deinen Bund und Eid Halten fest in Ewigkeit. Wenn die Sonne wird vergehen, Bleibet doch dein Wort mir stehen. 6. Du sollst auch im Finstern heißen Meines Herzens einges Licht. Tod und Grab kann nicht zerreißen, Was dein Testament verspricht. Prüfe, forsch mich wie du willt, Du bleibst mir doch Sonn und Schild; Hast du dich mir schon entnommen, Du wirst eilend wieder kommen. 7. Komm nur bald, laß deine Waisen Dir nachschmachten nicht zu lang; Auf des Lebens schweren Reisen Wird der Seele oft gar bang. Ende meinen Kampf und Lauf, Epiphanie. 74 Geh in Herrlichkeit mir auf, Laß vor deinem Thron mich stehen Und dein Antlig eroig sehen. F. A. Lampe, † 1729. 113. Mel. Vater unser im Fimmelreich. Lehrer, dem kein ndrer gleich, An Eifer, Lieb und Weisheit reich, Des ewgen Vaters höchster Rat, Prophet, berühmt durch Wort und That, Den Gott zu unserm Heil gesandt Und ihn gesalbt mit eigner Hand, 2. Du wiesest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer der Natur; Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 3. Du bist das wahre Licht der Welt: So hat Gott selbst dich dargestellt; So haben dich bekannt gemacht Die Wunder, die du hast vollbracht; Du hast besiegelt durch den Tod, Was du gelehret, sei von Gott. 4. Nachdem du eingegangen bist, Wo aller Weisheit Urquell ist, Machst du durch deiner Boten Mund Noch jetzt dein Heil den Menschen fund; Du bist es, Herr, von dem das Amt, Das die Versöhnung predigt, stammt. 5. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort; Du sendest, wie dein Mund ver: heißt, Noch immer deinen heilgen Geist, Durch den du Kraft zum Glauben schenkst Und unser Herz zum Guten lenkſt. 6. Ach laß, o himmlischer Prophet, Mich schauen deine Majestät, Mach mich von Eigendünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei; Du sollst mein höchster Lehrer sein, Führ mich in deine Schule ein. 3. 3. Rambach, † 1735. 114. Ursprung des Lebens, ewiges Licht, Da niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht; Lebendige Quelle, Die lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tempel ergießt Und in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir Was ewiglich nähret, Der komme: allhier Sind himmlische Gaben, Die kräftiglich laben; Er trete im Glauben zur Quelle heran, Hier ist, was ihn ewig beseligen fann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürstet nach dir; Liebster, bewirte Dein Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen Mir Armen nicht brechen, Epiphanie. Du siehest, wie elend und dürstig ich bin; Auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, Und wen du begabeſt, Hat himmlisches Gut. Dies recht zu genießen, Kann alles versüßen; Es singet, es jauchzet das fröhliche Herz, Es weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wie dein Wort verheißt; Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe; Laß heilige Triebe Mich immerfort treiben zum Himmlischen hin, Es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden Was schenkest mir ein, So gieb, dir mit Freuden Gehorsam zu sein. Denn alle die, welche Mit trinken vom Kelche, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, Mein Jesu, erquidt, Da wo deine Herden Rein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig be lohnt. Ch. 3. Koitsch, † 1735. 75 115. Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen Treuer m reuer Meister, deine Worte Deine Lehren sind der Pfad, Sind die rechte Himmelspforte: Der uns führt zu Gottes Stadt. 2. O wie selig, wer dich höret, Wer von dir will sein gelehret, Wer zu jeder Zeit und Stund Schaut auf deinen treuen Mund. 3. Sprich doch ein in meiner Höhle, Rede doch zu meiner Seele, Lehr sie halten bis in Tod Deiner Liebe Liebsgebot. 4. Hilf mir mich im Lieben üben Und Gott über alles lieben; Meinen Nächsten gleich wie mich Laß mich lieben inniglich. 5. Lehr mich heilige Geberden, Laß mir deine Demut werden; Gieß mir deine Sanftmut ein, Laß mich klug in Einfalt sein. 6. Also werd ich mich verbinden Ganz mit dir und Ruhe finden: Also werd ich in der Zeit Sein gelehrt in Ewigkeit. 3. Scheffler, t 1677. 76 Passion. VII. Paffion. 116. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben, O meine Seele, sag ihm frommen Dank: Sieh Gottes eingen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die treuste Liebe drang! Wer hat wohl je so heiß wie er geliebt, Der auch sein Leben für die Sünder giebt? So wahr dich Gott zum Opfer gab für mich, So feste stehts, er liebt mich väterlich. Ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich im Glauben leb und sterbe, Dann ist die Seligkeit des Himmels mein. Jo Ob Sonn und Mond und Erde untergehn: Mir bleibt doch ewig Gottes Gnade stehn. 2. Wie dunkel warenjene Stunden, O Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden; Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich! Noch heute ruft es mir ermunternd zu, 6. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Den dir, mein Retter, treue Liebe bringt; Daß du mich liebst, du heilger Noch heißern Dank will ich dir sagen, Wenn dir mein Geist im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Selgen jauchzend ein, Der ganze Himmel wird dann Zeuge sein. Dulder du. 3. So sollt es sein: du mußteſt leiden; Dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, Joh. Aug. Hermes,+ 1822. Ein Siegel auf den ewgen Frie densbund. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe, 5. Was fürcht ich noch des Grabes Schrecken? Dein Tod nahm ja dem Tode seine Macht. Mag meinen Leib die Erde decken; Zum Leben bist du, Lebensfürst, erwacht: zum Leben geh auch ich aus meiner Gruft Verklärt hervor, wenn deine Stimme ruft. 117. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Der Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ. Weg, ihr argen Sündentriebe, Paffion. Satan, Welt und Fleischeslist! Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? So ward er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, glaube dran: Gott aus reinem Liebestriebe Hat die Handschrift abgethan Und mit meines Bürgen Blut Sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal, noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun ist auch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint; Da, da schau ich Gottes Lamm, 77 Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 1668. 118. Mel. O Jefu Chrift, meins Lebens Licht Der du, Herr Jeſu, Ruh und Raſt In deinem Grab gehalten haſt: Gieb, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stär! und Mut, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getötet an des Kreuzes Stamm: Laß ja uns Sündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. G. Werner, t 1643. 119. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Die die Seele Christi heilge mich, Sein Geist versenke mich in sich, Sein Leichnam, der für mich ver wundt, Der mach mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seite floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquide mir Herz, Sinn und Mut. 78 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kommen ins Gericht, Sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, Das wolle meine Stärke sein. Passion. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, Nimm und verbirg mich ganz in dich, Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich vorm Feind kann sicher sein. 5. Ruf mir in meiner lebten Not Und set mich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen alln Laß ewiglich dein Lob erschalln. 3. Scheffler,+ 1677. 120. Mel Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine. ie wir uns allhier beisammen finden, Die Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies LobSage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie Meine Schuld und deine Huld. vergessen Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Deinem Herzen angenehm und Mich erkauft von dieser Welt. getöne schöne, Chr. Ren. v. Zinzendorf, + 1752. Selig läßts im Thränenthal sich wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen 121. Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Auf sein Antlig niedersant Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist vollbracht! 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen: Unser Wandel, unser Bund! Das sei bis zur letten Stund Alb. Knapp,+ 1864. 122. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Joh. 1, 29. Passion. Vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich Ein Lämmlein geht und trägt Aus meinem Sinn nicht laſsen, die Schuld Dich will ich stets, gleichwie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht. Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und frant, Ergiebt sich auf die Würgebant, Entzieht sich allen Freuden, Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf und Zornesruten; Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß: Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzens: grund, 79 Du streckest den in Grab und Sarg, Leg auf, ich wills gern tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiemit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Mein Bach des Lebens soll sich dir Zum Freudenopfer bringen; Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzens schrein, Der Schäße, die viel größer sein Du sollst ein Schathaus werden Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, Weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: Mein großer Schaß, Herr Jesu Christ, 3st dieses, was gefloffen ist Aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Rub zu allen Zeiten machen; Im Streite soll es sein mein Schuß, In Traurigkeit mein Lachen, Passion. 80 In Fröhlichkeit mein Saitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies Manna speisen; Im Durst solls sein mein Wasserquell, In Einsamkeit mein Sprachgesell Zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hiße trifft, So kann mirs Schatten geben; Sett mir der Wehmut Schmerze zu, So find ich bei dir meine Ruh, Wie auf dem Bett ein Kranker; Und wenn des Kreuzes Ungestüm Mein Schifflein treibet um und um, So bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur Dein Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein teures Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. 124. Mel. Herzliebster Jesu was haft du verbrochen. ſein, Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Ich will mich darein fleiden; Es soll sein meines Hauptes Kron, In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen Und dir, dem ich mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut An deiner Seite stehen. P. Gerhardt,+ 1676. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, † 1684. Mich in das Meer der Liebe zu versenken, aller Schuld Die dich bewog, von des Bösen Uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; An unsrer Statt gemartert und zerschlagen Die Sünde tragen. 123. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Herr Jeſu Christ, dein teures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut: Das stärkt, das labt, das macht Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Den Fluch der Sünde. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde Passion. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. Zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Ge müte In deine Güte. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, 125. Lehrt mich mein Glück, macht mich Herzliebster Jesu, was hast du aus Gottes Feinde verbrochen, Daß man ein solch scharf Urteil Was ist die Schuld, in was für hat gesprochen? Missethaten 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; Allein, sollt ich darum im Glauben wanten? Ich bin ein Mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 81 10. So bin ich denn schon selig hier im Glauben, So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, 8. Das Größt in Gott ist Gnad und Lieb erweisen; Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, Die Gnade steiget. 9. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute: Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute; Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. Einst ewig leben. Chr. F. Gellert, † 1769. Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gefrönet, Ins Angesicht geschlagen und verDu wirst mit Essig und mit Gall höhnet, getränket, Ans Kreuz gehentet. 3. Was ist doch wohl die Ursach folcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich ge Jch, o Herr Jesu, habe dies verschlagen! schuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. D große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich gebracht auf diese Mar: terstraße! F Passion. 82 Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu Wie kann ich dir Im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden Mit alten Sünden. 9. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, vergleichen.mitsd denn deine Liebesthaten 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, Aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, Bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. Lob und Dank singen. Joh. Heermann,+ 1647. 126. thudag rid Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, Die du in deiner letzten Not Empfandst in deinem Herzen: Laß die Verdienste solcher Pein Ein Labsal meiner Seele sein, Wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzeiget, Da du mit Zahlung meiner Schuld Dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, Wenn ich gerat in Todesnot, Daß ich die Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst Aus ihrem Leibe scheiden, Auf daß an mir nicht sei umsonst Dein teuerwertes Leiden. Nimm sie hinauf zur selben Frist, Wo du ihr liebster Jesus bist, 11. Ich werde dir zu Ehren alles Und laß mich ewig leben. wagen, 3. Scheffler,+ 1677. 127. Viel. Christus der uns selig macht. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. Passion. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottes Sohn, Der mich dir verbunden. 3. Doch so laß mich nicht allein Deine Marter sehen, Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde: Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue, Hilf, daß ich mit Sünde dich Martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was du selber büßen mußt Mit so großem Leiden? 5. Wann mich meine Sünde will Schrecken mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle; Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen; Liebet mich sein lieber Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 83 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demut von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen, Bessern Dank ich dorten geb, Jesu, dir gefallen. Sigm. v. Birken, † 1681. 128. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. efu, deine tiefen Wunden, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot; Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich bald an deine Pein, Die erlaubt nicht meinem Herzen, Mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden, Bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir Heftig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen, Bald muß er von dannen weichen. 3. Ja, für alles, was mich kränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich senket, Schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit Wendt in mir das bittre Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 4. Auf dich setz ich all mein Hoffen, Du bist meine Zuversicht: Dein Tod hat den Tod getroffen, Daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, Bringet mir Trost, Schuß und Heil; F2 Passion. 84 Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 5. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, Kein Feind kann verlegen mich. Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, † 1647. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Hast getragen Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenfron aufseßen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 129. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben, Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, Ließest allen Frevel zu, Um zu heilen meine Plagen, Um zu sehen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast dich hart lassen schlagen, Mich zu lösen von der Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast lange Marterstunden Ausgestanden mit Geduld, Selbst den herben Tod empfunden, Um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Übermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Lod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Deine Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. E. Ch. Homburg, † 1681. 130. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Dich mit großem Schimpf belegt Meine Seel, ermuntre dich, Und mit Dornen gar gekrönet; Was hat dich dazu bewegt? Deines Jesu Lieb bedenke; Wie er für dich giebet sich, Darauf deine Andacht lenke. Ach erwäg die große Treue Und dich deines Jesu freue! Baffiont. 2. Sieh, der wahre Gottessohn Ist für dich ans Kreuz gehänget, Sein Haupt trägt die Dornenkron, Sein Leib ist mit Blut vermenget, Er läßt sich für dich verwunden; Wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Bein Ewig leiden in der Hölle Und von Gott verstoßen sein Wegen vieler Sündenfälle; Aber Jesus trägt die Sünden, Läßt dich wieder Gnade finden. 4. Ich kann nimmer, nimmermehr Das Geringste nur vergelten, Er verbindt mich allzusehr; Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet Und noch gar mit Sünd betrübet. 5. Du, mein Jesu, du mein Heil, Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich dir, als meinem Teil, Einzig will getreu verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, dir zu meiden. 6. Du, mein Jesu, sollst es sein, Den ich mir zum Zweck geseget, Wie du mein, so will ich dein Bleiben stets und unverleget; Was du liebtest, will ich lieben, Was dich kränkt, soll mich betrüben. 7. Was du willst, das sei mein Will, Dein Wort meines Herzens Spie: gel; Wenn du schlägest, halt ich still: Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, Daß ich soll den Himmel erben; Darauf kann ich freudig sterben. 8. Nun so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, des ich sei, Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, Ewig will ich dich umfassen. 3. C. Schade, † 1698. 85 131. du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt: 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, um Gottes Zorn zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmer: zen, Noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Da der Atem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zulegt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst schmachtend für mich bat, Mir die Strafe zu erlassen, Weil mich ihr Verdienst vertrat; Saffion. 86 5. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gutu An dem Kreuze mir erworben, Ach wie tröstet mich dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, Schmerzenreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein faltes Grab gesenket, Ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann. Die du mir das Heil erworben, Ewge Liebe, nimm mich an! Elif. v. Senik, 1679. 132. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron, O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jest aber höchst verhöhnet, Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit, Wie bist du so erbleichet, Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. OVA@ 4. Nun, was du, Herr, erduldet. Ist alles meine Last, Ich hab es selbst verschuldet,.8 Was du getragen hast; Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat, Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, 8 Mein Hirte, nimm mich an; i Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan: Dein Mund hat mich gelabetsdie Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und thut mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll: Ach möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir, Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Pein. Passion. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot; Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken: Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt, † 1676. 133. Mel. Chriftus der uns selig macht. hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir, dir stets unterthan, All Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. M. Weiße, † 1542. 134. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes ge: Geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Gieb uns dein Frieden, o Jesu! N. Decius, 1541. 135. Traurigkeit, Herzeleid, Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not, Gotts Sohn ist tot, Am Kreuz ist er gestorben: Hat dadurch das Himmelreich. Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 87 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen.. 5. O süßer Mund, O Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 88 6. O selig ist Zu jeder Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. Passion. 7. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen, Hilf, daß ich mich bis ins Grab Möge nach dir sehnen. Joh. Rist, † 1667. 136. Mel. Nun ruhen alle Wälder. A Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod; Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt; Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Übelthaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Marter großes Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll; Die Geißeln und die Banden Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein; Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Lab. sal sein 7. Du sehest dich zum Bürgen, Du läßt dich gar erwürgen Für mich und meine Schuld; Mir läsfest du dich frönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr: Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen sehen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch wo ich sei: Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden Den frommen Gott entzünden, Wie Rach und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruten, Wie zornig seine Fluten, Will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Passion. Mit stillem, sanftem Mut, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, Mir Glimpf und Namen brechen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 14. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst: Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, † 1676. 89 Nicht ein rührend Bild nur sein; Nein, ins Herz will ich ihn schlieBen, Seines Todes Kraft genießen. 3. Dies Geheimnis seiner Schmerzen, Die Vernunft ihr Denken hin, So will sie allein sich weiden Un des Dulders hohem Sinn; Sie verdammt der Feinde Wut, Die vergoß des Heilgen Blut, Und flagt über Christi Schmerzen; Doch es heiligt nicht die Herzen. 2. Aber meines Geistes Sehnen Sucht den höheren Gewinn: Zum Ersterben zu gewöhnen Meinen tief verderbten Sinn. Mir soll Christi Schmach und Bein Das verborgen ist der Welt, Hat der Glaube meinem Herzen In das hellste Licht geſtellt: Alle sündliche Begier Tötet Christi Tod in mir, Und durch ihn wird mir gegeben, Aufzustehn zum neuen Leben. 4. Drum in meines Herzens Grunde Trag ich ihn, den Seelenfreund, Der zum ewgen Gnadenbunde Mit den Gläubgen sich vereint Und durch seines Todes Kraft Neues Leben in mir schafft, Wie auf den erstorbnen Auen Wir beim Wehn des Lenzes schauen. 137. Zieht aus Zweifeln mich hervor, Hält mich zwischen Lust und Leid In der rechten Mäßigkeit: Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Richtet auf des Heilands Leiden Ja ich fir: d die tiefſte Stille, Wenn am Kreuze hängt mein Wille. 5. Alle Hoffart drückt sie nieder, Hebt in Kleinmut mich empor, Giebt in Schwachheit Stärke wie: der, 6. O geheimnisreiche Liebe, Die sich mir im Glauben schenkt, Wecke neue Lebenstriebe, Wenn mein Blick zum Kreuz fich lenkt. Alle Kraft und alles Heil Deines Leidens sei mein Teil; Alles andre mag vergehen, Bleibet mir dein Kreuz nur stchen. Nach G. Arnold, † 1714. 90% Passion. 138. Laß mich dich, du höchſtes Gut, Immer vor den Augen sehen; Führ in allem Kreuze mich Wie du willst, nur seliglich. Mel. Jesus meine Zuversicht, Seele, geh auf Golgatha, Seß dich unter Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, Oso bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: Jesus ist, mein Jesus, tot. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Gabst du dich ans Kreuz dahin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Ich verehre deine Liebe; Schaue von dem Kreuzesstamm, Wie ich mich um dich betrübe; Dein im Blute wallend Herz Seget mich in tausend Schmerz. 5. Eines will ich thun für dich: Ich will dir mein Herze geben; Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, Öffne deiner Wunden Thüre; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst.. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen; 8. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden; Nirgends sonst wird mich der Tod Als in deinen Wunden finden..@ Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zulett: es ist vollbracht. B. Schmold, † 1737 139. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen Sei mir tauſendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jeſu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich fnien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neben, Wird sich all mein Jammer sehen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden Mir. Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergesſen ſein. Du bist doch mein schönstes Gut Da mein ganzes Herze ruht; Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, Auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selbsten freundlich ann Von dem hohen Kreuzesbaum Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. P. Gerhardt, † 1676. 140. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. So ruhest du, O meine Ruh, In deiner Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben; Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. Passion. 3. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen Und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senten Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken. 91 Sal. Frand, † 1725. nigh 141. Mel. du Liebe meiner Liebe. Wenn doch alle Seelen wüßten, Jesu, daß du freundlich bist, Und der Zustand wahrer Christen Unaussprechlich selig ist! Ach wie würden sie mit Freuden Aus der Welt Gemeinschaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn! E. Woltersdorf, † 1761. 142. Wenn meine Sünd mich kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist d Und alle meine Schuldenlast d Am Stamm des heilgen Kreuzes) Auf dich genommen hast. 2. Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen. Der Herr für seine Knecht; Selbst seinen eignen Sohn hat Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Glut. 92 dill 4. Drum sag ich dir von Herzen Jeßt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. Passion. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollts auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. si 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen lezten Stunden Und des versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. hint doll 3. Gesenius, † 1673.00 143. Wir Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. ir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Wir bitten dich, wahr Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden rot, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der lebten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand Und reich uns dein allmächtge Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Bein: 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Du werdest uns verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Ch. Fischer, † 1600 Ostern. VIII. Oftern. 144. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Auferstanden, auferstanden Ist der Held, der uns versöhnt! Seht, wie hat nach Schmerz und " O Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, Über Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majeſtät. Fallet nieder vor dem Sohne, Der uns einst zu sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn, er ist er: standen, 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben ist errungen; Ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin; Laßt uns ihm zur Ehre leben, Der da starb auf Golgatha. Rühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor. 145. Seht des Abgrunds Pforten beben, Christ ist erſtanden Da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtnis Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist: Unvergänglich sind die Freuden Des, der nach dem Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt. 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, Er sei euer Lobgefang, Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank, Rühmt es in Versuchungsstunden, Wenn euch Sünd und Elend droht, Rühmt es in der Todesnot: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. Nach 3. C. Lavater, † 1801. 93 Von der Marter alle; Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah. 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen; Seit daß er erstanden ist, So lobn wir den Vater Jesu Christ. Hallelujah. 3. Hallelujah, Hallelujah, Halle: lujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah. Um 1200: 94 Ostern. 146. Christ lag in Todesbanden, Für unsre Sünd gegeben:: Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben; Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein! Und singen Hallelujah. d Hallelujah. 2. Den Tod niemand zwingen. konnt Bei allen Menschenkindern; Das macht alles unsre Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich gefangen. Hallelujah. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen Und hat die Sünd abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Gewalt; Da bleibt nichts denn Tods Gestalt, Den Stachel hat er verloren. Hallelujah. 4. Es war ein wunderlich Krieg, Da Tod und Leben rungen; Das Leben behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie ein Tod den andern fraß, Ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah. CHEL 5. Hier ist das recht Osterlamm, Das hat uns Gott gegeben, Das ließ an des Kreuzes Stamm In heißer Lieb sein Leben. Des Blut zeichnet unsre Thür, Das hält der Glaub dem Tod für, Der Würger fann uns nicht rühren. Hallelujah. 6. So feiern wir das hoch Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Das uns der Herr scheinen läßt: Er ist selber die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleucht unsre Herzen ganz; Der Sünden Nacht ist vergangen. Hallelujah. 7. Wir essen und leben wohl, Zum süßen Brot geladen; Der alt Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst will die Kost sein Und speisen die Seel allein: Der Glaub will keins andern leben. Hallelujah. To this Dr. M. Luther, t. 1546. 147. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Der er Tod ist tot, das Leben lebet, Das Grab ist selbst begraben nun; Mein Jesus, der sein Haupt er hebet, Will ferner nicht im Kerker ruhn Und stellt mir diese Losung für: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen, Der Fürst des Lebens stirbt nicht mehr: Er weiß die Gräber aufzuschließer, Er stürzt das finstre Sündenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier. Ich leb, und ihr lebt auch mit mir 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, Der Leben hat und Leben giebt, Wie soll ich den Triumph erheben, Der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir Oſtern. 4. Das Haupt belebet seine Glie: der: Wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder Und leuchtet bis ins Grab hinein; Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 5. O Tod, mich kannst du nicht erschrecken, Mein Jesus nimmt das Schrecken hin; Wie er sich selber konnt erwecken, So werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. B. Schmold, † 1737. 148. Mel. Herr Gott dich loben alle wir. Erinnre dich, mein Geiſt, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit; Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden iſt. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien, Als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an: Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar 95 Wenn sie mein Geist mit der ver: gleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst, Und du erfüllst einst mein Vertraun, Dich in der Herrlichkeit zu schaun. 8. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim. Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Nie komm es mir aus mei: nem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich, in Liebe treu, 3u deinem Bilde stets erneu. 11. Er ists, der alles in uns schafft: Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! Chr. F. Gellert, † 1769. Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebentedeit Von nun an bis in Ewigkeit! 149. 5. O Glaube, der das Herz er: Erschienen ist der herrlich Tag, Was ist der Erde Majestät, höht! Dran sich niemand gnug freuen mag, 96 Ostern. Christ, unser Herr, hent triumphiert, All Feinde er gefangen führt. Hallelujah. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, Die Höll, all Jammer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah. 3. Sein Naub der Tod mußt geben her, ward ihm Herr; Das Leben siegt und Zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Hallelujah. 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, Alles, was war betrübt zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag, Da der Welt Fürst darniederlag. Hallelujah. 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, Singen das Hallelujah fein Und loben dich, Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns erstanden bist. Hallelujah. Nit. Hermann, † 1561. 150. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht: Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not Verschlossen, gleich als wär ich tot, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Hallelujah. 3. Nicht mehr denn nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in's Todes Zwang, Am dritten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Siegesfahne schwingt. Hallelujah. 4. Jest ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf: Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah. 6. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, Da er selbst tot und sich nicht regt, Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Hallelujah. Wo ist der Feind, den er nicht 7. Wunder groß, o starker Held! fällt? Rein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah. Ostern. 8. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Bein, 151. Mein Heiland greift allmächtig drein, Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme Führt mich heraus mit ſeiner Hand; Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre, Wer mich will halten, wird zu Schand. SIRE Singt Jesu Christo Preis und Ehre, Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 110 1 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Satans Reich be zwungen, Von Todesfetten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder Sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder Hallelujah. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? FOTO Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, Gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah. 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hallelujah. 11. Durch seiner Auferstehung Kraft Romm ich zur Engelbrüderschaft; Durch ihn bin ich mit Gott vercriar piats föhnt, ewgem Heil gekrönt. Mit Gnad und Hus Hallelujah. 12. Mein Herz darf nicht ent seben sich, Gott und die Engel lieben mich: Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah. 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah. Joh. Heermann, † 1647. 97 Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn in Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. und Kraft und Herrlichkeit ihm Du wirst unvergänglich Leben geben, Wir werden ewig dein, Dem Staube, der dir teuer ist. Gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht $ 98 Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Ostern. G. B. Funt, † 1814. Rona 152. die sulman Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Hallelujah! Jesus lebet. Auf, ihr Erlösten, und erhebet Des großen Mittlers Majeſtät. Hörts, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Ihm jauchze Preis und Dank, Seele, dein Gesang! Hallelujah! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege teil, den er erstritt. Seht, der Tod ist überwunden, Die ganze Hölle ist gebunden; Er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt seine Feinde dräun; Ihr könnt getrost euch freun. Jesus lebet Bon Ewigkeit zu Ewigkeit, Derselbe gestern und auch heut. 12 000 3. Ihr auch dürft nicht trostlos cared o beben, Ihr Sünder, Gott will euch vergeben, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder Ist er versöhnt und gegen Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Der Heiland steigt empor, Nun ist des Himmels Thor Allen offen. Gott ist versöhnt, di Vom Himmel tönt Der Freudenruf: Gott ist versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns dedecken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlafnen ruft Dann wird des Todes Feld Zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut Zur Frühlingszeit Sich alles regt und alles freut. 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, O Auferstandner, welch ein Segen Erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden Erhebst du uns zu ewgen Freuden, Die uns dein Kampf und Sieg gewann. Bald sind sie unser Teil, Bald krönet uns das Heil Deines Lebens. Hallelujah! Der Herr ist nah, Bald ist der Tag des Sieges da! Chr Chr. Sturm, † 1786. Ostern. 153. eut triumphieret Gottes Sohn, Der vom Tod ist erstanden schon, Heu Hallelujah, Hallelujah, Mit großer Pracht und Herrlichfeit; Des danken wir in Ewigkeit. Hallelujah, Hallelujah. 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört und ihn zu Boden bracht, Hallelujah, Hallelujah, Wie pflegt zu thun ein großer ind Held, Der seine Feind gewaltig fällt. Hallelujah, Hallelujah. 3. O süßer Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Hallelujah, Hallelujah, Führ uns durch dein Barmherzig feit Mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallelujah, Hallelujah. 4. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, Ob er gleich tobet noch so sehr; Hallelujah, Hallelujah. Im Staube liegt der arge Feind, Wir aber Gottes Kinder sind. Hallelujah, Hallelujah. 99 5. Dafür wir danken allzugleich Und sehnen uns ins Himmelreich. Hallelujah, Hallelujah. Zum selgen End, Herr, bring uns all, So singen wir mit großem Schall Hallelujah, Hallelujah. 6. Gott Vater in dem höchsten Thron Samt seinem eingebornen Sohn, Hallelujah, Hallelujah, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis! Hallelujah, Hallelujah. 1591. 154. Mel. Werde munter mein Gemilte. Jauchzet Gott in allen Landen, Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, Jesus hat durch seine Macht Der für uns getötet war. das Erlösungswerk vollbracht, Da er in das Fleisch gekommen. Welches er auf sich genommen, 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not: Alle Schuld, die mich beladen, Ist bezahlt durch Christi Tod. ill Das Gesetz hat er erfüllt, Also Fluch und Zorn gestillt d Und mir durch sein Wiederleben Die Gerechtigkeit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei. Da mein Jesus auferstanden, Bin ich vom Gefängnis frei. Und wie seine Höllenfahrt Im Triumph vollzogen ward. So ist seinen Reichsgenossen Nun der Himmel aufgeschlossen. $ 2 100 4. Tod, du kannst an mir nichts and Earn haben, Muß ich gleich zu Grabe gehn; Die mit Jesu sind begraben, Werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, Also fahr ich freudig hin, Da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet! Ostern. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, Welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet Seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Hallelujah! Rufet, ruft: der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! E. Neumeister, † 1756. 155. Mel. Valet will ich dir geben. Ich geh zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht: Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut Auch in den Staub zu legen, dr Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe. Du schließt die Augen zu, So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei: Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich, Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod, Ich will mich dir ergeben In meiner lebten Not: Ich will mein Bette machen In deine liebe Gruft, Da werd ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. B. Schmold, † 1737. 156. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Er ist schon hier mein Leben; Wer gläubig sich zu ihm erhebt, Darf vor dem Tod nicht beben. Ich folg ihm nach, Der Bahn mir brach; Auf Todesnacht und Grauen Folgt selges Licht und Schauen. 2. Du lebst, du lebst, du starker Held, Du Todesüberwinder! Ostern. Du bist das Heil der ganzen Welt, Du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, h Girl Dem wird die Last Der Sünden abgenommen, Der darf zum Vater kommen. 3. Du lebst, mein Arzt, du heilest noch Und täglich mein Gebrechen; Du stärkest mich, was zag ich doch Bei meiner Seele Schwächen? Oleb in mir, Daß ich in dir Auch selig leben möge Und wandeln deine Wege. 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, Mein Trost in Not und Plagen; Du weißt, was alles mir gebricht, Du wirst mirs nicht versagen. In Zweifeln Rat Und Kraft zur That, Im Tode selges Leben Wirst du den Deinen geben. 5. Bereite dir noch mehr mein Herz Für deine Seligkeiten, So lang ich gegen Lust und Schmerz In dieser Welt muß streiten. Gieb, daß ich treu Im Kampfe sei, Dann wird auch mir zum Lohne Der Überwinder Krone. K. A. Döring, † 1844. 157. Mel. Jesus meine Zuversicht. Jesus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken: Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 101) 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugeſagt, Daß der Sünder sich bekehre: Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben, Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben: Er verläßt die Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Reine Herrlichkeit, fein Leiden: Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Ch. F. Gellert, † 1769. 158. Jesus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben: Dieses weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Ostern. 102 Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Bu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier franket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit: Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaune klingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen; Dann wird Schwachheit und Ver: druß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden n Und euch dem schon jetzt ergebt, Schickt das Herze da hinein, Dem ihr beigefügt wollt werden. Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg, † 1667. onil 159. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan auferstandner Siegesfürst, Du Leben aller Leben! Heut bringst du Friede, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Bracht unsre Not Dich in den Tod, Jebt bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. G 2. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne, Die erst erstarb in ihrem Lauf, Giebt Strahlen neuer Wonne; Jezt ist die Seel Mit Freudenöl Von dir gefalbt und bleibet Dir ewig einverleibet. 3. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; Dein Sieg ists, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine; Des Todes Wut, Der Hölle Glut Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 4. O daß wir diesen teuren Sieg Lebendig möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg Im Glauben möchte brennen! Ostern. Denn anders nicht Kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Als wenn wir Glauben spüren. DITO 5. So brich denn selbst durch unser Herz, Jesu, Fürst der Ehren, Und laß vorher uns himmelwärts Zu dir uns gläubig fehren, Daß wir in dir Die offne Thür Zur ewgen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. 6. Laß uns das wahre Auferstehn Auch innerlich erfahren, Uns aus den Totengrüften gehn, Daß wir den Schaß bewahren, Das teure Pfand, Das deine Hand Zum Siegen uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. 3. H. Böhmer, † 1749. 010 160. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 103) 3. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist erhöhet, Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegenſtehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd 2. Lebendig Christus kommt herfür, Den Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Thür, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Er ist der Überwinder. Durch Christi Sieg gedämpfet sind, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, Erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. redditib 5. Wer täglich hier durch wahre Reu grrendould Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei, Derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg Christi verklärtem Leibe. So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 6. Das ist die reiche Osterbeut, Der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Hier sind wir still und warten fort, Im Himmel und auf Erden. Bis unser Leib wird ähnlich dort 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thunt, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Nach G. Weissel, † 1635. 104 Ostern. Jind 161. Sei Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. ei fröhlich alles weit und breit, Was vormals war verloren, Weil heut der Herr der Herrlichfeit, Den Gott selbst auserkoren Zum Sündenbüßer, der sein Blut Am Kreuz vergossen uns zu gut, Vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, Du wilder Feind des Lebens, Den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens Durch ihn geschossen, schnöder Feind: Du hättest wahrlich wohl gemeint, Er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, Ist mächtig durchgedrungen Durch deine Bande, durch dein Thor, Ja hat im Sieg verschlungen Dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, Von dir jetzt ein Gespötte treibt Und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist das hin Und keinen Schaden bringet Dem, der sich stets mit Herz und Sinn Zu diesem Fürsten schwinget, Der fröhlich spricht: Ich leb, und ihr Sollt mit mir leben für und für, Weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kräfte mehr, Wir dürfen ihn nicht scheuen: Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, Des sollt ihr euch erfreuen; Dazu so bin ich euer Haupt, Drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, Als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg der ist auch Kuch mein, Ich habe sie zerstöret; Es darf nicht fürchten ihre Pein, Wer mich und mein Wort höret; Und weil des Teufels Macht und Lift Gedämpft, sein Kopf zertreten ist, Mag er ihm auch nicht schaden. 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg Durch Jesum hat gegeben Und uns den Frieden für den Und für den Tod das Leben Krieg Erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Not Uns stürzet, überwunden! P. Gerhardt, † 1676 162. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. Überwinder, nimm die Palmen, So dein Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da der Schlangen Kopf entzwei Und der Stachel abgebrochen? Tod und Teufel liegen da; Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun die Siegeszeichen Auf der dunklen Gruft empor; Ostern. Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor, Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt: Deinen Frieden gieb uns allen: Oso jauchzet Herz und Mut, Weil das Los so wundergut Und aufs lieblichste gefallen. Fried und Freude grünen da; Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, Ei so fördre selbst den Lauf, Rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer Über Gruft und Bahre weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, 105 Ei so nimmt das kühle Grab Nichts, als nur was irdisch, ab, Und der Staub ist unverloren. Unser Hüter hütet da; Gott sei Dant, Hallelujah! 7. Rufe die verdorrten Glieder Endlich aus der dunklen Nacht. Bis der Aschenhaufe wieder In verklärtem Glanz erwacht. Da wirst du die Krone geben, Dann wird die vergnügte Bruſt, Herr, in engelgleicher Lust Ewig deinen Sieg erheben, Und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel, † 1775. động 163. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm. Verf erklärtes Haupt, nun lebest du, Ach laß mich als dein Glied auch leben; Kannst du dem Elend sehen zu, Will du dein Kind nicht auch erheben Aus Not und Tod, aus Sünd und Eigenheit, 5. Tilg in uns des Todes Grauen, zu leben dir in wahrer Heiligkeit? Wenn die letzte Stunde schlägt, Weil uns in den Himmelsauen Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein; O so kann der Tod nicht töten, Denn die Hoffnung blühet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Du lebest fremde dieser Erd, Im Paradies, in Gottes Frieden; Gieb, daß ich auch im Geiste werd Also von allem abgeschieden, Dem Eitlen tot und dir im Geist gemein: So leb in mir, o Lebensfürst, allein. 3. Brich durch, es foste, was es will, Was du nicht bist, laß in mir sterben, Daß ich auch mög dies frohe Ziel, Den Auferstehungsstand ererben: Ostern. 106 Ich kann ja nichts, ich lieg im Tod verhaft, Wirk du in mir durch deines Lebens Kraft. 4. Wirk du in mir, zeuch himmel Begierden, Sinnen und Gedanken, Daß, wo du bist, mein ganzes Herz Von nun an leben mag ohn Wanken. wärts Du bist nicht fern; wer dich nur liebet rein, Der kann im Geist bei dir im Himmel sein. G. Tersteegen, † 1769. 164. Mel. Mein Herzensjesu, meine Luft. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen, Ermuntre dich, mein Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab herfür Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben, Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Hin Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach dem Himmelszelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei KreuzesIn Freud und Wonne leben. pein Und sorge nicht; er ist nicht fern, Wirf dein Anliegen auf den Herrn Weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen Und Salome zum Grabe, Die früh dahin aus Liebe gehn Mit ihrer Salbungsgabe: So wirst du sehn, daß Jesus Christ Vom Tod heut auferstanden ist Und nicht im Grab zu finden. Om 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm Heut siegreich überwunden; hat uns zum Heil erfunden Und das erwürgte Gotteslamm Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwundnem Streit Die Feinde schaugetragen. 7. Wohlauf mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus überwunden; Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du auf stehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch auch der Hölle Rachen; Denn Jesus lebt, es hat kein Not, Er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld; Drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden. 2. Laurenti, † 1722. Ostern. 165. Mel. Christus der ist mein Leben. Willkommen, Held im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied, Du trittst in unsre Mitten Und bringst den Osterfried. 3. Der Feind wird schaugetragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus, Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne Auch über unser Herz, Den Lebensweg uns bahne Vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden Mit dir begraben sein, Uns einen Schaß hier finden, Der ewig kann erfreun. 107 7. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod erworben, Das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir dereinst nur selig Mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Stachel ist nun stumpf, Wir sind bei Gott in Gnaden Und rufen schon Triumph! B. Schmold, † 1737 166. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir danken dir, Herr Jeſu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist Und hast dem Tod zerstört sein Macht Und uns das Leben wiederbracht. Hallelujah. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, Nimm von uns unsre Missethat Und hilf uns durch die Güte dein, Daß wir dein treue Diener sein. Hallelujah. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis! Hallelujah. Th. Hartmann, 1604. 108 Ostern. 167. Mel. Alle Menscher müssen sterben. 3ween ween der Jünger gehn mit Sehnen Über Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seele voll Verdruß, Und sie wechseln Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern voller Schmerzen Ihre Not, ihr Ungemach; Manches wandert gar alleine, Daß es nur zur Gnüge weine; Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, So ist er der dritte Mann; Er bemerket die Gebrechen, Redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, Wie wir glaubenslos oft träumen; Er hat alles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wenn ich meiner Eitelkeit Und der Sünde nachgehangen. O der unglückfelgen Zeit, Die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neugeboren, Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, So ließ er mich nicht allein. Jesus stellt zur rechten Stunde Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah Und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufein: den, Ach so sei du auch allhier. Wenn mich Trübfalswetterschrecken, Wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so gieb mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, Laß es so mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, Wenn sie tief in Sorgen stehn, Wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, Ihrem Kummer nachzusinnen, Daß sie sich satt weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, Ach so nimm mich auch mit dir; Laß mich deine Freuden teilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, Daß du mich getröſtet haſt. 2. Neunherz, † 1737. Himmelfahrt. IX. Simmelfahrt. Himmelfahrtsfest. A. 168. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Ach wundergroßer Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten Gottes in der Kraft, Hast deinem Reich den Sieg verschafft, Den Feind zum Tod verletet. Mächtig, Prächtig Triumphierst du und regierst du, Tod und Leben, Alles ist dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet, Klinget, Rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, 3u empfahn die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, ja es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft; Was dem Gemüt Erquickung schafft, Wird uns von dir gegeben. Bringe, Dringe 109 Mein Gemüte, ewge Güte, dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. da 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir fortan für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, Laß uns demütig, züchtig, rein All üppigkeit verachten. Unart, Hoffart Hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schab, Sei unser Ruhm und fester Plaz, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, Auf Erden wohnet Trug und List, da Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen; Du bist uns allen ja zu gut, O Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegangen. 110 Himmelfahrt. Bittend, Gott woll bewahren Uns arme Sünder hier auf Erd, Die wir, von Not und Tod. be schwert Ohn ihn kein Hoffnung haben. 2. Lob sei ihm, der die Bahn ge macht! Uns steht der Himmel offen: Christus schleußt auf mit großer Pracht, 169. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Auf Christi Himmelfahrt allein Was vorhin war verschloſſen. Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Bein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel iſt, Wers glaubt, des Herz ist freuDabei er sich doch rüsten soll, denvoll; Dem Herren nachzufolgen. Komm Herr! Hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende Fröhlich klopfen in die Hände. E. Chr. Homburg, † 1681. Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, be Sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn wo mein Schab gekommen hin, Da ist hinfort mein Herz und Sinn, Nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen. Jof. Wegelin, † 1640. 170. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Auf diesen Tag bedenken wir, Daß Christus aufgefahren, Voll Danks und herzlicher Begier, 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, Dient nicht mit Ernst dem Herren; Der aber wird vor Fleisch und Blut Sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, so der ist echt, So wird gewiß das Leben recht Zum Himmel sein gerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fäht in Wenn wir den Vater finden uns an, Und fliehen stets die breite Bahn, Thun uns zu Gottes Kindern; Die sehn hinauf und Gott herab, An Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wenn Gott uns zu sich nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Wie wir denn jetzt bekennen; Da wird sich finden Freud und Mut 3u ewger Zeit beim höchsten Gut Gott woll, daß wirs erleben! Joh. Zwick, † 1542. Himmelfahrt. bir finis 171. Christ fuhr gen Himmel: Was fandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, Zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! 15. Jahrh. nenändterbarin 2. Der Herr wird aufgenommen In seines Himmels Pracht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht; Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen, Den hellen Seraphinen Muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, Die unser Haupt erhöht, Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht: Der Heiland geht voran, Will uns zurück nicht lassen, Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. Dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf; Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei euer Lauf. 172. 6. Fahr hin mit deinen Schäßen, Du trugesvolle Welt, Mel. Aus meines Herzens Grunde. Dein Tand kann nicht ergößen; Der Herr fährt auf gen Himmel Weißt du, was uns gefällt? Mit frohem Jubelschall, Der Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude Und köstliches Geschmeide, Zu ihm geht unsre Reis. Mit prächtigem Getümmel Und mit Posaunenhall: Lobsingt, lobsinget Gott, Lobsingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth. 4. Wir sollen himmlisch werden, Der Herr macht uns selbst Plaz; Wir gehen von der Erden 111 5. Laßt uns zum Himmel dringen Mit herzlicher Begier, Laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich, Weg, dich, wahres Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron. 7. Wann soll es doch geschehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir den Heiland grüßen Und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, † 1699. 173. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Es fähret heute Gottes Sohn Hinauf zu seines Vaters Thron, Er gehet ein zur Herrlichkeit, Die überall ist ausgebreit. Hallelujah. 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, Sein Heer erlegt und umgebracht, Himmelfahrt. 112 Wie mit Gewalt ein starker Held Im Treffen seine Feinde fällt. Hallelujah. 3. Zwing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist: Daß wir, indem du uns machst rein, Teilhaftig deines Sieges sein. Hallelujah. 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, Weil du uns hast das Heil erkämpft, Tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr Sich wider unsre Seel empör. Hallelujah. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich Als Gottes Kinder in dein Reich, Da wir ein ewges Freudenlied Darbringen deiner Treu und Güt. Hallelujah. 6. Gott Vater, sei von uns gepreist Samt deinem Sohn und heilgem Geist: Der heilge unsrer Seelen Grund, Damit dir danke Herz und Mund. Hallelujah. Halle 1714. 174. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geitbet. hr aufgehobnen Segenshände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Jhr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, Im Segnen kommt ihr einst zurück; Auch in des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Jhr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Jhr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert: Ja segnend ruht ihr auf den Seinen; Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thränen ab. 3. Jhr zieht mit Gotteskraft die Herzen zu ihm und an sein Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen fettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, Jhr hebt, ihr tragt und ihr errettet Und führt uns bis ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Himmels thore Der treuen Erdenpilgerschar Und reicht dem Überwinderchore Des ewgen Lebens Krone dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem goldnen Königsstabe Des weiten Himmels Königreich. R. Garve, † 1841. Himmelfahrt. 175. Lobsinget mit der Engel Chor, Daß es zum Himmel schall empor. 9. Gott Vater in der Ewigkeit, Mel. Herr Gott dich loben alle wir. Nun freut euch, Gottes Kinder all, Es sagt dir deine Christenheit Groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, Zu allen Zeiten Lob und Preis. 10. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, Gewaltig, herrlich, prächtig, schön, Es dankt dir deine Christenheit Von nun an bis in Ewigkeit. Der Herr fährt auf mit großem Schall: Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm. 2. Die Engel und all Himmelsheer Erzeigen Christo göttlich Ehr Und jauchzen ihm mit frohem Schall, Das thun die lieben Engel all. 3. Der Herr hat uns die Stätt bereit, Da wir bleiben in Ewigkeit: Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm. 4. Wir sind Erben im Himmelreich, Wir sind den lieben Engeln gleich: Das sehn die lieben Engel gern Und danken mit uns Gott dem Herrn. 5. Es hat mit uns nun nimmer Not: Der Satan, Sünd und ewger Tod Allsamt zu Schanden worden sind Durch Gottes und Marien Kind. 6. Den heilgen Geist sendt er herab, Auf daß er unser Herz erlab, Uns tröste durch sein göttlich Wort, Behüt uns vor des Teufels Mord. 7. Also baut er die Christenheit Zur ewgen Freud und Seligkeit; Allein der Glaub an Jesum Christ Die recht Erkenntnis Gottes ist. 8. So danket nun dem lieben Herrn Und lobet ihn von Herzen gern; 113 11. Du heilger Geist, du wahrer Gott, Du Tröster wert in aller Not, Wir rühmen dich, wir loben dich Und sagen Dank dir ewiglich. Er. Alberus, † 1553. 176. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Siegesfürst und Ehrenkönig, Du verklärte Majeſtät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht: Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug entzückt Deine Herrlichkeit erblickt? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Rufen froh Hallelujah: Hör ich, wie der Engel Scharen Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert Und mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Leuchtet deine Herrlichkeit, 5 114 Die mit neuem Glanz und Wonne Selge Geister hoch erfreut; Brächtig wirst du aufgenommen, Jauchzend heißt man dich willkommen: Schau, dein Kind im Staube hier Ruft auch Hosianna dir. Himmelfahrt 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh? Sollte jetzt mein Mut noch sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Vor dem Feind soll mir nicht grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein reicher Geist ergieße Über uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum fernsten Ende; Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein, Heiland, meines Herzens Pforten Stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, Komm, bei mir auch einzukehren, Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron. G. Tersteegen, † 1769. 177. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir ir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du gen Himmel fahren bist: starker Gott Immanuel, Stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Hallelujah. 2. Nun freut sich alle Christenheit Und jubiliert in Ewigkeit: Gottlob und Dank im höchsten Thron, Unser Bruder tst Gottes Sohn. Hallelujah. 3. Gen Himmel aufgefahren hoch Ist er doch allzeit bei uns noch; Sein Macht und Reich unendlich ist, Wahr Gott und Mensch zu aller Frist Hallelujah. 4. Wohl dem, der ihm vertrauen thut Und hat an ihm ein frischen Mut. Welt, wie du willst! wer fragt nach dir? Nach Christo steht unsre Begier. Hallelujah. 5. Er ist der Herr und unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst; Das Gfängnis er gefangen hat, Daß uns der bittre Tod nicht schad. Hallelujah. 6. Wir freuen uns aus Herzens grund Und singen fröhlich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, Ist unser allerhöchstes Gut. Hallelujah. 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, Daß wir nur fest vertraun auf dich Und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, Der du gen Himmel fahren bist, Erhalt uns, Herr, bei reiner Lehr, Des Teufels Trug und Listen wehr. Hallelujah. 9. Komm, lieber Herr, fomm, es ist Zeit, Zum Weltgericht in Herrlichkeit; Führ uns aus diesem Jammerthal In deinen ewgen Freudensaal. Hallelujah. Himmelfahrt. 10. Wir singen Amen noch einmal, Wir sehnen uns in's Himmels Saal, Da wir mit allen Engeln dein Das Amen wollen singen fein. Hallelujah. 178. Mel. Ach Gott und Herr. euch uns nach dir, So kommen wir Mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, O Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Sonst irren wir Leicht ab von dir, Vom rechten Lebenswege. 1607. 3. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir Nur für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen. Fr. Funde, † 1699. 115 179. aid adve Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. um Himmel bist du eingegangen, Mit Preis gekrönt, Herr Jefu Christ: Wie sollte mich nun nicht verlan gen, Auch dort zu sein, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; Nimm in die Heimat mich zu dir. Bom Tode standst du auf zum Leben, Du gingst verklärt zum Himmel ein; 2. So muß sich auch mein Geist erup, 19 heben, Ich darf nicht tot in Sünden sein. Ein neues Leben wirk in mir, So komm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Ölberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an; Am Ölberg gingst in hohen Freuden Du siegreich deine Himmelsbahn: So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf: O hilf, daß einst auch ich vollende, Von dir gesegnet, meinen Lauf! Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken In deinen Freudenhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. 52 116 Himmelfahrt. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Bleibst du doch meine Zuversicht. 6. Du bist von uns zwar aufgefahren, Doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses Kleinod mich bewahren; Im Worte redest du zu mir, Dies leitet meines Lebens Lauf Und schließt mir deinen Himmel auf. B. Königreich Christi. 180. Einer ist König, Immanuel sieget, Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht! Zion hingegen, sei innig vergnüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht: Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, Trauet mit Freuden dem ewigen Gott: Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, Reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; Ewig muß unsere Seele genesen In dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 7. Einst wirst du herrlich wieder: kommen, Gleichwie du aufgefahren bist; Dann werd ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbteil ist. So leb ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. Berlin 1829. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, Schlage die Rute des Vaters nicht aus; Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß: Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen: Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. 3ion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet Tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus der lebet, die Liebe regieret, Die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus der bittet: kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket: Hier ist Erlösung für alles, was drücket. Himmelfahrt. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels anbeut; die Krone, Jesus wird selber den Siegern zum Lohne. In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlit scheut! 7. Droben am Stuhle des Lamms wird man sehen Eine gewaltige siegende Schar Seine unendliche Hoheit erhöhen, Bringen im Tempel den Lobgesang dar. Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles was in mir ist, lobe den Herren! 3. L. C. Allendorf, † 1773. 117 Jesus wird selber den Siegern zum Lohne: Wahrlich, dies Kleinod verlohnet den Streit; Streitet nur unverzagt, seht auf Da du bist für uns geſtorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Läßt uns in die Freiheit gehn. Und dein siegreich Auferstehn 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht, Das ist gänzlich ausgemacht; Was vollendet sollte werden, 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligtum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzuteilen, Die zum Thron der Gnaden eilen, Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen Trägest du auf deiner Brust, Und an den gerechten Samen Denkest du mit vieler Luſt; Du vertrittst, die an dich glauben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Und bittst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Über ihrem Elend bricht: Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach da zielt dein Bitten hin. 181. Mel. Jesu der du meine Seele. 6. 3war in deines Fleisches Tagen. Da Sünden aller Welt Großer Mittler, der zur Rechten Dir auf deinen Schultern lagen, Seines großen Vaters sigt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schüßt, Den auf dem erhabnen Throne Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Wei nen Für die Sünder zu erscheinen; 118 D mit welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! Himmelfahrt. 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht unterstützt, Da in der vollkommnen Hütte Die verklärte Menschheit sitt; Nun kannst du des Satans Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. mis 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellest du dem Vater dar Und vertrittst nunmehr mit Freuden Deine teur erlöste Schar, Daß er wolle Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben Und die Seelen zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligtum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Dein Verdienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach, † 1735. 182. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Jeju, esu, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, Segne mich, dein armes Glied: Wollst mir neuen Einfluß geben Deines Geistes, dir zu leben Stärke mich durch deine Güt. 2. Ach dein Lebensgeist durch)dringe, Gnade, Kraft und Segen bringe Deinen Gliedern allzumal, Wo sie hier zerstreuet wohnen Unter allen Nationen, Die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, Die dich suchen, die dich meinen, wie töstlich sind sie mir! Du weißt, wie mich oft erquicket Wenn ich Seelen hab erblicket, Die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, Ich vereinge mich mit ihnen und vor deinem Angesicht Wünsch ich Zion tausend Segen: Stärke sie in deinen Wegen, Führ sie selbst nach deiner Pflicht. 5. In der argen Welt sie rette Und den Satan bald zertrete Gänzlich unter ihre Füß: Töte durch den Geist von innen Fleischeslust, Natur und Sinnen, Sei nur du den Deinen süß. 6. Die in Kreuz und Leiden leben, Stärke, daß sie ganz ergeben Ihre Seel in deine Hand; Laß sie dadurch werden kleiner Und von allen Schlacken reiner, Lauterlich in dich gewandt. 7. Laß die Deinen noch auf Erden Ganz nach deinem Herzen werden; Mache deine Kinder schön, Abgeschieden, klein und stille, Sanft, einfältig, wie dein Wille, Und wie du sie gern willst sehn. 8. Sonderlich gedenke deren, Die es, Herr, von mir begehren, Daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, Gieb du jedem solchen Segen, Wie es not; du kennst sie wohl. 9. Ach besuch zu dieser Stunde Ihre Herzen und im Grunde Himmelfahrt. Sie erfreu in dir allein; Zeuch mit deinen Liebeszügen Ihre Lust und ganz Vergnügen Wesentlich in dich hinein. 10. Teuer hast du uns erworben, Da du bist am Kreuz gestorben, Denke, Jesu, wir sind dein; Halt uns fest, so lang wir leben Und in dieser Wüste schweben, Laß uns nimmermehr allein: 11. Bis ich einst mit allen Frommen Droben werd zusammenkommen Und von allen Flecken rein Dort vor deinem Throne stehen, Uns in dir, dich in uns sehen, Ewig eins in dir zu sein. G. Tersteegen, † 1769. 183. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Jesus Christus herrscht als König, Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß; Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit; Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel Ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott, des Weltbaus großer Meister, Hat die Engel wohl als Geister Und als Flammen um den Thron; Sagt er aber je zu Knechten: Sebe dich zu meiner Rechten? Nein, er sprach es zu dem Sohn. 119 4. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, Und demselben gleichet feiner; Einzig ist der Sohn ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, Dessen Reich ein ewig Reich. Dessen Leben unauflöslich, 5. Nur in ihm, o Wundergaben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Allen losgekauften Seelen Solls an keinem Gute fehlen, Denn sie glauben Gott zum Ruhm. Werte Worte, teure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, Süßes Evangelium! 8. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf furze Zeit darnieder, Und das Leiden geht zuvor: Nichts kann sie von Jesu scheiden, Nur Geduld, es folgen Freuden; Und ihr Haupt zieht sie empor. 9. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, Über alles Wünschen ist; Die geheiligte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Da sie ihren König grüßt. 10. Jauchzt ihm, all ihr heilgen Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte, Himmelfahrt. 120 Und du Schar, die Palmen trägt! Und ihr Märtrer mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 11. Jch auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, løbet ihn! Ph. F. Hiller, † 1769. Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 184. 6. Herrsche auch in meinem HerMel. Schmücke dich o liebe Seele. König, dem kein König gleichet, Über Zorn, Luſt, Furcht und Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vaters eingem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glän zen, 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schäße, An der Ordnung der Geseze, An Vollkommenheit der Gaben, Welche deine Bürger haben; Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, Aller Kreaturen Heere Müssen dir zu Diensten stehen; Was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, 185. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Und vor deines Mundes Zittern Menschen, Engel, Welten. König Jesu, ſtreite, ſiege, Schmerzen, Laß mich deinen Schuß genießen, Gläubig dich ins Herze schließen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben, Hier mit ringen, dulden, streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. 3. 3. Nambach, † 1735. Was lebt und webt in dieser Welt. Daß alles bald dir unterliege, Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Hallelujah für und für. 1827 Himmelfahrt. 186. Mein Jesu, dem die Seraphinen Im Glanz der höchsten Majestät Nur mit bedecktem Antlig dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht: Wie sollten blöde Fleischesaugen, Die der verhaßten Sünde Nacht Mit ihrem Schatten trüb gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken Den Eingang in dein Heiligtum Und laß mich deine Gnad erquicken Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Von fern steht die beschämte Seele; Doch wenn sie reuevoll sich beugt, Bist du es, der sich gnädig neigt Und spricht: du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechat; Ach höre doch, wie mein Gemüte: Gott, sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du fannst mich nicht verstoßen; Wie könntest du ungnädig sein Dem, den dein Blut von Schuld und Bein Erlöst, da es so reich geflossen. 4. Jch fall in deine Gnadenhände Und bitte mit dem Glaubensgruß: Gerechter König, wende, wende Die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wunden, Es ist nichts Sträflichs mehr an mir; Bin aber ich versöhnt mit dir, So bleib ich auch mit dir verbunden. 121 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg; Damit ich auf dem schmalen Steg Stell deine Gnade mir zur Seiten, Beständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch zu jeder Zeit Nach deinem Wort und Willen In Lieb und Herzensfreudigkeit handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe Und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg und stehe, Wenn Stärk und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, Erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen Des Himmels Pracht und deine Kron: So würdge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel he ben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, Steig du in Lieb herab zu mir; Laß mir nichts diese Freude rauben, Erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang in mir das Herz sich regt, Und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, So soll doch noch die Liebe währen. W CH. Deßler, † 1722. 122 Himmelfahrt. 187. Mel. du liebe meiner Liebe. Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist, Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis uns dein so treu Gesichte Führet aus dem Kerker hin. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk: Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es aus dem Treiben führeſt Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht; Ob wir wohl von allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, um Erlösung beten Von der sündigen Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns an sich hält gebannt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich dem Höchsten zugewandt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los Und durch alle Weltgeschäfte Durchzubrechen frei und bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Weich, Vernunftbedeutlichkeit!" Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, Fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit; Wie dus nötig findest, thue Noch vor unsrer Abschiedszeit; Aber unser Geist der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche, Sieger, fiege, König, brauch dein Regiment; Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End. Ach die Last treibt uns, zu rufen, Alle flehen wir dich an: Zeig uns nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn. 8. Ach wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu ſein; Drum so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkom7 ist men, Nach dem besten Bild gebildt; Der hat Gnad um Gnad genommen, San Wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben, Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, Laß uns nur nicht lässig sein; Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, † 1714. Himmelfahrt. 188. Mel. Zion tlagt mit Angst und Schmerzen. Treuer euer Hirte deiner Herde, Deiner Glieder starker Schuß, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Truß Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, Wir sind dein mit Leib und Seel: Menschenhülf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, Zu der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wort zu kämpfen Und der Feinde Rott zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Heiligtum, Jesu, deine Glaubenslehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und den Dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein: Dazu kannst du ja nicht schweigen, Deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, Den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und Blödigkeit Uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre Der Verfolger blindes Heer; Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht sei zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, Leit auch auf die rechte Bahn, Die noch jetzt durch Satans Lügen Sich selbst um ihr Heil betrügen. 123 6. Laß uns recht und redlich handeln Und, in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen, heilig wandeln, Doch dabei uns klüglich hier Und vor falscher Heiligkeit, Schicken in die böse Zeit Auch der Feinde List und Wüten Uns mit Schlangenflugheit hüten 7. Laß mit Beten und mit Wachen Stets uns stehn auf unsrer Hui Und nur dich, Herr, lassen machen, So wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen Erden Mit ihm triumphieren werden. Henriette C. v. Gersdorf, † 1726. 189. Mel. Wunderbarer König. Unumschränkte Liebe, Gönne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen Daß sie in die Strahlen Deiner Langmut blicken, Die den Erdkreis wärmend schmücken Und zugleich Freudenreich Bösen und den Deinen Mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja dein ganz Gebiete Ist ein Schauplaß deiner Güte: Deiner Langmut Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. Dwie weit, Dwie breit Über Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel. 124 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden So viel Millionen Schulden, Und dazu Ohne Ruh Lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen? Pfingsten. 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet Und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder, Obwohl doch Immer noch Neue Schuld sich reget, Wenn dein Zorn sich leget. 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, 190. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Dir ir jauchzet froh die Christenheit, Du Geist der Kraft und Herrlichkeit, Du aller Geister Leben. Als unsers Erbes Unterpfand Bist du vom Vater ausgesandt, Zum Tröster uns gegeben. Statt der Gnade Recht empfangen: Wer zu deinen Füßen Sich mit Thränen senket, Dem wird Straf und Schuld geschenket. Jesu Glieder Wirst du führen und regieren, deine Gnade Leit auch uns auf unserm Pfade. Unser Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, Daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken Ich: nest; X. Pfingsten. Deiner Hand sei Ehre, Die so wohl regieret Und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben Und die Welt zu lieben. 3. 3. Rambach, † 1735. 2. O welch ein großer Tag erschien. Als man die Flammen sah erglühn Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich fund, Dein Zeugnis heiligte den Bund Der Schar, die freudig glaubte. Mächtig Kamst du, Um die Schwachen stark zu machen, und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. 3. D Dank für so viel göttlich Licht, Das jede Finsternis durchbricht, Pfingsten. Für himmlische Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Zu stiller Gottergebung. Preis dir, Dank dir, Daß du kräftig und geschäftig uns belehrest, Jesum Christum uns verkläreſt. 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk in uns allen Lieb und Zucht Und laß in uns des Glaubens Frucht Sich hundertfältig finden. Gnädig Hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, alle flehen wir, Du wollest bei uns bleiben. Geh ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben; Führe Gnädig Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde! K. A. Döring, † 1844. Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, 125 Träger aller Himmelsfrucht, Geist, der einst der heilgen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugnis war: 2. Rüste du mit deinen Gaben Auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Glaubensmut zu haben, Eifer für des Herren Haus, Eine Welt mit ihren Schäßen, Menschengunst und gute Zeit, Leib und Leben dranzusehen In dem großen, heilgen Streit. 3. Gieb uns Abrahams gewisse, Feste Glaubenszuversicht, Die durch alle Hindernisse, Alle Zweifel siegend bricht, Trauet froh und unbewegt, Die nicht bloß dem Gnadenbunde Auch das Liebste jede Stunde Gott zu Füßen niederlegt. 4. Gieb uns Josephs keusche Sitten ,, Wenn die Welt ohn Scham und Zucht Uns durch Dräuen und durch Bitten In ihr Garn zu ziehen sucht. Lehr uns fliehen, lehr uns meiden, Was der Seele bringt Gefahr, Hohn und Haß geduldig leiden, Gott getreu sein immerdar. 5. Gieb uns Moses brünstig Beten 191. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Geist des Glaubens, Geist der Unter den Verirrten ſtehn, Um Erbarmung und Geduld, Wenn durch freches Übertreten Unser Volk häuft Schuld auf Schuld: Laß uns nicht mit faltem Herzen Nein, mit Moses heilgen Schmerzem Für sie seufzen, weinen, flehn. 126 6. Gieb uns Davids Mut, zu streiten Pfingsten. Mit den Feinden Israels, Sein Vertraun in Leidenszeiten Auf den Herren, seinen Fels, Feindeslieb und Freundestreue, Seinen königlichen Geist Und ein Herz, das voller Reue Gottes Gnade sucht und preist. 7. Gieb Elias heilge Strenge, Wenn den Gößen dieser Zeit Die verführte blinde Menge Tempel und Altäre weiht: Daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, Sondern fest als deine Zeugen Dastehn, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen, Ungebeugten Zeugenmut, Aller Welt trop Spott und Drohen Zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, Die uns froh und frei gemacht; Gieb, daß wirs nicht lassen können, Habe du die Übermacht! 9. Gieb gleich Stephanus uns Frieden Mitten in der Angst der Welt, Wenn das Los, das uns beschieden, In den schwersten Kampf uns stellt; In dem wildesten Getümmel Gieb uns Glaubensheiterkeit; Öffn im Sterben uns den Himmel, Zeig uns Jesu Herrlichkeit. 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, du Geist der heilgen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner, Auch bei uns werd offenbar! Ph. Spitta, † 1859: 192. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Geist des Herrn, dein Licht allein Muß der Kirche leuchten, Sonst wird eignen Wahnes Schein Uns wie Wahrheit deuchten. Dann entzweit Leerer Streit, Die auf deine Lehren Einzig sollen hören.d 615 2. Lehr uns treu, du Geist des dry Herrn, Nach der Wahrheit ringen, Alle Menschenmeinung gern Dir zum Opfer bringen. Wer sind wir? Drum nur dir Bleibe Kraft und Ehre Reiner Gotteslehre. ant 3. Lehr uns auch bei deinem vible elle Schein Unsre Schwäche prüfen; Ohne dich dringt niemand ein In des Herzens Tiefen. Nur die hier Schon aus dir Sind aufs neu geboren, Öffnen Aug und Ohren. 4. Was den Frieden Gottes mehrt, Das mach allen wichtig; Was den Stolz des Wissens nährt, Sei uns klein und nichtig. Eins ist not! Himmelsbrot Laß uns niemals fehlen; Wohl dann unsern Seelen! Pfingsten. 5. Der das Haupt der Kirche ist, Ihn hilf uns bekennen Und ihn unsern Herrn und Christ Vor der Welt auch nennen. Wahr und frei, Stark und treu Müssen sich die Seinen All um ihn vereinen. 6. Ihn verklär in deiner Kraft Seiner Boten Lehre, Daß als Christi Jüngerschaft Sich sein Volk bewähre. Aller Welt Bau zerfällt; Himmel selbst vergehen: Christi Kreuz muß stehen. a K. B. Garve, † 1841. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lente kräftig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich das Rechte wählen, Werd ich nie das Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Durch die Gnade schaff es neu, Daß ich Gott vor allem liebe Und ihm findlich dankbar sei. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, Seinen Namen zu erhöhn, 127 Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden Mein Gemüt versuchet wird; Laß mich bald den Rüdweg finden, Hab ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, Wirk in mir der Reue Schmerz, Daß ich mich in Demut beuge Und den Sinn zur Beßrung neige. 193. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 6. In des Lebens Müh und Leiden Geist vom Vater und vom Sohne, Steh mit deinem Trost mir bei, Du, der unser Tröster ist Und von Gottes ewgem Throne Auf die Gläubgen sich ergießt, Steh mit deiner Kraft mir bei, Daß ich Gott geweihet sei, Und mein Herz schon hier auf JoJuinl Mög ein Tempel Gottes werden. Daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelaßnes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz und einst siegreich überwinden. Deines Trostes Kraft empfinden Erden Nach G. Hoffmann, † 1712. 5. Treib mich kräftig zum Gebete, Wenn mir Hülfe nötig iſt, Daß zu Gottes Thron ich trete Durch den Mittler Jesus Chriſt; Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög auf mein Verlangen Gnad um Gnad von ihm empfangen. 194. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir. Geist vom Vater und vom Sohn, Weihe dir mein Herz zum Thron, Schenke dich mir immerdar, So wie heut der frommen Schar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich; Eigne Leitung täuschet sich, Daß sie leicht des Ziels verfehlt Und statt Heil sich Unglüd wählt. 3. Geist des Glaubens, stärk in mir Solchen Glauben für und für, Pfingsten. 128 Der mich Christo einverleibt Und zu guten Werken treibt. 4. Geist des Betens, steh mir bei, Wenn ich um Errettung schrei; Mach mein Bitten freudig, rein, So wirds auch erhörlich sein. 5. Geist der Lieb, erweck in mir Guter Gaben Füll und Zier, Daß ich hülfreich, mild und treu, Deiner Gnade Werkzeug sei. 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr; Mindre stets, was mich befleckt, Mehre, was du selbst erweckt. 7. Geist des Trostes, tröste mich Durch dein Zeugnis innerlich; Wenn mir mein Gewissen droht, Hilf mir aus der Seelennot. 8. Geist der Hoffnung, rufe du Meiner Seel ermunternd zu, Daß ich deiner stets mich freu Und in Hoffnung selig sei. H. 3. Tode, † 1797. 195. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. Gott Bater, sende deinen Geist, Den uns dein Sohn erbitten heißt, Aus deines Himmels Höhen; Wir bitten, wie er uns gelehrt, Laß uns doch ja nicht unerhört Von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd Ist dieser edlen Gabe wert, Bei uns ist kein Verdienen; Hier gilt gar nichts, als Lieb und Gnad, Die Christus uns verdienet hat Mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vatersinn Der große Jammer, da wir hin Durch dieses Fallen ist die Macht Durch Adams Fall gefallen. Des bösen Geistes leider bracht Auf ihn und auf uns alle. 4. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, Wenn alle Welt dawider ficht Mit Sturm und vielen Waffen; Und wenn auch gleich der Fürst der Welt Selbst wider uns sich legt ins Feld, So kann er doch nichts schaffen. 5. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, Der leitet alles, was ihn liebt, Auf wohlgebahnten Wegen; Er segt und richtet unsern Fuß, Daß er nicht anders treten muß, Als wo man findt den Segen. 6. Er macht geschickt und rüstet aus Die Diener, die des Herren Haus In diesem Leben bauen; Er ziert ihr Herz, Mund und Verstand Und läßt sie, was sonst unbekannt, Zu unserm Besten schauen. 7. Er öffnet unsers Herzens Thor, Wenn sie sein Wort in unser Ohr Als edlen Samen streuen, Giebt Kraft dem ausgestreuten Wort, Läßt es in Segen wachsen fort Und auch zur Frucht gedeihen. 8. Er lehret uns die Furcht des Herrn, Liebt Reinigkeit und wohnet gern In frommen, keuschen Seelen; Was niedrig ist, was Tugend ehrt, Was Buße thut und sich bekehrt, Das pflegt er zu erwählen. 9. Er ist und bleibet stets getreu, Und steht uns auch im Tode bei, Vor dem nichts kann bestehen; Er lindert unsre lette Qual, Läßt uns den Weg zum Himmelssaal Getrost und fröhlich gehen. 10. O selig, wer in dieser Welt Läßt diesen hohen Gast das Zelt In seiner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, Den wird er dort zur ewgen Freud In Gottes Hütte tragen. Pfingsten. 11. Nun Herr und Vater aller Güt, Hör unsern Wunsch: geuß ins Gemüt Uns allen diese Gabe; Gieb deinen Geist, der uns allhier Regiere und dort für und für Im ewgen Leben labe! P. Gerhardt,+ 1676. Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Christus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Jst ohn dich vergebens. Ach das Seelenwerk ist wichtig; Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe, Rette doch Heute noch 196. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. Kreuz und Not, Pein und Höchster Tröster, komm hernieder, Uns von Jesu scheiden. Die verlornen Schafe; Reiß die Welt aus dem Verderben Laß sie nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. 4. Geist der Wahrheit, gieb uns allen 129 Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht zum Vater treten, Sei uns nah Und sprich Ja, Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß nicht Trübfal, Angst und Leiden, 6. Hilf uns nach dem Kleinod streben, Mach uns treu, Ohne Scheu Jesu ganz zu leben. Laß uns niemals stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Seines Heils zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Gieb im Streit Freudigkeit, Trost in Trübfalshige. I 130 Pfingsten. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. E. Liebich, † 1780. 197. Komm, heiliger Geist, Herre Gott, Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. D Herr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehre uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah. 3. Du heilige Glut, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Daß Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Dr. Martin Luther, † 1546. Hallelujah, Hallelujah. 198. Komm, comm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit, So wird Geist und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn nur was dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns vom Irrtum los. 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtss stege; Was gethan ist wider dich, Räume ferner aus dem Wege, Schlecht und recht behüte mich; Wirke Reu an Sünden Statt, Wenn der Fuß geſtrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein sich gründen, Wenn sich Not und Drangsal findt; Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit, Seufz auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit, So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? Pfingsten. O jo mache den Beschluß, Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Und wenn Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 18. Herr, bewahr uns unsern piton Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben: Du bist unser Schuß und Gott; Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelsreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die Gott giebt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. poish. Held, um 1650. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns dist subit, rood deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 281 131 Laß u 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen einanolise flieder lieben Und im Frieden auf einem Sinn di od dngs bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand Daß in uns die Sinne nimmer noch. Tod, TONK verzagen, Wenn der Feind wird das Leben Jedina din rilind verklagen. Erbarm dich, Herr! Dr. M. Luther, 1546. ( V. 1 um 1200.) 199. Nun bitten wir den heiligen Geiſt Unbeſuchet läfſest nicht, Um den rechten Glauben allermeiſt, Daß er uns behüte an unserm Back Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. thing schofte bd ne 200. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. du allersüßste Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Geist des Höchsten, höchster Fürst Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir, In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen Ausgegossen von dem Thron, Brinast uns nichts als lauter Segen 32 132 181 Pfingsten. Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verteilst nach deinem Willen, Meine ganze Seel erfüllen. 4. Du bist weise, voll Verstandes, Das Geheimste ist dir kund, Hast gezählt den Staub des Sandes Und durchschaut des Meeres Grund: Nun du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gieb Weisheit, gieb uns allen, Daß wir mögen Gott gefallen. 5. Du bist heilig und zu finden, Wo man rein und heilig ist, Fliehst hingegen Schand und Sünden, Weil du lauter Reinheit bist: Mache mich, o Gnadenquell, Rein und züchtig, keusch und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranfen, Du bist fromm und sanften Muts, Bleibst im Lieben ohne Wanken, Thust uns Bösen alles Guts; Ach verleih und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, ich bin zufrieden, Wenn du nur nicht weichst von Bleib ich von dir ungeschieden, Bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Ruhm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich hassen als verflucht, Ich will seinen schnöden Wegen Mich mit Ernst zuwiderlegen. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkeſt Und mir treulich stehest bei; Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nötig sei, Brich des Fleisches bösen Sinn, Nimm den alten Willen hin, ll Daß er sich in dir erneue, Und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben, Wenn ich liege, sei mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh, O so bilf mir, daß ich geh Hin, wo du in ewgen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, † 1676. 201. Mel. Erquice mich du Heil der Sünder. Gott, o Geist, o Licht des madonated Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsternis dem Lichte feind. O Geist, dem keiner fann entgehen, Dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, Was nicht in deinem Lichte rein, Wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre; Pfingsten. Folgt doch die Wonne nach der Pein: Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, Quell des Das ist dein Werk, du Lichts; Du mußt von Grund aus mich erneuern, Sonst hilft mein eignes Trachten nichts. meines Lebens Ich kann mir ſelbſt kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, Durchwehe sanft der Seele Grund, Füll mich mit aller Gottesfülle, Und da, wo Sünd und Greuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei findlich folgsam deinem Trieb; Bewahr mein Herz und alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb; Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen Laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun quillt in stille Herzen ein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, 133 Von allem abgekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich ver geffen, Dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. G. Tersteegen, † 1769. CA 202. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. heilger Geiſt, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, Du Himmelslicht, laß deinen O komm, du Herzenssonne! Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, Himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis: heit fleußt, Die sich in fromme Seelen geußt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können aller Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, 1975 Lehre, Daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei nem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir 134 Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen. Schaue, Baue, Pfingsten. Was zerrissen und beflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Geberden. 5. O starker Fels, o Lebenshort, Laß uns dein himmelsüßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr Und treuen Liebe trennen. Fließe, Gieße Laß Reichlich ist meidheiliger Geiſt, o heiliger Gott, liso Auf uns nieder, daß wir wieder 19mmaen Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. Du Tröster wert in aller Not, Du bist gesandt vom Himmelsthron Von Gott dem Vater und dem she slin tim Sohn, O heiliger Geist, o heiliger Gott! solid 8 Deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu Und sich darinnen übe. 402 Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. Gm Daß uns forthin sei unbewust o Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. G Rühre, Führep sdm 18 m Unser Sinnen und Beginnen von 390 Holst to der Erden, Daß wir Himmelserben werden. MO M. Schirmer, † 1673. him ou dir no tum 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit, Sei unsers Geistes Stärke, ther2 203. 203. d 2.O heiliger Geist, o beiliger Gott, Gieb uns die Lieb zu deinem Wort; Zünd an in uns der Liebe Flamm, Danach zu lieben allesamt, heiliger Geist, o heiliger Gott! She 3.O heiliger Geist, o heiliger Gott, Mehr unsern Glauben immerfort; An Christum niemand glauben fann, Es sei denn durch dein Hülf gethan, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4.O heiliger Geist, o heiliger Gott, Erleucht uns durch dein göttlich dr Wort: Lehr uns den Vater kennen schon, Dazu auch seinen lieben Sohn, Oheiliger Geist, o heiliger Gott! dork. 1901 5.O heiliger Geist, o heiliger Gott, Du zeigst den Weg zur Himmelsdisld dr sidbi ipfort: Laß uns hier kämpfen ritterlich Pfingsten. Und zu dir dringen seliglich, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. D heiliger Geist, o heiliger Gott, Verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank Allzeit und unser Leben lang, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 1638. 204. Mel. Jesu meine Freude. Schmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an: Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, Starker Gottesfinger, Sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad: Gieb uns Kraft und Lebenssaft, Laß uns deine teuren Gaben Zur Genüge laben. 3. Laß die Herzen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor; Gieb uns Kraft zu beten; Wenn vor Gott wir treten, Sprich du selbst uns vor; Gieb uns Mut, du höchstes Gut, Tröst uns träftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld; 135 Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Und verleih, daß es gedeih; Wo dein Wort hinfällt, Hundertfältig Frucht zu bringen Laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns geschehen, Dämpfe Fleisch und Blut; Laß uns doch am Sündenjoch Nicht mehr wie vor diesem ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; Wertes Pfand, mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 7. Hilf das Kreuz uns tragen Und in finstern Tagen Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die lette Not, Will mit uns zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Und im Guten grünen Dem laß uns stets dienen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. B Schmold, † 1737. 136 Pfingsten. 205. Mel. Unser Herrscher, unser König. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir not; Laß den Ausfluß deiner Gaben Auch mein dürres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Rat und Stärke, Furcht, Erkenntnis und Verstand, Das sind deiner Gottheit Werke, Dadurch wirst du uns bekannt; Dadurch weißt du recht zu lehren, Wie wir Gott und Jesum ehren. 3. Teurer Lehrer, Gottes Finger, Lehr und schreibe deinen Sinn Auch ins Herz mir, deinem Jünger, Nimm mich ganz zu eigen hin, Daß ich dann von deiner Fülle Reichlich lerne, was dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe Rühren meine Zung und Mund, Daß ich ich mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; Laß es selbst mein Herz entzünden Und verzehren alle Sünden. 5. Leg hingegen meiner Seele Deine heilge Salbung bei, Daß, geweiht mit deinem Öle, Auch mein Leib dein Tempel sei; Bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, Daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir not; Laß den Ausfluß deiner Gaben Auch mein dürres Herze laben. Berlin 1713. 206. 1 Mel. Aus meines Herzens Grunde. euch ein zu deinen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thrones, Mit beiden gleich gepreist! und schmecken deine Kraft, 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Daß ich mit reinem Geiste Entsündge meinen Sinn, Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht, Mit Segen mich geschmückt, Mir schon im Wasserbade Versiegelt Gottes Gnade, Die mich im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Öle, Dadurch gesalbet ist Mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Es steiget himmelan Und hört nicht auf mit Flehen, Bis der läßt Hülfe sehen, Der allen helfen kann. Trinitatisfest. 6. Du bist ein Geist der Freuden,| Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! is 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zant, Haß, Neid und Streit; Der Feindschaft Feind du bist, Willst, daß in Liebesflammen Sich wieder thu zusammen, Was voller Zwietracht ist. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohlgefällt; So gieb doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Steh ihm und uns zur Seiten, Schmückt als mit einer Kron Die Alten mit Verstand, 207. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. 4. Mos. 6, 24-26. 10. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetet Und, was dein Herz ergößet, Aus unserm Herzen reißt. Und öffnen unsern Mund vor dir; Aus deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher Segen auf uns komm. 137 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut; kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden, XI. Trinitatisfeft. Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben In Todes Arme hin, Wenns mit uns hier wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt,+ 1676 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, Er segne uns nach Seel und Leib, Brunn alles Heils, dich ehren Vor allem Übel Tag und Nacht. Und uns behüte seine Macht wir 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht Uns leuchten laß sein Angesicht, 138 Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Trinitatisfeſt. Sein Antlig über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchfleuß Herz, Sinn und Wan208. Mel. Nun danket alle Gott. 209. del wohl, Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Mach uns deins Lobs und Segens Hallelujah! Lob, Preis und Ehr G. Tersteegen, † 1769. Sei unserm Gott je mehr und mehr Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schüßt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles lobt und preist, Was durch ihn lebt und webet; Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der werte Geist. 3. Olearius, † 1684. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, Singet: Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist Sei ewiglich von uns gepreist, dall Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Trinitatisfest. Laß mich wahre Freudigkeit Zur Herrlichkeit erforen. Und im Herzen Zeugnis haben, und ich wahre Freundin haben, Dem Himmelreich uns zugeführt, rt, Schauet, Daß du stets nach deinem Willen Wollest meine Bitt erfüllen. Schauet: 1 3. Schrader, † 1737. Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna. siC 211. 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; Er forget für uns, hüt und wacht,:,: Es steht alles in seiner Macht. Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelsschar Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen, Amen. Klinget, dis ads stup ni Singet, Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! B. Craffelius, † 1724. 139 HUMER 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, 210. Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Sende, Bater, deinen Geiſt, Da ich vor dein Antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Ich im Geist und Wahrheit bete; Lehre mich, dich recht erkennen Und dich Abba, Vater nennen. 2. Mein Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich bet in deinem Namen, Daß, was Gott verheißt in dir, Mir auch werde Ja und Amen; Sprich für mich und laß mich sehen Dich zur Rechten Gottes stehen. 3. Heilger Geist, erleuchte mich Und entzünde mein Verlangen, Daß ich Gottes Huld durch dich Voller Inbrunst mög empfangen; Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen Aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben Für uns, die wir warn verloren, Am Kreuz gestorben und vom Tod:,: Wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schöne, Die ganz Christenheit auf Erden Sie all Sünd vergeben werden; Hält in Einem Sinn gar eben; Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem Elend ist bereit:: Uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, † 1546. 140 XII. Kirche. Kirche. 212. Christe, du Beistand deiner Kreuz- Der Glieder Einigkeit. gemeine, Eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine; Steure den Feinden, ihre Blutgerichte :,: Mache zu nichte.:,: 2. Streite doch selber für uns Hordsol arme Kinder, Wehre dem Teufel, seine Macht Jebbat ding lid en verhinder; Alles, was kämpfet wider deine Glieder, :,: Stürze darnieder.:,: 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit ge= währe; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen :,: Gieb zu genießen.:,: 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Herde, :,: Himmel und Erde.:,: M. A. v. Löwenstern, † 1648. 2. Erinnre deine kleine Schar. Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war 213. Der er Mel. Nun sich der Tag geendet hat. du noch in der letzten Nacht, Eh du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht So schön gepredigt haft: N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. 214. og drif Off Pi. 46. Ein feste Burg ist unſer Gott, Ein gute Wehr und Waffen, Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jezt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren, Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teubunnfel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht: er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein Dank dazu haben; Kirche. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, † 1546. 215. ze Pf. 67. Es wolle Gott uns gnädig ſein Und seinen Segen geben; Sein Antlig uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Heiden alle, Und alle Welt die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter biſt Und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wällen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! Dr. M. Luther, † 1546. 141 216. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich! Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone! 3ion, fühlest du der Schlangen Stich, Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Wenn sie dich sucht groß zu machen, Achte nichts ihr Gut und Geld, Nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, das, was gut scheint oder schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, Dringe ein, dringe ein! 142 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet; Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, Laß nicht lau und träg dich finden; Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! 3. E. Schmidt, † 1745. Kirche. 217. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. $ 1. 87. Gottes Stadt steht fest gegründet Auf heilgen Bergen, es verbündet Sich wider sie die ganze Welt; Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird an ihr mit Staunen sehen, Wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels Ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! died Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! J119 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, Macht ihre Riegel stark und fest, Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwenglich dem zu loh. nen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, Wie trägt er mit Geduld qui ind i b All die Seinen: Gottes Stadt, Du reiche Stadt, monist tiste Die solchen Herrn und König hat! THE ONE In dir gepredigt, wie auf Erden 3. Große heilge Dinge werden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klarheit Die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort Das teuerwerte Wort Ewger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, Die fernsten Völker werden komHSG men und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch predgen lasſen. Was einst für alle Welt geschehn Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. ris@ 5. Darum stellet ein die Klagen, Man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahls Voll Erstaunen wird man schauen, Wie Gott sein Zion mächtig bauen Und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hins Für die Heiden; Es kommt ihr Tag, Sie werden wach, adi Toll Und Israel folgt ihnen nach. Kirche. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vom Reigen, Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, Von aller Not Erlöst nur Einer, Zions Gott. Ph. Spitta, † 1859. paras ndrout 3 218. Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. Großer Immanuel, schaue von oben Deiner Gemeine Bedrängnis und Not; Sieh deiner Feinde vermessenes Toben Und die Gefahr, die dein Erbteil bedroht: Wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, Wollen dein Wort und dich selber uns rauben. 2. Ist nicht die Macht des Verderbens gedrungen Bis in der Deinen geheiligten Kreis? Seelen, die früher so eifrig gerungen, Lassen jetzt nach in gottseligem Fleiß. Etatt des Verlangens nach ewigen Gütern Herrschet die Welt in den schwachen Gemütern. 143' 3. Oft wird im Herzen der Glaube geboren, Aber er stirbt, weil ihm Nahrung gebricht; Lebt er auch, hat er die Kraft doch verloren, Völlig zu dringen durchs Finstre zum Licht, Freudigen Mutes dich, Herr, zu utes di bekennen. Menschenfurcht höret man Weißheit jett nennen. 4. Tief ist in Trauer die Kirche versenket, Die uns als geiſtige Mutter ge biert, Tief durch die Trennung so vieler gekränket; Einheit im Geiste sich täglich verrung liert. Viele sich scheiden und viele sich spalten, Weil man die Liebe so läffet erfalten. 5. Du, der da sizet dem Vater zur Rechten, Herrschend und waltend aus himmlischer Höh, Gieb, daß im Kampf mit den feindlichen Mächten Glauben und Liebe und Kirche bea ſteh. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren Laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit Dring in das Dunkel der Seelen hinein, Daß sich die Liebe entzünd an der Wahrheit, Enger sich schließe der Christen Verein. 144 Du bist der einzige Hirte der Herde: Gieb, daß sie selber auch Eine nur werde. Nach Ch. A. Bernstein, † 1699. Kirche. 219. Mel. O du Liebe meiner Liebe. erz und Herz vereint zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh, Laffet eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu: Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gottesfinder, Und erneuert euren Bund, Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund. Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er dort sein Blut;" Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. D du treuster Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war, Und daß, wie du Eins mit ihnen, Also sie auch Eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 5. Friedefürst, laß deinen Frieden Stets in unsrer Mitte ruhn, Liebe, laß uns nie ermüden, Deinen selgen Dienst zu thun. Denn wie kann die Last auf Erden Und des Glaubens Ritterschaft Besser uns versüßet werden, Als durch deiner Liebe Kraft? 6. Liebe, hast du es geboten. Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflammc, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von Einem Stamme Stehen auch für Einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nach N. 2. Graf v. Zinzendorf.+ 1760 220. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem GnadenDie in Irrtum verführet sein; schein, Auch die, so heimlich noch nicht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad Und sein verwundt Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. Kirche. 145 4. Den Tauben öffne das Gehör,| Wie man der Lieb im Streit ver Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. od thun gißt, Im Unverstande brennet, Wie alles in Verwirrung geht, Sich ohne Not entzweiet. Da eins das andre nicht versteht, 5. Erleuchte, die da sind verblendt, Bring her, die sich von uns getrennt; Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, † 1647. 221. Mel. Ach Gott vom Himmel fieh darein. 咀 Vater der Barmherzigkeit, Der du dir deine Herden Gesammelt zur Apostel Zeit Und herrlich lassen werden, Du hast durch deines Geistes Kraft Die große Schar der Heidenschaft Zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit Des Streits und vieler Sprachen, Dadurch sie in der Welt zerstreut Sich voneinanderbrachen, Hat sie dein guter Geist geführt Und sie mit Herrlichkeit geziert In Einigkeit des Glaubens. 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit Uns, Bater, wieder gnädig Und mach uns von der Zungen Streit Hinwieder frei und ledig; Gieb, daß dein Häuflein für und für In Einem Geiste diene dir, In deiner Liebe lebe. 4. Ach schaue, wie des Satans List Sie jämmerlich zertrennet, 5. Ach Herr, hilf solchem Übel ab, Versammle deine Herde, Daß unter deines Wortes Stab Sie wieder einig werde, Daß das Band der Vollkommenbeit, Die Liebe, uns aus allem Streit In deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, Wenn Brüder sind zusammen Einträchtiglich in einem Haus Und stehn in Liebesflammen, Wenn sie im Geist zusammen ſtehn, Zu Gott in Einem Sinne flehn Und halten an mit Beten! 7. Dann fließet Gottes Geist und Gnat Von Christo zu uns nieder Auf die, so er erwählet hat, Auf alle seine Glieder; Das ist die Frucht der Einigkeit, Heil, Segen, Leben allezeit Und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, † 1716 222. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Pf. 133. Sieh, wie lieblich und wie fein Jsts, wenn Brüder friedlich sein, Wenn ihr Thun einträchtig ist, Ohne Falschheit, Trug und List. 2. Denn daselbst verheißt der Herr Reichen Segen nach Begehr K 146 Und das Leben in der Zeit Und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, Gehe auf zu unsrer Zeit; Brich in deiner Kirche an, Daß die Welt es sehen kann. Kirche. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, Mach uns alle, groß und klein, Durch dein Evangelium Ganz zu deinem Eigentum. 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, Schaue doch von deinem Thron, Schaue die Zertrennung an, Die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschenhirt, Alles, was sich hat verirrt; Laß in deinem Gnadenschein Alles ganz vereinigt sein. 7. Bind zusammen Herz und Herz, Laß uns trennen keinen Schmerz; Knüpfe selbst durch deine Hand Das geweihte Brüderband. 8. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit Sei dem Höchsten allezeit, Der, wie er ist drei in Ein, Uns in ihm läßt Eines sein! V. 1. 2. v. M. Müller, † 1704. 223. Mel. Mein Jesu dem die Seraphinen. Uns bindet, Herr, dein Wort zusammen, In der Gemeinschaft fest zu stehn, So daß der Liebe heilge Flammen Stets in den Gläubgen sind zu sehn. Wir werden durch dies Wort der Gnaden Auch zur Gemeinschaft jener Schar, Die längst vor uns hienieden war, Gelockt und kräftig eingeladen. 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, Ist Christus und sein teures Blut; Das einzge Ziel, worauf wir sehen, Ist Christus, unser höchstes Gut. Die einzge Regel, die wir kennen, Ist sein lebendig kräftges Wort; Nach keinem Mann, nach keinem Ort Soll je sich die Gemeinde nennen. 3. Was für ein reich beseligt Leben, Mit Gott und seinem heilgen Geist Durch Christum in Gemeinschaft schweben Und haben, was er uns verheißt! Was glühen da für selge Triebe! Hier schüttet in sein geistlich Haus Gott seine Gnadenfülle aus; Hier wohnet er, die ewge Liebe! 4. Ja uns liebt Gott als seine Kinder, Schenkt uns den Geist, der: Vater! schreit; Des Sohnes Treue schmückt uns Sünder Mit ewiger Gerechtigkeit. Und tritt der Geist mit seinem Öle Des Friedens und der Freud hinzu: O dann erquickt uns Trost und Rub, Und neue Kraft stärkt Leib und Seele. 5. Die sich nach Einem Meister nennen, Stehn alle auch für einen Mann; Vergebens will der Feind sie tren nen; In einem greift er alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen Und siegen in des Heilands Kraft; Denn er will von der Brüderschaft Der Heilgen auch nicht einen missen Kirche. 6. So wallen die verbundnen Herzen Durchs Thränenthal ins Vater225. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme Versüßen sich der Erde Schmerzen, Wachet auf, erhebt die Blicke! Eins reicht dem andern seine Hand. Und wollen sie einander dienen, So sehn sie mit des Glaubens Blick Auf Jesum und ihr wahres Glück: Sie sind in ihm, er ist in ihnen. Nach 3. L. Allendorf,+ 1773. 224. Mel. Kommit her zu mir, spricht Gottes Sohn. Verzo erzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir recht wird angst und bang; Es wird nicht lange währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach Ist Gottes, dem befiehl die Rach Und laß du ihn nur walten; Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg wolln wir erlangen. M. Altenburg, † 1640. ( Gustav Adolfs Feldlied.) 147 Laut mahnen uns die Weltgeschicke, Es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, Die uns vereint zu schönem Bunde, zu thun, was uns der Herr gebot. Laßt nicht die Hände ruhn, Auf, laßt uns Gutes thun Allen Menschen Im rechten Geist, Doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Väter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreu verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden! Wie lange soll sich noch gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hülf herbei! Es rudert froh und frei, Wenn ihm Liebe Die Segel schwellt, Hin durch die Welt: Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Glaubensmacht; Werdet müde nicht im Werke, Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag; Reift doch die Frucht Im Sonnenglanz: Dec Erntefranz Wiegt auf die Mühe voll und ganz K2 Kirche. 148 4. Wachet auf! Die Zeit zum Wachen Soll alle Glieder munter machen, Und feines trete scheu hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, Und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort Und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht; Es trüget nicht: inst Der Herr ist unsre Zuversicht! K. R. Hagenbach, † 1874. 226. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. Wenn Christus seine Kirche schüßt, So mag die Hölle wüten; Er, der zur Rechten Gottes sitt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mächtig nah; Gebeut er, stehts da. Er schüßt seinen Ruhm, Sein Volk und Eigentum; Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott siehts, wenn Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören Und den Gefalbten, seinen Sohn, Nicht wollen gläubig ehren. Sie weichen vom Wort, Vom Herrn, unserm Hort, Sein Kreuz ist ihr Spott; Doch richtet sie einst Gott, Sie mögen sich empören. 3. Der Spötter mag die Wahrhtheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Frevler mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Preis dir, Jesu Christ! Wer dein Jünger ist, Dein Wort herzlich hält, Dem kann die ganze Welt Die Wahrheit nimmer rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm ver traut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr Zebaoth Hält fest sein Gebot, Giebt Hilf in der Not Und Kraft und Mut im Tod; Was will uns dann erschrecken? Nach Ch. F. Gellert, † 1769. misvahelio 227. Wo Gott der Herr nicht bei uns W. die Somn dric hält, Wenn unsre Feinde toben, Und er nicht unsrer Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben, Wo er Israels Schuß nicht iſt Und selber bricht der Feinde Liſt, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiz anfäht, Soll uns billig nicht schrecken: Er sizet an der höchsten Stätt, Der wird ihrn Rat aufdecken: Wenn sie's aufs flügste greifen an, So geht doch Gott ein andre Bahn; Es steht in seinen Händen. 3. Aufsperren sie den Rachen weit Und wollen uns verschlingen: Lob und Dank sei Gott allezeit, Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihrn Strick zerreißen gar Und stürzen ihre falsche Lehr, Sie werdens Gott nicht wehren. Kirche. 4. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen, Die Gnadenthür steht nimmer zu. Vernunft kann das nicht fassen; Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, Da doch das Kreuz hat neu geborn, Die deiner Hülf erwarten. 5. Die Feind sind all in deiner Hand, Dazu all ihr Gedanken, Ihr Anschlag ist dir wohl bekannt: Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht, Aufs künftge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden Hast du, Herr Gott, gegründet; Dein Licht laß uns helle werden, Das Herz in uns entzündet In rechter Lieb des Glaubens dein, Bis an das End beständig sein: Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, † 1555. 228. Jef. 49, 14-16. Bion ion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er ihm erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, 149 Der läßt sich vergebens suchen Jegt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jeßt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, 3war du bist jetzt die betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; Doch stell alles Trauern ein: Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Mutterfinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Du hast mir mein Herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blen: den, Der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Wie der Säugling ohne Sorgen Ruht in seiner Mutter Schoß, Bist auch du in mir geborgen, Meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, Keine Not, Gefahr und Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden: Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, † 1647 150 XIII. 229. Mel. Valet will ich dir geben. Der er du in Todesnächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt, Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan: Dir stimmen unsre Zungen Ein Hallelujah an. Mission. 2. Jm Himmel und auf Erden Ist alle Macht nur dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden Bu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Hinaus zu streun dein Feuer Ins große Völkerheer. 4. O sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran: Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd ein Feuer an! Chr. G. Barth, † 1862. Niffion. 230. Mel. Jesus meine Zuversicht. Eine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Herde, Mach dich auf und werde Licht, Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden: Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an des Lebens Quelle; Jhu umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; Rauscht, verdorrcte Gebeine, Macht dem Bundesengel Bahn; Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Mission. Licht und Wahrheit, Fried und Wonne. Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. F. A. Krummacher, † 1845. In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. 231. Mel Wachet auf, ruft uns die Stimme. Einer ists, an dem wir hangen, Glanz der Gerechtigkeit, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut; Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat; Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel; Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus; Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl 151 Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten woh: nen, Von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Zeuch uns voran Und mach uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan! A. Knapp, † 1864 232. Mel. Nun komm der Heiden Heiland 791 mit den Deinen jetzt zu dir: Jesu, bittend kommen wir Hör auf unser kindlich Flehn, Was wir bitten, laß geschehn. 2. Jesu, ziehe bei uns ein, Laß uns ganz dein eigen sein; Schenk uns allen deinen Geist, Den dein teures Wort verheißt 3. Weck die tote Christenheit Aus dem Schlaf der Sicherheit. Überall im ganzen Land. Mache deinen Ruhm bekannt Kräftig schallen weit und breit, 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit Allen Heiden werde kund Deiner Gnade Friedensbund. 5. Thu der Völker Thüren auf Deines Himmelreiches Lauf Hemme keine List noch Macht, Schaffe Licht in dunkler Nacht 152 Mission. 6. Gieb den Boten Kraft und Mut, Glaubenshoffnung, Liebesglut; Laß viel Früchte deiner Gnad Folgen ihrer Thränensaat. 7. Zion, danke deinem Herrn! Was du bittest, thut er gern; Ja er kommt mit seinem Reich: Was ist seinen Freuden gleich! 3. F. Bahnmaier+ 1841. 233. Mel. Errett mich o mein lieber Herre. daß doch bald dein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme in Öst und Jeßt hier, jetzt dort, West Dir, dem für uns erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freu234. denfest. 3. Und noch entzünden Himmels- Hei willkommen, Davids Sohn, funken 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starter Gotteshauch, Dein Feuermeer ström nicht ver: gebens, Ach zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heilgen Flam: men Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze, weite Welt Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. schmerz; 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe Und sondern ab, was unrein ist, Und mehren jener Flamme Triebe, Die dir nur glüht, Herr Jesu Christ. Der in seines Vaters Namen So manches falte, tote Herz Sich erhebet auf den Thron Und machen Durstge freudetrunken Über Jakobs Haus und Samen, Und heilen Sünd- und Höllen- Welchem Gott ein Reich bestimmt, Dem die Reiche dieser Erden Alle müssen dienstbar werden, Das kein Ende jemals nimmt. 5. Erwecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar. 9. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. 3. 2. Fricker,+ 1766. 2. Sei gesegnet, teures Reich, Das ein solcher Herr befizet, Dem kein Herr auf Erden gleich, Der das Recht mit Nachdruc schüßet. Schwinge dich mit Macht empor, Groß durch Frieden, reich an Freuden, Mission. Unter Juden, unter Heiden Strahl in hellem Glanz hervor. 3. Deines Königs Majestät Müsse jedes Volk verehren, Und so weit die Sonne geht, Müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund Mache zum Verdruß der Feinde Und zur Freude seiner Freunde Seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an Unter deine Unterthanen; Ich will dir, so gut ich kann, In mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist Zu den ungezählten Reihen, Die das Hosianna schreien, Wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich Wird bei euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, Kommt und küßt den Sohn der Liebe. Ach daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 3. 3. Rambach, † 1735. 235. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Walte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat, 153 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes That Ewig weggenommen hat, 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein: Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. Weithin wogt das weiße Feld; 6. Auf zur Ernt, in alle Welt! Klein ist noch der Schnitter Zahl Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Laß die Völker allzumal Weck zum Werke Lust und Mut, Schauen deines Lichtes Strahl. 3. F. Bahnmaier, † 1841 236. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern Was rührt so mächtig Sinn und Herz? Was hebt die Blicke himmelwärts? Wem schallen die Gesänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, Vereinigt durch des Glaubens Band, Der Völker frohe Menge. Schöpfer! Heiland! Geist der Wahrheit! deine Klarheit füllt die Erde, Daß sie glaub und selig werde. 2. Ein himmlisch Feuer ist ent flammt 154 Mission. Durch dich, der aus dem Himmel| Durch alle Länder dringen. stammt Mit Kraft von oben angethan, Laß sie bekämpfen Sünd und Wahn Und Heil den Völkern bringen. Eins nur Wolle Ihre Seele; dich nur wähle, dir nur traue, Wer da hilft am großen Baue. Und uns zum Himmel leitet; Es glüht gewaltig fort und fort, Wo sich dein seligmachend Wort In Lauterkeit verbreitet. Glaube, Liebe Füllt die Seelen, die dich wählen, läutert, reinigt, Bis in dir sich alles einigt. 3. Herr, du giebst Sieg, dich preisen wir, Der kalte Nordpol glüht von dir, O Licht, das allen scheinet! Des Negers Sklavenkette bricht, Der Inseln Menge jauchzt dem Licht, Das alle Völker einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern Siehet man das Kreuz nun schimmern. 4. Des blutgen Halbmonds Licht erbleicht, Des Ostens falscher Schimmer weicht Vor deiner Wahrheit Sonne. Schon blickt mit reuiger Begier Ein Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, Ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle Aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, Wird auch Jakob Heil erlangen. 5. Dein Geist erfüll die Boten all, Laß ihres Wortes Freudenschall 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht Und heilge dir die Herzen; Verleih zu jedem Opfer Mut, Für dich zu wagen Gut und Blut, Zu dulden Hohn und Schmerzen. Hilf uns, Heiland, Und vermehre dir zur Ehre deine Herde, Bis dein Reich vollendet werde. 3. F. Bahnmaier,+ 1841. 237. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Bieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade Und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, Gehts unter Sonnenschein und Stürmen Getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern Spät und frühe! Vergeßt uns nicht In seinem Licht, Und wenn ihr sucht sein Angesicht G. Knat, 1878. Wort Gottes. XIV. Bort Gottes. 238. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns erlöschen nicht. 2. In dieser letzten bösen Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und SakraBehalten rein bis an das End. ment 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, Auf dieser Erd ist keine Ruh; Viel Sekten und groß Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, 239. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, träg und kalt; Pf. 12. Gieb Glück und Heil zu deinem Ach Gott, vom Himmel sieh darWort, ein Damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord; Gieb deiner Kirche Gnad und Huld. Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen eigne Weisheit her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 155 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truh Und deiner Kirche wahrer Schuß; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts andres suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort Und darauf gläubig fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. N. Selnecker, † 1592 Und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen: Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch verloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Wiß erfindet; Ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: trop! wer wills uns weh. ren? 156 Wort Gottes. Wir haben Recht und Macht allein, Was wir sehen, das gilt gemein: Wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret: Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur sie: benmal Bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden: Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen Gschlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, † 1546. 240. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen; Erquickt durch ihn Laß jedes blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Reil, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreiſe. Es führt auch Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Ho Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte: Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens, Ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens bund, Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. Wort Gottes. 7. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillenme Und dir dein Reich zu füllen. K. B. Garve, † 1841. Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Stürzen wollen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gieb Eintracht deinem Volk auf Erd; Steh bei uns in der lezten Not, Leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, † 1546. 242. Mel. Ach Gott und Herr. 241. Erhalt uns, Herr, bei deinem Zur Ewigkeit Wort Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken; Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 157 3. Wo hätt ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verständ ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; Daß diese Zeit Mir sei von dir gegeben. 5. Dein ewgen Rat, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen: Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn Ist meines Heils Geschäfte, Durch meine Müh Vermag ichs nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hasts uns gegeben: Es sei mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, † 1769. 158 Wort Gottes. 243. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schaß erhalte mir; Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und zugleich zu deinen Füßen Siten, wie Maria that. N. L. Graf v. 3inzendorf, † 1760. 244. Diel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Himmelsgabe, du Gotteswort, Des Lebens Leuchte, des Glaubens Hort, Heilshelm, Schwert des Geistes, bald Sturmesbrausen Und bald sanftwehendes Friedenssausen! Hallelujah. 2. Frohlockt ihr, denen es offenbart Und als Kraft Gottes bewähret ward! Wo dies Wort nicht waltet, ruhn Todesnächte, Und trostlos schleppen der Sünde Knechte Ihr Elendsjoch. 3. Herr, laut erschalle dein Gna: denwort Durch alle Kreise der Erde fort, Daß die Todesschläfer ringsum erwachen: Dein Wort kann Steine lebendig machen Mit Geisteskraft. 4. Es eil und siege mit hellem Schall mit deines Heeres Drommetenhall, Daß zu Boden stürzen des Satans Mauern: Nur Gottes Tempel und Wort soll dauern In Ewigkeit. K. B. Garve, † 1841. 245. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Teures Leures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt; In dir treff ich alles an, Was zu Gott mich führen kann 2. Will ich einen Vorschmack haben Von des Himmels Seligkeit, So kannst du mich herrlich laben, Weil bei dir der Tisch bereit, Der mir lauter Manna schenkt Und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Öffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht er wägt, Was für Schäße Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. Wort Gottes. 4. Laß mich stets in diesen Schranken Sonder eitle Sorgen sein; Schließe mich mit den Gedanken In ein stilles Wesen ein, Daß die Welt mich gar nicht stört, Wenn mein Herz dich reden hört. 5. Gieb dem Saatkorn einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. 6. Was ich lese, laß mich merken; Was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gieb, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei. 7. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richtschnur gehn; Was ich hier zum Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat und That In den größten Nöten hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu nachzufolgen, sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, Schleuß den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh, Bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmold, † 1737. 246. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wir Was geistlich ist, untüchtig; ir Menschen sind zu dem, o Gott, 159 Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausge= fandt Propheten, deine Knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein heilger Will und Rechte; Zum letzten ist dein einger Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, Laß uns dabei verbleiben Und gieb uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Es gern annehmen jederzeit Mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud COVE Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Schar Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött samt ihnen gar Mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; Wort Gottes. 160 In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Sam, so in die Dornen fällt, Von Sorg und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten, fruchtbarn Lande Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden, Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden; 247. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde, Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Rott aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg überall Und böse Lüste dämpfen. Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen, Erhalt es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not. Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. Predigtamt. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr Dein Wort sich weit verbreiten; Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten; heilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. D. Denice,+ 1680. Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll göttlich tiefer Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt: Herr, segne seine Werte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, Hilf ihm Wort Gottes. Thun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit Gieb uns ein Herz, das folgsam lehrt, hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegen führen. Du hast die Seelen all gezählt, Du willst es nicht, daß eine fehlt, Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Biet die Hände, daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir befunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, Wir heißen dich willkommen gern In Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ewgen Vaterland: Gott mit dir! Amen, Amen. Mit dir Gehn wir Durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. 3. K. Bickel,+ 1809 161 248. Mel. Dir, dir Jehova will ich fingen. ach auf, du Geist der ersten Der Wächter, die auf Zions MauZeugen, ern stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. Osiehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig darum anzuflehn, Drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. Herr, gieb dein Wort mit groLaß sie mit Kraft Evangelisten ſein; Ben Scharen, Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. L 162 Wort O breite, Herr, auf weitem Erdenfreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach daß die Hülf aus Zion käme, O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme, O würd es doch nur bald vor Abend licht! den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! Ach reiß, o Herr, 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein, Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein; Ja wecke doch auch Israel bald auf, Und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beffre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufen hindern kann, Das räume bald aus jedem Wege; Gottes. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn; Von Mietlingen mach deine Kirche frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoch und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein; 249. Mel. Jesus meine Zuversicht. Ach wie heilig ist der Ort, Ach wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort, Hier erhöret Gott Gebete, Hier erschallet Gottes Wort; O wie heilig ist der Ort! Ja size du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer viel und Beter sein, Die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter bist, Du wirst der Menschheit Jammer wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ift. Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn K. H. v. Bogatty, † 1774. Weihe des Gotteshauses. 2. Heil war in des Zöllners Haus, Weil er Christum aufgenommen; Und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, Daß sie auch sein Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hieher Diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, Wort Gottes. Der sich uns will offenbaren, Woher hätten wir den Geist, Der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön Sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn, Hier erlangt man zum Gewinste Einen Schab, der ewig währt, Den kein Raub noch Rost verzehrt. 5. Bleibe bei uns, lieber Gast, Speis uns ferner mit dem Worte, Das du uns gegeben hast. Herr, laß auch an diesem Orte Deine Kirche feste stehn, Bis die Welt wird untergehn. B. Schmolck, † 1737. 250. Kommt ber. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Lommt her, ihr Christen, voller Freud, Erzählet Gottes Freundlichkeit, Kommt her und laßt erklingen Die Stimm des Dankens unserm Gott, Laßt uns dem Herren Zebaoth Mit frohem Munde singen. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen mislin Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 2. Wir gehn in diesem Gotteshaus Ein Jahr nun wieder ein und aus Und hören da verkünden Den edlen Schat, das Gnadenwort, Das uns erschließt des Lebens 11509790 Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. CREA 3. Da sehen wir mit Freuden an Die Dienste, die man leisten kann Dem Herrn in seinem Tempel; Da hört man mit Verwundern zu, Was Gott für große Thaten thu Und Wunder ohn Exempel. Singet, Bringet 163 Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 4. Da kommt die Christenheit zu Hauf Und opfert Gott sich selber auf Zum Dienst und Wohlgefallen; Da ist Gebet und andres mehr, Was Gott gereicht zu Lob und Ehr; gottbeliebtes Wallen! Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 5. Da wird Gerechtigkeit gelehrt, Da wird Gottseligkeit gehört, Da wird der Glaub entzündet; Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche di Zucht Und was noch mehr des Geistes Frucht, Wird alles da gegründet. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen ou Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 6. O große Wohlthat, die Gott thut, Oheilges, gnadenreiches Gut! 22 Taufe und Konfination Krmt her, Emmt, leve Sheiten. Bringer Schöne Weißen, laßt uns reifer Gottes Gaben Die wir hier gemeſsen haben. 7. Ja, der du hier haft Feur Dein Name wird billig hoch geehrt O Gott von großen Thaten! Gelobt sei Gott an diesem Ort, Allwo sein heilig teures Wort Bisher so wohl geraten. Nach seines Vaters Willen, Von Sankt Johanns die Taufe nahm, XV. Taufe und Konfirmation. Taufe. Sein Amt recht zu erfüllen; Da wollt er stiften uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden, Ersäufen auch den bittern Tod Durch sein selbst Blut und Wunden: Stürne Bajer, hit uns majer Suttes Saben Die wir hier genuifen haben 251. Sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Christ unser Herr zum Jordan Ein neugeborner Mensch er heißt, fam Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. Es galt ein neues Leben. 2. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Saß uns auch eining für und für Wher zusammendommen Femahr die Kirch und die Gemein So werden die die Frommen Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verlorn in Sünden ist, Schöne Weisen und dich greifen um die Gaben, Die sie zu genießen haben. 3. Chr. Arnschwanger, † 1696 3. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen; Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi, Und ist für ihn ein rote Flut, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, † 1546. Taufe und Konfirmation. 252. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Der vom Kreuze du regiereſt Und Davids Kron und Scepter führest, Hort Abrahams und Jakobs Fels, Laß die Wolken Gnade regnen, Streck aus die Priesterhand zum Segen Und thue wohl, Fürst Israels! Sieh an dies arme Kind, In Sünden tot und blind, Jesu, Jesu! Nimms gnädig ein Zum Busen dein Und hauch ihm Geist und Odem ein. 2. Tauf es selbst auf deinen Namen, Gebier es neu zu deinem Samen, O komm mit Wasser, Geist und Blut! Zähl es unter deine Erben, Schenk ihm die Frucht von dei nem Sterben, Versenks in deine Gnadenflut. Als Lohn für deinen Schmerz Nimms hin, du Heilandsherz, Jesu, Jefu! Sprich: Du bist mein, Und bind es ein Ins Bündlein der Lebendgen dein! ( Nach der Taufe.) 3. Herr, dir ists nun übergeben, Nun grün es auf mit deinen Reben Und werde start in deinem Licht! Halts in deines Bundes Schranken, Und möcht es weichen, Herr, und wanken, Ach deine Gnade wanke nicht! Holdselger Bräutigam, Barmherzig Gotteslamm, 165 Halt ihm Treue! Wie's immer geh, Dein Bund besteh; Dein Lieben heißet Je und Je." F. W. Krummacher, † 1868. 253. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Gott ott und Vater, nimm jegund Dieses Kind von unsern Armen; Nimm es auf in deinen Bund Und erzeig ihm dein Erbarmen, Daß es alle Lebenstage Deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, Treuer Jesu, von den Sünden; Laß in seiner Taufe Flut Den geerbten Fluch verschwinden Und sein Leben auf der Erden Deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geif Schenk ihm deine Gnadenkräfte; Treibe, wie dein Bund verheißt, Selbst in ihm des Heils Geschäfte, Daß dies Kind an Jesu Leibe Ein lebendig Glied stets bleibe. 3. 3. Spreng, † 1768. 254. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Dott Vater, höre unsre Bitt, Teil diesem Kind den Segen mit, Erzeig ihm deine Gnade; Es sei dein Kind: Nimm weg die Sünd, Daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf Durch dieses Bad der heilgen Tauf Zu deinem Glied und Erben, 166 Taufe und Konfirmation. Damit es dein Mög allzeit sein dog Im Leben und im Sterben. 3. Und du, o werter heilger Geist, Samt Vater und dem Sohn gepreist, Wollst gleichfalls zu uns kommen, Damit jekund In deinen Bund Es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, Dir sei Lob, Ehr und Dank bereit Für diese große Güte. Gieb, daß dafür Wir dienen dir, Vor Sünden uns behüte. 3. Bornschürer, † 1677. nian 255. Indor Nach der Taufe. nl Miel. Gott des Himmels und der Erden. Guter Hirt, der seine Herde Mit dem eignen Blut erfauft, Daß dies Kind dein eigen werde, Ward es heut auf dich getauft Und im heilgen Wasserbad Eingetaucht in deine Gnad. 2. Schaff ihm nun ein Herz, ein neues, Und gieb ihm gewissen Geist, Daß es stets als ein getreues, Stilles Lamm dich liebt und preist Und, von Weltlust unbethört, Stets auf deine Stimme hört. 3. Und wenn sichs von dir verirrte In des Lebens Wüstenei: Geh ihm nach, du treuer Hirte, Daß es unverloren sei; Und am Ende seiner Bahn Trag es felig himmelan! 3. Sturm,* 1816. 256. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben: Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm das Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe. 5. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen: Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. B. Schmold, † 1737. Taufe und Konfirmation. Konfirmation. So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 257. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 258. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Könnt ichs irgend beſſer haben Ich bin getauft auf deinen NaAls bei dir, der allezeit 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihn nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, So in Freude wie in Leid. Bei dir bleib ich, dir verschreib ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 167 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, Wenn es einst will Abend werden, Und die Nacht herniedersteigt; Wenn mein Aug wird dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reiſt. Ph. Spitta, † 1859. men, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt; Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Not und Bein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; 168 Taufe und Konfirmation. Nimm mich, dein Kind, zu Gna-| An des Altares Stufen den an, Und sag: o Liebe, du bist mein, Wenn ich hab einen Fall gethan. Ich will dein Kind auf ewig sein. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besiz von meinem Sinn: Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß meinen Vorsag nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Ďalt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt: So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. 3. I. Rambach, † 1735. 259. Mel. Ewigkeit du Donnerwort. Ich bin in dir und du in mir: Nichts soll mich, ewge Liebe, dir In dieser Welt entreißen. Auf Erden, wo nur Sünder sind, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, O laß michs ewig heißen Und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Friedensbund. 2. Ich bin in dir und du in mir: Dreieinger Gott, du hast zu dir Mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, Ergreif ich heut voll Innigkeit 3. Ich bin in dir und du in mir: Noch wohn ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle. daß, was ich dir heut versprach, Mir gehe tief und ewig nach. 4. Ich bin in dir und du in mir: Komm, Herr, mir deine Tugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und Not, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög im Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leiden, sterben, auferstehn. A. Knapp, † 1864. 260. Mel. Jesu meines Lebens Leben. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der bei menschlichen Gebrechen Dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schäße nüße, Da ich einen Schatz befize, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange; Ich bin ein getaufter Christ Und ich weiß gewiß, so lange Dieser Trost im Herzen ist, Kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Weil das teure Wasserbad Mich damit besprenget hat. Taufe und Konfirmation. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ Und damit kann ich dich schlagen, Ob du noch so grauſam biſt. Da ich bin zur Taufe kommen, Ist dir alle Macht genommen, Und von deiner Tyrannei Machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ, Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, So versichert mich der Glaube, Daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen Mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, Schlaf ich auch auf solchem ein. Ob mir Herz und Augen brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist. E. Neumeister, † 1756. 261. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Sei Jei Gott getreu, halt seinen Bund, O Mensch, in deinem Leben; Leg diesen Stein zum ersten Grund, Bleib ihm allein ergeben; Denk an den Kauf in deiner Tauf, Da er sich dir verschrieben Bei seinem Eid, in Ewigkeit Als Vater dich zu lieben. 169 2. Sei Gott getreu von Jugend auf, Laß dich kein Lust noch Leiden In deinem ganzen Lebenslauf Von seiner Liebe scheiden; Sein alte Treu wird täglich neu, Sein Wort steht nicht auf Schrauben; Was er verspricht, das bricht er nicht, Das sollst du fühnlich glauben. 3. Sei Gott getreu in deinem Stand, Darein er dich gesetzet: Wenn er dich hält mit seiner Hand, Wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad zum Schilde hat, Kein Teufel kann ihm schaden; Wo diese Wehr um einen her, Dem bleibet wohl geraten. 4. Sei Gott getreu, sein liebes Wort Standhaftig zu bekennen; Steh fest darauf an allem Ort, Laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, Muß alles noch vergehen; Sein liebes Wort bleibt ewig fort Ohn alles Wanken stehen. 5. Sei Gott getreu, der immer sich Läßt treu und gnädig finden; Streit unter ihm nur ritterlich, Laß über dich den Sünden Wär doch der Fall geschehen, Ja wider Pflicht den Zügel nicht. So sei bereit, durch Buß bei Zeit Nur wieder aufzuſtehen. 6. Sei Gott getreu bis in den Tod Und laß dich nichts abwenden; Er wird und kann in aller Not Dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich der Hölle Reich 170 Mit aller Macht gedrungen, Wollt auf dich zu, so glaube du, Du bleibest unbezwungen. 7. Wirst du Gott also bleiben treu, Taufe und Konfirmation. Wird er sich dir erweisen, Daß er dein lieber Vater sei, Wie er dir hat verheißen, Und eine Kron zum Gnadenlohn Im Himmel dir aufseßen; Da wirst du dich dann ewiglich In seiner Treu ergößen. M. Franck, † 1667. 262. Mel. Seelenbräutigam. Don des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. S. Marot, 1865. 263. Mel. Jesu der du meine Seele. Wandelt glaubend eure Wege, Gott sei eure Zuversicht! Seid befohlen seiner Pflege, Scheut auch seine Prüfung nicht. Treffen Schmerzen euch und Leiden, Trübt euch schwerer Kampf die Freuden: Seid voll Glaubens! Kampf und Leid Führen euch zur Seligkeit. 2. Wandelt liebend eure Wege, Lieb ist Christi neu Gebot; Daß sie stets in euch sich rege, Schaut auf seinen heilgen Tod. Schaut der Liebe Sieg im Sohne; Denkt der euch verheißnen Krone, Die aus lichter Ferne schon Beut der treuen Liebe Lohn. 3. Wandelt hoffend eure Wege In des Geistes Freudigkeit; Und daß niemand Zweifel hege, Ob sein Wirken wohl gedeiht! Treu nur müßt ihr sein und beten, Und der Geist wird euch vertreten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, Bis euch Gott zu sich erhebt! I. H. v. Aschen, † 1842. Abendmahl. XVI. Abendmahl.89 264. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Bang und doch voll selger Freuden Komm ich, Herr, auf dein Gebot Und gedenk an deine Leiden Und an deinen Kreuzestod. Mittler, der du für uns starbst Und ein ewig Heil erwarbst, Komm mit deines Todes Segen Meiner Seele jetzt entgegen. 2. Nimmer könnt ich Gnade finden Vor des Heilgen Angesicht; Du nur tilgest meine Sünden Und befreist mich vom Gericht. Und dies Mahl aus deiner Hand Ist mir stets ein neues Pfand, Daß mein Herz darf mit Vertrauen Fest auf Gottes Gnade bauen. 3. Möcht ich, Jesu, nicht vergebens Mich zu deinem Tische nahn! Möcht ich dieses Brot des Lebens Nicht mir zum Gericht empfahn! Nein, dies Mahl erwecke mich, Inniger zu lieben dich Und mit heilgem Ernst zu meiden, Was mich je von dir kann scheiden. 4. Diesen Vorsaß, den ich fasse, Präge tief dem Herzen ein, Daß ich nimmer von dir lasse, Keinem folg, als dir allein. Ziehe selbst mich ganz zu dir; Deine Gnade sei mit mir, 171 Daß ich alle Macht der Sünde Als dein Jünger überwinde. 5. Sollt ich dennoch wieder fehlen, Wollst du mir zur Seite stehn; Sollt ich falsche Wege wählen, Eile dann, mir nachzugehn. Suche den Verirrten auf, Lenk zur Buße meinen Lauf, Daß ich in des Vaters Armen Gnade finde und Erbarmen. 6. Ewig, Herr, will ich dir danken, Daß dein Tod mein Leben ist; Daß auch, wenn wir Schwache wanken, Du der Deinen Stärke bist. Dir, der keinen je verläßt, Dir vertrau ich froh und fest, Du wirst mich stets freundlich leiten Und zum Himmel zubereiten. Nach B. Münter, † 1793. 265. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Deutsch seit 1526. 172 Abendmahl. 266. 267. Gott sei gelobet und gebenedeiet, Mel. Freu dich sehr o meine Seele. uns Mit seinem Fleische und mit seier err, du hast für alle Sünder nem Blute, Einen reichen Tisch gedeckt, Das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison! Herr, durch deinen heiligen LeichWo das Brot der armen Kinder Nach des Vaters Liebe schmeckt; Heute nun bin ich dein Gast, Wie du mir befohlen haſt: Laß mich nicht mit argem Herzen Deine große Huld verscherzen. nam, Der von deiner Mutter Maria fam, Und das heilige Blut, Hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrie eleison! 2. Der heilge Leichnam ist für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder that Und bezahlt unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis nicht gereue. Kyrie eleison! Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, Der uns geb, zu halten rechte Maß, Daß dein arm Christenheit Leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, † 1546. ( V. 1 vor 1500.) 2. Heilige du mein Gemüte, Alles Arge treibe aus, Daß auch meines Herzens Hütte Werde dein geweihtes Haus; Denn ich hoffe nur auf dich, Liebster Jesu, höre mich Und laß deinen Tisch auf Erden Mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Hilf mir, daß ich recht bedenke, Wie der Herr sein Fleisch und Blut Seinen armen Knechten schenke, Und was deine Liebe thut, Und verleihe, daß ich nicht Eß und trinke zum Gericht, Was du, Jesu, für mein Leben Zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, Daß ich gläube recht und schlecht, Und erwecke mein Verlangen, Wenn mein Fleisch den Eifer schwächt, Gieb Empfindung meiner Not Und Begierde nach dem Brot, Welches allen Hunger stillet Und das Herz mit Gott erfüllet. 5. Bist du doch der Fürst des Lebens, Abendmahl. Jesus ist der Name dein, Nimmermehr kannst du vergebens Für die Welt gestorben sein; Drum erhöre, was ich bitt: Teile mir dich selber mit Und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, Nähr uns auch durch deine Kraft, Und weil alles da verloren, Wo nicht Jesus Hülfe schafft, Laß dies Brot und diesen Wein Meines Herzens Manna sein, Daß die Wirkung dieser Speise Künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken Und die Güter jener Welt; Oder wenn mich Furcht und Schrecken, Angst und Schwachheit überfällt, So verschaffe mir dein Blut Einen wahren Freudenmut, Daß ich meinen Trost im Glauben Mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen 173 Wir kommen, deinen Leib und Blut, 268. Herr Mel. Mein Herzensjesu, meine Luft. O err Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden: Wie du uns hast geladen, Zu deiner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit Zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke; Schenk uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. 1713. 269. Deinen herben, bittern Tod; Laß mich auch niemanden hassen, Der mit mir genießt Ein Brot. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Nimm mich ganz vollkommen ein, Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Bis ich werde bei dir sein Und die Fülle deiner Gaben, Meinen Gott und alles haben. C. Neumann, † 1715. Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet: Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen hei lig leben, Solches wollest du uns geben. 174 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel, Dir Wohnung da zu machen. Drum uns ein solches Herz verleih, Abendmahl. Das von der Weltlieb ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrot Im Glauben stillen unsre Not, Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen Und folgends aus dem Jammerthal Eingehen in des Himmels Saal, Da wir Gott werden schauen Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Giebs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, All Böses darum meiden. arse Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Bernh. v. Derschau, † 1639. 270. d Mel. An Wasserflüssen Babylon. ch komme, Herr, und suche dich, Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getröſten. Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seiner Tafel hier Abendmahl. Dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft Und du wirst dem, der dich erfauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligfeit, Bewahr es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben: Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Ch. F. Gellert, † 1769. 175 Daß auch der Dank, der mich erfüllt, In aller Dank sich mische. 271. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ch komm jetzt als ein armer Gast, Herr, zu deinem Tische, Den du für mich bereitet hast, Daß er mein Herz erfrische, Und wenn mein Sehnen ist gestillt, 2. Du selber sprichst in deinem Wort: Ich bin das Brot zum Leben; Dies Brot treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank: wer glaubt an mich, Dem will ich jetzt und ewiglich Der Labung Fülle geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie läsfest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle hast bereit, So deiner Hut vertrauen. 4. Jch armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide; Dein Lebensmanna speise mich Zum Trost in allem Leide; Es tränke mich dein teures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach laß mich sein befreiet Von meiner schweren Sündenpein Und schenk den Lebenstrank mir ein, Dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirt in mir Die ungefärbte Reue, Auf daß mein Herz sich für und für Vor aller Sünde scheue; Abendmahl. 176 Fach in mir, Herr, den Glauben an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, Daß ich die Welt verlasse Und deine Treu und Brudergunst In dieser Speise fasse, Daß durch dein Lieben Lieb in mir Zu meinem Nächsten wachs herfür, Ich auch den Feind nicht hasse. 8. So komm nun, o mein Seelenfreund, Laß in mein Herz dich schließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint Und will von keinem wissen, Als nur von dir, o Gotteslamm, Dieweil du mich am Kreuzesstamm Aus Not und Tod gerissen. 9. O liebster Heiland, habe Dant Für deine Gnavengaben, Für deine Speise, deinen Trank, Die mich erquidet haben. Mit Himmelsgütern wirst du mich, O Lebensfürst, einst ewiglich In deinem Reiche laben. 3. Sieber, † 1695. 272. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Jesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, Der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: Wer kann fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder Fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen: In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hülfe finden; Meine Schulden willst du decken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig selges Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, Willst du fest im Glauben machen, Ladest mich zu deinem Tische, Daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, Ist dein Blut für mich geflossen; So gewiß ich Brot empfangen, Werd ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, giebst den Reben Saft und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, Reiche, gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeit zu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund erneuet, Und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, Was du liebest, will ich lieben, Stets von dir mich leiten lassen; Nie durch Untreu dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; Schwer ist, was ich dir verspreche. Werd ich dir auch Glauben halten Und im Guten nie erkalten? Osteh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke; Hilf, daß ich die Lust zur Sünde Durch dich kräftig überwinde. Abendmahl. 7. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut der Tag schon käme, Keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sündern, Mache sie zu Gottes Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben. 8. Komm, die Juden und die Heiden, Jesus Christus, bald zu weiden, Daß Ein Hirt sei, Eine Herde!! Bald aus allen Völkern werde! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren! Nach 3. C. Lavater, † 1801. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, Wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; 177 Er ist auf der Himmelsreise Täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen, Hier schenkt er sich ganz zu eigen: Nimmer will ichs nun verschweigen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. BIJUR 4. Ach wie werd ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht verschwunden, 19 E 273. 5. O ich Armer, ich Verlorner, Ich in Sünden schon Geborner, Was wollt ich vom Troste wissen, Wäre dies mir weggerissen, Mel. Schmücke dicho liebe Seele. Komm, mein Herz, in Jesu Lei- Daß ich einen Heiland habe, den Strömt auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier dein sehnlich Dürsten An dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, Mich in seinem Heile labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenſtabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist, als Heil und Leben. Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst geſtiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt in Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Der mit seinen Todeswunden Die Erlösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, M 178 Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. Abendmahl. 274. do 5 Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 8. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, Kommt her, ihr seid geladen, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, Der die arme Seele labe, Muß nicht dies mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er gebietet mir zu essen, Meines Jammers zu vergessen, Er gebietet mir zu trinken Und in Freude zu versinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja zur Nahrung und zum Leben Mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nie vergessen, Daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe; Wenn mich Sünd und Hölle ado12 schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 11. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. E. Woltersdorf, † 1761. Der Heiland rufet euch, Der treue Herr der Gnaden, An Huld und Liebe reich; Der Erd und Himmel lenkt, Und wunderbar gestalten, Will Gastmahl mit euch halten Was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, Und werft die Angste weg; Kommt her, versöhnte Kinder, Hier ist der Lebenssteg. Empfangt die Himmelslust, Die heilge Geistesspeise, Die auf verborgne Weise Erquicket jede Bruſt. 3. Kommt her, betrübte Seelen, Die Not und Jammer drückt, Mit Gott euch zu vermählen, Der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab Der Sünde bange Säumnis, Empfanget das Geheimnis, Das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Treue, So lockst du mich zu dir! O wunderbare Weihe, So nahst du dich zu mir! Ich soll der Sünden Tod In deinem Blute trinken, Vergessen und versinken In deine Liebe, Gott! 5. Wonne kranker Herzen, Die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, Getröstet ist der Gram; Was von dem Himmel fleußt, Hat lieblich sich ergossen; Mein Herz ist gar durchflossen Vom süßen Liebesgeist. Abendmahl. 6. Drum jauchze, meine Seele, Hell aus der Sündennacht; Verkünde und erzähle Die tiefe Wundermacht, Die unermeßlich süß, Ein Born der Liebe, quillet Und jeden Jammer stillet, Der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, Drum jauchze deinem Herrn; Verkünde und erzählen Die Gnade nah und fern: Den Wunderborn im Blut, Die selge Himmelsspeise, Die auf verborgne Weise Dir giebt das höchste Gut. 01 E. M. Arndt, † 1860. 275. Mel. Erquicke mich du Heil der Sünder. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In einem Testament vermacht: Es preisen gläubige Gemüter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge: Wird dein Gedächtnis bei uns neu, 179 Und daß die Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden Und neue Lebensströme fließen Uns zu von deiner Lieb und Treu. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. In deinen blutgen Wunden finden. dsi2 4. Dies Brot kann wahre Nah196 grung geben, Dies Blut erquicket unsern Geist; Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube dich geneußt: Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf- und Glaubenswerke. 5. Wir treten in die engsten Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein: Der Geist muß mehr zusammen fließen, Da wir Ein Fleisch und Blut ge= nießen. 6. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, schwach heitvoll, Daß unser Fleisch, das Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll, Nach diesem kurzen werdest geben. uns ein Leben 7. O teures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl_gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist ver pflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freu to por den. 3. 3. Rambach, † 1735. M2 3. Es wird dem zagenden Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß unser Schuldbrief sei zer- do riffen, 180 Abendmahl. 276. by Mel. Jesu Christ meins Lebens Licht. Jesu, du mein Bräutigam, Der du aus Lieb am Kreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abendbid adunkovrsinen mahl, Verderbt durch manchen Sündenfall, Ich bin frank, unrein, nackt und bloß, Blind und arm; ach mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht. Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich In meiner Schwachheit, heile mich: Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die schöne Glaubenskerz; Mein Armut in Reichtum verkehr Und meinem Fleische steur und wehr, 6. Auf daß ich dich, du wahres Brot Der Engel, wahrer Mensch und Gott, Mit solcher Ehrerbietung nehm, Wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glauben 1970nm zier, Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb, was mir nüß zu Seel und Leib, Was schädlich ist, fern von mir treib, Komm in mein Herz, laß mich 19thum mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner Mahlbsc zeit Kraft Das Bös in mir werd abgeschafft, Erlassen alle Sünd und Schuld, Erlangt des Vaters Gnad und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, Die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsaß, den ich führ, Durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Ruh Und Friede christlich bringen zu, 12. Bis daß du mich, o Lebensfürst, Zu dir in Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. 3. Heermann, † 1647. 277. Mel. Wach auf mein Herz und finge. 咀 Jesu, meine Wonne, Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Dies himmlische Ergößen Und diese teuren Gaben, Die uns gestärket haben. Abendmahl. 3. Wie soll ichs dir verdanken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, u Ja selbst dich mir geschenket. 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank ich für dein Sehnen Und heiß vergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben, Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jest schmecket mein Gemüte Dein übergroße Güte; no Dies teure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die kräftge Himmelsspeiſe, Wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich noch in mir finde, Aus meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben; Was kannst du Wertres geben? 11. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 12. Nun kann ich nicht verderben, Drauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, DJesu, dich zu sehen. Joh. Rift,+ 1667. 181 278. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Taris Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jest Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten; Säume nicht, ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: o Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nicht mehr lassen. reforma 3. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen; Ach wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten; Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine! 4. Beides, Wonne und auch Bangen, Fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise Macht, daß ich voll Staunen merke, Und die unerforschte Weise Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht kann ergründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, bice Kann dies Wunder nicht erreichen, 182 Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! Abendmahl. 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, Hier fall ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig haft dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jett fann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, † 1677. 279. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Tretet retet her zum Tisch des Herrn, Gott hat euch geladen; Eure Herzen sein nicht fern Von dem Mahl der Gnaden! Betet, wacht, Habet acht, Was euch Gott wird geben Zu dem ewgen Leben. 2. Kommt in Reu und wahrem she chin Leid Über eure Sünden; Demut und Gottseligkeit Lasset bei euch finden. Schlagt die Brust, Des bewußt, Was ihr habt verschuldet, Eh ihr Straf erduldet. 3. Geht heran, schön angethan Mit dem Glaubenskleide: Solche Gäste nimmt Gott an, Sie sind seine Freude. Nehmt die Speis, Gleicherweis Trinkt sein Blut vergoffen, O ihr Tischgenossen. 4. So ihr würdig eßt und trinkt Von dem Brot und Weine: Solches Sakrament euch bringt Lebenstrost alleine. Danket Gott, Liebt in Not, Lebt als Gottes Kinder, Werdet nicht mehr Sünder. 5. Jesu, Jesu, höchstes Gut, König aller Frommen, Laß doch deinen Leib und Blut In mein Herze kommen Seliglich, Das bitt ich, Herr, in deinem Namen Hochgelobet, Amen! 01 troll Nach Joh. G. Müller, † 1745. 280. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Wie heilig ist die Stätte hier, Wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, Den ich jetzt offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn, Abendmahl. Vom Himmel bin ich nicht mehr fern Und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, Dies reiche Gnadenzeichen, Vor dem des Herzens Angst und Not Und alle Qualen weichen! O Brot, das meine Seele nährt, O Manna, das mir Gott gewährt, Dich will ich jest genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, Der mein Verlangen stillet, Der mein Gemüt mit Lob und Dant Und heilger Freud erfüllet! O Lebenstrant, o heilges Blut, Das einst geflossen mir zu gut, Dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein, Welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, Mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, Daß ich in Jesu leben soll, Und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz Zu einer heilgen Stätte, Igen Stätte, geweiht Damit der Herr der Herrlichkeit An mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, An welchem Jesus fort und fort Aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heilge mich; Was sündlich ist, vertreibe, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt Und laß dein heilig Ebenbild Beständig an mir leuchten. 183 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, Du hast dich mir gegeben. Will ich nun immer leben. In dir, der mich so hoch beglückt, Laß mich, mein Heiland, allezeit, Von nun an bis in Ewigkeit Mit dir vereinigt bleiben! mas V. E. Löscher, † 1749. 281. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie lieblich ist dein Liebesmahl! Da seh ich, mit was Angst und Qual Die Liebe dich umhüllet; Da werd ich, als aus deiner Hand, Mit deinem teursten Gnadenpfand Erquickt, mit Lust erfüllet, Wenn du, Jesu, In Erbarmen dich der armen Seele schenfest Und an deinen Eid gedenkest. 2. Ich hab den festbeſchwornen So oft gerissen in den Grund und mein Gelübd verlassen. Die Schuld ist groß, der Glaube klein, Doch willst du mir versöhnet sein Und nimmermehr mich hassen. Dein Wort, Mein Hort, Bleibt beständig, wie abwendig ich gewesen: Ich soll durch dich neu geneſen. 3. Drum sinkt vor dir ein ledig Herz, Das nichts dir bringt als Sündenschmerz, In Selbstverdammung nieder. 184 Ich bin mir selber gram, daß ich, Mein Schaß, so oft verlassen dich, Ich komm in Demut wieder. Willig Bin ich, Buße. Dir aufs neue Huld und Treue zu verschreiben, Wenn dein Geist mich nur wird treiben. 4. Stärt meinen Glauben, um das Kleid Der ewigen Gerechtigkeit Freimütig anzuziehen. Ich komm in fester Zuversicht, Dein Bundessiegel fehlt ja nicht, Du hast es mir verliehen, Daß ich Fröhlich Hier erscheine, und durch deine offnen Wunden Hab ich freien Zutritt funden. TRISH 5. Von dir hab ich das Priestertum, XVII. 282. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu solcher Zeit Bis an der Erden Enden Und wollt los sein Des Elends mein, Würd ich es doch nicht wenden. Daß ich ins innre Heiligtumo Darf unverhüllet gehen. Den Vorhang riß dein Tod ent: zwei, Ich darf als Bundsgenosse frei Vor deinem Antlig stehen. Grämen, Schämen Hat ein Ende, weil die Hände sind durchgraben, Die für mich bezahlet haben. 6. Gieb nur, daß so, wie sich für jett Mein Herz in deiner Füll ergößt, Es in dir möge bleiben; Und daß den Vorsab, den ich hab Erneuert, keine Furcht, kein Grab, Noch Hölle mag vertreiben. Ich will Nun still An dir hangen, dich umfangen; tausend Welten Können gegen dich nichts gelten. Fr. Ad. Lampe, † 1729. Butke. 3. Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht: Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, Daß Straf und Bein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hie fort, Nur schone dort, Laß mich nicht ewig büßen. 5. Gieb auch Geduld, Vergieb die Schuld, Schaff ein gehorsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil, Durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir Wie's dünket dir, Ich will es gerne leiden; Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Liebe scheiden. M. Rutilius,+ 1618. Ach was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, Es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. Buße. 2. 3war es haben meine Sünden Meinen Jesum oft betrübt, Doch weiß ich, daß er mich liebt Und er läßt sich gnädig finden; Drum ob mich die Sünd ansicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 283. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wandern Ach was soll ich Sünder machen, zu des Himmels Freudenpfort, Der mich ihm wird einverleiben, Nehmen in sein Freudenlicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Flitner, † 1678. 3. Ob auch schweres Kreuz und Leiden, Wie's bei Christen oft entsteht, Mit mir hart darniedergeht, Solls mich doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben 185 5. Sterb ich bald, wird meine Seele Nichts, als flüchtger Nebel ist, Da wir hier zu aller Frist Mit dem Tode sind umgeben; Und wer weiß, was heut gebir schicht? Meinen Jesum laß ich nicht. Los der Welt Beschwerlichkeit, Ich ruh bis zur vollen Freud, Weiß, daß in des Grabes Höhle Jesus bleibt mein helles Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wieder leben, Denn er wird zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit Und sie mir aus Gnaden geben; Muß ich schon erst vors Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 284. Allein zu dir, Herr Jesu Chriſt, Mein Hoffnung steht auf Erden; Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden: Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann, Ich ruf dich an, Du bist allein der rechte Mann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen, Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen Und zeig mich deinem Vater an, Daß du genug für mich gethan, So werd ich los der Sündenlast: Herr, halt mir feſt, Wes du dich mir versprochen hast. Buße. 186 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich; Am letzten End dein Hülf mir send, Polic Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte, Und Gott dem werten heilgen Geist, Der uns allzeit sein Hülfe leist, Damit wir ihm gefällig sein Hier in der Zeit Und einst auch in der Ewigkeit. 3. Schnesing, † 1567. 285. En Mel. Herzliebster Jesu was haft du verbrochen. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen Ruf ich zu dir in meinen Sünden3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, Und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden; Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Übertretung sehen, Wer wird bestehen? Dich treu zu ehren. Higt 4. Verzeihe mir in Christo meine abrigom Fehle; Dein harrt im Glauben meine müde Seele. Laß Trost und Ruh, um des Verföhners willen, Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen Hoff ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden Gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; Sie ist viel größer als dein Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bösen Son Gewiß erlösen. Nach F. K. v. Moser, † 1798. 286. Pf. 130. O mache mich, Gott, meines Rum: Aus tiefer Not schrei ich zu dir, mers ledig Herr Gott, erhör mein Rufen, Dein gnädig Ohr neig her zu mir Und meiner Bitt es öffne! Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, Buße. Die Sünden zu vergeben, Es ist doch unser Thun umsonst, Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort: Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die moun Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist geboren ward, Und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden siviel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, † 1546. 287. 187 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein; dll Wollt ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum muß ich es nur be kennen: Herr, err, ich habe mißgehandelt, Ja mich drückt der Sünden Last, Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast, ba Und jetzt wollt ich gern aus Herr, ich habe mißgethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen: Ach nimm mich zu Gnaden an, Laß die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen weiten Meer, Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. O daß meine Augen wären Thränenquellen Tag für Tag! O daß ich mit heißen Zähren Möcht betrauern meine Schmach! Laß mein Weinen, laß mein Flehen Steigen, Herr, zu deinen Höhen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, Wirf sie in die tiefe See, Wasche mich von meinen Sünden, Mache mich so weiß wie Schnee, Laß den guten Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu bleiben. 3. Frand, † 1677. 288. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Herr err Jesu Christ, du höchstes Gut, sur bour trbins Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. Du Brunnquell aller Gnaden, Buße. 188 Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, Nimm sie von meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit Todesschmerzen: Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh Und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, Was ich von je begangen, So fällt mir aller Mut dahin, Und bin mit Furcht umfangen. Ja ich weiß weder aus noch ein Und müßte ganz verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Klingen, Daß mir das Herze wieder lacht Und froh beginnt zu singen, Weil Gnade uns dein Wort verheißt Für die, die mit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, fommen. 5. So komm ich jetzt zu dir allhie In meiner Not geschritten Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab gesündigt. 6. Vergieb mir doch, o Herr mein Gott, Um deines Namens willen. Du wollst in mir die große Not Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut, Heil mich durch deine Wunden, Wasch mich mit deiner Gnade Flut In meinen lezten Stunden Und führ mich einst, wenn dirs gefällt, Im rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. B. Ringwaldt, † 1599. 289. BR Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich armer Mensch, ich armer Sünder, Steh hier vor Gottes Angesicht, Ach Gott, ach Gott, verfahr ge linder Und geh nicht mit mir ins Ge richt. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 3. Hör, ach erhör mein sehnlich Schreien, Du allerliebstes Vaterherz: Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meiner Seele Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, Lohne Und handle nicht nach meiner Sünd; Buße. O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, Sprich, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 6. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhört von deiner Gnad und Treu, Weil sich der Trost im Herzen ud mehret, Drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. Chr. Tieße, † 1703. done, sid 290. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Ich will von meiner Miſſethat Zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hülf und Rat Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 189 3. Herr, flopf in Gnaden bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer theird bu 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht Sein Elend recht empfinden, Bleibt ohne deines Geistes Licht Blind, taub und tot in Sünden; Verkehrt ist Herz, Verstand und Chun: Des großen Jammers komm mich nun, O Vater, zu entbinden. Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich angewandt Den Reichtum deiner Gnaden. Mein Leben dank ich deiner Hand, Die hat mich reich beladen Mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, Du machst, daß mir noch keine Not Bis hieher können schaden. 5. Haft auch in Christo mich erwithin wählt Tief aus der Hölle Fluten, Daß niemals mir es hat gefehlt An irgend einem Guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Hast du mich auch aus großer Treu Gestäupt mit Baterruten. 6. Bisher hab ich in Sicherheit Fein unbesorgt geschlafen, Gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, Mein Herz will mir zerspringen, Ich sehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen; Es regt sich wider mich zugleich Des Satans und der Hölle Reich, Die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich bei DE 30 dir ein, Ich flieh zu deinen Wunden, Buße. 190 Die du, o Heiland, wegen mein Am Kreuze hast empfunden, Als unser aller Sünden Müh Dir, o du Gotteslamm, ward hie 3u tragen aufgebunden. 9. Wollst mich durch deines Todes radu Pein Und durch dein heilig Leiden Von allen meinen Sünden rein, In deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Laſt Erquick, was du zermalmet haſt, Mit deines Trostes Freuden. 10. So angethan will ich mich hin Vor deinen Vater machen; Ich weiß, er lenket seinen Sinn Und schaffet Rat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischeslust und Welt Und Satan uns für Neße stellt, Die uns zu stürzen wachen. FALE COMER 11. Wie werd ich mich mein Le ben lang Vor solcher Plage scheuen Durch deines guten Geistes Drang, Den du mir wollst verleihen, Daß er von aller Sünden List Und dem, was dir zuwider ist, Helf ewig mich befreien. Luise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg, † 1667. 291. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf, Zu Jesu macht euch eilig auf, Mühselig und beladen! Er öffnet sein erbarmend Herz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm zu dem, der helfen in di amin019 mism kann, Such Ruh in seinen Armen; Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein erbarmen. 3. Verlässet wohl ein treuer Hirt Sein Schäflein, wenn es sich verirrt? Er sucht es mit Verlangen; Er läßt die andern alle stehn, Dem Einen sorglich nachzugehn, Das Eine zu umfangen. THE 4. So sucht der Heiland Jesus Christ Die Seele, die verloren ist, Bis daß er sie gefunden. Ach laß dich finden, wenn er lockt, O Sünder, bleibe nicht verstockt, Noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Mühselig komm ich, arm und bloß, Ach laß mich Gnade finden! Verloren war ich und verirrt; Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt Und tilge meine Sünden. 6. Laß mich dein Schäflein ewig sein, Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben; Laß mich verleugnen Welt und Sünd Und als ein wahres Gotteskind Dein Himmelreich ererben. 7. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab, Und in dem neuen Leben In heiliger Gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 2. Laurenti, † 1722. 292. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten duh ing det kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden. In ihrer tiefen Seelennot, Wenn das Geset Verdammnis droht, mah Wenn sie verklaget das Gewissen, Und sie der Gnade Kraft vermissen, Sehn sie die Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. Buße. 2. Sein überschwenglich liebend Herz Trieb ihn von seinem Thron zur Erden; Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, Ein Tilger ihrer Schuld zu werden; Er senkt sich ganz in ihre Not Und schmeckt für sie den bittern Tod. Nun, da er hat sein eigen Leben, Sie zu verföhnen, hingegeben Und für die Welt genug gethan, So heißts: Er nimmt die Sünder an. 3. Nun nimmt er auf in seinen Schoß Die bangen und verzagten Seelen; Er spricht sie von dem Urteil los 191 Und endet bald ihr ängstlich Quälen; Es wird ihr ganzes Sündenheer Wie in ein unergründlich Meer Durch sein Verdienst hinabgesenket, Sein Geist wird ihnen dann geschenket Zum Führer auf der Gnadenbahn: Mein Heiland nimmt die Sün: der an. 4. So bringt er sie dem Vater hin, Trägt sie in seinen treuen Armen, Das neiget dann den Vatersinn Zu lauter herzlichem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, Und alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Die Pforte zu dem ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach allen Sündern sehnet, Wenn sie noch in der Irre gehn, Wenn schon ihr Auge vor ihm thränet! Er stredt die Hand nach Zöllnern aus, Er scheut nicht ihr verachtet Haus; Den reuevollen Magdalenen Stillt er so mild die heißen Thränen, Gedenkt nicht, was sie sonst gethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Betrum an, Obgleich sein Fall ihn tief be trübet. Seht, wie er Feinde lieben kann, Da seinen Mördern er vergiebet! Buße. 192 Wie huldvoll macht am Kreuz sein Mund Dem Schächer Gnad und Leben fund! Obgleich die Jünger ihn verlassen, Gilt er, sie liebend zu umfassen; Sie dürfen dem Erstandnen nahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Und dies hat er nicht nur gethan, Da man ihn sah auf Erden wallen; Noch jest nimmt er die Sünder an Und läßt sein Gnadenwort erschallen; Denn ewig bleibet er sich gleich, An Lieb und an Erbarmen reich. Wie er war unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. So komme mit gebeugtem Geist, Wen seine Sünde tief betrübet, Zu ihm, der keinen von sich weist, Der reuevolle Sünder liebet. Wie? willst du nicht dein Heil verstehn, Mutwillig noch verloren gehn, Nachdem der Retter dir erschienen? Willst du noch jeßt der Sünde dienen? Du wirst doch gnädig angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht: Wie hat er dich gelockt mit Flehen, Wie lang sich nach dir umgesehen! So komm denn, Sünder, komm heran: Mein Heiland nimmt die Sünder an. bückt, Komm nur, wie er dich heißet kommen; Wenn auch die Last dich niederdrückt, 10. Sprich nicht: ich fündigte zu schwer, Ich bin zu sehr mit Schuld beladen, Für mich ist keine Rettung mehr, Mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wenn du es jetzt nur redlich meinst, Nur ernstlich deinen Fall beweinst, So laß die bangen Zweifel schwinden, Du wirst vor ihm noch Gnade finden. Er hilft, wenn niemand helfen fann: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 11. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, Jest muß ich noch die Welt ge= nießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und tritt zum Gnadenstuhl hinzu. Wer auch das Heute nur verträumet, Hat leicht die Gnadenzeit versäumet, O nein, verlaß die Sündenbahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm nur mühselig und ge- Ihm wird hernach nicht aufge than: Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 12. O zeuch uns alle recht zu dir, Holdselger Heiland aller Sünder, Erfüll mit himmlischer Begier Uns, die von Gott gewichnen Kinder. Beig uns bei unserm Seelenschmerz Dein unaussprechlich liebend Herz, Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt JeL. F. F. Lehr, † 1744. Ma statish 293. Buße. 294. Mel. An Wasserflüssen Babylon. fus an. König, dessen Majeſtät Weit über alles steiget, D Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. frommer und getreuer Gott, Ich hab gebrochen dein Gebot Und sehr gesündigt wider dich, Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, Nicht Lust hast an des Sünders Tod, Und ist dein herzliches Begehr, Daß ich mich wieder zu dir kehr: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, Ich armer Sünder zu dir komm Und bitte dich durch Christi Tod Und seine heilgen Wunden rot, 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, Der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit Mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld Budecken alle meine Schuld; So werd ich arm verlornes Kind Ledig und los all meiner Sünd. 6. Jch will, o Herr, nach deinem Wort 193 Mich bessern, leben fromm hin fort, Damit ich mög nach dieser Zeit Gelangen zu der Seligkeit. Berlin 1648. Dem Erd und Meer zu Dienste steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichfeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deine Hülf und Gnad, Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Flecken bin, Und Sünde meinen ganzen Sinn Zum Guten macht unthätig, Vor dir, du reines Himmelslicht: So schlag ich nieder mein Gesicht Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drum schlag ich reuig an die Bruſt Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, N Bije. 194 Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Abba, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind, Der ists, bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben: Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig; Und will es nicht fort wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Stero di ben ruht Allein auf deiner Gnade; Mir geh es böse oder gut, Gieb nur, daß mir nichts schade. Kommt dann das lebte Stündman lein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den lebten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! V. Löscher, † 1749. dos 295. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. D Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir 10 schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich,& Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rat In allem, wo mirs fehlet; Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon, Sieh an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Bitt du den Vater, daß er mir Daß ich nicht müß verderben; Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust ansicht, Laß mich von dir nicht wanken; Verleih, daß nun und nimmermehr Die blinde Lust nach Geld und Ehi In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Buße. Daß ich des Satans Truß und List Durch Christi Sieg mag dämpfen; Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der lette Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. Hannover 1646. and e 296. bir il be Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Pf. 51, 12-14. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz ist ganz verderbet; Es fühlet von der Sünde Schmerz, Die ihm ist angeerbet, Und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der wie du sei gesinnet, Der dir stets anhang allermeist Und, was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut Und übe Glauben in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, Ob ich es gleich verdienet, Mich, allerliebster Vater, nicht, Weil Jesus mich verfühnet; Laß nimmer, nimmer, nimmermehr Mich, dein Kind, also fallen sehr, Daß du es von dir würfest. 5312 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, Den bösen Geist vertreibe, Damit er mich nicht nehme dir, Ich stets dein sei und bleibe. Beherrschet mir Herz, Sinn und Mut Der heilge Geist, so ist es gut Im Leben und in Sterben. 195 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, Hilf und vergieb die Sünden; Wenn meine Seele suchet dich, So laß dich von ihr finden Und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, Darinnen Trost und Hülfe ist Wider Sünd, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch Mit seinem Freudenöle, Damit nicht der Verzweiflung Joch Verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, Ach laß mich deine Freude sein Und führe mich zur Freude! 2. Elisabeth v. SchwarzburgRudolstadt, † 1672. 297. Mel. Vater unser im Himmelreich. Hef. 33, 11. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sünden halte still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht: zur Buß ist noch wohl Zeit; Ich will erst fröhlich sein auf Erd; N 2 Buße. 196 Wenn ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seelen selbst nicht schont, Dem wird mit Ungnad einst ge= lohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt; Daß du mußt sterben, ist dir fund, Verborgen ist des Todes Stund." 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, Eh morgen kommt, kanns ändern sich: Wer heut ist frisch, gesund und rot, Ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. 3. Heermann, † 1647. 298. Mel. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. Por or dir, Herr Jesu, steh ich hie, Ich beug in Demut meine Knie Und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Missethat Zum Tode mich verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich fest glaube und dabei Im Herzen habe wahre Reu Herr Jesu Christ, das dank ich dir,:,: Ich will mich bessern, hilf du mir! Görlitz 1611. hip 299. Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen weder aus noch ein Und finden weder Hilf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich rufen an, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz, Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung: 4. Die du verheißest gnädiglich All denen, die drum bitten dich. Wir flehn im Namen Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, Und flagen dir all unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns davon aus Gnaden los; Buße. Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir dafür Hernach mit Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, 1569. Ach Herr von großer Güt und Treu, 300. Mel. Wer nur den lieben Gott laßt walten. Gesunde Luft, wohlfeile Zeit, Wir liegen hier zu deinen Füßen, Daß Lieb und Treu einander küf sen Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, Ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht: Ach geh nicht mit uns ins Gericht. nutrition 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, Und ist Nur tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ja du hast noch ein Vaterherz, Drum sich doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne 197 Schreit für uns um Barmherzigfeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade haft erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt 5. Ach laß die wohlverdient Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß Und mach uns aller Plagen los 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen Und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Hut 7. So wollen wir dir Opfer brin gen Und deine sein mit Leib und Seel; Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und dein erlöstes Israel Stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! B. Schmold. † 1737 301. Mel. Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünder Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, Auf dein Gebot und Rat Kommt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte: Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 198 3. Durch dein unschuldig Blut, Vergossen mir zu gut, Wasch ab all meine Sünde, Mit Trost mein Herz verbinde, Der Schuld nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versente. Glaube. 4. Du bist es, der mich tröst, Weil du mich selbst erlöst; Was ich gesündigt habe, Hast du verscharrt im Grabe; Da hast du es verschlossen, Da to'rds auch bleiben müssen. 5. Jst meine Sünde groß, Werd ich doch ihrer los, Wenn ich dein Kreuz umfasse Und mich darauf verlaſse: Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 6. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, XVIII. 302. Mel. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren. 1. Kor. 3, 22. Alles ist euer, o Worte des ewigen Lebens! Fühle sie, gläubige Seele, voll heiligen Bebens: Alles ist dein! Irdischen Menschen allein Tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen; Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Troß bald schweigen. 8. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben, Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 9. Führ auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, † 1647. Glaube. Wallt er gleich dürftig und einsam din traurigen Wüsten, Findet er gleich Thoren geachtet und reich, Nie kann nach Eitlem ihn lüsten. 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen: Wohl ihm, er faßt Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen! 4. Alles, was Freude gewähret Jisim irdischen Leben, Glaube. Alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod in the m Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer, ihr Christen; vom Himmel hernieder Schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder. Höret, er spricht: Fürchte, du Häuflein, dich nicht, Alles ist euer, ihr Brüder! 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen, Fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen: Droben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht; Dort ist das Alte vergangen. 7. Die ihr mit Christo einst herrschet, singt Lieder der Feier: Freut euch der Hoheit, die Christus errungen so teuer, Die er erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja alles ist euer. Chr. F. D. Schubart, † 1791. 303. bise Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Aus Gnaden soll ich selig wer den! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit fein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 199 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der in Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden, So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satan schaden, So oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen fann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Wort anpreist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, Denk nicht: wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Glaube. 200 Doch nimmt er nicht zu Gnaden R304. 20018 an, Wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei, Denn wenn der Sünder sich bekehret, So lernt er erst, was Gnade sei; Beim Sündgen scheint die Gnad gering: Dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenns unter Angst und heißen Schmerzen mehr hof: Nichts sieht und nichts Wo nähm ich oftmals fen kann. Stärkung on her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; Ich fühle nichts, doch mir ist wohl; Ich kenn mein sündliches Verder= Suly ben, Doch auch den, der mich heilen soll; Mein Geist ist froh, die Seele to) lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! Hör es, Sünd und Teufel; Ich schwinge meine Glaubensfahn Und geh getrost, troß allem Zweifel, Durchs rote Meer nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, Ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. L. Scheidt, † 1761. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehren: Fleid, Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich in Himmel werd ein gehn. 2. Das heilige unschuldge Lamm, Das an dem rauhen Kreuzes stamm Für meine Sünd gestorben iſt, Erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein teures Blut Das allerunschäzbarste Gut, Und daß es Gottes Schäße füllt Und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst Auch noch so treu in seinem Dienst, Gewönns auch allem Bösen ab Und fündigte nicht bis ins Grab: 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, Nicht denken mehr an gut noch fromm, Sondern: da kommt ein Sünder her, Der gern fürs Lösgeld selig wär. 6. Nun weil ich noch im Leben bin, So ist mein ganzes Herz und Sinn, Daß meinem Volk, der Christen: heit, Ich drauf will helfen aller Zeit, 7. Daß unser hochgelobter Gott Mit seines Kindes Blut und Tod Glaube. Uns also hoch geliebet hat, Daß es kein Mensch faßt in der That. 8. Gelobet feist du, Jesu Christ, Der du ein Mensch geboren biſt Und haft für mich und alle Welt Bezahlt ein ewges Lösegeld. 9. Du Ehrenkönig, Jesu Christ, Des Vaters einger Sohn du bist, Erbarme dich der ganzen Welt Und segne, was sich zu dir hält! N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. pod do 305. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Gült. 1. Tim. 1, 15. Das as ist ein teuer wertes Wort, Ein Wort, sehr lieb zu hören: Daß Jesus ist der Sünder Hort Und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranfen an, Er heilet allen Schaden; Er ist ein Gast bei jedermann, Der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, Er suchet, was verloren; Er holt zurück, was sich verirrt, Er ist zum Heil erforen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, Du hast die Schuld getragen, Du Osterlamm, du Gnadenthron, Du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 201 5. Ach gieb mir, daß ich dieſe Gnad Und meine Sünd erkenne, Daß ich, mein Hirte, früh und spat Tala Nach dir vor Liebe brenne Und denk an dieses werte Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. H. Neuß, † 1716. 306. Mel. Es ist das Heil uns kommen her Der Glaub ist eine Zuversicht Zu Gottes Gnad und Güte; Der bloße Beifall thut es nicht: Es muß Herz und Gemüte Durchaus zu Gott gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein, Ohn Zweifel, ohne Wanken. 2. Wer sein Herz also stärkt und ſteift In völligem Vertrauen Und Jesum Christum recht er: greift, Auf sein Verdienst zu bauen: Der hat des Glaubens rechte Art Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschen: wert, Der Glaube kommt vom Herren; Drum bitt, daß er in dir ihn stärk Und täglich wolle mehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; Sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn Des Glaubens sich zu rühmen Und gehn doch auf der Sünder Bahn, Glaube. 202 Das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, Sein Glaube sei nur Heuchelei, Werd ihn zur Hölle bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen, Daß sein Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten leuchte. 3. Casp. Schade, † 1698. 307. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Rim. 8, 28-30. Die Gnade geht durch Stufen Mit denen, die berufen Nach Gottes Vorsaß sind. Er hats zuvor ersehen, Sein Vorsaß muß bestehen, So wie sein Sohn ist, wird das mund Kind. 2. O großes Haupt der Glieder, Du Erster deiner Brüder: Man hats in dir allein, Berufen sein vom Sterben, Verordnet sein zum Erben, Gerecht gemacht und herrlich sein. 3. Herr Gott, auf jedem Grade Von dieser hohen Gnade Sei dir dein Ruhm gebracht. Dir singt zu deinen Ehren, Wer deinen Ruf kann hören, Dir dankt, wen du gerecht gemacht. 4. Dich rühmt, wer herrlich worden Als Glied vom Kinderorden, Auch in der Leidenszeit. Dort auf der höchsten Stufen Wird alles jauchzend rufen: Gott, dir sei Macht und Herrlichkeit! Ph. F. Hiller, t † 1769. 308. olla Röm. 5, 8-19. Durch Adams Fall ist ganz ver: derbt Menschlich Natur und Wesen; Das Gift ist auch auf uns geerbt, Wir konnten nicht genesen Ohn Gottes Trost, Der uns erlöst Von all dem großen Schaden, Seitdem die Schlang Eva bezwang, Den Zorn auf sich zu laden. 2. Doch wie wir durch des Einen Schuld In Adam all verdorben, So hat uns auch des Einen Huld In Christo all erworben; Und wie wir all Durch Adams Fall Sind ewgen Tods gestorben, Also hat Gott Durch Christi Tod Erneuert, was verdorben. 3. So Gott uns seinen Sohn geschenkt, Da wir noch Feinde waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenft, Gestorben, aufgefahren, Dadurch wir sein Von Tod und Bein Erlöst, so wir vertrauen In diesen Hort, Des Vaters Wort: Wem wollt vor Sterben grauen? 4. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rat und ewges Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem Schuß, Daß wir mit Truß An ihn fest sollen glauben; Bei seiner Wacht Kann keine Macht Aus seiner Hand uns rauben. 5. Der Mensch ist gottlos und verflucht, Sein Heil ist auch noch ferne, Der Trost bei einem Menschen fucht Glaube. Und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will Ein ander Ziel, Als diesen Tröster stecken, Den mag gar bald Des Teufels Gwalt Mit seiner List erschreden. 6. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, Wird nimmermehr zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Hat Hülfe stets zu Handen; Hab ich doch nie Im Unglück hie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt Auf Gottes Trost: Er hilft sein'n Gläubgen allen. 7. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilges Wort von meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld; In deine Huld Seß ich all mein Vertrauen; Wer sich nun feſt Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 8. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort Ein Licht, das nah und ferne Ďell scheint und mir den Weg weist fort; 203 So dieser Morgensterne In uns aufgeht, So bald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist Denen verheißt, Die Hoffnung darein haben. 2. Spengler, † 1534. 309. Luc. 10, 42. Eins ist not, ach Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch; Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersett, So werd ich mit Einem in allem ergött. 2. Ceele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in Cinem vereinet Und alle vollkommene Fülle er: scheinet: Da, da ist das beste notwendige Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seliges Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen Als sie sich zu Jesu Füßen Sich Maria dort befliß, Voller Andacht niederließ: Das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, Was Jesus ihr Heiland sie wollte belehren; 204 Glaube. Ihr Alles war gänzlich in Jesum| Mir zur Heiligung gemacht. versenkt, Was dienet zum göttlichen Wan. Und wurde ihr alles in Einem del und Leben, geschenkt: Jst in dir, mein Heiland, mir Entreiße mich aller vergänglichen alles gegeben; Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe na laufen; Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist: Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt; Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Darinnen die Demut und Einfalt regicret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigfeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, 8. Ja was soll ich mehr ver langen? Auf mich strömt die Gnadenflut; Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut: Da hast du die ewge Erlösung er: funden, Daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf, erfahre, wie ichs meine, Tilge allen Heuchelschein; Sieb, ob ich auf bösem, betrüg lichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewi gem Wege; Gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott Und Jesum gewinne: dies Eine ist 3. H. Schröder, † 1699. not. 310. s ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte: Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat für alle gnug gethan, Er ist der Mittler worden. Glaube. 2. Was Gott uns im Geset gebot, Da mans nicht fonnt erfüllen, Erhub sich Zorn und große Not, Die niemand konnte stillen; Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Den das Geset will allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn it and dabei: Gott hätts darum gegeben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sündge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich wars, dieselbe Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleisners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. 5. Noch mußt's Geset erfüllet sein, Sonst wärn wir all verdorben; Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist worden; Das ganz Geset hat er erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist Durch den, der es fonnt halten, So lerne jest ein frommer Christ Des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, 205 Leben sein, Dein Tod wird mir das Du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen; Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht wird verloren. 8. Es sind gerecht vor Gott allein, Die dieses Glaubens leben; Doch wird des Glaubens heller Schein Durch Werke kund sich geben. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Bist du aus Gott geboren. Die Lieb thut Gutes jedermann, 9. Die Sünde, durchs Gesez erfannt, Schlägt das Gewissen nieder; Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder Und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, Im Gsetz ist weder Rast noch Rub Mit allen seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen her Aus einem rechten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, Wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub ge= recht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage; 200 Wann das geschehen soll zur Freud, Sett Gott nicht Stund noch Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, Und übt an uns kein arge List: Das solln wir ihm vertrauen. Glaube. 12. Und ob er nicht zu helfen scheint, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er es am besten meint, Da will ers nicht entdecken: Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob das Fleisch spräch lauter Nein, So laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns anfangen hat, Zu Ehren seiner Majestät, Daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd uns werd; Herr, unsrer Schuld verschone, Als wir auch unsern Schuldnern thun; Laß uns nicht in Versuchung stehn; Lös uns vom Übel. Amen. P. Speratus, † 1551. mei. 311. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Gebanke, der uns Leben giebt, Wer kann dich ganz durchdenken: Also hat Gott die Welt geliebt, Uns feinen Sohn zu schenken! 2. Gedanke voller Majestät, Umringt von Finsternissen, Hoch über die Vernunft erhöht, Stillst du doch mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Noch ihren Bau ergründen, Und doch kann ich der Sonne Licht Und ihre Kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat Von Jesu Tod ergründen, Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Steh wie im Himmelsthrone; 7. Nein dieſen Troſt der ChriſtenDas täglich bio P2 mods heit Soll mir kein Spötter rauben, Ich fühle seine Göttlichkeit Und halte fest am Glauben. Der Sünder Schuld getragen, Daß er mein Gott und Heiland ist, So werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd ich irren müssen Und, wer Gott ist und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 8. Des Welterlösers Eigentum, Durch ihn des Himmels Erbe, Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb und sterbe. 9. Er hat mir seinen Geist ge fandt, Im Glauben mich zu stärken, Und bildet mich durch seine Hand Zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern Mit reinem Herzen thue, Glaube. So fühl ich eine Kraft des Herrn Und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, Und ich zum Kreuze trete, So weiß ich, daß er mein gedenkt Und thut, warum ich bete.. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Und ich ihn schauen werde, d Daß er mich einst zu sich erhebt Vom Staube dieser Erde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig sein, Für dich hier Schmach zu leiden, So müsse mich nicht Schmach noch Bein Von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, Will ich noch sterbend denken, Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken! Nach Chr. F. Gellert, † 1769. 312. midi Jun@ Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit, Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit: Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 207 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb ge beget, war, Der mir das Beste zugedacht: Als ich noch nicht geschaffen Da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben Durch seinen eingebornen Sohn; Den wollt er mir zum Mittler dir les geben, Den macht er mir zum Gnaden thron, In dessen Blute sollt ich rein, Geheiliget und selig sein. 4. Wunderliebe, die mich wählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt. Vaterhand, o Gnadentrieb, O Der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte Hinauf zu dieser Quelle ſteigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. Sindsig 6. Wer bin ich unter Millionen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Glaube. 208 Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. I'm sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schweRENA rer Leiden Der Seele Mut und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit lotside Freuden, So tröstet mich dein Angesicht: Da spür ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit: Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbteil und gelobtes Land. 11. O sollt ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, So wär ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach könnt ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan: Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 13. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist: Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und schnt sich nach der Ewigkeit. 3. G. Herrmann, † 1791. 313. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 2. Tim. 2, 8. alt im Gedächtnis Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels tom men ist, Dein Bruder hier zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut: Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht Und dir das Leben wiederbracht; Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum 900 Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für dieſe Liebe. Glaube. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen: O sorge, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. fann 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich alle ADA Mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mög und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther, † 1704. wor 314. Mel. Valet will ich dir geben. Röm. 8, 35-39. Ich bin bei Gott in Gnaden Durch Christi Blut und Tod: Was kann mir nun noch schaden? Was acht ich alle Not? bil Ist er auf meiner Seiten, Gleichwie er wahrlich ist, Laß immer mich bestreiten Auch alle Höllenlift. 2. Was wird mich können scheiden Von Gottes Lieb und Treu? 209 Verfolgung, Armut, Leiden Und Trübsal mancherlei? Mag Schwert und Blöße walten, Mag man in tausend Pein Mich für ein Schlachtschaf halten: Der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, Der mich geliebet hat, Gnug meinen Unmut ſtillen Und fassen Trost und Rat; Denn das ist mein Vertrauen, Der Hoffnung bin ich voll, Die weder Angst noch Grauen Mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben und feiner Engel Macht, Wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstentum, kein Pracht, Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die Zukunft trägt, Nichts, was da hochgelegen, Nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, Von Gottes Liebe mich Soll scheiden oder raffen; Denn diese gründet sich Auf Christi Tod und Sterben: Ihn fleh ich gläubig an, Der mich, sein Kind und Erben, Nicht lassen will noch kann. Simon Dach, † 1659. OPER 315. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich bin in allem wohl zufrieden, Befind mich ruhig und vergnügt, Weil ich hab Gottes Lieb hienieden, Mein Jesus mir im Herzen liegt, Der heilge Geist mich lehrt und leit, Und Gottes Wort mein Herz erfreut. 210 Glaube. 2. Es trobt mein Herz in mei-| Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. nem Leibe Auf Gott, weil ich sein eigen Kind. Troß dem, der mich von Gott abInd ind treibe, Es sei Welt, Satan oder Sünd: Gott ist mein Alles ohne Trug, Ich habe Gott und hab genug. 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet Und für das Leben gar der Tod, Ich bins zufrieden, weil mir wendet Zu meinem Besten alles Gott. Wie Gott will, so ist auch mein Will, Wie er es macht, so schweig ich still. 4. Um mich hab ich mich ausbekümmert, Die Sorge ist auf Gott gelegt; Ob Erd und Himmel gleich zertrümmert, So weiß ich doch, daß Gott mich trägt; Und wenn ich habe meinen Gott, So frag ich nichts nach Not und ag ich nichts Tod. 5. Solch einen Sinn laß, Gott, mich haben, Wie jest, so bis ins Grab hinein: Mit deinen Leid- und Freudengaben, Wie du sie giebst, zufrieden sein, Genießen deiner Seligkeit Zur Lebens- und zur Sterbenszeit. Ämilie Juliane v. SchwarzburgRudolstadt, † 1706. todistut 100 316. i mid Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. to Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu dem Sünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsre Herzensthür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht ver: binden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig fenten, Dem will ich mich getrost vertraun Und, wenn mich meine Sünden fränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, Seel und Leib Darf ich von keinem Troſte wiſſen Und scheine völlig ausgethan; Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß; Werd ich geängstet und zerstreut: So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich in meinen besten Werken, Glaube. Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt: So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 3. A. Rothe,+ 1758. in 317. ork Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest besteht, Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, 211 Wo Wahn die Weisen treibet, Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ewgem Grund gemauert Steht diese Schußwehr fest. Die Worte fest und klar; Es sind des Heilands Worte, An diesem Felsenhorte Halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister. Der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Seraphinen Anbetend niederknien, Um den die Heilgen dienen; Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten iſt, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Nach E. M. Arndt, † 1860. 318. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. alles im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß von keinem andern Grunde, Als den der Glaub in Christo hat; 02 212 Ich weiß von keinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rat, Als daß man elend, nackt und bloß Sich legt in seines Heilands Schoß. Glaube. 2. Ich bin zu meinem Heiland fommen Und eil ihm immer besser zu; Ich bin auch von ihm aufgenommen Und find in seinen Wunden Ruh; Er ist mein Schat, mein Erb und Teil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden Und bin in ihm gerecht und rein; Bleib ich mit ihm nur stets verbunden, Da kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an, Daher mich nichts verdammen kann. 4. Ich fühle zwar in mir noch Sün Allein die schadet mir nicht mehr, Dieweil ich mich in Christo finde; Doch aber beuget sie mich sehr, Und halt ich nichts gering und 102050 klein, Sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben, Doch gläubig und in Christi Kraft: Der alte Mensch muß täglich sterren, Der noch nicht tot am Kreuze haft; Jedoch dies macht mich arm und 1st mod diso klein Und lehrt nach Christo ernstlich phorso schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen Und seh in allem ihn nur an, Nach seinem Wink einherzugehen, Daß nichts mein Ziel verrücken fann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, Daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Jch bleib im tiefsten Demutsgrunde Christo nimmer hingehn; großen GnadenIdom bunde Und will aus Ich bleib im Der allgemeinen Liebe stehn Und hang an Christo ganz allein: Dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. Mein Jesu, laß mich in dir d) bleiben Und nie aus deinen Wunden gehn; Laß mich den Geist des Glaubens betreiben Und fest in deinem Frieden stehn, Stets wachsam, still und niedrig sein, So reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatky, † 1774. 319. Mel. Jesus meine Zuversicht. Luc. 15, 2. Jesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt; Glaube. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. is 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 0 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er e Macht aus Sündern Gottes Kinder; Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts, Ob die Sünden blutrot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Sich dennoch in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an, Mich auch hat er angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, † 1756. 320. Mel. Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31-39. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich; So oft ich ruf und bete, 213 Weicht alles hinter sich; Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott, der höchst und beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten ſteh Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd: Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem Sternensiz; Ich müßte strads vergehen Wie Wachs in Feuerhit. 5. Der, der hat ausgelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der rein mich wäschet, Macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, 10 Wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts macht hinfort mir Schmerz; Die Höll und ihre Flammen, Die ängsten nicht mein Herz; Kein Urteil mich erschrecket, 214 Rein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Glaube. Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schrecken findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht, Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchfüßet alles Leid. 11. Die Welt die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Bein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. E 12. Rein Engel, teine Freuden, Kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Herzeleid; Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 13. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel iſt. P. Gerhardt, † 1676. 321. TONTO Mel. Jesu der du meine Seele. Laß, o Jesu, mir auf Erden Meinen Ruf und Gnadenwahl Alle Tage fester werden, Daß ich mit der Deinen Zahl, Die ihr schönes Erbteil können Ewig unverwelklich nennen, Bis zu dir durch Gottes Macht Werd im Glauben durchgebracht. Chr. Gregor, † 1801. 322. Mel. Ewigkeit du Donnerwort. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, Glaube. 215 1949in( bim nicht, Daß diesen Trost der Sterblichkeit| Doch fühl ich wohl, ich bin noch Nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, Welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht Zu deiner Ewigkeit sein Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch und Staub, Nicht mehr des Todes ewger Raub: Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. mom fisk! 3. Ich bin erlöst, ich bin ein tulism i Sing Christ, Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, Hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit? Ihr seid nicht wert der Herrlich: feit, Der ich entgegenschaue. Bald ruft mich Gott und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm fest vertraue; Bald, bald verschwindet mir mein Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch Nicht mehr der Sünde schmachvoll In meinem Lauf auf Erden. Mit Freuden üb ich meine Pflicht; Was ich dereinst soll werden; Mich beuget täglich meine Schuld; Doch weiß ich auch, Gott hat Ge duld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Nur dir verdank ich meine Ruh; Denn meine Wunden heiltest du Und stilltest mein Gewissen; Und fall ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, Und seine Gnad und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung, Die Gnade wirkt Erneuerung Ich fühle, daß des Geistes Kraft Des Herzens und des Lebens.nl Den neuen Menschen in mir schafft. 8 Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jest in dieser Zeit Den Vorschmack giebt der Seligfeit, SOLE Wie sollt ich das nicht üben? Erhalte stets mein Herz dabei, So preis ich ewig deine Treu.s B. Münter, 1793. 323. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Gott, du weißt am allerbeſten, Was mir zu meinem Heil gereicht: 216 Des müsse sich mein Herz getrösten, So oft dein Rat mich niederbeugt: Auf dich allein, Herr, laß mich baun Und dir mit ganzem Herzen traun. Glaube. 2. Reiß alles weg aus meiner Seele, Was dich nicht sucht und deine Ehr; Wenn ich mir meine Schuld verbeble, So prüfe mich je mehr und mehr; Zeig mir, wie ich beschaffen bin, Und gieb mir meines Heilands Sinn; 3. Daß ich in Wahrheit könne sprechen: Du bist mein Vater, bist mein Heil, Voll Gnade heilst du mein Ge iar son brechen Und schenkest mir an Christo Teil; Du bist mein allerbester Freund, Ders allzeit herzlich mit mir meint. 4. Denn darf ich dich nur Vater nennen, O Abgrund der Barmherzigkeit, So wird mir nichts mehr schaden können, So dient zum Heil auch Kreuz und Leid. Mir wird das Bitterste versüßt, Wenn du in meinem Herzen bist. 5. Drum gieb, daß ich recht kindlich glaube, In dir getrost und unverzagt, Und nichts den selgen Trost mir raube, Den mir dein Wort hat zugesagt; Dein Geist erkläre meinem Geiſt, Was Gnad und Vatertreue heißt. 6. Du unerschaffnes, höchstes Wesen Haft vor der Welt an mich gedacht, Mich schon, da ich noch nicht ge wesen, Zum Erben deines Heils gemacht; Ich sollte dein in Christo sein Und frei von aller Schuld und Bein. 7. Dein Kind, mein Jesus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der Zeit, Hat Schuld und Strafen abge wendet. Erworben mir die Seligkeit; Dein Geist macht mir dies Heil 03 bekannt, Sein Zeugnis ist mein Unterpfand. ITSE 8. Was soll ich von der Güte sagen, Die ich auch sonst bisher gespürt, Mit der du mich in meinen Tagen So wunderbar, so treu geführt. Und welche mir in Ewigkeit Hält unvergänglich Gut bereit. 9. Weil ich denn auf so viele Weise, Mein Vater, bin dein Eigentum, So gieb, daß ich dich würdig preise Und freudig mehre deinen Ruhm; Laß mich dir dienen allezeit In Unschuld und Gerechtigkeit. 10. Nun Amen, es sei fest beschlossen; Nur daß des heilgen Geistes Kraft Bleib über mir stets ausgegossen, Als welcher alles Gute schafft. So bleibts in Ewigkeit dabei, ie Daß du mein und ich deine sei. Nach Israel Clauder, † 1721. Glaube. 217 Casio 324. Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir; Da bin Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage. Mir ist Erbarmung widerfahren, Und rühme die Barmherzigkeit. Ph. F. Hiller, † 1769. Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts, als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Er hat mich mit sich selbst verfühnet, Macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschiehts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir 325. Nun freut euch, liebe Christen gmein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat; Gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Mein Sünd mich quälte Nacht Im Tod war ich verloren, und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt mich beseffen. isdisdet 3. Mein guten Werk die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gotts Gericht, Er war zum Gutn erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Da nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend übermaßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt mir zu das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr fein Scherz, Ließ es sein Bestes kosten, Glaube. 218 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu erbarmen; Fahr hin, meins Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghorbu sam ward; Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen Gstalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: halt dich rosan mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein, und du biſt mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gotts werd ge= mehrt Zu seinem Lob und Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Gjaz, Davon verdirbt der edle Schaß; Das laß ich dir zur Leze. Dr. M. Luther, † 1546. 326. And don 14R Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein Gottes Sohn, Herr Jeſu Christ, Daß man recht könne gläuben, Nicht eignes Werk des Menschen ist, Noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr. Und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne; Daß ich, o Christe Jesu, dich Den Sohn des Höchsten nenne; Daß ich auch ehr den heilgen Geist, Zugleich gelobet und gepreist In dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Die wahr Erkenntnis finden, Wie der nur an dir habe teil, Dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; Du bist der Weg, der recht mich führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein, So daß man ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zerknicte Rohr nicht bricht, Das Licht, das glimmet, vollends 3113198 nicht Auslöschet in den Schwachen. Glaube. 5. Hilf, daß ich immer sorgsam ſei, Den Glauben zu behalten; Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. 6. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken; Daß er sei thätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten treu zu dienen. 7. Insonderheit gieb mir die Kraft, Daß einst an meinem Ende Ich übe gute Ritterschaft, In dir den Lauf vollende. Was du begonnen hast, vollführ, Daß sich mein Glaube dort bei dir Verwandle, Herr, in Schauen. D. Denicke, † 1680. 327. 30 10 11 Rube ist das beste Gut, Das uns laben kann; Stille und ein guter Mut Steigen himmelan. Die suche du; Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott; ihm eile zu. Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedermann, ein Denk auch du, mein Herz, daran, Wo du immer bist. O suche Ruh; 219 In dir selber wohnt sie nicht; Such mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Ruh. 3. Ruhe giebet nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht. Nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und macht. Drum siehe zu; Wer aus Gott geboren ist, Sieht auf das, was droben ist. Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Ruh. 5. Ruhe beut er williglich Den Mühselgen an Und erquicken wird er dich, Wie es niemand kann. Drum komm herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott sett allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält. Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh; Gieb im Glauben Herz und Sinn Gottes Geist zu eigen hin. Gott ist die Ruh. 220 7. Ruhe findt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott ergebner Geist Macht ein still Gemüt, Wirft Seelenruh. Selig ist, der also liebt, Daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Ruh. 8. Ruhe hat, wer willig trägt Christi sanftes Joch; Alle Laft, die er auflegt, Ist ja lieblich doch Und schaffet Ruh. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh. Glaube. 9. Nun so suche Ruh, mein Herz, Ruh sei dein Gewinn; Auf und steige himmelwärts, Auf zu Jesu hin. Er ist die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott; ihm eile zu. Gott ist die Ruh. Nach I. C. Schade, † 1698 328. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, Ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, Da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; Da pflegt es wunderseltsam auszusehn, Doch triumphiert zulegt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hangt nie an mensch lichen Gesezen, So die Vernunft und gute Meinung stellt. dein Schwert verlegen Und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Den Zweifelsknoten kann Du reißest wohl die stärksten Band entzwei: Was sich entgegensest, muß sin ten hin; Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn, Dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; Joch und Last Was mancher unter Setzt deine Hand Die Welt zerreißt, will biegen, frei an der Sterne Haus. und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; Dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, So hast dus schon aus deinem Buch gethan; Wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, Den führst du in der Stille himend i melan. Den Tisch der Pharisäer läßt du die ſtehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei Glaube. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb; Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nichts taugen, Du jiebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, Sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; Wer Augen hat, sieht sie, doch nicht so frei: Die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, Der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schaß verleihet, So sehn wir erst, wie wohl du 3d Horst für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir napon spielen mit; Bei uns zu wohnen ist ihr lauter dube Luſt, Die reget sich in deiner Vaterbrust Und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 221 Da gehn wir dann mit blöden Augen hin: Du blickst uns an, wir sagen Beßrung zu; Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Ohnmacht und des Herzens Unverstand. Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt; Drum greifst du zu und hältst und Brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; Wo niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst die Deinen du und läßt sie nie. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, Dein Fuß wird selten öffentlich gefehn, Damit du siehst, was sich im HerH zen rege, Wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem $ 40 Sinne hast. Wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, Der wird am End ein andres oft gewahr. 7. Bald scheinest du gar hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, 10. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, So weist die Zucht uns wieder Gieb mir der Klugheit scharfen hin auf dich. Unterscheid, 222 Glaube. Der die Natur von Gnade unterscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein thöricht Herz dich meistern nicht, Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen Und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, So wollst du ihre Festung niederbrechen, Daß ihre Höhe sich bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, Das ich vor dich in Thorheit brin-. gen möcht Und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, Kein Engel schämt nun der Ge meinschaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt. Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell; weich ewig, aller Schmerz! G. Arnold, † 1714. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen 329. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. So hab ich nun den Fels erreichet, Worauf mein Glaube sicher ruht, Den Fels, der keinen Stürmen weichet und keiner wilderregten Flut. Er kann vor der Gewalt der Wellen, Selbst vor der ganzen Macht der Höllen Und trag und heg und führ dein Mir Schuß und Sicherheit verleihn. rotdout armes Kind. Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, Dein Geist die Furcht und Lüste addome überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; Dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir; Ich brenne nur nach dir in Liebsbegier. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen; Hier kannst du dir nun Hütten bauen, Nur hier muß deine Wohnung sein. Wie oft erquickt mich deiner Klarbeit Schein! 2. Mich warf die Menge meiner Sünden Wie ein empörtes Meer herum, Ich ward ein traurig Spiel den Buy 101 910 Winden Ward des Verderbers Eigentum Glaube. Mir drohte furchtbar mein Gewissen Mit grauenvollen Finsternissen, Mit ewger Qual und Seelennot: Ich sah mich schon mit Angst und Beben Der offnen Hölle hingegeben Und rang mit Leben und mit Tod. 3. Doch mitten in des Todes Nöten Erblickte Jesus meinen Schmerz, Es drang mein thränenvolles Beten In sein erbarmend Mittlerherz. Er hielt mir vor sein Kreuz und un and Sterben Und sprach: Ich laß dich nicht verderben, Tritt nur im Glauben fühn herzu. Geheilt bin ich durch seine Wunden, Ich habe Trost bei ihm gefunden Und für mein Herz die wahre Ruh. 4. Und wie so wohl ist meiner Seelen Nun, treuer Seelenfreund, bei dir! Was könnte mich noch länger quälen? Der größte Schmerz liegt hinter mir. Bei solchem Reichtum deiner Güte, Wie wird mein lechzendes Gemüte Mit Kräften jener Welt erfüllt! O Herr, ich bin viel zu geringe, Zu unwert solcher hohen Dinge, Ich habe nichts, was vor dir gilt. 5. Nun laß die Tiefen immer braufen, 223 Mein Fels, mein Heiland wird mich decken Auch in der allerbängsten Zeit. Ihr Berge möget untergehen, Mein Fels bleibt ewig, ewig stehen, Auf ihm ruht meine Seligkeit. L. F. Lehr, † 1744. Es wüte ungestüm das Meer: Ich sehe ohne Furcht und Grausen Auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst kann mich nicht erschrecken, 10330. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. o hoff ich denn mit festem Mut Auf Gottes Gnad und Christi Blut; Ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechulich Heil An dir und deiner Gnade teil, Teil an dem Himmel haben; Im Herzen durch den Glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Job Off Seligkeit, Wirkt himmlische Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren; Es spricht uns Trost im Elend zu, Es giebt dem müden Herzen Ruh Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein göttlich Wort Um deines Namens willen; Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen. Chr. F. Gellert, † 1769. 224 Glaube. 331. Mel. Jesus meine Zuversicht. Start ist meines Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verflagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen; Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, O so will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts; Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. K. B. Garve, † 1841. 332bobildy Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie schön Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mir alles ist, Mein Trost und meine Wonne! Bist du nicht Schild, was decket and mich, Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Keine dar Reine Wahre Freude auch im Leide, auch für Sünden Ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, Mein Herr, Erlöser Jesu Christ, Mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich di Heil, Bist du nicht mein, wo ist mein Teil, Giebst du nicht, wer wird geben? Meine Eine Wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe Hab ich, wenn ich Jesum habe. Dit Toome 100 51 3. Was freut mich noch, wenn bit chim am dus nicht bist, O Geist, der uns gegeben ist Glaube. Schlund, Und wenn mein Herz sich tief be: trübte, Wem thät ich meine Sorgen fund? Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mad mein Sinn, Führst du mich nicht, wo komm ich hin, Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine Eine Wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden. Ph. Fr. Hiller, † 1 Hiller, † 1769. prste dis333. Fallin Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geibet. dinding 334.& him do Was as wär ich ohne dich gewesen, Und ohne dich, was würd ich sein? Zu Furcht und Ängsten auserlesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, dunkler Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Jes. 54, 10. Die Zukunft wär ein dichter Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, 2. Hast aber du dich kund gegeben, Ist ein Gemüt erst dein gewiß, Wie schnell verzehrt dein Licht und Leben Dann jede öde Finsternis! Mit dir bin ich aufs neu geboren, Die Welt wird mir verklärt durch dich, Das Paradies, das mir verloren, Blüht herrlich wieder auf für mich. 3. Ja du, mein Heiland, mein Befreier, Du Menschensohn voll Lieb und Macht, Du hast ein allbelebend Feuer In meinem Innern angefacht. 225 Durch dich seh ich den Himmel mi offen, Als meiner Seele Vaterland; Ich kann nun glauben, freudig hoffen Und fühle mich mit Gott verwandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen Und ruft die Irrenden herein, Streckt allen eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an, Und wenn sie unsers Glaubens stled im tim sdsin li werden, Ist er auch ihnen aufgethan. Fr. v. Hardenberg, † 1801. Bred; t, ihr Felsen, alle ein:" Gottes Gnade hat das Siegel, Sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Er, die Wahrheit, trüget nicht; Bis er alles hat vollbracht. Es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sie wird ihren Zwed erreichen, Weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, Sei die Welt voll Heuchelei. ma 4. Will die Welt den Frieden brechen, P 226 Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, Als wär er nicht immerdar, Was er ist und was er war. Glaube. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich wert. Ob auch Höll und Abgrund brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst genannt; Das ist Trost, so werd ich Armer Immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides thu. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen Ankerfest auf ihm beruhn; Auf ihn will ich Felsen bauen, Was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. B. Schmold, † 1737. 335. Mel. Liebe die den Himmel hat zerriffen. Wie die herrlich ists, ein Schäflein Jesu werden Und in der Huld des treusten Hir ten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der 9 ganzen Erden, Als unverrückt dem Heiland nach: zugehn. Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft ein solches Lamm bei seinem Hirten an. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das unverwelklich ist und nie vorübereilt 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, Wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, Sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib sein Leben ein, So wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, Wenn gleich vor Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit Und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der wende sich zu dieses Hirten Stab; Heiligung. Hier wird sein Fuß auf süßer| Es folget noch die lange Ewigfeit! Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab; Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmad größrer Freuden; XIX. Seiligung. A. Wandel im Licht. 336. Mel. Du o schönes Weltgebäude. Alle Christen hören gerne Von dem Reich der Herrlichkeit, Und wie allen, nah und ferne, Christus seine Gnade beut; dr Aber wenn sie hören sagen: Du mußt Christi Kreuz auch tragen, € Wenn du willst sein Jünger sein, Stimmen wenige mit ein. 227 Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, Wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu ſei. 3. 3. Rambach, † 1735. Darum, weil er Jesus ist, Alles, was er fordert, üben, Das kann nur der wahre Christ; 8) Sollt auch alles von ihm fliehen, Jeder Trost sich ihm entziehen, Wird er sagen für und für: Dennoch bleib ich stets an dir. 4. Ja, Herr, nur um deinetwillen Bist du wert geliebt zu sein; Mein Verlangen kannst du stillen, Du bist gütig, heilig, rein. Mag drum Seel und Leib verschmachten, Dich will ich stets höher achten; Was auf Erden ich verlier, Find ich besser doch in dir. 2. Lieblich ist es wohl zu hören: Ihr Beladnen, kommt zu mir! Aber das sind harte Lehren: Gehet ein zur engen Thür! Fröhlich jauchzend folgen alle Bei des Hosianna Schalle; Doch will bis in Tod und Bein Keiner sein Begleiter sein. 337. Mel. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren. 3. Jesum treu und einzig lieben Christe, mein Leben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen, Urquell des Lichtes, das Christen kann einzig gefallen: 2 1741. 228 Richte den Sinn, Treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. Heiligung. Thibau 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben, Ich will mich gänzlich dir schenken d und völlig hingeben: Nimmst du mich hin, Ist es mein großer Gewinn, Kränken wird nichts dann mein Leben. Einzig die Lust Ist mir nun ferner bewußt, Christus, mir ewig ersehen. 338. d perge Mel. O du Hüter Israel. 3. Gines, das nötig, laß mächtig Christen sind ein göttlich Volk, vor allem bestehen: Ruhe der Seelen; laß alles, was eitel, vergehen! Aus dem Geist des Herrn gezeuget, Ihm gebeuget Und von seiner Flammenmacht Angefacht; Vor des Heilands Augen schweben, Das ist ihrer Seele Leben, Die sein Blut hat rein gemacht. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren, So daß das Leben ich selig und heilig mag führen; Gieb du den Geist, Reiche, was göttlich nur heißt, Himmlisch die Seele zu zieren. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen; Eile zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Verlangen; Von dir nichts mehr, O du mein Heil, ich begehr, Nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht hilfst tragen; Alles was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein: Lebt man nur Christo allein, Er wird die Kraft nicht versagen. mist jadie Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen; Er soll mir sein Reichtum und alles allein: Gott, Gott, wer wollte dich lassen? 3. W. Kellner v. Zinnendorf, 790 790 nis † 1738. 7. Nun denn so will ich auch imlop mer und ewiglich haffen 2. Königskronen sind zu bleich Vor der Gottverlobten Würde; Eine Hürde wird zum himmlischen Balast; Und die Last, Drunter starke Helden klagen, Wird den Kindern leicht zu tragen, Die die Kreuzeskraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, Eh wir unser selbst vergessen Und gesessen Zu den Füßen unsers Herrn, Sind wir fern Von der ewgen Bundesgnade, Von dem schmalen Lebenspfade, Von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit Bleibet immerdar beschwerlich, Ja gefährlich, Bis man ringt und dringt zu dir, Einge Thür, Einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unsers Heils Panier. 5. Zeuch mich hin, erhöhter Freund, Beuch mich an dein Herz der Liebe, Deine Triebe Führen mich, du Siegesheld, Durch die Welt, Heiligung. Daß ich ganz dein eigen bleibe Und so lange an dich glaube, Bis ich schau im Himmelszelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget Unverzaget, Und das alles blos allein, Daß ich dein Und du meine heißen könnteſt; Wenn du nicht vor Liebe brenntest, Hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, Fahre hin, erlaubte Freude, Meine Weide Sei des Herren lettes Mahl Vor der Qual; Meine Ehre seine Schande, Meine Freiheit seine Bande, Meine Zier die Ros im Thal. N. L. Graf v. 3inzendorf, † 1760. 339. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden. and LGAI Dich begehrt des Herzens Bangen, Sein Verlangen, Du bist unser bestes Teil. Strecke deine Hand voll Segen Uns entgegen: Herr, wir warten auf dein Heil. 2. Wer vermag Heil, Licht und Leben Uns zu geben, Wer als du, o höchstes Gut? Gieb, du himmlisches Erbarmen, Was uns Armen Not zum wahren Leben thut. 3. Gieb uns, daß wir schon auf Erden Himmlisch werden; Daß der Pilgergang allhier Nicht nach Eitelkeiten gehe, Nein, zur Höhe: Unser Wandel sei bei dir! 229 4. Wenn uns Freudentage lachen, Hilf uns wachen, TRG! Und dein Geist sei nimmer fern: Daß uns nicht des Leichtsinns Tücke Schlau berücke; Unsre Lust sei Lust am Herrn. 5. Will das Herz in bangen Tagen Weichlich zagen, Flöß uns Kraft in Geist und Mark Und o mach uns, Herr, im Streite, Dir zur Zu des Glaubens Siegen stark! 6. Laß uns weder Glück noch Leiden Von dir scheiden, Mach uns tapfer, sanft und still. Stark in dir und ohne Klagen Hilf uns sagen: Geh es, wie mein Vater will! TO COTO 7. Standhaft lehr uns bis zum Schauen Dir vertrauen, Unverrückt durch Freud und Not, Daß wir hier schon, dir ergeben, Ewig leben, Siegreich über Grab und Tod! 5001 mismid chi R. B. Garve, † 1841. SONUNDA 340. 100 8:00 Du, o schönes Weltgebäude, Magst gefallen, wem du willt: Deine scheinbarliche Freude Ist mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel haffen, Heiligung. 230 Will ich ihre Weltlust lassen: Mich verlangt nach dir allein, Allerschönster Jesus mein! G. 2. Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Könnten sanft und friedlich rasten: Mein Wunsch ist, bei dir zu sein, Allerschönster Jesus mein! 3. Andre mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen gehn, Sorro Ihren Handel zu bestellen, Und da Sturm und Not ausstehn: Ich will meine Glaubensflügel Schwingen an die Sternenbügel, Ewig da bei dir zu sein, Allerschönster Jesus mein! 4. Tausendmal pfleg ich zu sagen Und noch tausendmal dazu: Ach würd ich ins Grab getragen, Ei so käm ich ja zur Ruh, Und mein bestes Teil das würde, Frei von dieser Leibesbürde, Je und ewig um dich sein, Allerschönster Jesus mein! 5. Komm, o Tod, du Schlafes Bruder, Komm und führe mich nur fort; Löse meines Schiffleins Ruder, Bring mich in den sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen: Du kannst mich vielmehr erfreuen; Denn durch dich komm ich hinein Bu dem schönsten Jesus mein! 6. Ach daß ich des Leibes Bande Heute noch verlassen müßt, Käme zum gelobten Lande, Wo das Haus des Friedens ist: Da wollt ich in heilgen Chören Mit den Engeln dich verehren, Rühmen deiner Gottheit Schein, Allerschönster Jesus mein! 7. Doch weil ich die Seelenauen Und den güldnen Himmelssaal Jeßt nicht kann nach Wünschen schauen, Sondern muß im Thränenthal Noch in Not die Treue üben, Ei so soll doch all mein Lieben Bis zum Ende bei dir sein, Allerschönster Jesus mein! nd Joh. Frand,+ 1677. 341. Dut Mel. An Wasserflüssen Babylon. u Wort des Vaters, rede du Und stille meine Sinnen; Sag an, ich höre willig zu, Ja lehre frei von innen: So schweigt mein Sinn mit ſeinem Canh, Und du bekommst die Oberhand Nach deinem Rat und Willen. Dir räum ich all mein Innres ein, Das wollest du, ja du allein Mit deinem Geist erfüllen. 2. Um Eins, mein Jesu, bitt ich dich, Und das laß dich erbitten: Dein Herz, dein Herz das gieb in mich, Ein Herz von guten Sitten, Ein Herz, das wie ein kleines Kind, Keusch, niedrig, gütig, rein, gelind, Einfältig und bedächtig, Ein Herz, das Leid im Stillen trägt Und sich in Staub und Asche legt, Ein Herz in Liebe mächtig; 3. Ein Herz, das Gott in Lauterkeit Und Gottes Kinder liebe, Heiligung. Ein Herz, das sanfte Folgsamkeit Und wahre Demut übe, Ein Herz, das mäßig, wachsam, flug, Das ohne Murren, ohne Trug, Mit dem wohl auszukommen; Ein Herz, das allenthalben frei Und ganz von nichts gefangen sei, Die Liebe ausgenommen. 4. Nur dies bitt ich, o Herr, von dir Und bitt es deinetwegen; Uch siehe, diese Bitt ist mir Vor allem angelegen. Du bist mein Schöpfer, steh mir bei; Du bist mein Heiland, voller Treu, Auf dich bin ich getaufet; Du hast mich dir, o höchster Ruhm, Zu deinem Erb und Eigentum Mit eignem Blut erkaufet. 5. Du bist mein Bürg und Herzensfreund; Zu deinen Mitgenossen Bin ich mit deinem Stamm vereint, Aus dir bin ich entsprossen; Ich bin zu deinem Bild gemacht Und als ein Kind bei dir geacht, Ein Werk, das ewig bleibet, An dem du Wohlgefallen trägst, Zu dem du zarte Neigung begit, Das sich vom Himmel schreibet. 6. Du bist, mein Jesu, mir zu gut Vom Vater ausgegangen, Und wie man sonst den Mördern thut, Für mich am Kreuz gehangen; Nun denn so überwind in mir Des Satans Werk, der Welt Begier Und meines Fleisches Pochen; Führ dein Gericht hinaus zum Sieg, 231 Bring mich zur Ruhe nach dem Krieg, Du hast mirs ja versprochen. 7. O Leben, Arbeit, Leiden, Not Des Heilands meiner Seelen, O meines Jesu Angst und Tod, Euch will ich mich befehlen: Geht in mich ein und laßt mich sehn Das Leben aus dem Tod erstehn In allen meinen Kräften; Hilf mir, o du geschlachtet Lamm, An deines heilgen Kreuzes Stamm Den Leib des Todes heften. Der all mein böses Wesen 8. Ach präge deinen Tod in mich, In mir ertöte kräftiglich, So werd ich recht genesen. Gieß aus dir selber in mich ein Dein Leben, das so heilig, rein, Holdselig, ohne Tadel; Mach mich von aller Heuchelei, Ja allen Missethaten frei Und schenk mir deinen Adel. 9. Alsdann wird deine Majestät Mich ganz zum Tempel haben, Durch ihre hohen Gaben. Darin sie ihren Ruhm erhöht Es wird an solchem stillen Ort Die Weisheit ihr geheimes Wort Nach ihrem Willen führen Und ihren Siß je mehr und mehr Mit ihren Wundern, Pracht und Ehr Und großen Thaten zieren. 10. Wohlan, so lebe Gott in mir, In ihm ich leb und webe, Damit mein Herz ihn für und für Nach Würden hoch erhebe, Und meine Liebe ganz allein In Lieb und Leid, zu Lust und Pein An seiner Liebe hange, Heiligung. 232 Bis ich nach wohlbestandner Prob In vollem Licht zu Gottes Lob Sein Anschaun dort erlange. 3. A. Bengel, † 1752. 342. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, Schleuß zu der Sünde Thor und Thür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, Ach komm und wohne du bei mir, Treib all Unreinigkeit hinaus Uus deinem Tempel und Wohnhaus! 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mir Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und Segen reich, Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verrado dod si stand Aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. H. G. Neuß, † 1716. 343. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt mich einst aus dem Staube, Er, der aus Staube mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, Oft straucheln, stehn und fallen, Ist nur ein Bilgerland; Zum Himmel soll uns leiten, Zur Ewigkeit bereiten Der Frommen kurzer Übungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden Von meinem Gott mich scheiden, Der ich unsterblich bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mirs gegeben? Wie lange währts, so ists dahin! 4. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf.im So sei all mein Bestreben, Nur ihm allein zu leben, Ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. G. B. Funt, † 1814. 344. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Erneure mich, o ewges Licht, Und laß von deinem Angesicht Mein Herz und Seel mit deinem Schein Durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, Feg aus den alten Sündenwust; Bewaffne mich mit Kraft und Mut, Zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, Gehorsam leist als was du willst, will: mein Herz erfüll! Der dir mit Lust Und nichts sonst, Ach Herr, mit ihm Heiligung. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, Laß sie nach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. 3. F. Ruopp, † 1708. Was niemand verspüret, Was niemand berühret, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 19pm mp piding 345. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, Es glänzet der Christen inwen Sie bleiben ohnmächtig und ſchüßen od diges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; Was ihnen der König des Him mels gegeben, Ist keinem als ihnen nur selber bekannt. die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sie kriegen, die Ärmsten, was ihnen gefällt. 2. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder Und tragen das Bildnis des Jrdischen auch; Sie leiden am Fleische wie andere Sünder, Sie essen und trinken nach nötigem Brauch; 233 Entzündet von oben, genähret von dort; In leiblichen Sachen, di Im Schlafen und Wachen Sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, Nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 3. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Die Engel sind Brüder, Die ihre Loblieder Mit ihnen gar freundlich und inniglich singen, Das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. TOO Sie stehen im Leiden, Sie bleiben in Freuden, Sie scheinen ertötet den äußeren 097 30 Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wenn er sich einst, wie er ist, öf fentlich stellt, So werden sie mit ihm, als Für sten der Erden, Auch herrlich erscheinen zum Wun: der der Welt: Sie werden regieren, Mit ihm triumphieren, Wie leuchtende Sterne des Him mels dort prangen, nderun Wenn aller Welt Schimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns Hep erwählen, Wenngleich uns die Schmach deines Kreuzes entſtellt: 234 Hier übel genennet Und wenig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Va: ter gelebet, Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Fr. Richter, † 1711. Heiligung. 346. Mel. Es foftet viel ein Chrift zu sein. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen hoid Geistes leben; 3war der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein, Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; Der fromme Gott macht dir gar feinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergieb ihn willig in den die Tod, So hats nicht not. 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! So ists gethan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. und fehlst aus eigner Schuld, dich durch die Gnade stärkest: So ist dein Fehl und kindliches Versehn Versiehst dus oft So sieh, daß du Wie nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; Ja siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, Und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, So selig ist. wie ein wah rer Christ Heiligung. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh: Im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur ge= trost und kühn Allein auf ihn. Chr. Fr. Richter, † 1711. 347. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Es kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen, In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein, Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh er ihn, vertraut; Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Mut, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr ist, ruht, In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet treu und kühn, Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht Und die mit lauterm Triebe Ihm zu gefallen sucht, Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 235 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen, In jedem Volk und Land, Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk, An Glauben, Hoffnung, Liebe, Als seiner Gnade Werk. LOGR 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben Und halt uns fest dabei; Laß nichts die Hoffnung rauben, Die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn. Ph. Spitta, † 1859. 348. Es kostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, 236 Daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit Die Fährlichkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, Wenn man mit Ernst die Herrlichfeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich stets hier aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, Daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; Wie wird der Leib so hell und stark und rein, So herrlich sein, verklärt im Angesichte, Dieweil uns da die wesentliche Pracht So schöne macht. Heiligung. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, Die es hier stets als Mutter hat geſpüret; Sie frönet es mit ihrem Perlen franj Und wird als Braut der Seele zugeführet, Und das Geheimnis wird ganz offenbar, Das in ihr war. 7. Was Gott genießt, genießt es din di on auch, Was Gott besißt, wird ihm in Gott gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; es doch mit Jesu leben! an Kraft und Würde sein, Wie lieblich wird Nichts höher wird Als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, Dich durch die Macht der Finsternis zu reißen, Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was uns Gott für Kraft verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, Wie wohl wirds thun! Chr. Fr. Richter, † 1711. 349. Mel. Befiehl du deine Wege. Fein niedrig sein auf Erden, Vergnügt mit Gottes Huld, Geduldig in Beschwerden, Bei Feinden ohne Schuld, Im Unrecht ohne Schaden, Still in der Lästerung: Das wirkt der Geist der Gnaden, Der Geist der Mäßigung. Heiligung. 2. Er lehrt uns vom Erbarmen, Das unser Vater übt, Daß Gottes Sohn uns Arme Als Feinde doch geliebt; Daß Dulden Gottes Wille, Daß Leiden Gnade sei: Gott lege in der Stille Den Teil im Himmel bei. 3. Dir sei, du Geist der Liebe, Gedankt für deine Zucht, Für diese sanften Triebe, Für solche Glaubensfrucht. Wenn Jesus wird erscheinen, Da wird sein Knecht erfreut: Jett ruhst du ob den Seinen Als Geist der Herrlichkeit. Ph. Fr. Hiller, † 1769. 350. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Geh hin nach Gottes Willen In Demut und Vertraun, Lern das Gebot erfüllen, Sein großes Feld zu baun! Frag nach der Ernte nicht: dif Du darfst den Lohn nicht messen, Mußt Freud und Lust vergessen, Nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen Und vor der Welt geehrt, So kannst du nicht besorgen, Was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn Und trachtet hier auf Erden Nur glüdlicher zu werden, Der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben Dem Dienst des Herrn geweiht, So wirst du Augen haben, al Zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern: 237 Du darfst nicht zaudernd wählen, Nicht rechnen und nicht zählen; Er ruft, du folgst dem Herrn. Die Arbeit angefaßt! 4. Nur frisch an allen Enden Mit unverdroßnen Händen Sei wirksam ohne Raſt: Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen, Arbeit in Gottes Namen, So keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde Das Feld des Herrn gedeihn Und bald auf seinem Grunde Kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, Was sonst dich hielt gefangen, Dein Wünschen und Verlangen, Und gieb dich gänzlich hin. 3. Fr. Möller, † 1861. 351. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Gott, vor dessen Angesichte Nur ein reiner Wandel gilt, Stets die reinste Klarheit quillt, Ewges Licht, aus dessen Lichte Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut: Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sein: HR Heiligung. 238 Nie besteht vor dir der Sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Ubelthätern bist du Feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, Was dein Rat uns zugedacht: Schaff in uns stets reine Herzen, Töt in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin: O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht, Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich; Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Nach 3. Chr. Zimmermann, † 1783. 352. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Heilge Einfalt, Gnadenwunder, Tiefste Weisheit, größte Kraft, Schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, Aller Reichtum ist nur Wind, Alle Schönheit wird zu Schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, Ist es in der Seele licht; Aber wenn wir doppelt sehen, So vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, Eine kluge Ritterschaft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, In dem alles andre steht; An den ewigen Magnet. Einfalt hängt sich ganz alleine 6. Wer nur hat, was Jesus schenket, Wer nur lebt aus seiner Füll, Wer nur geht, wie er ihn lenket, Wer nur will, was Jesus will; 7. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, Daß er seiner selbst vergißt, Wer sich nur um ihn betrübet Und in ihm nur fröhlich ist; 8. Wer allein auf Jesum trauet, Wer in Jesu alles findt: Der ist auf den Fels erbauet Und ein selges Gnadenkind. A. G. Spangenberg, † 1792. 353. Herr err Jesu, Gnadensonne, Wahrhaftes Lebenslicht, Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnad erfreuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich, Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben Mein armes Herze laben, Ach Herr, erhöre mich. Heiligung. 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein heilsames Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Truß der Höllenpfort. 5. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Sind böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; Gieb, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. L. A. Gotter, † 1735. 239 354. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit Hier ier ist mein Herz, Herr, nimm es hin, Dir hab ich mich ergeben; Welt, immer fort aus meinem Sinn Mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, Des bin ich worden innen; Drum schwingt aus dir sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt ich doch mit frohem Mut Nur meinem Gott anhangen! Ach daß mir doch das Sündenjodh Vom Nacken wär genommen, Daß ich einmal in seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich seh, es kann die ganze Welt Mit allen ihren Schäßen Und was den Sinnen wohlgefällt, Die Seele nicht ergößen; Ihr Gut verschwindt wie Staub und Wind, Ihr Lust die muß zerstieben; Nur Gott, mein Schaß, behält den Plaz; Wohl allen, die ihn lieben! 4. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir Hinauf gen Himmel schwinge Mit Lieb und herzlicher Begier Und mich in keinem Dinge Erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist Die volle Sättgung geben. Heiligung 5. Drum immer hin, was flüch-| Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. tig ist! 240 Ich will es laffen fahren; Du Gott, der du mein Alles biſt, Du wirst mein Herz bewahren, Daß ich die Pracht der Welt nicht acht, Vielmehr nur ihn verlange Mit Herz und Mut, das höchste Gut, Und ewig ihm anhange. Seb. Franck,+ 1668. 355. Mel. Zeuch meinen Geist triff meine Sinnen. Hier ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder: Laß dein erfreuend Angesicht Zu meiner Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, Laß mich in deinem Tode sterben: O könnte doch in deiner Pein Die Eigenheit ertötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen Mit der Gelassenheit erfüllen: Brich der Natur Gewalt entzwei Und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe, Nur ist von der Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden, 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, Hier gelten nichts der Menschen Thaten; Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 1929 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu gejörs blieben: Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämin chi pfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und mich aus solchen Neben ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen; Ach drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran him the gedenke Und mich in deine Tiefen senke, So werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir er quicft. Heiligung. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, Ich habe schon des Sieges Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Fr. Richter, † 1711. 356. Mel. Jesus meine Zuversicht. Himmelan geht unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir hin nach Canaan Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Werk erlesen; Ein von Gott erleuchter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hingehöre; Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 241 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 4. Himmelan! denk ich allzeit, Wenn er mir die Tafel decket, Und mein Geist hier allbereit Eine Kraft des Himmels schmecket: Nach der Kost im Jammerthal Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Uber Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Bahn Durch die Himmelslust vertreiben: Himmelan steht mir mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmold, † 1737. 357. Mel. Ruhe ist das beste Gut. Him immelan, nur himmelan Soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn; Auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid: Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht. Jeden Morgen auf. 2. Himmelan schwing deinen Geist Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf, Mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf geſtellt; Sorg nicht mutlos, nicht zu viel Um den Land der Welt. Flieh diesen Sinn. Dir von Schäßen dort erstrebſt, Nur was du dem Himmel lebſt, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Q 242 Heiligung. Weil dein Vater, treu und reich, Aller Jammer ist vorbei, Stündlich auf dich blickt. Alles jauchzt verklärt und neu In Ewigkeit. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh. 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drob wie sichs gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach. Folg, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg. 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter gehts Zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht. Sei es, daß sie dir auch jetzt Kurze Schrecken macht: Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Hallelujah! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und Gott naht zu dir. Aus ist der Streit, 10. Hallelujah singst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg. Hilft auch dir zu deinem Sieg. Gelobt sei er! 3. G. Schöner, † 1818. O 358. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen Bald zerrinnen, Darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe, Jesu Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, Und ich muß mich stets im Schatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheiner, Der nach Licht und Rechte tracht. Heiligung. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke| Dort in der ewgen Ruh Ohne Stärke Ist Gottes Gnadengabe, Die schließt all Arbeit zu. In der Finsternis vollziehn? Wie ann ich die Liebe üben, Demut lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen, Zünd dein Feuer in mir an; Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirken kann. 1615 7. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen Kann nicht taugen, Seine Klarheit kann nicht ein; Wenn sein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, Muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, Die was taugen, Rühre meine Augen an; Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, † 1711. 359. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier wall ich bis zum Grabe, 243 DR 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an, Denn Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Bliz, Donner, Wind und Regen Hat mir oft Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ichs gleich nicht verschuldt, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, and Wenns fehlt an gutem Rat; Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben di In gleiches Glück und Leid; Was will ich besser leben? dat Hier gilt es Müh und Streit. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt; no Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich ohn alle Maße Mein Vater trösten wird. 02 Heiligung. 244 7. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält Und alles hebt und leget, Nachdems ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Verlangen, Da wollt ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wenger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löſe Mein Herz, wenn dein Herz will: Komm, mach ein selig Ende Mit meiner Wanderschaft, Und was mich fränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus; Wenn mein Ziel ausgemessen, Alsdann tret ich hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wann ich ausgehauchet, So legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücter hast; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt, † 1676. 360. Mel. Nun preiset alle. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, :,: Schöpfer der Geister, dir hin gegeben.:,: 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen :,: Doch schon von heut an ewig wohnen!:,: JUR 3. Nur ich bin fündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, :,: Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben :,: Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:: 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt geſehn, Und ohn Ermüden Heiligung. Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen goldnen Gassen :,: Lebenslang nicht aus den Augen laffen:,: Joh. Tim. Hermes, † 1821. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem. 361. Mel. Helft mir Gotts Güte preifen. 6. Laßt uns nicht viel besehen Das Kinderspiel am Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Durch Säumen und durch Stehen Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich, stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. Wird man verstrickt und träg. Es geht uns all nicht an; Nur fort, nur fortgerungen, Durch alles durchgedrungen, Es ist so bald gethan. 3. Gehts der Natur entgegen, So gehts gerade doch; Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten: Es geht durchs Sterben nur. 4. Man muß wie Pilger wandeln, 245 Frei, bloß und wahrlich leer: Viel sammeln, halten, handeln, Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot: Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem zufrieden; Wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus; Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 7. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, frumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt; Es ist doch nur Ein Weg; Laß sein: wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Gehäg. 8. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir habens gut. 9. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen, Man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch wohl auch gern der Reinste Auf unsrer Liebesbahn. 10. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg fürzt immer ab; 246 Ein Tag der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut. Heiligung. 11. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus: Da wird man ewig ruhn, Wann wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen: Wie wohl, wie wohl wirds thun! 12. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein. G. Tersteegen, † 1769. 362. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Laß mich, o Herr, in allen Dingen Auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; Gieb selbst das Wollen und Vollbringen Und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; Dein, Herr, ist alles, was ich hab un und bin. 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke, Laß ihn durch Menschenliebe thätig sein, Daß man an seinen Früchten merke, Er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Wanderschaft Und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, Auch an dem bösen Tage sein ver gnügt Und deinem Willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demut, wann du mich beglückeſt; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickeſt. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wann ich den Lauf vollbracht, Dir ewig Dank und Ehre bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein Lob verkündigen in Ewigkeit. G. 3. Zollikofer, † 1788. 363. GIT Mel. Komm, o komm du Geist des Lebens. Liebe, die du mich zum Bilde Liebe, die du mich so milde Deiner Gottheit hast gemacht, Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Heiligung. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird führen Aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Scheffler, † 1677. Em 364. Mel. Komm, o komm du Geist des Lebens. Meines Lebens beste Freude Ist der Himmel, Gottes Thron; Meiner Seele beste Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn; 247 Was mein Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt; Ich will nach dem Himmel blicken Und zu Jesu sein gesellt; Denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich beſteht. 3. Reicher kann ich nirgend wer: den, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schäße dieser Erden Sind ein schnöder Angstgewinn; Jesus ist das rechte Gut, Welches sanft der Seele thut. 4. Glänzet gleich das Weltge: pränge, Ist es lieblich anzusehn, Währt es doch nicht in die Länge, Und ist bald damit geschehn; Plößlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und satt, Und vergeht zu keiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Ein Tag zu des Heilands Füßen Ist viel besser, als die Welt Tausend Jahr in Lust genießen; Aber ewig sein geſtellt Zu des Herren rechter Hand, Bleibt ein auserwählter Stand. 7. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt! Sei du selber meine Weide, Die mich hier und dort verpflegt, Und an dir recht froh zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liscov, † 1689. 248 Heiligung. 365. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. An Christum, Gottes Sohn, Und ihn bekenne sonder Scheu Mein Gott, das Herz ich bringe Troß seiner Feinde Hohn. dir Zur Gab und zum Geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du. O welch ein heilsam Wort! Es zeigt den Weg zur wahren Ruh, Zum Frieden hier und dort. 3. So nimm mein Herz, o Vater, an, Verschmäh die Gabe nicht, Obgleich dem, was ich geben kann, Der Wert vor dir gebricht. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit Und nicht vom Bösen frei; Noch ist es mit sich selbst im Streit Und fühlt nicht wahre Reu. 5. O beuge meinen starren Sinn, Erweich dies harte Herz, Daß es vor dir sich werfe hin In Thränen und in Schmerz. 6. Dann reinge du, Herr Jesu Christ, Mich durch dein teures Blut, Weil du am Kreuz gestorben biſt Mir und der Welt zu gut. 7. Gieb mir nach deiner MittlerAn deiner Gnade teil; Es ist zur Tilgung meiner Schuld Doch außer dir kein Heil 8. Mit dir, o heilger Geist, laß mich Auch in Gemeinschaft sein, Ergieß um Christi willen dich Tief in mein Herz hinein. 9. Hilf, daß ich sei im Glauben treu 10. Hilf, daß ich sei im Hoffen fest, Voll Demut und Geduld, Daß ich, wenn alles mich verläßt, Vertraue Gottes Huld. 11. Hilf, daß mein Lieben lauter sei Und wachse immer mehr, zu Gottes Preis und Ehr. Dem Nächsten dien ohn Heuchelei 12. So nimm mein Herz zum Tempel ein, O Gott, schon in der Zeit Und laß es deine Wohnung sein Auch in der Ewigkeit. 13. Dir geb ich mich zu eigen hin, Zu thun, was dir gefällt; Ich weiß, daß ich der Deine bin, Der Deine, nicht der Welt. Nach 3. C. Schade, † 1698. 366. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. Mein Leben ist ein Bilgrimſtand: Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Auf Bundesblut gegründet hat; Da werd ich ihn ohn Ende loben. Mein Leben ist ein Bilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, So schnell läuft auch mein Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Heiligung. Herr Jesu, mach mich nur bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach: Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich wegreißen von dem Ziel; Ich muß mich oft in Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu: Mein matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das güldne Himmelsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Bilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast ange= nommen: Zeig mir im Worte deinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht: ach eile du Und komm mit schneller Hülf herzu! 249 Beuch mich, damit ich dir nach: lauf; Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß' be schüße. Ich falle stündlich: hilf mir auf, Sei mir ein Schirm in Trübsalsbize; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne ſein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; Und wenn ich schließ die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Rub, Da Streit und alle Müh verschwinden: Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausge: noß. 367. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 6. Durch deinen Geist mich hei Nicht um ein flüchtig Gut der leit, 8. Bin ich in diesem Pilgerland Der blinden Welt gleich unbe kannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, fomm, ach bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang. F. A. Lampe, † 1729. Ich fleh um deinen Geist, Gott, den mir zur Seligkeit Dein teures Wort verheißt. Heiligung. 250 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr er mich, i Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit, Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat Verkehrte Wege wählet; Du kennest auch die böse That, Die sich der Welt verhehlet. Mit Ernst und Liebe strafst du mich 4. Alsdann hab ich zu dir Ver: Zu meiner Beßrung väterlich. traun Durch deinen freudgen Geist; Er lehret mich fest darauf baun, Daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk er mich Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Besiegle deine Huld Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Mut und mit Geduld. Chr. F. Neander, † 1802. 368. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Gült. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, Und deine Rechte schüßet mich. Du siehst auch, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn Und nichts mich deiner Hand entziehn. 2. Des Herzens Tiefen kennest du, Du prüfest meine Seele; Du siehest, was ich Gutes thu, 4. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz zu dir erhebe Und, über deine Huld erfreut, Mich gänzlich dir ergebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, Daß Hülfe mir erscheine; Mit Vaterliebe zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen ondlip and Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß sie nur dich, mein Gott und Herr, Zu ihrer Zuflucht wähle Und stets dein heilig Auge scheu, Dir treu und dir gehorsam sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln Und stärke mich mit Mut und Kraft, Getrost vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich feift, Das tröst und beßre meinen Geist. Ch. Ch. Sturm, † 1786. Heiligung. moltimos 369. 6 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Pf. 119. daß mein Leben deine Rechte Mit ganzem Ernste hielte doch, Daß nichts mich aus den Glcife brächte, Bu gehn in deinem sanften Joch, Daß, was du, Gott, geboten haſt, Mir Lust und Freude wär, nicht Laſt! 2. Daß mir dein Wort zum Licht se und Rechte, Zur heilgen Losung, zum Bescheid Und legten Ausspruch dienen möchte In guter und in böser Zeit, Daß ich nicht schwankte, was ich wollt, Sobald ich wüßte, was ich sollt! 3. Daß ich aufs Wort dir immer glaubte, Dir auch aufs Wort gehorsam wär Und keine Freiheit mir erlaubte, Wo dein Gebot mir klar, doch schwer; Daß ich, wenn noch so matt und schwach, Doch deinem Worte folgte nach! 4. So wär mein Leben recht ein Leben, Nicht Stückwerk blos von bös und gut; In deinen Willen hingegeben Fragt ich nicht mehr nach Fleisch und Blut; In deinem Dienste froh und frei Wüßt ich, was rechte Freiheit sei. 251 Denn deine Rechte sind mein Teil Und meines Lebens wahres Heil. 6. Laß deine Gnade mich verföhnen Mit allem, was dein Wort gebeut, Und zum Gehorchen mich gewöhnen, Nicht, weil mein Herz die Strafe Nein, weils in deiner Liebe ruht scheut, Und dir dein Recht mit Freuden thut. Ph. Spitta, † 1859. 5. O mach mir deine Worte süße Durch deines guten Geistes Drang Und richte selber meine Füße Auf deinen Weg mein Leben lang! 370. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. der alles hätt verloren, Auch sich selbst, der allezeit Nur das Ein hätt auserforen, So Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O der alles hätt vergessen, Der nichts wüßt, als Gott allein, Dessen Güte unermessen Macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O der alles könnte lassen, Daß er frei vom Eiteln all Wandern möcht die Friedensstraßen Durch dies dunkle Thränenthal! 4. O wär unser Herz entnommen Dem, was lockt durch eiteln Glanz Und hält ab, zu Gott zu kommen, In dem alle Güt ist ganz! 5. O daß wir Gott möchten finden In uns durch der Liebe Licht und uns ewig ihm verbinden: Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O wär unser Aug der Seelen Stetig nur auf Gott gewendt, So hätt auch das bange Quälen Im Gewissen ganz ein End. 252 Heiligung. 7. O du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüte, Ewig mit dir eins zu sein! G. Arnold, † 1714. 371. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geülbet. D süßer Stand, o selig Leben, Das aus der wahren Einfalt quillt, Wenn sich ein Herz Gott so ergeben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt; Wenn sich der Geist nach Chriſti Bilde In Licht und Recht hat aufgericht Und unter solchem klaren Schilde Durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen; Hier heißts: rührt fein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, Als die im Blute Christi liegt; Die reine himmlische Begierde Hat Stolz und Thorheit schon besiegt. An einem reinen Gotteskinde Glänzt Gottes Name schön und rein: Wie könnt es denn vom eitlen Winde Der Welt noch eingenommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, Damit die Welt sich selbst ansicht, Vom Neid, damit sich andre tragen, Weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; Den Schaß, den sie im Herzen heget, Behält sie wider allen Neid; Ist jemand, der Lust dazu träget, Das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, Harrt nur, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen sonder Öle? Schein ohne Christi Einfaltssinn. Sucht doch was Bessers für die Seele Und gebt der Welt das Ihre hin. 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen Den Sinn der lautern Einfalt ein; Reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, Tand und Der Welt ihr Wesen, Des alten Feindes Trag ich nicht mehr, Schein! Bild und Zeichen drum laß mich nur Schmuck erreichen: Der Einfalt Zier und Das ist die neue Kreatur. 3. I. Winckler, † 1722. Heiligung. shid of 372. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Vaterherz, o Licht und Leben, O treuer Hirt, Immanuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret meine Seel; Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren: So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich nach allen Tritten. Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, Für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; Drum sei in groß und kleinen Dingen Mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich mag dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein: So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja deine Güte und Erbarmen Soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht findlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur fehe, So spür ich täglich neue Treu. 253 4. O daß ich auch im Kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich ge Iaffent, Nichts ohne dich mir anzumaßen: Nur was du thust, ist wohlgethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann; Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei meine Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, Ja laß mir nichts am Herzen hangen, Als deines großen Namens Ruhm; Der sei allein mein Ziel auf Erden; Ach laß mirs nie verrücktet werden, Denn ich bin ja dein Eigentum! 6. Laß mich in dir den Vater preisen, Wie er die Liebe selber ist; Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der wahren Gegenlieb in mir; Durchdringe du mein Herz und Sinnen, Daß ich hinfort mein ganz Be= ginnen Allein zu deinem Lobe führ. 254 7. So lob und lieb ich in der Stille Uni zuh als Kind in deinem Schoß; Das Schäflein trinkt aus deiner ordur dal d das Fülle, Die Braut steht aller Sorgen bloß; Sie sorget nur allein in allen Dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen: Sie schmückt und hält sich Heiligung: dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit! K. H. v. Bogatty, † 1774. 373. Luc. 13, 24. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. om dint 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelsfaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; Will dir Satan widerstreben, Werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, an; Halte damit feurig Laß dich keine Zeit gereuen, Wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du hast: Rückfall wird zur schweren Last. Recht beharren ist das Beste, 8. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 9. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 10. Wahre Treu licbt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 11. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, So ist auch ihr Herz allda. 12. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch! Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich 3. 3. Winckler, † 1722. 374. Un Mel. Jesus meine Zuversicht. Seele, was ermüdſt du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Heiligung. Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Bein, So das finstre Reich gebieret; Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 5. Geh einfältig stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod Und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 7. Schwinge dich nur oft im Geist Über alle Himmelshöhen, Laß, was dich zur Erde reißt, Unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet 255 Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergieße. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 9. Laß dir seine Majeſtät Immerdar vor Augen schweben, Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 10. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Wolf, † 1754. 375. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, findlich Seh nen Bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn; Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, Gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Jch begehre, Herr, gewähre Mir nur deine freie Gnad, Die du giebest, weil du liebest Den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, Der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, Heiligung. 256 Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit. 3. Neander, † 1680. 376. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. So bin ich nun fein Kind der Erden, Kein Bürger dieser Eitelkeit; Mein Hiersein soll nicht ewig werden, Ich walle eilend durch die Zeit: Mein Vaterland ist in der Höhe, Wo mein geliebter Vater wohnt, Und wo ich meinen Bruder sehe, Der zu der Rechten Gottes thront. 2. Bald sind die wengen Trauer stunden Bei Hoffnung und Geduld entflohn, Bald hab ich völlig überwunden, Die frohste Stunde nahet schon; Aus dieses Lebens engen Grenzen Schwingt dann mein Geist sich himmelan, Und dort, wo Lust und Wonne glänzen, Wird ihm die Pforte aufgethan. 3. Ich bin dazu erschaffen worden, Dazu durch Christi Blut erkauft Und zu der Himmelsbürger Orden, Zum Eigentum des Herrn getauft; Der Geist, der mir zum Pfand geschenket, Macht meinen Geist gewiß und fest, Daß auch bei allem, was mich kränket, Mein Glaube mich nicht zweifeln 4. Nur Eins bekümmert meine Seele Und macht das Herz mir sorgenvoll: Ob mir der rechte Schmuck nicht feble, Wenn ich sein Mahl dort schmecken soll. Ich weiß, vor meines Königs Augen Gilt nur ein ganz befreiter Geist; Vor ihm kann nur das Herze taugen, Das alles Fremde Schaden heißt. 5. Ein Glaube, der nur ihn er wählet Und still in seiner Liebe ruht, zu heißer Liebe uns beseelet, Die seinen Willen treulich thut; Der ihn bis an das Kreuz begleitet Und achtet nicht die Schmach der Welt, Für Gottes Ehre mutig streitet: Das ist der Schmuck, der ihm gefällt. 6. Nur du, mein Heiland, kannst es wissen, Wie viel mir noch hieran gebricht; Mein Auge schwebt in Finster nifier. Ich Armer kenn mich selber nicht. Doch ist ein inniges Verlangen In mir durch deinen Geist erregt, Dir ganz und einzig anzuhangen mit allem, was mein Herz bewegt. 7. Was ich nicht habe, kannst du geben, Was ich nicht bin, das bist du mir: Nimm hin mein Herz, es zu beleben, Ich überlaß es gänzlich dir. Gieb mir den Glauben und die Liebe läßt. Und bilde mich nach deinem Bild, Erfülle mich mit heilgem Triebe, Zu leiden, wo dus haben willst. Heiligung. 8. Zermalm, zerbrich, o Herr, verbrenne, Was dir nicht völlig wohlgefällt; Berstoß, zerschlage und zertrenne, Was sich nicht gänzlich zu dir hält. Herr, greif die angebornen Sünden Recht bei der tiefsten Wurzel an, Laß keinen Bann in mir sich finden, Der mich und dich einst trennen kann. 9. Ich reich gelobend beide Hände Und sage dir aufs neue zu: Ich liebe dich ohn alles Ende, Du meiner Seelen wahre Ruh; Ich liebe dich nicht nur in Freuden, Wenn du erquickest meinen Geist, Ich liebe dich auch unter Leiden, Und wenn dein Ruf mich sterben heißt. 10. So komm ich dir geschmückt entgegen, Du nahst in Liebe dich zu mir, Mir Kron und Purpur anzulegen, Du öffnest mir des Himmels Thür. Wann werd ich dich, mein Heil, umfangen? Und wann, ach wann verklärst du mich? Olaß mich bald dahin gelangen, Dann lob und lieb ich ewig dich! L. F. F. Lehr, † 1744. DOTCONN 377. Mel. Gott du frommer Gott. 2. Cor. 13, 5. Derſuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, schne Ob ihr ihm auch nachgehet In Demut und Geduld, In Lieb dem Nächsten stets In Sanftmut, Freundlichkeit, 3u dienen seid bereit. 257 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich gesinnt, Verneuert Herz und Mut, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und will in Einfalt es Dem Nächsten wiedergeben; Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermut wird verjaget; Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Nicht zürnen mag, nicht schänden; Denn alles uns zu Nuh Und besten ist gemeint, Drum dringt die Liebe durch Auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind: Er giebt zum Gnadenthrone Sein eingebornes Kind, Versöhnt uns in dem Sohne, Sest Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies erfennt, R 258 Wird bald in Lieb entzündt, Die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben; Droht er uns mit dem Tod, Wir zeigen ihm das Leben; Flucht er, so segnen wir; In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. Heiligung. 8. Legt Gott zur Prüfung auf Ein schweres Kreuz zu tragen: Der Glaube bringt Geduld, Macht leicht uns alle Plagen; Statt Murren und Verdruß Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Not Von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht verstehen Wie auch des Höchsten Güt, Hält an mit Bitten, Flehen, Verzaget an sich selbst, Erkennet sich für nichts, Sucht blos in Christo Kraft, Der Quelle alles Lichts. 10. Man traut auf sein Verdienst, Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben gute Werke; Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht In Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet, Denn Christi Leben ists, Wonach der Glaube strebet; Erst machet er gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk: Sieh, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch In mir den wahren Glauben, So kann mich keine Macht Der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus; Du bist mein Gott und Herr, Bewahr mich als dein Haus. 3. 3. Breithaupt, † 1732. 378. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Wer das Kleinod will erlangen, Der muß laufen, was er kann; Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann; Dazu muß er sich in Zeiten Auf das beste zubereiten, Alles andern müßig gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Liebster Jesu, deine Güte Hält auch mir ein Kleinod vor, Das entzücket mein Gemüte, Ziehet Herz und Aug empor. wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hältst bereit! 3. Mein verderbter Eigenwille Hat bald dies, bald das zu thun, Hält im Laufen vielmal ſtille Und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht die nötge Hülfe schafft. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei, Laß dich meiner Not erbarmen, Mache mich von allem frei, Heiligung. Was mir will mein Ziel verrücken; Komm, mich selbst recht zuzuschicken, Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf im Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Ob mirs gleich oft sauer wird, B. Liebe zum sein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhUnd dankbar wird. lich 259 Wenn ich mich der Welt entziehe Und dir folge, treuer Hirt: Deine sichre Gnadenkrone Ist mir übergnug zum Lohne: Wirst nur du mein Beistand ſein, So ist sie in kurzem mein. 3. Menger, † 1734. Herrn. 379. 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Ach mein Herr Jeſu, dein Nahe Heilen, ſtilln und trösten, erfreun 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, Und unsre Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? und segnen Und unsrer Seele als Freund be gegnen Ist deine Luſt. 5. Ach gieb an deinem kostbaren die Heil Uns alle Tage vollkommnen Teil Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, Aber unsre Seele kanns schon gewahren: 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Du kannst dich fühlbar gnug offen: Ja die laß uns immer vor Augen Mit deiner blutigen Todsgestalt; Auch ungesehn. baren stint schweben Und dein wahrhaftiges Inuns: leben Zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit, Und die Blutbesprengung aus dei nen Wunden Erhalt uns solche zu allen Stunden Bei Freud und Leid. in the si R 2 Heiligung. 260 8. So werden wir bis zum Him mel ein Mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; Muß man gleich die Wangen noch manchmal neben: Wenn sich das Herz nur an dir ergötzen Und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, 4. Er ist der König aller Ehren, Er ist der Herr der Herrlichkeit; Er fann mir ewges Heil geto bl währen Und retten mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Die so viel Treue an uns gewandt, dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Daß wir daran denkend beschämt Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Ch. Gregor, † 1801. 380. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ach fagt mir nichts von Gold diled und Schäßen, Von Bracht und Schönheit dieſer Welt! Es kann mich ja kein Ding ergößen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, Mein Gold, mein Schaß, mein odro schönstes Bild, In dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren utsches Lüften, Des Fleisches Schönheit dauert blaj amu nicht, Die Zeit kann alles das verwüsten, Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Sein Reichtum läßt sich nicht ergründen, Sein allerschönstes Angesicht Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Er kann mich über alles heben Und seiner Klarheit machen gleich; Er kann mir soviel Schäße geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mirs doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Ein jeder liebe, was er will: dill Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Scheffler, † 1677. Heiligung. 381. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. Ach was sind wir ohne Jefum? Dürftig, jämmerlich und arm. Ach was sind wir? voller Elend, Ach Herr Jesu, dich erbarm. Laß dich unsre Not bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Ohne dich, herzliebster Jesu, Kommt man nicht durch diese Welt, Welche fast auf allen Wegen Unsern Füßen Neze stellt; Sie kann troben und kann heucheln Und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 3. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in Finsternis das Licht; Öffne unsre Herzensaugen, Zeig dein freundlich Angesicht; Leucht, o Sonn, mit Lebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 4. Faß uns an, o treuer Jesu, Führ uns durch die Pilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß; Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. per lehn zut 5. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, 261 Send 382. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Pf. 73, 25. 26. Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe, Nach Erd und Himmel frag ich nicht; Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust: Ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, Ich hoffe doch getrost auf dich; Nichts will ich alle Plagen achten, An dir allein erquick ich mich; Legt sich auch alles wider mich, Es bleibt dabei: ich liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, Was meine Seele wünschen kann; Auch fürcht ich mich gar keines Falles: Liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: du bist mein Teil, In dir ist meiner Seele Heil. B. Schmold, † 1737. Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir brünstig dir nachwandeln Nach der Liebe Eigenschaft. Ach Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig. 383. 6. Dann wird Lob und Dank, Mel. Jesu meine Freude Schallen aus des Herzens Grund; Allgenugsam Weſen, Dann wird alles jubilieren Und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut: Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine P. Lackmann, † 1713. Geist und Seel und Mut s 262 Wer dich hat, ist still und fatt; Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann in Frieden leben, Er hat, was er will; Wer im Herzensgrunde Mit dir lebt im Bunde, Liebet und ist still. Heiligung. Bist du da und innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen Und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; Was Geschöpfe haben, Kann den Geist nicht laben, Du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben, Eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, So mag Leib und Seel verschmachten, Ich wills doch nicht achten. 5. Ehr samt allen Schäßen Und was mag ergößen, Will ich missen gern; Freude, Trost und Gaben, Die sonst andre haben, Will ich auch entbehrn. Du sollst sein mein Teil allein, Der mir soll trop andern Dingen Ruh und Freude bringen. 6. Komm, du selig Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar. Komm, nimm ein mein Kämmerlein, Daß ich allem mich verschließe Und nur dich genieße. 7. Laß, o Herr, mit Freuden Mich von allem scheiden, Fern der Kreatur; Innig dir ergeben, Kindlich mit dir leben, Sei mein Himmel nur! Bleib nur du mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. G. Tersteegen, † 1769. 384. me bilomust Auf, hinauf zu deiner Freude, Meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide, Hin, zu deinem Jesus hin! Er ist dein Schab, Jesus ist dein einzig Leben; Will die Welt nicht Raum dir geben, Bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter In die Höh zu Jefu auf! An, hinan die Glaubensleiter Klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schuß; Jesus bleibet dein Beschirmer Wider alle Seelbestürmer Und bietet Truß. KON 3. Fest, nur fest dich angehalten An die starke Jesustreu! Laß du, laß du Gott nur walten, Seine Güt ist täglich neu. Er meint es gut; Heiligung. Wenn die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurücke prallen, Hab guten Mut! 4. Gin, hinein in Gottes Kammer, Die dir Jesus aufgethan! Klag und sag ihm deinen Jammer, Rufe ihn um Hilfe an! Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, Kann und will er dich nicht lassen, Das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du dich vom Staube Kannst erheben himmelwärts, Schwing zu Jesu sich dein Glaube, Gieb ihm hin dein ganzes Herz! Er ists allein, Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stirbet, Drum bist du sein. 6. Auf, hinauf! was droben, suche; Trachte doch allein dahin, Wo dein Jesus; sonst verfluche Allen sehnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; Nur bei Jesu ist zu finden Die wahre Ruh. 3. C. Schade, † 1698. 385. Mel. Wollt ihr wissen was mein Preis. Einer nur ist ewig wert, Daß ihm Ehre widerfährt, Einer nur, daß alle Welt Betend vor ihm niederfällt: :,: Jesus, der vom Himmel kam.:,: 2. Einer hat der Menschheit Last In den treuen Arm gefaßt; 263 Einer nahm ins eigne Grab Aller Sünder Schuld hinab: :,: Jesus, der am Kreuze starb.:,: 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht gebracht, Daß ein Strahl aus jener Welt Unsrer Tage Nacht erhellt: :,: Jesus, der vom Tod erstand.:,: 4. Einer hat den Zorn gestillt, Dessen Opfer ewig gilt, Der den Sündern jeder Frist Ein barmherzger Prieſter ist: :,: Jesus, der gen Himmel fuhr.:,: 5. Einer wohnt im Heiligtum Und vollendet Gottes Ruhm, Sammelt, heiligt und erbaut Seinen Tempel, seine Braut: :,: Jesus, der vom Himmel kommt.:,: S. Preiswert, † 1871. 386. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben; Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist doch du mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr. 264 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab Mein Leib und Seel und was ich hab In diesem armen Leben; Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; Heiligung. In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß deine Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich, Ich will dich preisen ewiglich. M. Schalling, † 1608. 387. Mel. Es ist genug. habe gnug, mein Herr ist Jesus Christ, Ich weiß von keinem mehr; Wer nur sein Knecht und treuer Jünger ist, Ich Ich Der forget nicht so sehr. Ich will ganz meinem Gott an on hangen Und nicht mehr nach der Welt verlangen, :,: So hab ich gnug.:,: 2. Ich habe gnug, ich bin der Sorgen los Und kränke nicht das Herz; Ich bin vergnügt und siz in Gottes Schoß, Der lindert allen Schmerz; Ich sorge nicht mehr für mein Leben, Der Höchste kann mir alles geben, :,: Ich habe gnug.:,: 3. Ich habe gnug, Gott, der die Vögel speist Und alle Welt ernährt, Gott, der das Gras und Blumen wachsen heißt Und ihnen Schmuck beschert, Der wird auch meinen Leib ernähren, Nahrung und Kleider :,: Ich habe gnug.:,: mir be scheren, 4. Ich habe gnug und sorge für den Geist, Das andre fällt mir zu; Nur Gottes Reich, das Jesus suchen heißt, Das giebt mir wahre Ruh; Ich trachte nur, des Vaters Willen In Kraft des Geistes zu erfüllen: :: Drum hab ich gnug.:,: 5. Ich habe gnug; ich lieg an Jesu Brust, Da schwindet aller Schmerz. Was will ich mehr? Dort find ich Himmelslust, Dort stillt sich ganz mein Herz; Heiligung. Den Himmel hab ich schon auf Erden, Was wird in jener Welt erst werden! :,: Ich habe gnug.:,: Halle 1714. 388. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Ich will dich immer treuer lieben, Mein Heiland, gieb mir Kraft dazu. Die Welt hat lang mich umge= trieben, Nun schenkst du mir die wahre Ruh, Die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, Der alle Königskronen weichen, Die uns den Himmel offen zeigt. Ach daß ich ganz in Lieb zerflösse Vor deiner Liebe Wundergröße, Die alles Wissen übersteigt! 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, Wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh dich, der du mich bewogen, Und rang nach Tod und Ungemach. Du aber nahmst ohn mein Verlangen In deiner Liebe mich gefangen Und offenbaretest dich mir. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue Mein ganzes Herz, das ich dir weihe, Entreiß mirs doch und nimm es dir. 3. O lehre mich, mich ganz vergessen, Damit ich nur an dich gedenk: Lehr mich nach dir nur alles messen, 265 Damit ich ganz in dich mich senk Ich wünsch in mir ganz zu verschwinden, Um dich vollkommener zu finden, Du süße Lieb und höchstes Gut! Werd ich mich recht in dich verfieren, So wirst du Kräfte in mich führen, Daß ich dich lieb mit heißer Glut. 4. Ich hange nicht an deinen Gaben, Dich, Jesu, such ich ganz allein; Soll ich nichts mehr zu fühlen haben, Ich will auch so zufrieden sein. Vertausch den Trieb nach eitlen Freuden Mit der Bereitschaft, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, Wirken, Tichten, Mein eignes Laufen, Daß nichts denn du mehr übrig sei. 5. Mir ist am seligsten geraten, Wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein andrer sinn auf große Thaten; Mein Geist erblicket eine Ruh, Worin er bleibend das vollführet, Was von des Geistes Trieben rühret, Und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben Nichts mehr von meinen eignen Trieben, So fing ich recht zu lieben an! 6. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, Daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen Dem, welcher ernstlich Hülf be gehrt. Ich flieh zum Reichtum deiner Güte, 266 Heiligung. Durchleuchte du, Herr, mein Gemüte, Daß ich, was du nicht selber bist, Erkenn und haß und dämpf und töte; So schau ich nach der Morgenröte, Wie hell die Sonne selber ist. 3. A. Flessa, † 1776. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund, Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz be scheint, 389. Ich will dich lieben, meine Stärke, Du starker Himmelsglanz. Ich will dich lieben, meine Zier, Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erfennet, Du hochgelobter Heiland du! Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht, Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich hab ersehn. Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei ge macht, 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht, Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn, Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleuchte Leib und Seele ganz, 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Ich will dich lieben sonder Lohne Auch in der allergrößten Not; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. 3. Scheffler, † 1677. 390. Mel. Jesu meines Lebens Leben. Joh. 10, 14. 27. Jeju, frommer Menschenherden Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hingegeben Und du gabst es auch für mich: Laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Herd: Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufft: ich liebe dich, Ruft mein Herz: dich liebe ich. Heiligung. 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sind wohlbekannt: Laß mich auch für dich entbrennen, Wie du bist für mich entbrannt. Als des argen Wolfes Rachen Mich zur Beute wollte machen, Riefest du: ich kenne dich; Ich auch rief: dich kenne ich. 4. Herden ihre Hirten hören, Folgen ihrer Stimm allein: Hirten sich zur Herde kehren, Wenn sie rufen groß und klein; Wenn du rufest, laß mich eilen, Wenn du dräuest, nicht verweilen, Laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm; Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost hernieder schallen, Wenn ich bete, höre mich; Jesu, sprich: ich höre dich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht fehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja du hörst; in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon Deinen Trost, o Gottes Sohn! S. v. Birken, † 1681. 391. Jesu, komm doch selbst zu mir Und verbleibe für und für; Komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 267 3. Keine Lust ist auf der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Beimirsein Nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süße Seelenfreud, Ohne dich nur Herzeleid. 5. Nimm nur alles von mir hin, Ich verändre nicht den Sinn. Du, o Jesu, mußt allein Ewig meine Freude sein. 6. Keinem andern sag ich zu, Daß ich ihm mein Herz aufthu; Dich alleine laß ich ein, Dich alleine nenn ich mein. 7. O so komm denn in mein Herz Und vermindre meinen Schmerz: Denn ich schreie für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 8. Nun, ich warte mit Geduld, Bitte nur um diese Huld, Daß du in der Todespein Wollst mein Trost, o Jesu, sein! 3. Scheffler, † 1677. 392. Jesu, meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Du bist mein, und ich bin dein, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei: Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern, 268 Mir steht Jesus bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, Ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. Heiligung. 3. Troß dem alten Drachen, Trob dem Todesrachen, Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht: Erd und Abgrund muß sich scheuen, Ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schäßen, Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Luſt! Weg, ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, Wesen, Das die Welt erleſen, Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht, Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld ich schon hier Spott und sd a Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 3. Franck, † 1677. 393. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Jesus ist mein Freudenlicht, Wenn er hell in mir anbricht, Meiner Seele Ruhestatt, Wenn sie keine Kraft mehr hat 2. Jesus ist mein starker Held; Wenn der Teufel mich anfällt, Und die Sünde groß sich macht, Ich ihr Troßen ganz veracht. 3. Ach mein Jesu, laß mich dir Sein verpfändet für und für, Laß mich Armen dir allein In der Lieb ergeben sein! 4. Alle, die ihr Jesum sucht, Kommt, genießet seine Frucht, Die Leib, Geist und Seel er: quickt, Euch zum Siegen macht geschickt. ( orbi 5. Herzensjesu, Siegesfürst, Meine Seele nach dir dürst; Jeden Feind in mir besieg, n Daß ich nicht im Kampf erlieg. 6. Nach dem Siegen nimm mich auf zu dem auserwählten Hauf, Da du mir den Gnadenlohn Geben wirst, o Gottes Sohn! 7. Auf, ihr Überwinder, seht, Jesus euch entgegen geht, Um für wenig Schmach und Hohn a ba verleihn die Ehrenkron. 8. Hallelujah, Gloria! Auf, des Herren Tag ist nah, Wachet, haltet euch bereit! Jezt kommt die Erquickungszeit. 3. Arnold, † 1714. Heiligung. 394. Mel. Jeſu meines Lebens Leben. esus schwebt mir in Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn; Von ihm will ich nimmer wanken, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier, d Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen Wie ein güldnes Sternelein; Er vertreibt mir Angst und be van Schmerzen, Er ist mein, und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, Wenn ich soll von hinnen scheiden. Er ist meines Lebens Licht, Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von den Sünden rein Und von neuem ward geboren In der heilgen Taufe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, Ihn in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod; Jesus hilft aus aller Not. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Seines Geistes Trost und Gaben Ruhn in meines Herzens Schrein; Ja wenn ich zu Bette gehe Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus früh und spat Meiner Seelen Schuß und Rat. 5. Jesum will ich lassen raten, Der am besten raten kann; Er gesegne meine Thaten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem teuern Namen Alles glücklich sei und Amen: So wird alles werden gut, Wenn nur Jesus Hülfe thut. 269 6. Jesus, meiner Jugend Leiter, Wird auch sein mein Trostbereiter, Der regieret meinen Sinn, Wenn ich alt und kraftlos bin; Krümmen dann sich meine Glieder, Geht die Lebenssonne nieder, Wird verdunkelt mein Gesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Beistand sein; Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden, Es soll teine Herzenspein, Keine Trübsal, keine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm a treiben: Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr, Jesum dennoch nimmermehr. Wesel 1692 395. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Lebit ebst du in mir, o wahres Leben. So sterb in mir, was du nicht bist. Ein Blick von dir kann beßres med id geben. Als was der Welt das Beste iſt. O Jesu, du sollst mein verbleiben, Nichts soll mich von der Liebe a treiben, Die du mir zugesaget hast; Heiligung. 270 O süße Wonne, die mich tränket, Wenn sich die Seel in dich versenket, Und deine Gnade mich umfaßt! 2. Herz, das in Liebesglut gestorben, Ach laß mein Herz in Flammen stehn! Entzünd ein Herz, das du er worben, 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; Und laß darinnen untergehn, Gieb, daß sie alle Angst besieget Was du nicht bist, o mein Ver- Durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, gnügen; Laß mich in deiner Liebe siegen, Ja siege du nur selbst in mir: So werd ich fröhlich triumphieren, So wird dein Todessieg mich zieren, So leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen Zum Dienste deiner Glieder an: Bind mich und ihre Not zusammen, Damit ich mich versichern kann, Ich sei also wie du gesinnet, Wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, Du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, So laß die Hülfe nicht verschwinden Und mach den kranken Geist ge sund. Die deinem Geist recht ähnlich ist: So werd ich Freund und Feinde lieben, So wird ihr Kummer mich betrüben, Wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, Damit er wahre Früchte treibt; Mach mich zur Rebe voller Säfte, Die fest an dir, dem Weinstock, bleibt; Du bist der Fels, auf den ich baue, Du bist mein Heiland, dem ich traue, Ich aber will auf dich nur schauen, Jesu, meiner Hoffnung Licht; Ich will dich stets in Lieb umfassen, Dich, der du mich nicht wirst veresmunt lassen, Denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, So leb ich, weil es dir beliebt; Werd ich vom Tode hingerissen, So bin ich gleichfalls nicht be trübt. Dein Leben laß stets in mir leben, Dein Sterben laß mir Stärke geben, Wenn nun die letzte Not erscheint. Ich will dir meinen Willen schenfen, Ich will im Tod und Leben denken, Daß du es gut mit mir gemeint. 7. O Jesu, hör, was ich gebeten, Und gieb, wonach die Seele dürst; Vergönne mir, zu dir zu treten, Damit du ganz mein eigen wirst. Ach hilf mir streiten, kämpfen, ringen, Hilf mir den Lauf durch dich vollbringen SPIER Heiligung. Und stärk mich durch dein teures Blut! Wenn ich dich nur im Herzen habe Und mich an dir, o Jesu, labe, So ist mein Tod und Leben gut. Ph. B. Sinold v. Schütz, † 1742. 396. Meinen Jesum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab, ergeben; Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 271 6. Jesum laß ich nicht von mir, 5. Nicht nach Welt, nach Him mel nicht Meine Seele seufzt und sehnet, Jesum sucht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. Geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten; Šelig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Ch. Keymann. † 1662. 397. Mel. Ach Gott und Herr Mein Freund ist mein, Und ich bin sein, Ihm hab ich mich ergeben. In Glück und Freud Bin ich bereit, Dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, An dir hang ich Und will dich auch nicht lassen, Bis du mich wirst, O Lebensfürst, Mit deiner Gnad umfassen. 3. Mir zum Gewinn Gabst du dich hin; Dein Todesangst und Sterben Hat mich versöhnt, Ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslaſt, Die du hier hast Für mich auf dich genommen, Macht mich befreit Von allem Leid, Das sonst auf mich gekommen. 5. Nun werd ich gleich In deinem Reich Den frohen Engeln werden Und sicher sein Von aller Pein, Von dieser Welt Beschwerden. 272 6. Troß sei dem Tod Und aller Not! Die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Von dir kann mich nichts wenden, Schau an die Welt, schau ihren Reichtum an; Er kann ja nicht die müden Seelen laben: Mein Jesus kanns; er thuts im Überfluß, Wenn alle Welt zurückestehen muß. Weil ich forthin Verwahret bin In deinen treuen Händen. 7. Trotz aller Welt! Hier ist der Held, Der für mich ist geſtorben; Dadurch er hat Die güldne Stadt Des Himmels mir erworben. Heiligung. 8. Herr Jesu Christ, Allein du bist Mein höchster Schaß auf Erden. Ach laß mich nicht, Mein Lebenslicht, Von dir geschieden werden! 9. Denn du bist mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben In Glück und Freud, In Kreuz und Leid, Im Sterben und im Leben. Anna Sophie v Heffen, † 1683. 3. D Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, Das im Geset sich so ermüdet hat Und nun zu dir, dem Seelenleben, naht Und schmeckt in dir die wunderfüße Güte, Die alle Angst, die alle Not verschlingt Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt! 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, So wird in mir ein reines Licht entstehn, Durch das ich kann das Vaterherz erreichen, In dem man nichts, als nur VerDa eine Gnadenflut zur andern gebung spürt, führt. 398. Mein Salomo, dein freundliches Regieren Stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze 19led chin fehrt, 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, Daß es dabei der Eitelkeit vergißt, Die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; Und nimmt die Furcht und Unruh Je mehr das Herz des Vaters So läßt sich bald dein Friedens: geist verspüren: Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn von mir hin. Liebe schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligkeit ermedt. Heiligung. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, So in das Meer des Lebens quillt binein Und Lebensströme wieder von sich gießet: Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, So geht in dir die Frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, So wird dadurch das Leben angericht; Die Heimlichkeit der Weisheit wird entsiegelt, Ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt Und alle Kraft der Sünden abgefehrt. 273 Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. 8. Was dem Geset unmöglich war Das bringt alsdann die Gnade selbst herfür: Sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte Und mit Geduld und Langmut dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh Und könne ganz auf deine Gnade trauen! 10. Wenn meine Schuld mich vor dir niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Geset mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Vaterherze ſebn Und neue Kraft und Zuversicht entſtehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen: Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein; Ich hülle mich in deine Gnade ein, Mein Element ist einzig dein Erbarmen; Und weil du mir mein Ein und Alles bist, zu geben, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Chr. Fr. Richter, † 1711. 399. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron, Du meine Freud und Wonne, Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenkla Und klarer, als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. Heiligung. 274 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt; Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Gut und Geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen; Es geh ihm wie es woll auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Ewig Selig Nach dem Leide große Freude wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es läßt sich nicht beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. in Gründlich Läßt sich Nicht erreichen, noch vergleichen Erdenschäßen Das, was uns dort wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeldt, Aus Liebe mich stets übe; Bis ich Endlich Werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freundlichfeit, Die schon auf Erden mich erfreut, In reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket und geschmücket vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. 3. Heermann, † 1647. 400. Mel. Valet will ich dir geben. chaß über alle Schäße, O Jesu, liebster Schab, An dem ich mich ergöße, Hier hab ich einen Play In meinem treuen Herzen Dir, Schönster, zugeteilt, Heiligung. Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz kräftiglich kann stillen Und in der Leidenszeit Mich reichlich kann erfüllen Mit Trost und Freudigkeit! 3. Laß, Jesu, mich erblicken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquicten, Komm, komm, mein Freudenlicht; Denn ohne dich zu leben, Ist lauter Herzeleid, Vor deinen Augen schweben Jit wahre Seligkeit. 4. Es bleibt mein Herz ergeben Dir immer für und für, Zu sterben und zu leben, Und will getrost mit dir Das schwerste Kreuz erleiden, Es soll mich keine Bein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 5. O Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht; Mein Geist will himmlisch werden Und ist dahin gericht, dia en Wo Jesus wird geschauet; Da sehn ich mich hinein, Wo Jesus Hütten bauet, Denn dort ist gut zu sein. 6. Nun, Jesu, mein Verlangen, So komm und wohn in mir; Laß fest an dir mich hangen, 30 Komm, meiner Seele Zier, Und sebe mich aus Gnaden In deine Freudenſtadt: So kann mir niemand schaden, So bin ich reich und satt. S. Liscov, † 1689. 275 2401. H ĐỨ Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut; Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückeſt, Macht mich wohlgemut Deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, Du bist darum Mensch geboren, Zu ersehen, was verloren, Durch dein Blut so rot, Wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in ihr dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürft Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, S2 276 Da du riefst: Mich dürst, Großer Friedefürſt! Heiligung. 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb! 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um lebendiges Vertrauen, Der wird bald empfindlich schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abſtirbt. 10. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich: Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 11. Wenn ich meinen muß, Wird dein Friedensgruß Meine Thränen auch begleiten Und zu deinen Wunden leiten, Daß mein Thränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu Wiederum erfreu, Ists zugleich auch deine Freude, Bis ich dort auf deiner Weide Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu. Edinner 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenfron; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, Jimb Als dein Eigentum Will ich durch dies Leben wallen Dir zur Ehr und Wohlgefallen, Ich dein Eigentum, Du mein Preis und Ruhm! A. Drese, † 1701. 402. AMATOR Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Such, wer da will, ein anderr Ziel, Die Seligkeit zu finden: Mein Herz allein bedacht soll sein ,. Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk: ist flar, Sein heilger Mund hat Kraft und Grund ,. All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach ſucht i doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret; Er ist der Herr, und keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, Sucht ihn allein, denn wohl wird sein 14. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde drd Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenstron, mein Freudenfonn Heiligung. Licht Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Durch Eitelkeit vertreiben; Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, Bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Annism. geſicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, mein höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem je mo Leid, Hilf, daß ich mag nach dieser Klag Dir ewig dort Lob sagen. G. Weiffel, † 1635. 403. Mel. Seelenbräutigam. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Bu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, dal! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. Tod, Sünd, Höll und Welt 4. Großer Siegesheld, Hast du mächtig überwunden Und ein ewges Heil erfunden ll Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 277 5. Höchste Majeſtät, König und Prophet, Mit Maria dir zu Füßen Deinen Scepter will ich küssen, Sizen früh und spät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum, Allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 1915 8. Steure meinen Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, Sondern bleibe in den Schranken; Sei du mein Gewinn, sing Gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf und mich nicht in seinem Nege Unverrückt zu dir fortsege, Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich machen mög und beten, Freudig vor dein Antlig treten; 278 Ungefärbte Liebsd In die Seele gieb. d Heiligung. d| Mir mitgeteilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes selge Ruh und Freude. 3. Doch wär es, daß mein Geist noch hinge Durch manche Fäden an der Welt, Und sein Verlangen worauf ginge, Das dir, o Heilger, nicht gefällt: Ach wäre dies, o du mein Leben, So komm mit liebender Gewalt, Zerreiße diese Fäden bald; Dir sei mein Wille ganz ergeben. 4. Hier ist mein Herz und meine Seele, Ach nimm sie dir zu eigen hin, Daß sie dein Geist zum Tempel wähle 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht de Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. Rais da pinőst 12. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lassen Und des Fleisches Lüste haffe, te Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. sjdbad. dang 13. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn mid Mich zur Rechten stehn.ch/rs/f 3. A. Freylinghausen, † 1739. 191192 Wie ie 404. poste bit flothon Mel. Mein Jesu dem die Seraphinen. dank ichs, Heiland, deiner Liebe, Daß du, des Höchsten einger Sohn, Für mich aus gnadenvollem Triebé Verließest deinen Himmelsthron? Wie dank ichs deinem treuen Herzen, Daß du vom Tode mich befreit Und mir die ewge Seligkeit Erworben hast durch Todesschmerzen? 2. Du hast dich meiner angenommen; Durch dich allein ist es geschehn, Daß ich der Finsternis entkommen, Um in dein helles Licht zu sehn. Du hast mir köstliches Geschmeide, Das Kleid des Heiles, zugewandt, Und walte fort und fort darin. Aus Liebe kamst du einst herDRIE nieder, Die Liebe, die dich zu uns zog Und Mensch zu werden dich bewog, Die zieh auch jetzt zu mir dich wieder. 5. Zerbrich, vernichte und zermalme, Was deinem Willen nicht gefällt: Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie an Ketten fest mich hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weist, Und nur die lautre Liebe taugen. 6. Ich heb empor zu dir die Hände, Aufs neue sei dirs zugesagt: Ich will dich lieben sonder Ende, Für dich sei alles dran gewagt. Ach laß, o Herr, mir deinen Namen Und das Verdienst von deiner Pein Im Herzen eingegraben sein, So lang ich hier noch walle! Amen. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf. † 1760. Heiligung. 405. ie schön leuchtet der MorgenWie stern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Du hast mein Herz umfangen, Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, Du hochgeborner König! Mein Herz ist voll von deinem Ruhm, Dein süßes Evangelium Ist lauter Milch und Honig. Herr, dich Breis ich, Ďosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmelsschein, Die Flamme deiner Liebe Und stärk mich, daß ich ewig bleib, O Herr, ein Glied an deinem Leib, In frischem Lebenstriebe. Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn ich dein holdes Angesicht 279 Seh freundlich auf mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Nimm mich Freundlich In die Arme, Herr, erbarme dich Auf dein Wort komm ich geladen. in Gnaden: 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, Was ists, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitentlang und laßt den süßesten Geſang Ganz freudenreich erschallen; Ich will mit meinem Jesus Christ, Der mir mein Ein und Alles ist, In steter Liebe wallen. Singet, Klinget, Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, Groß ist der König der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich 9530 froh, Daß mein Schaß ist das A und O, Der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis, Des klopf ich in die Hände. 280 Heiligung. Amen, Amen, Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, Weil ich sehnlich dein verlange! Ph. Nicolai, † 1608. 406. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen Und eile deinen Armen zu: Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh und Luſt? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; Es sei also, ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb erweisen Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, Blizt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf und Hölle meinem Rücken, So steig ich gläubig in die Höh Und flieh in deine heilgen Wunden; Da hab ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen ondan fann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzes= wüsten, Ich folg und lehne mich auf dich; Du nährest aus den Wolkenbrüsten Und labest aus dem Felsen mich: Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen; Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut In dir, der du verläsfest keinen, allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, Wenn er aus mördervollen Hecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Heiligung. Laß solche Ruh in dem Gemüte, Nach deiner unumschränkten Güte, Des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche leien! ใ Nichts kann, als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! W. Ch. Deßler, † 1722. 407. Wollt ihr wissen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? :,: Jesus der Gekreuzigte.:,: 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? 281 Wer schafft mir des Vaters Huld? :,: Jesus der Gekreuzigte.:,: Und sollte mich erheben Zu stolzer Rach und bösem Zorn? Wie darf ein Christ, ein guter Born, 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer macht rein mich und gerecht? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht mich zu Gottes Knecht? :: Jesus der Gekreuzigte.:,: Solch bitter Wasser geben? 2. Ein Vater hat uns ja gemacht 3u seines Hauses Kindern; 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schüßt, wenn der Feind erboßt? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? :,: Jesus der Gekreuzigte.:,: C. Nächstenliebe. 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer verseßt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? :: Jesus der Gekreuzigte.:,: 408. Es hat Ein Herr das Heil gebracht Uns sonst verlornen Sündern; Ein guter Geist uns auch regiert, Erb uns alle Mel. Mein Herzensjesu, meine Luft. Ach Jesu, gieb mir sanften Mut, Wenn wirs nur nicht verhindern. Nach deinem Wort zu leben; Ich bin ein Mensch von Fleisch und Blut 6. Und so wißt ihr, was ich weiß: Ihr wist meinen Zweck und Preis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm: :,: Jesu dem Gekreuzigten.:,: 3. Chr. Schwedler, † 1730. 3. Wie kann ich doch als Gottes Kind Den schwachen Bruder hassen, Da mir so große Schuld und Sünd Von meinem Gott erlassen! Soll nicht mein Herz auch sein bereit, In rechter Lieb und Einigkeit Den Bruder zu umfassen? 282 4. Wir tragen Ein gleich sanftes Joch, Heiligung. Die wir uns Christen nennen: Wie dürften sich die Glieder doch An einem Leibe trennen? An Sanftmut, Lieb und Freundlichkeit Kann man den Christen allezeit Als Gottes Kind erkennen. 5. Wir haben alle Gottes Gnad In Einem Herrn zu finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Wäscht uns von allen Sünden; Ein Fleisch und Blut uns alle speist: Wie soll denn nicht Ein Herz und Geist Uns allesamt verbinden? 3. Mautisch. † 1669. de 409. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du u aller Menschen Vater, Du Helfer und Berater In allem, was uns drückt, Die Güter, die wir haben, Sind deiner Milde Gaben; Von dir kommt, was das Herz erquickt. 2. Du segnest deine Kinder Und trägest auch die Sünder Mit Langmut und Geduld; Bu ewgen Seligkeiten Willst du uns alle leiten; Wie groß, o Herr, ist deine Huld! 3. Voll Freundlichkeit und Milde Sei auch nach deinem Bilde Mein dir geweihtes Herz, Daß ich der Not der Armen Mich liebreich mög erbarmen Und willig lindern ihren Schmerz. 4. Hilf, daß ich freudig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So wie mein Heiland that, Der Leid und Kummer stillte Und jedes Flehn erfüllte, Wenn ihn ein Armer gläubig bat. 5. Zum Fleiß in guten Werken Soll mich der Glaube stärken, Daß Wohlthun dir gefällt. Wer seine Brüder liebet Und ihnen freudig giebet, Der säet für die künftge Welt. 6. O möcht ich reichlich säen! Nie wird die Saat vergehen, Die ich hier ausgestreut; Denn einst vor Gottes Throne Find ich zum Gnadenlohne Die Freuden einer Ewigkeit. Nach Ph. F. Hiller, † 1769. 410. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Ein in wahrer Glaub das Herze stillt, Daraus Daraus ein schönes Brünnlein quillt, Die brüderliche Lieb genannt, Dabei ein Christ recht wird erkannt. 2. Christus sie selbst das Zeichen nennt, Dabei man seine Jünger kennt; In niemands Herz man sehen kann: An Werken wird erkannt ein Mann. 3. Die Lieb nimmt sich des Nächsten an, Sie hilft und dienet jedermann; Gutwillig ist sie allezeit, Sie lehrt, sie straft, sie giebt und leiht. Heiligung. 4. Wie Gott läßt scheinen seine Sonn Und regnen über bös und fromm, So solln wir nicht allein dem Freund Dienen, sondern auch unserm Feind. 5. Die Lieb ist freundlich, gütiglich, Sie eifert nicht, noch blähet sich, Glaubt, hofft, verträgt alls mit Geduld, Verzeiht gutwillig alle Schuld. 6. Darum die Lieb das Vornehmst ist, Darauf sich fleißen soll ein Christ: Gnug dem Geseß nur Liebe thut, Dem Nächsten thut sie alles gut. 7. D Herr Christ, deck zu unsre Sünd Und solche Lieb in uns entzünd, Daß wir mit Lust dem Nächsten thun, Wie du uns thust, o Gottes Sohn! E Nit. Hermann, † 1561. 411.miss Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Cor. 16, 14. Liebe, du der Gottheit Spiegel, Liebe, der Erlösung Siegel, Liebe, schönstes Himmelskind; Liebe, Königin der Gaben, Welche Gottes Kinder haben: Selig ist, wer dich gewinnt! 2. Bald mit heiligem Entzücken, Bald mit tiefbeschämten Blicken Schaun wir dich, du heilig Bild! Weit sind wir von dir verirret, Neid und Haß hat uns verwirret, Wir sind rauh, und du bist mild. 283 3. Wir ein stetes Selbstverzehren, Du ein stetiges Ernähren, Dem es nie an Kraft gebricht; Wir versenkt in Feurgestalten, Die uns hart gefangen halten, Du ein wundersames Licht. 4. Hilf dem Geist zum Schöpfer dringen, In sein Herz hinein sich schwingen, Wo dein hoher Ursprung quillt, Der noch aller Erde Weiten, Ja den Lauf der Ewigkeiten Einst mit tausend Psalmen füllt. 5. Liebe, die im Gotteslamme Uns aus Sünd und Höllenflamme Mächtiglich herausgeliebt, Die uns Nahrung, die uns Hülle Nun aus Jesu Gottesfülle Reichlich zu genießen giebt; 6. Liebe, die für Gottes Kinder, Wie für noch verlorne Sünder Die auch in der Mörderhöhle Pflegerin und Freundin ist, Sich in unsre Wunden gießt: Gleich des Samariters Öle 7. Werde du in unserm Wallen Unsers Herzens Wohlgefallen, Unsrer Seele Sonnenstrahl; Zeuch uns hin in deine Schule, Nimm vor Jesu Lehrerstuhlé Uns in seine Jüngerzahl! 8. Laß nach deinen heilgen Lehren Uns die Gaben andrer ehren: Gott verteilet frei sein Licht. Laß uns deinen Geist bewahren, Daß wir hoch einher nicht fahren, Denn die Liebe bläht sich nicht! 9. Lehr uns unsre Kräfte messen, Unsre Schwachheit nie vergessen: Liebe will in Demut stehn. Worte, Sitten und Geberden Laß durch dich gesänftigt werden: Wahre Liebe kann nicht schmähn. Heiligung. 284 10. Lehr uns andrer Thun erklären, Nichts auf Argwohn feindlich kehren: Liebe rückt nicht alles auf. Bei der Einfalt tiefen Schätzen Findet sie ihr ganz Ergößen An der Wahrheit freiem Lauf. 11. Beim Vergeben, Glauben, Hoffen Schaut sie schon als eingetroffen, Was die Zukunft erst enthüllt. Wessen sich die Liebe freuet, Was sie wünscht und prophezeiet, Wird zumeist von Gott erfüllt. 12. Liebe löst die Geistesflügel, Liebe sprengt die Seelenriegel, Dringt durch jede Scheidewand; Daß, dem Stückwerk ganz entnommen, Gottes Kinder endlich kommen In ihr freies Vaterland. A 13. Liebe, lehr uns weislich handeln Und in der Gemeinde wandeln, Wie sichs ziemt in Gottes Haus! Liebe, hilf uns auch die Bösen, Die kein Schreckwort kann erlösen, Führen aus dem Tod heraus. 14. Will ein Dunst aus Höllen: flüften Unfrer Seelen Ruh vergiften, Oder droht uns andre Pein: Dann führ uns, o Geist der Liebe, Durchs Gericht, seis noch so trübe, Königlich in Gott hinein. 15. Laß, o Herr, an jedem Orte Uns auf deine Geistesworte Als auf unsern Leitstern sehn: ,, Lasset alle eure Dinge, Sein es große, seins geringe, In der Liebe nur geschehn!" K. F. Harttmann, † 1815. 412. Mel. Valet will ich dir geben. Nicht Opfer und nicht Gaben, Auch Ruhm und Ehre nicht, Noch was sonst Menschen haben, Befreit uns vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, Sie ist von Ewigkeit; Was außer ihr uns treibet, Verschwindet mit der Zeit dusl 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, Lehrt helfen, trösten, geben, Reißt jeden Bann entzwei, Macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen Und los von Sündenlust, Zum Beten und zum Wachen Bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, Des Christentumes Kern, Sie gilt als schönste Würde Und Krone vor dem Herrn. Was hülfs, mit Engelzungen Hochreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, Der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren Und starker Glaubenssinn Stehn nicht bei Gott in Ehren, Wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwäße, Der kalt und liebeleer Der größten Weisheit Schäße Darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, Der Sohn ist Lieb allein; Des heilgen Geistes Triebe Sind Liebe, heiß und rein. Das ist die Lebensquelle Vom Vater und vom Sohn: Mach unsre Seelen helle, Du Strom von Gottes Thron! 3. Rothen, † 1876. Heiligung 413. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Matth. 25, 40. 414. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. 1. Joh. 4, 20. Christ, wenn Arme manches So jemand spricht: ich liebe Gott, mal Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Vor deiner Thüre stehn, Merk auf, ob nicht in ihrer Zahl Der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang Erschallt zu dir herein, Horch auf, ob seiner Stimme Klang Nicht möchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng ver schließ Die Thüren und das Herz! Ach wer den Heiland von sich stieß, Was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll Dem Dürftigen hinaus Und öffne gern und mitleidsvoll Dem Flehenden dein Haus! 5. Denn ehe du dichs wirst versehn, Wird dein Herr Jesus Christ Herein zu deiner Thüre gehn, Weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, Der arm erschien vor dir, Erhebt er seine heilge Hand Zum Segen für und für: 7. Zum Segen über deinen Tisch Und über all dein Gut Und über deine Kinder frisch Und deinen frohen Mut; 285 8. 3um Segen über deine Zeit, Die du hienieden gehst, Und über deine Ewigkeit, Wo du dort oben ſtehst. W. Het, † 1854. Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe so wie mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen nicht fatt, Läßt Nackende nicht kleiden, Der übertritt die erste Pflicht: Er hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum besten kehret, Nicht dem Verläumder widerspricht, Der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, Ein Dürftger erst erscheinet, Nicht eilt dem Frommen beizustehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, obs ihm gebricht, Der liebt auch seinen Nächſten nicht. 5 Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit Härt und Vorwurf quälet Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet; 286 Wie bleibt bei solchem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? Heiligung. 6. Wir haben Einen Gott und Herrn, Sind Eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich: Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 7. Ein Heil ist unser aller Gut, Wie sollt ich Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß er mich hat mit sich versühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? 8. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du, Herr von meinen Tagen; Ich aber sollte nicht Geduld all Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du verAbgiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 9. Was ich den Frommen hier gethan, Den fleinsten auch von diesen, Das siehet mein Erlöser an, Als hätt ichs ihm erwiesen. Wie könnt ich Jesu Jünger sein Und ihn in Brüdern nicht erfreun? 10. Ein unerbittliches Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert, † 1769. 415. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. Unter allen großen Gütern, Ist die Lieb in den Gemütern Die uns Christus zugeteilt, Wie ein Balsam, der sie heilt, Wie ein Stern, der herrlich blinket, Niemand zu benennen weiß, Wie ein Kleinod, dessen Preis Wie die Schönheit, die uns winket, Und die Lust, die jedermann 3wingen und vergnügen kann. HERE 100STD( 300 2. Liebe kann uns alles geben, Was auf ewig nüßt und ziert, Und zum höchsten Stand erheben, Der die Seelen aufwärts führt; Menschen- oder Engelzungen, Wo sich keine Liebe findt, Wie beredt sie sonsten sind, Wie beherzt sie angedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz- und Schellenklang Indon 3. Was ich von der Weisheit höre, Der Erkenntnis tiefer Blick, und des Glaubens Meisterstück, Die geheimnisvolle Lehre So der Berge Grund verseket, Was sich sonst in uns verklärt: Das verlieret seinen Wert, Alles wird für nichts geschäßet, Wenn sich nicht dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Habe Mild den Armen zugewandt, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Scheut ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen Leib auf Erden Ihnen zu verzehren hin Und behielte meinen Sinn: Würd ich doch nicht besser werden, Heiligung. Bis mich wahre Lieb erfüllt, Die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoffnungs: blüte Stärken uns in dieser Welt, Bis das irdische Gebiete Und der Schöpfungsbau zerfällt: Nur der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit; Alle, welche sie bekleidt, Werden unaufhörlich glänzen; Glaub und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. C 6. du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du gehest aus, Laß mich spüren deine Triebe, Komm in meines Herzens Haus! Alles, was sich selbst nur suchet, Es nicht gut mit andern meint, Seiens Feinde oder Freund, Laß mich halten als verfluchet; Lente meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. E. Lange, † 1727. 416. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Wenn uns die Feinde kränken, Und uns ein Freund vergißt, Dann laß uns dein gedenken, D. Kampf 417. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit, Auf, auf zum Überwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit Ist keine Ruh zu finden. 287 O Heiland Jesu Christ; Sci du uns Schirm und Schuß, Der böse Geist der Rache Daß nicht in uns erwache Und sündger Groll und Truß. 2. Das Herz ist leicht erschüttert, Und wogend wallt das Blut; Der Sinn ist leicht verbittert, Und tropig ist der Mut; Schnell reißt der Zorn uns fort, Und aus empörtem Grunde Drängt nach dem stolzen Munde Sich grollend Wort um Wort. 3. Ach Herr, laß vor uns stehen Dein bleiches, blutges Haupt, Wenn der Verläumder Schmähen Uns frech die Ehre raubt. Wie blickest du so mild Und betest noch im Sterben Für die, so dich verderben, Und deckst sie als ein Schild. 4. Zieh ein, du Fürst der Liebe, Zieh ein in unsre Brust Und heilge unsre Triebe Und tilg die böse Lust, Daß wir, wie Gott es will, Gern unserm Feind vergeben Und in der Liebe leben Geduldig, sanft und still. 3. Sturm,* 1816. und Sieg. Wer nicht will streiten, trägt die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Fleisch mit Wollust, wo du biſt, Zu fälln dich und zu fangen. Heiligung. 288 Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, So bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Des Feldherrn hast geschworen, Gedenke, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserforen; d Gedenke, daß ohn Streit und Sieg Nie keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie schmählich ists, wenn ein Soldat Dem Feind den Rücken kehret, Wie schändlich, wenn er seine Statt Verläßt und sich nicht wehret; Wie schimpflich, wenn er gar mit Fleiß Sich zaghaft giebt dem Feinde preis. 5. Wer überwindt und seinen Lauf Mit Ehren wird vollenden, Dem will der Herr alsbald darauf Verborgnes Manna senden, Jhm geben einen Edelstein Und einen neuen Namen drein. 6. Wer überwindt, bekommt Gewalt, Mit Christo zu regieren, Mit Macht die Völker mannigfalt Nach Gottes Rat zu führen; Wer überwindt, bekommt vom Herrn Zum Feldpanier den Morgenstern. 7. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes Tempel gehen, Soll drinnen als ein helles Licht Und güldne Säule stehen; Der Name Gottes, unsers Herrn, Soll leuchten von ihm weit und fern. 8. Wer überwindt, soll auf dem Thron Mit Christo Jesu sigen, Soll glänzen wie ein Gottessohn Und wie die Sonne blizen, Soll ewig herrschen und regiern Und immerdar den Himmel ziern. 9. So streit denn wohl, streit keck und kühn, Daß du mögst überwinden; Streng an die Kräfte, Mut und mple un Sinn, Daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, Bleibt ewiglich in Spott und Hohn. 3. Scheffler, † 1677. 418. Mel. Meine Hoffnung stehet fefte. Auf, ihr Christen, Christi Glieder, Die ihr noch hangt an dem Haupt, Auf, wacht auf, ermannt euch wieder, Eh ihr werdet hingeraubt! Satan beut An den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf, folgt Christo, eurem Helden, Trauet seinem starken Arm; Liegt der Satan gleich zu Felde Mit dem ganzen Höllenschwarm, Sind doch der Noch viel mehr, Die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget Mit Gebet und Wachsamkeit; Dieses machet unverzaget Und recht tapfre Kriegesleut: Christi Blut Giebt uns Mut Wider alle Teufelsbrut. Heiligung. 4. Christi Heeres Kreuzesfahne, So da weiß und rot gesprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Troste ausgehängt. Wer hier kriegt, Nie erliegt, Sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat schon empfunden Vieler Heilgen starker Mut, Da sie haben überwunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet In der Zeit und Ewigkeit Und den Sünden sich ergiebet, Der hat wenig Lust zum Streit; Denn die Nacht, Satans Macht, Hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Teil, Dessen Herz zu Gott sich fehret, Seinem allerhöchsten Heil, Sucht allein Ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 8. Drum auf, laßt uns über winden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugnis ist, Das uns deckt Und erweckt, Weil man Gottes Liebe schmeckt. 9. Unser Leben sei verborgen Mit Christo in Gott allein, Auf daß wir an jenem Morgen Mit ihm offenbar auch sein, nil Da das Leid 289 10. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den Gnadenlohn Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston, dur Da fürwahr tist Gottes Schar Ihn wird loben immerdar. Justus Falkner, † 1724. 419. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, Auf und folgt dem Heiland nach, Der durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Burg geschwungen! Nach! das Haupt hat schon ge= siegt; Weh dem Glied, das müßig liegt. 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fort! was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt Und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon! 3. Kein Erlöster müsse sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen; Denn der Herr ists, der uns heilt Und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; Sind wir arm: der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Werden wird zu lauter Freud; Dem der Himmel unterthan? Dieser Zeit Heiligung. 290 5. Niemand kann zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und des Fleisches Lüste dämpft, Weil wir noch im Fleische wohnen: Nur durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf der Höhe stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, Geht des Himmels Sabbat an. 1735. 420. Die ie Tugend wird durchs Kreuz geübet, Denn ohne das kann sie nicht sein. Wenn sie nicht oftmals wird be trübet, So merkt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Stärke zeigen, Die sie verborgen in sich hat, Daß sie den könne unterbeugen, Der ihr nachstellet früh und spat. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl fiegen? Die Tapferkeit kann nicht bestehn, Wenn man nicht will zu Felde liegen Und durch ein ernstes Streiten gehn. Der Feind ist, wenn Gott Kraft verliehen, Flugs da, der sich ihr widersett; Da soll man ja den Schlaf recht fliehen, Wenn Satans Heer die Schwerter weßt. 3. Zwar drückt den Balmbaum wohl zur Erden Gar oft ein centnerschwer Gewicht, Der doch nicht unterdrückt kann werden, Er stehet wieder aufgericht. So wird die Tugend auch gedrücket, Daß sie fast ganz darnieder liegt; Bald aber wird die Stärk erblicket, Wenn sie mit Macht den Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen Stufen kommen, Wenn sie im Streit geübet ist; Kreuz ist der Weg, den alle Frommen Erwählen; wer sich selbst vergißt Und eilet zu den Ewigkeiten, Wird durch des Vaters Hand geführt, Der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, Eh er ihn mit der Krone ziert. 5. Denn Gott hat uns nicht führen wollen Durch einen Weg voll Zärtlichkeit, Darauf wir emsig laufen sollen In der so kurzen Pilgrimszeit Zum Leben, das da ewig währet, Wo Streit und Kampf entfernet iſt, Und wo man recht die Ruh erfähret, In Gott, der alles Leid versüßt. 6. O Jesu, der du mir erworben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, Der du am Kreuzesstanım gestor ben Nach ausgestandner vieler Not: Komm mir zu Hülf und schaffe 191 Leben In mir und stürze meinen Feind, Heiligung. Der über mich sich will erheben, Wenn mir dein Licht nicht helle scheint. 7. Flöß immer in mich neue Kräfte, Damit ich hang an deiner Brust, Und töt in mir all mein Geschäfte; Dein Friede bleib mir nur bewußt. Stärk du, mein Held, mir selbst ordi den Glauben Und zeuch mein Aug auf dich nur hin: So wird mich auch der Feind nicht rauben, Weil du in mir, ich in dir bin. 3. Chr. Nehring, † 1736. 421. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan. Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld, Voll Geist, voll Kraft und Stärke, Verleugnet sich, bezwingt die Welt, Zerstört des Satans Werke, Kämpft innerlich Und außer sich Mit Teufel, Welt und Sünden Und kann doch überwinden. 2. Ich habe mich vorlängst gequält Und gab mich schier verloren, Bis Gott mich zu der Zahl gezählt, Die er aus sich geboren. Wer will die Kraft, Die alles schafft, Und Christi Macht ergründen, Dadurch wir überwinden? 3. Ich sprach: ich bin ein schwaches Kind, Wie alle Menschenkinder, Das in sich fein Vermögen findt, Ich bin ein armer Sünder; Ach Gott, gieb Rat, Gieb Will und That Und laß mich Gnade finden, So kann ich überwinden. 4. Ich war ein Mensch voll Eigensinn, Ich lebte nach den Lüsten hin Voll Eigenlieb und Ehre; und nicht nach Christi Lehre; Doch, Gott sei Ehr, 291 Ich bins nicht mehr, Ich streite mit den Sünden Und will sie überwinden. 5. Kommt mir die alte Bosheit ein Und will noch lieblich schmecken, Soll Jesu Leiden, Kreuz und Bein Mich heilsamlich erschrecken; um Die süße Lust In meiner Brust, Die liebsten Lieblingssünden, Die will ich überwinden. 6. Will Menschenfurcht und Menschengunst Leid oder Freud mir machen, Üb ich die edle Streiterkunst, Verachte Drohen, Lachen; Welt- Haß und-Gunst Ist lauter Dunſt, Nur Schatten, die verschwinden: Drum will ich überwinden. 7. Leb ich in steter Traurigkeit, In meiner kurzen Lebenszeit: Sind wenig gute Stunden Ich habe Gott gefunden; Der tröstet mich Gar süßiglich, Der kann den Schmerz verbinden, Und ich will überwinden. 8. Ja muß ich in dem Bilgerland Mit Gott wie Jakob ringen, So will ich durch die Glaubenshand T2 292 Den allerstärksten zwingen; Kann ich zur Stund Aus seinem Mund Nicht bald den Trost empfinden, Noch will ich überwinden. Heiligung. 9. Mir geht der Tod nicht bitter ein, Ich bin schon längst gestorben; Er soll mir lieb und süße sein, Das Haus nur wird verdorben. Gott muß den Gast Der Erdenlast Auf solche Art entbinden, Das hilft mir überwinden. 10. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, Ich soll nur tapfer kämpfen; Drum bleibt mein Arm stets ausson geſtreckt, Mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unverzagt Und frisch gewagt! Ich seh die Krone binden, Drum will ich überwinden. Berlin 1709. 422. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Fortgekämpft und fortgerungen, Bis zum Ziele durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbegleiten: Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen, Glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken, Bald wirst du voll Freude danken, Bald umgiebt dich Trost und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlit schei nen; Hoffe, harre bei dem Weinen, Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Wend von aller Welt die Blicke, Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und 105 un doim Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kam mer, Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht em pfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, Klag ihm schweigend schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube nur, daß er dich hört. Glaube, was du hast gebeten, Daß dich Jesus wird vertreten, Und der Vater es gewährt. 8. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlig wagen, Flehen, ringen fort und fort. Ja ich werd ihn überwinden, Was ich bitte, werd ich finden; Er gelobts in seinem Wort. 3. C. Lavater, † 1801. Heiligung. 423. Mel. Eins ist not, ach Herr dies Eine. erzog unfrer Seligkeiten, Zeuch uns in dein Heiligtum, Da du uns die Stätt bereiten Und zu deines Namens Ruhm Als deine Erkauften siegprächtig willst führen; Laß unsere Bitte dein Herze jest rühren: Wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, Und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, Daß an dir hangt Mut und Sinn: Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen Seelen verderben. In deinen Tod, Herr, laß gepflanzet uns sein, Sonst dringen wir nimmer zum Leben hinein. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall: Bald macht sie dem Willen bange, Bald treibt sie die Lust zum Fall. Es bleibet das Leben am kleinsten oft fleben Und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; Es schüßet die besten Absichten 293 4. Drum, o Schlangentreter, eile, Führ das Todesurteil aus, Brich entzwei des Mörders Pfeile, Wirf die Sünde ganz hinaus. Ach laß sich dein neues erstande: nes Leben In unsern erstorbenen Herzen er: heben; Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier Und bringe dein neues Geschöpfe herfür. 5. Führe die zerstreuten Sinnen Aus der Vielheit in das Ein, Daß sie neuen Raum gewinnen, Nur von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Finster: nis nieder, Kräfte des Geistes uns wieder, Der von der verkläreten Menschheit sich nähr Und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. Erneure die 6. Lebensfürst, so lieb und labe Die begnadigte Natur, Wirke fort mit deiner Gabe In der neuen Kreatur; Erwecke dein Paradies wieder im Grunde Der Seele und bringe noch näher die Stunde, Da du dich in allen den Gliedern verklärst, Sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 7. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden, In den Tod zu nehmen ein Des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, noch vor Und bauet so Höhen und Festung Als eines vollkommenen Heilands empor. Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel: Du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel. G. Arnold, † 1714. 294 Heiligung. 424. Mel. Valet will ich dir geben. Ich soll zum Leben dringen, Das ist hier mein Beruf, Soll nach dem Himmel ringen, Für welchen Gott mich schuf; In dieser Welt voll Sünden Soll ich nur ihm mich weihn, Im Glauben überwinden Und dann erst selig sein. 425. 2. Das hat in frühen Jahren Mich Wort Mel. Einer ist König, Immanuel fieget. Und bald hab ich erfahren, Jesu, hilf siegen, du Fürste des Nur das sei meiner wert. Ich sah im herbsten Leide Bewährt der Gläubgen Mut, Sah, welche reine Freude Auf dem Gehorsam ruht. 3. Ich sah die Streiter Gottes, Die sich der Lust entſagt, Troß alles frechen Spottes In Kämpfen unverzagt; Ich sah, wie jener Krone Schon hier Herz sich freut, Vertrauend reichem Lohne Nach treu vollbrachter Zeit. 4. D Gott, auch mich verlanget, In deinem Reich zu sein, Doch meine Seele hanget Noch nicht an dir allein; Den Himmel möcht ich erben, Doch lieb ich noch die Welt. D Herr, welch ein Verderben, Das mich gefangen hält! 6. Möcht ich an dir nur hangen, O Gott, allein an dir! Du hast es angefangen Das gute Werk in mir; O möchtst du mir nur senden Zur Hülfe deinen Geist Und gnädig so vollenden, Was mir dein Wort verheißt! 3. A. Cramer, † 1788. 5. Ich wandl auf deinem Wege, Doch unstät ist mein Sinn; ens Bald werd ich matt und träge, Bald schleich ich mutlos hin. Zum Ziele möcht ich dringen, Doch schlummr ich oftmals ein; Ich lasse nach zu ringen Und will doch Sieger sein. Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan der sinnet auf allerhand Ränke, Wie er mich sichte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen Und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, Wenn ich die Last der Begierden empfinde, Heiligung. Und sich mein tiefes Verderben| Und ich mein Nichts und Verderben nur seh, Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, Wenn ich vor Angst und vor Zagen vergeh; Ach Herr, dann wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. darlegt: Hilf mir, daß ich vor mir selbst mag erröten Und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 4. Jesu, hilf siegen und lege ge fangen In mir die Lüfte des Fleisches und gieb, Daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; Laß mich eindringen ins göttliche Wesen: So wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, Wenn sich die Kräfte der Lügen pumaufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn: Steh mir zur Rechten, o König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 6. Jefu, hilf siegen im Wachen 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben: Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben in der Zeit. Dort in der Ewigkeit, hier Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, und Beten, Hüter, du schläfst ja und schlum Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. 3. H. Schröder, † 1699. merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Fürsprech zu sein; Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 7. Jesu, hilf fiegen, wenn alles verschwindet 295 8. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang: So will ich ewig dir Lob und Dank singen, mit frohem Gesang. da werden gepriesen, Jesu, mein Heiland, Wie wird dein Name Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 426. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Ihr Mitgenossen, auf zum Streit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Überwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt; 296 Wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, Als er den Tod gelitten Am Ölberg und am Kreuze. Heiligung. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne; Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken tausend sänken, So sinkt doch nicht! Wird uns sein Reich, Der Kraft zum Streit gab, schenken, Wenn wir darin erliegen? 3. 3war groß ist unsers Kampfs Gefahr, Doch laßt uns ihre Schrecken Nicht größer machen: wunderbar Wird Gottes Schuß uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; Er reicht den Harnisch: zieht ihn an, So könnt ihr mutig stehen Und freudig überwinden. 4. Mit seiner Hölle Graun umhüllt Schießt Satan Flammenpfeile; Dann, dann ergreift des Glaubens Schüßt euch mit Christi Heile, Mit diesem Helm auf eurem Haupt Und mit des Geistes Schwerte: Das ists, was selbst der Tod nicht raubt, Das mächtige, bewährte, Das feste Wort des Lebens. Gerechtigkeit, bekleiden, Hell durch das Blut des Lammes. 6. Ach Hüter, ist die Nacht bald hin, 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ewigen, nicht sehen; Verging er auch in seiner Not, Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens furzem Streit, Nach seinen kurzen Leiden Wird ihn der Unschuld weißes Kleid, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Überwinder bin Laß michs, mein Hüter, werden Wenn ich einst Überwinder bin, So seh ich meinen Namen Im Lebensbuch. Du führst mich hin, Löwen, Schild, - Vollender, Gott, Gott Amen, zu deines Vaters Throne. 7. Wie säumts, wie säumts, o lange Nacht, Bis Berg und Hügel fallen, O Hüter, bis dein Tag erwacht, Und uns Posaunen schallen! Wer überwindet, der wird sein Mit Gottes Sohn ein Erbe. O Gottes Sohn, laß du mich sein Der Hoffnung, wenn ich sterbe, Und dann sei ihr Vollender! F. G. Klopstock, † 1803. 427. öwen, laßt euch wiederfinden, Wie im ersten Christentum, Die nichts konnte überwinden: Seht nur an ihr Märtyrtum, Wie in Lieb sie glühen, Wie sie Feuer sprühen, Daß sich vor der Sterbenslust Selbst der Satan fürchten mußt. 2. In Gefahren unerschrocken Und von Lüsten unberührt, Die aufs Eitle konnten locken, War man damals: die Begierd Ging nur nach dem Himmel, Fern aus dem Getümmel War erhoben Herz und Sinn, Gab, was zeitlich, gern dahin Heiligung. 3. Ganz großmütig sie verlachten, Was die Welt für Vorteil hält, Und wonach die meisten trachten, Es mocht sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen, Auf die Kampfschaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Tieren Streit. 4. O daß ich, wie diese waren, Mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Dein hülfreiche, starke Hand, Mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig Bis in Tod durch deine Kraft Übe gute Ritterschaft! 5. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen Kämpf in Jesu Löwenstärk Und hier niemals möge schlafen, Daß mir dieses große Werk Durch dich mög gelingen Und ich tapfer ringen, Daß ich in die Luft nicht streich, Sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, Daß des Feindes tolle Wut Zu der Schlachtbank deine Frommen Führte und vergöß ihr Blut: Nach gemeiner Sage Große Trübsalstage Werden kommen uns zu Haus Und noch ein sehr harter Strauß. 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig, O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, Was ihm so gebühret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel darunter grünt. 297 8. Gebt euch in das Leiden wacker! mit dem Blut der Märtyrer Wird gedüngt der Kirchenacker, Und so treibt er um so mehr; Alle Pflanzen sprossen, So damit begossen; Owie trägt er reichlich Frucht, Von der Trübsal heimgesucht. 9. Komm, o Herr, befrucht mit Regen Uns dein Erb, die dürre Erd! Daß wir dir getreu sein mögen Und nicht achten Feur und Schwert, Als in Liebe trunken Und in dir versunken! Mach dein Kirch an Glauben reich, Daß das End dem Anfang gleich! 1712. 428. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mache dich, mein Geiſt, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete, Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten. 298 Wache, sonsten wird sein Licht Dir noch ferne deuchten; Denn Gott will Für die Füll mad Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 9. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehn und beten, 4. Wache, daß dich Satans List Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten; Nicht im Schlaf mag finden, Denn die Zeit Ist nicht weit, Weil er sonst behende ist, Heimlich dich zu binden, Und Gott giebt, Die er liebt, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Heiligung. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe; Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 8. Ja er will gebeten sein, Wenn er was soll geben, Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben 3. B. Freystein, † 1718. 429. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. Mir nach! spricht Christus unser Held, dil Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Denn der Herr der muß dich frei Voll Liebe meine Seele; 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen; Mein Mund der fleußt zu jeder Beit Mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Von süßem Sanftmutsöle. Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden Heiligung. Und euer Herz von arger List Zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite, Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohlgemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. 3. Scheffler, † 1677. 430. Nur frisch hinein! Es wird so tief nicht sein; Das rote Meer wird dir schon Plaz vergönnen. Was jammerst du? Sollt der nicht helfen können, Der nach dem Bliz giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 299 2. Der Himmelsheld Hat einen Weg bestellt, Den niemand weiß; eh sein Volk sollte sinken, Muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken Zur Mauer sein. Er herrscht im Flutenfeld, Der Himmelsheld. 3. Die Tapferkeit Durch Kreuz und Schmach und Ist jederzeit bereit, durch die grausen Wellen Zu dringen durch, kein Sturmwind kann sie fällen; Sie hält uns fest in steter Sicherheit, Die Tapferkeit. sp 4. Des Kreuzes Pein Wird ja nicht ewig sein; Es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget; Man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget. Drum laß dir einen Trank des Lebens sein Des Kreuzes Pein. 5. Die Centnernot Zerbricht der kalte Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer, Dein Jesus ist der Erd- und Meerregierer; Der winket nur, so weicht auf sein Gebot Die Centnernot. 6. Er ist der Hirt, Der dich nicht lassen wird, Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen, auf dich der Engelwagen Es wartet schon 300 Heiligung. Zum sichern Schuß, und ob du dich verirrt, Er ist dein Hirt. 7. Auf, schwacher Sinn! Wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe durchzuwaten. Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dir raten Und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf, schwacher Sinn! 8. Der Christenſtand Ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuze jagen. So ging es dem, der unser Kreuz getragen Am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand Der Christenstand. 9. Ach süßer Christ, Wenn du nur bei mir bist, So wird sich auch mit dir mein Leiden enden; Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir auferleget ist, Ach süßer Christ! M. Kongehl, † 1710. 431. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen; Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit: So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, Eh ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenfron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus ihnen Überwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen: So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. W. E. Arends, † 1721. Heiligung. 432. Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein; Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Phil. 2, 12. Schaffet, schaffet, Menschenkin- Beigelegt zum Gnadenlohne. der, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht wie sichre Sünder Nur auf gegenwärtge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut Und, der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwache Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenfraft Nur allein das Gute schafft; Ja daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 301 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, Hat bei Christen keine Statt;" Leichtsinn bei der Welt Gelagen Schwächt den Geist und macht ihn matt; Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wollte thun und scherzen. 7. Furcht muß man im Herzen tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel Kann zur Hölle niederschlagen; Gott ists, der des Geistes Öl Und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt zu ihm uns gehen, Ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann zähmet eure Glieder, Drin die Sündenlust sich regt, Kämpft den alten Menschen nieder, Bis ihm seine Macht gelegt; Was euch ärgert, hauet ab, Was euch hindert, senkt ins Grab; Denket stets an diese Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn; Ach mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 302 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott, versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. 2. A. Gotter, † 1735. Heiligung. 1:30 433. an ind Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Wer er sich dünken läßt zu stehen, Hüte wohl sich vor dem Fall: Es umschleicht uns, wo wir gehen, Der Versucher überall. 2. Sicherheit wird dich betrügen, Lässigkeit thut nimmer gut; Läßt du in den Schlaf dich wiegen, So mehrt sich des Feindes Mut. 3. Falsche Freiheit bringt Verderben, Knechtschaft ist ihr sichrer Lohn; Wahre Freiheit zu erwerben, Sprich nie dem Gewissen Hohn! 4. Petrus, welcher sich vermessen, Bis zum Tode treu zu sein, Hat der Warnung kaum vergessen, So muß er den Fall bereun. 5. Ist der Geist auch noch so willig, Bleibt das Fleisch doch immer schwach; Giebst du nach, so trifft dich billig Deiner Feigheit bittre Schmach. 6. Unser Feind ist stets in Waffen, Nie ficht ihn der Schlummer an; Willst im Eifer du erschlaffen, O dann ists um dich gethan. 7. Wohl dem, der stets wacht und flehet, Der sein Heil mit Zittern schafft: Wenn er unbeweglich stehet, Wird der Sichre weggerafft. mitetsdblus 8. Wohl dem, der mit Glaubensöle Seine Lampe früh versieht: Das errettet seine Seele, Wenn auch lang der Herr verzieht. 9. Hüter deiner Menschenherden, Der du schläfft und schlummerst nicht, Laß mich täglich wackrer werden, Wandeln stets in deinem Licht. 10. Stärke du die trägen Sinnen, Halte fertig mich zum Streit, Daß ich, rufst du mich von hinnen, Wachend sei und wohl bereit. Halle 1714. 434. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wohl dem, der sich mit Ernſt godu bemühet, Daß er ein Jünger Christi sei, Der unverwandt auf Christum siehet, Daß er in Wahrheit werde frei; Der stark in Christo mutig kämpft Und Welt und eignen Willen dämpft. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach Auf der Verleugnung schmalem Stege, Und auf sich nimmt des Heilands Schmach. Heiligung. 303 Wer nicht mit ihm zum Ölberg| Nur der hat teil an seinen Freuden, steigt, Dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. Der auch am Kreuze bei ihm steht. Wer hier noch scheuet Spott und Hohn, Empfängt dort nicht die Ehrenkron. 3. Was hilfts, daß Christus ist geboren Und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt das Himmelreich verloren, Der nicht hinein durch Buße dringt, Daß Gottes Geist ihn neu gebiert, Und er ein göttlich Leben führt. 4. Was hilft dem Menschen Christi Lehre, Der der Vernunft ein Sklave bleibt, Nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre Sein Leben, Thun und Wandel treibt? Wem Christi Wort nicht alles gilt, Des Sehnsucht wird auch nicht gestillt. 5. Was hilft uns Christi heilges Leben, An Demut, Lieb und Milde reich, Wenn wir, der Selbstsucht hingegeben, Nicht wandeln seinem Vorbild gleich? Der Glaub ohn Werk ist leerer Schein; Er muß durch Liebe thätig sein. 6. Was hilft dem Christi Angst und Leiden, Der nicht mit ihm ins Leiden geht? 7. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, Wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum Verderben, Legst du die Luft nicht in sein Grab. Stirbt nicht in die der alte Sinn. Umsonst gab Christus sich dahin, 8. Was hilft dir Christi AuferBleibst du noch in den Sünden stehen, tot? Was hilft dir sein gen Himmel Gehen, macht dir die Welt noch Sorg und Not? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, Führst du nicht mit dir selber Krieg? 9. Wohlan, so lebe, thu und leide, Wie Christus dir ein Vorbild war; Nimm seine Unschuld dir zum Kleide, So bleibst du in der Seinen Schar. Wer Christum liebt, der strebt allein In allem Christo gleich zu sein. 3. G. Wolf, † 1754. 304 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. XX. Gottvertrauen 435. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein Zusag bleibt mir ewig fest; Du bist mein rechter treuer Hirt, Mel. Vater unser im Himmelreich. Ach Gott, wie manches Herzeleid Der ewig mich behüten wird. 1010 Ins Begegnet mir zu dieser Zeit: Der schmale Weg ist trübsalvoll, Den ich zum Himmel wandern soll; mein Fleisch und Blut ewgen Gut! Wie schwer doch läßt Sich zwingen zu dem 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? steht mein Sinn. Zu dir, Herr Jesu, Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der fest getraut auf Jesum Christ. 3. D Jesu, du mein Herr allein, Wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, Dein süßer Nam erfreut viel mehr; Kein Elend mag so bitter sein, Dein süßer Trost der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? und und Trost im Kreuz. 5. Kein beßre Treu auf Erden ist, Als deine Treu. Herr Jesu Christ; 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, Mein Herzensschaß, mein Eigentum, Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen kann; Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wirds erfahren mit der That. 7. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, Wollt ich den Tod mir wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär; Der ist gewiß lebendig tot. Denn wer dich nicht im Herzen hat, 8. Wenn ich mein Hoffen stell So fühl ich Fried und Trost in zu dir, mir; Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht guter Ding; Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ewgen Lebens Vorschmack sei. 9. Drum will ich all mein Lebetag Das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, Es dient zum besten allezcit; Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 10. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt, Erhalt mein Herz im Glauben rein, So leb und sterb ich dir allein. Jeſu, mein Trost, hör mein Begier, Mein Heiland, o wär ich bei dir! M. Moller, † 1606. 436. Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung sebet, Der behält ganz unverleget Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderlich geführet Und noch leitet und regieret, Wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind: Ich will nach den Gütern ringen, Die mir wahre Freude bringen, Die man in der Welt nicht findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben: 305 Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Ich verlasse mich auf ihn. Will ich ihm nicht widerstreben, Ist doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Nürnberg 1676. 437. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn, Auf die schwere bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein; Meine Seele, die zuvor Sanf bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt feinen traurig stehn, Noch mit Schimpf zurückegehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Wer auf Gott sein Hoffnung sebt, Und ihn in sein Herze senkt: Findet endlich und zulett, Was ihm Leib und Seel ergößt. 3. Kommts nicht heute wie man will, Sei man nur ein wenig still: Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; Wenn die kommt, kommt unsre Bitt Und die Freude reichlich mit. 4. Ach wie oft gedacht ich doch, Als das schwere Trübsalsjoch Hart auf meinen Schultern lag Manche Nacht und manchen Tag: Nun ist alle Hoffnung hin, Nichts erfreut mehr meinen Sinn, Nur der Tod ist mein Gewinn! 11 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 306 5. Aber mein Gott wandt es bald, Heilt und hielt mich dergestalt, Daß ich, was sein Arm gethan, Nimmermehr gnug preisen kann: Da ich weder hier noch da Einen Weg zur Rettung sah, Hatt ich seine Hülfe nah. 131 1 6. Als ich furchtsam und verzagt Selbst mich und mein Herz geplagt, Als ich manche liebe Nacht Mich mit Wachen krank gemacht, Als mir aller Mut entfiel, Tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, Gabst dem Unfall Maß und Ziel. 7. Nun so lang ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll mir dieser Wunderschein Stets vor meinen Augen sein: Ich will all mein Lebenlang Meinem Gott mit Lobgefang Dafür bringen Preis und Dank. 8. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ewgen Vaters Herz Mir schon jezo zugezählt Oder fünftig auserwählt, Will ich hier in diesem Lauf Meines Lebens allzuhauf Frisch und freudig nehmen auf. 9. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod, Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein: Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. P. Gerhardt, † 1676. 208 Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. in Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wieviel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz sid 100 begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich: Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glüd Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrigste Geschick, Bei dessen Last wir flagen? sic Die größte Not Hebt einst der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück Läßt Gott es keinem fehlen; lich macht, Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat and chil Vor Augen hat, majob438. Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan. Auf Gott und nicht auf meimusat jam 31 nen Rat Will ich mein Glücke bauen| Wie bald ist sie verschwunden! Dem wird ein gut Gewissen 3 Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich C Bolo feit? Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten: Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert,+ 1769. 2. Ob mich mein Sünd ansicht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben: Dem hab ich mich ergeben; Ich sterb heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 439. Auf meinen lieben Gotto Befiehl du deine Wege Trau ich in Angst und Not; Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten, Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. Und was dein Herze kränkt Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt; Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du Fid trauen, 4. D mein Herr Jesu Chriſt, Der du so willig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben; Da ist das Reich uns allen Im Himmel zugefallen: d 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt ich dich; Hilf mir am legten Ende, Nimm mich in deine Hände, Daß selig ich abscheide Bu deiner Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund; 307 Du wollest uns wohl leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Dort ewig preisen. Amen. S. Weingärtner, um 1600. 189440. B₁. 37, 5. roc Wenn dirs soll wohlergehn, Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, an Das treibst du, starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. U12 308 Gottvertrauen 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurückegehn; Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht, Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht; Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll, Gott sitt im Regimente Und führet alles wohl. und Trost im Kreuz. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn. Und thun an seinem Teile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In Angst und Nöten schweben, Als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da dus am mindsten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm- und Dankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron; Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende Mit aller unsrer Not, Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt,+ 1676. 441. Christ, alles, was dich kränket, Befiehl getrost dem Herrn; Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? Zu Gott erhebe dich! Er höret deine Klagen Und liebt dich väterlich. 2. Wenn dich die Sünden schmerzen, So fühle deine Schuld, Doch trau mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu, die Gott gefällt; Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 442. Mel. Jesu meine Freude. Christ, aus deinem Herzen Banne Sorg und Schmerzen, Schöpfe neuen Mut! Wenn dich Leiden drücken, Wird dich Gott erquicken; Was er schickt, iſt gut. Wenn dich Not ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, Wohl wirds Gott doch machen. Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüten, Wie groß ihr Zorn auch sei, Dein Gott wird dich behüten, Bleib du nur ihm getreu; Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd und Meer? Laß deinen Mut nicht sinken: Dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei stark in seiner Kraft! Ergieb dich ihm mit Freuden, Er ists, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet In jedem Augenblick, Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht, Ist stets in seinen Wegen Gerecht und weis und gut. Will auch dein Herz oft wanken, Als dächt er deiner nicht, Wirst du ihm doch einst danken: Er hält, was er verspricht. 6. Denk jenes Worts und weine Voll Freud und Dank, o Christ: Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Und könnt sie sein vergessen, Vergeß ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen Und dennoch trostlos sein? 7. Ergreif in festem Glauben Den Trost der Ewigkeit! tie Wer kann das Heil dir rauben, Das Gott den Frommen beut? Auf kurze Prüfungstage Folgt ewger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Chr. F. Neander. † 1802. 2. Bricht mit jedem Tage Eine neue Plage Über dich herein, Drängen dich die Feinde, Treten fern die Freunde Und vergessen dein: Zagend Herz, zähm deinen Schmerz Und befiehl Gott deine Sachen, Denn er wirds wohl machen. 3. Du führst Christi Namen: Christum nachzuahmen, Das ist deine Pflicht. Dulde und sei stille, Deines Vaters Wille 309 Führt durch Nacht zum Licht. Der steht fest, der Gott nicht läßt; Gott ist mächtig in den Schwachen Und er wirds wohl machen. 4. Herrlich ist die Krone, Die der Christ zum Lohne Seiner Treu empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, Was dein Gott verhängt. Und dann froh erduldet, Kämpf als Held! Mag doch die Welt Deiner Hoffnung spöttisch lachen, Wohl wirds Gott doch machen. 5. Dabei solls denn bleiben! Ich will nie mich sträuben, Folgsam Gott zu sein. 310 Gottvertrauen Stets, in Tod und Leben, Bleib ich ihm ergeben; Ich bin sein, er mein. Ihm, dem Herrn, vertrau ich gern; Wunderbar mag Gott es machen, Wohl wird ers doch machen. 3. A. Schlegel, † 1793. bid dait! und Trost im Kreuz. 443. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Dennoch bleib ich stets an dir, Wenn mir alles gleich zuwider. Keine Trübsal drückt in mir Die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, Der wohl wunderlich geschiehet, Aber endlich in der That Auf die schönste Wohlfahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, Sieht es gleich verkehret aus. Jud 3. Nimm mich dort mit Ehren an, Wenn ich gnug gekämpfet habe; Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Los In der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir ergehen, Dennoch bleib ich stets an dir, Dennoch will ich feste stehen; Ich muß Troß sei aller Pein Dennoch, dennoch selig sein. B. Schmold, † 1737. - 444. Mel. Wach auf mein Herz und finge. Pf. 23. 41. 20 Der Herr, der aller Enden d Regiert mit seinen Händen, iplaz Der Brunn der ewgen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. Fehlt mirs an keiner Gabe; e 2. So lang ich diesen habe, Der Reichtum seiner Fülle Giebt mir die Füll und Hülle.E 3. Er lässet mich mit Freuden Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei von Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schüßst mich vor bösen Leuten: Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du sehest mich zu Tische, la Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmer11/ 3E 9/ ar zen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Öle Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz gutes Mutes, Voll Lust, voll Freud und Lachen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Im Hause, da du wohnesti Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmel droben. Hoch preisen, singn und loben. P. Gerhardt, † 1676. 445. this dujat 20 Mel. Ermuntre dich mein schwacher Geift. Marc. 7, 37. ORV Der Herr hat alles wohl gemacht, Er wird nichts böse machen; Dies, fromme Seele, wohl betracht In allen deinen Sachen, In Freud und Leid, in Glück und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, In Kummer, Angst und SchmerDas glaub, o Herz, von Herzen. 2. Der Herr hat alles wohl gemacht, zen, Noch eh er uns erschaffen; Er hat uns mit dem Heil bedacht, Das einig unser Waffen, Ja unser Schild und Rettung ist; Er hat uns vor der Zeit erfiest: Eh man die Sterne zählet, Inbile Da hat er dich erwählet. 3. Der Herr hat alles wohl gemacht, Dies rühme, wer es höret, Als er uns hat hervorgebracht Und gnadenvoll genähret, Da er das menschliche Geschlecht Gesegnet, daß auch Früchte brächt Das Erdreich und was drinnen Begriffen wird mit Sinnen 4. Der Herr hat alles wohl ge macht. 311 Da schon der Mensch gefallen, Da hat er dennoch fleißig acht Auf ihn und ob uns allen. Er rief und ruft noch mich und dich In seinen süßen Flammen Aus lauter Lieb und sehnet sich Nach uns hier allzusammen. TORES JUDE 5. Der Herr hat alles wohl gesylmacht, Der uns sein Wort gegeben, Davon oft unser Herze lacht; Wenn wir in Ängsten schweben, Da ist er unsre Zuversicht, Er tröstet uns und läßt uns nicht In allen unsern Nöten, Und sollt er uns gleich töten. 6. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er für uns gestorben Und Heil und Leben wiederbracht Und durch sein Blut erworben. Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was Lieben heißt: Soll der nicht alles geben, Der für dich giebt sein Leben? 7. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er vom Tod erstanden Und aus ganz eigner Kraft und Macht Uns von der Hölle Banden Und ihren Ketten hat befreit, Daß unser Ruf schallt weit und do breit: Wo ist der Sieg der Höllen Und ihrer Mitgesellen? 8. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er ist aufgefahren Gen Himmel, da ein Herz hin tracht, Das Trübsal hat erfahren; Gottvertrauen und 312 Er hat die Stätt uns da bereit, Da wir nach dieser kurzen Zeit In Freuden sollen schweben Und ewig mit ihm leben. 9. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wenn seinen Geist er sendet Zu uns herab, der uns bewacht Und unsre Herzen wendet Von dieser Welt zu Gott hinauf, Auf daß wir endlich unsern Lauf Ganz seliglich vollziehen, Wenn wir von hinnen fliehen. 10. Der Herr hat alles wohl gemacht, Auch wenn er uns betrübet, Wenn uns die finstre Kreuzesnacht Befällt und allzeit übet Jn Kreuz und Widerwärtigkeit, In Angst, in Trübsal und in Leid, Wenn er uns stärkt im Glauben, Den niemand uns kann rauben. 11. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wenn er in Lieb und Treue Noch immerfort an uns gedacht Und macht uns wieder neue, Wenn er den alten Menschen bricht Und die verkehrten Wege richt Nach seinem frommen Willen, Daß den wir treu erfüllen. 12. Der Herr hat alles wohl gemacht; Wenn er wird wieder kommen, Und ob gleich alles bricht und kracht, Wird er doch seine Frommen Zu sich aufziehen in die Höh Und retten sie von allem Weh, Da wir und sie erhoben Ihn ewig werden loben 13. Der Herr hat alles wohl ge macht; Trost im Kreuz. Es wird kein Sinn erreichen Hier seines Ruhmes große Pracht, Er muß zurücke weichen Und schreien aus mit voller Macht: Der Herr hat alles wohl gemacht! Dafür wir hier und droben Jhn billig ewig loben. 14. Nun er hat alles wohl gemacht, Er wird nichts böse machen; Er träget dich gar sanft und sacht: Drum in all deinen Sachen, In Freud und Leid, in Glück und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, Gieb ihm sein Lob von Herzen. In Kummer, Angst und Schmerzen Chr. Runge, † 1681. 446. Mel. Herzliebster Jesu was haft du verbrochen. Der Weg ist gut, der durch das Leiden führet: Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Not treibt die beherzten Streiter Beständig weiter. 2. Gott, welcher stets nach Lieb und Weisheit handelt, Macht, daß der Mensch durch rauhe Wege wandelt, Wenn sein Gemüt das Glück in guten Tagen Nicht weiß zu tragen 3. Der Herr will nicht die schon geplagten Seelen Durch neue Lasten nur noch härter quälen, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Er will auch nicht gewaltsam zu sich ziehen, Die vor ihm fliehen. 4. Ist aber wo ein Herz, das ihm gehöret Und das sich noch mit halbem Willen wehret, Das rettet er, denn Seelen sind ihm teuer, Als aus dem Feuer. 1 5. Er zieht von dieser Erde nichtgen Freuden Den schwachen Geist zurück durch harte Leiden; Er selbst erweckt bei Seufzen, Schmerz und Thränen Ein himmlisch Sehnen. 6. O seid gesegnet mir, ihr selgen Schmerzen! Dies Sehnen wecket ihr in meinem Herzen; Kein Leid kann nun den freien Geist ermüden, Er lebt im Frieden. 7. Nichts wird mir schwer, bleib ich mit Gott verbunden; Ich fühle feinen Schmerz in Leidensstunden Und wandle, dankbar für des ond Höchsten Gnade, Durch rauhe Pfade. 8. So wird das Gold von Schlakken mehr gereinigt, Das Herz mit Gott noch inniger vereinigt; Die ihm ergebne stille GlaubensStärkt sich aufs neue. treue 9. Durch Finsternis, die unsern Weg umdunkelt, Sehn wir das Kleinod, das von oben funkelt: 313 Solch selge Hoffnung, solchen festen Glauben Kann niemand rauben. 10. Ja solltest du auch ohne dein Verschulden Um Jesu willen Schmach und Tod erdulden: Verzage nicht, Gott läßt die Kraft dich finden, Zu überwinden. 11. Der Herr ist selbst den Todesweg gegangen: Wer mit ihm duldet, wird die Kron empfangen; Der Herr wird, die ihm alles hingegeben, Zu sich erheben. 12. Blick auf die Wolfe der verflärten Zeugen, Die jest vor seinem Thron die Wie kamen sie zur Fülle jener Palmen neigen: Freuden? Wars nicht durch Leiden? F. K. v. Meser, † 1798. 447. Mel. Wach auf mein Herz und finge. Dut u kannsts nicht böse meinen, Mein Jesu, mit den Deinen, Du Brunnquell aller Güte, Du treuestes Gemüte. 2. Du kannsts nicht böse meinen, Du, Herr, verläsfeſt keinen; Dein Wort läßt alle hoffen, Dein Herz steht allen offen. 3. Du kannsts nicht böse meinen, Wenn du das Glück läßt scheinen; Du willst alsdann mit Segen Zur Buße uns bewegen. 314 Gottvertrauen und 4. Du kannsts nicht böse meinen, Wenn du uns läsfest weinen; Die schweren Kreuzestriebe Sind Schläge treuer Liebe. 5. Du kannsts nicht böse meinen Und züchtigest die Deinen, Damit sie in dem Wehen. Als reines Gold bestehen. 6. Wohlan, drauf will ichs wagen, Mich nicht mit Sorgen plagen, Ich habe gnug am Einen: Gott fanns nicht böse meinen. V. E. Löscher, † 1749. 448. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Klagel. Jer. 3, 26. 26. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Stets in Geduld sich fassen Und Gottes heilgem Rat und Wink Sich willig überlassen Wie in dem heitern Sonnenschein, So auch bei trüber Not und Bein: Geduld erhält das Leben. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, Wenn dich ein Leiden drücket! Auf, fliehe zu dem ewgen Licht, Das kräftiglich erquicket; Halt in Geduld dem Vater still, Wenn er durch Zucht dich läutern will: salm Hosing Geduld bringt Mut und Kräfte. 3. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, Bis sich der Sturmwind leget; Im Kreuze wird die Lust gedämpft, Die sich im Fleisch noch reget, Dem Geist wird neue Kraft geschenkt, Daß er sich still in Gott versenkt: Geduld erhält viel Gnade. Trost im Kreuz. 4. Es wird auch keiner dort gefrönt, Als der hier recht geſtritten, Der, wenn die Spötter ihn verhöhnt, Wer aber Christi Joch hier trägt, Nicht gern hier mit gelitten; Dem wird sein Schmuck dort angelegt Geduld erlangt die Krone. 5. Gott hilft dir auch bei aller Not, Dem kannst du sicher trauen; Er übergiebt dich nicht dem Tod, Du sollst das Leben schauen; Er steht dir bei, er tröstet dich, Beweiset sich recht väterlich: Geduld ist voller Segen. 6. Erwarte nur die rechte Zeit, So wirst du wohl empfinden, Wie er in Lieb und Freundlichkeit Sich wird mit dir verbinden; Dein Labsal unaufhörlich sein: Er wird nach ausgestandner Bein Geduld wird nicht zu Schanden. 3. G. Wolf,+ 1754. 449. Gieb Dieb dich zufrieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens: In ihm ruht aller Freuden Fülle, Ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbtes, treues Herzens; Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Bein des größten Schmerzens; Gottvertrauen und Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, Ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 000121 3. Wie dirs und andern oft erud gehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen Und faßt zu Hauf all unser Seh nen. 20 Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr MONOTO darauf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster isid pn werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar fühnlich sagen; Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. boute Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen; Denn wenn du wirst zu hoch be2 schweret, Trost im Kreuz. 315 Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. 19017507 Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren: Er hat ein Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Sprich nicht: Ich sehe keine Rob Mittel, Wo ich such, ist nichts zum beſten; Denn das ist Gottes Ehrentitel: Wenn ich und du ihn nicht mehr Helfen, wenn die Not am größten. spüren, Da greift er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange: Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, da machen? Gieb dich zufrieden. 316 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 11. Es kann und mag nicht an-| Hat mir auch nach seinem Brauch, ders werden, Was von nöten, stets gegeben Alle Menschen müssen leiden; Hier in diesem Leben. Was webt und lebet auf der Erden, Kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden. 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod her: springen Und aus der Qual uns jämtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 13. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwählten und Getreuen, Die einst mit Frieden heimge fahren, Sich auch nun im Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. P. Gerhardt, † 1676. 450. Mel. Jesu meine Freude. Gott der wirds wohl machen, Dem ich alle Sachen Allzeit heimgestellt. Er hat mich erforen, Eh ich noch geboren Bin auf diese Welt; 2. Gott der wirds wohl machen, Der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, Der mich nie vergessen, Der mit Kleid und Essen Täglich mich bedenkt; der Auch wenn fast die Kreuzeslast Oft die Seinen niederdrücket, Hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; Laß das Wetter krachen Und die Stürme gehn. Alle Wellen brausen, Wenn mit großem Grausen Jonas lag drei bange Tag. Will er bei dir stehn. Schlägt dich Unglück auch danieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, Er wird selber machen Über deiner Not. Wenn du willst verzagen Unter deinen Plagen, Ist der fromme Gott Auf dem Plan und nimmt dich an; Dann verstäubt die Angſt ge schwinde Wie der Rauch im Winde. 5. Gott der wirds wohl machen; Mächtig in den Schwachen Ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, Der sich Gott erwählet In dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz: Alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, Wenn des Todes Rachen Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Gleich ist aufgethan; Wenn die Lebensjahre Liegen auf der Bahre, Führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden, Kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, Der den alten Drachen Dämpfet ritterlich; Führt er gleich die Seinen Anders, als sie meinen, Noch so wunderlich: Sei bereit zu Freud und Leid, Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. E. Stockmann, † 1712. 451.4 Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Gott herrschet und hält bei uns Haus; Was sagst du, Mensch, dawider? Was schlägst du seinen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder, Schweig still, laß ihn nur Meister sein: Er ist das Haupt, wir insgemein Desselben schwache Glieder. 2. Belegt er dich mit Kreuz und Not Und greift dir nach dem Herzen: Er ist und bleibet doch dein Gott; Drum laß dichs immer schmerzen, Doch hüte dich vor Ungeduld, Du möchtest sonst durch große Schuld Dein bestes Heil verscherzen. 3. Das ist sein Brauch von Alters her: Oft hält er sich verborgen, 317 Als wiß er nichts um dein Beschwer Und woll nicht für dich sorgen; Es scheint, er hab sich hart gemacht, Das währt vom Abend in die Nacht Und wieder an den Morgen. 4. Doch bald kommt wieder Gnadenzeit Und Endschaft deiner Leiden: Gott nimmt von dir das Trauerkleid, Umgürtet dich mit Freuden; Er züchtigt als ein Vater dich, Jedoch muß seine Gnade sich Darum nicht von dir scheiden. 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, Der sich in Gottes Wege Mit rechter Demut schicken kann, Ihm aushält alle Schläge! Das nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gieb uns, daß sich aller Fleiß Auf dieses Lernen lege. Simon Dach, † 1659. 452. Mel. Es ist genug. Gott ist getreu! Sein Herz, jein Vaterherz Ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, In gut und böser Zeit. Weicht Berge, weicht, fallt hin, ihr Mein Glaubensgrund hat dieses Hügel! Siegel: :,: Gott ist getreu.:;: 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund, Dies weiß, dies glaub ich fest 318 Gottvertrauen und Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind Zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde Die Kraft von meinem Glaubenspfunde. 910 :: Gott ist getreu.:,: ift getreu! Er th Er thut, was er verheißt, Er hält, was er verspricht; Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, So gleit und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht ildout trügen. :,: Gott ist getreu.:,: 4. Gott ist getreu! Er handelt The blin, alde väterlich, Und was er thut, ist gut; Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich, Die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, Der Kampf macht mich zum guten Streiter. 3. Gott ist :,: Gott ist getreu.:,: 5. Gott ist getreu! Er giebt der bösen Welt Den eingen Sohn dahin. Der Heiligste bezahlt das Lösegeld, Damit ich selig bin. Um uns zu retten vom Verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. Hp: Gott ist getreu.:,: Trost im Kreuz. Er reinigt mich von allen Sünden, Er läßt mich Ruh in Christo finden. :,: Gott ist getreu.:,: 6. Gott ist getreu! Mein Vater, in i des ich bin, Sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn Ist, daß ich leben soll. 7. Gott ist getreu! Sein göttlich Chetreuer Blick Giebt sorgsam auf mich acht; Er sieht mit Lust, wenn mich ein MOTY zeitlich Glück Erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er HIST tragen Und endlich stillt er alle Klagen. :,: Gott ist getreu.:,: 8. Gott ist getreu: mein Herz, was fehlt dir noch, Dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu, sei unverzagt, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Der falschen Brüder Neid unt Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. :: Gott ist getreu.:,: 9. Gott ist getreu: vergiß, o Seel, Wie zärtlich treu Gott iſt. Gott treu zu sein, sei deine liebste 179306 Pflicht, So lang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß dir den starken Trost nicht rauben: :,: Gott ist getreu!:,: E. Liebich, † 1780.) dhidsg453. $ 2070 Mel. des ich bin, Gott ist und bleibt getren! NOT$ 1930bat 13 Gott du frommer Gott. Sein Herze bricht von Lieben, Pflegt er gleich hie und da Die Seinen zu betrüben; Er prüfet durch das Kreuz, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld: Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, Was er uns aufgelegt, Die Last der schweren Plagen; Er braucht die Rute oft Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. ruptc 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen, Er pfleget nie zuviel Den Schwachen aufzulegen; Er macht sein Israel Von Last und Banden frei, Wenn große Not entsteht: ish Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist u und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, Er läßt aus trüber Nacht Die Freudensterne scheinen; Der Sturm der Trübsal geht Auf seinen Wint vorbei; Sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 8 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgold In Trübfalsglut bewähren; Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzfelch ohne Scheu, Der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter trachen, Gott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Daß alles Kreuz und Leid igal Dir ewig nüße sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. JOSTENT FUND 1 1695. 319 454. 3 Gott ott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden thut, Der mit Macht und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte er denn hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wie den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden.. Seele, so bedenke doch: od ide Lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! and al Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaadolzantim that cai den, Hilft den Schwachen gnädig auf: Gottes Gnade währet immer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 320 5. Gott lebet noch! 455. Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Mel. Was Gott thut das ist wohlgethan. Romm zu Gott, er wird versenken Gott lebt: wie kann ich traurig sein, Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich in Frieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden Immerhin zu Trümmern gehn; Laß die Höll entzündet werden Und den Feind erbittert stehn, Lasse Tod und Teufel blizen: Wer Gott traut, den will er That schüßen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Frieden, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 3. F. Zihn, † 1719. thom Als wär kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Bein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz: So darf ich nicht verzagen Und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will: Was will der Feind denn sprechen, Mein Seufzen werde nicht zum Biel Hin durch die Wolken brechen? Ruf ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die Hülfe nieder, Und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht: wie klaget denn mein Herz, Als seh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fehlt, Das er nicht zählt Und sich vor Augen sebet, Bis er uns drauf ergößet. 4. Gott führt: so geh ich immer fort Auf allen meinen Wegen; Mag mir die Welt bald hier bald dort Arglistig Stricke legen, So wird er mich Zwar wunderlich, Doch immer selig führen, Daß mich kein Fall kann rühren. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 5. Gott giebt: und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, Und wenn die Not Uns nach der Wüste weiset, Doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt: wohlan, ich merke das. Gott hört: ich wills ihm sagen. Gott fieht: er sett den Thränen Maß. Gott führt: ich darf nicht zagen. Gott giebt und liebt: Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. B. Schmold,+ 1737. and 456. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Gott wills machen, daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, Wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er dentet, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott dein Wächter Schläfet ja noch schlummert nicht. Bu den Höhen aufzusehen Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt er stets ein Vaterherz; 321 Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, Jsts beschwerlich, scheints gefähr Sein Vermögen hat kein Ziel. lich): Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich ge+ Sin Care file funden, Bricht die Hülf mit Macht herein; Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage Fein getrost und mit Geduld: Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, die mit Thränen Rüssen ihres Jefu Joch, Wird die Krone vor dem Throne Ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Na294 men Meines Jesu halt ich still; Es geschehe und ergehe, Wie und wenn und was er will. 3. D. Herrnschmidt, † 1723. 457. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Ich hab in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, X Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 322 Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein, Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleib ich in seiner Gnade 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt in seiner Güt Gewöhnen fest zu stehen; Halt ich dann stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Bei ihm ist Weisheit und Verstand Zu finden ohne Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt Zum Thun und auch zum Lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; or Und was er thut, ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du ther nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Licht und Heil beschweret, Hast spät und früh viel Sorg und Müh, An deinen Wunsch zu kommen; Und denkest nicht, daß, was geschicht, Gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und ihm zur Ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem Rat Ersehen und beschauet Aus wahrer Treu, was dienlich sei Dir und den Deinen allen: Laß ihm doch zu, daß er nur thu Nach seinem Wohlgefallen. 6. Wills Gott, so kanns nicht anders sein, Es wird zuleßt dich freuen; Was du jezt nennest Kreuz und Bein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld Wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal Gleich wie ein Dampf verschwinidsil dam idsip den. 7. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine Hände: Nimm mich und mache dus mit mir Bis an mein lettes Ende, Wie du wohl weißt, daß meinem Geist Dadurch sein Nuß entstehe, Und deine Ehr je mehr und mehr Sich in ihr selbst erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Kreuz und Unglüd ſein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: dzia Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 9. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre Straße reisen: Wohlan so geh ich Bahn und 19190198 Steg, Den deine Augen weisen. Gottvertrauen und Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende fehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. P. Gerhardt, † 1676. 458. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Ich hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch in Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 1500 the 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfft und du erretteſt gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben zu dir flehn. Trost im Kreuz. Ich will den Tod bedenken, Du, Herr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert, † 1769. 323 459. 1. Mos. 32, 26. Ich laß dich nicht, du mußt mein Jesus bleiben! Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod Mich aus der Burg der festen Treue treiben: Nur her! ich halte mich, Mein starker Held, an dich; Hör, was mein Herze spricht: Du mußt mein Jesus bleiben! :,: Ich laß dich nicht!:,: 2. Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöten; Leg Joch auf Joch, Ich hoffe doch, Auch wenn es scheint, als wollteſt du mich töten. Machs wie du willst mit mir, Ich weiche nicht von dir; Verstelle dein Gesicht, Du Hülf in allen Nöten, :,: Ich laß dich nicht!:,: 3. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, Du bleibest mein, Dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf Geht mir der Segen auf Von dir, dem Segenslicht: Sollt ich den Segen lassen? :,: Ich laß dich nicht!:,: 4. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! X2 324 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Mich reißt das Grab Von dir nicht ab, Der du für mich dich in den Tod gegeben: Du starbst aus Liebe mir; Ich sag in Liebe dir, Auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, :,: Ich laß dich nicht!:,: W. Deßler, † 1722. 460. dine Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Ich steh in meines Herren Hand Und will drin stehen bleiben, Nicht Erdennot, nicht Erdentand Soll mich daraus vertreiben; Und wenn zerfällt die ganze Welt, Wer sich an ihn und wen er hält, Wird wohlerhalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, Und Wunder sollen schauen, Die sich auf sein wahrhaftig Wort Verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt Mein Herz es froh und unverzagt Und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, Ist alles mir gelegen, Ich halte ihm im Glauben still Und hoff auf seinen Segen; Denn was er thut, ist immer gut, Und wer von ihm behütet ruht, Ist sicher allerwegen. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, Freu ich mich seiner Pflege: Ich weiß, die Wege, die er geht, Sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint; Er ist doch nimmermehr mein Feind Und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand Ist, was er selbst verheißen: Daß nichts mich seiner starken Hand Soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, Ich will ihn ewig preisen. Ph. Spitta, † 1859. 461. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich trau auf Gott in allen Sachen, Denn wer wird sonst mein Helfer ſein? Ach niemand hilft dem armen Schwachen, Denn nur mein Gott, der thuts allein; Vor allem auf den lieben Gott. Drum seh ich auch in meiner Not 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten Was dulden, ei was ists denn nun? Ich will es herzlich gerne leiden, Gott wird mir keinen Schaden thun. Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 3. Er hat mirs ja so oft veridsprochen, Daß er mein Helfer wolle sein; Ich weiß, er hält mirs ungebrochen, Sein Wort trifft immer richtig ein. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 325 Drum seh ich auch in meiner Not| Wenn du sie wohl gefeltert hast. Vor allem auf den lieben Gott. Am Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Läßt Gott die Vöglein nicht verderben, Ei nun so glaub und hoff ich fest, Daß er mich auch nicht Hungers sterben, Noch sonst in Not verderben läßt. Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 5. Wohlan, ich will beständig bleiben Bei Gott in Not und Todesqual; Von Gott soll mich kein Unglück treiben, Drum sag ich ein für allemal: Ich seh in aller meiner Not fe Vor allem auf den lieben Gott. Halle 1697. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschäßt, Den Gott in Kreuz und Trübsal feßt. Geriebne Kräuter duften wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, 462. So fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Je größer Kreuz, je näher Him- Im Thale steiget man bergan; mel: Wer durch die Wüsten oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, So fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: Man freut sich recht auf seinen Tod; Denn man entgehet dem Verderben, 2. Je größer Kreuz, je beßrer Christe, Gott prüft uns an dem Probestein; Wie mancher Garten lieget wüste, Fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not be währt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; Der Wind bläst nur die Flam men auf, Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glaube; Die Palme wächset bei der Last; Die Süßigkeit fließt aus der Traube, Glut, Gleichwie das Öl im Feuer thut 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, Bezeugt, sie haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, Die Gott den Seinen beigelegt, 326 Und die einmal vor seinem Throne Der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, Daß man das größte Kreuz nicht acht. Gottvertrauen und Trost im Kreuz 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein. I Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, Vis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmold,+ 1737. E 463. Pf. 31. In dich hab ich gehoffet, Herr; Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zum Spotte Das bitt ich dich, Erhalte mich In dir, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Bitt, thu dich herfür, Eil bald mich zu erretten; In Angst und Weh Ich lieg und steh, Hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei meine Burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten, Ob mich gar sehr Der Feinde Heer Ansicht von beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, Mein Hülf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott In aller Not: Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und falschem Gedicht Viel Neß und heimlich Stricke: Herr, nimm mein wahr In der Gefahr, Behüt vor falscher Tücke. olcall, rist 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände; O wahrer Gott, Aus aller Not Hilf mir am lezten Ende. 7. Preis, Ehre, Macht und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Dein göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen. da A. Reißner, † 1588. 464. Minda Mel. Jesus meine Zuversicht. Meine Seele senket sich Hin in Gottes Herz und Hände Und erwartet ruhiglich a Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, nackt und bloß In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Ist zum Tode schon beschieden: Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spißen Dornen sticht Und den Frieden nur kann kränken: Sorgen kommt dem Schöpfer zu, Meine Seele sucht nur Ruh. TORSTOLO 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden: Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. ipso dive 5. Meine Seele klaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hangt an Gottes Angesicht, Auch alsdann, wenn er will töten: Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden: Also hab ich allen Spott, boil Alle Marter überwunden, Bin, gleichwie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr. 3. 3. Winckler, † 1722. 465. Mel. Jesu meine Freude. P₁. 62, 2. Meine Seel ist stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget, Nimmt an, wie es geht; Geht es nur zum Himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. Holl 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr rede ein; Von der Welt Ehr, Lust und Geld, Wonach so viel sind beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 327 3. Nein, ach nein, nur Einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt: Jesus, der getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß; Lerne ihm vertrauen, So wirst bald du schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. m 5. Meine Seele senket Alles, was sie kränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Lust; Fasset sich ganz männiglich, Durch Geduld und Glauben feste: Endlich kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu mindern Und das Glück zu sparn 328 Gottvertrauen und Bis zu End: alsdann sich wendt Das zuerst getragne Leiden, Und gehn an die Freuden. 3. Casp. Schade, † 1698. dumn 2 466. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Meine Sorgen, Angst und Plaeine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird gottlob nicht ewig sein: Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen aus: Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht zu Haus; Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei: Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen; Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Trost im Kreuz. Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. Der mit Kreuzen ist besett; Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch bin sonder Streit: men, PULS 5. Es sind wahrlich alle From: kas. Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trübsal hergekommen; Darum siehet man sie stehn Vor des Lammes Stuhl und Job alege Thron, Prangend in der Ehrenkron Und mit Balmen ausgezieret, Weil sie glücklich triumphieret.dsi? 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unverrückt: Seine Freund und Hochzeitsgäſte Werden nach dem Streit beglüdt; Israel erhält den Siegal Nach geführtem Kampf und Krieg: Kanaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. Meine Seel, und dulde dich; 7. Darum trage deine Ketten, Gott wird dich gewiß erretten, Das Gewitter leget sich; Nach dem Bliz und Donnerschlag Folgt ein angenehmer Tag: Auf den Abend folgt der Morgen Und die Freude nach den Sorgen. Halle 1705. 467. Mel. Nun ruhen alle Wälder. man nur im Kampf Will man hier das Kleinod finden, Mein Herz, gieb dich zufrieden So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Die Not, die dich jetzt drücket, Hat Gott dir zugeschicket; Sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit 3agen Und unmutsvollen Klagen Häufst du nur deine Pein; Gottvertrauen Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; Oft hat Gott unsre Zähren, alg Eh mans meint, abgewischt. Wenns bei uns heißt: wie lange Wird mir so angst und bange! So hat er Leib und Seel erfrischt. und Trost im Kreuz. 4. Gott pflegt es so zu machen: Nach Weinen schafft er Lachen, Nach Regen Sonnenschein; Nach rauhen Wintertagen Muß uns der Lenz behagen: Er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen Die Last, die uns soll pressen, Auf daß wir werden klein; Was aber nicht zu tragen, Darf sich an uns nicht wagen, Und sollts auch nur ein Stäublein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Womit er uns belegt. Nicht Schwerter, sondern Ruten Sinds, damit Gott zum Guten Die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen Zu Kindern, die da fliehen Das, was ihm mißbehagt; Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will dadurch uns lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Geduld Und, sollt er uns in Nöten Auch lassen, ja gar töten, Uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden 329 Bon Gott und seinen Freuden, Dazu er uns versehn? Ich lebe oder sterbe, Im Himmel ewiglich bestehn. So bleibt mir doch mein Erbe 10. Drum gieb dich ganz zu frieden, Mein Herz, und bleib geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen zu dem Bräutigam. 3. A. Freylinghausen, † 1739. sdirmed 70 16468. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele; Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Auf, ermanne dich und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneurst du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, Ist mirs leid von Herzen: Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; Das ist der bezahlte Lohn Meiner Missethaten; Bring ich dies vor Gottes Thron, Ist mir wohl geraten. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 330 Sein Verdienst mein Eigentum, Da ich frei in wohnes Als in einem festen Schloß, de Das kein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. T 01 5. Stürme, Teufel, und du, Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden: his Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst geschenkt aus Liebe, inic Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 6. Ich bin Gottes, Gott ist mein; Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide: Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen, Und geschwind zerbricht sein Joch, Wenn es Gott will wenden. 7. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruten: Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Will zum Guten ziehen? bi 8. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen; Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, Hat in Gottes Garten Droben die vollkommne Lust Endlich zu gewarten. FOTO 9. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, hud Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 10. Ei so faß, o Christenherz, Alle deine Schmerzen; Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gieb dem großen Namen d Deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. P. Gerhardt, † 1676. Will 469. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Offenb. Joh. 2, 10. Sei getreu bis an das Ende, Ringe durch den Kampf dich los; Geht es auch durch harte Stände, Duldest du gleich manchen Stoß: Ach das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, So dir wird dein Jesus geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben, Laß dir dessen festen Grund Nicht aus deinem Herzen rauben; Sage den gewissen Bund, Der geschlossen in der Tauf, Deinem Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, Der dem Herrn hat falsch ge= schworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hart betrübt Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat; So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 4. Sei getren in deinem Hoffen; Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, Er hat Mittel bald getroffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Wisse, daß so manche Zeit Er zu helfen war bereit, Da dein Ohren du verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 5. Sei getreu in deinem Leiden; Lasse dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht mit Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach sie häufet nur die Schuld; Der trägt leichter, wer das träget Mit Geduld, was Gott aufleget. 6. Sei getreu in Todesstunden; Halt dich glaubensvoll an Gott, Flieh getrost in Jesu Wunden, Sei getreu bis in den Tod: Wer mit Jesu gläubig ringt, Ihn wie Jakob hält und zwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. onll Benj. Prätorius, † 1668. 331 Und aufs Künftige gedenken? Soll ich denn niemal mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir sehen, Wie mirs einsten wird ergehen? Da doch durch mein Sorgen nicht Das geringst wird ausgericht. Wills alleine ihm heimschreiben, Daß es, wie es ihm gefällt, Mir zumalen Eines gelt. 5. Will die Armut meiner Hütten Er mit Segen überschütten Und mit Gütern dieser Welt, Sei es auch ihm heimgestellt. Ich will ihm für solches danken Und nur beten, nicht zu wanken, Daß nicht, wie sonst viel gethan, liceIch mein Herz auch hänge dran. 2. Gott, der mich bisher erhalten, Höret noch nicht auf zu walten; Oder sollt er jetzt allein Dessen müde worden sein? Ach so laß ich Sorgen bleiben, 3. Wenn mirs so und so ergehet, Er ists, der allein verstehet, Ob dasselbe nüß und gut, Oder obs mir Schaden thut; Da sonst wir in unsern Lüsten Uns nicht zu entschließen wüßten, Öfters wählend ohngefähr, Was uns nur hochschädlich wär. 4. Ist mir Armut denn beschieden, Bin ich auch damit zufrieden, Weil mir dieses felsenfest, Daß er drum mich nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig singen Und mein täglich Opfer bringen, Bis nach dieser armen Zeit Folgt die reiche Ewigkeit. 470. CHI 19119 mod Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. I Röm. 8, 28. 6. Wird Gesundheit mir gegeben, Soll dieselbe meinem Leben Dazu dienen, desto mehr Froh Gottes Chr. Soll ich denn mich täglich fränken Soll ich aber Krankheit leiden, Müsse mich sein Geist bescheiden, Daß solch herbe Arzenei Meinem Fleisch vonnöten sei. 7. Soll ich viele Jahre zählen, Mit der Erde Not mich quälen, Schickt doch Gott auch manchen Tag, Der mein Herz erfreuen mag. Bin ich aber bald vorüber, Sei das Scheiden mir noch lieber, Weil ich aus der Sündennot Komm zu meinem Herrn und Gott. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 332 8. Also bleibts Gott heimgewiesen, Und sein teurer Nam gepriesen, Was er auch in seinem Rat Über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht mehr achten Und dies Eine nur betrachten, Daß den Seinen zum Beschluß Endlich alles frommen muß. Phil. Jac. Spener, † 1705. 471. 10-3000 Sollt ollt es gleich bisweilen scheinen, Als ob Gott verlich die Seinen, O so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald u geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel: Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, Ich kann seine Macht verlachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott mein Vater lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; Will sie mich nicht länger leiden, Ei so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag ich nicht nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab: Gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Chr. Tieße, † 1703. 472. on Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand, Den Abend und den Morgen Thut er mich wohl versorgen, Wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue Und Wohlthat all verkehrt, Wird mir gar bald aufs neue Sein Macht und Gnad bewährt, Hilft mir aus aller Not, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. In meiner schweren Zeit, 3. Auf ihn will ich vertrauen So kann mir gar nicht grauen: Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nüßlich ist; Gut meint ers mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Ja seinen lieben Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Was Leib und Seel ernähret. 473. Lobt ihn im Himmelsthron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Warum betrübst du dich, mein Herz, Jhn, der uns beides schenkt; Das ist ein selge Stunde, Darin man sein gedenkt. Verlorn ist alle Zeit, Ohn ihn verbracht auf Erden; Wir sollen selig werden Und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht, Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben: Wenn wir geschlafen haben, Wird uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß, Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels listge Art. 8. Darum ob ich schon dulde Hie Widerwärtigkeit, Wie ichs auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll, MOR Die, weil ich Christum kenne Und meinen Herrn ihn nenne, Mir widerfahren soll. 333 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines Sohnes Fülle Wir nehmen Gnad um Gnad; Auch Gott der heilge Geist d Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! 2. Helmbold, † 1598. Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein: Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater biſt, Dein Kind wirst du verlassen nicht, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Der Reiche trott auf zeitlich Gut, Ich aber will dir traun, mein Gott; Ob ich gleich werd veracht, So weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, Als du gewejen ewiglich, Mein Trauen steht zu dir; Mach mich an meiner Seelen reich, So hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, Willst du das Ewge mir beschern, Das du erworben hast Durch deinen herben bittern Tod, Das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 334 Gottvertrauen und 7. Alles was ist auf dieser Welt, Es sei Silber, Gold oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit Und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, Daß du mir solches kund gethan Durch dein göttliches Wort; Verleih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir geſagt surm Für alle dein erzeigt Wohlthat, Und bitt demütiglich: Du wollst von deinem Angesicht Mich ewiglich verstoßen nicht. Nürnberg, um 1560. 474. 05€ Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist es, ders gegeben: Will ers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dDringt herein Angst und Bein, Trost im Kreuz. Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. ORA 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergött, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen de Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen 5. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen. Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schäßen Ich mein Herz Auf den Schmerz Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Hoff auf Gott! Deine Not Will er von dir nehmen. Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter: Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt Christus wird Mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden: Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben; 11. Du bist mein, weil ich dich fasſe Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. ofta Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich 10 P. Gerhardt, † 1676. 2014 Ewig werd umfangen. nsbomi Jido 475. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. Matth. 6, 25-34. Warum willst du doch für morgen, Armes Herz, Dir zum Schmerz, Voller Kleinmut sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib, Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken: Trau ihm fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 3. Frage nicht: was wird mich nähren? nedersdo Gott wird dir Alles hier, Was dir fehlt, gewähren. 335 Frage nicht: wie wird mirs gehen? Solches hat Gottes Rat Längst zuvor versehen. 4. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er Nicht das Tier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume Nicht mit Pracht, Seiner Macht, Seiner Huld zum Ruhme? Paro 5. Und auf mich sollt er nicht achten? In der Not Ließe Gott Hülflos mich verschmachten? Ich bin sein, mir soll nicht grauen: Väterlich ng Liebt Gott mich, Ihm will ich vertrauen. si 6. Nur der Glaube fehlt auf Erden. Wär er da, Müßt uns ja, Was uns not ist, werden. 336 Gottvertrauen und Wer Gott kann im Glauben fassen, Dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. 7. Wer nach Gottes Reiche trachtet, Immerfort Auf sein Wort Mit Gehorsam achtet, Dem wird auch von Gott hienieden, Was erfreut In der Zeit, Gnädiglich beschieden. 9. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort Hier und dort, abile Nie im Glauben wanken. Lob und Preis sei deinem Namen; Denn mein Teil, Hülf und Heil Bleibst du ewig. Amen. Er wird mich wohl bedenken; Er als mein Arzt und Wunderthem. mann 8. Drum sei dir, Gott, übergeben, Wird mir nicht Gift einschenken Was mir fehlt NG Für Arzenei; Und mich quält Hier in diesem Leben. Gott ist getreu, Da du sorgst, so will ich schweigen, und seiner Gnade trauen. Drum will ich auf ihn bauen Und es soll Demutsvoll Dir mein Knie sich beugen. Nach L. Laurenti, † 1722. 476. as Gott thut, das ist wohlgethan, Was Trost im Kreuz. 2. Was Gott thut, das ist wohlis gethan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn, So laß ich mich begnügen uit An seiner Huld Und hab Geduld; Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten ſtille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, mind all 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid, Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schreden, Weil doch zuletzt Ich werd ergößt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, † 1708. 2. Was hülfe dir dein Sinnen, Wie dirs noch gehen mag? Was würdest du gewinnen Durch Sorgen Nacht und Tag? Befiehl es Gott allein; Laß seine Hand dich führen, Die wird dich so regieren, Wie dirs wird heilsam sein. 3. Was dich will niederschlagen Und was dich schmerzt und kränkt, Das magst du dem nur flagen, Der alles weislich lenkt. Wirf alle Sorg auf ihn, Erhebe dein Gemüte Zu seiner Batergüte, So wird dein Kummer fliehn. 4. Er wird dich wohl versorgen, Der deiner liebreich denkt; Vielleicht ist nah der Morgen, Wo Gott dir Freude schenkt! Wer hoffend auf ihn blickt, Wer fest auf ihn vertrauet Und gläubig auf ihn bauet, Wird doch zuletzt erquickt. 477. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 478. Was hilfts, daß ich mich quäle Was mein Gott will, gescheh allzeit, Und fürchte manches Leid? Entreiß dich, meine Seele, Doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl. Wovor soll ich mich scheuen, Da alles seinen Treuen Zum Besten dienen soll? 5. So fall ich denn mit Freuden In Gottes Arme hin; 337 Von ihm kann mich nichts scheiden, Weil ich sein eigen bin; Er bleibt auch ewig mein Und wird mir alles geben, Was meinem Stand und Leben Wird gut und selig sein. E. Neumeister, † 1756. Sein Will der ist der beſte; Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feſte; Er hilft aus Not, der fromme Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben: Was mein Gott will, daß mir ge: schicht, Sein Wort ist wahr, denn all Will ich nicht widerstreben. mein Haar Er selber hat gezählet; Er schüßt und wacht und hat wohl acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Drum muß ich Sünder von der Welt Hinfahrn nach Gottes Wille Zu meinem Gott, wanns ihm ge= fällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner letzten Stunden. frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. Y Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 338 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich), Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steur und wehr, ach Gott mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; Drauf sprech ich fröhlich Amen. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg, † 1557. 479. Mel. O du liebe meiner Liebe. Was as von außen und von innen Täglich meine Seele drückt Und hält Herz, Gemüt und Sinnen Unter seiner Laſt gebückt, In dem allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt, Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und sicher leb; Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb: Dein Schuß ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Not und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden Nicht so bald zum Ende eilt; Dich und mich fanns nimmer scheiden, lang ver weilt: Wenns gleich noch so Und auch dies mein gläubges Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Not sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht: Meint der Feind mich zu erreichen Und zu werfen unter sich, Will ich auf den Felsen weichen, Der wirft alles unter mich. 5. Liebe Leute, traut beständig Auf ihn als auf euren Hort; Er ist Gott und heißt lebendig, Ist euch nah an jedem Ort: Wann und wo euch Hülfe nötig, Da klopft an, er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hülf erbötig; Schütt das Herz nur vor ihm aus. 6. Aber wie fanns dem gelingen, Der auf Fleisch die Hoffnung richt? Große Leut sind samt geringen In der Not gar ohn Gewicht: Traut doch lieber auf den Einen, Welcher Lieb und Allmacht hat, Daß er helfen kann den Seinen, Und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, Geh in aller Stille hin, Denn zulett kommt doch das Beſte, Und das End ist mein Gewinn: Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen, Darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, Wie es geht, und sorge nicht: Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht: Jezo ist er deine Stärke, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Und sebe wider dich, So müßt er doch voll Spott Von seinen Ränken lassen, Damit er dich will fassen; Denn dein Werk fördert Gott. Daß dir gar nichts schaden kann: Dort vergilt er alle Werte, So ein jeder hat gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte Über mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüte Stille bleiben ewiglich: Werde alles und in allen, Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen, So wird alles stille sein. A. H. Francke, † 1727. 480. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Was willst du dich betrüben, O meine liebe Seel? Ach laß nicht ab zu lieben Jhn, den Immanuel! Vertrau dich ihm allein, Er wird gut alles machen Und fördern deine Sachen, Wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet feinen, Der sich auf ihn verläßt; Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Scheint es auch wunderlich, Laß du dir gar nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem Mut; In ihm wirst du erjagen, Was dir ist nüß und gut; Denn was Gott haben will, Das kann niemand verhindern Aus allen Menschenkindern, So viel ihr sind im Spiel. 4. Ja ob auch aus der Hölle Der Satan trobiglich Sich mit den Rotten stelle 339 5. Er führts zu seinen Ehren Und deiner Seligkeit; Solls sein, kein Mensch kanns stören, Wär es ihm noch so leid. Will Gott es aber nicht, So kanns niemand betreiben, Es muß zurückebleiben: Was Gott will, das geschieht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, Jhm sei es heimgeſtellt; Nichts ist, danach ich strebe, Denn nur was ihm gefällt; Sein Will ist mein Begier, Der ist und bleibt der beste, Das glaub ich treu und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, † 1647. 481. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden; Darum auf dich all Hoffnung ich Getrost und fest will segen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist In Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder; Y2 340 Gottvertrauen und Und wenn ich dich nur hab um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, Denn du kannst mirs wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen. V. 1 von 3. Magdeburg, † 1583. Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, * Der hat auf keinen Sand gebaut. 482. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen arm und klein zu machen, Wer er nur den lieben Gott läßt Den Armen aber groß und reich; walten Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 2. Was helfen uns die schweren 350- Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. HO HOT mism ind Trost im Kreuz. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wann es nüßlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst verUnd merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns vermellom du sol sehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße size, Der sich mit stetem Glücke speist: Die Folgezeit verändert viel Und seget jeglichem sein Ziel. Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, 483. Mel. Alles ist an Gottes Segen. gnügt, Wunderanfang, herrlich Ende, Verricht das Deine nur getreut Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumart, † 1681. Wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, Wunderherrlich seine Thaten, Und du sprichst: Wo wills hinaus? Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 2. Denke doch: es muß so gehen, Was Gott weislich heißt geschehen, Ihm und dir zur Herrlichkeit; Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das End doch gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. palapio smus Stut 3. Gottes Weg ist in den Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß: So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, Wo man könne Hülf gewinnen, Die Vernunft ist hier zu blind: Ihre halb gebrochnen Augen Nicht in das Verborgne taugen, Dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, Lassen so ein End erlangen, Daß es wunderherrlich sei. God J 6. Drum so laß dir nimmer grauen, Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er fürwahr, er wird es führen, Daß dus wirst am Ende spüren, Wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen Und nicht vor der Welt verhehlen, Was die blinde Welt nicht kennt; Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! H. A. Stockfleth, † 1708. 341 484. Mel. Werde munter mein Gemülte. Bion, gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, Er hat einen Vatersinn. Du bist nicht von ihm geschieden, Wenn er straft, so liebt er auch, Zion, lerne dies bedenken, Dies ist sein beliebter Brauch; Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen Wollen sie dich gar zerschellen, In der wilden tiefen See, Mußt du rufen Ach und Weh, Schweigt dein Heiland still dazu, Gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, Diese Flut wird bald sich legen. 3. Berge, Felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, Ja die Welt mit ihren Reichen Möchte gar auch untergehn: Dennoch hat es keine Not In dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken Aus den wohlgefaßten Schranken. 19675 4. Müssen schon allhier die Thränen Deine schönsten Perlen sein, di Muß das Seufzen und das Stöhbsd( nen Sein dein Lied in langer Pein, Muß dein Purpur sein das Blut, Und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, Mit dem Tod und Herzeleid, Ei du wirst doch nicht zu Schanden, Denk nur an die Ewigkeit Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 342 Sei nur fröhlich, wohlgemut, Denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird schon dich stärken, Dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende Und der Abend schon herbei; Gieb dich nur in Gottes Hände, Der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn Giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; Drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier; Denn die jest hat wollen sterben, Soll nun leben für und für Und sich freuen ohne Zahl In dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm und ewgen Freu: den? 3. Pauli, † nach 1674. 485. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 3₁ u des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. Endlich bricht der heiße Tiegel. Und der Glaub empfängt sein Siegel, Gleich dem Gold im Feur bewährt. 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des fünftgen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt empörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo unterthan, Daß er die gebrochnen Kräfte Zu dem Heiligungsgeschäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im innersten Gemache Des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, Wo die selgen Balmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in kühler Gruft, Jenes Frühlings, der die Toten Gleichet einem frohen Boten Zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, kindlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 8. Brüder, solche Leidensgnade Wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern fund gemacht, Wenn sie mancher Schmerz durchwühlet, Wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmer: zen Dringt das Herz zu Jesu Herzen Immer liebender hinan; Und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! Beruf und Haus. 10. Endlich mit der Seufzer Fülle| 11. Jesu, laß zu jenen Höhen Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset denn hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei? Heller stets hinauf uns sehen, Bis die lette Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. K. F. Harttmann, † 1815. XXI. Beruf und Haus. A. Allgemeine 486. Mel. Gott du frommer Gott. Ach Gott, verlaß mich nicht, Gieb mir die Gnadenhände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schuß; Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen; Ach laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen; Gieb mir den guten Geiſt, Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk und Kraft; Ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf aus Herzensgrunde; Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, Berufslieder. So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht. 343 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen; Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt; Ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; Ach Gott, verlaß mich nicht. Sal. Frand, † 1725. 487. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort. 344 Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk: Mein Herz ist stets auf Gott gericht, Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! Beruf und Haus. 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Guts, Wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Neb Und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End Stell ich allein in Gottes Händ; Er gebe, was mir nüßlich ist, Drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt und Treu, So gnüget mir zu jeder Stund, Drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: un verzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir gnädig stehen bei, Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er fann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat; Er giebt und nimmt, machts wie er will, Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! und giebt mir auch mein täglich 9. Gott steht mir bei in aller Not Brot, Nach seinem alten Vaterbrauch Thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Thun bim umsonst; Nichts hilft Verstand, Wiß oder Kunst: Mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, Daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Güaltigkeit, Laß hassen, wers nicht lassen kann, So acht ich keiner Feinde Neid, Und stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß, Drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das malte Gott! 3. Betichius, † 1722. Beruf und Haus. 488. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du u sollst in allen Sachen Mit Gott den Anfang machen Aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben Für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Dichten Weiß wenig auszurichten, Was gutzuheißen sei.. Was will dein eitles Sinnen, Du armer Staub, beginnen, Steht dir nicht seine Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen Auf deines Amtes Stegen Und fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, Auf deine Kraft nicht bauen, Sie ist ja nicht dein Eigentum. 4. Wo Gottes Hand sich reget, Den Grund zur Arbeit leget, Da zeucht der Segen ein. Verkehrt er sein Gesichte, So wird das Werk zunichte, Wie gut und klug die Meister sein. 5. Schlag an die Himmelspforten Mit starken Glaubensworten: Da bitte Kraft dir aus; Daher wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, † 1659. 489. Mel Schwing dich auf zu deinem Gott. Fang dein Werk mit Jeſu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen, Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 345 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten; Er wird dich vor ihrer List Schüßen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott Also angefangen, Ei so hat es keine Not, Wirst den Zweck erlangen; Hier in diesem Leben, Es wird folgen Glück und Heil Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir übergeben; Es nach deinem Willen mach Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; Laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1700. 346 Beruf und Haus. 490. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun Und Werk auf deinem Willen ruhn, Von dir kommt Glück und Segen; Was du regierst, das geht und ſteht Auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rat werd ins Werk ge: bracht Und seines Gangs sich freue; Des Höchsten Rat der machts allein, Daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron Und Scepter trägst im Himmelsthron Und aus den Wolken blitest, Vernimm mein Wort und höre mich Vom Stuhle, da du sizest. 5. Verleihe mir das edle Licht, Das sich von deinem Angesicht In fromme Seelen gießet Und da der rechten Weisheit Kraft Durch deine Kraft erschließet. 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, Auf daß ich ja nicht ruh und steh Auf meinem eignen Willen; Sei du mein Freund und treuer Rat, Was recht ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl, und was mir gut, Das gieb mir ein; was Fleisch und Blut Der höchste Zweck, das beste Teil Erwählet, das verwehre. Sei deine Lieb und Ehre. 8. Was dir gefällt, das laß auch mir, Gefallen und belieben; O meiner Seelen Sonn und Zier, was dir zuwider, laß mich nicht In Werk und That verüben. 9. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, Jsts Menschenthun, so treibs zurüc Und ändre meine Sinnen: Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst In kurzem zu zerrinnen. 10. Sollt aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut geBeginnen sich zu rächen, meint, Ist das mein Trost, daß seinen Zorn Du leichtlich könneft brechen. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, Und bring zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast Durch Weisheit deiner Hände. 12. Jst gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch ins tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, So treib mich nur, ohn Unterlaß Zu seufzen und zu beten. 13. Wer fleißig betet und dir traut, Beruf und Haus. Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapferm Mut bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil In tausend Stücke springen. 14. Der Weg zum Guten ist gar wild, Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich hin durch deinen Geist, Wo Freud und Wonne stehet. 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind, Was ich bei mir nicht hab und find, Hast du zu aller Gnüge: So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 16. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, So lang ich leb, erzählen. P. Gerhardt, † 1676. 491. Mel. Seelenbräutigam. Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 347 Kümmert uns ein fremdes Leiden, Oso gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nötge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. N. L. Graf von Zinzendorf, † 1760. 492. Mel. Nun ruhen alle Wälder. n allen meinen Thaten Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mags mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell es ganz in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist: Ich nehm es, wie ers giebet, Was ihm von mir beliebet, Das hab ich willig auch erfiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schüßt; Leb ich nach seinen Säßen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen 348 Nicht stracks das Urteil sprechen Und haben noch mit mir Geduld. Beruf und Haus. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder zieh ich fort, In Schwachheit und in Banden, Und was mir stößt zu Handen, So tröstet mich sein heilig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn; Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen, Ich will ihn freudig überstehn. 8. Jhm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß ja wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Der weiß zu allen Sachen Rat. P. Fleming, † 1640. 493. Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib Ein unverlette Seel Und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet; Hieb, daß ichs thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein unnüßlich Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn Verdruß.. 4. Findt sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, d Das Kreuz hilf selber tragen; Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmut überwind, Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen, So gieb Geduld, vor Sünd Und Schanden mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite bab. in ompe 3 Beruf und Haus. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken, So thu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Sum auserwählten Hauf. Joh. Heermann, † 1647. 373 sunbeating Ohn alles Eigenwählen; Geschieht, was er mir auserfehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In findlichem Vertrauen. dll 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still 494. Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Weel. Es ist das Heil uns kommen her. Wie Gott mich führt, so will ich Ich bin ja nicht mein eigen. gehn Und folge seinem Leiten, Wird gleich im Fleisch der Eigenwill Noch öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen Händen;" 349 Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt: Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich 495. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Du bast, o Gótt der Einigkeit, Den Stand der Ehe selbst geweiht; Wie hoch ist er zu ehren! Vernimm jetzt unser innig Flehn, In seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, 5. Wie Gott mich führt, so bleib 9. 20 ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei: Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Sein Antlig lässet Gott nicht sehn, Doch einst wird ers aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. 2. Gedicke,+ 1735. B. Hausstand( dabei Trauungslieder). adst Sieh gnädig an, die vor dir stehn, Ihr Bündnis zu beschwören. Laß sie, Vater, Dir ergeben einig leben, treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben. Beruf und Haus. 350 2. Nimm sie, o Gott, in deine Hut, Daß ihnen nie ein wahres Gut Zu ihrem Wohlsein fehle; Im Glück laß sie sich deiner freun, Im Leid einander hülfreich sein, Ein Herz und Eine Seele. Immer Laß sie Voll Vertrauen auf dich schauen, freudig sterben Und vereint den Himmel erben. 3. J. Eschenburg, † 1820. 496. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Ich und mein Haus wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reine Hausgemeine mach aus allen: Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Er leucht uns wie das Sonnenlicht, Damits am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Voll Demut, sanft und linde. Liebe Übe Jede Seele; keinem fehle, dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte; Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hülfe schaun Mit kindlichem Gemüte, Selig, Fröhlich Selbst mit Schmerzen in dem Her zen dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Wollust aus, Des Reichtums böse Gäste; Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen Einer Welt nicht zu ersehen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, Seelenspeise auch zur Reise durch Daß in dem Haus kein andrer Geist, dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Als nur dein Geist regiere; Daß er, der alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Uns alle liebreich ziere. Beruf und Haus. 351 Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt, Wo beide unzertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten wie am bösen Tag. Sende, Spende Ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben Dich in deinem Hause loben. Ph. Spitta, † 1859. 497. Mel. Gott du frommer Gott. aß dich, Herr Jesu Christ, Durch mein Gebet bewegen; Komm in mein Herz und Haus Und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh und Kunst Ohn deine Hülfe aus: Wo du mit Gnaden bist, Kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann, † 1647. 498. D selig Haus, wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist, Wo aller Herzen dir entgegenschla gen, Und aller Augen freudig auf dich sehn, Wo aller Lippen dein Gebot erfragen, Und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, In deiner Liebe Eines Geistes sind, Als beide Eines Heils gewürdigt, feiner 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen Und wissend, wessen Augen auf sie jehn, Bei allem Werk in Einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausge nossen, In Demut willig und in Liebe frei Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teileſt, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; Beruf und Haus. 352 O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist, Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus. Ph. Spitta,+ 1859. 499. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Ob sie gleich vor dir sind Sünder, Sind sie dir doch zugethan Und durch deines Sohnes Blut Gleichwohl dein erworbnes Gut; Darum wirst du sie aus Gnaden Wohl beschüßen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen Und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, Und durch deinen Gnadenbund Hast du sie in ihrer Tauf Väterlich genommen auf, Daß sie, wenn sie sollten sterben, Wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret Und so manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie hier und überall Hätte leichtlich umgestürzt, Ja das Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sammeln andre große Schäße, Daß ihr Haus in solchem Heil Sich an Geld und Gut ergöße, So bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in keiner Not Und in keinem Kreuz verderben, Bis sie endlich selig sterben. 5. Schüße sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schar, Daß ihr Fuß nicht möge gleitert; Laß sie ihre Lebensjahr In der Tugend bringen zu, Bis du sie wie mich zur Juh Wirst ins kühle Grab versenken Und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie in diesem Leben Hier und wo es dir gefällt, Was zu deinen Ehren geben, So laß in der ganzen Welt Ihnen, wo sie immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, Daß am lieben jüngsten Tag Nach so vielem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! 2. H. Schlosser, † 1723. 500. Mel. Nun danket alle Gott. Was Gott zusammenfügt, Das soll der Mensch nicht scheiden; Drum gehen wir dahin In Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt Ins Buch des Lebens ein, Er selbst, Herr Zebaoth, Wird Schild und Lohn uns sein. B. Schmold, † 1737. Beruf und Haus. 501. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. ie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Wie Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und unverrückt zusammengehn Im Bande reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, An Ästen schön, an Zweigen reich, Das Weib gleicht einem Reben, Der seine Trauben trägt und nährt Und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, O Bier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenfrone, Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts, wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht, Es ist ein höhrer Vater: 353 Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir Wird er wohl und weislich lenken. gedenken, 5. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Die Thränen lässet fließen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergiebt, des Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Schweige, Beuge Dich ein wenig: unser König wird machen, daß die Angst sich wende. behende 6. Wohl her, mein König, nah herzu, Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, In Ängsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, Und danken alle beide, Wir wollen singen bester Weis Bis wir Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. P. Gerhardt, † 1676. 502. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst. Pf. 128. Wohl dem, der in Furcht Gottes steht Und auch auf seinem Wege geht! 3 354 Dein eigen Hand dich nähren soll; So lebst du recht und geht dir wohl. Beruf und Haus. 2. Dein Weib in deinem Haus wird sein Ein Reben voller Trauben fein, Und deine Kinder um den Tisch Wie Ölpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, solch ein Segen hangt dem an, Wenn lebt in Gottesfurcht ein Mann; Ihn läßt der alte Fluch und Zorn, Den Menschenkindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das Glück der Stadt Jerusalem, Vor Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein Und stets mit Güte bei dir sein, Daß du wirst sehen Kindeskind, Und daß Israel Friede find. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn Samt heilgem Geist in einem Thron, Die sei ihm auch also bereit Von nun an bis in Ewigkeit! Dr. M. Luther, † 1546. 503. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Allein das All in allem ist: Ja wenn er nicht darinnen wär, Wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn da Mann und Weib und Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwert im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort, Als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind Und wenn sie Kind und Kindesfind Versäumen nicht am ewgen Glück; Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; Die Eltern werden hoch erfreut, Und ihren Kindern sieht mans an, Wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund Samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herrn abwich, Doch dienen wir ihm ewiglich. Ch. K. L. v. Pfeil, † 1784. Vaterland und Obrigkeit. es Reiselied. I 504. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Pf. 121. Ich heb mein Augen sehnlich auf Und seh die Berge hoch hinauf, Bis mir mein Gott vom Himmelsthron Mit seiner Hülf zu statten komm. 2. Mein Hülfe kommt mir von dem Herrn, Er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, Er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, So daß dein Fuß nicht gleiten fann; Seß nur auf Gott dein Zuversicht, Der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel Bewahret dir dein Leib und Seel; 355 Er schläft nicht, weder Tag noch and 101 Nacht, Wird auch nicht müde von der Wacht. 505. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Jehova, Herr und König Der Könige und Herrn! Dir ist man unterthänig, Du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst Von Himmel, Erd und Zeiten, 5. Vor allem Unfall gnädiglich Der fromme Gott behütet dich; Bist du gesichert früh und spat. Unter dem Schatten seiner Gnad 6. Der Sonne Hiß, des Mondes Schein Sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer Zu deinem Nuß und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, Des Herren Schuß ist gut dafür; In Gnad bewahret deine Seel Der treue Hüter Israel. 8. Der Herr dein Ausgang stets bewahr, Zu Weg und Steg gesund dich spar, Bring dich zu Haus in sein'm GeVon nun an bis in Ewigkeit. Corn. Becker, † 1604. leit XXII. Baterland und Obrigkeit. Du setest Obrigkeiten, Die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit Als nur durch deine Rechte Und dein Gebot gebeut; Du hast sie hoch geschäßt, Wer ihr zuwider lebet, Derselbe widerstrebet Dem selbst, was Gott gesetzt. 32 P Vaterland und Obrigkeit. 356 3. Ach lieber Vater, lehre Mich selbst durch deinen Geist, Daß ich erkenn und ehre, Was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; Gieb, daß ich Demut übe Und sie mit Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte Und sende Recht und Licht; Gieb ihnen ins Gemüte Viel Weisheit zum Gericht, Damit ihr Regiment Den Unterthanen nüßet, Die Unterthanen schüßet, Dem Guten Sieg vergönnt; 5. Damit durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein ehrbar Leben führen In wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land: Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten, Es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du Durch deines Geistes Rühren Und Weisheit immerzu; Laß sie die Pfleger sein Der gläubigen Gemeinde Und als getreue Freunde Ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, Laß's ihnen wohl ergehn, Laß deine guten Engel Als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; ne Wir bitten ohn Ermüden, Schaff unsern Grenzen Frieden Durch Jesum, unsern Herrn. Ph. Fr. Hiller, † 1769. Geburtstag des Landesherrn. 100 506. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt Und trotz der Feinde Toben In Gnaden unser Vaterland Geeint und hoch erhoben; Mit Frieden hast du uns be dacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht Zu deines Namens Ehre. odre 2. Wir danken dir mit Herz und 1957 un big side Mund, Du Retter aus Gefahren, Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frieden und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen, Ein frommes Volk, das dir vertrau Und dir zum Tempel sich erbau* Zu deines Namens Ehre! 3. Sturm,* 1816. Vaterland und Obrigkeit. OC) 507. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Pater, fröne du mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Ratschluß aus. Deinen Feinden biet er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig, Segne, segne unsern König. ... 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, bizstr mun Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig, Schüße, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, segne unsern König. 357 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, Und du hast es selbst bewähret, Warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir, Drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schüß uns gnädig, Gott, erhalte unsern König. 6. Gieb uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! So siegen wir. Deine Treuen frönst du gnädig, Segne, segne unsern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König. W. Hülsemann, † 1865 Eideslied. 508. Mel. Ewigkeit du Donnerwort. Hold 4. Nähre du die heilge Flamme, Gott, der du Herzenskenner bijt, Herr, dem die Falschheit Greuel ist Und Lüge ein Verbrechen: Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Hast du über ihn gewacht, Du erhieltest ihn uns gnädig; Segne, segne unsern König. Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Das dir, Allwissender, nicht fund; Du Heiliger wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wie's Christen ziemt, aufrichtig sem. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, Dir in dein heilig Antlig seh, Vaterland und Obrigkeit. 358 Die Hand zum Himmel hebe, Wenn ich zum Zeugen feierlich Anrufe, Hocherhabner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei. T 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lügen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bosheit macht, Sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, Der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wenn mich beim Leiden dieser Zeit Kein Trost vom Himmel mehr erfreut, Kein Trost mehr, wenn ich sterbe; Wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: Dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürstentum und keine Welt Soll mich so weit verführen; Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid Aus Furcht vor deiner Heiligkeit Die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Hud? called hise Pflicht, So laß mich auch im kleinsten nicht Die teure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! 3. D. K. Bickel, † 1809. Krieg und Frieden. 509. HOOT Mel. Nun lob mein Seel den Herren. Gottlob, nun ist erschollen Das edle Fried- und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr aid this and Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor, O Deutschland, und sing Lieder Im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, Du teure werte Friedensgab! Jeht sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und fränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Mit seiner eignen Hand. 3. Ach laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh als das letzte Schrecken Dich schnell und plößlich überfällt! Wer aber Christum liebet, Sei unerschrodnes Muts, Vaterland und Obrigkeit. Der Friede, den er giebet, Bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, † 1676. 510. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Ps. 85. Mit Gnaden angeblicket Und des gefangnen Jakobs Band Gelöst und ihn erquicket; Der du die Sünd und Missethat, Die einst dein Volk begangen hat, Hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut Und alles Unglücks Ende! Her 6. Ach daß doch diese böse Zeit err, der du vormals hast dein Sich stillt in guten Tagen, Land Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. Zuvor oft abgewendet Und nach dem Zorn das süße Gut Der Lieb und Huld gesendet: Ach frommes Herz, ach unser Heil, Nimm weg und hebe auf in Eil, Was uns anjeßo fränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm Im Brunnen deiner Gnaden, Erfreu und tröst uns wiederum Nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, Und sollen deine Fluten sich Ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht 359 Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsre Häuser. Nun einmal wieder laben, Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, 5. Ach daß ich hören sollt das Wort Erschallen bald auf Erden, Daß Friede sollt an allem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Rub 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Not Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr in unserm Land Und überall recht werd erkannt, Ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön Einander grüßen müsſen, Gerechtigkeit wird einher gehn, Und Friede wird sie küssen; Die Treue wird mit Lust und Freud Auf Erden blühn, Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thua: Das Land wird Früchte geben, Und die in seinem Schoße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn Und stets in vollem Schwange gehn Zur Ehre seines Namens. P. Gerhardt,+ 1676. 360 Vaterland und Obrigkeit. 511. Mel. Nun danket alle Gott. He err Gott, dich loben wir; Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir; Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit freudigem Gemüte; Es steiget unser Lied Bis an die Himmelsthür Und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des güldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in langen Jahren Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm erfahren. Jest rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zerbrochen und zerschlagen; Der Strick ist nun entzwei, Darum so singen wir Mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich leben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet; Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür Jest wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, Daß du Land, Kirch und Häuser, Den frommen Fürstenstamm Und dessen grüne Reiser Bisher erhalten hast; Gieb ferner Gnad allhier, Daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch fünftig stets In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. 9. Herr Gott, wir danken dir Mit Orgeln und Trompeten, Mit Harfen, Cymbelschall, Posaunenton und Flöten; Und was nur Odem hat, Lobsinge nach Gebühr: Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Joh. Frand, † 1677. 512. Mel. Christe du Beistand deiner Kreuzgemeine. P₁. 70. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöten und Be schwerden Vaterland und Obrigkeit. Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen :,: Und zu dir rufen.:,: 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; :,: Laß dichs erbarmen!:,: 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen nie: derlegen, :,: Kein Glied mehr regen.:,: 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, Vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen: Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, :,: Die Feinde dämpfen.:,: 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: :,: Hilf, Helfer! Amen.:,: Joh. Heermann, † 1647. 513. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Treuer Wächter Israel, Des sich freuet meine Seel, Der du siehest alles Leid Deiner armen Christenheit, O du Wächter, der du nicht 361 Schläfft noch schlummerst, zu uns richt Dein hülfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jeßt überall; Täglich wird der Trübsal mehr: Hilf, ach hilf, schüß deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt hast durch dein Blut, Ausgelöscht der Hölle Glut, Wiederbracht das höchste Gut, 4. Sizest in des Vaters Reich, Ihm an Macht und Ehren gleich, Unser Mittler auf dem Thron, Den er in dem Herzen trägt, Seine höchste Freud und Kron, Wie sich selbst in Liebe hegt, Dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnadenthür, Wir, die du mit höchstem Ruhm Dir erkauft zum Eigentum: Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt, Als gings mit der Welt zu End. 6. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jejus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt; Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau, Er mit Zittern sie anschau. 7. Liebster Herr, Immanuel, Du Beschüger meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Neben uns und in uns Gott, Vaterland und Obrigkeit. 362 Gott für uns zu aller Zeit: Troß dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. Landesnöte. 515. 8. Deines Vaters starker Arm, Komm und unser dich erbarm! deine Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Drauf wir hoffen Tag und Nacht; Ach Gott, in Gnaden von uns Aller Feinde Rotten trenn, Auf daß dich die Welt erkenn, Aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, Auf ihr Glück und Ritterschaft: Deine Christen sehn auf dich, Auf dich traun sie festiglich; Laß sie werden nicht zu Schand, Als ihr Helfer sei zur Hand; Sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwert zer: bricht, Der den Bogen macht zunicht, Der die Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wend, Daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedefürst, Der der Schlange hat zerknirscht Ihren Kopf durch seinen Tod, Wiederbracht den Fried bei Gott, Gieb uns Frieden gnädiglich, So wird dein Volk freuen sich, Dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann, † 1647. 514. Derleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine! Dr. M. Luther, † 1546. wend Dies schwere Kreuz und groß Elend, Damit wir sind umgeben gar Und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, Um Christi unsers Herren Bein Vor Pestilenz und schnellem Tod Und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not ach laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zornndgericht, Daß dir lobsinge unser Mund Für deinen Schuß aus Herzens Grund. B. Ringwaldt, † 1599. 516. Mel. Vater unser im Himmelreich. RUS Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und große Not, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, Vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, Wir bitten Gnad und nicht das Recht; Denn so du, Herr, den rechten Lohn Uns geben willst nach unserm Chun Vaterland und Obrigkeit. So muß die ganze Welt vergehn, Und kann kein Mensch vor dir be stehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Rettung uns er schein! Beweis an uns dein große Gnad Und straf uns nicht auf frischer That; Wohn uns mit deiner Güte bei, Daß dein Zorn ferne von uns sei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod, Sieh an sein heilge Wunden rot; Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand Und segne unsre Stadt und Land; Gieb uns allzeit dein heilges Wort, Behüt vor's Teufels List und Mord; Ein selig End wollst uns verleihn, Auf daß wir ewig bei dir sein. M. Moller, † 1606. Mit Seuchen schwer darnieder. 2. Du bist gerecht, und dein Gericht 363 Kann unser feiner strafen; Von wegen unsrer Sünd geschicht, Daß wir so schnell entschlafen. Ja es ist unsre Missethat, Die dich so hoch erzürnet hat, Daß wir vergehen müssen. 3. D Herr, vergieb, und straf uns nicht Im Zorn so gar geschwinde; Kehr doch des Vaters Angesicht Zu deinem lieben Kinde; Laß sinken den gerechten Grimm, Zu Gnaden wieder uns annimm Um deines Sohnes willen. 4. Sieh, Herr, wie wir betrübet gehn, Kraftlos, mit Furcht umgeben, In Angst und großen Sorgen stehn Und in viel Kummer schweben. All unsre Nahrung welket sehr; Lehramt und andre Ordnung mehr Geht nicht in vollem Schwange. 5. Dein Will gescheh, wir bitten all: 517. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. A frommer und getreuer Gott Aller, die auf dich hoffen, Es hat uns eine große Not Durch deine Hand getroffen; Dein Zorn der drückt uns mit Daß man des Glaubens Die sterben sollen, stärke, Gewalt Und wirft die Menschen jung und alt Uns nicht in Not verlasse, Hilf uns nach deinem Wohlge: falln, Du weißt die rechten Maße Und wirst wohl deine Zeit ersehn, Da deine Hülfe soll geschehn; Das wolln wir dir vertrauen. 6. O heilger Geist, mit deiner Kraft, Ritter schaft An ihrem Ende merke, Und sie also mit Fried und Freud Abscheiden aus der Zeitlichkeit In Christo unserm Herren. B. Ringwaldt, † 1599. 364 Besondere Zeiten. XXIII. Besondere Zeiten. A. Morgenlieder. 518. Mel. Valet will ich dir geben. Auf, auf, den Herrn zu loben, Erwache, mein Gemüt! Dem großen Vater droben Erschall ein frommes Lied: Denn wer erhielt mein Leben In der vergangnen Nacht? Der Herr, der mirs gegeben, Der hat es auch bewacht. 2. Beschüßer aller Welten, Wie dank ich würdig dir, Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe: Ein dir ergebner Sinn Ist alles, was ich bringe; Nimm du es gnädig hin. TOP Und sprich du selbst den Segen Zu allem, was ich thu. Herr, sende du mir Kräfte Von deiner Himmelshöh, Auf daß all mein Geschäfte Erwünscht von statten geh. 5. Gieb mir vor allen Dingen Getrosten Mut und Geist, Das freudig zu vollbringen, dout Was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht übermütig sein Und laß mich auch nicht zagen, Dringt gleich ein Kreuz herein. 6. Hilf, daß in meinem Stande Ich thu, was dir gefällt; Auch laß mich nicht in Schande Geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben Nach deinem Willen ein Und laß mein Haus daneben Von dir gesegnet sein. 07 7. Gieb, daß im Kreuz und Glüde Ich stets so leben mag, Daß ich all Augenblicke Denk an den lezten Tag; Und wird er einst anbrechen, So gieb, daß ich erfreut Von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. Nach Joh. Frand, † 1677. dota 3. Verzeihe mir die Sünde, Die ich bisher verübt, Weil ich mit Reu empfinde, Daß ich dich so betrübt; Verzeihe mir und dämpfe Die fündliche Begier, Mit der ich täglich tämpfe, Ja hilf du selber mir. 519. 4. Send auch auf meinen Wegen Aus meines Herzens Grunde Mir deinen Engel zu Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Leben lang, Gott in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum unsern Herren, Dein eingebornen Sohn, Besondere Zeiten. 2. Daß du mich hast aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Not und allem Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, Wollst mir mein Sünd vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab erzürnet dich. id n 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vor's Teufels List und Wüten, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib und meine Seele, Mein Weib, Gut, Ehr und Kind In dein Hand ich befehle, Dazu mein Hausgesind Alles ist deine Gab; Mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten Und alles, was ich hab. 5. Laß deine Engel bleiben Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der Feind allhier In diesem Jammerthal Sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, Nicht bringe mich zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding vermag; Er segne meine Thaten Und wende meine Klag; Ihm hab ichs heimgestellt: Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben, Er machs, wie's ihm gefällt. 7. Drauf sprech ich fröhlich Amen Und zweifle nicht daran, Gott nimmt es allzusammen 365 Mit Wohlgefallen an; Drauf streck ich aus die Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott beschieden In meinem Amt und Stand. Hamburg 1592. 520. Brich an, du schönes Tageslicht, Erschein in deinem Burpurfleide! Mit dir heb ich mein Angesicht Zum Quell des Lichtes und der Freude. Ja, Herr, zeuch meinen Geist und Sinn zu deinem Himmelslichte hin! 2 Du hast mit deiner Liebeshand Mich treu beschüßt in Not und Plagen, Gefahren gnädig abgewandt, Mich unverdient mit Huld ge= tragen. Auch für den Schuß in dieser Nacht Sei dir mein frommer Dank ge bracht. 3. Fach in mir heut von neuem an Dein göttlich, geistig, himmlisch Leben, Daß ich auf deines Geistes Bahn Nach Licht und Wahrheit möge streben, Daß ich nicht lebe selber mir, Nein, Christus in mir für und für. 4. Gieb du, der alles in uns schafft, Daß ich im Glauben mich erneue Und durch des Glaubens Triek und Kraft Mich deinem Dienst mit Freuden weihe; 366 Besondere Zeiten. In Lieb entbrennet dann mein Herz Auch bei des Nächsten Glück und Schmerz. 5. Jch tracht, o Gott, nach feiner Ehr, Nur deine Kindschaft möcht ich haben; Auch keinen Reichtum wünsch ich mehr, Nur Christus kann die Seele laben; Und wohnt dein Geist in meiner Brust, Dann acht ich keiner Erdenlust. 6. Mein Vater, dir ergeb ich mich Aufs neu zu deinem Wohlgefallen. Hilf mir auch heute gnädiglich, In wahrer Furcht vor dir zu wallen. Laß all mein Thun in dir geschehn, Dann wird mein Leben dich erhöhn. Erfurt 1796. 521. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Christe, wahres Seelenlicht, Deiner Christen Sonne, O du klares Angesicht, Der Betrübten Wonne: Deiner Güte Lieblichkeit Ist neu alle Morgen, In dir bin ich recht erfreut, Darf nicht übrig sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf; Der du bist das Leben, die Neues Leben in mir schaff; Denn hast du gegeben Dieser Welt das Sonnenlicht, Welches all erfreuet, Wirst du mich ja täglich nicht Lassen unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht: Ohne Gottes Leuchten Sehn wir Menschen Christum nicht, Der uns muß befeuchten Mit dem hellen Himmelstau Seiner Kraft ohn Ende: Drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir wende. Ond 4. Wende zu mir deine Güt, Freundlich mich anblicke, Daß mein innerstes Gemüt In dir sich erquicke Und die süße Himmelslust Mit Begierde schmecke; Sonsten sei mir nichts Das da Freud erwecke. ewußt, 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; d Fleischeslust und allen Schein, Jesu, mir verleide, Damit sich die Welt ergößt Ach nur zum Verderben;" Denn was sie fürs beste schäßt, Machet ewig sterben. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, Bis der frohe Tag anbricht, Da nach allem Leide Ich in weißer Kleider Pracht Dir den Dank soll bringen Und, daß Gott es wohlgemacht, Ohn Aufhören singen. Chr. Prätorius, † 1713. 522. Mel. Ich dank dir lieber Herre Dank sei Gott in der Höhe Zu dieser Morgenſtund, Durch den ich heut aufstehe Vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden Mit Finsternis die Nacht, Besondere Zeiten. Ich hab sie überwunden Durch Gott, der mich bewacht. 2. Dich will ich gläubig bitten, O Schußherr Israel, Du wollst treulich behüten Den Tag mir Leib und Seel. Laß unsre Obrigkeiten, Die Schule und Gemein In diesen bösen Zeiten Dir, Herr, befohlen sein! 3. Erhalt durch deine Güte Uns bei gesunder Lehr, Vor Abfall uns behüte, Streit für dein Wort und Ehr, Daß wir dich allzusammen Loben in Einem Geist, Sprechen: Des Herren Namen Sei groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, Gesund und mäßig Leben, Dazu ein froh Gemüt, Daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit Lieben und Fleiß drauf wenden Als rechte Christenleut. 5. Gieb deinen milden Segen, Daß wir auf dein Geheiß Wandeln auf guten Wegen, Thun unser Amt mit Fleiß, Daß jeder seine Nege Auswerf und auf dein Wort Den Trost mit Petro sebe; So geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren Und der Gemein zu Nuß, Das will der Satan wehren Mit List und großem Truß; Doch kann er nichts vollbringen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrscheft in allen Dingen Und unser Beistand biſt. 367 7. Wir sind die zarten Reben, Der Weinstock selbst bist du, Daran wir wachsen, leben Und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immermehr, Laß deinen Geist uns treiben Zu Werken deiner Ehr. 3. Mühlmann, † 1613. 523. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Das as walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmels: thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, Wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm; Dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Jch rühm von Herzen deine Gnad, Die wieder mich behütet hat, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut, Laß deine lieben Engelein Mir Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier Und mich mit schönen Gaben zier; Er führe mich auf rechter Bahn, Daß Gutes ich vollbringen kann. Besondere Zeiten. 868 6. Gieb Gnade, daß ich Werk und Pflicht Mit Freuden diesen Tag verricht Zu deinem Lob und meinem Nuß, Und daß ich thu dem Nächsten Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich, vom Übel abgewandt, Mein Seel mit Sünden nicht beschwer Und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, Daß mir kein Übel widerfahr, Behüte mich vor schnellem Tod Und hilf mir, wo mir Hülf ist not. M. Böhm, † 1622. 524. Mel. Auf meinen lieben Gott. Der er schöne Tag bricht an, Die Nacht ist abgethan, Die Finsternis vergangen: Laß uns dein Licht umfangen, Du unsre Sonn und Leben, Der Welt zum Heil gegeben! 2. Befiehl der Engel Schar, Daß sie uns heut bewahr; Wenn du die Hand ausstredest Und uns damit bedeckest, So muß samt unsern Sünden Das Übel von uns schwinden. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und gleich als Kinder leben, Die dir sich ganz ergeben, In deinen Wegen gehen Und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Kreuz und Not, So hilf, du treuer Gott, Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis und Trank dem Leib, Daß er bei Kräften bleib, Und soll die Seele scheiden, So seis zu deinen Freuden, Daß wir auf deinen Namen Getrost hinfahren. Amen. A. Buchner, † 1661 525. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Des es Morgens, wenn ich früh aufsteh, Und Abends, wenn ich schlafen geh, Sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. Herr, in den heilgen Wunden dein Da kann ich ruhn und sicher sein Mit Leib und Seele, Hab und Gut, Mein Schuß ist nur dein heilig Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzes stamm Dein heilig Blut die Sünd hinnahm; Nun wach ich oder schlafe ein, Willst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, Drum ich nicht Tod, nicht Teufel acht; Denn wo ich bin, bist du bei mir, Mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. Besondere Zeiten. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein, Darum ich dir die Seele mein Befehle jest und auch im Tod: Nimm sie zu dir, o treuer Gott! Leipzig 1582. 526. Mel. Dir, dir Jehova will ich fingen. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben: Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, Erquicktest mich, erhieltst mein Leben Und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst Und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte Noch immerfort an jedem Morgen neu; Mit dankbar freudigem Gemüte Fühl ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, Auch er soll deinem Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln Und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt, Gewissenhaft in allem handeln Und weislich fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich, Denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 369 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, Daß ich ihn ohne Reu beschließen fann; Soll guter Vorsaß mir mißlingen, So nimm als That den Vorsab gnädig an. Auch dieser Teil von meiner Übungszeit Sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet, Vor allem aber gieb ein ruhig Herz, Das sich auf deine Weisheit stüzet Und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, Und dies versagst du meinen Bitten nicht. Will ich an des Berufs Geschäfte 6. In diesem kindlichen Vertrauen gehn, Auf deinen sichern Beistand bauen Und deiner Fügung still entgegensehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn Und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. 23. S. Diterich, † 1797. 527. Die ie güldne Sonne Voll Freud und Wonne Bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, Aa 370 Aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Besondere Zeiten. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gei müter; Lieder der Frommen, von Herzen gekommen, Sind Weihrauch, der ihn am meisten ergößt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, in dll Unglüd verwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen: Laß mein Beginnen andi mis Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, Laß mich auf deinen Geboten be stehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders Hand, Güter mund Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, das tilge ndort geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Be stehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen die tötlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig ge sund. 9. Gott, meine Krone, Vergieb und schone, Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Von deinen Augen sein ferne ge si wandt. Sonst, Herr, regiere mich, lente und führe, Wie dirs gefället: ich habe geſtellet Alles in deine Beliebung und loll Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Besondere Zeiten. Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, das weißt du alleine, Hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende Das nimmt ein Ende; Nach Meeresbrausen Und Windessausen Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille Darf ich erwarten im himmlischen Garten, Dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, † 1676. 371 528. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Die helle Sonn leucht jest herfür, Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir, Gott Lob, der uns in dieser Nacht Behütet vor des Teufels Macht. Und soll von Plagen allad 4. Laß unser Werk geraten wohl, Was ein jeder verrichten soll, Ich auch was tragen: Wohlan so mach es, wie dir es Daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nit. Hermann, † 1561. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt Vor Sünd und Schand durch deine Güt, Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß dir das Herz gehorsam leb, Dem Willen dein nicht widerstreb, Daß wir stets gehn auf deiner Bahn In allem, was wir fangen an. 529. Mel. O Traurigkeit. Die Nacht ist hin, Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Vor dem völlig weichen muß Finsternis und Plage. 2. Der Tag ist da, Das Licht ist nah, Das Dunkle zu vertreiben: Na 2 372 Besondere Zeiten. Vor dir, Jesu, schönstes Licht, Kann nichts dunkel bleiben. id 3. Der Sonne Licht Aufs neu anbricht: D unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Glanz Verliert sich ganz, Er muß dem größern weichen: Mit dir, Glanz der Herrlichkeit, Ist nichts zu vergleichen. 5. Der Sterne Pracht Muß mit der Nacht Vom Himmel Abschied nehmen: Unsers Morgensternes Pracht Darf sich niemals schämen. 6. Der Menschen Schar, Die wie tot war, s Greift jest zu ihren Werken: Laß mich, Herr, bei meinem Werk Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Der süßen Still Und Ruhe Urlaub geben: Jesu, deine stille Rub Sei des Geistes Leben. 8. Denn ich will auch Nach meinem Brauch Zu meinem Werke greifen; Aber laß aus deiner Ruh Nie mein Herze schweifen. 9. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre; Meinen ganzen Lebenslauf Deine Hand regiere. 10. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, Da diese fällt, nacht Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller siebenmal Tag und Sonne scheinen. 12. Ja dann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem verlieren; Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. Chat 13. Hallelujah! O wär ich da, Wo meine Sonne wohnet, Wo die Arbeit dieser Zeit Völlig wird belohnet. 14. Jesu mein, Gieb Licht und Schein In unsern dunkeln Zeiten, Führ uns aus der finstern Welt In die Ewigkeiten. 3. A. Freylinghauſen, † 1739. Darbe nello 530. Mel. Valet will ich dir geben. Die die Nacht ist nun vergangen, Der helle Tag bricht an, Die Sonn hat angefangen 3u laufen ihre Bahn: Mein Herz soll auch aufsteigen, Und alles, was ich bin, Sich zu der Erde neigen Aus demutsvollem Sinn. 2. Die Himmel all erzählen Des höchsten Gottes Ehr; Das Haus der frommen Seelen Und aller Engel Heer Weist uns durch soviel Sterne Die überschöne Bracht, Auf daß wir hier von ferne Dahin auch sein bedacht. 3. Mein Gott, laß mich verachten, Was irdisch, eitel iſt, Besondere Zeiten. Und nach dem Himmel trachten In dieser Lebensfrist: Laß mich den Tag hinbringen In der Gottseligkeit Und ritterlich durchdringen Zur ewgen Himmelsfreud. G. Ph. Harsdörffer, † 1658. 531. 1970901 Mel. Nun freut euch liebe Christen gmein. Ephes. 5. 14. Erhebe dich, o meine Seel, Die Finsternis vergehet, Der Herr erscheint in Israel, Sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, Daß er was Gutes in dir schaff, Indem er dich erleuchtet. 2. Jm Licht muß alles rege sein Und sich zur Arbeit wenden; dil Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht will es vollenden: So soll der Mensch in Gottes Licht Aufheben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, Den Herren zu erheben; Laßt uns, indem wir auferstehn, Beweisen, daß wir leben; Laßt uns in diesem Gnadenschein Nicht eine Stunde müßig sein: Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, Und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, Daß wir uns nicht betrügen; Gieb, daß wir greifen an das Werk, Gieb Gnade, Segen, Kraft und 20h bin Stärk Im Licht, das uns erleuchtet.a 373 5. Du zeigst, was zu verrichten sei Auf unsern Glaubenswegen; So hilf uns nun und steh uns bei, Verleihe deinen Segen, Daß das Geschäft von deiner Hand Vollführet werd in allem Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Jch flehe, Herr, mach mich bereit Zu dem, was dir gefällig, in ott Daß ich recht brauch der Gnadenzeit; So flehn wir auch einhellig, Die du geboren aus dem Geist, Die deinen Zorn du fürchten heißt, Nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke, Es sei die Demut meine Zier, Die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesen Grund Und öffnet beides, Herz und Mund, Dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, Daß ich stets gehe richtig, Erfreu mich durch dein Angesicht, Mach mich zum Guten tüchtig, Bis ich erreich die güldne Stadt, Die deine Hand gegründet hat Und ewiglich erleuchtet. P. Lackmann, † 1713. pitchin 532. Mel. Quem pastores. Früh am Morgen Jesus gehet Und vor allen Thüren stehet, Klopfet an, wo man geslehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, Thut ihm auf des Herzens Pforten 374 Besondere Zeiten. Und ruft ihn mit süßen Worten:| Und für meine Seele sorgen, d Eile, Jesu, kehre ein! Daß, wenn nun dein großer Tag 3ch davor erschrede nicht. Uns erscheint und dein Gericht, chala 3. Wollest täglich bei uns bleiben, Alle Feinde von uns treiben, Uns ins Buch des Lebens schreiben Und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, Daß wir deine Fülle schauen Und auf deinen Reichtum bauen, Mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen, Jesus wird heut mit uns gehen, Und wir werden fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. G. Stip, † 1882. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt" Und was drinnen ist, erhält: Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden iſt. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden 534. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Mel. Werde munter mein Gemüte. Vor Gefahr, Angst, Not und Gott, du Licht, das ewig bleibet, Schmerzen Das ohn allen Wechsel ist, Das die Finsternis vertreibet, Der du bleibest wie du bist; Ich verlasse meine Ruh; Rufe: werde Licht! mir zu, Daß ich, der ich Nacht und Erde, Durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, Auch die Seele geistig auf; Gieb ihr deines Geistes Waffen, Richt und leite ihren Lauf; Laß mich sein des Lichtes Kind, Hilf mir, da ich geistlich blind, Jeßt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hülf nnd Rat Ist für meine Missethat. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßer und mein Hort: Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. H. Albert,+ 1651. Besondere Zeiten. Jesu, daß ich wieder sehe Und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und ge= währe, Was die arme Seele stillt; Ach erneure und verkläre Stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, Der ein neues Leben schafft, Daß ich himmlisch auf der Erde Und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, Fördre mich in meiner Pflicht; Bleibe meiner Schwachheit Stärke, Meines Lebens Kraft und Licht; Laß mein Lebensziel allein Deines Namens Ehre sein; Hilf, daß ich stets wahre Liebe Gegen meine Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte Deiner höchsten Majeſtät, Wo vor deinem Angesichte Die verklärte Seele steht Heller als der Sonnenschein, Schön, unsterblich, engelrein; Laß sie sein mit dir vereinet, Wenn mein letter Tag erscheinet. Sal. Frand, † 1725. 535. are stund dail Ich dank dir schon durch deinen Sohn, D Gott, für deine Güte, Daß du mich hast in dieser Nacht So gnädiglich behütet. 2. Ich bitte dich aus Herzensgrund, Du wollest mir vergeben All meine Sünd, die dir ward kund An mir im ganzen Leben; 3. Und wollest mich auch diesen Tag 375 In deinem Schuß erhalten, Daß mir der Feind nicht schaden mag, Mit Gnaden ob mir walten. 4. Regier mich nach dem Willen dein, Laß mich in Sünd nicht fallen, Auf daß dir mög das Leben mein Und all mein Thun gefallen. 5. Denn ich befehl dir Seel und Leib Und alls in deine Hände; In meiner Angst, Herr, bei mir bleib, Mir deine Hülfe sende; 6. Auf daß der Fürste dieser Welt Kein Ursach an mir finde; Denn wo nicht deine Hand mich hält, Ist er mir zu geschwinde. 7. Hab ich doch allezeit gehört, Daß Menschenhülf verloren: So steh mir bei, du treuer Gott, 3um Helfer mir erforen. 8. Allein Gott in der Höh sei Preis Samt seinem eingen Sohne In Einigkeit des heilgen Geists, Der herrscht in's Himmels Throne. Leipzig 1586. 536. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, Lag ich und schlief im Frieden; Besondere Zeiten. 376 Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der 291910 91117 Welt, Und dein ist unser Leben, Du bist es, der es uns erhält Und mir jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig thue; do 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten bei: zustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergebn und ihrer Tugend freue; 19 Sout 12. Daß ich das Glück der Le nig benszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, † 1769. 537. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, Die Nacht vollendet ihren Lauf; Nun wachen alle meine Sorgen Auf einmal wieder mit mir auf; Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, Und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat, O Gott, von dessen Brot ich zehr, Wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Dein Auge siehet mich auf stehen, Regier mich auch in dieser Welt; Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, Mach alles so, wie dirs gefällt; Schleuß mich in deine Vorsicht ein, Dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sün den, Besondere Zeiten. Die aus der Nacht ich mit mir bring, Und laß mich vor dir Gnade finden; Erhöre, was ich bet und sing, Denn wo ich nur bei dir wohl steh, So acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, Denn ich bin selber mir nicht flug; Behüte mich vor Missethaten, Vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an Und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir Leib, Seel und Leben, Mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, Und laß den Himmel Segen geben, Wenn das thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, † 1715. 538. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei entstandner Morgenröte, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn. 377 4. Ach du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leib verklärt ersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Luft, die uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, † 1689. 539. Mel. Christus der ist mein Leben. Noch läßt der Herr mich leben, Erschall ihm, o mein Lied; Ich will ihn froh erheben, Der gnädig auf mich sieht. 2. Ich schaue freudig wieder Der Morgensonne Pracht Und falle betend nieder Vor ihm, der sie gemacht. 3. Du Herrscher aller Welten Nimmst dich auch meiner an, Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Dir will ich freudig singen, Mich deines Namens freun, Nach deiner Gnade ringen, Mein ganzes Herz dir weihn. 5. Dir hab ich mich ergeben, Ich freue mich in dir; Erfreuender als Leben Ist deine Gnade mir. 6. Sie führe mich auch heute Auf meines Heilands Pfad; Du, ewger Weiser, leite Mich selbst nach deinem Rat. Besondere Zeiten. 878 7. O höre, was ich flehe: Gieb mir ein weises Herz, Daß ich auf dich stets sehe In Freude wie in Schmerz. 8. Lehr mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen Beifall achten, Als allen Ruhm der Welt. 9. Bereit, den Lauf zu schließen, Bewährt durch Glück und Not Und ruhig im Gewissen, So finde mich der Tod. Chr. F. Neander, † 1802. 540. Mel. Herr Jefu Chrift dich zu uns wend. A heilige Dreifaltigkeit, O hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Und mich der Satan nicht verleg, Noch mich in Schand und Schaden seb. 3. Des Vaters Huld mich heut anblic, Des Sohnes Weisheit mich erquic, Des heilgen Geistes Glanz und Schein Erleucht des finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, Christ mein Erlöser, hilf rir frei, O Tröster wert, weich nicht von mir, Mein Herz mit werten Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich, Erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden auf mich richt. M. Böhm, † 1622. 541. Mel. Gott du frommer Gott. Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat sich, Herr, zu dir Verlangend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Mit ihr dich heut vermähle Sie sei dein Eigentum, In deiner Liebeskraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus, Du allerliebstes Leben. Uch wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich, So hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget: bsft Besondere Zeiten. Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget Jm güldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Reuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben. Laß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, Ja rede und gedenke; Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. 3. Lange, † 1744. 542. Licht, geboren aus dem Lichte, O Sonne der Gerechtigkeit, Du schicst uns wieder zu Gesichte Die angenehme Morgenzeit: Drum will sichs gehören, Dankbarlich zu ehren Solche deine Gunst; Gieb auch unsern Sinnen, Daß sie sehen können Deiner Liebe Brunst. 379 2. Laß deines Geistes Morgenröte In unsern dunkeln Herzen sein, Daß sie mit ihren Strahlen töte Der eitlen Werke falten Schein: Siehe, Herr, wir wanken; Thun und auch Gedanken Gehn auf falscher Bahn: Du wollst unserm Leben Deine Sonne geben, Daß es wandeln kann. 3. Verknüpfe mit des Friedens Bande Der armen Kirche schwache Schar. Nimm weg von unserm Vaterlande Verfolgung, Trübsal und Gefahr: Laß uns ruhig bleiben, Unsern Lauf zu treiben Diese kleine Zeit, Bis du uns wirst bringen, Wo man dir soll singen Lob in Ewigkeit. M. Opitz, † 1639. 543. ach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter.e 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangen hatten, Hast du, o Gott, gewehret, Daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Troß dem, der dich betrüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist ge schehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schuß hat mich erneuet. Besondere Zeiten. 380 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben: In Demut fall ich nieder Und bring Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, WING Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt: stingas Ernähre uns, die Kinder dein, Der du speist alle Vögelein. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste raten; Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum besten wende. schnouch) conclusion ou B. Tischlieder. dnje dur Indus 3. Gedenk nicht unsrer Miſſethat Und Sünd, die dich erzürnet hat; Laß scheinen dein Barmherzigkeit, Daß wir dich lobn in Ewigkeit. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. P. Gerhardt, † 1676. 544. 545. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Mel. O Jesu Chrift, meins Lebens Licht. Bescher uns, Herr, das täglich Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, Brot; Vor Teurung und vor Hungers: Behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. Die Speis laß unsre Nahrung sein; Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein Kann uns nicht gnug zum Leben helt fein: Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. Spi do! 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott; Hilf endlich auch aus aller Not: So preisen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Frankfurt 1561. 546. 4. Du unser lieber Vater bist, Weil Christus unser Bruder ist; Drum trauen wir allein auf Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Und wolln dich preisen ewiglich. Herr Gott, Bater im Himmelreich, Nit. Hermann, † 1561. Wir, deine Kinder allzugleich, Bitten dich jetzt aus Herzensgrund: Speise uns all zu dieser Stund. Besondere Zeiten. 2. Thu auf dein reiche milde Hand; Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Verleih uns Fried und Einigkeit; Bewahre uns vor teurer Zeit. 3. Damit wir leben seliglich, Dein Reich besigen ewiglich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ! Casp. Huberinus, † 1553. 547. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber teilest deine Gabenang Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet Und endlich auch die Frucht geneußt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begeußt, Des Himmels Tau, der Sonnenstrabl Sind deine Diener allzumal. 381 4. Und also wächst des Menschen Speiſe, Der Acker selbst wird ihm zum Brot; Es mehret sich vielfältger Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch keinmal vergeffen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal ſein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. C. Neumann, † 1715. 548. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Speis uns, o Gott, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jezo vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben: Bis wir endlich zu den Frommen, An die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, † 1647. 382 Besondere Zeiten. 549. Wir danken Gott für seine Gaben, Die wir von ihm empfangen haben; Wir bitten unsern lieben Herrn, C. Abendlieder. 550. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. dd Ach mein Jesu, sieh, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsternis sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete: Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Rauscht vorüber wie die Winde, Fleußt dahin, als wie ein Fluß Stürzet seinen Wasserguß. 4. Ach ich muß mich herzlich schämen: Er woll uns hinfort mehr beschern Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Uch lieber Gott, du wollst uns geben Nach dieser Zeit das ewge Leben. Königsberg 1589. Du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, O mein Herzensfreund, zu dir: Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer 551. Daß ich dich bei Tag und Nacht Christ, der du bist der helle Tag, Herzlich suchte, mein Erbarmer; Mancher Tag geht so dahin, Daß ich kalt und träge bin. Vor dir die Nacht nicht bleiben mag; Du leuchtest uns vom Vater her Und bist des Lichtes Prediger. 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen willt; Von dir sei mein Herz erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein Heiland, deine Güte Schüße mich in dieser Nacht, Halte du bei mir die Wacht, Deine Treue mich behüte. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. 2. 3 Schlicht, † 1723. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heut In dieser Nacht vorm bösen Feind Und laß uns in dir ruhen fein, Daß Leib und Seele sicher sein. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, So laß das Herz doch wacker sein; Halt über uns dein rechte Hand, Daß wir nicht falln in Sünd und Schand. Besondere Zeiten. 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, Erworben durch dein heilges Blut; Das war des ewgen Vaters Rat, Als er uns dir geschenket hat. 5. Befiehl dem Engel, daß er komm Und uns bewach, dein Eigentum; Gieb uns die lieben Wächter zu, Daß wir vorm Satan haben Ruh. 6. So schlafen wir im Namen dein, Dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, Wir loben dich in Ewigkeit. Mtkirchlich. Deutsch v. E. Alberus, † 1553. 552. Der er lieben Sonne Licht und Pracht Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh gemacht, Thu, Seel, was dir gebühret: Tritt an die Himmelsthür Und bring ein Lied herfür; Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Jhr hellen Sterne leuchtet wohl Und glänzt mit Licht und Strahlen, Ihr macht die Nacht des Glanzes voll: Doch noch zu tausend Malen Scheint heller in mein Herz Die ewge Himmelsferz, Mein Jesus, meiner Seele Rubm, Mein mein mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht Bei Menschen und bei Tieren, Doch Einer ist, der droben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spüren. 383 Es schlummert, Jesu, nicht Dein Aug, auf mich gericht; Drum soll mein Herz auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht das schlichte Lied, Das ich dir, Jesu, finge; In meinem Herzen ist kein Fried, Eh ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, Ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zur Ruhe gehn, Dir, Herr, ich mich befehle; Du wirst, mein Hüter, auf mich sehn Zum besten meiner Seele. Ich fürchte keine Not, Auch selber nicht den Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freuden wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen: So vielmal sich das Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Mög rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh 3hr müden Augen, schließt euch zu, und und Denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Chr. Scriver, † 1693. 384 bis 553. Besondere Zeitert. Sonntag Abend. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Der er Sabbat ist vergangen, Ich habe mein Verlangen Nach Herzenswunsch erfüllt: Gott hat mich unterweiset, Mit Lebensbrot geſpeiset Und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, Drum leg ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh; Denn allen Sündenschaden Deckt Jesus nun in Gnaden Mit seinem Burpurmantel zu. 3. D du dreieinig Wesen, Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen Und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht, Bis bei den Cherubinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alle Nacht zu Schanden macht. B. Schmold, † 1737. 554. Bulmel. O Traurigkeit. Der Tag ist hin: Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da: Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, Treib der Sünden Dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht Uns jetzt gebricht: O unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Finsternis zu mindern: Ach daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr Am blauen Himmel flimmert: Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken: Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Bei solcher Still Der süßen Ruhe pflegen: Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre, Sende deiner Engel Schar, Die mein Lager ziere. 9. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht Der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 11. Sallelujah, Si wär ich da, Da alles lieblich klinget, Da man ohne Unterlaß Heilig, heilig singet. Besondere Zeiten. fod 12. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, for Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. 3. A. Freylinghausen, † 1739. insch) 555. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen: Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; Der er Tag ist hin, mein Jeſu, bei Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; mir bleibe! D Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, Geh auf in mir, Glanz der Ge rechtigkeit, Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, Dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen Nach deinem Rat, ob ichs schon nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe wie es geh. 385 Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, Da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzentündiger, Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. Conn 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; things Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; 5. Jsraels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn Belial nach meiner Seele tracht. O Dich laß ich nicht, mein Fels, der Tag ist hin. 3. Neander, † 1680. 556. Mel. Der Tag ist hin, mein Jefu bei mir bleibe. Die Sonn hat sich mit ihrem Und, was sie soll, auf diesen Tag Glanz gewendet vollendet; Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu Und bringet, was da lebt und webt, zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, Daß du mich heut vor aller Not und Plage Durch deine Hand und hochgelobte Macht haft unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, Bb Besondere Zeiten. 386 Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; Laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein In Ewigkeit bei dir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, Indem ich mich der trüben Nacht vertraue, Und daß der Leib auf diesen schweren Tag Sich seiner Kraft fein sanft erhoby len mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen Mich vor der Macht der Finsternis bewahren, Auf daß ich vor der List und Ty: rannei Der argen Feind im Schlafe sicher fei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken Und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Daraus ich Licht im Tode nehmen kann. Dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Berlin 1648. Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den Dant, Den Lobgefang, Den ich dir findlich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, 557. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Für alle Güte sei gepreiſt, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; S Hast väterlich Mein Haus und mich Beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Ge schenk: Der Geist, mit dem ich dein ge dent, Ein ruhiges Gemüte; Was ich vermag Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht Mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen Mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, 558. Mel. Christ der du bist der helle Tag. Da du uns haft den großen Tag Gottlob, der Lag iſt nun dahin: Drum ich, mein Gott, dir dant: bar bin, Daß ich den Abend hab erlebt, Und deine Gnad noch ob mir schwebt. Vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Chr. F. Gellert, † 1769. 2. Ach Herr, sei gnädig, hab Geduld, Vergieb mir alle Sündenschuld; Dein heilger Engel mich bewahr Vor aller Angst, Not und Gefahr. Besondere Zeiten.. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund Aufwachen fröhlich und gesund, Daß ich hier deine Ehr ausbreit Und dich dort lob in Ewigkeit. 3. Olearius, † 1684. 559. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Her err, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich findlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir: Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen: Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens ſehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, † 1769. 387 560. Mel. Werde munter mein Gemülte. Herr, err, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin, Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin; Zeige mirs auch selber an, So ich was nicht recht gethan, Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches fin: den, Was dir nicht gefallen hat, Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That, Und zu jeder Tagesstund Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergieb mir alle Schuld; Deine große Vatertreu Werde diesen Abend neu, So will ich auch deinen Willen Künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei, Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh mir bei; Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. A) 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rat Und verhindere die That. Bb 2 Besondere Zeiten. 888 Wend auch alle andern Schrecken, Die der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Über seine Herde wacht: Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. C. Neumann, † 1715. 561. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den up and dist Tag Vor Not, ihr und mancher om strid buipm!! mi Plag Durch deine Engel hast behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, Das, Herr, verzeih uns gnädiglich Und rechn es unsrer Seel nicht zu; Laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach um uns be stell, Daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schreden, Angst und Feuers not Jisloig Behüte uns, o lieber Gott! Nit. Hermann, † 1561. 562. Mel. Jesu meine Freude. Hirte irte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Ulm und um bewahren. WRIDE 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekissen: is chall Drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tief geſchlagnen Wunden Gnädiglich entbunden. od dni 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein; Schleuß uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschleuß die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; Unter deine Flügel Besondere Zeiten. Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schuß und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind erschrecken. 5. Nun wohlan, ich thue e In vergnügter Ruhe Meine Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben, O du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht: Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. B. Schmold, † 1737. nigh 563. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Christ; Dich will ich lassen walten Und allezeit In Lieb und Leid Im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, Kein Ding auf Erd so fest besteht, Das muß ich frei bekennen; Drum soll nicht Tod, Nicht Angst, nicht not Von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht Und hält gewiß, was es verspricht, Im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab: ach schönste Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, Es will nun Abend werden; Laß doch dein Licht Auslöschen nicht Bei uns allhier auf Erden. 389 1597. 564. Mel. O Jesu Chrift, meins Lebens Licht. Nun un ist vollbracht auch dieser Tag, Mein Gott und Herr, dir Lob ich sag. Daß du durch deine große Güt Vor Sünd und Schanden mich behüt. 2. Was ich verbrochen hab an dir, Das wollst du, Herr, vergeben mir Laß deine groß Barmherzigkeit Über mich walten jederzeit. 3. Darauf, Herr, in die Hände mm dein Befehl ich Leib und Seele mein; Ich will nun thun mein Augen zu Und schlafen ein mit Fried und Ruh. 4. Dein heilger Engel mich be wach Vor's Teufels List und Ungemach; Durch Jesum Christ, Herr, bitt ich dich, Wollst mich behüten gnädiglich. 5. Verleih, daß ich frisch und gesund Aufsteh und mit erfreutem Mund Dein große Gnad und Gütigkeit Lob, ehr und rühm zu aller Zeit. Joh. Leon, † 1597 565. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Besondere Zeiten. 390€ Jhr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsfaal; Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit: Die zieh ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen ſei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr: Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. P. Gerhardt, † 1676. 566. Nun un sich der Tag geendet hat, Und feine Sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfft und schlummerst nicht, Ob uns die Finsternis umfaßt: Denn du bist selbst das Licht.nl 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser finstern Nacht Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an; Doch aber deines Sohnes Huld Hat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich muß vor Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein, Mein Gott wacht jest in meiner Rub: Wer wollte traurig sein? Besondere Zeiten. 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euren Lauf: Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette sein In diesem Jammerthal, So führ mich, Herr, in Himmel ein Zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, Du Herr Gott Zebaoth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Not. 3. F. Herzog, † 1699. ar 567. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Nun fich der Tag geendet, Mein Herz zu dir sich wendet Und danket inniglich; Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte, dis Erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schuß und Herze ein; Die fleischlichen Geschäfte Und alle finstern Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgiebest, Mich rufft zu dir hinein; Daß du vergnügst alleine So wesentlich und reine, Laß früh und spät mir wichtig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Bur großen Ewigkeit: O Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Tersteegen, † 1769. 391 568. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. jelges Licht, Dreifaltigkeit, Du hochgelobte Einigkeit, Die Sonne weicht mit ihrem Schein, Geuß dein Licht in das Herz hinein. 2. Des Morgens, Herr, dich rüh men wir, Am Abend beten wir zu dir Und preisen deine Herrlichkeit Von nun an bis in Ewigkeit. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron Und Jesus Christ, sein einger Sohn, Mit samt dem werten heilgen Geist Sei nun und immerdar gepreist. Altkirchlich. Deutsch von 3. v. Bunsen, † 1860. 569. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Treuer Jesu, wache du, Weil ich jezund will einschlafen; Gönn mir und den Meinen Ruh, Bleib, o Hirte, bei den Schafen; Schließ die Thüre selbsten zu, Treuster Jesu, wache du. 2. Treuer Jesu, weiche nicht; Sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, Das oft mit der Nacht einbricht, Uns voll Ach und Weh erwecken: Bleib bei uns mit deinem Licht, Treuster Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, Daß in uns der Geist und Glaube, Wenn wir schlafen, wacker sei, 392 Besondere Zeiten. Und der Feind uns ihn nicht raube;| Da kannst du allein erretten, Deine Hülfe mach uns frei, Etrafe nicht mein Übertreten. Treuster Jesu, steh uns bei. 4. Treuer Jesu, sorge du, Wenn es einmal kommt zum Sterben; Bring mich dann zu deiner Ruh, Mache mich zum Himmelserben; Schließ mir selbst die Augen zu, Treuster Jesu, hilf mir du. 5. Treuer Jesu, nimm zu dir Endlich mich und all die Meinen, Wenn der Tag nun bricht herfür, Da du selber wirst erscheinen; Führ uns durch des Himmels Thür, Liebster Jesu, ein zu dir. Peipzig 1697. 570. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinne, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch die Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Alle Sünd und Missethat, Die mein armes Herz beladen Und so gar vergiftet hat, Daß auch Satan durch sein Spiel Mich zur Hölle stürzen will; 4. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein, Hat uns doch dein Sohn verglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer, als die Sünde, Die ich stets in mir befinde. 5. O du Licht der frommen Seelen, du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel hier, Decke mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 6. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh, Alles Übel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sein in deinen Schuß geschlossen. 7. Ach bewahre mich vor Schrecken, Schüße mich vor Überfall, Laß mich Krankheit nicht aufweden, Treibe weg des Krieges Schall; Wende Feur und Wassersnot, Bestilenz und schnellen Tod; Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Seel und Leib verderben. 8. D du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schuß und Rat; Und mein Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Joh. Nist, † 1667. Besondere Zeiten. 571. Wo willst du hint, weils Abend ist, Mein lieber Pilgrim, Jesu Christ? Ei bleib doch hier und rast in mir; Ich laß dich nicht, du ewges Licht, Ich schrei dir nach mit tausend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, Ich will dir Herberg geben. 2. Die Sonne hat sich schon ge senkt, Die Nacht ist da, die mich bedrängt: Komm doch herein, mein Freuden: schein, Zünd an mein Herz wie eine Kerz, Erleucht es ganz mit deinem Glanz, Daß ich dich mög erkennen Ind durch und durch entbrennen. D. Wochenanfang 572. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ein neuer Tag, ein neues Leben Geht mit der neuen Woche an: Gott will mir heut aufs neue geben, Was mir sonst niemand geben o and fann; Denn hätt ich seine Gnade nicht, Wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 393 3. Wann du bei mir bleibst, werter Gaſt, 2. Jch grüße diesen lieben Morgen Und füsse Gottes Vaterhand, Die diese Nacht so manche Sorgen In Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine Seele Und giebt sich selbst zum Opfer hin; So werd ich ledig meiner Last; Du bringst mir Brot in Hungersnot, Du treibest weit die Eitelkeit: Du zeigst mir an die rechte Bahn Du machst, daß meine Sinnen Die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster Freund, Bis daß die Sonne wieder scheint. Hab nur Geduld und sei mir hold; Du kannst nicht fort aus diesem Ort; Mein Herze wacht, hat deiner acht, Ich will dich fest umfassen Und nicht entweichen lassen. 3. Scheffler, † 1677. und Wochenschluß. Doch weil ich noch in dieser Höhle Mit Not und Tod umgeben bin, So weich auch heute nicht von mir, Denn meine Hülfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche Soll nur in deinem Namen blühn: Ach laß mich nicht am Sünden: joche Mit meinem Fleisch und Blute ziehn; Gieb deinen Geist, der mich regiert Und nur nach deinem Willen führt. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, So laß es doch gesegnet sein, Das richte mir zum beſten ein. Und was du sonsten zugemessen, Ich bitt um keinen Überfluß, Nur was ich nötig haben muß. Besondere Zeiten. 394 6. So thue nun, mein Gott, das Deine Und laß mich auch das Meine thun: Behüte beide, Groß und Kleine, Daß sie auf deiner Huld beruhn, Und daß ein jedes diesen Tag Mit dir vergnügt beschließen mag. B. Schmold, † 1737. 573. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. So ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich sein Segensquell ergossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, Ich lobe dich, so hoch ich kann, Ich rühme dich von Herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen Das liebe Kreuz auch mit besucht, So gabst du auch die Kraft, zu tragen; Zudem, es ist voll Heil und Frucht In deiner Liebe gegen mich, Und dafür dank ich inniglich. 4. Nur Eines bitt ich über alles, Ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sündenfalles Und geh nicht mit mir ins Ge richt, Weil Jesus meine Missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daß er, wenn ihm die Sünde leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh zurüdelegen, Da der Trost mich erquicken muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen, Vielleicht am Ziele meiner Zeit. Du hast die Stunde schon be ſtimmt, Die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Wenn aber morgen ich aufs neue Den Sonntag wiedersehen kann, So blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; Ach ja, da teilt dein Wort und Haus Den allerbesten Segen aus. E. Neumeister, † 1756. 574. Corator Besondere Zeiten. E. Jahreszeiten. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. Des es Jahres schöner Schmuck entweicht, Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ewgen Licht Des Herzens Opfer steigen. 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, Wir greifen zu, wir holen ein, Wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß An deiner Liebe Ruhm und Preis Mit Herzensfreude legen. 3. Der Weinstock giebt die süße Rost, Aus voller Kelter fließt der Most, Die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, Laß deine Reben durch dein Blut Sich freudiglich erneuen. 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, Das ist nun alles heimgebracht, Hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, O Seele, was dein Herr dir beut Für deine Kreuzesstunden. 5. Denn wie die Felder öde stehn, Die Nebel kalt darüber wehn, Und Reif entfärbt die Matten, So endet alle Lust der Welt, 395 Des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, Schnell wachsen seine Schatten. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht: Der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, Hilf, wenn des Lebens rauher Sturm Uns will zu Boden schmettern. 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub Und mischt sich wieder mit dem Staub, Von dannen es gekommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert: Du mußt hinunter in die Erd, Davon du bist genommen. 8. Doch wie der Landmann seine Saat Ausstreuet, eh der Winter naht, Um künftig Frucht zu sehen: So, treuer Vater, deckest du Auch unsern Leib mit Erde zu, Daß er soll auferstehen. 9. Indes wie über Land und Meer Der Störche Zug, der Schwalben Heer Der Sonn entgegenstreben, So laß zu dir die Seele fliehn, 3u deinem Paradiese ziehn, An deiner Sonne leben. V. v. Strauß, 1809. * 396 Besondere Zeiten. 575. Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben; Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan Die ziehen sich viel schöner an, Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleucht aus seiner amemten e Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt 1501 sein Haus, Das Schwälblein speist die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und flingen ganz vom Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar Fleugt hin und her, sucht hier und dar Ihr edle Honigspeiſe. Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Ge walt; Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen; Ich finge mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. bift 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön Und läßt dus uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem festen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden! 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird dort in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm Ihr Hallelujah fingen! 11. O wär ich da! ach stünd ich schon, und trüge meine Palmen! O süßer Gott, vor deinem Thron So wollt ich nach der Engel Weis Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen. P. Gerhartt 1676. Besondere Zeiten. F. Ernte- und Wetterlieder. 576. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Ach Herre, du gerechter Gott, Wir habens wohl verdienet Mit unsrer Sünd und Missethat, Daß unser Feld nicht grünet, Daß Vieh und Menschen traurig sein. Wenn du zuschleußt den Himmel dein, So müssen sie verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, Die wollst du uns verzeihen: All unsre Hoffnung steht zu dir, Trost wollst du uns verleihen; Gieb Regen und den Segen dein Um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster. 3. Gedenk, o Herr, an deinen Bund Um deines Namens willen, Wir bitten dich von Herzens Grund, Eil, unsre Not zu stillen Vom Himmel mit dem Regen dein; Denn dein der Himmel ist allein, Ohn dich kann er nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, Daß er sollt Regen senden; Den Himmel hast du ausgespannt, du ausgeſpannt, Regierst an allen Enden: Allmächtig ist der Name dein, Du kannst es alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster. dlat 159 Greifswald 1592. 577. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Die Ernt ist nun zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerten, Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn unsre Bitte Gethan, was uns gefällt, Die immer noch geschont, Ob wir gleich gottlos leben, Daß jeder sicher wohnt. Die Fried und Ruh gegeben, 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Thun verderbt, Den wir auf guten Wegen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüte Nach Würden rühmen kann. Uns Sünder zu erfreun, 4. Er hat sein Herz geneiget, Genugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein; Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 397 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Besondere Zeiten. 398 Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not; Gieb friedenvolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Und auch an unserm Ort Dies gute Samkörnlein Viel reiche Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Lebens hast geschenket, Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Baterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. G. Tollmann, † 1766. 578. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Dank und dolid Ruhm; Deni Denn alles, was wir sind und haben, Ist ja dein Werk und Eigentum; Mein Lobgesang steigt auf zu dir, O neige, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar, Du zeigest deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr, Der kleinste Halm ruft laut uns zu, Daß niemand mächtig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Väter Weise, Erhältst die Werke deiner Hand, Giebst allem, was da lebt, die Speise, Beschirmst und segnest jedes Land; Du liebest unveränderlich, Der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte Und deiner Weisheit ist er voll: Herr, unterweise mein Gemüte, Wie ich dich würdig loben soll. Dir dankt nur wahrhaft, wer dich liebt, Dich, der uns so viel Gutes giebt. 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen Auf Hoffnung in das Land gestreut, Du schirmst, Allmächtiger, den Samen, Dein ist der Erde Fruchtbarkeit; Du giebst allein zur Arbeit Kraft, Du bists, der das Gedeihen schafft. 6. Mild öffnest du den Schoß der Erde, Du tränkst die Flur von oben her, Giebst, daß die Saat erquicket werde, und machst die Ühre segenschwer; Du träufelst mit dem fühlen Tau Die Fruchtbarkeit auf Feld und Au. Besondere Zeiten. 7. Kommt, preist des Schöpfers| Mit milder Vaterhand Gieb Wärme, Tau und Regen; Dann kehret reicher Segen Zurück in unser Land. Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar: Groß ist der Herr, und seine Werke Sind herrlich, groß und wunderbar. Wie köstlich ist sein Lob, wie schön! Kommt, laßt uns seinen Ruhm erhöhn! E. Liebich, † 1780. 579. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Pf. 33, 18. 19. Du reicher Trost der Armen, D Herc der ganzen Welt, Du Vater voll Erbarmen, Der alles trägt und hält, Du, Gott, erhörst Gebet; Erhöre, was im Staube Vertrauensvoll der Glaube Von dir in Not erfleht. 2. Sonst zeigte jeden Morgen Dein Segen sich uns neu; O mach auch jetzt von Sorgen Die bangen Herzen frei. Zu helfen ist dir leicht; Du kannst dem Mangel wehren, In Überfluß ihn kehren, Wenns uns unmöglich deucht. 3. Den Reichen gieb Erbarmen Bei der Bedrängten Schmerz, Und zu erfreun die Armen Sei Freude für ihr Herz; Damit sie mild ihr Brot Den dürftgen Brüdern brechen, Und diese dankbar sprechen: Euch lohn und segne Gott. 4. Die Früchte laß geraten, Uns wieder zu erfreun, Und allen unsern Saaten Gieb Wachstum und Gedeihn. 5. Allgütiger, wir hoffen Auf dich und deine Treu. Oft hat uns Not betroffen, Doch standest du uns bei. Du hilfft und retteſt gern: So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm Gott und Herrn. Nach Ph. Fr. Hiller, † 1769. 580. Mel. Auf meinen lieben Gott. 399 Ein Wetter steiget auf: Mein Herz, zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße Durch wahre Reu und Buße, Damit gleich deine Sünden Durch Christi Tod entschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, Zu dir ich gläubig komm, Ich bitt um dein Erbarmen, Du wollest doch mich Armen Um Christi willen schonen, Mir nicht nach Sünden lohnen. 3. Durch Christi teures Blut Mach mir ein Herz und Mut, Das sich nicht tnechtisch scheue, Vielmehr auf deine Treue In allem findlich traue Und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, Dir ganz gelassen sein; Dein Flügel wird uns decken, Verjagen allen Schrecken Und lassen uns aus Gnaden Das Wetter gar nicht schaden. 400 5. Wohlan, verlaß uns nicht, Bleib unsre Zuversicht, Laß deine Vatertreue Erfahren uns aufs neue, So wolln wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. Besondere Zeiten. Ämilie Juliane v. SchwarzburgRudolstadt, † 1706. 581. Mel. du Liebe meiner Liebe. Ce dis Herr, die Erde ist gesegnet Von dem Wohlthun deiner Hand. Güt und Milde hat geregnet, Dein Geschenk bedeckt das Land. Über Flur und Feld und Garten Ist dein Segen ausgestreut, Und gekrönt ist unser Warten, Unsre Herzen sind erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, Daß du Speise giebst von oben Und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt, Deine Hülfe, Gab und Spende Machet alle froh und satt. upora 3. Gnädig hast du ausgegossen Deines Überflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, Und das Gut steht unversehret, Und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte Nicht verdient, die du gethan; Unser Wissen und Gemüte Klagt uns vieler Sünden an. Gieb, daß Herz uns und Gemüte Deine Vatertreue rührt, Daß der Reichtum deiner Güte Unser Herz zur Buße führt. ond 5. Hilf, daß wir das Gut der Erden Treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gotteswort. Was wir wirken und vollenden, Sei gesät in deinen Schoß; Wenn du wirst die Sichel senden, Sei die Ernte reich und groß. Ch. H. R. Puchta, † 1858. 582. Mel. Lobet den Herren alle die ihn ehren. Herr, unser Herrscher, dankbar sei gepriesen! Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen; Wir baten dich, o Vater reich an Segen, Um milden Regen. 2. Er fällt herab, damit auf dei ner Erde, Was welkt und lechzt, durch ihn erquicket werde: Du willst, daß unsre hoffnungsvollen Saaten Uns wohlgeraten. 3. So weit nur, Höchster, deine Himmel reichen, Sehn wir verbreitet deiner Liebe Zeichen; Laß jetzt dein Wohlthun, das wir deutlich spüren, Uns fräftig rühren; 4. Daß auch das Herz, erweicht, dir Ehre bringe, Und freudig unser Mund dir Psalmen singe. Gieb Kraft, daß wir in alle Ewigteiten Dein Lob verbreiten. Nach G. W. Sacer, † 1699. Besondere Zeitert. 583. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. Pf. 65, 10-14. Nun laßt den Herrn uns preisen Für alle Lieb und milde That; Laßt uns ihm Dank erweisen Für seiner Gnade treuen Rat: Er hat uns Frucht gegeben Gar fröhlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, Was wir gefäet aus, Und nach viel Fleiß und Mühen Auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erkennen, Was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte nicht ihn nennen Das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, Nichts, der da sammelt ein: Der Wind des Herren wehet, Es glänzt sein Sonnenschein, Er sendet seinen Regen Und macht uns freudenvoll; An ihm nur ists gelegen, Wenn Gutes kommen soll. 3. Wann er denn nun gespendet Den Segen über Land und Stadt, Wann Frieden er gesendet, Daß friedlich man geerntet hat, Dann sollen wir ihn preisen, Der in dem Himmel sist Und auf viel tausend Weisen Uns Sünder nährt und schüßt; Dann sollen wir ihm danken Mit Herz, mit Hand und Mund, Mit Werken und nicht wanfen Von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun geschehe, Das wollst du helfen, treuer Gott! Gieb ferner aus der Höhe 401 Uns Segen, Licht und täglich Brot. Laß Lebensbrot genießen Ein jedes Christenhaus, Laß Lebenswasser fließenstr Auf unsre Herzen aus; at all Daß wir nicht blos auf Erden An Früchten werden reich, Nein, dort auch Bürger werden In deinem Himmelreich. Jof. Wegelin, † 1640. 584. Nun preiset alle Lob ihn mit Schalle, Gottes Barmherzigkeit, o Werteste Christenheit! 15502 nd n Er läßt dich freundlich zu sich laden, :,: Freue dich, Israel, seiner Gnaden. S 2. Der Herr regieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, si? :: Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein! Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein: Da läßt er uns sein Wort ver= künden, :,: Machet uns ledig von allen Sünden.:,: Reichlich und überall, 4. Er giebet Speise Nach Vaterweise Sättigt er allzumal; Er schaffet früh und spaten Regen, :,: Füllet uns alle mit seinem Sede gen. Cc Die letzten Dinge. 402 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit, mads 2 Sein Lob vermehre, Werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, :,: Freue dich, Israel, seiner Gnaden.:,: M. A. v. Löwenstern, † 1648. 585. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. D Gott, der du das Firmament Mit Wolken thust bedecken, Der du ingleichen fannst behend Das Sonnenlicht erwecken, Halt doch mit vielem Regen ein Und gieb uns wieder Sonnenschein, Daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, Die Früchte leiden Schaden, Weil sie von vieler Feuchtigkeit Und Nässe sind beladen; Dein Segen, Herr, den du gezeigt Uns Armen, sich zur Erde neigt Und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat Und ganz verkehrtes Leben, So deinen Zorn entzündet hat, Daß wir in Nöten schweben. Du zeigest uns, was wir gesollt: Weil wir die Buße nicht gewollt, So muß der Himmel weinen. 4. Doch denke, Herr, an deine Treu, Die du uns hast versprochen, Und wohne uns in Gnaden bei, Wie wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit Dein Herz und sanfte Freundlich: Du bist ja unser Vater. keit: 5. Gieb uns von deinem Himmels faal Dein klares Licht und Sonne Und laß uns wieder überall Empfinden Freud und Wonne, Daß alle Welt erkenne frei, Daß außer dir kein Segen sei Im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, † 1673. XXIV. Die letzten Dinge. A. Tod und Begräbnis. Und bald wiederum vergehet, So ist unser Leben, sehet! Sterbensbereitschaft, 586. Bred. Sal. 1. 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Wie ein Strom beginnt zu rinnen Ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet Und mit Laufen nicht hält innen, So eilt unfre Zeit von hinnen. Die letten Dinge. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig| Denn in meines Jesu Wunden Ist der Menschen Freude! Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. G Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, So sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, Wenn ein rauhes Lüftlein wehet, So ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Schäße! Es kann Glut und Flut entstehen, Dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu Grunde gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen Ist gleich wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen: Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. M. Frand, † 1667. 587. Alle Menschen müssen ſterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu; Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; 403 3. Jesus ist für mich gestorben. Und sein Tod ist mein Gewinn, Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das FreudenDa viel tausend Seelen schon leben, Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. Die Propheten allzumal, 5. Da die Patriarchen wohnen, Wo auf ihren Ehrenthronen Siget der zwölf Boten Zahl, Alle Frommen hingefahren, Wo in so viel tausend Jahren Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Ewig Hallelujah tönt.. 6. D Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne: Jeho gehet auf die Sonne, Jego gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Jego werd ich schön geschmüdet mit dem weißen Himmelskleid, Mit der goldnen Ehrenkrone Sc 2 Die letten Dinge. 404 Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, don Die kein Ende nehmen kann. 3. G. Albinus, † 1679. 588. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweggestorben sein; Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht; Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht; Kein Mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, part Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzenschreien; Ach Sünder, hüte dich! sio 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Noch währt die Gnadenzeit, Daß ja dich nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Damit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt: Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jeſu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Braunschweig 1686 589. Christus der ist mein Leben, Und Sterben mein Gewinn; Dem hab ich mich ergeben, Mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht, 6. Alsdann fein sanft und stille Laß, Herr, mich schlafen ein Nach deinem Rat und Willen, Wann kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben Mich bleiben alle Zeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne Sing ich Lob, Ehr und Preis Dem Vater und dem Sohne Und dem heiligen Geist. 1609. Die letzten Dinge. JHDR HTS 590. Mel. Herzlich thut mich verlangen. telin Die ie auf der Erde wallen, Die Sterblichen sind Staub, Sie blühen auf und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft, Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit Angst und Zittern nahn, Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Vor dir, Gott, seinem Retter, Erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben, Und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf dem in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbst mit dem Tode rangst; Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich faßt, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöset haſt. 5. Des Himmels Wonn und Freuden Ermißt fein sterblich Herz; O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 405 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weihn Und aufgelöft zu werden Mit heilger Furcht sich freun. Bereit, es Gott zu geben, Sobald er es gebeut, Gehn sie getrost durchs Leben Hin zur Unsterblichkeit. G. B. Funt, † 1814. 591. Mel. Nun ruhen alle Wälder, d Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche werden, Nicht Fels, nicht Erz bestehn. Das, was uns kann ergößen, Was wir für ewig schäßen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen, Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was wir hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen, Und saurer Schweiß erwirbt; Was Menschen hier besigen, Kann für den Tod nicht nüßen: Dies alles stirbt uns, wenn man ſtirbt. 5. Wie eine Rose blühet, Wenn man die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die letzten Dinge. 406 Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Verwelkt und unversehns zerfällt: 6. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erde sagen gute Nacht. 8. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein; Was du zuvor genossen, Ist wie ein Strom verflossen; Was fünftig, wessen wird es sein? 9. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre Und nimm den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig selig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn der Starke selbst erhält. A. Gryphins, † 1664. 592. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Du siehest, Mensch, wie fort und fort Der eine hier, der andre dort Uns gute Nacht muß geben; Der Tod hält keinen andern Lauf, Er sagt zuleßt die Wohnung auf Uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit Und fleuch den Schlaf der Sicher: beit Und bleibe stündlich wacker; Denn wiß, es bleibet dabei nicht, Daß man dich hin aus diesem Licht Trägt auf den Gottesacker. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn Und alle vor Gerichte stehn, Das Christus selbst wird hegen, Wenn auf der Engel Feldgeschrei Die Glut das große Weltgebäu Wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Vergeltung werden zugeſtellt; Die Sünder sollen büßen Und sich ohn allen Trug und Schein Selbst Kläger und auch Richter sein, Verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, fällt mir dies Urteil ein, So dringt es mir durch Mark und Bein, Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, Ihr Berg und was sich stürzen kann, Fallt her, mich zu bedecken. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, Ach laß dein strenges Zorngericht, Ach laß es mir nicht schaden! Gedenke mein an jenem Tag, Damit ich freudig hören mag Den süßen Spruch der Gnaden. Die letzten Dinge. Sinn, Und weil ich noch bei Kräften bin, 7. Gieb, daß ich mich bei gutem In die Erde nieder; Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder. H. Albert, † 1651. Zu sterben fertig halte Und nicht in schnöder Sündenlust, Herr, deines Heiles unbewußt Zum ewgen Tod erfalte. S. Dach, † 1659. 593. Mel. Christus der uns selig macht. Einen guten Kampf hab ich Auf der Welt gekämpfet; Denn Gott hat so gnädiglich Meine Not gedämpfet, Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir volle Freude trägt Vor des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Meinen Gott von Angesicht Meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden bösen Welt Jämmerliches Leben Mir nun länger nicht gefällt, Trum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jest in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 407 d3u 3ions Geistern hin; Lös auf das Band, das allgemach schon reißt, 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, Jhr, o meine Lieben! nd Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen Schritt, den ich nun thu 594. Es ist genug! so nimm, Herr, meinen Geist Befreie meinen Sinn, Der sich nach seinem Gotte sehnet, Der täglich klagt und nächtlich thränet: :,: Es ist genug.:,: 2. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart iſt trd diese Last! Ich schwemme manche Nacht Mein hartes Lager ganz mit Zährradag 18 ondoren; Ach Herr, wie lange soll es währen? :,: Es ist genug.:,: 3. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, Er tennet ja mein Herz; Ich harre sein und halt indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Der in der siechen Brust mir naget, Verscheucht und endlich zu mir faget: :: Es ist genug.:,: 4. Es ist genug; Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt: nun gute Nacht, o Welt! 408 Ich fahr in's Himmels Haus; Ich fahre sicher hin in Frieden, Mein großer Jammer bleibt hienieden. Die letzten Dinge. :,: Es ist genug.:,: F. 3. Burmeister, † 1688. 595. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid Sollst du fahren in die Freud, Die fein Ohr je hat gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich ge= rufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünscht, mein Leben Hin in Gottes Händ zu geben. Con 3. Denn gleichwie die Rosen stehen Unter spizen Dornen gar, Also auch die Christen gehen Durch viel Angst, Not und Gefahr. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind, Also ist allhier auf Erden Unfre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und date Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut; Wir sind voller Angst und Plag, Reich an Kreuz sind unsre Tag; Gleich wann wir geboren werden, Findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wann die Morgenröt aufgehet, Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umfähet, Müh sich findt an allen End. Unsre Thränen sind das Brot, So wir essen früh und spät; Wenn die Sonn aufhört zu scheinen, Hört doch nicht auf Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Mor: gensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei du jetzt von mir nicht ferne, Weil dein Blut mich hat erlöst; Mög von hinnen fahren heut; Hilf, daß ich mit Fried und Freud Ach sei du mein Licht und Straße, Mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Ob mir schon die Augen brechen, Und mir das Gehör verschwindt, Meine Zung nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; Du wirst mich in Gnad regieren, Mich die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren, Ohn Aufhören triumphieren. Freiberg 1620. Die letzten Dinge. 409 596. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehDaß ich aus dem Irrtum will, men, Mel. Jesus meine Zuversicht. Geht nun hin und grabt mein Aus den Schatten, aus den ScheGrab, Denn ich bin des Wanderns müde; Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Irdsche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. alla dis 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden: Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum legte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde; Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eitlen Schein: Droben nur kann ewig sein. men, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland, hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein frommes Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt: Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, † 1860. 597. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Herr err Gott, du kennest meine Tage, Du weißt, daß ich, dein schwa: ches Kind, Den Schaß in solchen Schalen trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum mache du mich allezeit Zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntnis streben, Daß du mir hast das Ziel be stimmt, Und daß mein ungewisses Leben Vielleicht gar bald ein Ende nimmt, Ja lehre du mich deinen Schluß, Daß ich einmal von hinnen muß. Die letzten Dinge. 410 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mich von der Sünde abzuziehn, Mich von der Weltlust zu entfernen Und um den Himmel zu bemühn: Ein selges Ende erst beweist, Was Christentum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Woh105 bunung trachten, Allwo ich ewig bleiben kann, Drum lehr mich auf den Himmel 598. Mel. Vater unser im Himmelreich. achten, Herr Jesu Christ, wahr Menſch und Gott, Der du littst Marter, Angst und Spott, Den Christus mir hat aufgethan; So wird mein Haus hier auf der Welt Und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, Dort ist der Seele Erb und Teil; Bei Christo ist mir aufgehoben Der Freuden Fülle, ewges Heil; Mir ist das Eitle viel zu schlecht, Im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan so will ich täglich sterben Und leben so, als lebt ich nicht, Und also kann ich nicht verderben, Wenn gleich mein Aug im Tode bricht; Mein Tod ist süß, ich sterbe dir, Denn du, mein Heiland, lebst in mir. 8. So kommt, ihr lang erſehnten Komm, eile, mein Erlösungstag, Da ich, von aller Not entbunden, Zum Leben sterbend dringen mag; Da find ich in des Höchsten Hand Mein Eden und mein Vaterland. L. R. v. Senfft zu Bilfach, † 1718. 7. Laß dich, mich und die Welt erkennen: Dich, daß du mir mein Alles bist, Mich, daß ich Staub und nichts zu nennen, Die Welt, daß sie mein Kerker ist. Wer dich, sich und die Welt erkennt, Der macht ein richtig Testament. Zuletzt für mich am Kreuze starbst Und mir des Vaters Huld erbewarbſt: Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergeht all mein Gesicht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst mein Herz zerbricht, D# 70 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt, Und Menschenhülfe all zerrinnt: So komm, Herr Christe, mir be nid hend Zu Hülf an meinem letzten End Und führ mich aus dem Jammerthal, Verkürze mir des Todes Qual; 4. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib, Die letzten Dinge. Bis sich die Seel vom Leib abwendt. Nimm sie dann, Herr, in deine Händ; Der Leib hab in der Erde Ruh, Bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, Dann im Gericht mein Fürsprech fei Und meiner Sünd nicht mehr gedent, Aus Gnaden mir das Leben schenk, Wie du hast zugesaget mir In deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, Wer mein Wort hält und gläubt an mich, Der wird nicht kommen ins Gericht Und den Tod ewig schmecken nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten drum er gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand Jhn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei: Auch unser Glaub stets wacker sei, Dem Wort zu trauen festiglich, Bis wir entschlafen seliglich. P. Eber, † 1569. 599. Mel. Gottes Sohn ist kommen. H err, nun laß in Friede Lebenssatt und müde Deinen Diener fahren Zu den Himmelsscharen, Selig und im stillen, Doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben; Christus mich geleitet, Welchen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns seht in Freuden. 3. Hier hab ich geſtritten, Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, Manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten Treulich mit den Alten. 4. Thränen mußt ich lassen, Weinen ohne Maßen, Schwere Gänge laufen Mit der Christen Haufen, Über Sünde flagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen. Es soll besser werden, Als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, Ledig sein von Sünden Und auf allen Seiten Nicht mehr dürfen streiten; Mich soll ganz umgeben Himmlisch Freudenleben. 411 7. Nun ist beigeleget, Wo man Scepter träget, Eine schöne Krone 412 Mir zum Gnadenlohne, Und ich bin in Frieden, Mir ist Ruh beschieden. 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer, Da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken Will er mich erwecken. Die letzten Dinge. 9. Dieser Leib soll gehen Und in Klarheit stehen, Wenn die Toten werden Aufstchn von der Erden. Christum werd ich schauen, Darauf kann ich trauen. 10. Jhm will ich lobsingen, Dank und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Mit Seel und Gemüte, Preisen seinen Namen Ohn Aufhören. Amen. D. Behme, † 1657. 600. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Herr, err, wenn du willst und dir gefällt, Daß ich soll scheiden aus der Welt, So gieb du meinem Herzen ein, Daß ich mich willig geb darein. 2. Gern sterben, o Herr Jesu Christ, Das kommt von dir, dein Gab es ist: Der stirbt willig, wer glaubt an dich, Er sieht den Tod nicht ewiglich. 3. Weil ich aber ein armes Werk, In festem Glauben du mich stärk, Daß ich vorm Tod verzage nicht, Wenn er sein Pfeile auf mich richt, 4. Sondern halt mich allein an dich, Der du gestorben bist für mich, Mein Sünd gebüßt mit deinem Blut Und auferstanden mir zu gut. 5. So sterb ich nicht, ich schlaf nur ein Und werd los alles Unglücks mein, Ein altes Kleid leg ich hie ab, Nichts Beßres, denn mit ihm zu Grab! 6. Gesund und frisch will ich auf stehn, Am jüngsten Tag dich fröhlich sehn In Klarheit und Gerechtigkeit, Lobsagen dir in Ewigkeit. 3. Leon, † 1597. 601. Herzlich thut mich verlangen Nach einem selgen End, Weil ich hie bin umfangen Mit Trübsal und Elend: Ich hab Lust, abzuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ewgen Freuden: Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünde, Tod und Höll; Es hat dein Blut gekoſtet, Drauf ich mein Hoffnung stell. Was sollte mir denn grauen Vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich darf bauen, Bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich ist süß das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, Zu sterben willig dir. Ich weiß, ein besser Leben Nimmt meine Seele hin; Die letzten Dinge. Des freu ich mich ohn Beben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib, der in der Erden Zum Staube wiederkehrt, Doch auferweckt soll werden, Durch Christum schön verklärt, Zu leuchten als die Sonne Und leben ohne Not In Himmels Freud und Wonne: Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reize, Noch lang zu leben hier, Und mir auch immer zeige Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, Das alles ich nicht achte, Es währet kurze Zeit; Nach Himmlischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Gott geb euch seinen Segen, Ihr Vielgeliebten mein, Ihr sollet meinetwegen Nicht allzu traurig sein; Beständig bleibt im Glauben, Wir werdn in kurzer Zeit Einander wieder schauen 413 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ, Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, Halt mich in deiner Macht, Daß ich mag fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Knoll,+ 1621. 602. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Erbarm dich mein, du treuer Gott; Ich bin ja doch dein liebes Kind Trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr; Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, Du mein Gott und Erlöser biſt. 3. Des kann ich mich von Herzen freun, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich ganz auf deinen Namn; Hilf, Helfer, hilf! drauf sprech ich Amn. Nach N. Selnecker, † 1592. Dort in der Ewigkeit. 603. 7. Nun will ich ganz mich wenden Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, Zu dir, Herr Christ, allein: Du hast mich an das Licht gebracht, Du unterhältst mir auch das Leben; Gieb mir ein selig Ende, Send mir die Engel dein, Führ mich ins ewge Leben, Das du erworben hast, Als du dich hingegeben Für meine Sündenlast. Du kennest meiner Monden Zahl, Weißt, wann ich diesem Jammerthal Auch wieder gute Nacht muß geben; Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, Der mir in meiner lebten Pein Mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Die letzten Dinge. 414 Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem Tode ringen, Wenn aller Sinne Kraft gebricht: Thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Ich höre der Posaunen Ton, Ich sehe den Gerichtstag schon, Daß er auch mir ein Urteil fälle. Hier weiset mein Gewissensbuch, Da aber des Gesetzes Fluch Mich Sündenkind hinab zur Hölle. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Wo du nicht, Gott, des Todes Tod? 4. Der Teufel hat nicht macht an mir, Ich habe blos gesündigt dir, Dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Geset mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin. Ich weiß, daß ich des Herren bin. 5. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, Bezeugs mit deinem eignen Blut, Daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht Und schreckt mich durch das Zorn: gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand, Und hast so viel an mich gewandt? 6. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, Du läsfest mich, dein wahres Teil, Bu fest in deinem Schoße sizen. Hier lach ich aller Angst und Not, Es mag Gefeß, Höll oder Tod Auf mich her donnern oder blizen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Jezt kann ich keines andern sein S. Dach, † 1659. 604. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Phil. 1, 23. Ich habe Lust, zu scheiden, Mein Sinn geht aus der Welt; Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Friedenszelt. Weil aber uns die Stunde Zum Abschied feiner nennt, So hört aus meinem Munde Mein letztes Testament: 2. Gott Vater, meine Seele Bescheid ich deiner Hand; Führ sie ins Vaterland. Aus dieser dunklen Höhle Drum nimm sie wieder hin, Du hast sie mir gegeben, Daß ich in Tod und Leben Nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden Als ein Vermächtnis an; Wirf sie in deine Wunden Wie in ein Meer hinein, So hab ich Heil gefunden Und schlafe selig ein. CHIC 4. Dir, o du Geist der Gnade, Laß ich den letzten Blick; Zieh ich des Todes Pfade, So sieh auf mich zurück; Ach fleh in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr, Und stell in meinen Schmerzen Mir nichts als Jefum für. Die letzten Dinge. 5. Jhr Engel, nehmt die Thränen Von meinen Wangen an; Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Jesu Schoß, So bin ich voller Freuden Und aller Thränen los. ater 2914 6. Euch aber, meine Lieben, Die ihr mich dann beweint, Euch hab ich was verschrieben, Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, Es wird gewiß geschehn, Daß wir auf Zions Wegen Einander wiedersehn. 7. Bulegt sei dir, o Erde, Mein blasser Leib vermacht, Damit dir wieder werde, Was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, Bis Gottes Stimme ruft; Denn dieses fagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. dask 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, Bis daß ich meinen Lauf Durch Christi Tod vollende: So geh ich freudig hin Und weiß, daß ich ohn Ende Des Himmels Erbe bin. B. Schmold, † 1737. 415 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, Ich schreib ihm nicht vor Maß resp nemnd med noch Ziel; Es sind gezählt die Haare mein, So groß wie klein, bis d Fällt keines ohn den Willen sein. sweet and drit 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall; Des Bleibens ist nur kurze Zeit, Voll Müh und Leid, Und wers bedenkt, ist stets im Streit. 605. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, Er machs mit mir, wie's ihm gefällt, Lang oder kurz sei meine Zeit, Ich bin bereit 3u allem, was mein Herr gebeut. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, Kommt von der Mutter nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf dieſe Welt, Kein Gut noch Geld, Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hift fein Reichtum, Geld noch Gut, Kein Kunst noch Gunst, noch stol: zer Mut, Fürn Tod kein Kraut gewachsen ist; Mein frommer Christ, Was lebet, alles sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark Und liegen morgen tot im Sarg; Heut blühn wir wie die Rosen rot, Bald krank und tot; Ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus den Augen, aus dem dailypis Sinn; Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, hind Auch unsrer Ehren mannigfalt. Die letten Dinge. 416 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, Daß wir sind sterblich allzumal Und müssen all von dannen gehn, Wie wir auch stehn, Gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott: Dadurch kommt her der bittre Tod, Der nimmt dahin all Menschenkind, Wie er sie findt, Fragt nicht, wie hoch und reich sie sind. 10. Doch ob mich schon die Sünd anficht, Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 12. Dem leb und sterb ich alle zeit, Von ihm mich auch der Tod nicht scheidt: Ich leb, ich sterb, so bin ich sein, Er ist allein Der einge Trost und Helfer mein. 13. Das ist mein Trost zu aller Zeit In allem Kreuz und Traurigkeit; Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auferstehn aus meinem Grab. In enger Freud und Seligkeit, Die mir bereit; Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 606. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 11. Derselbe, mein Herr Jesus Ich hab mich Gott ergeben, Christ, Für meine Sünd gestorben ist Und auferstanden mir zu gut; Der Hölle Glut Hat er gelöscht mit seinem Blut. Dem liebsten Vater mein; Hier ist kein Immerleben, Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn; In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 14. Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, 15. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du für uns hast gnug gethan, Schleuß mich in deine Wunden ein; Du bist allein Der einge Trost und Helfer mein. 16. Amen, mein lieber frommer Gott, Bescher uns einen selgen Tod; Hilf, daß wir mögen allzugleich Bald in dein Reich Eingehn und bleiben ewiglich. 3. Leon,+1597. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; O Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, Da trachte ich hinein, Darf mich nicht sehr beladen, Weil ich wegfertig bin: In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. Hat mir der Herr bereit, 3. Ach, selge Freud und Wonne Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nur schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. Die letzten Dinge. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzumal, Um mich sollt ihr nicht weinen, Ich weiß von keiner Qual; Den rechten Port noch heute Nehmt fleißig ja in acht, In Gottes Fried und Freude Fahrt mir bald all hernach. 3. Siegfried, † 1637. 607. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich sterbe täglich, und mein Leben Eilt immerfort zum Grabe hin; Wer kann mir einen Bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: Ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zu Sarg und Grab; Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommet oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Toten; Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück Hängt oft an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, 417 Das ist und bleibt mir unbekannt; Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Totenbahr; Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein; und schließ in Chriſti Tod mich ein, Doch schlage nur mit Vaterhänden Die Seel an Jesu Kreuz sich hält. Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, So bitte Jesu Blut für mich. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, So segne du sie, Herr, für mich; Und wenn sie bittre Thränen weinen, Tröster, so erbarme dich Und lasse der Verlaßnen Schrein Durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der legte Stoß zum Herzen, So schließ mir, Herr, den Himmel auf; Verkürze mir die Todesschmerzen Und hole mich zu dir hinauf: So wird mein Abschied keine Pein, 3war eilig, dennoch selig sein B. Schmold, † 1737 418 Die letzten Dinge. 608. Mel. Christus der ist mein Leben. Ich weiß, an wen ich glaube, Denn mein Erlöser lebt, Der, wird der Leib zu Staube, Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wanft und weicht, Der, wird dem Herzen bange, Die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und, wenn das Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. A. Nicmeyer, 1828. 609. Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. ch weiß, es wird mein Ende kommen, Doch weiß ich nicht, wo, wie und Ich wann. Vielleicht werd ich der Welt entnommen, Bevor ein neuer Tag bricht an; Vielleicht ist schon mein Ziel bestimmt, Eh diese Stund ein Ende nimmt. 2. Dies alles kann mich nicht betrüben: In Gottes Hand steht meine Zeit. Der Menschen Tage sind geschrieben In seinem Buch von Ewigkeit. Ist das, was sterblich, abgethan, Dann fängt unsterblich Leben an. 3. Ich weiß aus Gottes teurem Worte, Der Tod sei Gläubigen kein Tod; Er ist mir eine Himmelspforte, Das Ende aller meiner Not, Ein sanfter Abend, der mich kühlt, Wenn ich des Tages Last gefühlt. 4. Drum harrt mein sehnendes Verlangen, Vis mich der Tod der Erd entrückt. Mit Freuden will ich ihn empfangen, Weil Jesus diesen Boten schickt, Der nach des Lebens Angst und Pein Mich führet in den Himmel ein. 5. Laß nur, Herr Jesu, meine Seele Im wahren Glauben fertig stehn, Daß ich nicht meines Ziels verfehle, Wenn ich einst muß von hinnen gehn. O mache du mein Herz bereit Zur Reise nach der Ewigkeit. 6. Gieb, daß ich stets in Buße lebe, Verleih mir ein geheiligt Herz; Wenn ich den Geist dir übergebe, Dann tröste mich dein Todes: schmerz; So scheid ich freudig von der Welt, Wo, wie und wann es dir gefällt Sal. Franck,+ 1725. 610. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens licht. n Christi Wunden schlaf ich ein, Die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott be: stehn, Die letten Dinge. 419 gehn; Wenn ich zum Himmel werd ein-| Dein einger Sohn aus Lieb und 2013070 Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig ſein, Mit Fried und Freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du förderst mich, Ins ewge Leben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Leipzig 1638. 611. Machs mit mir, Gott, nach dei ner Güt, Hilf mir in meinem Leiden; Versag mir nicht, was ich dich bitt: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ; Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Jch will, o Herr, dir folgen gern, Du läßt mich nicht verderben, Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlassen meine lieben Freund, Die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel zu dir sich schwinget, In deine Händ sie unversehrt Durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir nicht mehr mögen schaden; Bei dir, o Herr, ich Rettung find, Ich tröst mich deiner Gnaden; Weil ich so wohl bestehe, Bekleidt mit Christi Unschuld fein, Wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, Bei Gott zu leben mir gefällt. 3. H. Schein, † 1630. 612. Mel. Jejus meine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil ich zu dem Grabe; Und wie wenig ists vielleicht, Das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod; Säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugnis giebt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner lchten Not Freunde trostlos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Dd 2 Die letzten Dinge. 420 Deine Zeit istottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, Lerne seiner d) erfreun. 6. Überwind durch Vertraun; Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert,+ 1769. pigme ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht: Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; Kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, Die Blume kann gar leicht verblühn: Drum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst! Gieb, daß dabei Mein End in dir nur selig sei. 613. Und hab ich Jesum nur bei mir, So gilt mirs gleich und geht mir wohl, Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. Mein Gott, ich weiß wohl, daß Wann, wo und wie ich ſterben ſoll. B. Schmold, † 1737. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält: 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo de ich sterbe, Und welcher Sand mein Grab be deckt; Doch wenn ich dieses nur erwerbe, Daß deine Hand mich auferweckt, Mag hier, mag dort die Stätte sein: Die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich soll sterben, So nimm du meinen Geist zu dir, Mein Heiland läßt mich nicht verderben; 614. Luc. 2, 29-32. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Wille; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille; Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast sehen lan, Und macht bekannt, Die letzten Dinge. Daß er mir das Leben sei Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht Für alle Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, † 1546. 615. Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not. Kyrie eleison. 2. Mitten in dem Tod ansicht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Hölle Glut. Kyrie eleison. 421 3. Mitten in der Hölle Angst Unsre Sünd uns treiben; Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. Dr. M. Luther, † 1546. 616. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Nun bringen wir den Leib zur Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorgen, Furcht und mancher Not Kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit: Die letzten Dinge. 422 Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück Wie wir selbst einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit Wie unser Leben kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich, Tod, Grab und Richter nahen sich; In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern ſtehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Chriſti Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns findlich scheun; Wir sind hier immer in Gefahr: Nehm jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ; Mach uns das Sterben zum Ge: winn, Zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, So hilf uns fröhlich auferstehn Und dann dein Äntlig ewig sehn. E. Liebich, † 1780. 617. Nun laßt uns den Leib begraben Und daran kein Zweifel haben, Er werd am letzten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch zu Erd wieder werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter Gnad Von aller Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend Ist kommen zum seligen End. Er hat getragen Christi Joch, 3st gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, Der Leib schläft bis zum letzten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ewger Freud wird gewähren. HTT 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all heim unsre Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß, Denn der Tod kommt uns gleicher Weis. M. Weiße, † 1542. 618. Jesu Christ, meins Lebens Licht, Mein Hort, mein Trost, mein Zu versicht, Auf Erden bin ich nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis Zu dir ins ewge Paradeis; Die letzten Dinge. Da ist mein rechtes Vaterland, Daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, Der Leib gar wenig Kräfte hat; Allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 5. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, Dein Geist in meinem Herzen schrei; Hilf, daß die Seel den Himmel find, Wenn meine Augen werden blind. 619. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 4. Drum stark mich durch das Welt, ich muß dich lasſen, molito Leiden dein In meiner lebten Todespein; Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, Mein Ruh und Rast dein heilig Grab. 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herz zer: bricht; Behüte mich vor Ungebärd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 7. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, Drauf meine lehte Heimfahrt bau; Thu mir die Himmelsthüre auf, Wenn ich beschließe meinen Lauf. 423 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib, Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Ge richt, Wenn es das legte Urteil spricht. 9. Wie werd ich dann so fröhlich fein, Werd singen mit den Engeln dein Und mit der auserwählten Schar Dein Antlig schauen immerdar! M. Böhm, † 1622. Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vaterland. Den Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Sezen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet; Kein Bleiben ist auf Erden, Sterben ist mein Gewinn. Mit Fried und Freud ich fahr Das Ewge muß mir werden, dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott gezogen Durch Sünd und Täuscherei, Will ich doch nicht verzagen, Ich will im Glauben sagen, Daß mir die Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlig will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben, Mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frontmen, Die legten Dinge. 424 So ich will zu ihm kommen, Der wahre Glaub allein es thut. 6. Wir sind unnüße Knechte, Mein Thun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewge Leben; Umsonst will er mirs geben Und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod soll mich vertreiben, Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, du mußt zerrinnen, Darum besinne dich! Auf, dich zu Gott bekehre Und von ihm Gnad begehre, Daß er auch dein erbarme sich. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen; All deine eitlen Sachen Sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Leb wohl! zu Gott dich wende; Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, Nimm mein Abschied zu Herzen, Meins Bleibens ist jeßt hier nicht mehr. 3. Heffe, † 1547. 620. Mel. Herzlich thut mich verlangen. So hab ich nun vollendet Den schweren Lebenslauf, Mich ganz zu Gott gewendet Und geh jetzt himmelauf. ve Sehr matt bin ich von Thränen, Mein Herz ist schwach von Not, Von Seufzen und von Stöhnen Drum komm, o lieber Tod! 2. In allen meinen Jahren, Von zarter Jugend an Hab ich es wohl erfahren, Wie schwer die Himmelsbahn; Ich bin auf keinen Rosen Gegangen jederzeit, Wie etwa die Gottlosen In stolzer Sicherheit. 3. Wie oft hab ich geklaget, Gleich wie ein Wandersmann, Und nach der Ruh gefraget: Wann komm ich himmelan? Werd ich noch lange gehen Auf eitler Erden Tand? Ach werd ich nicht bald sehen Das rechte Vaterland? 4. Gottlob, nun soll es werden, Nun ist die Stund herbei, Daß ich von dieser Erden Soll werden los und frei; Nun hab ich ausgeklaget, Ich hab in meinem Streit Mich ritterlich gewaget; Die Kron ist mir bereit. 5. Jhr Lieben, laßt das Weinen, Es ist ja ohne Not; Gott eilet mit den Seinen Durch einen selgen Tod, Eh noch viel Trübsal kommen; Gott weiß, sie dräuen schon: Wohl dem, der aufgenommen Zum schönen Himmelsthron. 6. Wollt ihr es recht bedenken, Liebt ihr mich herzlich wohl, So dürft ihr euch nicht fränken, Daß ich jest sterben soll. In diesem Weltgebäude Hab ich euch ja geliebt; Die letzten Dinge. Drum gönnt mir doch die Freude, Die mir mein Heiland giebt. 7. Wir werden sein verbunden Ohn alle Not und Leid Nach wenig Zeit und Stunden Dort in der Ewigkeit; Da wird uns Gott verneuen, Da werden wir uns auch Recht mit einander freuen Nach hohem Himmelsbrauch. 3. Pauli, † nach 1674. 621. Mel. Es ist genug. So ruhe wohl! Gott hat an dich gedacht Und alles wohl gemacht. Schlaf, müder Leib, schlaf wohl zu guter Nacht, Weil Jesus dich bewacht. Verschlafe die erlittnen Schmerzen, Wir schließen dich in unsre Herzen. : So ruhe wohl!:,: B. Schmold, † 1737. Laß selig mich abscheiden, Schenk mir dein ewig Gut. 2. Rat mir nach deinem Herzen, Jesu, Gottes Sohn; Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon, Verkürz mir alles Leiden, Stärf meinen blöden Mut; 425 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Not, Wie du, Herr Christ, so milde Dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deiner offnen Seit, Rückt sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit: Wer erbt das Himmelslos, Der ist wohl und ewig ist genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste Ins Buch des Lebens ein, Bind meine Seele feſte Ins Lebensbündlein ein Der, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß dein Herz treue sei. Val. Herberger, † 1627. 622. Balet will ich dir geben, 623. Du arge, falsche Welt; Dein fündlich böses Leben Wenn mein Stündlein vorhangefällt. den ist, Durchaus mir nicht Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott herrlich lohnen Dem, der ihm dient allhier. Und ich soll fahrn mein Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem lebten End Befehl ich dir in deine Händ, Du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünde wird mich krändel hiken sehr, Mich mein Gewissen nagen, 426 Die letten Dinge. Meer: Denn ihr ist viel wie Sand am:: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Doch will ich nicht verzagen; Will denken, Herr, an deinen Tod, An deine heilgen Wunden rot, Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib In Todes Not und Schmerzen; Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, Ein ewig Leben hast du mir Mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden biſt, Werd ich im Grab nicht bleiben: Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben; Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin, Drum fahr ich hin mit Freuden. Nit. Hermann, † 1561. 624. Wer er weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot! :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß. :,: Mein Gott!:: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus beſtellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und immer bittrer diese Welt; Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgeſtellt. :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 6. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: mein Herr und mein Gott! :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heilgen Tauf, Du bist mir auch daher gewogen, Die letzten Dinge. Hast mich zum Kind genommen auf. 2. Das Leben ist gleich :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. Gleich einem nichtgen Im Augenblick es bald vergeht Und nicht besteht, Gleichwie ihr dieses täglich seht. 8. Ich habe Jesu Leib gegessen, Ich hab sein Blut getrunken hier; Nun kann er meiner nicht vergeffen, Ich bleib in ihm und er in mir. :,: Mein Gott!:,: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 9. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in deinen Sorgen, Wie auch die Todesnot mich drückt. :,: Mein Gott!:: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 10. Ich leb indes in ihm vergnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Es gehe, wie mein Gott es füget, Ich glaub und bin des ganz gewiß: :,: Mein Gott!:: durch Christi Gnad und Blut Machst dus mit meinem Ende gut. Ämilie Juliane von SchwarzburgRudolstadt, † 1706. 625. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Wie fleugt dahin der Menschen Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund Von Herzensgrund, Wie schweigt hievon der träge Mund! 427 wie ein Traum, Wasserschaum; 3. Nur du, Jehova, bleibest mir Das, was du bist, ich traue dir: Laß Berg und Hügel fallen hin, Mir ist Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. The Face 4. So lang ich in der Hütte wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn, Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schat: ten zu, Das merke du, Du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut Sewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 3. Neander, † 1680. 626. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Wie ie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Die legten Dinge. 428 Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Not Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu thun, was uns der Herr ge= beut, Und unsers Lebens kleinster Teil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht Und macht, was hier verborgen Den Rat der Herzen, offenbar. war, 6. Drum da dein Tod dir täglich dräut, So sei stets wacker und bereit; Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig iſt. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht noch nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen fehrt. Ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh: Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 1600 10. Wie oft vergaß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, Drück selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 11. Gieb, Herr, daß ich an jedem Tag Mein Herz vor dir erforschen mag, Ob Liebe, Demut, Fried und Treu Die Frucht des Geistes in mir sei; 12. Daß ich zu dir um Gnade fleb, Stets meiner Schwachheit widerdel beſteh Und endlich in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Chr. F. Gellert, † 1769. 627. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang. Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang, Gott führet ein, Gott führet aus: Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, Du gabest Freuden, gabst auch Leid. Schließ nur getroft die Pforte zu, Die letzten Dinge. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, Ihr Lieben, folgt ihm fegnend nach. Nun gute Nacht, der Tag war schwül Im Erdgewühl; Nun gute Nacht! die Nacht iſt fühl. 4. Ein Schmuck ist auch das Leichentuch, Ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn, Sein Kreuz voran: Das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein Und läutet hell den Sabbath ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volt vorhanden ist. * * 6. O jelig, der das Heil erwirbt, Der in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis Du suchst so viel, in den Tod? und Eins ist not. Güter feil: Die Welt beut ihre Denk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Teil. 429 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts, Da wo dein Schaß, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Tote reiht, Sie rufen: Gestern wars an mir, Heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Wann, wie und wo, ist Gott be: Grab, wußt. Schlag an die Brust: Du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, Rein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangenrot: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 12. Ach banges Herz im Thränenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bists, Herr, der mit Gottesacht Aus Gräbernacht Das Leben hat ans Licht gebracht. Die letzten Dinge. 430 13. Dein Wort, Herr, klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Beim Tode der Gattin. 628. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Dein läßt uns den Himmel offen sehn. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Mein Leben nun beschließen, Dieweil der Tod von meiner Seit So eilend hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein, Des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichfeit 14. Wohl dem, der sich mit dir vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich: Hinein! Hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlafenden im Friedensreich, Gönnt allzugleich Auch ihm ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, Viel Wohnungen im Himmel dort, Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet uns durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit All gewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald. Gedenk in meinem Herzen, Die sie mir hat zu jeder Zeit In Freud und auch in Schmerzen Erwiesen ganz beständiglich, Mein Kreuz und Weinen mehret sich, Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Thr. Sachse, t 1860. Vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert Jekund durch meine Seele, Die abzuscheiden oft begehrt Aus ihrer Leibeshöhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, Ja komm, Herr Jesu, führ uns In solchem Kreuz mein Tröster ein! bist, Rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, Die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und sag es ohne Scheu: Die best ist die getraute Treu, Der muß ich jetzt entraten. Muß ich vor Leid verzagen. 5. O treu geliebtes, selges Herz, Zu dir will ich mich wenden Die letzten Dinge. In diesem meinem großen Schmerz, Will die Gedanken senden Zu dir und deinem jetzgen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne. 6. Du kannst nicht wieder her 311 mir In dies betrübte Leben, Ich aber komm hinauf zu dir, Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Bonn und Lust, Die deine Eecle täglich fost't, Drauf ich mich herzlich freue. 7. O wie mit großer Freudigkeit Wolln wir einander kennen, Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, Wenn ich die, die ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangen! 8. Dies will ich stets in Traurigfeit Mir zu Gemüte führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir Und mich durch deinen Geist regier Zu deines Namens Ehren. Joh. Heermann, † 1647. Beim Tode von Kindern. 629. Mel. Ermuntre dich mein schwacher Geist. Du bist zwar mein und bleibeſt mein; Wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; Der Herr von ewgen Tagen Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Kind, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle. 431 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich Mir wünschen und erwählen; Ich wollte sagen: bleib bei mir, Du sollst sein meines Hauses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser; Groß ist die Lieb in meinem Mut, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Ich schne mich nach meinem Sohn, Und der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: willkommen, liebes Kind; Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort Und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Rein Unglück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; Bei Gott kann keinem Leid ge schehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. Die leßten Dinge. 432 6. Ach dürft ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Gottes Namen ehren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist; Ich weiß, ich würde müssen Vor Frenden Thränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib also, Ich will nicht um dich weinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud und TODEST Ruh: Da leb und bleib nur immerzu; Wills Gott, will ich mit andern Auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt, † 1676. 630. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Gottlob, die Stund ist kommen, Da ich werd aufgenommen Ins schöne Paradeis! Ihr Eltern dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz war mein irdisch Leben; Ein beßres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner Not verderben; Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Er eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Die Welt mag Nebe stellen; Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verlegen, Den Christus will versehen Ins Schloß vollkommner Sicher: heit. 5. Zuvor bracht ich euch Freude; Jeßt, da ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet Und, was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 6. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er fennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, Was er nicht vorgesehen; Und was er thut, ist wohlgethan. 7. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden, In weißer Seide stehn Und tragen Siegespalmen In Händen und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 8. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld ergiebt. 3. Heermann, † 1647. 631. Mel. Valet will ich dir geben. So hab ich obgesteget, Mein Lauf ist nun vollbracht, Ich bin gar wohl vergnüget, 3u tausend guter Nacht! Die letten Dinge. Jhr aber, meine Lieben, Thut nicht so ängstiglich; Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, Fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, Daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden In meines Schöpfers Hand; Mich trifft und rührt kein Leiden, So dieser Welt bekannt. 3. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, Wie sonst ein Siegsmann prangt: Aus jenen Himmelslenzen oben Hat meine Seel erlangt Die ewig grüne Krone; d Die werte Siegespracht Rührt her von Gottes Sohne, Der hat mich so bedacht. 4. Noch netet ihr die Wangen, Ihr Eltern, über mir; Euch hat das Leid umfangen, Das Herze bricht euch schier; Des Vaters treue Liebe Sieht sehnlich in mein Grab, Die Mutter stehet trübe Und kehrt die Augen ab. 5. Ich war euch nur geliehen Auf eine kurze Zeit: Will Gott mich zu sich ziehen, So werfet hin das Leid Und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts; er hat es Recht; Bei ihm steht Tod und Leben, Der Mensch ist Gottes Knecht. 6. Daß ihr mein Grab müßt sehen, Zeigt unsern schwachen Stand; Daß es so bald geschehen, Thut Gottes Vaterhand. 433 Gott wird das Leid euch stillen; Ich sterbe nicht zu jung. Wer stirbt nach Gottes Willen, Der stirbt schon alt genung. G. W. Sacer, † 1699. 632. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Wenn fleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein: Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es ihnen schaden, Daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind; Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. 3. A. Rothe, † 1758. 633. Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. Wie kurz ist doch der Menschen Leben, Wie eilend wird man weggerafft! Wir sind mit Sterblichkeit um. geben, Wie bald versiegt des Lebens Saft! Wir blühen auf und fallen ab, Wir steigen aus der Wieg ins Grab Se 434 2. Wohl aber dem, der also stirbet, Daß ihn sein Sterben nicht be trübt, Die letzten Dinge. Den Gott entrückt, eh er verdirbet, Und ihm ein ewges Leben giebt, Ein Leben in der bessern Welt, Die feinen Jammer in sich hält. 3. Ach weinet nicht, daß ich gestorben, Ich habe ja nun ausgetranft; Was mir mein Jesus hat erworben, Das hab ich in dem Tod erlangt; Ich bin an einen Ort gebracht, Wo meine Seel in Frieden lacht. 4. Wie wohl bin ich da aufge: hoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ihn soll ich nun mit Freuden loben, Euch war ich nur von ihm ge= borgt: Mein Gott hat mich der Erd entwandt Und mir den Himmel zuerkannt. 5. Verwelft der Leib gleich in der Erden, Er wird doch künftig wieder blühn, Von Jesu schön verkläret werden, Der wird ihm seinen Glanz anziehn; Da werd ich wie ein Engel sein, Des sollt auch ihr euch noch erfreun. 6. Ich bin der bösen Welt entflogen, In welcher ihr euch oft betrübt; Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr, als ihr ge= liebt; Ich schaue Jesu Angesicht, Daran gedenkt und weinet nicht. Zach. Herrmann, † 1716. 634. Mel. Es ist genug. Beuch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: :,: Zeuch hin, mein Kind!:,: 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir Nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt ser dir, Jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so verſehen: Was dieser will, das muß geschehen. : 3euch hin, mein Kind!:,: 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, Da wird kein Schmerz geklagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind!:,: 4. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. min 00 Du eilest fort, eh dir das Ungemach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; bald zur Freude. Wer frühe stirbt, kommt :: 3euch hin, mein Kind!: Die letzten Dinge. 435 5. Zeuch hin, mein Kind, die Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, Engel warten schon Auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. 2. Wo wir dein Antlig schauen, Da sehn ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen; Denn dort ist gut zu sein. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 635. 636. Mel. Christus der ist mein Leben. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir. Ach wär ich doch schon droben, Aller Gläubgen Sammelplat Mein Heiland, wär ich da, Wo dich die Scharen loben, Und säng Hallelujah! Ist da, wo ihr Herz und Schat, Wo ihr liebster Jesus Christ Und ihr Herze hier schon ist. 3. Da werd ich alles sehen: Den großen Schöpfungsrat, Was durch dein Blut geschehen, Und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, Die ungezählte Schar, Mit allen deinen Knechten Das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen Wird mein verklärter Mund Dich ohne Sünde preisen, Du meines Lebens Grund. B. widok 6. Da werden meine Thränen Ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen Und hole mich hinein. E. G. Woltersdorf, † 1761. Du hast im Herren überwunden. :,: Zeuch hin, mein Kind!:,: G. Hoffmann, † 1712. 2. Eins geht da, das andre dort In die ewge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nüßlich wär. 3. Aber wenns nun schon geschehn, Und Er kann nie was verfehn, Hat man nichts dabei zu thun, Als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, Geht uns freilich gar sehr nah: Aber, Herr, du bist uns mehr, Als das eigne Leben wär. N. 2. Graf v. Zinzendorf, † 1760. 637. Auferstehn, ja auferstehn wirſt du, Mein Staub, nach kurzer Ruh: Se 2 436 Die letzten Dinge. Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah. 2. Wieder aufzublühn, werd ich gefät, Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben; Er sammelt uns, die starben. Hallelujah. 3. Tag des Danks, der Freuden: thränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; Mit Jefu gehn wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme. Hallelujah. 639. 1911 Mel. Valet will ich dir geben. 5. Ach ins Allerheiligste führt Ein Tröpflein von den Reben mich F. G. Klopstod, † 1803. 638. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. Die ie Christen gehn von Ort zu Ort 2. Wie seid ihr doch so wohl ge reist, Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern; Euch, Glieder, deckt mit sanfter Rub Der Liebe stiller Schatten zu. Durch mannigfaltgen Jammer Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seine Arme auf; Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gefät. 3. Wir freun uns in Gelassenheit Der großen Offenbarung; Indessen bleibt das Bilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn So tief hinab, so hoch hinan! N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. Der süßen Ewigkeit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesamte Freudenflüsse; Und wer nach jener strebt, Tritt unter seine Füße, Was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, Wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott Mit allem ihrem Wesen; So herrlich und so rein, So lieblich, so erlesen Ist deiner Augen Schein. 3. Du reichlichste Belohnung Der auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wohnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeiget! O herrlich edler Tag, Dem diese Sonne steiget Und ihn erleuchten mag. Die letzten Dinge. 4. O Licht, das ewig brennet, Dem keine Nacht bewußt, Das keinen Nebel kennet, Gemeinschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen Mit Menschen überein, bu Und ewiglich die Frommen Gesegnet werden sein. 5. Vollkommne Liebe bringet Dort immer neue Freud, Aus ewger Lieb entspringet Ein ewge Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, Ist solcher Liebe Preis, Ist seiner Blumen Sonne Im schönen Paradeis. 6. Was wünschest du für Gaben? Du wirst sie finden dort Und in dir selbsten haben Den Reichtum fort und fort; Denn Gott, vor welchem Kronen Und Perlen Staub und Spott, Wird selber in uns wohnen Und wir in unserm Gott. Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Bracht; Auf, betet, kämpft und wachet, Bald ist es Mitternacht. 640. Mel. Valet will ich dir geben. Matth. 25, 1-13. Ermuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein; 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Öl Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah; Begegnet ihm im Reihen Und singt Hallelujah! 437 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräutgam ist nicht weit. 7. Wann werd ich einmal kom- Verheißt Erquicungszeiten; Die Abendröte zeigt men Den schönen Tag von weiten, Vor dem das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden. 4. Er wird nicht lang verziehen, Drum schlafet nicht mehr ein; Man sieht die Bäume blühen, Der schöne Frühlingsschein Zu solchem Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen Und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen Ihr, die ihr Zion liebt, So lang indessen an, Bis ich dich selbst ersehen Und recht beschauen kann. Erasm. Fing, † 1694. Mit freudigen Gebärden Und seid nicht mehr betrübı:. Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Klagen In Freuden sonder Leid Mit leben und regieren Die lebten Dinge. 438 Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier stehn die Weizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünet das Gebein, Das dort der Tod zerschlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden, Hier ist der sichre Port; Hier sind die güldnen Gassen, Hier ist das Hochzeitmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf; Geh auf, verlangte Sonne, Und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit; Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. 2. Laurenti, † 1722. 641. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös und Frommen. Dann wird das Lachen werden teur, Wenn alles wird vergehn im Feur, Wie Gottes Wort bezeuget. 2. Posaunen wird man hören gehn Un aller Welten Ende, Darauf bald werden auferstehn All Toten gar behende; Die aber noch am Leben sind, Die wird des Herren Wort geschwind Verwandeln und erneuen. 3. Darnach wird man aufschlagen bald Ein Buch, darin geschrieben, Was alle Menschen, jung und alt, Auf Erden je getrieben; Da denn gewiß ein jedermann In seinem ganzen Leben. Wird hören, was er hat gethan 4. O weh dem Menschen, wel cher hat Des Herren Wort verachtet Und nur auf Erden früh und spat Nach großem Gut getrachtet! Der wird fürwahr gar schlimm beſtehn Und mit dem Satan müssen gehn Von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Durch deine heilgen Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd eingezeichnet funden; Daran ich denn auch zweifle nicht: Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher fei, Wenn du nun wirst erscheinen, Und lies mich aus dem Buche frei, Darinnen stehn die Deinen, Auf daß ich samt den Brüdern mein Mit dir geh in den Himmel ein, Den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang Mit deinem jüngsten Tage; Den Menschen wird auf Erden bang Non vieler Not und Plage. Die letzten Dinge. 439 Komm doch, komm doch, du Rich-| Geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen; Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ter groß, Und mach uns bald in Gnaden los Von allem Übel. Amen. B. Ringwaldt, † 1599. Ob Sünde, Welt und Satan toben, Seid nur getrost und gehet ein. 642. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Hebr. 4, 9. Es ist noch eine Ruh vorhanden; Auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht: Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der schöne Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf vollendet, So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm, es wollte sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt; Gilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersehen, An einem frischen Trunk ergößen: Wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden: Es ist noch eine Ruh erfunden, Da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist aus; O welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton in's Vaters Haus! Schmerz, Leid und Tod muß von uns weichen, Wir werden volles Heil erreichen Und Jesum, unsern Heiland, sehn; Er wird am Brunnquell uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wiMehr, als wir hoffen, wird geschten: schehn. 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquicungszeit ist da; Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Das Lamm ist seinem Volke nah. 440 Es will selbst über ihnen wohnen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Die letzten Dinge. Es werden die Gebeine grünen; Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos; Ach fasset dieses Wort, ihr Müeden, Legt euch dem Heiland in den Schoß. Ach Flügel her! wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen: Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, Begürte dich zum Triumphieren, Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 3. S. Kunth, † 1779. 643. Jerusalem, Du hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz So groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir; Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt.. 2. O schöner Tag Und noch viel schönre Stund, Wann wirst du kommen schier, Daß ich mit Luft Und freiem Freudenmund Die Seele geb von mir In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, Sei mun gegrüßet mir, Thu auf der Gnaden Pfort: Wie manche Zeit Hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, Welch eine edle Schar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Auserwählten war, Seh ich, die beste Kron, Die Jesus mir entgegen Vom Himmel hat gesandt, Da ich auf fernen Wegen Noch war im Thränenland. 5. Propheten groß Und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Bein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt Ich angelanget bin Im schönen Paradeis, Von höchster Freud Erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis: Das Hallelujah reine Man singt in Heiligkeit, Das Hosianna feine Ohn End in Ewigkeit. 3. M. Meyfart. † 1642. Die letzten Dinge. 644. Nach einer Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In selige Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen selgen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden, Dort bin ich heilig und verklärt; Dann werd ich ihn erst ganz empfinden, Der wahren Tugend hohen Wert; Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 4. Da wird des Vaters heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt ein ewiger Gewinn Mich fühlen, daß ich selig bin. urad me Harichn Jantok 5. Da werd ich das im Licht er= kennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was Unerforschtes hier geschah; Da schau ich im Zusammenhang Des Höchsten Rat mit Preis und Dank. 441 6. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart, Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 7. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 8. Da werd ich dem den Dank bezahlen, gehen hieß, Der Gottes Weg mich und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 9. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 10. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch der Augenblick voll Müh! Chr. F. Gellert, † 1769. 442 Die letzten Dinge. 645. Ewigkeit, du Donnerwort, Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! DEwigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hin wende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen flebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Der Hölle Strom steht nimmer still, Läßt nimmer ab zu toben; Ja, wie mein Heiland selber spricht: Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. D Ewigkeit, du machst mir bang; Dewig, ewig ist zu lang, Hier gilt fürwahr fein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Pein betracht, Erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so geWie strafest du den bösen Knecht So hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Bein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen, Betracht es oft, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, Ermuntre dich, verlornes Schaf, Und beßre bald dein Leben; Wach auf, es ist doch hohe Zeit, Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der lette Tag; Wer weiß, wie man noch sterben mag? 6. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichtum, Ehr und Geld Dir länger nicht gebieten; Schau an die große Sicherheit, Zusamt des Teufels Wüten. Die falsche Welt und böse Zeit Vor allen Dingen hab in acht Die schreckenvolle lange Nacht. 7. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! Ich weiß vor großer Traurigkeit OEwigkeit, Zeit ohne Zeit, Nicht, wo ich mich hin wende; Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Joh. Rist. † 1667. 646. Mel. Vater unser im Himmelreich. Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, Gleichwie das Schlachtroß zu dem Streit, Nach Haus der Bot, das Schiff zum Port, Der schnelle Pfeil vom Bogen fort. 2. O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleichwie an einer Kugel rund Die letzten Dinge. End ist fund: Kein Anfang und kein Also, o Ewigkeit, an dir Nicht Ein- noch Ausgang finden wir. 3. D Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Du bist ein Ring, unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt Allezeit, Niemals der weite Umkreis dein, Weil deiner nie ein End wird sein. 4. O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Es trüge wohl ein Vögelein Weg aller Berge Sand und Stein, Wenns nur käm alle tausend Jahr: Du Ewigkeit bleibst immerdar. 5. Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Zu zählen ist der Sterne Heer, Die Tropfen und der Sand am Meer Und was sonst lebet in der Zeit, Du aber nicht, o Ewigkeit! 6. Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Jch, Ewigkeit, ermahne dich, O Mensch, gedenke oft an mich; Denn ich der Sünden Straf und Pein, Der Gotteslieb ein Lohn soll sein. D. Wülffer, † 1685. ( V. 1-5 älteres Volkslied.) 443 2. Ach wie wünsch ich, dich zu schauen, 647. s Mel. Gott des Himmels und der Erden. Jerusalem, du schöne, abb Da man Gott beständig ehrt Und das himmlische Getöne: Heilig, Heilig, Heilig! hört; Ach, wann komm ich doch einmal hin zu deiner Bürger Zahl? Jesu, liebster Seelenfreund, Dort auf deinen Salemsauen, Wo man nicht mehr klagt und weint, Sondern in dem höchsten Licht Schauet Gottes Angesicht. 3. Komm doch, führe mich mit Freuden Aus der Fremde hartem Stand; Hol mich heim nach vielen Leiden In das rechte Vaterland, Wo dein Lebenswasser quillt, Das den Durst auf ewig stillt. 4. Oder auserwählten Stätte, Oder Wohnung voller Zier! Ach daß ich doch Flügel hätte, Mich zu schwingen bald von hier Nach der neuerbauten Stadt, Welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben Auf dem ungestümen Meer, Wo mich Sturm und Wellen treiben Durch so mancherlei Beschwer, Ach so laß in Kreuz und Bein Hoffnung meinen Anker sein. 6. Laß dein Angesicht nur winken, So ist Wind und Meer geſtillt: Christi Schifflein kann nicht sinken, Wär das Meer auch noch so wild; Ob gleich Mast und Segel bricht, Läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Fr. C. Hiller, † 1726648. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen: 444 Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. Die letzten Dinge. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, Da mur Sorge, Furcht und Schreden schweben; Was wir hie kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; 4. Christus wischet ab all eure Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns days erst sehnen; Euch wird gesungen, m50 BAS Was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freu: Begleiten ihre Werke sie. den. 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Seelen Freud und Wonne. S. Dach, † 1659. Bei dir, o Sonne, Ist der frommen 649. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Offenb. Joh. 14, 13. Selig sind des Himmels Erben, Die Toten, die im Herren sterben, Zur Auferstehung eingeweiht! Nach den legten Augenblicken Des Todesschlummers folgt Entzücken, Folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron, Zu seinem Sohn 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner Jesu Christ! Jhr, der Überwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab; Wischt unsre Thränen ab, Alle Thränen. Er hats vollbracht; Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend ranNun bist du, Heil, uns aufge= gen, gangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Die letzten Dinge. Nun weinen wir nicht mehr; Das Alt ist nun nicht mehr. Hallelujah! Er sant hinab, Wie wir, ins Grab; Er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstock, † 1803. 650. Wachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Binne; Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit Zu der Hochzeit, Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz thut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel had file son prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit EngelMit Harfen und mit Cymbelton. zungen, 445 Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je geſpürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Drum jauchzen wir Und singen dir Das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai, † 1608. 651. Mel. Ich dank dir lieber Herre. Wann wird doch einst erscheinen Die angenehme Zeit? Komm, Jesu, hol die Deinen In deine Herrlichkeit; Ach laß auch uns anbrechen Den schönsten Sommertag, Weg, Tod! weg Not und Plag! Da man wird freudig sprechen: Iddal 2. Es kann nicht lang mehr wer-= den, Drum hebt das Haupt empor; Denn seht, es bricht hervor Ach neigt es nicht zur Erden, Was die Erlösung sei, Der Tag, da ihr sollt sehen, Der Tag, da ihr sollt stehen Vor Jesu sündenfrei. 03 nib 3. Hofft, daß der Trübsalswinter Nun bald zu Ende geht; Der Frühling kommt geschwinder, Als ihrs euch wohl verseht. O laßt es immer schneien Und stürmen auf euch zu: Gett wird euch bald erfreuen Und bringen in die Ruh. 4. Ach Jesu, meine Liebe, Mein Teil in jener Welt, Die lezten Dinge. 446 Ach hilf, daß ich mich übe, So wie es dir gefällt; Gieb, daß ich stets bedenke, Der Tag sei nicht mehr weit, Damit sich ja nicht lenke Mein Herz zur Eitelkeit. 5. Ach lehre mich stets beten Und stehn auf meiner Hut, Laß mich einst vor dich treten Mit unverzagtem Mut; Und wenn ich soll erscheinen Und kommen vor Gericht, So trenn mich von den Deinen Ein strenges Urteil nicht. 6. Du Freude meiner Seele, Verleide mir die Welt, Hilf, daß ich das erwähle, Was droben mir bestellt; Gieb, daß mein Herz sich finde In dir, mein treuer Hort, Und zeige deinem Kinde Den ewgen Friedensport. 7. So ist wohl aufgehoben Mein allerbestes Teil, Nicht unten, sondern oben Im Himmel ist mein Heil. Gehts dann, o Welt, zu Ende Mit deiner Lust und Laſt, So tragen Jesu Hände Mich heim zur süßen Rast. 8. Nun komm, erwünschtes Leben, Komm, schönste Sommerzeit, Komm, Tag, der mir wird geben Die süße Ewigkeit; Komm, Jesu, Lebenssonne, Komm, führe mich hinein Ins Haus der Freud und Wonne, Da werd ich selig sein. Joh. Job, † 1736. 652. 652. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Offenb. Joh. 7. 9-17. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, Glänzen gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen Wie ein Sieger in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen Und geleget in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, Welche ist Gerechtigkeit? Angethan mit weißem Kleide, Das zerreibet feine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet Für des großen Gottes Ehr, Haben Fleisch und Blut gedämpfet, Nicht gefolgt des Satans Heer; Die erlanget auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, Im Gebet auch oft geſtritten Mit dem hochgelobten Gott: Nun hat dieser Kampf ein End, Son hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zeugen eines Namens, Der uns Huld und Heil gebracht, Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht; Sind geschmückt mit Heiligkeit, Prangen nun im Ehrenkleid. Die letzten Dinge. 7. Es sind die, so stets erschienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern: Nun stehn sie zu seinem Ruhm Vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch in Hiße lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell: Nun ihr Durst geſtillet ist, Da sie sind bei Jesu Christ. 9. Es sind die, von deren Wangen Thränen sind geflossen stark, Deren Herz die Angst umfangen, Und das Leid verzehrt ihr Mark: Nun Gott ihre Seel erfrischt, Sind die Thränen abgewischt. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände Ich zu dir nun strecke aus, Im Gebet mich zu dir wende, Der ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darnieder liegen, Wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 12. Gieb, daß ich sei neugeboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auserkoren, Durch dein Blut gewaschen weiß, Meine Kleider halte rein, Meide allen falschen Schein. 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind Und aus großer Trübsal kommen; 447 Hilf, daß ich auch überwind Alle Trübsal, Not und Tod, Bis ich komm zu meinem Gott. 14. Welches Wort faßt diese Wonne, Wenn ich mit der heilgen Schar In dem Strahl der reinen Sonne Leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theobald Schent, † 1727. 653. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit, Hilf mir die Stätt ererben. Weise, Preise Ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden; Laß mich auf den Anblick enden! Ahasverus Fritsch, † 1701. 654. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir Beuch, Israel, zu deiner Ruh, Dein Erbteil ist dort oben; Dein Jesus schwöret es dir zu, Es sei dir aufgehoben. Er gehet selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeuch, Israel, in Frieden! 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, Als wahre Streitgenossen. Der Glaube fürchtet sich nicht mehr, Die lezten Dinge. 448 Die Lieb ist unverdrossen. So stehen wir für Einen Mann: Ein jeder ringe, was er kann, Das Kleinod zu erlangen. 3. Wir sehn auf dich, du A und O, Mit unverwandten Blicken: st! Dein Dasein macht uns immer hun froh, Dein Wort kann uns erquicken; Dein Kreuz ist unser Siegspanier, Wir schwören gern und folgen dir Durch diese öden Wüsten. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, Die dort die Sieger tragen, Und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Siegesheld Nicht blos für diese Welt bestellt; Wir streiten um den Himmel. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht, Man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht Den Feinden sanft begegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt Und haben doch ein Vaterland; Gott fennt uns als die Seinen. 6. Wen noch ein Bann gefangen hält, Wer Jesu Kreuz noch fliehet, Wer noch durch Furcht vor dieser Welt Um fremden Joche ziehet, Und wer die Hand dem Pflug ansindsit legt Und doch verbotne Lust noch hegt, Der ist kein wahrer Streiter. 7. Wir aber geben ganz um ganz, Verleugnen alle Sachen, Die uns den schönen Siegeskranz Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glaubet fest: Was man darum hier fahren läßt, Ist nicht wert jenes Erbes. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; Wir sind gar bald verloren. 6nll Zur Quelle alles unsers Thuns Ist uns das Lamm erforen; Dem Lamm, das alles schon vollbracht Und unsre Sache gut gemacht, Dem ist es zu verdanken. 9. Drum soll es unsre Losung sein: Wir nichts, und Jesus alles! Ihm räumen wir die Ehre ein, Ihm, unserm Trost des Falles. Er segne ferner unsern Lauf und nehme unfre Seelen auf, Wenn wir nun ausgeſtritten. Joh. D. penje, † 1753. falsind Tear 1605 449 on des Verzeichnis der Dichter. rojon Johann Agricola, geb. 1492 zu Eisleben,+ 1566 als Hofprediger zu Berlin. 31. Heinrich Albert( Alberti), geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, + 1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. 533. 593. Erasmus Alberus, geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, 1520 in Wittenberg, 1539-41 Geistlicher in Berlin und Brandenburg, starb nach vielbewegtem Leben 1553 als mecklenburgischer Superintendent zu Neubrandenburg. 175. 551. Johann Georg Albinus, geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 587. Johann Ludwig Conrad Allendorf, geb. 1693 in Johbach bei Mar burg, † 1773 als Pfarrer zu St. Ulrich und Scholarch in Halle. 180, 223. Johann Michael Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, † 1640 als Pastor zu Erfurt. 224. Amadeus Creußberg s. Sinold. Angelus Silefius s. Scheffler. Hieronymus Annoni( d'Annone), geb. 1697 zu Basel,+ 1770 als Pfarrer zu Muttenz bei Basel. 47. Wilhelm Erasmus Arends,+ 1721 als Pastor zu Halberstadt. 431. Ernst Morih Arndt, geb. 1769 zu Schorig auf der Insel Rügen, Sänger der deutschen Befreiungskriege,+ 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. 75. 274. 317. 596. Gottfried Arnold, geb. 1666 zu Annaberg in Sachsen, 1697 Professor der Geschichte zu Gießen, † 1714 als Superintendent und Pfarrer zu Perleberg. 137. 187. 328. 370. 393. 423. Johann Christoph Arnschwanger, geb. 1625 in Nürnberg,+ daselbst 1696 als Senior und Archidiakonus. 250. Johann Heinrich v. Aschen, geb. 1764 zu Bremen,+ 1842 als Pastor zu St. Ansgarii daselbst. 263. Christoph Karl Julius Asschenfeldt, geb. 1792 in Riel,+ 1856 als Oberkonsistorialrat und Propst in Flensburg. 107. Jonathan Friedrich Bahnmaier, geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, 1841 als Dekan in Kirchheim. 232. 235. 236. Christian Gottlob Barth, geb. 1799 in Stuttgart, Volksschriftsteller und eifriger Förderer der Heidenmission,+ 1862 zu Calw. 229. Ff 2 450 Verzeichnis der Dichter. Cornelius Becker, geb. 1561 zu Leipzig, berühmt durch seine Umdichtung des Psalters,+ 1604 als Professor der Theologie zu Leipzig. 13. 504. David Behme, geb. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, † 1657 daselbst als herzoglich Ölsscher Hofprediger und Konsistorialrat. 599. Johann Albrecht Bengel, geb. 1687 zu Winnenden in Württemberg, tiefgründender Schriftausleger,+ 1752 als Prälat und Konsisto: rialrat zu Stuttgart. 341. Christian Andreas Bernstein, geb. in Domniß bei Halle, Informator an den Francischen Stiftungen, † 1699 als Pastor adj. zu Domnig. 218. Johann Betichius, geb. 1650 zu Steckby in Anhalt,+ 1722 als Diafonus in Zerbst. 487. Betulius s. Birken. Johann Daniel Karl Bickel, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, +1809 als Konsistorialrat u. Superintendent zu Usingen. 247. 508. Caspar Bienemann( Melissander), geb. 1540 zu Nürnberg, Professor zu Jena,+ 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 27. Sigmund v. Birken( Betulius), geb. 1626 zu Wildstein bei Eger, Prinzenerzieher am Wolfenbüttler und Mecklenburger Hofe, 1654 geadelt, 1681 zu Nürnberg. 111. 127 390. Karl Heinrich v. Bogatky, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, stu: dierte Theologie, wirkte dann als Laienprediger durch Wort und Schrift,+ 1774 zu Halle. 248. 318. 372. Martin Böhm( auch Behm), geb. 1557 zu Lauban in der Oberlausit, + 1622 als Pastor prim. daselbst. 105. 523. 540. 618. Justus Henning Böhmer, geb. 1674 zu Hannover, Kanzler des Herzogtums Magdeburg und Professor der Rechte zu Halle,+ daselbst 1749. 159. Johann Bornschürer, geb. 1625 zu Schmalkalden,+ 1677 als Dekan zu Thann. 254. Albrecht Markgraf von Brandenburg- Culmbach, geb. 1522 zu Ansbach, 1553 geächtet und vertrieben,+ 1557 zu Pforzheim. 478. Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg, geb. Prinzessin von Oranien, geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten, + 1667 in Berlin. 158. 290. Joachim Justus Breithaupt, geb. 1658 zu Northeim in Hannover, Professor der Theologie in Kiel, Erfurt, Halle,+ 1732 im Kloster Bergen, dessen Abtei er führte. 377. August Buchner, geb. 1591 zu Dresden, Professor der Dichtkunst und Beredsamkeit zu Wittenberg,+ daselbst 1661. 524. Christian Karl Jostas v. Bunsen, geb. 1791 zu Corbach in Waldeck, preußischer Gesandter in Rom und London, um das Kirchenlied hochverdient namentlich durch die Herausgabe des Allgemeinen Gesang- und Gebetbuchs" 1833,+ 1860 in Bonn. 568. Franz Joachim Burmeister,+ 1688 als Prediger zu Lüneburg. 594. Verzeichnis der Dichter. Chiomufus s. Schneefing. Israel Clander, geb. 1670 zu Delitzsch in Sachsen, erzog Speners Söhne, † 1721 zu Bielefeld als Superintendent der Grafschaft Ravensberg. 323. 451 Tobias Clausniker, geb. 1618 zu Thum in Sachsen,+1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 50. Johann Andreas Cramer, geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachsen, Hofprediger in Kopenhagen,+ 1788 als Professor der Theologie und Kanzler zu Kiel. 3. 424. Bartholomäus Craffefius, geb. 1667 zu Wernsdorf in Sachsen,+ 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 24. 209. Simon Dach, geb. 1605 in Memel,+ 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 314. 451. 592. 603. 648. Nikolaus Decius( Hovesch), kam von Braunschweig 1523 nach Stettin, wo er als Prediger zu St. Nicolai 1541 starb. 1. 134. David Denicke, geb. 1603 zu Zittau in der Oberlausiß, hannoverscher Konsistorialrat, gab mit J. Gesenius seit 1646 das neue hannoversche Gesangbuch heraus, für welches sic viele ältere Lieder umarbeiteten; † 1680 in Hannover. 246. 326. Bernhard v. Derschau, geb. 1591 zu Königsberg i. Br., t ebendaſelbst 1639 als Professor und Pastor prim. 269. Wolfgang Christoph Dekler, geb. 1660 zu Nürnberg, Konrektor daſelbst, 1722. 186. 406. 459. Johann Samuel Diterich, geb. 1721 zu Berlin, gab die Berliner Gesangbücher von 1765, 1780, 1787 heraus, für welche er viele ältere Lieder umdichtete; † 1797 als Oberkonsistorialrat zu Berlin. 526. Karl Auguft Döring, geb. 1783 zu Alvensleben bei Magdeburg, +1844 als Prediger zu Elberfeld. 156. 190. Adam Prese, geb. 1620,+ 1701 als fürstlicher Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 401. Paul Eber, geb. 1511 zu Kizingen in Franken, seit 1532 in Wittenberg, wo er als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Stadtpfarrer 1569 starb. 299. 598. Johann Joachim Eschenburg, geb. 1743 zu Hamburg, Professor der Litteratur zu Braunschweig,+ daselbst 1820 als Geh. Justizrat: 495. Juftus Falkner, geb. zu Zwickau,+ 1724 als deutscher Prediger zu Newyork. 418. Erasmus Finx( Francisci), geb. 1627 zu Lübec, † 1694 als Privatgelehrter zu Nürnberg. 639. Christoph Fischer( auch Vischer), geb. zu Joachimsthal in Böhmen, + 1600 als Generalsuperintendent u. Hofprediger in Celle. 143. Paul Fleming, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, begleitete Gesandtschaften nach Rußland und Persien, hochbegabter Dichter, + 1640 als Arzt zu Hamburg. 492. AVG / Ff 2 Verzeichnis der Dichter. Johann Adam Flessa, geb. 1694 auf der Goldmühle bei Bayreuth, + 1776 als Generalsuperintendent zu Oldenburg in Holstein. 388. Johann Flitner, geb. 1618 zu Suhl, Diakonus zu Grimmen in Pommern, † 1678 auf der Flucht in Stralsund. 283. Johann Franck, geb. 1618 zu Guben i. d. Niederlausiz, studierte Dichtkunst unter Dach, † 1677 als Landes ältester der Niederlausig und Bürgermeister zu Guben. 36. 63. 103. 278. 287. 340. 392.511.518. Michael Frank, geb. 1609 zu Schleusingen, Bäcker daselbst, dann auch Kollege an der Stadtschule,+ 1667. 261. 586. Salomo Franck, geb. 1659 zu Weimar,+ daselbst 1725 als Oberkonsistorialsekretär. 140 486. 534. 609. Sebastian Franck, geb. 1606 zu Schleusingen, Bruder Michael F's.; + 1668 als Diakonus an der Hauptkirche zu Schweinfurt. 354. August Hermann Francke, geb. 1663 in Lübeck, Begründer des Waisenhauses in Halle,+ daselbst 1727 als Professor der Theologie und Pastor. 98. 479. 452 Johann Anaftafius Freylinghausen, geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, des vorigen Schwiegersohn, Gehülfe und Nachfolger; Herausgeber der Hallischen Gesangbücher von 1704, 1708, 1714; † 1739 in Halle. 403. 467. 529. 554. Johann Burkhard Freystein, geb. 1671 zu Weißenfels,+ 1718 als Hof und Justizrat in Dresden. 428. Queella Johann Ludwig Fricker, geb. zu Stuttgart 1729,+ 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württemberg. 233. Ahasverus Fritsch, geb. 1629 zu Mücheln bei Halle,+ 1701 als Konsistorialpräsident und Kanzler zu Rudolstadt. 653. Friedrich Funcke, geb. zu Nossen im Erzgebirge 1642, Kantor in Perleberg u. Lüneburg, † 1699 als Pfarrer zu Römstedt bei Lüneburg. 178. Gottfried Benedikt Funk, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, + 1814 als Rektor an der Domschule u. Konsistorialrat zu Magdeburg. 151. 343. 590. Karl Bernhard Garve, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover,+ 184! als Prediger der Brüdergemeinde zu Herrnhut. 71. 174. 192. 240. 244. 331. 339. Lampertus Gedicke, geb. 1683 zu Gardelegen i. d. Altmark, † 1735 als Feldpropst zu Berlin. 494. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, + 1769 als Professor der Philosophie in Leipzig. 18. 19. 25. 30. 76 99. 124. 148. 157. 226. 242. 270. 311. 330. 414. 438. 458. 536. 557. 559 612 626. 644. Paul Gerhardt, geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651 Propst in Mittenwalde, 1657 Diakonus an St. Nikolai in Berlin, 81669 Archidiakonus in Lübben, † 1676. 4. 7. 12. 17. 70, 81. 84. 86. 92. 101. 122. 132. 136. 139. 161. 195. 200. 206. 320. 359. 437. 440. 444. 449. 457. 468. 474. 490. 501, 509, 510. 527. 543. 565. 575. 629. Verzeichnis der Dichter. 453 Senriette Catharina v. Gersdorf, geb. v. Friesen, geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen N. L. v. Zinzendorf, 1726 als Witwe des Geheimrats v. Gersdorf zu Großhennersdorf unweit Herrnhut. 188. Justus Gesenius, geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, hochverdient um den kirchlichen Volksunterricht,+ 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent in Hannover.( Siehe auch Denicke). 142. Ludwig Andreas Gotter, geb. 1661 zu Gotha,+ daselbst 1735 als Hofrat. 20. 353. 432. Johann Gramann( Poliander), geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, Eds Sefretär bei der Disputation 1519, 1522 in Wittenberg, + 1541 als altstädtischer Pfarrer zu Königsberg i. Pr. 14. Christian Gregor, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien, Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778,+1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. 321. 379. Andreas Gryphius, geb. 1616 zu Großglogau in Schlesien, nach großen Reisen Fürstentumssyndikus in Glogau,+ 1664. 591. Cyriakus Günther, geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha,+ 1704 als Gymnasiallehrer in Gotha. 313. Karl Rudolf Hagenbach, geb. 1801 zu Basel,+ daselbst 1874 als Professor der Theologie. 225. Friedrich Freiherr v. Sardenberg( Novalis), geb. 1772 zu Wiederstedt im Mansfeldischen,+ 1801 als Assessor zu Weißenfels. 333. Georg Philipp Sarsdörffer, geb. 1607 zu Nürnberg, Stifter des dortigen Dichterordens,+ 1658 als Ratsherr zu Nürnberg. 530. Thomas Hartmann, war um 1604 Diakonus in Eisleben. 166. Karl Friedrich Sarttmann, geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, bildete sich an Bengels Schriften, Professor an der Karlsschule, + nach Bekleidung verschiedener Pfarrämter 1815 zu Tübingen. 411. 485. Johann Adam Saßlocher, geb. 1645 in Speier,+ 1726 als Konsistorialrat und Hofprediger zu Weilburg in Nassau. 46. Heinrich Cornelius Secker, geb. 1699 in Hamburg, † 1743 als Prediger in Meuselwiß bei Altenburg. 59. 72. Johann Heermann, geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor in Köben,+1647 emeritiert zu Lissa in Posen. 28. 110. 125. 128. 150. 220. 228. 276. 297. 301. 399. 480. 493. 497. 512..513. 548. 628. 630. Heinrich Held, war um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. 60. 198. Ludwig Helmbold, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen,+ 1598 als Superintendent daſelbst. 472. Johann Daniel sense, geboren in Westfalen,+ 1753 als Pastor zu Fischbeck in Hessen- Schauenburg. 654. Balerius Herberger, geb. 1562 zu Fraustadt in Bosen,+1627 als Pfarrer daselbſt. 622. Verzeichnis der Dichter. Nikolaus Hermann,+ 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. 87. 149. 410. 528. 544. 561. 623. Johann August Sermes, geb. 1736 in Magdeburg, Konsistorialrat und Superintendent in Quedlinburg,+ 1822 daselbst. 116. Johann Timotheus Hermes, geb. 1738 zu Petnick in Pommern, +1821 als Pastor prim. und Inspektor der Kirchen und Schulen zu Breslau. 360. 454 Johann Gottfried Herrmann, geb. 1707 zu Altjeßnig bei Bitterfeld, + 1791 als Oberhofprediger in Dresden. 312. Bacharias Herrmann, geb. 1643 zu Namslau in Schlesien, Senior der lutherischen Kirche in Großpolen, † 1716 zu Liſsa. 633. Johann Daniel Serrnschmidt, geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, † 1723 als Professor und Mitdirektor der Francischen Stiftungen zu Halle. 9. 456. Johann Friedrich Serzog, geb. 1647 in Dresden, † 1699 als Rechtskonsulent daselbst. 566. Johann Seffe, geb. 1490 zu Nürnberg, verdient um die Einführung der Reformation in Breslau,+ 1547 als Pfarrer an der Magdalenenkirche daselbst. 619. Anna Sophie Landgräfin von Hessen- Darmstadt, geb. 1638,+ 1683 als Übtissin des Stiftes Quedlinburg. 397. 1078 Wilhelm Sen, geb. 1789 zu Leina bei Gotha,+ 1854 als Superintendent zu Ichtershausen. 413. Friedrich Conrad Siller, geb. zu Unteröwisheim bei Bruchsal,+ 1726 als Kanzleiadvokat in Stuttgart. 647. Philipp Friedrich Siller, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen,+ 1769 dasſelbst im Ruhestande 39. 183. 307. 324. 332. 349. 409. 505. 579. Gottfried Soffmann, geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien,+ 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 193. 634. Ernst Christoph Homburg, geb. 1607 zu Mühle bei Eisenach,+ 1681 als Rechtskonsulent in Naumburg. 64. 129. 168. Johann Horn( Roh),+ 1547 als Senior der böhmischen Brüderkirche zu Jungbunzlau, Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1544. 58. Caspar Suberinus, Pfarrer zu Augsburg, dann zu Nürnberg, wo er 1553 starb. 546. Wilhelm Hülsemann, geb. 1781 zu Soest in Westfalen,+ 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. 507. Johann Job, geb. 1664 in Frankfurt a. M.,+ 1736 als Ratsherr und Baumeister in Leipzig. 651. SB81 dep pie Justus Jonas( Jobst Koch), geb. 1493 zu Nordhausen, Professor des Kirchenrechts in Wittenberg( vorher in Erfurt, nachher in Jena), + 1555 als Superintendent zu Eisfeld in Thüringen. 227. Johann Wilhelm Kellner v. Binnendorf, geb. 1665 zu Ackendorf im Magdeburgischen,+ 1738 als preuß. Hofrat in Halle. 337. Verzeichnis der Dichter. 455 Chriftian Keymann, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen,+ 1662 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 80. 396. Friedrich Gottlob Klopstock, geb. 1724 in Quedlinburg, Sänger des Messias", Bahnbrecher für die neue Blüte deutscher Dichtkunst, + 1803 in Hamburg. 54. 426. 637. 649. Gustav Friedrich Ludwig Kuak, geb. 1806 in Berlin, Prediger an der Bethlehemskirche daselbst,+ 1878 auf einer Reise zu Dünnow in Pommern. 237. Albert Knapp, geb. 1798 in Tübingen, † 1864 als Stadtpfarrer in Stuttgart. 102. 121. 231. 259. Christoph Knoll, geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, † 1621 als Diakonus in Sprottau. 601. Christian Knorr v. Rosenroth, geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, + 1689 als Kanzleidirektor zu Sulzbach in Bayern. 538. Christian Jakob Koitsch, geb. 1671 in Meißen,+ 1735 als Rektor des Gymnasiums in Elbing. 114. 9 Michael Kongeht, geb. 1646 zu Kreuzburg in Ostpreußen, † 1710 als Bürgermeister zu Königsberg. 430. Jonathan Krause, geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien,+ 1762 als Superintendent zu Liegniz. 42. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1768 zu Tedlenburg in Westfalen, + 1845 als Pfarrer zu Bremen. 78. 230. Friedrich Wilhelm Krummacher, geb. 1796 zu Mörs als ältester Sohn des vorigen; 1847-53 Prediger zu Berlin,+ 1868 als Hofprediger zu Botsdam. 252. Johann Sigismund Kunth, geb. 1700 zu Liegniß in Schlesien, † 1779 als Oberpfarrer der Solmsschen Grafschaft zu Baruth. 642. Peter Lackmann, geb. in Lübeck, Schüler A. H. Frances,+ 1713 als Pastor prim. zu Oldenburg in Holstein. 381. 531. Friedrich Adolf Lampe, geb. 1683 zu Bremen,+ daselbst 1729 als Prediger. 112. 281. 366. Ernst Lange, geb. 1650 zu Danzig, t das. 1727 als Ratsherr. 415. Joachim Lange, geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark,+ 1744 als Professor der Theologie in Halle. 541. Laurentius Laurenti( Lorenz Lorenzen), geb. 1660 zu Husum in Helstein,+ 1722 als Kantor und Musikdirektor zu Bremen. 164. 291. 475. 640. Johann Caspar Lavater, geb. 1741 zu Zürich, Pfarrer daselbst, + 1801 infolge der durch einen französischen Soldaten erhaltenen Verwundung. 91. 144. 272. 422. Leopold Franz Friedrich Lehr, geb. 1709 zu Cronberg bei Frank furt a. M., gab mit Allendorf die Köthnischen Sammlungen geistlicher Lieder heraus, † als Diakonus zu Köthen 1744 auf einer Reise in Magdeburg. 292. 329. 376. Johann Leon, geb. zu Ohrdruf in Thüringen,+ 1597 als Pastor in Wölfis. 564. 600. 605. Verzeichnis der Dichter. Ehrenfried Liebich, geb. 1713 zu Probsthayn in Schlesien,+1780 als Pastor zu Lomnik bei Hirschberg. 196. 452. 578. 616. Salomo Liscov( Liscovius), geb. 1640 zu Niemißsch in der Niederlausib,+ 1689 als Diakonus zu Wurzen. 364. 400.0 456 Balentin Ernst Löscher, geb. 1673 zu Sondershausen,+ 1749 als Oberkonsistorialrat und Pfarrer zu Dresden. 280. 294. 447. Matthäus Apelles v. Löwenstern, geb. 1594 in Neustadt in Oberschlesien, † 1648 als Staatsrat in Breslau. 212. 584. Martin Luther, der deutsche Reformator und Begründer des deutschen evangelischen Kirchengesanges, geb. 1483 in Eisleben,+ ebendaselbst 1546. 5. 32. 35. 82. 89 90. 146. 197. 199. 211. 214. 215. 239. 241. 251. 266. 286. 325. 502. 514. 614. 615. Joachim Magdeburg, geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, Prediger zu Efferding in Österreich, von dort 1583 vertrieben und verschollen. 481. Samuel Marot, geb. 1770 zu Magdeburg, Konsistorialrat u. Prediger an der neuen Kirche zu Berlin,+ 1865. 262. Johann Maukisch, geb. 1617 zu Bärtelsdorf in Sachsen,+ 1669 als Senior zu Danzig. 408. Melissander s. Bienemann. Johann Wenker, geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausib,+ 1734 als Pfarrer zu Kemniß in derselben Landschaft. 15. 34. 378. Johann Matthäus Meyfart, geb. 1590 zu Wahlwinkel in Thüringen, + 1642 als Professor und Pfarrer zu Erfurt. 643. Martin Moller, geb. 1547 in Kroppstädt bei Wittenberg,+ 1606 als Pastor prim. zu Görlig. 435. 516. Johann Friedrich Möller, geb. 1789 zu Erfurt,+1861 als Generalsuperintendent zu Magdeburg. 350. Friedrich Karl Freiherr v. Moser, geb. 1723 zu Stuttgart, hessendarmstädtischer Minister und Kanzler,+ im Privatſtande 1798 zu Ludwigsburg. 285. 446. Johann Wühlmann, geb. 1573 in Begau,+ 1613 als Professor und Archidiakonus in Leipzig. 522. Johann Georg Müller, geb. 1651 zu Jauer in Schlesien,+ 1745 als Pfarrer in Schkölen bei Naumburg. 279. s Michael Müller, geb. 1673 in Blankenburg am Harz, Schüler A. H. Frandes, 1704 als Kandidat auf Schloß Schaubeck in Württemberg. 222. Balthasar Münter, geb. 1735 in Lübeck,+ 1793 als Pastor in Kopenhagen. 264. 322. Caspar Friedrich Nachtenhöfer, geb 1624 in Halle,+ 1685 als Pfarrer in Coburg. 77. Christoph Friedrich Neander, geb. 1724 zu Eckau in Kurland, † 1802 als Propst zu Gränzhof in Kurland. 367. 441. 539. Joachim Neander, geb. 1650 in Bremen, Rektor in Düsseldorf,+ 1680 als Prediger zu St. Martini in Bremen. 6. 8. 21. 375. 555. 625. Verzeichnis der Dichter. 457 Johann Christian Nehring, geb. zu Gotha,+ 1736 als Pfarrer zu Morl bei Halle. 420. Caspar Neumann, geb. 1648 in Breslau, gelehrter Theologe, † 1715 des als Pastor prim. zu St. Elisabeth und Inspektor der Kirchen und Schulen in Breslau; Verfasser des Kerns aller Gebete". 41. 43. 267. 537. 547. 560. Georg Reumark, geb. 1621 zu Langensalza in Thüringen,+ 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 482. Erdmann Neumeiffer, geb. 1671 zu Üchtriß bei Weißenfels,+ 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 104. 154. 260. 319. 477. 573. Johann Neunherz, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien,+ 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 167. Heinrich Georg Neuk, geb. 1654 in Elbingerode am Harz,+ 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. 2. 221. 305. 342. Philipp Nicolai, geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck,+ 1608 Tal als Hauptpastor in Hamburg. 405. 650..dog August Hermann Niemeyer, geb. 1754 zu Halle,+ daselbst 1828 als Professor der Theologie, Kanzler der Universität und Direktor der Francischen Stiftungen. 608. Novalis s. Hardenberg. " 1 Johann Olearius, geb. 1611 in Halle, Herausgeber der Geistlichen Singekunst" 1671,+1684 als Oberhofprediger zu Weißenfels. 45. 69. 123. 208. 558. Johann Gottfried Olearius, des vorigen Neffe, geb. 1635 in Halle, + 1711 als Konsistorialrat zu Arnstadt. 62. Martin Opit v. Boberfeld, geb. 1597 in Bunzlau, verdient um die regelrechte Form der deutschen Dichtkunst,+ als Rat und Ge schichtschreiber des Königs von Polen 1639 zu Danzig. 542. Joachim Pauli, geb. 1636 in Wilsnad, Hauslehrer in Berlin, starb nach 1674. 484. 620. Christoph Karl Ludwig Freiherr v. Pfeil, geb. 1712 zu Grünstadt bei Worms, württembergischer Regierungsrat,+ als preußischer Minister 1784 in Deufstetten bei Ansbach. 23. 503. Benjamin Praetorius, geb. 1571 zu Weißenfels,+ 1668 als Pastor in Lissa bei Deligsch. 469. Christoph Praetorius, geb. 1631 zu Stendal,+ daselbst 1713 als Ratskämmerer. 521. Samuel Preiswerk, geb. 1799 in Rümlingen bei Basel, Professor der hebräischen Sprache in Genf,+ 1871 als Antistes in Basel. 385. Christian Heinrich Rudolf Puchta, geb. 1808 zu Kadolzburg in Bayern,+ 1858 als Pfarrer in Augsburg. 581. Johann Jakob Rambach, geb. 1693 in Halle, Herausgeber des ,, Geistreichen Hausgesangbuchs",+ 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 51. 7. 108. 113. 181. 184. 189. 234. 258. 275. 335. 458 Verzeichnis der Dichter. Adam Reißner( auch Reusner), geb. 1496 in Mindelheim bei Düsseldorf, Erzieher und Sekretär beim Feldhauptmann Georg Frundsberg, Anhänger Schwendfelds,+ 1588. 463. Eleonore Fürstin Reuk, geb. Gräfin Stolberg- Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern am Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in Schlesien. 95. Christian Friedrich Richter, geb. 1676 zu Sorau in der Niederlausiz, + 1711 als Arzt am Waisenhause zu Halle. 88. 345. 346. 348. 355. 358. 398. Bartholomäus Ringwaldt, geb. 1530 zu Frankfurt a. D.,+ 1599 als Pfarrer zu Langefeld in der Neumark. 288. 515. 517. 641. Martin Rinkart, geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen,+ daselbſt 1649 als Archidiakonus. 11. 29. Johann Rift, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg,+ 1667 als Pastor zu Wedell bei Altona. 10. 55. 79. 100. 106. 135. 277. 570. 645. Samuel Rodigaft, geb. 1649 zu Gröben bei Jena,+ 1708 als Rektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin. 476. Johann Andreas Rothe, geb. 1688 in Liffa bei Görlig, † 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau in Schlesien. 316. 632. Johannes Rothen, geb. 1797 zu Neuenegg im Kanton Bern, Lehrer in Basel, f daselbst 1876. 412. Friedrich Rückkert, geb. 1789 in Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen in Erlangen und Berlin, † 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Coburg. 56. Christoph Runge, geb. 1619 zu Berlin,+ 1681 als Buchdrucker daselbst, hat in enger Verbindung mit dem Kantor J. Crüger die für das Gesangbuchwesen in Brandenburg grundlegenden Gesangbücher herausgegeben. 445. Johann Friedrich Ruopp, geb. in Straßburg, Pfarrer im Elsaß, + 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät und Inspektor am Waisenhause in Halle. 344. 1618 als Archi= Martin Rutilius, geb. 1550 zu Düben in Sachsen,+ 1618 als Archidiakonus in Weimar. 282. Gottfried Wilhelm Sacer, geb. 1635 in Naumburg, † 1699 als Kammeradvokat in Wolfenbüttel. 97. 172. 582. 631. Christian Friedrich Heinrich Sachfe, geb. 1785 zu Eisenberg in Thüringen, 1860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Altenburg. 627. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 auf Schloß Altenburg,+ 1662 in Weimar. 44. Johann Caspar Schade, geb. 1666 in Kühndorf bei Meiningen, + 1698 als Diakonus an St. Nicolai in Berlin. 130. 306. 327. 365. 384. 465. Martin Schalling, geb. 1532 in Straßburg i. E.,+ 1608 als Pfarrer in Nürnberg. 386. Verzeichnis der Dichter. 459 Johann Scheffler( Angelus Silesius), geb. 1624 in Breslau, herzoglicher Leibarzt in Öls, ward 1653 katholisch,+1677 im Matthiaskloster zu Breslau. 115. 119. 126. 363. 380. 389. 391. 417. 429. 571. Christian Ludwig Scheidt, geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, + 1761 als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 303. Johann Hermann Schein, geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, starb 1630 als Musikdirektor in Leipzig. 611. Hartmann Schenk, geb. 1634 in Ruhla in Thüringen,+ 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Rhön. 53. Anon Seinrich Theobald Schenk, gebürtig aus Hessen,+ 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 652. Max v. Schenkendorf, geb. 1783 in Tilsit, Sänger der deutschen Befreiungskriege, 1817 als Regierungsrat in Coblenz. 73. Michael Schirmer, geb. 1606 in Leipzig, Konrektor am grauen Kloster in Berlin,+ 1673. 68. 202. 585. Johann Adolf Schlegel, geb. 1721 in Meißen, † 1793 als Generalsuperintendent in Hannover. 442. Levin Johann Schlicht, geb. 1681 zu Calbe in der Altmark, † 1723 als Prediger zu St. Georgen in Berlin. 550. Ludwig Heinrich Schloffer, geb. 1663 in Darmstadt, † 1723 als Prediger zu St. Katharinen in Frankfurt a. M. 499. Johann Eusebius Schmidt, geb. 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, + 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. 216. Benjamin Schmoldk, geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, starb 1737 als Pastor prim. zu Schweidnig. 26. 33. 49. 52. 61. 138. 147. 155. 165. 204. 245. 249. 256. 300. 334. 356. 382. 443 455. 462. 500. 553, 562. 572. 604. 607. 613. 621. Eyriakus Schneegak, geb. 1546 zu Buffleben bei Gotha, † 1597 als Pastor zu Friedrichsroda. 96. Johann Schneefing( Chiomusus), geb. zu Frankfurt a. M., † 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 284. Johann Gottfried Schöner, geb. 1749 zu Rügheim in Franken, starb 1818 als Pfarrer zu St. Lorenz in Nürnberg. 357. Johann Hermann Schrader, geb. 1684 in Hamburg, † 1737 als Konsistorialrat und Propst zu Tondern in Holstein. 210. Johann Heinrich Schröder, geb. 1667 zu Springe bei Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. 309. 425: Christian Friedrich Daniel Schubart, geb. 1739 zu Obersontheim in Schwaben, Organist in Ludwigsburg, 1777-1787 Gefangener auf dem Hohenasperg, † 1791 als Hofmusikdirektor in Stuttgart. 302. Johann Jakob Schük, geb. 1640 in Frankfurt a. M., t daselbst 1690 als reichsständischer Rat. 16. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt, geb. Gräfin v. Barby, geb. 1637 zu Rudolstadt,+ daselbst 1706. 93. 315. 580. 624. Verzeichnis der Dichter. Ludämilie Elisabeth Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640 zu Rudolstadt, daselbst 1672 unvermählt. 296. 460 Johann Christoph Schwedler, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, + 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausig. 407. Christian Scriver, geb. 1629 in Rendsburg,+ 1693 als Hofprediger in Quedlinburg. 552. Nikolaus Selnecker, geb. 1530 zu Hersbruck bei Nürnberg,+ nach vielbewegtem Leben 1592 als Professor und Superintendent zu Leipzig. 48. 238. 602. she anal Ludwig Rudolf Freiherr v. Seufft zu Pilsach, geb. 1681 zu Pilsach, + 1718 als sächs. Legationsrat und Dompropst in Naumburg. 597. Elisabeth v. Senik, geb. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hoffräulein am herzoglichen Hofe in Öls,+ 1679. 131. Justus Sieber, geb. 1628 zu Eimbeck, † 1695 als Pastor zu Schandau in Sachsen. 271. Johann Siegfried, geboren 1564,+ 1637 als Superintendent zu Schleiz. 606. modis Philipp Balthafar Sinold v. Schütz( Amadeus Creußberg), geb. 1657 auf Schloß Königsberg bei Gießen,+ nach vielen Reisen und verschiedenen Anstellungen in Reuß, Schlesien, Lausit, Schwaben 1742 als gräflich Solmsscher Geheimrat zu Laubach. 395. 3 August Gottlieb Spangenberg, geb. 1704 zu Klettenberg in Hannover, Bischof der Brüdergemeinde, † 1792 in Berthelsdorf. 352. Philipp Jakob Spener, geb. 1635 zu Rappoltsweiler im Elsaß, Prediger in Frankfurt, Hofprediger in Dresden,+ 1705 als Propst zu St. Nicolai und Konsistorialrat in Berlin. 470. Lazarus Spengler, geb. 1479 zu Nürnberg, Freund Luthers, war Ratsschreiber zu Nürnberg, † 1534 daselbst 308. Paul Speratus( v. Spretten), geb. 1484 zu Rottweil in Schwaben, 1523 in Wittenberg,+ als Bischof von Pomesanien 1551 in Taa Marienwerder. 310. 10) puissa Karl Johann Philipp Spitta, geb. 1801 in Hannover, † 1859 als Superintendent in Burgdorf bei Hannover. 191. 217. 257. 347. 369. 460, 496. 498. Johann Jakob Spreng, geb. 1699 zu Basel,+ daselbst 1768 als Professor der Geschichte. 253. BAK, and Jofua Stegmann, geb. 1588 in Sulzfeld bei Meiningen,+ 1632 als Professor der Theologie und Superintendent in Rinteln. 22. Johann Steuerlein, geb. 1546 in Schmalkalden,+ 1613 als Stadtschultheiß in Meiningen. 94. Gerhard Stip, geb. 1809 zu Norden in Ostfriesland, Herausgeber des ,, Unverfälschten Liedersegens" 1851,+ als Privatgelehrter zu Potsdam 1882. 532. Heinrich Arnold Stockfleth, geb. 1643 in Alefeld bei Hildesheim, + 1708 als brandenburgischer Generalsuperintendent und Hof prediger zu Mönchsberg in Bayreuth. 483. Verzeichnis der Dichter. Ernst Stockmann, geb. 1634 in Lügen, † 1712 als Oberkonsistorialrat in Eisenach. 450. 461 Bictor Friedrich v. Strauß, geb. 1809 in Bückeburg, stand in schaumburg- lippeschem Staatsdienst, lebt in Dresden. 574. Christoph Christian Sturm, geb. 1740 in Augsburg, † 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 152. 368. Julius Karl Reinhold Sturm, geb. 1816 zu Köstrik in Reuß, seit 1857 Pfarrer und Kirchenrat daselbst. 255. 416. 506. Christian Ludwig Taddel, geb. 1706 in Mecklenburg- Schwerin, starb 1775 als Hofrat und Justizkanzleidirektor in Rostock. 162. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 zu Mörs, Bandmacher zu Mülheim a. d. Ruhr, unermüdlicher Laienprediger durch Wort und Schrift, att 1769 in Mülheim. 40. 83. 163. 176. 182. 201. 207. 361. 383. 567. ith gar Balentin Thilo, geb. 1607 zu Königsberg i. Pr.,+ daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. 67. Christoph Tieke( Titius), geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau,+ 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 289. 471. Heinrich Julius Tode, geb. 1757 zu Zollenspieker bei Hamburg, starb 1797 als Ronsistorialrat und Dompropst zu Schwerin. 194. Gottfried Tollmann, geb. 1680 zu Lauban in der Lausib,+ 1766 als Pfarrer zu Leube bei Görlig. 577. Andreas Tscherning, geb. 1611 zu Bunzlau in Schlesien, † 1659 als Professor der Dichtkunst zu Rostock. 488. Jofua Begelin, geb. 1604 in Augsburg, † 1640 als Pfarrer in Preßburg. 169. 583. Christoph Begleiter, geb. 1659 zu Nürnberg,+ 1706 als Professor der Theologie zu Altdorf. 37. Sigismund Beingärtner, um 1600 Prediger im Heilbronnschen. 439. Michael Weiße, geb. zu Neiße in Schlesien, Herausgeber des böhmischen Brüdergesangbuchs von 1531,+ 1542 zu Neutomischl in Böhmen. 65. 133. 617. Georg Weissel, geb. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, † 1635 als Pfarrer in Königsberg. 66. 160. 402. Georg Werner, geb. 1589 in Preußisch- Holland, † 1643 als Diakonus zu Königsberg i. Pr. 85. 118. Johann Joseph indifer, geb. 1670 zu Ludka in Sachsen- Altenburg, + 1722 als Ronsistorialrat und Domprediger in Magdeburg, viel angefochten wegen seiner Bemühungen um die Union der evangelischen Kirchen. 371. 373. 464. Jakob Gabriel 28off, geb. 1684 in Greifswald,+ 1754 als Professor der Rechte in Halle. 374. 434. 448. Ernst Gottlieb Woltersdorf, geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, +1761 als Pfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 38. 141. 273. 635. Daniel Wülffer, geb. 1617 zu Nürnberg, † 1685 als Antistes an der Lorenzfirche und Konsistorialrat daselbst. 646. Verzeichnis der Dichter. Johann Friedrich 3ihn, geb. 1650 zu Suhl in Thüringen,+ daselbst 1719 als Archidiakonus. 454. 462 Johann Christian Zimmermann, geb. 1702 zu Langenwiese bei Jl. menau in Thüringen, Propst zu Ülzen in Hannover, † 1783. 351 Christian Renatus Graf Zinzendorf, des nächstfolgenden Sohn, geb. 1727 in Herrnhut, † 1752 in London. 120. Nikolaus Ludwig Graf Zinzendorf, geb. 1700 in Dresden, Stifter und Bischof der Brüdergemeinde,+ 1760 in Herrnhut. 213. 219. 243, 304, 338. 404. 491. 636. 638. Georg Joachim Zollikofer, geb. 1730 zu St. Gallen, † 1788 als Prediger zu Leipzig. 362. Johann Zwick, geb. 1496 zu Constanz, brach durch das Zürcher Gesangbuch von 1536 dem Kirchenliede Bahn in der reformierten Kirche, tals Pfarrer von Constanz 1542 an der Pest zu Bischofszell, wo er das durch die Seuche verwaiste Pfarramt vertrat. 170. Von unbekannten Dichtern stammen folgende 44 Lieder: Aus der Zeit vor der Reformation: 145. 171. Aus dem 16. Jahrhundert: 153. 265. 473. 519. 525. 535. 545. 549. 563, 576. , 17. 11 18. " 19. " 1 : 109. 117. 177. 203. 293, 295. 298. 394. 436. 453. 461. 489. 556. 569. 588. 589. 595. 610. : 74. 173. 205, 268, 336, 387 419. 421. 427. 433. 466. 520 : 179. 185. Anhang zum evangelischen Gesangbuch für die Provinz Brandenburg. pundne udprls schlilopripas indusónar vor ni zit I. Gebete. A. Morgen- und Abend: Gebete. 1. Morgen- Gebete. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast; und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir alle mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Luther. Für den Sonntag. 1. Heiliger, dreieiniger Gott! In der Frühe loben wir dich und preisen dich und benedeien deinen allerheiligsten Namen. Wir danken dir, gütiger Gott und Vater, daß du uns diese Nacht so gnädig und väterlich behütet und bewahret und abermals diesen Tag haft erleben lassen, damit wir deine ewigen Güter empfangen. Ach heiliger Vater, gieb uns reine Herzen und entzünde sie durch das Feuer deiner Liebe, daß wir dir mit Leib, Seele und Geist uns zum Opfer darbringen. Laß uns an diesem deinem heiligen Ruhetage in dir ruhen und habe du dein Werk in uns, daß wir dir zur Ehre und uns zum Segen diesen Tag feiern mögen, in der Gottseligkeit wachsen, im Geist start werden, und deine Gnade bei uns bleibe für und für. Gg 466 Morgen- Gebete. Öffne uns das Ohr, Herr Jesu Christe, und gieb uns gläubige Herzen, daß wir hören, wie du uns zu dir rufest, und deiner Stimme gern folgen. Gieb uns fröhliche Herzen, zu gehen zu deinem heiligen Haus, da deines Namens Gedächtnis gestiftet, dein Segen und Ge meinschaft mit dir verordnet ist, und deine Gemeinde dir lobsinget. Ach leutseliger Herr Jesu, an diesem Tage bist du auferstanden von dem Tode; so hilf, daß auch wir auferstehen aus dem Tode der Sünde und hinfort allein in dir leben und du in uns. Ja bekleide, schmücke, heilige du uns heute und alle Tage zu deiner Wohnung. Herr Gott heiliger Geist, öffne uns die Thür zum Leben durch Erleuchtung unsrer Herzen, daß wir die Weide deiner göttlichen Lehre und deines Trostes finden, die Stimme unsers Erzhirten Jesu in uns hören, durch den Glauben zu ihm eingehen und durch die Liebe ihm gehorchen. Laß diesen seligen Ruhetag uns einen Vorschmack sein der ewigen Ruhe bei dem Herrn. Also befehlen wir uns heut und allezeit in deine Hand, o du großer, dreieiniger Gott; du wollest jetzt und immerdar unser treuer Gott sein und bleiben von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Ich danke dir, gütiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, daß du mich diese Nacht so gnädig behütet und bewahret und mich abermals diesen Tag haft erleben lassen, an welchem ich von aller Arbeit meiner Hände ruhen soll, damit dein Geist durch den Segen deines heiligen Wortes sein Werk in mir habe. Wie treulich hast du dafür gesorgt, daß wir mitten im unruhigen Leben einmal ſtill stehen können, unsre Herzen zu dir emporrichten und bedenken, was zu unserem Frieden dient. Ach Gott! laß mich diesen Tag nicht allein heilig anfangen, sondern auch heilig fortseßen und heilig vollenden! Mein Gott und Vater, thue allen, die heut dein Wort hören, das Herz auf. Gieb den Lehrern und Dienern deines Wortes die Gabe deines Geistes und salbe die Lippen, die deines Namens Ehre verkündigen. Laß das Wort der Predigt nicht leer zu dir zurückkommen, sondern ausrichten, wozu du es sendest. Mehre die Zahl deiner Gläubigen aller Orten, insonderheit in dieser Gemeinde. Laß mir und allen den lieben Meinigen den heutigen Tag zu einem ewigen Segen werden. Tröste die, so heut in Einsamkeit und Traurigkeit leben müssen, deren Seele vergeblich sich sehnt nach deinen Vorhöfen. Bringe sie und alle, die deinen Namen lieb haben, dahin, daß wir dein Angesicht ewiglich schauen und mit den Engeln immerdar singen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Amen. Morgen- Gebete. 467 Für die Wochentage. 1. Wache auf, der du schläfft, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten! O du barmherziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum gesund haft lassen von meinem Lager aufstehen und meinen Leib vor Schaden und meine Seele vor Sünden bewahrt hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen und unter demselben so mächtig bewahret werden. Ich schaue nach der Finsternis wieder das Sonnenlicht. Gieb mir Gnade, daß ich diesen ganzen Tag in deinem Lichte wandle und alle Werke der Finsternis fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt gedient und mich nach der Welt Thorheiten und Gewohnheiten gerichtet habe, wofür ich einst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfre mich hingegen dir ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und gedenken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir möge geheiliget sein. Ja laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als dein Kind in deinen Armen gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgend hin, als zu dir. Ich klopfe an deine Gnadenthür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättigt mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rat, wenn ich Rat bedarf; richte meine Anschläge und Vornehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flammen deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werken zeige und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, auf daß ich ohne Gewissenswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr mein Gott, so schweige mir nicht. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet der Elenden, Traurigen, Kranken und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden! Amen. 2. Herr, himmlischer Vater, ewiger Gott, gelobt sei deine göttliche Kraft und Allmacht, deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser Nacht mit deiner Hand bedecktet und unter dem Schatten deiner Flügel ganz sicher haft ruhen und schlafen lassen. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und will dich in der Gemeinde preisen. Dein Lob soll immerdar in meinem Munde sein, nimmermehr soll meine Seele vergessen, was du mir Sg 2 468 Morgen- Gebete. Gutes gethan hast. So laß dir das Morgenopfer gefallen, das ich dir in Einfalt meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüt: du wollest mich diesen Tag behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seele und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgieb mich rings mit deinem Schilde und führe mich auf den Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandle in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feinde und allen Ärgernissen dieser Welt; dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, rede oder gedenke, denn allein, was dir gefällig ist und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereicht. Siehe, mein Gott, ich übergebe mich ganz und gar zu eigen in deinen Willen mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, heiliger Bater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigentum sein, regiere mein Herz, Seele und Gemüt, daß ich nichts, denn dich wisse und verstehe. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken, frühe will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum! Amen. 3. O du frommer und getreuer Gott, himmlischer Vater, ich lobe, ehre und preise dich von Grund meines Herzens, daß du mich diese vergangene Nacht hast sicher ruhen und schlafen lassen und durch deine väterliche Liebe mich frisch und gesund wieder erweckt haſt. Ich bitte dich von Herzen, du wollest mich und alle frommen Christen heut diesen Tag und allezeit vor allem Übel und Gefahr Leibes und der Seele gnädig behüten, damit ich alle Tage in deinem Willen erfunden werden möge. In deinen göttlichen Schuß und Schirm befehle ich mich, mein Leib und Seele, Herz und Sinn, Mut und Gedanken; all mein Dichten und Trachten, mein Stehen, mein Sißen und Liegen, meinen Eingang und Ausgang, mein Leben und Sterben und alles, was ich bin und vermag. Sei und bleibe bei mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 4. Mein Herr und mein Gott, in deinem Namen gehe ich nun hin, heute diesen Tag die Werke meines Berufs zu verrichten, und befehle dir hiermit meinen Leib und meine Seele, Weib( Mann) und Kind, Haus und Hof, mein Gut und Ehre und alles, was ich habe. Nimm uns in deinen göttlichen Schuß, breite deine Gnadenflügel über uns; erfülle uns mit deinem göttlichen Segen und führe uns durch dieses Zeitliche ins Ewige durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 469 Morgen- Gebete. 5. Herr Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schuß, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übles begegnen und feine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum findlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heut an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und mein Tagewerk. Laß mir in allen meinen Geschäften dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende zu deines Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen auf das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröh liches und seliges Ende! Amen. 6. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens! Ich danke dir und rühme deinen herrlichen Namen. Leben und Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Du haſt mich behütet und mit deinem starken Arm beschirmet; deine Barmherzigkeit ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Laß meinen Mund deines Ruhmes täglich voll sein und vergieb mir alle meine Sünden. Thue mir wohl nach deiner Barmherzigkeit. Weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn. Laß mir auch heute deine Gnade widerfahren; verlaß mich nicht und ziehe die Hand nicht ab von mir. Herr mein Gott! sei mir freundlich und fördere das Werk meiner Hände. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich. O Gott, groß von Rat und mächtig von That, stärke mich durch deinen guten Geist, daß ich deinen Namen fürchte. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. ( Für den Montag.) Bei diesem Anfang der Wochenarbeit rufe ich zu dir, o heiliger Vater, im Namen Jesu Christi, du wollest mein Herz, Mut und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, damit ich allein das thue, rede und denke, was du selber in mir willst und wirkest. Ach vereinige 470 Morgen- Gebete. meine Gedanken und Sinnen mit dir durch die Liebe Christi und reinige mein Gewissen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehorsam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein Leben lang. Stärke mich mit deiner Kraft, mache mich aufrichtig, dir und meinem Nächsten in Liebe zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines verderbten Herzens und böser Menschen streiten. Hilf mir die Last dieser Woche tragen; leite mich wie ein lieber Vater, und mache mich findlich gehorsam. Sprich selbst deinen Segen über meine Arbeit und gehe mir mit deiner Weisheit vor, damit ich recht fröhlich und getrost darinnen, aber auch gewissenhaft und treu sei. Ja werde du selbst in mir und allen meinen Dingen Anfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und meinem Heile. Amen. ( Für den Freitag.) O Herr Jesu Christe, du einiger Heiland der Welt, zu dir erhebe ich mein Herz, Mut und Sinn und danke dir, daß du mich durch deine unerschöpfliche Barmherzigkeit und Liebe in dieser Nacht wider des bösen Feindes List und Gewalt frisch und gesund behütet haſt. Herr Jesu, du bist mein Gut und mein Erbteil, mein Heil steht in deinen Händen; ich weiß auch von keinem Helfer weder im Himmel noch auf Erden, als von dir allein. Darum bitte ich dich um deiner unaussprechlichen Marter und Angst und um deines allerschmählichsten Todes willen, den du, liebster Herr Jesu, am heutigen Tage aus großer Liebe für mich armen Sünder hast gelitten, du wollest mir gnädig und barmherzig sein und mich heute diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens segnen und behüten und bewahren vor allem Übel, von dieser mühseligen Zeit an, bis du mich zur ewigen Freude und Seligkeit abforderst. Alles um deines allerheiligsten Namens und um deiner gefreuzigten Liebe willen! Amen. 2. Abend Gebete. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädig behütet hast; und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Luther. A Abend- Gebete. 471 Für den Sonntag. 1. O Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir danken dir höchlich und allezeit, daß du uns nach dem überschwenglichen Reichtum deiner Gnaden hast gebracht zu dem Schaß deines Wortes, darinnen wir haben die Erkenntnis deines lieben Sohnes, das ist ein sicher Pfand unsers Lebens und unsrer Seligkeit, die im Himmel zukünftig ist und bereit allen, die in reinem Glauben und brünstiger Liebe beständig bis ans Ende beharren. Wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit allen Auserwählten, in Einem Sinne, zu gleichem Bilde deines lieben Sohnes Jefu Christi unsers Herren. Amen. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Vergieb mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heut aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage von den Toten auferstanden ist, also verleihe mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schuß nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschüße mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gieb durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit! Amen. Für die Wochentage. 1. Ich liege und schlafe und erwache, denn der Herr hält mich! du heiliger, gütiger und allein weiser Gott, du hast mich heute diesen vergangenen Tag wiederholt erfahren lassen, daß du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden; du hast nach deiner unendlichen Güte für mich gesorgt, daß es mir nicht an irgend einem Gut gemangelt hat. Ach Herr, ich bin zu Abend Gebete. geringe aller Güte und Treue, die du täglich an mir beweisest. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthaten, die er an mir thut, an mir, der ich nur Staub und Asche bin. Verschmähe nicht das de mütige Lobopfer, das ich dir in dieser Abendstunde bringe, und schaue mich ferner in Gnaden an. Vergieb mir, o gnädiger Gott, was ich an diesem Tage in Gedanken, Worten und Werken gegen dich be gangen habe. Gieb, daß ich mit meinen Kleidern zugleich alle bösen Gewohnheiten, Sünden und Unarten ausziehe, dieselben morgen und mein ganzes Leben hindurch hasse und lasse; daß ich nach dem vorigen Wandel den alten Menschen ausziehe und ihn nie wieder anziehe. Laß mich die bevorstehende Nacht mit allen meinen Verwandten und Hausgenossen unter deinem Schuße sanft und ruhig schlafen. Die Sonne verbirgt sich; laß, o Jesu, du Sonne der Gerechtigkeit, deinen Glanz immer in meinem Herzen leuchten. Erneure im Schlaf meine Kräfte, damit ich munter und fröhlich den Tag erlebe. Wacht ein Hirte bei seiner Herde, so laß mich auch deiner Hirtentreue an Leib und Seele befohlen sein In Traurigkeit erfreue mich, im Elend erquicke mich; wenn ich verlassen bin, so nimm dich meiner herzlich an. Laß deine Allgegenwart und dein allsehendes Auge bei Tag und Nacht mich von Sünden abhalten. Ich hebe auch bei anbrechender Nacht meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! Amen. 472 2. O allmächtiger, ewiger, gnädiger und barmherziger Gott, der du gesagt haft: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten" ich bitte dich, erbarme dich mein und vergieb mir meine Sünde. Gieb mir deinen heiligen Geist, der mein Herz allezeit mit himmlischem Trost erfülle. Ich schlafe oder wache, ich liege oder stehe auf, so hilf mir, wie du weißt, daß mir am besten geholfen wird an Leib und Seele. Du vermagst alles, du bist Gott und Herr über alles, es steht alles in deinen Händen. Gedenke an deine Barmherzigkeit und Ver heißung, ja gedenke des vollkommenen Gehorsams deines lieben Sohnes Jesu Christi, durch welchen ich dir gänzlich versöhnt bin. Um des willen sei mir heute und allezeit gnädig Und wenn es ja sein sollte, daß ich nach deinem väterlichen Willen mit Gefahr, Kreuz und Unglück oder auch mit dem Tode sollte heimgesucht werden, so wollest du mich auch heimsuchen mit deinem himmlischen Troste, Segen und Gnade. Ohne deinen Willen, o Herr, kann mir nichts widerfahren. Ob ich schon wandle im finstern Thale, so bist du doch bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Auch alle meine Haare auf meinem Haupte hast du gezählt. Wovor sollte mir grauen? Ich lebe oder sterbe, so bin ich dein und darum nicht verloren, sondern ewig selig durch Jesum Christum! Amen. Abend- Gebete. 473 3. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich lobe und preise dich, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schuß den vergangenen Tag hast vollenden und seine Last und Plage hast überwinden lassen. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles, was ich diesen Tag an Leib und Seele Gutes aus deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die on täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, das mir diesen Tag hätte begegnen können, und bitte dich herzlich und findlich: vergieb mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Ach! sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Laß heut alle meine Sünde mit mir absterben, und gieb, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe! Segue meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traum die Himmelsleiter sah und die heiligen Engel, und den Segen empfing: daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich denke, wenn ich erwache, daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich schlafe oder wache. Siehe, der uns behütet, schläft nicht; siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht! Sei du, o Gott, mein Echatten über meiner rechten Hand; laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich her lagern. Wecke mich morgen zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein sollte, und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn! Amen. 4. O Herr, nun schließe ich meine Augen; du aber, Hüter Israels, schläfft und schlummerst nicht; du behütest mir Leib und Seele. Nun wird es finster um mich her; laß mir das Licht deines Angesichtes leuchten und sei mir gnädig. Nun vergesse ich Sorge und Kummer; nun schweigen meine Lippen: laß meine Seele auch im Echlafe zu dir beten. Herr, heilige meine Ruhe; reinige mein Herz, daß kein unreiner Traum mein Herz beflecke und deinen Geist betrübe. Sei du mein Traum, meine Freude und Wonne, daß ich aufwache und deinen Namen preise, daß er so heilig und wunderbar und gütig ist. Amen. 5. Sammle, o Gott, alle meine Kräfte und Gedanken nur in dir, als in dem Brunnquell meines Lebens, damit ich dir würdiglich danken möge durch Jefum Christum, deinen Sohn, weil du mich heute so reichlich begnadet und mir beigestanden hast. Nun befehle ich dir auch in solchem Vertrauen mein ganzes Wesen und Leben, wie auch alles andre zu deiner Verwaltung. Ja ich fliehe wider alle meine Feinde 474 Abend- Gebete. in dein liebevolles Herz und suche meinen Frieden in dir allein, weil mich sonst im Himmel und auf Erden nichts stillen und vergnügen kann. So wirke du nun allein in meinem Gemüt, damit keine andere Kraft an mir hafte. Schließe du selbst um deinen Tempel, mein Herz, deine Mauer, so kann ich wohl sicher ruhn und mit allem zufrieden sein, wie du mit mir verfahren willst. Denn ich bin dein, und dein Sohn hat mich teuer erkauft, daß ich zugleich mit ihm leben soll, ich wache oder schlafe. Darum lebe, ruhe und schlafe ich nicht mir, sondern dir. Das schaffe du selbst in mir durch Christum im heiligen Geist allezeit. Amen. Selbstprüfung am Abende. 6. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Menschen thun? Also spreche ich jetzt, du gnädiger und liebreicher Gott, in dieser Abendstunde und sage dir demütigen Dank, daß du mich diesen Tag unter deinem väterlichen Schuß und Segen haft zurücklegen lassen. Herr, deine Güte ist groß, und deine Barmherzigfeit hat kein Ende. Ach mein Gott, wie geschwind gehet doch ein Tag dahin; siehe, meine Tage sind eine Hand breit vor dir, und mein Leben ist ein Nichts vor dir. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Wir müssen ja alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, daß ein jeder empfange, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Darum richte ich mich selbst und frage: meine Seele, wie hast du heute den Tag hingebracht? Hast du auch etwas Gutes gedacht? Ist Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder haft du ihn mit vorsäglichen oder unwissentlichen Sünden von dir gestoßen? Mein Mund, was hast du heute geredet? Hast du gesprochen, was ehrbar, was recht, was lieblich, was wohllautet? Ist das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden, oder bist du von Narrenteidingen und unnüßen Worten übergeflossen? Wo seid ihr hingegangen, ihr Füße? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr Hände? Worauf habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, wonach habt ihr gesehen? Was ist heute dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Ach, mein Gott! Wenn ich auf alle diese Fragen antworten soll, wie werde ich bestehen? Ach Herr, nimm weg mit dem entweichenden Tage meine Übertretungen. O Jesu, tilge meine Sünden mit deinem heiligen Blut. O heiliger Geist, versichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, ehe ich noch einschlafe, damit ich nicht, wenn diese Nacht die letzte sein sollte, verloren werde. Mein Vater, deine Liebe decke mich und die Meinigen. Mein Jeju, in deinen Wunden ruhe ich sanft und wohl. O heiliger Geist, thue du den letzten Seufzer in meinem Herzen, mit welchem ich meinen Geist in die Hände Gottes befehle! Amen Abend- Gebete. 475 ( Für den Freitag.) Herr Jesu, barmherziger Heiland! Laß uns diesen Abend mit Danken vor dein Angesicht kommen. Jeder Tag ist ein Gnadengeschenk deines und unseres Vaters im Himmel; seine Güte und dein Verdienst ist es, daß wir nicht gar aus sind. Wie dürften wir armen Sünder hoffen zu leben, wenn du nicht für uns gestorben wärst! Laß uns auch heute nicht vergessen, was es dich gekostet hat, uns zu er: lösen; und laß den Segen deines Leidens und Sterbens an uns nicht verloren sein. Gedenke unser auch ferner in Gnaden und laß uns deiner Treue Tag und Nacht befohlen sein. Nimm alle, die dich lieben, in deine Hände und an dein Herz und laß uns in dir fröhlich ruhen. Gieb in dieser Nacht allen Weinenden Trost, allen Mühseligen und Beladenen süße Erquicung, allen Friedlosen verleihe deinen Frieden, allen Kranken sanfte Ruhe, allen Sterbenden die selige Hoffnung der Auferstehung. Herr Jesu, bei dir allein ist ewiger Friede; zu dir fliehen wir heute Abend: zu dir wollen wir dereinst auch unsre Zuflucht nehmen, wenn der Abend unseres Lebens naht, daß wir in dir sanft und selig einschlafen zum ewigen Leben! Amen. ( Für den Sonnabend.) Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Ja Lob und Preis und Dank sei dir gesagt, Herr unser Gott, daß du uns diese ganze Woche über so gnädiglich behütet und bewahret hast! Bis hieher hat uns der Herr geholfen! So rühmen wir mit dankbarem Herzen. Nun befehlen wir uns auch getroft für diese Nacht in deine treuen Hände und bitten dich, du wollest uns unter deinem gnädigen Schuß und Schirm sicher ruhen lassen. Ach Herr, wir haben solche deine Güte und Treue nicht verdient, denn wir sind abgewichen von deinen Rechten und Geboten, haben auch in dieser vergangenen Woche dich oftmals betrübt mit unseren Sünden, du aber bist gnädig und barmherzig und deckest unsre Übertretung zu um Jesu Christi willen. Darum kommen wir getrost zu dir und flehen dich an, du wollest uns in dieser Nacht gnädiglich behüten vor Gefahr und Schaden, wollest deine Hand halten über diesem Hause und allen deinen Heiligen und Geliebten, daß kein Unfall uns schrecken mag. Wir wollen ganz in Frieden ruhen und schlafen, denn du bist bei uns, dein Auge wachet über uns. Gieb heiligen Frieden und Ruhe allen Menschen, insbesondere allen Betrübten, Elenden, Kranken und Sterbenden, und sende deine lieben Engel aus, daß sie mit himmlischen Waffen gerüstet steyen um alle die Deinen. Laß uns morgen mit Freuden erwachen, daß wir deinen heiligen Tag recht mögen feiern und in deinem Hause dich anbeten mit allen Gläubigen, und walte über uns bei Tag und Nacht, daß wir verharren in deiner Liebe und Tisch- Gebete. Gemeinschaft und dereinst in Frieden zur letten Ruhe mögen eingehen und darnach mit Frohlocken auferstehen zum ewigen Sabbath deiner Heiligen im Himmel! Das wollest du uns verleihen aus lauter Gnade und Barmherzigkeit durch Jesum Christum! Amen. 476 B. Tisch- Gebete. 1. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Diese Epeise segne uns Gott der Vate der Sohn und der heilige Geist! Amen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Luther. 2. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 3. Segne, Vater, diese Speise, uns zur Stärkung, dir zum Preise. Amen. 2. Nach dem Essen. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Amen. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen Sohn für alle deine Gaben und Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Luther. 2. Herr, habe Dank für Speis und Trank; du wollest, fromm zu leben, uns deine Gnade geben! Amen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not; du bist das wahre Lebensbrot! Amen. Fest- Gebete. 477 C. Fest Gebete. 1. Advent. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken deiner Gnade, daß du uns deinen Sohn gesandt hast und ihn gesetzt hast zum König der Gerechtigkeit und zu unserm Heiland und Erlöser, der uns aus dem Reich der Finsternis errette und uns Gerechtigkeit, Heil und Seligkeit verleihe. Wir bitten dich aber auch, erleuchte uns in seiner Erkenntnis und stärke uns im rechten, wahren, christlichen Glauben, daß wir ihn für unsern König und Seligmacher halten, annehmen und loben und mit unsern Gaben und Kräften, mit allem, was wir von dir Gutes haben und vermögen, ihm unterthan sein und ihm dienen mögen, und er seine Wohnung unter uns und in uns habe, und wir allezeit in seinem Reiche und in seinem Gehorsam und Dienste bleiben. Neige der Fürsten und Gewaltigen Herz und Willen, daß sie dem Könige aller Könige und Herrn der Herrlichkeit aufthun ihre Pforten und Thore; laß ihn einziehen in ihre Lande, Städte und Kirchen, daß er seine Herberge bei ihnen habe und mit seinem Wort und Geist regiere und herrsche. Eteure dagegen und wehre allen denen, die Christo die Pforten zuschließen und ihm den Eingang wehren, oder ihn gar vertreiben und von sich stoßen. Mache ihr böses Vornehmen und ihre Anschläge zunichte. Beweise deine Macht und Barmherzigkeit an den armen Menschen, die noch in den Banden des Aberglaubens und in der Trostlosigkeit des Unglaubens, in gottlosem Wesen und falscher Lehre gefangen sind, daß Christus auch zu ihnen komme und sein Reich des Lichts, der Wahrheit und Gerechtigkeit bei ihnen aufrichte. Erscheine auch mit Trost und Hülfe allen, die in Trübsal, Not und Anfechtung sind, und laß sie dein Nahesein spüren und durch deine Gnade aufgerichtet werden, damit du, ewiger Vater, samt deinem einigen Sohn und dem heiligen Geiste mit Lob und Preis und Anbetung deines heiligen Namens gerühmet und geehret werdest! Amen. 2. Weihnachten. 1. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ge= lobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Du hast Großes an uns gethan, des bin ich fröhlich; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr. Ich danke dir von Herzen, daß du solche Liebe uns erzeigt und deinen eingebornen Sohn gegeben hast, auf daß wir nicht verloren werden, sondern das ewige Leben 478 Fest- Gebete. haben. Preis und Ehre sei dir, Herr Jesu! Du bist ein Menschen. find geworden, auf daß wir Gottes Kinder würden; du bist arm geworden, auf daß wir reich würden; du hast dich zur Knechtsgestalt erniedrigt, auf daß wir zum Bilde Gottes erneuert und zum Himmel erhoben würden. Wir saßen alle in Finsternis und Schatten des Todes; da bist du uns die Sonne der Gerechtigkeit geworden, haſt uns zugewendet die herzliche Barmherzigkeit Gottes; hast Frieden und Freude herniedergebracht und läsfest uns aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade. Darum frohlocket auch meine Seele und singet: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! O lieber Herr und Heiland, ziehe nun ein in mein Herz, das nach dir verlangt, und erfülle es mit allen Gaben deiner Güte und Barmherzigkeit. Regiere mich mit deinem heiligen Geiſte und heile mich vom Elende der Sünde. Verleihe mir Trost in allem Leide, Hülfe in aller Not, Kraft zum Widerstande in allen Anfechtungen des bösen Feindes, Beständigkeit in allen Versuchungen der Welt und meines sündlichen Fleisches und endlich den Sieg im letzten Kampfe. Erbarme dich mit deiner Heilandsliebe über mich und alle, die dein eigen sind, und gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Amen. 2. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unsrer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich ge nommen, auf daß er uns von Sünden, Tod und Teufel erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versette. Gelobt sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich! Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebelang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie vor allen Dingen bei ihrer Regierung das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigfeit herrschen möge. Siehe deine bedrängte Kirche in Gnade an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus allen Nöten. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, daß sie sich deiner Güte freuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, die in Not und Trübsal seufzen, eine tröstliche Christfreude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an Fest- Gebete. das Licht der Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 479 3. Jahreswechſel. 1. Wir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Jsraels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verfloffene Jahr, wie auch die ganze Zeit unseres Lebens hindurch an uns gethan hast. Denn ob wir zwar bekennen müssen, daß wir alle vielfältig ge fündigt haben und deinen Geboten ungehorsam gewesen sind, und du daher nicht Unrecht gethan hättest, wenn du uns gerichtet hätteſt, wie wirs verdient haben, so ist dennoch deine Barmherzigkeit zu groß, daß du nicht gethan nach deinem Zorn; denn du bist Gott und nicht ein Mensch und bist der Heilige unter uns. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. Du hast alle unsere Sünden hinter dich geworfen und uns dieselben vergeben. Du hast alle unsere Gebrechen geheilet, unser Leben vom Verderben erlöset und uns gekrönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regimente in stiller Ruh und gutem Frieden, wie Christen gebühret, unser Leben haben vollführen mögen. Du hajt uns viel Gutes gethan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, daß wirs nicht alles zählen können. Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns soviel Gutes gethan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettet hat aus ihren Ängsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn! Gelobet sei der Herr ewiglich! Amen. 2. Herr, allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Tag und Nacht ist dein, du machest, daß Sonne und Gestirne ihren gewissen Lauf haben, Sommer und Winter machest du. In deiner Hand sind wir selber und unser Leben und alle unsre Wege. Weil wir denn heute durch deine Güte und Allmacht ein neues Jahr anfangen, so kommen 480 Fest- Gebete. wir vor dein heiliges Angesicht und rufen zu dir, daß du uns, Gott, erhören wollest. Neige deine Ohren zu uns, laß unser Gebet dir zu Ehren und zu unserem Besten geschehen. Erleuchte und bekehre uns, daß wir von uns ablegen den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist; gieb Gnade, daß wir das ungöttliche Wesen ver: leugnen, hingegen anlegen die Waffen des Lichts und ehrbarlich wandeln als am Tage. Gott, sei uns gnädig und segne uns in der Kirche: lege dein Wort in den Mund unsrer Prediger, daß sie mit freudigem Aufthun desselben das Geheimnis des Evangelii fund machen, uns lehren, trösten, vermahnen und strafen mit ganzem Ernst. Segne unsre Obrigkeit und gieb ihr wahre Furcht Gottes, Weisheit und Verstand, seliglich und wohl zu regieren, Friede und Einigkeit zu erhalten, auf daß wir unter ihrem Regiment noch länger haben mögen Gottes Wort, zeitlichen Frieden und Nahrung. Siehe auf den Hausstand und fördere das Werk unserer Hände. Hilf, daß Eltern Freude an ihren Kindern haben, die Kinder aber die Eltern ehren. Hilf, daß Brüder eins seien, die Nachbarn sich lieb haben, Mann und Weib sich wohl mit einander begehen. Siehe an die Thränen der Witwen und Waisen, verachte nicht ihr Gebet und ihre Klagen. Rette alle, die in Kreuz und Trübsal, in Krankheit und anderen Anfechtungen sind. Tröste alle, die um deines heiligen Namens und um der Wahrheit willen verfolgt werden; gieb ihnen Geduld und Trost, daß sie in allem deinen väterlichen Willen erkennen. Hilf den Armen, daß sie sich genügen lassen und in dir reich sein lernen. Behüte die Reichen, daß sie nicht stolz seien, sondern auf dich, den lebendigen Gott, hoffen, der du ihnen allein darreichst, was sie genießen. Himmlischer Vater, du weißt, was wir bedürfen, darum beschere uns, was uns gut ist, zeitlich und ewiglich. Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn, daß wir alles, was du uns befiehlst, hören und thun und davon nicht weichen weder zur Rechten noch zur Linken. Steure allen Feinden und befehre, die noch ferne von dir sind; segne alle frommen Herzen, und wenn du uns in diesem Jahre willst aus diesem Jammerthale abfordern, wie wir denn nicht wissen, was heute oder morgen sich begeben mag, ach Herr, so erzeige uns die Gnade und nimm unsern Geist weg in Frieden und laß uns selig einschlafen in deinem lieben Sohn, unserm Heilande Jesu Christo! Amen. 4. Epiphanienzeit. Großer Himmelskönig Jesus Christus, dir sagen wir demütigen Dank, daß du nicht allein zur Freude deines auserwählten Volkes, sondern auch zum Troste der Heiden gekommen bist, uns zu Mit: genossen deiner Gnade und deines Reiches gemacht und uns solches geoffenbaret hast. Wie sollen wir dich für deine Wohlthat genügsam 481 preisen! Wir waren außer der Bürgerschaft Israels und fremd von dem Testament der Verheißung, wir hatten keine Hoffnung und waren ohne dich in der Welt. Aber du hast uns herzugeführt, uns zu Bürgern mit den Heiligen und zu deinen Hausgenossen gemacht. Ach laß dein Wort den Stern sein, welchem wir folgen, um dich im Genusse deiner Gnade gewiß zu finden. Und ob wir uns durch unsere eigenen Gedanken von deinem Licht und Stern haben abwenden lassen, so bringe uns doch gnädig wieder zurecht und laß uns nicht auf Irr: wegen fortgehen. Laß uns auf dein Wort achten als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Orte; laß in unsern Herzen den Tag selbst anbrechen und den Morgenstern aufgehen, daß wir dich sehen in deinem Lichte und dich anbeten in tiefster Demut, Liebe und Ge horsam, ja alles das Unsrige und uns selbst dir zu opfern und darzulegen willig seien. Solches thue um deines herrlichen Namens willen. Amen. Fest- Gebete. 5. Passionszeit. 1. Herr Jesus Christus, der du uns armen verlorenen Sün: dern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wiedergebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und seligmachenden Tod und bitten dich: erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb uns Gnade, die ewige Wohl: that der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende uns deines blutigen Todes, uns zur ewigen Seligkeit, freuen und trösten mögen, o Herr Jesus Christus! Amen. 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du uns arme Sünder ohne unser Werk, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Blutvergießen und Sterben erlöset hast. D Herr Jesu, wie groß ist dein Leiden, wie schwer deine Bein; wie viel ist deiner Marter, wie tief deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod, wie unaussprechlich ist deine Liebe, mit der du uns deinem himmlischen Vater versöhnet hast! Du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Friede hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet. Herr Jesu Christe, für alle deine Marter und Bein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich, laß dein heiliges bitteres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, es auch also begehen und $ b 482 Fest Gebete. betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde ab gestorben, der Gerechtigkeit leben, deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld tragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen. 6. Charfreitag. Herr, himmlischer Vater, allmächtiger, ewiger Gott, der du der armen, sündhaften Welt dich erbarmet und um ihretwillen deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für alle in den Tod gegeben hast, damit wir durch ihn möchten leben und selig werden; wir danken dir für diese wunderbare Gnade und Barmherzigkeit, daß du den, der von feiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hast, damit wir in ihm würden die Gerechtigkeit, die vor dir gilt. O liebster Heiland Jesu Christ, du warest der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Krankheit und Schmerzen, denn der Herr warf unser aller Sünde auf dich. Die Strafe lag auf dir, damit wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilt. Darum so sei nun auch gelobet immer und ewiglich, daß du uns zu gute dies alles gethan und deinem himmlischen Vater gehorsam geworden bist bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz! E. barme dich noch ferner über uns, deine Erlöseten, und hilf, daß unser keiner verloren werde. Hast du doch dein Leben für uns zum Schuldopfer gegeben; so gieb nun auch deinen heiligen Geist zu unserer Bekehrung und mache uns gerecht durch deine Erkenntnis, nachdem du unsere Sünde getragen. Wir haben dir Arbeit gemacht mit unseren Sünden und Mühe mit unseren Missethaten. Hilf aber nun, daß wir nicht ohne Buße sterben oder dich mit sündhaftem Leben von neuem freuzigen und durch ungläubige Verachtung dein Blut mit Füßen treten, welches uns reinigen foll von unseren Sünden. Vielmehr verleihe uns, daß wir mit geängstetem Geist und zerschlagenem Herzen dein Leiden und Sterben betrachten, in wahrem und festem Glauben unsere Zuflucht nehmen zu deinen heiligen Wunden und durch dieselben dermaleinst mögen eingehen zum ewigen Leben. Im übrigen beschere uns allezeit ein geduldiges Herz, nach deinem Vorbilde unser Kreuz auf uns zu nehmen und dir willig nachzufolgen, auf daß, so wir mit dir leiden, wir auch mit dir zur Herrlichkeit mögen erhoben werden! Amen. 7. Oftersonnabend. Lieber Herr Jesu, ich habe dich in der heiligen Zeit deines Leidens und Sterbens um ein stilles Herz gebeten. Nun bitte ich dich auch bei deinem Grabe: gieb mir Gnade, meine Seele recht zu stillen. Fest- Gebete. Dein Tod am Kreuz hat alles unter deinen Freunden und Feinden stille gemacht, was zuvor voll Unruhe war. Nun so heilige auch mir deinen Todestag und den Tag deines Begräbnisses zu einem Tag der Ruhe und heiligen Stille. Laß das Wort vom Kreuz, das ich in dieser Zeit wiederum gehört habe, als eine Quelle des Trostes in meinem Herzen bleiben, aber auch beständig wegen meiner Mitschuld mich strafen, damit ich desto eifriger deine Gnade suche und immer wieder stille werde im Glauben an die Vergebung, die du mir durch dein heiliges Leiden erworben hast. Laß mir, o Herr, die Schäße, die in dem Geheimnis deines Kreuzes verborgen liegen, nicht vergeblich aufs neue geöffnet sein, sondern gieb, daß ich im stillen Geist des Glaubens dieselben ergreife und genieße, dadurch mein Herz zu brünstiger Liebe gegen dich erwecke und mich zu heiligem Wandel in deiner Nachfolge antreibe! Amen. 483 8. Ostern. 1. Herr Jesu, du hochgelobter König der Ehren, der du durch Tod und Grab zu deiner Herrlichkeit und ewigen Herrschaft hindurchgedrungen bist: wir sagen dir Lob und Dank, daß du auch uns zu deinem ewigen Reich berufen und verordnet hast. Unser Herz ist voll Freude und unser Mund voll Rühmens über deines Thrones Macht und Herrlichkeit. In aller Not und Anfechtung der Welt sind wir getrost, denn du bist ja unser Herr und König. Im lezten Stündlein zagen wir nicht, denn du hast die Riegel des Todes und der Hölle zerbrochen und wirst am jüngsten Tage auch uns aus den Gräbern rufen. Herr der Herrlichkeit, breite doch deines Reiches Grenzen immer weiter aus bis an die Enden der Erde und führe auch die Heiden, die noch ferne sind, herzu, daß sie dir mit uns allen die Kniee beugen! Segne uns, deine Christenheit, die du gnädiglich regiereſt, und mache dir immer mehr alle Herzen unterthan. Regiere du als der rechte Friedefürst alle Könige, Fürsten und Obrigkeiten auf Erden, daß sie alles Volk nach deinem heiligen Wort und Willen lenken und ihr Regiment im wahrhaftigen Glauben führen. Sei auch, Herr Jesu, ein König und Herr in diesem Hause; leite du aller Herzen, Sinne und Gedanken und hilf durch deinen heiligen Geist, daß wir vor dir leben und wandeln als deine Jünger und Reichsgenossen. Regiere uns mit deiner Gnade, so lange wir auf Erden wandeln, und führe uns einst in dein seliges, herrliches Himmelreich! Amen. 2. Lieber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majeſtät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling geworden bist unter denen, die da schlafen; wir danken dir an diesem Hh2 484 Fest- Gebete. deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auf erstehen, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus- und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöset. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Herr und Haupt und Erzhirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich, laß deine heilige Auferstehung allezeit uns trösten, daß wir feftiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung kräftig überwinden; und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsre Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegengehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 9. Bußtag. Lies: Dan. 7, 4-19; Jef. 63, 7-64, 9; Pf. 51. 77; Luc. 13, 6-9. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, der du vergiebst Missethat, Übertretung und Sünde, wir treten vor deinen Thron und bekennen mit demütigem Herzen, daß wir alle mannigfach wider dich gesündigt haben. Wir haben dich, unsern Gott und Herrn, oftmals verlassen, haben der Welt und unserm Fleische gedient und deine heiligen Gebote vielfältig übertreten. Wenn du gerufen, haben wir nicht geantwortet; wenn du gedroht, haben wir vom Bösen nicht abgelassen; wann du uns gezüchtigt, haben wir uns nicht gedemütiget. Ja wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Darum kommen wir jeßt zu dir und bitten im Namen Jesu, deines lieben Sohnes, vergieb uns unsere Schuld und mache uns durch sein Blut rein von allen unseren Sünden. Sieh uns an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, nicht als die Gefallenen, sondern als die Erlösten in Jesu Christo, deinem Sohne. Schenke uns deinen heiligen Geist, daß er uns erleuchte, reinige und erneuere. Hilf uns den guten Kampf des Glaubens kämpfen und laß uns unsträflich erhalten werden bis ans Ende. 1 1 Fest- Gebete. 485 Nimm dich deiner Kirche gnädig an und schüße sie wider alle Macht und List des Feindes. Segne die Predigt deines Wortes an allen Seelen und bewahre uns, daß der Satan den guten Samen nicht von unsern Herzen nehme. Laß deine Hülfe widerfahren unserm Vaterlande, unserm geliebten Kaiser samt seinem ganzen Hause, allen. Obrigkeiten unsers Landes und unsern Gemeinden. Laß unter den Unruhen und Stürmen dieser Zeit unser Vaterland deiner gnädigen Obhut befohlen sein. Sei unserm Volke eine starke Schußwehr gegen alle Feinde und Gefahren, die ihm drohen; bewahre uns unter dem Schatten deiner Flügel in rechter Einigkeit, Liebe und Treue. Erbarme dich eines jeden, der heut mit bußfertigem Herzen zu dir aufblickt. Und wer noch verhärtet ist in Unbußfertigkeit, den erwecke du, o Herr, so lange es noch Zeit ist, und treibe ihn kräftig an, rechtschaffene Früchte der Besserung zu bringen. Alle Kranke und Notleidende, alle Betrübte und Angefochtene be: fehlen wir deiner treuen Vaterliebe. Laß in jeder Anfechtung deinen heiligen Geist die Herzen regieren, stärken und trösten; und jede Trüb: fal laß geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet werden. Welche du aber abberufen willst aus diesem Leben, in denen verherrliche deine Macht und Gnade, daß sie in getrostem Glauben von hinnen scheiden und die Seligleit erlangen, die du uns bereitet hast durch Jesum Christum. Amen. 10. Himmelfahrt. O Heiland, der du aus Liebe zu uns dich aller deiner Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt angenommen hattest und gehorsam worden warest bis zum Tode am Kreuz, dem aber Gott auch einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, laß die Kraft deiner Herrlichkeit unseren Herzen bekannt werden, damit auch wir in deinem Namen uns beugen und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Wir danken dir, Herr Jesu, daß du durch deine Himmelfahrt uns den Weg zum Himmel gebahnt und deines Vaters Herz uns aufgeschlossen hast. Du sigest zur Rechten der Kraft Gottes, damit dir alle Herzen als ihrem rechtmäßigen Könige unterthan werden sollen. Siehe, hier sind Herzen, über die du als Herr und König herrschen solltest: ach sende einen Blick deiner Freundlichkeit auf uns herab. Herr Jesu, gieb uns ein himmlisches Herz und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen, irdischen Gedanken; sammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüt durch deine gnadenreiche Mitteilung; laß uns vor deinem Angesicht gesegnet sein. Herr, schließe durch deinen heiligen Geist unsre Augen auf, daß wir sehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die Überschwenglichkeit deiner Liebe, damit wir anfangen, mit ganzem Herzen, Sinn und Fest- Gebete. Gemüte gen Himmel zu wandeln, vor deinem Angesichte heilig zu leben und dich zu lieben, der du uns so hoch geliebt haſt. O Herr, vergieb um deiner Liebe willen, daß wir so oft von dir und deiner Ausfahrt zur Herrlichkeit gehört und noch so wenig ihre Kraft in unseren Herzen erfahren haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns deinem allmächtigen Scepter unterwerfen möchten! Verherrlichter Jesu, verherrliche dich an unseren Herzen. Werde erkannt in deiner Größe, werde geehrt und geliebt von uns und ziehe ein in unsere Herzen. Laß sie deine Werkstatt sein; schleuß sie auf, daß wir mögen ermuntert werden, dir getrost nachzuwandeln, wie du uns vorangegangen bist und das Ziel erreicht hast. Erhöre unser Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes; erwirb uns kraft deines Verdienstes ein kräftiges Ja und Amen. 486 11. Pfingst en. 1. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geiste am Feste der Pfingsten besucht und begabet hast: gieße auch diesen deinen Geist und gnädigen Regen über unsere dürren, verschmachteten Herzen, erquice doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir auch die großen Thaten Gottes, die durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen, daß wir mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten mögen. Entzünde uns mit dem Feuer deiner heiligen Liebe, verzehre allen sündlichen Willen samt allen anderen fleischlichen Lüsten und Be gierden; zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir im Geist und Glauben inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen mögen. O du Gott des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Gott der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott mögen erheben und dich in allen Nöten anrufen; und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie sichs gebührt, ach so vertritt du uns als unser treuer Fürsprecher mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schuß und Schatten in der Not, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf auf denen, die gefallen sind, bringe zurecht die Irrenden und halte sie bei deiner rechten Hand. Komm, o du ewiges Licht, Heil und Trost, sei unser Licht im Finstern, sei unser Heil im Leben, sei unser Trost im Sterben und führe uns auf ebener Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich samt unserem himmlischen Vater und seinem Fest- Gebete. 487 geliebten Sohn, unserem einigen Heiland, mit neuen Zungen dort am rechten Pfingsttage rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. 2. Wir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgethan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles gethan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Thaten preise. Thu die Thore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie thun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 12. Trinitatisfest. O heilige Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt! Wir danken dir, daß du dich uns in deinem Worte geoffenbart haſt. Ach erhalte uns und unsern Nachkommen solch heilsame Erkenntnis deines göttlichen Wesens; laß uns aber auch dabei fest beharren und uns durch nichts davon abwendig machen. Du hochgelobter heiliger und dreieiniger Gott, wir rühmen, ehren und preisen dich. Heilig, 488 Fest Gebete. heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll. O Gott Vater, sei uns gnädig und erfreue uns mit deiner Liebe. Gott Sohn, sei uns gnädig und erhalte uns durch dein Verdienst. Gott heiliger Geist, sei uns gnädig; tröste, erquicke und heilige uns durch deine Gemeinschaft. O du heiliger, dreieiniger Gott, sei uns gnädig, hilf uns recht glauben, christlich leben, geduldig leiden und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig abscheiden, damit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von Angesicht zu Angesicht schauen und ewig lieben, loben und preisen mögen. Amen. 13. Ernte Dankfest. Allmächtiger Gott, Vater aller Gnade! Wir bringen heute vor deinen Thron unsern demütigen Dank für deine ewig reiche Liebe, womit du auch in diesem Jahre deine milde Hand über uns aufge than und alles, was da lebet, mit Wohlgefallen gesättiget hast. Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolfen gehen. Du hast Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsre Herzen erfüllet mit Speise und mit Freude. Du hast Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich. Herr, was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich sein also annimmst! Dich sollen wir finden und fühlen in deinen Wohlthaten, aber mit tiefer Beschämung müssen wir bekennen, daß wir deiner Gaben nicht wert sind, daß wir deiner oft vergessen, oft ängstlich ge sorgt und gezagt, oft den Reichtum deiner Güte verachtet oder mißbraucht haben. Vergieb uns, o Vater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deine Gebote vergißt, vor der Trägheit, die deine Gnade versäumt, vor der Unmäßigkeit, die deine Güter mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder verschließt. Dein Segen allein macht reich, und niemand lebt davon, daß er viele Güter hat. Wenn du unsre Seele von uns forderst, wes wird sein, das wir hier gesammelt haben? Oso hilf uns reich werden in dir, unserm Gott; laß deine Güte uns zur Buße leiten und höre nicht auf, uns zu segnen. Gieb ferner fruchtbare Zeiten, bewahre uns vor Mangel und Teurung und laß uns deinen Segen in Frieden und guter Gesundheit genießen. : Du machest fröhlich, was da lebet: o so erfreue nach dem Reichtum deiner Liebe auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Be trübten und laß sie inne werden, daß keins von dir vergessen sei. Hilf uns durch deine Gnade, daß wir nicht auf das Fleisch säen, sondern auf den Geist, damit wir vom Geist das ewige Leben ernten und in der himmlischen Freudenernte dich reiner und freudiger loben durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. Fest- Gebete. 489 14. Reformationsfest. Oheiliger wahrhaftiger Gott und Herr! Wie können wir Lob und Dank genug gegen dich aussprechen, daß du nach so langer Finsternis dein seligmachendes Evangelium aus großer Barmherzigkeit wieder ans Licht gebracht und durch treue Zeugen und Bekenner desselben unsere Kirche von verderblichen Irrtümern und Menschenfazungen so herrlich gereiniget hast. Gieb ferner Gnade, daß wir dein untrügliches Wort, wie es dein Geist den Propheten und Apoſteln eingegeben hat, samt den heiligen Sakramenten lauter und unverfälscht behalten. Wende unsre Herzen ab von unnüßer Lehre, von Irrtum und Verführung. Wehre, du großer Erzhirte Jesus Christus, allen Feinden unsers Glaubens, daß keiner mit List oder Gewalt deine Schafe zerstreue und uns der gesunden und erquickenden Weide deines Wortes beraube. Bring auch die herbei zu deiner Herde, die noch in Unwissenheit, blindem Eifer, Unverstand und Irrtum dahingehn. Suche die Verlorenen, heile, die an ihrer Seele Schaden genommen haben. Heilige uns alle in deiner Wahrheit, daß wir nicht durch gottloses Leben deiner Kirche zur Schande gereichen, sondern würdig: lich wandeln dem Evangelio und dasselbe in aller Widerwärtigkeit mit Worten und Werken bekennen. Siehe mit Gnade an den Weinberg, den du durch Jesum Christum gepflanzt und bisher gesegnet bast. Herr, du wollest uns vollbereiten, stärken, fräftigen, gründen. Dir sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 15. Totenfeier. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für; der du die Menschen läsfest sterben und sprichst: Kommet wieder, Menschenkinder! Wir gedenken heute derer, welche du im vergangenen Kirchenjahre aus diesem Leben abgerufen hast. Du hast dich, so lange sie auf Erden wandelten, an keinem unter ihnen unbezeugt gelassen; nun aber hast du jeden an seinen Ort gehen lassen und giebst ihm nach seinen Werken. Ach lehre uns doch, daß auch unser Leben ein Ende" hat, und daß du uns dann vor dein Gericht stellen wirst. Denn unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Wir sind wie ein Gras, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauet wird und verdorret. Es ist nur ein Schritt zwischen uns und dem Tode. Ach lehre uns das doch bedenken und laß dein Ge richt allezeit vor unseren Augen stehen, daß wir flug werden. Die Seelen derer, die in diesem Jahre in dir und deiner Gnade entschlafen sind, sind nun in der Ruhe. Wir aber schweben noch auf dem Meere dieser Welt, umgeben allezeit und überall von Wellen und Klippen. 490 Fest- Gebete. Führe uns sicher hindurch und laß uns auch zu dir gelangen. Be wahre uns vor dem Ende der Ungläubigen und Unbekehrten und laß uns nicht aussäen auf das Fleisch, damit wir nicht einst das Verderben ernten, sondern auf den Geist, damit wir das ewige Leben ernten. Verleihe, barmherziger Vater, daß keiner unter uns ohne Buße sterbe und ohne den seligmachenden Glauben an Jesum Christum, der sein Leben zum Lösegelde für uns gegeben hat und unser Friede ist. Reinige uns durch deinen heiligen Geist von allen Werken des Fleisches und stärke uns täglich zu neuem Eifer in der Heiligung, auf daß wir, wenn du uns rufest, bereit sein mögen. Laß dann, o Gott, deinen heiligen Geist unsrer Schwachheit aufhelfen und uns bei dir vertreten mit unaussprechlichem Seufzen. Dein Licht erleuchte uns, deine Barmherzigkeit führe uns, deine Hand schüße uns, deine Gnade helfe uns und schenke uns den Eingang zu deiner Herrlichkeit. Sei mit uns, o Jesut, wenn der letzte Augenblick nun da ist, und erscheine unsern Seelen, wie du für uns gelitten und unsre Sünden getragen hast. Hilf uns, daß wir einen guten Kampf kämpfen und Glauben halten, auf daß wir die Krone des Lebens erlangen. Erhalte uns im Glauben an dich und in der Liebe zu dir und stärke uns, gern um deines Sohnes willen in der Welt zu leiden, so wirst du uns auch mit dir herrlich sein lassen. Mache uns treu und erfülle dann an uns die Verheißungen, die du den Deinen gegeben hast, daß sie sein sollen, wo du bist, und deine Herrlichkeit sehen! Amen. 16. Geburtstag des Kaisers. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, du Herr aller Herren und König aller Könige, der du von deinem Throne herabschauest auf alle, die auf Erden wohnen; wir bitten dich herzlich, walte mit deiner Gnade über dem Kaiser, unserm Könige und Herrn. Wir danken dir, daß du abermals ein Jahr seinem Leben und seiner Regierung zugesezt hast, und bitten dich, segne ihn ferner aus deinem Heiligtum, erfülle ihn mit deinem Geiste, daß er erkenne, was uns gut, und vollbringe, was uns heilsam ist. Verleihe ihm christliche Weisheit, daß er das Reich deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, erweitere und befestige. Rüste ihn aus mit Kraft und Stärke, daß er alle Hindernisse des Guten und der Wohlfahrt des Landes glücklich besiege. Laß es ihm nie an weisen und redlichen Ratgebern fehlen, welche das Vaterland, Recht und Gerechtigkeit lieben und schüßen. Mache ihn zum Vater der Witwen und Waisen, zur Zuflucht der Bedrückten, zum Beschüßer aller Guten, zum Retter der Unschuldigen und zum Schrecken aller Schuldigen. Erhalte und bewahre sein teures Leben, schüße seine geheiligte Person vor jedem Unfall. Verherrliche an ihm und an Beicht- und Abendmahls- Gebete. seinem Hause deine Gnade; schenke ihm die Liebe seiner Unterthanen. Sei mit unserm Vaterlande, Herr unser Gott, wie du bisher mit demselben gewesen bist; gieb Friede und Ruhe, Glück und Heil in jedem Stande. Laß in unserm Lande Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; segne uns, Gott unser Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen. 491 D. Beicht und Abendmahls Gebete. 1. Vor der Beichte. Biblische Abschnitte, an Beichttagen zu lesen. Psalm 32. 51. 130. Sefaj. 55, 1-11. Matth. 5. Luc. 15. Quc. 18, 9-14. Eph. 4, 22-5, 9. 1. Joh. 2, 1-12. Hebr. 10, 19-27. Offb. 3, 14-22. : 1. Herr, meine Sünden haben mich niedergeschlagen, aber deine Güte, mein Gott, richtet mich auf. Sei mir gnädig nach deiner Güte und reinige mich von meiner Missethat, die ich vor dir bekenne. An dir habe ich gesündigt, denn ich achtete nicht deines Geistes, der zu mir sprach, und habe ihm seine Wohnung in mir nicht be: wahret. Ich vergaß deiner Gegenwart und wich von deinem Heiligtum, daß ich groß Übel vor dir that. Herr, du bist gerecht, wenn du mich richtest und verdammst. Du gabst mir deinen heiligen Geist, aber ich habe ihn betrübt. Mein Verderben ist groß, aber du hast keine Lust daran. Darum verbirg meine Sünden vor deinem Angesicht und tilge sie aus. Schaff ein neues Herz in mir; reinige mich und lehre mich deine Rechte halten, daß ich nicht mehr fündige. Lehre mich den Grund meiner Seele erfennen und laß den Geist deiner göttlichen Weisheit in mir wohnen, daß mich die sündhafte Thorheit nicht mehr umhertreibe. Sende deine verborgene Kraft und laß mich deine Gegenwart nicht verlieren. Verwirf mich nicht, sondern mache mich getrost durch deine Hülfe und Erbarmung.hen 192 Nach dir verlanget mich, o höchstes Gut, daß ich dich als meinen Retter preise und deine Barmherzigkeit lobe, welche die Sünde hinwegnimmt. Herr, ich bin beschämt und gebeugt und entschuldige mich nicht; ich suche Gnade und Heil mit einem geängstigten und zerschlagenen Herzen. Tröste mich und nimm das Opfer meines Willens an, den ich dir ganz zu unterwerfen begehre. Erquicke mich durch 492 Beicht- und Abendmahls- Gebete. deine gnädige Verheißung in Christo Jesu; heile mein verwundetes Gewissen und nimm von mir die Gedanken, die sich unter einander verklagen. Ich bin mühselig und beladen; gieb mir Frieden und erwecke ein neues Leben in meiner franken Seele. Thue mir wohl und beschirme mich, daß kein Feind mich mehr erreiche. Laß das Alte in mir unter: gehen und schaffe alles neu durch deine Gnade. Amen. 2. Mein Gott, ich bitte von ganzem Herzen, sei mir gnädig und vergieb mir alle meine Sünden um des teuern Verdienstes Jesu Christi, meines Heilands, willen. Mein Heiland, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen. Auf diese deine tröst: liche Verheißung komme ich und bitte, laß mich Gnade finden vor deinen Augen und vertritt mich bei meinem himmlischen Vater zu meiner Seelen Heil und Seligkeit. Oheiliger Geist, erwecke mein Herz, daß ich nicht allein in wahrer Bußfertigkeit mit Herz und Mund meine Sünde bekenne, sondern auch die Stimme deines Dieners annehme als deine Stimme, zur Stärkung meines Glaubens und zur Versicherung der gnädigen Vergebung meiner Sünde um Christi willen. Amen. 2. Nach der Beichte. 1. Ach liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermal die gnädige Vergebung meiner Sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seelen herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du warfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Verleihe mir nun deine Gnade, daß ich anfangen möge, in einem neuen Leben zu wandeln, wie ich dir zugesagt. Schaffe doch nun, o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist erhalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich töten alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und Geiz. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was teusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gieb, daß ich verleugne das Beicht- und Abendmahls Gebete. ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. 493 2. D Gott, ich habe dir zugesagt, frömmer zu werden; hilf du mirs vollenden. Gieb mir das Wollen und Vollbringen; gieb mir deinen heiligen Geist, der mich meiner Zusage täglich erinnere. Laß alle Sündenlust, alle verkehrten Gedanken und Begierden und alles, was sündlich ist, in mir absterben und hilf, daß ich mein Leben lang an deiner Huld und Gnade mich erfreue, an deiner Liebe mich sättige, an deiner Treue mich halte, nach deinem Worte mich richte, durch deine Gnade christlich lebe, geduldig leide und durch des Herrn Jesu teures Verdienst selig sterbe und freudig in den Himmel eingehe. Amen. 3. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage. Psalm 23. 111. Joh. 6, 48-58. Joh. 15, 1-12. Röm. 8, 31-39. 1. Cor. 11, 23-32. Offenb. 22. 4. Am Morgen des Abendmahlstages. Allmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schuß und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben läſfest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare ruft und einladet. Herr, weil ich nun mit denen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschuß und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erschein. Beicht und Abendmahls- Gebete. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schuß und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott, heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank ge sagt immer und ewiglich. Amen. 494 5. Vor dem heiligen Abendmahl. 1. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ,, Ich bin das Brot des Lebens, wer von mir isset, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten." Siehe, ich komme zu dir und bitte dich demütiglich, du wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen; du wollest mich heute weiden auf einer grünen Aue und zum frischen Wasser des Lebens führen; du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen um deines Namens willen. Vor allen Dingen erwecke in mir wahre, herzliche Reue und Leid über meine Sünde und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, damit ich dein heiliges Verdienst zum ewigen Trost meiner Seele ergreifen und fest behalten möge. Gieb mir ein demütiges und versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund ver gebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit aus. Pflanze dagegen in meiner Seele herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Ach mein Herr, du hast ja selbst gesagt: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach ich bin frank, ich bedarf deiner als meines himmlischen Seelenarztes. Du hast ja gesagt: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ach Herr, ich komme mit vielen Sünden beladen, nimm sie von mir, entledige mich dieser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuster Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich, in mir selber bin ich tot. In dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammnis. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir alles. Bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, Beicht- und Abendmahls- Gebete. 495 wie du gesagt haft: Wer mein Fleisch iffet und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. 2. Hier komme ich, mein Heiland, auf deine freundliche Einladung. Laß mich Gnade finden vor deinen Augen, du Liebhaber des Lebens. Wäre ich gleich heiliger, als die Engel, so wäre ich doch darum noch nicht würdig dieses Tisches, es sei denn, daß du mich würdig machest. Darum komme mir zuvor mit deiner Gnade und bereite mich. Nimm dich meiner Seele an nach deiner großen Liebe. Gedenke, daß ich von mir selber zwar viel Böses, aber nichts Gutes habe, und hilf mir um deiner Güte willen. Gedenke an deine Treue, der du aller Welt Heiland bist, und erfülle mein Herz mit Gnaden. Wie gern wollte ich mit brünstiger Andacht in völligem Glauben herzugehn, aber das Vollbringen fehlt mir, wenn ichs von dir nicht er: lange, du Anfänger und Vollender des Glaubens. Darum nimm gnädig von mir, was dir mißfällt, oder bedecke es mit deiner Gerechtigkeit; und gieb mir, was dir wohlgefällt. Wohl der Seele, die dir angenehm ist. Entledige mein Herz von allen fremden Gedanken und mein Gemüt von aller Zerstreuung. Stärke meinen Glauben, entzünde meine Liebe, vermehre meine Hoffnung, erwecke meine Andacht. Heilige mich durch und durch, auf daß ich in herzlicher Zuversicht herzutrete, mit reinen Lippen und heiligem Herzen nehme, esse und trinke zu meiner Seele Leben, Heil und Segen. Amen. 6. Nach dem Abendmahl. Ach du freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe! Dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und dem Trank deines heiligen Leibes und Blutes gespeiset und erquicket hast. Ach wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen! Ach wie könntest du mir doch ein höheres Pfand geben deiner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens? Gieb, daß ich deine große Liebe nimmermehr vergeſſe, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein teures Blut heilige und segne meinen Leib und meine Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besize du allein das Haus meines Herzens. Beicht- und Abendmahls- Gebete. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und vereinigt in Ewigkeit, sie ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Sünden und Unsauberkeit? Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre? Ach schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit tiefer Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanft mut, sehnlichem Verlangen nach dir und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein Gemeinschaft habe, ich esse oder trinke, wache oder schlafe, lebe oder sterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 496 7. Am Abend des Abendmahlstages. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergeben, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich gekrönet hat mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja lieber himmlischer Vater, mein ganzes Herz ist bereit, deinen Ruhm mit Dankbarkeit und Freude zu verkündigen, nachdem ich durch das Nachtmahl deines Erlösers von deiner Liebe aufs neue bin versichert worden. Nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die ich gethan, sondern nach deiner Barmherzigkeit hast du dich meiner angenommen und mir alle meine Sünden vergeben. Über eine solche Güte bin ich fündiger Mensch am Tische deines Sohnes beschämt und gedemütigt, aber auch überschwenglich getröstet, erfreut und in meinem Vertrauen auf dich befestigt worden. Vergelten kann ich dir nichts für allen Reichtum deiner Barmherzigkeit. Du bedarfst meiner nicht; alles was ich habe, habe ich von dir empfangen. Und dazu forderst du mich auf und willst es mit Wohlgefallen ansehn, daß ich deinen Willen hinfort gern thue und deine Gebote in meinem Herzen habe. Gieb, so rufst du mir in dieser Abendstunde zu, gieb mir nunmehr, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen. Wohlan, das will ich thun. Was wahrhaftig, was ehrbar, was teusch, was lieblich, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem will ich nachdenken; in Trübsal will ich geduldig sein, denn der feste Bund Gottes bestehet und hat dieses Siegel: der Herr kennt die Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 497 Seinen. Dabei will ich verbleiben, bis mein Ende herbeikommt, und ich das Ende meines Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit davon bringen werde. Da werde ich den wahren Segen eines thätigen Christentums erfahren, wozu du mich heute aufs neue gestärket haſt. Da wird mich kein Leid mehr drücken, feine Sünde mehr traurig und unselig machen. Da will ich schauen dein Angesicht in Gerechtigkeit; da will ich satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde. Amen. E. Für beſondere Tage des häuslichen Lebens. 1. Am Trauungstage. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, der du dem Menschen einen Gehilfen in diesem mühseligen Leben nach deinem Rat zuordnest, prüfe mich bei meinem Vorhaben, heute in den Stand der heiligen Ehe zu treten, und erfahre in meinem Herzen, wie ichs meine: ob ich durch deinen heiligen Rat und Willen dazu gekommen und dich vor allem mit Gebet und Glauben gesucht habe, oder ob ich aus unlauteren Absichten in diesen Stand eile. Das Blut deines Sohnes Jesu Christi reinige uns von aller Sünde, daß du bei uns und unter uns mit deinem Geiste wandeln und wohnen mögest. Ja mache uns dir zu Tempeln deines heiligen Geistes und zu Gefäßen deiner Barmherzigkeit; lehre uns alles anfangen in der Buße und Zukehrung unserer Herzen zu dir, mit Glauben und Vertrauen auf dein Wort und deine Verheißung. Besonders aber, o du ewiges Gut, entzünde durch den Glauben in uns eine solche brünstige Liebe zu dir, daß dir auch unsere Liebe unter einander allein geheiligt werde, und ein jedes nur dich in dem andern liebe. Verbinde uns hiezu in Einem Sinn und Geist durchs Gebet; lehre uns vor dir niederfallen und zuerst deinen Segen suchen. Wirke in uns durch deinen Geist wahre Treue gegen dich und gegen einander; gieb uns Ein Herz und Eine Seele zu dir, daß wir be ständig vor deinem Angesicht wandeln, einander zu allem Guten ermuntern, im Kreuz aufrichten, im Glück an dir bleiben und so unser Leben im Frieden und Segen zubringen. Ja erfülle an uns die liebreichen Absichten, wozu deine Vorsehung uns mag zusammengeführt haben, daß du von uns gepriesen werdest in Zeit und Ewigkeit. Weil du aber, o himmlischer Vater, Ji 498 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. aus tiefer Weisheit nach dem Fall viel leibliche Trübsal auf diesen Stand gelegt hast, so bereite uns ja aus lauter Gnade zuvor in gründlicher Herzensbekehrung auf alle bevorstehenden bösen Stunden, dadurch du uns etwa prüfen und diesen heiligen Stand dem Fleische nach schwer machen möchtest. Lehre uns darin in Heiligkeit vor dir leben als deine wahren Kinder und durch deinen Geist erleuchtet und geheiligt einen solchen Bund vor dir machen, daß wir dir zusammen ewig treu bleiben und anhängen wollen. Lege du selbst, Herr Jesu, in uns den wahren Grund in Glauben und Liebe und gieb uns unter einander Geduld im Leiden, Sanftmut und christliches Tragen der Schwachheiten und Fehler des andern; und also laß uns alle Not in dir überwinden, einander ermahnen, stärken und trösten, wie es not thut, damit wir ewig in dir vereinigt seien und bleiben. Amen. 2. Gebet christlicher Eheleute. Barmherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlichen Vorsehung in den heiligen Ehestand verseßt, daß wir nach deiner Ordnung darin leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens und bitten dich: laß uns ja in deiner göttlichen Furcht bei einander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Laß uns mit einander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen. Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Vermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gieb ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das tägliche Brot und segne unsre Nahrung. Und wenn du uns, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns im Glauben deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen. Fallen wir, so verwirf uns nicht, sondern halte uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unsrer Not. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben, als das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht und werden auch nichts mit hinausbringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir be rufen sind. Gott der Vater segne und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden! Amen. Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 499 3. Nach der Geburt eines Kindes. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du unser Haus gesegnet und uns ein Kindlein geschenkt hast uns zur Freude und dir zur Ehre. Du hast gnädiglich gewacht über der Mutter dieses Kindleins, hast sie bewahret vor allerlei Schaden, hast sie getröstet und gestärkt in ihren schweren Stunden, und nun, da das Kind zur Welt geboren ist, freuen wir uns und sind fröhlich und sagen dir, Herr unser Gott, Dank für solche deine Gnade und herzliches Erbarmen, befehlen dir auch dies Kindlein in deine Vaterhände, denn du bist ja der rechte Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du wollest ihm Leben und Odem bewahren und dein Angesicht über ihm leuchten lassen, es aufnehmen in deine heilige Kirche und Gemeinde, es zu deinem Kind und Erben machen, es treulich führen und leiten durch dies arme Leben und dereinst eingehen lassen zur Herrlichkeit der Kinder Gottes in deinem seligen Himmelreiche. Dazu hilf, o Gott der Gnade, diesem Kindlein und uns allen. Amen. 4. Am Tauftage eines Kindes. ( Vor der Taufe.) O Herr Jesu Christe, unser einiger Heiland, Trost und Selig macher, du hast ein herzliches Wohlgefallen an den Kindlein, die zu dir gebracht werden, und nimmst sie gern an zum ewigen Leben. Denn du hast gesagt: Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn solcher ist das Reich Gottes. Auf dies dein Wort bringen wir dies Kind durch unser Gebet zu dir und bitten: nimm es an und laß es deiner Erlösung, die du uns am Kreuz durch dein bitteres Leiden und Sterben erworben hast, durch die heilige Taufe teilhaftig werden; zeichne es in deine Hände und laß es dein sein und bleiben zu seiner Seelen Seligkeit um deines heiligen Namens willen. Amen. ( Nach der Taufe.) 1. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kindlein uns geschenkt und bisher behütet und nun verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe wiedergeboren ist zum ewigen Leben und einverleibt deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo. Wir 3i 2 500 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. bitten dich demütiglich, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Gutthat gnädiglich erhalten und treulich in der Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. O gütiger Gott, himmlischer Vater, da du dieses Kindlein aus lauter Gnade zu dem Bade deiner heiligen Taufe hast kommen lassen und als dein Gnadenkind um Jesu Christi willen auf- und angenommen, so bitte ich dich von ganzem Herzen, du wollest demselben fortan deinen heiligen Geist verleihen, daß es durch desselben Kraft und Stärke unter der Fahne Jesu Christi, zu der du es hast schreiben lassen, ritterlich streite, daß es Christum Jesum mit dem Herzen glaube und mit dem Mund bekenne, auch sein Kreuz auf sich nehme und ihm auf dem Wege der Gerechtigkeit geduldig und beständig nachfolge, damit es einmal mit mir und allen rechtschaffenen Christen fröhlich vor deinem Richterstuhl erscheine, die ewige Seligkeit erlange und dich, o Gott, ewiglich preise! Amen. 5. Beim Kirchgang einer Wöchnerin. Allmächtiger, großer und starker Gott; ich erscheine mit Freuden vor deinem heiligen Angesicht und lobe dich für alle deine Wohlthat, womit du mich begnadigt hast. Du hieltest mich, da ich sinken wollte; du erquicktest mich, da ich schwach war; du stärktest mich, als meine Kräfte dahin waren. Du hast alles wohlgemacht und herrlich hinausgeführt, mich und mein Kindlein lebendig und gesund erhalten bis auf diesen Augenblick. Darum lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Herr, laß dir wohlgefallen das Dankopfer meiner Lippen und nimm das Gebet meines Herzens gnädiglich an! Laß auch fernerhin deine Barmherzigfeit groß an mir werden; nimm mich in deinen heiligen, gnädigen Schuz; segne das Kind, das du mir anvertraut hast, daß es aufwachse zu deiner Ehre, zu seinem Heil und zu meiner Freude; behüte und segne du meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 501 6. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Ach getreuer lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreatur, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast; und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsre Kinder mit deinem heiligen Geist, der in ihnen die wahre Gottesfurcht anzünde, welche ist der Weisheit Anfang. Wer darnach thut, des Leben bleibet ewiglich. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, behüte sie vor aller Abgötterei und falscher Lehre, laß sie in wahrem seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit erwachsen und darin bis ans Ende beharren. Gieb ihnen ein gläubiges gehorsames Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Pflanze in ihre Herzen die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Lehrer des Worts und gegen jedermann; schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, verständig und rüstig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor den Ärgernissen dieser Welt, sei ihr Schuß in allerlei Gefahr. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich gebauet und die Zahl deiner Gläubigen vermehret werde, daß sie auch im Himmel als die himmlischen Ölzweige an deinem Tische sizen und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Pf. 127 u. 128. 7. Am Konfirmationstage. Herr Gott, lieber himmlischer Vater, mit demütigem, dankbarem Herzen nahe ich mich heute zu deinem Altar und erhebe meine Seele zu dir an dem Tage, da ich meinen Taufbund erneuern soll. O Gott, ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit und Treue, die du von Kindesbeinen an mir erwiesen hast. Als ich selber von mir noch nichts wußte, hast du dich meiner liebreich angenommen und mich mächtig beschirmt. Tausend Gefahren drohten meinem Leben, du hast sie gnädig abgewendet. Viele ließest du jung sterben, aber mich ließeſt du leben und unter treuer Pflege aufwachsen, daß ich dich, meinen Schöpfer und Herrn, meinen Gott und Vater, und den du gesandt hast, Jesum Christum, deinen Sohn, als meinen Heiland kennen gelernt habe. Nun weiß ich, an wen ich glaube, und auf wessen Namen ich getauft bin. Nun weiß ich, wer mich selig macht, und in wessen Nachfolge ich wahres Glück und Seelenfrieden finden kann. Du bist es, Herr Jesu, mein Heiland, und mit dir schließe ich heute den Bund, 502 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. dir Treue zu geloben bis in den Tod, dir nachzufolgen auf dem schmalen Wege, deiner Stimme zu gehorchen unter allen Versuchungen und Lockungen der Welt. Stärke mich schwaches Menschenkind, das so leicht strauchelt, dazu mit Kraft aus der Höhe. Herr, du weißt, wie wenig rechter Ernst und wie viel leichter Sinn noch in mir wohnt, wie Thorheit und Eitelkeit, Unlauterkeit und Troß oft mächtig in mir sind. Lehre mich hinankommen zu dem rechten Mannesalter in Christo, gieb mir heiligen Ernst und beständigen Glauben, denn es ist ein föstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Deine Gnade stärke mich, deine Gnade behüte mich und mache mir den heutigen Tag zu einem Tage des Segens für Zeit und Ewigkeit! Amen. 8. Am Geburtstag. Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens; groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heut abermals den Tag erleben läßt, an welchem ich das Licht dieser Welt erblickt habe. Bis hierher hast du mir geholfen, o mein Gott, wie kann ich all das Gute aufzählen, womit du mich von Kindesbeinen an so väterlich gesegnet haſt, und dir würdig dafür danken? Ich will dich preisen, so lange ich lebe, und deinem Namen Lob sagen, so lange ich hier bin. Mit dem heutigen Tage fängt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr! versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer der Vergangenheit. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner vielfachen Übertretungen; gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Hilf mir, mein Gott, wie ichs dir heute gelobe, mein Leben ferner ganz nach deinen Geboten einzurichten. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohlgefällig ist. Allwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennst aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsäge auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in diesem Jahre und in aller Zukunft meiner warten. Du allein weißt es, der alles, was mir begegnen soll, von Ewigkeit her beschlossen hat. Unter deiner gnädigen Aufsicht müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe. Amen. 9. Auf der Reise. Allgegenwärtiger Gott, du bist allen deinen Geschöpfen nahe; du umgiebst auch mich an allen Orten; ich gehe oder liege, so bist du Gebete für besondere Nöte. alle meine Wege. Herr, du bist meine Zuversicht Schüße mich vor allen Unfällen, die mich auf meiner Reise treffen könnten. Laß mich überall vor dir wandeln und fromm sein. Bewahre mich vor allen sündlichen Zerstreuungen und Genüssen, daß ich ein gutes und unverletztes Gewissen bewahren möge. Regiere mein Herz und Leben, daß ich nicht mutwillig wider dich sündige. Laß mich jede frohe Stunde, die du mir schenkest, im Aufsehen auf dich und in dankbarer Erinnerung deiner Liebe verleben. Leite alle meine Schritte und Tritte, segne all mein Thun und Lassen. Erinnere mich auf dieser Reise recht oft daran, daß mein ganzer irdischer Lauf eine Wallfahrt und Pilgerschaft sei, auf welcher mich jeder Tag dem Ziele der Ewigkeit näher bringt. Leite mich auf allen meinen Pfaden nach deinem Rat und führe mich, wenn meine ganze irdische Pilgerreise sich endet, in das himmlische Vaterland. Amen. um mich und siehest und meine Zuflucht. 503 10. Fürbitte für einen Reisenden. Herr Gott, himmlischer Vater, der du dein Volk Israel gnädig geführt und geleitet hast durch die Wüste auf so langer Reise; der du viel tausend Engel aussendest zum Dienste derer, die ererben sollen die Seligkeit; wir bitten dich, du wollest auch unsern lieben N. N. in deinen gnädigen Schuß nehmen und ihn leiten und führen auf seiner Reise und deinen heiligen Engel ihm zum treuen Schuß und Schirm senden, daß kein Schaden noch Gefahr ihn treffen mag. Deine Hand ist gewaltig hier und an den Enden der Erde; in deine Hand befehlen wir ihn, so ist er wohl geborgen. Bewahre du ihm Leben und Gesundheit; gieb ihm Freudigkeit und Kraft in allen Mühseligkeiten; wache über allen seinen Wegen und sei ihm und uns allen gnädig und barmherzig! Amen. F. Gebete für besondere Nöte. 1. In mancherlei Kreuz und Trübsal. Mein Gott, du führest mich durch das dunkle Thal der Leiden, aber ich will mich nicht fürchten, denn du bist bei mir. Meine Seele ist stille zu dir, und deine Liebe sei mein Trost. Nach deinem weisen Rat geschieht es, daß wir auch durch Trübsale in dein Reich geführt werden, und du läsfest uns nicht umkommen noch verderben, wenn wir Glauben halten. Oso erhalte mich dir getreu! Wenn mich nichts mehr trösten kann, so sei du bei mir und erquicke die müde 504 Gebete für besondere Nöte. Seele. Sei du meine Zuflucht, daß ich auch im Leiden deinen Namen preise. Will ich mutlos und verzagt werden, und dünkt mich die Last zu groß, die du mir auflegst, so ermutige mich durch den Aufblick auf Jesum, der dir gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, der auch meine Last getragen hat. Laß mich mit ihm überwinden und auf die Stunde der Erlösung harren. Läutere mich durch das Feuer der Prüfung, daß ich vor dir bestehe in Treue und Wahrheit. Du wirst mich reichlich trösten, wenn ich mit Christo leide. Meinst du es doch gut mit mir, wenn du mich demütigst und mit deiner Hülfe zu verziehen scheinest. Du willst mich losreißen von der Liebe der Welt, von aller sündigen Lust und meine Seele zu dir ziehen und heiligen. O so laß meine Trübsal dazu gesegnet sein; führe alles hinaus zum Preise deines weisen, väterlichen Rates. Sind doch die Leiden dieser Zeit nichts gegen die Herrlichkeit, die du einst an uns offenbaren willst. Laß mich geduldig ausharren in der Anfechtung und darin bewährt werden, damit ich die Krone des Lebens empfange, die du verheißen hast denen, die dich über alles lieben, und mit Freuden ernte, was ich mit Thränen gesäet habe. Amen. 2. Bei großem Ungewitter. O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Bligen ausläsfest: wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen hießest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er zittern, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ängst liche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, Herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preifen mögen! Amen. Gebete für besondere Nöte. 505 3. Nach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du gesagt haft: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen! Wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast du abermal dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missethat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständig bessern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hiße schmelzen und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen werden, uns gefaßt und bereit machen, da: mit wir ihm mit Freuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken einnehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besigen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 4. In Kriegszeiten. 1. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte allzu sicher geworden, haben dein Wort vergessen, viel wider einander gemurret, aber wenig für einander gebetet, haben auf unsere Weisheit, unser Vermögen und Werk vertraut, statt allein auf dich unsere Hoffnung zu sehen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, dem Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Liebesbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reichs und laß über unserm Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre st. Herr Gott, sei uns gnädig, erbarme dich über uns und erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. Gebete für besondere Nöte. 2. Herr Gott Zebaoth, du starker und gewaltiger Gott, du züchtigest uns zu dieser Frist, wie wir wohl lange verdient haben, und haft dem Schwerte geboten: Fahre durchs Land! Siehe, wir bekennen dirs, daß wir solcher Strafe wert sind, bitten dich aber demütiglich, du wolleſst doch gnädig und barmherzig sein und uns nicht gar ver: derben. Ach lieber Herr Gott, der du dein Angesicht von uns abgewendet und den Frieden von uns genommen hast: schaue doch wieder in Gnaden an dein armes Volk und wehre dem Feinde, der es dränget; o laß uns doch nicht also in Not und Trübsal, sondern gebiete deinen heiligen Engeln, daß sie sich lagern um die Deinen zum Schuß wider alle Bedrängnis und feindliche Gewalt. Erhöre unser Schreien, liebreicher Gott, und erbarme dich unser und des ganzen Landes; höre auf die Klagen der Witwen und armen Kindlein, der Armen und Elenden; mache des Kriegs und Mordens bald ein Ende und errette dein Volk aus der Hand seiner Widersacher. Ach barmherziger Gott, erhöre uns und gedenke nicht unserer Missethaten, deren so viele sind als des Sandes am Meere, gedenke aber unser nach deiner großen Barmherzigkeit um deiner Güte willen. Herr, hilf uns, Herr, errette uns, Herr, sei uns gnädig um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 306 5. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue: wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unseren Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsre Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Kranken und Schwachen. Sei bei ihnen in der Not, reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre hierbei uns alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden und mit Furcht und Zittern unsre Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre unsre Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Danach lies Psalm 90 und 91. Gebete für Kranke und Sterbende. 6. In teurer Zeit. Herr Gott, himmlischer Vater, du siehst, daß jetzt schwere Zeiten sind in unserem Lande und viel Sorge und Not um des täglichen Brots willen: so laß dich den Jammer der Armen und Hungernden erbarmen und wende die Züchtigung, die wir ja wohl verdient haben, um deiner Barmherzigkeit willen von uns. Ach lieber Gott, wir hätten ja längst verschmachten und verderben müssen, wenn du mit uns hättest handeln wollen nach unseren Werken. Du aber bist gnädig and barmherzig gewesen, wirst dich auch künftighin also erweisen. Ach Herr, gieb es uns doch zu erkennen, daß du es bist, der uns heimsuchet mit dieser Strafe, damit wir unsere Herzen wieder zu dir kehren, damit wir lernen dich anrufen, auf dich schauen und dir allein vertrauen. Strafe uns nicht allzuschwer, sondern erbarme dich unser. Du wirst uns aushelfen aus aller Not, du wirst uns nicht verderben lassen. Du giebst ja den Raben ihre Speise, wenn ihre Jungen zu dir schreien, und ernährest die Vögel unter dem Himmel. Du wirst auch noch mittel und Wege haben, uns unser täglich Brot darzu: reichen mitten in dieser Teurung. Nun, du treuer Gott, so laß uns deine Gnade und Barmherzigkeit schmecken und sende uns Hülfe und Erlösung in dieser schweren Zeit um deiner Liebe und Barmherzigkeit, um deines Namens Ehre willen. Amen 507 G. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.( Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange!( Ps. 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen vom Leibe dieses Todes? ( Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsre Missethaten habens ja verdient. Jerem. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?( Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.( Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.( 1. Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.( Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.( Jacobi 1, 12.) Gebete für Kranke und Sterbende. Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, se will ich doch dein nicht vergessen; siehe in meine Hände habe ich dich gezeichnet.( Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.( Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.( Jer. 31, 3.) 508 Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.( Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.( 2. Cor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.( Offb. 2, 10.) SISTEAuch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6-11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2-9. 91. Klagel. 3, 22-42. Röm. 8, 18-27, 28-39. 1. Petr. 1, 3-9. Psalm 126. Offb. 7, 9-17. 2. Auf dem Krankenbette. 1. D Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfest niemand versucht werden über sein Vermögen, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen: ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzagen. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Bein für mich gelitten haft und endlich für meine Sünden geſtorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: erbarme dich über mich fündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner lezten Not. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten haft und gesprochen: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen", deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber Gebete für Kranke und Sterbende. 509 nüßlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erfenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 3. Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch nicht allein von meinen Geschäften, meinen Sünden und bösen Gewohnheiten abzuschneiden, sondern mich auch an meinen Tod zu erinnern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir: ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht; doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. Darum bitte ich dich: ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besize. Ich habe hier feine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Prüfung meines bisherigen Lebens, zum seligen Sterben bereiten und also von Welt und Sünden abgezogen und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich möge in deiner Gnade und selig sterben. Amen. 3. Morgengebet eines Kranken. Heiliger Gott, Vater, Sohn und Geist, ich komme jetzt, da der Tag angebrochen, vor deinen Thron und danke dir, daß du mich diesen Tag wieder haft erleben lassen. Du weißt, Herr, wie ich die Nacht auf meinem Krankenbett zugebracht habe. Ich kann nicht genug deine Güte preisen, daß du das Licht de Sonne mich wieder sehen läsfest. Die Sonne geht wieder auf, Herr mein Gott, laß auch deine Gnade neu über mich aufgehn. Gieb mir mit diesem Tage neue Kräfte und neue Geduld, mein Leiden willig zu tragen. Es hat dir gefallen, Herr, mich auf dies Krankenbett zu legen: wohlan, ich will darauf bleiben, so lange es dir gefällt. Du willst mich dadurch in die Stille führen, damit du allein mit mir reden und mich unterweisen mögest, wie ich für meine Seele sorgen soll. Nun habe ich Zeit, mein bisher geführtes Leben zu untersuchen: ob ich dir gedient, dich geehrt, dir Gebete für Kranke und Sterbende. gehorcht habe. Gieb, wenn ich solches verneinen muß, daß ich mich von Herzen darüber betrübe und wahre Buße thue, auch mit dir einen neuen Bund mache und also mit Furcht und Zittern schaffe, selig zu werden. Gieb, daß ich, o Jesu, den ganzen Tag möge mein Herz bei dir haben, eifrig beten, an deine Leiden, Wunden und Tod gedenken und das wahre Heil meiner Seele betrachten. Gieb mir einen schönen Trostspruch nach dem andern in mein Herz, der deiner Liebe mich ver sichere, deine Gnade mir versiegele und deiner Hülfe mich vergewissere. Erquicke mich in meiner Mattigkeit und stärke mich durch deinen heiligen Geist in meiner Schwachheit. Bewahre mich vor neuen Schmerzen, traurigen Stunden, erschreckenden Zufällen; willst du mich aber Leiden empfinden lassen, so weiche nicht von mir. Hilf mir den Tag glücklich und selig vollenden und alles mit Gelassenheit und stillem Mut annehmen, was du mir auflegest. Siehe, mein Gott, hier bin ich, mache es mit mir, wie dir es wohlgefällt. Du bist mein Vater, ich bin dein Kind. Ich will deine Güte rühmen und deine Barmherzigkeit preisen über alles, was du an mir gethan hast. Amen. 510 4. Abendgebet eines Kranken. Ach du barmherziger Gott, ich habe nun wieder einen Tag überlebt. Herr, du hast nach deiner Güte bis auf diese Stunde mir mein Leben gefristet, dafür sei deiner Vatertreue herzlich Lob und Dank ge sagt. Besonders preise ich deinen Namen, daß du diesen Tag meine Schmerzen und Krankheit mir hast tragen helfen. Ja, Herr, du legst eine Last auf, aber du hilfft uns auch. Der Herr hört das Schreien der Elenden und verweigert ihnen nicht, um was ihr Mund bittet. Ach großer Gott, die Nacht bricht herein, bleibe bei mir und weiche diese Nacht nicht von mir. O heilige Dreieinigkeit, ich lobe dich in Ewigkeit. Wende diese Nacht von mir ab alle gefährlichen und plözlichen Zufälle; lindre meine Schmerzen; bewahre mich vor Schrecken, Angst und Unglück. Ach bleibe, himmlischer Vater, bei deinem franken Kinde. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Jesu, die Sonne ist gewichen, du, Sonne der Gerechtigkeit, weiche nicht von mir. O du werter, heiliger Geist, Tröster der Betrübten und Beistand der Elenden, bleibe bei mir, stärke mich und erhalte mich in wahrem Glauben und christlicher Geduld. Heilige Dreieinigkeit, nimm mich auf in deinen Schuß. Der Herr segne mich und behüte mich mit all den Meinen und samt allen Betrübten und Leidenden; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Und soll ja diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so nimm mich, Herr, in Himmel ein, in deinen Freudensaal. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. 5. Dankgebet nach der Genesung. Herr, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine vielfachen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner letten Krankheit und Not mich gnädig angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wieder aufgeholfen hast. Um Trost war mir sehr bange, aber du hast dich meiner Seele herzlich ange nommen; wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthat? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Ach wie gut ist es mir, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft deines heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschüße mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses zeitliche Leben werde lassen müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren, seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, Vater, Sohn und heiliger Geist, wie hier zeitlich, so dort ewiglich zu rühmen und zu preisen. Amen. 511 6. Auf dem Sterbelager. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist auf geben; errette mich aus der Hand des Feindes, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntnis und festem, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach Herr Gott, laß das legte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein lettes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. 7. In Todesnöten. Ewiger Gott, du barmherziger und getreuer Vater, siehe, ich stehe nun vor der Pforte der Ewigkeit. In wenig Stunden oder Augenblicken bin ich vielleicht schon aus dieser sichtbaren Welt geschieden. Ach verlasse mich doch nicht in diesem schweren Durchgang auf dem Wege zu dir. Ach Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Ach du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, sei mir gnädig und gieb mir deinen Frieden! Ach thue mir auf die Thür der Gnaden! Ach schließ auf dein Paradies und nimm mich aus Gnaden ein wie den bekehrten Schächer, denn du hast die Schlüſſel der Hölle und des Todes. Ach löse du, o mein Erlöser, alle Bande meiner Sünden auf, daß ich ritterlich ringe und mit dir frei und getrost eindringe durch den Tod ins Leben. Ich weiß sonst keinen Rat noch Zuflucht im Himmel und auf Erden, als deine lautere Gnade, o Gott, mein Erlöser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. 512 8. Fürbitte für den Sterbenden. O gütiger, barmherziger Vater, du bist unsere Zuflucht, unsere Stärke und unsere Hülfe in unseren Nöten. Laß leuchten dein heiliges Angesicht über deinen Knecht( deine Magd), der( die) jezt vor dir erscheinen soll. Wasche ab alle seine Sünden, o Herr Gott, mit dem teuren Blut Jesu Christi, auf daß ihrer im Gericht nimmermehr gedacht werde; wahre ihm den Glauben, errette seine Seele aus der Gewalt des Teufels; tröste ihn durch deinen heiligen Geist und gieb ihm in dieser Stunde zu erkennen, daß du sein gütiger, barmherziger Vater, und daß er aus lauter Gnaden dein liebes Kind sei; laß den nicht verloren werden, den du mit deinem heiligen Blut so teuer erkauft hast. Nimm seine Seele auf in das himmlische Paradies, wie du die Seele des Schächers am Kreuz hast aufgenommen. Laß seine Seele von den lieben Engeln getragen werden wie die Seele des armen Lazarus und verleihe ihm eine fröhliche Auferstehung am jüngsten Tage. uns, o Vater aller Gnaden, an seiner Statt. Erhöre deinen Sohn, unsern einigen Heiland und Mittler, der zu deiner Rechten sigt und für ihn und uns alle bittet, und sei uns gnädig um des Verdienstes feines heiligen Leidens und Sterbens willen. In solchem Vertrauen befehlen wir seine Seele in deine väterliche Huld. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. 9. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. 513 1. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach bleibe es auch jetzt. Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich in festem Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. 2. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. 3. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr; ich weiche nicht von dir, ach bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. 10. Sprüche, dem Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jef. 43, 1. At Gebete für Kranke und Sterbende. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewig. keit. Amen. 2. Tim. 4, 18. 514 Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.- Gesch. 7, 58. 11. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleih diesem unserm entschlafenen N. N. unt deines lieben Sohnes Jesu Christi willen die ewige Freude und Ruhe, laß ihm leuchten dein ewiges Licht und nimm ihn auf zur Schar deiner Heiligen und Seligen und aller gläubigen Christen; erwecke ihn auch am jüngsten Tage und gieb ihm die ewige Herrlichkeit um deines Namens willen. Tröste du, o Gott, alle durch diesen Tod Betrübten. Laß uns alle an diesem Tode lernen, daß wir auch einmal also sterben müssen, damit wir uns in Zeiten durch Buße, Glauben und Vermeidung aller Sünde und Eitelkeit der Welt dazu bereiten mögen. Erhöre uns, Herr unser Gott, und zieh uns alle durch treuen Kampf in dein Himmelreich, wo du der Deinen Gott bist ewiglich. Amen. 12. Kranken- und Sterbetroft aus Bibel und Gesangbuch. 1. Vom Segen des Leidens. Röm. 5, 1-5. 2. Cor. 4, 7-18. Jac. 1, 2-12. Hebr. 12, 5-11. Lieder: Nr. 430. 451. 462. 485. 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes Kraft. Psalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jef. 38. 2. Kön. 20, 1-11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luc. 11, 1-13. Anhalten im Gebet. Luc. 18, 1-8. desgl. Lieder: Nr. 37. 438. 440. 447. 468. 481. Gebete für Kranke und Sterbende. 3. Vom Trost und der Hülfe des Herrn. Matth. 8, 1-13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27-33. Der Blinde. Luc. 10, 23-37. Der barmherzige Samariter. Joh. 5, 1-16. Der 38jährige Kranke. Lieder: Nr. 128. 129. 394. 435. 474. 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1-8. Der Gichtbrüchige. 76 einbiss Luc. 7, 36-50. Die Sünderin. Luc. 15. Das verlorene Schaf 2c.- 1111OC HD Luc. 23, 39-43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. Lieder: Nr. 142. 284. 303. 314. 316. 319. 406. 5. Von der Geduld und Ergebung im Leiden. Ima Matth. 11, 28-30. Klagel. 3, 17-33. Matth. 26. 27. Marc 14. 15. Luc. 22. 23. Joh. 17. 18. 19. Lieder: Nr. 117. 132. 139. 449. 472. 476. 494. 6. Sehnsucht nach oben. 2. Cor. 5, 1-10. Phil. 3, 12-21. Lieder: Nr. 359. 589. 594. 595. 601. 614. 622. 7. In tiefster Angst und Not. Psalm 6. 22. 42. 88. 130. Lieder: Nr. 132, V. 9, 10. 299. 459. 486, V. 1. 602. 1900/ 23 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1-29. Ich weiß, daß mein Erlöser 2. Matth. 9, 18-26. Jairi Töchterlein. Luc. 7, 11-16. Jüngling zu Nain. Joh. 11. Lazarus. 1. Cor. 15. Joh. 5, 24-29. 1. Thess. 4, 13-18. Lieder: Nr. 158. 642. 9.. Bereitung aufs Sterben. Joh. 14. 15. 16. 17. Psalm 39. Psalm 90. Lieder: 586. 587. 600. 619. 622. 623. 624. Jef. 35. Lieder: 10. Vom ewigen Leben. 515 Offb. 7, 9-17; 21. 22. 643. 647. 648. 652. 653. St 2 admile 19 Am 1. Sonntage des Advents. Epist. Röm. 13 v. 11 bis 14. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. II. Verzeichnis der Episteln und Evangelien an Sonn- und Festtagen. mum Am 2. Sonntage des Advents. Epist. Röm. 15 v. 4 bis 13. Evang. Luc. 21 v. 25 bis 36. Am heiligen Chrifttage. Epist. Tit. 2 v. 11 bis 14 oder Jef. 9 v. 2 bis 7. Evang. Luc. 2 v. 1 bis 14. Am 2. Weihnachts- Feiertage oder am Tage St. Stephanus, des Märtyrers. mo Laddoffice Epist. Tit. 3 v. 4 bis 7. Evang. Luc. 2 v. 15 bis 20. Oder: Epist. Apost. 6 v. 8 bis 15 und 7 v. 55 bis 59. Evang. Matth. 23 v. 34 bis 39. Am 3. Sonntage des Advents. Am Sonntage nach d. Chriſttage. Epist. Gal. 4 v. 1 bis 7. Evang. Luc. 2 v. 33 bis 40. Epist. 1. Cor. 4 v. 1 bis 5. Evang. Matth. 11 v. 2 bis 10. Am 4. Sonntage des Advents. Epist. Philipp. 4 v. 4 bis 7. Evang. Joh. 1 v. 19 bis 28. Am 3. Weihnachts- Feiertage oder am Tage St. Johannis, des Apostels. Epist. Ebr. 1 v. 1 bis 12. Evang. Joh. 1 v. 1 bis 14. Oder: Epist. 1. Joh. 1. Evang. Joh. 21 v. 20 bis 24. Am Neujahrstage. Epist. Gal. 3 v. 23 bis 29. Evang. Luc. 2 v. 21. Les Am Sonntage nach dem neuen Jahr. Epist. 1. Petr. 4 v. 12 bis 19. Evang. Matth. 2 v. 13 bis 23. Am Tage der Erscheinung Chrifti i oder Epiphanias. Epist. Jes. 60 v. 1 bis 6. Evang. Matth. 2 v. 1 bis 12 oder Matth. 3 v. 13 bis 17 Am 1. Sonntage nach Epiphan. Epist. Röm. 12 v. 1 bis. 6. Evang. Luc 2 v. 41 bis 52. verzeichnis der Episteln u. Evangelien an Sonn- u. Festtagen. 517 Am 4. Sonntage in der Faften, Lätare. Epist. Gal. 4 v. 21. bis 31. Evang. Joh. 6 v. 1 bis 15. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica. Am 2. Sonntage nach Epiphan. Epist. Röm. 12 v. 7 bis 16. go Evang. Joh. 2 v. 1 bis 11.ma Am 3. Sonntage nach Epiphan. Epist. Röm. 12 v. 17 bis 21. Evang. Matth. 8 v. 1 bis 13.0 Am 4. Sonntage nach Epiphan. Epist. Röm. 13 v. 8 bis 10.) Evang. Matth. 8 v. 23 bis 27. Am 5. Sonntage nach Epiphan. Epist. Col. 3 v. 12 bis 17. Evang. Matth. 13 v. 24 bis 30. Am 6. Sonntage nach Epiphan. Epist. 2. Petr. 1 v. 16 bis 21. Evang. Matth. 17 v. 1 bis 9. Am Sonntage Septuagefimä. Epist. 1. Cor. 9 v. 24 bis Kap. 10 v.5. Evang. Matth. 20 v. 1 bis 16. Am Sonntage Sexagefimã. Epist. 2. Kor. 11 v. 19 bis Rap. 12 v. 10. Evang. Luc. 8 v. 4 bis 15. ne Am Sonntage vor der Fasten, Quinquagefimä oder Eftomihi. Epist. 1. Cor. 13 ganz. Evang. Luc. 18 v. 31 bis 43. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epist. 2. Cor. 6 v. 1 bis 10. Evang. Matth. 4 v. 1 bis 11 oder Joh. 17 ganz. Am 2. Sonntage in der Faften, Reminiscere. Epist. 1. Theff. 4 v. 1 bis 8. Evang. Matth. 15 v. 21 bis 28. Am 3. Sonntage in der Fasten, Ocufi. Epist. Eph. 5 v. 1 bis 9. Evang. Luc. 11 v. 14 bis 28. Epist. Ebr. 9 v. 11 bis 15. Evang. Joh. 8 v. 46 bis 59. Am 6. Sonntage in der Fasten, ellations Palmarum. Epist. Phil. 2 v. 5 bis 11. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. Am grünen Donnerstage. Epist. 1. Cor. 11 v. 23 bis 32 oder 2. Mos. 12 v. 1 bis 13. Evang. Joh. 13 v. 1 bis 17. Am Karfreitage. Jes. 53 ganz, oder Pf. 22. Die Leidensgeschichte. Am heiligen Ostertage. Epist. 1. Cor. 5 v. 6 bis 8 oder 1. Cor. 15 v. 1 bis 20. Evang. Marc. 16 v. 1 bis 8. Am Ostermontage. Epist. Apost. moft. 10 v. v. 34 bis 41. Evang. Luc. 24 v. 13 bis 35. pribad Am Ofterdienstage. Epist. Apost. 13 v. 26 bis 33. Evang. Luc. 24 v. 36 bis 48. Pack Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epist. 1. Joh. 5 v. 4 bis 12. Evang. Joh. 20 v. 19 bis 29. Am 2. Sonntage nach Ostern, in Misericordias Domini. A Epist. 1. Petr. 2 v. 21 bis 25.40 Evang. Joh. 10 v. 12 bis 16.00 518 Verzeichnis der Episteln u. Evangelien an Sonn- u. Festtagen. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epist. 1. Petr. 2. v. 11 bis 20. Evang. Joh. 16. v. 16 bis 23. Am 2. Sonntage nach Trinitat. Epist. 1. Joh. 3 v. 13 bis 18. Evang. Luc. 14 v. 16 bis 24. Am 3. Sonntage nach Trinitat. Epist. 1. Petr. 5 v. 6 bis 11. Evang. Luc. 15 v. 1 bis 10. Am 4. Sonntage nach Trinitat. Epist. Röm. 8 v. 18 bis 23. Evang. Luc. 6 v. 36 bis 42. Am 5. Sonntage nach Trinitat. Epist. 1. Petr. 3 v. 8 bis 15. Evang. Luc. 5 v. 1 bis 11. Am 6. Sonntage nach Trinitat. Epist. Röm. 6 v. 3 bis 11. Evang. Matth. 5 v. 20 bis 26. Am 7. Sonntage nach Trinitat. Epist. Röm. 6 v. 19 bis 23. Evang. Marc. 8 v. 1 bis 9. Am 8. Sonntage nach Trinitat. Epist. Röm. 8 v. 12 bis 17. Evang. Matth. 7 v. 15 bis 23. Am 9. Sonntage nach Trinitat. Epist. 1. Cor. 10 v. 1 bis 13. Evang. Luc. 16 v. 1 bis 9. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epist. Jac. 1 v. 16 bis 21. Evang. Joh. 16 v. 5 bis 15. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate oder Bocem Jucunditatis. Epist. Jac. 1 v. 22 bis 27. Evang. Joh. 16 v. 23 bis 30. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epist. Apost. 1 v. 1 bis 11. Evang. Marc. 16 v. 14 bis 20. Am Sonntage nach der Himmelfahrt Chrifti, Exaudi. Epist. 1. Petr. 4 v. 8 bis 11. Evang. Joh. 15 v. 26 bis Kap. 16 v. 4. Am heiligen Pfingsttage. Epist. Apost. 2 v. 1 bis 13. Evang. Joh. 14 v. 23 bis 31. Jundrom Am Pfingstmontage. Epist. Apost. 10 v. 42 bis 48. Evang. Joh. 3 v. 16 bis 21. Malmienhe Am Pfingsdienstage. Epist. Apost. 8 v. 14 bis 17 oder Apost. 2 v. 29 bis 36. Evang. Joh. 10 v. 1 bis 11. Am Sonntage Trinitatis. Epist. Röm. 11 v. 33 bis 36. Evang. Joh. 3 v. 1 bis 15. Am 1. Sonntage nach Trinitat. Epist. 1. Joh. 4 v. 16 bis 21. Evang. Luc. 16 v. 19 bis 31. Am 10. Sonntage nach Trinit. Epist. 1. Cor. 12 v. 1 bis 11. Evang. Luc. 19 v. 41 bis 48. Am 11. Sonntage nach Trinit. Epist. 1. Cor. 15 v. 1 bis 10. Evang. Luc. 18 v. 9 bis 14. 1 Am 12. Sonntage nach Trinit. 12. Epist. 2. Cor. 3 v. 4 bis 11. Evang. Marc. 7 v. 31 bis 37. Am 13. Sonntage nach Trinit. Epist. Gal. 3 v. 15 bis 22 oder Jac. 3 v. 1 bis 12.) Evang. Luc. 10 v. 23 bis 37. Verzeichnis der Episteln u. Evangelien an Sonn- u. Festtagen. 519 Am 14. Sonntage nach Trinit. Epist. Gal. 5 v. 16 bis 24. Evang. Luc. 17 v. 11 bis 19. Am 15. Sonntage nach Trinit. Epist. Gal. 5 v. 25 bis Kap. 6 v. 10. Am 21. Sonntage nach Trinit. Epist. Eph. 6 v. 10 bis 17. Evang. Joh. 4 v. 47 bis 54. m Evang. Matth. 6 v. 24 bis 34. Am 22. Sonntage nach Trinit. Epist. Phil. 1 v. 3 bis 11. Evang. Matth. 18 v. 21 bis 35. Am 23. Sonntage nach Trinit. Epist. Phil. 3 v. 17 bis 21. Evang. Matth. 22 v. 15 bis 22. Am 24. Sonntage nach Trinit. Epist. Col. 1 v. 9 bis 14. Evang. Matth. 9 v. 18 bis 26. Am 25. Sonntage nach Trinit. Epist. 1. Thess. 4 v. 13 bis 18. Evang. Matth. 24 v. 15 bis 28 oder Luc. 13 v. 1 bis 9. Am 16. Sonntage nach Trinit. Epist. Eph. 3 v. 13 bis 21. Evang. Luc. 7 v. 11 bis 17. Am 17. Sonntage nach Trinit. Epist. Eph. 4 v. 1 bis 6. Svang. Luc. 14 v. 1 bis 11. Am 18. Sonntage nach Trinit. Epist. 1. Cor. 1 v. 4 bis 9. Evang. Matth. 22 v. 34 bis 46. Am 19. Sonntage nach Trinit. Epist. Eph. 4 v. 22 bis 30. Evang. Matth: 9 v. 1 bis 8. Am 20. Sonntage nach Trinit. Epist. Eph. 5 v. 15 bis 21. Evang. Matth. 22 v. 1 bis 14. Am 26. Sonntage nach Trinit. Epist. 2. Thess. 1 v. 3 bis 10. Evang. Matth. 25 v. 31 bis 46. Am 27. Sonntage nach Trinit. Epist. 1. Thess. 5 v. 1 bis 11. Evang. Matth. 25 v. 1 bis 13 oder Matth. 24 v. 37 bis 51. 520 Verzeichnis der Episteln u. Evangelien an Sonn- u. Festtagen. 20 Episteln und Evangelien der Aposteltage und etlicher anderer Feste, die an einigen Orten gefeiert werden. Am S. Andreas- Tage. Epist. Röm. 10 v. 8 bis 18. Evang. Matth. 4 v. 18 bis 22. Am S. Thomas- Tage. id Epist. Eph. 1 v. 3 bis 6. Evang. Joh. 20 v. 24 bis 31. Am Tage S. Pauli Bekehrung. Epist. Apost. 9 v. 1 bis 22. Evang. Matth. 19 v. 27 bis 30. Am Tage Mariä Reinigung. Epist. Maleach. 3 v. 1 bis 5. Evang. Luc. 2 v. 22 bis 40. Am S. Matthias- Tage. Epist. Apost. 1 v. 15 bis 26.ico Evang. Matth. 11 v. 25 bis 30. Am Tage Maria Berkündigung. Epist. Jes. 7 v. 10 bis 16. Evang. Luc. 1 v. 26 bis 38. Am Tage S. Philippi und S. Jacobi. Epist. Eph. 2 v. 19 bis 22. Evang. Joh. 14 v. 1 bis 14. Am Tage Johannis des Täufers. Epist. Jes. 40 v. 1 bis 8. Evang. Luc. 1 v. 57 bis 80. Am Tage S. Petri u. S. Pauli. Epist. Apost. 12 v. 1 bis 11. Evang. Matth. 16 v. 13 bis 20. Am Tage Mariä Heimsuchung. Epist. Jes. 11 v. 1 bis 5. Evang. Luc. 1 v. 39 bis 56. Am Tage S. Jacobi. Epist. Röm. 8 v. 28 bis 39. Evang. Matth. 20 v. 20 bis 23. Am Tage S. Bartholomät. Epist. 2. Cor. 4 v. 5 bis 10. Evang. Luc. 22 v. 24 bis 30. Am Tage S. Matthäi. Epist. Eph. 4 v. 7 bis 14. Evang. Matth. 9 v. 9 bis 13. Am Tage Michaelis. Epist. Offenb. Joh. 12 v. 7 bis 12. Evang. Matth. 18 v. 1 bis 11. Am Tage S. Simonis und S. Juda. Epist. 1. Petr. 1 v. 3 bis 9. Evang. Joh. 15 v. 17 bis 21. Am Gedächtnistage der Reformation. Epist. Gal. 5 v. 1 bis 15 oder Offenb. Joh. 14 v. 6. 7. Evang. Matth. 11 v. 12 bis 15. Am Tage der Kirchweihung. Epist. Offenb. Joh. 21 v. 1 bis 5. Evang. Luc. 19 v. 1 bis 10. III. Die Geschichte des Seidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Chrifti nach den vier Evangelisten. 1. Eingang. 169 Es versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat wider Jefus, und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselbigen Jahres Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammenbrächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte war. Sechs Tage vor den Ostern fam Jesus gen Bethanien, da Laza rus war, der verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simonis des Aussäßigen; und Martha dienete. Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria( die Schwester Lazari) ein Pfund Salbe, von ungefälschter föstlicher Narden; und kam und trat zu ihm und zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da 622 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. er zu Tische saß, und salbete die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll von dem Geruche der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simonis Sohn, Jschariotes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verfauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte; sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Es waren auch etliche der andern Jünger, die wurden unwillig und sprachen: Wozu dient diese Vergeudung? Dieses Wasser hätte mögen teuer verfauft und den Armen gegeben werden. Und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie mit Frieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir ge than; solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, ist sie zuvorgekommen, daß sie meinen Leib zum Grabe bereite. Wahrlich, ich sage euch: wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, das sie jetzt gethan hat. Des andern Tages viel Volks, das aufs Fest gekommen war, da es hörete, daß Jesus kommt gen Jerusalem, nahmen sie Palmenzweige und gingen binaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber überkam ein Eselein und ritt darauf; wie denn geschrieben stehet: Fürchte dich nicht, du Tochter Zion, siehe, dein König kommt, reitend auf einem Eselsfüllen. Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmete die That. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie höreten, er hätte solches Zeichen gethan. Die Pharisäer aber sprachen unter einander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird; und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuzigt werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Ältesten im Volk im Palaſt des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und töteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volke; denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischariot, der da war aus der Zahl der Zwölfe. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das höreten, wurden sie froh und gelobten ihm Geld zu geben und boten Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 523 ihm dreißig Silberlinge; und er versprach sich. Und von dem an fuchte er Gelegenheit, wie er ihn füglich verriete und überantwortete ohne Rumor. ( Ev. Joh. 11, 47-53. 12, 1-8. 12-15. 17-19. Matth. 26, 6-13. 1-5. 14-16. Marc. 14, 3-9. 1. 2. 10. 11. Luc. 18, 31-34. 22, 1. 2. 4-6.) 2. Das letzte Mahl Jesu. Am ersten Tage aber der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Oster: lamm zu essen? Und er sandte seiner Jünger zween, Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt; sehet, wann ihr hineinfommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkfrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget dem Hauswirt: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei kommen; ich will bei dir die Ostern halten; wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der bereitet und gedecket ist; daselbst richtet für uns zu. Sie gingen aus und kamen in die Stadt und fandens, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Am Abend aber kam er mit den Zwölfen; und da die Stunde tam, sette er sich nieder zu Tische und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reiche Gottes. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie der Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische sißt, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß, der zu Tische sigt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seids, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und sizen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und Jesus, da er erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und da schon der Teufel hatte dem Judas Simonis Jschariot ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in 524 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, und stand vom Abendmahle auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wiſset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißet mich Meister und Herr und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es thut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich er wählet habe. Sondern, daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ichs euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Übelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: einer unter euch wird mich verraten; siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tische! Da sahen sich die Jünger unter einander an und wurden sehr betrübt, und ward ihnen bange, von welchem er redete; und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm einer nach dem Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 525 andern: Herr, bin ichs? und der andere: Herr, bin ichs? Er antwortete und sprach zu ihnen: Einer aus den Zwölfen, der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet und beschlossen ist, doch wehe demselben Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre demselben Menschen besser, daß er nie geboren wäre. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Jschariot. Da sprach Judas: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es! Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er es ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest, oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hinaus. Und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Und nach dem Abendmahl, in der Nacht, da er verraten ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete und brach es und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, dankete und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ich binfort nicht trinken werde von diesem Gewächse des Weinstocks bis auf den Tag, da ich es neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch; ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte: wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen, so sage ich nun auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: 526 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Ich will mein Leben für dich lassen! Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinſt dich bekehrest, so stärke deine Brüder. ( Matth. 26, 17-29. Marc. 14, 12-25. Luc. 22, 7-16. 24-30. 35-38. 21-23. 19. 20. 31-34. Joh. 13. 1. Cor. 11, 25.) 3. Jesu geistliches Leiden in Gethsemane und Gefangennehmung. Und da sie den Lobgesang gesprochen und Jesus noch vieles zu ihnen geredet hatte, ging er hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Ölberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber werde auferstanden sein, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus aber redete noch weiter: Ja wenn ich auch mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Und als er dahin kam, sprach er zu seinen Jüngern: Sezet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir. Und ging hin ein wenig und riß sich von ihnen bei einem Steinwurfe, knieete nieder und fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich; willst du, so überhebe mich dieses Kelchs und nimm ihn von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Betro: Simon, schläfft du? Vermöchtest du denn nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet; der Geist ist 527 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn: so geschehe dein Wille. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder und fand sie abermals schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Aber ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte. Und er stand auf von dem Gebet und kam zum drittenmal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug! Siehe, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf, lasset uns von hinnen gehn; siehe, der mich verrät, ist nahe, er ist da. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam herzu Judas, der Zwölfen einer, welcher zu sich genommen hatte die Schar, und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, mit Fackeln und Lampen, mit Echwertern, mit Stangen und mit Waffen, von den Hohenprieſtern und Schriftgelehrten und Altesten des Volks. Und Judas ging vor ihnen her. Der Verräter hatte ihnen aber ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet und führet ihn gewiß. Und da er kam, nahete er sich zu Jesu und trat alsobald zu ihm, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verrätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth! Jesus spricht zu ihnen: Ich bins! Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth! Jesus antwortete: Ich habe es eud, gesagt, daß ich es sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe deren feinen verloren, die du mir gegeben hast. Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen? Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren und dabei standen, Simon Petrus, hatte ein Schwert, und zog es aus und reckte die Hand aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Etecke dein Schwert an seinen Ort in die Scheide: denn wer 528 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu schickte mehr, denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gehen. Und er rührte sein Ohr an und heilete ihn. Zu der Stunde aber sprach Jesus zu den Scharen und zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid ausgegangen als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich bei euch gesessen und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget und mich nicht gegriffen. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Und das ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinmand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und flohe bloß von ihnen. 1 ( Joh. 14, 1-17, 26. 18, 1-11. Matth. 26, 30-56. Marc. 14, 26-52. Luc. 22, 39-53.) 4. Jesu Verhör vor Hannas, vor Kaiphas und dem hohen Rat. Verleugnung des Petrus. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden, die Jesum gegriffen hatten, nahmen ihn und banden ihn und führeten ihn aufs erste zu Hannas; der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volf. Simon Petrus aber folgte Jesus von ferne nach und ein anderer Jünger bis in den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Betrum hinein. Und er ging hinein und setzte sich bei die Knechte, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Da sprach die Magd, die Thürhüterin zu Petrus: Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er sprach: Ich bins nicht. Und er ging hinaus in den Vorhof, und es frähete der Hahn. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? 529 Und Hannas sandte ihn gebunden zum Hohenpriester Raiphas, dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. Und sie suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden nichts. Und wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keines: ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Einige standen auf, gaben falsch Zeugnis wider ihn und sprachen: Wir haben ihn hören sagen: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Zulegt traten herzu zween falsche Beugen, die sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in dreien Tagen denselbigen bauen. Aber ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Es standen aber die Knechte und Diener des Hohenpriesters und hatten ein Kohlenfeuer angezündet mitten im Palast, denn es war falt, und setzten sich zusammen und wärmeten sich. Simon Petrus aber setzte sich bei ihnen in dem Hof und wärmete sich an dem Feuer. Und die Magd sah ihn abermal und hub an zu sagen zu denen, so dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth, er ist auch einer von ihnen. Da sprachen sie: Bist du nicht auch seiner Jünger einer? Du bist einer von ihnen. Und er leugnete abermal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht; ich kenne den Menschen nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm! Und ein anderer bekräftigte es und sprach: Wahrlich, dieser war mit ihm. Und es traten hinzu, die dabei standen, und sprachen zu Petro: Wahrlich, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich, denn du bist ein Galiläer. Da leugnete Petrus abermals uni fing an, sich zu verfluchen und zu schwören und sprach: Ich kenne der Menschen nicht, von dem ihr saget, weiß auch nicht, was ihr sprechet Und alsobald, da er noch redete, frähete der Hahn zum andernmal Und der Herr wandte sich um und sahe Petrum an. Da gedachti Petrus an das Wort Jesu, da er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hah zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus hub an zu weinen und weinete bitterlich. Und als es Tag ward, sammelten sich die Ältesten des Volks, alle Hohenpriester und Schriftgelehrten, der ganze hohe Rat. Und sie führten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? LI 530 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht, frage ich aber, so antwortet ihr mir nicht und lasset mich doch nicht los. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes des Hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: Du sagest es, ich bin es! Doch sage ich euch, von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Sie sprachen aber alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt es, denn ich bin es. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, jest habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Sie sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben es selbst gehöret aus seinem Munde. Er sprach: Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle, antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien ins Angesicht und mit Fäusten zu schlagen und zu verdecken sein Angesicht und zu ihm zu sagen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Und bald am Morgen machten alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten und der ganze hohe Rat den Beschluß wider Jesum, ihn zum Tode zu bringen. ( Joh. 18, 12-17. 19-24. 18. 25-27. Matth. 26, 58-63. 69. 71-75. 64-68. 27, 1. Marc. 14, 66-68. 55-61. 69-72. 62-65. 15, 1. Luc. 22, 55. 58-62. 66-71. 63-65.) 5. Jesus vor Pontius Pilatus. Und der ganze Haufe stand auf, banden Jesum und führeten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Land: pfleger Pontius Pilatus. Und es war frühe. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker darum, zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt iſt durch den Propheten, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 531 von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacter, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden gingen aber nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Geseg. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Jesus aber stand vor dem Landpfleger. Und sie fingen an, ihn zu perklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volt abwendet und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richt haus und rief Jesu und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? Jefits antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu den Hohenpriestern und zum Volke: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen! Die Hohenpriester aber und Ältesten beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen verklaget ward, antwortete er nichts. Da fragte ihn Pilatus abermals und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Jesus aber antwortete ihm nicht auf ein Wort; also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget da: mit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Dar aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Und Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder LI 2 532 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander: denn zuvor waren sie einander feind: Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volke einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Sie hatten aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas, gefangen mit den Aufrührerischen, um eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mordes willen ins Gefängnis geworfen. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; welchen wollt ihr nun, daß ich euch losgebe? Wollt ihr, daß ich euch losgebe Barabbam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten in Traume von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten und reizten das Volk, daß sie bitten sollten, daß er ihnen viel lieber den Barabbam losgebe, und daß sie sollten Jesum zum Tode bringen. Da antwortete nun der Landpfleger Pilatus wiederum und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barabbam los! Barabbas aber war ein Mörder. Pilatus aber antwortete wiederum und rief abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus, und den ihr schuldiget, er sei ein König der Juden? Sie riefen aber alle und schrieen und sprachen: Kreuzige ihn, freuzige ihn! Der Landpfleger aber sprach zum dritten Male zu ihnen: Was hat denn dieser Übels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei, schrieen noch mehr, forderten und sprachen alle: Kreuzige ihn! Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich und führten ihn hinein in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar. Und Pilatus geißelte Jesum. Und sie zogen Jesum aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf sein Haupt, und ein Rohr in Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 533 seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm, verspotteten ihn, grüßten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche und speieten ihn an, nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige! freuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Geset soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber Rüsttag ( Freitag) in Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König Freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. T Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gedachte Pilatus dem Volke genug zu thun und urteilte, daß ihre Bitte geschehe, und gab ihnen den los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, den er gegeißelt hatte, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. Matth. 27, 2-23. 27-30. 24-26. 15. Luc. 23, 1-25.) ( Joh. 18, 28-19, 16. Marc. 15, 1-14. 16-19. 534 de Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 6. Kreuzigung und Tod Jesu. Da sie ihn verspottet hatten, nahmen sie Jesum, zogen ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an, nahmen ihn und führten ihn hinaus, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz; und ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädelstätte, welche heißt auf hebräisch Golgatha. Und indem sie hinausgingen und ihn hinführten, fanden sie einen Menschen mit Namen Simon, von Kyrene, der ein Vater war Alexandri und Rufi, der vom Felde kam und vorüber ging; den ergriffen sie und zwangen ihn, daß er Jesu sein Kreuz nachtrüge, und legten das Kreuz auf ihn. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere, Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und da sie an die Stätte kamen, die da heißt Schädelstätte, da gaben sie ihm Myrrhen in Wein zu trinken. Und da ers schmeckete, wollte er nicht trinken und nahms nicht zu sich. Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zween Übelthäter zu beiden Seiten, einen zur Rechten und einen zur Linken; Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übelthäter gerechnet. Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknechte einen Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen Rock das Los geworfen. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. Und sie saßen allda und hüteten sein. Und oben zu seinen Häupten hefteten sie die Ursache seines Todes, was man ihm Schuld gab, beschrieben. Und Pilatus schrieb die Überschrift und sette sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 535 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht, der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Und die vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel Gottes und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir nun selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze! Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, samt den Schriftgelehrten und Älteſten, und sprachen: Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auserwählte Gottes, der König in Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber auch der Übelthäter einer, die da mit ihm gehenfet waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere und strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsere Thaten wert sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Und es war um die sechste Stunde; und von der sechsten Stunde ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde; und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und etliche, die dabei standen, die das höreten, sprachen fie: Siehe, er ruft den Elias! Die andern aber sprachen: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme! Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet! Da stand ein Gefäß voll Essig. Und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und legte ihn um einen Ysop= stengel und hielt es ihm dar zum Munde und tränkete ihn. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und Jesus schrie abermal laut und sprach: Vater, ich befehle Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und verschied. 536 Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß mitten entzwei in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Der Hauptmann aber, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, was da geschah, und das Erdbeben, und daß er mit solchem Geschrei verschied, erschraken sie sehr; und der Hauptmann preisete Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die da Jesu waren nachgefolget aus Galiläa und hatten ihm gedienet, und sahen das alles; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des jüngern Jacobi und Joses, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbat über( denn desselbigen Sabbats Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. ( Matth. 27, 31-34. 38. 35-37. 39-43. 45-56. Marc. 15, 20-41. Luc. 23, 26-34. 38. 35. 36. 39-49. Joh. 19, 16-18. 23. 24. 19-22. 25-37. 7. Begräbnis Jesu. Und siehe am Abende, dieweil es der Rüsttag war, welches ist der Vor- Sabbat, da kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich Gottes wartete, ein guter, frommer Mann, der nicht gewilliget hatte in ihren Rat und Handel, und welcher auch ein Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 537 Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat ihn um den Leichnam Jesu, daß er ihn möchte abnehmen. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er es erfundet von dem Hauptmann, erlaubte er es und befahl, man solle den Leichnam dem Joseph geben. Und Joseph kaufte eine reine Leinwand, kam und nahm den Leib Jesu herab. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, welches Joseph hatte lassen in einen Fels hauen, sein eigenes Grab, in welches niemand je geleget war. Da hinein legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, dieweil das Grab nahe war, und der Sabbat anbrach. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses und die Weiber, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, die setzten sich gegen das Grab und schaueten zu, wo und wie sein Leib geleget ward. Und Joseph wälzete einen großen Stein vor die Thür des Grabes und ging davon. Die Weiber aber kehrten um und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.ian ( Joh. 19, 39-42. Matth. 27, 60-66. Marc. 15, 46. 47. Luc. 23, 53-56.) IV. Der kleine Katechismus D. Martin Luthers. as erste Shauptstück. Die zehn Gebote. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle nge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht un: nüßlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. 539 $ ID Der kleine Katechismus. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohlgehe, und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, pupe ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das stebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächster nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem 540 Der kleine Katechismus. Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. ad Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, do Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Ge bote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. Das zweite Hauptstück.) Der Glaube. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väter Der kleine Katechismus. 541 licher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit ohne all mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geberen von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niederge: fahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Bergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, er leuchtet, beiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. 542 Der kleine Katechismus da Das dritte Sauptstück. Das Baterunser. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, himmlischer Vater. dul chiliars Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Worte durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Der kleine Katechismus. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende, das ist sein gnädiger, guter Wille. 543 Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gieb uns heute. Was ist das? Gott giebt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß ers uns erkennen lasse und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, als Effen, Trinke., Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? G Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um derselben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten." 544 Der kleine Katechismus. Die stebente Bitte. oldid Sondern erlöse uns ns von dem Übel. badbj Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuleßt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. and Amen. Was heißt Ame Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Pas vierte Sauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Zum ersten. Was ist die Taufe? belum colle Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am legten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was giebt oder nüßet die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Der kleine Katechismus. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am lezten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. 545 | 2d Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ists eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Goti macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unfern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Bum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten aufermedet durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Mm 546 Der kleine Katechismus. Das fünfte Hauptstück. 20160 Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl. Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lucas und Sankt Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er ver: raten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thui zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs. trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche großes& Dinge thun? Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament. Und wer denselben Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Der kleine Katechismus. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. 547 ieſen Morte tribt glaubt oder zweifelt, Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch fordert eite gläubige Herzen. Kirchenbeichte. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir meine Sünde vergeben und mir zu meiner Besserung deines heiligen Geistes Kraft verleihen. Amen. DIES] Gi ribentis Mm 2 Geistliche Volkslieder. 1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, An Not und Ungemach. Nimm wahr, was heut geschicht: Wie kommt nach großem Leiden Nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, Der Feind trieb groß Geschrei; Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wieder frei Und ruft Viktoria! Schwingt fröhlich hier und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Mut behält. V. 3. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was mir will Entnehmen meinen Mut Zusamt dem edlen Gut, So mir durch Jesum Christ Aus Lieb erworben ist. 4. Jch hang und bleib auch hangen An Christo als ein Glied: Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt es mich auch mit. Er reiset durch den Tod, Durch Welt, durch Sünd und Not; Er reiset durch die Höll, Ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, Ich folg ihm immer nach Und darf mich gar nicht kehren Es tobe, was da kann, Mein Haupt nimmt mein sich an, Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforte, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnem Worte Der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, Wird hier auch mit gekrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. P. Gerhardt, † 1676. 2. Aus unsrer ersten Thränenſaat Ist manche Frucht entstanden Durch unsers Heilands Gnadenrat In nah und fernen Landen. 2. Es wurden viele ausgesät, Auf ihren Beeten aber steht: Als wären sie verloren, Das ist die Saat der Mohren. 3. Seid inniglich gebenedeit Jhm, unsrer treuen Liebe, Die ihr davongeschieden seid In eurem Streitertriebe. N. L. Graf v. Zimmendorf, † 1760. Geistliche Volkslieder. 3. Der beste Freund ist in dem Himmel, Auf Erden sind die Freunde rar; Denn bei dem falschen Weltgetümmel Ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, Mein Jesus stehet felsenfest, Daß, wenn ich gleich darniederliege, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt. Er ists, der mit mir lacht und weint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nüßen kann, Und scheinet dann das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an; Doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten, Er spricht für meine Schulden gut; 549 Ach hab ichs nun nicht recht ge meint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar, Und hätt ich hunderttausend Feinde, So frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. B. Schmold, † 1737. Er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein, und ich bin sein; Mein Freund, der mich beständig liebet; Mein Freund bis in das Grab hinein. 4. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Und Freundschaft halten kann, Als daß er Treu erzeigen Daß er mit seinesgleichen Soll treten in ein Band, Versprechen, nicht zu weichen, Mit Herzen, Mund und Hand. 2. Die Red ist uns gegeben, Damit wir nicht allein Für uns nur sollen leben Und fern von Leuten sein: Wir sollen uns befragen Und sehn auf guten Rat, Das Leid einander klagen, Das uns betreten hat. 3. Was kann die Freude machen, Die Einsamkeit verhehlt? Das giebt ein doppelt Lachen, Was Freunden wird erzählt. Der es von Herzen sagt: Der kann des Leids sich wehren, Der muß sich selbst verzehren, er insgeheim sich nagt. 4. Gott stehet mir vor allen, Die meine Seele liebt; Dann soll mir auch gefallen, Geistliche Volkslieder. 550 Der mir sich herzlich giebt. b Mit diesen Bundsgesellen Verlach ich Pein und Not, i Geh auf den Grund der Höllen Und breche durch den Tod. 5. Ich hab, ich habe Herzen, So treu, wie sichs gebührt, daull Die Heuchelei und Scherzen Nie wissentlich berührt! Ich bin auch ihnen wieder Von Grund der Seelen hold; Ich lieb euch mehr, ihr Brüder, Als alles Erdengold. S. Dach, † 1659. 5. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlcin prangen Am Himmel hell und klar; onl Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost verlachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgeſpinste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. 744 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Auf nichts Vergänglichs bauen, Nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich fein. 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod: Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder, Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch. M. Claudius, † 1815. 6. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preiVernimm, o Mensch, ihr göttlich sen die Meere; Wort! 2. Wer trägt der Himmel un zählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie komn.t und leuchtet und lacht uns von ferne Und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgeſtellt. Geistliche Volkslieder. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzähl bare Heere, Den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde, An meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich. 6. Jch bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte Und nimm an meiner Gnade teil. Ch. F. Gellert, † 1769. 7. ie Sach ist dein, Herr Jesu Christ, Die Die Sach, an der wir stehn, Und weil es deine Sache ist, Kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor Es fruchtbar sproßt zum Licht empor, Wird sterbend in der Erde Schoß Vorher vom eignen Wesen los; Im Sterben los, Vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan 551 Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Thor Samt deiner Sach zum Licht empor; Zum Licht empor Durch deines Todes Thor. S. Preiswert, † 1871. 8. Ein getreues Herze wissen Hat des höchsten Schaßes Preis. Der ist selig zu begrüßen, Der ein treues Herze weiß. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 2. Läuft das Glücke gleich zu Zeiten Anders, als man will und meint, Ein getreues Herz hilft streiten Wider alles, was ist feind. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 3. Sein Vergnügen steht alleine In des andern Redlichkeit, Hält des andern Not für seine, Weichet nicht bei böser Zeit. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Hérze. 4. Gunst die fehrt sich nach dem Glücke, Geld und Reichtum, das zerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke; Ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 552 5. Ob beisammen, ob geschieden, Ein getreues Herze hält, Giebt sich allezeit zufrieden, Steht auf, wenn es niederfällt. Ich bin froh beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 6. Nichts ist süßers, als zwei Treue, Geistliche Volkslieder. Wenn sie Eines worden sein. Dies ists, des ich mich erfreue, Und sie giebt ihr Ja auch drein. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. P. Fleming, † 1640. 9. Es ist ein Reis entsprungen Aus einer Wurzel zart, Wie uns die Alten fungen, Von Jesse kam die Art, Und hat ein Blümlein bracht Mitten im falten Winter Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Blümlein, das ich meine, Davon Jesaja ſagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. 3. Den Hirten bei den Schafen Erschien ein Engel flar: Ihr sollt jegund nicht schlafen; Das sag ich euch fürwahr Von einem Kindelein, Jehund wird es geboren Von einer Jungfrau rein. 4. Die Hirten zu der Stunden Hoben sich auf die Fahrt, Das Kindlein bald sie funden Mit seiner Mutter zart. Die Engel sangen schön, Sie lobten Gott vom Himmel In seinem höchsten Thron. 5. So singen wir all Amen, Das heißt: nun werd es wahr, Das wir begehrn zusammen: Jesu, hilf uns dar In deines Vaters Reich, Da wollen wir dich loben. O Gott, uns das verleih! Vor 1600. 10. Den Himmel aufgefahren ist Hallelujah! Der König der Ehren, Jesus Christ Hallelujah! Gen 2. Er sigt zur rechten Gottes Hand, Hallelujah! Herrscht über Himmel und alle Land. Hallelujah! 3. Nun ist erfüllt, was geschrieben ist Hallelujah! In Psalmen von dem Herren Christ. Hallelujah! 4. Nun dankt dem Herren Jesu Christ, Hallelujah! Der heut gen Himmel gefahren ist. Hallelujah! 5. Wir loben die Dreieinigkeit Hallelujah! Von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! Um 1600. 11. Großer Gott, wir loben dich! Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir neigt die Erde sich Geistliche Volkslieder. Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in selger Ruh Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm; Alles ist dein Eigentum. 4. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe, Leit uns auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe. Hilf, daß es durch Buß und Flehn Dich im Himmel möge sehn. 5. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß wir von Sünden heut Und von Unfall sein befreit! 6. Herr erbarm, erbarme dich! Über uns, Herr, sei dein Segen! Leit und schüß uns väterlich, Bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! 1783. 12. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch Sei unverzagt! Bald der Morgen 553 Und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not Wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht: Größer, als der Helfer, ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, Rett auch unsre Seele, du treuer Gott! F. Raeder, † 1872. 13. Ich bete an die Macht der Liebe. Die sich in Jesu offenbart; Ich geb mich hin dem freien Triebe, Mit dem ich Wurm geliebet ward. Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenfen. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Jch fühls, du bists, dich muß ich haben; Ich fühls, ich muß für dich nur sein: so gern. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, tagt, Mein Pläßchen ist in dir allein. 554 Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, Drum folg ich deinen selgen Zügen. Geistliche Volkslieder. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut. Für dich hast du mirs nur gegeben, In dir es nur und selig ruht. Hersteller meines tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und alles. 5. Lob sei dem hohen Jesus: namen, In dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem der Selgen Schar dort trinkt: Wie beugen sie sich ohne Ende! Wir falten mit die frohen Hände. 6. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Geist mir, drück ihn tief hinein! Laß deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen! G. Tersteegen, † 1769. 14. Ich jag es jedem, daß er lebt Und auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 3. Jest scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland. Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rat, Kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine keiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn; Denn herrlich wird ihm diese Saat Auf schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei Jour app uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. F. L. v. Hardenberg, † 1801. 15. Ich will dich erheben Mit Herz und mit Mund, Dich, o mein Heil und Leben, Herr, meiner Hoffnung Grund. 2. Denn du hast mich Armen Mit mächtiger Hand Gerettet voll Erbarmen Von des Verderbens Rand. 3. Nun bin ich so fröhlich, Von Sündenschuld los, So unaussprechlich selig In deinem Liebesschoß 4. O wüßtens doch alle, Wie freundlich du bist, Geistliche Volkslieder. Und folgten deinem Schalle, 17. Du süßer Jesus Christ! 5. Send aus deine Boten In dir ist Freude In allem Leide, Nach Süd und nach Nord Und wecke selbst die Toten Durch deiner Allmacht Wort, 6. Daß bald auf der Erde Zum Preis deiner Treu Nur Eine selge Herde In deinen Hürden sei. G. F. L. Knat, † 1878. 16. mmer muß ich wieder lesen In dem alten heilgen Buch, Wie er ist so sanft gewesen, Ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, Wie er hold sie angeblickt Und sie in den Arm genommen Und sie an das Herz gedrückt! 3. Wie er Hülfe und Erbarmen Allen Kranken gern erwies Und die Blöden und die Armen Seine lieben Brüder hieß. 4. Wie er keinem Sünder wehrte, Der bekümmert zu ihm kam, Wie er freundlich ihn bekehrte Und den Tod vom Herzen nahm. 5. Hat die Herde sanft geleitet, Die sein Vater ihm verliehn, Hat die Arme ausgebreitet, Alle an sein Herz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen, Les und weine mich nicht satt, Wie er ist so treu gewesen, Wie er uns geliebet hat. Luise Hensel, † 1876. 555 du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben Himmlische Gaben, Du der wahre Heiland bist: Hilfest von Schanden, Rettest von Banden; Wer dir vertrauet, Hat wohl gebauet, Wird ewig bleiben, Hallelujah. Zu deiner Güte Steht unser Gemüte, An dir wir kleben Im Tod und Leben, Nichts kann uns scheiden, Hallelujah. 2. Wenn wir dich haben, Kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; Du hasts in Händen, Kannst alles wenden, Wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, Dein Lob vermehren Mit hellem Schalle, Freuen uns alle Zu dieser Stunde, Hallelujah. Wir jubilieren Und triumphieren, Lieben und loben Dein Macht dort oben Mit Herz und Munde. Hallelujah. 3. Lindemann, † 1630. 18. il bi In Gottes Namen fahren wir, Seiner Genaden begehren wir; Des Vaters Güt behüt uns heut, Bewahr auch unser Seel und Leib Herr, erbarm dich unser! 556 2. Christus sei unser Geleites- Wird uns sein, als ob wir träumen: Geistliche Volkslieder. mann, Bleib stetig bei uns auf der Bahn Und wend von uns des Feindes List, Auch was seinem Wort zuwider ist. Herr, erbarm dich unser! 3. Der heilge Geist auch ob uns halt Mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Not Und führ uns wieder heim mit grats Gott. Herr, erbarm dich unser! Aus dem 12. Jahrhundert. od 19. aßt mich gehn, laßt mich gehn, Daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht: O wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Flög ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, Wenn ich zieh in Salem ein, Stadt Herr, mein Gott, ich fanns nicht fassen, Was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Bring uns, Herr, ins Paradies. G. F. L. Anat, † 1878. 20. Merk, Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; Wenn er dich zieht, so eile fort; Wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; Wenn er dich liebt, so ruh; Wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit Bald da, bald dort verklärt, So freu dich der Barmherzigkeit, Die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, So steig in Kraft empor; Wird Jesus in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz Sei von dem Tage an Bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz Dem Heiland zugethan. N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. 21. Müde bin ich, geh zur Ruh, Schließe beide Äuglein zu: Vater, laß die Augen dein Über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut gethan. Sieh es, lieber Gott, nicht an. Geistliche Volkslieder. Deine Gnad und Jesu Blut Macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, Nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn Und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 1876. 22. Nun singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. :,: Du bist A und O.:: 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, O Kind voll Mildigkeit, Durch alle deine Güte, Du Fürst der Herrlichkeit, :,: Zeuch mich hin nach dir!:,: 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld; Wir warn all verdorben Durch unsre Missethat, So hat er uns erworben Himmlische Freud und Gnad, :,: Daß uns nichts mehr schadt.:,: 4. Dir schallt Hallelujah Jeßt hier und einstens da, Wo die Engel singen Das Heilig allzumal, Und wo die Psalmen flingen Im hohen Himmelssaal. :,: Wären wir doch da!:: 557 1648. 23. du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist ge= boren: du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden, dal Freue, freue dich, o Christenheit! Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu verfühnen: Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der Ehren, dich wolln wir hören! Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen, 511029 Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, Ihm laßt uns leben! Freue, freue dich, o Christenheit! du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister, Freue, freue dich, o Christenheit! Geistliche Volkslieder. 558 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade, Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, Geist, willst du ilstard o sibilion trösten, Freue, freue dich, o Christenheit! 3. Falt,+ 1826. 24. A stern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen :: Aus der tiefen Grabesnacht!:,: Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, Denn der Heiland ist erwacht! 2. Troß euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, :: Der euch in den Abgrund brd zwang?:: Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen Dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag gebunden, Hat den Satan überwunden, :,: Und der lange Kerker bricht.:,: Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, Herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, Alle Hoffnung ist versiegelt :,: Und beflügelt jedes Herz.:: Und es klagt bei keiner Leiche Nimmermehr der kalte, bleiche, Gottverlaßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, :: Seit im Grabe Jesus lag.:,: Jahre, Monde, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. M. v. Schenkendorf, † 1817. 25. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Meines Herzens Freud und Kron 2. Schön sind die Wälder, Schöner sind die Felder In der schönen Frühlingszeit! Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, Schön leucht der Monde Und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, Als all Engel im Himmelssaal. 4. Schön sind die Blumen, Schöner sind die Menschen, Die in frischer Jugend sein. Sie müssen sterben, müssen verderben: Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Alle die Schönheit Himmels und der Erden Sind verfaßt in dir allein. Keiner soll werden Lieber auf Erden, Als der schönste Jesus mein. Aus dem 17. Jahrhundert. Geistliche Volkslieder. 26. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt: Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind. Es will die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. 3. v. Haußmann. 27. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht Nur das traute hochheilige Baar, Das im Stalle zu Bethlehem war, Bei dem himmlischen Kind!:,: 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst fund gemacht, Durch der Engel Hallelujah Tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da!:,: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht 559 Lieb aus deinem göttlichen Mund, Da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt!:,: 3. Mohr, 1818. 28. Lochter Zion, freue dich, Jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, Ja er kommt, der Friedefürst. 2. Hosianna, Davids Sohn, Sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! 3. Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, Du des ewgen Vaters Kind! Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild. 1746. 29. Unter Lilien jener Freuden Sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende; Jesu Hände Öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiffleins, laß mich ein In den sichern Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein.. 560 4. Nichts soll mir am Herzen fleben, Geistliche Volkslieder. Süßes Leben, W die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen Und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben Mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele In der Höhle, Bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch des Todes Thüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Lod, dein Stachel liegt darnieder: Meine Glieder Werden fröhlich auferstehn. 8. Gottes Lamm, dich will ich loben Hier und droben Mit der herzlichsten Begier; Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben: Hole, Heiland, mich zu dir! 3. L. C. Allendorf, † 1773. 30. Pater, deines Geistes Wehen Durch die ganze Christenheit Läßt uns schon von ferne sehen Deines Reiches Herrlichkeit; Denn dein Wort wird ausgespendet Durch die ganze weite Welt, Millionenweis gesendet Auf das große Ackerfeld. 2. Bald wird dieser Same blühen Allenthalben hoch und hehr, Denn Evangelisten ziehen Über Inseln, Land und Meer. Um die Saaten zu begießen, Geist der Pfingsten, komm herab! Laß die Lebensströme fließen Bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen, Steige, Sonne, bald empor! Weicht nun, all ihr bangen SorGlanz des Herrn, brich schnell her vor! gen, Seht, der Berge Spißen glühen Schon im ewgen Morgenlicht, Und die Frühlingsblumen blühen: Brüder, alle, zweifelt nicht! 3. H. Jung- Stilling, † 1817. on 31. Poller Wunder, voller Kunst, Voller Weisheit, voller Kraft, Voller Hulde, Gnad und Gunst, Voller Labsal, Trost und Saft, Voller Wunder, sag ich noch, Ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht Niemals hiebevor gekannt, Auch sonst im geringsten nicht Mit Gedanken zugewandt, Deren Herzen, deren Hand Knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Hier wächst ein geschickter Sohn, Dort ein edle Tochter zu: Eines ist des andern Kron, Eines ist des andern Ruh, Eines ist des andern Licht, Wissens aber beide nicht. Geistliche Volkslieder. 4. Bis solang es dem beliebt, Der die Welt im Schoße hält Und zur rechten Stunde giebt Jedem, was ihm wohlgefällt. Da erscheint in Werk und That Der so tief verborgne Rat. 5. Jeder findet, jeder nimmt, Was der Höchst ihm ausersehn: Was im Himmel ist bestimmt, Pflegt auf Erden zu geschehn, Und was dann nun so geschicht, Das ist sehr wohl ausgericht. 6. Laß zusammen, was Gott fügt, Der weiß, wie's am besten sei. Unser Denken fehlt und trügt, Sein Gedank ist Mangels frei, Gottes Werk hat festen Fuß, Wenn sonst alles fallen muß. 7. Siehe frommen Kindern zu, Die im heilgen Stande stehn, Wie so wohl Gott ihnen thu, Wie so schön er lasse gehn Alle Thaten ihrer Händ Auf ein gutes selges End. 8. Jhrer Tugend werter Ruhm Steht in steter voller Blüt, Wenn sonst aller Liebe Blum Als ein Schatten sich verzieht; Und wenn aufhört alle Treu, Ist doch ihre Treue neu. 9. Jhre Lieb ist immer frisch Und verjüngt sich fort und fort, Liebe zieret ihren Tisch Und versüßet alle Wort; Liebe giebt dem Herzen Rast In der Müh- und Sorgenlast. 10. Gehts nicht allzeit, wie es soll, 561 11. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segenbach, Speist die Leiber, tränkt den Geist, Stärkt des Hauses Grund und Dach, Und was klein, gering und bloß, Macht er mächtig, viel und groß. Ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, Denkt, es sei des Herren Will, Und versichert sich mit Freud Einer fünftgen bessern Zeit. 12. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, Was Gott hier in dieser Welt Frommen Kindern zugedacht, Nimmt er sie ins Himmelszelt Und drückt sie mit großer Lust Selbst an seinen Mund und Brust. 13. Nun so bleibt ja voller Gunst, Voller Labsal, Trost und Saft, Voller Wunder, voller Kunst, Voller Weisheit, voller Kraft, Voller Wunder, sag ich noch, Bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt, † 1676. 32. Was ist die Macht, was ist die Kraft, Des Christen stolze Ritterschaft, Der Schild und Schirm und Schmuck der Ehren, Die unbestochne Wehr der Wehren, In jeder Not und Fahr der Hort? Das ist das Wort, das feste Wort! 2. Was kann, wie ein zweischneidig Schwert, Das blinkend aus der Scheide fährt, Mark und Gebein im Nu zerschneiden, Die Geister und die Leiber schei den? Was hat so freißlich scharfen Ort? Das ist das Wort, das feste Wort. 3. Was braust daher wie Windesbraut Und überdonnert Donners Laut? Nn Geistliche Volkslieder. 562 Was donnert in der Sünder Ohren Gleich einem Schwur, von Gott geschworen? Was ists, das durch die Seele bohrt? Das ist das Wort, das feste Wort. 4. Was säuselt wie ein Westenon wind Vom Frühlingshimmel sanft und lind? Was säuselt liebreich durch die Herzen, Ein Trost und Balsam aller Schmerzen? Was wehet alle Sorgen fort? Das ist das Wort, das feste Wort. 5. O Wort der Macht, o Wort der Kraft, Das so gewaltig wirkt und schafft, O Wort der Schrecken und der Freuden, Zum Heilen mächtig und Zerschneiden, Du warest eh, als Zeit und Ort, Du starkes Wort, du festes Wort. 6. O Wort der Macht, o Wort der Kraft, Du meines Herzens Ritterschaft, Wollst ewig in und bei mir bleijedben, Durch Donner und durch Säuſeln treiben Zum rechten Kampfe fort und fort, Mein starkes Wort, mein festes Wort! E. M. Arndt, † 1860. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. Im Herrn sind wir vereinet Und bleibens allerwärts. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollts geschieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten Du ziehest und ich bleib; Und ist doch aller Orten Ein Glied an Einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf Einem Wege In Einer Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und so gar traurig sehn? Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn. In Einer Hut und Pflege, Geführt von Einer Hand, Auf Einem sichern Wege Ins Eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nein, einem neuen Bunde Nicht schwerem Trennungsleid, Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erforen zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut. Ph. Spitta, † 1859. 33. 34. Was as macht ihr, daß ihr weinet Weil ich Jesu Schäflein bin, Und brechet mir mein Herz? Freu ich mich nur immerhin Über meinen guten Hirten, Geistliche Volkslieder. Der mich schön weiß zu bewirten, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich ein und aus und hab Unaussprechlich füße Weide, Daß ich keinen Mangel leide, Und so oft ich durstig bin, Führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich fein, Ich beglücktes Schäfelein? un Denn nach diesen schönen Tagen Werden Engel heim mich tragen In des Hirten Arm und Schoß. Amen! Ja, mein Glück ist groß! Luise v. Hayn, † 1782. 35. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei! Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 563 4. Ich habe dich empfunden; Olasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. F. v. Hardenberg, † 1801. 36. Wenn enn ich Ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich Ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wo ich Ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. F. v. Hardenberg, f 1801. 37. Wer ist ein Mann? Wer betent kann Und Gott dem Herrn vertraut; Wenn alles bricht, er zaget nicht: Dem Frommen nimmer graut. Nn 2 564 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann Inbrünstig, wahr und frei; Denn diese Wehr bricht nimmermehr, Die bricht kein Mensch entzwei. Geistliche Volkslieder. 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann Von Herzen fromm und warm: Die heilge Glut giebt hohen Mut Und stärkt mit Stahl den Arm 4. Dies ist der Mann, der streiten kann Für Weib und liebes Kind; st Der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, Und ihre That wird Wind. 5. Dies ist der Mann, der sterben fann Für Freiheit, Pflicht und Recht; Dem frommen Mut deucht alles gut, Es geht ihm nimmer schlecht. 6. Dies ist der Mann, der sterben kann Für Gott und Vaterland, Er läßt nicht ab bis an das Grab Mit Herz und Mund und Hand. 7. So, deutscher Mann, so, freier Mann, Mit Gott dem Herrn zum Krieg! Denn Gott allein kann Helfer sein, Von Gott kommt Glück und Sieg. E. M. Arndt, † 1860. 38. Wer nur mit seinem Gott verreiset, Der findet immer Bahn gemacht, Weil er ihm lauter Wege weiset, Auf welchen stets sein Auge wacht. Hier gilt die Losung früh und spat: Wohl dem, der Gott zum Führer hat. 2. Gott hat sich gar zu sehr verbunden, Daß er will bei den Seinen sein; Kein Ort wird in der Welt gefunden, Er zieht mit ihnen aus und ein Durch Feuers- und durch Wassersnot, Auch selbsten mitten durch den Tod. 3. Er leitet uns mit seinen Augen, Er gängelt uns mit seiner Hand. Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, Ja seine Liebe kann allein So überdeckt uns sein Gewand; Der beste Schirm im Sturme sein. 4. Wir reisen, Herr, in deinem Namen: Sei du Gefährte, Weg und Stab. Die Helden, die zu Jakob kamen, Send auch zu unserm Schuß herab; Mach Aus- und Eingang so be glückt, Daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 5. Fleib bei uns, wenns will Abend werden; Gieb Licht durch deine Gegenwart, Sei unser Leitstern hier auf Erden; Und ist der Kreuzsteg schwer und hart, So tröst uns mit der Rosenbahn, Die man dort oben wandeln kann. 6. Wirst du mit uns auf diesem Wege Durch deinen Schuß und Leitung sein Und auch indessen deine Pflege Den Hinterlassenen verleihn, Geistliche Volkslieder. So soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der Herr allein! 7. Wir wollen einen Altar bauen, Der Eben- Ezer heißen soll; Daran soll man die Worte schauen: Gott führet seine Kinder wohl. Und also findt die Losung statt: Wohl dem, der Gott zum Führer hat! B. Schmold, † 1737. 39. Wie mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land Vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ists, der in der Nacht, Einer ists, der uns bewacht: Christ in der Höh, du wandelst auf der See! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, Wo dann Rettung finden? Keine Hülf, als bei dem Herrn: Er ist uns der Morgenstern. Christ in der Höh, erschein uns auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir Sicher durch die Wellen, Lassen, großer Schöpfer, dir Unser Lob erschallen; Lobet ihn mit Herz und Mund, Lobet ihn zu jeder Stund! Christ in der Höh, ja dir gehorcht die See! 4. Einst in meiner lebten Not Laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken: Reiche mir dann liebentbrannt, 565 Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ in der Höh, komm zu uns drauf die See! 3 Falt, † 1826. 40. Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligen, Von ihrer Arbeit, die sie in Gott gethan, Und ihre Werke folgen ihnen Nach in des ewigen Friedens Hütten! 2. Von ihren Augen wischt er die Thränen ab, Sie kommen freudig, bringen die Garben ein, Die weinend gingen, edlen Samen Trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferwedt Des Menschensohnes, die durch die Gräber dringt, Dann wird, was irdisch und verweslich, Himmlisch und jugendlich auferstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht Für deine Werke, die du an uns gethan: Daß, wie in Einem alle sterben, Also in Einem sie wieder leben. S. D. Roller, † 1850. 41. Wir ir pflügen und wir streuen Den Samen auf das Land, Doch Wachstum und Gedeihen Geistliche Volkslieder. 566 Steht in des Himmels Hand: Der thut mit leisem Wehen Sich mild und heimlich auf, Und träuf wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe Kommt her von Gott dem Herrn, :,: Drum dankt ihm, dankt:: Und hofft auf ihn. 2. Er sendet Tau und Regen Und Sonn und Mondenschein Und wickelt seinen Segen Gar zart und künstlich ein Und bringt ihn dann behende In unser Feld und Brot: Es geht durch unsre Hände, Kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe Kommt her von Gott dem Herrn, :,: Drum dankt ihm, dankt:,: Und hofft auf ihn. ph 3. Was nah ist und was ferne, Von Gott kommt alles her, Der Strohhalm und die Sterne, Das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter Und Korn und Obst, von ihm Das schöne Frühlingswetter Und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe Kommt her von Gott dem Herrn, :,: Drum dankt ihm, dankt:,: Und hofft auf ihn. 4. Er läßt die Sonn aufgehen, Er stellt des Mondes Lauf; Er läßt die Winde wehen Und thut die Wolken auf. Er schenkt uns soviel Freude, Er macht uns frisch und rot; Er giebt dem Viehe Weide Und seinen Menschen Brot. Alle gute Gabe Kommt her von Gott dem Herrn, :: Drum dankt ihm, dankt:: Und hofft auf ihn. M. Claudius, † 1815. 42. Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüßenden Fit: tichen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt uns an, Wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? :,: Nein, nein,:,: hier ist sie nicht: Die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? :,: Ja, ja,:,: dieses allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jeſu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen die kennt man dort nicht; Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. :: Rub, Rub,:,: himmlische Rub Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Verzeichnis der Lieder. ( Die Lieder des Anhangs sind durch ein Sternchen bei der Nummer bezeichnet.) Nr. A. Ach bleib bei uns, Herr Jesu 238 Ach bleib mit deiner Gnade 22 Ach Gott, ich muß in Traurigkeit 628 Ach Gott, in Gnaden von uns 515 Ach Gott und Herr. 282 486 239 435 Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel sieh Ach Gott, wie manches. Ach Herre, du gerechter Gott. 576 Ach Jesu, gieb mir sanften Mut 408 Ach mein Herr Jesu, dein.. 379 Ach mein Jesu, sich, ich trete 550 Ach sagt mir nichts von Gold 380 Ach sieh ihn dulden, bluten.. 116 Ach wär ich doch schon droben 635 Ach was sind wir ohne Jesum 381 Ach was soll ich Sünder. 283 Ach wenn ich dich, mein Gott 382 Ach wie heilig ist der Ort.. 249 Ach wie nichtig, ach wie flüchtig 586 Ach wundergroßer Siegesheld. 168 Alle Christen hören gerne... 336 Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ 284 Alle Menschen müssen sterben. 587 Aller Gläubgen Sammelplatz. 636 Alles ist an Gottes Segen 436 Alles ist euer, o Worte 302 Alle Welt, was lebt und webet 36 Allgenugsam Wesen... 1 383 Also hat Gott die Welt geliebt 72 Auf, auf, den Herrn zu loben 518 Auf, auf, ihr Reichsgenossen. 55 Auf, auf, mein Herz, mit* 1 Nr. Auf, Christenmensch, auf, auf 417 Auf Christi Himmelfahrt allein 169 Auf den Nebel folgt die Sonn 437 Auf diesen Tag bedenken wir 170 Auferstanden, auferstanden.. 144 637 Auferstehn, ja auferstehn 439 Auf Gott und nicht auf... 438 Auf, hinauf zu deiner Freude 384 Auf, ihr Christen, Christi... 418 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 419 Auf meinen lieben Gott Aus einem tief vor dir. Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel Aus meines Herzens Grunde. 519 Aus tiefer Not schrei ich zu. 286 Aus unsrer ersten Thränensaat* 2 285 303 107 .. B. Bang und doch voll selgerFreuden 264 Bedenke, Mensch, das Ende.. 588 Befiehl du deine Wege.... 440 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 257 Bescher uns, Herr, das täglich 544 Beschwertes Herz, leg ab 37 Betgemeinde, heilge dich Bis hieher hat mich Gott Brich an, du schönes Morgenlicht 73 Brich an, du schönes Tageslicht 520 Brunn alles Heils, dich ehren 207 • 23 93 ● Christ, alles was dich fränket. 441 Christ, aus deinem Herzen.. 442 Christ, der du bist der helle. 551 568 Verzeichnis der Lieder. Nr. Christe, du Beistand deiner.. 212 Christe, du Lamm Gottes .. 265 Christe, mein Leben, mein 337 Christen sind ein göttlich Volk 338 Christe, wahres Seelenlicht.. 521 Christ fuhr gen Himmel 171 Christi Blut und Gerechtigkeit 304 Christ ist erstanden 145 Christ lag in Todesbanden. 146 Christ unser Herr zum Jordan 251 Christus der ist mein Leben. 589 D. Dank sei Gott in der Höhe 522 Dankt dem Herrn, ihr 2 38 Das alte Jahr vergangen ist. 94 Das Jahr geht still zu Ende. 95 Das ist eine selge Stunde Das ist ein teuer wertes Wort 305 Das liebe neue Jahr geht an 96 Das walte Gott, der helfen kann 487 Das walt Gott Vater und.. 523 Dein König kommt in niedern 56 Dein Mittler kömmt; auf, blöde 57 Dein Wort, o Herr, ist.. 240 Dennoch bleib ich stets an dir 443 Der am Kreuz ist meine Liebe 117 Der beste Freund ist in dem.* 3 Der du, Herr Jesu, Ruh... 118 Der du in Todesnächten 229 213 Der du noch in der letzten Der du zum Heil erschienen 102 Der Glaub ist eine Zuversicht 306 Der Heiland kommt, lobsinget 74 Der heilge Christ ist kommen 75 Der Herr, der aller Enden. 444 Der Herr fährt auf gen 172 Der Herr hat alles wohlgemacht 445 Der Herr ist Gott und keiner 3 Der lieben Sonne Licht und Der Mensch hat nichts so eigen Der Mond ist aufgegangen.. Der Sabbat ist vergangen Der schöne Tag bricht an Der Tag ist hin, mein Geist. 554 524 ● 552 * 4 * 5 553 Nr. Der Tag ist hin, mein Jesu. 555 Der Tod ist tot, das Leben. 147 Der vom Kreuze du regierest. 252 Der Weg ist gut, der durch. 446 Des Jahres schöner Schmuck. 574 Des Morgens, wenn ich früh 525 Dich begehrt des Herzens Bangen 339 Dich, dich, mein Gott will ich 526 Die auf der Erde wallen... 590 Die Christen gehn von Ort. 638 Die Ernt ist nun zu Ende.. 577 Die Gnade geht durch Stufen 307 Die Gnade sei mit allen... 39 Die güldne Sonne ..527 ● Die helle Sonn leucht jetzt.. 528 Die Herrlichkeit der Erden.. 591 Die Himmel rühmen des Ewigen* 6 Die Nacht ist hin, mein Geist 529 Die Nacht ist nun vergangen. 530 Die Sach ist dein, Herr JesuChrist* 7 Die Seele Christi heilge mich 119 Dies ist der Tag, den Gott 76 Dies ist die Nacht, da mir.. 77 Die Sonn hat sich mit ihrem 556 Die Tugend wird durchs Kreuz 420 Die wir uns allhier beisammen 120 Dir, dir, Jehova, will ich.. 24 Dir jauchzet froh die Christenheit 190 Dir, milder Geber aller Gaben 578 Du aller Menschen Vater... 409 Du bist zwar mein.. 629 Du hast, o Gott der Einigkeit 495 Du kannsts nicht böse meinen 447 Du meine Seele, finge 4 Du, o schönes Weltgebäude.. 340 Durch Adams Fall ist ganz. 308 Durch Trauern und durch. 97 Du reicher Trost der Armen. 579 Du siehest, Mensch, wie fort. 592 Du sollst in allen Sachen. 488 Du Wort des Vaters, rede du 341 Ein Christ, ein tapfrer.... 421 Eine Herde und Ein Hirt.. 230 Verzeichnis der Lieder. Nr. Einen guten Kampf hab ich. 593 Einer ist König, Immanuel. 180 Einer ists, an dem wir hangen 231 Einer nur ist ewig wert... 385 Eines wünsch ich mir vor allem 121 Ein feste Burg ist unser Gott 214 Ein getreues Herze wissen. * 8 Ein Haupt hast du dem Volk 506 Ein Lämmlein geht und trägt 122 Ein neuer Tag, ein neues 572 Ein reines Herz, Herr, schaff. 342 Eins ist not, ach Herr, dies. 309 Einst selig dort zu werden 343 Ein Tröpflein von den Reben 639 Ein wahrer Glaub das Herze 410 Ein Wetter steiget auf 580 • 78 Empor zu ihm, mein Lobgesang Erhalt uns, Herr, bei deinem 241 Erhebe dich, o meine Seel.. 531 Erinnre dich, mein Geist. 148 Ermuntert euch, ihr Frommen 640 Ermuntre dich, mein schwacher 79 Erneure mich, o ewges Licht. 344 Erschienen ist der herrlich Tag 149 Es fähret heute Gottes Sohn 173 Es glänzet der Christen.... 345 Es ist das Heil uns kommen 310 Es ist ein Reis entsprungen* 9 Es ist genug, so nimm, Herr 594 Es ist gewiß ein köstlich Ding 448 Es ist gewißlich an der Zeit. 641 Es ist nicht schwer, ein Christ 346 Es ist noch eine Ruh vorhanden 642 Es kennt der Herr die Seinen 347 Es kostet viel, ein Chrift zu 348 Es wolle Gott uns gnädig.. 215 . Fahre fort, fahre fort 216 Fang dein Werk mit Jesu an 489 Fein niedrig sein auf Erden. 349 Fortgekämpft und fortgerungen 422 Freu dich sehr, o meine Seele 595 Freuet euch, ihr Christen alle. 80 Fröhlich soll mein Herze springen 81 569 Nr. Früh am Morgen Jesus gehet 532 Frühmorgens, da die Sonn. 150 Für alle Güte sei gepreist.. 557 G. . Gedanke, der uns Leben giebt 311 Geh aus, mein Herz, und suche 575 Geh hin nach Gottes Willen. 350 Geht hin, ihr gläubigen.. 312 Geht nun hin und grabt... 596 Geist des Glaubens, Geist der 191 Geist des Herrn, dein Licht allein 192 Geist vom Vater und vom Sohne 193 Geist vom Vater und vom Sohn 194 Gelobet sei der Herr, mein.. 208 Gelobet seist du, Jesu Christ. 82 Gen Himmel aufgefahren ist.* 10 Gesegn uns, Herr, die Gaben 545 Gieb dich zufrieden und sei.. 449 Gott, deine Güte reicht so.. 25 Gott, der du Herzenskenner.. 508 Gott der wirds wohl machen. 450 Gott des Himmels und der. 533 Gott, du Licht, das ewig bleibet 534 Gottes Sohn ist kommen. 58 Gottes Stadt steht fest gegründet 217 Gott herrschet und hält bei uns 451 Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu! Sein Herz.. Gott ist mein Hort. Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch! Seele, was 454 Gott lebt: wie kann ich traurig 455 Gottlob, der Tag ist nun. 558 Gottlob, die Stund ist kommen 630 Gottlob, ein neues Kirchenjahr 59 Gottlob, ein Schritt zur... 98 Gottlob, nun ist erschollen.. 509 Gott ruft der Sonne, ruft dem 99 Gott sei Dank durch alle Welt 60 Gott sei gelobet und gebenedeiet 266 Gott und Vater, nimm jekund 253 Gott Vater, höre unsre Bitt. 254 Gott Vater, sende deinen Geist 195 40 452 242 453 ● .. 570 Verzeichnis der Lieder. Nr. Gott, vor dessen Angesichte.. 351 Gott wills machen, daß die.. 456 Großer Gott von alten Zeiten 41 Großer Gott, wir loben dich.* 11 Großer Immanuel, schaue von 218 Großer Mittler, der zur Rechten 181 Guter Hirt, der seine Herde 255 Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre 151 Hallelujah! Jesus lebet... 152 Hallelujah! Lob, Preis und.. 209 Hallelujah, schöner Morgen 42 Halt im Gedächtnis Jesum 313 Harre, meine Seele * 12 Heiland, deine Menschenliebe. 108 Heilge Einfalt, Gnadenwunder 352 Heilger Jesu, Heilgungsquelle. 109 Herr, dein Wort, die edle Gabe 243 Herr, der du mir das Leben. 559 Herr, der du vormals haft.. 510 Herr, die Erde ist gesegnet.. 581 Herr, du haft für alle Sünder 267 Herr, es ist der Tag erschienen 43 Herr, es ist von meinem... 560 Herr Gott, dich loben wir, Herr 5 Herr Gott, dich loben wir; regier 511 Herr Gott, du kennest meine. 597 Herr Gott Vater im Himmelreich 546 Herr, höre, Herr, erhöre.. 26 Herr, ich habe mißgehandelt. 287 Herr Jesu Christ, dein teures 123 Herr Jesu Christ, dich zu uns 44 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, fieh doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, 288 wir kommen. 268 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 598 Herr Jesu, dir sei Preis Herr Jesu, Gnadensonne 269 353 Herr Jesu, Licht der Heiden 103 Herr, nun laß in Friede... 599 Herr, öffne mir die Herzensthür 45 Herr, stärke mich, dein Leiden 124 Herr, unser Gott, laß nicht.. 512 Nr. 582 . 600 Herr, unser Herrscher Herr, wenn du willst Herr, wie du willst so schicks. 27 Herzlich lieb hab ich dich... 386 Herzlich thut mich verlangen. 601 Herzliebster Jesu, was hast du 125 Herzog unsrer Seligkeiten... 423 Herz und Herz vereint 219 Heut triumphieret Gottes Sohn 153 Hier ist mein Herz, Herr... 354 Hier legt mein Sinn sich vor 355 Hilf, Helfer, hilf in Angst.. 602 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 100 Hilf mir, mein Gott, hilf.. 28 Hilf uns, Herr, in allen 29 Himmelan geht unsre Bahn. 356 Himmelan, nur himmelan.. 357 Himmel, Erde, Luft und Meer 6 Hinunter ist der Sonne Schein 561 Hirte deiner Schafe. .. 562 Höchster Gott, dir danken wir 46 Höchster Tröster, komm hernieder 196 Hosianna! Davids Sohn kommt 61 Hüter, wird die Nacht der.. 358 Jauchzet Gott in allen Landen 154 Jauchzet, ihr Himmel. 83 Ich armer Mensch, ich armer. 289 Ich bete an die Macht der Liebe* 13 Ich bin bei Gott in Gnaden. 314 Ich bin ein Gast auf Erden. 359 Ich bin getauft auf deinen.. 258 Ich bin ja, Herr, in deiner.. 603 Ich bin in allem wohl.. 315 Ich bin in dir und du in mir 259 Ich dank dir schon durch... 535 Ich danke dir für deinen Tod 126 Ich geh zu deinem Grabe 155 Ich habe gnug, mein Herr ist 387 Ich habe Luft, zu scheiden.. 604 Ich habe nun den Grund 316 Ich hab in Gottes Herz und Sinn 457 Ich hab in guten Stunden.. 458 Ich hab mein Sach Gott... 605 Verzeichnis der Lieder. Nr. Ich hab mich Gott ergeben.. 606 Ich hab von ferne. 360 .. 7 Ich heb mein Augen sehnlich. 504 Ich komme, Herr, und suche. 270 Ich komme vor dein Angesicht 30 Ich komm jetzt als ein armer 271 Ich laß dich nicht, du mußt 459 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 31 Ich sag es jedem, daß er lebt* 14 Ich finge dir mit Herz und Ich soll zum Leben dringen.. 424 Ich steh an deiner Krippe hier 84 Ich steh in meines Herren Hand 460 Ich sterbe täglich, und mein. 607 Ich trau auf Gott in allen.. 461 Ich und mein Haus wir sind 496 Ich weiß, an wen ich glaube, denn 608 Ich weiß, an wen ich glaube, ich 317 Ich weiß, daß mein Erlöser lebt 156 Ich weiß, es wird mein Ende 609 Ich weiß, mein Gott, daß all 490 Ich weiß von keinem andern. 318 Ich will dich erheben * 15 Ich will dich immer treuer 388 Ich will dich lieben, meine 389 Ich will von meiner Missethat 290 Je größer Kreuz, je näher Jehova, Herr und König Jerusalem, du hochgebaute Jesu, bittend kommen wir Jesu, deine Passion 462 505 643 232 127 Jesu, deine tiefen Wunden. 128 Jesu, der du bist alleine 182 Jesu, Freund der Menschenkinder 272 Jesu, frommer Menschenherden 390 Jesu, geh voran.. 491 Jesu, großer Wunderstern... 104 Jesu, hilf siegen, du Fürste.. 425 Jesu, Jesu, Brunn des Lebens 47 Jesu, komm doch selbst zu mir 391 Jesu, meine Freude... 392 Jesu, meines Lebens Leben.. 129 Jesus Christus herrscht als König 183 Jesus ist mein Freudenlicht.. 393 Jejus lebt, mit ihm auch ich. 157 571 Nr. 85 Jesus, meine Zuversicht.... 158 Jesus nimmt die Sünder an. 319 Jesus schwebt mir in Gedanken 394 3hr armen Sünder, kommt zu 291 Jhr aufgehobnen Segenshände 174 Ihr Christen auserkoren... Ihr Mitgenossen, auf zum Streit 426 Immer muß ich wieder lesen.* 16 In allen meinen Thaten... 492 In Christi Wunden schlaf ich. 610. In dich hab ich gehoffet In dir ist Freude. 463 .* 17 In Gottes Namen fahren wir* 18 Ist Gott für mich, so trete.. 320 K. König, dem kein König gleichet 184 König Jesu, streite, siege... 185 Komm, du wertes Lösegeld Komm, Heidenheiland 62 63 Komm, heiliger Geist, Herre. 197 Komm, mein Herz, in Jesu Leiden 273 Komm, o komm, du Geist.. 198 Kommst du, kommst du, Licht 64 Kommt her, ihr Christen... 250 Kommt her, ihr seid geladen. 274 Kommt, Kinder, laßt uns.. 361 Kommt, laßt euch den Herren 110 Kommt und laßt uns Christum 86 Kyrie, eleison( Litanei)... 32 Laß dich, Herr Jesu Christ.. 497 Lasset mich voll Freuden... 260. Lasset uns mit Jesu ziehen.. 111. Laß mich dein sein und bleiben 48 Laß mich, o Herr, in allen Dingen 362 Laß, o Jesu, mir auf Erden. 321 Laßt mich gehn, laßt mich gehn* 19 Lebenssonne, deren Strahlen. 112 Lebst du in mir, o wahres.. 395 Licht vom Licht, erleuchte mich 49 Liebe, die du mich zum Bilde 363 Biebe, du der Gottheit Spiegel 411 572 Verzeichnis der Lieder. Nr. 256 50 Biebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte. Biebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort Lobe den Herren, den mächtigen 8 Lobe den Herren, o meine 9 Bob sei dem allerhöchsten Gott 65 Lobt Gott, ihr Christen. 87 Löwen, laßt euch wiederfinden 427 M. Mache dich, mein Geist, bereit 428 Machs mit mir, Gott, nach 611 Macht hoch die Thür.. . 536 130 464 465 364 66 Man lobt dich in der Stille. 10 Meine Lebenszeit verstreicht.. 612 Meinen Jesum laß ich nicht. 396 Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seel, ermuntre dich. Meine Seele senket sich. Meine Seel ist stille Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und.. 466 Mein Freund ist mein... 397 Mein Glaub ist meines Lebens 322 Mein Gott, das Herz ich bringe 365 Mein Gott, du weißt am... 323 Mein Gott, ich klopf an deine 33 Mein Gott, ich weiß wohl.. 613 Mein Gott, nun ist es wieder 537 Mein Heiland nimmt die... 292 Mein Herz, gieb dich zufrieden 467 Mein Jesu, dem die .. 186 Mein Jesu, der du vor dem. 275 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 366 Mein Salomo, dein freundliches 398 Mein schönste Zier und Kleinod 563 Merk, Seele, dir das große Wort* 20 Mir ist Erbarmung widerfahren 324 Mir nach! spricht Christus.. 429 Mit Ernst, o Menschenkinder. 67 Mit Fried und Freud ich fahr 614 Mitten wir im Leben sind.. 615 Morgenglanz der Ewigkeit.. 538 Müde bin ich, geh zur Ruh.* 21 Nr. Nach einer Prüfung kurzer Tage 644 Nicht Opfer und nicht Gaben. 412 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit 367 Nie bist du, Höchster, von uns 368 Nimm von uns, Herr, du treuer 516 Noch läßt der Herr mich leben 539 Nun bitten wir den heiligen Geist 199 Nun bringen wir den Leib zur Ruh 616 Nun danket alle Gott. 11 Nun danket all und bringet Ehr 12 Nun freut euch, Gottes Kinder 175 Nun freut euch, liebe Christen 325 Nun jauchzet all, ihr Frommen 68 Nun jauchzt dem Herren, alle 13 Nun ist vollbracht auch dieser. 564 Nun kommt das neue. .. 69 Nun laßt den Herrn uns preisen 583 Nun laßt uns den Leib begraben 617 Nun laßt uns gehn und treten 101 Nun lob, mein Seel, den 14 Nun preiset alle Gottes. Nun ruhen alle Wälder. Nun sich der Tag geendet hat 566 Nun sich der Tag geendet, mein 567 Nun singet und seid froh...* 22 Nur frisch hinein 430 10. 584 565 O auferstandner Siegesfürst. 159 O Christ, wenn Arme manchest mal.. 413 O daß doch bald dein Feuer. 233 O daß ich tausend Zungen.. 15 O daß mein Leben deine Rechte 369 Oder alles hätt verloren... 370 O du allersüßste Freude. 200 O du fröhliche, o du selige..* 23 O du Liebe meiner Liebe 131 O Durchbrecher aller Bande. 187 O Ewigkeit, du Donnerwort 645 DEwigkeit, o Ewigkeit.. 646 O frommer und getreuer Gott aller 517 aaaaQQQQQQQ Verzeichnis der Lieder. O frommer und getreuer Gott, ich hab.. 547 51 293 O Gott, der du das Firmament 585 O Gott, du frommer Gott.. 493 Gottes Sohn, Herr Jesu Christ 326 Gott, o Geist, o Licht des. 201 O Gott, von dem wir alles großer Geist, des Wesen. Haupt voll Blut und 132 heilger Geist, kehr bei uns 202 O heilige Dreifaltigkeit.... 540 heiliger Geist, o heiliger.. 203 hilf, Christe, Gottes Sohn 133 Himmelsgabe, du Gotteswort 244 Jerusalem, du schöne 647 Jesu Christe, wahres Licht. 220 Jesu Christ, meins Lebens Licht .. 618 O Jesu, du mein Bräutigam. 276 Jesu, einig wahres Haupt. 34 Jesu, Herr der Herrlichkeit. 247 Jesu, Jesu, Gottes Sohn. 399 Jesu, meine Wonne 277 Jesu, süßes Licht. 541 König aller Ehren. König, dessen Majestät. O Lamm Gottes, unschuldig O Lehrer, dem kein andrer gleich 113 O Licht, geboren aus dem Lichte 542 O Biebe, die den Himmel hat 88 O selges Licht, Dreifaltigkeit. 568 O selig Haus, wo man dich. 498 Ostern, Ostern, Frühlingswehen* 24 O süßer Stand 371 134 O Tod, wo ist dein Stachel. 160 O Traurigkeit, o Herzeleid.. 135 Ursprung des Lebens 114 O Vater der Barmherzigkeit, der du Vater der Barmherzigkeit, ich falle.. QQQQQ Q Q Q . Nr. ● 105 294 221 295 372 Vaterherz, o Licht und Welt, ich muß dich lassen. 619 Welt, sieh hier dein Leben 136 O wie selig seid ihr doch, ihr 648 573 Nr. R. Richtet auf des Heilands... 137 Ringe recht, wenn Gottes... 373 Rüstet euch, ihr Christenleute. 431 Ruhe ist das beste Gut.... 327 S. Schaffet, schaffet, Menschenfinder 432 Schaff in mir, Gott, ein reines 296 Schatz über alle Schätze.... 400 Schmücke dich, o liebe Seele. 278 Schmückt das Fest mit Maien 204 Schönster Herr Jeſu. * 25 Schwing dich auf zu deinem Gott 468 Seele, geh auf Golgatha... 138 Seelenbräutigam 401 Seele, was ermüdst du dich 374 Sei fröhlich alles weit und breit 161 Sei getreu bis an das Ende. 469 Sei Gott getreu, halt seinen. 261 Sei Lob und Ehr dem höchsten 16 Sei mir tausendmal gegrüßet. 139 Sei willkommen, Davids Sohn 234 Selig find des Himmels Erben 649 Sende, Vater, deinen Geist.. 210 Siegesfürst und Ehrenkönig.. 176 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 375 Sieh, wie lieblich und wie fein 222 So bin ich nun kein Kind der 376 So führst du doch recht selig. 328 So hab ich nun den Fels 329 So hab ich nun vollendet So hab ich obgesieget. 620 631 So hoff ich denn mit festem Mut 330 So jemand spricht: ich liebe. 414. So ist die Woche nun geschlossen 573. Soll ich denn mich täglich kränken 470 Sollt es gleich bisweilen scheinen 471 Sollt ich meinem Gott nicht singen 17 So nimm denn meine Hände* 26 Sorge doch für meine Kinder 499 So ruhest du, o meine Ruh. 140 So ruhe wohl 621 So wahr ich lebe, spricht dein 297 574 Verzeichnis der Lieder. Nr. Speis uns, o Gott, deine Kinder 548 Stark ist meines Jesu Hand 331 Stille Nacht, heilige Nacht* 27 Strahl der Gottheit, Kraft der 205 Such, wer da will, ein ander. 402 ● Teures Wort aus Gottes... 245 Thut mir auf die schöne Pforte 52 Tochter Zion, freue dich...* 28 Tretet her zum Tisch des Herrn 279 Treuer Hirte deiner Herde 188 Treuer Jesu, wache du... 569 Treuer Meister, deine Worte. 115 Treuer Wächter Israel. 513 11. überwinder, nimm die Palmen 162 Uns bindet, Herr, dein Wort. 223 Unsern Ausgang segne Gott. 53 Unter allen großen Gütern 415 Unter Bilien jener Freuden* 29 Unumschränkte Liebe... 189 622 Valet will ich dir geben.. Vater, deines Geistes Wehen.* 30 Vater, kröne du mit Segen.. 507 Vater unser im Himmelreich 35 Verklärtes Haupt, nun lebest du 163 Verleih uns Frieden gnädiglich 514 Versuchet euch doch selbst... 377 Verzage nicht, du Häuflein klein 224 Voller Wunder, voller Kunst.* 31 Vom Himmel hoch da komm. 89 Vom Himmel kam der Engel. 90 Von des Himmels Thron 262 Von Gott will ich nicht lassen 472 Vor dir, Herr Jesu, steh... 298 W. Wach auf, du Geist der ersten 248 Wach auf, mein Herz, die Nacht 164 Wach auf, mein Herz, und singe 543 Wachet auf, erhebt die Blicke 225 Nr. Wachet auf! ruft uns die... 650 Walte, walte nah und fern.. 235 Wandelt glaubend eure Wege 263 Wann wird doch einst erscheinen 651 Warum betrübst du dich, mein 473 Warum sollt ich mich denn. 474 Warum willst du doch für.. 475 Was freut mich noch, wenn dus 332 Was Gott thut, das ist.... 476 Was Gott zusammenfügt 500 480 334 * 34 Was hilfts, daß ich mich quäle 477 Was ist die Macht, was ist die* 32 Was macht ihr, daß ihr weinet* 33 Was mein Gott will, gescheh. 478 Was rührt so mächtig Sinn und 236 Was von außen und von innen 479 Was wär ich ohne dich gewesen 333 Was willst du dich betrüben Weicht ihr Berge, fallt ihr Weil ich Jesu Schäflein bin Wenn alle untreu werden...* 35 Wenn Christus seine Kirche schützt 226 Wenn doch alle Seelen wüßten 141 Wenn ich Ihn nur habe...* 36 Wenn ich, o Schöpfer, deine. 18 Wenn kleine Himmelserben.. 632 Wenn meine Sünd mich kränken 142 Wenn mein Stündlein vorhanden 623 Wenn uns die Feinde tränken 416 Wenn wir in höchsten Nöten. 299 Wer das Kleinod will erlangen 378 Werde licht, du Stadt der.. 106 Werde munter, mein Gemüte. 570 Wer Gott vertraut, hat wohl 481 Wer ist ein Mann * 37 • Wer ist wohl wie du. 403 Wer nur den lieben Gott läßt 482 Wer nur mit seinem Gott verreiset* 38 Wer sich dünken läßt zu stehen 433 Wer sind die vor Gottes... 652 Wer weiß, wie nahe mir mein 624 Wie dank ichs, Heiland, deiner 404 Wie fleugt dahin der Menschen 625 Wie Gott mich führt, so will 494 Wie groß ist des Allmächtgen 19 Verzeichnis der Lieder. Nr. Wie heilig ist die Stätte hier 280 Wie herrlich ist die neue Welt 653 Wie herrlich ists, ein Schäflein 335 Wie kurz ist doch der Menschen 633 Wie lieblich ist dein Liebesmahl 281 Wie mit grimmgem Unverstand* 39 Wie schön ists doch, Herr... 501 Wie schön leuchtet. 405 626 * 40 91 Wie sollen wir dir, Vater, danken Wie soll ich dich empfangen 70 Wie wohl ist mir, o Freund. 406 Willkommen, Held im Streite 165 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren biſt... 143 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Wie sicher lebt der Mensch Wie sie so sanft ruhn . . 177 daß du vom Tod.... 166 Wir danken Gott für seine.. 549 Wir glauben all an Einen.. 211 Wir liegen hier zu deinen Füßen 300 Wir Menschen sind zu dem. 246 Wir pflügen und wir streuen.* 41 Wir singen dir, Immanuel. 92 • Nr. Wir warten dein, o Gottes.. 71 Wo findet die Seele die Heimat* 42 Wo Gott der Herr nicht bei uns 227 Wohlauf, wohlan zum letzten. 627 Wohl dem, der in Furcht 502 Wohl dem, der sich mit Ernst 434 Wohl einem Haus, da Jesus. 503 Wollt ihr wissen, was mein. 407 Womit soll ich dich wohl loben 20 Wo soll ich fliehen hin... 301 Wo willst du hin, weils Abend 571 Wunderanfang, herrlich Ende. 483 Wunderbarer König.. 21 .. oljno sch 575 3. Zeige dich uns ohne Hülle.. 54 Zeuch ein zu deinen Thoren. 206 Zeuch hin, mein Kind . 634 Zeuch, Israel, zu deiner Ruh. 654 Zeuch uns nach dir, so... 178 Zieht in Frieden eure Pfade. 237 3ion, gieb dich nur zufrieden. 484 Zion klagt mit Angst und 228 Zu des Himmels höchsten Freuden 485 Zum Himmel bist du eingegangen 179 3ween der Jünger gehn mit. 167 she Von diesem Gesangbuch sind drei Ausgaben in drei verschiedenen Schriftgrößen veranstaltet, und jede Ausgabe auf zwei verschiedenen Papiersorten gedruckt worden. Die Preise sind für ein ungebundenes Exemplar, mit Einschluß des Anhanges: OR Bezeichnung der Ausgabe. Miniatur- Ausgabe mit kleiner Schrift Octav- Ausgabe mit gewöhnlicher Schrift Octav- Ausgabe mit grober Schrift.. auf gewöhnlichem Druckpapier. M. Pf. M. Pf. 1 1 1 50 auf VelinSchreibpapier. 85 1 50 88 1 50 2 50 Im Verlage von Trowitsch und Sohn in Berlin W. Leipzigers straße 133 erschienen ferner: Choralmelodieen zu dem Evangelischen Gesangbuch. Auf Ver= anlassung der Provinzialsynode vom Jahre 1884 herausgegeben vom Königlichen Konsistorium der Provinz Brandenburg. Preis cartonnirt 60 Pf., auf Velinpapier 1 Mark. Seiftliche Bolkslieder- elodieen zum Anhang des Evangelischen Gesangbuchs für die Provinz Brandenburg. Herausgegeben mit Genehmigung des Königlichen Konsistoriums. Preis 35 Pf. Partiepreis bei Abnahme von 50 Exempl. à 25 Pf., bei 100 Exempl. à 20 Pf. Druck von Trowitsch und Sohn in Berlin. Einhundert geistliche Lieder. Schulauszug aus dem Evangelischen Gesangbuche für die Provinz Brandenburg. Herausgegeben mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen 2c. Angelegen= heiten und des Evangelischen Oberkirchenrates zum Unterrichtsgebrauch in allen Volks- und Mittelschulen sowie höheren Mädchenschulen, in deren Kirchengemeinden das Provinzial- Gesangbuch eingeführt ist. ( Erlaß vom 29. April 1888.) Preis cartonnirt 50 Pf. Inches Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 LO 5 67 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 114 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8